​​​​Pressemitteilungen ​

Veranstaltungen

Aug 31 2012
13:42

Institut für Bienenkunde in Oberursel feiert sein 75jähriges Bestehen

Im Einsatz für bedrohte Bienenvölker

FRANKFURT. Seit 75 Jahren forschen Wissenschaftler des Institutes am Nordrand Oberursels an der Biologie der  Honigbiene. Zur 75-Jahr-Feier an das Institut am Freitagnachmittag kamen etwa 200 geladene Gäste und informierten sich über die Forschungsaktivitäten gestern und heute. Ganz im Zeichen der Forschung und der Bienenbiologie stand die Feier am Institut für Bienenkunde. Die zahlreichen Gäste verschafften sich anhand von Mitmachexperimenten rund um‘s Bienenlernen einen Eindruck von den Verhaltensleistungen der Honigbienen. So nahe kommen die Besucher den Bienen selten. Sicher hinter Glas lässt sich die Königin gefahrlos bei der Eiablage im Beobachtungsvolk bestaunen. Auch wie Bienen im Labyrinth zielsicher zur Honigbelohnung finden, konnten die Gäste bei einer Demonstration im Bienengarten des Instituts für Bienenkunde in Oberursel live beobachten.

Die Doktoranden und Bachelorstudierenden gaben anschauliche Einblicke in ihre Projekte und die Besucher wurden gleich als Experimentatoren eingebunden. Wie mit einem Mini-Chip versehene Sammlerinnen am Stockeingang automatisch registriert werden, wie Bienen zurück in ihren Stock finden oder welche Navigationsleistungen es ihnen ermöglichen, sich in einem Labyrinth zurecht zu finden: das waren einige der Stationen im Bienengarten des Instituts im Karl-von-Frisch-Weg in Oberursel.

Zuvor hoben Prof. Dr. Klaus Ring, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main und Prof. Dr. Rainer Klump, Vizepräsident der Goethe-Universität, die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Universität und Polytechnischer Gesellschaft hervor. Das Institut wird von beiden Institutionen gemeinsam getragen und ist ein erfahrbarer Ort langjähriger Kooperation. In ihrem Grußwort ging Frau Prof. Dr. Anna Starzinski-Powitz auf die besondere Stellung des Instituts für den Fachbereich Biowissenschaften ein. Auch die Oberurseler Sicht kam nicht zu kurz. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Christoph Müllerleine betonte die enge Bindung der Oberurseler Bürger an „ihr“ Institut.

Als das Institut für Bienenkunde 1937 von der Polytechnischen Gesellschaft gegründet wurde, drohte die Bienenhaltung in Deutschland zusammenzubrechen. Es war ein Gebot der Stunde, ein modernes Forschungsinstitut zu errichten. Heute, 75 Jahre später, ist die Arbeit am Institut nach wie vor brennend aktuell: Die parasitische Milbe Varroa destructor bedroht Bienenvölker weltweit und die Entwicklung innovativer Bekämpfungsmittel ist eine der Aufgaben des Teams um den Neurowissenschaftler und Leiter des Instituts, Prof. Bernd Grünewald.

Bienen haben eine enorme wirtschaftliche Bedeutung nicht nur als Honigproduzenten sondern auch als Bestäuber der meisten Obst- und Gemüsesorten. Daher ist die Forschung über die Bienen immer auch eine Forschung für den Menschen.

Das Institut blickt auf eine 75jährige, erfolgreiche Forschungstradition zurück. Hugo Gontarski, dem ersten Leiter, ist es zu verdanken, dass das Institut auch in den schwierigen Nachkriegsjahren erfolgreich Forschung betreiben konnte. Gontarski untersuchte besonders die Nosemose, eine Darmkrankheit der Bienen, er erforschte die Honigchemie, die Ernährungsphysiologie und die Anatomie von Bienen.

Eine neue Phase wurde 1963 eingeleitet, als das Bieneninstitut vertraglich an die Universität Frankfurt gebunden wurde. Prof. Friedrich Ruttner wurde 1964 neuer Institutsleiter und gleichzeitig Professor für Zoologie am Fachbereich Biologie der Goethe-Universität. Ruttner gilt als der Begründer der modernen Bienengeographie. Schon bald existierte in Oberursel die weltweit bedeutendste wissenschaftliche Sammlung von Bienenarten und -unterarten, die heute mehr als 3000 wertvolle Präparate umfasst. Unter seiner Leitung wurde das Oberurseler Institut zu einem der weltweit führenden Bieneninstitute in Paarungsverhalten, Genetik, Taxonomie und Biogeographie der Honigbienen. Seine Zuchtansätze und die Einführung der künstlichen Besamung beeinflussten die Bienenzucht in Deutschland nachhaltig.

Prof. Nikolaus Koeniger leitete von 1981 bis 2007 das Institut. Koeniger arbeitete zunächst über Alarmstoffe und Brutpheromone, entdeckte eine neue Milbenart der Riesenhonigbiene und beschrieb eine neue asiatische Honigbienenart. Während seiner Zeit wurden in Oberursel außerdem wichtige neue Erkenntnisse über die Paarungsbiologie der Honigbienen gewonnen.

Das Jahr 2007 markierte einen weiteren Wendepunkt in der Geschichte des Instituts. Zwischen der Polytechnischen Gesellschaft und der Goethe-Universität wurde ein neuer Kooperationsvertrag geschlossen. Seit 2008 ist der Neurobiologe Prof. Bernd Grünewald als Leiter des Instituts für Bienenkunde gleichzeitig erster Stiftungsprofessor der Polytechnischen Gesellschaft an der Goethe-Universität. Am neuerbauten Biologicum auf dem Campus Riedberg stehen der Arbeitsgruppe seit 2011 neue Laborräume zur Verfügung. Das erleichtert den wissenschaftlichen Austausch mit Fachkollegen und Studenten erheblich. Neben Therapieansätzen gegen Bienenkrankheiten wird heute am Institut für Bienenkunde überwiegend über die Mechanismen geforscht, die Lernen und Gedächtnis bei Bienen zugrunde liegen. Die Lernleistungen von Bienen sind enorm: sie merken sich Ort und Beschaffenheit von Futterquellen und navigieren zielsicher in einem Radius von 5 km um ihren Stock. „Dabei passt ihr Gehirn locker in einen Stecknadelkopf und enthält gerade einmal 1 Million Nervenzellen“, sagt Grünewald, „so viele Nervenzellen hat ein Mensch in einem Auge“.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Bienenkunde, Polytechnische Gesellschaft, FB Biowissenschaften - Zellbiologie und Neurowissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Karl-von-Frisch-Weg 2,61440 Oberursel, Tel. 6171-21278, b.gruenewald@bio.uni-frankfurt.de, www.institut-fuer-bienenkunde.de

Hochschulpolitische Themen

Aug 30 2012
14:31

Goethe-Universität kann in diesem Jahr bis zu 382 Stipendien vergeben

Bewerbungsphase für Deutschland-Stipendium startet

FRANKFURT. Neue Runde für das Deutschland-Stipendium: Die Goethe-Universität startet heute die zweite Bewerbungsphase, nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für 2012 erneut einen Zuschuss für die Stipendien bewilligt hat. „Wir wollen junge talentierte Menschen fördern, damit sie den Kopf frei haben für ihr Studium und gleichzeitig gesellschaftlich aktiv sein können – dieser Gedanke steht im Zentrum des Deutschland-Stipendiums“, betont Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Bewerben können sich alle Studierende, unabhängig davon, ob sie sich in der Studieneingangs- oder der Masterphase befinden, und unabhängig davon, was sie studieren - Literaturwissenschaft oder Zahnmedizin. Unterstützt werden besonders begabte Studierende. Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig. Über die Vergabe entscheiden neben Leistungskriterien soziale und individuelle Kompetenzen, der persönliche Lebenslauf - insbesondere die Überwindung von besonderen Hürden oder biographischen Brüchen - sowie außerfachliche Interessen. Die Förderdauer beträgt mindestens 12 Monate. Das Deutschland-Stipendium ist Einkommens- und BAföG-unabhängig. Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 21. September.

Das Deutschland-Stipendium an der Goethe-Universität bietet mehr als eine finanzielle Unterstützung: Wie im ersten Förderjahr wird auch dem neuen Jahrgang ein umfangreiches ideelles Förderprogramm geboten. Mentoren aus Unternehmen und Institutionen begleiten eine interdisziplinäre Stipendiatengruppe und geben Tipps und Hilfestellungen. Die eigenen Kompetenzen werden in einer gemeinsamen Projektarbeit ausgebaut. Die Themen bestimmen dabei die Gruppen selbst; mit diesem Engagement wollen die Stipendiaten ihrer Universität, der Stadt Frankfurt und der Region etwas zurück geben.

