​​​​Pressemitteilungen ​

 

Apr 11 2018
14:45

Menschen protestieren wieder weltweit für die Freiheit von Wissenschaft

Goethe-Universität unterstützt „March for Science“ am 14. April in Frankfurt

FRANKFURT. Weltweit gehen am 14. April 2018 Menschen in über 200 Städten beim „March for Science” auf die Straße, so auch in Frankfurt. Die Goethe-Universität unterstützt erneut die Kundgebung mit dem Ziel, die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu verteidigen.

Der Marsch startet am Samstag, 14. April, um 13 Uhr an der Bockenheimer Warte mit dem Ziel Römerberg, auf dem um 15 Uhr eine Kundgebung stattfindet. Eine anschließende Science Arena, ebenfalls auf dem Römerberg, lädt zum Gespräch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein, an dem unter anderem der Physiker Prof. Joachim Curtius von der Goethe-Universität teilnehmen wird.

"Freiheit – Wissenschaft – Gesellschaft. Diese Triade als Einheit zu denken, gehört zum Selbstverständnis der Goethe-Universität und zur Verantwortung, die sie für Forschung und Lehre, aber auch als Bürger-Universität trägt. Diese Einheit ist nicht selbstverständlich und muss immer wieder neu errungen und verteidigt werden. Der March for Science geht im wahrsten Sinne des Wortes auch diesen Weg. Wir gehen ihn gerne, beim „March“, aber auch täglich an der Universität", sagt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff, die am 14. April ab 19 Uhr an einer Podiumsdiskussion im Haus am Dom teilnimmt, bei der die Rolle und Bedeutung der Universitäten in der heutigen Forschungslandschaft diskutiert werden. Die weiteren Podiumsgäste sind: Prof. Frank Dievernich (Präsident der University of Applied Sciences Frankfurt), Bernd Ehinger (Präsident der Handwerkskammer Frankfurt), Jochen Maas (Geschäftsführer Forschung & Entwicklung von Sanofi-Aventis Deutschland) und Prof. Volker Mosbrugger (Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung). Moderiert wird die Runde von Dr. Sascha Vogel vom Frankfurt Institute for Advanced Studies an der Goethe-Universität.

Was im letzten Jahr begonnen hat, soll am 14. April fortgeführt werden: Die Stärkung der Rolle von Wissenschaft als unverzichtbarem Teil einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft, insbesondere in Zeiten zunehmender Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und Verunsicherung durch die Verbreitung von Falschmeldungen. Zentrale gesellschaftliche Diskurse sollten auch künftig auf Basis überprüfbarer, wissenschaftlich abgesicherter Daten und Fakten geführt werden.

Als eine der größten deutschen Universitäten mit einem internationalen Ruf, die aufgrund ihrer eigenen Geschichte als Geburtsort der „kritischen Theorie“ auch einem faktenbasierten Diskurs besonders verpflichtet ist, unterstützt die Goethe-Universität den Science March als Partner und ruft alle ihre Mitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv daran zu beteiligen.

Mehr Informationen zum „March“: https://marchforscience.de/auch-in-deiner-stadt/frankfurt-rhein-main/

 

Apr 10 2018
11:54

Veranstaltungsreihe „Niederländische Sprache und Kultur“ wird mit zwei Vorträgen von Leen Huet fortgesetzt

Frischer Blick auf Bruegel und Rubens

FRANKFURT. Über Pieter Bruegel den Älteren (1525? – 1569) und über Pieter Paul RUBENS (1577-1640) spricht die belgische Kunsthistorikerin Leen Huet in der Veranstaltungsreihe „Niederländische Sprache und Kultur“ an der Goethe-Universität.

Die beiden Vorträge finden

am Donnerstag, 19. April (Bruegel), in Raum 1.802 und am Freitag, 20. April (Rubens) in Raum 1.801 (Renate von Metzler-Saal) (jeweils im Casino-Gebäude, Campus Westend) jeweils um 19 Uhr

statt. Der Vortrag über Bruegel findet in niederländischer Sprache, der Vortrag über Rubens in englischer Sprache statt. Leen HUET (Jahrgang 1966) hat eine beeindruckende Bruegel-Biografie (2016) geschrieben und Rubens´ Briefe übersetzt und herausgegeben (2014) und gilt als international anerkannte Expertin auf diesem Gebiet.

Der Vortrag über Pieter Bruegel den Älteren weist voraus auf die weltweit erste große, monographische Bruegel-Ausstellung, die das Kunsthistorische Museum Wien im Herbst 2018 zu Bruegels 450. Todestag organisiert. In ihrem Vortrag „Pieter Bruegel, schilder in ‚een zeer zieke tijd‘“ („Bruegel, Maler in ‚einer sehr kranken Zeit‘“) geht Leen Huet auf die Frage ein, wie Pieter Bruegel die Ereignisse seiner Zeit sah. War er ein Rebell? Oder gar ein „Geuse“ (Aufsässiger), vielleicht ein Wiedertäufer, wie mancher Romanautor und Kunsthistoriker ihn darstellt? War er eher Berichterstatter oder philosophischer Beobachter? Anhand einer Reihe von Gemälden und Stichen von Bruegels Hand wird Leen Huet die Hintergründe seiner Werke erklären.

Der Rubens-Vortrag nimmt Bezug auf die laufende Rubens-Ausstellung im Städel-Museum. Huets Vortrag „The Alchemy of hand and pigment“ behandelt Rubens´ kreativen Prozess und seine großzügige Wertschätzung anderer Künstler. Durch Zitate aus Rubens‘ höflichen, gelehrten, manchmal erstaunlichen Briefen, die er auf Niederländisch, Französisch. Englisch und Italienisch verfasste, bringt Leen Huet dem Publikum den barocken Künstler näher, vermittelt einen frischen Blick auf sein Werk.

Information und Anmeldung: Laurette Artois, Fachbereich 10, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch – IG-Farben-Haus, Raum 1.211, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60629 Frankfurt/Main, Telefon 069 798-32851, E-Mail artois@lingua.uni-frankfurt.de, http://www.uni-frankfurt.de/41138070/niederlaendisch

 

Apr 10 2018
11:51

Das Gehirn verarbeitet schwache visuelle Reize morgens und abends besser als mittags

Optimierte Wahrnehmung zu Zeiten der Dämmerung

FRANKFURT. In vorindustrieller Zeit war die Dämmerung für Menschen eine gefährliche Zeit, da sie dann nachtaktiven Raubtieren begegnen konnten. Wer trotz schwachem Licht noch etwas erkennen konnte, hatte einen evolutionären Vorteil. Wie Neurowissenschaftler der Goethe-Universität jetzt herausgefunden haben, bereitet sich das menschliche Gehirn auf die Dämmerung vor, indem es zu diesen Zeitpunkten die Ruheaktivität in der Sehrinde herunterfährt, damit schwache Sehreize nicht im Rauschen untergehen.

Der Wechsel von Tag und Nacht, hell und dunkel, bestimmt die Wahrnehmung mehr, als dem Menschen bewusst ist. Besonders relevant wirkt sich die Tageszeit auf die Qualität visueller Signale in der Umwelt aus. Das visuelle System hat sich im Laufe der Evolution optimal an die Beleuchtungsbedingungen am Tag angepasst. Doch auch für die Dämmerung hat es eine Strategie entwickelt: Offenbar erlaubt es die innere Uhr, diese Zeiten vorherzusehen und das visuelle System auf Zeiten schlechter Signalqualität vorzubereiten.

„Während das Uhrwerk der inneren Uhr bereits gut untersucht ist, war bisher nicht bekannt, mithilfe welchen Mechanismus die visuelle Wahrnehmung zu Zeiten erwartbar schlechter Signalqualität optimiert wird“, erklärt Privatdozent Dr. Christian Kell vom Brain Imaging Center der Goethe Universität. Sein Doktorand Lorenzo Cordani untersuchte deshalb in einer aufwändigen funktionellen Kernspintomographie-Studie an 14 gesunden Probanden, wie diese zu sechs verschiedenen Tageszeiten auf visuelle Reize reagierten.

Der Kerngedanke der Untersuchung bestand darin, die Wahrnehmung von sensorischen Signalen mit der Ruheaktivität des Gehirns ins Verhältnis zu setzen. Im Gehirn gibt es nämlich auch beim völligen Fehlen äußerer Reize ein gewisses „Grundrauschen“. Das internationale Team um Lorenzo Cordani, Joerg Stehle und Christian Kell konnte zeigen, dass der Körper die Ruheaktivität in den sensorischen Arealen während der Morgen- und Abenddämmerung selbständig herunterreguliert. Je mehr die Ruheaktivität reduziert war, desto besser konnten die Probanden in einer nachfolgenden Messung schwache visuelle Signale wahrnehmen.

