​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

Veranstaltungen

Jun 23 2014
13:11

Im Jubiläumsjahr stellen Studierende verschiedener Fachrichtungen beim Studienkongress UNIversal am 15. Juli fast 50 Projekte vor

Die Universität erforscht sich selbst

FRANKFURT. Studierende erforschen die Goethe-Universität. Beim Studienkongress UNIversal am 15. Juli (Dienstag) kommen Studierende verschiedener Lehrveranstaltungen zusammen und stellen in fast 50 Projekten ihre Ergebnisse im Casino auf dem Campus Westend vor. Damit präsentiert sich die Goethe-Universität in ihrer Jubiläumsfestwoche zur 100-Jahr-Feier als ein Ort akademischer Lehre und studentischen Lernens. Sie zeigt zugleich die Vielfalt der universitären Lehre. „Erst vor zwei Monaten hat die Universität „Grundsätze zu Lehre und Studium“ verabschiedet, in denen sie sich an erster Stelle zur Idee der Einheit von Forschung und Lehre bekennt“, so Universitäts-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Wie dies funktionieren kann, zeigt das Jubiläumsprojekt USE.“

In Lehrveranstaltungen haben Studierende und Lehrende sich mit Themen auseinandergesetzt, die eine Gemeinsamkeit haben: Auf irgendeine Weise besteht ein Bezug zur Goethe-Universität. So geht es um Frankfurter Literaturwissenschaftler, um den Umgang der Studierenden mit sozialen Netzwerken, um Stifter der Universität, Forschungsexpeditionen nach Spitzbergen, die Universitätsarchitektur und ihren Einfluss auf das Studium, um den Auschwitz-Prozess, um mathematische Lösungsstrategien, um die Wege des Mülls und um Hochleistungsrechner, kurz: die Goethe-Universität in verschiedenen Facetten.

Mit dem Lehrforschungsprojekt USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen haben die Studierenden die Chance, ihre Arbeitsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren: neben dem Studienkongress auch über die Webseite http://use.uni-frankfurt.de, die in verschiedenen Web-Formaten die Vielfalt der Themen und Methoden akademischer Lehre zeigt. „Es ist uns wichtig, Lehrende und Studierende aktiv in die Gestaltung des Projekts mit einzubeziehen“, sagt Dr. des. Markus Häfner, Projektmitarbeiter bei USE. „USE will Gelegenheit geben, zu zeigen, in welch unterschiedlicher Weise an den verschiedenen Fachbereichen in der Lehre forschend gearbeitet wird“.

Zu UNIversal am 15. Juli sind alle Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Goethe-Universität, Freunde, Eltern und Verwandte, Schüler und Schülerinnen sowie alle Interessierten zwischen 9.30 Uhr und 19 Uhr ins Casino eingeladen. In neun Sessions wird ihnen ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Poster- und Kurzpräsentationen geboten, daneben Ausstellungen, eine Führung und eine Lesung. Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung bildet die Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre.

In den sozialen Netzwerken auf https://www.facebook.com/usegu100 und https://twitter.com/USEGU100 werden bis zum Beginn des Studienkongresses täglich jeweils zwei Beiträge vorgestellt. Das Programm für den Studienkongress und ein Tagungsheft mit den Abstracts zu allen Beiträgen sind ab sofort bzw. ab Anfang Juli verfügbar.

Auf http://use.uni-frankfurt.de publizieren Studierende ihre Hausarbeiten, Portfolios, Videos, Podcasts oder Zeichnungen und geben damit auch Einblick in ihre Arbeitsweisen. Auf der Webseite finden sich u.a. Beiträge zur Institutionengeschichte, Untersuchungen zu den Studienbedingungen, eine virtuelle Ausstellung zum Wirken Frankfurter Literaturwissenschaftler zwischen 1914 und 1945, Katalogbeschrei-bungen von Sammlungsbeständen der Klassischen Archäologie und ab Juli ein Videoprojekt mit Interviews von ehemaligen Studierenden der Goethe-Universität über ihr Studium.

Das Lehrforschungsprojekt USE entstand aus dem Frankfurter Projekt im Qualitätspakt Lehre. Privatdozentin Dr. Barbara Wolbring, Koordinatorin des Zentrum Geisteswissenschaften ergriff die Initiative: „Wir wollen universitäre Lehre sichtbar machen, die bisher bei Universitätsjubiläen nicht vorkam“, so Wolbring. „Deshalb freue ich mich, dass USE aus Mitteln des Qualitätspakt Lehre und des Jubiläumsfonds GU100 durchgeführt werden kann.“ Seit März 2013 läuft USE und bündelt inzwischen mehr als 70 Lehrveranstaltungen und Projekte, die sich innerhalb der curricularen Lehre und in Projektgruppen mit der Goethe-Universität befassen und ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen. Diese sollen auch nach dem Ende des Jubiläumsjahres dauerhaft verfügbar sein.

Informationen: PD Dr. Barbara Wolbring / Dr. des. Markus Häfner, USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen, Campus Westend, Tel. (069) 798-32321 wolbring@em.uni-frankfurt.de haefner@em.uni-frankfurt.de, Programm des Studienkongress UNIversal: http://use.uni-frankfurt.de/universal; Webpage von USE: http://use.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 23 2014
12:53

Vortrag des britischen Wissenschaftshistorikers Simon Schaffer in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für historische Geisteswissenschaften

Globale Wissenschaften und die koloniale Ausbeutung um 1800

FRANKFURT. Der britischer Wissenschaftshistoriker Simon Schaffer nimmt in seinem öffentlichen Vortrag „Global Sciences and the Imperial Meridian“ die Zusammenhänge von wissenschaftlichen und imperialen Entwicklung um 1800 in den Blick. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften am Mittwoch (25. Juni) um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, statt.

Schaffer ist Professor Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften an der Universität Cambridge. Er wird zeigen, wie sehr die Wissenschaften damals in Projekte von imperialen Angriffen und kolonialer Ausbeutung eingebunden wurden. Dabei waren sowohl die naturgeschichtlichen Disziplinen als auch die exakten Wissenschaften involviert. Wissenschaftshistoriker haben diesen Umstand in den Kontext einer zweiten wissenschaftlichen Revolution gestellt – eingeläutet durch eine Reihe von Veränderungen, zu denen weitere Disziplinen, neue Öffentlichkeiten und Unterstützungssysteme für die Forschung sowie erweiterte Modelle für die Mathematik gehörten. Schaffer wird nicht nur diese Zusammenhänge ausleuchten; er wird in seinem Vortrag auch über neuere Formen der Geschichtsschreibung (Historiographie) reflektieren, die sich mit globalen Wissenschaften beschäftigen.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Sonstige

Jun 23 2014
11:11

Der in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelte Online-Service vaamo ermöglicht die einfache Geldanlage für jedermann.

Kapitalmarktanlage so einfach wie Tagesgeld

FRANKFURT. Das Frankfurter FinTech-Startup vaamo (www.vaamo.de) startet am 23. Juni die einfache Geldanlage für jedermann. Der neuartige Online-Service ermöglicht es Sparern, ihre finanziellen Ziele zu definieren und durch konsequentes Sparen zu erreichen. Das zugrundeliegende Anlagekonzept beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wurde in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelt. Die Fondsplattform FFB ist Partner für Depotführung und Transaktionsabwicklung. Investiert wird in Indexfonds des Anbieters Dimensional Fund Advisors.

Das Startup vaamo wurde im April 2013 von Thomas Bloch, Yassin Hankir und Oliver Vins im Gründerzentrum Goethe-Unibator gegründet. „Wir haben das gemeinsame Ziel, Geldanlage und Vermögensaufbau endlich intuitiv und leicht verständlich zu machen. Zudem lösen wir für unsere Kunden das Problem der Nullzinsen. Mit vaamo wollen wir in Deutschland bis Ende 2018 insgesamt 100.000 Kunden mit einem Gesamtanlagevermögen von 1,5 Milliarden Euro gewinnen“, so die drei Gründer.

Dazu stellt vaamo die persönlichen finanziellen Ziele seiner Kunden wie z.B. ein Eigenheim, die Ausbildung der Kinder, die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau in den Vordergrund. Der Online-Service informiert seine Kunden ständig über den aktuellen Status ihrer Ziele und schlägt ihnen automatisch Lösungsmöglichkeiten vor, falls Anpassungsbedarf besteht. So kann jeder mit nur drei Mausklicks ein neues Sparziel anlegen, Geld ein- oder auszahlen und Sparplanraten flexibel anpassen oder pausieren. Die Kunden investieren ihr Geld in ein weltweit gestreutes Portfolio aus Aktien und Anleihen, das auf anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und das vaamo zusammen mit Prof. Dr. Andreas Hackethal von der Goethe-Universität entwickelt hat.