„Während man sich im Studium die meiste Zeit immer mehr in seinem Fachgebiet spezialisiert und vertieft, hat für mich der Austausch mit anderen Stipendiaten eine ganz neue Erfahrung und vor allem einen ganz neuen Blickwinkel ermöglicht“, erläutert Julia Heinen, Studentin der Germanistik. Ihr Kommilitone Andreas Abersberger ergänzt: „Was mich am Deutschland-Stipendium positiv überraschte, ist der ungezwungene und unkomplizierte Umgang der Stipendiaten und Mentoren verschiedenster Fachrichtungen und Professionen untereinander.“

Das ideelle Förderprogramm wird abgerundet durch monatlich stattfindende Seminare. Hierbei handelt es sich um abgeschlossene Abendveranstaltungen mit interessanten Persönlichkeiten. Einen Vortrag zugesagt haben bereits Helmut Sandrock, Generalsekretär des DFB, sowie Thomas Jühe, Bürgermeister der Stadt Raunheim und Alumnus der Goethe-Universität.

Das nationale Stipendienprogramm wurde vom Bund 2010 beschlossen und trägt sich durch eine Ko-Finanzierung:  Die Stipendien werden hälftig durch Spenden Privater und Mittel des BMBF finanziert. Im vergangenen Jahr konnten auf Grund der vorgegebenen Quote nur 161 Stipendien vergeben werden, dieses Jahr stehen der Goethe-Universität 382 zur Verfügung. Der Großteil der Stipendien ist schon ausfinanziert. Nun werden noch Förderer und Unternehmen gesucht, damit alle Stipendien vergeben werden können und möglichst viele Frankfurter Studierende von der Unterstützung profitieren. Pro Jahresstipendium wird eine Spende von 1.800 Euro benötigt, aber auch kleinere Teilbeträge sind möglich. Kontakt über: Caroline Mattingley-Scott, Leiterin Stabsstelle Fundraising der Goethe-Universität, Tel. 069-798-22471.

Weitere Informationen zum Stipendienprogramm und zur Bewerbung: www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de

Forschung

Aug 30 2012
12:20

Tiefsee-Bohrungen zeigen langfristige Entwicklung des CO2-Kreislaufs/ Publikation in Nature

Klimaentwicklung ist keine Einbahnstraße

FRANKFURT. Wie sich die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre im Verlauf der Erdgeschichte entwickelte, lässt sich langfristig an den Kalkablagerungen in der Tiefsee ablesen. Durch die Verwitterung von Gesteinen wird nämlich der Luft Kohlendioxid entzogen. Über die Flüsse gelangt das chemisch gebundene Treibhausgas ins Meer und wird dort als Kalkablagerung gespeichert, zum Beispiel in kalkigen Mikrofossilen. Dieser Prozess führt langfristig zu einer globalen Abkühlung. Das konnten Forscher des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BIK-F) und der Goethe-Universität für die letzten rund 55 Millionen Jahre anhand von Tiefseebohrungen im äquatorialen Pazifik mit bisher unerreichter Genauigkeit belegen.

Parallel zum Übergang vom Supertreibhaus zum Eiszeitalter fiel auch die Meerestiefe, unterhalb der das Kohlenstoffmineral Kalkspat vollständig aufgelöst wird (Karbonat-Kompensationstiefe). Das berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature. Die Daten stammen aus Tiefseebohrungen in der Region beiderseits des äquatorialen Pazifiks, die für den globalen Kohlenstoffkreislauf äußerst produktiv ist. Während einer viermonatigen Expedition des US-amerikanischen Bohrschiffs JOIDES Resolution im Jahr 2009 bohrten die Expeditions-Teams in Wassertiefen von 4.300 bis 5.100 Metern. Sie entnahmen die Bohrkerne an acht Orten und über insgesamt 6.3 Kilometer Länge. Damit steht ein Klimaarchiv zur Verfügung, das die letzten 55 Millionen Jahre umspannt.

„Wir reden heute viel über das vom Menschen kurzfristig produzierte Kohlenstoffdioxid und die dadurch ausgelöste Klimaerwärmung“, sagt Prof. Heiko Pälike, einer der Expeditionsleiter. Er arbeitet seit Juni 2012 im MARUM - Zentrum für Marine Umwelt der Universität Bremen. „Über Jahrmillionen gesehen bestimmen allerdings andere Prozesse den Kohlenstoffkreislauf.“ Zum Beispiel Vulkaneruptionen, die große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre ausstoßen. Andererseits sorgt die Verwitterung kalkhaltiger Gesteine dafür, dass Kohlendioxid wieder gebunden und dem Klimakreislauf entzogen wird. Die Bilanz des Kohlenstoffkreislaufs spiegelt sich im Ozean, und zwar in der Karbonat-Kompensationstiefe. Unterhalb dieser Grenze bleiben keine kalkhaltigen Partikel wie Kalkschalenreste von Meeresorganismen erhalten.

Im äquatorialen Pazifik lag die Grenzlinie vor rund 55 Millionen Jahren in 3.300 bis 3.600 Meter Tiefe. Zwischen 52 und 47 Millionen Jahre vor heute, als es auf unserem Planeten besonders warm war, flachte sie sogar bis auf 3.000 Meter Meerestiefe ab. Als die Erde vor 34 Millionen Jahren allmählich abkühlte und sich in der Antarktis erste Eisschilde bildeten, senkte sich die Karbonat-Tiefenlinie im Pazifik ab, und zwar auf bis zu 4.800 Meter vor 10,5 Millionen Jahren.

Die Tiefseeablagerungen belegen eindrucksvoll, dass Klima und Kohlenstoffkreislauf nie eine Einbahnstraße waren: „In den Ablagerungen aus der Zeit, die der großen antarktischen Vereisung vor 34 Millionen Jahren voranging, haben wir fünf Ereignisse beschrieben, in denen sich die Karbonat-Kompensationstiefe kurzfristig zwischen 200 und 900 Metern nach oben und unten bewegte“, sagt der Geowissenschaftler Prof. Jens Herrle, einer der Expeditionsteilnehmer: „Diese Ereignisse, die oft für Erwärmungs- und Abkühlungsphasen stehen, dauerten zwischen 250.000 und einer Million Jahre. Sie sind durch einen Wechsel innerhalb des marinen Planktons von kalkigen zu kieseligen Mikrofossilien gekennzeichnet.“

Aber auch für die jüngere Vergangenheit sind vergleichbare Episoden belegt. So vor rund 18,5 Millionen Jahren, als besagte Karbonat-Tiefenlinie um rund 600 Meter Richtung Meeresoberfläche anstieg – um zweieinhalb Millionen Jahre später wieder auf 4.700 Meter abzusinken. Heute liegt sie im Pazifik bei etwa 4.500 Meter.

Um die Ursachen dieser Schwankungen zu bestimmen, setzte das internationale Wissenschaftlerteam auf Computermodelle, die das System Erde und die wesentlichen dort ablaufenden Prozesse nachbilden. Dies war eine der Forschungsarbeiten der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Cecily Chun aus der Arbeitsgruppe Paläontologie und Biogeochemie von Prof. Jens Herrle an der Goethe-Universität.

Publikation: Heiko Pälike et al.: A Cenozoic record of the equatorial Pacific carbonate compensation depth, in Nature DOI: 10.1038/nature11360

Bilder zum Download finden Sie hier.

Bildtexte:

  • Bild 1: Ausfahrt der Joides Resolution von Honolulu Hawaii im Mai 2009 (Expedition 320/321). Im Hintergrund der Vulkankrater Diamond Head an der Südostküste Hawaiis (Copyright: Integrated Ocean Drilling Program/United States Implementing Organization (IODP/USIO))
  • Bild 2: Bohrlokationen der Expedition 320 im äquatorialen Pazifik (Copyright:  IODP/USIO).
  • Bild 3: Bohrkern 1333B im Sedimentlabor auf dem Forschungsschiff Joides Resolution. Zu sehen ist der Übergang von braunen (links) zu weißen Sedimenten (rechts), die den Bereich der permanenten antarktischen Vereisung vor 34 Millionen Jahren (Eozän/Oligozän-Grenze) markieren (Copyright: Jens Herrle, Goethe Universität Frankfurt).
  • Bild 4: Teilnehmer der Expedition 320 mit Wissenschaftlern, Bohrteam und Mannschaft (Copyright: Integrated Ocean Drilling Program/United States Implementing Organization (IODP/USIO).

Informationen: Prof. Jens Herrle, Arbeitsgruppe Paläontologie und Biogeochemie, Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40180; jens.herrle@em.uni-frankfurt.de.

