Pressemitteilungen 

Hochschulpolitische Themen

Feb 25 2015
16:48

Ergebnisse der Senatswahlen 2014/15 an der Goethe-Universität stehen fest.

Kontinuität im Universitäts-Parlament

FRANKFURT. Im Wintersemester 2014/15 waren die Mitglieder der Goethe-Universität wieder zur Senatswahl aufgerufen. Bei der Sitzverteilung im künftigen Senat, so das jetzt vorliegende amtliche Endergebnis, bleibt vieles beim Alten. Keine Veränderungen sind bei den Wählergruppen der Professoren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der technisch-administrativen Mitarbeiter zu verzeichnen. Nur bei der Wählergruppe der Studierenden kommt es zu einem Wechsel: Die Liste Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)/Liberale Hochschulgruppe (LHG) konnte einen Sitz gewinnen, die Giraffen hingegen verpassten diesmal den Einzug in den Senat.

Der Senat ist zentrales Gremium der Universität und Vertretung aller Statusgruppen. Ihm gehören neun Professoren, drei wissenschaftliche Mitarbeiter, drei Studierende und zwei administrativ-technische Mitarbeiter an. Die Mitglieder des Präsidiums gehören dem Senat mit beratender Stimme an. Der Präsident bzw. die Präsidentin hat den Vorsitz im Senat. Das Recht zur beratenden Teilnahme an den Sitzungen des Senats haben die Dekaninnen und Dekane, der Vorsitzende des Hochschulrats, die Vorsitzenden des AStA, der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, die Frauenbeauftragte, die Vorsitzende des Personalrats und die Vertreterin der Schwerbehinderten.

Wahlberechtigt waren in der Wählergruppe I 565 Professoren; die Wahlbeteiligung lag mit 75,04 Prozent etwas höher als 2012/13 (74,2 Prozent). An der Sitzverteilung hat sich nichts geändert: Drei Sitze haben jeweils die Gruppierungen RATIO und UNIVERSITAS gewonnen; zwei Sitze kann die Liste Hochschulentwicklung (LH) für sich beanspruchen, die Demokratische Liste ist weiterhin mit einem Sitz im Senat vertreten.

In der Wählergruppe II der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter haben von insgesamt 3683 Wahlberechtigten 943 ihre Stimme abgegeben, was einer Beteiligung von 25,6 Prozent (2012/13: 26,4 Prozent) entspricht. Wie bisher sind die UNABHÄNGIGE Liste, GEW/verdi sowie die DEMOKRATISCHE INITIATIVE jeweils mit einem Sitz im Senat vertreten.

Stühlerücken dagegen bei den Studierenden-Vertretern im Senat: Neben Bündnis 90/Die Grünen-Hochschulgruppe und Jusos und attac für eine demokratische Uni konnte die Liste Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)/Liberale Hochschulgruppe (LHG) mit einem Sitz in den Senat einziehen; die Giraffen hingegen verpassten diesmal als viertstärkste Kraft den Einzug. Erneut war die Wahlbeteiligung in der Wählergruppe III sehr niedrig und lag mit 12,85 Prozent nur wenig über der von 2012/13 (12,2 Prozent).

Von den 1965 Wahlberechtigten der Wählergruppe IV – Administrativ-technische Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter –  haben 757 ihre Stimme abgegeben (38,2 Prozent). Wie bisher sind die „Freie Liste“ und die Senatsliste verdi jeweils mit einem Sitz im Senat vertreten.

Mehr Informationen auf den Internetseiten des Wahlamtes: www.uni-frankfurt.de/52292762/Wahlen-2014_15

Hochschulpolitische Themen

Feb 23 2015
15:28

Statement der Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, nach erfolgreichem Abschluss des Hessischen Hochschulpakts 2016-2020:

Wolff lobt Hochschulpakt

FRANKFURT. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, zieht ein positives Fazit der abgeschlossenen Verhandlungen um den Hessischen Hochschulpakt: „Die moderat steigenden Grundmittel geben uns Planungssicherheit“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff zum Hessischen Hochschulpakt 2016-2020. Damit ließen sich nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs verbessern und die wissenschaftliche Profilbildung weiter voranbringen. Die Präsidentin lobte das konstruktive Klima der Verhandlungen. „Es gibt diverse Ideen, die wir nun gemeinsam mit den anderen Hochschulen realisieren wollen, beispielsweise den Aufbau einer Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs – eine Art LOEWE-Programm für junge Wissenschaftler.“

Personalia/Preise

Feb 23 2015
12:43

Ausgezeichnete Beiträge über Qualitätssicherung in der Wissenschaft, Umgang mit Drittmitteln sowie eine Milieustudie über Abendschule

Goethe-Medienpreis geht an drei überregional tätige Journalisten

Auf dem Foto: Dr. Gerald Wagner (links) von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Bernd Kramer von duz.

FRANKFURT. Die Entscheidung ist gefallen. Die Gewinner des Goethe-Medienpreises für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus von FAZIT-Stiftung und Goethe-Universität stehen fest. Die Jury hat zusammen mit der Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, am 23. Februar anlässlich einer Festveranstaltung in Frankfurt

  • dem Journalisten Dr. Gerald Wagner von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für seinen Beitrag „An der Abendschule sagt keine Fack Ju Göhte“ – Aufstieg durch Bildung?...“ den mit 4.000 Euro dotierten, 1. Preis zuerkannt.
  • Der mit 1.800 Euro dotierte, 2. Preis geht an Florian Felix Weyh (Deutschlandradio Kultur) für sein Feature „Der eine macht, der andere wacht – Peer Review als Qualitätssicherungsverfahren in der Wissenschaft“.
  • Bernd Kramer erhält für seinen Beitrag: „Wahrheiten wie bestellt“ aus der Deutschen Universitätszeitung den mit 1.200 Euro dotierten 3. Preis.  
  • Der undotierte Anerkennungspreis geht an das studentische Radio Mephisto 97,6 aus Leipzig.

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Prof. Dr. Bernhard Kempen, bezeichnete den Beitrag des 1. Preisträgers Dr. Gerald Wagner als „eine eindringliche  Milieustudie, die zu einem Lehrstück über Bildung wird. (…) Bildung setzt Freiräume zur Persönlichkeitsentwicklung voraus, damit sich Selbständigkeit und Kreativität entfalten können. Bildung nimmt dagegen Schaden, wenn sie unter Verwertungsdruck steht und nur noch nach Nützlichkeitserwägungen beurteilt wird. (…) Das alles kann und wird auch Gültigkeit für die Hochschulen beanspruchen, die in erster Linie der Persönlichkeitsbildung der Lehrenden und Lernenden dienen sollen, in Zeiten der Ökonomisierung jedoch zu Wirtschaftsbetrieben und Ausbildungsfabriken degradiert sind. Insofern ist es durchaus folgerichtig, dass sich die Jury darauf verständigt hat, einen im Kern bildungspolitischen Grundsatzartikel mit weit reichenden hochschul- und wissenschaftspolitischen Implikationen auszuzeichnen.  (…) Indem er anhand eines Berliner Abendgymnasiums das politische Schlagwort vom „Aufstieg durch Bildung“ zum Thema macht, hat der Autor markante Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich von Wissenschafts- und Hochschulpolitik einem breiten Publikum vermittelt.“

„Wer wissenschaftlich forscht, braucht den Segen anderer Forscher des Fachgebiets, um die Ergebnisse publizieren zu können. Peer Review heißt das Verfahren“, heißt es im Radiofeature „Der eine macht, der andere wacht – Peer Review als Qualitätssicherungsverfahren in der Wissenschaft“ von Florian Felix Weyh. Der ehemalige Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Jury-Mitglied Prof. Dr. Reinhard Grunwald hob in seiner Laudatio hervor:Mit dem Peer Review ist es wohl wie mit der Demokratie: nicht ohne Schwächen, aber das Beste, was derzeit zur Verfügung steht. Die Jury war sich einig:  Nach Form und Inhalt ist diese Arbeit geradezu ein Musterbeispiel für ein Radiofeature: spannend, lehrreich, ebenso faktenreich wie farbig und unterhaltsam, bestens geeignet, die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums für wichtige Themen der Wissenschaft zu gewinnen.“

Die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD, Prof. Dr. Margret Wintermantel erklärte in ihrer Laudatio zu Bernd Kramers Beitrag „Bestellte Wahrheiten“: „Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht der Forschungsstandort Deutschland eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Beitrag von Bernd Kramer wurde ausgezeichnet, weil er zeigt, wie schwierig die Gratwanderung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist, wenn sie für ihre Forschung Drittmittel aus Unternehmen akquirieren. Er stellt dabei heraus, welche Verantwortung Forscherinnen und Forscher für einen moralisch integeren Umgang mit Drittmitteln übernehmen, denn letztendlich geht nicht nur um die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Forschung. Es geht um die Integrität von Wissenschaft und die internationale Reputation des deutschen Wissenschaftssystem.“

Der Goethe-Medienpreis für Wissenschaft-und politischen Journalismus wird seit 2008 alle zwei Jahre verliehen und ist der einzige Preis seiner Art im deutschsprachigen Raum. Prämiert wird exzellenter Journalismus, der wissenschafts- und hochschulpolitische Entwicklungen und Themen in besonders hintergründiger und anschaulicher Weise aufgreift und damit einem großen Publikum zugänglich macht. Die Bewertung übernimmt eine mit herausragenden Fachleuten besetzte Jury. Bewerben können sich Print-, Online- und Hörfunkjournalisten. Die nächste Ausschreibungsrunde startet im April 2016.

