​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

Veranstaltungen

Apr 4 2014
15:57

Wie das jüdische Bürgertum Frankfurts die Gründung der Universität förderte: Ausstellung zum 100. Geburtstag

36 Stifter für eine Idee

Einladung zum Mediengespräch

FRANKFURT. Der 100. Geburtstag der Goethe Universität bildet den idealen Rahmen für die von Studenten kuratierte Ausstellung „36 Stifter für eine Idee – Das Frankfurter jüdische Bürgertum und die Gründung der Universität“. Die Schau lenkt den Blick auf die ungewöhnliche Gründung der Universität Frankfurt und nimmt das Engagement der 36 jüdischen Stifter in den Fokus, ohne die die Goethe-Universität nicht hätte gegründet werden können.

Das Präsidium und die Ausstellungsmacher möchten Sie aus Anlass der bevorstehenden Vernissage zu einem Mediengespräch und Vorbesichtigung am

Mittwoch, den 9. April 2014, 10:30 Uhr, Ort: Goethe-Universität, Campus Westend, Grüneburgplatz 1,  Gebäude PA, PA Lobby

einladen. Ihre Gesprächspartner:

  • Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (für das Jubiläum zuständiger Vizepräsident)
  • die studentischen Ausstellungskuratorin und Kuratoren: Pascal Ballò, Katharina Busch, Sebastian Haas, Markus Häfner, Lucia Gerharz, Erika Wagner und Alexander Hofmann
  • Dr. Torben Giese (für die Ausstellung verantwortlicher Lehrbeauftragter)

Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Die Ausstellung ist ab dem 10. April 2014, montags bis freitags zwischen 11 und 17 Uhr bei freiem Eintritt in der Lobby des PA-Gebäudes der Goethe-Universität zu sehen.

Herzliche Grüße
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Forschung

Apr 3 2014
15:34

Seit 25 Jahren holt Merz international bekannte Mediziner und Pharmazeuten an die Goethe-Universität

Merz-Stiftungsgastprofessur verlängert

FRANKFURT. Die traditionsreiche Merz-Stiftungsgastprofessur wird um weitere fünf Jahre verlängert. Leitgedanke der 1985 von der Firma Merz gestifteten Gastprofessur ist die Förderung internationaler wissenschaftlicher Beziehungen der Goethe-Universität in den Bereichen Medizin und Pharmazie. Die Gastprofessur umfasst Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie die Teilnahme an einem internationalen und interdisziplinären Symposium, das dem Forschungsschwerpunkt des Gastprofessors gewidmet ist und ebenfalls von der Firma Merz unterstützt wird.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl freut sich über die Fortsetzung der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit: „Es handelt sich um eine der ältesten Stiftungsgastprofessuren unserer Universität, mit der wir bereits lange vor deren Umwandlung in eine Stiftungsuniversität die enge Verflechtung von Wissenschaft und Bürgergesellschaft dokumentiert haben. Die Auszeichnung vieler hochrangiger internationaler Expertinnen und Experten aus Pharmazie und Medizin durch die Gastprofessur unterstreicht zusätzlich deren zentrale Bedeutung für beide Partner.“

Dr. Jochen Hückmann, Initiator der Stiftungsgastprofessur, und Andreas Meyer, Geschäftsführer der Merz Holding, unterstreichen, dass bereits der Firmengründer Friedrich Merz sich der Senckenbergischen Gesellschaft verpflichtet fühlte. Die enge Zusammenarbeit zwischen Merz und der Universität soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, um weiterhin die Exzellenz in der Forschung und den internationalen Austausch zu fördern.

Informationen: Dr. Cornelius Gröschel, Referat Hochschulentwicklung, Campus Westend, Tel.: (069)-798-13636, groeschel@pvw.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Apr 3 2014
11:00

Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Schnittke und eine „Lichtsymphonie“ mit Schlagzeug

Frühlingsauftakt der Goethe-Campuskonzerte

FRANKFURT. Skyline Symphony ist zurück auf dem Campus Westend der Goethe-Universität: Mit einem Frühlingskonzert startet das Orchester unter Leitung des Dirigenten Michael Sanderling in die neue Campuskonzert-Saison, die im universitären Jubiläumsjahr noch eine Reihe weiterer Aufführungen verspricht.

Auf dem Programm steht passend zur Jahreszeit: Robert Schumanns Frühlingssymphonie Nr. 1 B-dur, Opus 38. Schumann selbst schreibt über die Entstehung dieses Werkes: „Ich schrieb die Sinfonie, wenn ich sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt.“ Genau vier Tage benötigte der Komponist im Schwung seiner Gefühle, um das Werk fertig zu stellen. Die Uraufführung am 31. März 1841 im Leipziger Gewandhaus wurde ein durchschlagender Erfolg. Dirigent war übrigens kein geringerer als Schumanns Komponisten-Kollege Felix Mendelssohn Bartholdy.

Alfred Schnittkes Werk „Moz-Art à la Haydn - Spiel mit Musik für 2 Solo-Violinen, 2 kleine Streichorchester, Kontrabass und Dirigent“ von 1977 setzt hier einen deutlichen Kontrapunkt. „In «MOZ-ART à la Haydn» werden Phrasen von Mozarts Musik gespiegelt, verfremdet, überlagert und gegeneinander gestellt“, heißt es im Portal „Tonkünstler“. Daraus entsteht ein expressives Gemisch, das jedoch mehr ist als eine Aneinanderreihung von Mozartzitaten.

Eine Symphonie mit Schlagzeug gehört gewiss nicht zum Kern-Repertoire der klassischen Musik. Andreas Hepps Lichtsymphonie „Sakrileg“ macht durch die besondere instrumentelle Anordnung neugierig. Der Komponist selbst spielt während der Aufführung das Schlagzeug.

12. Goethe-Campus-Konzert am Sonntag, den 6. April 2014, 17:00 Uhr im Festsaal des Casinos, Goethe-Universität, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt, Eintritt: 28 €, ermäßigt 9 €, Tickets an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter http://www.adticket.de/Skyline-Symphony-Frankfurter-Kammerorchester-Goethe-Campus-Konzert.html

Bitte schon vormerken: 13. Goethe-Campuskonzert am Sonntag, den 29. Juni 2014, 17:00 Uhr mit Werken von Britten, Rimski-Korsakov und Schostakowitsch

Veranstaltungen

Apr 1 2014
11:26

Ausstellung „Bei Mentz“ im Fenster zur Stadt erinnert an die legendäre Nordend-Gaststätte - Schauplatz in Henscheids Frankfurt-Roman der frühen 70er Jahre.

Am Tresen der „Vollidioten“

FRANKFURT. Frankfurt liest wieder ein Buch: Diesmal ist es Eckhard Henscheids humoristischer Roman „Die Vollidioten“ aus dem Jahre 1972. Das Universitätsarchiv der Goethe-Universität lässt im Rahmen einer Begleitausstellung im Fenster zur Stadt den zentralen Schauplatz des Romans wiederauferstehen: Die Gaststätte Mentz, die bis in die 80er Jahre hinein als Treffpunkt von Intellektuellen und Lebenskünstlern in Frankfurt fungierte, wird anhand von F. K. Waechters Illustrationen, Zeugnissen und Überlieferungen aus dem kulturellen, politischen, sportlichen und gastronomischen Leben Frankfurts im Jahre 1972 rekonstruiert.

Eckhard Henscheid hat im Interview mit dem UniReport den Bezug seines Romans zur Stadt Frankfurt nicht ohne Hintersinn erläutert: „Frankfurt wird im Buch nicht ein einziges Mal nominell genannt – allenfalls vag´ und indirekt über die ‚Frankfurter Eintracht‘. Wenn die Stadt trotzdem unleugbar aus dem Text hervorschimmert, soll es mir recht und lieb sein.“

Ausstellung „Bei Mentz“. Am Tresen der „Vollidioten“.  Ausstellung im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“.
2.-12. April im Fenster zur Stadt, Restaurant Margarete, Braubachstr. 18. Kurator der Ausstellung ist Wolfgang Schopf vom Universitätsarchiv der Goethe-Universität. Eine Finissage mit Versteigerung der Exponate findet dort am 12. April, 17 Uhr, statt.

