Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Jan 29 2015
12:39

Goethe-Universität im vierten Jahrgang der Förderung wieder mit herausragendem Ergebnis

Feierliche Vergabe der Deutschland-Stipendien

FRANKFURT. Im Rahmen einer Feierstunde im Festsaal auf dem Campus Westend werden die Deutschland-Stipendien des akademischen Jahres 2014/15 vergeben. Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff wird den Studierenden die Urkunden überreichen. Im vierten Jahrgang des Deutschland-Stipendiums kann die Goethe-Universität wie bereits in den Vorjahren ein sehr gutes Ergebnis erzielen: Über 500 Stipendien können vergeben werden.

Mit dem Deutschland-Stipendium werden begabte und leistungsstarke Studierende mit je 300 Euro im Monat gefördert. Die eine Hälfte der Förderung spenden private Förderer, die andere Hälfte gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu. Eine Besonderheit des Stipendiums an der Goethe-Universität ist das ideelle Förderprogramm.

Vergabefeier der Deutschland-Stipendien
Donnerstag, 29. Januar 2015, um 19 Uhr. Festsaal Casino, Campus Westend.

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Stabsstelle Fundraising, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-12756; m.pacera@vdv.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 27 2015
14:04

Der Politikwissenschaftler und Alfred Grosser-Gastprofessor Yves Sintomer spricht in einer öffentlichen Vorlesung über gegenwärtige Entwicklungen in beiden Ländern

Deutschland und Frankreich im Vergleich

FRANKFURT. Europa erlebt derzeit eine Krise der politischen Repräsentation. Die Parteien verlieren Mitglieder, das Vertrauen in die Politik wird geringer, vielerorts entwickeln sich autoritäre Tendenzen. Was dies für Deutschland und Frankreich bedeutet, erforscht der Franzose Prof. Dr. Yves Sintomer. Entwicklung und Geschichte beider Länder sind eng miteinander verflochten. Gegenwärtig entwickeln sich die Staaten jedoch unterschiedlich. Sintomers Diagnose: Anders als Deutschland hat Frankreich erhebliche Schwierigkeiten mit Reformen, die Politik verliert an Sachlichkeit, Rechtspopulismus nimmt zu. Doch ist die Krise in Frankreich wirklich so tief? Welche Perspektiven haben Deutschland und Frankreich? Antworten gibt der aktuelle Inhaber der Frankfurter Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung in seinem Vortrag.

Prof. Yves Sintomer: „Die Krise der repräsentativen Demokratie: Frankreich und Deutschland im Vergleich“.
Vortrag im Rahmen der  Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung
29. Januar 2015, 19 Uhr, PEG-Gebäude, Raum 1.G 192, Campus Westend.

Yves Sintomer ist Professor an der Université Paris 8 und Senior Fellow des Institut Universitaire de France. Seine Schwerpunkte sind die theoretische Fundierung deliberativer Demokratie, die Ausprägungen partizipativer Demokratie in Europa und die Veränderung der politischen Repräsentation in Frankreich, Deutschland, Brasilien und China. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Sozialforschung (IfS) ist Sintomer mit Frankfurt verbunden.

Die Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt wurde 2009 auf Initiative der Deutsch-Französischen Gesellschaft von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gestiftet. Mit dem Projekt sollen die Forschung und der öffentliche Diskurs über die Bürgergesellschaft am Standort Frankfurt vorangebracht und international sichtbar gemacht werden. Namenspatron ist der in Frankfurt geborene renommierte Politikwissenschaftler Alfred Grosser.

Forschung

Jan 27 2015
14:02

Grabungen in Nigeria zurzeit nicht möglich – Frankfurter Archäologen wollen kein Sicherheitsrisiko eingehen – Nun werden vorhandene Daten in Frankfurt ausgewertet

1,6 Mio Euro von der DFG: Erforschung der Nok-Kultur geht in die dritte Runde

FRANKFURT. Das Wissenschaftler-Team des Instituts für Archäologische Wissenschaften, das seit 2005 die Nok-Kultur in Nigeria erforscht, kann seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird das auf insgesamt 12 Jahre Laufzeit angelegte Forschungsprogramm weitere drei Jahre mit 1,6 Millionen Euro unterstützten. Ziel ist es mehr zu erfahren über die mit 2000 bis 3000 Jahren älteste Figuralkunst in Afrika südlich der Sahara sowie die Lebensumstände dieser Kultur.

Allerdings zwingen die politischen Unruhen in Nigeria die Forscher zu einer Änderung ihrer Pläne. Grund sind die politischen Unruhen in Nigeria, insbesondere die Anschläge der islamistischen Terrororganisation Boko Haram: „Das Sicherheitsrisiko für das Team ist zu groß, deshalb müssen wir die Feldarbeiten in Nigeria verschieben und der sich hoffentlich verbessernden Situation anpassen“, so Prof. Dr. Peter Breunig. Der Frankfurter Archäologe bereist das westafrikanische Land seit 1989 regelmäßig.

In der Zwischenzeit planen die zehn Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die bisherigen Ausgrabungen und die vorliegenden Fundinventare von 79 Grabungsstellen auszuwerten und die Aufarbeitung, Publikation und Internet-Präsentation der bisher zusammengetragenen Daten vorzuziehen. Die Frankfurter Ergebnisse könnten vielleicht schon bald das einzige und nicht mehr zu erweiterbare Wissen über diese Kultur darstellen. Denn die Raubgräber, die seit Jahrzehnten in Nigeria aktiv sind, lassen sich von den politischen Unruhen wenig beeindrucken; ihr Geschäft geht weiter: „Die Skulpturen sind auf dem internationalen Kunstmarkt weiter sehr begehrt. Die Raubgräber zerstören auf der Suche nach diesen Schätzen systematisch eine Fundstelle nach der anderen“, bedauert Breunig.

Neben den bis zu einem Meter großen, über 2000 Jahre alten Terrakotten, die bei vielen Grabungen gefunden werden, sind die Wissenschaftler auch auf andere Funde wie Keramikgefäße, Steingeräte, Eisenobjekte und pflanzliche Reste gestoßen, deren Auswertung ein umfassendes Bild der Nok-Kultur liefern wird. Dazu der Frankfurter Archäologe: „So lassen beispielsweise die Keramikgefäße, die sich in Form und Verzierung unterscheiden, Entwicklungsabschnitte erkennen, die eine Grundlage der Chronologie der Nok-Kultur bilden.“

Ein eigener, von Prof. Dr. Katharina Neumann geleiteter Projektteil, widmet sich den pflanzlichen Resten, die sich regelmäßig in den Ausgrabungsflächen finden. Sie liefern Hinweise auf die Umwelt und die Wirtschaftsweise. Bereits jetzt ist erkennbar, dass die Nok-Kultur nur wenige Kulturpflanzen genutzt hat. „Von Anfang an waren Hirse und eine Bohnenart, außerdem verschiedene Wildfrüchte vertreten; erst nach dem Ende der Nok-Kultur kamen die Ölpalme sowie ein ‚Fonio’ genanntes Getreide hinzu“, erläutert die Archäobotanikerin Neumann. „Unter Umständen war die konservative Haltung der Menschen, die sich in ihrem begrenzten Kulturpflanzenspektrum und in der standardisierten Herstellung der Terrakotta-Skulpturen ausdrückt, mit ein Grund für das Verschwinden der Nok-Kultur um 300 v. Chr.“

Als übergeordnetes Thema betrachten die Archäologen die gesellschaftliche Entwicklung in der Nok-Kultur von kleinen Gruppen aus Jägern und Sammlern zu großen Gemeinschaften mit zunehmend komplexen Formen menschlichen Zusammenlebens. „Die Nok-Kultur mit ihrer rätselhaften Verwendung der zahllosen Terrakotten verkörpert ein vielversprechendes Beispiel dieser Entwicklung“, ergänzt Breunig. Aus dem Fundzusammenhang schließen die Archäologen, dass zumindest ein Teil der Plastiken Bestandteil komplexer Ritualpraktiken waren, die am ehesten mit Ahnenkult in Verbindung zu bringen sind.

