Pressemitteilungen  – 2019

Jan 21 2019
14:54

Frühjahrstagung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie findet an der Goethe-Universität statt

Im Alter anders?

FRANKFURT. Was gilt im Alter als „normal“? Und wer verhält sich als alternder Mensch abweichend von den gesellschaftlichen Erwartungen? Über diese Frage geht es bei der Frühjahrstagung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, die in Kooperation mit der Goethe-Universität stattfindet. 

Die Menschen leben immer länger, und die Lebensphase Alter wird immer vielfältiger in ihren Erscheinungsformen. Damit wandeln sich auch die Vorstellungen, die wir vom Alter und vom Altwerden haben: Wer und was im Alter als „normal“ oder „abweichend“ gilt, ist nicht mehr so streng festgelegt. Dies betrifft so unterschiedliche Phänomene wie Homosexualität, Straffälligkeit oder Krankheit: Ältere homosexuelle Menschen sind heute weit weniger stigmatisiert als früher. Hingegen trägt die immer häufiger gestellte Diagnose „Frühdemenz“ dazu bei, dass immer mehr ältere Menschen wegen einer ‚normalen' altersbedingten Vergesslichkeit stigmatisiert werden. 

Bei der Tagung unter dem Titel „Im Alter anders? Zur Bedeutung von Devianz und Abweichung in Zeiten zunehmender Langlebigkeit“ diskutieren 

am 15. Februar, 13:30 Uhr 
bis 16. Februar, 13:30 Uhr
Casino, Renate von Metzler Saal (Raum: Cas 1.801)
Nina-Rubinstein-Weg (Campus Westend) 

Soziologen und Soziologinnen über von hergebrachten Normvorstellungen abweichende Lebensweisen im Alter heute. Die Vorträge thematisieren Straffälligkeit und Strafvollzug im Alter, (Früh-)Demenz und Drogen konsumierende Senioren, aber auch sexuelle Identität, Migration und Unternehmertum von alten Menschen. Auch die so genannten „New Ageing Populations“, z.B. Menschen mit Behinderung, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen und fehlender Behandlungsmöglichkeiten früher keine hohe Lebenserwartung hatten, werden von den Wissenschaftlern in den Blick genommen. 

Veranstaltet wird die Frühjahrstagung der Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kooperation mit der Goethe-Universität und dem hier angesiedelten Frankfurter Forum für Interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA).   

Anmeldung: Dr. Miranda Leontwotisch, leontowitsch@em.uni-frankfurt.de; die Teilnahme kostet 10 Euro für Studierende und Mitglieder der Sektion Alter(n) und Gesellschaft, 30 Euro für Nichtmitglieder; Anmeldeschluss: 26. Januar 2019 

Weitere Informationen unter www.sociohub-fid.de/s/altern-und-gesellschaft

Jan 21 2019
11:05

Vortrag von Femke Grops, Doktorandin der Archäologie, am Dienstag, 29.01.2019, 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität. Ohne Anmeldung, Eintritt frei

„Kann das weg oder ist das echt?“ – Glasierte Quarzkeramik und ihre Bedeutung im Alten Orient 

FRANKFURT. „…und aus dem Ofen kommt Lapislazuli heraus!“ In kaum einer anderen Quelle des Alten Orients wird die Funktion von Glas und glasierter Quarzkeramik so deutlich wie in den sogenannten Glasrezepten aus der Bibliothek des assyrischen Herrschers Assurbanipal (Regierungszeit: 668–631/627 v. Chr.). Ziel war es demnach, die schönen Edelsteine – gerade den beliebten Lapislazuli – zu imitieren. Dass der Stein „aus dem Ofen“ nicht nur das Aussehen, sondern auch die magische Funktion der schützenden und heilenden Steine übernimmt, zeigt die Ausstellung „Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“ (noch bis 24. Februar 2019) im Museum Giersch der Goethe-Universität anhand antiker Objekte aus Assyrien (heutiger Nordirak). Im begleitenden Abendvortrag am Dienstag, 29.01.2019, um 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, zeigt Femke Grops, Doktorandin der Archäologie, die magische Wirkung dieser „fakes“ in ihren archäologischen Fundkontexten. Selten lassen sich Spuren von Ritualen, an denen Quarzkeramik als materia magica teilnahm, so deutlich im archäologischen Befund erfassen wie im Ischtar-Tempel des Herrschers Tukulti-Ninurta I. (1233–1197 v. Chr.) in der Reichshauptstadt Assur. 

