Pressemitteilungen 

 

Jul 17 2018
16:44

Einladung zur Führung mit Gärtnermeister Wolfgang Girnus

Honigverkostung im Wissenschaftsgarten

FRANKFURT. Der Wissenschaftsgarten auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität dient nicht nur Lehrzwecken, sondern ist auch ein Ort der Naherholung. Am Freitag lädt Gärtnermeister Wolfgang Girnus alle Interessierten ein, den Sommer in der Natur zu genießen und dabei auch noch etwas zu lernen bei einer

Führung durch den Wissenschaftsgarten am 20. Juli um 16 Uhr (bis ca. 17.30 Uhr), Treffpunkt am Eingang zum Wissenschaftsgarten, Altenhöfer Allee 1.

Bei einem gemütlichen Rundgang geht es dieses Mal um Saatgut. Wolfgang Girnus zeigt, wie man es gewinnt und reinigt. Er erläutert die Aussaatarten und geht auf andere Vermehrungsarten ein. Der zweite Teil der Führung beschäftigt sich mit der Bienenhaltung. Ein Bienenvolk wird geöffnet und das lnnenleben begutachtet. Anschließend gibt es eine Honigverkostung - direkt aus der Wabe.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Georg Zizka, Leiter des Wissenschaftsgarten, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-42176; Georg.Zizka@senckenberg.de

 

Jul 17 2018
15:02

Lebenswissenschaften beim Nature-Index auf Platz 5 von 81

Goethe-Universität punktet bei Top-Forschung

FRANKFURT. Wo steht meine Institution bei der Spitzenforschung im bundesweiten und im internationalen Vergleich? Wie hat sie sich im Vergleich zum vergangenen Jahr entwickelt? Wer sind die häufigsten nationalen und internationalen Kooperationspartner? Diese Fragen beantwortet die von der Fachzeitschrift Nature unterhaltene Datenbank, der „Nature Index“. In dem kürzlich veröffentlichen jährlichen Ranking schneidet die Goethe-Universität besonders in den Lebenswissenschaften gut ab: In Deutschland steht sie auf Platz fünf von 81.

Der Nature Index berücksichtigt nur Publikationen in Spitzen-Journalen. Er listet auf, wie viele Autoren einer Institution insgesamt sowie anteilmäßig an einer Publikation beteiligt sind. Die Lebenswissenschaftler an der Goethe-Universität haben besonders viele Publikationen in den Journalen „Nature Communications“ und den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ zu verzeichnen.

Im bundesweiten Vergleich landete die Chemie im oberen Drittel, auf Platz 26 von 77. Sie konnte den Anteil ihrer Autoren in Spitzenjournalen gegenüber dem vergangenen Jahr um 13,7 Prozent steigern. Die Physik steht auf Platz 27 von 83.

Innerhalb Deutschlands hat die Goethe-Universität am häufigsten mit Instituten der Max Planck-Gesellschaft, der TU Darmstadt sowie den Universitäten in Münster und Heidelberg kooperiert. Zwei Drittel aller hochrangigen Publikationen wurden zusammen mit internationalen Kooperationspartnern verfasst, darunter die Universität Edinburgh, der französische CNRS (Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung), die russische und die chinesische Akademie der Wissenschaften.

Informationen: Prof. Dr. Simone Fulda, Vizepräsidentin für Forschung, Goethe-Universität Frankfurt. Tel: (069) 6301-5094; -67866557; fulda@em.uni-frankfurt.de.
https://www.natureindex.com/annual-tables/2018/institution/academic/life-sciences/countries-Germany

 

Jul 13 2018
16:22

Dozenten aus acht Ländern Zentralafrikas im Geozentrum der Goethe-Universität

Sommerschule zum Thema „Wald, Umwelt und Klima“

FRANKFURT. Zu einer achtwöchigen Sommerschule mit dem Thema „Wald, Umwelt und Klima“ treffen sich ab dem 16. Juli 2018 über 20 Dozentinnen und Dozenten aus acht Ländern Zentralafrikas im Geozentrum der Goethe-Universität auf dem Campus Riedberg. Ziel ist es, weitreichende Kompetenzen im Bereich Umwelt, Ressourcenmanagement und Organisationsentwicklung sowie bei der Afrikaforschung gebündelt und zur Weiterbildung der Teilnehmenden zu nutzen.

Organisatoren sind das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität und die AMBERO Consulting GmbH als technischer Partner im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Teilnehmenden kommen aus den Mitgliedsinstitutionen des Netzwerks der Aus- und Weiterbildungsinstitutionen im Bereich Forst- und Umweltwissenschaft in Zentralafrika (RIFFEAC).

Im Anschluss an die Sommerschule sollen die Teilnehmenden in ihren Heimatländern als Multiplikatoren fungieren und das erworbene Wissen einsetzen und verbreiten. Dies geschieht unter anderem über ein Transferprojekt, das im Rahmen der Sommerschule entwickelt und im Anschluss in der Heimatinstitution mit fachlicher Unterstützung durch das Programm „Regionale Unterstützung der Zentralafrikanischen Waldkommission COMIFAC“ der GIZ umgesetzt wird. Beispielsweise entwickeln die Teilnehmer eine Weiterbildung, aktualisieren einen Studiengang oder erarbeiten eine Marketingstrategie für Bildungsangebote.

Um einen regen fachlich-methodischen Austausch zwischen den Mitgliedsinstitutionen von RIFFEAC und deutschen Institutionen zu initiieren und etablieren, schließt sich an die Sommerschule für Dozenten eine Studienreise unter Einbeziehung zahlreicher Direktorinnen und Direktoren der RIFFEAC-Institutionen in Deutschland und den Niederlanden an. Sie führt unter anderem an die Universitäten Koblenz-Landau, Göttingen und Hamburg sowie das International Training Center (ITC) am „International Institute for Geo-Information Science and Earth Observation“ in Enschede (Niederlande) und dem Nationalpark Kellerwald/Edersee.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Eröffnung der 2. Internationalen Sommerschule teilzunehmen: Montag, 16.07. 2018, 9.30-12.00 Uhr im Geozentrum der Goethe-Universität, Raum 2.101, Campus Riedberg, Altenhöferallee 1.

Weitere Informationen:  Prof. Jürgen Runge, Institut für Physische Geographie und ZIAF, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-40160, -40155, J.Runge@em.uni-frankfurt.de.

 

Jul 12 2018
15:08

Studentisches Projekt erstellt Sprachenkarte der Mainmetropole

Babylonisches Frankfurt

FRANKFURT. Frankfurt ist bunt: Kaum eine deutsche Großstadt hat eine so vielfältige Bewohnerschaft wie die Mainmetropole. Welche Sprachen und Dialekte wo im Stadtgebiet gesprochen werden, darüber gibt ein studentisches Projekt am Institut für Empirische Sprachwissenschaft Auskunft, nachzulesen in der „Frankfurter Sprachenkarte“.

„Grisoli“ heißt das Projekt, das aus Anlass des 70-jährigen Gründungsjubiläums des Bundeslandes Hessen gestartet worden war. 69 Studentinnen und Studenten der Empirischen Sprachwissenschaft machten sich daran, mit Hilfe von Interviews die sprachliche Vielfalt Frankfurts abzubilden. Ziel des Projekts war eine Art Sprachkarte der Bankenstadt: Die Ergebnisse aus den 500 Befragungen wurden erfasst und digital visualisiert und können im Internet abgerufen werden.

„Dieses Projekt ist bisher einmalig“, schwärmt Dr. Zakharia Pourtskhvanidze, Studiengangkoordinator am Institut für Empirische Sprachwissenschaften und Leiter des Projekts. Für keine andere Großstadt in Deutschland gebe es einen vergleichbaren Überblick. „Frankfurt ist von seiner Größe her bestens geeignet für eine solche Untersuchung – es ist weder zu groß noch zu klein“, erklärt Pourtskhvanidze. Und noch etwas mache Frankfurt besonders geeignet für ein solches Projekt: „Frankfurt zeichnet sich durch eine besondere Multikulturalität und Multilingualität aus.“

Das Projekt war wie gemacht dafür, um Studienanfängern zu vermitteln, was genau Empirische Sprachwissenschaft bedeutet: „Es geht darum, reale Sprachdaten zu sammeln, wir wollen wissen, wie Sprache tatsächlich verwendet wird. Deshalb wurden die Erstis gleich in der Einführungsvorlesung auf ihren Feldeinsatz vorbereitet und losgeschickt“, berichtet Ricardo Jung, der studentische Projekttutor, der für die technische Umsetzung zuständig ist. Nach anfänglicher Skepsis hätten sich die Kommilitonen richtiggehend begeistert und seien mit erheblich mehr Datensätzen zurückgekehrt als gedacht. Immer mehr Studierende wollten bei dem Projekt mitarbeiten.

