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Dez 3 2013
12:07

Angela Davis als Gastprofessorin für internationale Gender und Diversity Studies am Cornelia Goethe Centrum

„Freedom is a Constant Struggle“

FRANKFURT. Sie ist zurückgekehrt an die Universität, an der sie in der heißen Phase der Studentenrevolte entscheidende intellektuelle Impulse für ihre wissenschaftliche und politische Arbeit bekommen hat: Die 69-jährige amerikanische Bürgerrechtlerin und kritische Sozialwissenschaftlerin Prof. Angela Davis hält während ihres Aufenthaltes vom 3. bis zum 13. Dezember zwei öffentliche Vorträge und stellt sich der Diskussion mit jüngeren Wissenschaftlerinnen in drei Blockseminaren an der Goethe-Universität. Dies ist der Auftakt für die neu eingerichtete Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies am Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), die ihren Namen trägt und auf die nun einmal im Jahr eine international renommierte Gender-Forscherin berufen wird.

Bei ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen sagte Frau Davis: „Ich freue mich, nach 40 Jahren wieder in Frankfurt zu sein und bin sehr neugierig darauf, was sich alles verändert hat!“ Sie wird die neue Universität erkunden, ehemalige Freunde treffen, alte Kneipen aufsuchen und ins Kino gehen. Ende der 1960er Jahre war Angela Davis auf Empfehlung Herbert Marcuses als junge Studentin nach Frankfurt gekommen, um der „kritischen Theorie“ näher zu sein, und am wiedereröffneten Institut für Sozialforschung Soziologie und Philosophie zu studieren.

Davis ist emeritierte Professorin der University of California, Santa Cruz, und gilt als richtungsweisend für die weltweit geführte Race-Class-Gender-Debatte. „Mit der Einrichtung der Gastprofessur ist ein bedeutsamer Schritt getan. Am Centrum findet bereits Forschung statt, die sich mit der Bedeutung von Geschlecht in Verbindung mit anderen Achsen sozialer Ungleichheit und Differenz beschäftigen. Dieser Schwerpunkt bekommt mit der Gastprofessur Unterstützung und Profil“, so Prof. Ulla Wischermann, geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums.

Die öffentlichen Vorträge, die Angela Davis während ihres Aufenthaltes an der Goethe-Universität halten wird, beschäftigen sich mit zentralen Kategorien ihres wissenschaftlichen Denkens und politischen Selbstverständnisses: der Dialektik von Theorie und revolutionärer Praxis, ganz im Sinne der kritischen Theorie der „Frankfurter Schule“, und dem Streben nach gesellschaftlicher „Veränderung“ im Kontext politischer Befreiungskämpfe.

Die beiden Veranstaltungen mit Angela Davis im Festsaal des Casinos, Campus Westend, sind bis auf den letzten Platz ausgebucht, neben Studierenden und Wissenschaftlerinnen nehmen auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger die Chance wahr, Angela Davis live zu erleben. Angekündigt haben sich auch einige Bekannte von Angela Davis aus den 1960er Jahren, unter anderem aus ihrer Wohngemeinschaft in der Adalbertstraße und andere Wegbegleiter und -begleiterinnen, die Angela Davis noch aus gemeinsamen Studienzeiten bei Adorno, Horkheimer, Habermas und Negt und den Vorlesungen im legendären Hörsaal VI in Bockenheim kennen.

Für Davis schließt eine kritische Haltung gegenüber den Konzepten, Werkzeugen und Praktiken, die Wandel begleiten, eine Veränderung unserer Denkgewohnheiten und Vorstellungswelten mit ein. „How does change happen?“ – Diese Frage beschäftigt Davis bei all ihren wissenschaftlichen und politischen Aktivitäten. In diesem Wintersemester steht diese herausfordernde Frage auch über der Vortragsreihe des Cornelia Goethe Centrums, den Cornelia Goethe Colloquien: Sieben internationale Forscherinnen diskutieren aus feministischer und postkolonialer Perspektive zu Themen wie Macht, Herrschaft, Widerstand und radikalem Wandel.

Die Veranstaltungen im Rahmen der Angela Davis Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies werden ermöglicht durch den Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums, das Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies, das Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, die Kinothek Asta Nielsen und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen.

Im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien und der Angela-Davis-Gastprofessur sind im Dezember 2013 folgende öffentliche Veranstaltungen geplant:

3. Dezember (Dienstag), 18:15 bis 19:45 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
Antrittsvorlesung von Angela Davis mit anschließender Diskussion (in engl. Sprache)
„Feminism & Abolition: Theories & Practices for the 21st Century“
Anschließend: FRCPS Angela Davis Party: If I can't dance, it's not my revolution!

4. Dezember (Mittwoch), 18:15-19:45 Uhr, Casino, 1. Stock, R. 1.801
Cornelia Goethe Colloquien „How does Change happen?“ (Vortrag in engl. Sprache)
Marwa Arsanios (Beirut): Have you ever killed a Bear or Becoming Jamila

7. Dezember (Samstag), 18 bis 22 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
13. Cornelia Goethe Salon des Förderkreises des Cornelia Goethe Centrums
“Freedom is a Constant Struggle: Continuities and Closures”, öffentlicher Vortrag von Angela Davis (in engl. Sprache), Angela Davis im Gespräch mit Prof. Helma Lutz (Cornelia Goethe Centrum); Podiumsdiskussion (Moderation: Prof. Margrit Brückner)

10. Dezember (Dienstag), 20.30 Uhr, CINEMA an der Hauptwache
Die Kinothek Asta Nielsen zeigt…: „Free Angela And All Political Prisoners” (2012) (amerikanische OF); im Anschluss: Angela Davis im Gespräch mit Prof. Dr. Margit Mayer

11. Dezember (Mittwoch), 18:15-19:45 Uhr, Casino, 1. Stock, R. 1.801
Cornelia Goethe Colloquien „How does Change happen?“ (Vortrag in engl. Sprache)
Maria Lugones (New York): Indigenous Movement and Decolonial Feminism

18. Dezember (Mittwoch), 18:15-19:45 Uhr, Casino, 1. Stock, R. 1.801
Cornelia Goethe Colloquien „How does Change happen?“ (Vortrag in engl. Sprache)
Zanele Muholi (Durban): Sizwile (We’ve heard)

Information: Stefan Fey, Cornelia Goethe Centrum, mobil 0171 273 9354,
fey@em.uni-frankfurt.de; http://www.cgc.uni-frankfurt.de/angeladavis

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Dez 2 2013
14:24

Historikerin wirft einen anderen Blick auf das Europa der Frühen Neuzeit: „Nicht nur das vornationale Kleinkind des nationalen Erwachsenen des 19. Jahrhunderts“

VolkswagenStiftung ermöglicht Freiräume: Prof. Schorn-Schütte schreibt an ihrem „Opus magnum“

FRANKFURT. Die Frankfurter Historikerin Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte hat das bekommen, was Geisteswissenschaftler am dringendsten benötigen: ein freies Jahr zum Schreiben an ihrem „Opus magnum“. Eine besondere Auszeichnung der VolkswagenStiftung ermöglicht Schorn-Schütte diesen Freiraum: Die Stiftung finanziert im Rahmen ihres Förderprogramms „Opus magnum“ über ein Jahr ihre Vertretung in der Lehre an der Goethe-Universität. So profitiert nicht nur die Professorin, sondern auch der Nachwuchswissenschaftler Privatdozent Dr. Benjamin Steiner, der bereits seit Beginn des Wintersemesters am Historischen Seminar den Studierenden Themen der Frühen Neuzeit vermittelt.

