​​​​Pressemitteilungen ​

Forschung

Feb 12 2015
11:50

Frankfurter Intensivmediziner Kai Zacharowski arbeitet an gemeinsamem Curriculum für Europa

Grenzübergreifende Intensivmedizin

FRANKFURT. Wer im Urlaub schwer erkrankt oder einen Unfall hat, möchte genauso gut behandelt werden wie zu Hause in Deutschland. Eine gute Ausbildung der Ärzte kann gerade in der Intensivmedizin lebenswichtig für den Patienten sein. Um europaweit einheitliche Standards für die Intensivmedizin bemüht sich eine Kommission bei der Europäischen Union unter Leitung von Prof. Kai Zacharowski, dem Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der Goethe-Universität. Diese Kommission mit dem etwas sperrigen Namen Multiple Joint Committee Intensive Care Medicine (MJC ICM) hat Rahmenrichtlinien formuliert, die die Mitgliedsstaaten nun ratifizieren sollen. Dabei wird es wohl nicht ohne Kompromisse abgehen.

„In Vielfalt geeint“ – das Motto der Europäischen Union verweist auf die Vorteile der unterschiedlichen Kulturen auf unserem Subkontinent. Im Bereich der Medizin kann diese Vielfalt auch zum Nachteil des Patienten werden. Besonders uneinheitlich sind die Regelungen im Bereich der Intensivmedizin. Absolvieren Mediziner hierzulande zunächst ihre Facharztausbildung, bevor sie zum Intensivmediziner weitergebildet werden können, ist die Intensivmedizin beispielsweise in Spanien eine Facharztausbildung direkt im Anschluss an das Studium. Kein Wunder, dass ein Wechsel innerhalb Europas für Intensivmediziner unter Umständen schwierig ist.

„Junge Ärzte wollen sich nicht für ihr ganzes Berufsleben auf den Bereich Intensivmedizin festlegen“, begründet Kai Zacharowski die Organisation der Ausbildung in Deutschland. Schichtdienste und die hohe psychische Belastung legten nahe, dass man sich nicht zu früh auf die Intensivmedizin festlegen solle, so der Professor, der Deutschland auch in der Union Européenne des Médicins Spécialistes (UEmS) vertritt. Hierzulande sei undenkbar, die Ausbildungszeit von insgesamt sieben Jahren zu verkürzen: „Nach drei Jahren können wir einen jungen Kollegen noch nicht eigenständig arbeiten lassen.“ Letztlich bleibe die Dauer der Ausbildung aber Sache der einzelnen Staaten. Bei den Inhalten jedoch sollte es einheitliche Standards geben. Richtlinien für die medizinischen Berufe sind national festgelegt, bei den Gesundheitsministerien oder – wie im Falle Deutschlands – bei Standesorganisationen wie der Bundesärztekammer. Für Fächer wie die Herzchirurgie, die Anästhesie oder die Neurochirurgie gibt es bereits verbindliche europaweite Rahmenbedingungen. Nun solle es auch für die Intensivmedizin einen neuen europäischen Rahmen geben, der in Abstimmung der nationalen Standesorganisationen erarbeitet wurde.

„Die Intensivmedizin hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert“, sagt Zacharowski: „Heute können wir Menschen zurückholen, die vor zehn Jahren auf jeden Fall gestorben wären.“ Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für die Intensivmedizin und -pflege. Ein Mediziner auf der Intensivstation muss das ganze Spektrum souverän beherrschen, das bei der Arbeit mit kritisch kranken Menschen gebraucht wird: das Ersetzen von Organfunktionen, die Dialyse, die Beatmung, das Erkennen und Behandeln von Blutvergiftungen, den richtigen Einsatz von Antibiotika, das Management von Bluttransfusionen – und nicht zuletzt den Umgang mit Angehörigen.

Das gemeinsam erarbeitete Papier hat Zacharowski Ende 2014 der Europäischen Kommission vorgestellt. Nun müssen die verschiedenen nationalen Instanzen darüber befinden. Zacharowski rechnet mit einem Abschluss bis Ende 2015, bis dahin wird er aber noch so manches Gespräch führen müssen. Einzelne Länder wie Großbritannien hätten bereits grünes Licht signalisiert, berichtet Zacharowski. Dennoch müsse man sich auf Kompromisse einstellen, denn eine umfangreichere Ausbildung bedeute auch höhere Kosten. Fest stehe jedoch: Wenn Europa näher zusammenrücken soll, ist ein einheitliches Training unverzichtbar.

Information: Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, Direktion.Anaesthesie@kgu.de

Forschung

Feb 10 2015
16:17

Deutsch-Amerikanisches Forscherteam findet im Mausmodell neurophysiologische Erklärung für kognitive und emotionale Symptome

Schizophrenie: Aktivität der Dopamin-Neuronen gestört

FRANKFURT. Schizophrenie ist nicht nur mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen verbunden, sondern auch mit kognitiven Defiziten und Störungen des emotionalen Antriebs. Die Ursache dafür ist bisher nicht gut genug verstanden, um eine medikamentöse Therapie zu entwickeln. In der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam unter Beteiligung der Goethe-Universität, dass im Mausmodell diejenigen Dopamin Neuronen, die für emotionale und kognitive Verarbeitung relevant sind, eine veränderte Aktivität aufweisen.

Schizophrenie ist eine schwere und unheilbare psychiatrische Erkrankung, die etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Während die damit verbundenen akuten Psychosen seit einigen Jahrzehnten erfolgreich mit Psychopharmaka (Neuroleptika) behandelt werden, können  kognitive Defizite und Störungen des emotionalen Antriebs derzeit in nur sehr geringem Umfang gelindert werden. Dies ist ein besonders großes Problem, da die langfristige Prognose eines Patienten vor allem durch diese Negativsymtomatik bestimmt wird. So hat sich in den letzten Jahrzehnten neben der reduzierten Lebensqualität auch die im Mittel um 25 Jahre eingeschränkte Lebensdauer bei Schizophrenie-Patienten kaum verändert.

„Um neue Therapiestrategien zu entwickeln, brauchen wir ein verbessertes neurobiologisches Verständnis der Negativsymptomatik der Schizophrenie“ erklärt Prof. Roeper vom Institut für Physiologie II der Goethe-Universität. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung machten vor einigen Jahren seine amerikanischen Kollegen Prof. Eleanor Simpson und Prof. Eric Kandel an der Columbia University in New York: Sie konnten durch genetische Veränderungen in Mäusen typische Anzeichen von kognitiven und emotionalen Negativsymptomen hervorrufen, die auch bei Schizophrenie-Patienten auftreten. Mit diesem genetisch reversiblen Schizophrenie-Modell konnten die Forscher für Schizophrenie typische Störungen zum Beispiel im Arbeitsgedächtnis der Tiere nachweisen sowie entsprechende neurochemische Veränderungen im Dopaminhaushalt des präfrontalen Cortex im Gehirn. Die zu Grunde liegenden neurophysiologischen Störungen von Dopamin Neuronen blieben allerdings ungeklärt.

Gemeinsam haben nun Prof. Eleanor Simpson und Prof. Jochen Roeper in Zusammenarbeit mit der Mathematikerin Prof. Gaby Schneider von der Goethe Universität und der Physiologin Prof. Birgit Liss von der Universität Ulm nach den neurophysiologischen Störungen gesucht. Mit Einzelzellableitungen von dopaminergen Neuronen im intakten Gehirn der Mäuse konnten sie zeigen, dass die für emotionale und kognitive Verarbeitung zuständigen dopaminergen Neuronen in ihrer elektrischen Aktivität veränderte Muster und Frequenzen aufweisen. Dagegen waren benachbarte Dopamin Neuronen, die vor allem für motorische Aktivität relevant sind, bei nicht betroffen.

Die Forscher konnten zusätzlich zeigen, dass – analog zu den anhaltenden kognitiven Leistungsschwächen – die veränderten pathologischen Entladungsmuster auch anhalten, wenn man die Schizophrenie auslösenden Gene in erwachsenen Mäusen abschaltet. „Das deutet darauf hin, dass es bei der Schizophrenie eine typische frühe kritische Phase während der Krankheitsentwicklung gibt“, so Roeper. Zurzeit untersuchen er und seine Kollegen, wie die neuronale Aktivität von Dopamin-Neuronen sich während der Arbeitsgedächtnis-Aufgaben verändert. „Unsere Arbeiten zeigen nun auch auf zellulärer Ebene, welche Störungen bei dem für die Schizophrenie so zentralen Dopamin-System vorliegen“, fasst Jochen Roeper die Bedeutung der Forschungsarbeit zusammen.