Die Jury besteht aus folgenden Personen:

  • Prof. Dr. Margret Wintermantel (Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes),
  • Prof. Dr. Bernhard Kempen (Präsident des Deutschen Hochschulverbandes),
  • Werner D‘Inka (Mit-Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung),
  • Dr. Martin Doerry (DER SPIEGEL)
  • Dr. Wolfgang Heuser (Herausgeber Deutsche Universitätszeitung)
  • Kate Maleike (Deutschlandradio, Redaktion Campus&Karriere),
  • Prof. Dr. Reinhard Grunwald (Generalsekretär a.D. der Deutschen Forschungsgemeinschaft),

Sonstige

Feb 23 2015
10:14

„Oft werden die einfachsten Regeln nicht beachtet“, kritisiert Prof. Ferdinand Gerlach, Prof. für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität

Grippe-Tipps vom Experten

FRANKFURT. Krankenhäuser mit Aufnahmestopps, überall hustende und niesende Menschen – die Influenzaviren haben Deutschland derzeit fest im Griff – Experten sprechen bereits von der stärksten Grippewelle der letzten Jahre. Und der Höhepunkt soll noch nicht erreicht sein. Wer noch nicht krank ist, fragt sich, wie er sich wirkungsvoll schützen kann. Bei wem die Viren bereits zugeschlagen haben, fragt sich, wie er möglichst rasch wieder gesund wird.

"Die drei wichtigsten Regeln müssen lauten: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen", erklärt Prof. Ferdinand M. Gerlach, Professor für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universitätt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin und Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung. „Das gilt für Kinder wie für Eltern gleichermaßen. Auch wenn wir nicht jeden Infekt vermeiden können, so können wir uns doch vor einigen schützen.“ Der Gesundheitsexperte nennt neben Händewaschen folgende Grundregeln, die das Ansteckungsrisiko vermindern:

Berühren sie so wenig wie möglich Ihre Augen, Ihren Mund oder die Nase mit den eigenen Händen.

  • Benutzen Sie Taschentücher, Zahnbürsten, Handtücher oder Schnupfensprays nicht gemeinsam
  • Lüften Sie viel (drei- bis viermal täglich Stoßlüftung von zirka 5 Minuten)
  • Vermeiden Sie Händeschütteln und Umarmungen zur Begrüßung
  • Vermeiden Sie Auskühlung und tragen Sie den Temperaturen angemessene Kleidung.
  • Sorgen Sie in der kalten Jahreszeit für nächtliche Luftbefeuchtung gegen das Austrocknen der Schleimhäute durch trockene Heizungsluft
  • Bewegen Sie sich zwei bis dreimal wöchentlich bis zum Schwitzen (Ausdauersport). Kalt-warm-Duschen und regelmäßige Saunagänge stärken Ihre Immunabwehr
  • Wenn Sie über 60 Jahre alt oder chronisch krank sind, kann eine Impfung gegen Influenza ("Grippeimpfung") sinnvoll sein
  • Halten Sie Abstand von hustenden oder niesenden Menschen
  • Sorgen Sie für ausreichenden Schlaf!
  • Vermeiden Sie Stress, Hektik, Alkohol und Nikotin

Gerlach: „Es sind die einfachen Regeln, die – oft sogar von Beschäftigten im Gesundheitswesen selbst – nicht beachtet werden. Dadurch steigt das Risiko, dass sich Viren – wie gerade jetzt wieder – sprunghaft ausbreiten. Dabei könne jeder durch sein eigenes Verhalten dazu beitragen, dass dieses Risiko sinkt.

Veranstaltungen

Feb 20 2015
10:55

Podiumsdiskussion „Klimawandel und Gerechtigkeit“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften am 23.2.2015 in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

Klimawandel: Helfen Verhandlungen noch?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. „Das Problem des Klimawandels ist von globaler Reichweite. Wir lösen es durch internationale Kooperation oder gar nicht“, so Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die bisherigen Abkommen seien zwar unzureichend. Eine Alternative zu Verhandlungen, die auch die Rechte ärmerer Länder und zukünftiger Generationen berücksichtigen, gebe es jedoch nicht. Wie realistisch ist aber eine solche Konsensfindung überhaupt noch? Vor allem auch dieser Frage widmet sich eine Podiumsdiskussion mit Moellendorf und weiteren Experten zum Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“ am Montag, dem 23. Februar, am Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Tagungsraum des Kolleggebäudes (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg). Um Anmeldung wird gebeten. Veranstalter sind das Forschungskolleg der Goethe-Universität und der Frankfurter Exzellenzcluster, an den Moellendorf vor rund eineinhalb Jahren von der San Diego State University gewechselt ist. Zuvor war der Philosoph eine Zeitlang Gastwissenschaftler am Bad Homburger Kolleg. Bei diesem Fellowaufenthalt entstanden wesentliche Teile seiner Monographie „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“ (Cambridge 2014). Eine moralische Herausforderung sieht Moellendorf darin, dass sich eine globale Klimapolitik nicht darauf beschränken dürfe, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der Armut im Blick behalten.

„Ärmere Länder haben einen begründeten Anspruch auf die Steigerung ihres Energieverbrauchs, um der Armut zu entkommen“, sagt Moellendorf und plädiert für eine ausgleichende Gerechtigkeit, bei der reichere Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Prodution verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen. Um auch die Lebenschancen zukünftiger Generationen zu berücksichtigen, sollten die CO2-Emissionen bald stark reduziert und letztendlich gestoppt werden. Moellendorf verweist auf einen Beschluss der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) wonach die Erderwärmung höchstens auf zwei Grad Celsius steigen solle. Nach aktuellen Schätzungen wäre die Zwei-Grad-Erwärmung nach dem Ausstoß von insgesamt einer Billion Tonnen CO2 erreicht. Bisher, vom Beginn der Industrialisierung bis heute, sind etwa 585 Millionen Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate würde die billionste Tonne in den ersten Monaten des Jahres 2039 ausgestoßen werden.

Das so genannte „Zwei-Grad-Ziel“ wurde auf dem Weltklimagipfel 2010 offiziell beschlossen. Der kommende Klimagipfel im Dezember 2015 in Paris hat den Anspruch, einen umfassenden Plan zur Schadensminimierung zu verabschieden, der 2020 in Kraft treten soll. Bisher hätte „der Prozess multilateraler internationaler Verhandlungen noch keine hinreichenden Erfolge gezeitigt“, so Moellendorf. Trotzdem sieht er in jüngsten Entwicklungen einen „gewissen Grund zur Hoffnung“. Das Klimaschutzabkommen zwischen China und den USA vom November vergangenen Jahres sei schon deshalb ein Fortschritt, weil es zeige, dass „die zwei größten Emittenten in der Lage sind, sich auf etwas zu einigen“. Ähnlich ermutigend sei die Ankündigung der EU-Staaten zu einer weiteren Emissionsreduktion.

Für den Fall, dass es keine umfassenden und belastbaren Vereinbarungen gebe, hält Moellendorf es für unvermeidlich, dass sich die öffentliche Debatte verstärkt „Vorschlägen zuwenden wird, die noch mehr Besorgnis erregen“. Gemeint ist das so genannte Geo- oder Climate-Engineering, großräumige Eingriffe in die chemischen und biochemischen Kreisläufe der Erde, um sie künstlich abzukühlen. Was wiederum davon zu halten ist, soll ebenfalls bei dem Podiumsgespräch erörtert werden.

