​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Jun 12 2019
10:00

Am 14. Juni findet die lange Nacht der Wissenschaft auf dem nördlichsten Campus der Goethe-Universität statt.

Es wird wieder spät: Die NIGHT OF SCIENCE am Riedberg

FRANKFURT. Bereits zum 14. Mal steht der Campus Riedberg am kommenden Freitag ganz im Zeichen der NIGHT OF SCIENCE. Studierende der Goethe-Universität haben wieder die spektakuläre Nacht organisiert: Interessierte können von 17 Uhr bis zum frühen Morgen auf Entdeckungsreise gehen und erleben, was die einzelnen Fachbereiche zu bieten haben. In über 60 Vorträgen präsentieren Lehrende bis zum Morgengrauen bahnbrechende Erkenntnisse. In spannenden Führungen können die Besucher hinter die Kulissen schauen und Wissenschaft hautnah erleben. Den Eröffnungsvortrag hält traditionell ein externer Wissenschaftler: Diesmal spricht Prof. Dr. Ivo Sbalzarini von der TU Dresden über “Informatik und Biologie: eine Verbindung für die Zukunft“. Wie immer ist auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt, das Wachbleiben wird durch die Nutzung einer „Kaffee-Flatrate“ erleichtert.

In diesem Jahr steht das Thema „Interdisziplinarität“ im Mittelpunkt der langen Nacht; gastgebender Fachbereich ist die Medizin, als historische Persönlichkeit fungiert Leonardo da Vinci, dessen 500. Geburtstag gefeiert wird. Ein weiterer Geburtstag wird im Rahmen der Wissenschaftsnacht begangen – die „Akaflieg Frankfurt“ (Akademische Fliegergruppe Frankfurt) an der Goethe-Universität wird in diesem Jahr 90, ein neuer Segelflieger soll mit flüssigem Stickstoff getauft werden. Auch eine Podiumsdiskussion zu den ökologischen und ökonomischen Aspekten des Mikroplastiks verspricht ebenso aufschlussreich wie lebendig zu werden. Ein wichtiger Preis wird im Rahmen der NIGHT OF SCIENCE vergeben: Für seine langjährige Dokumentation der Insektenbestände wird der Entomologische Vereins Krefeld mit dem Science Hero Preis ausgezeichnet.

NIGHT OF SCIENCE 2019
14.06.2019, 17.00-6.00 Uhr, Campus Riedberg
Mehr zum Programm unter www.nightofscience.de

 

Jun 11 2019
15:53

Biotechnologen der Goethe-Uni entwickeln robuste und effiziente Methode zur Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

Maßgeschneiderte Wirkstoffe aus dem Baukasten

FRANKFURT. Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine Schlüsselrolle. Biotechnologen der Goethe-Universität ist es jetzt gelungen, diese Enzyme so zu verändern, dass ganz neue Naturstoffe oder auch Bibliotheken von Naturstoffen entstehen.

Viele wichtige Naturstoffe wie Antibiotika, Immunsuppressiva oder Mittel gegen Krebs stammen aus dem Stoffwechsel von Mikroorganismen. Dabei handelt es sich meistens um kleine Eiweißmoleküle (Peptide), die häufig so komplex sind, dass sie durch chemische Synthese im Labor nicht, oder nur mit großem Aufwand hergestellt werden könnten. In der Zelle entstehen sie mit Hilfe der NRPS-Enzyme wie am Fließband in einer modernen Autofabrik: an jeder Station werden dem Grundgerüst weitere Teile zugefügt, bis am Ende das fertige Auto aus der Fabrik rollt. Im Fall der NRPS findet an jeder Station (genannt Modul) der Einbau und die Prozessierung einer bestimmten Aminosäure statt, so dass am Ende ketten-, ringförmige oder anders modifizierte Peptide entstehen, die auch ungewöhnliche Aminosäuren tragen können. 

Obwohl die grundlegenden Prinzipien der NRPS schon lange bekannt sind, war es bisher kaum möglich, diese Enzyme einfach und effizient zu modifizieren oder die Enzyme komplett neu zusammenzusetzen, so dass die Mikroorganismen neuartige Peptide in guten Ausbeuten produzieren. Die Arbeitsgruppe von Prof. Helge Bode, Professur für Molekulare Biotechnologie, hat nun ein von ihr 2018 publiziertes Verfahren weiterentwickelt, mit dem dies noch einfacher möglich ist. 

„Wir nutzen Fragmente natürlicher NRPS-Systeme aus Bakterien als Bausteine, die wir über von uns identifizierte Schnittstellen neu zusammenfügen“, erläutern Andreas Tietze und Janik Kranz den Forschungsansatz, den beide mitentwickelt haben. Die Ausbeuten sind dabei vergleichbar mit der natürlichen Produktion dieser Naturstoffe. Mit der neuen Methode können nun auch Peptidbibliotheken sehr einfach erzeugt werden, was vorher nicht möglich war.

Die Methode ist inzwischen so gut ausgearbeitet, dass sie von Anfängern bereits nach kurzer Einarbeitung zur Herstellung neuer Peptide genutzt werden kann. Allerdings war es bis dahin ein weiter Weg. „Nachdem die ersten Versuche meines damaligen Doktoranden Kenan sehr vielversprechend waren, haben wir lange mit einem Großteil meiner Gruppe an dem Projekt gearbeitet, bis wir uns sicher waren, dass es die Erwartungen an eine robuste und gut reproduzierbare Methode erfüllt“, erklärt Bode. „Dank des LOEWE Schwerpunkts MegaSyn und des LOEWE Zentrums Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) hatten wir die notwenige personelle und finanzielle Unterstützung und konnten uns ganz auf das Projekt konzentrieren“.  

Nun geht es darum, die ersten klinisch relevanten Wirkstoffe mit dieser Methode zu modifizieren und biotechnologisch herzustellen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, hat Bode doch kürzlich einen der renommierten ERC Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats eingeworben, um die Methoden in den nächsten fünf Jahren weiter zu optimieren.

Publikation: Kenan A. J. Bozhüyük, Annabell Linck, Andreas Tietze, Janik Kranz, Frank Wesche, Sarah Nowak, Florian Fleischhacker, Yan-Ni Shi, Peter Grün, Helge B. Bode: Modification and de novo design of non-ribosomal peptide synthetases (NRPS) using specific assembly points within condensation domains, Nature Chemistry, https://www.nature.com/articles/s41557-019-0276-z; DOI: https://doi.org/10.1038/s41557-019-0276-z 

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78678421 

Bildtext: Prof. Helge Bode (2.v.l) und sein Team. Foto: Jürgen Lecher, Goethe-Universität.

Information: Prof. Dr. Helge B. Bode, Professur für Molekulare Biotechnologie, Fachbereich Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29557, h.bode@bio.uni-frankfurt.de.

 

Jun 11 2019
15:05

Ausstellung im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität zur Geschichte der Forscher und Sammler.

Abenteuer Pflanzenjagd

FRANKFURT. Der Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität am Campus Riedberg zeigt ab dieser Woche bis zum 31. Oktober 2019 die Ausstellung „Forscher, Sammler, Pflanzenjäger - unterwegs mit Humboldt & Co.“ Die spannende und zum Teil abenteuerliche Geschichte des Findens, Sammelns und auch des Transports unbekannter Pflanzen und der Sammler selbst, die oft unter Lebensgefahr in unbekannte Gebiete vordrangen, wird mit 15 illustrierten Tafeln und am Beispiel ausgewählter Pflanzenarten im Wissenschaftsgarten dargestellt.

Wer weiß heute noch, woher Tee, Rhododendron, die Rosskastanie oder die Douglasie stammen und wie und wann sie zu uns kamen? Leicht gerät auch in Vergessenheit, welche große ökonomische Bedeutung das Pflanzensammeln und die Verbreitung von Nutzpflanzen hatten und haben. Schon vor Jahrtausenden wurden Expeditionen ausgesandt, um Zugriff auf begehrte Pflanzen oder deren Produkte zu bekommen.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Produkt des Verbandes Botanischer Gärten. Ein 83-seitiges Begleitheft kann für 7,- € im Wissenschaftsgarten erworben werden.

Ausstellung „Forscher, Sammler, Pflanzenjäger – unterwegs mit Humboldt & Co“ im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität, Campus Riedberg, Max-von-Laue-Straße 13, 60438 Frankfurt am Main. Der Wissenschaftsgarten ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und während der Saison von März bis Oktober am Samstag von 11-17 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet, an Feiertagen geschlossen.

