​​​​Pressemitteilungen ​

 

Okt 23 2017
09:57

Konsortium unter Beteiligung des Zentrums für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität wird zum Knotenpunkt der deutschen Afrikaforschung

BMBF fördert „Maria Sibylla Merian Centre” an der Universität Ghana

FRANKFURT. Afrikanische Sichtweisen in Wissenschaft und Politik stärken, das ist das Ziel des neuen „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Zentrum zunächst bis Ende 2020 mit 1,7 Millionen Euro. Unter den deutschen Partnern ist auch das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität Frankfurt.

Das neue „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ soll ein intellektuelles Programm und eine Forschungsagenda entwickeln, die letztlich die Bedeutung afrikanischer Wissensproduktion sichtbarer machen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Zentrum als „Maria Sibylla Merian Centre“ zunächst in einer Vorbereitungsphase bis Ende 2020 mit 1,7 Millionen Euro. Über den erwarteten Förderzeitraum von zwölf Jahren wird die Gesamtförderung bis zu 18 Millionen Euro betragen. Federführend bei Aufbau und Koordination ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung (ABI).

Hauptstandort des „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa)wird die University of Ghana in Accra sein, ein zweiter Standort entsteht am Centre de Recherches sur les Politiques sociales in Dakar/Senegal. MICAS Africa wird damit das erste Institute for Advanced Studies auf dem afrikanischen Kontinent außerhalb von Südafrika. Die Eröffnung des MICAS Africa ist für Mitte 2018 vorgesehen. Als deutsche Partner sind das Deutsche Historische Institut Paris als Mitglied der Max-Weber-Stiftung, das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg, die Universität Konstanz und das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität Frankfurt beteiligt. Das Forschungszentrum Point Sud in Mali und sein stetig wachsendes Netzwerk von Partnern im anglo-, franko- und lusophonen (portugiesischsprachigen) Afrika soll eine zentrale Rolle bei der Überwindung der Sprachbarrieren in Afrika spielen.

Das Konsortium setzt seinen thematischen Schwerpunkt auf nachhaltige Regierungsführung. Themen wie Migration, demokratische Konsolidierung und ökologischer Umbau stehen in der Anfangsphase im Mittelpunkt interdisziplinärer Arbeit von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen. Ein Hauptziel von MICAS Africa ist es, einen gewichtigen Beitrag zum Abbau globaler Wissensasymmetrien zu leisten. Dies soll durch die über Jahre angelegte Kooperation von Spitzen- und Nachwuchsforscherinnen und -forschern aus Afrika und der ganzen Welt gelingen.

Für das ZIAF an der Goethe-Universität und das mit der Universität verbundene Zentrum Point Sud in Mali ist der Erfolg des Antrags überaus bedeutsam. Innerhalb des Konsortiums ist das ZIAF das einzige dezidierte Afrikazentrum – was im Umkehrschluss auch bedeutet: Das ZIAF ist das einzige Afrikazentrum in Deutschland, das bei dieser Förderinitiative erfolgreich war. Seine Rolle wird darin bestehen, seine Afrikaexpertise in enger Kooperation mit dem FRIAS aktiv in den Aufbau des Zentrums in Ghana einzubringen. Darüber hinaus wird Frankfurt zusammen mit Point Sud in Bamako langfristig für die afrikaweite Verbreitung der Zentrumsaktivitäten über die Grenzen von Ghana und Senegal hinaus verantwortlich sein und wird hierfür in der Hauptphase auch mit Personal- und Sachmitteln unterstützt. Ein zentrales Element dabei ist das Netzwerk Point Sud, dass im Laufe der letzten Jahre im Rahmen des DFG-Programms Point Sud entstanden ist. Das Netzwerk umfasst nunmehr Partner aus Burkina Faso, Gabun, Mali, Mosambik, Niger, Senegal und Südafrika und führt neben den Veranstaltungen des DFG-Programms auch Doktorandenschulen durch, die vom Stellenbosch Institute for Advanced Studies (STIAS) finanziert werden. Gemeinsam arbeitet man an Drittmittelanträgen. Die riesige Adressdatenbank von ehemaligen Teilnehmern des Programms bildet den idealen Grundstock, um die Aktivitäten des neuen Merian Centres ohne Zeitverlust in ganz Afrika zu kommunizieren.

Weitere Informationen zu den Partnern des Konsortiums:

Presseerklärung des BMBF: https://www.bmbf.de/de/forschungskolleg-nachhaltiges-regieren-entsteht-in-ghana-5009.html

 

Okt 20 2017
11:43

Institut für Geowissenschaften und Physikalischer Verein veranstalten auf dem Campus Riedberg einen Abend rund um den Erdtrabanten.

Dem Mond näherkommen

Die „International Observe the Moon Night“ rückt den Mond weltweit in ein ganz besonderes Licht. Rund um den Globus steht der Erdtrabant in zahlreichen Veranstaltungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der sonst eher stille, fast unauffällige Begleiter wird in dieser Nacht zum spannenden kosmischen Ereignis. Wie entstand der Mond eigentlich? Wie alt ist er? Wie sehen Steine vom Mond aus? Gibt es dort auch Vulkane? Was sind die großen dunklen Flecken? Gibt es Eis auf dem Mond? Viele dieser Fragen können interessierte Besucher mit Spezialisten diskutieren

am 28. Oktober (Samstag) ab 19 Uhr
im Geozentrum, Campus Riedberg, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt.

Vorträge:

19.30 Uhr:    Welchen Einfluss hat der Mond auf die Erde?
Stefan Karge, Physikalischer Verein

20.45  Uhr     Fire and Ice – Neue erstaunliche Erkenntnisse zum Mond
Prof. Dr. Frank E. Brenker, Goethe Universität

Staunen - Entdecken – Beobachten

  • Beobachtung des Mondes mit Fernrohren des Physikalischen Vereins
  • Mikroskopieren von echtem Mondgestein
  • Der Mond zum Anfassen – Gesteinsproben der Goethe-Universität
  • Filme und Dokumentationen zum Mond 

Mit Volker Heinrich – Physikalischer Verein, Dr. Beverley Tkalcec, Dr. S. Schmitz, Goethe Universität und Dipl. Mineraloge Sascha Staubach, Geo-Agentur.

Informationen: Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

 

Okt 19 2017
17:25

Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, spricht im Museum Giersch der Goethe-Universität

Vortrag: Künstler zwischen Krieg und Krieg. Die klassische Moderne 1914 bis 1945

FRANKFURT. Die Zeit vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gilt als „Zweiter Dreißigjähriger Krieg“, als Epoche der Gewalt. Künstler und Dichter – unter ihnen zahlreiche deutsche Juden – hatten sich 1914 freiwillig zum Waffendienst gemeldet. Im Krieg desillusioniert, verarbeiteten sie das Erlebte. Die ideologische Polarisierung überdauerte das Kriegsende. Die Darstellung des Krieges in der Kunst blieb umstritten – zu unheroisch erschien sie einer Mehrheit der Bevölkerung. So hatten die Nationalsozialisten es leicht, als sie nach 1933 Bücher und Kunstwerke verfemten und ihre Schöpfer verfolgten.

Am Dienstag, 24.10.2017, 19 Uhr, hält Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, einen Vortrag über „Künstler zwischen Krieg und Krieg. Die klassische Moderne 1914 bis 1945“ im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach.

