​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Feb 7 2018
11:53

Noch bis 11. Februar 2018: Sonderausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ im Museum Giersch der Goethe-Universität

Schenkung von Eric und Jula Isenburger-Archiv an das Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek: Wertvoller Zuwachs für Frankfurt

FRANKFURT. Angeregt durch die erfolgreiche Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (noch bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität konnte noch während der Laufzeit der Ausstellung eine Vereinbarung über den Verbleib der Originaldokumente von Eric und Jula Isenburger zu Gunsten Frankfurts, der Geburtsstadt Eric Isenburgers, getroffen werden. Das Isenburger-Archiv Neuburg an der Donau (IAN), in jahrelanger Arbeit aufbereitet und wichtige Quelle für Recherchen zur aktuellen Ausstellung, findet mit seinem umfangreichen Schatz an Dokumenten nun im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main seinen Platz und schließt in hervorragender Weise an den dort bereits aufbewahrten Teilnachlass von Eric Isenburger an. Die Eigentümerin der Dokumente und die Eric und Jula Isenburger Gesellschaft e. V. Neuburg überlassen dem Deutschen Exilarchiv die Originaldokumente des IAN als Schenkung.

Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach. Die letzten öffentlichen Führungen finden Mittwoch, 7.2.2018, um 17.30 Uhr und Sonntag, 11.2.2018 um 15 und 16 Uhr statt. Kosten: 3 Euro (zzgl. zum Eintritt.).

Am Donnerstag, 8.2.2018, um 19 Uhr hält Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, einen Vortrag in deutscher Sprache über „Jula Isenburger-Elenbogen und das Exil der Tanzszene“ im Museum Giersch der Goethe-Universität. Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse. Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Feb 7 2018
11:32

„Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ lehrt professionellen Naturschutz

Intensivkurs für junge Naturschützer

FRANKFURT. Am 19. Februar startet die zweite „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“, ein in Deutschland einzigartiger Intensivkurs, in dem Studierende und junge Naturschutzprofis aus verschiedenen Ländern das Handwerkszeug für professionellen Naturschutz lernen. Zur Eröffnungsveranstaltung

am 19.Februar von 9:00 bis 12:00 Uhr 
im Biologicum, Hörsaal 2 (-1.203), Max-von-Laue-Str. 13, Campus Riedberg

sind Medienvertreter herzlich eingeladen.

Klimawandel, Umweltzerstörung und der Verlust an Artenvielfalt und Lebensräumen sind die großen Herausforderungen unserer Zeit, wenn wir der nächsten Generation einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen. Um dafür gut gerüstet zu sein, brauchen wir weltweit engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Naturschutzbehörden, Nationalparks und staatlichen sowie nichtstaatlichen Organisationen. Diese müssen nicht nur biologisches und ökologisches Wissen mitbringen, sondern auch über Knowhow im Management von Schutzgebieten oder Naturschutzprojekten verfügen. Doch genau diese praxisbezogene Qualifikation wird im Rahmen der einschlägigen Studiengänge wie etwa Biologie oder Naturschutz bislang kaum angeboten.

Die „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ füllt diese Lücke. In dem vierwöchigen und für Deutschland einmaligen Intensivkurs während der Semesterferien werden wesentliche Themen des erfolgreichen Projektmanagements an Studierende der Biologie und verwandter Fächer vermittelt. Nach dem großen Erfolg des Pilotprojektes im Frühjahr 2017 startet am 19. Februar die zweite Frankfurter Spring School mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Ländern. Diese waren aus insgesamt 92 Bewerbungen ausgewählt worden. „Die hohe Anzahl der Bewerbungen aus Deutschland und dem europäischen Ausland freut uns sehr und zeigt, dass diese Frankfurter Initiative ein Volltreffer ist und derartige Zusatzqualifikation von Biologen, Geografen oder Forstwissenschaftlern sehr nachgefragt wird“, sagt Michael Brombacher, verantwortlicher Programmleiter bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

Die „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ ist eine Initiative von in Frankfurt ansässigen Institutionen wie der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, der KfW Stiftung, der KfW, dem WWF, der KPMG und BioFrankfurt e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt.

Neben 24 Studierenden verschiedener Universitäten nehmen sechs Stipendiaten der KfW Stiftung an der Spring School teil. Die jungen Naturschutzprofis aus Peru, Ecuador, Tansania, Äthiopien, Madagaskar und Vietnam arbeiten bereits in nationalen Behörden oder Naturschutzvorhaben in ihrem Heimatland. Sie stehen für die Internationalität der Spring School und bringen aktuelle, praktische Erfahrungen von ihrer Arbeit vor Ort in den Kurs ein. „Uns ist es wichtig, dass gerade in Ländern mit sehr hoher Biodiversität und großen Schutzgebieten die Ausbildung des nationalen Personals gestärkt wird“, sagt Dr. Bernd Siegfried, Geschäftsführer der KfW Stiftung. Die Stipendiaten der KfW Stiftung erhalten zusätzlich die Möglichkeit, ihr in Frankfurt erworbenes Wissen aktiv anzuwenden und eine Projektidee für ihr Schutzgebiet auszuarbeiten. Eine Jury wählt die drei besten Projekte, deren Umsetzung mit jeweils bis zu 100.000 Euro gefördert wird.

In der „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ vermitteln Dozenten mit langjähriger praktischer Erfahrung in Vorträgen, Übungen und Exkursionen eine breite Palette an Themen, die sonst nicht Teil der universitären Ausbildung sind, etwa strategische Planung und Business-Entwicklung, den Umgang mit Finanzen, Budgets und Personal sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. „Die anwendungsorientierten Lehrinhalte geben den Studierenden konkrete Einblicke in die Anforderungen an Projektmanager im Naturschutz und sind daher sehr wichtig für die berufliche Orientierung in der Zeit nach dem Studium“, sagt Prof. Meike Piepenbring von der Goethe-Universität.

Dieses besondere Weiterbildungsangebot wird von den oben genannten Institutionen sowie von der Albert-und-Barbara-von-Metzler-Stiftung und der Vereinigung der Freunde und Förderer der Johann Wolfgang Goethe-Universität finanziell unterstützt.

Vertreter der einzelnen Institutionen stehen Ihnen im Anschluss an die Veranstaltung für Statements gerne zur Verfügung.

Information: Dagmar Andres-Brümmer, Pressestelle der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, Tel. (069) 943446-11, andres-bruemmer@zgf.de.

 

Feb 7 2018
11:27

„Gut unterstützt?“: Goethe-Universität lädt zur Diskussion über gute Startbedingungen

Von der Uni ins Unternehmertum

FRANKFURT. Wie kann der Weg von der Universität in die Wirtschaft auf Anhieb gelingen, und was können die Hochschulen dazu beitragen? Mit dieser Frage befasst sich eine Veranstaltung an der Goethe-Universität mit dem Titel „Gut unterstützt?“, zu der das Präsidium am 20. Februar einlädt. Zu Gast bei der Podiumsdiskussion ist Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

„Third Mission“, das ist neben Forschung und Lehre die dritte Säule einer modernen Universität. Gemeint ist damit die Einbindung der Hochschule in die Gesellschaft, die wechselseitig zu verstehen ist: Die Universität wirkt in die Region, deren Menschen wiederum eingeladen sind, das universitäre Leben mitzugestalten. 2015 hat die Goethe-Universität den „Strategieprozess Third Mission“ in Gang gebracht, damit setzt sie gezielt auf ihre Stärken als Stiftungs- und Bürgeruniversität. Als solche ist sie per se in Forschung und Lehre sowie als Organisation und auf der Basis vieler Kooperationsprojekte eng in Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft der Region eingebunden. Dadurch hat sie besonders gute Chancen, ihrem Auftrag „Gemeinsam mit und für die Gesellschaft Verantwortung übernehmen“ gerecht zu werden.

In diesem Zusammenhang bringt die Goethe-Universität Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um Neues entstehen zu lassen – zum Beispiel in den Third-Mission-Foren. Sie dienen zur Bestandsaufnahme und Selbstreflexion und sollen den Blick auf Best Practice-Beispiele lenken, um daraus zu lernen. Bislang ging es bei diesen Foren um Politikberatung und Alumni-Arbeit, diesmal steht das Thema Innovationen und Gründungen im Fokus.

