Pressemitteilungen 

 

Okt 2 2018
15:24

Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum Thema Krieg und politische Gewalt beginnt am 11. Oktober 2018

Vortragsreihe: Wird die Welt immer kriegerischer?

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beschäftigt sich in diesem Wintersemester mit dem Wandel von Krieg und politischer Gewalt. Die gängige Erzählung, wonach die Welt über lange Sicht immer friedlicher geworden sei, wird zunehmend hinterfragt. Ist angesichts des Wandels der Formen kriegerischer Auseinandersetzung – von Cyberwar über Terrorismus bis hin zu neuen Formen von Bürgerkriegen – die These eines Pazifizierungstrends grundsätzlich widerlegt oder beobachten wir nur Spannungen und Widersprüche, die diesem Trend langfristig innewohnen?

Die öffentliche Reihe trägt den Titel: “The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century”. Sie umfasst sechs Vorträge, jeweils um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum (Raum HZ 9) auf dem Campus Westend. Die fachliche Leitung haben Prof. Christopher Daase und Prof. Nicole Deitelhoff vom Exzellenzcluster. Beide gehören auch zum Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), einer Partnereinrichtung des Clusters. Ebenfalls im federführenden Team ist Dr. Julian Junk von der HSFK, auch er Politikwissenschaftler. Den Eröffnungsvortrag am Donnerstag, 11. Oktober 2018, hält Prof. Michael Mann (University of California, Los Angeles) zum Thema: „Has War Declined through Human History?“

Die Anhänger der Befriedungs-These argumentieren mit einem nachhaltigen Prozess der Zivilisierung vieler Gesellschaften, mit einer wachsenden politischen und wirtschaftlichen Verflechtung der Staaten und mit einer Ausbreitung liberaler und demokratischer Wertvorstellungen. Auch trotz der beiden Weltkriege und des Holocaust sei die Welt in makrohistorischer Perspektive alles in allem friedlicher geworden, und das zunehmend in der Zeit nach 1945. Zu den Forschern, die das anders sehen, gehört der renommierte Auftaktredner Michael Mann. Er verweist zum Beispiel auf die vielen Bürger- und innerstaatlichen Kriege im Globalen Süden. Diese seien an die Stelle der zwischenstaatlichen Kriege im Norden getreten. Global betrachtet gebe es keinen Rückgang kriegerischer Auseinandersetzungen, sondern eine Transformation.

Zu den Vortragenden zählt in den nächsten Monaten auch der Mit-Organisator Christopher Daase. Er spricht am 23. Januar 2019 über: „Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung“. Eine Rechtfertigung militärischer Gewalt trotz deren völkerrechtlichen Ächtung rekurriert auf die vermeintliche Notwendigkeit, globale Normen notfalls militärisch durchsetzen zu müssen, um langfristig ein globales Gewaltmonopol zu etablieren und das Kriegsverbot zu verwirklichen. Daase geht der Frage nach, wie diese Erwartung empirisch und normativ zu bewerten ist.

Die Termine im Überblick: 
(Jeweils Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum HZ 9, 18.15 Uhr)

11. Oktober 2018
Prof. Michael Mann, University of California, Los Angeles
Has War Declined through Human History?

12. Dezember 2018
Prof. Elisabeth J. Wood, Yale University
Sexual Violence during War

23. Januar 2019
Prof. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung

30. Januar 2019
Prof. Matthew A. Evangelista, Cornell University
Disturbing the Peace: How the United States Influences Trends in Global Political Violence

6. Februar 2019
Prof. Stathis N. Kalyvas, University of Oxford
Global Change and Civil Wars

13. Februar 2019
Prof. Jennifer M. Welsh, McGill University, Montreal
Pockets of Barbarism: Internal and External Challenges to the International Humanitarian Order

Informationen:
Dr. Julian Junk, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), 030/206049120, junk@hsfk.de, www.hsfk.de
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Detailliertes Programm: http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

 

Okt 2 2018
15:22

Barry Eichengreen übernimmt Gastprofessur für Finanzgeschichte 2019

Einer der 100 führenden globalen Denker kommt nach Frankfurt

FRANKFURT. Barry Eichengreen von der University of California, Berkeley, übernimmt in diesem Jahr die Gastprofessur für Finanzgeschichte am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt. Die Gastprofessur wird vom Bankhaus Metzler und der Friedrich Flick Förderungsstiftung finanziert.

Eichengreen ist George C. Pardee- und Helen N. Pardee-Professor für Ökonomie und politische Wissenschaften an der University of California, Berkeley. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte und die aktuelle Ausgestaltung des internationalen Geld- und Finanzsystems.

Als Autor hat sich Eichengreen international einen Namen gemacht. Zu seinen jüngsten Buchveröffentlichungen gehören: „The Populist Temptation: Economic Grievance and Political Reaction in the Modern Era” (2018), “How Global Currencies Work: Past, Present, and Future mit Livia Chitu und Arnaud Mehl” (2017), “Hall of Mirrors: The Great Depression, the Great Recession, and the Uses – and Misuses – of History” (2015), und “Exorbitant Privilege: The Rise and Fall of the Dollar and the Future of the International Monetary System” (2011) (in der engeren Wahl für den Financial Times and Goldman Sachs Business Book of the Year Award 2011). Eines der bekanntesten Bücher von Eichengreen ist „Golden Fetters: The Gold Standard and the Great Depression, 1919–1939“ (1992), in dem er als Hauptgrund für die Rezession der 1930er Jahre den strukturell fehlerhaften und schlecht verwalteten internationalen Goldstandard anführt. In seinem am häufigsten zitierten Forschungspapier mit Tamim Bayoumi (1993) argumentierte er, dass die Europäische Union weniger für einen gemeinsamen Währungsraum geeignet sei als die Vereinigten Staaten.

Professor Eichengreen studierte an der Yale University in New Haven, CT (M.A. in Volkswirtschaftslehre, M.Phil in Volkswirtschaftslehre, M.A. in Geschichte und Ph.D. in Volkswirtschaftslehre) und der University of California, Santa Cruz (B.A in Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften). Er ist Research Associate bei NBER (National Bureau of Economic Research) und Research Fellow bei CEPR (Centre for Economic Policy Research). Die American University in Paris verlieh ihm die Ehrendoktorwürde und im Jahr 2010 erhielt er von der Internationalen Joseph A. Schumpeter Gesellschaft den Schumpeter Preis. Eichengreen wurde als einer der 100 führenden globalen Denker im Foreign Policy Magazine genannt.

Während seines Aufenthaltes in Frankfurt im Mai 2019 wird Eichengreen anlässlich des 50. Jahrestages des IBF (Institut für Bank- und Finanzgeschichte) einen Workshop für Nachwuchswissenschaftler zum Thema „Financial History – Reflections on the Past to Tackle Today’s Key Finance Questions“ leiten und die Eröffnungsrede auf einer internationalen Konferenz an der Goethe-Universität halten. Darüber hinaus wird er im Ph.D.-Programm der Graduiertenschule GSEFM im House of Finance ein Seminar mit dem Titel „Topics in Macroeconomic History“ anbieten.

Eichengreen ist der fünfte Gastprofessor für Finanzgeschichte an der Goethe-Universität. Im Rahmen der Gastprofessur werden ausgewiesene internationale Experten der bank- oder finanzhistorischen Forschung eingeladen, Wissenschaftlern, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit in Frankfurt Einblicke in ihre Forschungsinhalte und -methoden zu geben. Kooperationspartner sind das LOEWE-Zentrum SAFE im House of Finance und das Institut für Bank- und Finanzgeschichte. Bisherige Gastprofessoren waren Benjamin Friedman, Harvard University (2015), Caroline Fohlin, Emory University Atlanta (2016), Hans-Joachim Voth, Universität Zürich (2017) und Harold James, Princeton University (2018). Im Jahr 2014 haben das Bankhaus Metzler und die Edmond de Rothschild Gruppe die Gastprofessur der Goethe-Universität aus Anlass ihres 100. Geburtstags gestiftet. Seit 2018 wird die Professur vom Bankhaus Metzler und der Friedrich Flick Förderungsstiftung finanziert.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/74041865

Information: Dr. Stephanie Collet, Research Center SAFE, House of Finance, Campus Westend, Tel. (069) 798-30041, collet@safe.uni-frankfurt.de.

 

Okt 1 2018
15:29

Mathematik an der frischen Luft: Prof. Matthias Ludwig präsentiert mit seinem Team in der Frankfurter Innenstadt Aufgaben zu Goetheplatz und Alte Oper

Wie schnell sind die Rolltreppen an der Hauptwache?

FRANKFURT. Mathtrails in der Stadt: Am Samstag, den 6. Oktober, ist ab 11.00 Uhr das MathCityMap-Team des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik der Goethe-Universität im Außeneinsatz. Die Arbeitsgruppe MATIS I um Prof. Matthias Ludwig präsentiert mitten in den Herbstferien Mathtrails rund um den Goetheplatz und die Alte Oper. Mathtrails sind Pfade, an denen entlang Mathematikaufgaben versteckt sind. Man wird die Innenstadt mit anderen Augen sehen: Wie schnell sind die Rolltreppen an der Hauptwache? Wie viel Wasser läuft aus dem Wasserspender in der Fressgasse? Wie oft werden die Briefkästen in der Biebergasse in einem Jahr geleert? Welche Steigung hat die schiefe Säule auf dem Goetheplatz und überhaupt: in welche Richtung schaut Goethe?