Darrel Moellendorf diskutiert in Bad Homburg mit Prof. Konrad Ott, Professor für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der von 2000 bis 2008 dem Sachverständigenrat für Umweltfragen angehörte. Hinzu kommt Dr. Hermann E. Ott, Senior Advisor am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und bis 2013 Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“. Die Moderation hat die Klimawissenschaftlerin Dr. Julia Schulz, ehemals Mitarbeiterin des Wuppertal Instituts und des Klimaschutzrates Berlin. Die Einführung und Begrüßung übernehmen Michael Korwisi, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg, und Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Frankfurter Professor für Philosophie und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften.

Ebenfalls zum Thema Klimawandel ist noch bis zum 15. Mai im Foyer des Forschungskollegs die Fotoausstellung „The Human Face of Climate Change“ des Schweizer Künstlerpaares Mathias Braschler und Monika Fischer zu sehen.

Information:  Prof. Darrel Moellendorf, Professur für Internationale Politische Theorie, Sekretariat, Ellen Nieß, Exzellenzcluster Normative Orders, Campus Westend, Tel. (069) 798-31521, ellen.niess@normativeorders.net, www.normativeorders.net

Anmeldung: Um Anmeldung zu der Veranstaltung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de wird gebeten.

Veranstaltungen

Feb 18 2015
13:19

Einzige deutschsprachige Auszeichnung für hochschul- und wissenschaftspolitischen Journalismus wird zum vierten Mal verliehen

Medieneinladung / Feierliche Verleihung des Goethe-Medienpreises

FRANKFURT. Der Goethe-Medienpreis für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus prämiert seit 2008 im Abstand von zwei Jahren herausragenden Journalismus, der sich kritisch und analytisch mit Themen aus Hochschul- und Wissenschaftspolitik auseinandersetzt.

Bei einer Feierstunde am Montag, den 23. Februar 2015, 15 Uhr, im Raum 1.314 im IG Farben-Haus (Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt) werden die drei Preisträger der Ausschreibungsrunde 2014 öffentlich bekannt gegeben und ihre Arbeiten gewürdigt. Als Medienvertreter laden wir Sie ein, an der Feierstunde teilzunehmen.

Es sprechen:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität

sowie als Mitglieder der Jury und Laudatoren:

  • Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin deutscher akademischer Austauschdienst,
  • Prof. Dr. Bernhard Kempen, Präsident Deutscher Hochschulverband,
  • Prof. Dr. Reinhard Grunwald, Generalsekretär a.D. Deutsche Forschungsgemeinschaft

Über Ihr Kommen freuen wir uns. Anmeldungen bitte an Helga Ott, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Die nächste Ausschreibungsrunde für den Goethe-Medienpreis beginnt im April 2016.

Herzliche Grüße
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt

Veranstaltungen

Feb 17 2015
14:01

Fotoausstellung und Podiumsdiskussion des Forschungskollegs Humanwissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt

Klimagerechtigkeit im Fokus von Wissenschaft und Kunst

FRANKFURT / BAD HOMBURG V.D.HÖHE. Je länger die Menschheit wartet, um so aufwendiger und teurer wird ein effektiver Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Dabei ist vor allem die Frage offen, wie die Kosten und die Lasten von Klimaschutz aufgeteilt werden sollen. Solange diese Frage nicht zufriedenstellend beantwortet ist, wird es kein international verbindliches Klimaschutzabkommen geben. Und: Ist ein solches Abkommen nach mehr als 20 Jahren internationaler Klimaschutzverhandlungen überhaupt noch realistisch? Mittlerweile werden immer mehr Stimmen laut, die stattdessen von Vorreiterallianzen außerhalb des internationalen Klimaregimes sprechen. Aber wie sollten solche Allianzen aussehen? Welchen Eintrittspreis, welche Vorteile sollten sie haben? Diese und weitere Fragen rund um das Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“ stehen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am 23. Februar 2015, 19:00 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe Universität am Wingertsberg 4 in Bad Homburg.

Eingerahmt wird diese Diskussionsveranstaltung von einer Fotoausstellung des international renommierten Künstlerpaares Mathias Braschler und Monika Fischer mit dem Titel The Human Face of Climate Change. Sie wird am Donnerstag, 19. Februar 2015, 16:30 Uhr, ebenfalls im Forschungskolleg Humanwissenschaften eröffnet.

Die in der Schweiz und New York lebenden Künstler, unter anderem mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet, haben acht Monate lang 16 Länder auf allen Kontinenten bereist und Menschen portraitiert, denen der Klimawandel die Lebensgrundlage entzogen hat. Die Fotos sind keine weitere harte Dokumentation einer Katastrophe und ihrer Opfer. Vielmehr lichten die Fotografen Menschen vor ihrem Lebensumfeld ab und belassen ihnen dabei frontal und leicht von unten fotografiert ihre Würde. In ihrer Schlichtheit und Schärfe sind die Werke eindrücklich und berührend.

Beide Veranstaltungen sind öffentlich. Die Werke der Fotoausstellung werden bis zum 15. Mai 2015 von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 16 Uhr und auf Anfrage zu sehen sein. Privatpersonen und Schüler können sich für eine der thematischen Führungen durch die Ausstellung anmelden, die noch bekannt gegeben werden.

Die Teilnehmer des Diskussionsabends:

  • Darrel Moellendorf ist Professor für Internationale Politische Theorie und Professorder Philosophie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main und hat am Forschungskolleg sein Buch The Moral Challenge of Climate Change  (Cambridge 2014) fertiggestellt.
  • Konrad Ott ist Professor für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, gehörte von 2000 bis 2008 dem Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) an und forscht zu ethischen Aspekten des Klimawandels.
  • Dr. Hermann E. Ott ist Klimawissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie und ehemaliger Bundestagsabgeordneter sowie Mitglied der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität.

Koordination und Moderation:

Dr. Julia Schultz, Klimawissenschaftlerin aus Bad Homburg und ehemals Mitarbeiterin des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie sowie des Klimaschutzrates Berlin.

Einführung und Begrüßung:

Michael Korwisi, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg,

Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Frankfurter Professor für Philosophie und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt in Bad Homburg.

Anmeldung: Wir bitten um Anmeldung zu den Veranstaltungen unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

Weitere Information: Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Telefon 06172-13977-10, sowie unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de und www.normativeorders.net

Die öffentliche Podiumsdiskussion und Fotoausstellung werden vom Forschungskolleg Humanwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität Frankfurt durchgeführt. Die Veranstalter danken der Stadt Bad Homburg, den Stadtwerken Bad Homburg und dem Verein POWER für die Förderung.

Veranstaltungen

Feb 16 2015
13:55

Auftaktveranstaltung zur Kooperation der Goethe-Universität mit dem Frauennetzwerk „Frauen mit Format“

Auch Frauen brauchen Netzwerke

Nachtrag vom 6. März 2015

„Machtfaktor Netzwerk – warum Frauen starke Beziehungsgeflechte brauchen“

Diese Frage stand im Zentrum einer gut besuchten Podiumsdiskussion am Donnerstagabend am Campus Westend. Einen Tag vor der Quotenabstimmung im Bundestag diskutierten GU-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff, Prof. Ann-Kristin Achleitner von der TU München und Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns Klöckner darüber, warum Frauen es trotz ebenbürtiger Qualifikation immer noch schwer haben, an die Spitze zu kommen. Moderiert wurde die Veranstaltung, die den Auftakt einer neuen Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Wirtschaftsnetzwerk „Frauen mit Format“ bildete, vom langjährigen Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert.