Ziel war jedoch keine repräsentative Erhebung für statistische oder gar politische Zwecke. Vielmehr ging es darum, eine Sprachenkarte eines urbanen Zentrums zu erstellen, die für Forscher und Laien gleichermaßen aufschlussreich ist. Rund 500 Menschen, die in Frankfurt arbeiten, studieren oder zur Schule gehen, wurden nach ihrer Muttersprache gefragt und nach dem Ort ihrer Tätigkeit. Fast 200 Sprachvariationen wurden auf diese Weise erfasst. Die erfassten Daten sind in Form einer Sprachenkarte abrufbar, die allerdings noch weiter ausdifferenziert werden soll. „Wir werden auch in den nächsten Semestern die Werbetrommeln rühren, damit wir so viele Daten wie möglich sammeln können“, so der Projektleiter.

Unterstützung fand die studentische Gruppe beim Städtischen Vermessungsamt. „Wir sind dem Vermessungsamt Frankfurt sehr dankbar“, sagt Ricardo Jung. Wie die Karte weiter verfeinert werden könnte, dafür gibt es noch etliche Ideen. So sollen beim Anklicken eines Datenpunktes Informationen zu der jeweiligen Sprache erscheinen. „Das steckt noch in den Kinderschuhen, aber wir arbeiten weiter, damit wir das Projekt für die Allgemeinheit noch besser bedienbar machen können“, so Jung.

Die sprachlichen Facetten Frankfurts sollen zukünftig in einer Reihe der studentischen Projekte unter dem Label GriSoLi (für „Grüne Soße Linguistik“) beschrieben werden. Mit der Erstellung der Sprachkarte Frankfurts ist der Grundstein hierfür bereits gelegt.

Link zur Karte: http://qgiscloud.com/UFFM/uploadtest1/?e=935937%3B6459819%3B972627%3B6

Informationen: Ricardo Jung, Institut für Empirische Sprachwissenschaft, Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, Campus Bockenheim, E-Mail ric.jun@gmx.de

 

Jul 11 2018
16:24

Universitätsbibliothek stellt wertvolle graphische Blätter digitalisiert online

Frankfurter Prominenten-Porträts früherer Jahrhunderte

FRANKFURT. Die „Porträtsammlung Holzhausen“ der Frankfurter Universitätsbibliothek steht komplett erschlossen der Forschung und anderen Interessierten online zur Verfügung. Die Frankfurter Bürgerstiftung mit Sitz im Frankfurter Holzhausenschlösschen förderte die Digitalisierung und Konservierung der wertvollen graphischen Blätter. In der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main (UB JCS) wird eine Sammlung von etwa 1.250 Kupferstichen, Holzschnitten und anderen graphischen Blättern des 16. - 18. Jahrhunderts aufbewahrt. Den Schwerpunkt der dargestellten Personen bilden Frankfurter Bürger mit teilweise klangvollen Namen wie Cronstetten, Fichard, Fleischbein von Kleeberg, Hüsgen, Humbracht, Lersner oder Uffenbach, um nur einige zu nennen. Matthäus Merian d.Ä. taucht sowohl als Künstler wie auch als Porträtierter auf und auch seine Tochter Maria Sibylla Merian ist mit mehreren Porträts vertreten.

Ursprünglich wurden diese Porträtstiche gesammelt von dem Frankfurter Kaufmann Joachim Andreas Sauer (1712-1784) und zusammengefasst unter dem Titel: „Sammlung aller zu Franckfurt am Mayn Gebohrnen, und sich daselbst aufgehaltenen Personen, welche in Kupfer gestochen und so viel möglich zu bekommen gewesen sind“. Deshalb reicht die Bandbreite auch über in Frankfurt lebende Personen hinaus, von internationalen gekrönten Häuptern wie etwa der schwedischen Königin Christina (1626-1689) oder mehreren deutschen Kaisern über Adelige und sonstige Berühmtheiten der Zeit bis zu Personen aus Klerus oder Bürgertum. Später kam die Sammlung in den Besitz der Familie von Holzhausen. Deren letzter Frankfurter männlicher Erbe, Adolph von Holzhausen (1866-1923), vermachte sie zusammen mit der Holzhausenschen Familienbibliothek (rund 4200 Bände) der Stadt Frankfurt am Main. Aufbewahrt in der Stadtbibliothek überdauerte die Porträtsammlung – im Gegensatz zum Großteil der Holzhausen-Bibliothek – den 2. Weltkrieg.

Mit großzügiger Hilfe der Frankfurter Bürgerstiftung und deren Freundes- und Förderkreises (hier vor allem der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung zu Frankfurt am Main) hat die Bibliothek die komplette Sammlung nicht nur erschließen und digitalisieren können. Auch die konservatorische Behandlung (Entfernen säurehaltiger Trägerkartons, Restaurierung einzelner beschädigter Blätter) wurde dadurch ermöglicht. Zudem wurden mit Stiftungsmitteln 35 Bände (Handschriften und Drucke) aus dem Legat Holzhausen restauriert. Clemens Greve, der Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung, hat das Projekt in engem Kontakt mit dem Bibliothekspersonal begleitet und begründet das Engagement der Stiftung mit den Worten: „Die Bürgerstiftung will nicht nur die Erinnerung an die Familie von Holzhausen und ihre historische Bedeutung wachhalten, sondern auch generell die Frankfurter Geschichtsforschung fördern.“

Bestätigt wird das in diesem Falle durch die ersten Kooperationen der Bibliothek in Bezug auf die Porträtsammlung. So wird die Redaktion des „Frankfurter Personenlexikons“, das seit vielen Jahren ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung ist (Herausgeber: Dr. Sabine Hock und Clemens Greve, www.frankfurter-personenlexikon.de), zukünftig Digitalisate der Porträts für die Illustrierung der Lexikon-Artikel verwenden. Im Gegenzug gibt die Redaktion Informationen an die UB JCS weiter, welche die Katalogbeschreibungen der Porträts ergänzen können.

Auch universitätsintern ergeben sich damit Möglichkeiten für eine Nutzung im Rahmen spezieller historischer und kunsthistorischer Projekte: So nehmen Studierende der Kunstgeschichte der Goethe-Universität in einem Seminarprojekt von Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum und Kunstgeschichtliches Institut) die Sammlung in den Fokus und werden sich perspektivisch mit der Gestaltung einer Ausstellung beschäftigen.

Die Porträtsammlung online: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/8990214
Bildmaterial zum Download: http://www.ub.uni-frankfurt.de/presse/holzhausen.html

Information: Dr. Mathias Jehn, Leiter der „Sammlung Frankfurt und Seltene Drucke“ und des Archivzentrums, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39007, E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de

 

Jul 9 2018
13:07

Iris Dzudzek, Roland Färber, Fabian Link und Dejan Draschkow erhalten den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre

Preiswürdige Wissensvermittlung

FRANKFURT. Zum 17. Mal ist heute an der Goethe-Universität der 1822-Universitätspreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden eine Humangeographin, zwei Historiker und ein Psychologe. Der Preis soll die Aufmerksamkeit auf qualitätsvolle Lehre lenken, die Nominierung ist Sache der Studierenden.

Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis erhält Dr. Iris Dzudzek, die seit 2010 am Institut für Humangeographie lehrt. Der 2. Preis (10.000 Euro) geht an das Lehr-Duo Dr. Roland Färber und Dr. Fabian Link, die am Institut für Geschichtswissenschaften lehren. Und mit dem 3. Preis (5.000 Euro) geehrt wird der Psychologe Dr. Dejan Draschkow.

„Gute Lehre ist uns sehr wichtig“, betonte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, anlässlich der 17. Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre. „Der 1822-Universitätspreis hat ganz wesentlich dazu beigetragen, die Hochschullehre sichtbarer zu machen. Wer gut lehrt, hat Anerkennung verdient“, so die Präsidentin. Und wer könnte die Qualität der Lehre besser beurteilen als die Studentinnen und Studenten selbst? Deshalb gibt es beim 1822-Preis von Beginn an ein besonderes Auswahlverfahren: Nur die Studierenden haben ein Vorschlagsrecht für den Preis. Die Auszeichnung strahle aber weit über die studentische Klientel hinaus, meint Wolff: „Auch Kolleginnen und Kollegen nehmen inzwischen sehr genau wahr, wer den Preis erhält.“ Dieses Jahr wurden 24 Vorschläge aus allen Fachbereichen eingereicht, die letztendliche Auswahl übernimmt eine eigens gebildete Kommission.

Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, erklärte am Rande der Veranstaltung: „Mit dem 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre zeichnen wir Lehrende aus, denen es aus Sicht der Studierenden gelingt, Wissen interessant und ansprechend zu vermitteln und ihre Zuhörerschaft für ihr Fach zu gewinnen oder sogar zu begeistern. Sie tragen damit erheblich zu einem erfolgreichen Studium bei. Damit schaffen sie gute Voraussetzungen dafür, dass in unserer Region auch in Zukunft hervorragende Fachkräfte zur Verfügung stehen.“

Der „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ wurde 2002 von der Goethe-Universität und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung innovativer Hochschullehre zu schärfen und das Engagement herausragender Lehrender sichtbar zu machen. Den ersten und dritten Preis fördert die Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit insgesamt 20.000 Euro, der 2. Preis (10.000 Euro) wird von der Goethe-Universität finanziert. Das Vorschlagsrecht liegt exklusiv bei den Studierenden. Der Vergabekommission gehören Studierende, Beschäftigte, Professoren und Professorinnen der Universität an sowie ein Geschäftsführer der Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Der Preis wird jährlich vergeben.

Die Ausgezeichneten:

Dr. Iris Dzudzek, die den 1. Preis erhält, lehrt seit Oktober 2010 am Institut für Humangeographie des Fachbereichs Geowissenschaften. 2014 wurde sie mit der Arbeit „Kreativpolitik – Artikulationen und Machteffekte einer neuen Regierungsform des Städtischen“ promoviert. Zu ihren Schwerpunkten gehören kritische Stadtgeographie, Wirtschaftsgeographie und neue Geographien der Gesundheit. Mit dem ästhetischen Forschungsprojekt „Labor für Raumstrategien“ erkundet sie gemeinsam mit Studierenden und dem Künstler Jakob Sturm neue Wege der Erkenntnis(vermittlung). In ihrem Nominierungsantrag schreiben die Studierenden, dass sich Iris Dzudzek durch „ausgeprägtes Fachwissen, Lehrmotivation und Hingabe gegenüber ihren StudentInnen“ auszeichne und dass es ihr in hohem Maße gelinge, die soziale Relevanz der untersuchten Thematiken zu vermitteln.

Der 2. Preis geht 2018 an ein Lehr-Duo aus dem Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften, Dr. Roland Färber und Dr. Fabian Link. „Dr. Färber und Dr. Link sind erstklassige Dozenten, die ein offenes und breites Lehrangebot vertreten, Gruppenzusammenhalt stärken und Fähigkeiten der Studierenden in ihren Veranstaltungen fördern“, so die Studierenden. Unter anderem begleiteten die beiden Geschichtswissenschaftler die Studierenden bei der Herausgabe eines studentischen Sammelbandes zum Thema „Altertumswissenschaften an der Goethe-Universität 1914-1950“.

Dr. Roland Färber wurde im Juli 2012 im Fach Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Arbeit „Römische Gerichtsorte. Räumliche Dynamiken von Jurisdiktion im Imperium Romanum“ promoviert. Seit 2012 lehrt und forscht er in der Abteilung für Alte Geschichte des Fachbereichs Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität.

Dr. Fabian Link wurde im Mai 2012 in Neuerer allgemeiner Geschichte (Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte) an der Universität Basel zum Thema „Burgen und Burgenforschung im Nationalsozialismus. Wissenschaft und Weltanschauung 1933–1945“ promoviert. Seit November 2012 lehrt und forscht er am Historischen Seminar in der Arbeitsgruppe Wissenschaftsgeschichte im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität.

Den 3. Preis erhält Dr. Dejan Draschkow, der seit 2014 am Institut für Psychologie (Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften) der Goethe-Universität forscht und lehrt. Seine Dissertation zum Thema „Towards an understanding of natural constraints on visual representation“ schloss er 2017 ab. Dejan Draschkow setzt sich aktiv für eine inhaltliche und strukturelle Verbesserung der Lehre im experimentellen Praktikum innerhalb des Bachelorstudiums ein. Die Studierenden betonen, dass es ihm gelinge, Statistik und experimentelle Methoden „auf unterhaltsame und anregende Weise“ zu vermitteln. „Die Kommunikation mit Dr. Dejan Draschkow findet auf Augenhöhe statt und ist geprägt von Spaß, Wertschätzung und hoher wissenschaftlicher Qualität“, so die Studierenden.

Neben den Ausgezeichneten wurden folgende Lehrende nominiert:

  • Prof. Ph.D. Michael Haliassos, FB Wirtschaftswissenschaften
  • Katharina Hoppe, FB Gesellschaftswissenschaften
  • PD Dr. Daniel Loick, FB Gesellschaftswissenschaften
  • Prof. Dr. Melanie Köhlmoos, FB Evangelische Theologie
  • Dr. Johannes F. Diehl, FB Evangelische Theologie
  • Apl. Prof. Dr. Verena Keck, FB Philosophie und Geschichtswissenschaften
  • Apl. Prof. Dr. Barbara Wolbring, FB Philosophie und Geschichtswissenschaften
  • Dr. Julia Sander, FB Neuere Philologien
  • Dr. des. Maren Scheurer, FB Neuere Philologien
  • PD Dr. Ingo Feldhausen, FB Neuere Philologien
  • Prof. Dr. Peter Prinz-Grimm, FB Geowissenschaften/Geographie
  • Dr. Sven Jarohs, FB Physik
  • Prof. Dr. Dieter Steinhilber, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Prof. Dr. Michael Karas, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Dr. Mario Wurglics, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Prof. Dr. Michael W. Göbel, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Dr. Joannis Laoutidis, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Prof. Dr. Peter Güntert, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
  • Dr. Markus Fauth, FB Biowissenschaften
  • Dr. Ralph Mangelsdorff, FB Biowissenschaften

Informationen: Dr. Martin Lommel,  Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Telefon 069 798-12786, E-Mail lommel@pvw.uni-frankfurt.de; Nina Eger, Präsidialbereich, Campus Westend, Telefon 069 798-12455, E-Mail: eger@pvw.uni-frankfurt.de

 

Jul 5 2018
18:51

Porträt des Masterstudienganges Curatorial Studies im aktuellen UniReport

Nicht nur nachts im Museum

FRANKFURT. Seit acht Jahren bietet die Goethe-Universität in Kooperation mit der international renommierten Städelschule und sechs Museen einen der wenigen Masterstudiengänge in Deutschland an, der auf eine Tätigkeit als Museumskurator, Ausstellungsmacher oder Kunstkritiker vorbereitet. In der aktuellen Ausgabe des UniReports wird der Studiengang Curatorial Studies vorgestellt.

In einer Stadt mit über 30 Museen und weithin beachteten Ausstellungen finden Studierende der Curatorial Studies viele Anschauungsobjekte, Praktikumsplätze und später auch berufliche Perspektiven. „Die Museen sind sehr interessiert an unserem Studiengang und an unseren Absolventen“, weiß Studiengangsleiterin Stefanie Heraeus zu berichten. Wer den Abschluss habe, komme meist auch unter: „Oft bekommen unsere Studierenden sogar vor der Masterarbeit schon ein Angebot.“

Bewerben können sich junge Leute mit Bachelor in Kunstgeschichte, Philosophie, Geschichte, Ethnologie oder Archäologie. Ein Drittel der rund 15 Studienplätze, die jährlich vergeben werden, belegen internationale Studierende. Für Kontakt zu bildenden Künstlern und Architekten sorgt die Städelschule als zweiter Standort des Lehrangebots über gemeinsame Lehrveranstaltungen und die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Warten auf Entspannung: Die Wohnsituation in Frankfurt bleibt für Studierende schwierig, neue Wohnheime sollen die Lage etwas entschärfen.
  • Franz Oppenheimer und die Soziale Marktwirtschaft: Der Wirtschaftstheoretiker Volker Caspari erinnert an den Frankfurter Nationalökonomen und Soziologen.
  • „Ich zeige ungerne mit dem Finger auf andere“: Univizepräsident Roger Erb, der an der Goethe-Uni den Bereich Studium und Lehre verantwortet, im Gespräch.  
  • Faszination Gehirnforschung: Die Neurowissenschaftlerin Christine Ecker untersucht die Ursachen von Autismus.
  • Ein neuer Blick auf Partizipation: Rikki John Dean erhält Auszeichnung für Artikel zum Thema „Public Participation“.
  • Im Wettstreit der Werte: Die kirgisische Ethnologin Baktygul Tulebaeva forscht über den Unterschied von Werten in der Kindererziehung.
  • Chaos schlägt Kartoffelsalat: Nationale Zuschreibungen im WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko aus sportsoziologischer Sicht.
  • Jugendliche haben das Recht zu partizipieren: Lukas Schlapp, Politikstudent an der Goethe-Uni, hat als UN-Jugenddelegierter den direkten Draht nach New York.
  • Brückenbauer in den Markt: Wie Erfindungen an der Goethe-Uni ihren Weg in die Wirtschaft finden.
  • „Demokratie für alle“ und das „Entfesselte Ich“: Nachbericht zu den beiden Bürger-Uni-Abenden zum Thema 68.