Dabei ist neuste Technologie im Einsatz. Eine an der Goethe-Universität entwickelte App leitet den Benutzer von Aufgabe zu Aufgabe, gibt Feedback zu den Lösungen und  auch Hilfestellung, falls man mal nicht weiter kommt. Speziell für die Innenstadt wurden auch Trails für Familien mit kleinen und großen Kindern angelegt. Alles, was man braucht, ist ein GPS-fähiges Smartphone, einen Stift und Block. Einen Zollstock und ein Maßband kann sich an diesem Tag am Infostand des MathCityMap-Team am Goetheplatz/Steinweg ausleihen.

Die Mitarbeiter von MATIS I stehen am Samstag, 6. Oktober, von 11.00 bis 15.00 Uhr an ihrem Stand auf dem Goetheplatz/Ecke Steinweg allen Interessierten mit Rat und Tat zur Verfügung. Für besonders fleißige Aufgabelöser gibt es eine Überraschung.

Weitere Informationen: Prof. Matthias Ludwig, Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik, Arbeitsgruppe MATIS I, Goethe Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-28695; ludwig@math.uni-frankfurt.de

 

Okt 1 2018
15:26

2. Frankfurter (In-)Kompetenzkonferenz zur Digitalisierung

Machen Smartphones, Tablets & Co den Menschen schlauer?

FRANKFURT. „Plenum digitale - Vacuum mentale?“: So lautet das Thema der 2. Frankfurter (In-)Kompetenzkonferenz an der Goethe-Universität, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen wird. Nachgegangen wird unter anderem den Fragen, ob Smartphones und Tablets den Schüler schlauer machen, wie sich die native Intelligenz zur künstlichen verhält und ob der Mensch angesichts intelligenter Maschinen noch selber intelligent sein muss. Renommierte Experten werden darüber sprechen, was es mit den digitalen (In-)Kompetenzen von Mensch und Maschine auf sich hat; danach treten sie ein in die Diskussion mit dem Publikum.

2. Frankfurter (In-)Kompetenzkonferenz zur Digitalisierung, 6. Oktober 2018, 9.30 bis 17.30 Uhr, Universitätsklinikum Frankfurt, Audimax, Haus 20, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt.

Veranstalter der 2. Frankfurter (In-)Kompetenzkonferenz sind Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Dr. Guido Pfeifer, Fachbereich Rechtswissenschaft und Prof. Dr. Hans-Peter Klein, Didaktik der Biowissenschaften.

Eingeladen zur Konferenz sind alle Interessierten. Der Veranstalter bittet um eine formlose E-Mail an henry@jur.uni-frankfurt.de unter dem Stichwort „Inkompetenzkonferenz“. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Programm
9.30 Uhr: Eröffnung und Begrüßung. Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, Goethe-Universität
9.45 Uhr: Digitale Bildung und digitale Souveränität im digitalen Deutschland. Prof. Dr. Helge Braun, MdB, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts
11.00 Uhr: Die Smartphone-Epidemie - Gesundheit, Bildung, Gesellschaft. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm
12.00 Uhr: Qualität kommt von Qual. Prof. Dr. Peter Pospiech, Stellvertretender Direktor der Vorklinik, Charité Universitätsmedizin Berlin
14.00 Uhr: Digitaler Humanismus - Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Philosophie, Ludwig-Maximilians-Universität München.
15.00 Uhr: Der kurze Weg vom digital native zum digitalen Naivling. Josef Kraus, Oberstudiendirektor a.D., ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes
16.15 Uhr: Vom Unterrichten zum Bildungscontrolling. Prof. Dr. Ralf Lankau, Mediengestaltung und -theorie, Hochschule Offenburg
16.45 Uhr: „Was im Computer ist, ist noch längst nicht im Hirn“. Ein Blick über den nationalen Tellerrand. Prof. Dr. Hans-Peter Klein, Didaktik der Biowissenschaften, Goethe-Universität, Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen.

Weitere Informationen: Prof. Hans-Peter Klein, Didaktik der Biowissenschaften, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-42272; h.p.klein@bio.uni-frankfurt.de

 

Okt 1 2018
15:25

Goethe-Universität feierte 10.000ste Promotion im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften

Eine Kleinstadt von Doktoren

FRANKFURT. Seit der Gründung der Goethe-Universität im Jahre 1914 wurden 10.000 Promotionen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern verliehen. Unter den Promovenden der Goethe-Universität befanden sich auch drei spätere Nobelpreisträger: Alexander Robert Todd (Nobelpreis in Chemie, 1957), Gerd Binnig (Physik, 1986) und Reinhard Selten (Wirtschaftswissenschaften, 1994), der seine Promotion an der Goethe-Universität allerdings in Mathematik ablegte.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff dankte auf der Feier in ihrem Grußwort nicht nur den betreuenden Professorinnen und Professoren, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Promotionsbüros, Prüfungsämtern, in Laboren, Werkstätten und der Verwaltung für ihr großes Engagement und ihre Unterstützung. Sie betonte: „Hinter 10.000 Promotionen stehen 10.000 Mal ganz viel Einsatz und Mühe für die Forschung, oft mit beeindruckenden Ergebnissen. Die Promotion ist und bleibt Eckpfeiler der für Universitäten typischen Einheit von Forschung und Lehre, und der höheren akademischen Qualifikation. Gerade unsere Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler sind nicht nur in der akademischen Forschung sondern beispielsweise auch in der für unsere Region so wichtigen Pharma- und Chemiebranche gesucht. Hier verbinden sich Profil der Uni und der Region aufs Beste.“

Prof. Andreas Junge, Vorsitzender des Promotionsbüros der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fachbereiche, betonte: „Es ist erfreulich, dass die Anzahl der Promotionen pro Jahr in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereichen an der Goethe-Universität in den letzten Jahren stetig zugenommen hat und die Forschungsarbeiten sich nach wie vor auf einem  sehr hohen Niveau befinden.“

Ein Höhepunkt der Feierstunde waren die Slam-Vorträge von sechs kürzlich Promovierten aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer-Spektrum: Mit Themen wie „Aber wer mag denn schon schlechtes Wetter?“ oder „Menschen klonen, oder: ‚Ist einer von Deiner Sorte denn nicht genug?‘“ sorgten die Jungwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler für die Unterhaltung der zahlreichen Gäste.

Offizielle Partner der Feier zur 10.000sten Promotion in den Naturwissenschaften der Goethe-Universität waren GENAU, die Umweltlotterie von LOTTO Hessen, die Sparda-Bank und die Patentanwälte aus der Kanzlei JONES DAY.

Weitere Informationen: Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulförderung, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-12277;  eckel@pvw.uni-frankfurt.de

 

Okt 1 2018
10:30

Am Auftakttag der dreitägigen Veranstaltung unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ hält der Islamexperte Gilles Kepel am 4. Oktober die öffentliche Keynote

Frankfurt wird Treffpunkt der Forschungen zum Vorderen Orient

FRANKFURT. Die vielschichtigen Entwicklungen im Vorderen Orient sind vom 4. bis 6. Oktober 2018 Thema an der Goethe-Universität. Gleich zwei miteinander verbundene wissenschaftliche Veranstaltungen beschäftigen sich auf dem Campus Westend mit aktuellen Tendenzen und auch historischen Grundlagen dieser Region.

„Politics, Religion and Society in the Middle East“ heißt die Konferenz des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”. Sie bildet zugleich den Rahmen für den 25. Internationalen Kongress der DAVO, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation. Die öffentliche Keynote „From the Arab spring to ISIS“ hält am 4. Oktober auf der Eröffnungsfeier, die um 18.30 Uhr im Casino-Anbau-West beginnt, der renommierte französische Islamwissenschaftler Prof. Gilles Kepel, der an der Goethe-Universität im Herbst vergangenen Jahres mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron über die Perspektiven Europas diskutierte.

Federführend für die Gesamtveranstaltung ist die Ethnologin Prof. Susanne Schröter, Mitglied des Clusters und Direktorin des FFGI. Die Schirmherrschaft hat Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst. Beide werden mit Beiträgen bei der Eröffnungsfeier vertreten sein, ebenso wie Prof. Rolf van Dick, Vize-Präsident der Goethe-Universität, Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, und Prof. Günter Meyer, Vorsitzender der DAVO.

Gilles Kepel ist Professor am Institute d’Études Politiques de Paris. Er gilt als einer der besten Kenner der arabischen Welt, des politischen Islam und des radikalen Islamismus. Kepel erörtert bei seiner Analyse der Entwicklung vom Arabischen Frühling bis zum IS auch die Rolle des Westens, besonders der französischen und amerikanischen Außenpolitik. Hinzu kommt die Rolle Russlands. Er wird in englischer Sprache vortragen. In seinen Ausführungen greift er auf Forschungsergebnisse zurück, die er in seinem jüngsten Buch publiziert. Es heißt „Sortir du chaos: Les crises en Méditerranée et au Moyen-Orient“ und erscheint in Kürze in der französischen Erstausgabe.