„Die andere Frühe Neuzeit. Politische Kommunikation im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts“ ist Arbeitstitel für ihr großes Werk, darin klingt bereits Schorn-Schüttes Idee einer Neuinterpretation der Epoche an. Dazu die Wissenschaftlerin: „Ich sehe die Einheit der Epoche nicht lediglich in der Vorgeschichte der dann beherrschenden Nationalstaaten, wie es in der gängigen Forschung interpretiert wird. In dieser Epoche lassen sich vielmehr sehr eigenständige Grundzüge einer politischen Theorie und einer sozialen Praxis nachweisen.“ Ihr Anliegen ist es, zu zeigen, dass die Phase vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine europäische, nicht eine vornationale Epoche war. Die Historikerin lenkt ihren Blick auf das verbindend Europäische: „Erstens eine gemeinsame Religion, die sich zwar in der Reformation spaltet, deren Verzahnung mit Rechtstraditionen aber ein neues Potenzial der Rechtfertigung von Teilhaberechten umfasst; zweitens die gemeinsame ständische Verfassung, die eine nichtzentrierte Herrschaftsordnung war; und drittens die europäische Expansion, die den gemeinsamen Charakter des Exportes europäischer Waren ebenso begründete wie den der europäischen Ideen und damit auch antiker Traditionen.“

Ihr Ziel ist es, deutlich zu machen, dass die bisherige Sichtweise auf die Frühe Neuzeit von den späteren Nationalstaaten konstruiert wurde: „Fast alle europäischen Nationen projizieren ihre idealisierten Traditionen in diese ‚Vorgeschichte‘.“ Und sie nennt ein Beispiel: „Klassisch ist die Beschreibung Englands als das Mutterland des Parlamentarismus. Das Europa der Frühen Neuzeit aber war keineswegs nur das vornationale Kleinkind des nationalen Erwachsenen des 19. Jahrhunderts.“

In ihrem „Opus magnum“ wird Schorn-Schütte dies detailliert herausarbeiten. Zum Schreiben genießt sie die Ruhe in ihrer häuslichen Klausur. „Unterbrochen natürlich von Aufenthalten unter anderem an der Universität Padua, wo ich mit einigen Kollegen der politischen Philosophie schon lange sehr gut zusammenarbeite und von Reisen zur Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, dem Eldorado für die Forschungsarbeit zur Geschichte und Kultur der Frühen Neuzeit in Europa.“ Für die 64-jährige Historikerin ist dieses Forschungsjahr „eine wunderbare Gelegenheit, mich endlich wieder ganz meiner Wissenschaft zu widmen.“ Viele Jahre konnte Schorn-Schütte, die unter anderem 2004 bis 2010 Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft war, nur mit äußerster Disziplin wissenschaftlich arbeiten und vor allem schreiben. Ihr 2010 in der Beck-Reihe „Geschichte Europas“ erschienener Band „Konfessionskriege und europäische Expansion, Europa 1500-1648“ entstand überwiegend in den ganz frühen Morgenstunden. In das „Opus magnum“-Programm der Volkswagen-Stiftung passte das Profil von Luise Schorn-Schütte bestens: Denn Ziel der Initiative ist es, Professorinnen und Professoren aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, die sich durch herausragende Arbeiten ausgewiesen haben, einen Freiraum für die intensive Arbeit an einem wissenschaftlichen Werk zu eröffnen. 2015 soll das große Werk der Frankfurter Historiker beim Beck-Verlag erscheinen: „Dem Lektor habe ich schon die beiden ersten Kapitel vorgelegt, die beiden weiteren folgen bis Ende 2014“, ist sie zuversichtlich.

Zur Person
Luise Schorn-Schütte studierte Rechts-, Geschichts- und Politikwissenschaft an den Universitäten Göttingen, Marburg und Münster. 1975 legte sie in Marburg ihr Erstes Staatsexamen ab; 1981 wurde sie mit der Dissertation »Karl Lamprecht – Kulturgeschichtsschreibung zwischen Wissenschaft und Politik« an der Universität Münster promoviert; 1992 habilitierte sie sich an der Universität Gießen mit der Schrift »Evangelische Geistlichkeit der Frühneuzeit – deren Anteil an der Entfaltung frühmoderner Staatlichkeit und Gesellschaft«. 1992/1993 war Schorn-Schütte Heisenbergstipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 1993 lehnte sie Rufe nach Oldenburg und Basel ab und folgte dem Ruf an die Universität Potsdam. Seit 1998 hat sie die Professur für Neuere allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität inne. Von 2004 bis 2010 war sie Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit 2004 ist sie Sprecherin des ersten internationalen geisteswissenschaftlichen Graduiertenkollegs in Hessen (gefördert durch die DFG). Das Kolleg, das aus einer gemeinsamen Initiative von 15 Professoren der Universitäten Frankfurt, Trient (Italien), Innsbruck (Österreich) und Bologna (Italien) entstanden ist, beschäftigt sich mit der »Politischen Kommunikation von der Antike bis in das 20. Jahrhundert«. Seit 2007 gehört Schorn-Schütte zu den Hauptforschern des Exzellenzclusters »Herausbildung normativer Ordnungen«.

Informationen: Prof. Dr. Schorn-Schütte, Historisches Seminar, Campus Westend, zur Zeit nur sporadisch per Mail erreichbar: Schorn-Schuette@em.uni-frankfurt.de

Foto-Download: hier.

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Dez 2 2013
14:22

Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 5. bis 7. Dezember 2013

Von „Shitstorms“ und anderen „Praktiken der Kritik“

FRANKFURT. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich in diesem Jahr mit Kritik in ihren verschiedenen gesellschaftlichen Ausprägungen: Unter welchen Bedingungen entsteht sie? Wie wird sie artikuliert? Welche Reaktionen sind zu beobachten? Der Titel der Tagung lautet „Praktiken der Kritik“ oder auch „Practices of Critique“, denn Teile der dreitägigen Veranstaltung finden auf Englisch statt.

Vom 5. bis zum 7. Dezember werden rund 100 Mitwirkende aus Europa und den USA erwartet. Das Programm umfasst 25 Panels. Hinzu kommen Beiträge von renommierten Forscherpersönlichkeiten. Die mittlerweile vierte internationale Nachwuchskonferenz des Frankfurter Exzellenzclusters ist gleichzeitig Vorbote und Auftakt einer Reihe, mit der der geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsverbund im Jubiläumsjahr 2014 der Goethe-Universität Einblicke in seine Arbeitsschwerpunkte geben wird.

„Praktiken der Kritik nach dem arabischen Frühling“, „Von Shitstorms und Empörungswellen – Gründe und Abgründe der Internetkritik“, „Krise und Kritik im Banken- und Finanzwesen“: So lauten Titel von Panels, die sich mit aktuellen Vorgängen und Geschehnissen befassen. Daneben stehen auch eher grundsätzliche Betrachtungen aus philosophischer, rechts- und politiktheoretischer Perspektive auf dem Programm.

Praktiken der Kritik, so die Grundthese der Konferenz, sind mit normativen Ordnungen und ihrer Herausbildung auf vielfältige Weise verbunden. Normative Ordnungen beziehen sich reflexiv auf kritische Auseinandersetzungen, die in ihnen stattfinden. Sie können Kritik dabei sowohl ermöglichen als auch unterdrücken. Auf der einen Seite kann sich Kritik auf die Rechtfertigungsgrundlagen normativer Ordnungen stützen. Auf der anderen Seite steht eine solche immanente Kritik in der Gefahr, selbst zur Reproduktion der kritisierten Zustände beizutragen.

Der kritischen Praxis sozialer Bewegungen und theoretischer Interventionen wird darüber hinaus oft entgegengehalten, dass es keine gleichsam „unschuldige“ Position gebe, von der aus ein kritischer Standpunkt formuliert werden könne. Es stellt sich entsprechend die Frage, in welcher Form und unter welchen historischen, politischen und sozialen Umständen Kritik überhaupt in Erscheinung treten kann.

Diesen und ähnlichen Fragen gehen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in insgesamt 85 Vorträgen und mehreren Diskussionsrunden nach. Eröffnet wird die Konferenz am Donnerstag (5.12.) von Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters. Die „Opening Lecture“ hält dann der Bremer Rechtswissenschaftler Prof. Andreas Fischer-Lescano zum Thema „Between Force and Violence. A Critique of Law in World Society”. Es folgen weitere prominente Vortragende und Impulsgeber, unter anderem in einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis von „Academia and Critique“ zum Abschluss der Veranstaltung.

Auch die diesjährige internationale Nachwuchskonferenz wird in Eigenregie von Doktorandinnen und Doktoranden des Clusters organisiert. Aktueller Kooperationspartner ist die Hochschule für Gestaltung Offenbach. Mit der Konferenz startet eine Folge von Veranstaltungen, mit denen sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und seine Mitglieder am Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“ beteiligen. Zu den Programmpunkten gehört auch die Nachwuchskonferenz als erster Teil der Reihe „Traditionen und Perspektiven der Kritik“, veranstaltet von den Cluster-Mitgliedern Prof. Nicole Deitelhoff, Prof. Christopher Daase und Dr. Thorsten Thiel.

Hinzu kommen im Jubiläumsjahr 2014 Vorträge renommierter internationaler Wissenschaftler, in denen Themen beleuchtet werden, die für den Cluster grundlegend sind, sowie eine Ringvorlesung in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft. Zu den Vortragenden zählen der Historiker Prof. Christopher Clark, die politische Philosophin Prof. Seyla Benhabib sowie die Rechtswissenschaftler Prof. Martti Koskenniemi, Prof. Joseph H.H. Weiler und Prof. Ingolf Pernice. Nähere Informationen folgen.

Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: graduateconference@normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Informationen: Jannik Pfister vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31450, jannik.pfister@normativeorders.net, www.normativeorders.net 

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Nov 29 2013
12:50

Die niederländische Autorin Connie Palmen liest in der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur“ aus ihrem neuesten Werk

Vom Umgang mit dem Krebstod eines geliebten Menschen: „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“

FRANKFURT. In der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur“ liest die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen am Mittwoch (4.12..) um 19 Uhr aus ihrem neuesten Werk „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“. Die zweisprachige Lesung findet im Casino, Raum 1.812, Campus Westend, statt.