Weitere Veranstaltungen zu „Frankfurt liest ein Buch“ an der Goethe-Universität:

1972. „Die Vollidioten“ und die Bildungsreform. Archivführung der Goethe-Universität mit Michael Maaser und Wolfgang Schopf. 3. April, 11 Uhr, Universitätsarchiv, Campus Bockenheim, Juridicum, 1. OG.

Hauslesung der Goethe-Universität: „Nachbericht erledigt“. Collage aus Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der „Vollidioten“, gelesen von Lehrenden der Universität, arrangiert von Wolfgang Schopf. 10. April, 19.30 Uhr, Campus Westend, Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, 1. OG

Interview mit Eckhard Henscheid (Vorabausdruck aus dem UniReport 2/2014): Download (PDF).

Forschung

Mär 31 2014
11:34

Neue Forschergruppe gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft analysiert Entwicklungen von Spätantike bis heute

Konfliktpotenziale von Personalentscheidungen

FRANKFURT. Wie gelangen bestimmte Personen in gesellschaftliche Schlüsselpositionen? Und welches Konfliktpotenzial ist damit verbunden? Von der Spätantike bis zum 20. Jahrhundert wollen Frankfurter Historiker epochenübergreifend vergleichen, wie Personalentscheidungen in der Kirche, der öffentlichen Verwaltung und in Unternehmen getroffen wurden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dazu die Einrichtung einer DFG-Forschergruppe an der Goethe-Universität bewilligt; ihr Sprecher ist der Historiker Prof. Andreas Fahrmeir.

Im historischen Verlauf hat sich die Art und Weise, wie Personalentscheidungen gefällt werden, erheblich verändert. Bei näherem Hinsehen existiert jedoch eine begrenzte Zahl von Auswahlverfahren wie Zeugung/Geburt, Los, Wahl, Kooptation, Wettbewerb, Beauftragung, die in jeweils epochenspezifischer Weise kombiniert werden. Die Forschung hat Personalentscheidungen bislang zumeist nur einzeln analysiert, nicht aber die ihnen zugrunde liegenden Logiken und Dynamiken ihrer Veränderung im historischen Überblick. Das hat sich die Forschergruppe „Personalentscheidungen bei gesellschaftlichen Schlüsselpositionen“ vorgenommen; mit im Team der Principal Investigator sind die Frankfurter Historiker Hartmut Leppin, Werner Plumpe und Christoph Cornelißen sowie Daniela Rando aus Pavia und Johannes Pahlitzsch aus Mainz. Sie werden unterstützt von sieben jüngeren Wissenschaftlern, die zunächst über drei Jahre aus den Fördermitteln der DFG finanziert werden können.

„Personalentscheidungen sind außerordentlich wichtige Weichenstellungen, die in allen Epochen vorkommen, die aber in allen Epochen jeweils unterschiedlich begründet werden, institutionalisiert sind und durchgeführt werden,“ erläutert Fahrmeir. „Es sind immer Wetten auf die Zukunft mit ungewissem Ausgang: Da Personalentscheidungen letztlich nicht so fallen können, dass jede Unsicherheit über die Qualität ihres Ergebnisses wegfällt, besitzen sie eine enorme potentielle Sprengkraft. Selbst wenn man unterstellt, dass es wirklich besser und weniger gut geeignete Personen für bestimmte Aufgaben gibt, kann man vor Amtsantritt trotzdem nicht wissen, wer sich im konkreten Fall als Unternehmer, Bischof, Heerführer, Amtmann besser bewähren wird. Ist jedoch die Entscheidung einmal gefallen, sind Korrekturen schwierig und meist erst bei der nächsten Auswahl möglich. Dazu Fahrmeier: „Dann kommt es häufig zu Veränderungen – ob im Verfahren, im Kandidatenpool oder bei den Maßstäben, Aufgaben oder Befugnisse.“

Jede Personalentscheidung hat ein zufälliges Moment – Wissenschaftler nennen das „kontingent“ – und muss doch für die "Verlierer" akzeptabel sein. „Wenn es um Schlüsselpositionen geht, ist das Problem besonders akut, da die konkurrierenden Kandidaten in aller Regel über erheblichen Einfluss verfügen“, so Fahrmeir. Eine Folge ist, wie die Historiker bereits herausgearbeitet haben, dass sich gerade scheinbar irrationale Entscheidungsformen lange bewähren können wie Erbfolge in der Monarchie oder auch Losverfahren in vielen frühneuzeitlichen Konstellationen. Der Sprecher der neuen DFG-Forschergruppe ergänzt: „Eine andere Folge ist, dass auch scheinbar rationale Verfahren entweder in der Praxis ein starkes Element der freien Entscheidung bewahren, z. B. bei der Beauftragung von Managern, oder die Unsicherheit, ob sie wirklich richtig sind, auch nicht beseitigen können und daher bisweilen wieder aufgegeben werden: etwa kompetitive Examina für den britischen öffentlichen Dienst, die im 19. Jahrhundert eingeführt, aber im 20. wieder abgeschafft wurden.“

Die Wissenschaftler erwarten, dass sie mit ihrer Forschung in den nächsten Jahren  eine Antwort auf die Frage geben kann, warum es offenbar nie möglich ist, eine „endgültige" Form von Personalentscheidungen zu entwickeln, die allen Erwartungen gerecht wird, und warum diese strukturellen Spannungen immer zu graduellem Wandel führen. „Und diese eher geringfügig erscheinenden Veränderungen sind wahrscheinlich in der Summe bedeutender als revolutionäre Zäsuren“, vermutet Fahrmeir.

Neben der Frankfurter DFG-Forschergruppe bewilligte der Senat der DFG in seiner Märzsitzung noch vier weitere. Die Forschungsverbünde sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, sich aktuellen drängenden Fragen in ihren Fächern zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Wie alle DFG-Forschergruppen werden die neuen Einrichtungen orts- und fächerübergreifend arbeiten. In der ersten Förderperiode erhalten sie über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt knapp elf Millionen Euro´, eine Verlängerung kann beantragt werden. Im Ganzen fördert die DFG damit 198 Forschergruppen.

Informationen: Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel. (069) 798-32626, fahrmeir@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Mär 28 2014
13:55

Kooperationsprojekt der Verhaltenstherapieambulanz der Goethe-Universität mit der Boston University – Teilnehmer für Studie gesucht

Achtsamkeits-Meditation hilft bei chronischen Depressionen

FRANKFURT. Depressive Störungen gehören zu den Hauptursachen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und sind eine der häufigsten psychischen Störungen. Viele Betroffene leiden über Jahre hinweg an einer chronischen Depression. Um diese Patienten besser zu versorgen, haben Prof. Dr. Ulrich Stangier, Institut für Psychologie der Goethe-Universität, und Prof. Dr. Stefan Hofmann, Boston University, jetzt ein Kooperationsprojekt vereinbart: In dem Projekt wird die Wirksamkeit von Achtsamkeits-Meditation überprüft, einem Meditationsansatz, bei dem die Teilnehmer lernen, gegenwärtigen Empfindungen mit nicht-wertender Aufmerksamkeit entgegenzutreten. Für die Therapiestudie suchen die Frankfurter Psychologen noch Menschen, die seit mindestens zwei Jahren chronisch depressiv sind.

„Die Achtsamkeits-Meditation ist besonders bei Depressionen hilfreich, da Betroffene häufig zu starkem Grübeln neigen und hierdurch Gefühle von Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit erleben“, so Stangier. In anderen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass sich depressive Symptome durch achtsamkeitsbasierte Therapien deutlich reduzieren lassen. Der Frankfurter Psychologe ergänzt: „Wir wollen in unserer Studie diese Prinzipien durch Methoden erweitert, die eine positivere Selbstsicht fördern, da Betroffene oft zu Selbstabwertung neigen.“

Die Therapiestudie beginnt Mitte April 2014. An der Studie können sich Betroffene beteiligen, die Interesse haben, an diesem achtwöchigen Gruppentherapie-Programm teilzunehmen. Der eigentlichen Behandlung geht eine ausführliche Diagnostik voraus. Für den Zeitraum des Gruppenprogramms sollte parallel keine psychotherapeutische Behandlung laufen, und chronische Depression sollte im Vordergrund der Problematik stehen.