Forschung

Aug 30 2012
12:16

Verlagerung auf die rechte Seite findet erst beim zweiten Vogelzug statt, wie Forscher der Goethe-Universität und der Universität Bochum festgestellt haben

Junge Rotkehlchen haben Kompass in beiden Augen

FRANKFURT. Zugvögel wie das europäische Rotkehlchen (Erithacus rubecula) orientieren sich mithilfe eines Magnetkompasses in ihrem rechten Auge. Wie Wissenschaftler der Goethe-Universität zusammen mit Kollegen der Universität Bochum jetzt herausgefunden haben, ist dieser Kompass aber bei Jungvögeln noch in beiden Augen lokalisiert. Ein Grund für die Verlagerung der Orientierungsfunktion auf das rechte Auge könnte sein, dass dadurch eine Gehirnhälfte entlastet wird, um andere Sinneseindrücke schneller verarbeiten zu können.

Die Verlagerung bestimmter Hirnleistungen auf nur eine Hemisphäre (Lateralisation) ist ein Prinzip, das sich in der Evolution mehrfach bewährt hat. So können Schimpansen, die bevorzugt eine Hand gebrauchen, erfolgreicher Termiten fangen; Tauben mit unterschiedlich spezialisierten Augen finden leichter Körner zwischen Kieselsteinen, und auch der Mensch verarbeitet Sprache hauptsächlich in der linken Gehirnhälfte. Die jetzt in dem Proceedings of the Royal Society veröffentlichten Ergebnisse der Gruppe um die Frankfurter Vogelforscher Wolfgang und Rowitha Wiltschko sprechen dafür, dass auch bei der Wahrnehmung des Erdmagnetfelds die Vorteile der Lateralisation genutzt werden.

Die Forscher untersuchten Jungvögel auf ihrem ersten Vogelzug, die im Garten des Frankfurter Zoologischen Instituts einen Zwischenstopp auf ihrem Weg nach Süden einlegten. Dabei stellten sie fest, dass Jungvögel sich bei ihrem ersten Zug sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Auge orientieren. Im darauf folgenden Frühling ist die Fähigkeit schon auf das rechte Auge verlagert, aber noch flexibel. Nachdem das rechte Auge für sechs Stunden abgedeckt wurde, war der Kompass im linken Auge wieder aktiv. Beim nächsten Vogelzug im Herbst ist die Lateralisation dagegen schon stärker auf das rechte Auge und damit die linke Hirnhälfte fixiert. Dies interpretieren die Forscher als einen Reifungsprozess, welcher der Leistungssteigerung des Gehirns dient: Da beide Augen die absolut gleiche Information über die Richtung des Erdmagnetfelds vermitteln würden, stehen so die entsprechenden Areale in der anderen Hirnhälfte für andere Aufgaben frei.

Publikation: Dennis Gehring, Wolfgang Wiltschko et al.: Development of Lateralisation of the Magnetic Compass in a Migratory Bird, Proceedings of the Royal Society B, First Cite, DOI: 10.1098/rspb.2012.1654

Informationen: Prof. Roswitha Wiltschko, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Biocampus Siesmayerstraße, Tel.: (069) 798-24703; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Aug 29 2012
16:20

Prof. Tanja Brühl wurde heute vom Senat der Universität zur Vizepräsidentin gewählt

Präsidium der Goethe-Universität erhält Verstärkung

FRANKFURT. Ein neues Gesicht in der Führungsetage der Goethe-Universität: Prof. Tanja Brühl, 43, wurde heute vom erweiterten Senat mit großer Mehrheit zur Vizepräsidentin gewählt. Die Politologin wird zum 1. Oktober ihr Amt antreten. Brühl folgt damit der Physikerin Prof. Roser Valenti, die auf eigenen Wunsch nach drei Jahren aus dem Präsidium ausscheidet, um sich wieder verstärkt wissenschaftlichen Aufgaben zuzuwenden.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl begrüßte die Wahl: „Mit Tanja Brühl zieht eine ausgezeichnete Wissenschaftlerin und Kennerin der Hochschulpolitik in das Präsidium ein. Ich gratuliere ihr herzlich zur Wahl und freue mich auf die Zusammenarbeit.“ Brühl soll sich künftig Fragen der Lehre und des Studiums widmen und dabei ihren Fokus auf die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge sowie deren Internationalisierung legen. Zudem wird sie für die Fachbereiche Gesellschafts- Erziehungswissenschaften und Psychologie zuständig sein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Standortentwicklung, insbesondere der noch ausstehende Umzug von Bockenheim auf den Campus Westend.

Die Goethe-Universität, die zurzeit 41.000 Studierende zählt, muss in den nächsten Jahren mit weiteren Aufwüchsen rechnen. Lehre und Studium werden deshalb wichtige Handlungsfelder für das Präsidium sein. Die neue Vizepräsidentin Tanja Brühl gilt gerade hier als eine ausgewiesene Expertin. So erhielt sie im Juni 2008 den mit 15.000 Euro dotierten 1822- und Universitätspreis für exzellente Lehre an der Goethe-Universität. 2009 folgte der mit 150.000 Euro dotierte Hessische Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre. Zudem hat sie als Studiendekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften maßgeblich an dem erfolgreichen Konzept  „Starker Start ins Studium“ mitgewirkt. Es brachte 2011 der Goethe-Universität die Höchstförderung von 21 Millionen Euro beim Bund-Länder-Programm „Qualitätspakt Lehre“.

Tanja Brühl ist die Goethe-Universität bestens vertraut. Sie studierte in Frankfurt Biologie und Sozialkunde auf Lehramt an Gymnasien und schloss ihr Studium 1994 mit dem Staatsexamen ab. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Duisburg, Tübingen und Frankfurt. Dort promovierte sie auch 2002 über „Nichtregierungsorganisationen als Akteure internationaler Umweltverhandlungen“ und wurde anschließend auf die Juniorprofessur für Friedens- und Konfliktforschung berufen. Seit 2007 ist sie Professorin für Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt internationale Institutionen und Friedensprozesse an der Goethe-Universität. 2010 wurde sie in das Stiftungskuratorium der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung im Weiterbildungszentrum Ingelheim berufen.


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Veranstaltungen

Aug 29 2012
16:15

Vom Froschkönig, blinden Fischen und den Tricks des Gehirns

Frankfurter Kinder-Uni feiert ihren 10. Geburtstag

FRANKFURT. In diesem Jahr feiert die Frankfurter Kinder-Uni vom 10. bis 14. September  auf dem Campus Westend ihren 10. Geburtstag. Sechs Wissenschaftler berichten in täglich drei Vorlesungen über ihr Forschungsgebiet. Sie vermitteln, was sie neugierig macht, warum sie hartnäckig bleiben und nicht aufhören sich zu wundern. Während die Vorlesungen am Vormittag Schulklassen vorbehalten sind, lädt die Universität zum Jubiläum Kinder auch mit ihren Eltern und anderen Interessierten in die Vorlesungen am Nachmittag ein.

„Unser Konzept, Acht- bis Zwölfjährige durch altersgerechte Vorlesungen für Forschung zu begeistern, hat sich bewährt“, resümiert Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre. Das bestätigen auch zahlreiche positive Rückmeldungen von Kindern, Lehrern und Eltern. Bewusst öffnet sich die Kinder-Uni für Schüler aller Schulformen. „Damit möchten wir auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern für ein späteres Studium interessieren“, ergänzt Schubert-Zsilavecz. Die Bilanz seit Beginn der Kinder-Uni im Jahr 2003 kann sich sehen lassen: Knapp 73.000 Schülerinnen und Schüler haben die 115 Vorlesungen besucht.

Auch in diesem Jahr erwartet die Kinder ein spannendes Programm: Zum Auftakt am Montag (10. September) berichtet der Physiker Prof. Henner Büsching in seiner Vorlesung „Wie baut man ein Atom“ über die kleinsten Bausteine der Materie und den weltweit größten Teilchenbeschleuniger am CERN bei Genf. Dort wurde vor Kurzem das Higgs-Teilchen entdeckt, nach dem die Physiker so lange gesucht hatten.

Zum 200. Geburtstag der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm haben wir am Dienstag (11. September) die Märchenforscherin Dr. Claudia Pecher eingeladen. Auf die Frage „Wer hat den Frosch geküsst?“ gibt sie in ihrer Vorlesung einige überraschende Antworten. Ausschnitte aus Filmen lassen die Märchenfiguren der Brüder Grimm lebendig werden.

Als Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2012 (Zukunftsprojekt Erde) veranschaulicht der Evolutionsbiologe Privatdozent Dr. Martin Plath, wie Artenvielfalt entsteht. Das macht er am Beispiel seines Lieblingstiers, des Höhlenfischs. Dessen Vorfahren lernten einst, sich im Dunkeln zu recht zu finden und eroberten so einen neuen Lebensraum. Mehr dazu in der Vorlesung „Warum der Höhlenfisch keine Augen mehr braucht“ am Mittwoch (12. September)

Gerechtigkeit ist ein Thema, das Kinder schon früh beschäftigt. Am Donnerstag (13. September) geht es um gerechte Strafen und darum, wie es in einem demokratischen Staat in Gerichtsverhandlungen zugehen muss. Die beiden Kriminalwissenschaftler Dr. Milan Kuhli und Dr. Martin Asholt fragen in ihrer Vorlesung „Was passiert mit Gaunern und Ganoven?“.  Sie sind dabei dem Verdächtigen auf der Spur und zeigen, wie ein Strafprozess abläuft, an dem sich die Kinder auch beteiligen können.