Dieses „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ beschreibt, wie Connie Palmen sich im Jahr 2010 nach dem Krebstod ihres Ehemannes, dem bekannten und charismatischen niederländischen Politiker Hans van Mierlo, mühsam selber wieder ins Leben hineinschreibt. Diesen Prozess gegen das Vergessen will sie unmöglich einen Roman nennen, es ist auch kein Tagebuch; sie nennt es deshalb ein „Logbuch“, mit dessen Hilfe sie die eigene Position bei der vorsichtigen Rückkehr ins Leben bestimmen kann. Sie versucht, die Tiefe des Schmerzes zu ergründen. Dazu liest sie bei anderen Autoren nach, wie diese mit der Trauer und dem Schmerz umgingen, und fragt auch bei anderen Hinterbliebenen nach, wie es für sie sei, ohne den Verstorbenen auskommen zu müssen. Im „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ klopft Palmen sehr präzise Geschehnisse und Gespräche teils in Rückblicken, teils während des Trauerprozesses ab und tastet sich so an ihre Gefühle heran. Die Lektüre dieses in einer wunderbare Sprache geschriebenen Buches geht unter die Haut, sowohl denjenigen, die einen Verlust eines nahen Menschen verarbeiten müssen, als auch denen, die dieses Schicksal (noch) nicht getroffen hat.

Seitdem im Jahre 1995 ihr Debütroman „Die Gesetze“ („De wetten“) in deutscher Übersetzung beim Diogenes Verlag erschien, ist die Philologin und Philosophin Connie Palmen auch im deutschen Sprachraum eine feste literarische Größe. Insgesamt erschienen von ihr acht Titel bei diesem Verlag, der letzte im März 2013. Für die 1955 geborene Connie Palmen ist es bereits der zweite Versuch, um nach dem Tod eines Partners schreibend zu sich selbst zu finden. Ihr 1998 erschienener Roadmovie „I.M.“ (deutsch 2001) erzählte ihre stürmische Beziehung mit dem niederländischen Moderator und Publizisten Ischa Meijer und ihre Verzweiflung nach seinem plötzlichen Herzstillstand im Jahre 1995.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

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Nov 28 2013
15:09

Vortrag des Düsseldorfer Soziologen Oliver Marchart im Kolloquium „Politische Theorie“. Dienstag, 3.12, 18 Uhr, Campus Westend

Das unmögliche Objekt Gesellschaft

FRANKFURT. Im Kolloquium “Politische Theorie” an der Goethe-Universität hält Prof. Oliver Marchart, Professor für Soziologie an der Kunstakademie Düsseldorf, einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel “Das unmögliche Objekt Gesellschaft. Zur Wiedererfindung von Gesellschaftstheorie als Theorie des Politischen”.

Es gibt schlechterdings kein Konzept, das unter Sozialwissenschaftler(inne)n umstrittener wäre als der eigene Grundbegriff. Gilt er den einen als unverzichtbar, so halten ihn die anderen für überflüssig oder gar schädlich. Entlang der Kämpfe um dieses so notwendige wie unmögliche Objekt „Gesellschaft“ präsentiert Oliver Marchart, dessen Monographie „Die politische Differenz. Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben“ (Berlin: Suhrkamp, 2010) zu den meistdiskutierten Beiträgen zur politischen Philosophie und Sozialtheorie der letzten Jahre gehört, in seinem neuen, gerade erschienen Buch „Das unmögliche Objekt. Eine postfundamentalistische Theorie der Gesellschaft“ (Berlin: Suhrkamp, 2013) eine alternative Geschichte der Sozialwissenschaften von Durkheim bis in die Gegenwart. Darin wird erstmals eine systematische Zusammenschau der jüngsten poststrukturalistischen Sozialtheorien von Foucault über Latour bis Laclau geleistet; und vor diesem Hintergrund ergibt sich auch ein leidenschaftliches Plädoyer für die Neubelebung der Gesellschaftstheorie.

Einladung zum öffentlichen Vortrag:
Dienstag, 3.12.2013, 18 Uhr c.t.
Oliver Marchart: “Das unmögliche Objekt Gesellschaft.
Zur Wiedererfindung von Gesellschaftstheorie als Theorie des Politischen”
Forschungskolloquium "Politische Theorie"
Raum EG.01, Haus „Normative Ordnungen“
Goethe-Universität, Campus Westend, Hansaallee/Lübecker Straße

Weitere Informationen: Prof. Dr. Rainer Forst, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität, Tel. (069) 798-31541 (Sekretariat).

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Nov 28 2013
11:13

Prof. Peter Breunig hält Vortrag im Rahmen der Nok-Ausstellung in Frankfurter Liebieghaus Skulpturensammlung – Terrakotta-Figuren als Zeugnisse frühester Figuralkunst im subsaharischen Afrika

Den Künstlern auf der Spur – Archäologische Erforschung der Nok-Kultur Nigerias

FRANKFURT. Noch bis zum 23. Februar 2014 zeigt die Liebieghaus Skulpturensammlung die viel beachtete Ausstellung „Nok – Ein Ursprung afrikanischer Skulptur“. Forscher des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität zeigen dort die Ergebnisse ihrer langjähriger archäologischer Forschungen, die der früheisenzeitlichen Nok-Kultur in dem westafrikanischen Land Nigeria gewidmet sind.

Am Donnerstag (5. Dezember) berichtet Prof. Peter Breunig, der seit 20 Jahren mit seinem Team in Nigeria forscht, von den großen Fortschritten bei den Ausgrabungen der vergangenen Jahre, aber auch von den dafür notwendigen Methoden und speziellen Vorgehensweisen in der Archäologie. Sein öffentlicher Vortrag „Den Künstlern auf der Spur. Archäologische Erforschung der Nok-Kultur Nigerias“ findet um 19 Uhr im Rahmen der Reihe „Liebieghaus Positionen“ im Liebieghaus statt. Der Eintritt ist frei (Anmeldung erforderlich unter 069/650049-110; buchungen@liebieghaus.de)

Die Nok-Kultur ist nach einem kleinen Ort in Zentral-Nigeria benannt. In der Region wurden um die Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals Figuren von Menschen und Tieren aus gebranntem Ton (Terrakotten) zufällig beim Abbau von Zinn im Tagebau gefunden. Die kunstvollen, bis über einen Meter großen Skulpturen besitzen markante Kennzeichen. Dazu gehören dreieckige Augen mit eingestochener Iris, extravagante Haartrachten oder Kopfbedeckungen und eine reiche Ausstattung mit Schmuck (Halsketten, Arm- und Beinringe). In der Ausstellung der Liebieghaus stehen die Terrakotta-Figuren aus den Frankfurter Ausgrabungen im Mittelpunkt.

Zur wissenschaftlichen Bekanntheit als älteste Figuralkunst in Afrika südlich der Sahara verhalf den Funden der britische Archäologe Bernard Fagg. Er entdeckte auch, dass die Hersteller der Nok-Terrakotten das mithin früheste Eisen im subsaharischen Afrika produzierten. Ab den 1980er Jahren stagnierte die Erforschung der Nok-Kultur. Nok-Skulpturen tauchten auf dem internationalen Kunstmarkt auf. Sie stammten von Raubgrabungen, durch die Fundstellen systematisch zerstört wurden.

2005 starteten die Frankfurter zahlreichen Ausgrabungen, die das Wissen über die Nok-Kultur erheblich vermehrten. So konnte die Datierung präzisiert werden, wie Breunig berichtet: „Nach weit über 100 Radiokohlenstoff-Datierungen verkohlter pflanzlicher Reste aus Ausgrabungen dauerte die Nok-Kultur von etwa 1500 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Die Terrakotten treten nicht von Anfang an auf, sondern erscheinen erst im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. Bis heute haben sie keine Parallelen im subsaharischen Afrika.“ Aus dem Fundzusammenhang schließen die Archäologen, dass zumindest ein Teil der Plastiken Bestandteil komplexer Ritualpraktiken waren, die am ehesten mit Ahnenkult in Verbindung zu bringen sind.

