​​​​Pressemitteilungen ​

Veranstaltungen

Mai 28 2015
11:47

Der Künstler und „Dokumentar-Archäologe“ Jörg Herold dekonstruiert Erinnerungsbilder der Vertriebenen

Ausstellung in der Studiengalerie 1.357: „Schlesisches Himmelreich“

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 10. Juni bis 17. Juli Arbeiten des Leipziger Künstlers Jörg Herold. Präsentiert werden 22 Bilder aus seiner bisher über 100 Motive umfassenden Werkgruppe „Schlesisches Himmelreich“. Darin ironisiert und dekonstruiert er Erinnerungsbilder und politische Mythen des Vertriebenen-Diskurses. Die Eröffnung findet am Mittwoch (10. Juni) um 20 Uhr im I.G. Farben-Haus im ersten Stock, Raum 1.357, statt.

Der 1965 geborene Künstler bezeichnet sich als Dokumentar-Archäologen, der in seinen Arbeiten Formen und Kulturen der Erinnerungen sichtbar macht. Er nahm u. a. an der Documenta X und an der Biennale in Venedig teil. Motive für die Werkgruppe „Schlesisches Himmelreich“ findet Herold in Heimatbüchern über Schlesien, insbesondere aus dem Umfeld der Vertriebenenverbände und Landsmannschaften. Die ausgewählten Fotos zeigen überwiegend eine verklärte, vormodern-bäuerliche Welt, bisweilen auch Zerstörung und Kriegsfolgen. Herold bereitete Kopien dieser Fotos digital auf und überarbeitete sie mit Beize und kräftigen Acrylfarben, oft ohne Bindung an die Gegenstände. „Durch diese verfremdende, übertreibende Aneignung gibt Herold den verklärenden Bildern der Heimatbücher eine neue erinnerungspolitische Richtung; so arbeitet er mit ästhetischen Mitteln an einer Revision der erinnerungspolitischen Schlesienbilder“, heißt es in der Pressemitteilung der Studiengalerie 1.357.

Die Ausstellung mit Leihgaben der Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin ist von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet.

In der Studiengruppe „Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum und dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in der Galerie des I.G.-Farben-Hauses aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de;  Peter Gorschlüter, Stellvertretender Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Peter.Gorschlueter@stadt-frankfurt.de; Madeleine Hesse, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, madeleine.hesse@stud.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 28 2015
11:03

Der Vortrag „Sonderzug nach Pankow“ versucht Udo Lindenberg zu entschlüsseln

Eine Dauerinszenierung als panische Nachtigall

FRANKFURT. Von Beruf Udo Lindenberg, davon kann man nur träumen! Doch diese einzigartige Position ist schon vergeben. An Lindenberg selbst. Seit 40 Jahren rollt der Lindenbergische Sonderzug nun schon durch die Republik. Immer mit von der Partie das Panikorchester, der Udo-Slang mit einer Prise „und so, ne?“ und zahllose Familienmitglieder, wie Rudi Ratlos, Jonny Controletti oder Elli Pyrelli. Am Anfang nicht immer ernst genommen, hat sich Lindenberg zur Jahrhundertinstanz emporgearbeitet, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Jacob-Grimm-Preises für seine Verdienste für die deutsche Sprache. 

Doch wer ist der Mann unter dem Hut und hinter der Sonnenbrille? Gibt es einen privaten Udo Lindenberg oder ist es ein Leben ausschließlich für die Kunst? Unter diesen Blickwinkeln zeichnet der Vortrag von Marthe Lisson die Stationen Lindenbergs von der Kindheit bis zu den Anfängen seiner Karriere in den frühen 1970er Jahren und wirft dann einen Blick auf sein politisches Engagement in den 80ern – sei es für die Friedensbewegung oder für eine Verbesserung der deutsch-deutschen Beziehungen.

Marthe Lisson ist Musikwissenschaftlerin und betreut seit 2012 die Frankfurter Bürger-Universität. Sie ist zudem Autorin in den Themenfeldern Musik und Kunst.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Sonderzug nach Pankow – Udo Lindenberg
Referentin: Marthe Lisson

Zeit: Montag, 01. Juni 2015, um 19.30 Uhr
Ort: 
Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Das komplette Programm der Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 27 2015
16:08

Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 1. und 2. Juni auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

James C. Scott: Kein Staat ohne Ackerbau und „Barbaren“

FRANKFURT. Um die Entstehungsbedingungen der ersten Staaten, ihr Wesen und Werden, geht es in den „Frankfurt Lectures“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester. Prominenter Referent ist James C. Scott von der Yale University. Er widmet sich dem Thema aus politikwissenschaftlicher und ethnologischer Perspektive, wobei auch Verweise auf den Getreideanbau nicht fehlen.

Der verbindende Obertitel seiner zwei Lectures lautet: „The Late-Neolithic Multi-species Re-settlement Camp and the Earliest States“. Die beiden Vorträge in englischer Sprache finden am 1. und 2. Juni im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Sie beginnen jeweils um 18.00 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In seiner ersten Vorlesung am Montag, dem 1. Juni, geht Scott der Frage nach, warum Staaten, oder zumindest ihre frühen Vorläufer, erst relativ spät entstanden sind. Denn die zivilisatorischen Voraussetzungen für ihren Aufbau habe es, so Scott, ja schon einige Zeit früher gegeben. Scott weist dem Getreideanbau hier eine zentrale Rolle zu. Der Siegeszug von Hirse, Weizen, Gerste, Reis und Mais habe unsere Kultur, unser Zusammenleben und auch unsere körperliche Verfassung entscheidend verändert. Die Auftaktvorlesung heißt „The Domestication of Fire, Animals, Grain and….Us“.

Die ersten staatsähnlichen Formationen müsse man sich, so Scott, als höchst fragile Gebilde vorstellen. Umgeben waren sie von Menschen, die häufig noch als Jäger und Sammler lebten. Scott nennt sie „raiding and trading barbarians“, plündernde und Handel treibende Barbaren. Doch gerade sie, die für lange Zeit die Entwicklung des Staates behinderten, halfen letztendlich bei seinem Aufbau, indem sie auch als Söldner dienten oder Sklaven bereitstellten. Die zweite und abschließende Lecture am Dienstag, dem 2. Juni, trägt den Titel „The Early State: its Fragility and the Golden Age of ‚Barbarians’“.

James C. Scott ist Ethnologe, Politikwissenschaftler und Inhaber des renommierten Sterling-Lehrstuhls an der Yale University, wo er auch das „Program in Agrarian Studies” leitet. International bekannt wurde er durch seine Studien über die moralische Ökonomie in Bauerngesellschaften und Arbeiten zu Formen offenen und verdeckten Widerstands benachteiligter und unterdrückter Gruppen gegen ökonomische und politische Herrschaftsverhältnisse.

Der bekennende Anarchist hat sich außerdem mit dem Versagen staatlicher Entwicklungsmodelle und dem Scheitern sozialistischer Utopien nach erfolgreichen Revolutionen befasst und Strategien untersucht, mit Hilfe derer sich südostasiatische Lokalgesellschaften staatlicher Einflussnahme entziehen. Scott arbeitet disziplinübergreifend und kulturvergleichend. Er hat wegweisende Beiträge zur politischen und anthropologischen Theorie verfasst und wird in den Sozial- und Geisteswissenschaften kontrovers diskutiert.

James C. Scott ist der mittlerweile achte Frankfurt Lecturer. Im Rahmen seiner Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten.

Zu den bisherigen Vortragenden im Rahmen der Frankfurt Lectures gehören Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, und R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen. Charles Larmore ist zudem Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Exzellenzclusters.

James C. Scott:
The Late-Neolithic Multi-species Re-settlement Camp and the Earliest States
Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Lecture I: The Domestication of Fire, Animals, Grain and….Us
Montag, 1. Juni 2015, 18.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 4

Lecture II: The Early State: its Fragility and the Golden Age of „Barbarians“
Dienstag, 2. Juni 2015, 18.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 5

Information: Oliver Bertrand, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Sekretariat Prof. Susanne Schröter, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.dewww.normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurt-lectures

Sonstige

Mai 27 2015
15:16

Hochschulen und Forschungseinrichtungen können das europaweit einzigartige Online-Angebot in Lizenz erwerben

Goethe-Uni entwickelt eLearning-Kurs zur „Guten Wissenschaftlichen Praxis in der Promotion“

FRANKFURT. Wie sind Forschungsergebnisse zu dokumentieren? Wie zitiert man richtig? Wie geht man mit Bildquellen um? Antworten auf Fragen zum korrekten Arbeiten gibt der eLearning-Kurs „Gute Wissenschaftliche Praxis in der Promotion“. Die Graduiertenakademie der Goethe-Universität GRADE hat ihn konzipiert, nachdem junge Wissenschaftler und Ombudspersonen großes Interesse an dem Thema zum Ausdruck gebracht hatten. Realisiert hat ihn GRADE gemeinsam mit „studiumdigitale - Zentrale eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität“.