Das Frankfurter Archäologen-Team will noch mehr erfahren über die Siedlungs- und Wirtschaftsweise, die soziale Organisation sowie die Rolle, die das Aufkommen der Eisenmetallurgie als eine große technologische Umwälzung dabei spielte. Während in den ersten beiden Phasen der DFG-Förderung die Chronologie und Struktur der Fundstellen im Mittelpunkt standen, werden sich die Forscher in den kommenden drei Jahren den regionalen Differenzierungen im Verbreitungsgebiet der Nok-Kultur widmen, das fast die fünffache Größe Hessens umfasst. Auf dem Programm stehen u.a. exemplarische Untersuchungen einer großen Siedlungskammer, in der Fundstellen der Nok-Kultur zahlreich auftreten und Einblick in die Siedlungsgewohnheiten der Menschen damals versprechen, und von Plätzen zur Eisenverhüttung. Denn die Nok-Kultur liefert Hinweise auf das früheste Eisen im sub-saharischen Afrika, was weiter untermauert werden soll.

Finanziert wurde von der DFG auch die große erfolgreiche Skulpturenausstellung, die vom Oktober 2013 bis März 2014 in Kooperation mit dem Frankfurter Liebieghaus stattfand. Dort wurden über 100 Skulpturen und Fragmente der Nok-Kultur und eine Zusammenfassung bisheriger Forschungsergebnisse gezeigt. Sämtliche Objekte aus der Frankfurter Ausstellung wurden inzwischen wieder an die zuständige Bundesbehörde in Nigeria zurückgegeben, wo sie in einer Ausstellung in der Landeshauptstadt Kaduna gezeigt werden. Sie waren nur Leihgabe für die wissenschaftliche Auswertung und die Frankfurter Ausstellung.

Informationen: Prof. Peter Breunig, Instituts für Archäologische Wissenschaften, Bereich Archäologie und Archäobotanik Afrikas, Campus Westend, Tel. (069) 798-32094, breunig@em.uni-frankfurt.de

Fotos und Bildtexte zur Herunterladen unter: www.uni-frankfurt.de/53831781

Veranstaltungen

Jan 27 2015
13:52

Kristien Hemmerechts und Franca Treur lesen auf dem Campus Westend – Neue Veranstaltungsreihe des Lektorats Niederländisch

Flämische Schriftstellerin rührt an nationalem Trauma: Roman über die Frau des Kinderschänders Marc Dutroux

FRANKFURT. Mit Lesungen und Diskussionsveranstaltungen zur Literatur bereitet das Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität das interessierte Frankfurter Publikum auf den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016 vor: Regelmäßig werden in den kommenden Monaten jeweils ein niederländischer und ein flämischer Gast eingeladen.

Zum Auftakt kommen am 6. Februar (Freitag) die Schriftstellerinnen Franca Treur und Kristien Hemmerechts. Sie werden auf Niederländisch aus ihren Romanen „Dorsvloer vol confetti“ (deutsch: „Ein Dreschboden voller Konfetti“) und „De vrouw die de honden eten gaf“ (deutsch: „Die Frau, die den Hunden zu essen gab“) lesen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Casino, Raum 1.812, Campus Westend. Sowohl Kristien Hemmerechts als auch Franca Treur haben mit ihren Romanen jeweils empfindliche Stellen in der belgischen bzw. niederländischen Gesellschaft getroffen und sehen sich deshalb einiger Kritik ausgesetzt; auch darüber werden sie mit den Zuhörern diskutieren.

Selten hat in den letzten Jahren das Erscheinen eines Romans so viel Diskussionen, Kontroversen und Kritik ausgelöst wie das Anfang 2014 erschienene Buch von Kristien Hemmerechts „De vrouw die de honden eten gaf“. In dem Roman versucht sich die Autorin in Michelle Martin – Belgiens meist gehasste Frau – hineinzuversetzen. Die Frage, die sie dabei beschäftigt ist, wie eine Mutter von drei Kindern es fertigbrachte, die Hunde ihres inhaftierten Ehemannes, des Kinderschänders Marc Dutroux, zu füttern, während sie wusste, dass im Keller zwei junge Mädchen eingesperrt waren und verhungerten. Die Reaktionen auf Kristien Hemmerechts Versuch zeigen, dass Belgiens nationales Trauma noch lange nicht geheilt und die Verarbeitung immer noch ein Tabu ist.

Kristien Hemmerechts (geb. 1955) hat bereits etwa 30 Bücher, meist Romane veröffentlicht, die häufig als provozierend wahrgenommen wurden. „De vrouw die de honden eten gaf „wurde bereits ins Französische und Englische übersetzt, eine schwedische Übersetzung ist in Vorbereitung.

Franca Treurs Debütroman „Dorsvloer vol confetti“ aus dem Jahre 2009 wurde in den Niederlanden sehr positiv aufgenommen, er wurde mit dem Selexyz-Preis für das beste Debüt ausgezeichnet und im vergangenen Jahr verfilmt. Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das in den 1990er Jahren in der Provinz Seeland in einer streng reformierten, kinderreichen Bauernfamilie aufwächst – ein Familienmodell, von dem man angenommen hatte, es würde der Vergangenheit angehören. Aufgrund dieser Thematik wird Franca Treur (geb. 1979) mit Schriftstellern wie Jan Siebelink und Maarten`t Hart verglichen, obwohl sie fast 40 Jahre jünger ist. Da der Roman deutliche autobiografische Züge aufweist, wird Franca Treur in reformierten Kreisen als Nestbeschmutzerin kritisiert.

Keiner der beiden Romane ist bisher ins Deutsche übersetzt worden, aber vielleicht ändert sich das noch bis zur Buchmesse 2016.

nformationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

Veranstaltungen

Jan 27 2015
13:48

Rhein-Main Neuronetz goes public/ Öffentlicher Vortrag von Wolf Singer

Ein starkes Netzwerk für die Hirnforschung

FRANKFURT. Das Rhein-Main Neuronetz (rhine-main neuroscience network, rmn²) gehört in Forscherkreisen zu den international sichtbaren Standorten der Hirnforschung in Deutschland. Gegründet wurde es vor fünf Jahren als Zusammenschluss von Forschungsinstitutionen in Frankfurt und Mainz, um Forschungsgeräte und Technologien gemeinsam zu nutzen und neue Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis umzusetzen. Nun stellt sich das rmn² erstmals der Öffentlichkeit vor.

Was? 1. rmn² lecture mit Prof. Wolf Singer: „Das Gehirn, ein sich selbst organisierendes, dynamisches System: Herausforderungen eines Paradigmenwechsels“

Wann? Montag, dem 2. Februar 2015 um 17:15 Uhr

Wo? Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Hörsaalzentrum  HZ1, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt

Die Vorlesungen werden von nun an jährlich abwechselnd in an der Goethe-Universität und der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, stattfinden. Weitere Mitglieder des Netzwerks sind die Universitätskliniken beider Städte, das Institut für Molekulare Biologie Mainz, das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), das Ernst Strüngmann Institut sowie die Max-Planck Institute für Hirnforschung und Empirische Ästhetik in Frankfurt.

Die internationale Sichtbarkeit des Neuro-Forschungsverbunds steht auf einer Stufe mit den Forschungsnetzwerken in Berlin und München. Zu den größten, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Verbundprojekten des rmn² gehören die „Molekularen und Zellulären Mechanismen der Neuralen Homöostase“ und “Multiple Sklerose: Von einem neuen Verständnis der Pathogenese zur Therapie“.