Der UniReport 4/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/72886998/Unireport_4-18.pdf

 

Jul 5 2018
17:22

Im neuen „Förderatlas“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit den Geistes- und Sozialwissenschaften auf dem fünften Platz.

DFG-Förderung: Goethe-Universität steigert Gesamtvolumen um fast 20 Prozent

FRANKFURT. Im neuen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der die Förderperiode 2014-2016 behandelt, kann die Goethe-Universität einen Spitzenplatz im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften behaupten: Mit einer Fördersumme von 56,3 Mio Euro kommt sie auf den fünften Platz unter den deutschen Universitäten. Gegenüber dem letzten Förderatlas, der den Zeitraum von 2011 bis 2013 abbildet, konnte sie die DFG-Bewilligungen in diesen Fächern um 25 Prozent steigern. „Ein beeindruckendes Ergebnis, das mich sehr freut, vielen Dank an alle Beteiligten. Die Geistes- und Sozialwissenschaften tragen weiterhin ganz entscheidend zur Forschungsstärke der Goethe-Universität bei“, freut sich Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität.

Insgesamt liegt die Goethe-Universität mit einem Gesamt-DFG-Fördervolumen von 194,5 Mio Euro auf Platz 14, damit hat sie sich gegenüber der letzten Vergleichsperiode um 19,4 Prozent verbessert. Sie bleibt damit die am stärksten von der DFG geförderte Universität Hessens. Vom Finanzvolumen her sind die Lebenswissenschaften das stärkste Fachgebiet: Hier beläuft sich die Fördersumme für den Zeitraum 2014-2016 auf 87,8 Mio Euro, was einer Steigerung von über 23 Prozent gegenüber der letzten Förderperiode entspricht. Damit hat sich die Goethe-Universität in diesem Bereich bundesweit von Platz 14 auf Platz 8 verbessert.

Der Förderatlas 2018 wurde am 5. Juli 2018 veröffentlicht; die im Dreijahresabstand erscheinende DFG-Publikation präsentiert in umfassender und fachlich differenzierender Form Kennzahlen zur öffentlich finanzierten Forschung in Deutschland. http://www.dfg.de/sites/foerderatlas2018/

 

Jun 29 2018
15:34

Land und Bund sagen insgesamt rund 97 Millionen Euro für das LOEWE-Zentrum „Frankfurt Cancer Institute“ zu

Goethe-Universität erhält ein neues Krebsforschungsinstitut mitsamt Neubau

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat ein neues LOEWE-Zentrum in ihren Reihen – mitsamt einem eigenen Forschungsgebäude, das bis 2023 fertiggestellt werden soll. Wie am heutigen Freitag bekannt geworden ist, werden hierfür gut 73,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt; Grundlage für die Entscheidung war eine Empfehlung des Wissenschaftsrates vom April 2018. Erst gestern (Donnerstag) hatte das Hessische Wissenschaftsministerium offiziell mitgeteilt, dass das „Frankfurt Cancer Institute“ in das Wissenschaftsförderungsprogramm des Landes als LOEWE-Zentrum aufgenommen wird. Für die erste Förderphase von 2019 bis 2022 stehen rund 23,6 Millionen Euro an Landesmitteln für Betriebskosten bereit.

LOEWE-Zentrum „Frankfurt Cancer Institute“

Krebsgene kann man heute innerhalb weniger Tage komplett entschlüsseln. Doch um vorhersagen zu können, wie gut der Patient auf die Therapie ansprechen wird, reichen genetische Daten nur bedingt aus. Denn dazu müsste man wissen, wie sich die Mutationen innerhalb der Tumorzelle auswirken und welche Effekte dies wiederum auf das umgebende Gewebe und das Immunsystem hat. Dieses komplexe Geschehen zu erforschen, ist die Aufgabe des LOEWE-Zentrums Frankfurt Cancer Institute (LOEWE FCI), in dem Grundlagenforscher und Kliniker eng in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten werden. Zusätzlich sind Partner aus der Pharma-Industrie eingebunden. Die Fördersumme beträgt in der ersten Förderperiode (2019 bis 2022) rund 23,6 Millionen Euro. Besonders erfreulich ist, dass das Frankfurt Cancer Institute einen aus Bundesmitteln finanzierten Neubau auf dem Campus Niederrad erhalten wird, 73,4 Millionen Euro wurden jetzt dafür bewilligt. Laut Pressemitteilung des Hessischen Wissenschaftsministerium tragen Bund und Land hiervon gemeinsam 52,1 Millionen Euro zu gleichen Teilen, die Deutsche Krebshilfe wird sich mit 20 Millionen an den Baukosten beteiligen, weitere Mittel kommen von anderen Kooperationspartnern.

„Die beiden Förderzusagen sind ein Riesenfortschritt für die Universitätsmedizin Frankfurt, insbesondere für die Onkologie. Die translationale Krebsforschung an der Goethe-Universität hat sich in den vergangenen zehn Jahren extrem positiv entwickelt. Mit dem neuen LOEWE-Zentrum und dem Forschungsneubau werden diese Bemühungen nun durch die Unterstützung der Hessischen Landesregierung und der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet, worüber wir sehr dankbar sind. Das hebt unsere Arbeit auf ein neues Niveau“, so Prof. Florian Greten, Direktor des Georg Speyer-Haus und Professor für Tumorbiologie am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität.

An dem Projekt sind außer der Goethe-Universität das Georg Speyer Haus (GSH), das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim beteiligt.

„Glückwunsch an unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Campus Niederrad, die nach der Zustimmung der LOEWE-Juroren nun auch für den Neubau grünes Licht bekommen haben von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des zuständigen Landesministeriums und des Bundesministeriums“, freut sich Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität über den doppelten Erfolg. „Das Frankfurt Cancer Institute kommt einer wichtigen Zukunftsaufgabe nach, es wird einen Beitrag zum wissenschaftlichen Verständnis von Krebs, aber auch zu einer noch zielgenaueren Krebstherapie leisten. Dafür braucht es einen langen Atem und die Möglichkeit, die entsprechenden Disziplinen dauerhaft zusammenbringen zu können. Dass die Voraussetzungen dafür jetzt geschaffen wurden, dafür sind wir Bund und Land sehr dankbar. Die Mittel für einen eigenen Forschungsneubau sind eine wichtige Weichenstellung. Das wird die Krebsforschung hier in Frankfurt massiv voranbringen. Ich bin froh, dass es das LOEWE-Programm der hessischen Landesregierung gibt: Es ist ein unverzichtbares Instrument, um größere Forschungsprogramme an hessischen Hochschulen neu entwickeln und auch auf Dauer etablieren zu können.“

Anträge mit Perspektive

Aufgrund ihres positiv begutachteten Vorantrags wurden außerdem drei weitere Projekte aufgefordert, in der 12. Förderstaffel einen Vollantrag einzureichen:

Im geplanten LOEWE Schwerpunkt „Vergangene Warmzeiten als natürliche Analoge unserer ‚hoch-CO2‘ Klimazukunft (VeWa)“ wollen Geologen, Biologen, Geografen und Klimamodellierer erforschen, was uns erwartet, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre gegenüber dem Wert der vorindustriellen Zeit nahezu verdoppelt.

Der LOEWE-Schwerpunkt „Digitalisierte Bildungsprozesse“ (DBP) soll die Mechanismen untersuchen, die im digitalen Bildungsprozess relevant sind und Aufschluss darüber geben, wie digitale Bildungsprozesse optimiert werden können. Psychologen und Erziehungswissenschaftler werden sich mit den Veränderungen befassen, die der digitale Bildungsprozess mit sich bringt.

Das LOEWE-Schwerpunkt-Projekt „Minderheitenstudien: Sprache und Identität“ schließlich befasst sich aus einer interdisziplinären Perspektive mit der Frage, welche Rolle identitätsbedingenden Faktoren im Kontext der Migration von Minderheiten spielen. Insbesondere interessieren sich die Wissenschaftler für Minderheiten, die schon im Herkunftsland einen Minderheitenstatus innehatten.

Informationen zum LOEWE-Zentrum „Frankfurt Cancer Institute“: Prof. Florian Greten, Direktor Georg Speyer-Haus, Fachbereich Medizin der Goethe-Universität, Tel. (069) 63395 183, Greten@gsh.uni-frankfurt.de.