Steffen Bruendel ist Historiker und Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kulturgeschichte, Erster Weltkrieg und europäische Nachkriegsordnung sowie Systemvergleich zwischen Nationalsozialismus und Franquismus. Unter anderem ist er Autor des 2014 veröffentlichten Buches „Zeitenwende 1914. Künstler, Dichter und Denker im Ersten Weltkrieg“.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 2017 und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 19 2017
10:22

1. Stiftertag ehrt Persönlichkeiten, die das Profil der Goethe-Universität als Stiftungsuniversität und darüber hinaus in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben

Pioniere der Stiftungsuniversität

FRANKFURT. Zum Anlass ihres 1. Stiftertages am 18. Oktober, ihrem 103. Geburtstag, nimmt die Goethe-Universität prominente Ehrungen vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Kassel-Stiftung, die im Jahr 2017 ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Stifterin war die Anfang 2007 verstorbene Gertrud Kassel, Witwe des Frankfurter Bankiers Alfons Kassel, der 1975 gestorben war. Aus den Erträgen des Vermögens in Höhe von 33 Millionen € unterstützt die Stiftung, deren alleiniger Zweck die Förderung der Goethe-Universität ist, seit 2007 wichtige Projekte in Forschung und Lehre. Mit einem Gesamtvolumen von bis heute über 7 Mio. € hat die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren Projekte aus Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin gefördert, ebenso die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Insgesamt kamen bisher 70 universitäre Vorhaben in den Genuss einer namhaften finanziellen Unterstützung. Eine besondere Rolle bei der Anbahnung und Entwicklung der Kassel-Stiftung kommt dabei dem früheren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Ekkehardt Sättele zu, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist. Für seine besonderen Verdienste um die Stiftungsuniversität verlieh ihm die Goethe-Universität 2012 den Titel „Ehrensenator“. Gleichzeitig ist Sättele Vorstandsmitglied der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Die Präsidentin der Goethe Universität, Professor Birgitta Wolff, sagte anlässlich der Feier im Casino des Campus Westend: „Die Kassel-Stiftung stand 2007 an der Wiege zur Neugründung der Frankfurter Stiftungsuniversität. Ihre bundesweit beachtete Vorstellung im Sommer 2007 war auch für die noch bevorstehende Gründung der Frankfurter Stiftungsuniversität ein enorm starkes Signal. Die Goethe-Universität bedankt sich für die großartige Unterstützung vieler ihrer wichtigsten Anliegen durch die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren.“

Geehrt als „Scientist of the year“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung wird Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphärenforschung am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität, der in seiner Forschung ein hoch aktuelles wissenschaftliches Thema vertritt. Im Rahmen des CLOUD-Experiments am CERN untersucht er, welche Einflüsse menschgemachte und natürliche Spurengase sowie die kosmische Strahlung auf die Wolkenbildung und damit auch auf das Klima haben. Mit Hilfe von modernen Massenspektrometern und in seiner Arbeitsgruppe entwickelten Ionisationsverfahren werden Spurengase wie beispielsweise Schwefelsäure und stark oxidierte organische Substanzen in kleinsten Konzentrationen nachgewiesen und die Bildung von Molekülclustern beobachtet. Weiterhin entwickelt er Verfahren zur Bestimmung der Anzahl und chemischen Komposition von kleinsten Aerosolpartikeln und von Eiskeimen in der Atmosphäre. Für Messungen in der Atmosphäre nutzt er das deutsche Forschungsflugzeug HALO und das Taunus-Observatorium der Goethe-Universität am Kleinen Feldberg. Er ist Koordinator eines Doktorandenprogramms der EU, Sprecher der DFG-Forschergruppe INUIT und Mitglied in den wissenschaftlichen Lenkungsausschüssen für das CLOUD-Projekt und das HALO-Flugzeug.

Für ihre besonderen Verdienste erhalten im Rahmen der Feier drei Persönlichkeiten die Auszeichnung „Ehrenmedaille der Goethe-Universität“:

Traudl Herrhausen setzte sich als Abgeordnete im Hessischen Landtag in besonderem Maße für die Autonomie von Hochschulen ein. Ihr Papier „Modell einer neuen Hochschule“, welches sie als Sprecherin für Hochschulpolitik der CDU an alle Landtagsfraktionen sowie alle Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen des Landes Hessen richtete, ebnete den Weg für mehr Eigenverantwortung der Universitäten. Sie plädierte leidenschaftlich für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen, für die die universitäre Selbstständigkeit Grundvoraussetzung sei. Mit ihrem Einsatz für die Änderung des Hessischen Hochschulgesetzes um die Jahrtausendwende hat sie den Weg für die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungsuniversität im Jahr 2008 mitgestaltet.

Im Jahr 2009 führte die Goethe-Universität das „Frankfurter Modell der W-Besoldung“ ein. Es sollte Professorinnen und Professoren zusätzliche Anreize für die Erbringung hervorragender Leistungen in Forschung und Lehre bieten. Dazu wurde eine überschaubare Zahl an Leistungsparametern definiert, die mit den globalen Zielen der Goethe-Universität in Einklang stehen (z.B. Publikationen, Drittmittel, Lehrevaluationen, Abschlussarbeiten). Eine Kommission aus „Elder Statesmen“, der Prof. Reinhard Hujer vorstand, überwachte das Verfahren und gab Empfehlungen. Hujer koordinierte und leitete die Arbeit des Ausschusses mit viel Einsatz, Umsicht und Verlässlichkeit. Dabei informierte der emeritierte Professor für Professor für Statistik und Ökonometrie kontinuierlich das Präsidium und den Senat der Goethe-Universität. Auch der Senatskommission zur W-Besoldung stand er für Rückfragen und als Berater zur Verfügung. Dass die Elder Statesmen innerhalb der Kommission trotz der Zugehörigkeit zu verschiedenen Disziplinen stets zu einem einstimmigen Ergebnis kamen, war der sachlichen Handlungsführung von Reinhard Hujer zu verdanken. Somit hat sein ehrenamtliches Engagement entscheidend dazu beigetragen, dass das Verfahren universitätsweit Akzeptanz gefunden hat.

Harald Müller, 1999 bis 2016 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen/Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität, widmete sein ganzes akademisches Leben der Frage, wie friedliche internationale Beziehungen erreicht werden können. Neben seiner Professur war er stets als Experte für Abrüstungs- und Sicherheitspolitik geschätzt; unter anderem fungierte er mehrfach als Mitglied der deutschen Delegation bei der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz des Nuklearwaffensperrvertrages. Weiterhin war Müller von 1999 bis 2005 Mitglied im Beratungsausschuss zu Abrüstungsfragen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen – im Jahr 2004 als Vorsitzender. 2011 bis 2016 war er Vizepräsident des „EU Consortium on Non-Proliferation“. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), für die er seit 1976 wissenschaftlich tätig war und seit 1995 Vorstandsmitglied ist, im Jahr 2009 als Teil der Leibniz-Gesellschaft etabliert und anerkannt werden konnte. Unter seiner Leitung schloss die HSFK 1997 ein dauerhaftes Kooperationsabkommen mit der Goethe-Universität ab, in dessen Rahmen drei gemeinsame Professuren geschaffen und der erfolgreiche Master „Friedens- und Konfliktforschung“ ausgearbeitet wurde. Es bildete auch die Grundlage für die Beteiligung der HSFK am Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, dessen Direktorium Harald Müller 2007 bis 2016 angehörte.

 

Okt 18 2017
09:10

Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft und der Goethe-Universität

Wissen. Macht. Raum. Geschichten der Geographie

FRANKFURT. Die Entstehung der geographischen Disziplinen in Deutschland lässt sich nicht ohne den kolonialen Geist des 19. Jahrhunderts denken. In ihrer neuen Vortragsreihe beleuchtet die Frankfurter Geographische Gesellschaft die widersprüchlichen Entwicklungen der deutschen Geographie und fragt nach ihren Bedeutungen für das Geographie-Machen heute.