Publikation: Krabbe et al.: Increased dopamine D2 receptor activity in the striatum alters the firing pattern of dopamine neurons in the ventral tegmental area, in PNAS 9.2.2015, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1500450112

Informationen: Prof. Jochen Roeper, Institut für Neurophysiologie, Campus Niederrad, Tel.: (069)6301-84091, roeper@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 10 2015
16:15

Deutscher Wetterdienst fördert neue Professur an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro

Wettervorhersagen: Vorgänge in der atmosphärischen Grenzschicht besser verstehen

FRANKFURT. Gewitter, Wind, Nebel, extreme Regenfälle – alle diese Wettereignisse brauen sich auch in der bodennahen Luftschicht der Erdatmosphäre zusammen. Die Prozesse in dieser Schicht sind mit meteorologischen Modellen immer noch schwer zu erfassen. Um die Vorhersagen zu verbessern, fördert der Deutsche Wetterdienst in den kommenden vier Jahren eine neue Professur für Grenzschichtmeteorologie an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro.

Die bis zu tausend Meter dicke atmosphärische Grenzschicht kann so hoch werden wie der große Feldberg im Taunus. Hier findet der Feuchtigkeitsaustausch zwischen Boden und Luft statt, wird Wolkenbildung ausgelöst, die wiederum die Sonneneinstrahlung beeinflusst. Die verbesserte Beschreibung der Grenzschicht in der numerischen Wettervorhersage, insbesondere in den entsprechenden Modellen des Deutschen Wetterdienstes, verspricht eine zuverlässigere Vorhersage von extremen Wetterereignissen wie starkem Regen. Ebenso könnte sie exaktere Vorhersagen zu bodennahem Wind und zur Sonneneinstrahlung für die Windparks und Solaranlagen liefern.

„Eine exakte Wettervorhersage ist ohne eine gute Beschreibung der atmosphärischen Grenzschicht nicht möglich“, erklärt Prof. Ulrich Achatz vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität. Schwierig zu beschreiben ist sie insbesondere in der Nacht. Tagsüber wird der Erdboden durch die solare Einstrahlung erwärmt. Der dadurch bedingte Temperaturabfall vom Boden bis in größere atmosphärische Höhen begünstigt die Ausbildung vergleichsweise gut beschreibbarer Turbulenzen. In der Nacht sinken die Temperaturen in Bodennähe; die Grenzschicht stabilisiert sich, und erfährt eine komplexe Wechselwirkung zwischen Turbulenz und atmosphärischen Wellen. Diese wird in den derzeit verwendeten Wettervorhersage-Programmen nur unzureichend berücksichtigt.

Gefördert werden die Professur sowie die Stellen eines Post-Doktoranden und zweier Doktoranden vom Hans Ertel Zentrum des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das für die Dauer der Förderung auch einen eigenen Mitarbeiter zur Arbeit an der Universität abstellt. Mit diesem Programm, das 2015 in die zweite Förderphase geht, etabliert der DWD Forschungskooperationen mit deutschen Universitäten zu Themen, die für seine Arbeit relevant sind. An der Goethe-Universität wird das neue Forschungsfeld der Grenzschichtmeteorologie in die Lehre für den Bachelor- und Masterstudiengang Meteorologie integriert.

Informationen: Prof. Ulrich Achatz, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Tel.: (069) 798- 40243, achatz@iau.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 9 2015
16:12

Ein Projekt von Kunststudierenden der Goethe-Universität

Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt zu fiktiver Versteigerung ein

FRANKFURT. Das von Kunststudierenden gegründete Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt am Donnerstag, den 12. Februar 2015, zu einer fiktiven Versteigerung ein. Gemälde, Skulpturen sowie Fotografien der klassischen Moderne und Gegenwartskunst  kommen an dem Abend unter den Hammer. Auch einige Frankfurter Künstler werden anwesend sein und vor Ort einzelne ihrer Werke ausstellen: Willi Bucher, Michelle Concepción, Alina Darmstadt, Marilena Faraci, Johannes Kriesche, Sarit Lichtenstein, Ulrike von der Osten, José Osto, Wiebke Struck, Karl H. Thiel und Dan Zhu. Es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Arbeiten direkt vom Künstler zu erwerben.

Die fiktive Kunstauktion ist der Abschluss eines Projekts von Kunststudierenden, die an Dr. Benno Lehmanns Seminar „Einführung in den Kunstmarkt. Internationale und nationale Auktionshäuser als Intermediäre am Kunstmarkt“ teilgenommen haben. Nach der Gründung des fiktiven Auktionshauses ARTemis GmbH zu Beginn des Seminars bereiteten sich die Studierenden anschließend intensiv auf die Auktion vor. Neben betriebswirtschaftlichen Überlegungen und der Planung einer Marketing- und PR-Kampagne, mussten sie ebenso zahlreiche juristische und finanzielle Fragen klären. Hinzu kam die Frage, wie sich angemessene Preise für Kunstgegenstände finden lassen. Auf Grundlage dieser wurde ein Bestandskatalog der zu ersteigernden Werke und deren Preiseinschätzungen erstellt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Jeder, der möchte, kann mitbieten. Medienvertreter sind ebenfalls sehr willkommen.

Fiktive Kunstauktion des Auktionshauses ARTemis GmbH, Festsaal über dem Café Koz, Mertonstraße 26 (Campus Bockenheim), Beginn der Versteigerung: 19:00 Uhr (Vorbesichtigung der Kunstwerke ab 18 Uhr)

Kontakt: Dr. Benno Lehmann, Kunstgeschichtliches Institut, Tel. (069) 798-28336, antikos@online.de

 

Forschung

Feb 9 2015
11:27

Aventis Foundation überträgt Rolf Sammet-Fonds an die Goethe-Universität

Eine Million Euro für Stiftungsprofessur in den Naturwissenschaften

FRANKFURT. Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, hat im Laufe ihres fast 30-jährigen Bestehens herausragende Forscher der Natur- und Lebenswissenschaften an die Goethe-Universität geführt. Seit Januar betreibt die Universität die Gastprofessur in Eigenregie und wird künftig mit einem eigenen Fondskuratorium über die jährliche Vergabe entscheiden. Die Aventis Foundation  hat dafür den neuen Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit  einer Million Euro ausgestattet.

Mit der Übertragung möchte die Aventis Foundation eine weiterhin hochrangig besetzte, jährliche Rolf Sammet-Gastprofessur an der Hochschule dauerhaft sichern. Durch diese Zustiftung stärkt die Aventis Foundation gleichzeitig die Mittel der Stiftungsuniversität, die 2014 ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte.

Stiftungszweck ist die Weiterführung der Rolf Sammet-Gastprofessur: Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen. Neben Vorlesungen, Seminar- und Laborbesuchen gehören dabei auch öffentliche Vorträge zum Programm.

Die ursprüngliche Rolf Sammet-Stiftungsgastprofessur, eine der ältesten an der Goethe-Universität, wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Fünf der insgesamt 35 Gastwissenschaftler waren bereits Nobelpreisträger, als sie die Einladung annahmen, fünf weiteren wurde der Nobelpreis in den folgenden Monaten oder Jahren zuerkannt.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Informationen: Prof. Michael Karas, Dekan Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29211, dekanatfb14@uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 6 2015
14:57

Ausstellung im Fenster zur Stadt zeigt Bilder der Künstlerin Kristina Andres zu Daphne du Mauriers Roman „Ein Tropfen Zeit“

Thriller in Öl

FRANKFURT. Die britische Schriftstellerin Daphne du Maurier wurde vor allem mit ihren von Alfred Hitchcock verfilmten Thrillern „Die Vögel“ und „Rebecca“ bekannt. „Ein Tropfen Zeit“ stand lange Zeit etwas im Schatten dieser Bestseller, ist aber ein ebenso lesenswerter Roman über eine Droge, die dem Helden des Buches faszinierende Zeitreisen ermöglicht. Nun ist eine aufwändig illustrierte Version des Romans bei der Büchergilde Gutenberg erschienen. 24 Bilder hat die Künstlerin Kristina Andres dafür geschaffen. Drucke und Originale sind in einer Ausstellung der Reihe „Buchgestalten“ im Fenster zur Stadt zu sehen, die Wolfgang Schopf vom Universitätsarchiv der Goethe-Universität/Fachbereich Neuere Philologien kuratiert hat. Die Ausstellungsreihe „Buchgestalten“ hat die Büchergilde Gutenberg anlässlich ihres 90. Geburtstages ins Leben gerufen.

