​​​​Pressemitteilungen ​

Veranstaltungen

Mai 8 2014
11:06

100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität

Einzeln & Gemeinsam.

FRANKFURT. Zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität eröffnet am 8. Mai die Ausstellung „Einzeln & Gemeinsam. 100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität“. Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Verena Specht-Ronique und Anja Wolde haben diese Ausstellung begleitend zum gleichnamigen Buch konzipiert, das an diesem Tag ebenfalls der Öffentlichkeit vorgestellt wird (Lutz, Schmidbauer, Specht-Ronique, Wolde (Hg.): Einzel & gemeinsam – 100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität, Frankfurt 2014, 124 S., ISBN: 978-3-00-045686-2, zu beziehen über das Büro für Gleichstellung der Goethe Universität, Kontakt: Tel.: 069/798-18698, E-Mail: gleichstellungsbuero@uni-frankfurt.de).

Wissenschaftlerinnen, Stifterinnen, Studentinnen und Verwaltungsmitarbeiterinnen haben die Goethe-Universität in den vergangenen 100 Jahren stark geprägt – und die Universität sie. Gleichwohl ist das „weibliche Gesicht“ der Goethe-Universität noch weitgehend unbekannt. Mit dem Buch- und Ausstellungsprojekt soll sich dies ändern. Aus einem Konglomerat von Zeitdokumenten und Interviews zeichnen die Herausgeberinnen in über 50 Kurzportraits Lebensmomente unterschiedlicher Frauen nach: Sie haben sich in Forschung und Lehre verdient gemacht, in den Jahren ihres Wirkens zur Internationalisierung, Liberalisierung, Demokratisierung und zum wissenschaftlichen Ruhm der Universität beigetragen oder waren auf andere besondere Weise Vorbild.

Diese Portraits - u.a. von Silvia Bovenschen, Wilhelmine Willkomm, Seyla Benhabib, Marion Gräfin Dönhoff, Jutta Ebeling, Henriette Fürth, Margarete Mitscherlich, Renate Lingor oder Paula Reinhard - stehen stellvertretend für viele weitere weibliche Persönlichkeiten, deren Lebensleistungen, Souveränität und tiefgreifendes Wirken innerhalb verschiedenster historischer und gesellschaftlicher Koordinaten sichtbar gemacht werden sollten.

Die Ausstellung ist vom 8. bis 19. Mai in Frankfurt am Main, auf dem Campus Westend, im Foyer des I.G.-Farben-Gebäudes, Grüneburgplatz 1, zu sehen sowie vom 22. bis 27. Mai in der Zentralbibliothek der Frankfurter Stadtbücherei , Hasengasse 4.

Die Vernissage am 8. Mai beginnt um 18.30 Uhr mit dem Vorzeigesingle Anton Le Goff. Er moderiert nicht nur das Grüne-Soße-Festival, sondern irrt seit Jahren in seinen Kabarett-Programmen durch die unübersichtlichen Gräben des Geschlechterkampfes und taucht tief ein in das Anti-Wellnessbad der Gefühle. Mit Studienplänen kennt er sich kaum aus, die verworrenen Lebenspläne von Männern und Frauen aber präsentiert er auf amüsante Art und Weise.

Am 22. Mai beginnt die Vernissage in der Stadtbücherei um 19.30 Uhr mit einem Vortrag von Ute Gerhard, der ersten Inhaberin des Frankfurter Frauenlehrstuhls, zu 100 Jahre Frauenstudien an der Universität Frankfurt. Dieser Vortrag eröffnet zugleich die interdisziplinäre Konferenz „Ausschließende Einschließung? – 100 Jahre Frauen und Wissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main“.

Ansprechpartnerinnen:

Projektleitung:

Dr. Anja Wolde, Frauenbeauftragte und Leiterin des Gleichstellungsbüros
Tel.: +49 (0)69 798 - 1 81 00
E-Mail: wolde@em.uni-frankfurt.de

Dr. Marianne Schmidbaur, wiss. Koordinatorin des Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse
Tel.: +49(0)69-798 - 3 51 03
E-Mail Schmidbaur@soz.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Helma Lutz, Professur für Frauen- und Geschlechterforschung, FB 03
Tel.: +49 69 798 - 3 66 15
E-Mail: lutz@soz.uni-frankfurt.de

Projektkonzeption und –koordination:

Verena Specht-Ronique
V.Specht-Ronique@vdv.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 7 2014
11:23

Die Frankfurter Bürger-Universität lädt dazu ein, deutsche Biografien kennen zu lernen

Wie wir wurden, wer wir sind

FRANKFURT. „Wie wir wurden, wer wir sind“ – eine Frage, die uns alle interessiert, wird zum wiederholten Male im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität gestellt und exemplarisch beantwortet. Die von Prof. Tilman Allert kuratierte Vortragsreihe stellt bereits im vierten Sommersemester in Folge prominente deutsche Lebensläufe vor und zeigt dabei, wie persönliches und öffentliches Schicksal ineinander greifen. An sechs Montagabenden werden die Biografien von Caterina Valente, Ludwig Erhard, Theodor W. Adorno, Armin Müller-Stahl und Horst Janssen in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt vorgestellt. Im universitären Jubiläumsjahr steht insbesondere auch die Person Ludwig Erhards im Fokus: Über seinen akademischen Lehrer Franz Oppenheimer, ab 1919 erster deutscher Lehrstuhlinhaber für Soziologie an der Goethe-Universität, hat der frühere Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wesentliche Impulse für die spätere Entfaltung der Sozialen Markwirtschaft erfahren.

Den Anfang der Reihe macht am 12. Mai 2014 Romy Schneider. Ihr Werdegang verkörpert wie kaum ein anderer das spannungsreiche Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich. Neben Marlene Dietrich und Hildegard Knef zählte sie zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die internationalen Ruhm erlangen. Die Basis für diesen Erfolg hatte sie in Frankreich und nicht in ihrem Heimatland gelegt. Biografien, wie die von Romy Schneider, machen die Geschichte eines Landes oftmals greifbarer, denn diese wäre im wahrsten Sinne gesichtslos ohne die Lebensläufe, die es füllen. Nicht selten dienen Biografien auch der Identifikation oder Inspiration – lassen Sie sich überraschen!

Wie immer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe auch zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen für die Bürgerinnen und Bürger Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets offen. Im Jubiläumsjahr – die Goethe-Universität begeht im Oktober 2014 ihren 100. Geburtstag – können wir Ihnen zudem einige weitere Veranstaltungshighlights präsentieren. So übernimmt im Sommersemester Daniel Kehlmann die Poetikvorlesung. Kehlmann ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autor der Nachkriegszeit. Der österreichische Schauspieler Klaus-Maria Brandauer besucht im Juni die Frankfurter Universität für eine Lesung aus Goethes Faust. Die „Week of Science“ lädt bereits vorher, vom 1. bis 7. Juni 2014, auf den Campus Riedberg ein. Und am 29. Juni spielen das Skyline Symphony Orchester und am 17. Juli das Akademische Orchester jeweils ein Festkonzert.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de anfordern.