Das bedeutet, dass Menschen schwache visuelle Reize zu Zeiten der Morgen- und Abenddämmerung besser als zu anderen Tageszeiten wahrnehmen können. Anders ausgedrückt: Während der Dämmerung verbessert sich in den sensorischen Hirnarealen das Signal zu Rauschen-Verhältnis. Da die Ruheaktivität zu Zeiten der Dämmerung nicht nur in visuellen, sondern auch in auditorischen und somatosensorischen Hirnregionen abnimmt, vermuten die Forscher, dass die Wahrnehmung nicht nur im visuellen System geschärft wird. In einer früheren Studie wurde bereits gezeigt, dass schwache Hörreize zu Zeiten der Dämmerung besser wahrgenommen werden. Der nun aufgedeckte Mechanismus, der in der aktuellen Ausgabe von Nature Communications publiziert wurde, könnte daher einen wesentlichen evolutionären Vorteil darstellen, der in vorindustriellen Zeiten das Überleben sicherte.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/71301541

Bildtexte:

  1. In den gezeigten Gehirnarealen nimmt die Varianz der Ruheaktivität während der Dämmerung signifikant ab. Die Varianz beschreibt die Veränderung der Hirnaktivität im Zeitverlauf einer Messung. (1) visuelle,  (2-4) somatosensorische und (5) auditorische Hirnrinde.
  2. Die Varianz der Ruheaktivität – hier beispielhaft im visuellen Kortex – ist um 8 und 20Uhr im Vergleich zu den anderen Tageszeiten reduziert.
  3. Parallel zur Reduktion der Varianz der Ruheaktivität verbessert sich das Erkennen schwacher visueller Reize im Dämmerlicht bei gleichen Beleuchtungsbedingungen. Um 8 und 20 Uhr übersehen die Probanden weniger visuelle Reize.

Bildrechte: Cordani et al., Nat. Comm.

Publikation Lorenzo Cordani, Enzo Tagliazucchi, Céline Vetter, Christian Hassemer, Till Roenneberg, Jörg H. Stehle, Christian A. Kell: Endogenous Modulation of Human Visual Cortex Activity Improves Perception at Twilight, in: Nature Communications http://dx.doi.org/10.1038/s41467-018-03660-8

Information: Privatdozent Dr. Christian Kell, Brain Imaging Center der Goethe-Universität, Cognitive Neuroscience Group, Fachbereich Medizin, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301 5739; c.kell@em.uni-frankfurt.de.

 

Apr 9 2018
15:04

Goethe-Uni wirbt zwei ERC-Advanced Grants ein/ Je 2,5 Millionen Euro für fünf Jahre

EU fördert Forschung zu Kryogesellschaften und Immunsystem

FRANKFURT. Zwei ERC-Advanced Investigator Grant des Europäischen Forschungsrats mit je 2,5 Millionen Euro gehen an Forscher der Goethe-Universität Frankfurt. Der Soziologe Prof. Thomas Lemke erforscht die gesellschaftlichen Auswirkungen der Kryobiologie, die sich mit dem Einfrieren und der dauerhaften Konservierung organischen Materials beschäftigt. Der Biochemiker Prof. Robert Tampé will die verschlungenen Pfade des Immunsystems innerhalb der Zelle aufklären.

Projekt „Cryosocieties“ erforscht „suspendiertes Leben“

Die Kryobiologie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erfahren. Immer mehr Arten von Gewebe und zelluläres Material können eingefroren, gelagert und wieder aufgetaut werden, ohne einen nachweisbaren Verlust an Vitalität. Heute stellen kryobiologische Praktiken nicht nur eine wichtige infrastrukturelle Bedingung für viele medizinische Anwendungen und einen wesentlichen Motor biowissenschaftlicher Innovationen dar, sondern sie bilden zentrale Optionen für individuelle Reproduktionsentscheidungen ebenso wie die Erhaltung der globalen Biodiversität.

„Im Projekt Cryosocieties möchte ich die Auswirkungen der Kryokonservierung auf unser Verständnis des Lebens untersuchen. Ich gehe von der These aus, dass kryobiologische Praktiken eine spezifische Form des Lebens hervorbringen, die ich „suspendiertes Leben“ oder im Englischen „suspended life“ nenne. Sie hält vitale Prozesse in einem Schwebezustand zwischen Leben und Tod, in welchem die biologischen Substanzen weder völlig lebendig noch gänzlich tot sind“, erklärt Prof. Thomas Lemke vom Institut für Soziologie. Ziel des Projekts an der Schnittstelle zwischen Biologie, Soziologie und Technik ist es zu untersuchen, wie Kryopraktiken zeitliche und räumliche Beziehungen und Konfigurationen sowie unser Verständnis von Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, (Un-)Fruchtbarkeit und Nachhaltigkeit verändern.

Lemke und sein Team werden in drei verschiedenen Kontexten untersuchen, wie „suspendiertes Leben“ in aktuellen Praktiken der Kryokonservierung hervorgebracht wird. Die Teilprojekte befassen sich mit dem Einfrieren von Nabelschnurblut als Vorbereitung auf spätere regenerative Therapien, mit der Kryokonservierung von Eizellen für Reproduktionszwecke sowie mit dem Aufbau von Kryobanken für den Erhalt bedrohter oder bereits ausgestorbener Tierarten.

Immunabwehr in der Zelle

Obwohl das Immunsystem eines der komplexesten Systeme des menschlichen Körpers ist, das sich aus vielen verschiedene Zelltypen, Transport- und Botenmoleküle zusammensetzt, gelingt es Krankheitserregern und Krebszellen immer wieder, es auszutricksen. So haben Herpes- und Pocken-Viren ausgefeilte Strategien entwickelt, bestimmte Pfade der Immunabwehr gezielt anzugreifen. Normalerweise werden Viren, die in die Zelle eingedrungen sind, in einer Art Molekül-Schredder (Proteasom) zerlegt und zur Zelloberfläche transportiert, wo sie den T-Zellen des Immunsystems präsentiert werden. Herpes- und Pocken-Viren schaffen es aber, sich in der Zelle zu verstecken, weil sie das Transportmolekül angreifen, das sie an die Oberfläche befördert.

Bisher weiß man, dass Eiweiß-Schnipsel (Peptide) aus dem Proteasom vom einem großen Molekülkomplex und vielen Hilfsmolekülen für ihre Reise an die Zelloberfläche prozessiert werden. Dieser sogenannte Peptid-Lade-Komplex sitzt im „Maschinenraum der Zelle“, dem endoplasmatischen Retikulum. In dem stark gefalteten System von Membran umschlossenen Hohlräumen werden Proteine hergestellt, gefaltet, kontrolliert und für ihre Reise an die Zelloberfläche vorbereitet.

„Mein Ziel ist es, den Mechanismus der Antigen-Prozessierung im Detail zu untersuchen. Mit dieser Forschung begeben wir uns auf einen der dornenreichsten Pfade der Lebenswissenschaften, weil wir es mit großen, unterschiedlich gebauten Molekülen zu tun haben, die außerdem noch relativ selten in interzellulären Membranen vorkommen“, erklärt Prof. Robert Tampé vom Institut für Biochemie das Forschungsvorhaben. Da es seiner Gruppe in den vergangenen Jahren jedoch gelungen ist, einige wichtige Strukturen des Peptid-Lade-Komplexes und deren Funktion aufzuklären, ist er für das neue Forschungsprojekt gut vorbereitet. „Wir erwarten, dass unsere Arbeit einen erheblichen Einfluss auf viele Gebiete der Lebenswissenschaften, insbesondere in Bereich der Krebsforschung sowie Infektions- und Autoimmunkrankheiten haben wird“, so Tampé.

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/71298300

Informationen:
Prof. Dr. Thomas Lemke, Institut für Soziologie, Fachbereich 3, Campus Westend, Tel.: (069) 798 36664, lemke@em.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798 29475, tampe@em.uni-frankfurt.de.

 

Apr 6 2018
15:15

Porträt des neuen Masterstudienganges „Science and Technology Studies“ im aktuellen UniReport

Wie wird wissenschaftliches Wissen erstellt und angewendet?

FRANKFURT. Das Alltagsleben ist heute aufs engste mit technischen Infrastrukturen verbunden. Klimawandel, selbstfahrende Autos, Atomenergie, Datensicherheit im Internet, Impfpflicht gegen Masern – das sind Fragen, die nicht nur Experten, sondern auch Laien umtreiben. Diese im Normalfall unbemerkt bleibenden Verflechtungen und die weitreichenden Wechselwirkungen von Alltag und Technik gehören zum Forschungsfeld einer Fachrichtung, den Science and Technology Studies. In der aktuellen Ausgabe des UniReports wird der neue Masterstudiengang an der Goethe-Universität vorgestellt.

Prof. Gisela Welz vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie beschreibt in ihrem Beitrag einige zentrale Fragen dieser in Deutschland noch recht neuen Disziplin: „Dass die Bewertung der gleichen technologischen Option in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich sein kann, dass Legitimitätskonflikte zwischen Wissenschaftlern und ethische Debatten über mögliche Technikfolgen auch historische und kulturelle Gründe haben, dass wirtschaftliche Interessen, politische Konflikte und rechtliche Regelungen Wissenschaftsdynamiken befeuern und häufig entscheidend dafür sind, welche technologischen Neuerungen implementiert werden und welche nicht, steht auf dem Lehrplan des Masterstudienganges Science and Technology Studies.“

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Bau der neuen Universitätsbibliothek rückt näher: Universitätspräsidentin  Prof. Birgitta Wolff über Perspektiven für den Neubau der UB nach der 100-Millionen-Euro-Zusage der Landesregierung aus dem Verkauf des alten Polizeipräsidiums.
  • Sicher über den Campus: Die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Anja Wolde spricht im Interview über Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt an der Uni.
  • „Stimmt so!“ - Warum Trinkgeld mehr ist als nur etwas ‚oben drauf‘: Ein soziologisches Forschungsseminar hat Gäste und Kellner zum Thema Trinkgeld befragt.
  • „Melange aus Fakten und Fiktionen“: Christian Kracht übernimmt im Sommersemester die Frankfurter Stiftungsgastdozentur für Poetik.
  • Vom Philosophicum ins Doctor Flotte: Andreas Maier verarbeitet in seinem neuen Roman „Die Universität“ seine Studienzeit a der Goethe-Uni.
  • Rätsel Deutschland: Prof. Tilman Allert über seine beliebte Biografien-Reihe, die sich im Sommersemester mit dem Thema „68“ beschäftigt.
  • Vielfalt in der Natur: Die Biologin Prof. Kathrin Böhning-Gaese untersucht, ob und wie Vielfalt für das Funktionieren eines Ökosystems bedeutend ist.
  • Sich der eigenen Geldgeschichte bewusst werden: Die Soziologin Birgit Happel erforscht den Zusammenhang von Geld und Lebensgeschichte.
  • Wohin willst Du? Studierende werden bei der Jobsuche beraten und erhalten Hilfestellung beim Berufseinstieg.