In der Sonderausstellung „Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und Ethnologie“ stellen 14 Promovierende und zwei Postdocs der Fächer Archäologie und Ethnologie aus dem Graduiertenkolleg „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität ihre Forschungsthemen vor und was sie daran so fasziniert. Die Themen umfassen die Zeitspanne vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart und sind bisher nur einer kleinen Fachöffentlichkeit bekannt. Ein Fotokunstprojekt von Studierenden der Hochschule RheinMain in Wiesbaden gibt den Forschenden des Graduiertenkollegs ein Gesicht. 

Femke Grops promoviert zum Thema „Assyrische Quarzkeramik“ und ist Mitglied des Graduiertenkollegs „Wert & Äquivalent“ an der Goethe-Universität Frankfurt. 

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse

Informationen: Dipl.-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de 

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Jan 18 2019
13:55

Sechster Vortrag in der Reihe „Kunst als Wertschöpfung“ der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Der westliche Kunstbegriff im Sog des globalisierten Kunstmarkts

FRANKFURT. Die Globalisierung des Kunstmarkts hat Folgen für den Kunstbegriff und, im weiteren, für den Charakter der Kunst selbst. So zeigt sich, dass das westlich-moderne Verständnis von Kunst, die Idee einer Kunstgeschichte sowie einer daraus abgeleiteten autonomen Kunst, lediglich einen Sonderfall darstellte. In den meisten anderen Kulturen gibt es beispielsweise weder eine klare Trennung zwischen freier und angewandter Kunst noch eine zwischen ‚high', moderner Kunst, und ‚low', Trivialkultur. Der Vortrag „Der westliche Kunstbegriff im Sog des globalisierten Kunstmarkts“ von Prof. Wolfgang Ullrich 

am 23. Januar (Mittwoch) um 18 Uhr im Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt 

wird beleuchten, wie die Akteure des globalen Kunstmarkts Kategorien der Kunstbeurteilung relativieren, die von Theorie und Kritik zwar immer wieder infrage gestellt wurden, sich aber dennoch lange Zeit halten konnten. Werden sie nun endgültig obsolet? Und wie sieht die Kunst aus, die dann entsteht? 

Ullrich war von 2006 bis 2015 Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Seither lebt er als freier Autor und Kulturwissenschaftler in Leipzig und veröffentlicht Publikationen zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen sowie zur Konsumtheorie. 

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Kunst als Wertschöpfung. Zum Verhältnis von Ökonomie und Ästhetik“ im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“, finanziert von der Deutsche Bank AG. Die inhaltliche Verantwortung und Moderation der Veranstaltungsreihe liegt bei Prof. Heinz Drügh, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, und Prof. Johannes Völz, Institut für England- und Amerikastudien. In insgesamt sieben öffentlichen Vorträgen denken namhafte Expertinnen und Experten aus den Wirtschaftswissenschaften, der Kunstgeschichte und den Kulturwissenschaften das Verhältnis von Ökonomie und Ästhetik neu. 

Zum Abschluss der Reihe referiert am 6. Februar 2019 Prof. Julika Griem, Anglistin und Direktorin des Kunstwissenschaftlichen Instituts Essen, zum Thema „Ökonomien des Spiels in Kunst und Wissenschaft“. 

Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Alle Veranstaltungen finden im Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt, statt. 

Programm im Internet: http://kunstalswertschoepfung.de/ 

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Fachbereich Neuere Philologien, hediger@tfm.uni-frankfurt.de

Jan 18 2019
12:03

Sybille Steinbacher spricht zum Holocaust-Gedenktag über die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945

Eines der letzten NS-Massaker am Ende des Krieges

FRANKFURT. Rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar finden auch in diesem Jahr an der Goethe-Universität mehrere Veranstaltungen statt. Die Gedenkvorlesung hält am 28. Januar Prof. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Inhaberin der Professur zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Steinbacher spricht über eines der letzten Massaker der NS-Zeit, den Todesmarsch von Ostpreußen an die Bernsteinküste. Dorthin trieb ein SS-Mordkommando Tausende Menschen, fast ausschließlich jüdische Frauen. Sie wurden ins Meer gescheucht, erschossen und erschlagen. Das geschah etwa zur selben Zeit, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 Auschwitz befreite. 

In ihrem Vortrag mit dem Titel „Der Todesmarsch an die Bernsteinküste. Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945“ wird Prof. Sybille Steinbacher 

am Montag, 28. Januar, um 12 Uhr in der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend Theodor-W.-Adorno-Platz 1 

insbesondere die Rolle der Zivilbevölkerung und der lokalen Amtsträger in der Zeit der Todesmärsche beleuchten. Die Palette der Verhaltensweisen war breit: Mitleid und Hilfe, aber auch Feindseligkeit, Abscheu und Angst wurde den Frauen in Palmnicken entgegengebracht. Das Geschehen zeigt: Mit der Befreiung von Auschwitz endete der Massenmord nicht. 