Zu den Referenten gehören diesmal Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer der Innovectis, einer Tochterfirma der Goethe-Universität, die Forschende hinsichtlich von Patenten, Lizenzen, Vermarktung und Ausgründungen unterstützt. Thomas Doppelberger von Fraunhofer Ventures wird über Verwertungs- und Ausgründungsstategien aus außeruniversitärer Perspektiven sprechen. Prof. Andreas Hackethal, Dr. Katharina Braun und Dr. Sebastian Schäfer stellen den Ausgründungsservice der Goethe-Universität Unibator vor sowie das TechQuartier für die FinTech-Branche im Rhein-Main-Gebiet. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Podiumsdiskussion „Gründungs- und Innovationskultur in Deutschland – Welche Beiträge können und sollen Universitäten liefern?“, an der Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, teilnehmen wird sowie der Unternehmer Stefan Quandt, Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Lukas Frank (Enactus Universität Frankfurt e.V.)  sowie der Unternehmer und Alumnus Yi Shi aus China. Moderiert wird die Diskussion von Uni-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz.

Gut unterstützt? 
Hochschulforum zu Innovation und Gründungen
„Third Mission“ an der Goethe-Universität

20. Februar 2018, 13 bis 17 Uhr
Foyer PA-Gebäude, Campus Westend,  Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt

Das Programm:
13 Uhr Grußwort Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident Goethe-Universität

13:10 Uhr Dr. Martin Raditsch (Geschäftsführer Innovectis): „Lizenzierung oder Ausgründung?“ 

13:55 Uhr Thomas Doppelberger (Leiter Fraunhofer Ventures): „Good Practice - Verwertungs-/Ausgründungsstrategie“ 

14:55 Uhr Prof. Dr. Andreas Hackethal (Professor für Finanzen), Dr. Sebastian Schäfer (Geschäftsführer TechQuartier), Dr. Katharina Funke-Braun (Geschäftsführerin Unibator): „Integrale Rolle der GU im FinTech-Ökosystem Rhein-Main“ 

16 Uhr Podiumsdiskussion „Gründungs- und Innovationskultur in Deutschland –  Welche Beiträge können und sollen Universitäten liefern?“

Teilnehmer: Tarek Al-Wazir (Grüne), Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Stefan Quandt, Unternehmer, Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, Yi Shi, Unternehmer und Alumnus, Lukas Frank (Enactus Universität Frankfurt e.V.)

Moderation: Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz 

Anmeldung bis 12. Februar unter veranstaltungen@uni-frankfurt.de (Frau Lisa Haag)

Information: Kristofer Oedekoven, Referent für Hochschulentwicklung, Präsidialbüro, Telefon: +49 (0)69  798 13636, E-Mail: oedekoven@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 6 2018
13:30

Erhöhte Gefahr durch Hanta-Viren im Staub im Frühsommer und in waldreichen Gebieten

Krank durch Frühjahrsputz?

FRANKFURT. Wer beim Frühjahrsputz Staub einatmet, setzt sich in manchen Gebieten Deutschlands einem erhöhten Infektionsrisiko durch Hanta-Viren aus. Diese finden sich unter anderem in Staub, der mit den Ausscheidungen infizierter Rötelmäuse kontaminiert ist. Wissenschaftler der Goethe-Universität und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums haben die Entwicklung von Hanta-Infektionen in Deutschland nun anhand von Langzeitdatenreihen untersucht und festgestellt: Erhöhte Gefahr droht im Frühsommer und in waldreichen Gebieten sowie nach „fetten Jahren“ für die Rötelmaus.

Hanta-Viren erregten erstmals Anfang der 1950er öffentliches und wissenschaftliches Interesse, als zahlreiche amerikanische Soldaten sich in Korea mit dem damals unbekannten Erreger infizierten und an hämorrhagischem Fieber erkrankten. Dies ist vor allem wegen der erhöhten Blutungsneigung gefährlich, die zu akutem Nierenversagen führen kann. In Deutschland wurden Infektionen mit Hanta-Viren Mitte der 1980er Jahre bekannt. In den meisten Fällen ist das durch die Rötelmaus (Myodes glareolus) übertragene Puumala-Virus (PUUV) die Ursache. Die Maus selbst erkrankt nicht, kann den Erreger aber zum Beispiel durch einen Biss auf den Menschen übertragen. Auch durch Kot, Urin oder erregerhaltige Aerosole, die beispielsweise während Reinigungsarbeiten in der Land- und Forstwirtschaft aufgewirbelt und eingeatmet werden, kann es zur Infektion kommen.

Belastbare Daten über die Häufigkeit der Hanta-Virus-Infektionen sind in Deutschland seit der Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 verfügbar. Besonders viele Puumala-Virus-Infektionen treten in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten in Bayern und Nordrhein-Westfalen auf. In Nordostdeutschland gibt es dagegen wenige PUUV-Virus-Fälle. In großen Städten und Ballungsgebieten (Berlin, Stuttgart, Bonn) ist die Zahl der PUUV-Infektionen pro 100.000 Einwohner tendenziell höher als in ländlichen Gebieten. Während die räumlichen Muster über die letzten 15 Jahre ähnlich geblieben sind, gab es starke zeitliche Schwankungen: So war die Zahl der gemeldeten PUUV-Infektionen in den Jahren 2007, 2010 und 2012 besonders hoch.

Die Gruppe von Prof. Sven Klimpel von Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität hat diese Daten zusammen mit Kollegen des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum untersucht, um räumliche, zeitliche und saisonale Muster für das Auftreten der Infektion zu identifizieren. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von „PeerJ“ mitteilen, gelten als wichtige Faktoren für die Rötelmausdichte die Landnutzung (insbesondere der Waldanteil), klimatische Faktoren (kalte Winter) und das Nahrungsangebot. Jahre, in denen Buche, Eiche und Kastanie besonders viele Früchte produzieren (Mastjahre), bedeuten ein reiches Nahrungsangebot für den Krankheitsüberträger. Das führt oft zu einem starken Anstieg der Populationsdichte und damit zu mehr infizierten Rötelmäusen, was letztlich auch das Infektionsrisiko für den Menschen erhöht. Tatsächlich gingen den infektionsreichen Jahren 2007, 2010 und 2012 jeweils Mastjahre voraus. Allerdings folgte auf das Mastjahr 2014 nur ein Jahr mit leicht erhöhter Anzahl an humanen Puumala-Virus Infektionen. Entscheidend für das Auftreten von Mastjahren sind wiederum klimatische Bedingungen in den Vorjahren und der zeitliche Abstand zum vorhergehenden Mastjahr.

Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der Vielzahl an Faktoren, die Einfluss auf die Zahl der Puumala-Virus-Infektionen haben, ist es derzeit noch schwierig, ein zuverlässiges Vorhersage-Modell zu erstellen. Anhand von Korrelationsanalysen konnte die Gruppe aber ein höheres Risiko für waldreiche Gebiete ableiten sowie für den Frühsommer und für Jahre, die auf ein Mastjahr folgen. „Durch den Klimawandel, der häufigere Mastjahre und mildere Winter mit sich bringt, könnte die Zahl der Puumala-Virus-Infektionen künftig ansteigen“, prognostiziert Klimpel.

Publikation: Sarah Cunze, Judith Kochmann, Thomas Kuhn, Raphael Frank, Dorian D. Dörge und Sven Klimpel: Spatial and temporal patterns of human Puumala virus (PUUV) infections in Germany, DOI 10.7717/peerj.4255

Bilder in einer hohen Auflösung zum Download finden Sie unter https://we.tl/jckvU8BugZ

Bildtexte:

  • Anzahl der gemeldeten PUUV Erkrankungen pro 100,000 Einwohner (nach Landkreisen). Die Abbildung basiert auf Daten des Robert Koch Institutes. | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie
  • Entwicklungszyklus des Hanta-Virus und Übertragung auf den Menschen. | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie
  • Falle für Rötelmäuse | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie

Information: Prof. Sven Klimpel, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15 und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Campus Riedberg, Tel.: (069) Tel.: (069) 798 42237, Klimpel@bio.uni-frankfurt.de.

 

Feb 6 2018
10:47

Sexuelle Übergriffe auf dem Campus Westend und in dessen Umfeld

Gemeinsame Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Frankfurter Polizei

FRANKFURT. Wie den Medien bereits bekannt ist, kam es in den vergangenen Monaten zu drei sexuellen Übergriffen, davon zwei Versuche, im Bereich der Siolistraße/Miquelallee. Weiterhin kam es Ende Januar auf dem Gelände des Unicampus Westend zu einer sexuellen Belästigung. Die Frankfurter Kriminalpolizei hat intensive Ermittlungen aufgenommen, die derzeit andauern.