Unterstützt wurde vaamo vom Goethe-Unibator: Mit dem Gründerzentrum fördert die Goethe-Universität Studierende, Mitarbeiter und Alumni bei der Gründung eigener Unternehmen und unterstützt die Startups in der frühen Phase bei der Entwicklung marktreifer Produkte und Dienstleistungen sowie beim Unternehmenswachstum. So bildet der Goethe-Unibator eine tragfähige Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und hilft eine gelebte Gründungskultur an der Universität Frankfurt zu etablieren und zu stärken. (www.goetheunibator.de)

Kontakt: Yassin Hankir, vaamo-Gründer und Vorstand, Mobil: 0152-0101 4878, yassin.hankir@vaamo.de; www.vaamo.de

Sebastian Schäfer, Geschäftsführer Goethe-Unibator, Tel. (069) 798 23472, info@goetheunibator.de; www.goetheunibator.de

Sonstige

Jun 23 2014
11:08

Einstimmiges Votum der Gremien für die Wahl am 15. Juli 2014

Richtigstellung - Goethe-Universität geht mit zwei Kandidaten in die Präsidentenwahl

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der gerade versandten Pressemitteilung zur Kandidatenauswahl für das Amt des Präsidenten der Goethe-Universität hat sich ein Fehler eingeschlichen. Im ersten Absatz, zweiter Satz, muss es statt „in seiner gestrigen Sitzung“ „in seiner HEUTIGEN Sitzung“ heißen, da die entsprechende Gremiensitzung erst heute (18.06.) nach der Anhörung stattgefunden hat.

Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und die korrekte Zeitangabe in Ihrer Berichterstattung zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:56

Night of Science auf dem Campus Riedberg mit Harald Lesch

Es wird wieder spät…

FRANKFURT. „Stefan Zweig, Thomas Mann, das Higgsteilchen und die Gravitationswellen“ ist der Titel des Gastvortrags von Prof. Dr. Harald Lesch, mit dem die Night of Science im Jubiläumsjahr am 27. Juni um 17 Uhr auf dem Campus Riedberg beginnt. Eine ganze Nacht lang laden die Fachschaften der naturwissenschaftlichen Fachbereiche dazu ein, die Faszination ihrer Studienfächer auf dem Campus Riedberg zu erleben. In über 70 Vorträgen stellen Professorinnen und Professoren für ein breites Publikum neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse vor, erklären alltägliche Phänomene und zeigen spektakuläre Experimente bis in die frühen Morgenstunden. Die Veranstaltung steht im „Jahr der Kristallographie“ ganz im Zeichen von Kristallen, Mineralien und Diamanten. 

Wann? Freitag, 27.6.2014, ab 17.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden.
Wo? Campus Riedberg, Ruth-Moufang-Str. 2 und Max-von-Laue-Str. 1 – 9

Parallel zu den Vorträgen stellen sich die naturwissenschaftlichen Studiengänge der Goethe-Universität für Schüler und Studieninteressierte vor. Das Rahmenprogramm bietet Showexperimente, Mitmachstationen, Laborführungen, einen Kinderspielplatz und geselliges Beisammensein in entspannter Atmosphäre mit Live-Musik.

Die Fachschaften des Riedbergs organisieren die „Night of Science“ zum nunmehr neunten Mal. Für ihr Engagement wurden sie 2012 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre des Landes Hessen ausgezeichnet.

Anfahrt mit dem RMV: U8 / U9 Haltestelle „Uni-Campus-Riedberg“ Eintritt ist frei

Informationen: Felix Lillich, Tel.: 015773155584, fragen@nightofscience.de www.nightofscience.de

 

Forschung

Jun 18 2014
15:53

Landwirtschaftlicher Schädling ist bei uns heimisch

Spanische Schnecke: Das Ende eines Invasions-Mythos

FRANKFURT. Über die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) stolpert praktisch jeder. Es gibt kaum Felder oder Gärten, die von dem gefräßigen Weichtier verschont bleiben. Ursprünglich stammt sie aus Südwest-Europa – dachte man jedenfalls bis vor kurzem. Studien am LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und der Goethe-Universität zeigten nun, dass das angebliche Paradebeispiel einer einwandernden Art eigentlich aus Zentraleuropa kommt. Damit wären Bekämpfungsmaßnahmen, wie sie im Rahmen einer zur Zeit diskutierten EU-Verordnung zur besseren Kontrolle, Eindämmung und Bekämpfung invasiver Arten beschlossen werden sollen, gar nicht auf diese Tierart anzuwenden.

Naturschützer warnen seit geraumer Zeit davor, dass die sich explosionsartig vermehrende braune Nacktschnecke die einheimische Schwarze Wegschnecke verdränge und erhebliche Fressschäden an der heimischen Vegetation und in der Landwirtschaft anrichtet. Immerhin ist Arion lusitanicus mittlerweile die häufigste Schneckenart in Deutschland. Sie wird auf der Liste der europäischen „100 of the worst“ Tier- und Pflanzenarten geführt, , die erheblichen Einfluss auf biologische Vielfalt, Ökonomie und Gesundheit haben. Eingeschleppt wurde die Spanische Wegschnecke angeblich nach dem Zweiten Weltkrieg durch Obst- und Gemüseimporte.

Bei einer Bestandsaufnahme konnten Frankfurter Forscher aber nicht ein einziges Exemplar der Schnecke in ihrem angeblichen Herkunftsgebiet finden. Das Team des BiK-F und der Goethe-Universität hatte im Frühjahr 2010 in Frankreich, Spanien, Großbritannien und den Beneluxländern Schnecken gesammelt und bestimmt. „Statt der sogenannten Spanischen Wegschnecke haben wir zahlreiche mit herkömmlichen Methoden nicht bestimmbare, sogenannte kryptische Arten gefunden. Deshalb haben wir die Tiere anschließend mittels DNA-Taxonomie klassifiziert. Dabei werden die Erbinformationen zur Bestimmung herangezogen“, so der Erstautor der Studie, Prof. Markus Pfenninger, der am BiK-F und der Goethe-Universität forscht und lehrt.

Viele der untersuchten Exemplare waren keiner beschriebenen, genetisch charakterisierten Art zuzuordnen. Dazu Pfenninger. „Wir haben zum Teil stark voneinander abweichende Genvarianten gefunden, die auf eine hohe Zahl bisher nicht als eigene Spezies dokumentierter  Arten hinweisen. Das wiederum heißt: Arion ist taxonomisch eine sehr unklare Gattung.“ Die genetischen Informationen verrieten aber noch mehr: Sich ähnelnde Mutationen in den Erbinformationen unterschiedlicher Individuen weisen auf Verwandtschaftsverhältnisse hin. „Wir haben einen genetischen Stammbaum erstellt. Die Ergebnisse zeigten uns, warum wir Arion lusitanicus in ihrer angeblichen Heimat nicht finden konnten. Diese Art ist definitiv nicht dort heimisch, sondern bei uns“, folgert Pfenninger. EU-Maßnahmen gegen die Art als invasive Art wären damit obsolet.

In Europa gibt es Schätzungen zufolge über 12.000 eingewanderte Pflanzen-, Tier- und Pilzarten, und es werden immer mehr. Die Folgen sind ein Verlust biologischer Vielfalt und die Verdrängung heimischer Arten sowie immense wirtschaftliche Schäden, beispielsweise durch Ernteverluste. Im April 2014 befürwortete das EU-Parlament daher Maßnahmen, die künftig verhindern sollen, dass noch mehr invasive Arten in die EU gelangen, und die bereits eingewanderte Arten wirksamer bekämpft sollen. „Bei schlecht dokumentierten Einwanderungen wie bei der Spanischen Wegschnecke müssen wir mit dem Begriff ,invasiv‘ künftig vorsichtiger sein, denn diese Einstufung hat konkrete Auswirkungen auf die Umweltpolitik“, resümiert Pfenninger und fährt fort: „Vielleicht hat sich die Schneckenart in den vergangenen Jahrzehnten auch einfach aufgrund veränderter landwirtschaftlicher Anbaumethoden so stark vermehrt, dass es uns wie eine Invasion erscheint“.

Publikation: Pfenninger, M., Weigand, A.,  Bálint, M., Klussmann-Kolb, A.: Busting an invasion myth: the Lusitanian slug (Arion lusitanicus auct. non Mabille or Arion vulgaris Moquin-Tandon 1855) is native in Central Europe . - Evolutionary Applications, DOI: 10.1111/eva.12177.