Auch in diesem Jahr gibt es darüber hinaus eine Kooperation mit dem Verein Musica Judaica: Am Donnerstag, 24. Januar, findet um 19.30 Uhr im Casino, Campus Westend, ein Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Ramón Jaffé (Violoncello) und Monica Gutman (Klavier) spielen Ernest Blochs „From Jewish Life“ für Violoncello und Klavier (1924), ein Stück aus Erwin Schulhoffs Sonate für Violoncello und Klavier (1914), sowie 10 Klavierstücke op. 30 (1919) für Klavier solo, die Sonate Nr. 1 Passionen für Violoncello solo (1998) von Don Jaffé sowie Leon Gurvitchs „Mein Leben“ für Klavier solo (2003), das der Komponist Marcel Reich-Ranicki gewidmet hat, sowie die Anne Frank-Suite für Violoncello und Klavier (2018). Der Eintritt kostet 15 Euro, für Mitglieder 10 Euro, für Studierende und Schüler frei.

Zudem lädt das Fritz Bauer Institut zu weiteren Vorträgen und Filmvorführungen sowie zu einer Ausstellung über den Vernichtungsort Malyj Trostenez. 

Die Termine: 

„Gesucht wird… Josef Mengele“ 
Dokumentarfilm, WDR 1985
Filmvorführung und Gespräch mit Felix Kuballa
Mittwoch, 23. Januar, 20:15 Uhr
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28 

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Ramón Jaffé (Violoncello) und Monica Gutman (Klavier) spielen Werke von Ernest Bloch, Erwin Schulhoff, Don Jaffé und Leon Gurvitch (*1979)
Donnerstag, 24. Januar, 19:30 Uhr
Trude-Simonsohn- und Irmgard-Heydorn-Saal, Casino-Gebäude, Nina-Rubinstein-Weg Eintritt: 15 Euro, Mitglieder des Vereins Musica Judaica zahlen 10 Euro, Studierende und Schüler sind frei 

„Niemand will Nazi gewesen sein“
Überlegungen zur Nachgeschichte des „Dritten Reiches“
Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei
Donnerstag, 24. Januar 2019, 18:30 Uhr
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.801 

Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung
Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag von Dr. Petra Rentrop-Koch: Freitag, 25. Januar 2019, 17 Uhr Institut für Stadtgeschichte, Münzgasse 9 „Klänge des Verschweigens“ Ein detektivischer Musikfilm über Wilhelm Heckmann, 2012 Filmvorführung mit Dr. Klaus Stanjek: Sonntag, 27. Januar, 16 Uhr Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni, Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28 

„Viktors Kopf“
Vom Umgang mit einem NS-Unrechtsurteil, 2016
Filmvorführung mit Carmen Eckhardt
Sonntag, 27. Januar, 19 Uhr
Campus Bockenheim, Pupille – Kino in der Uni,
Studierendenhaus, Mertonstr. 26–28

„Der Todesmarsch an die Bernsteinküste“
Die Geschehnisse von Palmnicken im Januar 1945
Vorlesung zum Holocaust-Gedenktag
Prof. Sybille Steinbacher
Montag, 28. Januar, 12 Uhr
Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1,
PA-Gebäude, Lobby

Informationen unter Telefon 069 798-32240, E-Mail: info@fritz-bauer-institut.de sowie unter Telefon 069 798-32112, E-Mail: fzhg@em.uni-frankfurt.de

Jan 17 2019
14:56

Fortsetzung der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema Krieg und politische Gewalt am 23. Januar 2019

Mit Gewalt zum Kriegsverbot?

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, die sich mit dem Wandel von Krieg und politischer Gewalt beschäftigt, wird fortgesetzt. Der nächste Vortragende in der Reihe „The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century“ ist Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Politikwissenschaftler spricht über 

„Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung“ am Mittwoch, 23. Januar 2019, um 18.15 Uhr auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, Raum HZ 9.

Mit der völkerrechtlichen Ächtung des Krieges im 20. Jahrhundert ist der Krieg nicht verschwunden. Vielmehr entwickelten sich spezifische Rechtfertigungen militärischer Gewalt, darunter der Sanktionskrieg zur Aufrechterhaltung eines internationalen Rechtszustands. Bis heute berufen sich Staaten auf die Notwendigkeit, globale Normen notfalls dezentral militärisch durchzusetzen, um langfristig ein globales Gewaltmonopol zu etablieren und das Kriegsverbot zu verwirklichen. Wie ist diese Erwartung – empirisch und normativ – zu bewerten? Hat sich die Zuversicht (etwa Hans Kelsens) erfüllt, und sind wir auf dem Weg zu einem globalen Gewaltmonopol; oder hat sich die Befürchtung (etwa von Carl Schmitt) bestätigt, Sanktionskriege würden die Kriegführung nur verschärfen? 