„Qualitätssicherung ist ein wichtiges Anliegen der Goethe-Universität. Ich gratuliere der Graduiertenakademie zu diesem in Deutschland einzigartigen eLearning-Kurs und freue mich über das große Interesse der scientific community“, erklärt die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff.

Die Skandale der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, welche gravierenden Folgen wissenschaftliches Fehlverhalten für die Karriere haben kann. Viele Doktoranden fühlen sich aber auch nicht ausreichend informiert und sind verunsichert. „Das Wissen darum, wie man korrekt arbeitet und wie man sich verhalten sollte, wenn man Fehlverhalten anderer beobachtet, wird in der Regel vorausgesetzt“, sagt GRADE-Geschäftsführerin PD Dr. Heike Zimmermann-Timm. „Doktoranden sind bei diesem wichtigen Thema meist sich selbst überlassen. Das wollen wir mit unserem fachübergreifenden Kurs zur ‚Guten Wissenschaftlichen Praxis‘ ändern.“

Die Biologin Prof. Dr. Claudia Büchel und der Linguist Prof. Dr. Thomas Ede Zimmermann, Ombudspersonen der Goethe-Universität, haben überprüft, ob der Kurs den Qualitätsmaßstäben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entspricht. „Er gibt Doktoranden einen guten Einstieg in das Thema und damit Sicherheit“, bestätigt Claudia Büchel. Der kompakte, leicht zugängliche Kurs steht wahlweise auf Deutsch oder Englisch zur Verfügung. Neben Informationen zur „Guten Wissenschaftlichen Praxis“ arbeitet er weitere Promotionsthemen auf: Wie man ein Forschungsvorhaben sinnvoll plant und organisiert oder welche juristischen Aspekte, etwa im Arbeits- und Urheberrecht, für Doktoranden relevant sind.

Ab 1. Juli 2015 können interessierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen Lizenzen für den eLearning-Kurs erwerben, bei Bedarf mit den eigenen Logos. Technisch wird der GRADE-Kurs von „studiumdigitale – Zentrale eLearning Einrichtung der Goethe-Universität“ betreut.

Die Preise sind nach Anzahl der Lizenzen gestaffelt und können bei GRADE angefragt werden. Weitere Informationen: PD Dr. Heike Zimmermann-Timm, GRADE-Geschäftsführerin, Tel. (069) 798-49401, zimmermann-timm@grade.uni-frankfurt.de

Demoversion: http://www.e-learning-by-grade.de

Veranstaltungen

Mai 27 2015
15:06

Literaturarchiv der Goethe-Universität zeigt unbekannte Fotos und Dokumente des berühmten Literaturkritikers

Ausstellung zu Marcel Reich-Ranicki

FRANKFURT. Am 2. Juni wäre der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki 95 geworden. Aus diesem Anlass widmet das Literaturarchiv der Goethe-Universität dem 2013 verstorbenen Frankfurter eine Ausstellung. Sein Sohn Andrew Ranicki hat dafür erstmals die Familienalben mit hunderten Fotos geöffnet, die das Leben seiner Eltern von den Jahren in Polen und Großbritannien bis zu Reich-Ranickis Epoche an der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abbilden. Die fotografischen Zeugnisse reichen von 1945, als Reich-Ranicki nach Kriegsende das völlig zerstörte Warschauer Getto besuchte, über seine Jahre als Konsul in London, Literaturkritiker in Warschau und Mitarbeiter der ZEIT in Hamburg bis ins letzte Lebensjahr 2013.

In der Ausstellung des Literaturarchivs der Goethe-Universität werden Fotos und Dokumente erstmals öffentlich gezeigt, was in Verbund mit weiteren Institutionen geschieht, an denen Reich-Ranickis Erbe wirkt: Etwa 200 der Familienfotos, reproduziert in Formaten von A 4 bis 100 x 70 cm und von den Kuratoren gemeinsam mit Andrew Ranicki kommentiert, erscheinen in einer Inszenierung, zu der das Historische Museum den Schreibtisch Reich-Ranickis beisteuert, das Jüdische Museum seine Sammlung von Autorenbildern, das Literaturarchiv der Goethe-Universität den Lesesessel aus der Privatwohnung und die Freundin und Nachbarin Eva Demski das Biedermeierensemble, an dem Teofila und Marcel Reich-Ranicki Weihnachten zu feiern pflegten. Zu den privaten Artefakten stoßen Archivalien aus seiner beruflichen und intellektuellen Heimat, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Marcel Reich-Ranicki. Sein Leben in unbekannten Fotos und Dokumenten, kuratiert von Wolfgang Schopf und Uwe Wittstock. 29. Mai bis 30. Juni 2015. Neuere Philologien/Universitätsarchiv der Goethe-Universität, Dantestr. 9, 60325 Frankfurt am Main.

Literaturarchiv der Goethe-Universität
Mo. – Fr. 15–19 Uhr, Sa. – So. 11–20 Uhr
Eintritt frei
Dantestraße 9 , gegenüber von Senckenberg und Institut für Sozialforschung,
Station Bockenheimer Warte der U-Bahnen 4/6/7

BEGLEITPROGRAMM

2. Juni 2015, 19.30 Uhr
Glückwunsch, Marcel
Eva Demski und Petra Roth erinnern sich am 95. Geburtstag von Marcel Reich-Ranicki an den persönlichen Freund und großen Frankfurter

15. Juni 2015, 19.30 Uhr
Joachim Kersten und Jan Philipp Reemtsma lesen aus Marcel Reich-Ranicki und Peter Rühmkorf. Der Briefwechsel

26. Juni 2015, 19.30 Uhr
Marcel Reich-Ranicki
Der Kritiker unter Kollegen
Ein Abend mit: Ina Hartwig, Martin Lüdke und Uwe Wittstock

Die Ausstellungseröffnung ist bereits am 28. Mai um 19 Uhr. Medienvertreter sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Anmeldungen bitte bei Wolfgang Schopf, (069) 798-22717, w.schopf@lingua.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 27 2015
11:41

Neun fein ausbalancierte Stahlskulpturen von Robert Schad und vier stilisierte menschliche Bronzefiguren des Niederländers Henk Visch

„Blickachsen 10“ – Kunst auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Jaume Plensas Großskulptur „Body of Knowledge“ auf dem Campus Westend hat den Sommer über wieder Gesellschaft bekommen: Auf der Wiese vor dem IG-Farben-Haus und auf den Freiflächen zwischen IG-Farben-Haus und Casino sind bis zum 4. Oktober markante Skulpturen des niederländischen Künstlers Henk Visch und des deutschen Bildhauers Robert Schad zu sehen. Die Kunstwerke sind Teil der Ausstellung „Blickachsen 10“, die am 31. Mai (Sonntag) in Bad Homburg eröffnet wird. Von Bad Homburg aus führen symbolische Blickachsen an acht zusätzliche Ausstellungsorte der Region, zum dritten Mal ist auch der Campus Westend der Goethe-Universität dabei. Die Jubiläumsausstellung der „Blickachsen“ zeigt insgesamt fast 80 Großskulpturen von 33 internationalen Künstlern.

Neun der unverwechselbaren, fein ausbalancierten Stahlskulpturen von Robert Schad (Jahrgang 1953) erwarten die Besucher vor dem IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend. Weite Schwünge und Bögen kennzeichnen die aus massivem Vierkantstahl hergestellten Liniengeflechte des deutschen Bildhauers.

Vier der jüngsten Bronzen des bekannten niederländischen Künstlers Henk Visch aus dem Jahr 2015 sind auf der Grünfläche zwischen IG-Farben-Haus und dem Casino ausgestellt. Die vier stilisierten menschlichen Figuren sollen die Betrachter dazu anregen, sich mit den bronzenen „Körperskulpturen“ und den durch ihre Haltung und Gestik ausgedrückten Empfindungen in Beziehung zu setzen, sich ihnen in einer gleichsam ursprünglich naiven Haltung zu nähern.