Kontakt: Prof. Georg Zizka, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität Frankfurt. Tel. 069/798-42176; gzizka@senckenberg.de

 

Jun 11 2019
14:52

Biochemiker Robert Tampé wurde in die Organisation Europäischer Molekularbiologen EMBO aufgenommen

Spezialist für Immunforschung ausgezeichnet

FRANKFURT. Prof. Robert Tampé, Direktor des Instituts für Biochemie an der Goethe-Universität, ist in die europäische Wissenschaftsorganisation für Molekularbiologie, EMBO, gewählt worden. Der Spezialist für Immunforschung gehört damit zum Kreis der besten Forscher in Europa und weltweit.

„Es ist eine besondere Auszeichnung für das gesamte Team, das über die letzten 20 Jahre grundlegende Mechanismen der adaptiven Immunantwort aufklären konnte“, sagt Robert Tampé. „Diese Erkenntnisse werden nicht nur Einzug in die Lehrbücher halten, sondern vielfältige therapeutische Ansätze in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Krebs liefern“ 

Erst im vergangenen Jahr warb Tampé bedeutende Fördermittel für zwei Forschungsprojekte ein: Der europäische Forschungsrat bewilligte ihm 2,5 Millionen Euro für einen „ERC-Advanced Grant“. Dieses Projekt widmet sich der Frage, wie bestimmte Viren der Kontrolle durch das Immunsystem entgehen. Im Fokus stehen molekulare Transportmaschinerien, die Bruchstücke eingedrungener Viren an die Zelloberfläche bringen und so die T-Zellen des Immunsystems auf den Plan rufen. Die Erkenntnis, wie dieser Prozess von Viren unterwandert werden kann, verspricht Fortschritte auf dem Gebiet der Infektions- und Autoimmunkrankheiten sowie in der Krebsforschung.

Auch das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,5 Millionen Euro finanzierte Reinhart Koselleck-Projekt beschäftigt sich mit der Prozessierung von Antigenen – jenen fremden Eiweißen, die Antikörper des Immunsystems alarmieren. Mit dem Koselleck Programm fördert die DFG ausgewiesene Forscher, die besonders innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Forschungsprojekte beantragen. Tampé und seine Mitarbeiter untersuchen die Organisation der Antigen-Qualitätskontrollstellen sowohl innerhalb der Zelle als auch an der Zellmembran. Die Herausforderung liegt darin, die Struktur und Funktion großer, unterschiedlich gebauter Proteinkomplexe zu entschlüsseln, die zudem relativ selten in interzellulären Membranen vorkommen. 

Robert Tampé studierte Chemie an der TU Darmstadt und promovierte dort anschließend in Biochemie. Er habilitierte sich 1996 in Biochemie an der TU München und leitete von 1992 bis 1998 eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Von 1996 bis 1998 war er Heisenberg-Stipendiat der DFG. Anschließend leitete er als Professor das Institut für Physiologisches Chemie am Klinikum der Universität Marburg. Seit 2001 ist er Direktor des Instituts für Biochemie an der Goethe-Universität. EMBO ist eine Organisation von mehr als 1800 führenden Wissenschaftlern, die sich für Exzellenz in den Lebenswissenschaften einsetzt. Sie unterstützt talentierte Forscher in allen Stadien ihrer Karriere und fördert den wissenschaftlichen Austausch sowie den Ausbau eines bestmöglichen Arbeits- und Forschungsumfeldes in Europa. 

Informationen: Prof. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29475, tampe@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 11 2019
11:03

​ Entomologischer Verein Krefeld erhält Science Hero Preis

Aufmerksamkeit für massenhaftes Insektensterben

FRANKFURT. Für seine langjährige Dokumentation der Insektenbestände wird der Entomologische Vereins Krefeld mit dem Science Hero Preis ausgezeichnet. Der Verein habe die Insektenforschung unabhängig von wissenschaftlichen Trends beständig fortgesetzt und so das Insektensterben als ein immens wichtiges Problem mit Ökosystemschäden bisher nicht bekannten Ausmaßes aufgezeigt, heißt es in der Begründung. Die Preisverleihung ist anlässlich der Eröffnung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentages

am 14. Juni 2019 um 18.30 Uhr an der Goethe-Universität
Campus Riedberg / Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Straße 2, OSZ B

Der Science Hero Preis wird seit 2015 von der Konferenz Biologischer Fachbereiche an Personen oder Organisationen in der biowissenschaftlichen Forschung und Lehre verliehen, die bürokratische Ausuferungen oder politische Absurditäten mit Humor bekämpfen, standhaft ertragen oder effizient vermieden haben. Der Preisträger erhält die Bronze-Figur einer Eule, die auf einem Paragraphen-Dschungel thront. Sie symbolisiert die in Deutschland so häufige Fesselung der Grundlagenforschung durch die Bürokratie.

Der Entomologische Verein Krefeld beschäftigt sich seit 1905 mit der wissenschaftlich orientierten Insektenkunde (Entomologie). Seine Arbeit beruht auf öffentlich finanzierter sowie ehrenamtlicher Forschung. Bereits vor dreißig Jahren haben die Krefelder Entomologen standardisierte Methoden der Datenerhebung für Fluginsekten entwickelt und Untersuchungen mit konsequent identischem „sampling design“ in zahlreichen Schutzgebieten über ganze Vegetationsperioden durchgeführt. Daraus resultierten unschätzbare Daten und Originalproben sowie im Jahr 2017 eine vielbeachtete Publikation in der internationalen Online-Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

Ein Kommentar in der Fachzeitschrift „Science“ zu den Daten der Krefelder Entomologen erweckte weltweites Aufsehen. Die Forscher fanden, dass die Gesamtmenge an Insekten in Schutzgebieten innerhalb der letzten 27 Jahre um ca. 76 Prozent zurückgegangen ist. Die Gelehrtengesellschaft „Royal Society of Biology“ wertete diese Erkenntnis als einen der „Big Biology Breakthroughs“ des Jahres 2017. Die Untersuchungsergebnisse zu Insektenrückgängen unter Umweltrisiken wurden zudem in den diesjährigen „Global Risks Report“ aufgenommen.

Insekten sind die wichtigsten Akteure in der Bestäubung von Blütenpflanzen. Sie regulieren Energie- und Nährstoffflüsse und sind Nahrungsquellen für viele andere Arten. „Wir sind bis heute keineswegs in der Lage, die zahlreichen von ihnen ausgeübten Funktionen im Naturhaushalt auch nur annähernd zu verstehen“, so Dr. Martin Sorg, Mitglied des Entomologischen Vereins Krefeld. Verluste regional angepasster Populationen und vollständiges Aussterben von Arten in ganzen Naturräumen können irreversible Folgen haben. „Wir haben durch viele unserer Daten den Eindruck, dass wir baselines verloren haben und weiter verlieren. Und in Unkenntnis der schleichenden Verluste können wir die jeweils historischen Zustände in ihrer Artendiversität und dem ‚natürlicheren' Volumen an Interaktionen gar nicht mehr ausreichend begreifen“, bedauert Dr. Sorg.

Die Ökosystemschäden, die durch Insektenrückgänge zu befürchten sind, können aufgrund von Kenntnislücken in ihrem vollen Ausmaß nicht prognostizierbar werden. Hieraus ergibt sich ein erheblicher Forschungsbedarf, und aktuell ist erkennbar, dass sich die Forschungslandschaft in der Entomologie verändert – und weiter verändern muss. „Bisher betreibt man Biodiversitätsforschung zu Insekten vorzugsweise zu den artenärmsten Insektengruppen. Dies ist als extrem verengter Blickwinkel nicht ausreichend für ein Verständnis von Biodiversität. Man könnte auch sagen: Tausende von UFO-Fluginsektenarten durchstreifen das Land, üben vermutlich wichtigste Funktionen in der Natur aus - und sind weder in ihrer Bestandsgefährdung bewertet, noch ist ihre Biologie ausreichend bekannt. Notwendig ist daher Grundlagenforschung und ein Langzeitmonitoring auch mit Schwerpunkten zu den artenreichsten Insektengruppen, zu denen der Kenntnisstand in eklatantem Maße defizitär ist“, so Dr. Andreas Müller, Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld.

Sitzplätze für Pressevertreter können nach Voranmeldung reserviert werden: fragen@nightofscience.de. Besuchen Sie anschließend die Night of Science auf dem Campus Riedberg mit populärwissenschaftlichen Vorlesungen, Führungen durch die Laborräume und Experimente zum Mitmachen.