Im Vortrag werden (1) die theoretischen Positionen zum Kriegsverbot einerseits und zu dezentralen Sanktionskriegen andererseits historisch rekonstruiert; (2) werden die konkurrierenden Erwartungen mit den Ergebnissen der empirischen Kriegsforschung konfrontiert; und (3) wird eine normative Einordnung vorgenommen und nach Stand und Perspektive des liberalen Projektes einer Ächtung des Krieges gefragt. 

Christopher Daase gehört zum Organisationsteam der Ringvorlesung. Er ist auch Stellvertretender Leiter des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Die HSFK gehört zu den Partnerinstitutionen des Frankfurter Exzellenzclusters. 

Die nächsten Termine im Überblick: (Jeweils Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum HZ 9, 18.15 Uhr) 

23. Januar 2019
Prof. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung 

30. Januar 2019
Prof. Matthew A. Evangelista, Cornell University
Disturbing the Peace: How the United States Influences Trends in Global Political Violence

6. Februar 2019
Prof. Stathis N. Kalyvas, University of Oxford
Global Change and Civil Wars 

13. Februar 2019
Prof. Jennifer M. Welsh, McGill University, Montreal
Pockets of Barbarism: Internal and External Challenges to the International Humanitarian Order 

Informationen:
Dr. Julian Junk, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), 030/206049120, junk@hsfk.de, www.hsfk.de
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Detailliertes Programm: http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Jan 15 2019
12:02

Der Allgemeinmediziner ist seit 2007Mitglied des Sachverständigenrats

Ferdinand Gerlach erneut zum Gesundheitsweisen berufen 

FRANKFURT. Prof. Ferdinand M. Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität, ist erneut in den Sachverständigenrat Gesundheit der Bundesregierung berufen worden. Der Allgemeinmediziner ist bereits seit 2007 Ratsmitglied und ab 2012 war er Vorsitzender. Ob er das Amt des Vorsitzenden erneut übernimmt, entscheidet sich in der konstituierenden Sitzung am 27. Februar, wenn der Rat seinen Vorsitzenden wählt.

"Das deutsche Gesundheitssystem steht in den kommenden Jahren vor wichtigen Herausforderungen. Der Rat kann mit seiner interdisziplinären und unabhängigen Expertise wichtige Beiträge zu deren Bewältigung leisten. Ich freue mich auf spannende Aufgaben", so Ferdinand Gerlach.

Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges Gremium der wissenschaftlichen Politikberatung im deutschen Gesundheitswesen. Er setzt sich aus sieben Professorinnen und Professoren zusammen, die die Bereiche Medizin, Wirtschaftswissenschaft und Pflegewissenschaft vertreten. Das Gremium wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung bis auf zwei neue Mitglieder bestätigt. An Stelle des ausscheidenden Gesundheitsökonomen Prof. Eberhard Wille (Universität Mannheim) und der Medizinerin Prof. Marion Haubitz (Universität Hannover) wurden neu berufen die Ökonomin Prof. Beate Jochimsen (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin) und den Mediziner Prof. Christof von Kalle (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg). 

Aufgabe des Sachverständigenrats ist es, die Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren. Der Rat soll Vorschläge für die bedarfsgerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten machen, Versorgungsdefizite aufspüren und Vorschläge für den Abbau von Überversorgungen machen. Hierzu erstellen die Sachverständigen alle zwei Jahre ein Gutachten, das dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt wird. 

Im letzten Gutachten, das seit dem Sommer 2018 im Rahmen mehrerer, auch regionaler Konferenzen mit der Fachöffentlichkeit diskutiert wurde, hat der Rat sich besonders zur bedarfsgerechten Steuerung im Gesundheitswesen geäußert. Neben einem vieldiskutierten Konzept zur Neuorganisation der Notfallversorgung in Deutschland betrifft dies etwa die Weiterentwicklung der Kliniklandschaft, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Praxen sowie die koordinierte Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen und mit Rückenschmerzen. Die Gutachten enthalten weitreichende Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.

Informationen: Prof. Ferdinand Gerlach, Institut für Allgemeinmedizin, Fachbereich Medizin, Campus Niederrad, Tel.: 069/6031- 5687; Gerlach@Allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de 

Foto zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/75792539 

Bildnachweis: Andreas Reeg, Goethe-Universität Frankfurt

Jan 15 2019
11:57

Archäologen der Universitäten Frankfurt und Mainz erforschen gemeinsam mit russischen Wissenschaftlern bronzezeitliche Prozesse in der Steppe zwischen Europa und Asien – 600.000 Euro für zunächst zwei Jahre von der DFG

Was geschah vor 4000 Jahren am Ural?