Folgende Termine und Biografien erwarten Sie im Sommersemester:

12. Mai 2014
Romy Schneider
„Ich war noch nie Sissi“
Referent: Prof. Tilman Allert, Goethe-Universität

19. Mai 2014
Caterina Valente
„Wo meine Sonne scheint“
Referent: Dieter Bartezko, Frankfurter Allgemeine Zeitung

26. Mai 2014
Ludwig Erhard
„Wohlstand für alle“
Referent: Prof. Werner Plumpe, Goethe-Universität Frankfurt

02. Juni 2014
Theodor W. Adorno
„Patriot der eigenen Kindheit“
Referent: Reinhard Pabst, freier Autor

30. Juni 2014
Armin Müller-Stahl
„In der DDR gingst du spazieren, in der BRD musst du laufen“
Referentin: Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

14. Juli 2014
Horst Janssen
„Wen die Götter lieben, den lassen sie spinnen“
Referent: Prof. Tilman Allert, Goethe-Universität Frankfurt

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Wichtige Hinweise: Alle Veranstaltungen finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main) statt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de 

Hochschulpolitische Themen

Mai 6 2014
13:56

Chemiker Kyriacos Costa Nicolaou ist diesjähriger Rolf-Sammet-Professor

Der Herr der Naturstoff-Synthese

FRANKFURT. Kyriacos Costa Nicolaou gilt als einer der weltweit kreativsten und brillantesten organischen Chemiker. Jeder Chemiestudent kennt ihn als Autor der Lehrbuchreihe "Classics in Total Synthesis". Für ein Laienpublikum hat der aus Zypern stammende Forscher sein Fachgebiet, die Synthese von Natur- und Wirkstoffen, in dem Buch „Molecules that Changed the World“ veranschaulicht. Zu den strukturell komplexen Molekülen, die Nicolaou im Laufe seiner Karriere synthetisiert hat, gehören das Antibiotikum Vancomycin und das bedeutende Krebsmedikament Taxol. In der Woche vom 12. bis 16. Mai 2014 kommt er als Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessor an die Goethe-Universität.

Sein Verdienst besteht in der Entwicklung von Methoden und ihrer erfolgreichen Anwendung in Totalsynthesen komplexer Naturstoffe. Indem Nicolaou diese Moleküle im Labor synthetisiert, kann er in der Natur seltene oder überhaupt nicht vorkommende Moleküle für Forschungszwecke in größeren Mengen herstellen. Auf diese Weise kann er potentielle Wirkstoffe testen und, wenn erfolgreich, als Arzneimittel in großer Reinheit und Menge verfügbar machen. Darüber wird der heute in den Vereinigten Staaten lebende Forscher in einer öffentlichen Vorlesung am Montag, dem 12. Mai 2014 um 17:00 Uhr im Hörsaal B1 des Biozentrums auf dem Campus Riedberg berichten.

Welche Bedeutung die Totalsynthese seltener Naturstoffe oder gänzlich neuer Typen komplexer organischer Moleküle für die Medizin hat, erklärt Nicolaou am 13. Mai 2014 um 18:00 Uhr auf dem Campus Niederrad für Mediziner. Auf die Kunst der Synthese und wie man diese Studenten erklären kann, geht er mit Hilfe der Totalsynthese des Krebsmedikaments Taxol am Mittwoch, 14. Mai 2014 um 17:00 Uhr auf dem Campus Riedberg ein. Mit einer wissenschaftlichen Highlight-Vorlesung am Freitag, 16. Mai 2014, endet die intensive Woche in Frankfurt.

Geboren 1946 in Zypern, studierte Nicolaou ab 1964 Chemie in London. Nach seiner Promotion ging er zunächst als Postdoktorand an die Columbia University und die Harvard Universität. Seine erste Professur erhielt er an der University of Pennsylvania. Nach mehr als einem Jahrzehnt nahm er 1989  einen doppelten Lehrauftrag am Scripps Research Institute und der University of California in San Diego an. Er hat über 700 Fachartikel und besitzt mehr als 60 Patente.

Die Rolf-Sammet-Gastprofessur zählt zu den ältesten Gastprofessuren an der Goethe-Universität und wird heute vom Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität vergeben. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Chemie/Biochemie nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen. Neben Vorlesungen, Seminar- und Laborbesuchen gehören dabei auch öffentliche Vorträge an der Universität Frankfurt zum Programm. Von den 28 bisherigen Preisträgern haben 10 inzwischen den Nobelpreis in Chemie oder Medizin erhalten.

Weitere Informationen zur Rolf-Sammet-Professur: http://www2.uni-frankfurt.de/46321548/sammet

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mai 5 2014
17:01

Der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität stellt sich am 8. Mai am Campus Niederrad vor.

Infotag Medizin

FRANKFURT. Führungen durch die Kliniken, Vorträge, praktische Übungen oder auch individuelle Einzelberatung: Der Infotag Medizin an der Goethe-Universität bietet auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm. Er richtet sich in erster Linie an diejenigen, die im Wintersemester 2014/2015 ein Studium der Medizin oder der Zahnmedizin beginnen möchten. Die Einrichtungen des Fachbereichs 16 geben einen anschaulichen Einblick in ihre Aktivitäten. Interessierte können sich einen Überblick über das Lehrangebot der Studiengänge Medizin und Zahnmedizin verschaffen und ihre Fragen an Lehrende und Studierende richten.

„Zulassung zum Studium - Wie komme ich an meinen Studienplatz?“ – in diesem Vortrag wird Hannah Pohl-Ingendahl von der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität Fragen unter anderem zu Quoten, Ortsverteilung, Wartezeit und Auswahl der Hochschulen behandeln. Im Seminar „Meet the student“ werden Studierende der Medizin aus dem vorklinischen Studienabschnitt Aspekte wie Arbeiten neben dem Studium, Auslandspraktika oder Wohnen erörtern.

Infotag Medizin
Zeit: ab 8.30-17.00 Uhr
Ort: Campus Niederrad (Gelände des Universitätsklinikums)

Mehr Infos zum Programm und zur Anmeldung unter http://www.med.uni-frankfurt.de/bewerbung/infotag/index.html

Veranstaltungen

Mai 5 2014
13:02

Neues Giersch Science Center auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität bietet Platz für 250 Wissenschaftler

Ein gemeinsames Domizil für Schwerionenforscher

Medieneinladung

Europas größtes Forschungsprojekt in der theoretischen Physik „HIC for FAIR“, ein vom Land Hessen unterstütztes LOEWE-Zentrum (Landesoffensive für ökonomische und wissenschaftliche Exzellenz), verfügt erstmals über ein gemeinsames Gebäude. Mit der Fertigstellung des Giersch Science Centers (GSC) auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität können dort in den nächsten Monaten 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Rhein-Main-Gebiet und Hessen einziehen. Neben der Goethe-Universität Frankfurt als Sprecher-Hochschule von HIC for FAIR (Helmholtz International Center for Facility for Antiproton and Ion Research) sind daran beteiligt die Technische Universität Darmstadt, die Justus-Liebig-Universität Gießen, das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung sowie das FIAS - Frankfurt Institute for Advanced Studies.