Die Frankfurter Forschungen sind nicht auf die Tonfiguren beschränkt, sondern untersuchen die Nok-Kultur von möglichst vielen Seiten und betrachten sie in einem großen Zusammenhang. Dieser besteht aus der Entwicklung von kleinen Gruppen aus Jägern und Sammlern zu großen Gemeinschaften mit zunehmend komplexen Formen menschlichen Zusammenlebens. Ein solcher Wandel ereignete sich in den letzten 10.000 Jahren fast überall auf der Erde. Die Nok-Kultur verkörpert eine der afrikanischen Varianten. Dazu Breunig: „Sie gehört zu den in Westafrika ersten Gemeinschaften mit bäuerlicher Wirtschaft, unterscheidet sich von allen anderen aber durch die rätselhafte Verwendung der zahllosen Terrakotten.“ Neben der Suche nach deren Zweck erforscht das Frankfurter Archäologen-Team die Siedlungs- und Wirtschaftsweise, die soziale Organisation sowie die Rolle, die das Aufkommen der Eisenmetallurgie als eine große technologische Umwälzung dabei spielte.

Die weit über 1000 Jahre existierende Nok-Kultur war in einem Gebiet der fast fünffachen Größe Hessens verbreitet. Abgesehen von den Terrakotten, zerbrochenen Keramikgefäßen, einigen Steingeräten und den seltenen Spuren der Produktion und Verwendung von Eisen hat sie sonst kaum Spuren im Boden hinterlassen. „Einer so fragmentarisch erhaltenen Kultur Gestalt zu verleihen, erfordert die ganze Palette archäologischer Methodik – und vor allem Zeit. Aus dem Grund fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft das Frankfurter Projekt als Langfrist-Vorhaben für eine Dauer von zwölf Jahren“, ergänzt der Frankfurter Archäologe (Titel des DFG-Projekts: The Nigerian Nok Culture: Development of complex societies in sub-Saharan Africa). Das Projekt findet in Kooperation mit der National Commission for Museums and Monuments, Abuja, Nigeria und den nigerianischen Universitäten in Jos und Zaria.

Die erste Hälfte der Zeit war der Chronologie der Nok-Kultur und der Struktur der Fundstellen gewidmet. Dazu wurde ein etwa 300 Quadratkilometer großes Kerngebiet exemplarisch untersucht. In den verbleibenden Jahren planen die Frankfurter Archäologen, ihre Ergebnisse mit dem, was sie in anderen Regionen des Verbreitungsgebietes der Nok-Kultur finden werden, zu vergleichen. Auf diese Weise entsteht ein Gesamtbild von der Nok-Kultur. „Die Ausstellung in der Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert somit keinen Abschluss der Forschungen, sondern eine allerdings jetzt schon profunde Zwischenbilanz“, so Breunig.

Informationen: Prof. Peter Breunig, Instituts für Archäologische Wissenschaften, Bereich Archäologie und Archäobotanik Afrikas, Campus Westend, Tel. (069) 798-32094, breunig@em.uni-frankfurt.de

Fotos zum Downloaden: www.liebieghaus.de/lh/index.php?StoryID=508

Informationen zur Austellung: www.liebieghaus.de/lh/index.php?StoryID=505

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Nov 28 2013
11:10

Prof. Sabine Schülting von der FU Berlin spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Vom neuen Umgang mit Shakespeares Problemstück

FRANKFURT. „‘Enter Jessica‘. Shylocks Tochter auf der deutschen Bühne des 20. und 21. Jahrhunderts“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags, den Sabine Schülting, Professorin für Englische Philologie an der Freien Universität Berlin, am Mittwoch (4. Dezember) hält. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Bei den neueren deutschen Inszenierungen von William Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ hat Schülting einen überraschenden Wandel in der Rezeption festgestellt: „Schien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nach dem „Zivilisationsbruch“ (Dan Diner) des Holocaust, das Schicksal von Shakespeares ‚Problemstück‘ besiegelt und eine unreflektiert komische Inszenierung des Stücks nicht mehr möglich, deutet sich seit den 1990er Jahren ein Aufbrechen dieses Konsenses an; und es ist wiederholt der Versuch unternommen worden, den ‚Kaufmann von Venedig‘ aus dem bis dato dominanten Interpretationsmuster herauszulösen.“ Für die Berliner Wissenschaftlerin zeigt sich dies unter anderem in solchen Regieentscheidungen, Shylocks jüdische Identität nicht explizit zu markieren, insbesondere aber auch in der Aufwertung der Rolle Jessicas, Shylocks Tochter, die den Vater bestiehlt, mit ihrem christlichen Geliebten durchbrennt und zum Christentum konvertiert. „Spielte Jessica traditionell eher eine Nebenrolle, ist ‚Der Kaufmann von Venedig‘ nun verschiedentlich zu Jessicas Stück geworden“, konstatiert Schülting. Im Zentrum ihrer Überlegungen sollen die Implikationen solcher oftmals irritierenden Überlagerungen von Geschlechterverhältnissen, religiösen und ethnischen Differenzen stehen.

Informationen: Monika Beck, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32344, m.beck@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Nov 28 2013
11:04

Schleyer-Nixdorf-Symposium an der Goethe-Universität: Klares Bekenntnis zu mündigen Universitäten in Deutschland

„Die autonome Universität – ein Erfolgsmodell?“

FRANKFURT. Vor dem Hintergrund eines schärfer werdenden internationalen Wettbewerbs um die „besten Köpfe“ in Forschung und Lehre haben die Teilnehmer des heutigen Symposiums der Hanns Martin Schleyer- und Heinz Nixdorf Stiftung auf die Notwendigkeit autonomer Universitäten hingewiesen und aktuelle Tendenzen kritisiert, diese Freiheiten wieder zurückzunehmen. „Das ist der einzige Weg, um nicht von den USA, Asien, insbesondere den aufstrebenden Tigerstaaten, bei der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte sowie der Innovations- und Erneuerungskraft in der Wissenschaft abgehängt zu werden“, sagte Prof. Werner Müller-Esterl, der Präsident der Goethe-Universität in Frankfurt; diese ist seit 2008 autonome Stiftungsuniversität.

In den vergangenen 15 Jahren haben Bund und Länder vielen ihrer Hochschulen weitgehende Befugnisse eingeräumt; etwa bei Berufungen, der Einrichtung und Schließung von Studiengängen, der Dienstherren- und Bauherreneigenschaft, der Erschließung neuer Einnahmequellen oder auch neuer Organisationsmodelle in Management und Verwaltung. Besonders mutig gingen Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit jeweils eigenen Hochschulfreiheitsgesetzen voran. Die Erfahrung lehrt: Sobald die Politik institutionelle Autonomie gewährt, entwickelt sich daraus mehr Qualität für Forschung und Lehre, insbesondere praktikable Lösungen zur Bewältigung erheblich steigender Studierendenzahlen, bessere und international sichtbarere Forschungsleistung, nicht zuletzt eine höhere Elastizität in schwierigen Haushaltslagen sowie insgesamt mehr Eigenverantwortung und Partizipation in die Universität hinein.

Das alles sind Kennzeichen autonomer Universitäten in Deutschland aber auch in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien. Daran muss aus Sicht der Symposiums-Teilnehmer unbedingt festgehalten werden, um die Universitäten weiter zukunftsfähig zu machen. Als kontrapoduktiv werden deshalb aktuelle Tendenzen in einigen Ländern wahrgenommen, hier das Rad wieder zurückdrehen zu wollen; so etwa in NRW, wo das Land gegenwärtig Freiheiten beim Personal und den Finanzen zurücknehmen will; in Bayern, wo das Berufungsrecht zur Disposition steht, oder in Schleswig-Holstein, wo das Land Alleinstellungsmerkmale forschungsstarker Universitäten wie das Promotionsrecht auch auf praxisorientierte Fachhochschulen übertragen will. „Es kann nicht sein, dass Fortschritte, die binnen weniger Jahre auf Grundlage von mehr institutioneller Freiheit für Universitäten erreicht wurden, jetzt wieder zurückgenommen werden“, sagte Werner Müller-Esterl.

Forschung

Nov 28 2013
09:24

Humangeographen der Goethe-Universität erstellen Studie zu Entwicklungspotenzialen der Industrie in Frankfurt.

Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandorts Frankfurt

FRANKFURT. Entwicklungspotenziale sowie lokale wirtschaftspolitische Handlungsfelder der Stadt Frankfurt – dies untersucht die neue Studie der Humangeographen der Goethe-Universität, die heute der Stadt Frankfurt offiziell übergeben wurde. Die Studie wurde im Auftrag der Stadt im Lauf des letzten Jahres von der Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie des Instituts für Humangeographie der Goethe-Universität unter Leitung von Prof. Peter Lindner, Dr. Stefan Ouma und Prof. Marc Boeckler ausgearbeitet. Dargestellt werden Stärken und Schwächen des Standorts Frankfurt aus der Sicht der Unternehmen. Ebenfalls analysiert wird die Gewerbeflächenproblematik. Die Studie zeigt aber auch auf, inwieweit die Frankfurter Industrie lokal und überregional vernetzt und in globale Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Auf dieser Grundlage werden fünf Handlungsfelder für eine zukünftige Frankfurter Industriepolitik skizziert.