Ausstellung: „Daphne du Maurier – Ein Thriller in Öl“
10.- 27.02. 2015, Fenster zur Stadt (Restaurant Margarete), Braubachstr. 18-22. Interessierte sind herzlich zur Ausstellungseröffnung am 10. Februar um 19.30 Uhr  eingeladen. Kristina Andres wird an dem Abend anwesend sein und auch signieren.

Veranstaltungen

Feb 6 2015
13:54

250 Studierende und Schüler erproben sich bei der Konferenz MainMUN an der Goethe-Universität in internationaler Politik

In die Rolle von Diplomaten schlüpfen

FRANKFURT. Einmal in die Rolle internationaler Diplomaten schlüpfen: Das ermöglicht Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern in dieser Woche wieder die vom Fachbereich Gesellschaftwissenschaften organisierte Model United Nations Conference („MainMUN“) im Casino der Goethe-Universität. Die Nachwuchsdiplomaten kommen aus vielen Teilen Europas, um ihre Fähigkeiten zur Bewältigung aktueller internationaler Problemstellungen zu trainieren.

Die Themen lesen sich wie eine Zusammenfassung des aktuellen globalen Krisengeschehens: Epidemiebekämpfung und Friedenssicherung über Menschenrechtsfragen und ein Grundrecht auf Wasser bis hin zur Privatisierung des Militärs. Diskutiert wird auch mit prominenten Sparringspartnern: So trat der amerikanische Generalkonsul Kevin C. Milas als Keynote-Speaker auf. Seine Rede während der Eröffnungszeremonie der Konferenz stützte sich auf brandaktuelle Themen der US-Außenpolitik und den jüngsten Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten. Er ermutigte alle Teilnehmenden sich aktiv politisch zu engagieren, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass manche Situationen ausweglos erschienen. Es gebe aber immer mehr Handlungsoptionen als auf den ersten Blick erkennbar wäre.

Sein Auftritt war für die angehenden Jung-Diplomaten ein rundum gelungener Beitrag. Und genau das ist das Ziel dieser Konferenz: Prozesse der internationalen Diplomatie und Krisenbewältigung so realitätsnah wie möglich zu erfahren. Über 250 Teilnehmer liefern sich in vier Gremien ein Wortgefecht der etwas anderen Art und vertreten dabei Staaten aus allen Teilen der Welt.

Das „MainMUN“-Projekt findet in diesem Jahr zum elften Mal statt und wird wieder von Vizepräsidentin Tanja Brühl, Professorin für Politikwissenschaft unterstützt. Seit Sommer 2014 hat ein Vorbereitungsteam, bestehend aus Studierenden verschiedener Fachbereiche der GU unter der Leitung der studentischen Generalsekretäre Laura Emmerich und Johannes Sauerland, die Konferenz organisiert. Das Credo “Von Studenten für Studenten” liegt allen ganz besonders am Herzen.

Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen. Neben gemeinsamen Bar-Abenden und Stadterkundungen ist auch dieses Jahr der traditionelle Delegates-Dance der Höhepunkt der Konferenz.

Die Schirmherrschaft des etwas anderen Politik-Projektes hat die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) inne. Zusätzlich wird “MainMUN” vom hessischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) unterstützt.

Kontakt: Prof. Dr. Tanja Brühl: bruehl@soz.uni-frankfurt.de, Website: www.mainmun.de, Facebook: www.facebook.com/mainmunfrankfurt

Forschung

Feb 4 2015
13:57

Lichtscheiben-Mikroskopie ist Methode des Jahres

Embryonen beim Wachsen zusehen

FRANKFURT. Die Fachzeitschrift „Nature Methods“ hat die von dem Frankfurter Physiker Ernst Stelzer entwickelte Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskopie zur Methode des Jahres 2014 gewählt. Damit kann man über viele Tage hinweg dreidimensionale Filme von Zellen in den Wurzeln lebender Pflanzen oder in den Eiern heranwachsender Insekten- oder Fisch-Embryonen aufnehmen, ohne sie zu schädigen.

Die Lichtscheiben- beziehungsweise Lichtblatt-Fluoreszenzmikroskopie (LSFM) ist eine extreme Weiterentwicklung der konfokalen Fluoreszenzmikroskopie. In beiden Verfahren werden fluoreszierende Moleküle, die zum Teil von den Objekten selbst erzeugt werden, zum Leuchten angeregt. Das Problem aller Lichtmikroskope ist, dass Beleuchtung bereits einen Einfluss auf den Stoffwechsel hat. In vielen Zellen werden nämlich die an biochemischen Prozessen beteiligten Moleküle durch Licht geschädigt. Dies wird unter dem Begriff Fototoxizität zusammengefasst. Um die räumliche und zeitliche Verteilung von bestimmten Proteinen (Eiweißen) zu erkennen, verwendet man bei der  Fluoreszenzmikroskopie außerdem leuchtfähige Farbstoffe. Leider sind sie nicht lichtecht. Sie verbrauchen sich beziehungsweise bleichen aus, wenn sie angeregt werden.

Beide Probleme treten vor allem dann auf, wenn man dreidimensionale Bilder mit der herkömmlichen konfokalen Lichtmikroskopie aufnehmen will. „Dazu muss man den Fokus des Mikroskops von der Oberfläche bis in die tiefste Schicht des Objekts Ebene für Ebene führen. Dabei werden zwangsläufig jedes Mal alle Schichten beleuchtet, auch wenn sie gar nicht beobachtet werden“, erklärt Stelzer, der seit 2002 an der Entwicklung der LSFM arbeitet. Er ist Professor am Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe der Goethe-Universität.

Ernst Stelzer hatte die Idee, nur jeweils eine Ebene des Objekts, das Objekt also scheibenweise, von der Seite zu beleuchten. Die Kamera, mit der das von den Fluoreszenzfarbstoffen ausgesandte Licht aufgenommen wird, ist senkrecht zu dieser Ebene angeordnet. Der Vorteil: Es wird nur noch diese eine Schicht, die auch beobachtet wird, beleuchtet. Da die ober- und unterhalb liegenden Nachbarschichten nicht beleuchtet werden, werden hier weder die für die Vitalität des Tieres oder der Pflanze wichtigen organischen Moleküle noch die Fluoreszenzfarbstoffe belastet. „Bei einem Zebrafisch-Embryo lässt sich beispielsweise die benötigte Strahlung um zwei bis vier Größenordnungen verringern“, rechnet Stelzer vor. So lässt sich das Wachstum vieler Modell-Embryonen über 50 bis 150 Stunden verfolgen. Da man auch keine Signale von Schichten, die außerhalb des Fokus liegen, erhält, verbessert sich die Qualität der Bilder so erheblich, dass sich dreidimensionale Bildstapel aufzeichnen lassen. LSFM werden also verwendet, um dreidimensionale Prozesse als Funktion der Zeit, also 3D-Filme, zu erzeugen.

Anwendung findet LSFM bereits in den Neurowissenschaften, der Zellbiologie, der Pflanzenbiologie und der Entwicklungsbiologie. Die Methode erlaubt es erstmals auch, vergleichsweise große, aus vielen Zellen bestehende Organismen unter natürlichen (physiologischen) Bedingungen zu beobachten. Sie werden nicht nur unter Bedingungen gehalten, die denen ihres ursprünglichen Lebensraums entsprechen, sie überleben die Beobachtung auch ohne erkennbare Schäden und haben trotz der Beobachtung in einem Mikroskop Nachkommen, die selbst fruchtbar sind. „Das Lichtscheiben-Mikroskop hat bereits begonnen, die Zell-, Pflanzen- und Entwicklungsbiologie zu revolutionieren und wird mit der Zeit weitere Wissenschafts- und Anwendungsfelder beeinflussen“, urteilt Stelzer. Inzwischen werden mehr als 100 dieser Mikroskope in weltweit über 100 Forschergruppen verwendet.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/53984498

Bildtext: In einem Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskop wird die biologische Probe in einer Ebene von der Seite beleuchtet und senkrecht dazu beobachtet. Die dreidimensionale Ausdehnung des biologischen Objekts bleibt beim Einbringen in das Mikroskop und während der Aufnahmen erhalten. Die drei Bilder zeigen eine Ebene in der Mitte eines etwa 0.5 Millimeter großen Zellklumpens in unterschiedlichen Vergrößerungen. Der sphärische Zellhaufen besteht aus etwa 25.000 Brustgewebezellen. Deutlich zu erkennen sind Zellkerne (rot) und Aktinstrukturen (grün). Der Differenzierungsgrad der Zellen ändert sich mit ihrem Abstand von der Grenzfläche.