Der Campus Westend mit seiner wunderbaren Parklandschaft ist für den Bad Homburger Initiator und Kurator der Skulpturenbiennale Christian K. Scheffel ein idealer Ort, sich den Herausforderungen von Wissenschaft und zeitgenössischer Kunst gleichermaßen zu stellen. Und anregende Diskussionen über die Skulpturen werden bereits in den Social Media und auf dem Campus geführt.

Die diesjährige Jubiläumsausstellung gestaltete der Kurator Scheffel in enger Kooperation mit dem Antwerpener Middelheimmuseum, einem der Pioniere im Bereich der Skulpturenausstellung im öffentlichen Raum. Neben großen Namen der Bildhauerei wie Arman, Giacomo Manzù, Werner Pokorny, Franz West oder Erwin Wurm gibt die Ausstellung auch einen Einblick in die junge Kulturszene Belgiens. Dabei werden unterschiedlichste Positionen der dreidimensionalen Gegenwartskunst in Beziehung zueinander und zu ihrem Ausstellungsort gesetzt. Auch eigens für die Ausstellung geschaffene Arbeiten sind wieder dabei. Die diesjährige Auswahl der Werke von 33 internationalen Künstlerinnen und Künstlern hat Scheffel zusammen mit Sara Weyns, Direktorin des Middelheimmuseums und dem flämischen Künstler Lieven Segers getroffen.

Seit 2013 gibt es die Stiftung Blickachsen gGmbH, die seit „Blickachsen 9“ die Ausstellungen verantwortet und gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg, der Kur- und Kongreß-GmbH und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen veranstaltet; Vorsitzender des Kuratoriums ist Stefan Quandt. Der Geschäftsführer der Stiftung, Christian K. Scheffel, dazu: „Die Stiftung wurde mit dem langfristigen Ziel gegründet, durch einen stetigen Ausbau der ‚Blickachsen‘ im öffentlichen Raum jungen und arrivierten Künstlern aus der ganzen Welt eine Plattform zu bieten. Wir wollen den künstlerischen Nachwuchs fördern und gleichzeitig das allgemeine Interesse und Verständnis für die verschiedensten Positionen der dreidimensionalen Kunst steigern.“

Zu den Künstlern und ihren Werken auf dem Campus Westend

Robert Schad (geboren 1953 in Ravensburg)

Er ist bekannt für seine monumentalen Stahlskulpturen. Ausgehend von der Idee körperlicher Bewegungen gestaltet er Linien aus massivem Vierkantstahl, die sich durch den Raum zu bewegen scheinen. Vor dem IG-Farben-Haus werden in diesem Jahr im Rahmen der „Blickachsen 10“ neun seiner Außenraumwerke gezeigt. Schwere, Beständigkeit und Unbeweglichkeit sind Eigenschaften, die mit dem Material Stahl verbunden werden. Schads großformatige Plastiken dagegen vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit. Die trotz ihrer Größe filigran anmutenden Stahllinien recken sich in die Höhe, scheinen sich in der Waagerechten auszubalancieren oder sich mäandernd auf und ab zu bewegen. Die gelenkige Erscheinung der Stahlgebilde steht dabei in starkem Kontrast zur tatsächlichen Massivität des Werkstoffs. Als Vorlage für seine Plastiken dient Schad stets der Tanz: Die Skulpturen seien die Tänzer, er selbst übernehme die Rolle eines Choreographen, indem er Körperhaltungen und Bewegungsabläufe in abstrahierter Form einzufangen sucht, gibt der Künstler selbst an. Das Resultat sei die „angehaltene Bewegung eines tänzerischen Ausdrucks“ - sie gilt es in ihrer räumlichen Ausdehnung wahrzunehmen.

Schad, der an der staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe bei Albrecht von Hancke und Wilhelm Loth studiert hat, erhielt bereits 1980 sein erstes Stipendium für einen Arbeitsaufenthalt in Porto/Portugal, weitere Stipendien folgten. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen u.a. der Preis für Zeichnung der III. Biennale für zeitgenössische Kunst, Vila Nova de Cerveira/Portugal, (1982), der XXV. Internationale Preis für Zeichnung Joan Miró, Barcelona/Spanien, (1986) sowie der Große Preis der II. Internationalen Biennale für Bildhauerei in Obidos/Portugal (1989–90). Seit 2000 lebt und arbeitet Robert Schad in Larians im Departement Haute-Saône in Frankreich, wo er 2004 seinen eigenen Skulpturenpark eröffnete.

Henk Visch (geboren 1950 in Eindhoven, Niederlande)

Ebenso vielfältig wie seine Tätigkeitsfelder präsentiert sich das künstlerische Schaffen von Henk Visch. Figürliche Plastiken und abstrakte Konstruktionen zählen zu seinem Œuvre, kleinformatige Werke stehen monumentalen, überlebensgroßen Skulpturen gegenüber und das verwendete Material reicht von Holz über Aluminium und Eisen bis hin zu Bronze. Es gibt keine kontinuierliche Entwicklung in seinem Schaffen, vielmehr sind seine Arbeiten Ausdruck einer steten Suche nach der je adäquaten Umsetzung seiner Bildideen. Seine Werke entziehen sich einer eindeutigen Interpretation, sie sind als „Angebote grenzenloser Denkräume“ zu verstehen. Henk Visch bespielte 1988 den niederländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig und war Teilnehmer der documenta IX in Kassel. Seit 2005 ist er Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie in Münster. Er beschreibt seine Kunst als den geformten Teil seines Lebens, der in der Öffentlichkeit auftritt. Henk Visch ist Bildhauer, Zeichner und Poet, er kuratiert Ausstellungen und schreibt Kunstkritiken.

 

Visch präsentiert auf den Grünflächen zwischen IG-Farben-Haus und Casino die Plastiken „A sex-driven person, lost in the city“, „Five ladies and a gentleman in the colony club“, „The Architect” und „The Illusionist“. Die vier ausgestellten Arbeiten aus dem Jahr 2015 zeigen menschliche Körper: Die figürlichen Darstellungen sind stehend, sitzend oder in einer turnenden Haltung mit nach unten gebeugtem Oberkörper und hochgerecktem Gesäß wiedergegeben. In seinen „Körperskulpturen“ setzt sich Visch immer mit tradierten Themen figürlicher Darstellungen auseinander. Indem er die Skulpturen zu groß oder zu klein gestaltet, die Köpfe stilisiert und im Verhältnis zum Körper viel zu groß geraten lässt oder einzelne Gliedmaßen sogar ganz fehlen, verhandelt er Fragen der Torsierung und Fragmentierung des menschlichen Körpers.

Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/55697337

Führungen an allen Standorten der Ausstellung „Blickachsen 10“ für private, Gruppen, Schulklassen, Firmen oder Vereine können über die Stiftung Blickachsen gebucht werden (E-Mail: fuehrungen@blickachsen.de, Tel.: (06172) 2 89 07.

Informationen: Sunita Scheffel, Blickachsen Kommunikation, mobil 0178-47 32 591, presse@blickachsen.de, www.blickachsen.de, Pressefotos unter: http://www.blickachsen.de/root/index.php?page_id=341

Veranstaltungen

Mai 26 2015
15:35

Damit der Bildungsweg junger Zuwanderer und unbegleiteter Flüchtlinge in Schule und Arbeitswelt gelingt

Erinnerung: Pressekonferenz „10 Jahre FFM-Praxisprojekt“, 1. Juni 2015

Liebe Medienvertreter, 

Schul- und Ausbildungskarrieren scheitern häufig beim Wechsel von einer Schulform in die nächste. Auch beim Übergang in die Arbeitswelt tauchen neue Strukturen auf, Anforderungen steigen und bestehende Probleme – etwa Sprachschwierigkeiten – treten besonders hervor. Damit Zuwandererkinder, jugendliche Flüchtlinge aus Krisengebieten und sozial benachteiligte Schüler mit besonderem Förderbedarf bildungs- und berufsentscheidende Schnittstellen besser meistern können, bieten Lehramtsstudierende und Studierende der Erziehungswissenschaften seit über zehn Jahren pädagogische Begleitung und Förderung mit dem „FFM-Praxisprojekt“ an.