Zum Abschluss beschäftigt sich der Hirnforscher Dr. Christian Kell mit den Tricks, die unser Gehirn anwendet, um aus einer Flut von Informationen die wichtigen heraus zu filtern und möglichst energiesparend zu interpretieren. Dabei passieren manchmal auch Pannen, wie der Neurologe in seiner Vorlesung am Freitag (14. September) zeigt. Er beantwortet die Frage: „Wieso sieht unter Gehirn mehr als unsere Augen?“.

Zum 10.  Geburtstag besucht auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann die Kinder-Uni:  Am Mittwoch (12. September) schaut er sich zunächst eine Vorlesung an und nutzt dann die Gelegenheit,  mit  Frankfurter Schülerinnen und Schülern über ihre Wünsche und Bedürfnisse ins Gespräch  zu kommen.

Mehr als 15 000 Schülerinnen und Schüler  haben sich in diesem Jahr zu den Vorlesungen am Vormittag angemeldet, im vergangenen Jahr war die Zahl der Interessierten ähnlich hoch. Über die Vergabe der 12 000 Plätze entschied gestern das Los. Klassen, die leider kein Glück bei der Verlosung hatten, können die ausgewählte Vorlesung auch per Live-Stream im Klassenzimmer verfolgen – oder sich später alle Vorlesungen im Internet anschauen.

Ohne Voranmeldung können alle interessierten Acht- bis Zwölfjährigen nachmittags um 16 Uhr zur Kinder-Uni kommen, lediglich Gruppen ab fünf Personen von Horten, KiTas oder Schul-AGs sollten sich im Voraus anmelden. Da der Hörsaal groß genug ist, können Eltern und andere Erwachsene die Kinder am Nachmittag gern begleiten. Der Hörsaal wird etwa 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.

Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an drei oder mehr Vorlesungen beteiligt haben, können an der Verlosung teilnehmen und einen von vielen tollen Preisen gewinnen – unter anderem: GEOlino-Abonnements, Kinder-Uni-Bücher und –Hör-CDs, Schüler-Timer, Theaterkarten für das Schauspiel Frankfurt und Kinder-Uni-T-Shirts. Wer vom vielen Denken hungrig geworden ist, kann sich in einer der beiden Mensen des Studentenwerks oder im Bistrorante „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. In den Betrieben des Studentenwerks Frankfurt bekommen die Schüler gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk für 2,50 Euro.

Die 10. Frankfurter Kinder-Uni unterstützen folgende Partner: Bistrorante „Sturm und Drang“, Frankfurter Rundschau, GEOlino, Märchen-Stiftung Walter Kahn, Schauspiel Frankfurt, Buchhandlung Eselsohr, Studentenwerk Frankfurt am Main, CampuService, Esslinger-Verlag, dtv junior, Gerstenberg-Verlag, Hanser-Verlag, Arena-Verlag, Sauerländer-Verlag.

Informationen: Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23266, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de, www.kinderuni.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Aug 28 2012
16:30

Medieneinladung zur Jubiläumsveranstaltung am 31. August, 11.45 Uhr

75 Jahre Bienenforschung in Oberursel

Sehr geehrte Damen und Herren,

als das Institut für Bienenkunde 1937 von der Polytechnischen Gesellschaft gegründet wurde, drohte die Bienenhaltung in Deutschland zusammenzubrechen. Es war ein Gebot der Stunde, ein modernes Forschungsinstitut zu bauen. Heute, 75 Jahre später, ist die Arbeit am Institut nach wie vor brennend aktuell: Die parasitische Milbe Varroa destructor bedroht Bienenvölker weltweit; innovative Bekämpfungsmittel zu entwickeln ist eine der Aufgaben des Teams um den Neurowissenschaftler und Leiter des Instituts, Prof. Dr. Bernd Grünewald. In der Grundlagenforschung stehen die Gehirnprozesse im Vordergrund, die Lernen und Gedächtnis bei Bienen zugrunde liegen.

Am 31. August 2012 ab 13.00 Uhr feiert das Oberurseler Institut, das seit 1963 gemeinsam mit der Goethe-Universität getragen wird, sein 75jähriges Jubiläum. Über die reichhaltige Forschungspalette gestern und heute informieren Mitmachexperimente und Ausstellungen von Institutsmitarbeitern und Studierenden. Hierzu laden wir Sie herzlich ein! Vorab besteht die Möglichkeit sich über Geschichte und Forschung am Institut zu informieren:

am: Freitag, den 31. August 2012, 11.45 Uhr,
Ort: Institut für Bienenkunde, Karl-von-Frisch-Weg 2, 61440 Oberursel
.

Um 13:00 Uhr beginnt der Festakt. Nach den Grußworten laden wir zu einem kleinen Empfang und anschließend zu Vorführungen rund um Gehirn und Verhalten der Honigbiene ein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um eine kurze Nachricht bis zum 24. August, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dirk Frank
Pressereferent

Veranstaltungen

Aug 28 2012
07:41

Get-Together des Arbeitskreises „Chancengleichheit in der Chemie“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker. 7. September, Campus Westend

Netzwerke zum Erfolg

FRANKFURT. Der Arbeitskreis „Chancengleichheit in der Chemie“ (AKCC) trifft sich am 7. September 2012 auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt am Main zu seinem jährlichen Get-Together. Die Veranstaltung will unter dem Titel "Netzwerke zum Erfolg" in diesem Jahr die Bedeutung von Netzwerken für Frauen in den Naturwissenschaften aufzeigen und für ein Engagement in Netzwerken und Fachgesellschaften werben. Verschiedene Netzwerk- und Förder-Modelle vom Studium bis in den Beruf werden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und ihren Partnerorganisationen vorgestellt und diskutiert.

Die Veranstaltung findet statt

am: Freitag, dem 7. September 2012, 13.30 Uhr,
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Anbau Casino, Saal West.

Mit von der Partie sind z.B. das MentorinnenNetzwerk Hessen, das Dechema-VBU-Businessnetzwerk für Managerinnen in den Life Sciences und der Verband der Führungskräfte in der Chemie (VAA). Das Get-Together richtet sich Frauen in Studium und Beruf, die Orientierung, Perspektiven und Vorbilder für Ihren Karriereweg suchen und die sich gerne informieren, vernetzen und austauschen möchten.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.

Anmeldungen: Renate Kießling, r.kiessling@gdch.de, Tel: 069/7917-580

Weitere Informationen und Programm: https://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/akcc/get-together-2012.html

Kontakt: Prof. Dr. Holger Stark, Prodekan des Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Goethe-Universität, Tel.: 069/798-29211, dekanatfb14@uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Aug 27 2012
17:00

Forschungsgebäude des Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ trägt künftig den Namen des Stifters

Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften feierlich eingeweiht

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen weiteren Meilenstein im Ausbau ihres naturwissenschaftlichen Campus Riedberg erreicht: Das Forschungsgebäude des Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ ist mittlerweile voll funktionsfähig und wurde in einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Zu Ehren des Stifters Dr. h.c. Josef Buchmann trägt es den Namen „Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften“. „Josef Buchmann hat sich auf vorbildliche Weise bürgerschaftlich für Wissenschaft und Forschung engagiert. Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu unseren Förderern zählen zu dürfen“, würdigte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl in seinem Grußwort die Leistung des langjährigen Mäzens.

In weniger als fünf Jahren wurde der hoch technisierte Neubau auf dem Riedberg geplant und gebaut. Der Bau wurde je zur Hälfte vom Land Hessen und vom Bund getragen, nachdem der Wissenschaftsrat auf Antrag des Exzellenzclusters 2008 die Finanzierung empfohlen hatte. Auf 3.000 qm bietet er nun Arbeitsplätze für mehr als 180 Wissenschaftler. „Unsere Vision ist, das Institut zu einem Flaggschiff der Goethe-Universität im Bereich Lebenswissenschaften zu machen“, so Direktor Prof. Ivan Dikic. Seit August 2011 sind elf Forschergruppen aus den Disziplinen Biologie, Biochemie, Chemie, Physik und Medizin eingezogen. Sie versuchen, eine der Grundlagen des Lebens besser zu verstehen: Gemeinsam sind sie makromolekularen Komplexen auf der Spur, jenen winzigen Maschinen aus Proteinen, die für das Funktionieren einer Zelle unersetzlich sind. Es gibt viele molekulare Maschinen, und wie sie dynamisch miteinander agieren wird bislang nur ansatzweise verstanden. „Fehlfunktionen im Netzwerk der molekularen Maschinen können schwere Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson auslösen, daher ist unsere Arbeit von großer biomedizinischer Bedeutung. Diese wissenschaftlichen Fortschritte werden die Lebensverhältnisse der Gesellschaft nachhaltig verbessern“, erklärte Dikic.