Der UniReport 2/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/71145627/Unireport_2-18.pdf

 

Apr 6 2018
12:15

Philosophisches Buchsymposion soll abwechselnd an den Unis in Gießen und Frankfurt stattfinden

Gemeinsames Philosophieren an Lahn und Main

FRANKFURT/GIESSEN. Frankfurter und Gießener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich zu einer neuen Kooperation zusammengefunden: Am 19. und 20. April findet in Gießen erstmals das gemeinsame Frankfurt-Gießener Philosophische Buchsymposion statt – nach dem Vorbild des traditionsreichen Frankfurter Buchsymposions. Der Veranstaltungsort des Buchsymposions soll mal in Gießen, mal in Frankfurt sein. Der Auftakt ist der Philosophin Prof. Katja Crone und ihrem 2016 erschienen Buch „Identität von Personen. Eine Strukturanalyse des biographischen Selbstverständnisses“ gewidmet.

Ein öffentlicher Abendvortrag mit der Philosophin findet

am Donnerstag, 19. April, um 18 Uhr
im Senatssaal der Justus-Liebig-Universität (Hauptgebäude),
Ludwigstr. 23, 35390 Gießen

statt. Unter dem Titel „Jenseits des Narrativen – Grundlagen des Selbstverständnisses von Personen“ wird Crone die Grundthesen ihres Buches vorstellen: Sie geht davon aus, dass unserem Selbstverständnis als Personen eine scheinbar spannungsreiche Struktur zugrunde liegt. Wir begreifen uns als identische und über die Zeit hinweg existierende Personen, zugleich aber als in vielerlei Hinsichten veränderlich und damit auch als Subjekte einer persönlichen Biographie. Indem sie philosophische Analysen und empirische Forschungen zusammenführt, arbeitet die Philosophin heraus, wie kognitive Fähigkeiten und soziale Rahmenbedingungen zusammenwirken, um das komplexe Phänomen des biographischen Selbstverständnisses entstehen zu lassen.

Am Freitag, 20. April, wird das Symposion mit einen Workshop fortgesetzt, an dem die Autorin sowie Tim Henning (Stuttgart), Christian Kietzmann (Erlangen), Martina Büttner, Oliver Schütze und Gerson Reuter (Gießen) sowie Eva Backhaus, Jasper Liptow und Andreas Müller (Frankfurt/M.) mitwirken.

Katja Crone ist seit 2014 Professorin für Philosophie mit dem Schwerpunkt Philosophie des Geistes an der TU Dortmund. Im Zentrum ihrer Forschungsarbeit stehen Probleme des Selbstbewusstseins, der personalen Identität, der sozialen Kognition und der kollektiven Intentionalität. Veranstalter des Symposions sind das Gießener Institut für Philosophie und das Philosophische Institut der Goethe-Universität.

Information: Prof. Dr. Gerson Reuter, Institut für Philosophie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Rathenaustraße 8, Raum 209, 35394 Gießen, Telefon 0641 99-15532/1, E-Mail Gerson.Reuter@phil.uni-giessen.de; Eva Backhaus, Institut für Philosophie der Goethe Universität Frankfurt, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60629 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-32769, E-Mail backhaus@em.uni-frankfurt.de oder unter http://www.jlug.de/buchsymposion-frankfurt-giessen

Anmeldung (zum Workshop): alexandra.darabos@phil.uni-giessen.de

 

Apr 5 2018
18:12

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 10. April 2018 im Klingspor Museum

Geistiges Eigentum in Afrika

FRANKFURT. Wem gehören Töne und Texte, wenn sie erst einmal aufgezeichnet sind? Wer darf daran verdienen? Und wie wird die Weitergabe geregelt? Auch mit diesen Fragen beschäftigen sich die Intellectual Property Rights, die geistigen Eigentumsrechte. Doch was als typisch „westliche“ Normenhervorbringung gilt, stößt in anderen Kulturen auf Skepsis, wenn nicht Widerspruch – oder wird den lokalen Gegebenheiten pragmatisch angepasst. Um dieses Spannungsfeld geht es in der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Der Ethnologe Mamadou Diawara spricht zum Thema

„Im Namen des Gesetzes: Geistiges Eigentum und Urheberrecht im afrikanischen Kontext“ am Dienstag, dem 10. April 2018, um 19.00 Uhr im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Das Eigentumsrecht steht mehr als je zuvor im Zentrum der Handlung von Firmen und Regierungen. Dies gilt nicht nur für diejenigen Länder, in denen diese „normative Ordnung“ entstanden ist, sondern auch dort, wo sie kolonial bedingt eingeführt wurde. Wie jedoch wird dieses geistige Eigentumsrecht in den unterschiedlichen Kontexten verstanden und erlebt? Anhand von Beispielen aus Afrika hinterfragt der Ethnologie-Professor Mamadou Diawara, wie sich die kolonialbedingte Genealogie des Urheberrechts auf dem Kontinent behauptet. In seinem Vortrag stellt er dar, wie sich die Problematik der Globalisierung des Eigentumsrechts gegenüber Ländern und Gesellschaften verhält, die ihre eigenen Normen umsetzen, und wie diese von Akteurinnen und Akteuren insbesondere aus Afrika südlich der Sahara ausgehandelt werden.

Prof. Mamadou Diawara lehrt am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität und ist Angehöriger des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Außerdem ist er Direktor von Point Sud, Forschungszentrum für lokales Wissen in Bamako, Mali, Herausgeber der „Arbeitspapiere zum Thema Lokales Wissen“ (Point Sud, Bamako), Redaktionsmitglied des „Mande Studies Association Review“, von „africa spectrum“ und von „Paideuma“ sowie Mitglied der Arbeitsgruppe Entwicklungsethnologie. Seine thematischen Schwerpunkte sind Entwicklungsethnologie, oral history/mündliche Traditionen im Medienzeitalter, Globalisierung, Geschichte Afrikas. Sein regionaler Forschungsschwerpunkt liegt auf dem subsaharischen Afrika, insbesondere Mali.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Informationen: 
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft

 

Apr 5 2018
09:58

Blauwal-Erbgut enthüllt Paarung über Artgrenzen hinweg

Wal-Verwandtschaften

FRANKFURT. Wissenschaftler der Goethe-Universität, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Lund haben erstmals das komplette Erbgut des Blauwals sowie drei weiterer Furchenwalarten entziffert. Das Genom der Wale ermöglicht es, die Evolutionsgeschichte des größten Tieres der Welt und seiner Verwandten detailliert nachzuvollziehen. Überraschenderweise zeigt es, dass sich verschiedene Furchenwalarten im Lauf ihrer Geschichte miteinander gepaart haben. Darüber hinaus haben sich Furchenwale wohl ohne geografische Barrieren in verschiedene Arten aufgespalten. Dabei handelt es sich um ein sehr seltenes Phänomen. Die Studie ist soeben im Fachmagazin „Science Advances“ erschienen.

Sie sind die Giganten der Meere – Blauwale. Mit bis zu 33 Metern Länge und bis zu 200 Tonnen Gewicht sind Blauwale die größten Tiere der Erde. Während die sanften Riesen durch den Menschen bis Ende der 80er Jahre an den Rand des Aussterbens gebracht wurden, erholen sich die Populationen langsam wieder. Neue Forschung zeigt nun, dass die Evolution der Blauwale unkonventionelle Wege nahm.

Wie ein Team um den Evolutionsgenomiker Prof. Axel Janke, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität nämlich herausgefunden hat, haben sich die Furchenwale, zu denen der Blauwal zählt, während und nach ihrer Artbildung über die entstehenden Artgrenzen hinweg gepaart. „Diese sogenannte ‚Artbildung mit Genfluss‘ gilt in der Natur als selten. Arten bilden sich gewöhnlich durch reproduktive Isolation, die durch genetische oder geografische Barrieren entsteht. Beides scheint für Furchenwale nicht zu gelten“, erklärt der Ko-Erstautor der Studie, Fritjof Lammers, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

Gemeinsam mit seinen Kollegen und dem schwedischen Walforscher Ulfur Arnason hat er erstmals das komplette Genom des Blauwals und weiterer Furchenwalarten, darunter Buckelwal und Grauwal, sequenziert. Geografische Barrieren gibt es in den Weiten der Ozeane für Wale nicht. Das Genom zeigt nun, dass es anscheinend auch keine genetischen Barrieren zwischen den Arten gab und es in der Vergangenheit Genfluss zwischen vielen Furchenwalarten gegeben hat.