In seinem Vortrag wird Wolf Singer, ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Mitbegründer des FIAS und Senior Fellow am Ernst-Strüngmann- Institut für Neurowissenschaften, aufzeigen, dass die Funktionen des Gehirns auf dem Zusammenwirken einer Vielzahl räumlich verteilter Prozesse beruhen, die sich ohne Zutun einer zentralen Instanz koordinieren. Für die Grundlagenwissenschaft ist es eine große Herausforderung, die Prinzipien dieser Eigendynamik zu verstehen.  Nicht zuletzt, weil vermutlich eine Reihe neurologischer und vor allem psychiatrischer Erkrankungen auf Störungen dieser Dynamik beruhen.

Wird ein vertieftes Verständnis der Verarbeitungsprozesse im Gehirn in naher Zukunft die Entwicklung intelligenter, künstlicher Systeme begünstigen? Und wie wird dies den Blick auf uns selbst verändern? Auch diese Fragen werden im Rahmen des Vortrags thematisiert.

Alle Interessierten sind zu Vortrag, Diskussion und kleinem Umtrunk eingeladen.

Informationen: Dr. Gabi Lahner, Koordinatorin des Rhine-Main Neuroscience Network (rmn²), Neuroscience Center, Universitätsklinikum Frankfurt, Tel.: (069) 6301-6021, lahner@em.uni-frankfurt.de.
www.rmn2.de

Veranstaltungen

Jan 27 2015
09:31

Vortrag von Trude Simonsohn, Überlebende des Holocaust, anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz

Die Kinder im KZ Theresienstadt

FRANKFURT. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von sowjetischen Truppen befreit. Auschwitz ist heute ein Synonym für den Holocaust. Trude Simonsohn, Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, spricht anlässlich des Gedenktages über „Die Kinder im KZ Theresienstadt“. Simonsohn betreute selbst als junge Frau jugendliche Mädchen unter den Ausnahmebedingungen des Konzentrationslagers Theresienstadt. Sie überlebte und berichtet seit vielen Jahren in Schulen und Universitäten über ihre Erlebnisse.

Die öffentliche Veranstaltung ist Teil der Vorlesung „Zur Problematik der ‚Klassiker der Pädagogik‘“ von Prof. Benjamin Ortmeyer.

Trude Simonsohn: „Die Kinder im KZ Theresienstadt.“
Mittwoch, 28. Januar, 10.15 Uhr. Hörsaalgebäude,
Raum H V, Campus Bockenheim der Goethe-Universität, Gräfstr.

Veranstaltungen

Jan 26 2015
14:40

Der Altphilologe und Philosoph Heinz Wismann hält Abendvortrag im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Der deutsch-französische Dialog und seine sprachlichen Strukturen

FRANKFURT. Im Deutschen muss man jeden Satz beenden – vor allem wenn das Prädikat zweigeteilt ist. Darüber hat schon Madame de Staël in ihrem Deutschland-Buch „De l’Allemagne“ geklagt: Diese Eigenschaft des Deutschen verhindere das produktive Stimmengewirr französischer Salons. Die sprachlichen Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Französischen und die zugrunde liegenden geistigen Unterschiede thematisiert der Altphilologe und Philosoph Heinz Wismann bei einem Vortrag am Mittwoch, 28. Januar, im Forschungskolleg Humanwissenschaften.

„Gegenstrebige Fügung. Zur sprachlichen Problematik des deutsch-französischen Dialogs“: So lautet der Titel des Abendvortrags, den der Wissenschaftler am Mittwoch, 28. Februar, um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg halten wird. Das Interesse für die verschiedenen Formen sprachlicher Zugänge zur Wirklichkeit und die Konsequenzen, die daraus für den Dialog der Kulturen entstehen, keimte Ende des 18. Jahrhunderts auf. Im Gefolge nationalstaatlicher Entwicklungen gewann es rasch an Bedeutung. Ausgehend von Germaine de Staëls Überlegungen und Humboldts Entwurf einer vergleichenden Sprachwissenschaft, will Wismann das produktive Spannungsverhältnis zwischen den beiden Nachbarsprachen auf lexikalischer, morphologischer und syntaktischer Ebene beschreiben. Das Freilegen der geistigen Strukturen soll dazu dienen, Missverständnisse auszuräumen und zu zeigen, wie sich die beiden Grundeinstellungen gegenseitig ergänzen.

Der Altphilologe und Philosoph Heinz Wismann, Jahrgang 1935, ist Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris. Sein jüngstes Buch „Penser entre les langues“ von 2012 befasst sich mit dem „linguistischen Dazwischen“ des Denkens, eine Figur, die als Modell für die europäischen Kulturen dient und sowohl deren Zusammenhalt als auch die Unterschiede zum Ausdruck bringt. Die Einführung zum Vortrag hält Prof. Pierre Monnet, der das an der Goethe-Universität angesiedelte Institut français d’histoire en Allemagne leitet und zugleich auch Forschungsdirektor an der École des Hautes Ètudes en Sciences Sociales ist.

Die Vortrag in der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d‘Europe statt, die gemeinsam vom Forschungskolleg und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Institut français d’histoire en Allemagne veranstaltet wird. Im vorigen Jahr konnte der französische Wirtschaftswissenschaftler Prof. Thomas Piketty („Das Kapital im 21. Jahrhundert“) für einen Abend gewonnen werden. Weitere Vorträge werden in diesem Jahr unter anderem Prof. Dr. Udo di Fabio, Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Lucia Puttrich halten.

„Gegenstrebige Fügung. Zur sprachlichen Problematik des deutsch-französischen Dialogs“. Abendvortrag im Rahmen der Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d’Europe“. Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe.

Anmeldung: per Fax unter der Nummer 06172/13977-39 oder per E-Mail an info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Information: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de, bei Prof. Dr. Pierre Monnet, Telefon 069/798-31901, E-Mail: monnet@ehess.fr oder bei Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität, Telefon: 069/798-32779; -32776, E-Mail: Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 23 2015
11:54

Am 27. Januar spielt das Trio Chagall Werke von Dmitri Schostakowitsch und Mieczyslaw Weinberg

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

FRANKFURT. Der Verein Musica Judaica lädt gemeinsam mit der Goethe-Universität am Dienstag, 27. Januar 2015, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, zu einem Gedenkkonzert ein. Das Trio Chagall mit Marat Dickermann (Violine), Stephan Breit (Violoncello), Monica Gutman (Klavier) wird an dem Abend das Klaviertrio e-Moll op. 67 (1944) von Dmitri Schostakowitsch sowie das Klaviertrio a-Moll op. 24 (1945) von Mieczyslaw Weinberg spielen. Ebenso wie der Verein Musica Judaica engagiert sich das Frankfurter Ensemble durch Konzerte und Einspielungen dafür, Werke jüdischer Komponisten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Dmitri Schostakowitsch (1906–1975), einer der bedeutendsten Komponisten Russlands im  20. Jahrhundert, integrierte Themen und Elemente jüdischer Musik in seine Werke. So auch in seinem Klaviertrio op. 67 aus dem Jahr 1944. Mit diesem kompositorischen Schaffen, zeigte Schostakowitsch sich solidarisch gegenüber zahlreichen Kollegen und Freunden, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden. Im Spätsommer 1942 wurden mehrere jüdische Dozenten des Moskauer Konservatoriums entlassen. Das zweite an diesem Abend gespielte Klaviertrio op. 24, wurde 1945 von Mieczys?aw Weinberg (1919–1996) komponiert. Der aus einer jüdisch-polnischen Familie stammende Komponist war auf der Flucht vor den Nationalsozialisten 1943 in die Sowjetunion gelangt. Auf Einladung Schostakowitschs kam Weinberg nach Moskau – eine Künstlerfreundschaft entstand. Die beiden in dem Konzert gespielten Klaviertrios von Schostakowitsch und Weinberg zeigen trotz ihrer starken Individualität sowohl in der kompositorischen Anlage als auch durch außermusikalische Bezüge deutliche Parallelen. 