Daten und Bilder von Christian Mattheyer, Daniel von Wangenheim und Francesco Pampaloni.

Informationen: Prof. Ernst Stelzer, Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de.

www.physikalischebiologie.de

Forschung

Feb 4 2015
13:50

Große Bauten für die ländliche Großfamilie, kleine Bauten für das städtische Pärchen

In der Stadt bauen Kaninchen dichter

FRANKFURT. Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) erreichen nicht nur hohe Populationsdichten in der Stadt, sie bauen dort auch dichter und kleiner. Das haben Forscher der Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution der Goethe-Universität in ihrer Studie zu Wildkaninchenpopulationen in und um Frankfurt am Main herausgefunden. Wie sie in der online Vorabversion des „Journal of Zoology“ berichten, überwiegen in der Frankfurter Innenstadt kleine Bauten mit wenigen Ein- und Ausgängen. Darin leben nur wenige Tiere – oft sogar nur Pärchen oder einzelne Wildkaninchen. Im ländlichen Umland Frankfurts sind die Bautensysteme dagegen deutlich größer und werden von großen sozialen Kaninchengruppen bewohnt.

„Der optimale Lebensraum für ein Wildkaninchen bietet sowohl Zugang zu ausreichend Nahrung als auch die Möglichkeit, in nächster Nähe Bauten anzulegen beziehungsweise schützende Vegetation aufzusuchen“, erklärt Doktorandin Madlen Ziege aus der Arbeitsgruppe von Prof. Bruno Streit. Diese Bedingungen finden sich in ländlichen, oft agrarwirtschaftlich genutzten Flächen mit ausgeräumten und offenen Landschaften zunehmend seltener. Urbane und suburbane Lebensräume entsprechen den Ansprüchen des Wildkaninchens offenbar weitaus besser.

Angesichts der Tatsache, dass in manchen Städten bereits von einer „Kaninchenplage“ gesprochen wird, während der Bestand in vielen ländlichen Teilen Deutschlands in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, wollen die Wissenschaftler aktuell herausfinden, ob urbane Bestände zukünftig als Quell–Populationen für den Erhalt dieser Wildtierart in Deutschland von Bedeutung sein könnten. Dazu untersuchen sie die Populationsgenetik beziehungsweise -dynamik, die Habitatnutzung und den Gesundheitszustand ländlicher, urbaner und suburbaner Wildkaninchenpopulationen.

Link zur Publikation: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jzo.12207/abstract;jsessionid=01D094D1A422D86D8061A439327D0C58.f01t02?deniedAccessCustomisedMessage=&userIsAuthenticated=false

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/53984081

Bildtext: Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) in der Frankfurter Innenstadt.

Informationen: Madlen Ziege, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: 015773883101, madlen.ziege@googlemail.com.

Hochschulpolitische Themen

Feb 4 2015
13:49

Universität, Stadt und Ortsbeirat präsentieren gemeinsam neue Ortsschilder

Feierstunde zur Umbenennung auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Mit dem Norbert-Wollheim-Platz, dem Theodor-W.-Adorno-Platz und der Max-Horkheimer-Straße hat der Campus Westend drei neue Ortsbezeichnungen erhalten. Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff enthüllte im Rahmen einer Feierstunde gemeinsam mit Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz, dem Ortsvorsteher des Ortsbeirates 2, Axel Kaufmann, und der AStA-Vorsitzenden Myrella Dorn die neuen Ortsschilder. Ebenfalls eine Ansprache hielt Trude Simonsohn, Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

„Mit den nun vollzogenen Umbenennungen auf dem Campus Westend wird der bewegten Geschichte der Universität und des Campus gedacht. Damit wird nicht nur an herausragende wissenschaftliche Leistungen, sondern auch an jüdische Schicksale, die für Vertreibung und Verfolgung stehen, dauerhaft erinnert“, sagte Birgitta Wolff bei der Enthüllung der Namensschilder. Wolff freute sich über den zwischen Universität, Stadt, Ortsbeirat und der Öffentlichkeit hergestellten Konsens: „Schön, dass man letztlich einvernehmlich diese Lösung mit den Namen von Wollheim, Adorno und Horkheimer gefunden hat.“

Der Norbert-Wollheim-Platz, vormals Grüneburgplatz, trägt nun den Namen des jüdischen Zwangsarbeiters Norbert Wollheim, der nach dem Krieg in einem Musterprozess erfolgreich den IG-Farben-Konzern verklagte; der Theodor-W.-Adorno-Platz (bisher als „Campusplatz“ tituliert) und die Max-Horkheimer-Straße (vormals Lübecker Straße) erinnern an die beiden wohl wichtigsten Vertreter der Frankfurter Schule, die als jüdische Intellektuelle in der NS-Zeit in die USA emigrierten und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankfurt an die Goethe-Universität zurückkehrten.

Weitere Namensänderungen sind auf dem Campus Westend geplant: In seiner Sitzung am 28. Januar hatte der Senat der Goethe-Universität Frankfurt vier Benennungen von Wegen, Straßen und Plätzen beschlossen. Diese wurden bereits dem Ortsbeirat 2 vorgelegt, der darüber noch entscheiden muss.

Veranstaltungen

Feb 4 2015
13:44

Am 9. Februar diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität die Rolle des Qualitätsjournalismus in Zeiten der Informationsüberflutung

Ist unsere Demokratie in Gefahr?

FRANKFURT. Nachrichten sind schon längst kein Luxusgut mehr. Sie werden uns auf dem täglichen Jahrmarkt der Informationen als Massenware zum Schleuderpreis angepriesen. Und ähnlich dem Parcourlauf durch die Schnäppchenabteilung fällt es uns schwer, zu widerstehen oder überhaupt nur zu unterscheiden, was brauchen wir, was nicht? Welche Informationen sind wichtig, welche unwichtig?

Diesen und anderen Fragen geht am 9. Februar 2015 die Frankfurter Bürger-Universität in ihrer letzten Veranstaltung im Wintersemester 2014/15 nach.

„Das Internet gibt erstmals jedem die Chance, öffentlich das Wort zu ergreifen.“ Prof. Christoph Neuberger, Kommunikationswissenschaftler an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, nennt eine zentrale Ursache der Informationsflut. Die Tatsache, dass im Internet fast alles ungefiltert seinen Ausdruck findet, führt nicht nur zu einem Gefühl der Überforderung (Dieses Gefühl ist historisch gesehen nicht neu, wie Neuberger in der kommenden Ausgabe des UniReports, die am 6. Februar erscheint, erklärt). Das schiere Überangebot an Informationen führt zwangsläufig zum Verlust der Übersicht, der Kontrolle, letztendlich der Urteilsfähigkeit. Was bedeutet das für unsere Demokratie? Was passiert mit dem gesellschaftlichen Konsens, wenn der traditionelle Informationskanon – Tagesschau, Tageszeitung und Rundfunk – keine Geltung mehr hat?

Bezeichnend für eine Zeit, in der Informationen für jeden jederzeit und einfach zugänglich sind, ist auch der Schritt des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL. Dieser hat seit dem 8. Januar einen neuen Claim eingeführt: „Keine Angst vor der Wahrheit“ ersetzt nun „Spiegel-Leser wissen mehr“. Mehr zu wissen und zu erfahren, ist in der heutigen Zeit keine Herausforderung. Mehr denn je geht es um die Frage, wie wir mit der Masse an Informationen umgehen?

Welche Rolle fällt da dem Journalismus zu, wie wandelt sich dieser im Angesicht neuer Herausforderungen? Kann die eigentliche „vierte Gewalt“ im Staat digitale Informationsströme regulieren? Welche Konzepte und Formate des Online-Journalismus gibt es, die dem Qualitätsjournalismus das Überleben sichern?

Über die Zukunft der Informationsgesellschaft, über Fragen der Medienkompetenz und nicht zuletzt über die Zukunft des Qualitätsjournalismus werden am Montag, den 9. Februar 2015, 19.30 Uhr, Experten und eine interessierte Öffentlichkeit im Rahmen der Bürger-Universität diskutieren. Das Thema des Abends lautet: „Ist unsere Demokratie in Gefahr? Verlust der Urteilsfähigkeit als Folge von Informationsüberflutung“. Auf dem Podium diskutieren sowohl Vertreter des Print- als auch des Onlinejournalismus: Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur der digitalen Medien bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger; Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten Verbandes und Alexander von Streit, Chefredakteur und Mitbegründer des Onlinemagazins „Krautreporter“. Den Impulsvortrag wird der Kommunikationswissenschaftler Prof. Christoph Neuberger von der Ludwig-Maximilian-Universität München übernehmen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. die Themen Medienqualität, Medienregulierung, Medienwandel und Medialisierung.