Die Polizei geht aufgrund der aktuellen Erkenntnisse davon aus, dass die ersten drei Fälle in Zusammenhang stehen. Zu dem vierten Fall auf dem Unicampus besteht nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Verbindung.

Seit Beginn der polizeilichen Ermittlungen steht die Frankfurter Polizei mit Anwohnern, Mitgliedern der Studierendengemeinden sowie im vierten Fall mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Kontakt. Oberste Priorität hatten zu Beginn verdeckt durchgeführte Maßnahmen. Um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden und Täterwissen frühzeitig preiszugeben, erfolgte zunächst keine öffentliche Information auf dem Unicampus Westend. Gleichwohl wurde mit zivilen Kräften der Tatort sowie die nähere Umgebung observiert, um die Sicherheit oberhalb des Geländes der Universität zu gewährleisten.

Nachdem sichergestellt war, dass Ermittlungsansätze und polizeiliche Spuren nicht mehr gefährdet werden konnten, hat die Universität zum Schutz der Mitarbeiter*innen und Studierenden ein internes Schreiben veröffentlicht. Parallel dazu hat die Polizei ihre öffentlich wahrnehmbaren Maßnahmen intensiviert, um auf diesem Wege sachdienliche Hinweise zu erhalten.

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Frankfurter Polizei pflegen traditionell eine gute Zusammenarbeit. Gemeinsam werden sie weitere Schutzmaßnahmen ergreifen; die Täterermittlungen werden mit Hochdruck betrieben.

 

Feb 5 2018
09:40

„50 Jahre 68“: Ausblick auf Themen und Veranstaltungen an der Goethe-Universität im aktuellen UniReport

Chiffre für Wunsch nach sozialem Wandel

FRANKFURT. Frankfurt war neben Berlin der Universitätsstandort in Deutschland, an dem die Studentenproteste im Jahre 1968 besonders heftig ausbrachen. Im „Sommer der Revolte“ wurden Institute besetzt, neue Lern- und Lebensformen erprobt und die Verbindlichkeit von gesellschaftlichen Sitten und Werten in Frage gestellt. 50 Jahre später beschäftigt sich auch die Forschung mit dem Jahr des Umbruchs. Dr. Steffen Bruendel, Direktor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, spricht in der neuen Ausgabe des UniReports davon, dass 68 heute als „Chiffre für ein weltweites Phänomen gilt, für einen vor allem von jungen Leuten artikulierten Wunsch nach sozialem Wandel und einer anderen Gesellschaftsordnung.“ Auch wenn das Jahr ein halbes Jahrhundert zurückliege, hätte es auch für heutige Studierende seine „Faszination“ behalten.

Porträtiert wird im UniReport eine von den damals politisch engagierten Studierenden der Goethe-Universität: Barbara Köster studierte Soziologie bei Theodor W. Adorno, war Mitglied im SDS und im so genannten „Weiberrat“ tätig. Sie zeigt sich im Rückblick sehr zufrieden mit dem, was ihre Generation auf den Weg gebracht hat, gerade auch im Bereich der Erziehung; sie sieht aber auch die Gefahr, dass gesellschaftliches Engagement von manchen politischen Gruppierungen heute als „Gutmenschentum“ verurteilt werde.

Ein Überblick über Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen zu „50 Jahre 68“ an der Goethe-Universität rundet den Themenschwerpunkt im UniReport ab.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Debatte über Meinungsfreiheit an der Universität: Fragen an Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff zur Podiumsdiskussion „Diskurskultur im Zwielicht“.
  • Erziehungswissenschaften begleiten jedes Lebensalter: Frankfurt glänzt mit eigenständigem Bachelor- und Masterstudiengang.
  • Können nationale Egoismen überwunden werden? Podiumsdiskussion zur Zukunft der Eurozone.
  • Prof. Nicola Fuchs-Schündeln gewinnt Leibniz-Preis: ein Porträt der innovativen Wirtschaftswissenschaftlerin.
  • Der Paläontologe und das Meer: Prof. Eberhard Gischler erforscht das Klimagedächtnis von Korallenriffen.
  • Durchschnittsalter der Einsteiger liegt bei 65 Jahren: Studierenden-Befragung an der Universität des 3. Lebensalters.
  • Zu Gast an der University of Toronto: Andrea Stork, Verwaltungsangestellte am Institut für Politikwissenschaft, über ihren Besuch in Kanada im Rahmen der Strategischen Partnerschaft.
  • Erfolgreicher Start ins Berufsleben mit Doktortitel: Europäische Studie untersucht Zufriedenheit der GRADE-Alumni.

Der UniReport 1/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://tinygu.de/UniReport-1-2018

 

Feb 1 2018
15:24

Fünfter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Migration im Verlauf der Schulbiografie

FRANKFURT. Über die Situation migrierter Kinder, Jugendlicher sowie junger Erwachsener im deutschen Bildungssystem und Möglichkeiten der Professionalisierung im Lehramt wird die Lehrerin Mona Massumi in ihrem Vortrag „Migration im Verlauf der Schulbiografie“

am 7. Februar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend,

referieren. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Isabell Diehm, Goethe-Universität.

Mona Massumi wird einen Überblick über die „Gruppe“ neu zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener gegeben, um im Anschluss anhand rechtlicher Rahmenbedingungen und schulorganisatorischer Modelle die institutionellen Bedingungen für die Einbindung migrierter Schüler ins Bildungssystem aufzuzeigen. Im Weiteren soll anhand eines Praxisbeispiels gezeigt werden, wie Lehramtsstudierende durch institutionell verankerte Angebote in der Arbeit mit Lernenden mit geringen Deutschkenntnissen gefördert werden können.

Mona Massumi ist Lehrerin und hat sechs Jahre lang im Schwerpunkt Internationale Förderklassen an einem Berufskolleg unterrichtet. Seit 2013 ist sie abgeordnet an das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln. Dort koordiniert sie den Arbeitsbereich „Diversity“ mit dem Fokus Migration. Neben Rassismuskritik in der Lehrerbildung ist die Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften in der Arbeit mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen einer ihrer Arbeitsschwerpunkte. Außerdem promoviert sie zu Schulverläufen von migrierten Jugendlichen im deutschen Bildungssystem.

Termine und Themen im Überblick:

14. Februar 2018
Let’s Talk about Difference. Enpowering First-generation College Students to Succeed
Nicole M. Stephens, Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management
Moderation: Prof. Tanja Brühl, Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität

Beginn jeweils um 18 Uhr. Für die Vorträge in englischer Sprache werden Zusammenfassungen in deutscher Sprache bereit gelegt.

Alle Veranstaltungen finden im Anbau Casino Saal West, Campus Westend, statt.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Feb 1 2018
11:48

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Projekt FID in den nächsten drei Jahren mit insgesamt rund 880.000 Euro inkl. Programmpauschale.

Der Fachinformationsdienst Germanistik geht an den Start

FRANKFURT. Nun bekommt auch die Germanistik, das personenstärkste geisteswissenschaftliche Fach, einen eigenen Fachinformationsdienst: Kurz vor Weihnachten traf die Bewilligung des Förderantrags an die DFG ein, für den die Frankfurter Universitätsbibliothek verantwortlich zeichnet. Die über sechs Jahrzehnte währende Germanistik-Tradition der UB Frankfurt als ehemals DFG-unterstützte Sondersammelgebietsbibliothek findet damit im zeitgemäßen Rahmen ihre Fortsetzung bis mindestens 2020.

Der FID Germanistik sieht Publizieren, Partizipieren, Recherchieren und Forschen als die zentralen Aktivitäten philologischer Praxis, für die innerhalb eines neu zu etablierenden Portals die entsprechende Infrastruktur angeboten werden soll. Publizieren wird mittels eines Publikationsservers sowie über einen Hosting-Service auf Basis der Software Open Journal System (OJS) vorangetrieben. Kooperationsvereinbarungen hierfür bestehen u.a. mit renommierten Institutionen wie etwa dem Freien Deutschen Hochstift, literarische Gesellschaften wie der Rilke-Gesellschaft sowie mit dem Online-Verzeichnis der Hochschulgermanistik. Ein hohes Maß an Interaktionsmöglichkeiten zwischen Bibliothek und Wissenschaft ist unerlässlich für den Erfolg eines serviceorientierten FID.