Zur Erläuterung des Programms gibt Prof. Dr. Daniela Philippi, Vorstand des Vereins Musica Judaica e.V., einen kurzen Einführungsvortrag.

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, Beginn: 19.30 Uhr, Lobby der Zentralverwaltung PA Gebäude, Campus Westend.

Eintritt 15 Euro, für Mitglieder 10 Euro, für Studierende und Schüler frei.

Kontakt: Prof. Daniela Philippi, Institut für Musikwissenschaft, Tel. (069) 798-22161, philippi@em.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jan 23 2015
11:33

Medien-Einladung: Universitätspräsidentin Birgitta Wolff überreicht am 27. Januar den DAAD-Preis 2014 an besten ausländischen Studierenden der Goethe-Universität.

Neujahrsempfang für internationale Wissenschaftler

FRANKFURT. Im Rahmen des Neujahrsempfangs des International Office und des Goethe Welcome Centre wird Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender verleihen. Im Anschluss daran wird Wolff die internationalen Wissenschaftler an der Goethe-Universität begrüßen.

Ablauf der Feier am 27. Januar

16.30-18.00 Uhr: Begrüßung der DAAD-Stipendiatinnen und –Stipendiaten seitens der Goethe-Universität und des DAAD 18.00 Uhr: Verleihung des DAAD-Preises 2014 19.00 Uhr: Neujahrsempfang 2015 für die internationalen Wissenschaftler an der Goethe-Universität; Rede von Universitätspräsidentin Birgitta Wolff Ab 19.30 Uhr: Eröffnung des Büffets, geselliges Beisammensein.
Ort: Gästehaus der Goethe-Universität, Frauenlobstr. 1.

Die Verleihung des DAAD-Preises 2014 und der Neujahrsempfang bieten Medienvertretern Gelegenheit, mit den internationalen Studierenden und Wissenschaftlern an der Goethe-Universität ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen: Florian von Bothmer, International Office, Director Goethe Welcome Centre, Goethe-Universität Frankfurt. Tel.:(069)-798-17192; vonBothmer@em.uni-frankfurt.de

 

Veranstaltungen

Jan 22 2015
09:06

Premiere von „Natural Affection“ ist am 30. Januar auf dem Campus Westend

Chaincourt Theatre Company präsentiert Mutter-Sohn-Drama

FRANKFURT. Eine Mutter, hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und einer neuen Beziehung: Wie wird sie sich entscheiden, kann sie sich überhaupt entscheiden? Die Chaincourt Theatre Company, angesiedelt am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität, präsentiert ihr neuestes Stück Natural Affection“ von William Inge. Am 30. Januar ist Premiere des englischsprachigen Stücks.

In Sues Leben läuft nur wenig falsch: Sie hat einen guten Job in Chicago und lebt zusammen mit ihrem jüngeren Liebhaber Bernie in einem eigenen Apartment. Diese Ruhe droht jedoch zu kippen, als ihr Sohn Donnie über Weihnachten zu Besuch kommt. Er hat den größten Teil seines Lebens im Waisenhaus verbracht und lebt seit mehreren Jahren in einer Besserungsanstalt, die er nun wegen guter Führung verlassen dürfte – wenn Sue ihn bei sich aufnimmt. Doch es kommt zu Spannungen zwischen Donnie und Bernie, und auch die Besuche von Claire und Vince, dem Ehepaar gegenüber, stellen die Beziehungen von Sue zu den beiden Männern auf die Probe. Am Ende muss sie sich entscheiden – will sie ihrer Liebe und Verpflichtung ihrem Sohn gegenüber nachkommen, oder will sie ihr Leben mit Bernie, trotz aufgekommener Unstimmigkeiten, wie bisher weiterführen?

Die Premiere von „Natural Affection“ 1962 fiel in die Zeit des Kritikerstreiks in New York – obwohl William Inge ein machtvolles, tragendes Drama geschaffen hatte, entging es der Aufmerksamkeit des Publikums. Jetzt präsentiert die Chaincourt Theatre Company „Natural Affection“ neu – aber immer noch so aktuell, wie vor über fünfzig Jahren.

Chaincourt Theatre Company: “Natural Affection“

Premiere: 30. Januar 2015; weitere Aufführungen: 31. Januar, 6. Februar u. 7. Februar 2015.
Vorstellungsbeginn: jeweils um 19.30 Uhr.

Ort:  IG-Farben-Nebengebäude, Raum 1.741, Campus Westend
Karten: 10 €/5 € (ermäßigt), erhältlich an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn oder in „Zimmer 17“ (Raum 3.257, IG-Farben-Haus, Tel. 793 32550); Montag 12-16; Dienstag 10-14; Mittwoch 14-16; Donnerstag 10-14.

Kontakt:  James Fisk, Künstlerische Leitung (fisk@em.uni-frankfurt.de)

Weitere Informationen unter www.chaincourt.org

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Jan 21 2015
16:55

Komponist spricht am 27. Januar auf dem Campus Westend.

Wolfgang Rihm eröffnet Frankfurter Poetikvorlesungen

FRANKFURT. Den Auftakt der Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2014/15 bestreitet der renommierte Komponist und Professor für Komposition Wolfgang Rihm. Sein Vortrag am 27. Januar trägt den Titel „Über das Erfinden von Musik“. Die Poetikvorlesungen stehen in diesem Semester unter dem Motto „Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“. Ausgelotet werden Bezüge zwischen musikalischen, filmischen und literarischen Kompositionen. Den zweiten Vortrag am 3. Februar wird der Film- und Fernsehregisseur Dominik Graf halten.

Wolfgang Rihm hat in Karlsruhe, Köln und Freiburg bei Eugen Werner Velte, Karlheinz Stockhausen, Klaus Huber, Wolfgang Fortner und Humphrey Searle Komposition studiert. Seit 1985 hat er an der Musikhochschule Karlsruhe eine Professur für Komposition inne. Rihm erhielt unter anderem den Rolf Liebermann-Preis, das Bundesverdienstkreuz, den Jacob Burckhardt-Preis der Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung, den Bach-Preis der Stadt Hamburg sowie den Ernst von Siemens Musikpreis. Er ist ferner Mitglied der Akademien der Künste München, Berlin und Mannheim.

„Wolfgang Rihms Musik ist im aktuellen Konzertleben in einem Maße präsent wie wohl keine andere der Komponistenkollegen seiner Generation. Dies mag sich zum einen seinem enormen Œuvre verdanken, das mittlerweile um die 500 Werke unterschiedlichster Gattungen und Besetzungen umfasst, von Solowerken für verschiedene Instrumente über Lieder-Zyklen, Kammer- und Ensemblemusik bis hin zu zahlreichen Orchester- und einer ganzen Reihe von Bühnenwerken, die Interpreten und Veranstaltern viele Möglichkeiten für die Programmgestaltung bieten und zudem auch noch sehr gut spielbar sind“, sagt Prof. Marion Saxer, Musikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität, im aktuellen UniReport über Rihm.

„Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“.
Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2014/15.
27. Januar: Wolfgang Rihm. 18 Uhr c.t. im Hörsaalzentrum (HZ 1&2), Campus Westend der Goethe-Universität.

Am 3. Februar wird der Regisseur und Drehbuchautor Dominik Graf den zweiten Vortrag im Rahmen der Frankfurter Poetikvorlesungen halten. Er spricht dann über den „Erzähler im Kino: Antagonismus von Kommentar und Kamera?“.

Porträts von Wolfgang Rihm und Dominik Graf im aktuellen UniReport unter http://www.uni-frankfurt.de/53303289 (S. 19).

Weitere Informationen unter: www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 21 2015
14:46

Am 26. Januar diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität über Flüchtlingselend und Fachkräftemangel

Welche Einwanderungspolitik braucht Deutschland?