FRANKFURT. Archäologen der Goethe-Universität um Prof. Rüdiger Krause werden wieder im Ural forschen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und russischen Kollegen wollen sie herausfinden, was im 2. Jahrtausend vor Christus zu großen Veränderungen in der Lebensweise geführt haben könnte. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst bis Ende 2020 mit 600.000 Euro gefördert. Die Forschungen knüpfen an ein früheres Projekt an, das von 2009 bis 2014 stattfand.

Ziel ist es, demographische Prozesse und Siedlungsstrukturen der Übergangszeit von der Bronze- zur Eisenzeit rekonstruieren zu können, die so genannte Post-Sintaschta-Petrovka-Periode. Bisherige Funde haben gezeigt, dass der südliche Trans-Ural an der Trennlinie zwischen Europa und Asien am nördlichen Rand der Eurasischen Steppe eine einzigartige Kulturlandschaft darstellt. Herausragende Denkmäler der Bronze- und Eisenzeit wie Grabhügel („Kurgane“) und Siedlungen zeigen, dass sich hier ein Zentrum wirtschaftlicher Entwicklung und soziokultureller Prozesse befand, die bereits im dritten Jahrtausend vor Christus einsetzten. Nach dem Niedergang der befestigten Siedlungen veränderte sich die Wohnstruktur, es entstanden „offene“ Siedlungen mit Reihenhausbauten ohne Befestigungsanlagen. Russische Forschungen datieren diese Siedlungen in die Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr., also in die späte Bronzezeit.

In der von 2009 bis 2014 andauernden Forschungsphase hat sich Professor Rüdiger Krause vor allem den befestigten Siedlungen der Sintaschta-Petrovka-Phase gewidmet. Diese Kultur zeichnete sich durch frühe Streitwagen aus, durch intensiven Kupferbergbau und eine hoch entwickelte Bronzeherstellung. Nun rücken verschiedene andere archäologische Stätten der Bronze- und Eisenzeit in der Mikroregion des Flusses Yandyrka-Akmulla und am oberen Karagaily-Ayat in den Fokus. Wie haben sich die Siedlungsstrukturen verändert? Wie wurde die Landschaft als ökonomische Basis für Tierhaltung genutzt? Und wie haben sich die Bestattungsformen gewandelt? Die demographischen Prozesse, die alldem zugrunde liegen, sollen im Lauf des interdisziplinären Projekts erforscht werden. Dabei kommen Methoden der Palaeogenetik zum Tragen, aber auch archäologische Ausgrabungen, geophysikalische Prospektionen und die Interpretation der materiellen Kultur und die Archäobotanik.

Wer waren die Menschen, die den damaligen Wandel von einer sesshaften Lebensform zum Nomadismus vollzogen haben? Woher stammten sie und wie sind sie in den Ural gekommen? Auf der Suche nach Antworten werden Archäologie und Palaeogenetik eng zusammenarbeiten. Ein Ziel der Kollaboration ist es, mit modernsten Genomanalysen populationsgenetische Analysen durchzuführen.

Das Team von Professor Joachim Burger an der Universität Mainz ist auf die Analyse von Genomen aus archäologischen Skeletten spezialisiert. In diesem Projekt werden die Mainzer Palaeogenetiker der Frage nachgehen, inwiefern genetische Einflüsse aus Europa oder der zentralasiatischen Steppe einhergehen mit dem kulturellen Wandel, der im Transural zu beobachten ist. Waren es Fremde, die den Wandel einleiteten? Oder haben hier regionale kulturelle Entwicklungen stattgefunden? Wie hat sich die Bevölkerungsstruktur und Demographie über die Jahrtausende verändert? Um Antworten zu finden, werden die Mainzer Forscher die Genome aus den archäologischen Fundstellen des Projekts hochauflösend sequenzieren und sie mit eigens entwickelten statistischen Methoden analysieren, um möglichst viele Details über die Menschen der Bronze- und Eisenzeit herauszufinden.