Wir möchten Ihnen das neue Gebäude und die dort geplanten Aktivitäten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einem Mediengespräch vor Ort 

am Mittwoch, den 7. Mai 2014, Beginn: 11:00 Uhr,
Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Faculty Lounge,
Campus Riedberg, Ruth-Moufang-Str. 1, 60438 Frankfurt 

vorstellen. Im Anschluss an das Mediengespräch besteht gegen 11:45 Uhr die Möglichkeit für eine Besichtigung des Gebäudes. Ihre Gesprächspartner:

  • Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt
  • Carlo Giersch, Senator E.h., Stiftung Giersch, Finanzierung und Bau des Gebäudes
  • Prof. Markus Bleicher, Direktor HIC for FAIR

Über Ihr Interesse freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Veranstaltungen

Mai 5 2014
13:00

Wissenschaftliche Beraterin der TV-Sendung zu Gast auf dem Riedberg

Wie realistisch ist „Breaking Bad“?

FRANKFURT. Mit einem Vortrag von Prof. Donna J. Nelson, der wissenschaftlichen Beraterin der Kultserie „Breaking Bad“, feiert das JungChemikerForum Frankfurt am 12. Mai ab 18:15 Uhr in Hörsaal 3 des Otto-Stern-Zentrums sein jährliches Sommerfest auf dem Campus Riedberg. Eingeladen sind die Studierenden der naturwissenschaftlichen Fächer und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Ein Anliegen von Donna Nelson, Professorin für organische Chemie an der Universität von Oklahoma, ist die Darstellung von Wissenschaft in der Öffentlichkeit zu verbessern. So entstand von 2008 bis 2012 die Zusammenarbeit mit dem Sender AMC TV. In ihrem Vortrag in englischer Sprache wird Nelson darüber berichten, welche Kompromisse eingegangen werden müssen, um trotz wissenschaftlicher Genauigkeit eine unterhaltsame Serie zu produzieren.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Im Anschluss besteht bei einem Imbiss Gelegenheit zur Diskussion

Informationen: Julian Scherr, JungChemikerForum, , Tel.: 015253379253, Julian.scherr@jcf-ffm.de; www.jcf-ffm.de

Veranstaltungen

Mai 2 2014
13:39

Kunsthistoriker Klaus Krüger hält Vortrag in der Reihe „Kantorowicz Lectures in Political Language“

Die Macht der Bilder

FRANKFURT. Die „Kantorowicz Lectures in Political Language“, die das Frankfurter Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften seit 2012 jährlich veranstaltet, werden mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Klaus Krüger, FU Berlin am Mittwoch (7. Mai) fortgesetzt. Der Kunsthistoriker spricht über das Thema „Politik der Evidenz. Öffentliche Bilder als Bilder der Öffentlichkeit“.

Krüger wird in seinem Vortrag, der um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411), Campus Westend beginnt, zeigen, wie Bilder einer politisch, religiös oder kulturell verfassten Öffentlichkeit glaubhafte Evidenz und damit zugleich die Geltungskraft des Faktischen verleihen. Seit dem Spätmittelalter werden Bilder durch eine neue Visualisierungskraft zum festen Bestandteil öffentlichen Handelns. Sie werden zu Symbolen der Körperschaften und Institutionen und tragen so maßgeblich dazu bei, Ziele des sozialen Zusammenhalts bzw. der Abgrenzung auszuhandeln.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Apr 30 2014
14:51

Preisverleihung mit Rahmenprogramm auf dem Campus Westend

Josef Popper Nährpflicht-Stiftung vergibt Forschungspreis 2013

FRANKFURT. Mit drei Forschungspreisen und einem Sonderpreis zeichnet die Josef Popper Nährpflicht-Stiftung wieder wissenschaftliche Arbeiten aus. Als Gastredner der Preisverleihung am 8. Mai auf dem Campus Westend werden Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, und Dr. Peter Krause, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, erwartet.

Mit dem Preis der JPN-Stiftung werden in mehrjährigen Abständen Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen, die sich mit Themen wie Armut und soziale Grundsicherung befassen, ausgezeichnet. Josef Popper war ein 1838 geborener Ingenieur und Sozialphilosoph, der insbesondere in seinem Hauptwerk von 1912 „Die Allgemeine Nährpflicht“ für die Einführung einer allgemeinen Grundsicherung plädierte.

Donnerstag, 8. Mai, 18.00 Uhr, im Eisenhower-Saal (1.314), IG-Farben-Gebäude, Campus Westend.

Programm

Einführung
Prof. Wolfgang Glatzer, Goethe-Universität: Josef Popper (1838-1921) – Ein Pionier der Armutsbekämpfung

Grußwort
Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität

Ansprache
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. Frankfurt: Armut im Schatten von Reichtum.

Gastvortrag
Peter Krause, DIW: Einkommensarmut und multiple Deprivation in Deutschland 1995-2012/13

Gitarrenrecital von Stefan Hladek

Verleihung der drei Forschungspreise an:
Melanie Bertl (Masterarbeit); Mirjana Malesevic (Diplomarbeit); Patrick Sachweh (Dissertation)

Gitarrenrecital

Verleihung des Sonderpreises

Der dritte Reichtums- und Armutsbericht der evangelischen Kirche im Hochtaunus. Laudatio: Richard Hauser

Anschließend findet ein Umtrunk mit Imbiss statt.

Anmeldungen bitte an Ruth Hasberg (Hasberg@em.uni-frankfurt.de)

Veranstaltungen

Apr 30 2014
14:48

Ausstellung im Foyer des IG-Farben-Gebäudes würdigt Frauen, die an der Goethe- Universität gearbeitet, geforscht oder studiert haben

Einladung zum Mediengespräch: 100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Der 100. Geburtstag der Goethe-Universität wird durch ein weiteres, ungewöhnliches Ausstellungs- und Buchprojekt bereichert: Am 8. Mai eröffnet „Einzeln & Gemeinsam. 100 Jahre starke Frauen an der Goethe-Universität“. Die Hochschule widmet sich mit dieser Schau erstmals jenen Frauen - Wissenschaftlerinnen, Stifterinnen, Studentinnen und Verwaltungsmitarbeiterinnen - , die das Leben der Universität in den letzten 100 Jahren entweder eher im Verborgenen mitgeprägt, oder hier ihre Karriere begonnen haben, unter ihnen Marion Gräfin Dönhoff, Margarete Mitscherlich, Jutta Ebeling, Henriette Fürth, Silvia Bovenschen, Wilhelmine Willkomm, Seyla Benhabib, Renate Lingor oder Paula Reinhard. Konzipiert wurde die Schau von Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Verena Specht-Ronique und Anja Wolde auf Basis des gleichnamigen Buches, das ebenfalls vorgestellt wird.

Vor der offiziellen Eröffnung laden wir Sie zu einem Mediengespräch mit anschließender Führung der Ausstellungsmacherinnen am  

Donnerstag, den 8. Mai 2014, 11.00 Uhr,
Goethe-Universität, Campus Westend, Foyer des IG-Farben-Gebäudes
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

ein. Ihre Gesprächspartnerinnen: 

 Bitte teilen Sie uns mit (Ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob Sie teilnehmen möchten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Forschung

Apr 30 2014
14:46

Wissenschaftsrat bewilligt NMR-Spektrometer der nächsten Generation

24 Millionen Euro für neues Großgerät mit Gebäude

FRANKFURT. Die Goethe-Universität gehört zu den wenigen Forschungseinrichtungen und ist die einzige Universität in Deutschland, die eines der zurzeit in Entwicklung befindlichen 1,2 Gigahertz-Spektrometer für Kernresonanzpektrometrie (engl.: Nuclear Magnetic Resonance (NMR)) anschaffen wird. Dafür bewilligte der Wissenschaftsrat eine Summe von 24,067 Millionen Euro. Dies ermöglicht es dem Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ), seine in Europa führende Stellung als NMR-Großforschungseinrichtung weiter auszubauen.