Unter einer chronischen Depression verstehen die Experten, dass sich Betroffene über mindestens zwei Jahre durchgängig an mehr als der Hälfte der Tage niedergeschlagen oder antriebslos fühlen. Dazu können häufig Schlaf- und Konzentrationsstörungen, aber auch Gefühle der Hoffnungs- oder Wertlosigkeit auftreten. Trotz psychotherapeutischer und medikamentöser Therapie können die Symptome in einigen Fällen nicht ausreichend gelindert werden.

Informationen: Ansprechpartnerin für Teilnahme an der Studie: MSc cand. Claudia Richter, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Kontaktaufnahme per Email an meditationsstudie@gmail.com oder auf den Anrufbeantworter mit umgehendem Rückruf. Tel.: (069) 798 25107.

Ansprechpartner für Journalisten: Prof. Stangier, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Telefon: 069/798-22848; stangier@psych.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Mär 27 2014
15:49

Findungskommission der Goethe-Universität schlägt für die öffentliche Anhörung Wirtschaftswissenschaftlerin Birgitta Wolff und Neurobiologen Robert Nitsch vor.

Zwei Kandidaten bewerben sich um das Präsidentenamt

FRANKFURT. Die Findungskommission der Goethe-Universität hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig entschieden, zwei Kandidaten zur öffentlichen Anhörung nach Frankfurt zu laden: Prof. Birgitta Wolff und Prof. Robert Nitsch. Erst im Anschluss wird der Hochschulrat in Abstimmung mit dem erweiterten Senat entscheiden, wer zur Wahl des künftigen Präsidenten der Goethe-Universität zugelassen wird. Die Anhörung soll am 18. Juni stattfinden, die Wahl wird voraussichtlich am 15. Juli erfolgen. Präsident Prof. Werner Müller-Esterl steht als Kandidat nicht mehr zur Verfügung. Seine Amtszeit endet nach sechs Jahren am 31. Dezember 2014.

Prof. Dr. Birgitta Wolff hat an der Universität Witten/Herdecke, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Harvard University Wirtschaftswissenschaften studiert. Anschließend lehrte sie an der Georgetown University in Washington. Seit 2000 hat sie den Lehrstuhl für Internationales Management an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg inne; zudem war sie seit 2002 Prodekanin und Dekanin der Fakultät. Wolff wurde 2010 zur Kultusministerin und anschließend zur Landesministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bestellt. In diesem Zusammenhang ist sie wiederholt zur beliebtesten Wissenschaftsministerin des Jahres gekürt worden; doch uneins mit Ministerpräsident Reiner Haselhoff über dessen geplanten Sparkurs an den Hochschulen schied sie im April 2013 aus dem Kabinett aus und kehrte auf ihre Professur an der Universität zurück.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Nitsch hat Medizin und Philosophie in Kiel und Frankfurt studiert. Über lange Zeit war er als Neuroanatom und Prodekan an der Charité in Berlin tätig und leitete dort auch den Exzellenzclusters NeuroCure.  Seit 2009 ist Nitsch als Professor an der Universität Mainz tätig und dort Sprecher des Forschungszentrums Neurowissenschaften. Nitsch erforscht zelluläre Mechanismen, die bei der Störung der Netzwerkfunktion des Gehirns eine Rolle spielen. Er ist Sprecher eines 2013 neu eingerichteten Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der über das rhine-main neuroscience network (rmn2) eng mit der Goethe-Universität verbunden ist. Für seine Arbeiten erhielt er 2013 den renommierten und mit 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Nitsch ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Hochschulpolitische Themen

Mär 27 2014
14:19

Senat der Goethe-Universität nimmt Stellung zum Beschluss des Ortsbeirats 2, den Grüneburgplatz in Norbert-Wollheim-Platz umzubenennen

Umbenennung im Rahmen eines Gesamtkonzepts

FRANKFURT. Der Senat der Goethe Universität hat in seiner heutigen Sitzung die Stadt aufgefordert, im Rahmen eines universitären Gesamtkonzepts am Campus Westend den Bremer Platz zu Horkheimer-Platz und die Lübecker Straße zu Adorno-Straße umzubenennen. Damit reagiert der Senat auf den Beschluss des Ortsbeirates 2, der in der vergangenen Woche beschlossen hatte, den Grüneburgplatz in Norbert Wollheimplatz umzubenennen.

Hier der Wortlaut des Beschlusses:

„Der Senat nimmt den Beschluss des Ortsbeirats 2, den Grüneburgplatz in Norbert-Wollheim-Platz umzubenennen, wohlwollend zur Kenntnis, weist jedoch darauf hin, dass eine Umbenennung nur nach Anhörung der Universität und im Einvernehmen mit ihr möglich ist. Der Senat erwartet zugleich, dass im Rahmen eines Gesamtkonzepts im Festjahr 2014 die Lübecker Straße in Adorno-Straße und der Bremer-Platz in Horkheimer-Platz umbenannt werden.“

„Die Umbenennung im Festjahr 2014 eröffnet der Goethe-Universität die Chance, historische Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen und herausragende Wissenschaftler wie Theodor W. Adorno und Max Horkheimer zu ehren, die bis heute Weltgeltung genießen und zugleich für alle Hochschulmitglieder identitätsstiftend sind“, sagt Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl, der auch den Senatsvorsitz innehat. Als jüdische Gelehrte prägten sie die frühen Jahre der Universität, wurden während des Nationalsozialismus vertrieben und mussten ins Exil gehen. „Mit einer Neubenennung gedenkt die Goethe-Universität nicht nur des dunkelsten Kapitels in ihrer 100-jährigen Geschichte, sondern auch der schwierigen Phase des demokratischen Neubeginns nach 1945, der ohne Überlebende und Rückkehrer wie Adorno und Horkheimer nicht möglich gewesen wäre“, so Müller-Esterl. Max Horkheimer kehrte 1949 aus dem Exil auf seinen Lehrstuhl für Sozialphilosophie zurück, wurde kurz darauf Dekan und war von 1951 bis 1953 Rektor, als noch mehr als die Hälfte aller universitären Gebäude in Schutt und Asche lagen. Beide, Horkheimer wie Adorno, sind Begründer der Frankfurter Schule und ihrer kritischen Theorie, und leisteten einen entscheidenden Beitrag zur öffentlichen Rehabilitierung der Frankfurter Universität.

Veranstaltungen

Mär 26 2014
15:01

Fachworkshop an der Goethe-Universität bietet Erziehern, Lehrern, Therapeuten und Fachärzten Einblicke in die Forschung zu Spracherwerb und Sprachdiagnostik.

Wenn Kinder mehrere Sprachen sprechen

Medieneinladung

FRANKFURT. Die Sprachentwicklung von Kindern ist ein weites Feld, auf dem sich nicht nur Sprachwissenschaftler, sondern auch Pädagogen und Ärzte tummeln. Die zusätzlichen Herausforderungen durch eine wachsende Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund  erfordert umso mehr einen Austausch über Fachgrenzen hinweg. Der Fachworkshop „Spracherwerb und Sprachdiagnostik“, der vom Lehrstuhl Deutsch als Zweitsprache, Prof. Dr. Petra Schulz, an der Goethe-Universität ausgerichtet wird, beinhaltet genau diesen Brückenschlag „von der Forschung in die Praxis“.

Zwei Vorträge mit anschließenden Diskussionen stehen auf dem Programm des Workshops: Ein Vortrag wird das vom BMBF geförderte Projekt „cammino – Sprachdiagnostik mehrsprachiger Kinder“ vorstellen. Wie erfassen pädagogische Fachkräfte in Kitas und Schulen, Fach- und Schulärzte  den Sprachstand von Kindern, wie gehen sie dabei mit mehrsprachigen Kindern um? Die Referentin Dr. Barbara Geist wird erläutern, was die Befragung erbracht hat.

In einem weiteren Vortrag wird der Referent Alexander Thiel das von der DFG geförderte Projekt CARU präsentieren, in dem untersucht wird, wie 3- bis 6-jährige einsprachig deutsche Kinder Nebensätze erwerben. Die Ergebnisse sollen helfen, den unauffälligen Spracherwerb genauer zu verstehen.

Fachworkshop „Spracherwerb und Sprachdiagnostik – von der Forschung in die Praxis“
Freitag, 28. März 2014, 14.-17.00 Uhr

Ort: Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Raum HZ15, Grüneburgplatz 1.