Information: Prof. Dr. Rüdiger Krause, Institut für Archäologische Wissenschaften, Vor- und Frühgeschichte, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Telefon +49(0)69 798-32120; https://www.uni-frankfurt.de/61564916/LOEWE-Schwerpunkt 

Prof. Dr. Joachim Burger, AG Palaeogenetik, Institut für Oragnismische und Molekulare Evolutionsbiologie (iomE), Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Anselm Franz von Bentzel Weg 7, 55128 Mainz, Telefon +49 (0)6131 39-20981; http://palaeogenetics-mainz.de 

 Bilder zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/75784479

Jan 14 2019
11:33

Frankfurter Theoretiker untersuchen unverstandenes Phänomen im Quantengas

Isolatoren mit leitenden Rändern verstehen

FRANKFURT. Isolatoren, die an ihren Rändern leitfähig sind, versprechen interessante technische Anwendungen. Doch bisher sind ihre Eigenschaften noch wenig verstanden. Physiker der Goethe-Universität haben die sogenannten topologischen Isolatoren nun mithilfe ultrakalter Quantengase modelliert. In der aktuellen Ausgabe der Physical Review Letters zeigen sie, wie man die Randzustände experimentell sichtbar machen könnte. 

Man stelle sich eine Scheibe aus einem Isolator vor, an deren Rand ein Strom immer in dieselbe Richtung fließt. „Dadurch ist es unmöglich, dass ein Quantenteilchen aufgehalten wird, da es den Zustand in die andere Richtung zu laufen schlicht nicht gibt“, erklärt Bernhard Irsigler, der Erstautor der Studie. Anders ausgedrückt: In den Randzuständen fließt der Strom ohne Widerstand. Man könnte sie beispielsweise dazu verwenden, die Zuverlässigkeit und Energie-Effizienz von Mobilgeräten zu steigern. Aktuell wird auch erforscht, wie man damit effizientere Laser bauen könnte. 

Um das Verhalten topologischer Isolatoren besser verstehen zu können, hat man sie in den vergangenen Jahren auch in ultrakalten Quantengasen erzeugt. Diese Gase entstehen, wenn man ein gewöhnliches Gas auf Temperaturen zwischen einem Millionstel und einem Milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt abkühlt. Damit sind ultrakalte Quantengase die kältesten Orte im Universum. Erzeugt man ein ultrakaltes Quantengas zusätzlich in einem optischen Gitter aus Laserlicht, ordnen sich die Gas-Atome so regelmäßig an wie im Kristallgitter eines Festkörpers. Anders als in einem realen Festkörper kann man viele Parameter variieren und so auch künstliche Quantenzustände studieren.

„Wir sprechen gern von einem Quantensimulator, weil ein solches System uns viele Dinge verrät, die in einem Festkörper passieren. So können wir mit ultrakalten Quantengasen in optischen Gittern die Grundlagenphysik von topologischen Isolatoren verstehen“, erläutert Koautor Jun-Hui Zheng. 

Ein bedeutender Unterschied zwischen einem Festkörper und einem Quantengas ist jedoch, dass die wolkenförmigen Gase keine definierten Ränder haben. Wie entscheidet also ein topologischer Isolator im ultrakalten Quantengas, wo seine Ränder sind? Diese Frage beantworten die Physiker aus der Arbeitsgruppe von Prof. Walter Hofstetter vom Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität in ihrer Studie. Sie haben eine künstliche Grenze zwischen einem topologischen Isolator und einem normalen Isolator betrachtet. Diese stellt den Rand des topologischen Isolators dar, an dem sich der leitfähige Randzustand ausbildet. 

„Wir zeigen, dass der Randzustand durch Quantenkorrelationen charakterisiert ist, die man im Experiment mit Hilfe eines Quantengas-Mikroskops messen könnte. Derartige Messungen werden beispielsweise an der Harvard University, am MIT und am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in München durchgeführt“, so Hofstetter. Ein Quantengas-Mikroskop ist ein Gerät, mit dem man im Experiment einzelne Atome sehen kann. „Entscheidend für unsere Arbeit ist, dass wir die Wechselwirkung zwischen den Teilchen des Quantengases explizit berücksichtigten. Das macht die Untersuchung realistischer, aber sehr viel komplizierter. Ohne Supercomputer kann man die aufwendigen Berechnungen nicht durchführen. Besonders wichtig ist für uns auch die enge Zusammenarbeit mit führenden europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen der DFG Forschergruppe'Artificial Gauge Fields and Interacting Topological Phases in Ultracold Atoms'“, ergänzt Hofstetter. 

Publikation: Bernhard Irsigler, Jun-Hui Zheng, and Walter Hofstetter: Interacting Hofstadter interface, Physical Review Letters, https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.122.010406 

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/75773481 

Bildtext: Künstliche Grenze in einem optischen Gitter (blau), befüllt mit einem ultrakalten Quantengas, das aus 'spin-up'-Teilchen (rot) und 'spin-down'-Teilchen (grün) besteht. 'spin-up'-Teilchen können an der Grenze entlang (und nur dort) nur nach links laufen, 'spin-down'-Teilchen nur nach rechts. Bildrechte: Bernhard Irsigler Informationen: Bernhard Irsigler, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel.: 069-798 47883. irsigler@th.physik.uni-frankfurt.de.