Die Vortragsreihe, die in Zusammenarbeit mit den Instituten für Humangeographie und physische Geographie der Goethe-Universität konzipiert wurde, richtet sich an ein breites Publikum und ist auch Teil der Frankfurter Bürger-Universität. Die Reihe beginnt mit dem Vortrag:

Antisemitismus, Großstadtfeindlichkeit und reaktionäre Kapitalismuskritik in der deutschsprachigen Geographie vor 1945
Dr. Boris Michel, Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg
am 25. Oktober (Mittwoch) um 18:15 Uhr
im Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock

Zum Inhalt: In der Geographiegeschichte besteht eine Leerstelle bezüglich antisemitischen Denkens. Der Vortrag zeichnet die Rolle und Funktion antisemitischer Elemente in der deutschsprachigen Geographie des Landschaftsparadigmas vor 1945 nach. Dr. Boris Michel vertritt die These, dass die Figur des Judentums als einem raumlosen Volk tief ins geographische Denken eingelagert war. Mit der antimodernen Ausrichtung der Disziplin nach 1918 fungierte das Judentum als eine Personifikation für die Raumproduktionen von Modernisierung und Urbanität.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

8. November 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Was schrecken uns Eis und Finsternis? Die Frankfurter Geographische Gesellschaft und deutsche Polarforschung im 19. Jahrhundert.
Dr. Frank Berger, Historisches Museum, Frankfurt am Main

22. November 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Der ‚völkische‘ Blick Die Formierung der ‚Volks- und Kulturbodenforschung‘ an den Geographischen Instituten der Universitäten Wien und Berlin, ca. 1900 bis 1930
Dr. Norman Henniges, Universität Erfurt 

6. Dezember, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
August Petermann (1822-1878) – Wegbereiter der Polar- und Meeresforschung
Dr. Reinhard A. Krause, Alfred-Wegener-Institut f. Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven

10. Januar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Geomorphologische Untersuchungen in Ruanda. Oder: Wie europäisch ist die ruandische Landschaftsgeschichte? 
Dr. Phillipe Kersting, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität

24. Januar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Die Erforschung der Kolonien. Expeditionen und koloniale Wissenskultur deutscher Geographen 1884-1919
Dr. Carsten Graebel, Tübingen

7. Februar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Blicke zurück, um nach vorne zu schauen: Zur postkolonialen Gegenwart aktueller Geographien
Katharina Schmidt, Dr. Tobias Schmitt, Katrin Singer; Institut für Geographie, Universität Hamburg

Information und Anmeldung: Dr. Mathias Rodatz, Institut für Humangeographie, Fachbereich 11, Campus Westend, Tel.: (069) 798-35175, rodatz@geo.uni-frankfurt.de, www.fgg-info.de.

Für Mitglieder ist der Eintritt frei; Nicht-Mitglieder zahlen 5 €, Studierende und Schüler 3 €.

 

Okt 18 2017
09:08

Lecture & Film-Reihe beginnt am 19. Oktober und ist in den kommenden Semestern Teil des Gesamtprojekts „Tropical Underground“

Kino aus dem tropischen Untergrund

FRANKFURT. Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich das vielschichtige wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“, zu dem die kommende Lecture & Film-Reihe gehört, auch dieses Mal veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Kino des Deutschen Filmmuseums.

Die Lecture & Film-Reihe, bei der nach einem einleitenden Vortrag jeweils ein Film auf dem Programm steht, umfasst in den nächsten zwei Semestern 16 Termine. Sie beginnt am 19. Oktober 2017, setzt den Akzent auf das Cinema Marginal der späten 1960er und 1970er und stellt dieses auch in den Kontext des Cinema Novo und der Tropicalia-Bewegung. Das Cinema Marginal war Bestandteil der brasilianischen Gegenkultur. Insider beschreiben es als eine Explosion des Erfindungsreichtums an der Schnittstelle von Underground und Genrekino, ausgelöst durch die Einmischung der Militärdiktatur ins Kulturleben, verknüpft mit der Tropicalia-Bewegung in der Pop-Musik und zugleich visionäre Antwort auf die Globalisierung.

Zum Auftakt am 19. Oktober um 20.15 Uhr im Deutschen Filmmuseum spricht Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität, assoziiertes Mitglied des Clusters und einer der maßgeblichen Organisatoren der Reihe. Schon der Titel seiner Lecture leitet zu dem dann gezeigten Film über: „Im Kino der Menschenfresser: ‚Macunaíma’, ein Film zwischen Anthropologie und Avantgarde“. Es geht in dem Film um künstlerische „Menschenfresserei“, die Aneignung der westlichen Kunst und Kultur ebenso wie die der Kulturen des Amazonas. In brasilianischen Kunst- und Avantgardekreisen war schon im frühen 20. Jahrhundert das „Anthropophagische Manifest“ – Anthropophagie steht für menschlichen Kannibalismus – ausgerufen worden. Das Manifest galt als das Programm einer neuen, nicht-europäischen Moderne.

Auch das Gesamtprojekt „Tropical Underground“ erkundet noch bis zum Juli 2018 die vielfältigen Verknüpfungen von Anthropologie, Avantgarde und Globalisierung in Brasilien seit den 1960er Jahren. Zu den Veranstaltungen gehört in diesem Wintersemester auch die Kantorowicz Lecture des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Am 15. November 2017 widmet sich der brasilianische Ethnologie-Professor Eduardo Viveiros de Castro dem Thema: „Against the ontological exceptional position of ‚our species‘“.

Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“ wird gemeinsam realisiert mit dem Weltkulturen Museum, dem Museum Angewandte Kunst und dem Künstlerhaus Mousonturm sowie mit SESC – São Paulo und arte 3. Unterstützt wird es vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Kulturfond Frankfurt RheinMain, der Dr. Marschner Stiftung, der hessischen Film- und Medienakademie sowie der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität.

Details zum Programm: www.tropical-underground.de

Die Lecture & Film-Reihe findet im Kino des Deutschen Filmmuseums statt (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main). Eintritt frei, Platzzahl beschränkt. Kartenreservierungen empfohlen unter 069 961 220-220.

Informationen: Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: hediger@tfm.uni-frankfurt.de, www.tfm.uni-frankfurt.de | Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, http://www.normativeorders.net

 

Okt 18 2017
09:07

Führung im Wissenschaftsgarten zur Sporen-, Samen- und Fruchtbildung. 20. Oktober, Campus Riedberg

Vielfalt der Vermehrung im Pflanzenreich

FRANKFURT. Mit dem Ende der Vegetationsperiode markiert der Herbst für viele Pflanzen die Zeit, in der Früchte reif werden, Samen entlassen werden oder Sporen freigesetzt werden. Solche Verbreitungseinheiten haben  sich in ihrer Entwicklungsgeschichte auf eine Vielzahl von Medien, wie Wind, Wasser oder Tiere spezialisiert. Auf der Führung, die der Biologe Dr. Ralph Mangelsdorff leiten wird, werden von bekannten Pflanzenarten, wie z. B. verschiedenen Wildobstsorten und weniger bekannten Pflanzenarten, wie den Wasserfarnen, Entstehung und Verbreitung von solchen Verbreitungseinheiten vorgestellt.

Führung: „Sporen, Samen und Früchte – Vielfalt der Vermehrung im Pflanzenreich“
20.10.2017, 16.00-17.00 Uhr, Treffpunkt am Eingang Wissenschaftsgarten, Altenhöfer Allee 1f, Campus Riedberg.

Kontakt: Dr. Ralph Mangelsdorff, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-42214; mangelsdorff@bio.uni-frankfurt.de

 

Okt 18 2017
09:06

Vortrag von Inka Bertz, Leiterin Sammlungen – Kuratorin für Kunst des Jüdischen Museum Berlin, im Museum Giersch der Goethe-Universität

Jüdische Kunst und Kultur in der künstlerischen Moderne

FRANKFURT. Seit der Zeit um 1900 entwickelten sich im Kontext jüdischer Institutionen und Zeitschriften eine Art Kanon von Künstlern sowie ein Netzwerk von Publizisten, Sammlern und Auftraggebern. Die Verbindungen zur künstlerischen Moderne waren dabei stets eng. Berlin und Wien, aber auch Frankfurt und Breslau waren bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 im deutschsprachigen Raum die Zentren jüdischen Kunstlebens. Künstler und Künstlerinnen jüdischer Herkunft hatten in unterschiedlicher Intensität daran teil. Der Vortrag von Inka Bertz, Leiterin Sammlungen – Kuratorin für Kunst des Jüdischen Museum Berlin, am Donnerstag, 19.10.2017, 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, rekonstruiert diese Netzwerke und fragt nach Eric Isenburgers Position in ihrem Spektrum.

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach.