Bilder der spanischen Wegschnecke finden Sie hier: http://tinyurl.com/pkv84fb; http://tinyurl.com/nhafj7n

Informationen: Prof. Dr. Markus Pfenninger, Goethe Universität und LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Tel. (069) 7542 1841; Pfenninger@bio.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Jun 18 2014
15:18

Einstimmiges Votum der Gremien für die Wahl am 15. Juli 2014

Goethe-Universität geht mit zwei Kandidaten in die Präsidentenwahl

FRANKFURT. Die Goethe-Universität geht nach der öffentlichen Anhörung am 18. Juni mit zwei Kandidaten in die Wahl um das Amt des Präsidenten/der Präsidentin am 15. Juli 2014. Das hat der Hochschulrat in seiner gestrigen Sitzung nach Rücksprache mit dem erweiterten Senat einstimmig entschieden. Zuvor hatten sich die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Wirtschafts- und Wissenschaftsministerin Sachsen-Anhalts, Prof. Birgitta Wolff, sowie der Neurowissenschaftler und Philosoph, Prof. Robert Nitsch, in einer fast dreistündigen Anhörung der Universitätsöffentlichkeit ihre Pläne und Konzepte für die Entwicklung der Goethe-Universität im Fall ihrer Amtsübernahme ab dem 1. Januar 2015 präsentiert. Der Einladung des Präsidiums im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend waren mehr als 500 Hochschulangehörige gefolgt. Der Anhörung vorausgegangen war ein Bewerbungsverfahren, bei dem eine paritätisch besetzte Findungskommission aus Senats- und Hochschulratsmitgliedern einstimmig die beiden externen Kandidaten aus einem größeren Bewerberkreis ausgewählt und zur Anhörung eingeladen hatte.

Prof. Dr. Birgitta Wolff hat an der Universität Witten/Herdecke, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Harvard University Wirtschaftswissenschaften studiert. Anschließend lehrte sie an der Georgetown University in Washington. Seit 2000 hat sie den Lehrstuhl für Internationales Management an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg inne; zudem war sie seit 2002 Prodekanin und Dekanin der Fakultät. Wolff wurde 2010 zur Kultusministerin und anschließend zur Landesministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bestellt. In diesem Zusammenhang ist sie wiederholt zur beliebtesten Wissenschaftsministerin des Jahres gekürt worden; doch uneins mit Ministerpräsident Reiner Haselhoff über dessen geplanten Sparkurs an den Hochschulen schied sie im April 2013 aus dem Kabinett aus und kehrte auf ihre Professur an der Universität zurück.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Nitsch hat Medizin und Philosophie in Kiel und Frankfurt studiert. Über lange Zeit war er als Neuroanatom und Prodekan an der Charité in Berlin tätig und leitete dort auch den Exzellenzclusters NeuroCure.  Seit 2009 ist Nitsch als Professor an der Universität Mainz tätig und dort Sprecher des Forschungszentrums Neurowissenschaften. Nitsch erforscht zelluläre Mechanismen, die bei der Störung der Netzwerkfunktion des Gehirns eine Rolle spielen. Er ist Sprecher eines 2013 neu eingerichteten Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der über das rhine-main neuroscience network (rmn2) eng mit der Goethe-Universität verbunden ist. Für seine Arbeiten erhielt er 2013 den renommierten und mit 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Nitsch ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:15

Beim „Climate Change Book Launch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ geht es am 26. Juni um Fragen globaler Gerechtigkeit angesichts der Erderwärmung

Philosophische „Klima-Konferenz“ mit Buchpräsentation

FRANKFURT. Der fortschreitende Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert – und das nicht nur in ökologischer Hinsicht. „Der Klimawandel wirft insbesondere eine Reihe von drängenden moralischen Problemen auf“, sagt Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Im Namen des Clusters hat er zwei seiner profiliertesten Kollegen nach Frankfurt eingeladen, um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit zu beleuchten. Welche Ansprüche haben beispielsweise die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Beim „Climate Change Book Launch“ am 26. Juni um 15 Uhr stellen die drei Klimaphilosophen auch ihre neusten Publikationen zur Diskussion.

Die öffentliche Veranstaltung – eine Anmeldung ist erforderlich – findet im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Darrel Moellendorf, der vor rund einem Jahr aus San Diego nach Frankfurt gewechselt ist, wird seine groß angelegte Monographie vorstellen. Sie heißt „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“. Moellendorf sieht sich in seiner Arbeit maßgeblich von Henry Shue beeinflusst. Dieser wiederum zählt zu den Pionieren der philosophischen Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels – und er gehört ebenfalls zu den teilnehmenden Autoren. Die Aufsatzsammlung „Climate Justice: Vulnerability and Protection“ ist die Quintessenz seiner mehr als 20-jährigen Beschäftigung mit dem Thema. Henry Shue hat lange Zeit an US-amerikanischen Universitäten gelehrt und ist jetzt Professor in Oxford. Von der New York University kommt Dale Jamieson. Er ist Autor des Buches „Reason in a Dark Time: Why the Struggle Against Climate Change Failed – And What It Means for Our Future“

Die drei Philosophen gehen der Frage nach, wie der Klimawandel noch begrenzt werden kann und was dabei aus moralischer Sicht zu beachten ist. Nach Ansicht Darrel Moellendorfs darf sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten. Moellendorf plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der die reicheren Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Produktion verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Hier favorisiert Moellendorf das Prinzip der Zahlungsfähigkeit („ability-to-pay“).

Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu verringern. Unter einem fortschreitenden Klimawandel hätten die weniger entwickelten Ländern des Südens in besonderem Maß zu leiden. Es drohen Trinkwasserknappheit, Missernten und Überschwemmungen.

Auch Henry Shue hebt hervor, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zulasten der ärmeren Länder gehen dürfen und sie womöglich in noch größere Armut stürzen. Shue setzt sich unter anderem für eine international koordinierte Abgabe auf die Verwendung fossiler Brennstoffe ein und für die Unterstützung der weniger entwickelten Länder bei einer alternativen Energiegewinnung. Der Philosoph kritisiert die Rolle der USA bei den bisherigen Klimaverhandlungen. Und wenn es um die Ansprüche von Menschen und Gruppen geht, betont Shue auch das Recht zukünftiger Generationen auf angemessene Lebenschancen.

Dale Jamieson schließlich stellt die ganz grundlegende Frage, warum der Kampf gegen den Klimawandel bisher gescheitert ist. Das Thema errege eigentlich nur dann Interesse, wenn die Medien über aktuelle Studien oder Konferenzen berichteten. Nach einer kurzen Phase der Einsicht, dass nun endlich etwas getan werden müsse, bliebe alles beim Alten. Den Menschen fiele es schwer, in solch alltäglichen Dingen wie Autofahren oder Flugreisen ein moralisches Problem zu sehen. Laut Jamieson ist es aber gerade diese Sichtweise auf persönliche Verantwortung, die geändert werden müsse, um adäquat zu reagieren. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.

Der „Climate Change Book Launch“ findet am 26. Juni um 15.00 Uhr in Raum 5.01 des Gebäudes „Normative Ordnungen“ statt (Campus Westend, Lübecker Straße/Ecke Hansaallee). Nach kurzen Kommentaren der Philosophin Anja Karnein und des Philosophen Andreas Niederberger (beide Goethe-Universität) werden die Autoren ihre Thesen erläutern.

Anmeldung und inhaltliche Information:
Professur Moellendorf, Ellen Nieß, ellen.niess@normativeorders.net, 069/798-31521

Kontakt Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:13

Paul Tillich im Zentrum einer internationalen Konferenz in Frankfurt

Religiöser Vordenker

FRANKFURT. „Kritische Theologie – Paul Tillich in Frankfurt“ lautet der Titel einer internationalen Konferenz, zu der der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität von 26. bis 28. Juni Fachleute aus Deutschland, England, Schottland, Kanada und den USA zu Gast hat. Im Mittelpunkt steht der protestantische Theologe und Religionsphilosoph Paul Johannes Tillich (1886-1965), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theologen und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Tillich lehrte von 1929 bis 1933 in Frankfurt und wurde nach seiner Emigration in den USA zu einer Art „intellektuellem Superstar“. Sein Denken prägte nicht zuletzt die Frühphase der „Frankfurter Schule.“

Tillich wurde im April 1929 als Nachfolger Max Schelers auf den Frankfurter Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie berufen, nachdem er bereits vorher kurzzeitig außerordentlicher Professor für Theologie in Marburg und Ordinarius für Religionswissenschaft in Dresden gewesen war. Frankfurt sei zum genannten Zeitpunkt die „modernste und liberalste Universität“ in Deutschland gewesen, bemerkte Tillich im Rückblick. Gleichwohl – oder gerade deshalb? – besaß die Frankfurter Universität zu jener Zeit keine eigene theologische Fakultät, und so verwundert nicht, dass sich die Vorlesungen des jungen Professors nach dessen eigener Einschätzung „auf der Grenze von Theologie und Philosophie bewegten“ – eine Charakterisierung, die auch für sein späteres Denken gelten sollte.