Sogar heute noch werden Hybride von Finn- und Blauwalen gesichtet. Im Erbgut konnten die Forscher solche Spuren einer Liaison zwischen den beiden Arten aber noch nicht direkt nachweisen.  Der Evolution der Furchenwale auf die Spur gekommen, sind die Wissenschaftler mit sogenannten Netzwerkanalysen. „Damit wird die Artentstehung nicht wie üblich als stammesgeschichtlicher Baum, sondern als verwobenes Netz betrachtet. Dies ermöglicht ansonsten versteckte genetische Signale zu entdecken,“ so Prof. Axel Janke.

Außerdem stellte das Team fest, dass auch die Verwandtschaftsverhältnisse unter den anderen Furchenwalen komplizierter sind als angenommen. So gilt der Buckelwal bisher aufgrund seiner enormen Brustflossen als Außenseiter unter den Furchenwalen. Die Studie bestätigt nun, dass diese klassische Taxonomie nicht der evolutionären Systematik entspricht. Gleiches gilt für den Grauwal, von dem man annahm, dass er nicht zu den Furchenwalen gehört. Tatsächlich sind Grauwale aber sehr nahe mit anderen Furchenwalen verwandt. Sie haben sich nur eine andere Lebensquelle erschlossen und ernähren sich von Krebstieren am Grund von Küstengewässern.

„Die Studie zeigt, welche enormes Potential uns die Genomik bietet, biologische Prozesse und die Grundlagen der biologischen Vielfalt besser zu verstehen. Wir können daraus sogar lesen, wie sich die Grösse der Populationen der Furchenwale in den letzten Millionen Jahren entwickelte“, resümmiert Janke, der auch Sprecher des gerade neu gegründeten hessischen LOEWE Forschungszentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (LOEWE-TBG) ist. Das im Januar 2018 gestartete Forschungszentrum hat sich der systematischen Analyse des vollständigen Genoms beziehungsweise aller aktiven Gene verschrieben. Damit soll nicht nur Grundlagenforschung betrieben werden, sondern das neue Wissen soll aktiv für die Erforschung von Naturstoffen und den Erhalt der Biodiversität genutzt werden.

Publikation: Arnason, U. et. al (2018): Whole genome sequencing of the blue whale and other rorquals find signatures for introgressive gene flow. Science Advances, DOI 10.1126/sciadv.aap9873

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/71146015

Gigant der Meere: der Blauwal. Copyright: Florian Schulz

Finnwale (Balaenoptera physalus) vor der Küste Grönlands. Copyright: Florian Schulz

Auch das Genom des Buckelwals wurde untersucht. Copyright: Florian Schulz

Information: Prof. Axel Janke, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15 und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum sowie LOEWE Forschungszentrum für Translationale Biodiversitätgenomik, Tel.: (069) Tel.: (069) 7542 1842, axel.janke@senckenberg.de

 

Apr 4 2018
14:59

Unistart-Messe für alle Erstsemester auf dem Campus Westend

Goethe-Universität begrüßt neue Studierende

FRANKFURT. Über 3.000 Studierende werden am Donnerstag zur zentralen Begrüßungsveranstaltung der Goethe-Universität für alle Erstsemester erwartet. Begrüßt werden sie von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich, dem AStA-Vorstand sowie den Fachschaftsvertretern. Auf dem Markt der Möglichkeiten können sich die neuen Studierenden  über Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren: So präsentieren sich auf der Messe unter anderem das Studierenden-Service-Center (SSC), der Hochschulsport, das International Office, das Career Center und viele studentische Initiativen. Abends gibt es dann eine Party für alle „Erstis“ im Casino.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Unistart-Messe Sommersemester 2018: Die Uni stellt sich vor
5. April, 13.00-16.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum

Begleitprogramm
13.00 Uhr, HZ 3: Das Hochschulrechenzentrum stellt seine IT-Services vor.
13.30 Uhr, HZ 3: Arbeiterkind, Studienfinanzierung
14.00 Uhr, HZ 2: Zentrale Begrüßung durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, Frankfurts Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich, dem AStA-Vorstand und Fachschaftsvertreterinnen und -vertreter der Standorte der Goethe-Universität.

15.00 Uhr, HZ 3: Deutschlandstipendium – Studienfinanzierung durch ein Stipendium.
15.15 Uhr, HZ 2: Der Career Service stellt sich vor.
15.30 Uhr, HZ 3: Improved Reading – schnelleres und effektiveres Lesen leicht gemacht.
15.45 Uhr, HZ 2: Founder Club/FRAPPE – der Founder Club stellt sich vor.
Ab 21.00 Uhr: Party für alle Erstsemester im Casino.

Weitere Infos unter www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart-frankfurt

 

Apr 4 2018
14:58

Kooperation mit der weltweit führenden Biodiversity Heritage Library (BHL)

Universitätsbibliothek Frankfurt jetzt Partner einer internationalen Online-Bibliothek zur Biodiversität

FRANKFURT. Seit Ende März ist die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (UB JCS) in Frankfurt am Main offizieller Partner der Biodiversity Heritage Library (BHL), einer Online-Bibliothek zur Biodiversität, die von einem internationalen Konsortium naturkundlicher Bibliotheken und Museen getragen wird. Mit diesem Schritt will die UB JCS als erste deutsche Bibliothek das Ziel von BHL unterstützen, Informationen über die biologische Vielfalt der Erde leichter zugänglich zu machen, und zudem digitalisierte Literatur aus ihrer eigenen Sammlung Biologie in BHL auffindbar machen.

Die neue Partnerschaft manifestiert sich im Status der Universitätsbibliothek als BHL Affiliate. Damit verbunden ist neben dem Einbringen eigener Digitalisate in die Online-Bibliothek auch eine Mitwirkung an weiteren Digitalisierungsaktivitäten und an Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Das Konsortium der Biodiversity Heritage Library umfasst derzeit annähernd 40 Einrichtungen aus allen Teilen der Welt (bislang jedoch ohne deutschen Partner). Die Online-Bibliothek bietet mehr als 54 Millionen Seiten aus 220.000 Bänden. Damit nimmt BHL im Bereich der Biodiversitätsliteratur eine weltweit führende Stellung ein und ist für viele Wissenschaftler eine unverzichtbare Anlaufstelle.

Die UB JCS bewahrt mit ihrer Sammlung Biologie, die aus der einschlägig bekannten „Senckenbergischen Bibliothek“ hervorgegangen ist, einen exzellenten Bestand an historischer und moderner Literatur zur Biologie, der in dieser Breite und Tiefe in kaum einer anderen deutschen Bibliothek zu finden ist. Im Rahmen eines Projekts zur Digitalisierung botanischer Zeitschriften wurden bereits Teile dieses Bestandes online verfügbar gemacht. In dem aktuellen Projekt Fachinformationsdienst Biodiversitätsforschung (FID Biodiversität) wird angestrebt, historische und aktuelle Literatur zur Biodiversität noch umfassender in zeitgemäßen Formaten zur Verfügung zu stellen. Die UB JCS führt dieses Projekt gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der AG Texttechnologie am Institut für Informatik der Goethe-Universität durch. Aktuell wird im FID-Projekt unter anderem an der Digitalisierung von Hunderten weiterer Bände gearbeitet.

Mit der nun beginnenden Partnerschaft mit der Biodiversity Heritage Library forciert die UB JCS ihre Bemühungen um freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur im Allgemeinen und zu Biodiversitätsliteratur im Besonderen.

Weitere Informationen:

Information: Dr. Gerwin Kasperek, Fachreferat Biologie und Projektleitung FID Biodiversitätsforschung, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798 39365, E-Mail: biofid@ub.uni-frankfurt.de

 

Apr 4 2018
14:53

Zum Auftakt der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird die Lebensgeschichte Wolf Biermanns vorgestellt

Die Frankfurter Bürger-Universität startet mit Biografien der 68er ins Sommersemester

FRANKFURT. Die Frankfurter Bürger-Universität startet ab dem 9. April mit einer Neuauflage der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ ins Sommersemester 2018. Sie begeht in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: Die beim Publikum beliebte Biografienreihe wird 10 Jahre alt. Seit 2008 wurden rund 60 Lebensgeschichten deutscher Persönlichkeiten vorgestellt, die die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte präg(t)en. Außerdem steht die Kulturbewegung der 68er, die in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiert, an den insgesamt sechs Abenden im Fokus, allerdings gerahmt mit Wolf Biermann durch eine Biografie, die den Nachklang des Aufklärungs- und Reflexionspathos aufscheinen lässt, sowie mit Ingeborg Bachmann eine, die der kulturellen Vorgeschichte des Aufbegehrens nachspürt und die zeigt, wie das Nachdenken über die eigene Geschichte und die der Eltern schon die Nachkriegszeit bestimmte hatte. Weitere Biografien sind Ulla Hahn, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Rudi Dutschke.

Der erste Vortrag im Sommersemester „Wolf Biermann – Warte nicht auf bessere Zeiten“

am Montag, 9. April 2018, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Tilman Allert, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität und Kurator der Vortragsreihe, geht der Lebensgeschichte des Liedermachers Wolf Biermann nach. Als Sohn eines Hamburger Hafenarbeiters übersiedelte er sechzehnjährig im Jahr 1953 in die DDR, geriet als überzeugter Kommunist und aufgrund seines öffentlichen Engagements für die Meinungsfreiheit mit der politischen Führung in Konflikt, die darauf im Jahre 1976 mit der Ausbürgerung nach Westdeutschland reagiert. Wie keine andere Biografie bündelt die Geschichte Biermanns die kulturellen Verwerfungen der deutschen Geschichte im Schatten von Nationalsozialismus, kommunistischer Diktatur und Aufbruch der Nachkriegszeit.