Während zu der Eröffnungsfeier mit der Keynote von Gilles Kepel die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt willkommen ist, richten sich die übrigen Programmpunkte vorrangig an ein Fachpublikum. Die FFGI-Konferenz und der DAVO-Kongress umfassen zusammen rund 150 Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Kontinente. Hier geht es beispielsweise um die historischen Wurzeln islamistischer Bewegungen und die Geschichte des interreligiösen Dialogs in der Region. Weitere Vorträge und Diskussionsgegenstände betreffen etwa die Arabisch-Israelischen Beziehungen, die Stellung der Frauen in Politik und Gesellschaft sowie die Konflikte in Syrien. Flankierend geht ein Diskussionsforum folgender Frage nach: „Die mediale Berichterstattung über den Syrien-Krieg – Realität oder Propaganda?“

Darüber hinaus wird Susanne Schröter eine Podiumsdiskussion leiten mit dem Titel: „The Challenge of Islamism. Perspectives from MENA and Europe“. MENA steht für Middle East and North Africa. Die Teilnehmenden sind: Prof. Gudrun Krämer (Freie Universität Berlin), Dr. Elham Manea (Universität Zürich) und Dr. Marwan Abou-Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz).

Bei dem Kongress der DAVO in Kombination mit der Konferenz des FFGI kooperieren das Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst. Die öffentliche Eröffnungsveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Casino-Anbau-West, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 2. Für diese Veranstaltung inklusive der Keynote von Gilles Kepel ist der Eintritt frei und eine Anmeldung nicht erforderlich.

Anmeldung zu den Fachveranstaltungen: http://www.ffgi.net/termine-davo-25.html

Programm: https://www.normativeorders.net/media/images/Programme/FFGI/2018_10_04-05_25_DAVO-Programmablauf.pdf

Informationen: Oliver Bertrand, Forschungskoordinator des FFGI und persönlicher Assistent von Prof. Susanne Schröter, Tel.: 069/798-33062, oliver.bertrand@normativeorders.net; www.normativeorders.net; www.ffgi.net

 

Okt 1 2018
10:28

Exzellenzstrategie: Gemeinsames Projekt von Justus-Liebig-Universität, Goethe-Universität und Max-Planck-Institut nimmt letzte Hürde

Erfolgreiche Exzellenz-Bewilligung: Freude bei Herz-Kreislauf-Forschern aus Frankfurt und Gießen

FRANKFURT/GIEßEN. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Justus-Liebig-Universität Gießen haben ihren gemeinsamen Antrag für ein Exzellenzcluster gegen starke Konkurrenz erfolgreich durchgesetzt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft gab am 27. September bekannt, dass der Antrag „Cardiopulmonary Institute“(CPI) in den kommenden sieben Jahren zusammen mit bundesweit weiteren 56 Exzellenzcluster-Projekten gefördert werden wird.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagte: „Herzlichen Glückwunsch an die Kolleginnen und Kollegen aus Frankfurt, Gießen und Bad Nauheim, die mit einem herausragenden Antrag in einem starken Bewerberfeld sehr erfolgreich für ihre wissenschaftlichen Ideen und Konzepte gekämpft haben. Die in fast zwölf Jahren zwischen den Partnern entstandene Kooperationskultur war sicherlich ein ausschlaggebendes Moment für den Erfolg. Neu am CPI ist neben der formalen Gründung als universitätsübergreifendes Institut auch eine weiterentwickelte inhaltliche Ausrichtung. Der jetzt erzielte Erfolg zeigt, dass sich die Mühen und Investitionen für die universitäre Herz-Kreislauf-Forschung gelohnt haben.“

Die für die Goethe-Universität federführende Wissenschaftlerin, Prof. Dr. Stefanie Dimmeler, betonte: „Wir freuen uns unglaublich über diesen großen Erfolg, der nur mit Hilfe eines großartigen Teams möglich war. Die Förderung des „Cardiopulmonary Instituts“ wird uns ermöglichen, ein weltweit einmaliges Zentrum zu gründen mit dem Ziel Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen besser zu verstehen und neue therapeutische Optionen aufzuzeigen.“  

Herz- und Lungenerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit, mit vielfachen Interaktionen zwischen den beiden Organen und noch ungelösten Herausforderungen in der Behandlung. Ein kohärentes Verständnis der molekularen Biologie der individuellen und kooperativen zellulären Prozesse, die der Homöostase dieser Organe und dessen Versagen bei Erkrankungen zugrunde liegen, fehlt ebenso wie das Wissen, wie diese Prozesse für neue individualisierte Therapiekonzepte genutzt werden können.

Das Konsortium der drei Partner aus Grundlagen- und translational ausgerichteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie klinischen Fachleuten leistete bereits grundlegende Beiträge zu Herz-Kreislaufforschung und Therapieentwicklung im Rahmen des bisher geförderten Exzellenzclusters Cardio-Pulmonary System (ECCPS). Das jetzt bewilligte Institut verfolgt strukturell und programmatisch neue Wege mit der Vision, dass Präzisionsbiologie der Treiber der Präzisionsmedizin ist. Der Erfolg ist zugleich ein wichtiges Signal für die nachhaltige Weiterentwicklung der Forschungsstrategie an der Goethe-Universität.

Das gemeinsame Institut ist eine hochschulübergreifende Einrichtung gemäß § 47 Hessisches Hochschulgesetz. In Kürze werden mehrere neue Professuren und Nachwuchsgruppen eingerichtet, um die Arbeit in Zukunftsfeldern der Herz-Kreislaufforschung weiter zu stärken. Das CPI wird technologische Erneuerungen und flexible Innovationsprogramme zu jeweils neuen Themen finanzieren. Die CPI-Akademie unterstützt forschungsorientierte Lehre und fördert akademische Karriereentwicklung, wie z.B. einen „Wissenschaftspfad“ für Medizinstudenten, Unterstützung von MD-/PhD-Programmen, Finanzierung von Karriereprogrammen für Grundlagen-, medizinische und klinische Forscher sowie ein Mentorenprogramm.

Mit dem neuen Exzellenzcluster stärken die drei Partner auch das wissenschaftliche Profil der Region, die damit im Bereich der medizinischen Spitzenforschung weiter aufgewertet wird.

 

Sep 25 2018
11:37

27. Jahrestagung der DVPW an der Goethe-Universität öffnet sich aktuellen Fragestellungen in Politik und Gesellschaft

Politologen analysieren Grundlagen und Grenzen der Demokratie

FRANKFURT. Die Welt ist im politischen Wandel und mit ihr auch die Politikwissenschaft. Bei der 27. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), die weltweit zweitgrößte politikwissenschaftliche Vereinigung, zu der sich über 1000 Expertinnen und Experten angemeldet haben, geht es in diesem Jahr an der Goethe-Universität um „Grenzen der Demokratie“. Zu Gast ist auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der eine Rede zur politischen Situation in Deutschland, Europa und der Welt halten wird.

„Mit diesem Kongress greift die DVPW eine Debatte auf, die in unserer Disziplin wissenschaftlich seit jeher geführt wurde, aber durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im vergangenen Jahr in einen breiteren gesellschaftlichen und politischen Kontext gestellt wurde. In seiner Antrittsrede vor dem Deutschen Bundestag im März 2017 diagnostiziert der Bundespräsident Tendenzen einer erodierenden liberalen Demokratie. Die DVPW greift diese Überlegungen des Bundespräsidenten auf und möchte auf diesem Kongress einen wissenschaftlich begründeten, gesellschaftspolitischen Beitrag zur Analyse der Voraussetzungen und der Grenzen von stabilen liberalen Demokratien leisten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der DVPW, Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel (Leuphana Universität Lüneburg).

An Grenzen scheint die Demokratie zu stoßen, wenn soziale Ungleichheit zunimmt und sich in politische Ungleichheit übersetzt. Populistische Bewegungen verwenden das Vokabular der Demokratie, um gegen Pluralismus und etablierte Institutionen zu mobilisieren. Aber der Rückzug in das demokratische Schneckenhaus sei keine Lösung, hebt DVPW-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Armin Schäfer (Universität Münster) hervor:

„Wir schützen die Demokratie vor ihren Feinden nicht, indem wir über ihre Schwächen schweigen. Eine dieser Schwächen ist, dass die Demokratie zwar politische Gleichheit verspricht, wir aber Ungleichheit in der Beteiligung, bei der Repräsentation und bei den politischen Entscheidungen beobachten. Diese Schieflage bereitet den Boden für Rechtspopulismus.“

Auch die Medien spielen bei dieser Entgrenzung eine entscheidende Rolle: Die demokratische Öffentlichkeit wird durch das Internet entgrenzt, aber paradoxerweise verengt sich die politische Kommunikation in den sozialen Medien oft in Echokammern mit Gleichgesinnten – eine Chance für politische Populisten aller Art. Und während sich die Parteienlandschaft bis vor wenigen Jahren noch nach den ‚alten‘ Spaltungen (Arbeiter für die SPD usw.) sortiert hat, zeigen die neuesten Entwicklungen, dass diese Zuordnung nicht mehr funktioniert. Die jüngsten Debatten um das Thema Migration in der deutschen Öffentlichkeit belegen eindrucksvoll, dass neue Konflikte nicht mehr entlang der alten Parteilinien verlaufen und etablierte Parteiensysteme wie zum Beispiel Frankreich komplett umwälzen.