FRANKFURT. Die Flüchtlingsströme über das Mittelmeer nach Europa reißen nicht ab. Viele der Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung und Armut. Doch nicht alle schaffen den Weg nach Europa. „Dass es nicht gelingt, die Seenotrettung so zu organisieren, dass die Menschen nicht zu hunderten im Meer ersaufen, ist ein Verstoß gegen die Menschlichkeit, den sich Europa nicht leisten sollte“, äußert sich Tom Koenigs. Koenigs ist neben anderen prominenten Experten Teilnehmer des Podiums der nächsten Bürger-Universität zum Thema Flüchtlingspolitik. Der menschenrechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen fordert darüber hinaus die Aufnahme von mehr Flüchtlingen in Deutschland. Aus seiner Sicht bereichern sie unser Land. Auch im aktuellen UniReport 6.14 (S. 24, http://www.uni-frankfurt.de/53303289) äußert sich Koenigs in einem Gastbeitrag dazu.

Diejenigen, die es nach Europa geschafft haben, dürften laut Dubliner Abkommen jedoch nur in jenem Land Asyl beantragen, wo sie als erstes europäischen Boden betreten haben. Pater Peter Balleis, ebenfalls mit auf dem Podium der Bürger-Universität,  plädiert daher dafür, dass sich Asylbewerber frei für ein Land entscheiden können: „Die Flüchtlinge wissen sehr wohl, wo sie eine bessere Chance haben, sich zu integrieren, wo sie vielleicht schon Bekannte und Verwandte haben“, sagt der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Asylbewerber immer weiter angestiegen. Knapp über 200.000 Asylanträge wurden 2014 in Deutschland gestellt. Im Jahr zuvor waren es noch rund 73.000 weniger. Die meisten der Bewerber kamen aus Syrien.

Das Flüchtlingselend beschäftigt am Montag, den 26. Januar 2015, 19.30 Uhr, auch die Experten und die interessierte Öffentlichkeit anlässlich der Bürger-Universität: „Welche Einwanderungspolitik braucht Deutschland? Flüchtlingselend und Fachkräftemangel“, lautet der Titel. Auf dem Podium diskutieren neben Grünen-Politiker Tom Koenigs und Pater Peter Balleis auch der Migrationsforscher Prof. em. Dietrich Thränhardt sowie der Integrationsbeauftrage der Bayerischen Staatsregierung Martin Neumeyer über zentrale Fragen der Einwanderungspolitik in Deutschland: Ist es aus humanitären Gründen nicht geboten, so viel zu helfen, wie wir können? Und was kann in den Herkunftsländern getan werden, um die Fluchtgründe zu beseitigen? Wie könnte eine Einwanderungspolitik aussehen, die sowohl dem Gebot der Menschlichkeit nachkommt als auch den Bedürfnissen der Wirtschaft nach dringend benötigten Fachkräften?

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität nimmt sich im Wintersemester 2014/15 unter dem Titel „Alles nur Schwarzmalerei?“ der kaum noch überschaubaren Krisenanhäufungen der Gegenwart an. An insgesamt sechs Abenden werden exemplarisch sechs Krisen und Konflikte analysiert, die uns in den kommenden Jahren sicherlich weiter beschäftigen werden.

Wie immer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben den eigens konzipierten Diskussionsabenden auch zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen den Bürgerinnen und Bürger Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets größtenteils kostenfrei offen.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de anfordern.

Frankfurter Bürger-Universität: „Welche Einwanderungspolitik braucht Deutschland? Flüchtlingselend und Fachkräftemangel“, Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Str. 23, 60311 Frankfurt am Main, Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt frei

Veranstaltungen

Jan 21 2015
14:04

Über den Dialog zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten – Ein Vortrag von Prof. Stefan Wild über neue Wege der Koranforschung und -übersetzung

Viele Wege zum Text des Koran?

FRANKFURT. „Viele Wege zum Text? Gespräch zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten“ – mit diesem Thema beschäftigt sich der renommierte Orientalist Stefan Wild, bis zu seiner Emeritierung 2002 Professor für Semitische Sprachen und Islamwissenschaften an der Universität Bonn, am 26. Januar in seinem Vortrag. Die Vorlesung, die um 18 Uhr im Casino (Renate von Metzler-Saal) auf dem Campus Westend beginnt, gehört zu der Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“. Sie wird im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG im Wintersemester vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität veranstaltet und wendet sich insbesondere an die Bürger im Rhein-Main-Gebiet.

Die Begriffe „Osten“ und „Westen“, die sich im Titel dieser Ringvorlesung finden, haben viel von ihrer Selbstverständlichkeit verloren. Ein seit Langem am Berliner Wissenschaftskolleg angesiedeltes Projekt heißt: „Europe in the Middle East. The Middle East in Europe“. „Das weist darauf hin, dass die Gegensätzlichkeit zwischen Osten und Westen, Naher Osten und Europa, muslimischer Kultur und westlicher Kultur im dritten Jahrtausend in vielem überholt ist“, so Wild und ergänzt: „Der Koran nimmt heute etwa im Vergleich mit dem frühen 20. Jahrhundert religiös und kulturell eine vollkommen neue Rolle ein.“ Sein Vortrag beschäftigt sich einerseits mit neuen Wegen der Koranforschung und der Koranübersetzung, darüber hinaus aber auch mit dem wissenschaftlichen und religiösen Dialog zwischen Religion und Religionswissenschaft. Außerdem geht es um die Frage: Gibt es einen Punkt, an dem der Dialog aufhört?

Stefan Wild, geb. 1937 in Leipzig, war nach seiner Zeit als Assistent am Orientalischen Seminar der Universität Heidelberg von 1968 bis 1973 Direktor des Orient-Instituts der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut/Libanon, dann von 1974 bis 1977 Professor an der Universität Amsterdam und von 1977 bis zu seiner Emeritierung 2002 Professor für Semitische Sprachen und Islamwissenschaft an der Universität Bonn. Zu seinen Publikationen zählen Bücher und Aufsätze zur Semitistik, altarabischen Philologie, Koranwissenschaft, islamisch-arabischen Geistesgeschichte und modernen arabischen Literatur. Von 1981 bis 2009 war er Herausgeber bzw. Mitherausgeber der Zeitschrift Die Welt des Islams. International Journal for the Study of Modern Islam (Leiden).

Weitere Veranstaltung in der Reihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“:

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 20 2015
15:19

Studierende der Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Sonderpädagogik treffen Unternehmen und Institutionen. 23. Januar, Campus Westend.

Job-Messe für Pädagogen

FRANKFURT. Zum dritten Mal findet an der Goethe-Universität die Job-Messe „Der pädagogischen Praxis auf der Spur“ statt. Hier können Studierende und Absolventinnen und Absolventen pädagogischer Disziplinen mit Arbeitgebern aus dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus in Kontakt treten. Die ausstellenden Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen haben wiederum die Chance, sich zu präsentieren und zukünftige neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen zu lernen. Parallel gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops aus der Praxis. Hier gibt es vielfältige Informationen zu Berufsmöglichkeiten und Jobperspektiven von Pädagogen.

Höhepunkt der Job-Messe 2015 ist die Verleihung des „Hessischen Preises für gute pädagogische Praxis“. Prämiert wird der beste Praktikumsbetrieb, der von Studierenden der Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Gießen ausgewählt wurde.ocUni Veranstalter der Job-Messe sind der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität und das Paritätische Bildungswerk Hessen in Kooperation mit dem Career Service der Goethe-Universität.

DIE Job-Messe für angehende Pädagoginnen und Pädagogen der Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Sonderpädagogik.
Freitag, den 23.01.15 von 10.00-16.00 Uhr im PEG-Gebäude am Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Weitere Informationen unter: www.jobmessen.uni-frankfurt.de

 

Forschung

Jan 20 2015
12:30

Elementarer Vorgang des Energiestoffwechsels aufgeklärt/ Publikation in Science

Größter Proteinkomplex der Atmungskette entschlüsselt

FRANKFURT. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie produzieren ATP, die Energie-Währung des Körpers. Der Antrieb für diesen Prozess ist ein elektrochemisches Membranpotential, das von einer Reihe von Protonenpumpen erzeugt wird. Diese komplexen makromolekularen Maschinen werden zusammen als Atmungskette bezeichnet. Die Struktur des größten Proteins der Atmungskette, des mitochondrialen Komplex I, haben Wissenschaftler des Frankfurter Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg jetzt mithilfe der Röntgenstrukturanalyse aufgeklärt. Sie berichten darüber in der angesehenen Fachzeitschrift Science.