Folgende Biografien erwarten Sie außerdem im Sommersemester:

16. April 2018
Andreas Platthaus
Ulla Hahn
Marxismen und Lyrismen

07. Mai 2018
Prof. Matthias Bormuth
Ulrike Meinhof
Die Geburt der Radikalität aus dem Geist der Ambivalenz

14. Mai 2018
Dr. Gerd Koenen
Gudrun Ensslin
Die Dämonen des deutschen Familienromans

28. Mai 2018
Prof. Ingrid Gilcher-Holtey
Rudi Dutschke
„Ohne Provokation werden wir gar nicht wahrgenommen“

11. Juni 2018
Dr. Ina Hartwig
Ingeborg Bachmann
Ich existiere nur, wenn ich schreibe

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Alle Veranstaltungen finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main) statt.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Veranstaltungen der Goethe-Universität im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre 68“ finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe

 

Mär 27 2018
15:27

Einsicht oder Erfahrung – was hilft, soziale Phobien zu überwinden?

Therapien gegen die Angst, peinlich zu wirken

FRANKFURT. Wirke ich inkompetent, während ich einen Vortrag halte? Was denkt mein Gegenüber, wenn ich erröte? Ist mein Verhalten peinlich? Soziale Ängste können so stark werden, dass sie Betroffene darin hindern, ein normales Leben zu führen. Am Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität beginnt jetzt eine neue Studie, bei der zwei Therapieformen zur Behandlung sozialer Ängste miteinander verglichen werden. Die eine setzt auf Einsicht, die andere auf Lernen durch Erfahrung.

„Viele Betroffene nehmen keine professionelle Hilfe in Anspruch, weil sie sich für ihre Ängste schämen“, weiß Prof. Ulrich Stangier, Leiter des Zentrums für Psychotherapie der Goethe-Universität. „Oft werden die Ängste auch fälschlicherweise als unveränderbare Persönlichkeitseigenschaften oder persönliche Inkompetenz angesehen, so dass Betroffene keine Veränderung durch eine Therapie erwarten und sie deshalb gar nicht erst in Betracht ziehen.“

Dabei ist soziale Angst gut behandelbar. In einer Reihe von Studien hat sich die Wirksamkeit der Kognitiven Therapie wiederholt bewährt. Die Betroffenen lernen in der Therapie, ihre Verarbeitungsprozesse während sozialen Situationen zu verändern und dadurch Situationen anders wahrzunehmen.

„Wir wollen nun herausfinden, wie man das Selbstwertgefühl noch besser stärken kann“, berichtet die Psychologin Jihong Lin, die das neue Therapieprojekt organisiert. „Verschiedene Wege führen nach Rom. Nachgewiesen ist, dass man sowohl durch Einsicht als auch durch Erfahrung Ängste überwinden kann, im Idealfall durch beides. Wir wollen wissen, welcher Weg schneller zum Ziel führt. Außerdem wollen wir herausfinden, welche Betroffene eher von Erfahrungs- oder Einsichtslernen profitieren“.

Um die Wirksamkeit dieser beiden Prinzipien zu prüfen, wird am Zentrum für Psychotherapie in der Varrentrappstr. 40 eine drei- bis fünfmonatige Therapie für Erwachsene mit sozialer Phobie angeboten. In Vorgesprächen vor Ort und am Telefon wird die Möglichkeit der Teilnahme abgeklärt.

Informationen: Jihong Lin, Psychologin, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 25364, lin@psych.uni-frankfurt.de.

 

Mär 26 2018
18:26

Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International

Filme und Forschung zum Thema „Chaos“

FRANKFURT. Auch in diesem Jahr kooperiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit dem Lichter Filmfest Frankfurt International. Das Festival, das nun zum elften Mal stattfindet, widmet sich vom 3. bis 8. April 2018 aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema „Chaos“. Zu sehen sind internationale Filme und die besten Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Das Begleitprogramm greift Motive und Fragestellungen der Filme auf und erweitert den Fokus. Hier gehören Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes an drei Terminen zu den Beteiligten.

Die Eröffnungsveranstaltung des Begleitprogramms am 4. April um 19 Uhr trägt den Titel: „Die Unordnung der Dinge – Chaos als politisches Konzept“. Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Naxoshalle (Waldschmidtstraße 19) ist Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität und Angehöriger des Exzellenzclusters. Weitere Mitwirkende sind Marion Tiedtke, stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin des Schauspiels Frankfurt, und Ralf Fücks, geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne und zuvor langjähriger Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Unter der Moderation von Corinna Budras (Frankfurter Allgemeine Zeitung) soll etwa den Fragen nachgegangen werden, ob die Weltordnung angesichts antiliberaler Entwicklungen aus den Fugen gerät und inwiefern ein gewisses Chaos sogar auch Voraussetzung für produktive Veränderung sein kann.

Den programmatischen Titel „Zukunft Deutscher Film“ trägt ein Kongress zu den Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur am 5. und 6. April im Zoo-Gesellschaftshaus (Alfred-Brehm-Platz 16). Zu den Organisatoren zählt auch Vinzenz Hediger, Clustermitglied und Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität. Ebenfalls von der Frankfurter Universität kommt als Tagungsteilnehmer Rembert Hüser, Professor für Medienwissenschaft. Das prominent besetzte Panel (u.a. auch „Heimat“-Regisseur Edgar Reitz) will gemeinsam Vorschläge entwickeln für ein mutiges deutsches Kinoschaffen im digitalen Zeitalter: Wie kann das Kino als Ort belebt werden, wie kann Filmkunst einen größeren Platz in der Kulturlandschaft einnehmen?

„Let Chaos reign?“ An dieser Frage orientiert sich ein Abend mit Vorträgen und Gesprächen am 6. April ab 19 Uhr im Deutschen Filmmuseum in englischer und deutscher Sprache (Foyer, 1. Stock, Schaumainkai 41). „The End is Not the End. Post-apocalyptic Imaginaries in Contemporary Movies” nennt der dänische Filmexperte Jacob Lillemose seinen Vortrag, in dem er zeigt, dass kinematographische Katastrophen nie wirklich das Ende sind, sondern immer auch Anlass für die Rückkehr zu etwas bereits zuvor Existentem oder wiederum der Anfang von etwas völlig Neuem. Womöglich sind diese Befunde auch auf weitere Bereiche übertragbar, unter anderem darüber diskutiert Lillemose im Anschluss an seine Ausführungen mit Peer Illner, politischer Philosoph und Postdoktorand des Exzellenzclusters.

Im weiteren Verlauf des Abends spricht der Philosoph Marcus Döller, ebenfalls Exzellenzcluster, über das Thema: „Chaos in die Ordnung bringen“. Döller widmet sich den ästhetischen Vollzügen in künstlerischen Praktiken aus der spezifischen Sicht seiner Disziplin. Ästhetische Praktiken können in ihren Werken die gleichzeitige Darstellung von geordneter Form und chaotischer Urform ermöglichen. Aus rechtswissenschaftlicher Perspektive blickt schließlich (ebenfalls an diesem 6. April) der Cluster-Postdoktorand Matthias C. Kettemann auf „Das Chaos im Netz als Produktivkraft und Gefahrenquelle“. Kettemann analysiert das von ihm so genannte „Tohuwabohu 2.0“ und kommt zu dem Schluss, dass Chaos nicht gleichbedeutend mit Anarchie sei, wenn das Chaos im Internet als Produktivkraft erhalten bleibe und weltgesellschaftliche Grundwerte sowie Grundprinzipien des Internets gesichert wären.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms unter Mitwirkung des Clusters am 4. (Podiumsdiskussion) und 6. April (Gesprächs- und Vortragsabend) ist frei. Für die Teilnahme an dem Kongress „Zukunft Deutscher Film“ ist eine Akkreditierung erforderlich.

Informationen:
Lichter Filmfest: Philippe Crackau, Begleitprogramm, p.crackau@lichter-filmfest,de www.lichter-filmfest.de | Tobias Hüser, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, t.hueser@lichter-filmfest.de,

Exzellenzcluster:
Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net; http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/lichter-filmfest

Alle Termine des Begleitprogramms: www.lichter-filmfest.de/programm

 

Mär 21 2018
10:53

Gemeinsames Projekt der Goethe-Universität und des DIPF zur Entwicklung neuer Lerntechnologien

Ein Impuls für die digitale Bildung aus Hessen

FRANKFURT. Wie können Hochschulen mit neuen Lerntechnologien weiterentwickelt werden? Antworten auf diese Frage sucht jetzt ein neues Projekt in Frankfurt am Main: Die Goethe-Universität und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erstellen gemeinsam ein Konzept, um die digitalen Möglichkeiten für das Lernen und Lehren an der Frankfurter Universität besser nutzen zu können. Die Entwicklung dieser „Roadmap“ erfolgt in einem mehrstufigen, wissenschaftlich fundierten Prozess. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Projektpartner eine Signalwirkung für ganz Hessen – und darüber hinaus.

Projektleiter Professor Dr. Hendrik Drachsler beschreibt die Ausgangslage: „Im Bereich der digitalen Bildung ist Deutschland – von einigen Leuchtturmprojekten einmal abgesehen – nicht so stark aufgestellt wie einige andere europäische Länder.“ Estland, die Niederlande, Schweden und Großbritannien seien da weiter, erläutert der vom DIPF und der Goethe-Universität gemeinsam berufene Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies. „An den dortigen Schulen und Universitäten werden 3-D-Drucker, mobile Endgeräte, Augmented Reality und Datenvisualisierungen regelmäßig und zielführend eingesetzt, um das Lernen und Lehren nachhaltig zu unterstützen“, so Drachsler.