Inka Bertz leitet die Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin. Als Kuratorin ist sie für die Kunstsammlung verantwortlich. Sie war an der Konzeption zahlreicher Ausstellungen beteiligt und arbeitet derzeit als Kuratorin im Projekt „Neue Dauerausstellung“. Seit Ende der 1980er Jahre publiziert sie zu Themen der jüdischen Kulturgeschichte sowie zu den Sammlungsbeständen des Jüdischen Museums. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die jüdische Bildkultur und die Netzwerke jüdischer Kunst im Kontext der Moderne, sowie die Geschichte des Umgangs mit jüdischem Kulturgut, insbesondere von Raub und Restitution seit 1933 und des Aufbaus jüdischer Museen nach 1945.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 2017 und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 16 2017
16:37

Schneller zu neuen Wirkstoffen durch Genomik, Bioinformatik und chemische Analytik

Wirkstoffe aus der Natur

FRANKFURT. Viele wichtige Wirkstoffe wie Antibiotika, Immunsuppressiva oder Mittel gegen Krebs stammen aus dem Stoffwechsel von Mikroorganismen. Diese produzieren oft ganze Stoffgemische, deren natürliche Funktion bisher kaum bekannt ist. Auf der Suche nach natürlichen Vorbildern für neue Arzneistoffe haben Biotechnologen und Bioinformatiker der Goethe-Universität nun zusammen die Stoffgemische zweier verwandter Bakterienarten untersucht.

„Wir vermuten, dass die Produktion von Naturstoffen für das Leben von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen wichtige Funktionen besitzen. Wenn wir diese verstehen würden, gelänge es vermutlich häufiger, eine verwandte Anwendung für diese Substanzen zu finden. So käme man auch zu neuartigen Medikamenten“, erläutert Prof. Helge Bode, Merck Stiftungsprofessur für Molekulare Biotechnologie an der Goethe-Universität, den Forschungsansatz.

Die Gruppe von Bode untersucht schon seit einigen Jahren die Funktion von Bakterien der Gattung Photorhabdus und Xenorhabdus. Sie sind ideale Modellsysteme für die Analyse der natürlichen Funktion von Naturstoffen, da sie viele verschiedene Naturstoffe produzieren und sowohl als Symbionten im Darm von Fadenwürmern leben als auch zusammen mit diesen Insektenlarven befallen und töten können. Die Bakterien müssen also in der Lage sein, verschiedene höhere Lebewesen zu unterscheiden: Mit bestimmten Naturstoffen fördern sie das Wachstum der Fadenwürmer, mit denen sie zusammenleben, und mit anderen töten sie Insekten.

Um zu verstehen, wie diese Fähigkeiten im Laufe der Evolution entstanden sind, hat Bode mit der Gruppe von Prof. Ingo Ebersberger, Bioinformatiker an der Goethe-Universität, zusammen gearbeitet. Er hat die bakteriellen Genome von 30 Bakterienarten mit bioinformatischen Methoden analysiert. Dank der Kombination mit modernster chemischer Analytik konnten die beiden Gruppen schneller neue Naturstoffe der Bakteriengattungen Photorhabdus und Xenorhabdus identifizieren.

Die vergleichende Analyse erlaubte zudem eine Identifizierung von Naturstoffen, die in Untergruppen oder auch fast in allen Arten vorkommen. Das lässt vermuten, dass sie eine wichtige Rolle im Lebenszyklus dieser Bakterienarten spielen.

„Die in unserer Publikation genutzten Technologien erlauben zwar die Identifizierung von biologisch relevanten Mustern, diese in ihrer Bedeutung im Detail zu verstehen, ist jedoch noch ein Stück Arbeit“, erklärt Bode. Dieser Aufgabe wird er sich mit seiner Gruppe in den nächsten Jahren widmen.

Publikation: Nicholas J. Tobias, Hendrik Wolff, Bardya Djahanschiri, Florian Grundmann, Max Kronenwerth, Yi-Ming Shi, Svenja Simonyi, Peter Grün, David Shapiro-Ilan, Sacha J. Pidot, Timothy P. Stinear, Ingo Ebersberger and Helge B. Bode: Natural product diversity associated with the nematode symbionts Photorhabdus and Xenorhabdus, Nature Microbiology, www.nature.com/naturemicrobiology, DOI: 10.1038/s41564-017-0039-9

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68822216

Bildtext: Wachstum ausgewählter Xenorhabdus (links und mitte) und Photorhabdus (rechts) Kolonien auf Agarplatten. Die unterschiedliche Pigmentierung weist bereits direkt auf die Produktion verschiedener Naturstoff-Pigmente hin. Fotos: AK Bode.

Information: Prof. Dr. Helge B. Bode, Merck Stiftungsprofessur für Molekulare Biotechnologie, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29557, h.bode@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 13 2017
15:06

Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Uni erstellt Gutachten zur Publikationstätigkeit des Beltz-Verlages im Nationalsozialismus

Ein pädagogischer Verlag in der NS-Zeit

FRANKFURT. Die Verlagsgruppe Beltz fördert das Projekt „Beltz in der NS-Zeit“ an der Forschungsstelle NS-Pädagogik der Goethe-Universität. Leiter des August 2017 gestarteten Projekts ist Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer. Der Erziehungswissenschaftler wird mit der Forschungsstelle eine Übersicht über die Publikationstätigkeit des Verlages in der NS-Zeit erstellen und bewerten. Die Ergebnisse des Gutachtens werden im Frühjahr 2018 erwartet.

Der 1841 gegründete Beltz-Verlag zählte bereits Anfang der 1930er Jahre zu den wichtigsten pädagogischen Fachverlagen Deutschlands. Das Programm umfasste 16 Zeitschriften und weit über tausend Fachbücher, Ganzschriften und Lesehefte. Im Verlauf des Forschungsprojekts werden diese Publikationen aus den Jahren 1932 bis 1945 geprüft. Soweit noch vorhanden, fließen auch Dokumente und Briefwechsel der damaligen Verlagsleitung mit dem Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) in die Begutachtung ein. Prof. Ortmeyer erhofft sich nicht nur einen besseren Einblick in die Publikationstätigkeit des Verlages während des Nationalsozialismus, sondern auch darüber hinausgehende Erkenntnisse: „Das Projekt ist ein Beitrag zur Aufklärung über die oft unterschätzte Rolle der NS-Pädagogik bei der durchaus nicht völlig erfolglosen Zurichtung einer ganzen Generation im Sinne von Krieg, Rassismus und Jufenfeindlichkeit.“ Die Veröffentlichungen von Beltz stünden exemplarisch für die Arbeit vieler pädagogischer Verlage während dieser Zeit.

Weitere Informationen: Prof. Benjamin Ortmeyer, Forschungsstelle NS-Pädagogik, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-22091; BOrtmeyer@t-online.de

 

Okt 13 2017
15:05

Im aktuellen UniReport stellt die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“ Überlegungen zu neuen Demokratie- und Beteiligungsformen an

Wege aus der Krise der Demokratie

FRANKFURT. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der letzten Bundestagswahl wird nun auch in Deutschland verstärkt über erodierende Parteibindungen diskutiert: „Immer weniger Menschen engagieren sich in Parteien und das Vertrauen von Wählerinnen und Wählern in Parteien, Politiker und Parlamente nimmt ab“, so die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“. Prof. Brigitte Geißel und ihr Team beschäftigen sich mit der Krise der repräsentativen Demokratie und untersuchen, welche anderen Formen von demokratischer Partizipation denkbar und möglich wären. „Wahlen und Parteienwettbewerb sind lediglich die Form, die wir heute am besten kennen; dieses institutionelle Set ist aber nicht der innerste Kern von Demokratie“, so die Forschungsstelle in ihrem Beitrag im neuen UniReport. Erforscht wird, wie repräsentative, direktdemokratische und deliberative Willensbildungsprozesse zusammenspielen können, um die Demokratie gewissermaßen fit für die Gegenwart und Zukunft zu machen.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Traumjob Apotheker/in: Der Studiengang Pharmazie im Porträt.
  • Wo „knirscht“ es im Studium? Die zweite universitätsweite Studierendenbefragung beginnt Mitte November.
  • Die Würde der Form: Der Soziologe Tilman Allert widmet sich in seinem neuen Buch „Gruß aus der Küche“ den vermeintlich kleinen Dingen des Alltages.
  • Martin Luther und seine Fälscher: Die Universitätsbibliothek Frankfurt verfügt über zwei Bände des berühmt-berüchtigten Luther-Imitators Hermann Kyrieleis
  • Jubiläumsfeier für eine Erfolgsgeschichte: 40 Jahre Informatik in Frankfurt werden mit einem Festakt begangen.
  • Wenn staatliche Wohnungsbaupolitik versagt: Der Geograph Sebastian Schipper hat sich in seiner Habilitation mit dem mangelnden Wohnraum in Großstädten beschäftigt.
  • Auf den Spuren von Ruinen: Eine studentische Projektgruppe widmet sich dem Thema Zerstörung und Verfall in Literatur, Filmen, Videospielen und Architektur.