Die Mittel wurden nach Durchlaufen eines zweistufigen Auswahlverfahrens bewilligt, bei dem nach einer harten Vorauswahl acht der sechzehn Anträge in der zweiten Runde genehmigt wurden. 18 Millionen Euro gehen in die Anschaffung des NMR-Spektrometers, sechs Millionen in einen Anbau, der eigens für das neue Großgerät auf dem Campus Riedberg errichtet wird. Die Investitionsmittel werden je zur Hälfte vom Bund und vom Land Hessen aufgebracht.

Das NMR-Spektrometer mit einer Frequenz von 1,2 GHz nutzt mit Hochtemperatursupraleitern eine völlig neuartige Technologie, die von der Firma Bruker in Alzenau entwickelt wird. Es hat eine Höhe von vier Metern und ist circa 10 Tonnen schwer. „Mit diesem neuen Gerät können wir aufgrund der besseren Empfindlichkeit und der höheren Auflösung völlig neue Fragestellungen angehen und es sind wichtige Impulse für die in Frankfurt stark etablierte RNA- und Membranproteinforschung zu erwarten“, so Prof. Clemens Glaubitz, der geschäftsführende Direktor des BMRZ. „Mit Hilfe dieses Spektrometers werden wir Mechanismus von chemischen und biochemischen Reaktionen aufklären, indem wir kurzlebige Zwischenprodukte nun strukturell charakterisieren können.“

„Konnten wir uns bisher die Faltung und Fehlfaltung von Proteinen im Sekundentakt anschauen, so werden wir mit dem neuen Spektrometer um einen Faktor zehn schneller sein. Damit kommen wir in biologisch relevante Zeitskalen, was auch für dazu beiträgt, die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer besser zu verstehen“, erklärt Hauptantragsteller Prof. Harald Schwalbe vom BMRZ. „Ebenso eröffnen sich neue Möglichkeit, kurzlebige Proteine wie das Insulin oder Ribonukleinsäuren (RNAs) in der Zelle anzuschauen“,  erklärt Prof. Volker Dötsch, der Erfinder der in-Zell-NMR-Methode.

Neben sechs Professoren der Goethe-Universität gehören zu den Antragstellern auch eine Professorin des European Molecular Biology Lab (EMBL) in Heidelberg und eine Professorin der Technischen Universität Darmstadt. An der Goethe-Universität wird zudem eine neue Junior-Professur für NMR-basierte Strukturbiologie eingerichtet.

Informationen: Prof. Dr. Harald Schwalbe, Prof. Dr. Clemens Glaubitz, Prof. Dr. Volker Dötsch, Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ), Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de; glaubitz@em.uni-frankfurt.de, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Apr 29 2014
12:18

Astrophysiker René Reifarth erhält EU-Förderung über 2 Millionen Euro

Neues Experiment überprüft das Alter des Universums

FRANKFURT. Heutigen Schätzungen zufolge war der Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren. Wie nahe dieser Wert am tatsächlichen Alter des Universums liegt, hängt stark davon ab, ob die zugrunde gelegten Modelle richtig sind. Weil man diese nicht direkt überprüfen kann, hat Prof. René Reifarth ein neues Experiment vorgeschlagen, in dem er ein langsam zerfallendes radioaktives Element untersucht, das in den Sternen entsteht. Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert sein Vorhaben in den kommenden fünf Jahren mit einem Consolidator-Grant über zwei Millionen Euro.

Für sein Experiment verwendet Reifarth kosmologische Uhren – radioaktive Elemente, die in den Sternen entstehen und deren Halbwertszeit extrem lang ist. Sie zerfallen auf einer Zeitskala, die in etwa dem Alter des Universums entspricht. „Wenn ich zurückrechnen kann, wann die Produktion angefangen hat, weiß ich auch das Alter des Universums.“ Ähnliche Versuche hat es zwar schon früher gegeben, aber es stellte sich heraus, dass sie nicht aussagekräftig waren. Die Halbwertszeit der kosmischen Uhren kann nämlich bei der hohen Temperatur in den Sternen extrem verkürzt sein.

Der Prozess, den Reifarth ausgewählt hat, spielt sich in so genannten Roten Riesen ab. In diesen Spätstadien der Sterne stehen freie Neutronen zur Verfügung, die von dem schon vorhandenen Material eingefangen werden. Der Syntheseprozess beginnt beim Eisen und verläuft über das instabile Krypton-Isotop Kr-85 bis zum schweren Wismut. Am Kr-85 verzweigt sich der Prozess: nur ein Teil der Kerne fängt ein Neutron ein und bildet das langlebige Isotop Rubidium Rb-87, während ein anderer Teil radioaktiv zerfällt. „Wir können die Häufigkeit von Rb-87 nur als kosmische Uhr interpretieren, wenn wir die Produktion verstanden haben. Das ist bisher daran gescheitert, dass wir nicht wissen, wie wahrscheinlich der Neutroneneinfang in Kr-85 ist“, so Reifart.

Da Krypton-85 auf der Erde äußerst selten ist, wird Reifarts Arbeitsgruppe am Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität es aus dem stabilen Isotop Selen-82 herstellen. Das geschieht durch den Beschuss mit Alpha-Teilchen an einem Zyklotron der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, mit der Reifarth kooperiert. Für die anschließende Bestrahlung mit Neutronen wollen die Physiker die Frankfurter Neutronenquelle FRANZ verwenden. Sie entsteht zurzeit in der Experimentierhalle des Instituts für Angewandte Physik und soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sie wird dann eine der stärksten Neutronenquellen weltweit sein. Bis dahin sind Reifarth und seine Mitarbeiter mit dem Bau eines Gamma-Strahlen-Detektors beschäftigt, der aus den EU-Mitteln finanziert wird.

Messen wollen die Physiker insbesondere die Wahrscheinlichkeit für den Einfang von Neutronen. Dies ist nicht nur ein wichtiger Parameter für kosmologische Modelle, sondern hat auch einen praktischen Nutzen für die Reaktortechnik. Bei der Kernspaltung des Urans entsteht nämlich ebenfalls Krypton. Dieses fängt einen Teil der Neutronen im Reaktor ein, die dann für die Uranspaltung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ziel der Förderlinie „Consolidator Grants“ des ERC sind der Aufbau und die Konsolidierung eines unabhängigen exzellenten Forschungsteams in einem Zeitraum zwischen sechs und zwölf Jahren nach der Promotion. Die Kreativität junger, vielversprechender Wissenschaftlerinnen soll dabei gefördert und neue Ideen in die Forschungsfelder getragen werden.

Ein Bild zum Download finden Sie: hier.