Die Tagungsorganisatorin und Politologin der Goethe-Universität, Prof´in Dr. Brigitte Geißel, hält daher „die Parteiendemokratie für ein Auslaufmodell. Gesellschaften verändern sich - und Demokratie muss sich anpassen. Die Demokratie-Tagung an der Goethe Universität wird nicht nur Grenzen und Krisen aktueller Demokratien erörtern, sondern auch diskutieren, wie Demokratie als Herrschaft des Volkes neu gedacht werden kann.“

Eine solche Analyse, wie Demokratie neu gedacht werden könne, scheint nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene dringend geboten. Angesichts des globalen Aufstiegs des Rechtspopulismus auch in den USA wird nicht nur der Wert von Demokratie in einzelnen Staaten relativiert oder diese sogar immer weiter begrenzt. Auch die Geltung internationaler Institutionen – wichtige Stabilitätsanker für die globale Geltung einheitlicher Rechts-, Menschenrechts- und Umweltstandards – werde massiv beschädigt, wie DVPW-Vorstandsmitglied Prof´in Dr. Anja Jetschke (Universität Göttingen) betont:

„Multilaterale Organisationen werden zunehmend zur Zielscheibe der Kritik. Dabei wurden sie gerade geschaffen, um grenzüberschreitende Probleme zu lösen. Der Rückzug auf den Nationalstaat ist aber keine Lösung, denn die transnationalen Herausforderungen verschwinden ja nicht und der Nationalstaat kann die Probleme im Alleingang nicht lösen.“

Das Tagungsprogramm finden Sie unter www.dvpw.de/kongresse/dvpw-kongresse/dvpw2018.html.

Zusätzlich machen wir Sie auf unsere Social Media-Informationsangebote zur Tagung unter #dvpw18 (Facebook, Twitter) aufmerksam.

Kontakt: Prof. Dr. Brigitte Geißel, Forschungsstelle Demokratische Innovationen, Goethe-Universität, FB 3 -Gesellschaftswissenschaften , Büro 3G163, PEG-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, D-60323 Frankfurt am Main, geissel@soz.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de , Tel. +49 (0)69 798 36514

 

Sep 24 2018
11:49

An der Goethe-Universität entsteht derzeit die zweite Generation eines extrem energieeffizienten Großrechner-Modells

„Grüner“ Hochleistungsrechner für die Wissenschaft

FRANKFURT. An der Goethe-Universität entsteht derzeit unter Federführung von Prof. Dr. Volker Lindenstruth (Professur für die Architektur von Hochleistungsrechnern) ein neuer Supercomputer, der erneut Maßstäbe setzen soll im Bereich der Green IT. Basis für diesen enorm energieeffizienten, mit vergleichsweise geringem finanziellen Entwicklungsaufwand konstruierten Computer ist eine große Zahl leistungsfähiger, miteinander vernetzter Grafikkarten sowie ein Kühlsystem, das sich Flusswasser des Mains zunutze macht. Die Wasserkühlung senkt den Primärenergieverbrauch für die Kühlung auf gerade einmal 8 %. Andere Rechenzentren benötigen dafür das bis zu Sechs- bis Zehnfache an Energie. 2014 hatte ein nach dem Bauprinzip von Prof. Lindenstruth konstruierter Hochleistungsrechner Platz 1 der Weltrangliste energieeffizienter Großrechner erreicht.

Der neue GOETHE-Hochleistungsrechner im Industriepark Höchst, der nach einem weiter optimierten und ähnlichen Bauprinzip wie seine Vorgänger realisiert wird, soll in zwei Etappen gebaut werden. Bis zum 13. Dezember 2018 wird die erste Ausbaustufe abgeschlossen sein. Diese wird mit ca. 4,5 Millionen € zu Buche schlagen. Die Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von 7,5 Mio.€ erfolgt zur Hälfte aus Mitteln des Bundes, aus Mitteln der Goethe-Universität sowie des FIAS.

Realisiert wird damit ein Supercomputer mit 18.880 hochvernetzten Rechnerkernen. Damit steht ungefähr die dreifache Rechenleistung zur Verfügung wie beim Vorgängermodell, dem LOEWE-CSC, der Ende November 2010 ebenfalls im Industriepark Höchst in Betrieb gegangen war. Dieser war seinerzeit laut internationalen Rangliste „Green 500“ der energieeffizienteste Supercomputer Europas.

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein sagte am Montag in Frankfurt: „Der GOETHE-Hochleistungsrechner ist unverzichtbar, um Forschungsvorhaben in den Naturwissenschaften, der Medizin, den Lebenswissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften umsetzen zu können“. „Mit der Bewilligung der Förderung erhält die Goethe-Universität mit 3,75 Millionen Euro die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Dies ist ein beeindruckender Erfolg. Das Land Hessen hat die Antragstellung der Goethe-Universität unterstützt, weil Hochleistungsrechnerkapazität essenziell für den Wissenschaftsstandort Hessen ist.“

Die Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur der Goethe-Universität, Prof. Dr. Simone Fulda, erklärte: „Die Goethe-Universität hat bereits vor vielen Jahren begonnen, mit hohen finanziellen Anstrengungen einen eignen Hochleistungsrechner zu realisieren, der schließlich im Industriepark Höchst gebaut werden konnte. Es war ein Glückfall, dass wir seinerzeit mit Volker Lindenstruth einen Spezialisten für Hochleistungsrechnen für die Goethe-Universität gewinnen konnten. Er hat ein eigenes, außergewöhnlich effizientes Rechnermodell entwickelt, das heute in diesem Bereich Maßstäbe setzt und weltweit gefragt ist. Der neue Goethe-Hochleistungsrechner führt diese Entwicklungslinie konsequent in die Zukunft fort. Wir freuen uns, dass wir der Öffentlichkeit am 13. Dezember die dann bereits fertig gestellte erste Ausbaustufe unseres neuen Hochleistungsrechners vor Ort im Industriepark Höchst vorstellen können.“ 

Prof. Dr. Volker Lindenstruth, der den „Goethe-Hochleistungsrechner“ konstruiert hat, betonte: „Mit dem neuen Goethe-Hochleistungsrechner erfüllt sich eine Vision. Hochleistungsrechnen ist normalerweise extrem teuer und energieintensiv. Dank unseres besonders effizienten Konstruktionsprinzips können wir die Energie- und Betriebskosten auf ein dafür notwendiges Minimum senken. Dies ist insbesondere auch für eine immer IT-intensivere Wissenschaft eine gute Nachricht: Wir können heute maximale Rechnerleistungen zu Kosten bereitstellen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.“

 

Sep 21 2018
10:43

Konferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität zu „1968“

Bewegtes Frankfurt

FRANKFURT. „50 Jahre 68. Eine globale Revolte bewegt(e) Frankfurt“ – so lautet der Titel der Jahreskonferenz 2018 des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, die von 5. bis 6. Oktober stattfindet. Am Abend des 5. Oktober lädt die Goethe-Universität gemeinsam mit dem Studentenmagazin ZEIT CAMPUS zur Podiumsdiskussion.

Die Protestbewegungen von 1968 forderten die Institutionen der parlamentarischen Demokratien heraus und stellten die Wertordnung der Gesellschaft in Frage. Kritische Intellektuelle brachen mit den Dogmen der linken Parteien und begründeten eine Neue Linke, die auf Bewegungen setzte. Frankfurt und die Goethe-Universität standen im Zentrum der Proteste. Heute gilt „68“ als Mythos, Chiffre oder Zäsur. Dabei werden den Protestbewegungen sowohl emanzipatorische als auch destruktive Wirkungen zugeschrieben: auf der einen Seite eine Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft, auf der anderen Seite ein Werterelativismus und ein neuer Dogmatismus als Nährboden des linksextremen Terrorismus (RAF) der 1970er Jahre.

50 Jahre nach 1968 beleuchtet die interdisziplinäre Jahreskonferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften die Nachwirkungen der Proteste. Die Veranstaltung findet

am Freitag, 5. und Samstag, 6. Oktober im Trude Simonsohn-Saal im Casino-Gebäude (Campus Westend)

statt. Sie ist Bestandteil der Themenreihe „50 Jahre 68“ der Goethe-Universität und wird vom Universitätspräsidium unterstützt und von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft großzügig finanziell gefördert.

Zwei Themenkomplexe nimmt die Konferenz in den Blick: Am ersten Tag (5. Oktober, Beginn 10:00 Uhr) werden die Proteste mit Blick auf das ‚literarische Feld‘ erörtert: Was hat sich in Literaturproduktion und -kritik verändert? Wie haben sich Verlage und Autoren positioniert? Hier geht es u.a. um Suhrkamp, das Journal Frankfurt und die literarischen Beziehungen zwischen RAF und Roten Brigaden.

Am zweiten Tag (6. Oktober, Beginn 10:00 Uhr) widmen sich die Vorträge den komplexen Beziehungen, Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen der Neuen Linken und den Neuen Rechten. Ist die Gegenwart tatsächlich stark von „68“ geprägt? Inwiefern ist die Neue Rechte eine Gegenbewegung? Hier geht es auch um die Frage, wie frühere 68er zu nationalkonservativen Vordenkern werden konnten.