Partizipieren können soll man am FID auf vielfältige Weise, wofür niederschwellige Rückmeldemöglichkeiten wie auch Angebote zur Nutzerinformation geschaffen werden. Mit Unterstützung von studiumdigitale, der zentralen E-Learning-Einrichtung der Goethe-Universität, wird ein Online-Tutorial erarbeitet, das über aktuelle digitale, fachspezifische Arbeitspraktiken orientieren soll. Recherche-Werkzeug, Speicher für Forschungsergebnisse und zentrale Anlaufstelle bildet das innerhalb des Faches gut eingeführte Portal „Germanistik im Netz (GiN)“. Dieses wird um singuläre Inhalte und neue Funktionalitäten erweitert. Geboten werden künftig auch Nachweise von Archivbeständen (über das Portal Kalliope), umfassende Volltexte (u.a. über das Deutsche Textarchiv) sowie weitere Fachinformationen auf einen Klick. Als zusätzliche forschungsorientierte Dienstleistung des FID Germanistik soll ein Text-Mining-Werkzeug entwickelt werden. Über die diachrone Analyse bibliografischer Daten sollen so Aufschlüsse darüber gewonnen werden, wie sich Arbeitsfelder, Methoden, Netzwerke in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt haben.

Information: Dr. Volker Michel, Fachreferent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Sammlung Deutscher Drucke 1801-1870; Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39786, E-Mail: v.michel@ub.uni-frankfurt.de

Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

 

Jan 31 2018
13:55

Neue Professur für Psychologie am Forschungszentrum IDeA

Neue Qualifikationsprofessur erforscht individuelle Fördermöglichkeiten für Grundschulkinder

FRANKFURT. Im Zuge von Inklusion und Zuwanderung setzen sich Grundschulklassen heutzutage immer vielfältiger zusammen. Lehrkräfte sind daher mehr denn je gefordert, auf unterschiedliche Lernbedürfnisse einzugehen. Das Forschungszentrum „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) in Frankfurt am Main will dazu beitragen, diese Herausforderung zu bewältigen. Das Zentrum verstärkt dieses Engagement mit der jetzt erfolgten Berufung von Dr. Garvin Brod zum Professor für Psychologie mit dem Schwerpunkt individuelle Förderung.

„Ziel meiner Forschung ist es, maßgeschneiderte Förderangebote für Kinder zu entwickeln“, erläutert Professor Brod. Mit solchen Angeboten können Lehrerinnen und Lehrer die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen erfassen und die Kinder dementsprechend individuell unterstützen. „Insbesondere möchte ich untersuchen, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Kinder gezielt zu fördern, und unter welchen Voraussetzungen sich technologieunterstützte Förderinstrumente wirksam im Unterricht einsetzen lassen“, ergänzt der Psychologe, der die Qualifikationsprofessur Anfang Januar übernommen hat. In einem Projekt erforscht ein Team um Professor Brod zum Beispiel den Nutzen einer computerbasierten Lernverlaufsdiagnostik im Förderunterricht für Kinder mit hartnäckigen Leseschwierigkeiten.

Die Professur ist organisatorisch dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Goethe-Universität Frankfurt zugeordnet und im interdisziplinären IDeA-Zentrum angesiedelt, in dem Forscherinnen und Forscher beider Institutionen die Lernentwicklung von Kindern untersuchen. „Mit Garvin Brod haben wir einen ausgewiesenen Experten auf dem Feld der individuellen Förderung gewonnen. Seine Arbeit wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lernchancen von Kindern zu optimieren“, so Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des DIPF. „Mit der neuen Professur, die einem wichtigen Feld der Bildungsforschung gewidmet ist, wird die Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem DIPF sinnvoll erweitert“, betont Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität.

Garvin Brod hat seine Forscherlaufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung „Entwicklungspsychologie“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin begonnen. Für seine dabei entstandene Dissertation über die Effekte von Vorwissen auf die Gedächtnisleistung im Altersvergleich wurde er mit der Otto-Hahn-Medaille 2016 ausgezeichnet. Damit ehrt die Max-Planck-Gesellschaft herausragende Leistungen von wissenschaftlichen Nachwuchskräften. Zuletzt war der Forscher Leiter des Lernförderlabors am IDeA-Zentrum.

Kontakt: Professur: Prof. Dr. Garvin Brod, DIPF, +49 (0)69 24708-139, Garvin.Brod@dipf.de | Presse: Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, stirm@dipf.de, www.dipf.de

 

Jan 31 2018
13:54

Rundgang des Instituts für Kunstpädagogik: Studierende stellen ihre Arbeiten aus

Ausstellung: „R UND LÄUFE UND KREIS GÄNGE“

FRANKFURT. Für den jährlich stattfindenden Rundgang öffnet das Institut für Kunstpädagogik am Donnerstag, den 8. Februar 2018, wieder seine Tore.

Auf dem gesamten Gelände der alten Fabrik des Unicampus Bockenheim präsentieren die Studierenden Arbeiten aus dem vergangenen Semester. Es werden Malerei, (Raum-)Installationen, Fotografien, Videos und Zeichnungen aus den Bereichen Plastik, Neue Medien, Malerei und der Grafik gezeigt.

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Vielfalt der künstlerischen Ansätze und Arbeitsweisen sowie in die fachdidaktischen Bereiche des kunstpädagogischen Instituts.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zur Vernissage am Donnerstag, den 8. Februar 2018, um 18.00 Uhr, in der Ausstellungshalle des Instituts für Kunstpädagogik.

„R UND LÄUFE UND KREIS GÄNGE“
9.–11. Februar 2018, Campus Bockenheim, Sophienstr. 1-3, Goethe-Universität Frankfurt am Main.

DO, 18.00-22.00 Uhr, VERNISSAGE: 18.00 Uhr

FR, 15.00-22.00 Uhr, PARTY: 22.00 Uhr

SA + SO, 14.00-20.00 Uhr

Weitere Informationen und Veranstaltungsübersicht unter: rundgang-kunstpaedagogik-ffm.tumblr.com

Kontakt: Prof. Kerstin Gottschalk, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kunstpädagogik, Goethe-Universität Frankfurt.
Tel. (069) 798-22934, Ke.Gottschalk@kunst.uni-frankfurt.de

 

Jan 29 2018
11:59

Digitalisierung der umfangreichen Senckenberg-Archive bewilligt

Senckenbergs Erbe im Netz

FRANKFURT. In einem gemeinsamen Projekt werden das Institut für Stadtgeschichte, die Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) in den kommenden drei Jahren das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg in Frankfurt digitalisieren und auf einer Präsentationsplattform zur Verfügung stellen. Damit können erstmalig Fachwelt und interessierte Öffentlichkeit frei auf die verschiedenen Archive aus der Zeit von 1730 bis 1950 zugreifen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das umfangreiche Projekt.

373.390 Einzelseiten und über 56 Regalmeter aus der Zeit von 1730 bis 1950 umfasst das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg. Die Nachlässe des Frankfurter Mediziners, Stifters und Gelehrten sind aus historischen Gründen in unterschiedlichen Frankfurter Gedächtnisorganisationen verwahrt. Die Archivalien des Instituts für Stadtgeschichte, der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden nun aber in einem Online-Archiv zusammengeführt. „Zwischen den verschiedenen Dokumenten gibt es wichtige Querverbindungen, die in der analogen Welt mit den unterschiedlichen Standorten nicht oder nur schwierig zu erkennen sind“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, und fährt fort: „Mit der geplanten Digitalisierung bieten wir der Öffentlichkeit sowie der wissenschaftlichen Fachcommunity erstmalig einen kostenlosen und vollständigen Zugang.“

Die Bestände setzen sich aus dem Nachlass Johann Christian Senckenbergs – unter anderem 53 Quartbände mit je 700 Tagebuchseiten der Jahre 1723 bis 1772 –, den Aktenbeständen der Dr. Senckenbergischen Stiftung, dem umfangreichen Archiv der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und mehreren Personennachlässen zusammen. Alle Dokumente sind unmittelbar mit der Person Senckenbergs, der Geschichte der Stiftung und der SGN verzahnt.

„Die ‚Senckenberg-Archive’ bilden in ihrer Gesamtheit eine unersetzliche Quellenbasis für die deutsche Stadt- und Universitätsgeschichte, die Medizingeschichte sowie die religionshistorische Entwicklung Deutschlands und können als Schlüsselbestände der deutschen und internationalen Naturforschung bezeichnet werden“, erklärt Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte.