Gerne möchten wie im Rahmen einer Pressekonferenz einen Blick auf die vergangenen zehn Jahre FFM-Praxisprojekt werfen und Ihnen die neuen Entwicklungen präsentieren. Insbesondere bieten wir einen Einblick in die 2014 gestartete Förderung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge in Frankfurt, die aktuell im Projektfokus steht. Unterstützt wird das FFM-Praxisprojekt der Didaktischen Werkstatt an der Goethe-Universität durch die Stadt Frankfurt am Main, die Crespo Foundation, die Peter Fuld Stiftung, die randstad stiftung und die Stiftung citoyen.

Herzlich laden wir Sie ein:

am Montag, 1. Juni, um 10:00 Uhr,
im PEG-Gebäude der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Didaktische Werkstatt, Raum PEG 1.G.116, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60629 Frankfurt am Main (Zum Lageplan: http://www.uni-frankfurt.de/38090278/lageplane).

Auf dem Podium begrüßen Sie:

Dr. Robert Bernhardt (Pädagogischer Leiter des FFM-Praxisprojekts);

Gabriele Buchholz (Geschäftsführerin der Peter Fuld Stiftung);

Rainer Götzelmann (Staatliches Schulamt Frankfurt, Teamleiter des Aufnahme- und BeratungsZentrums für Seiteneinsteiger);

Ines Peters (Teilnehmende Studentin im FFM-Praxisprojekt);

und Shirin (Teilnehmende Schülerin der Carlo-Mierendorff-Schule Frankfurt).

Die Referenten des Podiums geben aus verschiedenen Perspektiven Einblick in das FFM-Praxisprojekt und in die Arbeit mit jungen Flüchtlingen in Frankfurt am Main. Außerdem werden weitere Projektteilnehmer anwesend sein, die für Ihre Fragen zur Verfügung stehen. Über eine kurze Rückmeldung bezüglich Ihres Kommens freuen wir uns. Bei Fragen können Sie sich gerne an die Koordinatorin der Pressekonferenz, Dr. Laila Nissen, wenden: E-Mail: laila.nissen@gmx.de; Telefon: 0179-9531662

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Dirk Frank

Veranstaltungen

Mai 21 2015
16:11

Studierende organisieren Wirtschaftskonferenz zu aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen u. a. mit Carsten Kratz

Medieneinladung: Next Generation Forum an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Am 22. und 23. Mai 2015 findet das diesjährige Next Generation Forum unter dem Motto: „Looking Ahead: Discovering Trends of Tomorrow” auf dem Campus Westend statt. Die seit 2012 von Studierenden der Goethe-Universität organisierte Wirtschaftskonferenz konnte 2013 die Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments und Jean-Claude Juncker gewinnen. Sie bietet über 200 begabten und engagierten Studierenden aus ganz Europa die Möglichkeit, sich mit den Führungskräften der Wirtschaft über aktuelle und zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme auszutauschen.

Dieses Jahr konnten als Redner unter anderem Carsten Kratz (The Boston Consulting Group), Dr. Martin Deckert (UBS Deutschland), Jens Wilhelm (Union Investment), Dr. Bettina Orlopp (Commerzbank) und Kevin O’Brien (Handelsblatt) gewonnen werden. Die Eröffnung der Veranstaltung übernimmt der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. 

Al-Wazir sieht im Next Generation Forum eine wichtige Plattform, um mit Studierenden aus dem In- und Ausland Zukunftstrends zu diskutieren: „Zu diesen Trends zählen der Klimawandel und die Energiewende, die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und die Globalisierung der Märkte – all diese Themen sind auch für die hessische Wirtschaftspolitik von zentraler Bedeutung.“

Next Generation Forum 22./23. Mai 2015, ab 10:00 Uhr, Festsaal/Casino, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, Campus Westend

Anmeldung für Pressevertreter unter: info@next-generation-forum.com

Informationen: Jan Fricke, Next Generation Forum, Tel.: 0176 93186256, E-Mail: info@next-generation-forum.com, www.2015.next-generation-forum.com

Personalia/Preise

Mai 21 2015
16:10

Nach der Auszeichnung mit dem ERC-Grant wurde die Frankfurter Neurobiologin Amparo Acker-Palmer ins EMBO aufgenommen

Weitere Würdigung für Frankfurter Wissenschaftlerin

FRANKFURT. Die guten Nachrichten nehmen für Prof. Amparo Acker-Palmer, Neurobiologin an der Goethe-Universität Frankfurt, kein Ende. Nachdem der Europäische Forschungsrat (ERC) ihr vorige Woche für den Advanced Investigator Grant in Höhe von 2,5 Millionen Euro zuerkannt hatte, ist die 46-Jährige jetzt in die renommierte Vereinigung EMBO, deren Name für „European Molecular Biology Organization“ steht, aufgenommen worden. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich, und ich freue mich darauf, zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen Wissenschaft in Europa weiter zu stärken“, so Acker-Palmer.

1964 gegründet, setzt sich die EMBO für Exzellenz in den Lebenswissenschaften ein und nimmt Einfluss auf die künftige Ausrichtung von Forschung, indem sie internationale Netzwerke fördert. So soll eine europäische Forschungslandschaft entstehen, die den Austausch von Forschungsergebnissen begünstigt und bestmögliche Ergebnisse erbringt. Die rund 1700 Mitglieder, allesamt führende Wissenschaftler aus Europa und der ganzen Welt, haben ein Mitspracherecht bei den Aktivitäten der EMBO, sie wirken bei den Auswahlverfahren für die verschiedenen Stipendienprogramme mit, und sie können weitere Mitglieder vorschlagen.

Amparo Acker-Palmer, gebürtige Spanierin, studierte Biologie und Biochemie an der Universität von Valencia, wo sie 1996 promovierte. Sie arbeitete am Europäischen Molekularbiologischen Labor (EMBL) in Heidelberg und am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München. 2007 wurde sie an das Exzellenzzentrum „Makromolekulare Komplexe“ der Goethe-Universität Frankfurt berufen. Seit 2011 ist Acker-Palmer Leiterin der Abteilung Molekulare und Zelluläre Neurobiologie beim Fachbereich Biowissenschaften der Goethe Universität. Für ihr Vorhaben, das die Kommunikation zwischen Nervenzellen und Blutgefäßzellen im Gehirn in den Blick nimmt, erhielt sie jüngst den Advanced Investigator Grant des Europäischen Forschungsrats.

Ein Porträt zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/55658293

 Informationen:  Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zelluläre Neurobiologie, Goethe-Universität Frankfurt, Telefon +49 (0) 69 798 42563, email Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de

Forschung

Mai 20 2015
16:54

Alternativer Drogen- und Suchtbericht aus Sicht der Frankfurter Wissenschaftler

Frankfurt weist gute Suchthilfe-Infrastruktur auf

FRANKFURT. Der 2. Alternative Drogen- und Suchtbericht wurde im Vorfeld der Veröffentlichung des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung am 21. Mai 2015  herausgegeben. Er hat zum Ziel, Irrtümer in der Drogenpolitik zu korrigieren und Erkenntnisse der Sucht- und Präventionsforschung in dauerhaft erfolgreiche Maßnahmen zu übersetzen. Initiatoren sind akzept e.V. – Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, die Deutsche AIDS-Hilfe und das Selbsthilfe-Netzwerk JES Bundesverband. An den Inhalten des Berichts waren die Frankfurter Wissenschaftler Prof. Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) sowie Dr. Bernd Werse vom Centre For Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt beteiligt.

Die Kernaussage des Berichts lautet, dass der Markt für illegale Drogen reguliert werden muss, um ihn nicht länger der organisierten Kriminalität zu überlassen. Da Verbotspolitik und Repression gescheitert sind, sei das Betäubungsmittelgesetz dringend reformbedürftig. Es verfehle nicht nur das Ziel, Drogenkonsum und dessen schädliche Folgen für Individuen und Gesellschaft zu verhindern, sondern sei Mitverursacher dieser Schäden. Drogenverbote verdrängten das Geschehen lediglich ins Verborgene: Menschen, die Drogen konsumieren, werden in die Illegalität gedrängt, wo sie für Hilfsangebote schwer erreichbar sind; organisierte Kriminalität und Schwarzmarktpreise ziehen Beschaffungskriminalität nach sich; für inhaftierte Drogenkonsumenten ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV oder HCV zu infizieren um ein Vielfaches höher, u.a. weil keine sauberen Spritzen zur Verfügung stehen; auch ist die Qualität illegaler Substanzen nicht kontrollierbar, oft sind den Drogen gefährliche Strecksubstanzen beigemischt. Das Betäubungsmittelgesetz behindere Prävention, Schadensbegrenzung und Therapie und koste damit vielen Menschen ihre Gesundheit.