Informationen: Prof. René Reifarth, Institut für Angewandte Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-47442, Reifarth@physik.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Apr 28 2014
12:59

Lesung auf dem Campus Westend

Johnny‘ feiert 100 Jahre Goethe-Uni

FRANKFURT. Wer ist eigentlich „Johnny“? So oder so ähnlich hieße der Namenspatron der (Johann Wolfgang) Goethe-Universität wohl heute. Und so wie Johann damals hat Johnny heute mit 30 Prosatexten, 10 Gedichten und 24 Illustrationen von Angehörigen der Goethe-Uni  auch einiges an Literatur und Kunst zu bieten. „Johnny“‘ ist nun fertig, und das Redaktionsteam feiert den 100. Geburtstag der Goethe-Universität mit einer öffentlichen Lesung: Zehn Autorinnen und Autoren tragen am 9. Mai (Freitag) ab 20 Uhr ihre Texte auf dem Campus Westend im Casino in Raum 1.811 vor. Bei Getränken und Snacks gibt es auch druckfrische Exemplare.

Seit einem Jahr haben Germanistik-Studierende anlässlich des Jubiläums für die Literaturzeitschrift „Johnny“ Texte und Illustrationen entworfen, gesammelt, lektoriert und layoutet. In ihren Kurzgeschichten und Gedichten haben sich Studierende und Lehrende aus verschiedenen Fachbereichen auf literarische und poetische Weise mit der Uni Frankfurt auseinandergesetzt – und das „gestern, heute und morgen“, so der Untertitel der Zeitschrift. „Auf 147 Seiten kommt jeder auf seine Kosten, ganz gleich ob Krimi- oder Science-Fiction-Fan“, so das Redaktionsteam. „Auch für Kunstinteressierte hat ‚Johnny‘ einiges zu bieten. Zwischen Prosa und Lyrik haben zahlreiche Fotografien und Zeichnungen ihren Platz gefunden.“

Die Spenden aus dem Verkauf von „Johnny“ kommen dem Zirkusprojekt der Friedrich-Fröbel-Schule in Neu-Isenburg zugute. Finanziert wurde dieses Projekt aus den zentralen Mitteln für das Jubiläum, vom Schreibzentrum, vom Alumni Verein Germanistik und dem Kulturförderfonds des AStA.

Informationen: Dr. Nadja Sennewald, [schreibZENTRUM, Campus Westend, Tel.: 069/ 798-32845, sennewald@em.uni-frankfurt.de

Ansprechpartnerin für das studentische Redaktionsteam: Mareike Schneider, mareike_s90@web.de, Mobil 0174/1714466

Personalia/Preise

Apr 25 2014
12:06

Jacqueline Neumann und Ulrich Segna erhalten Baker & McKenzie-Preis 2013

Rechtswissenschaftler ausgezeichnet: Hervorragende Arbeiten zur Rule of Law und zu Bucheffekten

FRANKFURT. Der Baker & McKenzie-Preis für die beste wirtschaftsrechtliche Dissertation bzw. Habilitation wird heute Nachmittag (Freitag) an Jacqueline Neumann und Ulrich Segna verliehen. Die beiden Preisträger erhalten die mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Auszeichnung während der Promotionsfeier des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität.

Jacqueline Neumann überzeugte das Auswahlgremium mit ihrer Dissertation „Die Förderung der Rule of Law in der Entwicklungszusammenarbeit. Ein Beitrag zur Herausbildung einer völkerrechtlichen Verfassungsnorm“, die Prof. Dr. Stefan Kadelbach betreute. „Frau Neumann hat ein neues und in einer Dissertation noch nicht behandeltes Thema erschlossen und ihm durch eigenständig erarbeitete Kriterien Struktur gegeben. Dazu hat sie nicht nur eine Flut von Dokumenten aller Art verwertet, sondern es auch unternommen, durch Praktiker-Interviews der Verwaltungswirklichkeit auf die Spur zu kommen“, so Betreuer Kadelbach. Hierzu untersuchte sie bei der Weltbank, der Europäischen Kommission und der deutschen Bundesregierung die Anforderungen an Planung, Durchführung und Kontrolle der Entwicklungszusammenarbeit. „Sie hat nicht nur dazu beigetragen, einen wenig juridifizierten Bereich an rechtsstaatliche Leitbilder heranzuführen, sondern hat auch einen Beitrag zum Großthema der Konstitutionalisierung des Völkerrechts geleistet. Anhand der Entwicklungszusammenarbeit hat sie gezeigt, dass die Prinzipienwirkung bestimmter Grundsätze längst in normativen Teilordnungen ihren Niederschlag gefunden hat, die sich nicht alleine in den klassischen Quellen des Völkerrechts zur Geltung bringen“, betont Kadelbach.

Bei der weiteren preisgekrönten Arbeit handelt es sich um die Habilitationsschrift von Ulrich Segna mit dem Titel „Bucheffekten. Intermediärverwahrte Wertpapiere im deutschen und schweizerischen Recht. Ein rechtsvergleichender Beitrag zur Modernisierung des deutschen Depotrechts“. Diese Arbeit betreute Prof. Dr. Dres. h. c. Theodor Baums. Ulrich Segna befasst sich in seiner Untersuchung mit der Frage, wie ein modernes deutsches Recht für kapitalmarktgängige Wertpapiere ausgestaltet werden könnte. „In diesem rechtlich wie rechtstatsächlich äußerst komplexen Feld hat er eine Grundlagenarbeit vorgelegt, die eine tiefschürfende Untersuchung der sich stellenden Fragen und eine rechtsvergleichende Umschau mit umsichtigen rechtspolitischen Folgerungen verknüpft. Mit gutem Gespür für das Gebotene und Machbare wird ein eigenständiges, abgewogenes und überzeugendes Modell entwickelt, dem rechtspolitisch erhebliche Umsetzungschancen zuzugestehen sind“, lobt Prof. Dr. Dres. h. c. Theodor Baums das Werk.

Dr. Christian Reichel, geschäftsführender Partner von Baker & McKenzie Deutschland und Österreich, wird heute die Auszeichnung an die beiden Preisträger überreichen. „Seit 1988 verleiht unsere Kanzlei diesen Preis jährlich für herausragende Dissertationen und Habilitationen aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts. Er ist wichtiger Teil des internationalen Programms unserer Kanzlei zur Förderung des juristischen Nachwuchses und Ausdruck der engen Verbundenheit unserer Kanzlei mit der Goethe-Universität“, sagt Dr. Christian Reichel.

Zu Baker & McKenzie: Lange bevor der Begriff „Global Player“ modern wurde, hatte Baker & McKenzie die Vision einer globalen Wirtschaftskanzlei bereits verwirklicht. 1949 von Russell Baker und John McKenzie in Chicago gegründet, zählt Baker & McKenzie heute mit mehr als 4.100 Anwälten an 75 Standorten und einem weltweiten Umsatz von über 2,4 Milliarden US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr zu den größten und leistungsstärksten Anwaltskanzleien der Welt. In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München vertreten rund 200 Anwälte, in Wien rund 35 Juristen mit ausgewiesener fachlicher Expertise und internationaler Erfahrung die Interessen ihrer Mandanten.