Anhand der Dokumente lässt sich zudem beispielhaft der rasante Aufstieg moderner Wissenschaftskultur in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts darstellen: die Entwicklung von einer universalen zu einer systemischen Wissenschaft, die Geschichte der „Citizen Science“ und die Aufarbeitung naturforschender Einrichtungen in der NS-Zeit. „Letzteres setzte der Soziologe und Historiker Dr. Andreas Hansert in seinem Buch ‚Das Senckenberg-Forschungsmuseum im Nationalsozialismus. Wahrheit und Dichtung’ erst kürzlich auf Basis der Archive um“, ergänzt Mosbrugger.

Die in den kommenden drei Jahren geplante und von der DFG geförderte Digitalisierung ist für die beteiligten Einrichtungen Herausforderung und Chance zugleich. Die Unterlagen zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt an Medien, Materialarten und Formaten aus und sind in ihrer Eigenschaft als wissenschaftlich relevante Informationsträger hohen qualitativen Anforderungen an das Ergebnis der Digitalisierung unterworfen. „Wir sind der DFG sehr dankbar, dass sie uns bei diesem ehrgeizigen Projekt über die nächsten drei Jahre unterstützt“, freut sich Direktor der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg Dr. Heiner Schnelling.

Am Ende des Projekts sollen die Senckenberg-Bestände zu einem großen Teil digitalisiert, virtuell zusammengeführt und auf einer von der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg bereitgestellten gemeinsamen Präsentationsplattform sowie im Archivportal-D zur freien und kostenlosen Nutzung angeboten werden. „Die digitale Zusammenführung dieser ‚Schätze’ wird maßgeblich dabei helfen den langfristigen Einfluss Senckenbergs auf die Stadt Frankfurt und darüber hinaus zu erforschen“, schließt Brockhoff.

Kontakt: Judith Jördens, Pressestelle Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Tel. (069) 7542 1434, pressestelle@senckenberg.de

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

 

Jan 29 2018
10:43

Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, spricht im Museum Giersch über künstlerische Netzwerke

Vortrag: Jula Isenburger-Elenbogen und das Exil der Tanzszene

FRANKFURT. Viele Künstlerinnen, die an der vielfältigen und lebendigen avantgardistischen Tanzszene der 1920er und 1930er Jahre in Mitteleuropa teilgenommen haben, sind im Exil in Vergessenheit geraten. Die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger, geborene Elenbogen (1908–2000), Frau und Muse des bildenden Künstlers Eric Isenburger (1902–1994), tanzte zunächst in Österreich und dann im Exil in Frankreich, wohin das Ehepaar aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten emigrieren musste. An diese Erfolge konnte sie nach der Auswanderung in die USA nicht mehr anknüpfen.

Der Vortrag von Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, am Donnerstag, 8.2.2018, um 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, wird ein Versuch sein, die künstlerischen Netzwerke und die Spuren ihres Werdegangs im Rahmen des Exodus der deutschsprachigen Tanzszene wieder zu kontextualisieren. Der Vortrag in deutscher Sprache ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (noch bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität.

Laure Guilbert studierte Geschichte und Literatur in Lille, Paris und Florenz. Ihre im Jahr 2000 veröffentlichte Promotion „Danser avec le IIIe Reich: les danseurs modernes sous le nazisme“ wurde auf Anhieb zu dem Standardwerk über Ausdruckstanz zur Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 2015 und 2017 forschte sie als „BRAIN - Marie Curie“ Gastwissenschaftlerin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und dem Centre Marc Bloch in Berlin über das Exil der deutschsprachigen künstlerischen Tanzszene 1933–1945. Laure Guilbert arbeitet seit dem Jahr 2002 als Ballettdramaturgin an der Pariser Oper.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Jan 26 2018
13:24

Wichtige Ergänzung im Hinblick auf die große internationale Bedeutung des Frankfurter Philosophen

Bedeutende Sammlung zu Jürgen Habermas erworben: Wertvoller Zuwachs für die Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg hat mit finanzieller Unterstützung des Hückmann-Fonds eine wichtige Privatsammlung zu Jürgen Habermas erworben: eine nahezu komplette Sammlung der publizierten Primär- und Sekundärliteratur von und über Jürgen Habermas in mehr als 30 Sprachen.

Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg hat der niederländische Sammler René Görtzen sachkundig Erstausgaben und Bücher von und zu Jürgen Habermas zusammengetragen. Die Sammlung mit mehr als 5.250 Büchern, darunter Publikationen in chinesischer, arabischer und serbokroatischer Sprache sowie 216 Leitzordnern mit kopierten Zeitschriftenaufsätzen und –artikeln, war bis vor kurzem in einem Privatarchiv in der Amsterdamer Innenstadt aufgestellt. Sie stellt neben dem eigentlichen Vorlass von Jürgen Habermas und ergänzenden Nachlässen seiner Schüler und Wissenschaftlerkollegen der Frankfurter Schule einen weiteren wichtigen Baustein für die umfangreiche Überlieferungsbildung von Jürgen Habermas, einem der meist zitierten Philosophen weltweit, dar. Dr. Mathias Jehn, der Leiter des Archivzentrums der Universitätsbibliothek, erläutert: „Mit der neu erworbenen Habermas-Sammlung bieten wir im Archivzentrum einen in sich geschlossenen internationalen Publikationskorpus zum Studium der weltweiten Bedeutung von Jürgen Habermas an.“

René Görtzen wuchs in Amsterdam auf, studierte Philosophie und Pädagogik und lernte 1977 dank eines einjährigen Auslandsstipendiums Jürgen Habermas im Zuge einer Vorlesung im berühmten Hörsaal 4 der Goethe-Universität persönlich kennen. Für eine erweiterte Ausgabe von „Philosophisch-Politische Profile“ und für die Erstveröffentlichung von „Kleine Politische Schriften (I-IV)“ sollte der niederländische Nachwuchswissenschaftler eine Bibliografie für Habermas erstellen. Aus diesem Auftrag heraus entwickelte sich nicht nur eine bis heute andauernde Freundschaft, sondern immer mehr auch eine besondere Leidenschaft, die René Görtzen heute rückwirkend als „schöne, aber unheilbare Krankheit“ beurteilt.

Das Sammelspektrum von René Görtzen erstreckte sich von Büchern, Zeitschriftenaufsätzen und Presseartikeln bis hin zu Rezensionen und Leserbriefen von und zu Jürgen Habermas. Für seine Recherchen arbeitete er in insgesamt acht europäischen Nationalbibliotheken und zahlreichen Universitätsbibliotheken. Außerhalb Europas flog er u.a. nach Berkeley, Los Angeles, New York, Buenos Aires. Dazu kommen unzählige Stunden in wissenschaftlichen Buchhandlungen. „Einmal nahm ich in Buenos Aires einen Koffer mit über 40 Habermas-Büchern mit nach Amsterdam“, erzählt Görtzen.

Mit der Übergabe an die Universitätsbibliothek beendet René Görtzen nun sein über 40-jähriges Sammeln und bereitet die für 2019 im Suhrkamp-Verlag geplante umfassende Habermas-Bibliografie vor. In der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg wird die Habermas-Sammlung für die wissenschaftliche Benutzung aufgearbeitet.

Information: Dr. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg. Tel: (069) 798 39007; m.jehn@ub.uni-frankfurt.de | Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (069) 798 39223; b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

 

Jan 26 2018
13:12

Vierter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Traumatherapie aus interkultureller Perspektive

FRANKFURT. Der kulturelle Hintergrund eines Menschen hat einen tiefgreifenden Einfluss auf seine Traumaerfahrungen. Diese führen zu einer Reihe von Symptomen, welche kulturell unterschiedlich interpretiert werden. Daraus wiederum resultieren verschiedene Betrachtungsweisen auf sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden.

Wie die Kultur die Sichtweise auf Traumata und deren Behandlung beeinflusst, wird der Anthropologe und Psychiater Prof. Devon Hinton in seinem Vortrag „Trauma in a Cross-Cultural Perspective“

am 31. Januar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend.

aufzeigen. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Ulrich Stangier, Goethe-Universität.

Prof. Devon Hinton erläutert in seinem Vortrag anhand von Beispielen aus Kambodscha, Afghanistan und Syrien die Schlüsselsymptome und –syndrome für Traumata. Wie diese Symptome und der Einfluss unserer kulturell angepassten psychologischen Behandlungsweisen für Traumaopfer wirken, wird der Psychiater mittels eines Modells aufzeigen.

Devon E. Hinton ist Anthropologe und Psychiater. Er ist außerordentlicher Professor der Psychiatrie am Massachusetts General Hospital und am Department of Global Health and Social Medicine der Harvard Medical School. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf kulturspezifischen Erscheinungen körperlicher Symptome, Panikattacken, Panikstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen bei geflüchteten Menschen.