Der UniReport 5/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/68768328/Unireport_5-17.pdf

 

Okt 13 2017
15:00

Science Publikation beschreibt Qualitätskontrolle für Antigene

Mechanismus für zielgenaue Immunantwort aufgeklärt

FRANKFURT. Das Immunsystem kontrolliert die Gesundheit der Körperzellen, indem es eine Art molekularen Ausweis prüft. Manchmal präsentieren die Zellen aber den falschen Ausweis (Antigen), was zu Autoimmunkrankheiten, chronischen Entzündungen oder Krebs führen kann. Wie das passieren kann, erklären Forscher der Goethe-Universität in der nächsten Ausgabe von „Science“.

Die meisten Zellen geben den T-Zellen des adaptiven Immunsystems Auskunft über ihren Zustand, indem sie regelmäßig ausgewählte Bestandteile ihres Inneren (Antigene) auf ihrer Oberfläche präsentieren. Befinden sich darunter Bruchstücke von Viren oder veränderten Zell-Komponenten, werden diese Zellen eliminiert. Dabei ist die Auswahl der Antigene entscheidend: präsentiert eine Zelle die falschen Antigene, greift das Immunsystem entweder gesunde Zellen an, was zu Autoimmunkrankheiten und chronischen Entzündungen führt. Oder kranke Zellen werden nicht erkannt, so dass Krebszellen oder mit dem HI-Virus befallene Zellen sich weiter vermehren können.

Wie die Antigene in der Zelle für die Präsentation auf der Oberfläche selektiert werden, haben Dr. Christoph Thomas und Prof. Robert Tampé vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität jetzt auf molekularer Ebene aufgeklärt. Ihre strukturbiologischen Arbeiten zeigen zum ersten Mal, auf welche Weise die Antigene eine Qualitätskontrolle durchlaufen, die eine zielgenaue und effektive Immunantwort ermöglicht.

„Unsere Arbeit klärt ein seit 30 Jahren bestehendes Problem der zellulären Immunität auf, insbesondere wie Tumor- oder Pathogen-assoziierte Antigene durch Prozesse des Editierens und der Qualitätskontrolle ausgewählt werden, um eine spezifische Immunantwort zu generieren“, erklärt Prof. Robert Tampé die Bedeutung der Publikation. 

Publikation: Christoph Thomas, Robert Tampé: Structure of the TAPBPR–MHC I complex defines the mechanism of peptide loading and editing, Science (Oct 12, 2017, First Release)

Ein Bild zum Download finden Sie unter: 
https://www.dropbox.com/s/t4k1u37h01s0p20/TAPBPR_complex_space_filling.png?dl=0)

Bildtext: Raumfüllendes Modell des aufgeklärten Protein-Komplexes, der für die Selektion von Antigenen verantwortlich ist. Bild: AG Tampe, Goethe-Universität

Information: Prof. Dr. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29475, tampe@em.uni-frankfurt.de; Dr. Christoph Thomas, c.thomas@em.uni-frankfurt.de

 

Okt 10 2017
17:06

Am Donnerstag, 12. Oktober, findet die Unistart-Messe auf dem Campus Westend statt

Goethe-Universität begrüßt Erstsemester

FRANKFURT. Tausende von Studierenden werden am Donnerstag wieder zur zentralen Begrüßungsveranstaltung der Goethe-Universität für alle Erstsemester erwartet. Begrüßt werden sie von Frankfurt Oberbürgermeister Peter Feldmann, Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff und studentischen Vertreterinnen und Vertretern. Auf dem Markt der Möglichkeiten können sich die neuen Studierenden  über Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren: So präsentieren sich auf der Messe unter anderem das Studierenden-Service-Center (SSC), der Hochschulsport, das International Office, das Career Center und viele studentische Initiativen. Abends gibt es dann eine Party für alle „Erstis“ im Casino.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Unistart-Messe Wintersemester 2017/18: Die Uni stellt sich vor
12. Oktober, 13.00-17.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum

Begleitprogramm
14.00 Uhr: Begrüßung durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, dem AStA-Vorstand und Fachschaftsvertreterinnen und –vertreter der Standorte der Goethe-Universität (HZ 1 & 2)

Ab 21.00 Uhr: Party für alle Erstsemester im Casino

Weitere Infos unter www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart-frankfurt

 

Okt 10 2017
10:12

Vom 9. bis 13. Oktober trifft sich der LOEWE-Schwerpunkt „Prähistorische Konfliktforschung“ zur 2. Internationalen Konferenz

Bronzezeitliche Burgen zwischen Mittelmeer und Mitteleuropa

FRANKFURT/ALBA IULIA. Welche Beziehungen der Mittelmeerraum und Mitteleuropa im 2. Jahrtausend v. Chr. miteinander pflegten und was für Einflüsse die verschiedenen Kulturen in Bezug auf mykenische Befestigungen nahmen, sind zentrale Fragen, die auf der 2. Internationalen Konferenz des LOEWE-Schwerpunkts „Prähistorische Konfliktforschung – Bronzezeitliche Burgen zwischen Taunus und Karpaten“ der Goethe-Universität diskutiert werden. Vom 9. bis 13. Oktober werden in Alba Iulia, Rumänien, über 80 Teilnehmer aus zehn Ländern rund um das Mittelmeer von Israel im Osten, Griechenland, Italien, Slowenien bis Spanien im Westen erwartet. Die Tagung findet nahe der befestigten Siedlung von Teleac statt, die zugleich eine der Ausgrabungsorte des LOEWE-Schwerpunkts ist und deren Forschungserkenntnisse es auf der Konferenz zu diskutieren gilt. Neue archäologische Datierungen und Ausgrabungen machen es notwendig, die Verbindungen zwischen Mittelmeerraum und Mitteleuropa in der Bronzezeit neu zu bewerten und das Gebiet auf das östliche Mittelmeer, die Adria und Spanien zu erweitern. Zudem werden auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zur Landschaftsrekonstruktion und Nutzung von Ressourcen nahe der befestigten Siedlungen Teil des Konferenzprogramms sein.

Im Mittelpunkt der empirischen Forschungen des LOEWE-Schwerpunkts „Prähistorische Konfliktforschung“, der gemeinsam mit der Römisch Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts getragen wird, stehen der Krieg der Bronzezeit und seine Infrastruktur. Wenig bekannt und erforscht sind die Burgen des 2. Jh. v. Chr., mit starken Mauern befestigte Siedlungen, nicht selten auf Bergkuppen errichtet. Darüber hinaus werden gewaltförmige Konflikte, der Krieg in der Bronzezeit und die Möglichkeiten der Konfliktvermeidung in einem größeren theoretischen und kulturgeschichtlichen Rahmen behandelt. Das Thema Prähistorische Konfliktforschung hat angesichts der aktuellen Kriege in Osteuropa und Westasien eine bedrückende Aktualität gewonnen.

Das detaillierte Programm der Konferenz finden Sie unter http://www.uni-frankfurt.de/65329369/Events

Informationen: Prof. Rüdiger Krause, wissenschaftliche Projektleitung, Institut für Archäologische Wissenschaften, Tel.: (069)-798-32120, R.Krause@em.uni-frankfurt.de

 

Okt 10 2017
10:10

Gemeinschaftsprojekt von Goethe-Universität und Opel-Zoo wird heute im Opel-Zoo ausgezeichnet

Biologische Vielfalt zum Greifen nah!