Informationen: Prof. Andreas Terfort, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29180 aterfort@chemie.uni-frankfurt.de

 

Jun 7 2019
13:56

Vortrag zum 90. Geburtstag von Jürgen Habermas: Rolf Wiggershaus spricht in der Universitätsbibliothek über den Frankfurter Philosophen und Soziologen

„Demokratische Polarisierung“ 

FRANKFURT. Am 18. Juni wird Jürgen Habermas, der bis 1994 an der Goethe-Universität tätig war, 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass spricht der Soziologe und Publizist Dr. Rolf Wiggershaus in der Universitätsbibliothek Frankfurt über den weltweit am häufigsten rezipierten Frankfurter Philosophen und Soziologen, dessen Biographie eng verknüpft ist mit der Frankfurter Universität.

In dem Vortrag, zu dem die Universitätsbibliothek Frankfurt einlädt, geht Wiggershaus auf einige zentrale Aspekte der von Habermas in Frankfurt gemachten Erfahrungen ein. Dazu stellte Ralf Dahrendorf einmal erstaunt fest, dass Habermas trotz aller Polarisierungen immer wieder nach Frankfurt zurückgekehrt sei. In den 1960er Jahren war Habermas einer der engagiertesten Diskussionspartner der Studenten- und Protestbewegung, die in Frankfurt ihr theoretisches Zentrum hatte. Zusammen mit Frankfurter Kollegen wie Erhard Denninger, Ludwig von Friedeburg und Rudolf Wiethölter war er später Protagonist der Hessischen Hochschulreform. Er arbeitete dann auch eng zusammen u.a. mit dem von Alexander Mitscherlich geleiteten Frankfurter Sigmund-Freud-Institut und dem die intellektuelle Öffentlichkeit immer stärker prägenden Suhrkamp-Verlag. Die auf das krisenreiche Jahrzehnt als Max-Planck-Institutsleiter in Starnberg folgende letzte Frankfurter Periode seit 1983 nannte Habermas rückblickend seine “glücklichste Zeit“.

Vortrag: „Es sind immer Vorstellungen von geglückter Interaktion“: Rolf Wiggershaus über Jürgen Habermas. 

Dienstag, 18. Juni 2019, ab 18 Uhr in der Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek Frankfurt, Lesesaal im 1. OG. Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main. U-Bahn-Station, Bus- und Straßenbahnhaltestelle „Bockenheimer Warte“. 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Information: Jessica Zülch, Veranstaltungsmanagement, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39571, E-Mail: events@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de

 

Jun 7 2019
10:00

Hessische Universitäten erwarten Stärkung ihrer Forschungskapazitäten und Verbesserung ihrer Betreuungsrelationen

Hessens Universitäten brauchen deutliche Verstärkung ihrer Mittel für Forschung und Lehre

Nach der Entscheidung der Regierungschefs von Bund und Ländern: Hessische Universitäten erwarten Stärkung ihrer Forschungskapazitäten und Verbesserung ihrer Betreuungsrelationen in den Verhandlungen zum Hessischen Hochschulpakt 2021-2025

FRANKFURT. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat in ihrer Sitzung am 6. Juni 2019 die Finanzierung des „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ besiegelt. Die grundsätzliche Übereinkunft der Fachministerien zu den drei Pakten über die Forschungs- und Lehrfinanzierung zwischen Bund und Ländern war bereits am 3. Mai erzielt worden. Der „Zukunftsvertrag“ beinhaltet zunächst ab 2021 und dann ab 2024 in einer zweiten Stufe weiter steigende Mittel für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Mit den daraus zusätzlich zur Verfügung stehenden Mitteln gebe es auch in den laufenden Verhandlungen zum hessischen Hochschulpakt planbare Spielräume für die hessischen Universitäten, die einen erheblichen Nachholbedarf haben, sagte die Sprecherin der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU), Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. Wolff begrüßte die Entscheidung der Ministerpräsidenten: „Nach der grundsätzlichen Einigung von Anfang Mai ist damit eine wichtige Hürde für mehr Planungssicherheit in der Hochschulfinanzierung überwunden.“

Diese Verbesserungen seien aus Sicht der KHU dringend geboten. Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen den Nachholbedarf: Die Universitäten sind weiterhin das Rückgrat des hessischen Wissenschaftssystems. Von knapp 224.000 an öffentlichen hessischen Hochschulen zum Wintersemester 2017/18 eingeschriebenen Studierenden, waren 152.500 an den Universitäten eingeschrieben. Die Universitäten schultern damit nach den hohen Steigerungen der letzten 10 Jahre weiterhin den Löwenanteil der hochschulischen Lehrleistungen in Hessen, jedoch mit stark unterproportionalen Aufwüchsen bei den Professuren.

Insgesamt sind die professoralen Betreuungsrelationen für die Studierenden die zweitschlechtesten im Vergleich der Bundesländer. Zwischen 2013 und 2017 ist die Zahl der Professuren an hessischen Universitäten nur um etwa 1 Prozent gestiegen mit der Folge, dass heute eine Professur im Durchschnitt 77 Studierende betreut. Daraus ergibt sich für die einzelne Universitätsprofessur ein stark gestiegener Zeitaufwand in der Lehre – immer mehr auf Kosten der Forschung. Inflationsbereinigt ist die Finanzierung von Studienplätzen an hessischen Universitäten aus den regulären Landesmitteln und den Mitteln des Hochschulpakts 2020 deutlich geschrumpft: Standen 2010 noch 8.912 Euro pro Studienplatz zur Verfügung, so waren es 2017 nur noch 7.711 Euro, ein deutliches Minus von 13 %. Mit insgesamt mehr als 480 Mio. Euro (2017) werben die Universitäten 95 % der Drittmittel aller hessischen Hochschulen ein. Diese Mittel finanzieren national und international wettbewerbsfähige Forschung. Zwischen 2013 und 2017 konnten die jährlichen Drittmittel der hessischen Universitäten um über 70 Mio. Euro gesteigert werden – ein Plus, das Hessen als Forschungsstandort unmittelbar zugutekommt. Die hessischen Universitäten stecken damit allerdings im sogenannten „Drittmittel- Hamsterrad“: ein zunehmender Teil der Arbeitskapazität wird in das Einwerben, Managen und Nachweisen des Drittmitteleinsatzes investiert. Zudem kann das in Drittmittelprojekten beschäftigte Personal in aller Regel nur befristet angestellt werden.

KHU-Sprecherin Wolff: „Die hessischen Universitäten haben heute zum Teil 40 % mehr Studierende als noch vor zehn Jahren. Sie haben diesen Aufwuchs trotz ungünstiger finanzieller Bedingungen mit zusätzlichem Engagement des Personals, hoher Kreativität und vor allem über eine starke Steigerung der Drittmittel kompensiert. Unter dieser Situation hat nicht primär die Lehre für die Studierenden gelitten, wie Befragungen von Studierenden zeigen, sondern die Forschung. Wenn Hessen in der Forschung weiter nationale und internationale Akzente setzen will, muss die Landesregierung jetzt geeignete Maßnahmen ergreifen. Unsere Forschenden brauchen wieder mehr Freiräume für exzellente Forschung! In der nächsten Hochschulpaktperiode benötigen wir deshalb eine deutlich verbesserte und dauerhaft gesicherte universitäre Finanzierung, die sich auch in einer deutlichen Verbesserung der Betreuungsrelationen zeigen muss.“

 

Jun 4 2019
13:28

Studiengalerie 1.357 zeigt Arbeit des ghanaisch-britischen Künstlers John Akomfrah 

Expedition in den britischen Kolonialismus

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 zeigt vom 12. Juni bis zum 10. Juli 2019 die Arbeit „Expeditions 1 – Signs of Empire“ des ghanaisch-britischen Künstlers John Akomfrah in Zusammenarbeit mit dem Black Audio Film Collective. Für den 35mm-Farbfilm nutzt Akomfrah Bilder, Texte und Tonaufnahmen, die der britischen Kolonialzeit entstammen und unterschiedliche Versionen des Lebens in den Kolonien zeigen. Er stellt die Frage: „What we need to ask is, what regime of truth governs these sentiments?"

Zu sehen sind Darstellungen, die innerhalb des kolonialen Herrschaftssystems des British Empire entstanden: Fotografien von Europäern in ihren exotischen Anwesen, Aufnahmen von indigenen Menschen, die alltäglichen Aufgaben nachgehen, aber auch Abbildungen von Statuen und Gemälden aus der kolonialen Periode, die eine idealisierte Darstellung der Verhältnisse von Herrschern und Beherrschten vermitteln. Dieser Vorstellung eines harmonischen Zusammenlebens werden Bilder der extremen Gewalt entgegensetzt, die Teil des täglichen Lebens in den ehemaligen Kolonien waren. Diese Bilder, in unregelmäßigen Abständen eingespielt, lösen immer wieder einen Moment des Schocks bei den Betrachtern aus.