Am Abend des 5. Oktober findet in Zusammenarbeit mit ZEIT CAMPUS zudem eine Podiumsdiskussion statt mit der Historikerin Prof. Ingrid Gilcher-Holtey (Bielefeld) und dem Politologen Dr. Wolfgang Kraushaar (Hamburg) sowie mit den Frankfurter Soziologen Dr. Thomas Biebricher und Prof. Martin Saar. Moderiert wird die Runde zum Thema „50 Jahre 68“ von Oskar Piegsa, Chefredakteur von ZEIT CAMPUS.

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Weitere Informationen finden Sie unter https://fzhg.org/aktuelles/termine/.
Anmeldung per E-Mail unter fzhg@em.uni-frankfurt.de.

 

Sep 20 2018
13:37

Herzforscher Dr. Nuno Guimarães Camboa gründet mit 1,25 Mio Euro eine Nachwuchsgruppe an der Goethe-Universität

Von Kalifornien an den Main

FRANKFURT. Nach zehn Jahren an der renommierten University of California wechselt der Herzforscher Dr. Nuno Guimarães Camboa an die Goethe-Universität. Gelockt hat ihn das Nachwuchsprogramm des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), zu dessen bundesweit 28 Standorten auch die Goethe-Universität gehört. Der gebürtige Portugiese erhält in den kommenden fünf Jahren 1,25 Millionen Euro zum Aufbau einer Nachwuchsgruppe, die Grundlagenforschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreibt.

Im Zentrum der Arbeiten von Dr. Nuno Guimarães Camboa steht ein Transkriptionsfaktor. Das ist ein Protein, mit dessen Hilfe der genetische Code der DNA kopiert, das heißt, in RNA „übersetzt“ wird. Aus seinen bisherigen Forschungsarbeiten an der University of California weiß der Nachwuchsforscher, dass ein bestimmter Transkriptionsfaktor, TBX18, ganz charakteristisch in drei Zelltypen auftritt: In glatten Muskelzellen, die in der Wand von Blutgefäßen vorkommen, in Schrittmacherzellen im Sinusknoten (der Struktur im Herzen, die den Rhythmus der Herzkontraktion bestimmt) und in aktivierten Bindegewebszellen in verletzten Herzen. Alle drei Zelltypen sind an gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt: An Aussackungen der Hauptschlagader (Aneurysmen der Aorta), an Herzrhythmusstörungen sowie an krankhafter Vermehrung von Bindegewebe im Herzen (kardialer Fibrose).

„Wir nehmen an, dass TBX18 die Funktionen dieser Zellen beeinflusst“, sagt Guimarães Camboa. „Deshalb könnte dieser Faktor eine Rolle bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen.“ Mit seiner DZHK-Nachwuchsgruppe an der Goethe-Universität will er untersuchen, welche Gene durch den Transkriptionsfaktor reguliert werden. Außerdem plant der Biologe, TBX18 in den relevanten Zelltypen gezielt auszuschalten. Anschließend will er genau analysieren, was passiert, wenn diese Zellen nicht mehr funktionieren. „Wir wollen so die in bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen aktiven Signalnetzwerke besser verstehen und hoffen, damit ihre Früherkennung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern“, erklärt Guimarães Camboa.

Der studierte Biologe hat an der University of California sowohl seine Doktorarbeit angefertigt als auch über vier Jahre als Post-Doktorand gearbeitet. Bislang hat er sich mit der Embryonalentwicklung des Herzens beschäftigt.

Mit den Nachwuchsgruppen will das DZHK talentierte und qualifizierte Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland gewinnen und ihnen schon früh eine wissenschaftliche Selbstständigkeit ermöglichen. Neben der Leitung der Forschungsgruppe haben die Nachwuchswissenschaftler auch Lehrverpflichtungen, sodass sie sich für eine Berufung qualifizieren können.

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/73850305

Foto: privat

Informationen: Dr. Nuno Guimarães Camboa, Institut für kardiovaskuläre Regeneration, Universitätsklinik Frankfurt, ncamboa@med.uni-frankfurt.de

 

Sep 19 2018
18:01

Führung zum Thema „Samen und Früchte“. 21. September, 16 Uhr

Herbst im Wissenschaftsgarten

FRANKFURT. Samen und Früchte sind nicht nur Grundlage der menschlichen Ernährung, sondern auch außerordentlich vielgestaltige Pflanzenteile, die eine wichtige Grundlage der heutigen Artenvielfalt darstellen. Die nächste Führung im Wissenschaftsgarten am Campus Riedberg hat die Vielfalt der Samen und Früchte von Blütenpflanzen zum Gegenstand. Die Botanik dieser Pflanzenteile wird anschaulich erörtert. Weitere Themen der Führung am 21. September sind die Funktion von Samen und Früchten als Ausbreitungseinheit und die verschiedenen Ausbreitungsstrategien (Tiere, Wind, Wasser u. Selbstverbreitung).

Treffpunkt ist um 16.00 Uhr am Eingang Wissenschaftsgarten, Altenhöfer Allee 1f. Die Führung dauert voraussichtlich 90 Minuten.

Kontakt: Prof. Georg Zizka, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität, Tel. (069) 798-42176, Georg.Zizka@senckenberg.de

 

Sep 17 2018
17:00

Interdisziplinäre Akademie an der Goethe-Universität fördert Nachwuchswissenschaftler

Johanna Quandt Young Academy at Goethe eröffnet

FRANKFURT. In einem feierlichen Akt mit geladenen Gästen aus Wissenschaft, Politik und Universität wurde heute die „Johanna Quandt Young Academy at Goethe“ (JQYA) eröffnet. Prof. Matthias Lutz-Bachmann, einer der beiden Gründungsdirektoren des JQYA, betonte: „Das Ziel der Akademie ist es, ganz hervorragend ausgewiesene junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt an die Goethe-Universität zu holen, damit sie hier in Kooperation aus den besten Forscherinnen und Forschern zusammen arbeiten können.“ Ermöglicht wurde die Gründung der JQYA durch eine großzügige finanzielle Unterstützung der Johanna Quandt Universitäts-Stiftung.

Die Arbeit der „Jungen Akademie“ beschränkt sich dabei nicht auf die finanzielle Unterstützung, sondern schließt auch ein Jahresthema ein, an dem alle Fellows der Akademie disziplinenübergreifend arbeiten. Das erste Thema lautet „Nature and Normativity“ und soll sowohl aus der Sicht der Geistes- und Kulturwissenschaften als auch aus der Sicht der Natur- und Lebenswissenschaften bearbeitet und reflektiert werden.

Für das akademische Jahr 2018/2019 hat die JQYA in einem kompetitiven Verfahren sieben junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows ausgewählt. Die Fellows bilden den Kern der Akademie. Sie treffen sich regelmässig zum wissenschaftlichen Austausch. Diese Forscher haben sich zum einen Teil aus der Goethe-Universität beworben, zum anderen Teil kommen sie von außerhalb und arbeiten als Gastwissenschaftler für zwölf Monate an der Goethe Universität.

Für ihre hervorragenden Forschungsleistungen wurden die Juniorprofessorin Dr. Sandra Eckert (Social Sciences), der Juniorprofessor Dr. Florian Sprenger (Media and cultural studies), die Akademische Rätin Dr. Eva Buddeberg (Political Sciences), Dr. Hanieh Saeedi (Marine Biologoy), Dr. Daniel Merk (Pharmaceutical Chemistry) sowie Dr. Peter Smith (Linguistics), ebenso Dr. Federico L.G. Faroldi (Philosophy, Ghent University) als International Fellow und Dr. Jasmin Hefendehl (Goethe-Universität) als Member durch die Aufnahme in die Akademie ausgezeichnet und bei der Eröffnungsfeier als Mitglieder der Akademie gewürdigt.

Der zweite Gründungsdirektor des JQYA, Prof. Enrico Schleiff, hob auf der Eröffnungsfeier die Bedeutung einer Akademie für Nachwuchswissenschaftler hervor: „Die Begeisterung für die Arbeit in einer Akademie verdanke ich der Volkswagenstiftung, die mich in einem ähnlichen Kontext arbeiten ließ, und die positiven Erfahrungen möchte ich gern an junge Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Gerade der interdisziplinäre Austausch und Ausbruch aus den eigenen Fachgefilden ist eine unglaublich wertvolle und prägende Erfahrung, die einen ganz anderen Blick auf die eigene Forschung und das eigene Forschungsfeld erlaubt. Ich bin tief überzeugt, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen die Akademiearbeit genießen werden!“

Die Arbeit der JQYA wird von international herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begleitet. Im Rahmen der Eröffnungsfeier zeichnete die JQYA gemeinsam mit dem Präsidium der Goethe-Universität Prof. Seyla Benhabib (Yale University, Politik und Philosophie), Prof. Gunnar von Heijne (Stockholm University, Biologie) und Prof. Nicola Spaldin (ETH Zürich, Physik) für ihre Leistungen als Distinguished Senior Scientist aus.

Weitere Informationen: Dr. Elena Wiederhold, Koordinatorin der JQ Young Academy at Goethe. Tel. (069)798 47692; wiederhold@em.uni-frankfurt.de; info@jqya.de; www.jqya.de

 

Sep 17 2018
12:43

An der Goethe-Universität ist der WahlSwiper zur Hessischen Landtagswahl vorgestellt worden

Orientierungshilfe vor dem Urnengang

FRANKFURT. Mit der neuen Wahlempfehlungshilfe WahlSwiper können sich Wählerinnen und Wähler in Hessen über die politischen Angebote informieren und prüfen, welche Parteien ihren politischen Präferenzen am nächsten kommen. Entwickelt wurden App und Website von Wissenschaftlern der Goethe-Universität und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gemeinsam mit einer Agentur in Berlin.