 

Jun 28 2018
13:46

Tagung des Fritz Bauer Instituts an der Goethe-Universität

Fritz Bauer und die 68er – Verbindendes und Trennendes

FRANKFURT. In der Nacht zum 1. Juli 1968, im Jahr der Studentenrevolte, starb Fritz Bauer im Alter von knapp 65 Jahren. Bauer war der Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse; durch ihn erfuhren schon zuvor die Widerstandskämpfer vom 20. Juli erstmals öffentliche Anerkennung; er trug außerdem entscheidend zur Ergreifung von Adolf Eichmann bei, der die Todestransporte in die Vernichtungslager organisiert hatte. Anlässlich der 50. Wiederkehr von Fritz Bauers Todestag veranstaltet das Fritz Bauer Institut an der Goethe-Universität eine Tagung mit dem Titel „Fritz Bauer und die 68er. Verbindendes und Trennendes.“ Die Veranstaltung findet

von Montag, 2. Juli, bis Dienstag, 3. Juli im Casino-Gebäude, Nina-Rubinstein-Weg (Campus Westend) im Raum 823

statt und bringt Historiker, Erziehungswissenschaftler und Juristen aus ganz Deutschland zur interdisziplinären Diskussion zusammen.

Auf den ersten Blick hatten die protestierenden Studenten und der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gemeinsame Ziele: Ähnlich wie viele der führenden Köpfe der Revolte sah Bauer die dringendste Aufgabe der politischen Arbeit darin, zu einer humanen und demokratischen Gesellschaft beizutragen mit dem Ziel, dass Deutschland die Gewaltstrukturen der NS-Zeit hinter sich lassen könne. Doch der 1903 geborene Jurist gehörte der Väter-Generation an, gegen die die jungen Leute aufbegehrten. Er hatte andere Vorbilder als sie, andere Umgangsformen und eine andere Auffassung davon, was mit politischer Einmischung zu erreichen sein sollte.

Die Tagung zum 50. Todestag geht der Frage nach, inwiefern die von Bauer angeschnittenen Themen im Rahmen einer allgemeinen Reformdynamik zu sehen sind – ausgehend von seinen Schriften, die in einer gegenwärtig entstehenden umfassenden Edition des Fritz Bauer Instituts erstmals zusammengetragen werden. Die Tagung wird das Denken Fritz Bauers in den politisch-gesellschaftlichen Kontext stellen und den Blick auf die Zeitumstände richten. Dabei sollen seine Rolle für die Reform und Liberalisierung der Justiz ausgelotet und sein Bezug zu den Ideen der Studentenbewegung bestimmt werden. Außerdem wird es um die Frage gehen, warum Bauers Werk erst in den 1990er Jahren gesellschaftliche Beachtung fand.

Finanziell unterstützt wird die Tagung von der Holger Koppe Stiftung.

Das Programm der Tagung:

Montag, 2. Juli 2018
10.00 Uhr
Grußworte durch Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, und Jutta Ebeling, Vorsitzende des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

10.30 – 12.30 Uhr
I. Konfrontation mit den NS-Verbrechen
Moderation: Sybille Steinbacher (Frankfurt am Main)
Boris Burghardt (Berlin): Strafverfahren als Mittel der Volkspädagogik? Fritz Bauers Vorstellungen von der Funktion der NS-Prozesse
Annette Weinke (Jena): Eine andere Form der politischen Justiz? NS-Prozesse, Braunbuch-Kampagnen und die Moralpolitik der 68er

14.00 – 16.00 Uhr
II. Demokratisierung durch Recht
Moderation: Jörg Osterloh (Frankfurt am Main)
David Johst (Halle/Berlin): Ungehorsam als politische Tugend? Widerstand im Denken Fritz Bauers
Jörg Requate (Kassel): Demokratisierung der Justiz – Demokratisierung durch Justiz? Rechtsdenken, Justiz und Gesellschaft in den 1960er Jahren

16.30 – 18.30 Uhr
III. Strafrecht und Gesellschaft
Moderation: Katharina Rauschenberger (Frankfurt am Main)
Kirstin Drenkhahn (Berlin): Fritz Bauers Argumentation zur Strafrechtsreform. Überlegungen im Lichte der Punishment & Society-Forschung
Sascha Ziemann (Frankfurt am Main): Strafrecht für die neue Gesellschaft. Fritz Bauer und die Strafrechtsreform

Dienstag, 3. Juli 2018
10.00 – 12.00 Uhr
IV. Auseinandersetzung mit Autoritäten
Moderation: Tobias Freimüller (Frankfurt am Main)
Gottfried Kößler (Frankfurt am Main): Widerstand als moralische Orientierung. Fritz Bauer und die historisch-politische Bildung
Christiane Thompson (Frankfurt am Main): Rebellion gegen Autoritäten? Zur Autonomie in der „Erziehung nach Auschwitz“

12.30 – 14.30 Uhr
V. Sexualstrafrechtsreform und Sittlichkeitspostulat
Moderation: Stefanie Fischer (Frankfurt am Main/Potsdam)
Werner Renz (Frankfurt am Main): Wider die Kriminalisierung von Sexualität. Fritz Bauers Kritik des repressiven Sexualstrafrechts
Michael Schwartz (Berlin): Sexualstrafrecht und Sittlichkeit. Gesellschaftliche Kontroversen und Reformdebatten der 1950er und 1960er Jahre

14.30 – 15.00 Uhr
Tagungskommentar von Michael Stolleis (Frankfurt am Main)

Information: Dr. Katharina Rauschenberger, Fritz Bauer Institut, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt, Telefon 069 798-32226, E-Mail k.rauschenberger@fritz-bauer-institut.de; www.fritz-bauer-institut.de

 

Jun 27 2018
14:09

„Lesen kann man lernen“: Andreas Gold, Psychologe an der Goethe-Universität, hat sein Buch völlig neu bearbeitet

Sicher Schwimmen im Buchstabenmeer

FRANKFURT. Lesen ist die Schlüsselkompetenz für schulischen und beruflichen Erfolg. Und doch werde noch immer zu wenig Augenmerk auf die Leseförderung gelegt, urteilt der Frankfurter Psychologe Prof. Andreas Gold. Mit seinem Buch „Lesen kann man lernen“ will er das ändern.

Ob es um Textaufgaben in Mathematik, Länderbeschreibungen in Geographie oder um die Interpretation eines literarischen Textes im Fach Deutsch geht – ohne die Fähigkeit, flüssig und mit Verständnisgewinn zu lesen, haben Schüler Schwierigkeiten, im Unterricht mitzukommen. Die Ergebnisse der nationalen Vergleichsstudien des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) belegen jedoch, dass es bei allen Unterschieden zwischen den Bundesländern in ganz Deutschland Nachholbedarf auf diesem Gebiet gibt. Das sei jedoch nichts Neues, so Andreas Gold, Professor für Pädagogische Psychologie an der Goethe-Universität: Seit jeher hätten rund 20 Prozent der Zehnjährigen mit erheblichen Problemen beim Lesen zu kämpfen. Doch nur allmählich fänden die Methoden evidenzbasierter Leseförderung Eingang in die Lehreraus- und -weiterbildung.

Dass sich dies ändert, dazu will Gold mit seinem Buch „Lesen kann man lernen“ beitragen, das nun in dritter, völlig überarbeiteter Auflage erschienen ist. Auch diesmal hat Gold darin bewusst auf die detaillierte Darstellung wissenschaftlicher Theorien und empirischer Befunde verzichtet, denn das Buch richtet sich nicht nur an Studierende der Lehrämter, der Erziehungswissenschaft und der Psychologie sowie an Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch an interessierte Eltern. Die Leser erfahren, wie Lesen überhaupt funktioniert und wie der Prozess des Lesenlernens bei Kindern abläuft. Der Autor legt dar, wie wichtig Sprachkompetenz als Voraussetzung für das Lesenlernen ist. Und er stellt die nachweislich erfolgversprechenden Trainingsprogramme zur Förderung von Leseflüssigkeit und Textverstehen vor. In der Neuauflage geht es – anders als in den vorherigen Auflagen des Standardwerks – sowohl um das Lesenlernen in der Grundschule als auch um das Lesen an den weiterführenden Schulen. Und es wird auch gezeigt, was bei anhaltenden Leseschwierigkeiten helfen kann.

Andreas Gold hat in Heidelberg Psychologie studiert und wurde an der Goethe-Universität promoviert. Nach der Habilitation war er von 1994 bis 1998 Professor für Pädagogische Psychologie an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg, seit 1998 lehrt er als Professor an der Goethe-Universität. Weitere allgemeinverständliche Titel des Autors sind „Lernen leichter machen“ und „Guter Unterricht: Was wir wirklich darüber wissen“ – beides bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen.