Medienvertreter haben die Möglichkeit, einen Einblick in Forschungsergebnisse und Diskussionen zu erhalten. Wir freuen uns über eine kurze Rückmeldung, ob Sie an den Veranstaltungen teilnehmen möchten – am besten per Mail an: frank@pvw.uni-frankfurt.de.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Frank,
Pressereferent

Forschung

Mär 26 2014
14:39

Beitrag zum Verständnis der chemischen Bindung/ Elektronentransport in Bor-haltigen organischen Molekülen ist praxisrelevant

Im Grenzbereich der chemischen Bindung

FRANKFURT. Der Nobelpreisträger Linus Pauling hat schon 1931 darauf hingewiesen, dass zwei Wasserstoffatome zusammengehalten werden können, wenn sie sich lediglich ein Elektron teilen (Einelektron-Zweizentrenbindung). Experimentell sind solche Systeme nur schwer zugänglich. Chemikern der Goethe-Universität ist es nun gelungen, eine Verbindung herzustellen, die eine stabile Bor•Bor Einelektron-Zweizentrenbindung enthält. Die in der Angewandten Chemie publizierten Ergebnisse leisten nicht nur einen Beitrag zum fundamentalen Verständnis der chemischen Bindung, sondern sind auch anwendungsrelevant: Bor-haltige organische Moleküle gelten als Materialien der nächsten Generation für Akkumulatoren, Solarzellen und Organische Leuchtdioden (OLEDs).

„Das Konzept der Elektronenpaarbindung, wie sie im elementaren Wasserstoff, H2, vorliegt, ist jedem Naturwissenschaftler geläufig, während Spezies mit Einelektron-Zweizentrenbindung wie das Wasserstoff-Radikalkation allenfalls als Laborkuriositäten wahrgenommen werden“, so Prof. Matthias Wagner vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-Universität. Das liegt daran, dass die Synthese dieser Systeme und ihre Isolierung bei Raumtemperatur äußerst schwierig sind.

Die Frankfurter Arbeitsgruppen von Prof. Matthias Wagner und Prof. Max Holthausen konnten die Schwierigkeiten überwinden, indem sie sich zu Nutze machten, dass man das Bor•Bor-Fragment - im Gegensatz zum Wasserstoff-Radikalkation - in ein größeres Molekül integrieren kann. Dadurch ist es wie in einem Käfig, abgeschirmt. Boratome nehmen bereitwillig Elektronen auf. Positioniert man daher zwei von ihnen in räumlicher Nähe innerhalb einer starren Molekülarchitektur, so lässt sich anschließend ein Elektron gezielt zwischen die beiden Boratome einbetten, wo es von ihnen festgehalten wird.

Erste Hinweise, dass sich eine Bor•Bor Einelektron-Zweizentrenbindung als Folge der Injektion des Elektrons gebildet hatte, ergab die Röntgenstrukturanalyse am Einkristall. Sie zeigte eine signifikante Verkürzung des Bor-Bor-Abstands. Einen entscheidenden Beitrag zur Identifizierung der Einelektron-Zweizentrenbindung lieferte schließlich die quantenchemische Analyse der Elektronendichte, die das einzelne Elektron als fixierendes Bindeglied zwischen den beiden Bor-Atomen zweifelsfrei kennzeichnet.

Von praktischer Bedeutung sind die Untersuchungen vor allem deshalb, weil Bor-haltige organische Moleküle sich derzeit steigenden Interesses in den Materialwissenschaften erfreuen. Will man sie für Akkumulatoren, Solarzellen oder organische Leuchtdioden einsetzen, spielt der Elektronentransport innerhalb dieser Materialien eine wesentliche Rolle. „Dementsprechend stellt sich auch die Frage, unter welchen Umständen Elektronen zwischen Boratomen eingefangen werden und auf diese Weise den Ladungstransport behindern“, erläutert Max Holthausen.

Publikation: Angew. Chem. Int. Ed. 2014, DOI: 10.1002/anie.201402158, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201402158/pdf

Bilder-Download: hier (zip).

Informationen: Prof. Matthias Wagner, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29156, Matthias.Wagner@chemie.uni-frankfurt.de

Prof. Max Holthausen, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29412, Max.Holthausen@chemie.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 26 2014
13:42

Ausstellung „36 Stifter für eine Idee“ sucht Stühle als Brücke in die Vergangenheit!

Mit Stuhl zum Stifter

FRANKFURT. Dass ein Stuhl mehr als eine Sitzgelegenheit sein kann, wird die Ausstellung „36 Stifter für eine Idee“ im Rahmen des Jubiläumsjahres der Goethe-Universität zeigen. Die Schau stellt historische Stifterpersönlichkeiten der Goethe Universität in den Mittelpunkt und wird von Studierenden kuratiert: „Jeder Stuhl wird eine Brücke zu einem der damaligen Stiftern schlagen“, verraten die studentischen Kuratoren Pascal Ballo, Katharina Busch, Lucia Gerharz, Sebastian Haas, Alexander Hofmann, Markus Häfner und Erika Wagner.  Und genau dafür suchen sie noch Stühle jeglicher Art. Ob alt, neu, groß oder klein, ganz egal – jeder Stuhl zählt! „Wichtig ist lediglich, dass der Stuhl in irgendeiner Verbindung zur Goethe-Universität steht“, erläutert das Kuratoren-Team weiter.

Projektleiter Dr. Torben Giese: „Mit dieser außergewöhnlichen Idee wird die Tradition des Stiftens an der Goethe-Uni nochmals ganz anders aufgegriffen.“

Ab dem 10. April 2014 werden alle gestifteten Stühle mit dem jeweiligen Namen des Stuhlstifters im PA-Gebäude auf dem Campus Westend (Mo-Fr 11-17 Uhr) zu sehen sein. Nach Ende der Ausstellung werden alle Stühle an Fachschaften oder studentische Initiativen übergeben.

Alle Stiftungswilligen, die gerne mit einem Stuhl zur Ausstellung beitragen möchten, wenden sich bitte an:

Projektmanagerin: Lucia Gerharz, Goethe-Universität – Tel.: 069 / 207 955 47

Projektleitung: Dr. Torben Giese – Tel.:  0176 / 234 909 43  E-Mail: t.gi@gmx.de

Personalia/Preise

Mär 25 2014
15:20

Prof. Ernst Stelzer erhielt höchsten Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie

Preis für bahnbrechende Arbeiten zur Lichtmikroskopie

FRANKFURT. Für seine herausragenden und bahnbrechenden Entwicklungsarbeiten zur modernen Lichtmikroskopie erhält Prof. Ernst Stelzer vom Buchmann Institute for Molecular Life Sciences der Goethe Universität die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ), die mit 7.000 Euro dotierte "Carl Zeiss Lecture". Basierend auf den Patenten von Prof. Stelzer zur "Light Sheet Microscopy" hat die Firma Carl Zeiss kürzlich ein neuartiges Fluoreszenzmikroskopiesystem auf den Markt gebracht, das vor allem der Entwicklungsbiologie und der Stammzellforschung enorme Möglichkeiten eröffnet. Die „Carl Zeiss Lecture" würdigt international herausragende Leistungen in der Zellbiologie sowie Methoden der Licht- und Elektronenmikroskopie, die für die Erforschung zellbiologischer Fragestellungen richtungsweisend sind.

Der Preis wurde auf der Internationalen DGZ-Tagung an der Universität Regensburg verliehen. Dr. Richard Ankerhold, verantwortlich für die Geschäftsfelder in den Biowissenschaften bei ZEISS, war am Auswahlprozess beteiligt. Er würdigte Ernst Stelzer als einen großartigen Forscher, dessen Arbeiten zu wegweisenden Methoden in der Zellbiologie geführt haben. Sie kämen heute in fast jedem modernen biomedizinischen Labor zum Einsatz: „Als Pionier der konfokalen Laser Scanning-Mikroskopie (LSM) und anderen bildgebenden Methoden hat er unser heutiges dreidimensionales Verständnis dynamischer zellulärer Zusammenhänge entscheidend beeinflusst“, so Ankerhold.