FRANKFURT. Für die Aktionstage „Biologische Vielfalt im Opel-Zoo erleben“ erhalten Prof. Paul Dierkes, Opel-Zoo-Stiftungsprofessor für Zootierbiologie, und sein Team von der Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität eine Auszeichnung als offizielles und vorbildliches Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt. Sie teilen sich den Preis mit dem Team der Zoopädagogik im Opel-Zoo unter der Leitung von Dr. Martin Becker. Übergeben wird der Preis heute von dem Schirmherrn Kultusminister Prof. Alexander Lorz im Rahmen der Jubiläumswoche „20 Jahre Zoopädagogik im Opel-Zoo – Feiern Sie mit uns!“.

Das preiswürdige Projekt: Seit 10 Jahren finden regelmäßig vor den Sommerferien zwei Aktionstage zur Biologischen Vielfalt für Schulklassen und Einzelbesucher statt. An 10 interaktiven Stationen, die von Doktorandin Anna Lena Burger regelmäßig durch neue Ideen ergänzt werden, können die Schülerinnen und Schüler Artenvielfalt hautnah erleben und die Notwendigkeit des Artenschutzes nachvollziehen. So können die Kinder verschiedene Getreidesorten selbst mahlen, lernen in der Vogelvoliere Arten anhand ihrer Schnabelformen und Federn unterscheiden oder entdecken, was im Laub lebt. Dabei stehen vor allem die Begegnung und die Auseinandersetzung mit dem biologischen Objekt im Vordergrund. Auch kleine Tiere, wie Insekten, bekommen an diesen Tagen ihren großen Auftritt. „Ein wenig Überwindung kostet es die Kinder, Stabschrecken oder Wandelnde Blätter auf die Hand zu nehmen. Aber dann sind sie oft ganz stolz“, berichtet Anna Lena Burger.

Der Bildungsbereich ist einer der beiden Bausteine der Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie, die Paul Dierkes, Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität, seit 2014 innehat. Der zweite Baustein ist die Verhaltensforschung, bei der er und sein Team ebenfalls eng mit dem Opel-Zoo zusammenarbeiten. Inzwischen betreut Dierkes sieben Doktorarbeiten zur Verhaltensforschung an Zootieren. Der Tierbestand des Opel-Zoos bietet dafür die Ausgangsbasis. Inzwischen hat sich daraus ein Netzwerk mit zoologischen Gärten in ganz Deutschland gebildet, in denen zu Vergleichszwecken geforscht wird.

Auch die Lehre an der Goethe-Universität profitiert von der Zusammenarbeit mit dem Opel-Zoo. In zwei Masterstudiengängen wurden Module zur Zootierbiologie integriert, die bei den Studierenden sehr beliebt sind.

Die Jubiläumswoche im Opel-Zoo hat gestern mit Führungen zu einzelnen Tierarten wie Elefant, Giraffe, Stachelschwein, Gepard, Erdmännchen, Eisfuchs/Schnee-Eule und Känguru begonnen. Heute zeigen dann Mitarbeiter und Studierende der Opel-Zoo-Stiftungsprofessur Zootierbiologie an der Goethe-Universität von 10 bis 14 Uhr, welche Forschungsprojekte gerade im Opel-Zoo durchgeführt werden. Die Zoobesucher können mit den Wissenschaftlern ins Gespräch kommen und an den Infoständen erfahren, was im Einzelnen an welchen Tierarten untersucht wird und welchen Nutzen diese Forschungsprojekte haben können.

Ein Bild erhalten Sie auf Anfrage bei hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Bildtext: Kinder mit Wandelndem Blatt und Stempelpass beim Aktionstag für Biologische Vielfalt im Opelzoo.
Bildrechte: Paul Dierkes

Information: Prof. Dr. Paul Dierkes, Didaktik der Biowissenschaften, Fachbereich 15, Campus Riedberg, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 5 2017
11:19

Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität zeigt vom 15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 Werke von Eric und Jula Isenburger

Kunsthistorische Neu-Entdeckung

FRANKFURT. Der bildende Künstler Eric Isenburger (1902–1994) und seine Ehefrau und Muse, die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger, geborene Elenbogen (1908–2000), zählen zu den nahezu völlig vergessenen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In der Geburtsstadt Eric Isenburgers widmet ihnen das Museum Giersch der Goethe-Universität nun erstmalig eine umfassende, retrospektive Ausstellung.

Nach seiner Ausbildung an der Frankfurter Kunstgewerbeschule unternahm Eric Isenburger zahlreiche Studienreisen und verbrachte dann lange Zeit in Barcelona. Gemeinsam mit seiner Frau lebte er als freischaffender Künstler und Bühnengestalter zunächst in Wien, danach in Berlin. Bereits 1933 sah sich das jüdische Ehepaar Repressionen der nationalsozialistischen Diktatur ausgesetzt und begann seine einer Odyssee gleichende Flucht: Paris, Stockholm, Südfrankreich sowie die französischen Internierungslager Les Milles und Camp de Gurs bildeten Stationen in den folgenden Jahren, bis sie schließlich 1941 ein Visum für die USA erhielten. Sie konnten Europa über Lissabon Richtung New York verlassen, wo sie bis zu ihrem Lebensende wohnten.

Trotz dieser zum Teil schwierigsten äußeren Bedingungen schuf Eric Isenburger ein eigenständiges künstlerisches Werk, welches Porträts, Landschaften und Stillleben umfasst. Mit spätimpressionistischer Handschrift, zum Teil expressivem Duktus und in materialtechnischer Hinsicht experimentellem Gestus nahm der Maler Isenburger seine äußere Umwelt zum Ausgangspunkt, enthielt sich jedoch eines allzu eindeutigen Zeitkommentars. Sein außergewöhnliches Schaffen stellt eine wirkliche kunsthistorische Entdeckung dar!

Pressekonferenz: Freitag, 13. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 15. Oktober 2017, 11 Uhr

  • Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter
  • Susanne Wartenberg M. A., Kuratorin der Ausstellung

Publikation: Der Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag und kostet 29,- € im Museum.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Georg und Franziska Speyer´sche Hochschulstiftung, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 5 2017
11:15

Jubiläumsspende für Kinder- und Vermittlungsprogramm des Museum Giersch der Goethe-Universität

10 Jahre Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung

FRANKFURT. 13.200 Euro erhält das Museum Giersch der Goethe-Universität von der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung für sein Kinder- und Vermittlungsprogramm 2017/2018. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen sowie zweisprachigen Katalogen hat das Museum seine museumspädagogischen Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Programme für Kinder und Jugendliche gelegt. Das Angebot umfasst Workshops, Ferienprogramme und Familienführungen sowie Aktivitäten für bilinguale und integrale Gruppen.

„Das Museum hält die ästhetische Bildung für eine unerlässliche Notwendigkeit einer lebendigen und bürgerlich geprägten Kultur. Ebenso gehört die Schulung motorischer Fähigkeiten durch Mal- und Zeichenmittel und die Stärkung des Selbstbewusstseins durch eigenes künstlerisches Schaffen zu einer wichtigen Maßnahme in der Entwicklung – und je früher mit beidem begonnen wird umso besser“, sagt Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung. „Was Familie und Schule bis in das Jugendalter nicht leisten, können die Kulturinstitute in den wenigsten Fällen kompensieren – eine frühestmögliche Prägung aber könnte zu einer größeren Chance für ein späteres Kulturinteresse führen und bestenfalls für ein zukünftiges bürgerschaftliches Engagement.“

Insgesamt rund 100.000 Euro für Museen

Das Kulturinteresse und Engagement trifft auch auf Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung, zu. Bereits seit 10 Jahren widmet sich ihre Stiftung der Pflege und dem Erhalt der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Mit einer Gesamtfördersumme von rund 100.000 Euro wurden schwerpunktmäßig Vermittlungsprojekte von ausgewählten  Museen gefördert, so zum Beispiel das Frankfurter Städel Museum (Förderbetrag für den neuen Sammlungskatalog „Kunst der Moderne (1800-1945)“ und ein neu konzipiertes Audioguide-System) und die Berliner Liebermann-Villa am Wannsee (Aufbau einer interaktiven Mediathek zu Leben und Werk von Max Liebermann und dessen Umfeld, Förderbetrag für ein kopfhörerunterstützendes Führungssystem, die Produktion eines Filmes anlässlich der Ausstellung „Liebermann und Van Gogh“). Daneben unterstützt die Stiftung auch eine zeittypische Rahmung von Kunstwerken und übernimmt Kosten im Zuge des internationalen Leihverkehrs.