Mit einer staatlich kontrollierten Produktion und Abgabe von Cannabis-Produkten und einem ausgebauten Zugang zu Diamorphin (pharmazeutisch erzeugtem Heroin) über das Medizinsystem könnten verschiedene Probleme gelöst werden. Durch Drug-Checking-Angebote zur Untersuchung der Zusammensetzung von Drogen könnte der Verbraucherschutz gestärkt werden. Auch müsste der Zugang zu Konsumutensilien, vor allem sterilen Spritzen, in Haft ermöglicht werden. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Substitutionsärzte müsste verbessert und Substitutionsbehandlungen bundesweit zuverlässig als Therapie anerkannt werden.

Als Erfolg der Frankfurter Suchthilfe kann verzeichnet werden, dass es – verglichen mit anderen Städten mit einer ähnlichen Zahl an Drogenabhängigen – im Jahr 2014 in Frankfurt nur 23 Drogentote gab. In Frankfurt besteht eine Vielfalt ineinandergreifender Suchthilfe-Angebote: Europas größte Drogenhilfeeinrichtung, Eastside, befindet sich im Frankfurter Osthafen. Dort leben, wohnen und arbeiten Drogenabhängige unter einem Dach. Im Eastside werden auch Menschen begleitet, die durch ihre langjährige Drogenabhängigkeit unter schweren physischen und psychischen Erkrankungen leiden. Zudem wurde in Frankfurt die Heroin-Abgabe unter ärztlicher Aufsicht durchgesetzt, was aktuell rund 100 schwerabhängige Menschen betrifft, bei welchen die Stabilisierung durch Opioide, u.a. Methadon, nicht funktionierte. So soll deren Verelendung verhindert und ihr Leben stabilisiert werden. In Frankfurt ist durch die Suchthilfe-Einrichtungen das Drogenproblem nicht mehr im Alltagsgeschehen sichtbar, was es jenen Einrichtungen gleichzeitig auch erschwert, Gelder für Suchthilfe zu erhalten. Auffällig hoch ist in Frankfurt jedoch noch die HIV-Verbreitungsrate: Rund 9 % aller Heroin-Abhängigen sind HIV-positiv; in anderen Städten seien es hingegen 1 bis 3 %. Trotz vielfältiger Angebote besteht hier ein dringender Handlungsbedarf.

Der 2. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2015: http://alternativer-drogenbericht.de/wp-content/uploads/2015/05/Alternativer-Drogen-und-Suchtbericht-2015.pdf

Weitere Informationen: Dr. Bernd Werse, Centre for Drug Research, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-36386; werse@em.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/cdr

Veranstaltungen

Mai 20 2015
16:51

Enter_Zukunft_IT, 21. Mai, Campus Bockenheim

IT Fach- und Jobmesse

FRANKFURT. Der Fachbereich Informatik und Mathematik sowie der Career Service der Goethe-Universität Frankfurt veranstalten am Donnerstag, den 21. Mai 2015, die zweite IT Fach- und Jobmesse. Am Campus Bockenheim, im Sozialzentrum/Neue Mensa Foyer, begrüßt die Universität mit „Enter_Zukunft_IT“ interessierte Studierende, Absolventen sowie Fach- und Führungskräfte, die sich über Jobmöglichkeiten und Neuigkeiten in der IT-Branche informieren möchten. Unternehmen und Organisationen aus der Wirtschaft und der Goethe-Universität präsentieren sich den Besuchern zwischen 10 Uhr und 16 Uhr an Messeständen, in Unternehmenspräsentationen und in Fachvorträgen.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Nähere Informationen zur Veranstaltung, zum Vortragsrahmenprogramm sowie den Messeausstellern finden Sie unter www.enter-zukunft-it.de.

Veranstaltungen

Mai 20 2015
16:44

Damit der Bildungsweg junger Zuwanderer und unbegleiteter Flüchtlinge in Schule und Arbeitswelt gelingt

Medien-Einladung: Übergänge begleiten – 10 Jahre FFM-Praxisprojekt

Liebe Medienvertreter, 

Schul- und Ausbildungskarrieren scheitern häufig beim Wechsel von einer Schulform in die nächste. Auch beim Übergang in die Arbeitswelt tauchen neue Strukturen auf, Anforderungen steigen und bestehende Probleme – etwa Sprachschwierigkeiten – treten besonders hervor. Damit Zuwandererkinder, jugendliche Flüchtlinge aus Krisengebieten und sozial benachteiligte Schüler mit besonderem Förderbedarf bildungs- und berufsentscheidende Schnittstellen besser meistern können, bieten Lehramtsstudierende und Studierende der Erziehungswissenschaften seit über zehn Jahren pädagogische Begleitung und Förderung mit dem „FFM-Praxisprojekt“ an.

Gerne möchten wie im Rahmen einer Pressekonferenz einen Blick auf die vergangenen zehn Jahre FFM-Praxisprojekt werfen und Ihnen die neuen Entwicklungen präsentieren. Insbesondere bieten wir einen Einblick in die 2014 gestartete Förderung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge in Frankfurt, die aktuell im Projektfokus steht. Unterstützt wird das FFM-Praxisprojekt der Didaktischen Werkstatt an der Goethe-Universität durch die Stadt Frankfurt am Main, die Crespo Foundation, die Peter Fuld Stiftung, die randstad stiftung und die Stiftung citoyen.

Herzlich laden wir Sie ein:

am Montag, 1. Juni, um 10:00 Uhr,
im PEG-Gebäude der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Didaktische Werkstatt, Raum PEG 1.G.116, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60629 Frankfurt am Main (Zum Lageplan: http://www.uni-frankfurt.de/38090278/lageplane).

Auf dem Podium begrüßen Sie:

Dr. Robert Bernhardt (Pädagogischer Leiter des FFM-Praxisprojekts);
Gabriele Buchholz (Geschäftsführerin der Peter Fuld Stiftung);
Rainer Götzelmann (Staatliches Schulamt Frankfurt, Teamleiter des Aufnahme- und BeratungsZentrums für Seiteneinsteiger);
Ines Peters (Teilnehmende Studentin im FFM-Praxisprojekt);
und Shirin (Teilnehmende Schülerin der Carlo-Mierendorff-Schule Frankfurt).

Die Referenten des Podiums geben aus verschiedenen Perspektiven Einblick in das FFM-Praxisprojekt und in die Arbeit mit jungen Flüchtlingen in Frankfurt am Main. Außerdem werden weitere Projektteilnehmer anwesend sein, die für Ihre Fragen zur Verfügung stehen. Über eine kurze Rückmeldung bezüglich Ihres Kommens freuen wir uns. Bei Fragen können Sie sich gerne an die Koordinatorin der Pressekonferenz, Dr. Laila Nissen, wenden: E-Mail: laila.nissen@gmx.de; Telefon: 0179-9531662

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Dirk Frank

Sonstige

Mai 20 2015
09:30

Mitarbeitende erhalten rückwirkend zum 1. März mehr Geld

Tarifeinigung an der Goethe-Universität

FRANKFURT. In den Tarifverhandlungen der Goethe-Universität mit den Gewerkschaften gibt es eine Einigung. Für die Beschäftigten der Goethe-Universität bedeutet der gestrige Abschluss rückwirkend zum 1. März 2015 2,0 Prozent und zum 1. April 2016 2,4 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 80 Euro mehr in den Entgeltgruppen 1 bis 9.

Trotz grundsätzlicher Einigkeit der Tarifparteien über eine Einkommenserhöhung für die Beschäftigten war eine Tarifeinigung bisher nicht zustande gekommen, da es Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung von Hilfskräften gab. Hier gelang gestern der Durchbruch: „Wir sind von Seiten des Präsidiums mit einem Vorschlag zu den Hilfskräften in die Verhandlungen gegangen, der nun Grundlage für die tarifliche Einigung geworden ist“, sagte Universitätskanzler Holger Gottschalk. „Darüber freue ich mich sehr. Trotz schwieriger, auch finanzieller Rahmenbedingungen ist es uns gelungen, eine tragfähige Lösung zu finden, die den Interessen aller Beteiligten und den Beschlüssen des Senats angemessen Rechnung trägt.“

Der Senat hatte sich in seiner April-Sitzung für die Aufnahme der Hilfskräfte in den Tarifvertrag sowie der Einrichtung einer Task Force ausgesprochen, die die Erfahrungen zu tariflichen Regelungen für Hilfskräfte in anderen Bundesländern ermitteln soll.