Das neue Projekt soll solche Möglichkeiten nun auch für die Goethe-Universität erschließen. In einem ersten Schritt entwickelt das Team des DIPF und der Universität sogenannte Personas. Dabei handelt es sich um fiktive Prototypen von künftigen Nutzerinnen und Nutzern von Lerntechnologien an der Universität. Sie dienen als Vorlage für Entwicklungsbedarfe. Anschließend wird eine Studie mit Expertinnen und Experten Erfolgskriterien erfassen, bewerten und systematisieren. Verschiedene Workshop-Formate dienen dann dazu, Grundzüge eines Gesamtkonzepts für die digitale Bildung an der Universität zu formulieren sowie schnell erreichbare Möglichkeiten und langfristige Herausforderungen zu identifizieren. In diese Ausarbeitung fließt auch Know-how aus der Bildungspolitik und der internationalen Fachwelt.

Den Abschluss bildet eine groß angelegte Konferenz, die für Mitte 2019 geplant ist. Sie dient dazu, die Ergebnisse zusammenzufassen und als Fahrplan bis zum Jahr 2025 festzuhalten. Dieser Roadmap-Bericht wird dann als Empfehlung dem Präsidium der Universität übergeben. „Langfristig zielt das Projekt darauf ab, das Land Hessen unter Leitung der Goethe-Universität zu einem Vorreiter in Sachen digitaler Bildung im 21. Jahrhundert zu machen“, blickt Professor Drachsler voraus.

Das Projekt trägt den Titel DELTA (Toward Digital Education with Modern Learning Technologies and Assessment Approaches). Es wird vom Johanna Quandt-Jubiläumsfonds mit insgesamt 183.000 Euro gefördert. An dem Vorhaben sind außer Professor Drachsler unter anderem Prof. Dr. Udo Kebschull (Fachbereich 12 der Universität: Informatik und Mathematik), Prof. Dr. Detlef Krömker (Fachbereich 12), Prof. Dr. Frank Goldhammer (DIPF und Fachbereich 05: Psychologie und Sportwissenschaften) und Prof. Dr. Holger Horz (Fachbereich 05) sowie Dr. Stephanie Dinkelaker und Dr. Jeannette Schmid, Referentinnen des Präsidialbüros der Universität, beteiligt. Bei Interesse an dem Projekt steht das Team für Rückfragen jederzeit zur Verfügung. DELTA ist ein gutes Beispiel für die fortschrittlichen wissenschaftlichen Arbeiten, die das DIPF und die Goethe-Universität seit vielen Jahren gemeinsam angehen.

Das DELTA-Projekt in der Übersicht: http://bit.ly/DELTA_Projekt

Kontakt
Projekt DELTA:
Prof. Dr. Hendrik Drachsler, (069) 24708-870, drachsler@dipf.de
Presse:
Philip Stirm, DIPF, (069) 24708-123, stirm@dipf.de, www.dipf.de

 

Mär 21 2018
10:38

Ein rasanter Meeresspiegelanstieg in der Jungsteinzeit verschleppte den Übergang zum Ackerbau in Südosteuropa

Als das Mittelmeer menschliche Siedlungen wegspülte

FRANKFURT. Vor rund 7.600 Jahren wurden das Entstehen bäuerlicher Siedlungen in Südosteuropa und damit der zivilisatorische Fortschritt plötzlich deutlich verzögert. Verantwortlich ist wahrscheinlich ein sprunghafter Meeresspiegelanstieg in der nördlichen Ägäis. Seine Spuren konnten Forscher des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, der Goethe-Universität und der University of Toronto jetzt in Kalkalgen nachweisen. Bereits achthundert Jahre zuvor war in der Region ein rasanter Meeresspiegelanstieg aufgetreten. Das Ereignis gibt einen Ausblick auf die ökonomischen und sozialen Konsequenzen eines künftigen klimawandelbedingten Meeresspiegelanstiegs, berichten die Forscher in „Scientific Reports“.

Ausgehend vom Vorderen Orient vollzog sich in der Jungsteinzeit einer der bedeutendsten zivilisatorischen Umbrüche der Menschheitsgeschichte: der Übergang von einer Kultur der Jäger und Sammler hin zum Ackerbau und sesshafter Lebensweise. Im Zuge dieser Neolithischen Revolution begann sich die bäuerliche Lebensweise auch nach Südosteuropa auszubreiten. Wie Ausgrabungen zeigen, entstanden jedoch vor 7.600 Jahren plötzlich deutlich weniger Siedlungen. Frankfurter Forscher haben jetzt eine der mutmaßlichen Ursachen gefunden.

Prof. Dr. Jens Herrle, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität: „Der Meeresspiegel muss in den an Südosteuropa angrenzenden Gebieten vor circa 7.600 Jahren sprunghaft angestiegen sein. In der nördlichen Ägais, dem Marmara-Meer und dem Schwarzen Meer stieg er um mehr als einen Meter. Ufergebiete und etwaige Siedlungsräume wurden damit überschwemmt.“

Die in der Studie dokumentierte große Überflutung an den Randgebieten des nordöstlichen Mittelmeeres vor 7.600 Jahren ist bereits der zweite Einbruch in der Neolithischen Revolution. Schon achthundert Jahre zuvor, vor circa 8.400 Jahren, war  sie durch einen Meeresspiegelanstieg und die darauffolgenden klimatischen Umbrüche gedrosselt worden. Durch den erneuten Anstieg wurde der Übergang zum Ackerbau wahrscheinlich noch weiter verzögert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein schwankender Meeresspiegel  bereits in der Vergangenheit einen sehr starken Einfluss auf die Menschheitsgeschichte hatte“, sagt Herrle. „Aufgrund der globalen Klimaerwärmung wird damit gerechnet, dass der Meeresspiegel innerhalb der nächsten 100 Jahre um bis zu einen Meter ansteigt. Millionen von Menschen könnten damit aus küstennahen Regionen vertrieben werden, mit all den damit verbundenen sozialen und ökonomischen Konsequenzen.“

Grundlage der Studie ist ein Bohrkern aus dem Meeresboden der Nordägäis, anhand dessen ein Team um Herrle den Salzgehalt in diesem Teil des Mittelmeeres im Zeitraum vor 11.000 bis vor 5.000 Jahren rekonstruierte. Im Meeresboden konserviert sind die Kalkalgen Emiliania huxleyi. Die Betrachtung dieser winzigen Kalkalgen unter dem Rasterelektronenmikroskop erlaubt Rückschlüsse darauf, wie salzig das Oberflächenwasser der Ägäis zu ihrer Lebenszeit war.

„Ein schnelles Absinken des Salzgehalts, wie ihn die Kalkalgen vor 8.400 Jahren und erneut vor 7.600 Jahren belegen, kann nur dadurch erklärt werden, dass mehr salzarmes Oberflächenwasser als zuvor aus dem Schwarzen Meer in die nördliche Ägäis geflossen ist. Voraussetzung dafür wäre ein rapider globaler Meeresspiegelanstieg, der einen Anstieg des Oberflächenwasserabflusses in diese Richtung zur Folge gehabt hätte. Grund dafür könnte der Agassizsee in Nordamerika sein. Dieser prähistorische Schmelzwassersee war durch Eis eingeschlossen, bis ein Dammbruch gewaltige Wassermengen ins Meer abfließen und den Meeresspiegel weltweit steigen ließ“, erklärt Herrle abschließend.

Publikation: Herrle, J.O. et al (2018): Black Sea outflow reponse to Holocene meltwater events. Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-018-22453-z

Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70930599

Bildtext: Anhand der Kalkalge Emiliana huxleyi konnte der Salzgehalt der nördlichen Ägais von vor 11.000 bis vor 5.000 Jahren bestimmt werden. Copyright: Jörg Bollmann

Information: Prof. Dr. Jens Herrle, Paläontologie und Klimaforschung, Fachbereich Geowissenschaften und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Tel.: (069) Tel.: (069) 798-40180, jens.herrle@em.uni-frankfurt.de.

 

Mär 20 2018
11:49

Prof. Dr. Marion Saxer vom Institut für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt referiert im Rahmen der Ausstellung „Freiraum der Kunst“ zur musikalischen Avantgarde

Die Befreiung des Klangs

FRANKFURT. In der Vorlesung werden musikalische künstlerische Positionen der 1960er Jahre vorgestellt, die – bei aller Unterschiedlichkeit – durch eine neue Emphase für klangliche Phänomene miteinander verbunden sind. Ganz gleich ob es um eine neue Auffassung der Klangfarbe, offene Formkonzepte, Multimedia-Events, repetitive oder meditative Musikformen, Wahrnehmungsexperimente, medienintegrative experimentelle Ansätze, Fluxus oder politisches Denken geht: Die künstlerischen Strategien und Denkmotive in Musik und bildender Kunst berühren sich in vielerlei Hinsicht und stellen teilweise die Beziehung zu anderen Künsten selbst her. Amerikanische und europäische Konzepte kommen gleichermaßen zur Sprache.

In jeder Vorlesung wird ein Werk oder eine Werkreihe aus den Jahren 1964–1968 im Zentrum stehen und aus der Perspektive einer speziellen thematischen Fragestellung kontextualisiert werden.