Tillichs Tendenz zum theoretischen Spagat wurde auch durch eine Erfahrung begünstigt, die seine theoretische Entwicklung bereits zuvor in einen höchst kreativen Entwicklungsprozess versetzt hatte, nämlich durch die Konfrontation mit dem als extrem empfundenen Gegensatz zwischen der so genannten Dialektischen Theologie in Marburg einerseits und der Liberalität und Weltoffenheit einer stark kulturwissenschaftlich ausgerichteten Denkungsart andererseits, wie sie in Dresden dominierte. Von diesem Prozess legen zahlreiche Texte Tillichs Zeugnis ab, die in den Frankfurter Jahren (1929-33) entstanden. Nimmt man die vielfachen, von Martin Buber bis zu Theodor W. Adorno reichenden Anregungen hinzu, die Tillich in Frankfurt empfing, so hätte die Prophezeiung von Tillichs Hallenser Lehrer Fritz Medicus leicht Wirklichkeit werden können, wonach Tillich „der kommende Mann in der Philosophie“ sei. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn Tillich wurde von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben und im Herbst 1933 gezwungen, in die USA auszuwandern.

Zwei Leitziele bestimmen die Konzeption und Durchführung der Frankfurter Konferenz, die in Zusammenhang mit dem Jubiläum der Goethe-Universität stattfindet: Zunächst sollen die Bedingungen rekonstruiert werden, die die Entwicklung des Tillichschen Denkens während der Frankfurter Jahre geprägt haben; zugleich wird dadurch umgekehrt ein konturschärferes Bild der geistigen Situation der Frankfurter Universität Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstehen. Darüber hinaus soll die prinzipielle Leistungsfähigkeit des Tillichschen Denkens als einer ‚kritischen Theologie‘, also einer Theorie theologischer Rationalität in kritisch-konstruktiver Selbstabgrenzung von Philosophie, Soziologie und Religionswissenschaft, herausgearbeitet und deren Theoriepotential nach Möglichkeit systematisch weiterentwickelt werden.

Informationen: Prof. Dr. Heiko Schulz, Evangelische Theologie, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069 798-32944, E-Mail Heiko.Schulz@em.uni-frankfurt.de, Sekretariat: Jeannette Schindler, Tel. 069 798-33312, E-Mail schindler-wirth@em.uni-frankfurt.dehttp://www2.uni-frankfurt.de/51047259/st_Tillich_Flyer_neuerRaum.pdf

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:10

Zweitägiger Kongress auf dem Campus Westend – In der Weimarer Zeit wurde Frankfurt zur attraktiven Alternative zu den etablierten Unis

Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914-1945

FRANKFURT. Im Umfeld der jungen Frankfurter Universität konnte sich der Geist der Weimarer Republik auf besondere Weise entfalten und in seinen extremen Positionen ausleben, das lässt sich u.a. an der Geschichte der Frankfurter Literaturwissenschaften deutlich ablesen. Dafür stehen exemplarisch zwei Namen: Max Kommerell und Leo Löwenthal. Auch um diese beiden wird es bei dem zweitägigen Kongress „Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914-1945“ gehen, der am 20. Juni (Freitag) und 21. Juni (Samstag) auf dem Campus Westend (PEG-Gebäude, Raum1.G 147) stattfindet.

 

Der Literaturhistoriker Kommerell, der sich von Stefan George abwandte, aber sehr dem Kreis der Antimodernisten um die beiden Altphilologen Karl Reinhardt und Walter F. Otto zugetan war, ließ sich ab 1933 phasenweise von den Nationalsozialisten einspannen. Dagegen gehörte Leo Löwenthal, Begründer der Literatursoziologie, 1918 zu den Initiatoren einer sozialistischen Studentengruppe, war ab 1930 als junger Wissenschaftler am Institut für Sozialforschung und musste – wie die meisten Mitarbeiter des Instituts nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten – in das amerikanische Exil fliehen. Prof. Dr. Ulrich Wyss (Goethe-Universität) wird sich mit Kommerells Habilitation aus dem Jahr 1930 genauer beschäftigen, Dr. Peter-Erwin Jansen (Hochschule Koblenz) mit den literarischen Vorträgen im Jüdischen Lehrhaus, die im Kontext von Löwenthals literatursoziologischen Schriften stehen.

„Als Mitglieder der Philosophischen Fakultät trugen die nach Frankfurt berufenen Literaturwissenschaftler und die aus der Akademie für Handelswissenschaften übernommenen Kollegen zum wissenschaftlichen Profil der Goethe-Universität bei, das Frankfurt in der Weimarer Republik zu einer attraktiven Alternative zu den bereits etablierten Universitäten machte“, so der Germanist, Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, der gemeinsam mit dem Romanisten Dr. Frank Estelmann einen Dreierpack aus Kongress, Ringvorlesung und virtueller Ausstellung mit 20 Porträts von Literaturwissenschaftlern organisiert hat. Und Estelmann ergänzt: „Die Frankfurter Literaturwissenschaftler verhalfen einer auch auf Praxisbezug und Neuerung ausgerichteten Fachentwicklung zum Durchbruch, die in Frankfurt aus historischen und konzeptuellen Gründen gefordert und gefördert wurde, bevor die Machtergreifung der Nazis und die Vertreibung vor allem der jüdischen Wissenschaftler dieser Entwicklung entweder ein Ende setzte oder sie in andere Bahnen lenkte.“

Die Kongressbeiträge werden sich einzelnen Forscherbiografien widmen. Dabei soll es darum gehen, verschiedene Aspekte miteinander zu verbinden: methodische Zugriffe, literaturvermittelnde und thematische Schwerpunkte der Literaturwissenschaftler in Forschung (und Lehre), biografische Besonderheiten, zeitgeschichtliche Reflexionspotenziale, Verbindungen zur disziplinären Entwicklung sowie das „Frankfurter Klima“ und dessen institutionelle Voraussetzungen und programmatischen Ansprüche. Von besonderem Interesse ist die Frage, wie sich die Literaturwissenschaften auch innerhalb der Frankfurter Bürgerschaft verorteten, mit welchen Aktivitäten die beteiligten Wissenschaftler stadtgeschichtlich in Erscheinung traten, indem sie daran zum Beispiel mitwirkten, Frankfurt als Universitätsstadt ein Profil zu geben oder welche Literaten und Literaturen durch sie einen exponierten Platz in der Literaturstadt Frankfurt erhielten.

Veranstalter des Kongresses sind das Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik und das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität. Die öffentliche Tagung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms der Universität zu ihrem 100-jährigen Bestehen statt und wird finanziert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und aus zentralen Jubiläumsmitteln der Goethe-Universität.

Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, und Dr. Frank Estelmann, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Campus Westend, Tel. (069) 798 32199, Zegowitz@lingua.uni-frankfurt.deEstelmann@em.uni-frankfurt.de, das Programm auf einen Blick unter: http://www2.uni-frankfurt.de/50812186/LW_Kongress_Karte_endNEU.pdf

Personalia/Preise

Jun 16 2014
16:31

Goethe-Universität gratuliert ihrem Emeritus, der wie kaum ein anderer die philosophischen und gesellschaftlichen Debatten der Bundesrepublik geprägt hat.

Jürgen Habermas wird 85

FRANKFURT. Am 18. Juni begeht er seinen 85. Geburtstag: Jürgen Habermas, der insgesamt 25 Jahre als Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität lehrte und als bekanntester Vertreter der Kritischen Theorie in der Generation nach Adorno und Horkheimer gilt, kann auf ein bedeutendes Forscherleben zurückblicken. Zu Habermas‘ Hauptwerken zählen „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962), „Theorie des kommunikativen Handelns“ (1981) und „Der philosophische Diskurs der Moderne“ (1985). Habermas hat sich in den 60er Jahren intensiv mit den Studentenprotesten beschäftigt und Stellung bezogen in zahlreichen gesellschaftlichen Debatten.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl gratulierte im Namen der gesamten Goethe-Universität: „Jürgen Habermas hat das Bild der Goethe-Universität als Ort eines lebendigen und kritischen Diskurses entscheidend mitgeprägt. Sein Wissenschaftsverständnis bezieht immer auch die Öffentlichkeit mit ein. Ich würde mir wünschen, dass viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seinem Beispiel folgen und wichtige gesellschaftspolitische Debatten auch jenseits der Mauern von Universitäten diskutieren. Die Mitglieder der Goethe-Universität gratulieren Jürgen Habermas herzlich zum 85. Geburtstag und wünschen ihm noch viele fruchtbare Jahre eines engagierten Einmischens. Seine Stimme wird weltweit gehört.“

Seit 2011 befindet sich sein „Vorlass“ beim Universitätsarchiv der Goethe-Universität. Demnächst werden die Unterlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es handelt sich um die Manuskripte von mehr als 50 Büchern und seine Korrespondenz seit den 50er Jahren. 