Texte werden in verschiedenen Schriftarten über die Bilder gelegt. Sie entstammen unter anderem Joseph Conrads „Heart of Darkness“ (1899) und Bernard Shaws „The Black Girl in Search of God and Lesser Tales“ (1932) – Erzählungen, verfasst von europäischen Schriftstellern über Kolonialpolitik und ihre Auswirkungen, über Fantasien der Unterwerfung und über die widersprüchliche Rolle der Religion. Die unterschiedlichen fragmentarischen Schriftbilder stellen hierbei die Frage nach der (nachhaltigen) Funktion von Sprache und Schrift in den Kolonialisierungsprozessen selbst.

Zu hören ist ein Ausschnitt der Rede Hugh Gaitskell vor dem britischen Parlament im Jahr 1962. Gaitskell spricht von interkultureller Zusammenarbeit und gegenseitiger Beeinflussung verschiedener Länder unter der gemeinsamen britischen Krone. Seine Stimme wird entfremdet und verändert und verbindet sich mit anderen Tönen zu einem verstörenden Sound.
Diese vielschichtige Montage fordert die Betrachterinnen und Betrachter heraus. Je nachdem, ob der Fokus auf Bilder, Texte oder Ton gelegt wird, verschiebt sich die Perspektive. In dem hybriden Film stellt sich immer wieder eine Frage: Aus wessen Sicht wird die Geschichte des Kolonialismus – auch heute – erzählt?

John Akomfrah wurde 1957 in Ghana geboren, seine Eltern waren Teil des antikolonialen Widerstandes. Akomfrah wurde 2017 der Titel ‚CBE' – Commander of the Order of the British Empire – verliehen. Ein symbolisches Überbleibsel des einst 33 Millionen Quadratkilometer großen Imperiums, das auf die Abgründe nationaler Repräsentationspolitiken hinweist, die offen oder subtil die Politik Europas bestimmen.

Die Ausstellung ist vom 12.6. bis zum 10.7.2019 im I.G.-Farben-Haus der Goethe-Universität, Raum 1.357, im 1. Stock, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mo—Do, 12—17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Eröffnung findet am 12. Juni 2019 um 20 Uhr in der Studiengalerie 1.357 statt.

Begleitprogramm
„Vertigo: das afterlife des Kolonialismus in den audiovisuellen Arbeiten John Akomfrahs".
Vortrag von Henriette Gunkel (Goldsmiths College, University of London)
12. Juni 2019, 18 Uhr, Raum IG 411 (Im Rahmen der Mittwochskonferenz, Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften).

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und der Goethe-Universität Frankfurt. Sie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, die unter dem Leittitel „Erinnerungskultur und Bildgebrauch“ in Lehrveranstaltungen von Studierenden verschiedener Disziplinen erarbeitet werden. www.studiengalerie.uni-frankfurt.de

 

Jun 4 2019
12:00

​ Kurator Carsten Siebert bringt Gemälde und Skulpturen auf den naturwissenschaftlichen Campus der Goethe-Universität

Zehn Jahre KunstRaum Riedberg

FRANKFURT. Seit zehn Jahren werden auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität immer wieder wechselnde Ausstellungen mit teils großformatigen Kunstwerken gezeigt. Kurator ist Dr. Carsten Siebert, er hat sich 2009 gemeinsam mit Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz das Konzept „KunstRaum Riedberg“ ausgedacht.

Pokorny, Steinbrenner, Kircher, Kubach-Wilmsen, Lichtblau, Grunschel – dies sind nur einige der Künstlernamen, die sich inzwischen mit dem Unicampus Riedberg verbinden. Seit nunmehr zehn Jahren gehören die Ausstellungen teils raumgreifender Kunst fest zum Bild des naturwissenschaftlichen Campus im Frankfurter Norden. Auswahl und Organisation obliegen Dr. Carsten Siebert, einem Naturwissenschaftler mit einer Leidenschaft für die Kunst.

Carsten Siebert ist mit der Kunst aufgewachsen, der Großvater war Maler. Nach Chemiestudium und Promotion ging er direkt ins naturwissenschaftliche Berufsleben; nebenbei studierte er Philosophie. Kunst zu sammeln, gehört für Siebert zum Leben. Ein befreundeter Galerist brachte ihn auf die Idee, selbst Ausstellungen zu organisieren. Davon wusste auch Sieberts einstiger Labornachbar Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. Als Vizepräsident der Goethe-Uni hat er sich das Ziel gesetzt, den Campus Riedberg als Ort stärker zu positionieren – mit Hilfe der Kunst. Siebert sei „der Paradetyp eines Alumnus, der sich für seine Uni engagiert“, freut sich der Vizepräsident, dass er den Fachkollegen als Kurator gewinnen konnte.

Nukleus der Kunstausstellungen am Riedberg waren und sind die Räume des Dekanats im Biozentrum, die Siebert in eine Ausstellungsfläche verwandelte. Dort wird auch die nächste Ausstellung eröffnet, die Bilder von Petra Johanna Barfs, Katja Grandpierre, Andrea Interschick und Stefan Stichler zeigt. Thematisch geht es um „Urbane Kontexte“. Eröffnung ist am Mittwoch, 5. Juni, um 18:30 Uhr.

Rund 35 Ausstellungen und viele Kooperationen mit anderen Fachbereichen, aber auch mit Galerien und Kunstvereinen haben seit 2009 stattgefunden. Etliche Gemälde, Graphiken, aber auch Skulpturen und Großplastiken sind in die Sammlung der Goethe-Universität aufgenommen worden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Arbeiten öffentlich sichtbar und zugänglich. Möglich wurde dies mit Hilfe vieler Gönner und Stifter, sehr vieler Unterstützer in den Verwaltungen und technischen Einheiten - und natürlich der Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Werken und viel Flexibilität auf die Besonderheiten eines Universitätsbetriebs reagiert haben.

Eine Auswahl von Bildern, die in der morgigen Ausstellung gezeigt werden, sowie ein Foto von Dr. Carsten Siebert finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78503457; Bildrechte für alle Fotos: Dr. Carsten Siebert

Informationen: Monika Binkowski, Dekanat FB14, Campus Riedberg, Tel.(069) 798 29545, Email: binkowski@em.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/54900366/Kunstraum_Riedberg

 

Jun 3 2019
14:07

Expertentreffen des House of Pharma & Healthcare der Goethe-Universität empfiehlt Abschaffung der Importförderklausel

Ein Risiko für die Arzneimittelsicherheit 

FRANKFURT. Parallel importierte Arzneimittel bergen erhebliche Risiken für die Therapiesicherheit. Ihr wirtschaftlicher Nutzen für das Gesundheitssystem ist demgegenüber gering. Die Importförderklausel für Arzneimittel sollte deshalb aus dem Sozialgesetzbuch V gestrichen werden. Das empfehlen Experten, die das House of Pharma & Healthcare gemeinsam mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft zu einem Treffen in die Hessische Landesvertretung nach Berlin eingeladen hatte, in ihrem heute veröffentlichten Abschlussstatement.

Die weltweit einmalige Importförderklausel verpflichtet Apotheken in Deutschland zur Abgabe einer Mindestmenge von preisgünstig importierten Medikamenten. In seinem Entwurf des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) hatte das Bundesgesundheitsministerium ursprünglich die Abschaffung der Importförderklausel vorgesehen. Dafür hatte sich zuvor bereits auch der Bundesrat ausgesprochen. Nach Abstimmung des Gesetzentwurfs mit anderen Ressorts der Bundesregierung plant das BMG inzwischen allerdings, an der Importförderklausel – zumindest in modifizierter Form – festzuhalten

Das Abschlussstatement des Expertentreffens finden Sie hier: www.uni-frankfurt.de/78466849

Das House of Pharma & Healthcare verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon 069 36007188, E-Mail presse@house-of-pharma.de

 

Jun 3 2019
12:47

Afrikaweit erster Masterstudiengang für Filmarchivierung startet im Wintersemester 2019/20

Goethe-Uni trainiert nigerianische Filmwissenschaftler mit der University of Jos

FRANKFURT. Nigeria ist das afrikanische Land mit der stärksten Filmbranche. Im Wintersemester 2019/20 startet an der University of Jos in Kooperation mit der Goethe-Universität der afrikaweit erste Masterstudiengang für Filmarchivierung und Filmkultur. Zur Vorbereitung waren vier Kollegen zu einem zweimonatigen „Training the Trainer Fellowship“ in Frankfurt.