„Ich bin selbst mit der Liebe zur Kunst, insbesondere der Malerei, aufgewachsen und möchte dieses Gut und diese Werte für kommende Generationen sichtbar und erlebbar machen“, erzählt Barbara Schultz. Ihr Ur-Ur-Urgroßvater väterlicherseits lebte und wirkte als Kaufmann und Bankier in Frankfurt. Seine Nachfahren unterstützten und förderten großzügig Frankfurter Künstler, vornehmlich Maler und Bildhauer. Ihre Urgroßmutter und deren Mann, der Kronberger Apotheker Dr. Julius Neubronner, unterhielten zeitlebens beste Kontakte zu den Malern der Kronberger Malerkolonie. Ihr Urgroßvater mütterlicherseits sammelte aus künstlerischem Interesse heraus über viele Jahre hinweg Bilder der Berliner Sezession und ließ sich 1911 von Max Liebermann porträtieren. Werke aus Familienbesitz hängen heute in der Liebermann-Villa am Wannsee, im Museum Giersch der Goethe-Universität, im Museum Schlösschen in Hofgarten in Wertheim und in der Stiftung Kronberger Malerkolonie.

Scheckübergabe: Dienstag, 17. Oktober 2017, 11 Uhr,

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 91, 60314 Frankfurt am Main

  • Barbara Schultz, Gründerin und Vorstand Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Stiftungskurator Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung
  • Prof. Werner Müller-Esterl, Museumsbeauftragter der Goethe-Universität

Mehr Informationen über die Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung unter www.stiftung-schultz-frentzel.de/

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

 

Okt 4 2017
11:05

Science-Publikation wirft neues Licht auf glasartige Zustände

Glasübergänge von Elektronen in molekularen Metallen entdeckt

FRANKFURT. Gläser sind den Menschen seit Jahrtausenden bekannt. Der Prozess der Glasbildung zählt aber bis heute zu den großen Rätseln der Festkörperphysik. In der aktuellen Ausgabe von „Science“ zeigen Forscher der Goethe-Universität in Kooperation mit japanischen Kollegen an einem neuartigen molekularen Metall, dass glasartige Phänomene universeller Natur sind.

Die Glasproduktion umfasst nicht nur die aus dem Alltag bekannten Silikat-Gläser, sondern auch metallische Gläser und plastische oder Orientierungsgläser aus organischen Molekülen wie Glycerol und Glukose. Gemeinsam ist diesen strukturellen Gläsern, dass sie auf atomarer oder molekularer Ebene eine ungeordnete, amorphe Struktur aufweisen. Analog dazu kennt man Spin-Gläser. Hier bezieht sich die Bezeichnung auf die gemeinsame Ausrichtung der magnetischen Momente, die keine Fernordnung, sondern lediglich eine Nahordnung besitzen.

Experimentell ist die Glasbildung oftmals schwer zugänglich, weil sich die ungeordneten Strukturen über sehr lange Zeiträume und in großen Temperaturbereichen umlagern. „Das von uns entdeckte Quanten-System erlaubt es nun, die allen Gläsern eigene langsame Dynamik und die allgemeinen Prinzipien von Flüssigkeit-zu-Glas-Übergängen vergleichsweise einfach zu untersuchen“, erklärt Prof. Jens Müller vom Physikalischen Institut der Goethe-Universität, der das Material im Rahmen einer Gast-Professur am „Institute for Materials Research“ der japanischen Tohoku Universität in Sendai erforschte. 

Müller und seinen japanischen Kollegen ist es gelungen, die Bewegung von Elektronen in niedrigdimensionalen organischen Metallen in einen glasartigen Zustand einzufrieren. Aufgrund der starken elektrischen Abstoßung zwischen den Elektronen geht das System bei tiefen Temperaturen von einem metallischen in einen isolierenden Zustand über. Die zuvor als Ladungsflüssigkeit über den gesamten Kristall verteilten Elektronen ordnen sich dann regelmäßig auf dem zugrunde liegenden Kristallgitter an. Die Forscher sprechen von einem Elektronen- oder Ladungskristall.

Wenn man Systeme mit einer besonderen Symmetrie der Kristallstruktur hingegen schnell abkühlt, entsteht ein Elektronenglas-Zustand, wobei die Ladungen ungeordnet auf dem Kristallgitter einfrieren. Zur Überraschung der Wissenschaftler folgen sowohl dieser Glasübergang als auch die damit konkurrierende Kristallisation der Elektronen den gleichen Gesetzen wie die konventionellen strukturellen Gläser. Das spricht für die universelle Natur glasartiger Phänomene.

Für die Erforschung von Glasübergängen bringt diese Entdeckung große experimentelle Vorteile. In strukturellen Gläsern wie Glycerol oder Glukose müsste man zum Beispiel die relevanten flüssigen und festen Volumenanteile aufwendig mittels hydrodynamischer Strömung messen, während man bei den neu entdeckten molekularen Metallen einfach den elektrischen Widerstand messen kann, eine Standard-Methode der experimentellen Festkörperphysik. Zudem sind die Temperatur- und Zeitskalen in den molekularen Metallen vergleichsweise kurz und damit bequem zu messen.  „Unsere Erkenntnisse eröffnen eine neue Sichtweise auf viele glasartige Phänomene: die Dynamik, Alterungsprozesse, Memory-Effekte, kooperatives Verhalten und die immer noch ungeklärte Frage, ob einem Glasübergang ein wahrer, thermodynamischer Phasenübergang zugrunde liegt, oder nicht“, erklärt Jens Müller die Bedeutung der Ergebnisse.

Publikation: Sasaki, K. Hashimoto et al., Crystallization and vitrification of electrons in a glass-forming charge liquid, in: Science 29 Sep 2017: Vol. 357, Issue 6358, pp. 1381-1385. DOI: 10.1126/science.aal3120

Information: Prof. Dr. Jens Müller, Physikalisches Institut, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47274, j.mueller@physik.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:37

Hirnreifung und Gehirn-Plastizität beruhen auf ähnlichen Signalwegen

Molekulare Basis für Gedächtnis und Lernen

FRANKFURT. Lernen und Erinnern sind zwei wichtige Funktionen des Gehirns, die auf der Formbarkeit (Plastizität) des Gehirns beruhen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Cell Reports“ berichten Forscherinnen der Goethe-Universität, wie ein Trio von Schlüsselmolekülen diese Prozesse steuert. Daraus ergeben sich auch neue Anhaltspunkte für die Alzheimer-Therapie.

Das Gehirn kann sich neuen Situationen anpassen, indem es die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen (Synapsen) entsprechend umbaut, auf- oder abbaut. Insbesondere wird die Signalstärke reguliert, indem die Zahl der Rezeptoren in der Nervenzellmembran immer wieder neu angepasst wird. Das erklärt, warum wir häufig benötigte Gedächtnisinhalte schneller parat haben als beispielsweise Informationen, die wir vor Jahren für eine Prüfung gelernt und nie wieder benötigt haben.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Amparo Acker-Palmer vom Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft an der Goethe-Universität hat in ihrer Studie die Hauptüberträger der stimulierenden Signale, die sogenannten AMPA-Rezeptoren, untersucht. Im Hippocampus, der Hirnregion für das Lernen und Erinnern, können die Nervenzellen die Zahl der aktiven, „auf Empfang gestellten“ Rezeptoren ähnlich wie Antennen ausfahren oder wieder einziehen. Auf diese Weise regulieren sie die Signalstärke. Wie die Forscherinnen jetzt herausgefunden, sind an dieser Regulation drei Schlüsselmoleküle beteiligt: GRIP1, ephrinB2 und ApoER2, ein Rezeptor für das Signalmolekül Reelin.