1964 übernahm Habermas den Lehrstuhl von Max Horkheimer für Philosophie und Soziologie und lehrte und forschte von 1964-1971, 1975-1982 und 1983-1994 an der Goethe-Universität. Bereits von 1956 bis 1959 hatte er als Assistent am Institut für Sozialforschung (IFS) gearbeitet und war dort Theodor W. Adorno und Max Horkheimer begegnet.

Habermas war auch Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt, ab 1980 Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften (1971-1981). Nicht zuletzt haben seine zahlreiche Auslandreisen und Gastprofessuren in den USA für eine internationale Rezeption und Würdigung seiner Schriften gesorgt.

Zahlreiche Preise wurden Habermas für sein wissenschaftliches Schaffen verliehen, darunter der Friedenspreis des deutschen Buchhandels, der Hessische Kulturpreis, der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, der Theodor W. Adorno-Preis und der Hegel-Preis.

Im aktuellen UniReport würdigt der Habermas-Biograph Stefan Müller-Doohm, der gerade ein umfangreiches Buch vorgelegt hat, den Jubilar mit einem Essay über das „Intuitive“ in Habermas‘ Schaffen.

Artikel im UniReport: http://www2.uni-frankfurt.de/50855375/Unireport_3-14_Habermas.pdf

Veranstaltungen

Jun 16 2014
11:05

Internationale Konferenz „Critical Sociology – Current Issues and Future Challenges“ auf dem Campus Westend

Wo steht die kritische Soziologie heute?

FRANKFURT. „Wo steht die kritische Soziologie heute? Was sind Perspektiven, Themen und Aufgaben einer kritischen Soziologie am Anfang des 21. Jahrhunderts? Diese großen Fragen bilden den Anlass der internationalen Konferenz „Critical Sociology – Current Issues and Future Challenges“, die vom 23. bis zum 25. Juni vom Institut für Soziologie der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung ausgerichtet wird.

Angesichts eines globalisierten Kapitalismus und einer ökonomischen, sozialen und ökologischen Vielfach-Krise werden u.a. folgende Themen diskutiert: Welche neuen Formen und Räume sozialer Ungleichheit entstehen, und wie lassen sie sich – etwa großstädtische Slums – am besten analysieren? Welche Rolle kommt biotechnologischem Wissen bei der Ökonomisierung von Lebensformen zu? Welche Alternativen gibt es zum kapitalistischen Paradigma des Wachstums? Was bedeuten Prozesse der Entsolidarisierung und die – verstärkt auch in Wohlstandsgesellschaften zu beobachtende – Prekarisierung von Arbeit für den Zusammenhalt einer Gesellschaft?

Die Perspektiven, die entwickelt werden, rangieren von poststrukturalistischen über marxistische bis hin zur (öko-)feministischen. Zu den bekannten Referentinnen und Referenten gehören u.a. Prof. Loic Wacquant (University of California), Prof. Serge Latouche (Université Paris XI) und Prof. Catherine Waldby (University of Sydney). Das übergeordnete Ziel der Tagung besteht darin, im Rahmen eines Dialogs zwischen renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland die Kritische Soziologie fortzuentwickeln und Ansätze auszuleuchten, mit denen in eingreifender und emanzipativer Absicht soziale Praktiken und gesellschaftliche Strukturen verändert werden können.

Weitere Rednerinnen und Redner sind Prof. Susanne Bauer (Universität Frankfurt), Prof. Klaus Dörre (Universität Jena), Prof. François Dubet (Université Bordeaux), Prof. Joan Fujimara (University of Wisconsin-Madison), Dr. Thomas Jahn (Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt), Prof. John Law (The Open University, UK), Prof. Thomas Lemke (Goethe-Universität), Prof. Mary Mellor (University of Northumbria, Newcastle), Prof. Sighard Neckel (Goethe-Universität), Prof. Serge Paugam (École des Hautes Études en Sciences Sociales EHESS, Paris), Prof. Juliet Schor (Boston College), Prof. Fred Stewart (University of Westminster, London), Prof. Ferdinand Sutterlüty(Goethe-Universität), Prof. Paul Thompson (University of Strathclyde, Glasgow) und die Veranstalter/innen Prof. Birgit Blättel-Mink, Dr. Alexandra Rau (beide Goethe-Universität) und Privatdozent Dr. Stephan Voswinkel (Institut für Sozialforschung).

Die Tagung steht im Kontext der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Goethe-Universität. Der Tagungsort ist auf dem Campus Westend (Casino, Festsaal/Casino 823). Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Dr. Alexandra Rau, Institut für Soziologie Goethe-Universität, Campus Westend, Tel.: (069) 798-36662; , rau@soz.uni-frankfurt.de, http://www.fb03.uni-frankfurt.de/49883365/01_Overview

Veranstaltungen

Jun 13 2014
12:29

Zwei Vorträge in der öffentlichen Ringvorlesung „100 Jahre später: 1914-2014. Der Erste Weltkrieg in Flandern“

Poesie im Ersten Weltkrieg: Zunächst visionär, später euphorisch, dann verzweifelt und resigniert

FRANKFURT. Mit zwei Vorträge setzt das Lektorat Niederländisch an der Goethe-Universität seine öffentliche Ringvorlesung „100 Jahre später: 1914-2014. Der Erste Weltkrieg in Flandern“ fort: Am 17. Juni (Dienstag) spricht der Literaturwissenschaftler Prof. Geert Buelens von der Universität Utrecht, am Mittwoch (18. Juni) die Historikerin Prof. Sophie de Schaepdrijver von der Pennsylvania State University. Die Vorträge beginnen um 19 Uhr im Casino (Raum 1.802), Campus Westend.

Geert Buelens ist Autor des im April bei Suhrkamp erschienenen Buches „Europas Dichter und der Erste Weltkrieg“, das sich der Literatur über den Ersten Weltkrieg widmet; über dieses Thema wird er einen Vortrag halten. Sophie de Schaepdrijver, Autorin des 1997 erschienenen Standardwerkes „De Groote Oorlog“, wird über den Fall und das Dilemma einer multinationalen Familie im Brüssel zur Zeit des Ersten Weltkriegs sprechen.

Buelens‘ Buch dokumentiert den Verlauf des Krieges anhand von Poesie aus allen in den Krieg hineingezogenen Ländern: Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Russland, Serbien, Österreich, Ungarn, Polen, Baltikum, Rumänien, Italien, und anderen mehr. Es ist erstaunlich, wie parallel sich die Poesie an den verfeindeten Fronten entwickelt: zunächst visionär, später euphorisch, dann verzweifelt bis resigniert, fatalistisch oder revolutionär. Im ersten Kriegsmonat wurden alleine schon in Deutschland 50.000 Gedichte täglich geschrieben. Durch seinen faszinierenden Stil, den chronologischen Aufbau des Buches und die präzise Dokumentation reißt Buelens Leser mit in die Geschichte durch Gedichte von so unterschiedlichen Dichtern wie Pessoa, Stadler, Stramm, Arp, Rilke, Apollinaire, Anna Achmatowa, Majakowski, d’Annunzio, Trakl, Marinetti, Tzara, Toller, Sassoon, Rainis und viele andere, von denen etliche auf dem Schlachtfeld ihr Leben ließen. Sein Vortragsstil, allerdings auf Niederländisch, wird ebenso ansprechend sein. Es werden aber einige Passagen aus der deutschen Übersetzung seines Buches vorgelesen, außerdem gibt es im Anschluss die Möglichkeit zur Diskussion in beiden Sprachen. Ein Büchertisch mit niederländischen und deutschen Büchern ist vorgesehen.

Sophie de Schaepdrijver wird am 18. Juni ihren Vortrag auf Englisch unter dem Titel „A multinational family in a war of nations: A story of Brussels under German occupation in the Great War“ halten. Der Vortrag über das Dilemma einer kosmopolitischen Familie ein, die sich für ihre belgische Nationalität oder ihre deutschen Wurzeln entscheiden musste, basiert auf authentischem Archivmaterial. Auch bei diesem Vortrag wird es Gelegenheit zu Fragen in verschiedenen Sprachen und einen Büchertisch geben.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

Forschung

Jun 13 2014
11:58

Forschungsergebnisse einer Bohrfahrt unter Frankfurter Beteiligung jetzt in Science veröffentlicht

Wie war das Klima vor 5 Millionen Jahren

FRANKFURT. Die Entwicklung des Mittelmeerausstroms in den Atlantik über die vergangenen 5,3 Millionen Jahre stand im Zentrum des Forschungsinteresses eines internationalen Forscherkonsortiums, das im Winter 2011/12 auf Bohrfahrt im Golf von Cadiz war. Erstmals konnten mit großer Genauigkeit die unterschiedlichsten Phasen des Mittelmeeraussstroms in Zusammenhang mit großräumigen Klimaveränderungen gezeigt werden. Leiter der Expedition „Mediterranean Outflow“ waren Javier Hernandez-Molina und Dorrik Stow, mit ihnen im Forscherteam war auch der Geologe André Bahr von der Goethe-Universität Frankfurt. Die Forschungsergebnisse werden heute in der renommierten Forschungszeitschrift „Science“ veröffentlicht.