 

 


Einladung zum Medientermin

FRANKFURT. „Machtfaktor Netzwerk: Warum Frauen ein starkes Beziehungsgeflecht brauchen“ – unter diesem Motto steht eine Podiumsdiskussion am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr in der Lobby des Präsidialgebäudes auf dem Campus Westend (Adresse: Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main). Die Veranstaltung mit Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner und Konzernmanager Gisbert Rühl bildet den Auftakt einer Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Frauennetzwerk „Frauen mit Format“ (FmF). Moderiert wird die Diskussion vor geladenen Gästen vom früheren Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

„Mehr Frauen in Aufsichtsräten“ – dieses Ziel will die Bundesregierung mit einer Quote für die größten aktiennotierten Unternehmen erreichen. Das Frauennetzwerk „Frauen mit Format“ setzt zudem auf Vernetzung: Vor drei Jahren von Astrid von der Malsburg und Gleichgesinnten gegründet, soll es Kontakte zwischen Frauen in verantwortlichen Positionen schaffen. Dreimal jährlich trifft sich der Verbund zum Mittagessen in einem Unternehmen, es gibt einen Vortrag, die Frauen kommen ins Gespräch – dabei entstehen wichtige Kontakte und neue Ideen. Bei einem solchen Treffen im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg war auch die Politikwissenschaftlerin und Vizepräsidentin der Goethe-Universität Prof. Tanja Brühl dabei – hier entstand die Idee einer Kooperation. Eine Verbindung zwischen FmF und Goethe-Universität könnte Studentinnen, Absolventinnen und Professorinnen zugutekommen, so der Gedanke. „Neben der Qualifikation spielen beim beruflichen Fortkommen auch Netzwerke eine Rolle. Auch für Frauen“, ist Tanja Brühl überzeugt. Damit die Querverbindung zwischen Hochschule und Wirtschaft gut gelingt, wurde im PEG-Gebäude am Campus Westend zunächst für einen befristeten Zeitraum ein Koordinationsbüro eingerichtet.

Das FmF-Büro versteht sich als Kontaktstelle, entsprechende Links und Anzeigen soll es auch auf der Homepage geben. „Ich wünsche mir zum Beispiel eine Praktikumsbörse für gute Studentinnen. Wenn junge Frauen erleben, dass z.B. in einer großen, internationalen Anwaltskanzlei auch Mütter erfolgreich arbeiten, macht das Mut für den eigenen Weg“, sagt Vizepräsidentin Brühl. Das FmF-Team plant neben differenzierten Veranstaltungen für berufstätige Frauen und Wissenschaftlerinnen auch ein Mentoringprogramm. Ein vertrauensvoller Erfahrungsaustausch sei wesentlicher Bestandteil jedes guten Netzwerkes, von dem sowohl Mentorinnen als auch Mentees profitierten, so Adrienne von Hochberg. Eine stärkere Vernetzung zwischen Hochschule und Wirtschaft könnte neue Zukunftsoptionen deutlich machen. Und nicht zuletzt könnten für Doktorarbeiten und Forschungsprojekte neue Partner gewonnen werden.

Es sei erschreckend, dass einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge die Zahl der weiblichen Führungskräfte in großen Unternehmen sogar rückläufig sei, sagt FmF-Gründerin Astrid von der Malsburg: „Es macht sich eine Abwehrhaltung breit, und je isolierter sich die Frauen fühlen, desto mehr geben sie ihre Karrieren auf und treten in die zweite Reihe.“ Deshalb seien Netzwerke so wichtig. Und auch die Quote sei zu begrüßen: „Die Köpfe müssen zum Umdenken leider gezwungen werden“, sagt von der Malsburg, die früher Reden für Helmut Kohl geschrieben hat und früher der Quote mit Skepsis begegnet ist. „Während von Männern erwartet wird, dass sie Herausforderungen annehmen, müssen Frauen erst mal beweisen, dass sie es können“, erklärt Adrienne von Hochberg, die als Partnerin das neue Büro am Campus Westend mit aufbaut, warum es bis zur Chancengleichheit noch ein langer Weg ist.

Das Startsignal für die Kooperation gibt die Podiumsdiskussion am 5. März in der Lobby des Präsidialgebäudes am Campus Westend. Mit Unipräsidentin Wolff diskutieren Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Betriebswirtschaftlehre an der TU München, und Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Stahlkonzerns Klöckner. Anmeldung nach Möglichkeit bis 20. Februar unter fmf@em.uni-frankfurt.de.

Einladung zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/54226031

Veranstaltungen

Feb 16 2015
10:55

Am 5./6. März können sich Studierende wieder bis zum Morgengrauen mit ihren aufgeschobenen Hausarbeiten beschäftigen – und dabei sachkundig beraten lassen

Lange Nacht mit Notebooks und Schreibtisch-Yoga

FRANKFURT. Das Schreibzentrum der Goethe-Universität veranstaltet vom 5. auf den 6. März zum fünften Mal die „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. „Da haben Schreibblockaden und Aufschieberitis keine Chance!“, so Dr. Stephanie Dreyfürst, gemeinsam mit Dr. Nadja Sennewald Leiterin des Schreibzentrums. Falls Studierende mal beim Schreiben stecken bleiben: Die Schreibtutorinnen und -tutoren wissen, wie sie damit am besten umgehen können.  „Besonders gut hilft zum Beispiel das Freewriting, eine Brainstorming-Methode“, ergänzt Dr. Sennewald.

Um 20 Uhr ist Einlass im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, IG-Farben-Haus, Campus Westend. Bis zum Morgengrauen beantworten die Tutoren des Schreibzentrums Fragen und bieten adhoc Schreibberatungen an. Auch einstündige Kurzworkshops zu Zeitmanagement, Argumentationsstrukturen und Schreibtisch-Yoga gehören zum nächtlichen Programm. Für Marco Linguri, 24, Schreibtutor am Schreibzentrum, ist die „Lange Nacht“ das Highlight des Semesters: „Draußen ist es dunkel, still, alles schläft, nichts lenkt einen ab. Und innen – eine ganze Bibliothek voll mit nächtlichen Schreibern!“ Diese konzentrierte Atmosphäre überträgt sich auch auf die Schreibenden, die sonst Schwierigkeiten beim Durchhalten haben. Auch für den nötigen Kaffee in den Schreibpausen ist gesorgt.

Wer sich mit Kommilitonen in anderen deutschen Unis austauschen möchte, kann dies unter dem Hashtag #lndah tun. Denn die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten findet bundesweit am 5. und 6. März statt.

Zur Teilnahme an der „Langen Nacht“ sind alle Studierenden und Promovierende der Goethe- Universität eingeladen; Netbooks und Nervennahrung nicht vergessen!

Anmeldung: bis zum 4. März 18 Uhr unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de (Name, Studienfach, Semester)

Weitere Informationen: http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de; https://schreibnacht.wordpress.com/

Veranstaltungen

Feb 16 2015
10:51

Dialog zwischen Wissenschaftlern und Praktikern bei „Interdisziplinärer, psychoanalytischer Forschungskonferenz“ auf dem Campus Westend

Traumata bei Risikokindern erkennen und behandeln

FRANKFURT. Verwahrlosung, Gewalt und sexueller Missbrauch gehören zu den Alltagserfahrungen nicht weniger Kinder in Deutschland – das beschäftigt zunehmend auch die Wissenschaft. „Annäherungen an ‚Risikokinder‘ – Psychoanalytische und interdisziplinäre Forschung zu traumatisierten Kindern“ ist das Thema, zu dem sich Forscher und Praktiker bei der interdisziplinären psychoanalytischen Forschungskonferenz vom 27. Februar (Freitag) bis 1. März (Sonntag) an der Goethe-Universität austauschen.

Kinder verbergen ihr Trauma nicht selten hinter auffälligem und störendem Verhalten. Hier setzen Psychoanalytiker wie die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts, Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber, mit ihrer Diagnose an: „Ein solches Verhalten sehen wir nicht primär als Fehlverhalten, sondern als Ausdruck eines verborgenen unbewussten, sinnvollen psychischen Geschehens.“ Die Mitorganisatorin der Tagung ergänzt: „Daher gilt es zunächst, das auffällige Verhalten des Kindes zu entschlüsseln, hinter dem oft traumatische Erfahrungen stecken.“ Wie solche Traumatisierungen erkannt  und behandelt werden können, damit wollen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u.a. bei ihrer Tagung beschäftigen.