Drei Gäste bereichern das Bild mit musikalischen Live-Darbietungen: der Frankfurter Komponist Rolf Riehm, die Sopranistin Carola Schlüter und ein Überraschungsgast.

Änderungen vorbehalten. Eintritt frei.

Veranstaltungsort:
Museum Giersch der Goethe-Universität
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Do, 12.4.2018, 18 Uhr c.t.
Offene Form. Rolf Riehm im Gespräch über die Anfänge seines Komponierens in den 1960er Jahren
Rolf Riehm, Ungebräuchliches für Oboe solo (1964) in der Live-Interpretation von Christian Hommel 

Do, 19.4.2018, 18 Uhr c.t.
Klang als Klang. Morton Feldmans neuer Umgang mit der instrumentalen Farbe und die Beziehung zur Bildenden Kunst
Piano Piece (to Philip Guston), De Kooning für Horn Schlagzeug, Klavier (auch Celesta), Violine und Violoncello (1963) 

Do, 26.4.2018, 18 Uhr c.t.
Multimedia. Amerikanische und Europäische Ansätze, John Cage, Nam June Paik, Iannis Xenakis und andere
John Cage, HPSCD (1969), Iannis Xenakis, Polytope de Montreal (1967) 

Do, 3.5.2018, 18 Uhr c.t.
Politische Positionen. Vielfalt der künstlerischen Ansätze
Luigi Nono, La Fabricca Illuminata für Sopran und Tonband (1964), Live-Darbietung und Gespräch mit der Sopranistin Carola Schlüter 

Do, 17.5.2018, 18 Uhr c.t.
Repetitive Musik. Die Minimal-Musiker der ersten Stunde: Steve Reich, Terry Riley und La Monte Young
Steve Reich, It’s gonna rain for Tape (1965), Piano Phase (1967)

Do, 24.5.2018, 18 Uhr c.t.
Meditative Musik. Karlheinz Stockhausen, Intuitive Musik und andere
Karlheinz Stockhausen, Aus den Sieben Tagen für variable Besetzung (1968), Stimmung für sechs Vokalisten und sechs Mikrophone (1968) 

Do, 7.6.2018, 18 Uhr c.t.
Fluxus. Bemerkungen zu den „Event Scores“ des Fluxus 

Do, 21.6.2018, 18 Uhr c.t.
Aufbruch Orchester. Neue Möglichkeiten der Orchesterkomposition
B. A. Zimmermann, Photopsosis für Großes Orchester (1968), György Ligeti, Lontano für großes Orchester (1967) und Iannis Xenakis, Terretektorh für 88 Musiker im Publikum verteilt (1966)

Do, 28.6.2018, 18 Uhr c.t.
Experiment. Medienintegrative Kompositionen von John Cage, Alvin Lucier, Karlheinz Stockhausen und anderen
Alvin Lucier, Music for solo performer (1965), Karlheinz Stockhausen, Mikrophonie (1966) 

Do, 5.7.2018, 18 Uhr c.t.
Stimme/Ensemble. Neue Konfigurationen der Ensemblemusik bei Mauricio Kagel, György Ligeti, Helmut Lachenmann und anderen 

Do, 12.7.2018, 18 Uhr c.t.
Ausblick in die 1970er, Carte blanche, Überraschungsgast 

Kooperation mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität in Begleitung der Ausstellung „Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964–1968“ (18. März bis 8. Juli 2018)

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mär 16 2018
15:42

Dr. Albrecht Fester übernimmt das Amt an Hessens größter Universität

Goethe-Universität hat neuen Kanzler

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Kanzler: Dr. Albrecht Fester (62) hat in dieser Woche seine Position als Verwaltungschef von Hessens größter und Deutschlands drittgrößter Universität angetreten. Nach dem Abschied des früheren Kanzlers Holger Gottschalk hatte der promovierte Chemiker das Amt bereits kommissarisch ausgeübt. In der Amtszeit seines Vorgängers war er zudem dessen Stellvertreter gewesen.

Der gebürtige Bad-Homburger ist mit einer Richterin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Nach dem Abschluss als Dipl. Ing. an der TU Darmstadt wechselte er als Wissenschaftler 1986 an die Goethe-Universität. Seit 2004 arbeitete er in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Verwaltung.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagt: „Ich bin sehr froh, dass wir Albrecht Fester als Kanzler gewinnen konnten. Er kennt die Goethe-Universität sowohl durch seinen eigenen wissenschaftlichen Werdegang als auch als langjähriger Chef des Bereichs Immobilien und Baumanagement wie kaum ein anderer. Er verfügt über dezidierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalführung, aber auch der Haushaltsaufstellung und des Finanzcontrollings und wird als zuverlässiger Gesprächspartner und Problemlöser in der gesamten Uni sehr geschätzt. Ich freue mich sehr auf die weitere, noch engere Zusammenarbeit.“

Dr. Albrecht Fester erklärt: „Ich freue mich sehr über den Vertrauensvorschuss, den diese Ernennung bedeutet. Ich werde mich mit voller Energie für die Belange unserer Universität einsetzen, um das in mich gesetzte Vertrauen  zu rechtfertigen. Die Goethe-Universität muss in den nächsten Jahren viele Herausforderungen bewältigen, sei es die Weiterführung unseres ambitionierten Bauprogramms an allen Standorten, Digitalisierung und Internationalisierung der Verwaltung sowie auch Themen der Personalentwicklung und Gewinnung, um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten die Entwicklung der Goethe-Universität zu gestalten.“

Gemäß Hessischem Hochschulgesetz (§41, Abs.1) ist der Kanzler Mitglied des Universitätspräsidiums und „leitet die Hochschulverwaltung nach den Richtlinien des Präsidiums“. Der Kanzler ist Beauftragter für den Haushalt und nimmt nach Maßgabe der Beschlussfassung des Präsidiums die Haushalts-, Personal- und Rechtsangelegenheiten wahr.“ Zudem vertritt er die Dienststelle gegenüber dem Personalrat und ist darüber hinaus Beauftragter des Präsidiums in Tarifangelegenheiten und verantwortlich für das Liegenschafts- und Vermögensmanagement.

Ein Foto von Herrn Fester finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/70885722

 

Mär 16 2018
13:18

Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen – Vorreiter Europas?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Schon in früheren Jahrhunderten gab es zwischen Deutschland und Italien enge Wirtschaftsbeziehungen. Eine neue Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg beleuchtet diese Beziehungen, ihre Voraussetzungen und ihre Bedeutung.

Der Eröffnungsvortrag der Reihe „Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen in Neuzeit und Moderne“ mit dem Titel „Wirtschaftliche Umwälzungen: Deutschland und Italien in der Sattelzeit (1750-1870)“ von Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe findet am

Donnerstag, 22. März, um 19 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg,

statt.

Das Rhein-Main-Gebiet und die Lombardei haben eine Reihe transalpiner Laufbahnen hervorgebracht: so zum Beispiel die Brentanos, die aus dem lombardischen Adel stammten und sich im Zuge mehrerer Generationen im Frankfurter Wirtschaftsbürgertum etablierten. Die neue Vortragsreihe des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung und dem Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni wird ein Licht auf die Geschichte deutsch-italienischer Wirtschaftsbeziehungen werfen. Was kennzeichnete die transalpinen Beziehungen? Waren die Bedingungen dafür allgemein sehr günstig? Oder handelte es sich um Ausnahmeerscheinungen? Und waren die gut vernetzten Unternehmer möglicherweise Vorreiter für ein vereintes Europa?

Im Eröffnungsvortrag wird Werner Plumpe über die Epoche der „Sattelzeit“ sprechen, der Transformationsphase von Früher Neuzeit zu Moderne. Deutschland und Italien waren damals semantische nationale Räume, noch keine politischen Gebilde. Für die „Deutschen“ fungierte „Italien“ oftmals als Wunschbild oder Kontrastfolie. Vor diesem Hintergrund gibt Werner Plumpe einen Überblick über eine entscheidende Phase der deutschen und italienischen Wirtschaftsgeschichte. Er bettet die wirtschaftlichen Umwälzungen dieser Epoche in einen größeren Kontext ein, zeigt Besonderheiten auf.