Das „Archival Studies Master Program Jos“ ist im Herbst 2018 beschlossen worden, Projektpartner sind neben der Goethe-Universität das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF), das Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Berlin, die Nigerian Film Corporation (NFC) und das National Film Institute in Nigeria. Ziel des auf vier Jahre angelegten Projekts ist es, den Masterstudiengang für Filmarchivierung und Filmkultur in Nigeria aufzubauen. Bevor die ersten Studierenden im Herbst ihr Studium aufnehmen werden, konnten die Goethe-Universität und ihre Projektpartner vier Filmwissenschaftler aus Jos in Frankfurt und Berlin begrüßen. Beim „Training the Trainer Fellowship“ sollen sie auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden.

Diese Fellowships nehmen im Rahmen des neuen Studienprogamms einen besonderen Stellenwert ein. Sie werden in den kommenden Jahren dazu beitragen, Fachleute für Filmarchivierung auszubilden. Das geschulte Personal wird sowohl Aufgaben im neu eingerichteten National Archive of Film, Video and Sound in Jos übernehmen als auch in der Ausbildung und Lehre der Masterstudierenden im neuen Studiengang in Kollaboration mit dem National Film Institute tätig werden.

Die ersten vier Fellows schlossen Ende Mai das Training in den Archiven des Arsenal in Berlin und des DFF in Frankfurt ab. Drei der Fellows, Idi Mohammed Jimpy, Ayoola Kudirat Ajoke und Justina Omojevwe Akporherhe, kommen vom National Film Institute und der NFC. Der vierte ist Onche Daniel Ella, Professor für Film and Theatre Arts an der University of Jos. Die Fellowships decken thematisch Bereiche des Archiv- und Datenbankmanagements sowie der Restaurierung und Digitalisierung von Film ab – sowohl auf theoretischer als auch praktischer Ebene. Darüber hinaus erhalten die Fellows Einblicke in weitere Bereiche der Filmkultur und in die Aktivitäten der Partnerinstitutionen, wie etwa Filmbildung, Festivalorganisation und Filmdistribution. Das Training in Frankfurt beinhaltete zudem einen Aufenthalt an der Goethe-Universität. Hier erhielten die Fellows eine Einführung in die Lehre des Masters Filmkultur – mit den Schwerpunkten Archivierung, Programmierung und Präsentation. 

Die Fellowships bilden den Auftakt für eine Reihe von weiteren Programmen, die innerhalb des Projekts stattfinden werden. Nach dem Start des Masters in Jos im Herbst wird es etwa einen Lehraustausch geben, bei dem Dozenten der Goethe-Universität gemeinsam mit den Kollegen aus Jos Blockseminare an der University of Jos halten werden. Langfristig wird nicht nur der Ausbau des internationalen, filmkulturellen Netzwerks verfolgt, sondern auch ein Austausch in beide Richtungen angestrebt, z.B. durch ein Austauschprogramm für Studenten zwischen Frankfurt und Jos.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78458318 

Bildtext: Die Fellows von links nach rechts: Onche Daniel Ella, Justina Omojevwe Akporherhe, Ayoola Kudirat Ajoke, Idi Mohammed Jimpy. (Foto: Nigerian Film Corporation) 

Informationen und Kontakt: Fabienne Wolf, Projektkoordination, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, FB 10, Campus Westend, E-Mail: wolf@tfm.uni-frankfurt.de

 

Mai 29 2019
16:04

Graduiertenschule für Economics, Finance und Management (GSEFM) bietet mit MSQ-Programm attraktiven Master für Wirtschaftswissenschaftler an. Porträt im neuen UniReport. 

Mit dem Master zur Promotion oder in anwendungsorientierte Berufe

FRANKFURT. Ein forschungsorientierter Studiengang, der ganz unterschiedliche Berufsziele abbildet: Das Masterprogramm „MSQ“ an der Graduiertenschule für Economics, Finance und Manement (GSEFM), die von den drei Rhein-Main-Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz getragen wird, ist zugeschnitten auf Bachelorabsolventen der Wirtschaftswissenschaften, die in die quantitativ-analytische Forschung gehen möchten oder eine stärker anwendungsorientierte Ausbildung suchen. MS steht für den akademischen Grad „Master of Science“; Q deutet an, dass es sich bei den drei Schwerpunkten des Programms um quantitativ-analytische Wissenschaften handelt. Für welche Wirtschaftswissenschaftler das MSQ-Programm attraktiv ist, welche Fähigkeiten, Interessen und Berufswünsche darin zum Tragen kommen, beschreibt ein Porträt in der gerade erschienenen Mai-Ausgabe des UniReport.

„MSQ- Absolventinnen und -Absolventen finden problemlos hochinteressante Stellen, etwa bei Beratungsunternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Institutionen“, betont Prof. Michael Binder, Vorsitzender des GSEFM-Vorstandes. „Darüber hinaus ist unsere Statistik bei den Erstanstellungen von Promovierten der GSEFM erster Güte; den Vergleich mit den Ph.D.-Programmen europäischer Top-Universitäten brauchen wir nicht zu scheuen.“

Aus China, Korea, Russland, Slowenien und anderen osteuropäischen Ländern stammen die rund 140 Studierenden, die derzeit den MSQ anstreben; aus Deutschland, Österreich und Italien kommen sie genauso wie vereinzelt aus südamerikanischen Ländern wie Brasilien und afrikanischen Ländern wie Ägypten. Nicht alle Studierenden sprechen fließend Deutsch – das müssen sie auch gar nicht. Alle Kurse werden auf Englisch abgehalten, Bewerberinnen und Bewerber müssen zumindest mittlere Englischkenntnisse nachweisen.

Die weiteren Themen im UniReport 3/Mai 2019:

• Symbol – aber wofür? Nachbericht zur Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung“ des Forschungszentrums Globaler Islam. 

• Wie lässt sich die Flüchtlingspolitik humaner gestalten? Die Politikwissenschaftler/inn/en Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Egbert Jahn im Gespräch. 

• Die Mission „Schwarzes Loch“: Das Team um Astrophysiker Prof. Luciano Rezzolla schuf die Simulationen in einem globalen Forschungsprojekt. 

• Verwesungsprozesse verstehen lernen: Der Biologe PD Dr. Jens Amendt sucht für das Institut der Rechtsmedizin nach einem geeigneten Areal für eine „Body Farm“. 

• Pilzforschung im tropischen Tieflandswald: Prof. Meike Piepenbring unterrichtete einen Monat lang in Bolivien. 

• Tradition und Vielfalt: Das Fach Soziologie an der Goethe-Universität im Jubiläumsjahr – ein Überblick über seine Schwerpunkte. 

• Goethe, Deine Forscher: Dialog in der Tradition Martin Bubers – der Theologie Prof. Christian Wiese im Porträt. 

• Die National Model United Nation (NMUN) Konferenz in New York ist die größte UN-Simulation: Die Studentin Tsisia Ninikelashvili berichtet von ihren Erfahrungen in der Frankfurter Delegation von Prof. Tanja Brühl. 

• Eine Frankfurter Institution wird 50: Wolfgang Schopf vom Literaturarchiv der Goethe-Universität hat zusammen mit der früheren Geschäftsführerin Marion Victor ein Buch über den Verlag der Autoren herausgegeben. 

• Exportschlager Techno: Der Goethe-Uni-Alumnus Christian Arndt hat mit „Electronic Germany“ ein viel beachtetes Buch über die deutsche Technokultur vorgelegt. 

• Die Nacht zum Tag machen: Im Juni findet wieder die von Studierenden der Uni organisierte Night of Science auf dem Campus Riedberg statt. • Europa auf dem Bierdeckel: Nachbericht zu den Römerberggesprächen, die wieder in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Normative Orders stattfanden. 

• Histoire croisée: Ein Gespräch über ein Projekt der Frankfurter Ethnologie und des Frobenius-Instituts.

Der UniReport 3/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter: http://www.unireport.info/78423060.pdf

 

Mai 29 2019
13:21

​ Vortrag im Rahmen der Reihe „IST DIE WELT SCHLECHT? Globale Entwicklungen und psychologische Verzerrungen.

Fakten verstehen lernen

FRANKFURT. Daten und Fakten, die für ein adäquates Verständnis der Welt vonnöten sind, gibt es in Zeiten von Open Data genug. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, diese Daten zu nutzen und Statistiken richtig zu interpretieren. Dadurch übersehen sie möglicherweise die Fortschritte, die auf der Welt gemacht werden und nehmen Verbesserungen der globalen Lebenssituation, beispielsweise den Rückgang der Armut oder die Zunahme der Schulbildung, nicht wahr. Die schwedische Gapminder Foundation beschäftigt sich schon längerem damit, dass ein mangelndes Faktenwissen zu einer negativen Weltsicht führen kann. Mikael Arevius von Gapminder wird in seinem Vortrag „FOR A FACT-BASED WORLDVIEW“ vorstellen, wie man globale Fakten richtig verstehen und nutzen kann und erklären, welchen Fehldeutungen wir häufig unterliegen.