Zum Hintergrund: Die öffentliche – auch wirtschaftspolitische – Wahrnehmung der Industrie hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Vorbei sind die Zeiten, als Deutschland international wegen einer vermeintlichen ‚Dienstleistungslücke‘ als Old Economy kritisiert wurde – heute ist es offizielles Ziel der Europäischen Union, im Rahmen der Zukunftsstrategie „Europa 2020“ den Anteil der Industrie am BIP von 15% auf 20% zu steigern. Entscheidend trug zu dieser Veränderung die Tatsache bei, dass Deutschland nicht zuletzt aufgrund seiner innovationsstarken Industrie die Finanzkrise besser bewältigte als viele andere europäische Staaten. Doch auch Umbrüche innerhalb der Industrie selbst, wie sie beispielsweise im Schlagwort von der „Industrie 4.0“ zum Ausdruck kommen, lassen den Sektor in einem völlig neuen Licht erscheinen. 

Vor diesem Hintergrund hat es sich die Stadt Frankfurt zum Ziel gesetzt, die industrielle Entwicklung gezielt zu fördern und ortsansässige Industrieunternehmen zu stärken. Als Rahmen für konkrete Maßnahmen der städtischen Industriepolitik in den nächsten Jahren wird dazu ein „Masterplan Industrie“ erstellt. Die Grundlage dafür bildet die nun vorliegende Studie der Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie zur Frankfurter Industrie.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Lindner, Institut für Humangeographie,  Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-35169 | -35162 (Sekr.). plindner@uni-frankfurt.de; www.humangeographie.de

Veranstaltungen

Nov 27 2013
14:12

International renommierter Banking-Spezialist hält Vorträge und Kurse an der Goethe-Universität

Neuer Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor: Jean-Charles Rochet aus Zürich

FRANKFURT. Jean-Charles Rochet von der Universität Zürich ist vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität zum achten Raymond-Barre-Stiftungsgastprofessor ernannt worden und wird in diesem Semester neben einem öffentlichen Vortrag in französischer Sprache am Dienstag (3. Dezember) auch Kurse u.a. zum Thema „Models of Financial Stability Analysis“ anbieten.

Rochet ist Professor für Banking am Institut für Banking und Finance und einer der international und national meist zitierten Banking-Spezialisten. Sein bei MIT-Press erschienenes Buch „Microeconomics of Banking“ ist zu einem Standardwerk des Fachs geworden und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Seine Forschungsarbeiten decken die verschiedensten Bereiche der Analyse von Banking ab – von der Problematik der Gebühren bei Kreditkartenzahlung bis hin zur fundierten Analyse der Finanzkrise, der Untersuchung von systemischen Risiken wie der Too-Big-to-Fail-Problematik bis hin zur Fragestellung, wie Risk Management in den aktuellen turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten neu und krisenfest ausgerichtet werden sollte.

Am Mittwoch (3.Dezember) um 19.00h hält Rochet in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Comment les états peuvent-ils s’endetter autant ?“ („Wie können Staaten sich so hoch verschulden?") Die Veranstaltung findet Hörsaal 4, Hörsaalzentrum, Campus Westend statt. Im Anschluss an den Vortrag und die Diskussion wird es einen Empfang mit der Möglichkeit zu weiterführenden Gesprächen geben.

Vor der Übernahme der Professur in Zürich war Rochet, der seinen Ph.D. in Mathematical Economics von der Uni Paris erhielt und Absolvent der angesehenen Ecole Normale ist, Professor an den Universitäten Paris 9, Toulouse sowie an der Georgia State University und der London School of Economics. Der Mitherausgeber mehrerer einflussreicher wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften war Präsident der Econometric Society und Vorstandsmitglied der European Economic Association. 

Dank der Förderung durch die Aventis Foundation kann der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft seit 2006 jährlich einen renommierten französischsprachigen Wirtschaftswissenschaftler zu Vorlesungen und Seminaren auf den Frankfurter Campus einladen. Studierende und Lehrende erhalten dabei die Möglichkeit, Einblicke in aktuelle, richtungsweisende Forschungsarbeiten zu erhalten und gleichzeitig ihre Kenntnisse in der französischen Fachsprache anzuwenden. Eugen Müller, Geschäftsführender Vorstand der Aventis Foundation, zu Engagement an der Goethe-Universität: „Die Aventis Foundation, die einen Förderschwerpunkt im Bereich Wissenschaft und Lehre setzt, unterstützt damit neben der Stiftungsprofessur Chemische Biologie und der Rolf-Sammet Gastprofessur ein drittes Projekt an der Goethe-Universität nachhaltig und hilft mit, das Lehrangebot und die internationalen Kontakte der Frankfurter Stiftungsuniversität zu erweitern.“ Die Aventis Foundation, deren Sitz in Frankfurt ist und die 1996 unter dem Namen „Hoechst Foundation“ gegründet wurde, dient als gemeinnützige Stiftung der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen sowie Wissenschaft, Forschung und Lehre.

Seit Einrichtung der Raymond-Barre-Stiftungsprofessur im Jahre 2006 haben folgende namhafte französischsprachige Gastprofessoren den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften besucht: Patrick Messerlin (Sciences Po), Etienne Wasmer (Sciences Po), Bruno Bias (Toulouse School of Economics), Olivier de La Grandville (Université de Genève), Roland Benabou (Princeton University), Thierry Verdier (EHESS, Paris) und Patrick Rey (Toulouse School of Economics).

Foto-Download hier.

Informationen: Prof. Guido Friebel, PhD, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 34826; gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 26 2013
16:33

Ein hochschulpolitisches Symposium bringt vor dem 100. Geburtstag der Goethe-Universität hochkarätige Experten aus Wissenschaft und Politik zusammen

Streiten für universitäre Autonomie

RANKFURT. Wofür braucht eine Hochschule Autonomie? Sind zunehmende Freiheit und Verantwortung ein Schlüssel zum Erfolg der Universitäten? Wo liegen die Hemmnisse und Probleme? Und wie können sich die Hochschulen im zunehmenden Wettbewerbsdruck behaupten?

Diese und weitere Fragen wollen die Hanns Martin Schleyer-Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung sowie Goethe-Universität Frankfurt in einem hochkarätig besetzten Symposiums aufgreifen. Dabei sollen nicht nur  15 Jahre Hochschulreformen in Deutschland reflektiert werden, sondern am Beispiel der 2008 in eine Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelten Goethe-Universität Frankfurt Vorzüge und Herausforderungen einer Universität mit autonomer Praxis herausgearbeitet werden.

Ziel ist es auch, das Potential und die Vielfalt autonomer Universitäten zu präsentieren und kritisch zu beleuchten. Im Mittelpunkt stehen dabei aus Anlass der gerade in Nordrhein-Westfalen bekannt gewordenen Reformbestrebungen auch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Hochschulautonomie. 

IX. Symposium Hochschulreform:
„Die autonome Universität – ein Erfolgsmodell?“
am Donnerstag, 28. November 2013
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend,
Casino Festsaal, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

Als Medienvertreter laden wir Sie herzlich ein, an dem Symposium teilzunehmen.  Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Tel.: 069/798-12742 oder Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Herzliche Grüße
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher 

Programm: http://www.schleyer-stiftung.de/pdf/pdf_2013/Prograamm_Frankfurt_2013.pdf

Veranstaltungen

Nov 26 2013
16:32

Geisteswissenschaftler entdecken die Tierwelt – Jahrestagung des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften

„Politische Tiere. Zoologische Imagination des Kollektiven“

FRANKFURT. Die Konferenz „Politische Tiere. Zoologische Imagination des Kollektiven“ rückt insbesondere kollektive Aspekte des politischen Tiervergleichs ins Zentrum: Inwieweit können tierische Sozialformen – etwa der Bienen- oder Ameisenstaat – als utopisches Modell für kommunitaristische Weltordnungen dienen, in der die Verantwortung des Individuums gegenüber seiner Umgebung und die soziale Rolle der Familie betont werden? Können diese Sozialformen der Tiere für bildliche Darstellung sozialer Organisation genutzt werden, sind sie vielleicht auch eine abschreckende Anti-Utopie einer gesichtslosen Massengesellschaft? Diese Fragen sollen im Rahmen der Jahreskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität diskutiert werden, die vom 28. bis 30. November im Casino auf dem Campus Westend stattfindet.

Das Themenspektrum der Vorträge reicht von „Hunde, Gänse, Philosophen. Zur Politik der Wachtiere“ über „Einsamer Souverän und Hetzmasse. Der Wolf als Figuration sozialer und politischer Asymmetrie“ bis zu „Volkssturm im Bienenkorb. Der Tierfilm ‚Die Biene Maja und ihre Abenteuer‘ (1926) im Weltkriegsdiskurs der Weimarer Republik“ und „Nordhühner und Südhühner. NS-Rassenlehre auf dem Hühnerhof“ – um nur einige Vortragstitel zu erwähnen.