Die Tarifvertragsparteien haben sich gestern darauf geeinigt, im Rahmen der Fortentwicklung des Tarifrechts zeitnah Verhandlungen zur Personengruppe der Hilfskräfte zu führen. Dabei soll auf Basis der vom Senat der Goethe-Universität beschlossenen Task Force gemeinsam eruiert werden, welche tariflichen und/oder außertariflichen Vereinbarungen in diesem Zusammenhang getroffen werden können. Diese Verhandlungen sollen bis zum Ende des Wintersemesters 2015/16 abgeschlossen sein.

Forschung

Mai 19 2015
14:12

Rekonstruktion der arktischen Klimaverhältnisse in der Kreidezeit

Arktis: Warmzeit mit Pause

FRANKFURT. Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums haben gemeinsam mit kanadischen Kollegen die klimatische Entwicklung des arktischen Ozeans während der Kreidezeit, vor 145 bis 66 Millionen Jahren, rekonstruiert. Das Forscherteam kommt zu dem Schluss, dass es während des für ein extremes Treibhausklima bekannten geologischen Zeitalters einen massiven Kälteeinbruch gab. Die heute im Fachjournal „Geology“ veröffentlichte Studie soll auch dabei helfen, die Prognosen über die zukünftige Klima- und Umweltentwicklung zu verbessern und den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel abzuschätzen.

Die Kreidezeit, vor rund 145 Millionen Jahren bis etwa 66 Millionen Jahren vor heute, war einer der wärmsten Abschnitte der Erdgeschichte: Die Pole waren eisfrei und in den Ozeanen herrschten Durchschnittstemperaturen von bis zu 35 Grad Celsius. „Ein typisches Treibhausklima; manche sprechen sogar von einem ‚Supertreibhaus‘“, erklärt Professor Dr. Jens Herrle von der Goethe-Universität und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und fügt hinzu: „In der Arktis haben wir jetzt Hinweise gefunden, dass diese warme Epoche vor 112-118 Millionen Jahren für einen Zeitraum von etwa 6 Millionen Jahren unterbrochen wurde.“

Der Frankfurter Paläontologe hat gemeinsam mit einer kanadischen Kollegin Professor Claudia Schröder-Adams von der Carleton Universität in Ottawa den arktischen Glacier Fiord und die Lost Hammer Diapir Lokalität auf Axel Heiberg Island in 5 bis 10 Meter-Schritten beprobt. „Dabei haben wir auch sogenannte Glendonite gefunden“, erzählt Herrle. Als Glendonit werden sternförmige Calzit-Minerale bezeichnet, die die Gestalt des Minerals Ikait angenommen haben. „Diese so genannten Pseudomorphosen von Calzit nach Ikait entstehen, weil Ikait nur unterhalb von etwa 8 Grad Celsius stabil ist und sich bei wärmeren Temperaturen in Calzit umwandelt“, erläutert Herrle und ergänzt: „Unsere sedimentologischen Untersuchungen und Altersdatierung geben demnach einen konkreten Hinweis auf die Umweltbedingungen in der kreidezeitlichen Arktis und bestätigen die Vermutung, dass es zu dieser Zeit eine längere Unterbrechung der Warmzeit im arktischen Ozean gab.“

1700 Gesteinsproben hat Herrle bei zwei Forschungsreisen in den Jahren 2011 und 2014 aus der Arktis mit nach Frankfurt gebracht und dort mit seiner Arbeitsgruppe mit geochemischen und paläontologischen Methoden untersucht. Aber können die kreidezeitlichen Gesteine aus der Polarregion auch dabei helfen den derzeitigen Klimawandel besser zu verstehen? „Ja“, meint Herrle und erklärt: „Gerade die Polargebiete reagieren besonders sensibel auf globale Klimaschwankungen. Durch den Blick in die geologische Vergangenheit gewinnen wir grundlegende Kenntnisse zur Dynamik von Klimawandel und der ozeanischen Zirkulation unter extremen Treibhausbedingungen. Um den aktuellen menschgemachten Klimawandel besser abschätzen zu können, müssen wir beispielsweise verstehen, welche Prozesse in einem extremen Treibhausklima maßgeblich zum Klimawandel beitragen.“ Im Falle der kretazischen Kaltperiode nimmt Herrle an, dass durch die Öffnung des Atlantiks in Verbindung mit Veränderungen der ozeanischen Zirkulation und der marinen Produktivität mehr Kohlenstoff in die Sedimente eingetragen wurde. Dies hatte eine Abnahme des Kohlendioxid-Gehaltes in der Atmosphäre zur Folge, was wiederum zu einer globalen Abkühlung führte.

Die neugewonnenen Daten des Frankfurter Wissenschaftlers aus der Kreidezeit sollen nun mit Ergebnissen dieser Epoche aus dem Atlantik korreliert werden, „um eine genauere stratigraphische Einteilung der Kreidezeit zu erreichen und die Wechselbeziehungen zwischen den Polarregionen und den Subtropen besser zu verstehen“, gibt Herrle einen Ausblick.

 

Publikation
Jens O. Herrle, Claudia J., Schröder-Adams, William Davis, Adam T. Pugh, Jennifer M.

Galloway, and Jared Fath: Mid-Cretaceous High Arctic stratigraphy, climate, and Oceanic Anoxic Events, in: Geology, 19 Mai 2015, 10.1130/G36439.1

Open Access

http://geology.gsapubs.org/cgi/content/abstract/G36439.1v1

Bildmaterial finden Sie unter: www.senckenberg.de/presse

Informationen:  Prof. Dr. Jens O. Herrle, Senckenberg Biodiversität und Klimaforschung Zentrum, Paläontologie des Fachbereichs Geowissenschaften an der Goethe Universität Frankfurt Tel.: ( 069) 798 40180, jens.herrle@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 19 2015
11:26

Prof. Raewyn Connell aus Australien zu Gast bei den Cornelia Goethe Colloquien

„Männlichkeiten der Welt: Perspektiven aus dem globalen Süden“

FRANKFURT. Die international bekannte australische Männlichkeitsforscherin Prof. Raewyn Connell (University of Sydney, Australien) ist am 26. Mai (Dienstag) Gastrednerin bei den öffentlichen Cornelia Goethe Colloquien zum Thema „Masculinities“ Mit ihrem Vortrag „Masculinities in the World: Perspectives from the Global South” („Männlichkeiten der Welt: Perspektiven aus dem globalen Süden“) wird die Australierin den Blickwinkel verschieben: Connell nimmt eine kritische Metaebene auf US- und eurozentristische Perspektiven der Männlichkeitsforschung ein.

Üblicherweise beruhen die Forschungsansätze zu diesem Thema auf Konzepten des globalen Nordens, meist werden diese Ideen – getreu der langen Geschichte des Kolonialismus über die letzten 500 Jahre – auf eine globale Ebene übertragen und universalisiert. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass die Weltgesellschaft geprägt von massiven Ungleichheiten ist, die häufig historische Wurzeln haben. Raewyn Connell ist der Auffassung, dass nicht nur Perspektiven des globalen Südens, sondern auch die intellektuellen Ressourcen postkolonialer Gesellschaften heute zum Verstehen von Männlichkeiten betrachtet werden müssen. Sie wird in ihrem Vortrag einige der Denker des globalen Südens vorstellen sowie historische Erfahrungen und aktuelle Themen, die notwendig sind, ein neues Verständnis aufzubauen. Der Vortrag, der um 18 Uhr c.t. im HZ 5, Hörsaalzentrum, Campus Westend beginnt, ist in englischer Sprache.

Die Wissenschaftlerin ist emeritierte Professorin der University of Sydney und eine der führenden Sozialwissenschaftlerinnen Australiens. Ihre Arbeiten wurden in 18 Sprachen übersetzt. Connell lehrte im Bereich der Soziologie, Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und ist darüber hinaus seit langem in der Arbeiter- und Friedensbewegung aktiv.