„Das sind faszinierende Ergebnisse, weil sowohl ephrinB2 als auch Reelin seit Jahren für die Entwicklung des Gehirns als entscheidend bekannt sind“, erklärt Amparo Acker-Palmer. „Zudem haben frühere Arbeiten aus meinem Labor gezeigt, dass es bei der Ausbreitung von Neuronen während der Gehirnreifung eine Wechselwirkung zwischen dem Reelin-Signalweg und den ephrinBs gibt.“

Offenbar kann ein und derselbe Mechanismus innerhalb der Zelle ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen. Dass makromolekulare Komplexe aus ephrinB2 und ApoER2 Prozesse der neuronalen Migration regulieren, fand die Arbeitsgruppe von Amparo Acker-Palmer bereits in einer vorangegangenen Studie heraus. Dass diese zusammen mit GRIP1 auch die Gehirn-Plastizität im Erwachsenenalter beeinflussen, konnten die Forscherinnen in der aktuellen Studie zeigen, indem sie die Interaktion der Moleküle gezielt hemmten. Infolgedessen waren die Neuronen nicht mehr fähig, auf Änderungen in der Aktivität ihres Netzwerks zu reagieren. Außerdem zeigten sie Defekte bei der Langzeit-Plastizität, welche die zelluläre Grundlage für das Lernen und das Gedächtnis darstellt.

„Bemerkenswert ist, dass ApoER2 und ephrinB2 beide mit der Entwicklung von Alzheimer zusammenhängen, obwohl der Mechanismus noch unklar ist”, so Acker-Palmer. „Sicher ist, dass wir durch unsere Forschung nicht nur neue Interaktionen von Schlüsselmolekülen für die Regulation von Lernen und Gedächtnis gefunden haben, sondern auch potenzielle Angriffspunkte für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit.“

Publikation: Pfennig, Foss et al., GRIP1 Binds to ApoER2 and EphrinB2 to Induce Activity-Dependent AMPA Receptor Insertion at the Synapse, Cell Reports (2017), http://dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2017.09.019

Ein Bild zum Download finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/68660304

Bildtext: Fluoreszenzbild einer Nervenzelle aus dem Hippocampus. In Magenta ist das aktivierte intrazelluläre Adapterprotein Dab1des Reelin-Signalweges dargestellt, das für die Gehirnreifung entscheidend ist.

Bildrechte: Arbeitsgruppe Amparo Acker-Palmer

Information: Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42563, Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de.

 

Okt 4 2017
10:19

Akademie soll Austausch der Theologie mit Wissenschaft und Gesellschaft stärken / Rachel: „Akademie trägt zur Versachlichung der Debatten bei“

Wissenschaftsakademie für Islam startet

FRANKFURT. An der Goethe-Universität Frankfurt am Main entsteht eine „Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Akademie soll die Position der islamisch-theologischen Studien im deutschen Wissenschaftssystem und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Akademie in den nächsten fünf Jahren mit rund 8,5 Millionen Euro. Die Stiftung Mercator gibt weitere 2,8 Millionen Euro für den Transfer dazu.

„Religion ist von großer Bedeutung für den Zusammenhalt von Gesellschaften. Religionen stiften Identität, sie können zum inneren Frieden und zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beitragen. Die Einführung der Islamischen Theologie an deutschen Universitäten war ein historischer Schritt. Diesen Weg der wissenschaftlich-theologischen Auseinandersetzung mit dem Islam gehen wir nun mit der Gründung der Akademie zum Islam in Wissenschaft und Gesellschaft weiter. Die Akademie wird dabei noch stärker die Kommunikation zwischen den Theologien fördern, in gesellschaftliche Diskurse einsteigen und zugleich die in Deutschland noch junge theologische Forschung zum Islam stärken. Mit der Förderung der Akademie trägt das BMBF auch zur Versachlichung der gesellschafts- und integrationspolitischen Debatten über den Islam bei“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB.

In ihrer Forschungsfunktion soll die Akademie überregionale und interdisziplinäre Forschung ermöglichen und die wissenschaftliche Konsolidierung der islamisch-theologischen Studien fördern. In ihrer Transferfunktion wird sie nach Antworten zu islambezogenen Fragen im deutschen Kontext suchen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gesellschaftlich verankert sind. Der Austausch mit benachbarten Disziplinen, mit der muslimischen Community sowie gesellschaftspolitischen und zivilgesellschaftlichen Institutionen im deutschsprachigen Raum soll durch die Akademie intensiviert werden. Sie organisiert die Themenfindung und vergibt im Wettbewerb die Mittel für Forschungsprojekte, Nachwuchsgruppen und Veranstaltungen.

Der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Dr. Wolfgang Rohe, stellt fest, dass die Stiftung Mercator mit der Förderung „einen Beitrag zur sozialen und kulturellen Integration von Muslimen in Deutschland leisten möchte.“ Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft „wird diesen Prozess befördern“, so Rohe, „indem sie die Zusammenarbeit der Institute für Islamische Theologie verbessert, den Anwendungsbezug der Islamischen Theologie stärkt sowie den Dialog mit der Gesellschaft erhöht.“

Seit 2011 haben fünf Universitäten mit Unterstützung des BMBF und der beteiligten Bundesländer die islamische Theologie als neue Disziplin in der deutschen Wissenschaftslandschaft etabliert. Das gleichzeitig von der Stiftung Mercator geförderte Graduiertenkolleg Islamische Theologie hat die Bedeutung und die Gegenwartsbezüge der islamischen Theologie in Deutschland ebenfalls gefestigt. Zentren und Graduiertenkolleg sind markante Orte der innerislamischen Pluralität geworden. Beide haben die internationale Verankerung des Faches in kurzer Zeit gesichert. Um diese positiven Entwicklungen voranzutreiben, bauen das BMBF und die Stiftung Mercator ihre Kooperation aus. Während das BMBF die Forschungsaktivitäten der Akademie unterstützt, fördert die Stiftung Mercator vorrangig die Vermittlung von Ergebnissen in verschiedene gesellschaftliche Zielgruppen, darunter die muslimischen Gemeinschaften.

Koordinator des Akademieprojekts ist Prof. Dr. Bekim Agai, Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt und Geschäftsführender Direktor des standortübergreifenden Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen. Prof. Agai war bereits federführend für die Entwicklung des Konzepts der Akademie verantwortlich. Die Goethe-Universität wird das innovative Akademievorhaben als Teil ihrer Third Mission-Aktivitäten umsetzen. „Damit trägt die Goethe-Universität deutlich zur

Stärkung einer relevanten wissenschaftlichen Perspektive im gesellschaftlichen Dialog über den Islam bei“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Das Akademieprojekt findet an der Goethe-Universität ein überaus inspirierendes Umfeld: Mehr als 100 neue Studierende werden bei uns jährlich in die Studienangebote der Islamischen Studien aufgenommen, darüber hinaus bilden wir eine wachsende Zahl von Lehrkräften für das Fach Islamische Religion in der Sekundarstufe aus. Die Akademie wird sowohl von der positiven Entwicklung des bereits BMBF-geförderten Zentrums für Islamische Studien Frankfurt/Gießen als auch vom Austausch mit vielfältigen thematisch benachbarten Instituten der Universität profitieren. Nicht zuletzt fördert sie auch den Dialog mit Mitgliedern islamischer Communities, nicht lediglich den über den Islam.“

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.bmbf.de/de/islamische-theologie-367.html
www.stiftung-mercator.de/de/projekt/akademie-fuer-islam-in-wissenschaft-und-gesellschaft/
www.aiwg.de
www.uni-frankfurt.de

Pressekontakte:
BMBF: Christina Wiegelmann, presse@bmbf.bund.de, 030-1857-5050
Stiftung Mercator: Cathrin Sengpiehl, cathrin.sengpiehl@stiftung-mercator.de, 0201-24522-841
Goethe-Universität: Dr. Olaf Kaltenborn, 069-798-13035
Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft: Dr. Jan Felix Engelhardt, engelhardt@aiwg.de, 069-798-327-52