Die neue interdisziplinäre Forschungsrichtung der „Cultural Animal Studies“ beschäftigt sich mit dem Tier als Objekt kultureller Semantisierungen, aber auch als Subjekt innerhalb historischer und politischer Entwicklungen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem ATTRACT-Projekt „Ästhetische Figuration des Politischen“ der Universität Luxemburg statt.

Informationen: Prof. Susanne Scholz, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798-32344, s.scholz@em.uni-frankfurt.de; www.fzhg.org; www.figurationen.de; http://www.fzhg.org/upload/Bilder_Termine/Tiere_03_korr.pdf

Veranstaltungen

Nov 26 2013
16:30

Frankfurter Tag der Rechtspolitik auf dem Campus Westend

Der „Wutbürger“ in Demokratie und Rechtsstaat

FRANKFURT. „Der ‚Wutbürger‘ in Demokratie und Rechtsstaat“ ist das Thema des Frankfurter Tages der Rechtspolitik am 28. November (Donnerstag). Damit widmen sich Rechtswissenschaftler, Politiker und Juristen einen hoch aktuellen und brisanten Thema, wie die Proteste gegen den Bau des Bahnhofs in Stuttgart, gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens oder auch die Entscheidung der betroffenen Bürger gegen die Olympia-Bewerbung von München zeigen. Die öffentliche Vortragsveranstaltung findet von 10 bis 14.30 Uhr in Hörsaal 1, Hörsaalgebäude, Campus Westend statt.

Nach Begrüßung und Eröffnung durch den hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn und den Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, Prof. Dr. Georg Hermes, nähern sich Prof. Dr. Rüdiger Rubel, Vorsitzender Richter am Bundesverwaltungsgericht („Justiz: Therapie für den Wutbürger?“), Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften („Der Wutbürger – Realität oder Erfindung der Medien?“), und Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg, Fachbereich Rechtswissenschaft („Annährung an den Wutbürger“) dem „Wutbürger“ aus verschiedenen Perspektiven.

In der Podiumsdiskussion (Beginn 13 Uhr) sollen die Fragestellungen weiter vertieft werden: Teilnehmer sind die Vortragenden Frankenberg, Roßteutscher und Rubel sowie Dr. Rudolf Kriszeleit, Staatssekretär im hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, Christine von Knebel, Regierungspräsidium Darmstadt, und Dieter Posch, ehemaliger hessischer Wirtschaftsminister. Der Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, Prof. Dr. Georg Hermes, wird das Podium moderieren.

Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik wird seit 1992 jährlich vom Hessischen Ministerium der Justiz in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität veranstaltet. Interessierte Bürger und Journalisten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Informationen: Dr. Susanne Pelster, Dekanat Fachbereich Rechtswissenschaft, Campus Westend, Tel. 069/798-34205, Pelster@jur.uni-frankfurt.de 

Veranstaltungen

Nov 25 2013
16:47

Prof. Tahra Zahra von der Universität Chikago spricht über Emigration aus Osteuropa. 27.11., 19.30 Uhr, Campus Westend.

Transatlantischer Mittwoch an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Prof. Tara Zahra, Historikerin der University of Chikago und Berthold Leibinger-Stipendiatin der American Academy, ist am Mittwoch zu Gast an der Goethe-Universität. Sie spricht in ihrem Vortrag über die Geschichte der Emigration aus Osteuropa und zeigt auf, dass die Wurzeln des so genannten „Eisernen Vorhanges“ in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg liegen. Zahras Forschung folgt einem vergleichenden Ansatz zu moderner europäischer Geschichte mit Fokus auf Migration und Vertreibung, Nationalismus, Gender und Familie, internationale Humanität und Menschenrechte. Während Ost- und Zentraleuropa im Zentrum ihrer Forschung steht, berücksichtigt sie auch Deutschland, Frankreich und die Vereinigten Staaten bei dem Versuch, Osteuropa in einer breiteren Geschichte Europas und der Welt zu integrieren.

Die Veranstaltung findet auf dem Campus Westend im Eisenhower Saal ab 18 Uhr c.t. statt! Die Moderation übernimmt Hans Jürgen Balmes von der Frankfurter Rundschau. Transatlantischer Mittwoch ist ein Projekt  des  Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main und des US-Generalkonsulats Frankfurt in Zusammenarbeit mit  dem Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt

Anmeldungen bitte unter Tel.. (069) 212 35435 oder aino.kelle@stadt-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 25 2013
15:12

Amerikanische Bürgerrechtlerin und Sozialwissenschaftlerin spricht zum Start der Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies, die fortan ihren Namen trägt

Angela Davis zurück an der Goethe-Universität: „How does change happen?“

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis kehrt für einige Tage an die Goethe-Universität zurück, wo sie auf Empfehlung ihres damaligen akademischen Lehrers Herbert Marcuse von 1965 bis 1967 Philosophie und Soziologie studierte. In der heißen Phase der Studentenrevolte arbeitete sie vor allem bei Adorno, Horkheimer, Habermas und Negt über Hegel und die Existenzialisten und griff die Marx‘sche These auf, nach der die Philosophen die Welt bisher immer nur interpretiert hätten, es jedoch darauf ankomme, sie zu verändern. Die Frankfurter Schule war auch für ihre weitere wissenschaftliche, aber auch politische Arbeit prägend.

Jetzt kommt Angela Davis auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) und eröffnet die nach ihr benannte Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies mit mehreren öffentlichen und uni-internen Vorträgen und Diskussionen. Die 69-jährige Sozialwissenschaftlerin ist emeritierte Professorin der University of California, Santa Cruz, und gilt als richtungsweisend für die weltweit geführte Race-Class-Gender-Debatte.

Zu einem Gespräch mit Angela Davis laden wir Sie herzlich ein 

am Dienstag (3. Dezember 2013) um 11 Uhr, PA-Gebäude (Präsidium und Administration), Erdgeschoss, Raum P22, Campus Westend, Grüneburgplatz 1.

Ihre Gesprächspartner sind

  • Prof. Angela Davis, University of California, Santa Cruz
  • Prof. Ulla Wischermann, geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
  • Barbara Ulreich, Vorsitzende des "Förderkreises des Cornelia Goethe Centrums der Universität Frankfurt e.V."

Über Ihre Teilnahme an dem Mediengespräch würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Donnerstag (28. November) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen zum Mediengespräch rechnen können, E-Mail an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Veranstaltungen mit Angela Davis vom 3. bis 11. Dezember 2013

3. Dezember (Dienstag)
Antrittsvorlesung: 18:15 bis 19:45 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
„Feminism & Abolition: Theories & Practices for the 21st Century“
Öffentlicher Vortrag mit anschließender Diskussion, noch wenige Tickets erhältlich
FRCPS Angela Davis Party: If I can't dance, it's not my revolution!
im Anschluss an die Antrittsvorlesung, DJane: Sushila Mesquita

6. Dezember (Freitag), 9. Dezember (Montag), 11. Dezember (Mittwoch)
Blockseminar (nur für Studierende nach Anmeldung): jeweils 14:15 – 17:45 Uhr
„Critical Theory and Feminist Dialogues”

7. Dezember (Samstag)
13. Cornelia Goethe Salon des Förderkreises des Cornelia Goethe Centrums: 18 bis 22 Uhr, Casino-Gebäude, Erdgeschoss, Festsaal
“Freedom is a Constant Struggle: Continuities and Closures”, Öffentlicher Vortrag, Angela Davis im Gespräch mit Prof. Helma Lutz (Cornelia Goethe Centrum); anschließend: Podiumsdiskussion mit vier Studierenden (Moderation: Prof. Margrit Brückner), noch wenige Tickets erhältlich

10. Dezember (Dienstag)
Die Kinothek Asta Nielsen zeigt…: „Free Angela And All Political Prisoners” (USA/FR 2012) (amerikanische Originalfassung): 20.30 Uhr CINEMA an der Hauptwache; im Anschluss: Angela Davis im Gespräch mit Prof. Dr. Margit Mayer, Sozial- und Politikwissenschaftlerin (Freie Universität Berlin), Resttickets evtl. am 10.12. an der Kinokasse erhältlich

Aktuelle Informationen und Anmeldung: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/angeladavis

Hintergrund-Information zu Angela Davis und der Gastprofessur:

Angela Davis‘ Engagement gilt seit Anfang der 1960er Jahren den unterschiedlichen Formen politischer und gesellschaftlicher Repression; sie kämpft fortwährend für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit. In die sozialwissenschaftliche Theoriebildung ist die Perspektive auf die sich überlagernden Formen der Ungleichheit auf Grund von „Geschlecht“, „Ethnizität“ und „Klasse“ als „Triple Oppression“ – oder aktuell bezeichnet – als „Intersektionalitätsansatz“ eingegangen. Zentral für Davis‘ Analyse des Zusammenwirkens dieser Kategorien sind u.a. ihre Monographien: „Women, Race & Class“ (1983), „Women, Culture & Politics“ (1990) sowie „Blue Legacies and Black Feminism“ (1999). Mehr als 20 Jahre lehrte Angela Davis an verschiedenen Universitäten in Kalifornien, zuletzt hatte sie von 1991 bis 2008 einen Lehrstuhl für African-American und Feminist Studies an der University of California, Santa Cruz (UCSC), inne. Davis gilt als Wegbereiterin aktueller, kritischer Diskurse innerhalb der Gender und Diversity Studies. Mit diesen Themen wird sich in den kommenden Jahren auch die Angela-Davis-Gastprofessur regelmäßig beschäftigen und so die internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich Gender und Diversity verstärken.