Informationen: Barbara Kowollik, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse, Campus Westend, Tel.(069) 798 35100,  E-Mail: cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de, http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

Forschung

Mai 18 2015
16:44

Zwei von zehn Plastikringen setzten Chemikalien mit hormonähnlicher Wirkung frei

Umwelthormone im Babybeißring

FRANKFURT. Zwei von zehn Beißringen aus Plastik, die zahnenden Babys zur Schmerzlinderung gegeben werden, setzten im Laborversuch Chemikalien mit einer hormonähnlichen Wirkung frei. Ein Produkt enthielt die normalerweise als Konservierungsstoff in Kosmetika verwendeten Parabene, das zweite sechs bisher nicht identifizierte Umwelthormone. Das berichten Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Applied Toxicology“.

„Die gute Nachricht ist, dass die meisten Beißringe, die wir untersucht haben, keine Umwelthormone enthalten. Auffällig ist aber der Nachweis von Parabenen in einem Produkt, weil diese Zusatzstoffe normalerweise nicht in Plastikspielzeugen verwendet werden“, sagt Dr. Martin Wagner von der Abteilung Aquatische Ökotoxikologie der Goethe-Universität. Die nachgewiesenen Stoffe – Methyl-, Ethyl- und Propylparaben – können im Körper wie natürliches Östrogen wirken und hemmen zudem die Wirkung von Androgenen wie Testosteron. Die EU-Kommission hat Propylparaben unlängst als Konservierungsstoff in Hautcremes für wunde Babypopos verboten, weil sie durch die rissige Haut in den Körper gelangen könnten.

„Unsere Studie zeigt, dass Plastikspielzeug eine Quelle unerwünschter Substanzen sein kann. Hersteller, Aufsichtsbehörden und Wissenschaftler sollten die chemische Belastung durch Plastikspielzeug gründlicher untersuchen“, schließt Wagner aus der Studie. Die Zusatzstoffe seien nur von begrenztem Nutzen für die Qualität des Produktes, könnten aber ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das gelte insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, deren Entwicklung einer fein austarierten hormonellen Kontrolle unterliegt. Zudem ist bei gleicher Dosis die Wirkung von Umwelthormonen bei Babys aufgrund des vergleichsweise geringen Körpergewichtes entsprechend höher als bei Erwachsenen.

Publikation:

Elisabeth Berger, Theodoros Potouridis, Astrid Haeger, Wilhelm Püttmann und Martin Wagner: Effect-directed identification of endocrine disruptors in plastic baby teethers, in Journal of Applied Toxicology, 18.5.2015, DOI: 10.1002/jat.3159

Informationen:  Dr. Martin Wagner, Abteilung Aquatische Ökotoxikologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42149, wagner@bio.uni-frankfurt.de; Elisabeth Berger, Tel.: (060516) 1954-3117, elisabeth.berger@senckenberg.de 

Forschung

Mai 18 2015
16:42

Forschungsprojekt untersucht individuelle Sichtweisen auf erfüllende Arbeit

Auf der Suche nach sinnvoller Arbeit

FRANKFURT. Wenn gegenwärtig Arbeit in Feuilletons oder Wirtschaftsmagazinen zum Thema wird, steht häufig die Suche nach einer sinnvollen Arbeit im Zentrum. So finden sich regelmäßig Berichte über Berufswechslerinnen und Berufswechsler, die ihren nine-to-five Job aufgegeben haben, um sich einer aus ihrer Sicht sinnvolleren Tätigkeit zuzuwenden. Weiterhin wird auf die Ansprüche der Generation Y eingegangen, die verstärkt nach dem Y („Why“), dem „Warum“ der Arbeit, fragt. In all diesen Beiträgen lässt sich ein einheitliches Verständnis davon, was unter einer sinnvollen Arbeit verstanden wird, nur schwerlich ausmachen: Ob Wünsche nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder nach einer Tätigkeit, die auf das Gemeinwohl zielt; all solche Fragen werden im Kontext beruflicher Sinnsuche und der Suche nach sinnvoller Arbeit subsumiert.

Das Forschungsprojekt „Gesellschaftliche Vorstellungen sinnvoller Arbeit und individuelles Sinnerleben in der Arbeitswelt“, kurz: Sinnarbeit, greift daher die Frage auf, was Beschäftigte unter einer sinnvollen Arbeit verstehen, und wie sie selbst ihre Arbeit zu einer für sie bedeutsamen Arbeit machen. Neben Interviews, die mit Beschäftigten aus verschiedenen Berufsfeldern geführt werden, um individuelle Prozesse der Sinnzuschreibung verstehen zu können, soll über eine Online-Befragung ein Eindruck davon gewonnen werden, welche Ansprüche Beschäftigte aus ganz verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt an Arbeit im Allgemeinen haben und wie sie ihre Arbeit erleben. Anders als in anderen Erhebungen geht es dabei weniger darum, allgemeine Einschätzungen der Arbeitszufriedenheit einzuholen. Es geht um die Bedeutungen, die der Arbeit zugeschrieben werden, um die Fragen, über die wir im Zusammenhang mit unserer Arbeit nachdenken und um die ganz eigenen Perspektiven, aus denen wir auf Arbeit schauen. Jeder hat eine eigene Vorstellung davon, was sie oder ihn an der Arbeit glücklich macht und auch davon, wie die Arbeitswelt gestaltet sein sollte. Diese individuellen Sichtweisen sollen mit dem Online-Fragebogen eingefangen werden.

Jeder, der bzw. die aktuell in einem Beschäftigungsverhältnis steht oder in der Vergangenheit erwerbstätig war, kann an der Studie teilnehmen. Im Fokus steht die individuelle Sicht auf die eigene Tätigkeit und die moderne Arbeitsgesellschaft. Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten.

Direkt zum Fragebogen: http://ww2.unipark.de/uc/sinnundarbeit oder über die Website des Projekts: www.sinn-arbeit.de.

Das Projekt „Sinnarbeit“ wird am Institut für Soziologie, dem Lehrstuhl für Arbeitssoziologie des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt und für zwei Jahre von der DFG gefördert. Die Projektleitung haben Prof. Heather Hofmeister, PhD. und Dr. Friedericke Hardering inne. Dr. Mascha Will-Zocholl ist für die Durchführung der Online-Befragung verantwortlich.

Weitere Informationen: Dr. Mascha Will-Zocholl, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt; Tel. (069) 798-36511; m.will-zocholl@soz.uni-frankfurt.de 

Veranstaltungen

Mai 15 2015
14:14

Bestseller-Autorin Julia Friedrichs zu Gast im Soziologischen Forschungskolloquium – Öffentliche Lesung mit Diskussion mit Prof. Dr. Sighard Neckel

„Wir Erben – Was Geld mit den Menschen macht“

FRANKFURT. Julia Friedrichs, die Bestseller-Autorin des viel diskutierten Buchs „Wir Erben – Was Geld mit den Menschen macht“ kommt am Mittwoch (20. Mai) zu einer öffentlichen Lesung mit anschließender Diskussion auf den Campus Westend. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im neuen Seminarhaus, Raum 4.101. Prof. Dr. Sighard Neckel hat die 36-jährige Journalistin in sein Soziologisches Forschungskolloquium eingeladen, das an diesem Tag auch für interessierte Bürger geöffnet ist.

„Die Erbengesellschaft ist ein soziologisches Thema von großer Aktualität und einiger Brisanz“, so Neckel, der sich im Kontext seiner Forschungen zur „Refeudalisierung“ der modernen Gesellschaft auch mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat. Noch nie wurde in Deutschland so viel Vermögen vererbt wie heute. Julia Friedrichs fordert eine neue Debatte über das Erben. Was bedeutet es, wenn im nächsten Jahrzehnt drei Billionen Euro in Deutschland vererbt werden? Was macht das Geld mit den Erben? Wie verändert eine Generation von Erben die überalterte Gesellschaft? Haben die Erben den Sozialvertrag längst aufgekündigt? Die Autorin hat versucht mit diversen Erben aus verschiedenen Dynastien zu sprechen – eine häufige Reaktion „Ich würde ja gern sprechen, aber ich kann nicht.“ Es war nicht so einfach, in dieser „unsichtbaren Parallelgesellschaft“, wie eine Bosch-Erbin ihr eigenes Milieu nennt, zu recherchieren; doch einige Gespräche hat Julia Friedrichs führen können.