Jan 9 2019
13:34

Mentoringprojekt Balu und Du sucht engagierte neue Mentorinnen und Mentoren unter 30 Jahren. 

Grundschulkindern Zeit schenken 

FRANKFURT. Junge Erwachsene (Balus) setzen sich beim ehrenamtlichen Mentorenprojekt „Balu und Du“ für die Entwicklung von Frankfurter Grundschulkindern im Alter von sechs bis zehn Jahren (Moglis) ein. Sie fördern die Kinder ein Jahr lang regelmäßig einen Nachmittag in der Woche. Sie schenken ihnen ihre Zeit und Aufmerksamkeit und ermöglichen ihnen bei Freizeitangeboten unterschiedliche Zugänge zu informeller Bildung. „Wir suchen in diesem Jahr neben Pädagogik- und Lehramtsstudierenden, die bei uns ein reguläres Seminar besuchen können, auch interessierte Personen unter 30 Jahren, die unsere neue Ehrenamtsgruppe als Mentorinnen und Mentoren bereichern werden. Voraussetzungen sind Zeit, Verlässlichkeit und ein Herz für Kinder“, betont Julia Schulz, Projektkoordinatorin seit 2011 im Projekt „Balu und Du“. 

Das Projekt selbst gibt es jetzt schon seit über zehn Jahren am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität. Bundesweit hat sich das Projekt bereits an über 100 Standorten etabliert. Es ist das Größte seiner Art für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren in Deutschland. Durch die Begleitforschung wurde beispielsweise nachgewiesen, dass sich die ‚Moglis' durch das informelle Lernen im Projekt positiv entwickeln: Festgestellt wurden eine fröhlichere Grundstimmung, erhöhte Fähigkeit zur Selbstorganisation, erhöhte Motivation und Beteiligung in der Schule, realistischere Selbsteinschätzung, zunehmende Konzentrationsfähigkeit, erhöhte gesundheitsbezogene Lebensqualität, gesunkenes Stresslevel sowie gesteigerte soziale Kompetenz. 

Das Projekt am Standort Frankfurt wird in diesem Jahr von der aqtivator gGmbH und der Stiftung Frankfurter Löwenkinder finanziell unterstützt. Die Mentorenpaare erhalten zudem bei den Projektpartnern kostenlosen Eintritt (Palmengarten, Zoo, Kindermuseum, Struwwelpeter-Museum und Naturmuseum Senckenberg) und von vielen weiteren Bildungs- und Freizeiteinrichtungen Gutscheine und Freikarten. 

Interessierte, die auch ein Grundschulkind unterstützen möchten und zwischen 17 und 30 Jahre alt sind, sollten sich noch bis Ende Februar informieren und für den Projektstart im April/Mai 2019 anmelden. 

Kontakt: Chiara Schomburg, Tel. (069) 798-36355; schomburg@em.uni-frankfurt.de 

Weitere Informationen unter www.uni-frankfurt.de/balu-und-du bzw. www.balu-und-du.de

Pressefotos stehen zum kostenlosen Download bereit unter https://www.balu-und-du.de/presse/logo-und-bilder/. © Jan Voth

Jan 8 2019
13:59

Job-Messe an der Goethe-Universität für angehende Pädagoginnen und Pädagogen 

Der pädagogischen Praxis auf der Spur

FRANKFURT. „Der pädagogischen Praxis auf der Spur“ heißt die Job-Messe für angehende Pädagoginnen und Pädagogen der Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung, Sozialen Arbeit und Sonderpädagogik an der Goethe-Universität. Hier können Studierende und Absolventen aller Universitäten und auch erfahrene Pädagogen mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Ausstellende Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen haben wiederum die Chance, sich zu präsentieren und potentielle neue Mitarbeiter zu gewinnen. Parallel dazu gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops – auch zum Mitmachen. 

Job-Messe: „Der pädagogischen Praxis auf der Spur“ Freitag, 25. Januar, 10.00 - 16.00 Uhr, im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend. 

In diesem Jahr liegt der Fokus der einzelnen Workshops auf der „Professionalität in pädagogischen Feldern“. Zusätzlich diskutieren zu diesem Thema im Rahmen einer Podiumsdiskussion um 12.45 Uhr Vertretern aus den Bereichen Erziehung, Beratung, Politische Bildung, Erwachsenenbildung und Medienpädagogik. Dabei geht es insbesondere auch um Fragen zum Selbstverständnis der Erziehungswissenschaften.