Diese Fortschritte haben auch das Interesse des Frankfurter Unternehmers und Mäzens Dr. h.c. Josef Buchmann geweckt, der sich mit seiner Stiftung nicht nur für die Goethe-Universität und den Standort Frankfurt sehr engagiert, sondern auch für die Tel Aviv Universität in Israel. Insbesondere die Hilfe für junge Wissenschaftler ist Josef Buchmann wichtig. So hat er seit 1985 beispielsweise 80 Jahresstipendien für Promovierende gewährt. Dem Neubau des Zentrums der Kinderheilkunde am Universitätsklinikum in Frankfurt hat er mit einer großzügigen Spende unter die Arme gegriffen, dort ist ein Gebäudeflügel nach ihm benannt. Ebenso wie der Vogelsaal im Senckenberg Museum, wo er die Neugestaltung unterstützt hat. Darüber hinaus finanziert er im Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) eine Professur. Und nun unterstützt er auch das Forschungsinstitut des Exzellenzclusters mit einem substanziellen Betrag. Zum Dank für sein nachhaltiges Engagement für die Goethe-Universität wurde dem Gebäude nun der Name „Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften“ verliehen.

„Die Spende von Herrn Buchmann leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Exzellenz an unserem Institut“, betonte Prof. Harald Schwalbe, Sprecher des Exzellenzclusters, das im Juni gerade den Zuschlag für eine weitere Förderperiode im bundesweiten Wettbewerb erhalten hatte. „Damit können wir weiteren ausgewiesenen jungen Wissenschaftlern die Chance geben, eine eigene Forschergruppe in Frankfurt aufzubauen.“ Rekrutiert wird der Nachwuchs weltweit, mehr als 18 Nationalitäten arbeiten in dem Gebäude, viele von ihnen haben zuvor an führenden Instituten gelernt oder erste Berufserfahrungen gesammelt. Oft ist es die interdisziplinäre Ausrichtung des Exzellenzclusters, die sie auf den Riedberg lockt.  „Nur in einem solchen Umfeld lassen sich komplexe Strukturen wie molekulare Maschinen aufklären“, so Schwalbe. „Wir hoffen, damit entscheidend zum Verständnis von Erkrankungen wie Demenzen und Krebs beitragen zu können.“

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Harald Schwalbe, Tel. (069)798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de
Prof. Dr. Ivan Dikic, Tel. (069)798-42501, ivan.dikic@biochem2.de

Veranstaltungen

Aug 23 2012
14:04

Wir stellen Ihnen die Themen und Referenten vor

10. Geburtstag der Frankfurter Kinder-Uni

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

in der Woche vom 10. bis 14. September lädt die Goethe-Universität zur 10. Frankfurter Kinder-Uni ein. Warum uns diese turbulente Woche mit einigen tausend Kindern immer wieder Spaß macht und was dieses Jahr auf dem Programm steht, erfahren Sie

am: Mittwoch, dem 29. August 2012, um 11.00 Uhr
im
: Eisenhower-Raum des Poelzigbaus (IG 1.314) auf dem Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60629 Frankfurt am Main.

Ihre Gesprächspartner:

  • Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität
  • Privatdozent Dr. Martin Plath, Evolutionsbiologe
  • Prof. Henner Büsching, Teilchenphysiker
  • Dr. Claudia Pecher, Märchenforscherin
  • Dr. Milan Kuhli und Dr. Martin Asholt, Kriminalwissenschaftler

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um eine kurze Nachricht bis 27. August 2012 an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen.

Mit besten Grüßen

Anne Hardy und Ulrike Jaspers
Referentinnen für Wissenschaftskommunikation

Veranstaltungen

Aug 22 2012
13:07

Medieneinladung zur Einweihungszeremonie am 27. August, 17 Uhr

Einweihung des Buchmann Institute for Molecular Sciences

Sehr geehrte Damen und Herren,

das im Exzellenzcluster ‚Makromolekulare Komplexe‘ gegründete Buchmann Institute for Molecular Life Sciences ist nicht nur baulich fertiggestellt, sondern auch der Forschungsbetrieb läuft mittlerweile auf vollen Touren. Elf Gruppen aus den vier Fachbereichen Physik, Chemie, Biochemie und Pharmazie, Biowissenschaften und Medizin haben das neue Institut bezogen, um interdisziplinäre Projekte zur Erforschung makromolekularer Strukturen voranzutreiben. 

Zu Ehren des Förderers Dr. h. c. Josef Buchmann und seiner Frau Bareket möchten wir Sie zu einer feierlichen Einweihungszeremonie einladen:

am: Montag, dem 27. August 2012, 17.00 Uhr,
Ort: Foyer des Buchmann Institute for Molecular Sciences, Goethe-Universität Frankfurt, Max-von-Laue-Str. 15, 60438 Frankfurt am Main
.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um eine kurze Nachricht bis zum 24. August, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dirk Frank
Pressereferent

Veranstaltungen

Aug 21 2012
11:16

Goethe-Universität bietet Schülern und Lehrkräften wieder ein hochkarätiges Programm. 25./26. September, Otto-Stern-Zentrum, Campus Riedberg

Tag der Naturwissenschaften

FRANKFURT. Zum Jubiläum noch mehr Mitmachprogramm: Der Tag der Naturwissenschaften findet in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt. Die Goethe-Universität lädt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer herzlich dazu ein. Geboten wird Ihnen am 25./26. September ein vielfältiges Programm aus Vorträgen und Experimentalständen. Die Naturwissenschaften einmal außerhalb des Klassenzimmers kennen lernen: Erstaunlich, wo überall Physik drin steckt, wie breit die Forschungsfelder der Biologie aufgestellt sind oder wie spannend Mathematik sein kann!

Am Tag der Naturwissenschaften können folgende Fächer „besichtigt“ werden: Biochemie, Bioinformatik, Biophysik, Biowissenschaften, Chemie, Geographie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Medizin, Meteorologie, Pharmazie, Physik und Zahnmedizin. Alle Studiengänge haben bestimmte inhaltliche Anforderungen und setzen Vorwissen aus der Schule voraus. Vermittelt wird, welches Vorwissen gefragt ist und wie die Kurswahl in der Oberstufe gezielt angegangen werden kann, gerade auch im Hinblick auf ein späteres Studium in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Medizin.

Neu im Programm ist ein Workshop für Lehrerinnen und Lehrer. In einem Impulsreferat wird die Arbeit des Vereins MINT-EC vorgestellt. Der Verein unterstützt Schulen beim Aufbau eines naturwissenschaftlichen Profils. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit, sich über konkrete Projekte in den Schulen auszutauschen.

Auch für Schülerinnen und Schüler wird ein interaktives Element ausprobiert. Geplant ist ein Science-Slam, bei dem einzelne oder kleine Gruppen ein naturwissenschaftliches Thema in 8-10 Minuten in lustiger Art und Weise aufs Korn nehmen. Das Publikum kürt den Sieger durch Dauer und Lautstärker des  Applauses. Das Siegerteam erhält einen Preis. Anmeldungen für den Science Slam sind bis zum 14.09.2012 möglich.

Weitere Informationen: Programmheft und Anmeldung stehen bereit unter www.tdn.uni-frankfurt.de

Ansprechpartner: Marco Blasczyk, blasczyk@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Aug 20 2012
14:57

Ionenkanäle steuern Aktivitätsmuster dopaminerger Nervenzellen

Dem Reiz des Neuen und dem Morbus Parkinson auf der Spur

FRANKFURT. Wie hängen die Aktivität von Neuronen, das Explorationsverhalten und die Parkinson-Erkrankung zusammen? Forschergruppen um die NGFN-Wissenschaftler Professor Birgit Liss in Ulm und Professor Jochen Roeper in Frankfurt haben nun herausgefunden, dass ein spezielles Protein, ein so genannter K-ATP Ionenkanal, entscheidend für die Aktivitätsmuster bestimmter Dopamin-produzierender Nervenzellen ist – und damit wichtig für die Pathophysiologe des Morbus Parkinson, aber auch für das Explorationsverhalten.

Diese neuen Erkenntnisse der unter anderem über das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN), den Frankfurter Sonderforschungsbereich „Redox Regulation“ (SFB815), den Ulmer SFB 497 und die Alfried Krupp-Stiftung geförderten Arbeit wurden nun im renommierten Fachjournal Nature Neuroscience veröffentlicht.