Informationen:  Iris Meinking, Baker & McKenzie Frankfurt, Tel.: (069) 2 99 08 322, Mobil: 0162 2 99 08 55, iris.meinking@bakermckenzie.com, http://www.bakermckenzie.com

Veranstaltungen

Apr 25 2014
10:12

Ringvorlesung an der Goethe-Universität über den französischen Mathematiker. Auftakt: 29. April, 18 Uhr, Campus Bockenheim.

Revolutionär der Mathematik: Jean Baptiste Fourier

FRANKFURT. Ohne seine Mathematik keine Google-Abfrage, kein Handy und kein Smartphone: Jean Baptiste Joseph Fourier hat mit seinen Ideen die Mathematik revolutioniert. Vier Vorträge einer Ringvorlesung, die vom Verein zur Förderung der Mathematik an der Goethe-Universität veranstaltet wird, sind diesem außergewöhnlichen Mathematiker und Physiker gewidmet.

Im Jahr der französischen Revolution 1789 war Jean Baptiste Fourier 21 Jahre alt. Er war der neuen politischen Entwicklung sehr zugetan, ein Revolutionär. Aus Sicht des 21. Jahrhundert wäre es höchst bedauerlich gewesen, wenn er sich nicht vor der Bastille und damit der Guillotine hätte retten können. Seine wahre revolutionäre Idee war indessen nicht politisch, sondern mathematisch: Beliebige Kurven müssten sich eigentlich als Summen von harmonischen Schwingungen erzeugen lassen. Jean Baptiste Fourier löst mit dieser Idee nicht nur eine spannende Kontroverse unter den Mathematikern der Zeit der Aufklärung aus, sondern schafft die Grundlage für viele radikale Entwicklungen, die unser Leben heute bestimmen. Die Digitalisierung von Bild und Ton, das heutige Verständnis von Atomen, Elementarteilchen, Sonnen und Galaxien, lebensrettende Geräte wie Computertomographen wären ohne diese Erkenntnis nicht möglich.

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe gibt der Vortrag von Dr. Berthold Ströter einen spannenden Einblick in die Ideengeschichte einer mathematischen Entdeckung sowie in die Biografie von Fourier. Der Vortrag wird die Faszination eines mathematischen Konstruktes für den Laien lebendig werden lassen, überraschende Einsichten präsentieren und den Blick der Zuhörer auf die Welt bereichern.

Die Termine:

29. April
Dr. Berthold Ströter: Jean Baptiste Joseph Fourier

20. Mai
Prof. Dr. Götz Kersting (Goethe-Universität): Die Mathematik des Klangs

17. Juni
Prof. Dr. Michael Langenbruch (Universität Oldenburg): Wie funktioniert ein Computertomograph?

15. Juli
Dr. Laura Spitler (Max-Planck-Institut für Radioastronomie): Die Radioklänge der Sterne

Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr im Hörsaal IV im Hörsaalgebäude auf dem Campus Bockenheim statt. Die Vorlesung richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten unter foerderv@math.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen: www.mathe-uni-ffm.de/ringvorlesung

Veranstaltungen

Apr 22 2014
16:09

Die renommierte Islamwissenschaftlerin spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften

Vortrag von Gudrun Krämer: „Islam, Moderne, Säkularität“

FRANKFURT. „Islam, Moderne, Säkularität“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags, den Prof. Dr. Gudrun Krämer, Islamwissenschaftlerin an der Freien Universität, morgen, Mittwoch (23. April), 18 Uhr, im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend hält. Das Verhältnis vom Islam und Moderne ist hoch kontrovers. In ihrem Vortrag nimmt die renommierte Islamwissenschaftlerin besonders historische Prozesse der Säkularisierung in den Blick. Sie wird zeigen, dass in islamisch geprägten Gesellschaften Religion und Politik keineswegs immer so miteinander verknüpft waren, wie heute häufig angenommen.

Krämer interessiert in erster Linie das Verhältnis von Recht, Verfassung und öffentlicher Ordnung und die damit einhergehende Unterscheidung zwischen „öffentlich“ und „privat“. Diese Unterscheidung – so die Referentin – müsse vor dem Hintergrund der wachsenden Verbreitung neuer Medien und der Expansion „islamischer Märkte, „islamischen Konsums“ und „islamischer“ Unterhaltung neu durchdacht werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Apr 22 2014
14:24

Glückwunsch zum 70.: Eine Ausstellung im Fenster zur Stadt zeigt bis zum 31. Mai Manuskripte, Fotos und Tonträger der Frankfurter Schriftstellerin.

Eva Demskis Köfferchen

FRANKFURT. Eva Demski feiert am 12. Mai ihren 70. Geburtstag. Dies nimmt das Literaturarchiv der Goethe-Universität zum Anlass, der Grande Dame des literarischen Lebens in Frankfurt eine Ausstellung zu widmen. Manuskripte, Fotos und Tonträger, Filme, Gemälde, Kleinode und ganze Biographien, die Eva Demski hütet und in ihrem Werk gestaltet, bilden Literaturgeschichte als ein sinnliches Mosaik, das von Demskis Anfängen beim Hessischen Rundfunk über ihre schriftstellerische und journalistische Laufbahn bis zu ihren gegenwärtigen Arbeiten reicht.

Eva Demski setzte vor drei Jahren ein Zeichen gegen den wachsenden Verlust von Dokumenten der Frankfurter Gegenwartskultur: Sie übergab die Manuskripte ihres Prosawerks dem Literaturarchiv der Goethe-Universität im Universitätsarchiv. Dem Beispiel folgen fortan viele Frankfurter Verlage, Autoren oder deren Erben in unterschiedlichen Kooperationen. Die Tochter des ersten Ausstattungschefs des hr-Fernsehens begann selbst am Rundfunk. Ihre titel, thesen, temperamente-Sendungen, Filme und Hörfunkbeiträge zählen genauso zum Lebenswerk wie 25 Bücher, 300 Essays und journalistische Arbeiten, zudem Kritik, Dramaturgie oder Lyrik.

Im Titel der Ausstellung wie auch in deren Gestaltung spiegelt sich Demskis Eigenart wider, ihre Sammlungen, ihr privates Archiv, die vielen Gaben von Künstlern anderer Disziplinen, in kostbaren Gepäckstücken aufzubewahren. Aus Eva Demskis Bestand gibt das Literaturarchiv im Insel Verlag einen Band mit ihren Frankfurt-Essays heraus, arrangiert als großer Spaziergang durch die Stadt. Ebenfalls zum Geburtstag erscheint eine Neuausgabe ihres Romans »Scheintod«. Zudem werden die Gratulationen der Frankfurter Autoren in der Reihe »Bögen des Universitätsarchivs Frankfurt« publiziert.

Ausstellung „Eva Demskis Köfferchen“.
Bis zum 31. Mai im Fenster zur Stadt, Restaurant Margarete, Braubachstr. 18-22, Frankfurt am Main, jeweils 11.00-24.00 Uhr.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ statt.