Zur Vortragsreihe „IST DIE WELT SCHLECHT?“: Katastrophen, Krisen, Unfälle und Terrorismus – schlägt man die Zeitung auf, schaut Nachrichten oder surft im Internet und in den „sozialen Medien", könnte man den Eindruck bekommen, dass wir heute in einer schlechten Welt leben und dass alles immer schlimmer wird. Über negative Ereignisse zu berichten ist eine wichtige Aufgabe der Medien. Aber ist die Welt wirklich voll von Problemen, Bedrohungen und Ungleichheit? In den vergangenen Jahren haben eine Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Disziplinen sich dieser Frage gewidmet. Sie alle zeigen: Der Menschheit insgesamt geht es in ihrer über zwei Millionen Jahre alten Entwicklungsgeschichte so gut wie nie zuvor. Wir leben also gesünder, länger, friedlicher und wohlhabender als je zuvor, haben aber den Eindruck, dass alles immer schlimmer wird. Wie kommt es zu diesen verzerrten Wahrnehmungen? Wie sieht die Faktenlage tatsächlich aus?

Die Zukunftsgastprofessur, von Prof. Rolf van Dick organisiert, widmet sich diesen und weiteren Fragen. Im Rahmen von zwei Gastvorträgen sind alle Interessierten eingeladen, sich mit den globalen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte auseinanderzusetzen und gemeinsam mit den Vortragenden die Fakten und Mythen zu entdecken und zu diskutieren.

Am 21. Mai sprach bereits Prof. William von Hippel über „THE SOCIAL LEAP“; Mikael Arevius von der schwedischen Gapminder Foundation spricht am Dienstag, den 4. Juni, zum Thema „FOR A FACT-BASED WORLDVIEW“.

4. Juni 2019, 18.30 Uhr, Hörsaal 10, Hörsaalzentrum, Campus Westend, Goethe Universität.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht unter: gastprofessur@psych.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2019
14:00

Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) befasst sich mit dem Leib in der Psychoanalyse

Tatort Körper 

FRANKFURT. Sigmund Freud sah den Körper am Grund der Ich-Werdung des Menschen: Das Ich sei zuallererst ein körperliches und werde durchzogen von Triebkräften, die entlang von körperlichen Vorgängen ihre Organisation erfahren. Dieser Verschränkung von Körper und Psyche widmet sich die Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG), die unter dem Titel „Tatort Körper. Der Leib in der Psychoanalyse“ von Donnerstag, 30. Mai (Himmelfahrt) bis Sonntag, 2. Juni auf dem Campus Westend stattfindet. Die Tagung befasst sich mit den kulturellen, gesellschaftlichen und klinischen Aspekten des Themas.

Insbesondere thematisiert die Tagung die Präsenz des Körpers in und außerhalb des Behandlungszimmers. Im Focus des klinischen Interesses stehen dabei die Fragen: Wie teilen sich Patienten dem Analytiker körperlich mit? Und wie reagiert der Analytiker körperlich? Wie können diese Phänomene und Prozesse dem Denken und Sprechen zugänglich gemacht werden? Körperliche Phänomene haben dabei vielfältige Bedeutungen: Sie können die Symbolisierung oder Desymbolisierung verdrängter Konflikte darstellen, ein Trauma anzeigen oder auf Lücken in den seelischen Repräsentationen hinweisen. Bei den klinischen Phänomenen, den oft langen und leidvollen Krankengeschichten psychosomatischer Phänomene, geht es vor allem auch um die Technik der Behandlungen und ihrer Modifizierungen im Rahmen neuer Erkenntnisse innerhalb der Psychoanalyse und in den Nachbarwissenschaften. In Hinblick auf die neuen Medien befasst sich die Tagung zum Beispiel mit dem virtuellen Körperlichen bei Skype- und Telefonanalysen.

Der Körper als kulturell-gesellschaftliches Phänomen – dabei geht es zum Beispiel um Fragen der Selbstinszenierung. Ist der Körper doch der Ort, auf den wir projizieren, den wir verdinglichen und manipulieren, ein Ort der Ideale von Schönheit und Anmut, von Entblößung und Enthemmung oder von Schamhaftigkeit und Mangel. Körperinszenierungen und -manipulationen richten sich nicht selten gegen die Zumutungen der Vergänglichkeit. Sie können auch Ausdruck des Versuches der Selbstoptimierung sein, wie es gegenwärtige gesellschaftliche Prozesse mit ihren Ansprüchen an das Subjekt oft fordern. Die Psychoanalyse hat sich seit ihrer Begründung durch Sigmund Freud in ständiger Weiterentwicklung nicht nur als ein äußerst erfolgreiches therapeutisches Verfahren erwiesen. Sie ist darüber hinaus Sozialwissenschaft, die mit ihren Konzeptualisierungen und ihrer Subjekttheorie den öffentlichen wie gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Diskurs bereichert.

Die Jahrestagung ist das wissenschaftliche Forum der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG), auf dem sich Mitglieder und interessierte Gäste zum gegenwärtigen Stand psychoanalytischer Praxis und Forschung austauschen. Dieses Jahr wird die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe und dem Institut für Psychoanalyse der DPG in Frankfurt vorbereitet. 

Das vollständige Programm der DPG-Jahrestagung finden sie hier: http://www.dpg-frankfurt.de/pdf/DPG_Tagungsprogramm.pdf 

Pressekontakt: Norma Heeb, Telefon 0611 4060263, Mobil 0176 34219335, E-Mail: norma-heeb@t-online.de

Information und Anmeldung: Frau Steffi Hellmich, DPG Geschäftsstelle Berlin, Goerzallee 5, 12207 Berlin, Telefon 030 84316152

 

Mai 28 2019
13:48

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag

Vortrag: Die Kunst des Forschens im 21. Jahrhundert – das Frobenius-Institut stellt sich vor 

FRANKFURT. Das Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt zählt zu den bedeutendsten ethnologisch ausgerichteten Forschungsinstituten im deutschsprachigen Raum. Die Forschungsaktivitäten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Regionen der ganzen Welt – von Afrika über Zentralasien nach Papua-Neuguinea – zusammen mit den umfangreichen Sammlungen und Archiven des Instituts leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung kultureller Diversität in Vergangenheit und Gegenwart. Das Frobenius-Institut sieht seine Aufgaben darin, kulturanthropologisches Wissen zu erweitern und über den wissenschaftlichen Dialog einen reflektierten Umgang mit kultureller Differenz zu fördern.

In diesem Abendvortrag geben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Frobenius-Instituts unmittelbare Einblicke in ihren Forschungs- und Arbeitsalltag: Sie berichten über ihre aktuellen Projekte u.a. in Süd- und Zentralasien, Äthiopien, Mali und im Tschad, in denen sie sich mit Themen wie Migration, religiöser Wiederbelebung oder der kulturellen Bedeutung von Hirse befassen. Die Vortragenden stellen das einzigartige Felsbildarchiv des Instituts und weitere Sammlungen vor und erklären, welche Rolle die Sammlungsarbeit für die heutige Ethnologie spielt. Ferner blicken sie auf die über hundertjährige Geschichte des Instituts zurück und zeigen, wie sie sich der bedeutsamen Aufgabe widmen, diese Geschichte kritisch aufzuarbeiten und im heutigen Forschungskontext zu reflektieren.

Vortragende sind: Prof. Dr. Roland Hardenberg (Direktor), Prof. Dr. Mamadou Diawara (stellvertretender Direktor), Prof. Dr. Holger Jebens (Schriftleitung Paideuma, Zeitschrift für kulturanthropologische Forschung), Dr. Richard Kuba (Leiter Felsbildarchiv), Dr. Carlos Magnavita (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) und Dr. Sophia Thubauville (Ethnologische Bibliothek Leo Frobenius)

Dienstag, 4. Juni 2019, 19 Uhr im Museum Giersch der Goethe-Universität
Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Noch bis 14. Juli 2019 sind im Museum Giersch der Goethe-Universität in der Ausstellung „Frobenius – Die Kunst des Forschens“ mehr als 200 Bildwerke aus den Sammlungen des Frobenius-Instituts zu sehen – Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder, ethnographische Darstellungen und Fotographien. Die Ausstellung rückt besonders die Frauen in den Fokus, von denen die überwiegende Mehrheit des Bildmaterials stammt, und zeigt mit Werken von Paul Klee, Willi Baumeister und Wols den Einfluss der Prähistorie auf die Moderne.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse. 

Informationen: Dipl.-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de 

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mai 28 2019
10:35

Forscher der Goethe-Universität veröffentlichen Website zur Situation von Frauen in den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten Europas.