Frankfurter Bürger-Universität: „Ist unsere Demokratie in Gefahr? Verlust der Urteilsfähigkeit als Folge von Informationsüberflutung“, Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Str. 23, 60311 Frankfurt am Main, Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt frei

Vorschau

Das Sommersemester 2015 steht wieder im Zeichen deutscher Biografien. Prof. Tilman Allert kuratiert im fünften Jahr in Folge die Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“.

Auch im Sommer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen den Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets größtenteils kostenfrei offen.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de schon jetzt vorbestellen.

Forschung

Feb 2 2015
12:48

VolkswagenStiftung ermöglicht Freiräume: Der Frankfurter Soziologe Thomas Lemke schreibt an seinem „Opus magnum“

„Die Regierung der Dinge. Grundlagen und Perspektiven des neuen Materialismus“

FRANKFURT. Der Frankfurter Soziologie-Professor Thomas Lemke hat die „Opus magnum“-Förderung der VolkswagenStiftung erhalten. Das bedeutet für den 51-jährigen Wissenschaftler, der sich seit Jahren intensiv mit dem Thema „Biotechnologien, Natur und Gesellschaft“ beschäftigt: eineinhalb Jahre Freiraum, um sich ausschließlich mit einem größeren wissenschaftlichen Werk zu befassen. Der Arbeitstitel für das „Opus magnum“ steht schon fest: „Die Regierung der Dinge. Grundlagen und Perspektiven des Neuen Materialismus“. Lemke will in seinem Buch die Erklärungsangebote und Innovationspotenziale des Neuen Materialismus kritisch prüfen und das neue Forschungsgebiet zum ersten Mal systematisch vorstellen.

Die Stiftung finanziert im Rahmen dieses Förderprogramms Lemkes Vertretung in der Lehre. So profitiert nicht nur der Professor, sondern auch die Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Eva Sänger, die gerade ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Forschungsprojekt zur Bedeutung von Ultraschall-Bildern in der pränatalen Diagnostik am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften abgeschlossen hat. Ab dem kommenden Sommersemester vermittelt sie Studierenden Themen der Wissenschafts- und Technikforschung, der Medizinsoziologie und der feministischen Theorie.

In seinem großen Werk will Lemke eine bemerkenswerte Neuorientierung und Akzentverschiebung aufgreifen, die er seit einigen Jahren in den Geistes- und Sozialwissenschaften beobachtet und die mit dem Begriff „Neuer Materialismus“ umschrieben wird. „Kennzeichnend für diesen Materialismus ist, dass Konzepte von Handlungsfähigkeit, Selbstorganisation und Wirkungsmacht, die traditionell für Menschen reserviert waren, auf nicht-menschliche Entitäten ausgedehnt werden“, so Lemke. Mit Entitäten bezeichnen Philosophen und Soziologen etwas, das existiert, ein Seiendes, das kann ein konkreter oder abstrakter Gegenstand sein. „Zu beobachten ist, dass Dinge, Artefakte und Objekte zunehmend thematisiert und neu konzeptualisiert werden.“ Ob Stammzelle, Computer oder Internet: ihnen allen kommt etwas Hybrides zwischen toter Materie und lebendigem Sein, zwischen Faktischem und Normativen zu.

Der Soziologe zu seinem umfassenden Projekt: „Mir geht es dabei zum einen darum, Differenzen zu älteren Versionen des Materialismus herauszuarbeiten, ich will aber auch ungelöste theoretische Spannungen und konzeptionelle Unklarheiten dieser Forschungsperspektive in den Blick zu nehmen.“ Sein Ziel ist jedoch letztlich mehr als eine kritische Bestandsaufnahme vorliegender Positionen innerhalb des Neuen Materialismus. „Meine These ist, dass sich in der Idee einer ‚Regierung der Dinge‘, die sich in den Arbeiten des französischen Philosophen und Historikers Michel Foucault findet, Elemente eines posthumanistischen und relationalen Konzepts von Materialität finden und fruchtbar weiterentwickeln lassen.“ In diesem Sinne gibt es kein „Ding an sich“, sondern Dinge und ihre Grenzen werden erst in Interaktionsbeziehungen hervorgebracht und menschliches Handeln hängt ganz entscheidend von bestimmten Ermöglichungsbedingungen, von Apparaten und materiellen Arrangements ab.

Das Buch soll diese historisch informierte und empirisch orientierte Perspektive auf das, was Foucault die „Verflechtung von Menschen und Dingen“ nennt, aufgreifen und weiter ausarbeiten. Und Lemke ergänzt: „Dabei will ich Foucaults Analytik der Regierung systematisch mit Einsichten der Wissenschafts- und Technikforschung verbinden.“ Der konzeptionelle Vorschlag einer „Regierung der Dinge“, so Lemke, vermeidet die Engführung eines auf Menschen fokussierten Regierungsbegriffs und vermag darüber hinaus einen substanziellen Beitrag zu einer materialistischen Analyse politischer Prozesse und Strukturen zu leisten.

Seit seiner Berufung 2008 hat Lemke eine Reihe von Drittmittelprojekten geleitet, darunter auch ein internationales Verbundprojekt zu den sozialen und politischen Implikationen der Nutzung von DNA-Analysen in Einwanderungsverfahren in verschiedenen europäischen Staaten. Hinzu kamen viele Aufgaben in der universitären Selbstverwaltung. Lemke war u.a. geschäftsführender Direktor des Instituts für Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften und Prodekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften. In das „Opus magnum“-Programm der Volkswagen-Stiftung passte das Profil von Lemke bestens: Denn Ziel der Initiative ist es, Professorinnen und Professoren aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, die sich durch herausragende Arbeiten ausgewiesen haben, einen Freiraum für die intensive Arbeit an einem anspruchsvollen wissenschaftlichen Werk zu eröffnen. Bereits 2008 zeichnete die VolkswagenStiftung die Arbeit des Frankfurter Soziologen aus. Lemkes Buch „Die Polizei der Gene. Formen und Felder genetischer Diskriminierung“ erhielt die Übersetzungsförderung der Stiftung und liegt nunmehr auch in einer erweiterten englischsprachigen Ausgabe vor.

Zur Person

Thomas Lemke studierte Politikwissenschaften, Soziologie und Rechtswissenschaft in Frankfurt, Southampton und Paris und promovierte 1996 an der Goethe-Universität zum Machtbegriff Michel Foucaults. Nach der Promotion arbeitete Lemke als Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal, wo er sich 2006 habilitierte. Er war langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt und als Gastwissenschaftler am Goldsmiths College in London und der New York University tätig. Lemke hatte Gastprofessuren an der Copenhagen Business School und der University of New South Wales in Sydney inne. 2007 erhielt er ein Heisenberg-Stipendium der DFG, das ein Jahr später in eine Heisenberg-Professur umgewandelt wurde. Seit September 2008 ist Thomas Lemke Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt „Biotechnologien, Natur und Gesellschaft“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und seit dem vergangenen Jahr auch Honorarprofessur der University of New South Wales in Sydney.

Lemke hat sich in Forschung und Lehre vor allem mit den Voraussetzungen, Kontextbedingungen und Folgen biowissenschaftlichen Wissens und biotechnologischer Innovationen beschäftigt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf der Analyse genetischer Diskurse und Praktiken. In mehreren Buchveröffentlichungen ist er den Auswirkungen genetischen Wissens auf Selbstbilder, Gesundheitskonzepte und Sicherheitspolitiken nachgegangen und hat zusammen mit seiner Kollegin Katharina Liebsch die erste systematische Untersuchung zu Praktiken genetischer Diskriminierung in Deutschland vorgelegt.

Informationen: Prof. Dr. Thomas Lemke, Institut für Soziologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798 36664, lemke@em.uni-frankfurt.de, www.fb03.uni-frankfurt.de/45646661/tlemke?legacy_request=1

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/53929509

Veranstaltungen

Feb 2 2015
11:49

Wie unterscheiden sich die heutigen Auslegungsmethoden des Korans aus sunnitischer und schiitischer Sicht?