Termine und Themen im Überblick:

07. Februar 2018
Migration im Verlauf der Schulbiografie. Die Situation migrierter Kinder, Jugendlicher sowie junger Erwachsender im deutschen Bildungssystem und Möglichkeiten der Professionalisierung im Lehramt
Mona Massumi, Lehrerin und Mitarbeiterin im Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln
Moderation: Prof. Isabell Diehm, Goethe-Universität

14. Februar 2018
Let’s Talk about Difference. Enpowering First-generation College Students to Succeed
Nicole M. Stephens, Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management
Moderation: Prof. Tanja Brühl, Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität 

Beginn jeweils um 18 Uhr. Für die Vorträge in englischer Sprache werden Zusammenfassungen in deutscher Sprache bereit gelegt.

Alle Veranstaltungen finden im Anbau Casino Saal West, Campus Westend, statt.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Jan 25 2018
13:59

Das AEC-Syndrom wird durch pathologische Protein-Aggregate verursacht/Forschung legt Grundstein für ursächliche Therapie

Ursache für schwere Erbkrankheit aufgeklärt

FRANKFURT. Mutationen im Protein p63 führen zu einer Reihe von Krankheits-Syndromen, aber keines ist so schwerwiegend wie das AEC-Syndrom. Forscher der Goethe-Universität und der Universität Neapel haben nun entdeckt, dass dieses Syndrom Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder ALS ähnlicher ist als anderen p63-basierten Syndromen. Mit ihrer in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlichten Arbeit legen sie einen Grundstein zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

Viele Krankheiten beruhen auf genetischen Anomalien, die zu Fehlfunktionen von Proteinen führen. Ein bekanntes und gut untersuchtes Beispiel ist der Tumorsuppressor p53, dessen Inaktivierung zu einem der ersten Schritte bei der Entstehung von Krebs gehört. Mutationen des verwandten Proteins p63 hingegen führen zu einer Gruppe von Syndromen, die durch Störungen in der embryonalen Entwicklung gekennzeichnet sind.

p63 fungiert als Transkriptionsfaktor in den Stammzellen der Oberhaut (Epidermis) und reguliert deren Entwicklung und Vermehrung. Mutationen in einem bestimmten Bereich des Proteins verursachen das lebensgefährliche Ankyloblepharon-Ektodermaldysplasie-Clefting Syndrom (AEC-Syndrom). Die Krankheit ist unter anderem dadurch charakterisiert, dass Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zur Welt kommen und  andauernde Verluste der Oberhaut (Erosionen) erleiden, vergleichbar mit starken Verbrennungen. Einzelne Symptome können operativ behoben oder gelindert werden. Ein Ansatz zur Behandlung des Ursprungs hingegen war bisher auf Grund des fehlenden Verständnisses über die mutierten p63 Moleküle unmöglich.

Die Mutationen, die das AEC-Syndrom verursachen, beschränken sich auf zwei Domänen von p63 und überlappen nicht mit denen der anderen p63-assoziierten Syndrome. Diese Domänen gelten als Plattformen für Protein-Protein-Interaktionen und  daher nahm man bisher an, dass die Krankheit durch einen Verlust von Bindepartnern ausgelöst wird.

„Stattdessen konnten wird zeigen, dass die Mutationen zur Freilegung von hydrophoben Aminosäuresequenzen führen, die sich in der Zelle zusammenlagern und große, unstrukturierte Komplexe bilden“, erklärt Prof. Volker Dötsch vom Institut für Biophysikalische Chemie der Goethe-Universität. Auf diese Weise verliere das mutierte p63 seine Funktionen als Stammzellfaktor. Ähnliche Arten von Protein-Aggregaten sind auch die Ursache für andere Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder ALS.

Um den neuartigen Mechanismus detailliert aufklären zu können, waren viele verschiedene biochemische, biophysikalische und zellbiologische Methoden sowie ein Maus-Modell des Syndroms notwendig. Ein Erfolg, der nur durch die enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Caterina Missero von der Universität Neapel möglich war. Zusätzlich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass p63 durch Auflösung der Aggregate seine Funktion wiedererlangt. Damit eröffnet sich ein neuer Weg zu einer erfolgversprechenden Behandlung der Ursachen des AEC-Syndroms.      

Publikation: Claudia Russo, Christian Osterburg, Anna Sirico, Dario Antonini, Raffaele Ambrosio, Julia Maren Würz, Jörg Rinnenthal, Marco Ferniani, Sebastian Kehrloesser, Birgit Schäfer, Peter Güntert, Satrajit Sinha, Volker Dötsch und Caterina Missero: Protein aggregation of the p63 transcription factor underlies severe skin fragility in AEC syndrome, in PNAS early edition, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1713773115

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70121393

Bildtext: Kleinkind mit AEC-Syndrom.

Foto: Virginia Sybert

Information: Prof. Volker Dötsch, Institut für Biophysikalische Chemie, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) Tel.: (069) 798 29631, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de.

 

Jan 25 2018
13:27

Satellitenbeobachtungen zeigen größte Abweichungen im Amazonas- und Ganges-Gebiet

Globale Wassermodelle schätzen Wasserspeicheränderungen oft falsch ein

FRANKFURT. Die von globalen Wassermodellen simulierten Änderungen des Wasserspeichers von Flusseinzugsgebieten weichen deutlich von unabhängigen Abschätzungen der GRACE-Satelliten ab. Das hat eine Forschergruppe unter Leitung der Universität Texas (Austin, USA) herausgefunden, an der auch Wissenschaftler der Goethe-Universität beteiligt waren. Die GRACE-Satelliten messen Änderungen im Schwerefeld der Erde, die maßgeblich von schwankenden Mengen in Wasserspeichern beeinflusst werden.

Die in den „Proceedings of the National Academy of Science” (PNAS) veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die globalen Modelle, mit denen in den vergangenen Jahren die Wasserressourcen der Erde abgeschätzt wurden, überdacht werden müssen. Grundlage der aktuellen Studie sind Beobachtungen der Gesamtwasserspeicher von 186 Flusseinzugsgebieten weltweit im Zeitraum von 2002 bis 2014. Die Daten der GRACE-Satelliten wurden mit den Ergebnissen von sieben globalen Modellen verglichen.

Behörden und Universitäten verwenden globale Wassermodelle, um Wasserflüsse (z.B. Durchfluss und Verdunstung) und Wasserspeicheränderungen (z.B. Bodenwasser und Grundwasser) in ihrer historischen Entwicklung zu verstehen oder künftige Entwicklungen auf der Basis bestimmter Szenarien zu simulieren.

„Mehr und mehr wird globalen Modellen vertraut, um den Einfluss der anthropogenen Wassernutzung und des Klimas auf die Wasserressourcen zu beurteilen“, sagt Erstautorin Bridget Scanlon, senior research scientist am Bureau of Economic Geology der Universität Texas (USA). „Wenn wir aber die von den Modellen berechneten Wasserspeicheränderungen mit GRACE-Daten vergleichen, zeigt sich, dass die Modelle große Wasserspeicheränderungen unterschätzen, und zwar in beide Richtungen.“

Den von allen Einzugsgebieten stärksten Wasseranstieg im Untersuchungszeitraum gab es nach GRACE-Daten im Amazonas-Gebiet. Dort stieg der Gesamtwasserspeicher um 41 bis 43 Kubikkilometer pro Jahr. Im Gegensatz dazu simulierten die meisten Modelle eine große Absenkung des Gesamtwasserspeichers, und zwar um bis zu 70 Kubikkilometer im Jahr. Das Modell, das am besten mit den GRACE-Daten übereinstimmte, berechnete zwar einen Anstieg, aber nur um 11 Kubikkilometer im Jahr.

Im Ganges-Einzugsgebiet ermittelte GRACE eine Absenkung des Gesamtwasserspeichers um 12 bis 17 Kubikkilometer pro Jahr innerhalb des 12-Jahreszeitraumes – die größte Absenkung in der Studie. Die Vorhersagen der Modelle variieren hingegen zwischen einer Absenkung und einer Erhöhung um je sieben Kubikkilometer pro Jahr.

Im globalen Mittel berechnen die Modelle ein Absinken des Gesamtwasserspeichers im Untersuchungszeitraum, während GRACE-Daten ein Ansteigen nahelegen. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass z.B. durch zunehmende Niederschläge der Gesamtwasserspeicher ansteigt, während die anthropogene Wassernutzung ein Absinken verursacht. In der Studie wurden 63 Prozent der Landflächen untersucht. Grönland und die Antarktis waren ausgenommen, da hier das meiste Wasser in Form von Gletschern oder Eisschilden vorliegt.