Die Vortragsreihe wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Frankfurter Stiftung für Deutsch-Italienische Studien, der Deutsch-Italienischen Vereinigung sowie der Rechtsanwaltskanzlei Dolce Lauda gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Generalkonsulats Frankfurt am Main.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Dienstag, 3. April, 19 Uhr
Die deutsch-lombardischen Handelsbeziehungen in der Langzeitperspektive 1400-1800
Dr. Magnus Ressel (Frankfurt am Main) 

Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Die Händlerfamilie der Brentanos in Frankfurt um 1800
Prof. Dr. Ralf Banken (Frankfurt am Main)

Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr
Fremde Herkunft – deutsche Heimat. Die Brentanos und Italien
Prof. Dr. Wolfgang Bunzel (Frankfurt am Main) 

Dienstag, 26. Juni, 19 Uhr
Kaufmännische Netzwerke der Deutschen im Zeitalter Napoleons
Monika Poettinger (Mailand) 

Dienstag, 3. Juli, 19 Uhr
Weltgewandte Wirtschaftsbürger? Deutsch-italienische Netzwerke in Frankfurt am Main um 1850
Dr. Ellinor Schweighöfer (Bad Homburg) 

Donnerstag, 25. Oktober, 19 Uhr
Deutsches Mäzenatentum und der italienische Kunstmarkt
Prof. Gabriele Clemens (Saarbrücken) 

Dienstag, 30. Oktober
Heinrich Mylius (1769-1854). Ein Frankfurter Kaufmann in Mailand und sein musikkulturelles Netzwerk
Viola Usselmann M.A. (Loveno di Menaggio) 

Dienstag, 13. November
Johann Wolfgang von Goethes Konzept der Weltliteratur als eines „geistigen Handelsverkehrs“ vor dem Hintergrund seiner Beziehungen zu Heinrich Mylius und Alessandro Manzoni

Freitag, 30. November
Podiumsdiskussion: Gemeinsam in Europa. Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen
Teilnehmer: Gustavo Corni (Trient), Dr. Gabriele D’Ottavio (Trient), Dr. Grazia Prontera (Salzburg) 

Donnerstag, 28. Februar 2019
Buchpräsentation: Buchpräsentation: Heinrich Mylius (1769-1854) und die deutsch-italienischen Verbindungen im Zeitalter der Revolution. Die Lombardei und das nordalpine Europa im frühen 19. Jahrhundert

Anmeldung: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/index.php/projects/italien-deutschland

Kontakt: Dr. Ellinor Schweighöfer, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Mär 16 2018
11:19

Leuchtende Marker zeigen Zahl der eingeschleusten Gene an

„AGameOfClones“ unterscheidet transgene Organismen

FRANKFURT. Transgene Organismen, also Tiere oder Pflanzen, in die ein fremdes Gen eingebracht wurde, sind leistungsstarke Werkzeuge, um biologische Prozesse zu analysieren oder menschliche Krankheiten nachzubilden. Bei vielen Individuen, die im Laufe einer Studie erzeugt werden, liegt das Transgen jedoch nur auf einem der beiden gepaarten Chromosomen, was deren experimentelle Verwendung einschränkt. Forscher der Goethe-Universität haben jetzt ein Konzept namens „AGameOfClones“ entwickelt, mit dem man auf einfache Weise unterscheiden kann, ob transgene Organismen das fremde Gen auf einem oder auf beiden Chromsomen tragen. Dies erleichtert die Zucht und kommt auch dem Tierschutz zugute.

Forscher nutzen häufig Modellorganismen wie Mäuse, Zebrafische und verschiedene Insektenarten, um biologische Prozesse zu verstehen – mit der Grundidee, dass Entdeckungen auch auf andere Arten übertragbar sind. Eine gängige Technik ist die Genmanipulation, bei der ein fremdes Gen, auch Transgen genannt, in eines der Chromosome des gewünschten Organismus eingeschleust wird. Viele Modellorganismen besitzen gepaarte Chromosomensätze – jeweils eines stammt von jedem Elternteil. In den Chromosomenpaaren sind die Gene in der gleichen Reihenfolge angeordnet, sie haben aber nicht notwendigerweise identische Versionen dieser Gene.

Neu geschaffene transgene Organismen tragen das Transgen jedoch nur auf einem der Chromosomen. Dies kann ein Problem für die Forscher sein, denn viele Experimente erfordern Individuen, die das fremde Gen auf beiden Seiten tragen. Leider können nur kostspielige und fehleranfällige Methoden zwischen diesen Individuen unterscheiden. Um diese Nachteile zu überwinden, entwickelte Frederic Strobl aus der Arbeitsgruppe von Prof. Ernst Stelzer am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität ein genetisches Konzept namens „AGameOfClones“ und wendete es auf den Rotbraunen Reismehlkäfer Tribolium castaneum an.

In diesem Ansatz beinhaltet das fremde Gen zusätzlich Sequenzen für zwei Marker-Proteine mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarben. Nach mehreren Generationen der Züchtung entstehen zwei Varianten des Transgens, die jeweils nur einen Marker behalten. Das bedeutet, dass in der folgenden Generation die Nachkommen, die beide Marker zeigen, die Nachkommen sein müssen, die das fremde Gen auf beiden Chromosomen tragen. Das „AGameOfClones“-Konzept hat mehrere wesentliche Vorteile: Individuen mit unterschiedlichen Markern lassen sich leicht identifizieren, das Verfahren ist kostengünstig und zuverlässig und kann auf nahezu alle Modellorganismen angewendet werden. Dies kommt besonders dem Tierschutz zugute, da für entsprechende Experimente nicht geeignete Individuen ausgeschlossen werden können, sobald die Marker nachweisbar werden.

Publikation (Open Access): Frederic Strobl, Anita Anderl, Ernst HK Stelzer: A universal vector concept for a direct genotyping of transgenic organisms and a systematic creation of homozygous lines.

DOI: https://doi.org/10.7554/eLife.31677

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70857515

Informationen: Prof. Dr. Ernst Stelzer und Frederic Strobl, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften, und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de, (069)798-42551, frederic.strobl@physikalischebiologie.de

 

Mär 12 2018
16:46

Wettbewerbe des Frankfurter Big Data Lab mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G)

Ideen für eine smarte Zukunft

FRANKFURT. Mit zwei Wettbewerben ruft das BIG DATA Lab an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G) Studierende dazu auf, Ideen für die Mobilität und Logistik von morgen zu entwickeln. Bei der „Data Challenge“ von P&G und dem BIG DATA LAB wird den Teilnehmenden die Aufgabe gestellt, den Marktauftritt des global tätigen Konsumgüterunternehmens im Raum Frankfurt zu optimieren und die Verbraucher noch besser anzusprechen. Beim DB Award „Smart Cities“ der Deutsche Bahn AG und dem BIG DATA LAB sollen Studierende Lösungen für die smarte Mobilität im urbanen Raum prototypisch entwerfen. Interessante Preise warten auf die Gewinner beider Wettbewerbe.

Angesprochen sind Bachelor, Master- und Promotionsstudierende der Goethe-Universität aus einer Vielzahl an Disziplinen (beispielsweise aus der Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Marketing und Psychologie).

Genauere Informationen zur Teilnahme, zum begleitenden Seminar sowie zur Anmeldung unter www.bigdata.uni-frankfurt.de/web-business-data-challenges-ss-2018/

Die Deadline für die Anmeldung ist der 5. April 2018.

Zum Hintergrund der „Date Challenge“: Procter & Gamble (P&G) verfügt über eines der stärksten Markenportfolien weltweit und fokussiert sich bei der Transformation auf vier Kernbereiche: Straffung und Stärkung des Produktportfolios, Verbesserung von Produktivität und Kostenstrukturen, Aufbau einer nachhaltigen Basis für stärkeres Wachstum sowie Stärkung der Organisation und Unternehmenskultur. Vor diesem Hintergrund sollen die Teilnehmenden im Wettbewerb ihre Daten- und Technologie-Expertise einbringen, um in einem sich laufend wandelnden Umfeld innovativen Ideen und Algorithmen entwickeln, die die Verbraucher überzeugen. Im Fokus stehen zwei Fragen: Wie lassen sich historische Daten und selbstverbessernde Algorithmen nutzen, um die Nachfrage zukünftig besser vorherzusagen? Und welche Impulse lassen sich in der Einzelhandelslandschaft setzen, um die Konsumentennachfrage in Frankfurt besser bedienen zu können?

Die Teilnehmenden haben Zugriff auf anonymisierte historische Bestell- und Versanddaten, Lieferketten-Details sowie auf ausgewählte anomysierte Verbraucherdaten. Zudem sind Faktoren, die die Nachfrage beeinflussen können (z.B. die Wettervorhersage) zu berücksichtigen. Hinzu kommen aktuelle Daten zur Einzelhandelslandschaft sowie demografischen Merkmale des Stadtteils. Im Ergebnis soll die Verbesserung der Lieferkette und Transporteffizienz stehen sowie Ansätze, Offline- und Online-Shopping-Angebote weiterzuentwickeln, um den Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden.

Unter den Teams, die beide Themenaspekte der „Data Challenge“ erfolgreich meistern, werden drei Gewinner mit attraktiven Preisen ausgezeichnet: mehrtägige Reisen nach Genf und Köln, ein Sachpreis sowie jeweils Pokale.

Zum Hintergrund des DB Award „Smart Cities“: Die Gestaltung des zukünftigen städtischen Lebens wird neben anderen Faktoren wesentlich von der Gestaltung der Mobilität in den immer stärker verdichteten oder entleerten Räumen abhängen. Die Deutsche Bahn AG als einer der wenigen umfassenden Mobilitätsanbieter will dabei die aktuelle Entwicklung zu einer vernetzten, smarten und nachhaltigen Mobilität wesentlich mitgestalten. Aus diesem Grund kommt der Entwicklung und Einrichtung von digital vernetzten Möglichkeiten für die Bereitstellung von bequemen, bezahlbaren und gleichzeitig umweltfreundlichen Lösungen einer urbanen Mobilität und Logistik eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Folgende Fragen stehen beim DB Award „Smart Cities“ im Fokus:

  1. Wie wird die smarte integrierte Mobilität über unterschiedliche Verkehrsträger in der Zukunft aussehen können?
  2. Wie wird smarte Logistik durch Erweiterung von infrastrukturellen Angeboten neu definiert?
  3. Wie wird veränderte smarte Mobilität durch die Nutzung von Knoten und Umstiegspunkten und der Umgestaltung von Third Places möglich?
  4. Welche Konzeptionen für eine „mobility on demand“ oder den neuen Möglichkeiten des autonomen Fahrens können prototypisch schon heute veranschaulicht werden?

Attraktive Preise warten auf die Gewinner der Challenge: ein Wochenend-Trip nach Berlin, wertvolle Gutscheine sowie jeweils Pokale.