Die Erstautorin der Studie Julia Schiemann, Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Jochen Roeper, entdeckte, dass ein spezielles Protein, ein sogenannter Kalium-Ionenkanal (K-ATP), bei Mäusen in den Dopamin-produzierenden Nervenzellen der Substantia Nigra (SN-DA) – einer Region des Mittelhirns, aktiv und zudem wichtig für eine zeitweilig stark erhöhte Aktivität ist, die so genannte „Burstaktivität“. Diese geht mit einer verstärkten Dopamin-Freisetzung einher. Die neu erkannte Funktion der Ionenkanäle zeigte sich als essentiell für das Verhalten der untersuchten Mäuse. „Wenn wir diese Kanäle selektiv in bestimmten SN-DA-Nervenzellen mit Hilfe viraler Techniken ausschalten, „bursten“ diese Neuronen im intakten Gehirn kaum noch, und die so behandelten Tiere untersuchen mit weniger Interesse eine neue Umgebung“, erläutern Prof. Roeper, Leiter des Instituts für Physiologie II der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Liss, Leiterin des Instituts für Angewandte Physiologie der Universität Ulm.

Zusätzlich spielen die K-ATP-Kanäle auch pathophysiologisch eine Rolle. In Zusammenarbeit mit Dr. Zaghloul vom National Institute of Health (NIH) konnten die Forscher zeigen, dass eben diese SN-DA-Nervenzellen auch bei Parkinson-Patienten eine hohe „Burstaktivität“ aufweisen. Das Absterben dieser Nervenzellen ist eine der Hauptursachen der Parkinson-Symptomatik, wie erschwerte Bewegungen und das Zittern der Muskulatur. Darüber hinaus zeigten die Forscher, dass eine regulatorische Untereinheit des K-ATP-Kanals, das so genannte SUR1-Gen, in den überlebenden Nervenzellen bei Parkinson-Patienten verstärkt exprimiert ist, also mehr Kanäle in der Zellmembran vorliegen sollten. „Diese Befunde weisen darauf hin, dass der K-ATP-Kanal bei Parkinson-Patienten in den SN-DA-Nervenzellen stärker aktiv ist und zur Pathophysiolgie des Morbus Parkinson beitragen könnte“, erklären Prof. Liss und Prof. Roeper.

Bereits 2005 haben Prof. Liss und Prof. Roeper diesen K-ATP Kanal mit der Parkinson’schen Krankheit in Verbindung gebracht. Die Forscher zeigten damals, dass eine generelle Inaktivierung der K-ATP-Kanäle das Absterben der SN-DA-Nervenzellen verhindern kann. Die eigentliche Funktion des Kanals in den SN-DA-Nervenzellen war jedoch bislang unklar.

Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie die K-ATP-Kanäle im Detail zu der Parkinson-Pathophysiologie und auch dem Verhalten Neuem gegenüber beim Menschen beitragen. Die Kalium-Kanäle in den SN-DA-Nervenzellen könnten auch einen möglichen Ansatzpunkt für die Parkinson-Therapie darstellen, indem ihre Öffnung und damit die Aktivität der Nervenzellen pharmakologisch beeinflusst wird. Medikamente, die die Öffnung von K-ATP-Kanälen hemmen, sind in der Therapie des Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ II) bereits im Einsatz. Hierbei bewirken sie die Schließung der Kalium-Kanäle und ermöglichen so eine erhöhte Insulinausschüttung aus den Pankreaszellen. Medikamente, die die Blut-Hirn-Schranke passieren und möglichst selektiv auf die K-ATP-Kanälen der SN-DA Neurone wirken, könnten das Fortschreiten des Zelltods bei der Parkinson-Erkrankung verzögern, hoffen die Wissenschaftler.

Originaltitel der Publikation: Nature Neuroscience. K-ATP channels in dopamine substantia nigra neurons control bursting and novelty-induced exploration. Julia Schiemann, Falk Schlaudraff, Verena Klose, Markus Bingmer, Susumu Seino, Peter J Magill, Kareem A Zaghloul, Gaby Schneider, Birgit Liss & Jochen Roeper

Nationales Genomforschungsnetz (NGFN)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Untersuchung von Neurodegenerativen Erkrankungen seit 2001 im Nationalen Genomforschungsnetz (NGFN). Die Förderung wird seit 2008 im Bereich NGFN-Plus in dem Programm der Medizinischen Genomforschung fortgeführt. Die hier vorgestellten Arbeiten wurden unter Federführung des Integrierten Genomverbundes „Funktionelle Genomik des Parkinson Syndroms“ im Rahmen von NGFN-Plus angefertigt. www.ngfn.de 

Weitere Informationen: Prof. Dr. Birgit Liss, Universität Ulm, Institut für Angewandte Physiologie, Albert Einsteinallee 11, 89081 Ulm, Tel.: +49 (0)731500-36214  (PA), Telefax: +49 (0)731 50 36202, birgit.liss@uni-ulm.de; Prof. Dr. Jochen Roeper, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Neurophysiologie, Theodor Stern Kai 7, 60596 Frankfurt am Main, Tel. +49-69-6301- 84092  (PA), Telefax: +49-69-6301-7668, roeper@em.uni-frankfurt.de 

Pressekontakt NGFN: Dr. Cornelia Depner, NGFN Geschäftsstelle, c/o Deutsches Krebsforschungszentrum, V025, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel. 06221 42-4742, Fax: 06221 42-4651, E-Mail: c.depner@dkfz.de, www.ngfn.de

Pressekontakt Universität Ulm: Willi Baur, Pressesprecher,Telefon: 0731 50 220 20, Fax: 0731 50 220 48, willi.baur@uni-ulm.de

Sonstige

Aug 17 2012
15:36

Beratungstelle MAINKIND bietet Kommunikationstraining für Eltern mit hochbegabten Kindern

Starke Eltern für besondere Kinder

FRANKFURT. Vom 31. August bis 2. September bietet die Beratungsstelle MAINKIND in ihren Räumlichkeiten an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ein besonderes Elterntraining an: „Klikk – Kommunikations- und Lösungsstrategien für die Interaktion mit klugen Kindern“. Der Diplom-Psychologe Dr. Dietrich Arnold wird Eltern mit Hilfe von Gruppenarbeiten und Diskussionen, Kommunikations- und Lösungsstrategien für die Beziehungsarbeit mit ihren hochbegabten Kindern aufzeigen.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle MAINKIND haben in den ersten sechs Monaten nach der Eröffnung im Januar 2012 immer wieder die Rückmeldung von Eltern erhalten, dass diese sich verunsichert im Umgang mit ihren Kindern fühlen und dass sie keine Ansprechpartner im Alltag hätten. Im Klikk-Kommunikationstraining erhalten Eltern Antworten auf  wiederkehrende Fragen; das Training verhilft somit zu mehr Sicherheit in der Beziehung zu ihren Kindern. Hochbegabte Kinder stellen an sich und auch an ihre Umwelt besondere Anforderungen, dazu benötigen sie starke Eltern an ihrer Seite. Das Training verhilft zur  Wiederentdeckung vorhandener und Entdeckung neuer Kompetenzen, die den familiären Alltag von Familien mit hochbegabten Kindern bereichern können. Der Unkostenbeitrag beträgt: 250 Euro

Arnold entwickelte das Klikk-Elterntraining 2006 bis 2008 gemeinsam mit Prof. Dr. Franzis Preckel, Inhaberin des Lehrstuhls für Hochbegabtenforschung und -förderung an der Universität Trier. Klikk wurde viele Jahre erfolgreich an der Ludwig-Maximilians Universität, München angeboten, und viele bayerische Eltern nutzen das Angebot. Die Karg-Stiftung unterstützte sowohl die Erarbeitung der Kursangebote als auch die wissenschaftliche Auswertung. Darüber hinaus wurden die Erfahrungen aus dem Klikk-Projekt in dem Elternhandbuch "Hochbegabte Kinder klug begleiten" (Beltz 2011) kommuniziert.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: mainkind@paed.psych.uni-frankfurt.de    

Die Beratungsstelle MAINKIND ist eine Einrichtung der Goethe-Universität Frankfurt, die durch die Karg-Stiftung (www.karg-stiftung.de), das IDeA Zentrum Frankfurt und die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) gefördert wird. MAINKIND bietet für Kinder, Jugendliche und deren Familien eine ausführliche Diagnostik und Beratung zu Lernauffälligkeiten an. Darüber hinaus werden Interventionen zu ausgewählten Themenbereichen durchgeführt. Das Team,  bestehend aus erfahrenen Diplom- Psychologen/innen, Diplom-Sozialwissenschaftlern/innen und studentischen Hilfskräften arbeitet mit Schulen und Kindertagesstätten, Beratungsstellen und Einrichtungen der Stadt Frankfurt sowie medizinischen und therapeutischen Fachkollegen/innen zusammen.

Terminvereinbarung unter: 069/798-22440, Mo – Do, 13:00 und 14:00 Uhr  oder mainkind@paed.psych.uni-frankfurt.de, bitte mit kurzer Schilderung des Anlasses. 