Am 28. Oktober ist Landtagswahl in Hessen, und die Bürgerinnen und Bürger bestimmen über die politischen Kräfteverhältnisse im Land. Vielen fällt die Entscheidung nicht leicht, wo sie ihr Kreuz setzen sollen. Mit der App und Website WahlSwiper (www.wahlswiper.de) können sie sich über die Programme und Positionen der Parteien informieren und prüfen, wie sehr die Parteien ihren politischen eigenen Positionen entsprechen. Die Anwendung ist denkbar einfach: Die Nutzer beantworten Fragen zu ihrer politischen Meinung, die sie mit einem Wisch nach links mit „Nein“ oder nach rechts mit „Ja“ beantworten können. Das Programm gleicht die Antworten mit denen der Parteien ab und zeigt Übereinstimmungen und Schnittmengen an.

Das Gemeinschaftsprojekt der Goethe-Universität und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie der Digital-Agentur MOVACT aus Berlin geht zum Start der Briefwahl am 17. September online. Aus diesem Anlass haben die Entwickler die Online-Wahlhilfe heute an der Goethe-Universität vorgestellt. „Sich vor einer Wahlentscheidung eine Meinung zu bilden, soll einfach sein und Spaß machen“, sagt Matthias Bannert, Projektleiter bei MOVACT. Die Agentur hat das Konzept entwickelt und umgesetzt. Die 30 Fragen in der App wurden von einem Team der Universitäten in Frankfurt am Main und Freiburg entwickelt. „Der WahlSwiper ist ein hervorragendes Projekt zur Demokratieförderung“, sagt Dr. Pascal König von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Prof. Dr. Uwe Wagschal (Freiburg) hat bereits mit dem Debat-O-Meter und anderen Wahlhilfe-Tools Erfahrungen gesammelt. „Der WahlSwiper ist modern, macht Spaß und liefert uns Wissenschaftlern spannende und wichtige Erkenntnisse“, sagt Politikprofessor Wagschal, dessen Schwerpunkt die vergleichende Politikwissenschaft ist. Er und sein Team interessieren sich vor allem dafür, inwieweit sich die Parteien voneinander unterscheiden – was ja auch im Interesse der Wähler liegen dürfte.

Einfach nur Fragen zu stellen, hat den Machern aber nicht gereicht. „Mit einem neuen, auf Mobilgeräte ausgerichteten Videokonzept wird der Hintergrund zu jeder Frage durch einen Nachwuchsmoderator neutral erklärt“, sagt Steven Siebert, bei MOVACT zuständig für Video-Produktionen: „Dazu zeigen wir unterstützende Animationen, die die Thematik für jeden verständlich machen.“

Der WahlSwiper wurde erstmals zur Bundestagswahl 2017 veröffentlicht, bislang haben ihn eine halbe Million Nutzer abgerufen. Das kostenlose Angebot gibt es für iPhone, iPad, Android-Smartphones und -Tablets, für Apple TV sowie für die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Home und als Web-Anwendung auf www.wahlswiper.de. „Wir möchten möglichst viele Menschen erreichen“, erklärt MOVACT-Geschäftsführer Max Mitschke. „Deswegen ist es uns wichtig, auf vielen verschiedenen Plattformen zu sein, um die Nutzer dort abzuholen, wo sie unterwegs sind.“ Die Hürde, sich eine politische Meinung zu bilden, solle möglichst niedrig sein.

Informationen: Dr. Pascal König, Institut für Politikwissenschaft, Telefon +49 (69) 798 36641, E-Mail P.Koenig@soz.uni-frankfurt.de; Professor Uwe Wagschal (Universität Freiburg), E-Mail: uwe.wagschal@politik.uni-freiburg.de; Telefon: 0761 2039361; Matthias Bannert, Projektleiter bei MOVACT, Telefon: 030-403666943, presse@wahlswiper.de

 

Sep 12 2018
11:57

Studentische Initiative „mehr als wählen“ organisiert 1. Frankfurter Demokratiekonvent

Bürgerbeteiligung neu denken

FRANKFURT. Trump, Brexit, AfD: Die Entfremdung der Menschen von der etablierten Politik begegnet einem derzeit auf vielen Ebenen. Was gegen diese Entfremdung getan werden kann, darüber haben sich Studierende der Politikwissenschaft Gedanken gemacht. Herausgekommen ist die Initiative „mehr als wählen“, die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch zusammenbringen soll.

Die empfundene Undurchsichtigkeit und Komplexität des politischen Systems, stereotype Wahrnehmungen von Politikerinnen und Politikern und eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft schwächen die Demokratie. Diese Feststellung muss einen als Student oder Studentin der Politologie ja zum Nachdenken bringen. Doch was kann der Einzelne schon ausrichten gegen Politikverdrossenheit, Wutbürgertum und Populismus?

Der Einzelne vielleicht wenig, aber wenn sich mehrere Studierende zusammentun, sieht die Sache schon anders aus. „Geht es nur um ‚die da oben‘? Oder haben sich viele Menschen auch voneinander entfremdet?“, fragt sich Julian Merkel. Antworten erhofft sich der 26-jährige Student im Masterstudiengang Politische Theorie von einem Konvent zum Thema Bürgerbeteiligung, den er und einige befreundete Kommilitonen organisieren wollen. Die Idee dazu entstand unter anderem in einem Seminar bei Prof. Brigitte Geißel.

„Im Seminar haben wir über Deliberation gesprochen: Wie kann man diesem sehr theoretischen Gedanken eine Form geben?“, berichtet Merkel. Der Begriff „deliberative Demokratie“ bezeichnet ein inputorientiertes Demokratiemodell: Er hebt die Bedeutung des öffentlichen Diskurses über alle politischen Themen hervor, Ziel ist die politische Willensbildung. Einer der wesentlichen Theoretiker dieser Richtung ist Jürgen Habermas. „Wir wollten unser universitäres Wissen aus dem akademischen Kontext lösen und in die Praxis umsetzen“, beschreibt Merkel die Anfänge. Schnell waren sich die Beteiligten einig, dass sie einen Beitrag dazu leisten wollten, dass politische Beteiligung wieder stärker erfahrbar wird. Dass der Einzelne mehr machen kann als einfach nur wählen zu gehen.

„Mehr als wählen“ heißt denn auch die Initiative, die dem Gefühl der Entfremdung von der Politik entgegenwirken soll. „Wir wollen einen inklusiven Austausch initiieren, bei dem die Bürgerinnen und Bürger den Prozess der Willensbildung aktiv mitgestalten“, sagt Katharina Liesenberg. Diese „konsultative Komponente“, bei der der Bürger aktiv einbezogen wird, soll die repräsentative Demokratie ergänzen. Ein Demokratiekonvent soll Bewohnerinnen und Bewohner Frankfurts zusammenbringen, damit sie auf der Grundlage verlässlicher Informationen über kommunalpolitisch wichtige Fragen debattieren. Das Thema für den Auftakt lag nahe: Bürgerbeteiligung.

Für die Veranstaltung im kommenden Frühjahr werden 50 Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Bereichen eingeladen. Ermittelt werden sie zu zwei Dritteln über das Zufallsprinzip, zu einem Drittel durch bewusste Einbeziehung unterrepräsentierter Gruppen. An drei Samstagen können die Teilnehmenden Expertise einholen und debattieren. Ziel ist es, neue Formen der Bürgerbeteiligung zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Sie werden begleitet von Expertinnen und Experten und einer professionellen Moderation.

Die Stadt Frankfurt haben die Studierenden bei der Entwicklung ihres Projekts mit einbezogen. Wer ausgewählt wird, erhält einen Brief, in dem alles verständlich erklärt sein wird. Alle, die mitmachen, werden vorab mit Informationsmaterial und Erklärvideos versorgt.

Finanziert wird das Projekt durch die Hertie-Stiftung. Am Ende soll sich der Aufwand lohnen: „Die Ergebnisse des Konvents sollen möglichst auch realisiert werden“, sagt Katharina Liesenberg. Sie selbst hat in Berlin ein ähnliches Projekt auf Bundesebene mit angestoßen – und wird das Projekt auch theoretisch begleiten: „Mir ist jetzt klar geworden, dass ich mich sehr dafür interessiere, wie Wandel stattfindet und wie sich neue Institutionen bilden“, so die 25-Jährige.

Information: Julian Merkel, Telefon 0151 41907909, E-Mail: merkel@mehralswaehlen.de

 

Sep 11 2018
17:01

Der erste Deutsche Patientenpreis geht an die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen

Planen Sie mit Ihrem Arzt und Apotheker

FRANKFURT. Die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) wurde gestern im Rahmen der 7. Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare mit dem Deutschen Patientenpreis 2018 für die beste Innovation zur Erhöhung der Therapietreue von Patienten ausgezeichnet. Der gemeinsam vom House of Pharma & Healthcare und der Zeitschrift ZEIT Doctor erstmals ausgelobte Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.  Etwa die Hälfte aller Patientinnen und Patienten nimmt die ihnen verordneten Medikamente nicht regelmäßig ein. Das führt jedes Jahr zu Tausenden vermeidbaren Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, die viele Medikamente gleichzeitig einnehmen. „Die preisgekrönte Initiative zeigt einen vorbildlichen Weg auf, um die Therapietreue zu verbessern und Arzneimittelrisiken zu verringern,“ erklärte Prof. Gerd Geißlinger, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie und Mitglied der Jury.