Weitere Informationen: Wolfgang Schopf, Literaturarchiv der Goethe-Universität im Universitätsarchiv, Tel. (069) 798 22717, w.schopf@lingua.uni-frankfurt.de

 

Hochschulpolitische Themen

Apr 17 2014
15:06

Pünktlich zum Sommersemester: Erziehungswissenschaften erhalten drei zusätzliche Professuren

Goethe-Universität stärkt Betreuungsniveau mit Professoren-Programm

FRANKFURT. Mit einem bundesweit einmaligen Professoren-Programm stärkt die Goethe-Universität die Zahl der Lehrenden in besonders nachgefragten Fächern. Ende letzten Jahres hatte das Präsidium der Universität ein Programm zur Schaffung von insgesamt 40 zusätzlichen Professuren – je 20 W1/W2-Professuren bzw. Seniorprofessuren –  aufgesetzt, das aus Mitteln des Hochschulpakts HSP2020 von Bund und Land finanziert wird. Damit soll angesichts kontinuierlich steigender Studierendenzahlen das Betreuungsverhältnis – also die Zahl Studierender pro Professur – weitgehend konstant gehalten werden. Das Programm kommt vor allem Fächern zugute, die eine große Nachfrage haben.

So die Erziehungswissenschaften, die mittlerweile über 2.800 Studierende zählen und damit zu den größten Fachbereichen der Goethe-Universität gehören. Pünktlich zum Beginn des Sommersemesters konnten nun drei erziehungswissenschaftliche Professuren mit ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzt werden.

„Wir freuen uns, dass in einem stark nachgefragten Fach wie den Erziehungswissenschaften so zügig drei neue Professuren besetzt werden konnten. Mit dem Professoren-Programm leisten wir einen wichtigen Beitrag, um bei steigender Studierendenzahl die Qualität der Lehre aufrecht zu erhalten“, betont Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Dr. Alexandra Klein von der Universität Münster hat zum 1. April die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Soziale Ungleichheiten in Kindheit und Jugend“ übernommen. Klein erforscht soziale Ungleichheiten sowohl im Hinblick auf Moralitäts- und Normalitätsvorstellungen als auch hinsichtlich Armutsfolgen und ungleicher Teilhabe. 

Auf die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Quantitative Forschungsmethoden wurde PD Dr. Johannes Naumann vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) berufen. Er hat seine Stelle am 16. April angetreten. Seine thematischen Schwerpunkte liegen in der Kompetenzdiagnostik, insbesondere der Modellierung von Lesekompetenz bei Hypertexten sowie dem Lese- und Hörverstehen.

Die dritte neue Professur in den Erziehungswissenschaften, die im Sommersemester besetzt wird, hat den Schwerpunkt „Neue Medien in Lehr-Lern-Kontexten“. JuniorProfessor Dr. Stefan Iske von der Universität zu Köln, der seine Stelle zum 1. April angetreten hat, untersucht in seinen Forschungsarbeiten den Stellenwert von Medien, Medialität und Mediatisierung in formalen und nonformalen Kontexten.

Von 40 im Rahmen des Professoren-Programms neu ausgeschriebenen Stellen konnte bereits mehr als die Hälfte besetzt werden. Bei der Stellenverteilung spielt der Bedarf eine entscheidende Rolle; so wird den Fachbereichen mit hoher Nachfrage eine besonders hohe Priorität eingeräumt.

Hochschulpolitische Themen

Apr 17 2014
15:03

Auftaktveranstaltung zum dritten Durchgang des Mentoring-Projekts ProProfessur am 28. April, Campus Westend.

Auf dem Weg in die Professur

FRANKFURT. Die fünf hessischen Universitäten fördern von April 2014 bis September 2015 einen weiteren Durchgang des Mentoring-Projektes ProProfessur. 45 ausgewählte Postdoktorandinnen, Habilitandinnen, Privatdozentinnen und Juniorprofessorinnen aller Fachrichtungen erhalten gezielte karrierestrategische Unterstützung auf dem Weg zur Professur. Die bisherigen Durchgänge waren sehr erfolgreich, das belegen die Evaluationen eindrucksvoll: Der Pilotdurchgang startete 2008/2009 mit 43 Wissenschaftlerinnen, wovon derzeit 26 (60 %) in der Professur sind. Im Vergleich dazu liegt der bundesweite Frauenanteil an Professuren bei 22,4 %.Das maßgeschneiderte Angebot aus One-to-Mentoring mit erfahrenen Professorinnen und Professoren, wissenschaftsspezifischen Intensivtrainings und strategischem Networking hat sich als äußerst tragfähig erwiesen. 

Die Auftaktveranstaltung zum dritten Durchgang von ProProfessur findet statt am:

Montag, 28.04.2014, von 16.30 bis 19.00 Uhr,
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main,
PA-Gebäude (Präsidium und Administration), Lobby (Erdgeschoss).

Nähere Informationen zum ProProfessur-Projekt werden durch die Projektleiterin, Dr. Astrid Franzke, Goethe-Universität Frankfurt, präsentiert.

Den Festvortrag zum Thema „Chancengleichheit für Wissenschaftlerinnen – Einblicke und Ausblicke“ hält die Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel.

Im Rahmen dieser Veranstaltung findet eine Gesprächsrunde zum Thema: „Aufstiegsbarrieren für Frauen in Führungspositionen der Wissenschaft“ statt. Daran nehmen teil:

Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde, Germanistik, Vizepräsidentin der Universität Kassel; Prof. Dr. Claudia Derichs, Politikwissenschaften, Philipps-Universität Marburg; Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln, Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt; Prof. Dr. Elke Roeb, Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen.

Weitere Informationen: ProProfessur, Projektleitung: Dr. Astrid Franzke, Tel.: (069) 798-18117; franzke@em.uni-frankfurt.de; www.proprofessur.de

Veranstaltungen

Apr 17 2014
14:10

Eröffnung der Ausstellung im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend

Jochem Hendricks „Revolutionäres Archiv“ in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt im April Arbeiten aus der Werkgruppe „Revolutionäres Archiv“ des Frankfurter Konzeptkünstlers Jochem Hendricks: die Fotoserien „Banküberfall“ (1973/2011), „Hausräumung“ (1980/2011) und die Fotografie „Großkundgebung“ (1976/2011). Sämtliche Arbeiten stammen aus dem Sammlungsbestand der „DZ BANK Kunstsammlung“. Die Ausstellung wird am Mittwoch (23. April) um 20 Uhr im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend eröffnet.

Hendricks setzt sich in „Revolutionäres Archiv“ mit Überwachung und Bildgebrauch auseinander. Als Ausgangsmaterial dienen ihm Polizeifotos aus den 1970er Jahren. Die Abzüge fertigte die Fotografin Magdalena Kopp an, ein ehemaliges Mitglied der Frankfurter Revolutionären Zellen. „Hendricks’ Arbeit kehrt damit nicht nur die Situation von Beobachtern und Beobachteten um. Seine Anverwandlung der Polizeifotos ermöglicht Beobachtungen zweiter Ordnung: Beobachtungen der Beobachtung, die auch den heutigen Betrachter einschließen“, formuliert es die Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“, die regelmäßig Ausstellungen in der Studiengalerie 1.357 konzipiert. „Hendricks zeigt, durch welche Art von Dokumenten unser heutiges Bildwissen von der 68er- und RAF-Zeit geprägt ist.“

Die Titel der einzelnen Arbeiten – „Banküberfall“, „Hausbesetzung“, „Großkundgebung“ – geben bereits Aufschluss über den Bildinhalt. „Banküberfall“ besteht aus fünfzehn Einzelbildern und einem Detailplan des Tatorts. Die Polizeifotos dokumentieren ausschnittweise den Tathergang. Zu sehen sind die Umgebung einer Bank in Neu-Isenburg, beteiligte sowie unbeteiligte Personen und Nahaufnahmen von beschädigten Autos. Die erste Fotografie der Serie „Hausbesetzung“ zeigt eine Gruppe von jungen Leuten aus der Hausbesetzerszene. Die zweite Fotografie dokumentiert einige SEK Polizisten vor dem besetzten Haus. „Großkundgebung“ zeigt eine Menschenmenge, in deren Mitte sich eine kleine Gruppe eines SEK, eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei, befindet. Hendricks reproduzierte nicht einfach die vollständigen Polizeifotos, sondern wählte in Zusammenarbeit mit Kopp Ausschnitte aus und arrangierte das vorgefundene Material in neuer Weise. Kopps Fotoabzüge auf hochwertigem Barytpapier entfernen die Bilder zusätzlich von ihrem ursprünglichen Gebrauchskontext.