Traumatisierte „Risiko-Kinder“ stellen eine besondere Herausforderung für Psychotherapeuten, Erziehungswissenschaftler, Lehrer und Erzieher. Sie werden immer häufiger mit Kindern konfrontiert, die häusliche Gewalt erlebt haben, aber auch mit traumatisierten Kindern aus Flüchtlings- und Migrantenfamilien. „Die Psychoanalyse kann aus Jahrzehnte langer Erfahrung mit Trauma-Patienten auch einiges zur aktuellen Debatte beitragen. Als eine der ersten wissenschaftlichen Disziplinen hat sie die Kurz- und Langzeitfolgen von schweren Traumatisierungen auf Kinder und ihre Entwicklung untersucht“, erläutert die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts. Inzwischen wurde dieses Thema auch in vielen anderen Disziplinen erforscht, u.a. in den Neurowissenschaften, der Cognitive Science, der empirischen Entwicklungsforschung und der Pädagogik. Der Dialog zwischen diesen Disziplinen und der Praxis soll bei der international besetzten Frankfurter Tagung intensiviert werden. Ausgerichtet wird sie von Vertretern des Sigmund-Freud-Instituts, des interdisziplinären Forschungszentrums „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) und den Universitäten Stockholm, Kassel und Frankfurt.

„Elterliche Gewalt, der plötzliche Tod eines Elternteils oder lebensbedrohliche Kriegserlebnisse können wie ein verschlingendes Energiezentrum auf Kinder wirken und ihren empathischen Schutzschild komplett zerstören. Deshalb ist es so wichtig, dass wir solche gravierenden traumatischen Erfahrungen erkennen und behandeln können“, unterstreicht Leuzinger-Bohleber. Je früher traumatisierte Kinder und ihre Eltern die Möglichkeit erhalten, in einer geschützten professionellen Beziehung über das Erlebte zu sprechen, desto eher können die Kurz- und Langzeitfolgen eingedämmt werden. Dabei spielt die Art des Traumas, der familiäre, institutionelle und gesellschaftliche Kontext eine entscheidende Rolle, denn Traumatisierungen betreffen zwar immer Individuen, verweisen aber – wie die Terroranschläge in Paris leider einmal mehr drastisch vor Augen geführt haben – immer auch auf gesellschaftliche Zusammenhänge.

Öffentlicher Vortrag zu „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“

Diese komplexen Zusammenhänge illustrieren die beiden Psychoanalytiker Ralf Zwiebel und Andreas Hamburger exemplarisch in dem öffentlichen Vortrag, der am Freitag (27. Februar) um 20 Uhr im Nebengebäude des IG-Farben-Hauses, Campus Westend, stattfindet. Anschauungsmaterial bietet dabei der Film „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ von Michael Haneke. Sadistische Erziehungsmethoden, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland sehr verbreitet waren, führten zu schweren Bindungstraumata der Kinder – so der englische Psychoanalytiker Peter Fonagy, hatten aber auch gravierende soziale und gesellschaftliche Folgen. Der Film wirft einen kritischen Blick auf den sittenstrengen Protestantismus und seine traumatisierenden Folgen für die individuellen Entwicklungen, die den Übergang vom Wilhelmismus zum Nationalsozialismus begünstigten.

Diese Tagung führt die Tradition der Joseph Sandler Research Conferences weiter, die in den vergangenen sieben Jahren jeweils am ersten März-Wochenende in Frankfurt stattfanden. Sandler und seine Frau hatten die Psychoanalyse in den 1990er Jahren stärker für den Dialog mit den anderen Wissenschaften geöffnet und deshalb diese einmal im Jahr ausgerichtete Konferenz ins Leben gerufen.

Informationen: Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Sigmund-Freud-Institut, Tel. (069) 971204-0; m.leuzinger-bohleber@sigmund-freud-institut.de; www.sigmund-freud-institut.de; Registration für die Tagung: Otgon Kröhan, tagung@sfi-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 12 2015
13:52

Klimagerechtigkeit im Fokus von Wissenschaft und Kunst

Einladung zum Medientermin

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemeinsam laden das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg, die Universität Frankfurt und die Stadt Bad Homburg v.d.Höhe ein zum Pressegespräch für

Dienstag, 17. Februar 2015, 9:30 Uhr,
in die Bibliothek des Forschungskollegs Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Zum Thema „Klimagerechtigkeit im Fokus von Wissenschaft und Kunst“ sind Ihre Gesprächspartner 

  • Michael Korwisi, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v.d.Höhe,
  • Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin des Forschungskollegs Humanwissenschaften,
  • Dr. Julia Schultz, Wissenschaftlerin und Koordinatorin der Veranstaltungen und
  • Linde Storm, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität.

Wir informieren Sie in unserem Gespräch über zwei Veranstaltungen zum Thema Klimagerechtigkeit: die Fotoausstellung „The Human Face of Climate Change“ und die Podiumsdiskussion „Klimawandel und Gerechtigkeit“, veranstaltet vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt.

Ausführliche Informationen zu beiden Veranstaltungen erhalten Sie während des Pressegesprächs. Wir bitten Sie, die Termine bereits jetzt vorzumerken. Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag, 19. Februar 2015, um 16:30 Uhr im Foyer des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Sie wird anschließend bis 15. Mai 2015 zu sehen sein. Die Podiumsdiskussion „Klimawandel und Gerechtigkeit“ mit Darrel Moellendorf, Konrad Ott, Hermann E. Ott und Julia Schultz findet am Montag, 23. Februar 2015, im Tagungsraum des Forschungskollegs Humanwissenschaften statt. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Über Ihr Kommen und eine anschließende Berichterstattung würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Möring , Stadt Bad Homburg v. d. Höhe
Dr. Olaf Kaltenborn, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Forschung

Feb 12 2015
11:50

Frankfurter Intensivmediziner Kai Zacharowski arbeitet an gemeinsamem Curriculum für Europa

Grenzübergreifende Intensivmedizin

FRANKFURT. Wer im Urlaub schwer erkrankt oder einen Unfall hat, möchte genauso gut behandelt werden wie zu Hause in Deutschland. Eine gute Ausbildung der Ärzte kann gerade in der Intensivmedizin lebenswichtig für den Patienten sein. Um europaweit einheitliche Standards für die Intensivmedizin bemüht sich eine Kommission bei der Europäischen Union unter Leitung von Prof. Kai Zacharowski, dem Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der Goethe-Universität. Diese Kommission mit dem etwas sperrigen Namen Multiple Joint Committee Intensive Care Medicine (MJC ICM) hat Rahmenrichtlinien formuliert, die die Mitgliedsstaaten nun ratifizieren sollen. Dabei wird es wohl nicht ohne Kompromisse abgehen.

„In Vielfalt geeint“ – das Motto der Europäischen Union verweist auf die Vorteile der unterschiedlichen Kulturen auf unserem Subkontinent. Im Bereich der Medizin kann diese Vielfalt auch zum Nachteil des Patienten werden. Besonders uneinheitlich sind die Regelungen im Bereich der Intensivmedizin. Absolvieren Mediziner hierzulande zunächst ihre Facharztausbildung, bevor sie zum Intensivmediziner weitergebildet werden können, ist die Intensivmedizin beispielsweise in Spanien eine Facharztausbildung direkt im Anschluss an das Studium. Kein Wunder, dass ein Wechsel innerhalb Europas für Intensivmediziner unter Umständen schwierig ist.

„Junge Ärzte wollen sich nicht für ihr ganzes Berufsleben auf den Bereich Intensivmedizin festlegen“, begründet Kai Zacharowski die Organisation der Ausbildung in Deutschland. Schichtdienste und die hohe psychische Belastung legten nahe, dass man sich nicht zu früh auf die Intensivmedizin festlegen solle, so der Professor, der Deutschland auch in der Union Européenne des Médicins Spécialistes (UEmS) vertritt. Hierzulande sei undenkbar, die Ausbildungszeit von insgesamt sieben Jahren zu verkürzen: „Nach drei Jahren können wir einen jungen Kollegen noch nicht eigenständig arbeiten lassen.“ Letztlich bleibe die Dauer der Ausbildung aber Sache der einzelnen Staaten. Bei den Inhalten jedoch sollte es einheitliche Standards geben. Richtlinien für die medizinischen Berufe sind national festgelegt, bei den Gesundheitsministerien oder – wie im Falle Deutschlands – bei Standesorganisationen wie der Bundesärztekammer. Für Fächer wie die Herzchirurgie, die Anästhesie oder die Neurochirurgie gibt es bereits verbindliche europaweite Rahmenbedingungen. Nun solle es auch für die Intensivmedizin einen neuen europäischen Rahmen geben, der in Abstimmung der nationalen Standesorganisationen erarbeitet wurde.