ARMIN ist ein Modellvorhaben nach § 63 SGB V, das die Kassenärztlichen Vereinigungen und Apothekerverbände der Bundesländer Sachsen und Thüringen gemeinsam mit der AOK plus seit 2014 verfolgen. Es orientiert sich am Prinzip der Wirkstoffauswahl: Der Arzt verordnet dem Patienten einen Wirkstoff und kein Fertigarzneimittel. Indem der Patient „seinen“ Wirkstoff kennt, lässt er sich nicht von verschiedenen Handelsnamen irritieren. Die Auswahl des Wirkstoffes trifft der Arzt aus einem von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erarbeiteten Medikationskatalog für eine leitliniengerechte, patientenorientierte und wirtschaftliche Versorgung.

Daran schließt sich ein Medikationsmanagement an, für das Hausarzt und Stammapotheker des Patienten gemeinsam verantwortlich zeichnen. Es ist das Herzstück von ARMIN und richtet sich an multimorbide Patienten, die mindestens fünf Wirkstoffe dauerhaft einnehmen. Nachdem Arzt und Apotheker gemeinsam mit dem Patienten alle Wirkstoffe, die dieser einnimmt – einschließlich derjenigen aus seiner Selbstmedikation – erfasst haben, prüfen sie eventuelle Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und Fehlgebräuche. Sie stimmen dann untereinander und mit dem Patienten einen Medikationsplan ab, der Wirkstoffe, Einnahmezeiten, Grund der Einnahme und eventuell weitere Hinweise übersichtlich darstellt. Dieser Medikationsplan ist auf einem Server im sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen hinterlegt und kann so von Arzt und Apotheker jederzeit eingesehen und angepasst werden. Der Patient erhält neben einem Ausdruck dieses Plans ein persönliches Tagebuch, das sowohl der Information als auch der Selbstbeobachtung und dem Austausch mit Arzt und Apotheker dient. „ARMIN verbessert die Orientierung für Patienten und kann sie ermächtigen, in der Therapie zum eigenverantwortlichen Akteur zu werden“, sagte Claudia Wüstenhagen, Redaktionsleiterin, ZEIT Doctor, DIE ZEIT und Mitglied der Jury.

Das House of Pharma & Healthcare verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Prof. Jochen Maas (Sanofi).

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V. Telefon: (069) 36007188, j.pietzsch@wissenswort.com

 

Sep 7 2018
15:16

Dr. Marschner Stiftung fördert die Kinder-Uni für weitere drei Jahre

Fast 11.000 Besucher bei der 16. Frankfurter Kinder-Uni

FRANKFURT. Mit einem Ausflug in die römische Arena ist die 16. Frankfurter Kinder-Uni heute zu Ende gegangen. Insgesamt wurden fast 11.000 Besucher gezählt, so die Bilanz des Organisationsteams. Schon jetzt kann man sich auf die Kinder-Uni 2019 freuen: Die Dr. Marschner-Stiftung hat in dieser Woche die finanzielle Förderung für weitere drei Jahre zugesagt.

Die Frankfurter Dr. Marschner Stiftung unterstützt die Frankfurter Kinder-Uni seit 2015. „Wir freuen uns, dieses Leuchtturm-Projekt der Goethe-Universität auch weiterhin unterstützen zu können“, sagt Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung. „Es ist eine tolle Sache, dass es mit der Kinder-Uni gelingt, Frankfurter Schülerinnen und Schülern aller Bildungsschichten einen ersten Kontakt mit der Universität zu ermöglichen“, so Gatzemeier weiter. „Die Frankfurter Kinder-Uni hat sich für die Schulen in der Region als feste Größe im Schuljahr etabliert“, freut sich Prof. Roger Erb, als Vizepräsident zuständig für die Lehre. „Die Begeisterung für Wissenschaft schon früh zu wecken und zu zeigen: Wissenschaft hat etwas mit Denken zu tun, ist manchmal auch anstrengend, aber macht viel Freude, das gelingt unseren Kollegen hier immer wieder.“

Die Themen waren in diesem Jahr wieder bunt gemischt. Zum Auftakt der Kinder-Uni am Dienstag hat der Sportsoziologe Prof. Robert Gugutzer die Kinder gemeinsam mit seiner „Co-Trainerin“ Bettina Bredereck mit den Anfängen des Fußballs vertraut gemacht und ihnen erklärt, wie der Fußball so eine bedeutende Sportart werden konnte. Dabei kam bei der Betrachtung des WM-Endspiels von 2014 oder bei „La Ola“ echtes Stadionfeeling auf. Am Mittwoch staunten selbst eingefleischte Dino-Expertinnen und Experten über 1,70 Meter hohe Wirbelknochen und Zähne, die einmal im Monat nachwachsen mussten: Dr. Bern Herkner vom Senckenberg-Museum konnte seine eigene Begeisterung gut vermitteln, als er von Langhalsdinosauriern erzählte, den Riesen der Urzeit, die täglich zwei Tonnen Blätter fraßen. Pilzforscherin Prof. Meike Piepenbring schlüpfte am Donnerstag in das Gewand einer Lehrerin auf Hogwarts und weihte das junge Publikum in die geheimnisvolle Welt der Pilze ein, erzählte von Schimmelkaffee und Hexenringen und ließ Pilze leuchten. Am Freitag schließlich wurde das Audimax zur Arena und zum Schauplatz raffinierter Kampftechniken: Anja Klöckner, Professorin für Klassische Archäologie, hatte ein ganzes Gladiatorenteam mitgebracht. Nicht immer, lernten die Kinder, ist die aufwendigste Ausstattung auch ein Garant für Vorteile im Kampf.

„Uns ist wichtig, dass Kinder die Uni in einem Alter kennenlernen, in dem sie noch keine Hemmungen haben, sich mit ihren Fragen an die Professorinnen und Professoren zu wenden“, sagt Dr. Anne Hardy, eine der Organisatorinnen. Die Mühe der Lehrenden, ihr Fachgebiet kindgerecht zu vermitteln, wird mit stürmischem Applaus gewürdigt. „Nach jeder Vorlesung haben mich Kinder um Autogramme auf ihre Studie-Ausweise gebeten – das bin ich von meinen Studierenden nicht gewöhnt“, schmunzelt Prof. Meike Piepenbring. Für ihre Vorlesung gab es die meisten Anmeldungen. Die beiden Vormittagsvorlesungen, die sich ausschließlich an Schulklassen wenden, waren jedoch an allen vier Tagen ausgebucht. Mehr als 380 Klassen aus dem gesamten südhessischen Raum, quer durch alle Schulformen, waren an den acht Vormittagsvorlesungen angemeldet, weitere 250 Klassen konnten leider nicht berücksichtigt werden. „Was uns sehr am Herzen liegt: Wer kurzfristig doch nicht kommen kann, sollte Bescheid geben. Dann können andere Schulklassen nachrücken“, sagt Mitorganisatorin Dr. Anke Sauter. Der Besuch am Nachmittag ist ohne Anmeldung möglich, und im Internet gibt es die Vorlesungen jeweils als Videoaufzeichnung zu sehen unter http://www.rz.uni-frankfurt.de/68128012/Kinderuni.

Der Termin für die 17. Frankfurter Kinder-Uni steht bereits fest: Sie wird von 17. bis 20. September 2019 wieder auf dem Campus Westend stattfinden.

Informationen: Dr. Anke Sauter und Dr. Anne Hardy, Referentinnen für Wissenschaftskommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-13066 und 798- 12498; kinderuni@vdv.uni-frankfurt.de

www.kinderuni.uni-frankfurt.de

 

Sep 5 2018
12:26

Prof. Frank Brenker wurde in das Voruntersuchungsteam der Weltraumbehörde JAXA berufen

Erste Proben des Asteroiden Ryugu kommen nach Frankfurt

FRANKFURT. Der Geowissenschaftler Prof. Frank Brenker und sein Team gehören zu den ersten Wissenschaftlern, die Proben des Asteroiden Ryugu untersuchen dürfen. Er wird zurzeit von der Raumsonde Hayabusa 2 der japanischen Raumfahrtagentur JAXA umflogen. Ursprünglich hieß es, die Japaner wollten die Voruntersuchungen ausschließlich selbst machen.

Ryugu (deutsch: Drachenpalast) gehört als C-Klasse-Asteroid zu den ursprünglichsten Objekten des Sonnensystems. Forscher gehen davon aus, dass er sich in den vergangenen 4,56 Milliarden Jahren nicht mehr entscheidend verändert hat und daher einen ungetrübten Blick in die Kinderstube unseres Sonnensystems verspricht. Deshalb warten Wissenschaftler weltweit gespannt auf diese einzigartigen Proben. Wenn diese im Jahr 2020 von der Raumsonde auf die Erde gebracht werden, gehört Prof. Frank Brenker vom Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität zu den ersten nicht-japanischen Wissenschaftlern, die das einzigartige Material früh zu Gesicht bekommen werden. Er wurde mit zwei seiner belgischen Kollegen in das Voruntersuchungsteam der Mission berufen.