„Der mitochondriale Komplex I spielt bei der Gewinnung von zellulärer Energie eine Schlüsselrolle und wird darüber hinaus mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson in Verbindung gebracht“, erklärt Volker Zickermann, Privat-Dozent im Institut für Biochemie II der Goethe-Universität. Für das Funktionieren der Atmungskette müssen in allen Zellen unseres Körpers permanent ausreichende Mengen an Sauerstoff zur Verfügung stehen. Die bei der biologischen Oxidation freigesetzte Energie wird dazu verwendet, Protonen von einer Seite der inneren Mitochondrien-Membran auf die andere Seite zu transportieren. Der entstehende Protonengradient ist die eigentliche „Batterie“ für die ATP-Synthese.

Was die Forscher überraschte: Vorangegangene Studien legten nahe, dass Redoxreaktion und Protonentransport im Komplex I räumlich voneinander getrennt ablaufen. Die Frankfurter Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Zickermann sowie die Arbeitsgruppen von Prof. Harald Schwalbe und Prof. Ulrich Brandt konnten nun aus der detaillierten Analyse der Struktur ableiten, wie die beiden Prozesse miteinander in Verbindung stehen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis eines elementaren Vorgangs im Energiestoffwechsel.

Schon länger ist bekannt, dass Komplex I reversibel zwischen einer aktiven und einer inaktiven Form hin und her wechseln kann. Dies wird als ein Schutzmechanismus gegen die Bildung von schädlichen Sauerstoffradikalen interpretiert. Die Struktur gibt nun deutliche Hinweise darauf, wie sich diese beiden Formen voneinander unterscheiden und ineinander überführt werden können. „Die Forschungsergebnisse geben damit auch wichtige Hinweise zu den molekularen Grundlagen einer pathophysiologisch bedeutsamen Eigenschaft von Komplex I, die etwa für das Ausmaß einer Gewebeschädigung nach einem Herzinfarkt von Bedeutung ist“, erläutert Zickermann.

Ein Bild kann bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden (hardy@pvw.uni-frankfurt.de)

Publikation:

Zickermann V, Wirth C, Nasiri H, Siegmund K, Schwalbe H, Hunte C, Brandt U (2015) Mechanistic insight from the crystal structure of mitochondrial complex I. Science 347:44-49. DOI 10.1126/science.1259859.

Informationen: Privatdozent  Dr. Volker Zickermann, Institut für Biochemie II, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29575, Zickermann@med.uni-frankfurt.de.

 

Veranstaltungen

Jan 15 2015
17:08

Zum Abschluss präsentiert das ABC4Trust-Projekt seine Ergebnisse in der Hessischen Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel

Datenschutz und Vertrauenswürdigkeit: Beides gleichzeitig kann im Internet gewährleistet werden

FRANKFURT/BRÜSSEL. Eines der anerkanntesten EU-Projekte der Goethe-Universität präsentiert seine Ergebnisse am Dienstag (20.1.) in der Hessischen Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel: „ABC4Trust“, so das Kürzel des internationalen Projektes, dessen Sprecher der Frankfurter Prof. Kai Rannenberg ist, hat Lösungswege entwickelt, die die Vertrauenswürdigkeit persönlicher Daten im Netz deutlich erhöhen werden und gleichzeitig die Privatsphäre optimal schützen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse werden am Dienstag neben der neuen Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, u.a. auch Günther Oettinger, Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft sowie Jan Albrecht, Mitglied des Europäischen Parlaments, Grüne/EFA-Fraktion, und Berichterstatter zur Europäischen Datenschutzgrundverordnung, teilnehmen.

Die ersten drei Buchstaben von ABC4Trust stehen für „Attribute-based Credentials“. Den Anbieter im Internet sollen nur die jeweils relevanten Eigenschaften (Attribute) des Nutzers zur Verfügung gestellt werden, diese sollen aber versehen sein mit einer Art Beglaubigungsurkunde (Credential) von jemandem, dem der Anbieter vertraut. Ein Beispiel:  Kauft jemand im Netz ein Buch, muss der Onlinehändler nichts über sein Geburtsdatum, seine Blutgruppe oder die mit Freunden  gemeinsamen Hobbies wissen. Diese Informationen können zwar in anderen Internetzusammenhängen wichtig sein, wie etwa im Kontakt mit der Krankenversicherung oder im Chat mit den Freunden. Für den Onlinehändler ist aber vor allem wichtig, dass die Kontodaten des Nutzers stimmen. Das kann der Nutzer zum Beispiel mit ihrer Bank- oder Kreditkarte belegen.

Der Nutzer kann seine „Beglaubigungsurkunden“, seine „Credentials“, in einer Art Brieftasche speichern, aus der er seine jeweils wichtigen Attribute vorzeigen kann. Das ist für den Nutzer deutlich besser als die gegenwärtige Situation im Internet, bei der Identitätsinformationen immer wieder an der Quelle, dem sogenannten „Identitätsprovider“, abgefragt werden. Dazu Rannenberg, der seit 2002 die Stiftungsprofessur der Deutsche Telekom für „Mobile Business & Multilateral Security“ inne hat: „ABC4Trust hat seit 2009 ein auf Privacy-ABCs basierendes System für elektronische Identifikation entwickelt, das Nutzenden erlaubt, ihre Privatheit zu schützen und zugleich Sicherheit für ihren Gegenüber – die Serviceanbieter – bietet. Wir haben das System erfolgreich in zwei Pilotanwendungen getestet; einer Kommunikationsplattform in einer Schule in Schweden und einem anonymen Kursevaluierungssystem an der Universität Patras.“

Insgesamt haben ca. 50 Wissenschaftler an den verschiedenen Teilprojekten mitgewirkt; mit knapp 9 Millionen Euro seit 2010 förderte die EU das ABC4Trust-Projekt aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm. Zu dem internationalen Projektkonsortium gehören neben der Goethe-Universität, der Technischen Universität Darmstadt sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Dänemark und Schweden Unternehmen wie IBM, Microsoft und Nokia Networks, außerdem ein Verschlüsselungsspezialist aus Frankreich.

Auf der Brüsseler Abschlussveranstaltung werden verschiedene Pilotanwendungen vorgestellt.  Dabei geht es auch darum, wie die zwei fortgeschrittene Technologien zum Identitätsmanagement über „Attribute-based Credentials“ (beide von amerikanischen Anbietern: U-Prove von Microsoft und Idemix von IBM) sinnvoll miteinander verbunden werden können. Das ABC4Trust-Projekt ist nun über diese beiden Technologen gebaut worden, damit die Nutzer nicht von dem einen oder anderen Managementsystem abhängig sind, sondern auswählen können. Auch ABC4Trust soll, das ist eine forschungspolitische Bedingung der EU, eine offen zugängliche Technologie sein. Das Projektteam musste also alle Player zusammenbringen. »Das war nicht immer so einfach, aber es ist uns gelungen!“ – freut sich der Frankfurter IT-Experte.

Er wird mit seinen internationalen Mitstreitern am Dienstag auch einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Identitätsmanagement gegeben. Dazu gehört die Nutzung dieser Privacy-ABCs auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets, um auch dort die Privatheit der Nutzer besser schützen. Zu den Gästen in der hessischen Landesvertretung zählen bei dieser Veranstaltung auch: Michael Garcia (Stellvertretender Direktor der „Nationalen Strategie für vertrauenswürdige Identitäten im virtuellen Raum“ des nationalen Instituts für Standardisierung und Technologie, beim U.S. Wirtschaftsministerium – „NIST“) und Achim Klabunde (Leiter des Sektors IT-Policy bei dem Europäischen Datenschutzbeauftragten).