Anders als in unserer Zeit war vor rund 5,5 Millionen Jahren die Straße von Gibraltar geschlossen, so dass keine Verbindung mehr zwischen Mittelmeer und Atlantik bestand; das Mittelmeer trocknete aus. Vor fast genau 5,3 Millionen Jahren dann hat sich die Straße von Gibraltar wieder geöffnet. Die Sediment-Kerne, die bei der Expedition an Bord des Forschungsschiffes „JOIDES Resolution“ von November 2011 bis Januar 2012 gewonnen wurden, lassen Rückschlüsse auf die Entwicklung dieser Verbindung zu. Insgesamt haben die 35 Wissenschaftler aus 14 Ländern fünf Kilometer Kernmaterial im Golf von Cadiz und westlich von Portugal erbohrt.

Durch die Meerenge von Gibraltar, eine der wichtigsten Meeresstraßen, strömt heute, tief unter der Meeresoberfläche, eine gewaltige Menge Wasser aus dem Mittelmeer in den Atlantik. Da das Mittelmeerwasser salzhaltiger und damit schwerer als das Atlantikwasser ist, sinkt es auf bis zu 1000 Meter ab, gräbt tiefe Schneisen in den Meeresboden und sorgt für riesige Aufschüttungen von Sedimenten. „Diese so genannten ‚Contourite‘ enthalten wertvolle Informationen über Klimawandel und tektonische Aktivität in den vergangenen 5,3 Millionen Jahren“, sagt Dorrik Stow, der an der schottischen Heriot Watt-University lehrt. „Die Expedition hat uns zahlreiche Antworten auf wichtige Fragen geliefert, aber auch einige unerwartete Resultate“, so Stow. „Dank des erbohrten Kernmaterials verfügen wir nun über die Ergebnisse, um die Geschichte des Mittelmeerausstroms nachzeichnen zu können“, so sein Kollege Javier Hernandez-Molina von der Royal Holloway University of London.

Interessanterweise war der Meeresstrom zu Beginn, als die Meeresstraße wieder offen war, relativ schwach ausgeprägt. Erst am Ende des Pliozäns wurde der Ausstrom wieder bedeutsam. Das warme, salzreiche Wasser aus dem Mittelmeer sorgte dann dafür, dass der Temperaturgradient zwischen Pol und Äquator sich mehrmals verringerte, was sich am Meeresboden widerspiegelt. Überrascht hat die Forscher zudem, dass die Contourite wesentlich mehr Sand enthalten als erwartet. Die gewaltigen Sandablagerungen sind Zeugen der großen Kraft und der hohen Geschwindigkeit der Bodenströmung aus dem Mittelmeer. Das Wissen um den hohen Sandanteil könnte wichtig sein für künftige Strategien der Öl- und Gasgewinnung.

Informationen: Dr. André Bahr, Institut für Geowissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
60438 Frankfurt, Germany, Tel. 069 798-40209, email: a.bahr@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 12 2014
15:41

Die Website Fussballmathe.de bietet ein Prognosemodell und Simulationen zur WM in Brasilien auch für den Unterricht.

Mathematische Prognose: Brasilien wird Weltmeister

FRANKFURT. „Entscheidend ist auf‘m Platz“, sagte mal ein Fußballphilosoph. In der Tat ist der Ausgang eines jeden Fußballspiels offen – das Unerwartete und Überraschende macht gerade den Reiz dieser Sportart aus. Aber Spekulationen und Gedankenspiele darüber, welches Team die Weltmeisterschaft 2014 erringt, dürfte wohl jeder Fußballbegeisterte anstellen. Dass man dabei auch mit Gewinn mathematische Methoden einsetzen kann, zeigt die neue Website „Fussballmathe.de“, die Prof. Matthias Ludwig und Iwan Gurjanow vom Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik an der Goethe-Universität entwickelt haben.

Das Prognosemodell wertet bisherige Ergebnisse und FIFA-Punkte aus und errechnet den „wahrscheinlichen“ Weltmeister; die Simulation ermöglicht dagegen, eine ganz persönliche WM bis zu Ende zu spielen, in der in Ausnahmefällen (Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. 1:1000) auch mal der krasse Außenseiter Honduras den Titel gewinnt. Auf der Unterseite „Teamvergleich“ kann man die Nationalmannschaften der Teilnehmerländer direkt miteinander vergleichen. Es werden alle Herren A-Spiele aufgelistet sowie die Wahrscheinlichkeiten für Sieg, Unentschieden und Niederlage bei einem Aufeinandertreffen.

Nach jetzigem Stand hat das Team von Brasilien die besten Chancen, die WM im eigenen Land zu gewinnen. Doch bereits das erste Spiel des Turniers – Brasilien gegen Kroatien – kann diese Prognose verändern. Fußball- und Stochastik-Interessierte können also in den nächsten Wochen nach jedem Spieltag auf der Website eine neue Prognose abfragen.

Lehrkräfte, die Fussballmathe.de im Unterricht einsetzen wollen, finden unter dem Reiter „Material“ Aufgaben, Bastelbögen, Hintergründe und weitere Inhalte zum Thema Fußball und Mathematik. So wird u.a. ein Bastelbogen zum Nachbau des WM-Balles Brazuca angeboten.

Zur Website: http://www.fussballmathe.de

Kontakt: Prof. Dr. Matthias Ludwig, Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik, Goethe-Universität Frankfurt am Main, ludwig@fussballmathe.de

 

Sonstige

Jun 12 2014
13:27

Das Team um den Frankfurter Politologen Prof. Andreas Nölke beschäftigt sich mit der politischen und ökonomischen Struktur von Schwellenländern. Der eurozentristische Blick auf Brasilien, so ihre Kritik, übersehe die sozialen Fortschritte, die diese

Fußballweltmeisterschaft als politische und ökonomische Chance?

FRANKFURT. Die Welt schaut am heutigen Tag gebannt nach Brasilien, wo die Fußballweltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel des Gastgebers gegen Kroatien startet. Doch im Vorfeld des sportlichen Großereignisses wurde die ökonomische und politische Struktur Brasiliens besonders von den westlichen Medien kritisch unter die Lupe genommen. Bilder von nicht rechtzeitig fertig gewordenen Sportstätten, aber auch von sozialen Protesten gegen die Veranstaltung haben den Eindruck eines fröhlichen und unbeschwerten Sportfestes nachhaltig getrübt.

„Nach letzten Umfragen gibt es in Brasilien mittlerweile mehr Kritiker als Befürworter der Veranstaltung“, bestätigt der Politologe Prof. Andreas Nölke, der mit seinen Mitarbeitern in einem gerade erschienenen Sammelband Schwellenländer wie Brasilien untersucht hat. Nölke betont aber die Chancen, die die WM für die Entwicklung des Landes eröffnet. „Politisch hat dieses Großereignis eine Symbolwirkung: Die Schwellenländer sehen sich heute nicht mehr als Peripherie, sondern als aktive Mitgestalter der Weltgesellschaft.“

Nölkes Mitarbeiterin Simone Claar kritisiert den eurozentristischen Blick vieler Berichte über Brasilien: „Auch im Vorfeld und während der WM in Südafrika vor vier Jahren gab es diese stereotypen Berichte von Korruption, Misswirtschaft und sozialen Protesten. Die Eigenheiten des jeweiligen Landes werden dabei nicht adäquat erfasst.“  
 
Sicherlich seien viele notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes nicht wie gewünscht realisiert worden. Doch die westliche Kritik an Korruption und Misswirtschaft in Brasilien schieße oft über das Ziel hinaus, argumentiert Andreas Nölke. Informelle Verbindungen zwischen Regierung und Unternehmen seien Teil der brasilianischen Wirtschaftsstruktur und durchaus funktional. Nölke bemängelt, dass sich in die Kritik an den brasilianischen Zuständen auch die Unzufriedenheit von westlichen Unternehmen mische, die bei der Vergabe von Aufträgen nicht berücksichtigt worden seien.

In vielen Berichten über Brasilien spielt das Thema der sozialen Ungerechtigkeit eine große Rolle. „Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Brasilien sehr groß“, bestätigt Andreas Nölke. Jedoch sei Brasilien das einzige Schwellenland, in dem die Ungleichheit in den letzten Jahren massiv abgebaut worden sei. „Brasilien hat stark in den Sozialstaat investiert; ein großer Teil der Bevölkerung kann sich nun erstmals Konsumgüter leisten.“ Ein Problem sei aber sicherlich die hohe private Verschuldung.