Podiumsdiskussion zum Abschluss der Vorlesungsreihe zum Koran

FRANKFURT. Zum Abschluss der Vortragsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“ diskutieren drei Islamwissenschaftler, Prof. Rotraud Wielandt (Universität Bamberg), Prof. Katajun Amirpur (Universität Hamburg) und Prof. Bekim Agai (Goethe-Universität), über den zeitgenössischen Zugang zum Koran aus sunnitischer und schiitischer Sicht. Die Veranstaltung beginnt am Montag, 9. Februar um 18 Uhr im Casino (Renate von Metzler-Saal) auf dem Campus Westend. Die Ringvorlesung wird im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG im Wintersemester vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität veranstaltet und wendet sich insbesondere an die Bürger im Rhein-Main-Gebiet.

Unter dem Titel „Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt“ sollen Meilensteine sunnitischer und schiitischer zeitgenössischer Koranhermeneutik vorgestellt und über Möglichkeiten und Grenzen der Beschäftigung mit dem fundamentalen Glaubensdokument der Muslime diskutiert werden. Der Koran ist für die Muslime der zentrale Text ihres Glaubens, seine Rezitation und Lektüre sind immer wieder Ausgangs- und Endpunkt persönlicher und kollektiver religiöser Erfahrungen. „Dabei wird ein bestehender Text immer wieder neu zum Sprechen gebracht, der jeweilige Verstehenshorizont geht mit dem Text immer wieder neue Verbindungen ein“, so Bekim Agai. „In der islamischen Geistesgeschichte haben sich unterschiedliche Wege etabliert, den Koran für den jeweiligen zeitgenössischen Leser zu erschließen.“ Das Bewusstsein, dass man auf vielfältige methodische Weise an einen Text herangehen kann, hat auch in der Moderne die Beschäftigung mit dem Koran und seiner Auslegung stark beeinflusst. Daran knüpft die Diskussion an, die Bekim Agai, Direktor des Zentrums für Islamische Studien der Goethe-Universität, moderiert.

Die sunnitischen Zugänge erläutert Prof. Rotraud Wielandt. Sie studierte Islamkunde/Arabistik, Turkologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie an den Universitäten München, Tübingen und Istanbul. Von 1985 bis 2009 war sie Professorin für Islamkunde und Arabistik an der Universität Bamberg und Gründungsmitglied des Zentrums für Interreligiöse Studien der Universität Bamberg. Seit April 2009 hat sie Lehraufträge an den Universitäten Frankfurt a.M. und Fribourg/Schweiz sowie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt a.M. und an der Hochschule für Philosophie in München angenommen. Prof. Wielandt hat zahlreiche Publikationen zu Fragen der islamischen Theologie (Schwerpunkte: zeitgenössische koranexegetische Hermeneutik, theologische Anthropologie, Menschenrechtsfragen), zu Denkströmungen und ideologischen Tendenzen im zeitgenössischen Islam und zur modernen arabischen Literatur veröffentlicht.

Die Islamwissenschaftlerin Prof. Katajun Amirpur legt in der Podiumsdiskussion besonders die schiitischen Zugänge zum Koran dar. Die 1971 in Köln geborene Hochschullehrerin studierte Islamwissenschaft an der Universität Bonn und schiitische Theologie an der Universität Teheran. In ihrer Promotion und Habilitation beschäftige sie sich mit neuen Ansätzen der koranischen Exegese und Hermeneutik. Seit 2012 ist Amirpur Professorin für Islamische Studien und stellvertretende Direktorin der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg. Außerdem ist sie Mitherausgeberin der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gender, Dialog und Pluralismus und wie sich diese Themen aus der islamischen Tradition heraus neu denken lassen.

Der Mitveranstalter dieser Reihe und Moderator Bekim Agai (geb. 1974 in Essen) studierte Islamwissenschaften, Geschichte und Psychologie in Bonn und Kairo. Er wurde an der Universität Bochum mit einer Arbeit zum türkischen Prediger Fethullah Gülen promoviert, arbeitete danach als wissenschaftlicher Assistent und Post-Doc an den Universitäten Bonn und Halle. Er war Leiter der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nachwuchsforschergruppe „Europa von außen gesehen – Formationen nahöstlicher Ansichten aus Europa auf Europa“. Seit dem Wintersemester 2013/2014 ist er Professor für Kultur und Gesellschaft des Islam in Geschichte und Gegenwart am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam der Goethe-Universität und dessen geschäftsführender Direktor.

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Feb 2 2015
11:47

Erfinder der Pille, Ehrendoktor der Goethe-Universität, mit 91 Jahren gestorben.

Trauer um Carl Djerassi

FRANKFURT. Mit 91 Jahren ist der berühmte Naturstoffchemiker und Schriftsteller Carl Djerassi gestorben. Mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat der Professor der Stanford University  maßgeblich zur Entwicklung der Antibabypille beigetragen. 2013 wurde Djerassi für sein Lebenswerk die Ehrendoktorwürde des Fachbereiches Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-Universität verliehen. „Mit Djerassi verliert die Wissenschaft einen großen Forscher, der zugleich auch in den Geisteswissenschaften und den Künsten zuhause war. Sein Ideal einer umfassenden humanistischen Bildung ist auch ein Leitbild der Goethe-Universität“, betont Universitätsvizepräsident und Pharmazie-Professor Manfred Schubert-Zsilavecz.

1923 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren, emigrierte Djerassi 1939 in die USA. Er studierte Chemie an der University of Wisconsin, wo er 1945 auch promovierte. Danach arbeitete er zunächst als forschender Chemiker in der Industrie. Im Alter von 27 Jahren gelang ihm die Synthese des Sexualhormons Noretisteron. Damit war die Grundlage geschaffen für die Entwicklung der Antibabypille, die 1961 auf den Markt kam. Ab 1959 lehrte und lebte Djerassi an der Standford University.

Djerassi Verbindung zur Goethe-Universität reicht in die 1990er Jahre zurück, als der ebenfalls  aus Wien stammende Chemiker Prof. Christian Noe Direktor des Instituts für Pharmazeutische Chemie war. Im Zentrum von Djerassis Forschung standen die Strukturaufklärung und Totalsynthese einer Vielfalt von Naturstoffen. Diese Disziplin hat auch im Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie an der Goethe-Universität eine große Rolle.

Frankfurt ist auch der Handlungsort seines Romans „Vier Juden auf dem Parnass“, in dem Djerassi sich mit der nicht-religiösen jüdischen Identität auseinandersetzt. Djerassi nutzte seine Aufenthalte bei Konferenzen in Frankfurt zur Recherche der historischen Rahmenhandlung.

Weitere Informationen: Universitätsvizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Institut für Pharmazeutische Chemie, Tel.: (069) 798-29339, Schubert-Zsilavecz@pharmchem.uni-frankfurt.de.

Forschung

Feb 2 2015
11:45

Neue DFG-Forschergruppe befasst sich mit dem Verhalten des Minerals bei hohen Drücken und Temperaturen

Wie es den Karbonaten im Erdinneren ergeht

FRANKFURT. Karbonate sind die wichtigsten Kohlenstoffspeicher der Erde. Doch welche Rolle spielen sie im Erdinneren? Wie reagieren sie auf die Bedingungen im Erdmantel? Mit diesen Fragen befasst sich jetzt eine Forschergruppe von Wissenschaftlern aus Frankfurt, Bayreuth, Berlin/Potsdam, Freiberg und Hamburg, die von der DFG gefördert wird. Die Forschergruppe bringt Experten verschiedener geowissenschaftlicher Disziplinen sowie hochmoderne Technik zusammen.

Die Erde hat einen Radius von durchschnittlich rund 6400 Kilometern. Die tiefste Bohrung, zu der der Mensch bisher in der Lage war, ging jedoch nur bis in zwölf Kilometer Tiefe. Und selbst bei enormem technischem Fortschritt sei es undenkbar, die tiefen Schichten jemals empirisch erforschen zu können, sagt Björn Winkler, Professor für Kristallographie an der Goethe Universität Frankfurt und Koordinator der neuen Forschergruppe. „Wie es da drinnen aussieht, das können wir nur durch die Kombination von Experimenten und Modellrechnungen herausfinden“, erklärt er. Während es über Silikate, die ein wesentlicher Bestandteil des Erdmantels sind, schon genauere Erkenntnisse gibt, sind Karbonate bislang noch wenig erforscht. „Der Erdaufbau ist ohne Karbonate erklärbar – die Frage ist allerdings: wie gut?“, sagt Winkler.