Teilnahme an der Abschlussveranstaltung (20. Januar, 9.30 Uhr – 18.00 Uhr) ist für Interessierte und Journalisten noch möglich, Anmeldung unter: https://abc4trust.eu/index.php/events/177-summit-announce

Informationen: Prof. Dr. Kai Rannenberg, Stiftungsprofessur der Deutsche Telekom für „Mobile Business & Multilateral Security“, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel. 069-79834701, Kai.Rannenberg@m-chair.de, contact@abc4trust.eu; https://www.datenschutzzentrum.de/projekte/abc4trust/, englischsprachige Projektwebsite https://abc4trust.eu/summit

Veranstaltungen

Jan 15 2015
17:03

Am 19. Januar diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität über die medizinische Versorgung in Deutschland

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

FRANKFURT. Nach „Heillose Medizin“ und „Die Krankheitserfinder“ ist „Die Psychofalle: Wie die Seelenindustrie uns zu Patienten macht“ sein neuestes Buch. Jörg Blech enthüllt darin, wie Ärzte, Psychologen und Pharmakonzerne aus gesunden Menschen psychisch gestörte Patienten machen. Der Bestsellerautor und Medizinjournalist beim Spiegel stellt fest: „Die Abschaffung des Normalen ist Trend. Mit seelischen Störungen wird viel Geld verdient.“ Als Beispiel für eine aus kommerziellen Gründen erdachte Krankheit nennt Blech das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Mit den Medikamenten gegen ADHS verdient nicht nur die Pharmaindustrie viel Geld.

Kritisch sehen nicht wenige Gesundheitsexperten auch die Rolle privater Krankenversicherungen. Laut MLP-Gesundheitsreport befürchten 80 Prozent der Bürger eine Zwei-Klassen-Medizin. Viele fragen sich: Was passiert, wenn ich richtig krank werde? Wie gut werde ich dann versorgt und wer bezahlt die teuren Medikamente für meine Behandlung? Und gibt es in Zukunft überhaupt noch genügend Ärzte, die alle Patienten versorgen können?

Über diese und weitere Fragen können Frankfurts Bürger am Montag, den 19. Januar, 19.30 Uhr, im Rahmen der vierten Veranstaltung der Bürger-Universität mit dem Titel „Wie krank ist unser Gesundheitssystem? Die Medizin hat den Menschen vergessen“ mit Blech und weiteren Experten der Gesundheitsbranche diskutieren:

Prof. Matthias Schrappe, Internist und Versorgungsforscher

Prof. Klaus Stegmüller, Politikwissenschaftler und Hochschullehrer am Fachbereich Pflege und Gesundheit, Fachhochschule Fulda.

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität nimmt sich im Wintersemester 2014/15 unter dem Titel „Alles nur Schwarzmalerei?“ der kaum noch überschaubaren Krisenanhäufungen an. An insgesamt sechs Abenden werden exemplarisch sechs Krisen und Konflikte analysiert, die uns in den kommenden Jahren sicherlich weiter beschäftigen werden.

Wie immer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben den eigens konzipierten Diskussionsabenden auch zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen für die Bürgerinnen und Bürger Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets offen.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de anfordern.

Frankfurter Bürgeruniversität: „Wie krank ist unser Gesundheitssystem? Die Medizin hat den Menschen vergessen“, Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Str. 23, 60311 Frankfurt am Main, Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt frei

Forschung

Jan 14 2015
11:13

Kommunikation von Bakterien als Angriffspunkt für Medikamente

Neue Bakterien-Sprache entdeckt

FRANKFURT. Bakterien kommunizieren mittels chemischer Signale und können durch diese „Absprache“ gemeinsame Eigenschaften ausbilden und so auch ihre potenziell krankmachende Wirkung entfalten. Wissenschaftler um Dr. Helge B. Bode, Merck Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie an der Goethe-Universität Frankfurt, und Dr. Ralf Heermann, Privatdozent am Lehrstuhl für Mikrobiologie der Ludwig-Maximilian-Universität München haben nun einen bislang unbekannten Kommunikationsweg beschrieben, der weit verbreitet zu sein scheint. Darüber berichten sie aktuell in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science.

Die Erforschung der bakteriellen Kommunikation ist auch von medizinischem Interesse. Denn die Kommunikationswege von Bakterien sind ein möglicher Angriffspunkt für neue Medikamente. Wird die entsprechende Kommunikationsmöglichkeit unterbunden, so können die Bakterien krankmachende Eigenschaften gar nicht erst ausbilden. „Wenn Krankheitserreger nicht mehr wie bisher durch Antibiotika abgetötet, sondern im Vorfeld an der Bildung krankmachender Eigenschaften gehindert werden könnten, würde das die Gefahr von Resistenzbildungen erheblich mindern“, sagt Bode.

Verschiedene Bakterien haben auch verschiedene Arten zu kommunizieren. Das Team um Heermann und Bode hat bereits 2013 erstmals einen bis dahin unbekannten Kommunikationsweg bei Bakterien entdeckt. Nun ist es ihnen gelungen, eine neue und weit verbreitete chemische Art der bakteriellen Kommunikation zu entschlüsseln.

Bislang am besten ist die Kommunikation zwischen Bakterien über die N-Acylhomoserinlaktone (AHL) erforscht: Das Enzym LuxI produziert Signale, die von dem LuxR-Rezeptor erkannt werden, woraufhin die Bakterien bestimmte Eigenschaften ausbilden und ihr Verhalten aufeinander abstimmen. Da dafür eine bestimmte Anzahl an Bakterien vorhanden sein muss, heißt dieser Vorgang „Quorum sensing“.

Die Arbeitsgruppen von Heermann und Bode untersuchen jedoch Bakterien, die zwar einen LuxR-Rezeptor haben, aber nicht das Enzym LuxI. In der aktuellen Studie haben die Mikrobiologen das Bakterium Photorhabdus asymbiotica untersucht, einen für Insekten tödlichen Krankheitserreger, der auch Menschen befallen und Hautinfektionen verursachen kann. Diese Bakterien kommunizieren über das Signalmolekül Dialkylresorcinol, welches der zugehörige LuxR-Rezeptor erkennt. „Bei diesem „Quorum sensing“-System ist der Einfluss auf die krankmachenden Eigenschaften der Bakterien äußerst stark. P. asymbiotica benötigt Dialkylresorcinol und koordiniert damit die Kommunikation mit den Artgenossen für die erfolgreiche Infektion der Larve“, sagt Helge Bode, dessen Gruppe 2013 auch die Bildung dieser neuen Signalmoleküle beschrieb.

Die Forscher haben nicht nur P. asymbiotica, sondern eine Reihe weiterer Bakteriengenome untersucht. Der neu entdeckte Signalweg scheint weit verbreitet zu sein. „Wir konnten viele weitere humanpathogene Bakterien identifizieren, die ebenfalls kein LuxI aufweisen und auch die Fähigkeit zur Bildung dieses Signals besitzen“, sagt Heermann.

Publikation:

Sophie Brameyer, Darko Kresovic, Helge B. Bode and Ralf Heermann:

Dialkylresorcinols as bacterial signaling molecules

In: PNAS 112 (2), 572-577.

DOI: 10.1073/pnas.1417685112

www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1417685112

Informationen: Prof. Helge Bode, Merck Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie, Fachbereich Biowissenschaften & Buchmann Institute for Molecular Life Sciences, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29557, H.Bode@bio.uni-frankfurt.de.

Bild zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/53683200

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Bildunterschrift:
Die Insektenlarven wurden mit P. asymbiotica infiziert. Da die Bakterien biolumineszent sind, leuchten die Larven im Dunkeln. Die Pathogenität von humanpathogenen Keimen wird häufig im Insektenmodell untersucht. (Abbildung: Ralf Heermann, LMU).