Information: Stefan Fey, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), mobil 0171 273 9354, fey@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 25 2013
14:31

Prof. Robert Harlander erläutert Laien, warum die Entdeckung am CERN für die Physik so wichtig ist – Vortrag im Rahmen der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

Wieviel wiegt ein Punkt? Das Higgs-Teilchen und die Natur der Masse

FRANKFURT. Die Masse der Materie beschäftigt seit Jahrhunderten die Menschheit und hat bereits mehrfach zu einem radikalen Umbruch in der Sicht auf die Natur geführt. In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Vom Urknall ins Labor“ hält am Donnerstag (28. November) um 19 Uhr Prof. Robert Harlander von der Bergischen Universität Wuppertal einen Vortrag zum Thema „Wieviel wiegt ein Punkt? Das Higgs-Teilchen und die Natur der Masse“. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG gewähren international renommierte Forscher interessierten Laien in diesem Wintersemester einen Blick in die realen und virtuellen Laboratorien der Physik.

Mit der Entdeckung des Higgs-Teilchens am CERN im Jahr 2012 steht die Physik vielleicht vor einem neuerlichen Wandel. Damit scheint die Erklärung für die Masse fundamentaler, punktförmiger Teilchen gefunden. Im Vortrag wird das aktuelle Wissen über die Natur der Masse vorgestellt. Harlander wird erläutern, warum die Entdeckung am CERN so wichtig ist und warum viele Teilchenphysiker hoffen, dass es sich dabei vielleicht doch nicht um das Higgs-Teilchen handelt. Harlander kann darüber aus erster Hand berichtet, denn er ist an Großforschungsprojekten beim Large Hadron Collider (LHC) des CERN und an der Helmholtz-Allianz „Physik auf der Teraskala“ beteiligt.

Harlander studierte Physik an der Universität Karlsruhe. Im Jahr 1998 promovierte er mit einer Arbeit zur Quantenchromodynamik. Anschließend war Harlander als Research Fellow der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Brookhaven National Laboratory, USA, und am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. In den Jahren 2003 bis 2005 leitete er eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Universität Karlsruhe. 2005 wurde er auf eine Professur in Theoretischer Physik an der Bergischen Universität Wuppertal berufen. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Theoretische Elementarteilchenphysik, Physik des Higgs-Teilchens, Quantenchromodynamik, Supersymmetrie.

Wie auch die folgenden Vorträge beginnt die Eröffnungsvorlesung um 19 Uhr auf dem Campus Riedberg im Hörsaal 100 des „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ (FIAS), Ruth-Moufang-Straße 1. Organisatoren und Veranstalter dieser Reihe sind neben der Goethe-Universität das „Helmholtz International Center for Fair“ (Hic for Fair) und das FIAS. Die Vorlesungen im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ richten sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie an Studierende und Angehörige aller wissenschaftlichen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurt ist als Austragungsort einer solchen Ringvorlesung besonders geeignet, da in der Rhein-Main-Region eine Reihe von führenden Forschungsinstitutionen auf dem Gebiet „Materie unter extremen Bedingungen“ beheimatet ist. Physiker der Goethe-Universität arbeiten eng zusammen mit dem Helmholtzzentrum GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) in Darmstadt und mit der dort entstehenden Großforschungsanlage FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research). Begleitet werden diese Aktivitäten vom Mitveranstalter der Vortragsreihe, dem Helmholtz International Center for FAIR (HIC for FAIR), das demnächst sein neues Forschungsgebäude auf dem Campus Riedberg beziehen wird und von dem benachbarten, theoretisch arbeitenden interdisziplinären Forschungsinstitut FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies).

Die weiteren Vorträge auf einen Blick:

12. Dezember 2013
Thomas Haberer (Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum)
Das Ionenskalpell – Schwerionenbeschleuniger im Dienst der Tumortherapie

16. Januar 2014
Wolfgang Bauer (Michigan State University, USA)
Genesis – der Ursprung der Elemente

30. Januar 2014
Hans-Thomas Janka (Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching)
Rätselhafte Supernovae – den Geheimnissen der größten kosmischen Explosionen auf der Spur

10. Februar 2014 (Montag)
Harald Lesch (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Schlagzeilen vom Rand der Wirklichkeit

Informationen: Prof. Dr. Marcus Bleicher, Helmholtz International Center for FAIR, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47834, contact@hicforfair.de; Dr. Joachim Reinhardt, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47866, reinhardt@fias.uni-frankfurt.de; fias.uni-frankfurt.de/materie

Forschung

Nov 22 2013
15:40

Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität wird verlängert

Gefäßforschung wird weiter gefördert

FRANKFURT. Einer der Schlüssel zu gesunden Blutgefäßen ist die Zellschicht, die sie im Inneren auskleidet. Diese sogenannten Endothelzellen stehen im Zentrum des seit 2010 geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB) "Endotheliale Signaltransduktion und Vaskuläre Reparatur" an der Goethe-Universität. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert die Förderung des SFBs um weitere vier Jahre.

Die Forscher unter der Leitung von Prof. Ingrid Fleming vom Institute for Vascular Signalling untersuchen einerseits die von Endothelzellen produzieren Signalmoleküle. Diese tragen dazu bei, den Blutdruck zu regulieren, verhindern Entzündungen und die Bildung von Ablagerungen, steuern aber auch das Wachstum der Blutgefäße. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, kommt es zu krankhaften Veränderungen wie Atherosklerose oder Herzinsuffizienz. Weil auffällig viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich an Diabetes und Übergewicht leiden, interessieren sich die Forscher außerdem dafür, wie die Funktion der Endothelzellen mit dem Stoffwechsel zusammenhängt.

Ein zweiter Forschungsschwerpunkt sind körpereigene Schutzmechanismen, die ein gesundes Gefäßsystem aufrechterhalten oder fehlerhafte Prozesse in den Blutgefäßen korrigieren. Darüber ist bisher noch wenig bekannt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem therapeutischen Potential von Knochenmarks-Stammzellen und der Frage, wie diese Zellen das Gefäßsystem schützen und welchen Einfluss Risikofaktoren auf die Funktion dieser Zellen haben.

Informationen: Prof. Dr. Ingrid Fleming, Institute for Vascular Signalling, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-6972; -6052, SFB834@vrc.uni-frankfurt.de.

Artikel im Forschungsmagazin Forschung Frankfurt: http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/39950453/2012

Veranstaltungen

Nov 21 2013
13:53

Finale der ZEIT-DEBATTE in der Frankfurter Paulskirche. 24.11., 14 Uhr

Studierende im Wettstreit: Wer kann am besten diskutieren?

FRANKFURT. Am kommenden Wochenende treffen sich im Rahmen der ZEIT-DEBATTEN-Serie 120 studentische Redner aus dem deutschsprachigen Raum, um sich jeweils in Zweierteams zu messen. In mehreren Runden wird ermittelt, wer die besten Argumente hat und ins Finale einziehen darf. Das Thema der 90-minütigen Debatte ist noch nicht gesetzt und bleibt bis zum Finale geheim.

Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Frankfurter Debattierclub Goethes Faust e. V. (DCGF). Das Finale am Sonntag in der Paulskirche ist öffentlich und kann ohne Anmeldung besucht werden (ab 14 Uhr). Schirmherr der Veranstaltung ist Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Seit über einem Jahrzehnt werden jährlich vier große Veranstaltungen im Rahmen der ZEIT-DEBATTEN ausgetragen.

Weitere Informationen unter www.zeit.de/debatten.de

Veranstaltungen

Nov 21 2013
13:49

Die Frankfurter Bürger-Universität diskutiert mit Betroffenen und Experten über das vernachlässigte Potenzial von Zuwandererkindern

Ausgegrenzt und unterschätzt?