„Strukturen, Eigenschaften und Reaktionen von Karbonaten bei hohen Temperaturen und Drücken“ („Structures, Properties and Reactions of Carbonates at High Temperatures and Pressures“) lautet der Titel des Projekts, das die DFG von Mitte Februar an fördert. „Wir wollen verstehen, wie die Erde funktioniert“, umschreibt Winkler das übergeordnete Forschungsinteresse der rund 30 Wissenschaftler und ihrer Teams. Welche Möglichkeiten unser Planet hat, Kohlenstoff zu lagern, wie viel Kohlenstoff es überhaupt auf der Erde gibt – der gesamte Kohlenstoffkreislauf sei nach wie vor ein Geheimnis.

Im Fokus der Forschergruppe, die sieben Einzelprojekte verbindet, steht der Erdmantel, die 2850 Kilometer mächtige mittlere Schale im inneren Aufbau der Erde. Ziel ist das bessere Verständnis von Phasenbeziehung, Kristallchemie und physikalischen Eigenschaften der Karbonate. Dazu sollen die Bedingungen der Mantelübergangszone sowie des darunterliegenden unteren Erdmantels – also sehr hohe Temperaturen und ein sehr hoher Druck – simuliert werden. Jedes der sieben Projekte nimmt einen anderen Aspekt unter die Lupe, zum Beispiel das Karbonat Calcit oder die Kombination von Karbonaten mit Eisen, mit Silikaten oder unter Schock.

Winkler und sein Team befassen sich schon seit sechs Jahren mit der Thematik. Sein Mitarbeiter  Dr. Lkhamsuren Bayarjargal wurde für die Arbeit mit Hochleistungslasern bereits mit dem Max-von-Laue-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kristallographie ausgezeichnet sowie vom Fokus-Programm der Goethe-Universität gefördert. Und auch die überregionale Zusammenarbeit der Forscher ist nicht ganz neu. Mit Hilfe der DFG-Mittel können jetzt jedoch spezielle Apparaturen konstruiert werden, um die Bedingungen im Erdmantel zu simulieren. So genannte Diamantstempelzellen erlauben Drücke, die eine Million mal so stark sind wie der Atmosphärendruck; Hochleistungslaser sind in der Lage, Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius zu erzeugen. Dass dies die Bedingungen sind, die im Erdmantel herrschen, wurde durch entsprechende Berechnungen belegt.

Winzigste Mengen eines Karbonats genügen schon für ein Experiment. Die Substanz wird im Experiment den entsprechenden Bedingungen ausgesetzt und gleichzeitig  von den Wissenschaftlern auf Veränderungen hin untersucht. Hierbei wird mit unterschiedlichen Techniken gearbeitet – in Frankfurt z.B. mit Raman-Spektroskopie, in Potsdam mit Infrarot-Spektroskopie. „Wenn wir auf unterschiedlichen Wegen zum selben Ergebnis kommen, wissen wir, dass wir richtig liegen“, so Prof. Winkler.

Information: Prof. Dr. Björn Winkler, Facheinheit Mineralogie, Institut für Geowissenschaften, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-40107, b.winkler@ kristall.uni-frankfurt.de. 

Forschung

Feb 2 2015
10:21

Nils Bertschinger erhält Helmut O. Maucher-Stiftungsprofessur

Systemische Risiken – ein neuer Forschungsbereich des FIAS

FRANKFURT. Das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) an der Goethe-Universität Frankfurt erhält einen neuen Forschungsbereich:Systemische Risiken. Damit will das Institut, das sich auf die theoretische Erforschung komplexer Systeme spezialisiert hat, neben Hirnforschung, Physik, Lebenswissenschaften&Chemie sowie Computerwissenschaften erstmals auch theoretische Grundlagen für die Aufklärung von Phänomenen in Wirtschaft und Gesellschaft erarbeiten. Zum ersten Inhaber der dafür neu eingerichteten Helmut O. Maucher-Stiftungsprofessur für Systemische Risiken wurde vom ehemaligen Präsidenten der Goethe-Universität der Computerwissenschaftler Prof. Nils Bertschinger vom Max-Planck-Institut (MPI) für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig berufen. Er trat sein Amt am 1. Februar an.

Komplexe, selbstorganisierte Systeme, wie sie die Wissenschaftler am FIAS erforschen, gibt es viele in der Natur, etwa in der Chemie, in den Atomkernen oder im Gehirn, aber auch in gesellschaftlichen Systemen, etwa im Wirtschafts- und Finanzsystem. Wie wenig diese Systeme bisher verstanden sind, hat zum Beispiel die weltweite Finanzkrise des Jahres 2008 gezeigt. Dabei gibt es Parallelen zwischen den komplexen Systemen in der Natur und in der Gesellschaft: Es handelt sich jeweils um einzelne, miteinander interagierende Elemente, die in der Vernetzung neue, unerwartete Wirkungen entfalten.

Forscher am FIAS haben sehr viel Erfahrung mit derartigen Systemen, mit großen Datenmengen und mit der Modellierung von komplexen Zusammenhängen in theoretischen mathematischen Modellen. In enger Zusammenarbeit von Computerwissenschaftlern, Mathematikern, Wirtschaftswissenschaftlern und Finanzwissenschaftlern sollen in dem neuen Arbeitsbereich von Prof. Bertschinger die Möglichkeiten erforscht werden, derartige Risiken im Wirtschafts- und Finanzsystem vorherzusagen oder zu beeinflussen.

Prof. Bertschinger hat an der RWTH Aaachen Computerwissenschaften studiert. Er promovierte an der Technische Universität Graz und am MPI für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig, wo er seit 2009 wissenschaftlich arbeitet. Seine Forschungsinteressen gelten vor allem komplexen dynamischen Systemen, etwa dem Verständnis von adaptiven und sozialen Systemen, sowie der Risikoanalyse von Finanzderivaten.

Weitere Informationen:

Dr. Joachim Reinhardt
Frankfurt Institut for Advanced Studies (FIAS)
Ruth-Moufang-Str. 1
60438 Frankfurt am Main
Telefon: 069-798-47866
Fax: 069-798-47611
E-Mail:fias@uni-frankfurt.de 
Web:fias.uni-frankfurt.de

oder

Jana Gregor
Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften
Inselstraße 22
04103 Leipzig
Tel. 0341 9959 650
Email. Jgregor@mis.mpg.de

Veranstaltungen

Jan 30 2015
17:47

Regisseur gewährt Einblicke in seine Arbeit für Kino und Fernsehen. 3. Februar, Campus Westend

Frankfurter Poetikvorlesungen: Dominik Graf spricht über den Erzähler im Kino

FRANKFURT. Den zweiten Vortrag der aktuellen Frankfurter Poetikvorlesungen übernimmt der renommierte Film- und Fernsehregisseur Dominik Graf. Er spricht über den „Erzähler im Kino. Antagonismus von Kommentar und Kamera?“ Den ersten Vortrag der kleinen Reihe „Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“ hatte der Komponist Wolfgang Rihm am vergangenen Dienstag gehalten.

Der in München geborene und aufgewachsene Graf studierte dort erst Germanistik und Musikwissenschaften, bevor er ab 1974 die Hochschule für Fernsehen und Film besuchte. Seit 2004 ist Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln. 2012 gewann er bereits zum zehnten Mal den Grimme-Preis, damit ist er der in Marl am häufigsten ausgezeichnete Preisträger.

Graf hat zahlreiche Kinofilme vorgelegt, beherrscht aber ebenso die unterschiedlichen Formate der Fernseh-Fiktion. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Kinofilm „Die Katze“ (mit Götz George und Gudrun Landgrebe, 1988) und „Die geliebten Schwestern“ (2014), der die Liebe Schillers zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld erzählt. Der Film lief bei der Berlinale im Wettbewerb.

Grafs Krimis für das Fernsehen zählen sicherlich zu den ambitioniertesten und wertvollsten des Genres. So gilt „Frau Bu lacht“ aus dem Jahre 1995 vielen Kennern als der beste Tatort aller Zeiten. Erst kürzlich lieferte Graf mit dem Polizeiruf 110 „Smoke on the water“ (2014) wiederholt den Beweis, dass sich deutsche Fernsehproduktionen keineswegs hinter den international hochgeschätzten amerikanischen Serien verstecken müssen.