Forschung

Aug 16 2012
12:09

Forscher-Team veröffentlicht Ergebnisse eines Verhaltenstests in Fachzeitschrift

Wenn die Zeit rast: ADHS-Kinder nehmen Zeit anders wahr

FRANKFURT. Kinder und Jugendliche, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) leiden, haben offenbar eine veränderte Wahrnehmung der Zeit: Wenn Kinder mit ADHS die Dauer von Zeitspannen beurteilen sollten, erlebten sie gleiche Zeitdauern als wesentlich länger als andere Kinder. Dies haben Prof. Dr. Helmut Prior vom Institut für Psychologie der Goethe-Universität, Dr. Marco Walg vom LVR-Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dr. Johannes Oepen vom Viktoriastift in Bad Kreuznach zeigen können.

Ergebnisse ihrer Studie haben die Wissenschaftler soeben in der Online-Ausgabe des wissenschaftlichen Magazins „Journal of Attention Disorders” veröffentlicht. Aufgrund der beteiligten Hirnstrukturen war bereits vermutet worden, dass die Verarbeitung von Zeit bei ADHS verändert ist. Die neue Studie „Adjustment of Time Perception in the Range of Seconds and Milliseconds: The Nature of Time-Processing Alterations in Children With ADHD” liefert nun den ersten klaren Beleg in Verhaltenstests.

31 Kinder mit ADHD und 29 Kinder ohne Störung lernten zunächst, ein auf dem Computerbildschirm für kurze Dauer (z.B. 1,3 Sekunden) gezeigtes Kreissymbol von einem für längere Dauer (z.B. 2,5 Sekunden) gezeigten gleich aussehenden Symbol zu unterschieden. In anschließenden Tests bewerteten sie für eine größere Serie von Zeitspannen,  ob diese „kurz“ oder „lang“ waren.  Dieselben Zeitspannen wurden von Kindern mit ADHD sehr viel häufiger als lang wahrgenommen. Außerdem taten sich ADHS-Kinder schwerer als andere Kinder, sich auf die neue Situation einzustellen, wenn die getesteten Zeitspannen insgesamt verlängert oder verkürzt wurden.

Die publizierten Befunde werfen ein neues Licht auf die Gründe für Impulsivität und mangelnde Konzentration bei ADHS, der am häufigsten diagnostizierten Störung bei Kindern und Jugendlichen. „Ein optimiertes Zeitmanagement, zum Beispiel durch Strukturierung komplexer Aufgaben in Teilaufgaben, dürfte ein wesentlicher Ansatzpunkt sein, um mit ADHS einhergehende Probleme im Schulunterricht und anderen Lebensbereichen in den Griff zu bekommen“, so der Frankfurter Wissenschaftler Prior.

Informationen: Journal of Attention Disorders, Online First, Doi: 10.1177/1087054712454570 Prof. Dr. Helmut Prior, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim, Goethe-Universität, Tel. (069) 798- 22118 Prior@psych.uni-frankfurt.de Dr. Marco Walg, LVR-Klinikum, HHU Düsseldorf, Tel. (0211) 922 4553, marco.walg@lvr.de

Veranstaltungen

Aug 14 2012
14:26

Die IT-Girls Nacht vom 26.-27. Oktober 2012 führt Schülerinnen im Rahmen einer LAN-Party an das Fach Informatik heran. Anmeldung läuft ab sofort!

Spielend die Welt der Bits und Bytes entdecken

FRANKFURT. An die Computer – fertig – los! Das ist das Motto der nächsten „IT-Girls Nacht“ an der Goethe-Universität, die vom 26./27. Oktober (17.00-11.00 Uhr) im Fachbereich Informatik stattfindet. Schülerinnen von 12 bis 17 können wieder eine ganze Nacht lang die Welt der Informatik mit jede Menge Spiel und Spaß entdecken. Eine LAN-Party nur für Girls und mit Rundum-Verpflegung: Spannende Spiele für Computer und Smartphones, tanzende Roboter und noch jede Menge anderer digitaler Techniken können in lockerer Atmosphäre entdeckt werden. Verschiedene Workshops bieten die Möglichkeit zur Vertiefung: Wie sieht ein Job in de Informatik aus? Wie baut man einen Computer auseinander und wieder zusammen? Im Rahmen einer Mini-Vorlesung „Verschlüsselung und Zauberei“ wird Prof. Isolde Adler anschaulich zeigen, was Informatik eigentlich ist – ganz ohne Strom wird der Computer erklärt.

Während der gesamten Nacht stehen durchgehend erfahrene Fachfrauen zur Verfügung. Die angebotenen Computerspiele sind für die Altersgruppe freigegeben. Für die Übernachtung müssen die Teilnehmerinnen Schlafsack und Isomatte mitbringen.

Anmeldung und Infos zur IT-Girls Nacht: Bei der Anmeldung können die Schülerinnen den gewünschten Workshop angeben und erhalten dann ein Anmeldeformular. Diese muss von den Eltern bzw. dem Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Die verbindliche Zusage erfolgt natürlich nur dann, wenn noch Plätze frei sind. Die Teilnahme ist kostenfrei!
http://tinyurl.com/uniLAN

Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Informatik, Lernzentrum, Raum 1, Robert-Mayer-Str. 11-15

Ansprechpartnerin: Shanti I. Hoebel, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Informatik, Robert-Mayer-Str. 10, 60325 Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-28087, Fax (069) 798-25123 lan-party@dbis.informatik.uni-frankfurt.de

Forschung

Aug 14 2012
13:39

Forscher der Universitäten Frankfurt am Main und Augsburg entdecken neuen Mechanismus, der für künftige Elektronik-Anwendungen bedeutend sein könnte

Simultanes Auftreten von Ferroelektrizität und Magnetismus in organischem Material

FRANKFURT. Materialien, die verschiedene Arten „ferroischer“ Ordnung kombinieren, sogenannte Multiferroika, könnten ein neues Zeitalter in der Elektronik einläuten,  insbesondere in der elektronischen Schaltungs-, Sensor- und Speichertechnologie. Denn in Multiferroika treten Magnetismus (die Ausrichtung mikroskopischer Magnete) und Ferroelektrizität (die Ausrichtung elektrischer Dipole) simultan auf. In ihrem soeben in Nature Materials erschienenen Beitrag „Multiferroicity in an organic charge-transfer salt that is suggestive of electric-dipole-driven magnetism“ berichten nun die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Jens Müller und Prof. Dr. Michael Lang (Goethe-Universität Frankfurt) sowie PD Dr. Peter Lunkenheimer und Prof. Dr. Alois Loidl  (Universität Augsburg)  von einer überraschenden Entdeckung: Es ist ihnen gelungen, Multiferroizität erstmals in einem Ladungstransfersalz – in einem organischen (kohlenstoffbasierten) Festkörper also – nachzuweisen und damit eine neue Klasse multiferroischer Materialien zu erschließen.

Überraschend ist diese Entdeckung, weil Ladungstransfersalze an sich schon seit langem bekannt und in der Grundlagenforschung Gegenstand intensiver Untersuchungen sind. Diese Materialien weisen eine erstaunliche Fülle interessanter physikalischer Phänomene auf, so etwa Supraleitung, magnetisch- oder ladungsgeordnete Zustände und Metall-Isolator-Übergänge. Solche Phänomene werden in Frankfurt und Augsburg im Rahmen der DFG-Sonderforschungsbereiche/TRR „Condensed Matter Systems with Variable Many-Body Interactions“ (Sprecher: Prof. Michael Lang) und „From Electronic Correlations to Functionality“ untersucht.

Was die Frankfurter und Augsburger Physiker entdeckt haben ist insofern spektakulär, als in dem untersuchten Material ein neuer Mechanismus auftritt, bei dem die ferroelektrische Ordnung die magnetische überhaupt erst möglich macht: Durch eine zunächst auftretende Ordnung von Elektronen werden konkurrierende magnetische Wechselwirkungen unterdrückt, die zuvor das spontane Ordnen der magnetischen Momente behindert haben. Erst durch diese Unterdrückung wird die antiferromagnetische, also antiparallele Ausrichtung dieser Momente ermöglicht.

Inzwischen arbeiten die Frankfurter und Augsburger Physiker bereits daran, diese neuartigen multiferroischen Eigenschaften in einem organischen Material im Detail zu verstehen und eine mögliche Wechselwirkung zwischen elektrischer und magnetischer Ordnung nachzuweisen. Eine solche Wechselwirkung wäre für mögliche Anwendungen insbesondere in der elektronischen Schaltungs-, Sensor- und Speichertechnologie von hoher Relevanz.