Forschung

Jan 14 2015
11:11

Biologin und Mathematikerin nehmen Klebstoff für Zellen unter die Lupe

Wie halten Zellen im Gewebe zusammen?

FRANKFURT. Zellen werden in vielen Geweben durch Proteine der Cadherin-Familie zusammen gehalten. Ein weit verbreiteter Vertreter ist N-cadherin, das im Gehirn Nervenzellen verknüpft und damit eine wesentliche Rolle beim Lernen spielt. Allerdings tritt das Protein auch bei Tumorerkrankungen auf. Hier ist es dafür verantwortlich, dass das Gewebe nicht mehr zusammen hält, so dass es zur Metastasenbildung kommt. Eine Biologin und eine Mathematikerin haben den Prozess der Zell-Verknüpfung erstmals in einer dreidimensionalen Zellkultur nachgebildet und ihre Ergebnisse mithilfe eines mathematischen Modells bestätigt.

„Wenn man bedenkt, wie grundlegend Zell-Zell Kontakte sind und wie vielfältig das Auftreten von N-cadherin im Körper ist, wird deutlich, wie wichtig unsere Ergebnisse für die Grundlagenforschung in Zell- und Entwicklungsbiologie sind“, sagt Postdoktorandin Dr. Sabine Fischer vom Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften an der Goethe-Universität. Darüber hinaus hofft die Forscherin, ihren Kollegen in der Krebsforschung einen wichtigen Input für die Therapieentwicklung zu liefern.

Das Protein N-cadherin wirkt wie ein Klebstoff zwischen benachbarten Zellen. Es sammelt sich in den Membranen an und bildet einerseits Kontakte zu Proteinen in derselben Zelle (cis-Verbindungen) und andererseits mit Proteinen der Nachbarzelle (trans-Verbindungen). Dieses klar strukturierte Netzwerk von Cadherin-Verbindungen wurde bisher nur anhand von Kristallstrukturen der Proteine untersucht. „Es ist nicht klar, wie diese Verbindungen sich auf das Verhalten von lebenden Zellen auswirken“, erklärt die Biologin Dr. Sakshi Garg vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung.

Die Nachwuchsforscherinnen untersuchten die Wirkung des zellulären Klebstoffs, indem sie Zellkulturen aus den Darmzellen von Mäusen als drei-dimensionale, kugelförmige Zellaggregate kultivierten und den zeitlichen Verlauf des Wachstums mit dem Mikroskop beobachteten. Dieser Ansatz spiegelt die Strukturen im Körper deutlich besser wieder, als standardmäßige zwei-dimensionale Zellkulturen. Die im Labor gewachsenen Sphäroide treten in ähnlicher Form im lebenden Organismus bei der Metastasenbildung und auch bei der Knochenentwicklung auf. Im Experiment verglichen die Forscherinnen Darmzellen, die von Natur aus keine N-Cadherine exprimieren, mit Zellkulturen mit Wildtyp N-cadherin sowie mit Zellkulturen von Mutanten, die entweder nur cis- oder trans-Verbindungen herstellten.

Wie die Forscherinnen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Interface berichten, haben die verschiedenen Arten von N-cadherin Verbindungen klar trennbare Einflüsse auf Zell-Zell Kontakte und damit auf die Haltbarkeit eines Gewebes. Die Effekte von Mutationen verschiedener N-cadherin Bindungsstellen reichen von einer bloßen Verlangsamung der Kontaktformation bis zu deutlicher Beeinträchtigung der Gewebestabilität. Trans-Verbindungen bildeten sich zur Überraschung der Forscherinnen auch, wenn die N-cadherin cis-Verbindungen fehlen. Allerdings sind die innerzellulären cis-Verbindungen essentiell für die Stabilität von Zell-Zell Kontakten.

Um die fundamentalen Prozesse der Sphäroidformierung und damit der Zell-Zell Kontakte und der N-Cadherin Interaktionen zu verstehen, ergänzte die Mathematikerin Sabine Fischer die experimentellen Ergebnisse durch eine mathematische Modellierung. „Mit unserem mathematischen Modell konnten wir alle unsere 20 experimentellen Konditionen fitten. Dies zeigt die enorme Stärke des Modells“, berichtet Fischer. Die Forscherinnen verglichen ihr mathematisches Modell nicht nur, wie allgemein üblich, mit den experimentellen Daten, sondern konnten damit auch Vorhersagen treffen, die zu weiteren Experimenten führten. „Wir haben den Zyklus von Experimenten und mathematischer Modellierung also mehrfach durchlaufen, um neue Erkenntnisse über N-cadherin Interaktionen in einem drei-dimensionalen Gewebe-ähnlichen Kontext zu erlangen“, so die Mathematikerin.

Publikation: S. Garg, S. C. Fischer, E. M. Schuman, E. H. K. Stelzer: Lateral assembly of N-cadherin drives tissue integrity by stabilising adherens junctions, in: J. R. Soc. Interface 20141055 (http://dx.doi.org/10.1098/rsif.2014.1055)

Ein Bild zum Download finden Sie hier: www.uni-frankfurt.de/53683043

Bildtext: Mit dem Lichtscheibenmikroskop aufgenommene kugelförmige Zellkulturen ohne N-Cadherine, mit Wildtyp N-Cadherin, cis-Mutante und zwei verschiedenen trans-Mutanten.

Informationen: Dr. Sabine Fischer, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften (IZN), Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42554, sabine.fischer@physikalischebiologie.de, www.physikalischebiologie.de.

Veranstaltungen

Jan 13 2015
17:38

Konzert im Museum Giersch mit historischen Klavierrollen des Instituts für Musikwissenschaften

Mozart von der Klavierrolle

FRANKFURT. Im Begleitprogramm zu Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge – 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität“ wird vom 16. bis 18. Januar 2015 ein ganz einzigartiges Musikerlebnis zu hören sein: Drei Konzerte mit Klavierrollen für mechanisches Klavier Duca, produziert von der Frankfurter Firma Philipps zwischen 1908 – 1912. Das Institut für Musikwissenschaften der Goethe-Universität besitzt eine einmalige Sammlung von 954 Klavierrollen, die durch weltberühmte Pianisten wie Camille Saint-Saëns eingespielt worden sind. Auf diese Weise konnten bekannte Virtuosen im eigenen Wohnzimmer gehört werden. Neben den klassischen Komponisten wurde jedoch auch ein breites Spektrum von Unterhaltungsmusik auf Klavierrollen aufgenommen.

Die  1886 gegründete Frankfurter Firma Piano-Instrumenten-Fabrik J. D. Philipps spezialisierte sich schon früh auf mechanische Klaviere. Diese waren in der Lage, Steuerimpulse gelochter Papierrollen mittels eines pneumatischen Wiedergabesystems in Musik zu übersetzen. 1910 entwickelte Philipps ein Reproduktionsklavier, das das individuelle Spiel eines Pianisten mit allen dynamischen Feinheiten wiedergeben konnte. Für das Konzert im Museum Giersch der Goethe-Universität wird der renommierte englische Pianist Rex Lawson aus London, der als einer der wenigen Spezialisten weltweit für mechanische Klaviere gilt, die Rollen interpretieren. Zum Spiel gebracht werden unter anderem Stücke von Beethoven, Liszt, Mozart, Brahms, Rehberg, Chopin und Schubert. Sie entführen die Zuhörer in eine vergangene Zeitepoche und spiegeln zugleich ein Stück Musikgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts wider.

Drei Konzerte mit Klavierrollen für mechanisches Klavier Duca.
Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83.

Fr, 16.1., und Sa, 17.1.2015, jeweils 18 Uhr.
So, 18.1.2015, 16 Uhr.
Pianist: Rex Lawson, London.