„Leaky pipeline“: Frauen im Karriereverlauf Nachteilen unterworfen 

FRANKFURT. Seit heute gibt es ein webbasiertes Instrument über den Anteil von Frauen in wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Europa. Ohne verlässliche Daten ist es unmöglich, den Status von Frauen in den Wirtschaftswissenschaften zu bewerten. Eine neue Website soll dabei helfen, dieses Problem zu überwinden. Mithilfe eines Algorithmus wurden die Daten aller europäischen Forschungsinstitutionen auf deren öffentlich zugängigen Webauftritten ausgelesen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den 300 Institutionen mit der größten Forschungsleistung in Europa gewidmet. 

Die Seite ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und entsprang einer Idee des Komitees für Frauen in den Wirtschaftswissenschaften der European Economic Association (EEA), zu dessen Zielen die Sammlung von Daten zur Situation von Frauen in den Wirtschaftswissenschaften gehört. Mit Unterstützung der EEA wurde diese Aufgabe weitergeführt durch Prof. Guido Friebel, Mitglied des Komitees und Sascha Wilhelm, die beide an der Goethe-Universität in Frankfurt forschen und lehren. Friebel ist außerdem auch Mitglied des CEPR in London und des IZA in Bonn. 

Die Seite stellt Informationen über den Anteil von Frauen in Universitäten, Business Schools und anderen Einrichtungen zur Verfügung. Sie zeichnet für Europa ein ähnliches Bild wie in den USA, allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen Europas. Die Institutionen, die bezüglich ihrer Forschung produktiver sind, tendieren dazu, weniger Frauen im Rang eines „Full Professors“ zu haben (in Deutschland: C4 oder W3). Diese Beobachtung stärkt die Hypothese einer "leaky pipeline", nach der Frauen in ihrem Karriereverlauf durch Doppelbelastungen Nachteilen unterworfen sind. Überraschend ist aber, dass sich ein ähnliches Bild auch auf dem akademischen Eintrittsniveau bietet, zum Beispiel bei Juniorprofessoren. Die Website hat das Ziel, zur Debatte über die Geschlechtergerechtigkeit in und deren Gesellschaften beizutragen und neue Studien für die Sammlung von Daten und Forschung zu ermöglichen.

Website: https://www.women-economics.com

Weitere Informationen: Prof. Guido Friebel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-34823; gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de. Sascha Wilhelm, wilhelm@econ.uni-frankfurt.de

 

Mai 27 2019
17:29

Feierliche Überreichung des „Cambridge Habermas Lexicon“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften 

Cambridge University Press veröffentlicht Lexikon zu Jürgen Habermas

FRANKFURT. Eine große Ehre für Jürgen Habermas: Der Verlag Cambridge University Press hat im Jahr seines 90. Geburtstages ein umfassendes Lexikon über den Philosophen und Soziologen, der bis 1994 Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität war, herausgebracht. Verfasst wurde es von einem internationalen Autorenteam – darunter auch Wissenschaftler der Goethe-Universität. Das Kompendium wurde heute im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg vorgestellt und Jürgen Habermas von den beiden Herausgebern Amy Allen und Eduardo Mendieta persönlich überreicht. 

In über 200 Einträgen werden die grundlegenden Konzepte, Kategorien und Themen Habermas' erklärt sowie fachliche und intellektuelle Kontexte herausgearbeitet. Die Palette von über 120 Begriffen reicht von „Aesthetics“ bis „World Disclosure“, die Liste wichtiger auf Habermas bezogener Denker beginnt mit Theodor W. Adorno und endet bei Iris Marion Young; besprochen werden im Kapitel „Names Associated“ auch die Frankfurter Philosophen Axel Honneth und Rainer Forst. Das Werk zeichnet sich durch ein System von Verweisen zwischen den einzelnen Einträgen und auf weiterführende Literatur zum jeweiligen Thema aus. Außerdem beinhaltet es einen Überblick über den akademischen Werdegang von Jürgen Habermas, ein Werkverzeichnis und eine umfassende Bibliographie. Die Herausgeber hoffen, dass das Werk Bezugspunkt für alle Wissenschaftler, Studierende und interessierte Leser werden wird, die sich mit dem Habermas'schen Werk und seiner Rezeption im 20. und 21. Jahrhundert befassen. 

Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, betonte, dass das „Cambridge Habermas Lexicon“ die überragende Bedeutung Habermas' zeige: „Ja, ich möchte so weit gehen und feststellen, dass Jürgen Habermas sogar der weltweit wichtigste Philosoph unter den heute lebenden Philosophen ist. Und wir dürfen stolz darauf und dankbar dafür sein, dass er ein Mitglied des Instituts für Philosophie der Goethe-Universität und ein häufiger Gast auch am Forschungskolleg Humanwissenschaften sowie des Frankfurter Exzellenz-Clusters ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen' ist. Wir haben alle von ihm bis auf den heutigen Tag unendlich viel gelernt.“ 

Lutz-Bachmann wies ferner darauf hin, dass von Habermas noch in diesem Jahr eine eigene Publikation zu erwarten ist: „Dieser großartige Philosoph und wichtige intellektuelle Anreger legt jetzt, im Alter von bald 90 Jahren, im Herbst dieses Jahres sein zweibändiges, über 1.700 Seiten starkes Alterswerk zum ‚Diskurs über Glauben und Wissen' bei Suhrkamp vor. In einer kleinen Arbeitsgruppe durften wir vorläufige Passagen dieses Werks mit dem Autor vor zwei Jahren am Forschungskolleg Humanwissenschaften in einer mehrtägigen Klausur diskutieren. In diesem Werk werden wir alle seine intellektuelle Brillanz noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen lernen.“

Amy Allen, Eduardo Mendieta (eds.): The Cambridge Habermas Lexicon. Cambridge University Press 2019

Weitere Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin Fellowprogramm und Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg. Tel.: 06172-13977-15; b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de ; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Mai 24 2019
10:46

Internationales Symposium an der Goethe-Universität analysiert die neuere und neueste Literatur und ihre Zeitdiagnosen.

Japan zwischen 1989 und 2019

FRANKFURT. Am 6. und 7. Juni 2019 findet ein von der Japanologie der Goethe-Universität veranstaltetes Symposium mit dem Titel „Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature“ statt. Für die Tagung konnten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Japan, USA, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland gewonnen werden. Unter ihnen sind Victoria Young von der University of Cambridge, Yoshio Hitomi von der School of Culture, Media and Society, Waseda Universität Tôkyô, der amerikanische Lyrikforscher Jeffrey Angles und die renommierte Japanologin Michiko Mae aus Düsseldorf. Beteiligt ist zudem eine jüngere literaturwissenschaftlich ausgerichtete Forschergeneration.

Anlass für die Konferenz gab der Zeitenwandel in Japan: Die zeitgenössische japanische Literatur, die „Literatur der Heisei-Ära“ (Heisei bungaku), die mit dem Tod von Kaiser Hirohito (1901-1989) und dem Ende der Shôwa-Ära 1989 ihren Anfang nahm, hat sich über drei Dekaden hinweg bis zur Abdankung des Heisei-Kaisers Akihito am 30. April 2019 entwickelt und tritt nun in den Raum der Geschichtlichkeit ein. Mit dem aktuellen Kaiser Naruhito lautet die Regierungsdevise „Reiwa“. Insofern ist nun die beste Gelegenheit, Autoren, Texte und Tendenzen der vergangenen Epoche zu betrachten, um damit erste Thesen und Erkenntnisse zu formulieren. 

Auf der Basis der an der Goethe-Universität bereits geleisteten Forschungen können im Austausch unterschiedlicher Wissenschaftstraditionen zentrale Fragestellungen erörtert werden, angefangen mit der Frage danach, was man unter „Literatur“ in den Jahren von 1989 bis 2019 verstehen wollte, in denen sich ein Wandel des „Systems“ Landesliteratur (kokubungaku) auf verschiedenen Ebenen vollzog. Gemeinsam gilt es zu diskutieren, welchen Kanon wir für die Heisei-Literatur zu bestimmen hätten, welche Themen literaturwissenschaftlich forschende Japanologen und Japanologinnen behandeln sollten und welche Schriftsteller vermutlich die literarische Zukunft in der Reiwa-Ära gestalten werden.

Symposium „Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature“ 

6. Juni 2019, 15:30 Uhr: Campus Westend, Eisenhower Room 

7. Juni 2019, 9:30-20:00 Uhr: Campus Bockenheim, Raum Jur 717 

Organisation: Prof. Dr. Lisette Gebhardt/Christian Chappelow M.A./ Damian David Jungmann M.A. (Japanologie, Goethe-Universität) 

Die Veranstaltung ist öffentlich – um Anmeldung unter Heisei-Literatur@em.uni-frankfurt.de wird gebeten.