„Unsere Arbeit zeigt, dass es Gebiete gibt, in denen die globalen Modelle optimiert werden müssen. Dank des global-skaligen Ansatzes der Studie können wir besser verstehen, weshalb die Modelle in einigen Gebieten besser zu unseren Beobachtungen passen. Insbesondere sehen wir, wo die Modelle mit den Beobachtungswerten nicht übereinstimmen“, meint Koautor Hannes Müller Schmied, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physische Geographie der Goethe-Universität sowie am Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum.

“Basierend auf der umfassenden Analyse von Wasserspeicheränderungen können wir wichtige zusätzliche Informationen erhalten und uns nun auf die Modellierung der schwierigen Gebiete konzentrieren. So fehlen in den meisten Modellen die Dynamik von Überschwemmungsflächen in den großen Feuchtgebieten und Rückstauwasser-Effekte im Amazonas. Andere Prozesse wie anthropogene Wasserentnahmen im Ganges-Einzugsgebiet müssen ebenso verbessert – und bei manchen Modellen überhaupt erst berücksichtigt werden“, so Hannes Müller Schmied weiter.

Die Arbeit zeigt auch die große Bedeutung der regionalen Forschung. „Mit GRACE erhält man das großräumige Bild des Gesamtwasserspeichers“, sagt Bridget Scanlon. „Allerdings ist es in vielen Fällen eine regionale und lokale Fragestellung, wie man die Wasserressourcen quantifizieren und deren Verfügbarkeit für Mensch und Landwirtschaft sicherstellen kann. Wir sollten den Fokus auf diese kleinräumigen Skalen verstärken, da es oft einfacher ist, lokal verfügbare Daten zu integrieren. Auch die spezifische Situation lässt sich besser lokal beurteilen als wenn man ausschließlich globale Studien verwendet.“

Der Forschergruppe gehören Wissenschaftler des Bureau of Economic Geology der Jackson School of Geosciences an der University of Texas, Austin (USA), der Goethe-Universität, des Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, der Utrecht University (Niederlande), des NASA’s Jet Propulsion Laboratory (USA), der Tsinghua University (China) und der Université de Rennes (Frankreich) an.

Publikation: Bridget R. Scanlon, Zizhan Zhangb, Himanshu Save, Alexander Y. Sun, Hannes Müller Schmied, Ludovicus P. H. van Beek, David N. Wiese, Yoshihide Wada, Di Long, Robert C. Reedy, Laurent Longuevergne, Petra Döll und Marc F. P. Bierkens: Global models underestimate large decadal declining and rising water storage trends relative to GRACE satellite data http://www.pnas.org/content/early/2018/01/16/1704665115

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70121344

Bildtext: Vergleich von Wasserspeicheränderungen von GRACE-Satelliten (grau) und Modellen (schwarz) im Untersuchungszeitraum 2002-2014. Die Diagramme zeigen Beispiele von Flusseinzugsgebieten mit Diskrepanzen zwischen Satellit und Modellen. Negative Zahlen bedeuten einen Wasserverlust, positive einen Wassergewinn. Die Karte zeigen Änderungen des Gesamtwasserspeichers auf Basis von GRACE-Daten

Bildrechte: Austin Jackson School of Geosciences der University of Texas.

Informationen: Hannes Müller Schmied, Institut für Physische Geographie, Fachbereich 11 sowie Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, Tel.: (069) 798-40216, Hannes.Mueller.Schmied@em.uni-frankfurt.de

 

Jan 25 2018
13:26

Job-Messe für angehende Pädagoginnen und Pädagogen an der Goethe-Universität

Der pädagogischen Praxis auf der Spur

FRANKFURT. Zum fünften Mal findet die JOB-MESSE für angehende Pädagoginnen und Pädagogen der Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung, Sozialen Arbeit und Sonderpädagogik an der Goethe-Universität statt:

am Freitag, den 26.01.2018, von 10.00-16.00 Uhr,
im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend.

Hier können sowohl Studierende und Absolventen/innen aller Universitäten als auch bereits erfahrene Pädagogen/innen mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Die ausstellenden Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen haben wiederum die Chance, sich zu präsentieren und potentielle neue Mitarbeiter/innen kennen zu lernen.

Parallel gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops – auch praktischen Workshops zum Mitmachen.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der „Pädagogischen Praxis 2020 ---

Trends – Chancen – Risiken“. Mit Vertretern/innen aus den Bereichen: Kinderbetreuung, Beratung, Politische Bildung, Erwachsenenbildung, Gesellschaft und Medienpädagogik wird um 14.30 Uhr auf dem Abschlusspodium ein Fazit gezogen.

Zusätzlich erwarten die Besucherinnen und Besucher vielfältige Informationen zu Berufsmöglichkeiten, Weiterbildungen und Jobperspektiven sowie ein individuelles Beratungsangebot zu Bewerbung und beruflicher Orientierung.ocUni

Veranstalter der JOB-MESSE sind der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, das Paritätische Bildungswerk Hessen e.V. sowie der Career Service der Goethe-Universität.

Weitere Informationen unter: www.jobmesse-paedagogik.uni-frankfurt.de

 

Jan 25 2018
13:25

Jubiläum eines Erfolgsmodells: Winterschule verbessert Prüfungsleistungen in bundesweitem Examen signifikant / Besuch von Hessens Finanzminister Thomas Schäfer

20 Jahre Pharmazie-Winterschule

AIGEN im Ennstal/FRANKFURT. Wie bereitet man Studierende am wirkungsvollsten auf den 1. Abschnitt der zentralen, bundesweiten pharmazeutischen Prüfung vor? Darauf hat die Goethe-Universität bereits seit 20 Jahren eine wirkungsvolle Antwort: Mit einer Winterschule im österreichischen Aigen im Ennstal (Bundesland Steiermark), in der eine Woche lang in Intensivunterrichtseinheiten, immer wieder unterbrochen von verschiedenen Freizeitaktivitäten, der nötige Stoff gemeinsam gepaukt wird. Mit dabei: 10 Dozenten und Professoren des Fachs Pharmazie, das inzwischen – auch dank solcher Aktivitäten – zu den besten und beliebtesten in Deutschland zählt. Die Examensnoten der Frankfurter zählen heute zu den besten deutschlandweit. Die Fachbereichsmitglieder engagieren sich alle ehrenamtlich über ihre normalen Lehrverpflichtungen hinaus für den Lernerfolg der über 35 Studierenden. Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz, der die Pharmazieschule fernab der heimischen Uni einst 1998 zusammen mit Mitstreitern (Prof. Steinhilber, Prof. Dingermann) ins Leben rief, schwört auf den Erfolg: „Es herrscht hier ein intensives Lernklima in einer tollen Gemeinschaft. Alle sind hundertprozentig motiviert. Durch die Sommer- und Winterschulen haben sich die Examensnoten deutlich verbessert und damit auch den Ruf der Frankfurter Pharmazie insgesamt. Ich bin froh, dass wir dieses Erfolgsmodell seit nunmehr 20 Jahren praktizieren.“

Pünktlich zur 20. Winterschule schaute jetzt sogar Hessens Finanzminister Thomas Schäfer in Aigen im Ennstal vorbei und sagte bei seinem Besuch: „Auch in diesem Jahr bietet die Winterschule für die Studentinnen und Studenten der Pharmazie einen perfekten Rahmen zur Vorbereitung auf das anstehende Examen: Gemeinsam wird gebüffelt, in Büchern gewälzt, an Formeln und Lösungen gefeilt. In dieser Woche konnte ich mich vor Ort überzeugen, warum die Winterschule der Frankfurter Pharmazie bei den Studentinnen und Studenten seit nunmehr 20 Jahren so beliebt ist und warum sie sich so nachhaltig bewährt hat. Ein ausgewogenes Programm aus hartem Pauken und ausreichend Zeit zum Relaxen in dieser malerischen Kulisse in der Steiermark sorgt Jahr für Jahr für eine sehr gute Grundlage für hervorragende Examensergebnisse. Auch die Winterschule hat ihren Anteil daran, dass der Studiengang der Pharmazie an der Goethe-Uni in Frankfurt zu den nachgefragtesten und besten in Deutschland gehört. Dem gegenwärtigen Examensjahrgang drücke ich ganz fest die Daumen für die anstehenden Prüfungen. Viel Glück!“   