Publikation: Andreas Gold, Lesen kann man lernen. Wie man die Lesekompetenz fördern kann. 3., völlig überarbeitete Auflage 2018. 140 Seiten mit zehn Abbildungen. 16 Euro. ISBN 978-3-525-31063-2; auch als E-Book erhältlich

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72795103

Informationen: Prof. Dr. Andreas Gold, Institut für Psychologie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Westend, +49-(0)69 798-35357, E-Mail: gold@paed.psych.uni-frankfurt.de

 

Jun 26 2018
11:27

Vergleich von milliarden theoretischen Modellen mit Gravitationswellen-Messungen führt zur Lösung eines alten Rätsels

Frankfurter Physiker präzisieren Größe von Neutronensternen

FRANKFURT. Wie groß ist ein Neutronenstern? Die bisherigen Schätzungen lagen zwischen acht und 16 Kilometern Durchmesser. Astrophysikern der Goethe Universität und des FIAS ist es jetzt gelungen, die Größe von Neutronensternen bis auf 1,5 Kilometer genau zu bestimmen, indem sie einen aufwändigen statistischen Ansatz wählten und Daten aus der Messung von Gravitationswellen zuhilfe nahmen. Das berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe von Physical Review Letters.

Neutronensterne sind die dichtesten Objekte in unserem Universum. Ihre Masse ist weitaus größer ist als die unserer Sonne, zusammengeballt in einer vergleichsweise kleinen Kugel, deren Durchmesser mit dem der Stadt Frankfurt vergleichbar ist. Allerdings ist das nur eine grobe Abschätzung. Seit mehr als 40 Jahren gilt die Bestimmung des Radius' von Neutronensternen als eine der grundsätzlichsten Fragen der Astro- und Kernphysik, da aus dieser Größe wichtige Informationen über die fundamentalen Wechselwirkungen von dichter Kernmaterie abgeleitet werden können.

Einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Rätsels bieten die Daten aus der Detektion von Gravitationswellen (GW170817), die bei der Verschmelzung von zwei Neutronensternen entstanden sind. Ende letzten Jahres nutzten Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität und FIAS, und seine Studenten Elias Most und Lukas Weih diese Daten bereits, um die maximalen Masse von Neutronensternen zu berechnen, bevor sie zu einem schwarzen Loch kollabieren. Das Ergebnis wurde fast zeitgleich von anderen Forschungsgruppen bestätigt. Nun hat dieselbe Gruppe zusammen mit Prof. Jürgen Schaffner-Bielich von Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität auch strenge Grenzen für die Größe von Neutronensternen ermittelt.

Die Crux des Problems ist, dass die Zustandsgleichung, welche die Materie in Neutronensternen beschreibt, nicht bekannt ist. Die Physiker entschlossen sich deshalb, einen anderen Weg zu gehen: Sie wählten statistische Methoden, um die Größe von Neutronensternen innerhalb enger Grenzen zu bestimmen. Hierzu berechneten sie mehr als zwei Milliarden theoretische Modelle von Neutronensternen, indem sie Einsteins Gleichungen numerisch lösten und diesen riesigen Datensatz mit den Daten der Gravitationswellendetektion GW170817 kombinierten.

„Ein solcher Ansatz ist nicht unüblich in der theoretischen Physik", sagt Rezzolla und fügt hinzu: "Wir können Unsicherheiten einschränken, indem wir die Ergebnisse für alle möglichen Werte der entsprechenden Parameter analysieren." So ist es den Wissenschaftlern gelungen, den Radius eines typischen Neutronensterns auf 1.5 Kilometer genau anzugeben: Er liegt zwischen 12-13.5 Kilometern- ein Ergebnis, das mit künftigen Detektionen von Gravitationswellen weiter verbessert werden kann.

„Das Ganze birgt allerdings noch eine Tücke, und zwar die Möglichkeit von Zwillingssternen", kommentiert Prof. Schaffner-Bielich. Es ist nämlich möglich, dass bei extrem hohen Dichten ein Phasenübergang stattfindet. Die Materie hat dann plötzlich ganz andere Eigenschaften, so wie Wasser hart wird, wenn es zu Eis gefriert. Im Fall von Neutronensternen wird spekuliert, dass beim Phasenübergang gewöhnliche Materie in "Quarkmaterie" umgewandelt wird. Bezieht man diese Möglichkeit ein, ist noch eine weitere Gleichgewichtslösung der Einsteingleichungen möglich: Ein exotischer Zwilling mit exakt dergleichen Masse und einem deutlich kleinerem Radius.

Obwohl es für die Existenz dieser zweiten Klasse von Neutronensternen keine Beweise gibt, sind sie zumindest theoretisch möglich. Das Team um Rezzolla und Schaffner-Bielich hat sie deshalb trotz der zusätzlichen Komplikationen, die mit der Berechnung von Zwillingssternen einhergehen, berücksichtigt. Diese Mühe wurde mit einem unerwarteten Ergebnis belohnt: Zwillingssterne sind statistisch gesehen sehr selten und können während der Verschmelzung zweier Neutronensterne nur wenig verformt werden. Dieses Ergebnis ist deshalb wichtig, weil es Wissenschaftlern durch künftige Beobachtungen erlaubt, die Existenz dieser Zwillinge potentiell auszuschließen. So wird sich mit zuküngtigen Gravitationswellenbeobachtungen zeigen, ob Neutronensterne tatsächlich exotische Zwillinge haben.

PublikationElias R. Most, Lukas R. Weih, Luciano Rezzolla, Jürgen Schaffner-Bielich: New constraints on radii and tidal deformabilities of neutron stars from GW170817, Phys. Rev. Lett. 120, 261103. https://doi.org/10.1103/PhysRevLett.120.261103

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72776172

Bildtext: Größenintervall eines typischen Neutronensterns im Vergleich zur Stadt Frankfurt (Satellitenaufnahme: GeoBasis-DE/BKG (2009) Google).

Informationen: Prof. Dr. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Fachbereich Physik und Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47871, rezzolla@fias.uni-frankfurt.de.

 

Jun 26 2018
10:29

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: Johannes Völz und sein neues Buch „The Poetics of Insecurity“

Unsicherheit als Chance?

FRANKFURT. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg stellt in seiner Buch-Reihe den Amerikanisten Johannes Völz (Goethe-Universität) vor, der mit „The Poetics of Insecurity: American Fiction and the Uses of Threat“ (dt: Die Poetik der Unsicherheit: Die Bedeutung von Angst und Bedrohung in der amerikanischen Literatur) einen vielbeachteten Beitrag zur aktuellen Debatte um Sicherheit und Unsicherheit in Politik, Kultur und Gesellschaft vorgelegt hat. Völz wird im Rahmen eines von Prof. Heinz Drügh (Goethe-Universität) moderierten Gesprächs über sein Buch und die Hintergründe sprechen. Die Gesprächsreihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: …“ wird von Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, dem Direktor des Forschungskollegs, geleitet.

Warum ist die Frage der (nationalen) Sicherheit für die amerikanische Politik so wichtig? Wird in der Gesellschaft, wie vielfach behauptet, eine „Kultur der Angst“ geschürt, die den Boden für diese Fixierung auf Sicherheit bildet? Der Blick in die amerikanische Literatur der letzten 200 Jahre zeigt ein anderes Bild des Verhältnisses von Sicherheit und Unsicherheit: Die literarischen Helden, die sich in unsicheren Situationen befinden, erscheinen dort nicht als von Angst getriebene Charaktere, die einzig nach Sicherheit und vertrauten Strukturen streben. Vielmehr gelangen sie gerade aus unsicheren und bedrohlichen Situation heraus zu einer Selbstermächtigung, mittels derer es ihnen gelingt, ihre Lage zum Besseren zu verändern. Johannes Völz‘ Romananalysen tragen zum Verständnis der politischen Geschichte der Sicherheit bei. Die bestehenden Erklärungen für das Sicherheitsprimat in der heutigen amerikanischen Kultur und Politik stellt er dabei grundlegend in Frage.

Das Buch „The Poetics of Insecurity. American Fiction and the Uses of Threat“ ist 2017 im Verlag Cambridge University Press erschienen.

Prof. Dr. Johannes Völz ist Heisenberg-Professor für Amerikanistik an der Goethe-Universität. Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt auf dem Verhältnis von Demokratie und Ästhetik. 2010 erschien sein Buch “Transcendental Resistance: The New Americanists and Emerson‘s Challenge“. 2015 veröffentlichte Völz die Sonderausgabe der Amerikastudien/American Studies über „Chance, Risk, Security: Approaches to Uncertainty in American Literature“.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: 
Johannes Völz und sein neues Buch “The Poetics of Insecurity. American Fiction and the Uses of Threat”

Moderation: Heinz Drügh (Professor für Neuere Deutsche Literatur, Goethe-Universität); Begrüßung: Matthias Lutz-Bachmann (Direktor Forschungskolleg Humanwissenschaften)

Donnerstag, 28. Juni 2018, 19.00 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg. Um vorherige Anmeldung wird gebeten (info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de).