Prof. Vinzenz Hediger, Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität, sagt, dass Graf mit dem Zehnteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010) bereits das „Modell“ für die „allseits geforderten deutschen ‚Qualitätsserien‘“ geliefert habe. Hediger fährt fort: „Dass Graf in den USA (noch) nicht so gefeiert wird wie die Macher des ‚quality TV‘ liegt vor allem daran, dass amerikanische Fernsehkritiker nur ‚Wetten dass‘ kennen.“

„Poetiken zwischen den Künsten – Dialoge mit der Literatur“.
Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2014/15.
3. Februar: Dominik Graf. 18 Uhr c.t. im Hörsaalzentrum (HZ 1&2), Campus Westend der Goethe-Universität.

Beitrag von Vinzenz Hediger
im aktuellen UniReport unter http://www.uni-frankfurt.de/53303289  (S. 19).

Mehr Informationen unter http://www.uni-frankfurt.de/45662348/aktuelle_dozentur

Forschung

Jan 30 2015
11:15

Bäckerhefe trägt als Modellorganismus zur Aufklärung bei

Veränderte Ribosomen verzögern das Altern

FRANKFURT. Mit der Bäckerhefe als Modellorganismus konnten Karl-Dieter Entian und seine Mitarbeiter Sunny Sharma, Jun Yang und Peter Kötter vom Institut für Molekulare Biowissenschaften die molekulare Funktion des Hefegens RCM1 als Methyltransferase der ribosomalen RNA aufklären. Gemeinsam mit  Markus Schosserer und Johannes Grillari vom Department für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien konnten sie nun zeigen, dass das funktionell homologe Gen des Menschen, NSUN5, den Alterungsprozess verschiedener Organismen beeinflussen kann. Durch das Ausschalten von NSUN5 (RCM1) wird die Proteinsynthese in Zellen „umprogrammiert“. Mit der Bäckerhefe als Modellorganismus und genetisch veränderten Rcm1 Methyltransferasen konnten diese Befunde erhärtet werden. Diese Studie unter Beteiligung mehrerer Partner im In- und Ausland wurde soeben im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.

Ribosomen sind molekulare Maschinen und in Zellen für die Synthese von Proteinen zuständig. In den letzten Jahren wurde klar, dass dies kein starrer Prozess ist, sondern Ribosomen spezielle Proteine je nach vorherrschenden Umgebungsbedingungen erzeugen. Diese „spezialisierten“ Ribosomen helfen der Zelle rasch auf Einflüsse von außen, wie beispielsweise Hitze oder oxidativen Stress, zu reagieren.

Nachdem die Funktion von Rcm1 als Methyltransferase der ribosomalen RNA im Institut für Molekulare Biowissenschaften  aufgeklärt war, konnte das Forscherteam mit Mutanten nachweisen, dass das Fehlen einer einzelnen Methylgruppe in der ribosomalen RNA, die ein wichtiger Baustein der Ribosomen ist, Fruchtfliegen, Fadenwürmer und Bäckerhefe resistenter gegen Stress macht und diese Organismen länger leben lässt.

Wie die Frankfurter Arbeitsgruppe in den letzten Jahren gezeigt hat, haben viele der bei Hefe gefundenen Methyltransferasen homologe Proteine  im Menschen, von denen einige bei Krankheitsprozessen eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn der Weg von einfachen Modellorganismen zu einer Anwendung im Menschen noch weit ist, sehen die beteiligten Wissenschaftler dennoch in ihren Forschungsergebnissen hohes Potenzial, um in Zukunft Krankheiten, die durch Methylierungsstörungen der ribosomalen RNA hervorgerufen werden, frühzeitig zu entdecken, zu vermindern und möglicherweise Therapieverfahren zu entwickeln.

Links: http://www.nature.com/ncomms/index.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3799443/

Kontakt / Rückfragen: Prof. Dr. Karl-Dieter Entain Institut für Molekulare Biowissenschaften der Goethe Universität Frankfurt, Max-von-Laue Strasse 9, 60438 Frankfurt/M., Tel.: +69 798 29525, entian@bio.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 30 2015
10:51

Einladung zum Medientermin / Feierstunde auf dem neuen „Norbert-Wollheim-Platz

Campus Westend: Straßen und Plätze tragen neue Namen

FRANKFURT. Nobert Wollheim, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer sind prominente Namen, nach denen ab sofort Straßen und Plätze auf dem Campus Westend der Goethe-Universität benannt sind. Weitere Benennungen  werden in absehbarer Zeit im Westend und auf dem Riedberg folgen.

Zusammen mit der Stadt Frankfurt und dem Ortsbeirat 2 möchten wir Sie anlässlich einer medienöffentlichen Feierstunde

am Mittwoch, den 4. Februar, 11 Uhr, Ort: Campus Westend,
Vorplatz IG Farben Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt

einladen, an der der Enthüllung der Straßenschilder teilzunehmen. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt

Personalia/Preise

Jan 30 2015
10:04

Feierliche Vergabe der Stipendien mit Universitätspräsidentin Birgitta Wolff

511 Deutschland-Stipendien: Goethe-Universität wieder mit Spitzenergebnis

FRANKFURT. Bei einer Feierstunde im Festsaal auf dem Campus Westend überreichte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff den Deutschland-Stipendiatinnen und -Stipendiaten des akademischen Jahres 2014/15 ihre Urkunden. Mit 511 Stipendien und einer Gesamtsumme von 919.800 Euro an eingeworbenen Spenden hat die Goethe-Universität zum wiederholten Male ein Spitzenergebnis unter den deutschen Hochschulen erzielt. Ein Großteil der Stipendien, nämlich 65 Prozent, sind dabei zweckungebunden und können unabhängig von Fach und Studiengang vergeben werden. Damit entscheidet die Eignung und nicht das gewählte Studienfach über die Vergabe eines Stipendiums.

Birgitta Wolff gratulierte den glücklichen Studierenden zu dieser Auszeichnung. „Sie stehen auch beispielhaft für die Vielfalt und gesellschaftliche Durchlässigkeit der Goethe-Universität.“ 62 Prozent der Stipendiaten seien Frauen, 30 Prozent der Stipendiaten hätten einen Migrationshintergrund und 40 Prozent stammten aus bildungsfernen Schichten. Bei der Auswahl der Stipendiaten seien nicht nur schulische oder akademische Leistungen, sondern ebenso soziales Engagement und die eigene Biografie entscheidend gewesen.Hier sitzen 511 Menschen, die sich für ihre Ziele einsetzen und Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für die Gesellschaft übernehmen.

Wolff hob ferner das bereits vom Stifterverband für Wissenschaft ausgezeichnete ideelle Förderprogramm hervor: So engagieren sich die Stipendiaten im Rahmen eines ehrenamtlichen Engagement für wichtige gesellschaftliche Fragen. In Projektgruppen, die von Mentoren aus Unternehmen und Stiftungen begleitet werden, widmen sich die Studierenden so unterschiedlichen Themen wie der Betreuung von Flüchtlingen oder dem Papierrecycling. „Sie als Stipendiaten geben den Stiftern und Bürgern damit ideell etwas für ihre materielle Unterstützung zurück“, betonte Wolff.

Die Universitätspräsidentin dankte in ihrer Rede allen 287 Förderern und hob dabei die Mäzenin Johanna Quandt hervor, die sich seit vielen Jahren für die Goethe-Universität engagiert und die Ehrensenatorenwürde trägt. Quandt finanziert in diesem Jahr knapp die Hälfte der Stipendien.

In einer von Universitätsvizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz moderierten Gesprächsrunde betonten Förderer den gesamtgesellschaftlichen Nutzen des Deutschland-Stipendiums. Bettina Langenberg gewährte Einblicke in ihre Motivation als private Förderin; Alexander Heck von der Freiherr Carl von Rothschild‘sche Stiftung und Udo Schweers vom Unternehmen ‚Santander Universitäten‘ stellten dar, warum Stiftungen und Unternehmen das Deutschland-Stipendium unterstützen.

Zum Deutschland-Stipendium: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten ein monatliches Stipendium in Höhe von 300 Euro für mindestens ein Jahr. Die eine Hälfte der Förderung spenden private Förderer, die andere Hälfte gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dazu. Gefördert werden sowohl Studienanfänger als auch Studierende höherer Semester, deren bisheriger Werdegang besonders gute Leistungen im Studium erwarten lässt oder bereits aufweist. Berücksichtigt werden außerdem das gesellschaftliche Engagement der Studierenden sowie besondere persönliche Umstände, die sich beispielsweise aus der familiären Herkunft, der Betreuung für Familienangehörige oder einem Migrationshintergrund ergeben.

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/53893324

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Stabsstelle Fundraising, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-12756; lentes@pvw.uni-frankfurt.de; www2.uni-frankfurt.de/44947252/chancen_schenken