Jochem Hendricks (Jahrgang 1959) lebt und arbeitet in Frankfurt. Er studierte Bildende Kunst an der Städelschule. Seine Arbeit ist der Konzeptkunst zuzuordnen. Er arbeitet mit verschiedenen Medien wie Film, Ready-made, Skulptur, Fotografie, Malerei und Installation. Inhaltlich beschäftigt er sich mit Themen aus den Bereichen der Wissenschaft, Gesellschaft und Geschichte. In die Realisierung seiner künstlerischen Projekte bezieht er gerne Personen ein, die in die behandelten Themenbereiche involviert sind.

Die Studiengalerie 1.357 ist während des Semesters von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. In der Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Videokunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Nicole Kreckel, Studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, frau.n.kreckel@stud.uni-frankfurt.de; Blog der Studiengalerie: http://studiengalerie1357.wordpress.com

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Apr 17 2014
14:08

Eine Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung im Rahmenprogramm von 100 Jahre Goethe Universität

Literatur für Kinder und Jugendliche im Ersten Weltkrieg: Zwischen patriotischer Propaganda und realistischer Darstellung des Grauens

FRANKFURT. Der Erste Weltkrieg hat ein gewaltiges literarisches Echo gefunden – auch und besonders in der Literatur für Kinder und Jugendliche. Dies dokumentiert eindrucksvoll eine Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, die am Dienstag (22. April) um 19.30 Uhr im Erdgeschoss des IG-Farben-Hauses eröffnet wird und bis zum 14. November zu sehen ist. Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt. Aus den mehr als 150 Kinder- und -Jugendbücher, die zu diesem Thema in der Bibliothek des Instituts im Laufe von 50 Jahren gesammelt worden sind, können nur einige herausragende Exponate in den Vitrinen gezeigt werden.

Für den Literaturwissenschaftler und Direktor des Instituts, Prof. Hans-Heino Ewers, der mit seinem Team diese Ausstellung konzipiert hat, steht außer Frage, dass die gezeigten Bilderbücher wie die Kinder- und Jugendbücher und -zeitschriften aus den Jahren 1914 bis 1918 als Teil der Kriegspropaganda anzusehen sind: „Diese wendet sich recht schnell von der hurrapatriotischen Kriegsverherrlichung ab und nimmt Züge einer Durchhaltepropaganda an, die vor drastischen und realistischen Darstellungen nicht zurückschreckt. Damit vermitteln diese Bücher einen bewegenden Einblick in den Kriegsalltag besonders von Kindern und Jugendlichen und gewinnen so für uns einen beachtlichen kulturhistorischen Wert.“

Die zwischen1914 und 1918 erschienenen Bilder-, Kinder- und Jugendbücher versuchen ihren jungen Leser das Kriegsgeschehen zu erklären. Auch die Jüngeren und Jüngsten können, so heißt es immer wieder, etwas tun für die Unterstützung der Soldaten an der Front. „Dabei werden die Schrecklichkeit und das Grauen des modernen, industrialisierten Kriegs immer weniger verschwiegen; die durchaus schon realistischen Kriegsschilderungen sollen deutlich machen, wie nötig jede Hilfeleistung ist“, so Ewers. Ein Teil der Kinder und Jugendbücher hängt noch überholten Bildern vom Krieg nach, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und eher auf den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 passen: Die aufwendigen Schlachtengemälde setzen die kämpfende Kavallerie im Stil der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts in Szene. Die weitverbreiteten Jugendzeitschriften – wie „Guter Kamerad“ oder „Neues Universum“ – greifen dann auf Kriegsfotografien zurück und schildern die neue Kriegs- und Waffentechnik mit Hilfe von technischen Zeichnungen.

Die Flurausstellung im Erdgeschoss des Querbaus 2 im IG Farben-Haus präsentiert ausschließlich Exponate aus der historischen Sammlung des Instituts. Gezeigt werden ausgewählte Bilderbücher – und zwar sowohl humoristische Kriegsbildergeschichten wie ernst-pathetische Schlachtendarstellungen, darüber hinaus Mädchenkriegsromane in der Tradition der „Backfisch-Literatur“ und Mädchenzeitschriften mit Beiträgen zum Thema Mädchen und Krieg. Es folgt eine Präsentation von Jugendzeitschriften, speziell von Jungenzeitschriften, die auf die Technikbegeisterung der jungen Leser abzielen. Dazu Ewers: „Der Krieg wird damit zu einer eiskalten technischen Herausforderung für die künftigen Ingenieure verkehrt.“

Der zweite Teil der Flurausstellung findet in den Räumen der Bibliothek für Jugendbuchforschung (IG Farben-Gebäude, Querbau 1, Parterre) statt. Gezeigt werden dort in Auswahl Kriegsabenteuer-Erzählungen für Jungen. Der Frankfurter Literaturwissenschaftler ergänzt: „Teils in reißerischer Machart, die in ihrer hämischen Verunglimpfung der gegnerischen Mächte in erheblichem Maß zur Verrohung der jungen Generation beigetragen haben dürften.“ Im Gegensatz dazu stehen realistische Schilderungen des Kriegsalltags der Daheimgebliebenen, der Familien, der Kinder und der Jugendlichen. Zur Abrundung werden einzelne rückblickende Kriegsjugendromane aus der Zeit der Weimarer Republik sowie einzelne englische Erste-Weltkriegsromane präsentiert. „Erst bei diesen kann von pazifistischen Antikriegsromanen gesprochen werden“, so Ewers.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag (22. April) im Anschluss an die erste Vorlesung der im Sommersemester stattfindenden neuen Bürgervorlesungsreihe „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“ des Instituts für Jugendbuchforschung statt. Zum Auftakt spricht Prof. Ewers über Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Kriegskindheit im Spiegel der (Kinder- und Jugend)-Literatur über den Ersten Weltkrieg“, Beginn 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend. Die Reihe wird von der Waldemar Bonsels-Stiftung gefördert und auch sie findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt. Die Ausstellung wird von Dezember 2014 bis Ende Januar 2015 in erweiterter Form im Klingsspor-Museum Offenbach gezeigt.

Informationen: Prof. Hans- Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Fachbereich Neure Philologien, Tel: (069)798 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/, Bildmaterial unter: http://user.uni-frankfurt.de/~weinkauf/Abhol/index.html