Die Carl Zeiss Lecture wurde 1990 von ZEISS gestiftet, um die DGZ dabei zu unterstützen, international anerkannte Wissenschaftler zu ihren Jahrestagungen einzuladen. 1993 vereinbarten ZEISS und die DGZ gemeinsam, die Carl Zeiss Lecture in einen Preis umzuwandeln. Die Vorlesung und Preisvergabe finden jährlich während der Eröffnungsveranstaltung der Jahrestagung der DGZ statt. Die Auswahl trifft ein Ausschuss, dem der Präsident der DGZ, der Tagungspräsident, ein Mitglied des Beirates sowie ein Vertreter von ZEISS angehören.

Informationen: Prof. Ernst Stelzer, Buchmann Institute for Molecular Life Sciences der Goethe Universität, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-42547, stelzer@bio.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 25 2014
13:23

Kooperation des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ beim Luminale-Projekt „Say Say Say“ vom 30. März bis 4. April in Offenbach

Zwei, die was zu sagen haben

FRANKFURT. Kunst trifft Wissenschaft, und beide Partner ergänzen sich mit ihren jeweils eigenen Ausdrucksmitteln. Die Künstlerinnen Anny und Sibel Öztürk kooperieren mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität bei der diesjährigen Luminale, dem internationalen Festival der Lichtkultur im Rhein-Main-Gebiet. Die Luminale findet alle zwei Jahre im Rahmen der Frankfurter Messe „Light + Building“ statt. Allein 35 Lichtprojekte sind jetzt wieder in Offenbach zu sehen, darunter auch die Lichtinstallation von Anny und Sibel Öztürk mit dem Titel „Say Say Say“ an der Fassade des Rathauses. Sie lädt vom 30. März bis zum 4. April zum Anschauen, Nachdenken und Mitmachen ein und korrespondiert mit einem Vortrag des Philosophen Darrel Moellendorf, in dem es um globale Gerechtigkeit und Klimawandel geht. Prof. Moellendorf ist Mitglied des Clusters und spricht am 4. April um 19.00 Uhr im Foyer des Rathauses über „Energie, Armut und die Zukunft“.

„Mach das Licht aus, wenn Du gehst“ steht in großen schwarzen Lettern auf dem weißen Grund eines Leuchtkastens, der die Form einer Sprechblase hat. Er ist Teil der Installation „Say Say Say“ und einer von insgesamt fünf Leuchtkästen in Sprechblasenform unterschiedlicher Größe, die sich um eine Fensteröffnung an der Fassade des Offenbacher Rathauses gruppieren. Die Aufforderung, das Licht zu löschen, bietet Raum für verschiedene Assoziationen: Wenn beispielsweise „der Letzte“ das Licht ausmacht, ist es meistes schon zu spät. Man kann sich aber auch darauf beschränken, nur dann das Licht einzuschalten, wenn man es wirklich braucht – und damit ganz konkret einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen leisten. Ohne diese Achtsamkeit könnte es zu ausweglosen Situationen kommen und damit das passieren, was auf einer anderen Sprechblase steht: „Der Rest ist Schweigen“.

Die Sicht der „Normativen Ordnungen“ erläutert dessen Co-Sprecher Prof. Klaus Günther auf der Vernissage am 30. März um 19.30 Uhr im Rathaus Offenbach. Der Forschungsverbund untersucht die weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche unter dem Gesichtspunkt der Herausbildung und Geltung von Ordnungsvorstellungen. Die Frage nach „Gerechtigkeit“ ist dabei zentral. Gegenstand der Analysen sind beispielsweise der Kampf um Menschenrechte und Partizipation in verschiedenen Gesellschaften - und eben auch der Klimawandel. „Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit, Antworten darauf zu finden, wie wir adäquat auf den menschengemachten Klimawandel reagieren können. Der Klimawandel wirft eine Reihe von zunehmend wichtigen moralischen Problemen auf, denen politisch begegnet werden muss“, so Darrel Moellendorf.

In seinem Vortrag am 4. April wird der politische Philosoph dafür plädieren, den Verbrauch fossiler Brennstoffe erheblich zu reduzieren. Die Menschen müssten lernen, ohne fossile Brennstoffe zu leben. Gleichzeitig aber gebe es viele Menschen, die eigentlich mehr Energie benötigten. So hätten weltweit 1,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom, was ihre Chancen auf Bildung und Gesundheit erheblich beeinträchtige. Darrel Moellendorf: „Wir müssen daher zwei Ziele verfolgen, die auf den ersten Blick schwer miteinander zu vereinbaren sind: Einerseits müssen wir umgehend unsere CO2-Emissionen drastisch senken, andererseits sollte den Entwicklungsländern ermöglicht werden, mehr Energie zu verbrauchen.“

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de, www.normativeorders.net/saysaysay, www.offenbach.de/luminale

Forschung

Mär 25 2014
12:19

Frankfurter Forscher entwickeln in Hefe ein spezifisches Transportsystem für den Abfallzucker Xylose

Produktion von Bioethanol aus Abfällen beschleunigt

FRANKFURT / EDMONTON. Hefen schmeckt der hochwertige Zucker Glucose besser als die aus Pflanzenresten gewonnene Xylose. Deshalb vergären sie den Abfallzucker erst dann zu Bioethanol, wenn es keine Glukose mehr gibt. Das verlängert die Produktionszeiten und verursacht dadurch höhere Kosten. In der renommierten Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Science“ berichten Frankfurter Forscher um Prof. Eckhard Boles, wie es ihnen gelungen ist, dieses Problem zu umgehen: Sie konnten ein Glucosetransportsystem in der Zellmembran der Hefen in ein spezifisches Xylosetransportsystem umwandeln. Die Studie wurde unter anderem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert.

In Biokraftstoffe der zweiten Generation werden große Hoffnungen gesetzt, weil sie aus Abfallstoffen gewonnen werden können und somit nicht die ethischen Probleme der „Teller-Tank Debatte“ aufwerfen. Zudem spart ihre Herstellung deutlich mehr Treibhausgase ein, als dies bei den Biokraftstoffen der Fall ist, die aus Nahrungs- oder Futtermitteln hergestellt werden. Bisher standen aber technische und finanzielle Gründe der Produktion dieser Abfallkraftstoffe entgegen.

 „Das Problem ist, dass die verschiedenen Zucker durch dasselbe Transportsystem in die Hefen aufgenommen werden müssen. Dieses System bevorzugt die Aufnahme von Glucose und erst wenn diese verbraucht ist, kann auch die Xylose aufgenommen und in Bioethanol umgewandelt werden“, erläutert Prof. Eckhard Boles vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Goethe-Universität. Schon seit mehr als 15 Jahren wird daher vergeblich nach Transportsystemen gesucht, die bevorzugt Xylose aufnehmen.

Alexander Farwick und Dr. Mislav Oreb aus der Arbeitsgruppe von Boles ist es nun gelungen, auf einem ganz anderen Wege ein Xylose-spezifisches Aufnahmesystem für die Hefen zu finden. Es gelang ihnen durch einen Trick, ein Glucosetransportsystem in ein spezifisches Xylosetransportsystem umzuwandeln. Solch ein System ist bisher in der Natur nicht bekannt. Verändert man nun die Hefen so, dass sie beide Transportsysteme besitzen, dann können sie in Zukunft die beiden Zucker Glucose und Xylose gleichzeitig und damit deutlich schneller zu Bioethanol umsetzen. „Damit ist ein weiterer Meilenstein bei der kostengünstigen Produktion von Bioethanol aus Abfallstoffen erreicht“, so Boles.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Boles hat in den vergangenen Jahren grundlegende Technologien entwickelt, um mit Hilfe von Hefen Abfallzucker zu Bioethanol umzusetzen. Die Produktion dieses sogenannten Cellulose-Ethanols ist inzwischen marktfähig geworden. Ende 2013 hat die Firma Beta Renewables in Norditalien die weltweit erste kommerzielle Produktion von jährlich etwa 75 Millionen Liter Bioethanol aus landwirtschaftlichen Reststoffen in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme weiterer Großanlagen in den USA soll im Laufe dieses Jahres folgen.