Weitere Informationen
Iris  Helene Koban, Geschäftsführung, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. Tel.: 06172-13977-10; i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Jun 22 2018
12:13

Kooperation der Goethe-Uni mit Hochschulen in Isfahan und Mashhad

Deutsch-Iranischer Workshop über „das gute Leben“

FRANKFURT. Mit der Debatte um das Atomabkommen steht der Iran wieder verstärkt im Fokus der Medien, wie so oft geht es um einen Konflikt. Dialog und Zusammenarbeit mit dem Iran hingegen stehen im Fokus bei der Kooperation zwischen dem Institut für Ethnologie der Goethe-Universität und den iranischen Universitäten Isfahan und Ferdowsi University Mashhad. In diesem Kontext findet vom

25. bis 29. Juni 2018 
im Gebäude des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen” 
(Campus Westend)

ein Workshop zum Thema „Resource-Based Perspectives on the Good Life (Buen Vivir) in the Humanities“ statt. Der Workshop mit 15 Teilnehmern aus dem Iran und etwa 20 an der Iran-Forschung interessierten Wissenschaftlern der Goethe-Universität dient dem Austausch über ethnologische Inhalte, aber auch über die Organisation des universitären Lebens, von Lehre und Forschung in beiden Ländern. Die Workshop-Teilnehmer werden sich in Arbeitsgruppen über ihre Forschungsarbeit und über Best-Practice-Beispiele in Hinsicht auf Lehre, Gleichstellung, Familienfreundlichkeit und Nachwuchsförderung austauschen. Finanziert wird der Workshop über das DAAD-Programm „Hochschuldialog mit der Islamischen Welt“.

Informationen: www.ethnologie.uni-frankfurt.de

Pressekontakt und Anmeldung: Yanti Hölzchen, Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Telefon 069-798 33058, E-Mail hoelzchen@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 22 2018
11:02

Wissenschaftlerin gilt als Expertin für „afrikanische Feminismen“

Amina Mama übernimmt Angela Davis-Gastprofessur

FRANKFURT. Prof. Amina Mama übernimmt in diesem Jahr die Angela Davis Gastprofessur am Cornelia Goethe Centrum. Die aus Nigeria stammende Genderforscherin, die derzeit an der Universität von Kalifornien, Davis, lehrt und forscht, gilt als Expertin für „afrikanische Feminismen“

Ihre Antrittsvorlesung zum Thema „Africa Unpacified: From Freedom Fighters to Feminists“ wird Prof. Mama

am Samstag, 30. Juni, um 18 Uhr Casino Raum 1.801, Campus Westend

halten. Einen weiteren öffentlichen Vortrag von Amina Mama mit dem Titel „In the Pursuit of Freedom: Feminist intellectuals in African contexts” gibt es im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien am Mittwoch, 4. Juli, ebenfalls um 18 Uhr. Beide Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.

Amina Mama wird über ihre wichtigsten Interessengebiete sprechen, die Theorie und Praxis afrikanischer Feminismen; das Wort steht bewusst im Plural, da die verschiedenen Erscheinungsformen des Feminismus aus einer großen Bandbreite von historischen und sozialen Gegebenheiten in den Ländern Afrikas hervorgegangen sind. Mamas Augenmerk richtet sich vor allem auf die Wechselbeziehungen zwischen Militarismus und den verschiedenen Formen sexueller Gewalt und Unterdrückung. Dabei geht sie historisch zurück bis in die Zeit des Kolonialismus, untersucht die Situation während der Weltkriege und der aufkommenden Militärdiktaturen kurz nach der Unabhängigkeit und nimmt auch die Remilitarisierung der Weltpolitik seit dem 11. September 2001 in den Blick. Ein weiterer Schwerpunkt in Mamas Tätigkeit ist die Weiterentwicklung von Perspektiven und Methoden des wissenschaftlichen Feminismus.

Amina Mama wurde 1958 im Norden Nigerias geboren und wuchs in einem britisch-nigerianischen Elternhaus in der ethnisch und religiös heterogenen Großstadt Kaduna auf. Aufgrund von Ausschreitungen gegen die Gruppe der Igbo verließ sie Nigeria 1966. An der St. Andrews University in Schottland und an der London School of Economics and Political Science studierte sie Psychologie. 1987 wurde sie in London mit einer Arbeit über Rassismus und Subjektivitäten schwarzer Frauen promoviert. Diesem Thema widmet sich auch eines ihrer bekanntesten Bücher mit dem Titel „Beyond the Masks“ von 1995. Darin entwickelt sie eine antirassistische, feministische Kritik herkömmlicher psychoanalytischer Perspektiven auf Identität und zeigt, wie sehr das Selbstbild schwarzer Frauen von der Notwendigkeit des Widerstandes gegen Rassismus und Sexismus geprägt sind.

Amina Mama forschte und lehrte an verschiedenen europäischen Universitäten, bevor sie 1999 als erste Inhaberin des Lehrstuhls für Gender Studies an der Universität von Cape Town in Südafrika ging. Dort baute sie das African Gender Institute auf, das zum Ziel hat, feministische Wissenschaften und feministischen Aktivismus in Afrika voranzubringen und zu vernetzen. In diesem Zusammenhang gründete sie auch das Online-Journal „Feminist Africa“, das sich zu einer wichtigen Plattform des feministischen Dialogs auf dem afrikanischen Kontinent entwickelt hat. Seit 2012 leitet sie das Department of Gender and Women Studies an der University of California, Davis. Mama ist Vorsitzende beim Global Fund for Women und berät zahlreiche weitere internationale Organisationen.

Amina Mama selbst versteht sich als feministische Wissenschaftlerin und Aktivistin, die mit ihrer Arbeit Grenzen überschreitet – nicht nur die zwischen afrikanischen Ländern. Als ihre wichtigsten Vorbilder nennt Mama die nigerianischen Frauenrechtsaktivistin-nen Gambo Sawaba und Funmilayo Ransome Kuti – sowie die Namensgeberin der Gastprofessur, Angela Davis.

Angela Davis‘ Engagement gilt seit Anfang der 1960er Jahren den unterschiedlichen Formen politischer und gesellschaftlicher Repression; sie kämpft für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit. Mehr als 20 Jahre lang lehrte Angela Davis an verschiedenen Universitäten in Kalifornien, zuletzt hatte sie von 1991 bis 2008 einen Lehrstuhl für African-American und Feminist Studies an der University of California, Santa Cruz (UCSC), inne. Davis gilt als Wegbereiterin aktueller, kritischer Diskurse innerhalb der Gender und Diversity Studies. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der 2013 ins Leben gerufenen Angela-Davis-Gastprofessur, die die internationale und interdiszipli-näre Zusammenarbeit im Bereich Gender und Diversity verstärken soll. Angela Davis, die eine Zeitlang in Frankfurt studiert hat, machte 2013 den Auftakt dieser neuen Professur, die am Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse angesiedelt ist.

In diesem Jahr wird Amina Mama im Rahmen dieser Professur neben den öffentlichen Vorträgen ein Blockseminar für Studierende und einen Workshop für Promovierende anbieten. Außerdem wird es Gelegenheit zum kollegialen Austausch geben.

Pressetermine: Prof. Dr. Uta Ruppert, FB 03 Gesellschaftswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft, PF 16, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Campus Westend, Telefon: 069 798-36648,
E-Mail ruppert@soz.uni-frankfurt.de.

Informationen: cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de; siehe auch: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/20818/amina-mama-wird-gastprofessorin-an-der-goethe-universitaet-frankfurt-im-sose2018/

Zwei Porträts zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72748763

Bildautor: Bild 1: Kim Powell; Bild 2: Jerry Riley

 

Jun 19 2018
12:00

Prof. Cornelia Rosebrock erhält Friedrich-Preis für Deutschdidaktik

„So eine Begierde zu lesen“

FRANKFURT. Der Friedrich-Preis für Deutschdidaktik 2018 geht an Prof. Cornelia Rosebrock, Literaturdidaktikerin an der Goethe-Universität. Insbesondere Rosebrocks Arbeiten zur Leseförderung haben die Unterrichtspraxis an Schulen im deutschsprachigen Raum maßgeblich verändert.