Sie hat festgestellt, dass Erben ein Tabuthema ist: Es gibt zwar gutes statistisches Material über Armut in Deutschland, wenig aber über Reichtum, was nicht zuletzt daran liegt, dass Reiche meist diskret sind und es nicht mögen, wenn über sie gesprochen wird. In einem Vorabdruck des Buchs im Zeit-Magazin (18.März 2015 – „Erben – Eine Klasse für sich“) schreibt Friedrichs: „Bislang war man davon ausgegangen, dass die reichsten zehn Prozent rund 60 Prozent des Privatvermögens besitzen. Zu dieser Gruppe gehört man laut Sozio-oekonomischem Panel, wenn auf jede Person im Haushalt, die über 17 Jahre alt ist, ein Nettovermögen von mindestens 215.00 Euro entfällt. Im Februar präsentierte ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung eine Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wonach die Ballung noch massiver sein könnte: Sie vermuten zwischen 63 und 74 Prozent des Privatvermögens bei den reichsten zehn Prozent.“ Jährlich werden etwa 250 Milliarden Euro vererbt – fast so viel wie der gesamte Bundeshalt (2015 knapp 300 Milliarden Euro).

Auch wenn Friedrichs Buch von Rezensenten teilweise sehr kritisch besprochen wird, so hat es doch eine breite gesellschaftliche Debatte angeregt, die auch im Anschluss an ihre Lesung an der Goethe-Universität geführt werden soll: Sieht die Politik dem Phänomen der Erbungerechtigkeit tatenlos oder gar unterstützend zu, anstatt das sozialstaatliche Gerechtigkeitsversprechen zu verteidigen?

Informationen: Prof. Dr. Sighard Neckel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie, Tel. (069) 798-36593, neckel@soz.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 15 2015
14:12

Lucy Liefmann: Stolperstein erinnert an die erste promovierte Frau im Fachbereich Jura in Frankfurt

Ein Leben für die Fürsorge

FRANKFURT. Sie war die erste Frau, die an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Frankfurter Universität – heute Fachbereich Rechtswissenschaft – promoviert wurde: Lucy Liefmann wird am kommenden Sonntag mit einem „Stolperstein“ gewürdigt. Um 12.30 Uhr findet vor dem Haus an der Melemstraße 8 im Nordend die Verlegung des Gedenksteins durch den Künstler Gunther Demnig statt; für den Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität spricht Studiendekan Professor Guido Pfeifer vom Institut für Rechtsgeschichte.

Lucy Liefmann wuchs in Frankfurt als Kind des britischen Staatsbürgers Leo Liefmann und seiner Frau Auguste auf. Sie absolvierte die Elisabethenschule und das angeschlossene Lehrerinnenseminar und arbeitete dann als Lehrerin. 1912 bestand sie als Externe die Abiturprüfung an der Musterschule und nahm ein Jurastudium in Heidelberg auf. 1914 wechselte sie an die frisch gegründete Frankfurter Universität. Als erste Frau der rechtswissenschaftlichen Fakultät wurde sie 1918 promoviert. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Thema „Die Unterhaltspflicht des ausserehelichen Vaters nach kontinentalen Rechten“.

Ihr Berufsleben widmete Lucy Liefmann vor allem dem sozialen Bereich. 1920 wurde sie wissenschaftliche Assistentin im Wohlfahrtsamt, zuständig für das Fürsorgearchiv und die Redaktion der Frankfurter Wohlfahrtsblätter, die sie auch fortführte, als während der Inflation keine städtischen Gelder dafür flossen. Ihre Beiträge thematisierten fürsorgerechtliche Fragen aus den Bereichen Jugendbewegung, Schwerbeschädigte, Erziehung, Altenheime, Kinderschutz, Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten und Erzieherinnenausbildung. Sie widmete sich der Ausbildung der ehrenamtlichen Armen- und Waisenpfleger in Frankfurt und übernahm die Geschäftsführung des eigens hierfür gegründeten Verbandes. Als Jüdin und Sozialdemokratin wurde Lucy Liefmann 1933 entlassen, jahrelang kämpfte sie vergeblich um eine angemessene Rente. Ihre Eltern nahmen sich 1940 und 1941 das Leben. Nachdem sie monatelang an einer schweren Sturzverletzung laboriert hatte, starb auch Lucy Liefmann im Januar 1942 – vermutlich wie die Eltern von eigener Hand. Das Haus an der Melemstraße 8 war vermutlich ihr letzter frei gewählter Wohnort. Dort soll auf Initiative der Historiker Hanna und Dieter Eckhardt hin ein Stolperstein an Lucy Liefmann erinnern.

Die Aktion „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig läuft seit den 90er Jahren. Mit den im Boden verlegten quadratischen Gedenktafeln will Demnig  an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die mit einer Messingtafel ausgestatteten Steine werden nach Möglichkeit vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in den Straßenbelag eingelassen. Im Januar 2015 waren es bereits 50.000 Steine, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in 18 weiteren europäischen Ländern verlegt worden waren. Damit sind die Stolpersteine das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Allerdings gibt es auch Kritiker: So wurden in München bislang keine Tafeln angebracht, weil Charlotte Knobloch und die Jüdische Gemeinde in München sich dagegen ausgesprochen haben mit der Begründung, dass die Namen der Opfer mit Füßen getreten würden.

Weitere Informationen finden sich in der virtuellen Literaturvitrine des Fachbereichs Rechtswissenschaft – unter anderem ein Zeitplan für die Stolpersteinverlegung, Lucy Liefmanns Dissertation in der Universitätsbibliothek Frankfurt, Unterlagen im Universitätsarchiv. Unter www.frankfurter-personenlexikon.de ist darüber hinaus seit kurzem ein biographischer Beitrag von Hanna Eckhardt über Lucy Liefmann eingetragen.

http://www.stolpersteine-frankfurt.de/aktuell.html

Weitere Informationen: Professor Dr. Guido Pfeifer, Telefon (069) 798-34327, pfeifer@jur.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 15 2015
14:11

Benefiz-Konzert der drei Ehrensenatorinnen der Goethe-Uni erbringt fast 200.000 Euro an Spenden

Ein Herz für ausländische Studierende

FRANKFURT. Nach dem Benefizkonzert der drei Ehrensenatorinnen der Goethe-Universität zugunsten internationaler Studierender am 7. Mai ziehen die Organisatoren eine eindrucksvolle Bilanz: Auf den Spendenaufruf von Renate von Metzler, Karin Giersch und Johanna Quandt kamen im Laufe des Abends fast 200.000 Euro zusammen – deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Besonders freigebig waren die beiden Ehrensenatoren Josef Buchmann und Carlo Giersch sowie Friederich von Metzler und die Crespo Foundation.

Insgesamt verfolgten die berauschende Chopin-Interpretation der jungen Pianistin Olga Scheps im Festsaal des Uni-Casinos am Campus Westend 550 Gäste; die Gesamtzahl der Spender beläuft sich auf etwa 250 Personen oder Paare. Begleitet wurde Olga Scheps vom Stuttgarter Kammerorchester, das in den letzten Jahren bei Benefizkonzerten der Ehrensenatorinnen schon mehrfach zu Gast war und vor dem Chopin-Klavierkonzert mit einem Mozart-Divertimento glänzte.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff erklärt: „Die internationalen Studierenden haben es - das gilt für jede deutsche Uni - schwerer als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit deutschem Pass. Oft berichten sie, dass die neue Lehr- und Lernkultur ungewohnt ist. Ihre Erfolgsquote liegt deutlich unter derjenigen inländischer Studierender. Ich danke  allen Spendern, dass sie ein so großes Herz zeigen für unsere internationalen Studierenden. Damit verhelfen sie ihnen zu mehr Erfolg im Studium. Mehr erfolgreiche und zufriedene Absolventen und Absolventinnen hervorzubringen statt weiter steigender Erstsemesterzahlen ist ein wichtiges Ziel der Goethe-Uni für die nächsten Jahre. Für jede Unterstützung zur Erreichung dieses wichtigen Zieles sind wir sehr dankbar.“

Mit den gespendeten Mitteln sollen die Angebote für ausländische Studierende der Goethe-Universität verbessert werden. Geplant sind u.a. mehr Stipendien für begabte ausländische Studierende und Doktoranden, Deutsch-Intensiv-Kurse für Master-Studierende, kostenlose Exkursionen sowie eine Ausweitung der Sprechstunden des Internationalen Studientreffs (IST) und ein Online-Veranstaltungskalender, der auf einen Klick alle Veranstaltungen universitärer und universitätsnaher Institutionen bereithält.