Mit Supermikroskopen die Frühzeit des Sonnensystems erforschen
Der Frankfurter Geowissenschaftler und seine Kollegen haben ein neues Messverfahren an Supermikroskopen entwickelt, welches eine dreidimensionale und berührungsfreie Untersuchung der Proben erlaubt. Diese Supermikroskope arbeiten mit Synchrotron-Strahlung (energiereicher Röntgenstrahlung) und erlauben es, die chemische Zusammensetzung und Struktur der Materie zerstörungsfrei zu untersuchen. „Wir sind weltweit führend in der Messung der Gehalte sogenannter seltener Erden, die für eine geowissenschaftliche und kosmochemische Interpretation von entscheidender Bedeutung sind“, erläutert Frank Brenker. Die präzise hoch-ortsaufgelöste Technik wurde in den letzten Jahren von seiner Arbeitsgruppe am DESY in Hamburg entwickelt.

Ein Bild des Asteroiden finden Sie zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/73604264

Bildtext: Asteroid Ryugu aus einer Höhe von sechs Kilometern aufgenommen mit der „Optical Navigation Camera - Telescopic (ONC-T)”. Bild vom 20. Juli 2018.

Image credit: JAXA, University of Tokyo and collaborators.

Informationen: Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

 

Sep 5 2018
10:18

Größter wissenschaftlicher Psychologiekongress im deutschsprachigen Raum vom 15. bis 20. September an der Goethe-Universität

DGPs-Kongress 2018 in Frankfurt: Psychologie gestaltet!

FRANKFURT. Unter dem Motto „Psychologie gestaltet“ öffnet der größte wissenschaftliche Psychologiekongress im deutschsprachigen Raum vom 15. bis 20. September an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main seine Türen. Mehr als 2500 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse und diskutieren Lösungsvorschläge für drängende gesellschaftliche Themen.

Fake News, Arbeiten 4.0, alternde Gesellschaften, Bildungsungleichheit, Radikalisierung - der gesellschaftliche Wandel erfordert ständig Anpassungsleistungen vom Einzelnen und von der Gesellschaft. „Die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen steht in der gesellschaftlichen Verantwortung, Antworten auf drängende Fragen zu bieten“, sagt Professor Conny H. Antoni, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. „Die Vielfalt an Beiträgen zu unserem 51. Fachkongress zeigt, dass die Psychologie aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus Erklärungsmodelle und Lösungsansätze für aktuelle Themen liefert.“

Internationale Hot Topic Sessions mit renommierten Keynote Speakern
Der DGPs-Kongress wird immer internationaler und zieht auch in diesem Jahr wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt an. Vor zwei Jahren erfolgreich gestartet, werden auch in Frankfurt wieder hochkarätig besetzte Hot Topic Sessions den Kongress bereichern. Zu einer Reihe von brandaktuellen Themen finden die englischsprachigen Sessions mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Keynotes statt. Das Hot Topic „The Social Cure“ widmet sich zum Beispiel aus verschiedenen Blickwinkeln der Frage, wie Gruppen, in denen Menschen Sinn für eine gemeinsame Identität haben, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen fördern. Catherine Haslam von Australian National University und Alex Haslam von der Macquarie University präsentieren in ihrer Keynote aktuelle Erkenntnisse aus der Social Cure Forschung. Im Hot Topic „Fake News and Dealing with Evidence“ beschäftigen sich die eingeladenen Expertinnen und Experten beispielsweise mit konkreten Maßnahmen, wie Gesellschaften einen besseren Umgang mit Fake News finden können. In seiner Keynote stellt der Kommunikationsforscher Andrew Flanagin von der University of California, Santa Barbara, seine Forschung zur Glaubwürdigkeit von Online-Informationen vor.

Blitzlichtvorträge – Forschung kompakt
Neben den traditionellen Kongressveranstaltungen sorgen auch in diesem Jahr wieder neue Formate wie der Psycho Slam, die Blitzlichtvorträge und interaktive Foren für alternative Denk- und Diskussionsanstöße. In den Blitzlichtvorträgen werden aktuelle Forschungsergebnisse unterhaltsam und kompakt dargestellt. Hier räumen Persönlichkeitsforscher beispielsweise mit dem Vorurteil auf, dass Einzelkinder narzisstischer sind als Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen.

Preise und Ehrungen der DGPs
Die DGPs verleiht als traditionsreiche, wissenschaftliche Fachgesellschaft mehrere hoch beachtete Ehrungen und Preise. Die Preisverleihungen finden erstmalig im Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungen statt.

Der DGPs-Kongress in Frankfurt am Main
Mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) laden erstmalig zwei Institutionen zum DGPs-Kongress ein. Sie werden durch die Kongresspräsidenten Professor Holger Horz und Professor Johannes Hartig vertreten. „Mit dem Kongressmotto ‚Psychologie gestaltet‘ wollen wir an die Tradition des Frankfurter Gestaltpsychologen Max Wertheimer erinnern und verdeutlichen, dass die wissenschaftliche Psychologie nicht nur theoretische Erklärungsmodelle liefert, sondern auch aktiv an gesellschaftlichen Veränderungen beteiligt ist“, erklärt Holger Horz, Geschäftsführender Direktor der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) an der Goethe-Universität Frankfurt. „Der DGPs-Kongress bietet den idealen Rahmen für einen regen fachlichen Austausch und kritische Diskussionen innerhalb unserer Forschungsdisziplin“, ergänzt Johannes Hartig vom DIPF.

Presseakkreditierung
Wir laden Sie herzlich ein, am Kongress teilzunehmen und in Wort und Bild zu berichten! Konditionen für die Presseakkreditierung und weitere Informationen finden Sie unter: https://www.dgpskongress.de/frontend/index.php?page_id=1089. Für Presseauskünfte stehen Ihnen der Präsident der DGPs, Prof. Dr. Conny Herbert Antoni, und die Kongresspräsidenten, Prof. Dr. Holger Horz und Prof. Dr. Johannes Hartig, zur Verfügung. Weitere Informationen zum Kongress, zu den Hot Topic Sessions und den Rahmenveranstaltungen finden Sie auf der Kongress-Homepage: www.dgpskongress.de. Wenn Sie an konkreten Themen interessiert sind, vermitteln wir Ihnen gerne auch schon vorab Interviewtermine mit unseren internationalen Expertinnen und Experten. Zwecks Terminabsprachen für Interviews wenden Sie sich bitte an die

Pressestelle der DGPs: Dr. Anne Klostermann, Pressereferentin DGPs, E-Mail: pressestelle@dgps.de, Tel.: 030 280 47718

 

Sep 4 2018
13:37

Goethe-Universität punktet im FAZ-Ökonomen-Ranking

Sechs unter den besten 100

FRANKFURT. Wer sind die 100 einflussreichsten Ökonomen im deutschsprachigen Raum?  Wer hat Gewicht in Medien, Forschung und Politik? Antworten auf diese Fragen sucht einmal im Jahr das viel beachtete Ökonomen-Ranking der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Die Goethe-Universität Frankfurt ist in diesem Jahr gleich mit sechs Namen vertreten und zählt damit innerhalb der Bestenliste zu den am häufigsten genannten wissenschaftlichen Institutionen.

Besonders erfreulich: Drei der genannten Forschungspersönlichkeiten sind erstmals auf der Liste mit dabei: Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Betriebswirtin, der Volkswirtschaftler Prof. Dr. Bertram Schefold sowie der Geschäftsführer des Center for Financial Studies (CFS), Prof. Dr. Volker Brühl. Weiterhin listet das FAZ-Ranking auch drei bereits länger in der Liste vertretene Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität: Prof. Dr. Volker Wieland, Prof. Dr. Otmar Issing sowie Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen.

„Ein globaler Finanzplatz wie Frankfurt mit Institutionen wie der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Aufsichtsbehörde für Pensionen und Versicherungen, aber auch den wichtigsten deutschen Geschäftsbanken und Kapitalanlagegesellschaften braucht eine kompetente wissenschaftliche Begleitung, politische Beratung und mediale Präsenz. Erfreulich, dass uns das auf so hohem Niveau gelingt und die Goethe-Universität in dieser Rangliste so gut sichtbar ist“, sagte der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität, Prof. Dr. Raimond Maurer

Laut FAZ wurde in die Gesamtwertung aufgenommen, wer in Öffentlichkeit und Forschung Spuren hinterlassen hat. Die Basis dafür bilden mindestens fünf Forschungszitate, fünf Medienzitate sowie mindestens fünf Punkte in der Politik-Umfrage. Gewertet wurden insgesamt 140 Ökonomen, die an Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten.

Die Ergebnisse wurden auf folgendem Punktesystem berechnet: In jeder Säule (Forschung, Medienresonanz, politische Bedeutung) bekam der stärkste Ökonom 250 Punkte, alle anderen bekamen ihre Punkte proportional dazu. In der Addition zählten Medien und Politik einfach, die Forschung doppelt. Das bedeutet: Ein Ökonom konnte höchstens 1000 Punkte erreichen, was bedeuten würde, dass er der einflussreichste Ökonom in allen drei Säulen war.