Im Unterschied zu Schwellenländern wie Indien und China gehe der wirtschaftliche Aufschwung einher mit einer Partizipation der unteren Schichten  an der Politik: „Mit Präsident Lula wurde erstmals auch die untere Klasse als politischer Akteur ernst genommen“, erläutert der Politologe Christian May. Die zahlreichen Proteste im Vorfeld der Weltmeisterschaft seien auch Ausdruck eines erwachten politischen Bewusstseins. Die eher links orientierte Regierung, ergänzt Simone Claar, stehe einerseits aufseiten der sozialen Bewegung, müsse aber andererseits die strikten Vorgaben der FIFA zur Durchführung der WM erfüllen. Dieser Grundkonflikt müsse noch stärker in den Medien reflektiert werden.

Publikation
Andreas Nölke, Christian May u. Simone Claar (Hrsg.): Die großen Schwellenländer. Ursachen und Folgen ihres Aufstiegs in der Weltwirtschaft. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2014.

Kontakt:
Prof. Andreas Nölke, Arbeitsschwerpunkt Internationale Beziehungen und Internationale Politische Ökonomie, Fachbereich 03 - Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-36501 (Sekretariat) a.noelke@soz.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 12 2014
12:53

Frankfurter Tag der Rechtspolitik nimmt Bedingungen an der Stiftungsuniversität in den Fokus

Wie autonom ist die Frankfurter Rechtswissenschaft?

FRANKFURT. „Autonome Rechtswissenschaft unter den Bedingungen der Stiftungsuniversität?“ – dieses Thema steht dieses Jahr im Mittelpunkt des Frankfurter Tags der Rechtspolitik. Am Mittwoch, 18. Juni, finden im Hörsaal 1 im Hörsaalgebäude auf dem Campus Westend Vorträge und eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Als Referenten geladen sind der ehemalige Präsident der Goethe-Universität und Öffentlich-Rechtler Rudolf Steinberg, Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann sowie der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano.

Hat die Umwandlung in eine Stiftungsuniversität zum Niedergang der kritischen Frankfurter Rechtswissenschaft geführt? Oder sind dadurch gar ein größerer Spielraum und mehr Eigenverantwortung für den Fachbereich entstanden? Führt Drittmittelorientierung zu Auftragsforschung? Und wie ist es angesichts der Vorgaben durch das Deutsche Richtergesetz und das Hessische Juristenausbildungsgesetz überhaupt um die Autonomie im Studium der Rechte bestellt? Nach der Eröffnung durch den Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, Professor Georg Hermes, und den Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, Thomas Metz, sollen diese Fragen in Vorträgen und auf dem Podium kontrovers diskutiert werden.

Über die „Stärkung rechtswissenschaftlicher Autonomie in der Stiftungsuniversität“ wird Rudolf Steinberg sprechen, der als „Vater“ der Rückkehr zur Stiftungsuniversität gilt. Mögliche Schattenseiten dieser Verbindung zeigt Andreas Fischer-Lescano in seinem Vortrag über „Ironie der Autonomie. Die Rechtswissenschaft im Pakt mit der ökonomischen Macht“ auf. Und Eva Kühne-Hörmann, die Hessische Justizministerin, wird als weiteren Maßstab autonomer Rechtswissenschaft die gesetzlichen Grundlagen der Juristenausbildung ins Spiel bringen in ihrem Vortrag über „Die Befähigung zum Richteramt – Maßstab autonomer Rechtswissenschaft“.

An der Podiumsdiskussion am Nachmittag nehmen außer den Vortragenden der Frankfurter Rechtswissenschaftler Theodor Baums und Max Pichl vom „Arbeitskreis kritischer Jurist_innen“ Frankfurt am Main teil.

Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik wird seit 1992 jährlich vom Hessischen Ministerium der Justiz in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität veranstaltet.

Informationen: Dr. Susanne Pelster, Geschäftsführung Dekanat, Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069 798-34205; Fax 069 798-34530, Pelster@jur.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 12 2014
11:15

Europäische Physikalische Gesellschaft würdigt das Labor Otto Sterns in Frankfurt

Einer der bedeutendsten Orte der Physik

FRANKFURT. Das Laborgebäude, in dem Otto Stern, Physiker an der Universität Frankfurt, seine 1943 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Experimente mit Molekularstrahlen durchführte, ist in die Liste der historisch bedeutenden Orte der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS) aufgenommen worden. Die von Stern entwickelte Molekularstrahltechnik sei die vielleicht erfolgreichste Experimentiertechnik der modernen Quantenphysik und –chemie, so die EPS in ihrer Begründung. An dem Gebäude in der Robert-Mayer-Straße 2-4 wird im Rahmen einer Erinnerungs-Zeremonie eine Plakette angebracht.

Das 2011 von der EPS ins Leben gerufene Programm „Historic sites“ zeichnet Laboratorien, Gebäude, Institutionen oder Universitäten aus, an denen herausragende physikalische Entdeckungen stattfanden. Otto Stern und Walter Gerlach konnten 1921 mit der Molekularstrahlmethode erstmals nachweisen, dass Atome ein magnetisches Moment haben. 1922 führten sie hier das berühmte Stern-Gerlach-Experiment aus, das die Richtungsquantelung im Magnetfeld nachweist.

Seit dem Umzug des Fachbereichs Physik vom Stadtteil Bockenheim auf den Campus Riedberg gehört das Gebäude zur Senckenbergischen Stiftung. Es ist nach wie vor das Zuhause des Physikalischen Vereins, der 1824 als ältester Physikalischer Verein Deutschlands von Frankfurter Bürgern gegründet wurde.

Informationen: Prof. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47002, hsb@atom.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jun 11 2014
12:28

100 Jahre Goethe-Universität: „Burg“-Schauspieler und international gefeierter Film-Darsteller Klaus Maria Brandauer kommt auf Einladung der Universität Frankfurt und der Steirischen Landesregierung nach Frankfurt / Medienöffentlicher Probentermin um 14.30 Uhr!

„Faust-Stoff gehört zu den Säulen unserer Zivilisation.“

FRANKFURT. Die Jubiläumsfeierlichkeiten der Goethe-Universität nehmen Anlauf zu einem weiteren kulturellen Höhepunkt: Zu Gast mit einer musikalischen und szenischen Lesung unter dem Titel „Faust … ein gefesselter Prometheus?!“ ist am 12. Juni 2014 der bekannte Schauspieler Klaus Maria Brandauer zusammen mit dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten Arno Waschk.

Brandauer selbst sagte in einem Exklusivinterview für die Zeitung UniReport über sein Frankfurter Programm, dieses weise über Goethes Faust-Figur hinaus: „Der Abend heißt „Faust… ein gefesselter Prometheus...?!“ und reicht von der Antike über das Volksbuch bis in die Gegenwart. Der Faust-Stoff gehört zu den Säulen unserer Zivilisation und ich meine das jetzt gar nicht im bildungsbürgerlichen Sinne. Es ist ein universaler Mythos. In ihm spiegelt sich eine besondere Facette unseres Daseins, das Nachfragen, das Sichnichtzufriedengeben – manchmal auf eine sehr deutsche Weise. Für Faust ist das Leben eine Reise ins Ungewisse, zwar mit Anfang und Ende, aber mit unvorhersehbarer Wegstrecke. Das finde ich spannend und das macht ihn so heutig.“

Über den Beruf des Schauspielers sagt er: „Schauspieler kann man nicht werden, sondern nur sein. Neben dem Handwerkszeug, ohne dass es nicht geht, das man aber lernen kann und muss, geht es um eine bestimmte Form der Präsenz, ein Vermögen, sich mitzuteilen, die Bereitschaft, das eigene Erleben einfließen zu lassen. Es braucht den Zugriff auf das eigene gelebte Leben. Dass ist die wichtigste Ressource des Schauspielers.“

Seit Anfang der siebziger Jahre ist Klaus Maria Brandauer einer der gefragtesten Schauspieler auf deutschsprachigen Bühnen. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Shakespeares Romeo, Schillers Fiesco, Büchners Leonce und der Prinz in Lessings Emilia Galotti, welchen er in der legendären Inszenierung von Fritz Kortner spielte. Seit 1972 ist er Mitglied am Wiener Burgtheater, dessen Ehrenmitglied er heute ist und wo er als Don Carlos, als Ferdinand, als Tartuffe, über hundert Mal als Hamlet und als Lessings Nathan der Weise aufgetreten ist. Im Dezember 2013 kehrte er als König Lear an sein Stammhaus zurück.

Im Jahr 2007 spielte er den Wallenstein in der zehnstündigen Inszenierung von Peter Stein am Berliner Ensemble. Zusammen mit Peter Stein erarbeitete er ebenfalls den Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug und die Titelrolle in Sophokles Ödipus auf Kolonos. Mit dieser Produktion kehrte er im Sommer 2010 zu den Salzburger Festspielen zurück, wo er bis 1990 den Jedermann gespielt hatte.