Publikation
Alexander Farwick, Stefan Bruder, Virginia Schadeweg, Mislav Oreb, und Eckhard Boles: Engineering of yeast hexose transporters to transport D-xylose without inhibition by D-glucose, in PNAS, doi: 10.1073/pnas.1323464111; http://www.pnas.org/content/early/2014/03/19/1323464111.abstract

Informationen: Prof. Eckhard Boles, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29513, e.boles@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mär 24 2014
15:01

Veranstaltungen zum 150. Geburtstag des streitbaren Soziologen und Nationalökonomen – Biographie soeben erschienen

Oppenheimer: Bedeutender Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft und erster Soziologie-Professor an einer deutschen Universität

MEDIENEINLADUNG 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 30. März wäre Franz Oppenheimer 150 Jahre alt geworden. Anlass genug, um an diesen außergewöhnlichen Gelehrten zu erinnern, der mit seinen zukunftsweisenden Ideen nicht nur das liberale Klima an der Universität in den Zwanziger Jahren entscheidend prägte. Der streitbare Wissenschaftler war der erste Professor für Soziologie an einer deutschen Universität; sein von dem Frankfurter Mäzen Karl Kotzenberg gestifteter Lehrstuhl war der Soziologie und der theoretischen Nationalökonomie gewidmet. Oppenheimer gilt als einer der bedeutenden Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft. Seine Vorstellungen eines „liberalen Sozialismus“, seines „dritten Wegs“ zwischen Kommunismus und Kapitalismus, entwickelte sein berühmtester Schüler Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister in der jungen Bundesrepublik weiter.

Soeben ist in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ seine Biographie unter dem Titel „Franz Oppenheimer – Ökonom und Soziologe der ersten Stunde“ erschienen. Darin zeichnen der Soziologe Prof. Klaus Lichtblau und der Ökonom Prof. Volker Caspari den außergewöhnlichen Lebensweg Oppenheimers nach, der als Sohn eines jüdischen Predigers zunächst in seiner Heimatstadt Berlin Medizin studierte und sich –  konfrontiert mit den sozialen Folgen der Industrialisierung – der Nationalökonomie und der Soziologie zuwandte. Sein leidenschaftliches Engagement für die Idee der Siedlungsgenossenschaft – auch im Rahmen der Zionistischen Bewegung – prägte Oppenheimer zeitlebens. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten diskriminiert und schikaniert, entschied er sich erst spät zur Flucht in die USA; 1943 starb er verarmt in Los Angeles.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stellt zum Gedenken an einen der berühmtesten und bedeutendsten Vertreter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität seine von Fritz Kormis geschaffene Büste im Foyer des Gebäudes der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften aus.

Zu Kurzvorträgen und der anschließenden Enthüllung der Büste laden wir Sie herzlich ein 

am Montag, den 31. März, 18 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Foyer des Gebäudes PA (Erdgeschoss), Grüneburgplatz 1.

Es werden sprechen: Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Rainer Klump; die beiden Autoren der Biographie, Prof. Volker Caspari und Prof. Klaus Lichtblau; Prof. Bertram Schefold (über den Bildhauer Fritz Kormis) und der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums, Michael Lenarz (über Jüdische Wissenschaftler im Frankfurt der Zwanziger Jahre).

Das Institut für Soziologie präsentiert vom 14. April bis 31. Mai unter dem Titel „Liberaler Sozialist, Zionist, Utopist“ eine Fotoausstellung. Gezeigt werden über 40 Fotos aus Oppenheimers in jeder Hinsicht ungewöhnlichem Lebensweg. Die Fotografien gewähren Einblicke in sein wissenschaftliches und familiäres Umfeld ebenso wie in den zeitgeschichtlichen Kontext, in dem er sich bewegt hat. Kuratiert wurde die Ausstellung von Claudia Willms M.A. und Prof. Lichtblau.

Zur Vernissage der Fotoausstellung laden wir sie ein

am Montag, den 14. April, 16 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Foyer des Gebäudes PEG (Erdgeschoss), Grüneburgplatz 1. 

Es werden sprechen: Prof. Heather Hofmeister (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Soziologie der Goethe-Universität), Prof. Julius H. Schoeps (Moses Mendelssohn Zentrum, Europäisch-Jüdische Studien, Universität Potsdam), Prof. Klaus Lichtblau und Claudia Willms, M.A., Institut für Soziologie der Goethe-Universität.

Beide Veranstaltungen finden im Rahmen der 100-Jahrfeier der Goethe-Universität statt (www2.uni-frankfurt.de/gu100).

Wir freuen uns über eine kurze Rückmeldung, ob Sie an den Veranstaltungen teilnehmen können – am besten per Mail an: jaspers@pvw.uni-frankfurt.de. Wir stellen Ihnen auch gern ein Rezensionsexemplar der im Societäts-Verlag erschienenen Oppenheimer-Biographie zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Forschung

Mär 18 2014
09:27

Hydrologisches Modell WaterGAP unterschätzt Wasserspeicherung

GPS hilft auch bei der Analyse der globalen Wasserressourcen

FRANKFURT. WaterGAP ist ein hydrologisches Modell, das Wasserknappheit, Grundwasserzehrung, Hochwasser und Dürren unter dem Einfluss des Klimawandels auf allen Landflächen der Erde modelliert. Wie gut dieses Modell ist, überprüfte die Frankfurter Hydrologin Prof. Petra Döll erstmals mithilfe von GPS-Beobachtungen und Daten der GRACE-Satelliten, die das Schwerefeld der Erde messen. Die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Survey in Geophysics publizierte Studie zeigt: WaterGAP muss modifiziert werden.

„In den meisten Gebieten der Erde unterschätzt WaterGAP die saisonalen Schwankungen der kontinentalen Wasserspeicherung und hält das Niederschlagswasser nicht genügend lange auf den Kontinenten zurück“, fasst Petra Döll vom Institut für Physische Geographie der Goethe-Universität das Ergebnis zusammen. „Es wird also mehr Wasser gespeichert als das Modell in der Simulation vorhersagt.“

WaterGAP berechnet für jeden Tag und mit einer räumlichen Auflösung von circa 50 Kilometern verschiedenste Wasserflüsse wie Verdunstung, Grundwasserneubildung und den Durchfluss in Flüssen, ebenso wie die Wassermenge, die im Boden, im Grundwasser, in Oberflächengewässern und als Schnee gespeichert ist. Dabei werden auch Wasserentnahmen für Trinkwasserversorgung, Industrie und Landwirtschaft berücksichtigt. In die Modellberechnungen gehen eine Vielzahl von Daten ein: Klimadaten, Vegetations- und Bodendaten, sozioökonomische Daten und viele mehr.

Aufgrund der ungenauen Eingangsdaten und der Vereinfachungen, die bei einer Modellierung auf globaler Skala notwendig sind, sind die Ergebnisse unsicher. Um das Modell zu justieren und seine Güte zu überprüfen, wurden bisher die Durchflussdaten von Flüssen verwendet, aber leider existieren solche Daten nicht für alle wichtigen Flüsse. Außerdem muss ein Modell auch die Dynamik der gespeicherten Wassermengen gut abbilden können, um beispielsweise Wasserentnahmen durch den Menschen detektieren zu können.

Deshalb entschloss sich Petra Döll, den Einfluss der Wassermassen auf die Deformation der Erdkruste und das Schwerefeld der Erde zur Überprüfung des Modells zu verwenden. Zeitliche schwankende Wassermassen deformieren die Erdkruste, was dazu führt, dass die Lage von fest installierten GPS-Antennen im Millimeter-Bereich variiert. Gleichzeitig führen schwankende Wassermassen auch zu starken Variationen des Schwerefelds der Erde. Diese werden mithilfe der GRACE-Satelliten abgeschätzt.

Gemeinsam mit dem Dresdner Geodäten Dr. Mathias Fritsche, der auf die Auswertung von GPS-Beobachtungen spezialisiert ist, und mit der Bonner Geodätin Dr. Annette Eicker, die sich mit der Berechnung des Schwerefelds befasst, überprüfte Prof. Petra Döll die von WaterGAP berechnete Dynamik der kontinentalen Wasserspeicherung und konnte so die Schwachstellen des Modells identifizieren.