„Die Intensivmedizin hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert“, sagt Zacharowski: „Heute können wir Menschen zurückholen, die vor zehn Jahren auf jeden Fall gestorben wären.“ Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für die Intensivmedizin und -pflege. Ein Mediziner auf der Intensivstation muss das ganze Spektrum souverän beherrschen, das bei der Arbeit mit kritisch kranken Menschen gebraucht wird: das Ersetzen von Organfunktionen, die Dialyse, die Beatmung, das Erkennen und Behandeln von Blutvergiftungen, den richtigen Einsatz von Antibiotika, das Management von Bluttransfusionen – und nicht zuletzt den Umgang mit Angehörigen.

Das gemeinsam erarbeitete Papier hat Zacharowski Ende 2014 der Europäischen Kommission vorgestellt. Nun müssen die verschiedenen nationalen Instanzen darüber befinden. Zacharowski rechnet mit einem Abschluss bis Ende 2015, bis dahin wird er aber noch so manches Gespräch führen müssen. Einzelne Länder wie Großbritannien hätten bereits grünes Licht signalisiert, berichtet Zacharowski. Dennoch müsse man sich auf Kompromisse einstellen, denn eine umfangreichere Ausbildung bedeute auch höhere Kosten. Fest stehe jedoch: Wenn Europa näher zusammenrücken soll, ist ein einheitliches Training unverzichtbar.

Information: Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, Direktion.Anaesthesie@kgu.de

Forschung

Feb 10 2015
16:17

Deutsch-Amerikanisches Forscherteam findet im Mausmodell neurophysiologische Erklärung für kognitive und emotionale Symptome

Schizophrenie: Aktivität der Dopamin-Neuronen gestört

FRANKFURT. Schizophrenie ist nicht nur mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen verbunden, sondern auch mit kognitiven Defiziten und Störungen des emotionalen Antriebs. Die Ursache dafür ist bisher nicht gut genug verstanden, um eine medikamentöse Therapie zu entwickeln. In der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam unter Beteiligung der Goethe-Universität, dass im Mausmodell diejenigen Dopamin Neuronen, die für emotionale und kognitive Verarbeitung relevant sind, eine veränderte Aktivität aufweisen.

Schizophrenie ist eine schwere und unheilbare psychiatrische Erkrankung, die etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Während die damit verbundenen akuten Psychosen seit einigen Jahrzehnten erfolgreich mit Psychopharmaka (Neuroleptika) behandelt werden, können  kognitive Defizite und Störungen des emotionalen Antriebs derzeit in nur sehr geringem Umfang gelindert werden. Dies ist ein besonders großes Problem, da die langfristige Prognose eines Patienten vor allem durch diese Negativsymtomatik bestimmt wird. So hat sich in den letzten Jahrzehnten neben der reduzierten Lebensqualität auch die im Mittel um 25 Jahre eingeschränkte Lebensdauer bei Schizophrenie-Patienten kaum verändert.

„Um neue Therapiestrategien zu entwickeln, brauchen wir ein verbessertes neurobiologisches Verständnis der Negativsymptomatik der Schizophrenie“ erklärt Prof. Roeper vom Institut für Physiologie II der Goethe-Universität. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung machten vor einigen Jahren seine amerikanischen Kollegen Prof. Eleanor Simpson und Prof. Eric Kandel an der Columbia University in New York: Sie konnten durch genetische Veränderungen in Mäusen typische Anzeichen von kognitiven und emotionalen Negativsymptomen hervorrufen, die auch bei Schizophrenie-Patienten auftreten. Mit diesem genetisch reversiblen Schizophrenie-Modell konnten die Forscher für Schizophrenie typische Störungen zum Beispiel im Arbeitsgedächtnis der Tiere nachweisen sowie entsprechende neurochemische Veränderungen im Dopaminhaushalt des präfrontalen Cortex im Gehirn. Die zu Grunde liegenden neurophysiologischen Störungen von Dopamin Neuronen blieben allerdings ungeklärt.

Gemeinsam haben nun Prof. Eleanor Simpson und Prof. Jochen Roeper in Zusammenarbeit mit der Mathematikerin Prof. Gaby Schneider von der Goethe Universität und der Physiologin Prof. Birgit Liss von der Universität Ulm nach den neurophysiologischen Störungen gesucht. Mit Einzelzellableitungen von dopaminergen Neuronen im intakten Gehirn der Mäuse konnten sie zeigen, dass die für emotionale und kognitive Verarbeitung zuständigen dopaminergen Neuronen in ihrer elektrischen Aktivität veränderte Muster und Frequenzen aufweisen. Dagegen waren benachbarte Dopamin Neuronen, die vor allem für motorische Aktivität relevant sind, bei nicht betroffen.

Die Forscher konnten zusätzlich zeigen, dass – analog zu den anhaltenden kognitiven Leistungsschwächen – die veränderten pathologischen Entladungsmuster auch anhalten, wenn man die Schizophrenie auslösenden Gene in erwachsenen Mäusen abschaltet. „Das deutet darauf hin, dass es bei der Schizophrenie eine typische frühe kritische Phase während der Krankheitsentwicklung gibt“, so Roeper. Zurzeit untersuchen er und seine Kollegen, wie die neuronale Aktivität von Dopamin-Neuronen sich während der Arbeitsgedächtnis-Aufgaben verändert. „Unsere Arbeiten zeigen nun auch auf zellulärer Ebene, welche Störungen bei dem für die Schizophrenie so zentralen Dopamin-System vorliegen“, fasst Jochen Roeper die Bedeutung der Forschungsarbeit zusammen.

Publikation: Krabbe et al.: Increased dopamine D2 receptor activity in the striatum alters the firing pattern of dopamine neurons in the ventral tegmental area, in PNAS 9.2.2015, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1500450112

Informationen: Prof. Jochen Roeper, Institut für Neurophysiologie, Campus Niederrad, Tel.: (069)6301-84091, roeper@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 10 2015
16:15

Deutscher Wetterdienst fördert neue Professur an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro

Wettervorhersagen: Vorgänge in der atmosphärischen Grenzschicht besser verstehen

FRANKFURT. Gewitter, Wind, Nebel, extreme Regenfälle – alle diese Wettereignisse brauen sich auch in der bodennahen Luftschicht der Erdatmosphäre zusammen. Die Prozesse in dieser Schicht sind mit meteorologischen Modellen immer noch schwer zu erfassen. Um die Vorhersagen zu verbessern, fördert der Deutsche Wetterdienst in den kommenden vier Jahren eine neue Professur für Grenzschichtmeteorologie an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro.

Die bis zu tausend Meter dicke atmosphärische Grenzschicht kann so hoch werden wie der große Feldberg im Taunus. Hier findet der Feuchtigkeitsaustausch zwischen Boden und Luft statt, wird Wolkenbildung ausgelöst, die wiederum die Sonneneinstrahlung beeinflusst. Die verbesserte Beschreibung der Grenzschicht in der numerischen Wettervorhersage, insbesondere in den entsprechenden Modellen des Deutschen Wetterdienstes, verspricht eine zuverlässigere Vorhersage von extremen Wetterereignissen wie starkem Regen. Ebenso könnte sie exaktere Vorhersagen zu bodennahem Wind und zur Sonneneinstrahlung für die Windparks und Solaranlagen liefern.

„Eine exakte Wettervorhersage ist ohne eine gute Beschreibung der atmosphärischen Grenzschicht nicht möglich“, erklärt Prof. Ulrich Achatz vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität. Schwierig zu beschreiben ist sie insbesondere in der Nacht. Tagsüber wird der Erdboden durch die solare Einstrahlung erwärmt. Der dadurch bedingte Temperaturabfall vom Boden bis in größere atmosphärische Höhen begünstigt die Ausbildung vergleichsweise gut beschreibbarer Turbulenzen. In der Nacht sinken die Temperaturen in Bodennähe; die Grenzschicht stabilisiert sich, und erfährt eine komplexe Wechselwirkung zwischen Turbulenz und atmosphärischen Wellen. Diese wird in den derzeit verwendeten Wettervorhersage-Programmen nur unzureichend berücksichtigt.

Gefördert werden die Professur sowie die Stellen eines Post-Doktoranden und zweier Doktoranden vom Hans Ertel Zentrum des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das für die Dauer der Förderung auch einen eigenen Mitarbeiter zur Arbeit an der Universität abstellt. Mit diesem Programm, das 2015 in die zweite Förderphase geht, etabliert der DWD Forschungskooperationen mit deutschen Universitäten zu Themen, die für seine Arbeit relevant sind. An der Goethe-Universität wird das neue Forschungsfeld der Grenzschichtmeteorologie in die Lehre für den Bachelor- und Masterstudiengang Meteorologie integriert.