FRANKFURT. „Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“, so der Titel der Diskussionsreihe im Wintersemester 2013/14, die zusammen mit der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) entwickelt wurde. In der Tradition einer von Frankfurter Bürgern geschaffenen Hochschule, stellt sich die Goethe-Universität erneut einer aktuellen Debatte. Unterstützt von hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks, bildet die Reihe zugleich die Brücke ins Jubiläumsjahr der Goethe-Universität 2014. In der Frankfurter „Bürger-Uni“ diskutieren Wissenschaftler, Experten und Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern einzelne Aspekte der Auseinandersetzung um gute und schlechte Bildung. Am kommenden Montag richtet sich der Blick auf das Thema: Lernen mit Migrationshintergrund.

„Ausgegrenzt und unterschätzt? – Migranten im deutschen Bildungssystem“.Die ungleiche Verteilung von Bildung ist fast immer auch die Folge individueller Herkunft und sozialer Voraussetzungen. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Bildungsdebatte besonders oft mit Menschen die einen Migrationshintergrund haben. Aufgrund häufig fehlender Sprach- und Schreibkompetenz fällt Schülern mit Zuwanderungsgeschichte konzentriertes und effizientes Lernen oft schwer. Sehr schnell fallen diese Schülerinnen und Schüler in ihren Leistungen zurück, individuelle Förderung ist nur selten möglich. Diese Verschwendung wertvoller geistiger Ressourcen hat oft sozialen Abstieg zur Folge. Der Erziehungswissenschaftler Prof. Frank-Olaf Radtke hat sich mit dieser besonderen Lern- und Lebenssituation wissenschaftlich auseinandergesetzt. Die Brüder Masoud und Mojtaba Sadinam berichten hingegen aus der Praxis: Sie kennen die Vorurteile und Schwierigkeiten mit denen die Kinder von Zuwanderern immer noch konfrontiert werden. Aus seinem Alltag berichten wird auch der Talentscout Suat Yilmaz. Er bereist im Auftrag der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen die Schulen des Ruhrgebiets auf der Suche nach begabten Arbeiterkindern, die er unterstützen kann: beim Abitur, bei der Studienwahl, beim schweren Wechsel auf die Hochschule.   

„Ausgegrenzt und unterschätzt? – Migranten im deutschen Bildungssystem“ mit: 

  • Prof. Frank-Olaf Radtke, Erziehungswissenschaftler
  • Masoud und Mojtaba Sadinam, Studenten der Goethe-Universität und Autoren von „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“
  • Suat Yilmaz, Talentscout der Westfälischen Hochschule
  • und den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern
  • Moderation: Riccardo Mastrocola von hr-iNFO

am: Montag, 25. November 2013, um 19.30 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

„Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

Weitere Veranstaltungen:

9. Dezember 2013
Verschult und überfrachtet? Bildung zwischen Theorie und Praxis
u.a. mit Tanja Brühl, Vize-Präsidentin der Goethe-Universität und Politologin, Prof. Birgit Blättel-Mink, Soziologin und Direktorin am IWAK, Prof. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und Giorgio Nasseh, Asta-Sprecher Frankfurt

16. Dezember 2013
Dressiert und angepasst? Wege aus dem einseitigen Lernen
u.a. mit Prof. Gerhard Büttner, Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, dem Lehrer und Erziehungsratgeber Michael Felten und der Reformpädagogin Enja Riegel.

13. Januar 2014
Exklusiv und effizient? Bildung als Ware
u.a. mit Claudia Bremer, Leiterin studium digitale, Andreas Koini, Direktor der Strothoff International School Dreieich, Prof. Sighard Neckel, Soziologe

27. Januar 2014
Abgehoben und überakademisiert? Wie viel Bildung verträgt der Mensch?
u.a. mit Götz Rehn, Gründer von Alnatura, Prof. Manfred Prenzel, Pisa-Studien-Experte, Dirk Roßmann, Gründer von Rossmann und Dr. Heiner Schnelling, Leiter der Universitätsbibliothek

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Wichtige Hinweise: Veranstaltungsort ist ab dem 11. November immer der Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Alle Veranstaltungen können per Livestream mitverfolgt werden und sind anschließend auch über unser Archiv abrufbar:  www.buerger.uni-frankfurt.de 

Veranstaltungen

Nov 20 2013
15:01

Prof. Dr. John Hattie zu Gast in Hessen

What works best in teaching and learning?”

FRANKFURT.Die Qualitätsentwicklung in Unterricht und Schule stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Hessischen Kultusministeriums in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am heutigen Mittwoch auf den Campus Westend. Rund 500 Experten aus Bildung und Politik sowie Interessierte diskutierten zusammen mit einem der weltweit führenden Bildungsforscher, dem Neuseeländer Prof. Dr. John Hattie, über die Frage, „what works best in teaching and learning“.

Prof. Dr. John Hattie, Leiter des Education Research Institute an der Universität von Melbourne, fand mit seiner 2008 veröffentlichten Publikationen zum Themenfeld „Visible Learning“ in der internationalen Bildungsforschung große Resonanz. Im Rahmen seiner Studien, die auf der Grundlage einer außerordentlich umfangreichen Datenbasis basiert, untersucht Prof. Dr. Hattie die Einflussgrößen, die sich am stärksten auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern auswirken. Laut Hatties Studien zeigt sich, dass Lehrkräfte und deren Unterricht die zentralen Punkte für erfolgreiches schulisches Lernen seien. Daher seien Reformen im Bildungswesen eher im Bereich der Unterrichtsentwicklung als im Bereich der Schulstruktur lohnenswert.

„Die Qualitätsentwicklung von Schulen und Unterricht ist spätestens mit der Veröffentlichung der PISA –Ergebnisse 2001 sowohl Gegenstand öffentlicher Diskussionen als auch der Arbeit für und in Schulen. Von übergeordneter Bedeutung und unabhängig von der Schulform ist es uns daher ein zentrales Anliegen, die Kompetenzen der Lehrkräfte weiterzuentwickeln und zu stärken. Ich freue mich somit sehr, Prof. Dr. Hattie heute hier in Hessen begrüßen zu dürfen“, betonte die Hessische Kultusministerin Nicola Beer.

Die konkrete Unterrichtsarbeit der Lehrkraft habe die höchste Wirksamkeit auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern. Der Anspruch sei, den Leistungsstand der hessischen Schülerinnen und Schüler entscheidend zu verbessern. „Das bedeutet, dass zukünftig ein noch größeres Gewicht auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Lehrkräfte gelegt werden muss. Obwohl nicht alle Forschungsergebnisse aus dem angelsächsischen Raum auf unser hessisches Schulsystem zu übertragen sind, müssen die Erkenntnisse aus Professor Hatties Forschung über besonders wirksame Lehr- und Lernprozesse einfließen. Das bestätigt uns auch darin, an der bildungsgangbezogenen Lehrerausbildung festzuhalten. Ferner sollte beispielsweise eine kontinuierliche Feedbackkultur in unseren Schulen eingeführt werden. Schülerinnen und Schüler sollen dazu ermutigt werden, ihren Lehrkräften konstruktive Rückmeldungen über die Qualität des Unterrichts zu geben. Denn nicht nur das Lern-, sondern auch das Lehrverhalten ist maßgeblich für den Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler. Umgekehrt ist ebenso die kontinuierliche Rückmeldung des Lehrers an jeden seiner Schüler notwendige Voraussetzung für individuellen Lernerfolg“, so Nicola Beer.

„Hatties Erkenntnisse sind nicht nur für die Schule, sondern auch für die Universität wichtig. Denn die Wissensvermittlung setzt sich hier fort, wenngleich das selbständige Arbeiten hier mehr Gewicht erhält“, unterstrich Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, in seiner Rede.

Hessen hat in den letzten Jahren die Basis dafür gelegt, dass unsere Schulen sich nun mehr in Ruhe auf solche Qualitätsfragen konzentrieren können. „Noch nie gab es in Hessen eine höhere Unterrichtsversorgung“, so die Kultusministerin. Neben der Wiederbesetzung der vorhandenen Stellen wurden in dieser Legislaturperiode insgesamt 2.500 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen, sodass alle Schulen eine 105-prozentige Unterrichtsversorgung im Landesdurchschnitt erhalte. „Zudem wurde die Bildungsverwaltung grundlegend reformiert, sodass  sie von der Schule aus gedacht und gestaltet wird. Die Einführung der Selbständigen Schule gibt den Schulen zudem eigene Handlungs- und Entscheidungsspielräume, um vor Ort passende Konzepte zu gestalten. Dies alles dient maßgeblich der Verbesserung von Lehr- und Lernbedingungen an unseren Schulen vor Ort. Wir haben damit die Grundlagen gelegt, um uns nun weiteren Qualitätsfragen zuwenden zu können. Diese Grundlagen sollten unabhängig von Legislaturperioden bestand haben, sodass sich Hessen in den nächsten Jahrzehenten ausschließlich um die Steigerung des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler sowie der Qualitätsverbesserung in der Lehrerausbildung zuwenden kann“, unterstrich die Hessische Kultusministerin Nicola Beer.