In der Studie wurden die gemessenen Lageänderungen von circa 200 weltweit verteilten GPS-Antennen mit den Lageänderungen verglichen, die laut Berechnungen von WaterGAP aufgrund Variationen der Wassermassen auftreten sollten. Außerdem setzten die Forscher die saisonalen Schwankungen des kontinentalen Anteils der GRACE-Schwerefelder zu den WaterGAP-Ergebnissen ins Verhältnis. Das Ergebnis: WaterGAP unterschätzt die saisonalen Schwankungen der kontinentalen Wasserspeicherung und wird deshalb in Zukunft modifiziert werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die saisonalen Schwankungen des Schwerefelds der Erde nicht verwendet werden können, um Wasserentnahmen durch den Menschen zu entdecken. Dazu gibt es zu wenige feste GPS-Antennen, und die Genauigkeit und räumliche Auflösung des GRACE-Schwerefelds ist zu gering. „Nur wenn Wasserentnahmen zu einer Grundwasserzehrung führen, das heißt, die entnommenen Wassermengen größer sind als der Zufluss von Wasser, können die GRACE-Satellitenmessungen die Abschätzung von Wasserentnahmen unterstützen“, erläutert Prof. Döll. Diese Möglichkeit wurde in einer noch nicht veröffentlichten Folgestudie genutzt.

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Schwerpunktprogramm "Massentransporte und Massenverteilungen im System Erde" gefördert.

Publikation: Döll, P., Fritsche, M., Eicker, A., Müller Schmied, H. (2014): Seasonal water storage variations as impacted by water abstractions: Comparing the output of a global hydrological model with GRACE and GPS observations. Surv Geophys. DOI 10.1007/s10712-014-9282-2

Online-Publikation: http://link.springer.com/article/10.1007/s10712-014-9282-2

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Die Karte zeigt, wo das Simulationsprogramm WaterGAP verbessert werden muss. Rote Punkte markieren feste GPS-Antennen, die anzeigen, wo Watergap die saisonale Wasserspeicherung unterschätzt. Rote Flächen zeigen an, wo das Programm die Wassermenge unterschätzt, wenn man sie mit dem vom GRACE-Satelliten gemessenen Schwerefeld der Erde vergleicht. In den abgedeckten Flächen ist das GRACE-Signal nicht aussagekräftig.

Informationen: Prof. Petra Döll, Institut für Physische Geographie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-40219, p.doell@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 14 2014
13:57

Editionsprojekt des Musikwissenschaftlichen Instituts wurde mit Preis ausgezeichnet.

Präsentation mit Konzert des Projekts OPERA

FRANKFURT. Am 20. März 2014 um 18.30 Uhr lädt das Editionsprojekt OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen – zu einer Präsentation mit Konzert ein. Anlass ist die Publikation des Bandes «  Prima la musica et poi le parole » (Giambattista Casti, Antonio Salieri), der jüngst mit dem Musikeditionspreis  Best Edition des Deutschen Musikverleger-Verbandes ausgezeichnet wurde. Das Projekt OPERA ist am Musikwissenschaftlichen Institut der Goethe-Universität angesiedelt und wird mit Mitteln der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, gefördert.

Neben Redebeiträgen von Prof. Dr. Thomas Betzwieser (Projektleiter OPERA) und Prof. Dr. Silke Leopold (Vorsitzende des Ausschusses für musikwissenschaftliche Editionen, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften) wird Elisabeth Scholl zusammen mit ihrem Ensemble L’arco cantabile Ausschnitte aus Castis und Salieris 1786 uraufgeführter Oper Prima la musica e poi le parole vorstellen.

Die Moderation des Konzertes liegt in den Händen von Dr. Andreas Münzmay.

Ort: Casino-Gebäude der Goethe-Universität Frankfurt a. M. (Campus Westend), Renate-von-Metzler-Saal (Raum 1.801), Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt a. M.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung wird erbeten unter: opera@uni-frankfurt.de.

Forschung

Mär 14 2014
12:44

Betroffene können an zwei Therapiestudien teilnehmen

Neue Angebote der Trauma-Ambulanz an der Goethe-Universität für Opfer von sexuellem Missbrauch und Gewalt

FRANKFURT. „Jugendliche und Erwachsene, die mit den traumatischen Folgen nach sexuellem Missbrauch und Gewalt in der Kindheit zu kämpfen haben, können sich an uns wenden“, so die Leiterin der Arbeitseinheit Psychotraumatologie an der Goethe-Universität, Dr. Regina Steil. Die Arbeitsgruppe aus Psychologen und Psychotherapeuten ist an zwei großen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studien zur Behandlung von Missbrauchs- und Gewaltopfern beteiligt. Für diese Studien werden noch Betroffene gesucht.

„Viele der Betroffenen entwickeln bereits in der Kindheit und Jugend oder später im Erwachsenenalter eine Posttraumatische Belastungsstörung: Sie leiden unter wiederkehrenden schmerzhaften Erinnerungen an die belastenden Ereignisse oder träumen immer wieder davon. Viele Betroffene leiden darüber hinaus unter starker Anspannung, Konzentrationsproblem und haben Schwierigkeiten, positive Gefühle wie Liebe und Glück zu empfinden“, weiß Steil aus ihrer Jahre langen Behandlung von Betroffenen. Von „sexuellem Missbrauch“ sprechen die Experten, erläutert Steil, „wenn der Täter gegenüber dem Opfer auf Grund seines Alters oder Einflusses in einer überlegenen Position ist und dieses zu sexuellen Handlungen drängt oder zwingt. Dies muss nicht immer gewaltsam sein. Die Täter sind häufig Verwandte, Freunde der Familie oder andere Jugendliche.“ Körperliche Misshandlungen liegen für die Psychologen dann vor, wenn Bezugspersonen körperliche Gewalt anwenden, die beim Opfer zu ernsthaften Verletzungen oder seelischen Schäden führt.

In einem der zwei Studien sollen nun Frauen behandelt werden, die vor dem 18. Lebensjahr körperliche und sexuelle Gewalt erlebt haben und gegenwärtig unter einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie starken Stimmungsschwankungen leiden. Im Rahmen dieses Projekts werden zwei Therapieformen miteinander verglichen: die Dialektisch Behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) und die Cognitive Processing Therapy (CPT). Bei der DBT-PTSD steht nach einer Stabilisierungsphase das Nacherleben der traumatischen Situation im Vordergrund, während die CPT sich hauptsächlich mit den Gedanken und Gefühlen, die in Folge des Traumas entstanden sind, auseinander setzt. 
Die Wirksamkeit beider Therapieverfahren ist gut belegt.

„Das Projekt bietet betroffenen Frauen die Möglichkeit, ohne die sonst üblichen langen Wartzeiten eine spezialisierte Behandlung bei eigens dafür geschulten Trauma-Therapeutinnen und Therapeuten zu bekommen“, erklärt Dr. Meike Müller-Engelmann, die dieses Projekt koordiniert. Insgesamt können in Frankfurt 60 Frauen behandelt werden. Die Therapien dauern ein Jahr und umfassen 45 Therapiesitzungen. Weitere Behandlungszentren sind in Mannheim und Berlin.

In einem zweiten Projekt werden Jugendliche und junge Erwachsene, die ebenfalls unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung in Folge von körperlichen oder sexuellen Gewalterfahrungen leiden, mit einem speziell an diese Altersgruppe angepassten Therapieprogramm behandelt, das sich bereits als sehr wirksam erwiesen hat (Matulis, Resick, Rosner, & Steil, 2013). „Diese Intervention konnte die Symptome der Jugendlichen deutlich reduzieren. Jetzt wollen wir verschiedene Wirkfaktoren genauer betrachten und suchen weitere Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die an der Studie teilnehmen“, erklärt Dr. Regina Steil.

Die Behandlung ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst nach einer ausführlichen Eingangsdiagnostik zwischen 30 und 36 Therapiesitzungen in einem Zeitraum von vier bis fünf Monaten. Die Therapie ist sehr kompakt und intensiv, da die Jugendlichen so am schnellsten eine Verbesserung der Symptome erzielen können. Nach einer anfänglichen Stabilisierung folgt eine fokussierte Traumabearbeitung.