Informationen: Prof. Ulrich Achatz, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Tel.: (069) 798- 40243, achatz@iau.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 9 2015
16:12

Ein Projekt von Kunststudierenden der Goethe-Universität

Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt zu fiktiver Versteigerung ein

FRANKFURT. Das von Kunststudierenden gegründete Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt am Donnerstag, den 12. Februar 2015, zu einer fiktiven Versteigerung ein. Gemälde, Skulpturen sowie Fotografien der klassischen Moderne und Gegenwartskunst  kommen an dem Abend unter den Hammer. Auch einige Frankfurter Künstler werden anwesend sein und vor Ort einzelne ihrer Werke ausstellen: Willi Bucher, Michelle Concepción, Alina Darmstadt, Marilena Faraci, Johannes Kriesche, Sarit Lichtenstein, Ulrike von der Osten, José Osto, Wiebke Struck, Karl H. Thiel und Dan Zhu. Es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Arbeiten direkt vom Künstler zu erwerben.

Die fiktive Kunstauktion ist der Abschluss eines Projekts von Kunststudierenden, die an Dr. Benno Lehmanns Seminar „Einführung in den Kunstmarkt. Internationale und nationale Auktionshäuser als Intermediäre am Kunstmarkt“ teilgenommen haben. Nach der Gründung des fiktiven Auktionshauses ARTemis GmbH zu Beginn des Seminars bereiteten sich die Studierenden anschließend intensiv auf die Auktion vor. Neben betriebswirtschaftlichen Überlegungen und der Planung einer Marketing- und PR-Kampagne, mussten sie ebenso zahlreiche juristische und finanzielle Fragen klären. Hinzu kam die Frage, wie sich angemessene Preise für Kunstgegenstände finden lassen. Auf Grundlage dieser wurde ein Bestandskatalog der zu ersteigernden Werke und deren Preiseinschätzungen erstellt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Jeder, der möchte, kann mitbieten. Medienvertreter sind ebenfalls sehr willkommen.

Fiktive Kunstauktion des Auktionshauses ARTemis GmbH, Festsaal über dem Café Koz, Mertonstraße 26 (Campus Bockenheim), Beginn der Versteigerung: 19:00 Uhr (Vorbesichtigung der Kunstwerke ab 18 Uhr)

Kontakt: Dr. Benno Lehmann, Kunstgeschichtliches Institut, Tel. (069) 798-28336, antikos@online.de

 

Forschung

Feb 9 2015
11:27

Aventis Foundation überträgt Rolf Sammet-Fonds an die Goethe-Universität

Eine Million Euro für Stiftungsprofessur in den Naturwissenschaften

FRANKFURT. Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, hat im Laufe ihres fast 30-jährigen Bestehens herausragende Forscher der Natur- und Lebenswissenschaften an die Goethe-Universität geführt. Seit Januar betreibt die Universität die Gastprofessur in Eigenregie und wird künftig mit einem eigenen Fondskuratorium über die jährliche Vergabe entscheiden. Die Aventis Foundation  hat dafür den neuen Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit  einer Million Euro ausgestattet.

Mit der Übertragung möchte die Aventis Foundation eine weiterhin hochrangig besetzte, jährliche Rolf Sammet-Gastprofessur an der Hochschule dauerhaft sichern. Durch diese Zustiftung stärkt die Aventis Foundation gleichzeitig die Mittel der Stiftungsuniversität, die 2014 ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte.

Stiftungszweck ist die Weiterführung der Rolf Sammet-Gastprofessur: Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen. Neben Vorlesungen, Seminar- und Laborbesuchen gehören dabei auch öffentliche Vorträge zum Programm.

Die ursprüngliche Rolf Sammet-Stiftungsgastprofessur, eine der ältesten an der Goethe-Universität, wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Fünf der insgesamt 35 Gastwissenschaftler waren bereits Nobelpreisträger, als sie die Einladung annahmen, fünf weiteren wurde der Nobelpreis in den folgenden Monaten oder Jahren zuerkannt.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Informationen: Prof. Michael Karas, Dekan Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29211, dekanatfb14@uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 6 2015
14:57

Ausstellung im Fenster zur Stadt zeigt Bilder der Künstlerin Kristina Andres zu Daphne du Mauriers Roman „Ein Tropfen Zeit“

Thriller in Öl

FRANKFURT. Die britische Schriftstellerin Daphne du Maurier wurde vor allem mit ihren von Alfred Hitchcock verfilmten Thrillern „Die Vögel“ und „Rebecca“ bekannt. „Ein Tropfen Zeit“ stand lange Zeit etwas im Schatten dieser Bestseller, ist aber ein ebenso lesenswerter Roman über eine Droge, die dem Helden des Buches faszinierende Zeitreisen ermöglicht. Nun ist eine aufwändig illustrierte Version des Romans bei der Büchergilde Gutenberg erschienen. 24 Bilder hat die Künstlerin Kristina Andres dafür geschaffen. Drucke und Originale sind in einer Ausstellung der Reihe „Buchgestalten“ im Fenster zur Stadt zu sehen, die Wolfgang Schopf vom Universitätsarchiv der Goethe-Universität/Fachbereich Neuere Philologien kuratiert hat. Die Ausstellungsreihe „Buchgestalten“ hat die Büchergilde Gutenberg anlässlich ihres 90. Geburtstages ins Leben gerufen.

Ausstellung: „Daphne du Maurier – Ein Thriller in Öl“
10.- 27.02. 2015, Fenster zur Stadt (Restaurant Margarete), Braubachstr. 18-22. Interessierte sind herzlich zur Ausstellungseröffnung am 10. Februar um 19.30 Uhr  eingeladen. Kristina Andres wird an dem Abend anwesend sein und auch signieren.

Veranstaltungen

Feb 6 2015
13:54

250 Studierende und Schüler erproben sich bei der Konferenz MainMUN an der Goethe-Universität in internationaler Politik

In die Rolle von Diplomaten schlüpfen

FRANKFURT. Einmal in die Rolle internationaler Diplomaten schlüpfen: Das ermöglicht Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern in dieser Woche wieder die vom Fachbereich Gesellschaftwissenschaften organisierte Model United Nations Conference („MainMUN“) im Casino der Goethe-Universität. Die Nachwuchsdiplomaten kommen aus vielen Teilen Europas, um ihre Fähigkeiten zur Bewältigung aktueller internationaler Problemstellungen zu trainieren.

Die Themen lesen sich wie eine Zusammenfassung des aktuellen globalen Krisengeschehens: Epidemiebekämpfung und Friedenssicherung über Menschenrechtsfragen und ein Grundrecht auf Wasser bis hin zur Privatisierung des Militärs. Diskutiert wird auch mit prominenten Sparringspartnern: So trat der amerikanische Generalkonsul Kevin C. Milas als Keynote-Speaker auf. Seine Rede während der Eröffnungszeremonie der Konferenz stützte sich auf brandaktuelle Themen der US-Außenpolitik und den jüngsten Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Er ermutigte alle Teilnehmenden sich aktiv politisch zu engagieren, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass manche Situationen ausweglos erschienen. Es gebe aber immer mehr Handlungsoptionen als auf den ersten Blick erkennbar wäre.

Sein Auftritt war für die angehenden Jung-Diplomaten ein rundum gelungener Beitrag. Und genau das ist das Ziel dieser Konferenz: Prozesse der internationalen Diplomatie und Krisenbewältigung so realitätsnah wie möglich zu erfahren. Über 250 Teilnehmer liefern sich in vier Gremien ein Wortgefecht der etwas anderen Art und vertreten dabei Staaten aus allen Teilen der Welt.

Das „MainMUN“-Projekt findet in diesem Jahr zum elften Mal statt und wird wieder von Vizepräsidentin Tanja Brühl, Professorin für Politikwissenschaft unterstützt. Seit Sommer 2014 hat ein Vorbereitungsteam, bestehend aus Studierenden verschiedener Fachbereiche der GU unter der Leitung der studentischen Generalsekretäre Laura Emmerich und Johannes Sauerland, die Konferenz organisiert. Das Credo “Von Studenten für Studenten” liegt allen ganz besonders am Herzen.

Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen. Neben gemeinsamen Bar-Abenden und Stadterkundungen ist auch dieses Jahr der traditionelle Delegates-Dance der Höhepunkt der Konferenz.