 

Mai 23 2019
15:08

Neuer Sonderforschungsbereich (SFB) analysiert vielfältige Rollen von RNA-Molekülen/ weiterer RNA-SFB verlängert

Molekularer Regulierung von Herz-Kreislauf-System auf der Spur 

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat gemeinsam mit der TU München einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) eingeworben, der in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit circa 11 Millionen Euro gefördert wird. Ein weiterer SFB zur RNA-Forschung wird zum zweiten Mal verlängert. Die Förderung von zwei schlagkräftigen Forschungsverbünden unterstreicht die exzellente Arbeit im Bereich der RNA-Forschung an der Goethe-Universität. 

Das Konsortium aus 30 renommierten Forschenden wird im neuen SFB untersuchen, welchen Einfluss sogenannte nicht-kodierende RNAs auf die Entwicklung, Regulation und zelluläre Prozesse des Herz-Kreislauf-Systems haben. Im verlängerten SFB geht es um die Struktur und Funktion diverser RNA-Varianten in Biologie und Chemie. 

Ribonukleinsäuren, kurz RNA, galten lange nur als Botenmoleküle, die Erbinformation für die Herstellung von Proteinen kodieren. Inzwischen weiß man, dass mehr als 90 Prozent der RNA-Moleküle eine erstaunliche Vielfalt anderer Aufgaben erledigen. Viele von ihnen regulieren Abläufe in der Zelle (siRNA, miRNA und sRNA), andere können faszinierende drei-dimensionale Strukturen bilden und dienen als Enzyme oder Schalter für zelluläre Prozesse. Auch bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems spielen nicht-kodierende RNAs eine maßgebliche Rolle. 

Der von Prof. Stefanie Dimmeler vom Institut für Kardiovaskuläre Regeneration an der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Stefan Engelhardt vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der TUM koordinierte neue Transregio SFB „Non-coding RNA im kardiovaskulären System“ wird erforschen, wie nicht-kodierende RNAs im Herz-Kreislauf-System hergestellt und transportiert werden. Weiterhin geht es darum, wie sie zelluläre Abläufe beeinflussen und welche Rolle sie bei der Entstehung und Heilung von Herz-Kreislauf-Krankheiten spielen. Langfristig sollen auch neue therapeutische Zielmoleküle gefunden werden

Weitere Partner sind die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und die Medizinische Hochschule Hannover.

SFB geht in die dritte Förderperiode 

Im Fokus des verlängerten SFBs „Molekulare Mechanismen der RNA-basierten Regulation“ unter der Sprecherschaft von Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, steht die Funktion der RNA in Chemie und Biologie. Die Forschenden der Goethe-Universität und der TU-Darmstadt interessiert insbesondere, wie RNAs die Genexpression regulieren. Während der ersten beiden Förderperioden (insgesamt acht Jahre) haben die Forschenden diverse spektroskopische Methoden etabliert, um die Struktur der komplexen Makromoleküle zu entschlüsseln. Diese Methoden sollen nun von in vitro-Systemen (präparierte Moleküle im Reagenzglas) auf lebende Systeme (in vivo) übertragen werden. Die Forschenden erwarten neue Einblicke in die Funktion der verschiedenen RNA-Varianten in lebenden Zellen. 

Stefanie Dimmeler und Harald Schwalbe sind sich einig: „Diese weitere Förderung der RNA-Forschung in Frankfurt wird dazu beitragen, dass die Goethe-Universität ihre Vorreiterschaft in diesem Bereich weiter ausbaut.“

Informationen: Prof. Stefanie Dimmeler, Institut für Kardiovaskuläre Regeneration, Fachbereich Medizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301- 6667, dimmeler@em.uni-frankfurt.de. Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Fachbereich Chemie, Biochemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29737 , schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

 

Mai 22 2019
09:00

​ EU-Projekt BRIGHTER entwickelt 3D-Biodrucksystem mit neuartiger Lichtscheiben-Lithographie

Gewebe und Organe mit Lithographie erzeugen

FRANKFURT. Organe künstlich zu erzeugen, ist ein hochaktuelles Forschungsthema. Künstliche Organe werden in naher Zukunft den Mangel an Organspenden ausgleichen und Tierversuche ersetzen. Zwar gibt es bereits vielversprechende Versuche mit 3D-Druckern, die eine „Bio-Tinte“ lebender Zellen verwendet, aber ein funktionsfähiges Organ ist so noch nie entstanden. Eine von Elena Martinez (IBEC, Barcelona) initiierte europäische Forschergruppe unter Beteiligung der Goethe-Universität geht jetzt neue Wege. Sie entwickelt ein Lithographie-Verfahren, das auf spezielle Hydrogele setzt, die mit lebenden Zellen versetzt sind.

Biodrucksysteme, die Strukturen schichtweise von unten nach oben aufbauen (engl. "bottom-up“), haben erhebliche Nachteile. Zum einen dauert der Druckvorgang viel zu lang, so dass die Überlebenschancen der Zellen in der Bio-Tinte und in den polymerisierten Schichten sehr gering sind. Des Weiteren erzeugt der Sprühvorgang für die Zellen, besonders für Stammzellen, eine erhebliche Ausfallrate. Dazu kommt, dass die Auflösung des Verfahrens mit etwa 300 Mikrometern viel zu gering ist, um die filigranen Strukturen natürlicher Gewebe nachzubilden. Schließlich ist es besonders schwierig, komplexe Hohlraumstrukturen, wie blutführende Gefäße, in das Zellgewebe einzubauen.

„Mit unserem Projekt wollen wir den umgekehrten Weg gehen, indem wir ein abwärts strukturiertes (engl. "top-down") Lithographie-Verfahren entwickeln“, erklärt Dr. Francesco Pampaloni vom Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS) an der Goethe-Universität. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie die Lithographie in der Halbleitertechnik. Anstelle des Halbleiters und der photoempfindlichen Schicht, die durch eine Maske beleuchtet wird, tritt ein Hydrogel mit lichtempfindlichen Molekülen. Dieses wird mithilfe der Lichtscheibentechnik, die Prof. Ernst Stelzer für die Lichtscheibenmikroskopie erfunden hat, in dünnen Scheiben belichtet. So bilden sich verzweigte Kettenstrukturen (Polymere), die als Matrix für die Besiedlung durch lebende Zellen dienen. Das restliche, noch flüssige Hydrogel, wird ausgewaschen.

„Mit diesem Verfahren werden wir in der Lage kommen, die räumliche Struktur und ihre Steifigkeit mit einer bisher unerreichten Auflösung einzustellen, so dass wir die gleichen heterogenen Mikrostrukturen schaffen können, die Zellen in natürlichen Geweben vorfinden“, erklärt Pampaloni. Er erwartet, dass sich vollkommen neue Möglichkeiten für die Biofabrikation komplexer Gewebe und ihrer anatomischen Mikrostrukturen ergeben werden. Zudem kann man die spezifischen Eigenschaften der Matrix nutzen, um Stammzellen in wohldefinierte Kompartimente einzubringen oder die Ausbildung von Gefäßen zu ermöglichen. Weitere Vorteile gegenüber bislang üblichen 3D-Drucksystemen sind die hohe Geschwindigkeit und eine kostengünstige Produktion.

BRIGHTER steht für "Bioprinting by light sheet lithography: engineering complex tissues with high resolution at high speed". Gefördert wird das Projekt ab Juli 2019 für drei Jahre im Rahmen des renommierten und sehr selektiven „Future and Emerging Technologies“ (FET) Open Horizon 2020 Programm der Europäischen Union. BRIGHTER wird mit insgesamt 3.450.000 Euro finanziert, von denen 700.000 Euro an das Team von Dr. Pampaloni im Arbeitskreis Physikalische Biologie von Prof. Stelzer, Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität, gehen. Weitere Partner sind das IBEC (Barcelona, Spanien, Koordination), Technion (Haifa, Israel) sowie die Unternehmen Cellendes (Reutlingen, Deutschland) und Mycronic (Täby, Schweden).

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78299401

Bildtext: Ein Hydrogel aus lebenden Zellen und lichtempfindlichen Molekülen wird in einer dünnen Schicht mit Laserlicht beleuchtet (grüner Strahl). Dadurch entstehen 3D-Mikrostrukturen, die Gewebe und seine Funktion nachbilden. Das verbleibende Hydrogel wird nach dem Druckprozess ausgewaschen.
Bild: F. Pampaloni, BRIGHTER, 2019

Informationen: Dr. Francesco Pampaloni, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42544, fpampalo@bio.uni-frankfurt.de, http://www.physikalischebiologie.de