Informationen: Ansprechpartnerin für das erste Projekt: Dipl.-Psych. Dr. Meike Müller-Engelmann Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Tel.: (069) 798-25365, traumatherapie@psych.uni-frankfurt.de

Ansprechpartnerinnen für das zweite Projekt: Dipl.-Psych. Anna Seiverth, Dipl.-Psych. Jana Gutermann, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Tel: (069) 798-23973/23989, a.seiverth@med.uni-frankfurt.de, gutermann@psych.uni-frankfurt.de

Ansprechpartnerin für Journalisten: Dipl.-Psych. Dr. Meike Müller-Engelmann , Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Tel.: (069) 798-25365, traumatherapie@psych.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 13 2014
11:30

Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Frankfurt

Der Kern der Dinge

FRANKFURT/BAD HONNEF. Die Fachverbände Hadronen und Kerne sowie der Fachverband Didaktik der Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) tagen in diesem Jahr erstmalig gemeinsam an der Goethe-Universität, die in 2014 ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
1914 mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern gegründet, fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. 2008  gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Das exzellente wissenschaftliche Programm der DPG-Frühjahrstagung präsentiert aktuelle Ergebnisse der Forschung. Die Themen im Bereich Hadronen und Kerne reichen von Hadronenstruktur und -spektroskopie über Quark-Gluon-Plasma und nukleare Astrophysik bis hin zu Anwendungen kernphysikalischer Methoden. Die Themenschwerpunkte im Bereich der Didaktik der Physik sind ebenfalls breit gefächert: über alle Altersstufen, von Physik in der Grundschule bis zur Hochschuldidaktik, von Konzepten der Lehr- und Lernforschung bis zu neuen Praktikumsversuchen.

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung ist der Vortrag von Michael Kobel (TU Dresden), dem diesjährigen Träger des Georg-Kerschensteiner-Preises der DPG. Kobel erhält den Preis für seine Beiträge zur Didaktik und Schulphysik, insbesondere für die Programme „Netzwerk Teilchenwelt“ und die „International Masterclasses“. Damit kommen neben Fachwissenschaftlern auch interessierte Lehrerinnen und Lehrer bei dieser Tagung nicht zu kurz.

Am Dienstagabend, den 18. März 2014, 20:00 Uhr, sind alle Interessierten zum öffentlichen Abendvortrag im Audimax HZ1 und HZ2, im Hörsaalzentrum auf dem Westend-Campus, herzlich eingeladen. Dr. Wilfried Paus, Managing Director Deutsche Bank, referiert über „Naturwissenschaftliche Methoden zur Steuerung von Banken“. Der Eintritt ist frei.

Hinweis für die Redaktionen: Bei vorheriger Akkreditierung unter presse@dpg-physik.de ist Teilnahme an der Tagung für Journalisten kostenfrei. Alle Informationen zu den Tagungen kompakt unter www.dpg-physik.de/presse/veranstaltungen/tagungen/index.html

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Achim Denig
Institut für Kernphysik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel 06131 3925830
E-Mail denig@kph.uni-mainz.de
http://frankfurt14.dpg-tagungen.de/kontakt/fv.html

Dr. Dirk Frank
Marketing und Kommunikation, Goethe-Universität
Tel 069 798 13753
E-Mail frank@pvw.uni-frankfurt.de
http://www.muk.uni-frankfurt.de/muk

Forschung

Mär 13 2014
10:17

Internationales Wissenschaftlerteam findet erste direkte Beweise für riesige Wassermengen in über 520km Tiefe

Jules Vernes Vision bestätigt: Es gibt Wasser im Erdinneren

FRANKFURT / EDMONTON. Jules Vernes Vision von großen Wassermengen im Erdinneren  konnte jetzt bestätigt werden. Die gemessenen Wassergehalte seien selbst für die optimistischsten Forscher überwältigend gewesen, berichten Frank Brenker von der Goethe-Universität und seine kanadischen Kollegen in der aktuellen Ausgabe von Nature. Ihren Berechnungen zufolge gibt es dort zumindest lokal bis zu ein Gewichtsprozent Wasser. Würde die gesamte Zone einen ähnlichen Wert aufweisen würde dort fast die sechsfache der Wassermenge der heutigen Ozeane verborgen liegen.

Schon länger vermuten Forscher, dass Wasser durch die Bewegung der Kontinentalplatten ins Erdinnere gelangt. Denn dabei schiebt sich der Ozeanboden entlang von Tiefseegräben in die Tiefe. Unklar war bisher, ob das Wasser aus diesen vollgesaugten Schichten aufgrund der hohen Drücke und Temperaturen im Inneren der Erde wieder herausgedrückt wird wie bei einem Schwamm. Von den Mineralen und Gesteinen des Erdmantels, der einen Großteil der Erde ausmacht, ist bekannt, dass sie meist nur sehr kleine Gehalte an Wasser zurückhalten können. Lediglich in einer relativ dünnen Schicht zwischen etwa 410 und 670 Kilometern Tiefe, die den Oberen vom Unteren Erdmantel trennt, könnten riesige Wassermengen gespeichert werden, denn dort ändert sich die Struktur der Minerale.

 „Es ist leichter, Untersuchungen an den entferntesten Punkten unseres Sonnensystems durchzuführen als direkt unter unseren Füßen. Mit Tiefbohrungen stoßen wir technisch bereits in etwas mehr als 10 Kilometern an unsere Grenzen“, erläutert Prof. Frank Brenker vom Institut für Geowissenschaften.  Da eine direkte Beprobung unmöglich ist, sind die Wissenschaftler darauf angewiesen, dass die Natur selbst Material an die Oberfläche fördert und dies möglichst schnell und ohne Austausch mit den umliegenden Gesteinsschichten.

Obwohl dies geradezu utopisch erscheint, entdeckte man vor einigen Jahrzehnten, dass es tatsächlich zu einem solchen Probentransport in der Erde kommt. Eine spezielle, hochexplosive Vulkanart, so genannte Kimberlite, können Material aus hunderten von Kilometern in nur wenigen Stunden an die Erdoberfläche fördern. Die letzten Kilometer überwinden die Magmen sogar mit Schallgeschwindigkeit. Bei ihrem Wachstum in großen Tiefen schließen sie manchmal umliegendes Probenmaterial ein. Mit Diamanten als „Transportcontainern“ bekommen die Wissenschaftler einzigartige Mineral- und manchmal auch Gesteinsfragmente für ihre Untersuchungen.

Der bisher einzigartige Fund eines Minerals mit dem schönen Namen Ringwoodit brachte die gewünschte Information an die Erdoberfläche. Dieses Mineral bildet sich erst bei einem Umgebungsdruck, der einer Tiefe von mindestens 520 Kilometern entspricht. Es ist das häufigste Mineral in dieser Tiefe und wird als einer der beiden wichtigsten Wasserspeicher gehandelt.

Nach einem weltweiten Untersuchungsmarathon an der Ringwoodit-Probe fand Brenker zusammen mit Kollegen der University of Alberta in Edmonton, Kanada, nun die Bestätigung. „Nun können wir endlich mit absoluter Gewissheit schließen, dass die Gesteinsschichten der tiefen Erde, zumindest lokal, sehr hohe Wassermengen gespeichert haben“, sagt er. Damit ist erneut eine Vision, die einst Jules Verne niederschrieb, Realität geworden. Auch wenn es sich dabei nicht um einen schiffbaren Ozean handelt.

Publikation: D.G. Pearson, F.E. Brenker et. Al.: A hydrous mantle transition zone indicated by ringwoodite included within diamond, in Nature. http://dx.doi.org/10.1038/nature13080

Bilder zum download finden Sie: hier.

Bildtexte:

Photo: Brasilianischer Diamant mit wasserhaltigen Mineraleinschlüssen, die den Wissenschaftlern Einblicke in für uns unerreichbare Tiefen gewähren.

Grafik: Schematischer Schnitt durch einen Teil der Erde, der die Bildungsregion von Ringwoodit verdeutlicht. Dieses Mineral hat in diesen Teil der Übergangszone einen Anteil von etwa 60 Vol%.  Der Diamant, der den wasserhaltigen Ringwoodit-Einschluss enthält der von Pearson, Brenker et al., (Nature, 2014) gefunden wurde stammt aus einer Region etwa 500 km unter der Erdoberfläche, in der zumindest lokal riesige Wassermengen über das Versenken ozeanischer Lithosphäre gespeichert wurden. Kimberlit-Vulkanismus in einem alten Kontinentbereich in Brasilien brachte den Diamant (JuC29) an die Erdoberfläche.

Credit: Kathy Mather

Informationen: Prof. Frank Brenker,  Dr. Sylvia Schmitz, Institut für Geowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de, und (069) 798-40132, schmitz@em.uni-frankfurt.de