Originalbeitrag: Peter Lunkenheimer, Jens Müller, Stephan Krohns, Florian Schrettle, Alois Loidl, Benedikt Hartmann, Robert Rommel, Mariano de Souza, Chisa Hotta, John A. Schlueter, Michael Lang: “Multiferroicity in an organic charge-transfer salt that is suggestive of electric-dipole-driven magnetism”. http://dx.doi.org/10.1038/NMAT3400

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jens Müller, Tel. (069) 798-47274, j.mueller@physik.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Michael Lang, Tel. (069) 798-47241, michael.lang@physik.uni-frankfurt.de; Physikalisches Institut, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Max-von-Laue-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main http://www.pi.physik.uni-frankfurt.de/index.html

Personalia/Preise

Aug 13 2012
16:47

Jura-Studentin der Goethe-Universität erkämpfte nach turbulentem Finale in London den dritten Platz im Hammerweitwurf

Goethe-Universität gratuliert Betty Heidler zur Bronze-Medaille

FRANKFURT. Ein dramatischer Abend mit erfreulichem Ausgang: Die Frankfurterin Betty Heidler konnte am Freitag in London olympisches Bronze im Hammerweitwurf gewinnen. „Wir gratulieren Betty Heidler ganz herzlich zu der Bronze-Medaille. Die Goethe-Universität ist stolz auf diese Top-Athletin!“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl, und verwies auf die beeindruckende Anzahl von Heidlers sportlichen Erfolgen. Betty Heidler hält den aktuellen Weltrekord im Hammerwurf, wurde 2010 Europameisterin und 2007 Weltmeisterin in ihrer Disziplin.

Die Polizeihauptmeisterin, die Jura an der Goethe-Universität studiert und bei der LG Eintracht Frankfurt trainiert, musste am Freitagabend lange auf das endgültige Ergebnis warten. Durch einen Kampfrichterfehler war ihr stärkster Wurf zunächst nicht berücksichtigt worden. Nach Protesten der Deutschen wurde noch einmal nachgemessen und schließlich stand fest, dass Heidler mit einer Weite von 77,12 Meter auf einem Bronzeplatz lag. Heidlers Medaille bescherte dem deutschen Leichtathletikverband die insgesamt achte Medaille bei den Olympischen Spielen in London.

Forschung

Aug 13 2012
12:41

Nach Artensterben vermehrten sich Schwefelbakterien schlagartig

Vergiftete Ozeane an der Trias-Jura Grenze

FRANKFURT. Das Massensterben von Tieren und Pflanzen vor 200 Millionen Jahren führen Forscher auf massive Vulkanausbrüche zurück. Damals brach der Urkontinent auseinander und der Atlantische Ozean entstand. Die Vulkane setzten riesige Mengen Schwefeldioxid (SO2) und Kohlendioxid (CO2) frei. Diese verursachten eine Reihe von Umweltstörungen, insbesondere globale Erwärmung und einen Sauerstoffmangel in den Ozeanen. Die dramatischen Änderungen in den Ökosystemen der küstennahen Gewässer belegt jetzt der Nachweis grüner Schwefelbakterien, die Wissenschaftler der Goethe-Universität in 200 Millionen Jahre alten Sedimentproben gefunden haben. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Online-Ausgabe von Nature Geoscience publiziert.

Das Artensterben an Land hatte das Team von Dr. Bas van de Schootbrugge vom Institut für Geowissenschaften bereits 2009 untersucht. Tatsächlich führten die Vulkanausbrüche in der nördlichen Hemisphäre zu Waldsterben, worauf sich Farne und andere Pionierpflanzen rasch ausbreiteten. „Die molekularen Überreste der grünen Schwefelbakterien, die wir jetzt in schwarzem Schiefer bei Bohrungen in Norddeutschland und Luxemburg gefunden haben, vermitteln ein düsteres Bild der Küstengewässer unmittelbar nach dem Massensterben“, sagt van de Schootbrugge. Schwefelbakterien gedeihen dort besonders gut, wo reichlich Schwefelwasserstoff vorhanden ist. „Unter diesen Bedingungen vermehrten sich die Bakterien stark. Der Ozean muss im frühen Jura nach faulen Eiern gestunken haben“, erklärt van de Schootbrugge.

Zeitgleich mit der Vermehrung der grünen Schwefel-Bakterien veränderte sich die Zusammensetzung der Algen-Arten. Algen sind die Grundlage der Nahrungskette im Meer. Durch den Sauerstoffmangel verschob sich das Gleichgewicht dramatisch von roten zu grünen Algen-Arten. Das gleichzeitige Auftreten von grünen Schwefelbakterien und grünen Algen ist eine langfristige Folge hoher CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre. Diese führten zu globaler Erwärmung und einer verminderten Wasserzirkulation im Meer. „Die rauen Bedingungen, die nach dem Massensterben in den Küstenregionen herrschten, erklären auch, warum die Lebewesen am Meeresboden so lange brauchten, um sich zu erholen. Beispielsweise gab es im frühen Jura so gut wie keine Korallenriffe. Küstenregionen waren auch damals die hot spots der Biodiversität. Lange, sauerstoffarme Phasen beeinträchtigten ihre Erholung“, so Sylvain Richoz, Leitautor der Studie.

Für unsere Zukunft sind diese Befunde aus der Erdgeschichte insofern relevant, als „Totzonen“– Bereiche, in denen der Ozean keinen Sauerstoff enthält – in letzter Zeit unter dem Einfluss des Menschen zunehmen. Globale Erwärmung und Umweltverschmutzung sind die Hauptursachen. „Besonders beunruhigend ist, dass die Freisetzung großer Mengen CO2 an der Trias-Jura-Grenze so lang anhaltende Effekte auf die Biodiversität der Ozeane hatte“, schließt Sylvain Richoz.

Publikation: Sylvain Richoz, Bas van de Schootbrugge et al.: Hydrogen sulphide poisoning of shallow seas following the end-Triassic extinction, Nature Geoscience, Advanced Online Publication, 12. August 2012, DOI: 10.1038/NGEO1539.

Bilder zum download finden Sie hier.

Bildtexte:
Bild 1: Zyste einer Grünalge der Gattung Tasmanites (60 x 60 Mikrometer). Diese Prasinophyte blühte während der frühen Jurazeit. Foto: Bas van de Schootbrugge.

Bild 2: Zyste einer Grünalge der Gattung Pleurozonaria (50 x 50 Mikrometer). Diese Prasinophyte blühte während der frühen Jurazeit. Foto: Bas van de Schootbrugge.

Bild 3: Zyste einer Rotalge der Gattung Rhaetogonyaulax (40 x 60 Mikrometer). Dinoflagellaten waren häufiger, bevor das Massensterben während der späten Trias einsetzte. Foto: Bas van de Schootbrugge.

Informationen: Dr. Bas van de Schootbrugge, Institut für Geowissenschaften, Facheinheit Paläontologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40178; van.de.Schootbrugge@em.uni-frankfurt.de; Dr. Sylvain Richoz, Institut für Erdwissenschaften, Bereich Geologie und Paläontologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Tel.: +43 (0) 316 380 5581; sylvain.richoz@uni-graz.at

Personalia/Preise

Aug 10 2012
13:43

Aufnahme in die Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin

Prof. Amparo Acker-Palmer neues Mitglied der Leopoldina

FRANKFURT. Amparo Acker-Palmer, Leiterin des Instituts für Molekulare und zelluläre Neurobiologie an der Goethe-Universität, ist als neues Mitglied in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen worden. Die Leopoldina, seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften, wählt zu ihren Mitgliedern herausragende Wissenschaftler aus aller Welt. Sie beraten die Politik und pflegen den Austausch mit ausländischen Akademien und Wissenschaftlern. Die aus Spanien stammende Biologin beschäftigt sich mit Parallelen in der Netzwerkbildung von Nervenzellen und Blutgefäßen. Sie wird in die Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin aufgenommen. „Ich freue mich sehr über diese Würdigung meiner wissenschaftlichen Arbeit“, so Acker-Palmer, die 2010 bereits mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde. Die Mutter zweier Töchter will sich in der Leopoldina auch dafür einsetzten, dass Wissenschaftlerinnen trotz aller Schwierigkeiten Familie und Beruf besser in Einklang bringen können.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl gratulierte der Kollegin: „Es ist Anerkennung und Verpflichtung zugleich, als junge Forscherin in die Reihen der besten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Deutschlands aufgenommen zu werden.“ Prof. Amparo Acker-Palmer untersucht EphrinB-Rezeptoren – das sind Schlüsselmoleküle für die Kommunikation von Nervenzellen an den Kontaktstellen, den Synapsen. Zu den herausragenden wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer Arbeitsgruppe gehört die Feststellung, dass es viele Parallelen zwischen der Verknüpfung von Nervenzellen und der Bildung von Gefäß-Netzwerken gibt. Wichtig sind diese Erkenntnisse vor allem für die Bekämpfung von Tumoren, die besonders reich an Blutgefäßen sind.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Informationen: Prof. Amparo Acker-Palmer, Institut für Molekulare und zelluläre Neurobiologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42563; Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de