Neben seiner schauspielerischen Arbeit führt Klaus Maria Brandauer immer wieder Regie. Sein Debüt gab er bereits 1964 in Salzburg mit Aimée von Heinz Coubier. In den letzten Jahren inszenierte er Esther Vilars Speer in Berlin und London, Hamlet am Wiener Burgtheater, Richard Wagners Lohengrin an der Oper Köln und Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper im Berliner Admiralspalast. Klaus Maria Brandauer gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die weltweite Anerkennung gefunden haben. 1970 gab er in der Hollywood-Produktion The Salzburg Connection sein Filmdebüt. Im Laufe der Jahre folgten der James Bond-Streifen Never Say Never Again, Out Of Africa, White Fang, Streets Of Gold, Rembrandt und Introducing Dorothy sowie erst kürzlich Tetro in der Regie von Francis Ford Coppola. Mit seinem Freund István Szabó schuf er die Filmtrilogie Oberst Redl–Mephisto-Hanussen. Als Regisseur verfilmte er Georg Elser – Einer aus Deutschland und Mario und der Zauberer von Thomas Mann.

Klaus Maria Brandauer ist ordentlicher Professor am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, Ehrendoktor der Universität Tel Aviv und der Universität Salzburg, Ehrenbürger von Altaussee in der Steiermark und Haynes in Alaska. Wichtig ist ihm das Spiel mit verschiedenen Rollen: „Zuschauer, Schauspieler, Regisseur – nichts möchte ich immer und ausschließlich sein müssen. Theater und Film – auf keines von beiden möchte ich mich immer und ausschließlich festlegen müssen. Ich brauche das Spiel der Möglichkeiten. Ich brauche die Möglichkeiten des Spiels. Bleiben tu’ ich mir nicht. Noch nicht.“ Arno Waschk dirigierte 2009 Musiktheater-Uraufführungen von Sören Nils Eichberg in Tangermünde sowie von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa am Burgtheater Wien, für das er zahlreiche eigene Kompositionen beisteuerte. Für die Burgtheater-Inszenierung von Faust I von Matthias Hartmann Im September 2009 komponierte er die Bühnenmusiken. Zudem war er an Schönbergs Moses und Aron auf der Ruhrtriennale sowie an der Uraufführung von Proserpina von Wolfgang Rihm in Schwetzingen beteiligt. Seit 2008 spielte er in Matthäuspassion (Regie: Sebastian Hartmann) am Centraltheater Leipzig. Er tritt regelmäßig als Klavierpartner von Klaus Maria Brandauer auf.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl erklärte: „Der Abend mit Klaus Maria Brandauer stellt einen besonderen Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr dar. Ich danke Herrn Brandauer für seine Bereitschaft und sein großes Engagement und dem Land Steiermark und der steirischen Landesregierung für die nachhaltige Unterstützung dieser Veranstaltung und die Organisation eines steirischen Abends. Einmal mehr zeigt sich im Jubiläumsjahr, dass internationale Zusammenarbeit großartige Ergebnisse hervorbringen kann.“

Der für Wirtschaft, Europa und Kultur verantwortliche Landesrat der steirischen Landesregierung, Dr. Christian Buchmann, betonte: „Seit vielen Jahren besteht eine enge politische Kooperation und Freundschaft zwischen der Steiermark und dem Land Hessen. Der 100. Geburtstag der Goethe-Universität ist der denkbar beste Anlass, auf diese enge Verbindung hinzuweisen und diese angemessen zu feiern. Wir freuen uns auf einen großartigen Abend in Frankfurt, mit dem das Land Steiermark einen wichtigen Beitrag für das Hochschuljubiläum leistet.“

Der für das Jubiläum federführende Vizepräsident und gebürtige Steirer, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, der mit seinen Kontakten in sein Heimatland die Veranstaltung anbahnte, sagte, dieser Abend biete auch Gelegenheit, die intensive Zusammenarbeit zwischen Hessen und dem Land Steiermark weiter zu vertiefen. Graz verfüge über eine der besten Universitäten Österreichs. Eine stärkere Kooperation  zwischen beiden Universitäten zum Beispiel im Bereich der Medizin und Biowissenschaften sei sehr wünschenswert. Hierzu werde es mit der politisch hochrangigen Delegation aus der Steiermark in Frankfurt weitere Gespräche geben.

Im Anschluss an die Lesung lädt das bei der Veranstaltung ebenfalls gastgebende Land Steiermark zu einem Steirischen Abend ein. Dieser dient der Präsentation kulinarischer und musikalischer Genüsse des österreichischen Bundeslandes. Der Steirische Abend steht geladenen Gästen offen.

Hinweise für die Medien: Anstatt eines Medientermins bietet Herr Brandauer Medienvertretern die Möglichkeit, am 12. Juni von 14:30 bis 14.45 Uhr an einer Probe zu „Faust … ein gefesselter Prometheus?“ im Hörsaal 1+2 teilzunehmen (Adresse: Goethe-Universität, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt). Hier können vom Ablauf der Probe Bild- und Tonaufnahmen hergestellt werden. Zugelassen sind nur akkreditierte Journalisten. Es bestehen jedoch nach derzeitigem Stand keine Möglichkeiten für individuelle Interviews.

Der Künstler legt großen Wert darauf, dass während der abendlichen Lesung keine Ton- und Bildaufnahmen hergestellt werden. Diese Möglichkeit besteht erst nach dem Schlussapplaus. Akkreditierungen bitte unter der E-Mail-Adresse: ott@pvw.uni-frankfurt.de Hinweise für Interessente: Die Veranstaltung ist leider bereits vollständig ausgebucht. Zusätzliche Kartenwünsche können daher nicht mehr berücksichtigt werden. Eine Übertragung der Lesung in andere Hörsäle der Universität ist aus technischen Gründen leider nicht möglich.

Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 11 2014
10:33

Faszination Gehirn: experimentieren, erleben und verstehen Gemeinnützige Hertie-Stiftung fördert im Jubiläumsjahr der Goethe-Universität innovative Lehreinrichtung für Schüler mit 318.000 Euro

Neues Schülerlabor für Hirnforschung an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität Frankfurt richten ein Schülerlabor ein, in dem Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise des menschlichen Gehirns kennen lernen und sich intensiv mit den Methoden der Neurowissenschaften auseinander setzen können. Die Goethe-Universität wird die Räumlichkeiten und die personelle Leitung des Schülerlabors zur Verfügung stellen, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung übernimmt die Ausstattung des Labors und die Betriebskosten für eine Laufzeit von zunächst drei Jahren in Höhe von knapp 320.000 €. Ab Sommer 2015 sollen jährlich 1000 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Umgebung das Schülerlabor nutzen können.

Kinder und Jugendliche sind für die Gemeinnützige Hertie-Stiftung eine wichtige Zielgruppe, für die spezielle Projekte entwickelt werden. „Das Schülerlabor Neurowissenschaften erweitert unser Portfolio in hervorragender Weise. Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Zudem verstehen wir es als Geschenk an die Goethe-Universität und an die Menschen der Stadt Frankfurt, der wir uns als Sitz der Stiftung besonderes verbunden fühlen“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Im Schülerlabor können Schulklassen ab der Mittelstufe  Experimente durchführen, die das Schulwissen zum Gehirn greifbar machen und die Faszination des Gehirns und seiner Erforschung vermitteln. Themen wie Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, aber auch das Wissen über Prozesse im gesunden und kranken Gehirn werden hier zum Leben erweckt.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich die Hertie-Stiftung zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität für die wissenschaftliche Nachwuchsarbeit und Lehrforschung einsetze: „Mit einem Schülerlabor Neurowissenschaften konkretisieren die Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität gemeinsam die Idee einer Bürgeruniversität. Mit diesem Neuro-Labor ermöglichen wir Schülerinnen und Schülern die unmittelbare Begegnung mit Wissenschaft und Wissenschaftlern auf einem spannenden Forschungsfeld und unseren Lehramtsstudenten einen praktischen Anwendungsbezug“, so der Präsident. „Insofern entsteht das Schülerlabor zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Goethe-Universität erweitert damit ihr Angebot für Schülerinnen und Schüler. Prof. Paul Dierkes, der bisher schon im Rahmen der Lehramtsausbildung das „Goethe-BioLab“ in den Biowissenschaften leitet, sprach von „faszinierenden neuen Möglichkeiten“, die sich mit dem neuen Labor und seiner apparativen Ausstattung für die Verbesserung der Lehre und Lehrforschung ergeben. „Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Universität in den Schulunterricht ist ein wichtiges Ziel unserer fachdidaktischen Forschung.  Das geplante Schülerlabor eröffnet Lehramtsstudierenden als Lehr-Lern-Labor eine Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens in einem wissenschaftlich hoch attraktiven Feld.“