Die Schirmherrschaft des etwas anderen Politik-Projektes hat die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) inne. Zusätzlich wird “MainMUN” vom hessischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) unterstützt.

Kontakt: Prof. Dr. Tanja Brühl: bruehl@soz.uni-frankfurt.de, Website: www.mainmun.de, Facebook: www.facebook.com/mainmunfrankfurt

Forschung

Feb 4 2015
13:57

Lichtscheiben-Mikroskopie ist Methode des Jahres

Embryonen beim Wachsen zusehen

FRANKFURT. Die Fachzeitschrift „Nature Methods“ hat die von dem Frankfurter Physiker Ernst Stelzer entwickelte Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskopie zur Methode des Jahres 2014 gewählt. Damit kann man über viele Tage hinweg dreidimensionale Filme von Zellen in den Wurzeln lebender Pflanzen oder in den Eiern heranwachsender Insekten- oder Fisch-Embryonen aufnehmen, ohne sie zu schädigen.

Die Lichtscheiben- beziehungsweise Lichtblatt-Fluoreszenzmikroskopie (LSFM) ist eine extreme Weiterentwicklung der konfokalen Fluoreszenzmikroskopie. In beiden Verfahren werden fluoreszierende Moleküle, die zum Teil von den Objekten selbst erzeugt werden, zum Leuchten angeregt. Das Problem aller Lichtmikroskope ist, dass Beleuchtung bereits einen Einfluss auf den Stoffwechsel hat. In vielen Zellen werden nämlich die an biochemischen Prozessen beteiligten Moleküle durch Licht geschädigt. Dies wird unter dem Begriff Fototoxizität zusammengefasst. Um die räumliche und zeitliche Verteilung von bestimmten Proteinen (Eiweißen) zu erkennen, verwendet man bei der  Fluoreszenzmikroskopie außerdem leuchtfähige Farbstoffe. Leider sind sie nicht lichtecht. Sie verbrauchen sich beziehungsweise bleichen aus, wenn sie angeregt werden.

Beide Probleme treten vor allem dann auf, wenn man dreidimensionale Bilder mit der herkömmlichen konfokalen Lichtmikroskopie aufnehmen will. „Dazu muss man den Fokus des Mikroskops von der Oberfläche bis in die tiefste Schicht des Objekts Ebene für Ebene führen. Dabei werden zwangsläufig jedes Mal alle Schichten beleuchtet, auch wenn sie gar nicht beobachtet werden“, erklärt Stelzer, der seit 2002 an der Entwicklung der LSFM arbeitet. Er ist Professor am Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe der Goethe-Universität.

Ernst Stelzer hatte die Idee, nur jeweils eine Ebene des Objekts, das Objekt also scheibenweise, von der Seite zu beleuchten. Die Kamera, mit der das von den Fluoreszenzfarbstoffen ausgesandte Licht aufgenommen wird, ist senkrecht zu dieser Ebene angeordnet. Der Vorteil: Es wird nur noch diese eine Schicht, die auch beobachtet wird, beleuchtet. Da die ober- und unterhalb liegenden Nachbarschichten nicht beleuchtet werden, werden hier weder die für die Vitalität des Tieres oder der Pflanze wichtigen organischen Moleküle noch die Fluoreszenzfarbstoffe belastet. „Bei einem Zebrafisch-Embryo lässt sich beispielsweise die benötigte Strahlung um zwei bis vier Größenordnungen verringern“, rechnet Stelzer vor. So lässt sich das Wachstum vieler Modell-Embryonen über 50 bis 150 Stunden verfolgen. Da man auch keine Signale von Schichten, die außerhalb des Fokus liegen, erhält, verbessert sich die Qualität der Bilder so erheblich, dass sich dreidimensionale Bildstapel aufzeichnen lassen. LSFM werden also verwendet, um dreidimensionale Prozesse als Funktion der Zeit, also 3D-Filme, zu erzeugen.

Anwendung findet LSFM bereits in den Neurowissenschaften, der Zellbiologie, der Pflanzenbiologie und der Entwicklungsbiologie. Die Methode erlaubt es erstmals auch, vergleichsweise große, aus vielen Zellen bestehende Organismen unter natürlichen (physiologischen) Bedingungen zu beobachten. Sie werden nicht nur unter Bedingungen gehalten, die denen ihres ursprünglichen Lebensraums entsprechen, sie überleben die Beobachtung auch ohne erkennbare Schäden und haben trotz der Beobachtung in einem Mikroskop Nachkommen, die selbst fruchtbar sind. „Das Lichtscheiben-Mikroskop hat bereits begonnen, die Zell-, Pflanzen- und Entwicklungsbiologie zu revolutionieren und wird mit der Zeit weitere Wissenschafts- und Anwendungsfelder beeinflussen“, urteilt Stelzer. Inzwischen werden mehr als 100 dieser Mikroskope in weltweit über 100 Forschergruppen verwendet.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/53984498

Bildtext: In einem Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskop wird die biologische Probe in einer Ebene von der Seite beleuchtet und senkrecht dazu beobachtet. Die dreidimensionale Ausdehnung des biologischen Objekts bleibt beim Einbringen in das Mikroskop und während der Aufnahmen erhalten. Die drei Bilder zeigen eine Ebene in der Mitte eines etwa 0.5 Millimeter großen Zellklumpens in unterschiedlichen Vergrößerungen. Der sphärische Zellhaufen besteht aus etwa 25.000 Brustgewebezellen. Deutlich zu erkennen sind Zellkerne (rot) und Aktinstrukturen (grün). Der Differenzierungsgrad der Zellen ändert sich mit ihrem Abstand von der Grenzfläche.

Daten und Bilder von Christian Mattheyer, Daniel von Wangenheim und Francesco Pampaloni.

Informationen: Prof. Ernst Stelzer, Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de.

www.physikalischebiologie.de

Forschung

Feb 4 2015
13:50

Große Bauten für die ländliche Großfamilie, kleine Bauten für das städtische Pärchen

In der Stadt bauen Kaninchen dichter

FRANKFURT. Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) erreichen nicht nur hohe Populationsdichten in der Stadt, sie bauen dort auch dichter und kleiner. Das haben Forscher der Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution der Goethe-Universität in ihrer Studie zu Wildkaninchenpopulationen in und um Frankfurt am Main herausgefunden. Wie sie in der online Vorabversion des „Journal of Zoology“ berichten, überwiegen in der Frankfurter Innenstadt kleine Bauten mit wenigen Ein- und Ausgängen. Darin leben nur wenige Tiere – oft sogar nur Pärchen oder einzelne Wildkaninchen. Im ländlichen Umland Frankfurts sind die Bautensysteme dagegen deutlich größer und werden von großen sozialen Kaninchengruppen bewohnt.

„Der optimale Lebensraum für ein Wildkaninchen bietet sowohl Zugang zu ausreichend Nahrung als auch die Möglichkeit, in nächster Nähe Bauten anzulegen beziehungsweise schützende Vegetation aufzusuchen“, erklärt Doktorandin Madlen Ziege aus der Arbeitsgruppe von Prof. Bruno Streit. Diese Bedingungen finden sich in ländlichen, oft agrarwirtschaftlich genutzten Flächen mit ausgeräumten und offenen Landschaften zunehmend seltener. Urbane und suburbane Lebensräume entsprechen den Ansprüchen des Wildkaninchens offenbar weitaus besser.

Angesichts der Tatsache, dass in manchen Städten bereits von einer „Kaninchenplage“ gesprochen wird, während der Bestand in vielen ländlichen Teilen Deutschlands in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, wollen die Wissenschaftler aktuell herausfinden, ob urbane Bestände zukünftig als Quell–Populationen für den Erhalt dieser Wildtierart in Deutschland von Bedeutung sein könnten. Dazu untersuchen sie die Populationsgenetik beziehungsweise -dynamik, die Habitatnutzung und den Gesundheitszustand ländlicher, urbaner und suburbaner Wildkaninchenpopulationen.

Link zur Publikation: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jzo.12207/abstract;jsessionid=01D094D1A422D86D8061A439327D0C58.f01t02?deniedAccessCustomisedMessage=&userIsAuthenticated=false

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/53984081

Bildtext: Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) in der Frankfurter Innenstadt.

Informationen: Madlen Ziege, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: 015773883101, madlen.ziege@googlemail.com.