Im Ausstellungsbereich erwarten die Besucher vielfältige Informationen zu Berufsmöglichkeiten, Weiterbildungen und Jobperspektiven von Einrichtungen von A wie AQA bis Z wie Zentrum für Weiterbildung gGmbH. Für Ratsuchende gibt es ein individuelles Beratungsangebot zu Bewerbung und beruflicher Orientierung. 

Veranstalter der Job-Messe sind der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, das Paritätische Bildungswerk Hessen e.V. sowie der Career Service der Goethe-Universität. Weitere Informationen zur Ausstellerliste und zum Rahmenprogramm unter www.jobmesse-paedagogik.uni-frankfurt.de

Jan 7 2019
12:36

Frankfurter Mineraloge und Petrologe ist Namensgeber eines häufigen, in supertiefen Diamanten vorkommenden Minerals

Wichtiges Mineral nach Prof. Gerhard Brey benannt

FRANKFURT. Diamanten sind Boten aus dem Inneren der Erde. Ein sehr kleiner, aber für die Forschung wichtiger Anteil der seltenen Edelsteine enthält Einschlüsse aus dem Unteren Erdmantel. Eines der häufigsten Mineralien, die so an die Erdoberfläche gelangen, hat die Kommission der „International Mineralogical Association“ zu Ehren des Mineralogen Prof. Gerhard Brey von der Goethe-Universität nun „Breyit“ genannt.

Das Erdinnere ist der direkten Beprobung weitgehend verschlossen. Aufwendige Bohrungen gelangen maximal in Tiefen von 12 Kilometern, was eher einem Kratzen an der Oberfläche entspricht. Vulkane hingegen können Proben aus deutlich tieferen Zonen an die Erdoberfläche bringen. Die aus den größten Tiefen stammenden Proben sind Mineral- und Gesteinseinschlüsse in kostbaren Diamanten. Diese sind ein Forschungsfeld des inzwischen pensionierten Professors für Petrologie und Geochemie Gerhard Brey vom Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität. 

Nach gängigen Theorien besteht der Untere Erdmantel (in einer Tiefe von 660 bis 2900 Kilometern) fast ausschließlich aus den drei Mineralen Bridgemanite, Ferroperiklas und einem Kalzium und Silizium-reichen Mineral in Perowskitstruktur. Bilden sich Diamanten in diesen Tiefen, kommt es vor, dass sie diese Minerale einschließen. Beim Transport an die Erdoberfläche wandelt sich der Kalzium-Silizium-Perowskit in eine neue, unter geringerem Druck stabile Kristallstruktur um. Dieses Mineral war bisher nur als Einschluss in Diamanten bekannt. Es trägt nun den Namen Breyit.

„Die Benennung eines Minerals ist eine ganz besondere Auszeichnung und ehrt das Lebenswerk eines Wissenschaftlers in besonderer und nachhaltiger Weise“, erklärt Breys Kollege, der Mineraloge Prof. Frank Brenker. „Insbesondere dann, wenn es sich um ein so wichtiges Mineral der Erde handelt. Damit ist der Name von Gerhard Brey quasi für immer in Stein gemeißelt“. 

Der seit 2014 pensionierte Gerhard Brey gilt als Pionier der experimentellen Petrologie unter Hochdruck-Bedingungen. Er wurde weltweit bekannt durch die Entwicklung und Kalibration von Geothermobarometern für Gesteine des Erdmantels. Diese Thermobarometer sind nicht nur zentrale Hilfsmittel zur Erforschung des Erdinneren, sondern erfreuen sich auch bei der Suche nach neuen Diamantlagerstätten großer Beliebtheit. Musste man zuvor noch tonnenweise Gestein aufarbeiten, um zu beurteilen, ob die anvisierte Lagerstätte tatsächlich Diamanten enthält, so reichen nun ein paar Mineralkörner aus. 

Neben thermobarometrischen Berechnung gilt Breys Interesse der Löslichkeit von Fluiden und Gasen samt deren Einfluss auf die Bildung von Magmen. Zusammen mit anderen Kollegen war er einer der ersten Forscher, die den wissenschaftlichen Wert von Einschlüssen in Diamanten aus Ursprungstiefen von hunderten von Kilometern erkannten. 

Brey erhielt bereits zahlreiche andere Würdigungen, unter anderem die Ehrendoktorwürde der Russischen Akademie der Wissenschaften und die Abraham-Gottlob-Werner Medaille in Silber, die ihm von der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft für sein Lebenswerk verliehen wurde.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/75659882 

Bildtext: Breyit-Einschluss in einem Brasilianischen Diamanten mit einem „supertiefen“ Ursprung. 

Bildrechte: Brenker, Goethe-Universität Porträts von Gerhard Brey: privat Informationen: Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.