Finanzminister Schäfer erklärte weiter: „Mein Besuch in der Steiermark hat einmal mehr gezeigt, wie intensiv die Beziehungen zwischen beiden Bundesländern sind. Rund 70 Kooperationen verbinden Hessen und die Steiermark. Tagtäglich wird von den Menschen eine beeindruckende Partnerschaft gelebt, etwa zwischen der Goethe-Universität und der Karl-Franzens-Universität in Graz. Ich möchte, dass wir die bisherigen Kooperationen festigen und dort wo es vorteilhaft ist, neue hinzukommen. Nicht nur im Bereich der Forschung. In zahlreichen Gesprächen der letzten Tage konnte ich erneut den festen Eindruck gewinnen, dass dieser Wunsch auch von der Politik in Österreich, etwa von Vertretern der Landesregierung der Steiermark und oder von Vertretern der  Bundesregierung geteilt wird. Wir knüpfen also engagiert weiter an dem Band, dass dem freundschaftlichen und fruchtbaren Austausch und damit den Menschen beider Bundesländer dient.“   

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/70102645

Bildquelle: Hessisches Ministerium der Finanzen

Bildunterschrift: Machte sich persönlich ein Bild vom intensiven Lernklima der Pharmazie-Winterschule der Goethe-Uni: Hessen Finanzminister Thomas Schäfer (im hellblauen Hemd).

 

Jan 24 2018
11:15

Die Anmeldephase für den dritten Jahrgang des berufsbegleitenden Studiums hat begonnen

Jetzt für den neuen Pharma-MBA bewerben

FRANKFURT. Im Herbst 2018 startet der dritte Jahrgang des berufsbegleitenden Pharma-MBA. Die Bewerbungsphase für den gemeinsam von der Goethe Business School und dem House of Pharma & Healthcare getragenen interdisziplinären MBA hat begonnen. Interessierte sind herzlich zu einer der Informationsveranstaltungen eingeladen, bei denen Programmverantwortliche und Lehrende studieninteressierten Professionals Rede und Antwort stehen.

Info-Abende zum Pharma-MBA am 6. Februar, 17. April und 19. Juni jeweils um 19:00 Uhr im House of Finance, Campus Westend der Goethe-Universität

Der Studiengang richtet sich an Akademiker mit mehrjähriger post-gradualer Berufserfahrung, die sich parallel zum Berufsleben durch ein auf die Bedürfnisse der pharmazeutischen Industrie ausgerichtetes MBA-Programm weiterentwickeln wollen. Neben den Grundlagen eines klassischen MBA werden pharmaspezifische Lehrinhalte geboten, die eine allgemeine MBA-Ausbildung nicht berücksichtigt, wie beispielsweise Module zu den Themen Arzneimittelzulassung, Pharmakovigilanz, Marktzugang, Gesundheitsökonomie und Arzneimittelproduktion.

Dank des job-kompatiblen Formats dieses Weiterbildungsstudiengangs können die Anforderungen von Beruf und Studium in der regulären Studiendauer von vier Semestern (drei Semester Vorlesungen mit anschließender Masterarbeit) gut in Einklang gebracht werden.

Der bisherige Erfolg des Pharma-MBA Programms zeigt sich an den positiven Rückmeldungen der Studierenden der ersten beiden Jahrgänge. Sie tragen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse „aus erster Hand“ in ihre Unternehmen hinein und können sie dort aktiv anwenden. Viele Arbeitgeber der pharmazeutischen Industrie haben diese Weiterbildung an der Goethe-Universität deshalb als sinnvolle Ergänzung ihrer Personalentwicklungsstrategien erkannt.

Anmeldung sowie weiterführende Informationen unter http://www.pharma-mba.de.

 

Jan 23 2018
13:30

Forscher befürchten weitreichende Konsequenzen für Ökosysteme

Wo Menschen sind, laufen Tiere weniger weit

FRANKFURT. Säugetiere bewegen sich in Gebieten, die stark vom Menschen geprägt sind, deutlich weniger als ihre Verwandten in der Wildnis. Sie legten nur zwischen der Hälfte und einem Drittel der üblichen Strecken zurück. Das schreibt ein internationales Team unter Leitung von Forschenden der Goethe-Universität und des Senckenberg, in der Titelgeschichte des Fachmagazins „Science“. Die bisher umfassendste Studie zu diesem Thema basiert auf 57 Säugetierarten, deren Bewegungen per GPS verfolgt wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass die von ihnen festgestellte Entwicklung weitreichende Konsequenzen für die Ökosysteme und damit letztlich auch für den Menschen haben könnten.

Ob Langstreckenläufer wie das Zebra oder Kurzstreckensprinter wie der Hase: Alle Säugetiere überwinden täglich kleinere oder größere Strecken, unter anderem auf der Suche nach Futter. Wie ein Team um die Biologin Dr. Marlee Tucker, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität, nun zeigen konnte, verringert sich der Aktionsradius von Säugetieren jedoch in Gebieten, die stark durch den Mensch geprägt sind, signifikant. Hier legen landlebende Säugetiere durchschnittlich nur ein Drittel der Strecke zurück, die sie in der unberührten Natur ablaufen.

Für ihre Untersuchung haben Tucker und 114 Koautoren zu diesem Thema die Bewegungen von 803 einzelnen Säugetieren rund um den Globus ausgewertet. „Wir haben insgesamt 57 Säugetierarten untersucht. Von Hasen über Wildschweine bis hin zu Elefanten. Forscher im Team hatten jedes Tier mit einem Sender ausgestattet. Per GPS konnten dann ihre Aufenthaltsorte für mindestens zwei Monate stündlich verfolgt werden“, so Tucker.

Alle Daten von den weltweiten Standorten der Forscher wurden schließlich im Portal „Movebank“ zusammengeführt, das die Tierbewegungen archiviert. Die Daten verglichen die Wissenschaftler mit dem „Human Footprint Index“ der Gebiete, in dem sich die Tiere bewegten. Der Index gibt an, wie sehr das Gebiet durch den Menschen verändert ist, beispielsweise durch den Bau von Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft.

In Gebieten mit einem vergleichsweise hohen „Human Footprint Index“, z.B. einer typischen deutschen Ackerlandschaft, legen die dort lebenden Säugetiere in zehn Tagen nur 33 bis 50 Prozent der Strecken zurück, die andere Säugetiere durchschnittlich in der unberührten Natur zurücklegen. Das gilt sowohl für die maximal in zehn Tagen zurückgelegte Strecke als auch für die durchschnittlich in diesem Zeitraum zurückgelegte Strecke. Die Auswertung zeigt darüber hinaus, dass die Tiere nicht langsamer werden, sondern ihr langfristiges Raumnutzungsverhalten so verändern, dass sie über längere Zeitskalen weniger Strecke absolvieren.

Möglicherweise bewegen sich die Säugetiere weniger, weil sie ihr Verhalten an die durch den Menschen stark beeinflusste Umgebung angepasst haben. „In einigen dieser Gebiete gibt es teilweise ein besseres Futterangebot, daher müssen die Tiere nicht mehr weite Strecken auf sich nehmen, um satt zu werden. Außerdem schränken Straßen und die Zerstückelung der Lebensräume vielerorts die Tiere in ihrer Bewegung ein“, so der an der Studie beteiligte Professor Thomas Müller, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Goethe-Universität.

Die Forschenden sind besorgt, dass Ökosystemfunktionen, die an Tierwanderungen gekoppelt sind, maßgeblich beeinträchtigt werden könnten. „Dass Tiere bestimmte Distanzen überwinden ist wichtig, denn damit transportieren sie beispielsweise Nährstoffe und Samen zwischen verschiedenen Gebieten Außerdem basieren viele natürliche Nahrungsnetze auf Tierbewegungen. Wenn sich Tiere weniger bewegen, könnten sich viele dieser Prozesse in Ökosystemen verändern. So könnte zum Beispiel der Austausch von Pflanzensamen durch Tiere zwischen verschiedenen Lebensräumen gefährdet werden“, sagt Tucker.

Publikation: Tucker, M.A. et al. (2018): Moving in the Anthropocene: Global reductions in terrestial mammalian movements. Science, Doi: 10.1126/science.aam9712

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Information: Dr. Marlee Tucker, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15, sowie Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 7542 1846, marlee.tucker@senckenberg.de.

Prof. Dr. Thomas Müller, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15, sowie Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 7542 1889, Thomas.mueller@senckenberg.de.