Cornelia Rosebrock erhält den Preis der Erhard-Friedrich-Stiftung „für ihre herausragenden Forschungs- und Publikationsleistungen, insbesondere im Bereich der Lesesozialisation, des Lese- und Literaturerwerbs und der Literaturdidaktik“, so die Jury in ihrer Begründung. Der Preis wird im September in Hamburg verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

„So eine Begierde zu lesen“ – mit diesen Worten hat Cornelia Rosebrock eine ihrer frühen Arbeiten überschrieben, in der sie sich mit der Bedeutung des Lesens im lebensgeschichtlichen Zusammenhang befasst. Doch nicht jedem ist diese Begierde in die Wiege gelegt, obwohl sie so entscheidend sein kann für das spätere Leben. Wer von klein auf viel vorgelesen bekommt und mit Geschichten und Büchern aufwächst, für den ist Lesenlernen meist keine große Hürde. Etwa ein Fünftel der Kinder tut sich jedoch schwer damit – hier ist die richtige Form von Leseförderung gefragt.

„Lange Zeit war Leseförderung eine Art Literaturmarketing“, sagt Prof. Rosebrock. Die Leseförderung habe vom Kopf auf die Füße gestellt werden müssen, um die schwachen Schüler besser unterstützen zu können. Dabei gehe es nicht nur um das rein technische Lesen: Wer das kann, muss noch kein „geneigter Leser“ werden, der sich mit dem Gelesenen auch auseinandersetzt. „Für mich steht das literarische Lesen im Fokus der Persönlichkeitsbildung. Die Kinder sollen sich als denkende und handelnde Objekte am Lesen beteiligen, nicht einfach etwas herunterlesen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Literatur ist für sie ein eigener Erfahrungsraum und ein wichtiges Medium der Sozialisation.

In ihrer Forschung hat sie den Lesekompetenzbegriff in weitere Kompetenzen untergliedert und damit der Schule die Diagnostik erleichtert: Lehrer haben damit ein besseres Instrumentarium, um zu erkennen, wo es bei den Schülern Nachholbedarf gibt. Denn: „Üben allein hilft nicht weiter“, ist Rosebrock überzeugt. Der Erfolg gibt ihr Recht: Ihr gemeinsam mit Daniel Nix herausgegebenes Lehrbuch „Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung“ ist 2017 in achter Auflage erschienen und wird vielfach in der Lehrerausbildung und in den Schulen eingesetzt. Seit 2004 hat Rosebrock gemeinsam mit dem Psychologen Prof. Andreas Gold Leseflüssigkeitsforschung betrieben.

Cornelia Rosebrock ist gebürtige Frankfurterin. Sie hat in Kassel Deutsch und Polytechnik für das Lehramt an der Hauptschule studiert und arbeitete zunächst als Lehrerin, aber auch als Lehrbeauftragte an verschiedenen Unis. Nach einem Erweiterungsstudium der Erziehungswissenschaften und der Philosophie wurde sie mit einer Arbeit über Wahrnehmung und Zeitkonstitution beim Lesen promoviert. Von 1993 an arbeitete sie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und baute dort ein Lesezentrum auf. An die Goethe-Universität kam sie 1998 als Vertretungsprofessorin, zum Wintersemester 1999/2000 wurde sie zur Professorin berufen. Rosebrock ist im gesamten deutschsprachigen Raum als Expertin und Gutachterin gefragt.

Der Friedrich-Preis der Erhard-Friedrich-Stiftung wird alle zwei Jahre im Rahmen des Symposions Deutschdidaktik in Hamburg verliehen. Erhard Friedrich war ein erfolgreicher Verleger, der sein Unternehmen nach dem Krieg aus dem Nichts aufgebaut hat. Der Friedrich Verlag ist heute eine Tochter des Klett Verlages und ist nach wie vor eines der führenden Häuser für Fachzeitschriften aus den Bereichen Kultur und Pädagogik. Um die wissenschaftliche Entwicklung dieser Bereiche zu fördern, gründete Erhard Friedrich 1997 gemeinsam mit seiner Frau die Erhard-Friedrich-Stiftung.

Ein Porträt zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72569691

Informationen: Prof. Dr. Cornelia Rosebrock, Professur „Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit den Schwerpunkten Literaturdidaktik, literarisches Lernen und Lesesozialisation“, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Fachbereich Neuere Philologien, Norbert-Wollheim-Platz 1 (Campus Westend), Telefon +49 (0)69 798-32559, E-Mail: c.rosebrock@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 18 2018
16:40

Sonderforschungsbereich der Goethe-Universität lädt zur Jahreskonferenz / Eröffnungsvortrag mit Prof. Joel Mokyr

Über Schwächen reden

FRANKFURT. Über Schwäche zu reden ist heikel: Anderen bietet es die Gelegenheit, diese Schwäche auszunutzen; zudem erfordert es ein hohes Maß an Selbstkritik. Wer über Schwächen sprechen will, sollte auch zur Veränderung bereit sein. In den Medien ist derzeit viel von Schwächen die Rede – sei es in Bezug auf das Rechtssystem, die EU oder das deutsche Bildungswesen, aber es bleibt häufig unklar, was genau damit gemeint ist. Mit Schwäche, den Entstehungsbedingungen sowie den daraus resultierenden Entwicklungen befasst sich der Sonderforschungsbereich 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“. Dessen Jahreskonferenz zum Thema „Discourses of Weakness and the Futures of Societies” findet von 28. bis 30. Juni auf dem Campus Westend statt. Den Eröffnungsvortrag hält der renommierte Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Joel Mokyr. Er spricht

am Donnerstag, 28. Juni, um 18 Uhr Casinogebäude, Raum 1.811 (Campus Westend)

über das Thema am „Secular Stagnation - History and Reality“.

Der Sonderforschungsbereich, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird, hat 2015 seine Arbeit aufgenommen. Die 45 daran beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen Schwächediskurse aus historischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive und fragen nach dem Einfluss, den solche Diskurse auf den Umgang mit Ressourcen hatten und bis heute haben.

Auf Schwächen zu reagieren, bedeutet in letzter Konsequenz, Neuerungen einzuführen. Die Motivation, etwas „Neues“ zu nutzen, hängt dabei mit dem Wunsch zusammen, ein soziales Gefüge zu verändern, das zuvor als „schwach“ evaluiert wurde. Eine Schwäche kann nicht nur gegenüber „anderen“ bzw. „anderem“, sondern auch in zeitlicher Hinsicht gegenüber „Früherem“ bzw. „Kommendem“ bestehen.

Um zu verstehen, welchen gesellschaftlichen Einfluss Zukunftsvorstellungen besaßen, wie dieser Einfluss in Schwächediskursen begründet und ausformuliert wurde und welche praktischen Folgen er für den Einsatz von Ressourcen hatte, befassen sich die Referenten und Referentinnen der Jahrestagung mit folgenden Fragen: Wie sehen regionale Besonderheiten und globale Verflechtungen hinsichtlich der Thematisierung von Schwäche aus? Wie werden Schwächediskurse in Politik, Wirtschaft und Recht, aber auch im Bereich der Geisteswissenschaften diskutiert? Wie wurden Schwächediskurse zu unterschiedlichen historischen Zeiten dargelegt? Und schließlich: Inwiefern sind Schwächediskurse mit kulturellem Erbe und Erinnerungen oder aber mit Vorstellungen von Zukunft verknüpft?

Weitere Informationen: Mi Anh Duong, Geschäftsführung SFB 1095„Schwächediskurse und Ressourcenregime“, Campus Bockenheim, Gräfstraße 78, Telefon +49(0)69 798-33952, duong@em.uni-frankfurt.de; www.sfb1095.net

Anmeldung: Angela Vardopoulos, Telefon +49(0)69 798-33971, E-Mail info@sfb1095.net.

Veranstaltungplakate zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72548580

 

Jun 18 2018
14:06

Georgisches Nationalepos im Lesemarathon: Das Institut für Empirische Sprachwissenschaft macht seine sprachliche Kapazität deutlich

50 mal „Der Recke im Tigerfell“

FRANKFURT. Die Republik Georgien feiert die 100. Wiederkehr ihrer ersten Gründung – und die Universität Tbilissi, Partner-Universität der Goethe-Uni, wird 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass rückt das Institut für Empirische Sprachwissenschaft das Nationalepos Georgiens in den Fokus und veranstaltet eine ungewöhnliche Lesung: In 50 verschiedenen Sprachen wird „Der Recke im Tigerfell“ am

Donnerstag, 21. Juni, um 20 Uhr im PA-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 1 (Campus Westend)

vorgetragen. Da viele der Zuhörer wohl weder des Baskischen und Koreanischen noch des Ossetischen oder Tadschikischen mächtig sind, wird zusätzlich die deutsche Version zusammen mit den farbenfrohen Illustrationen digital präsentiert werden.

Das studentische Projekt, so Prof. Manana Tandaschwili, am Institut für Empirische Sprachwissenschaft für Kaukasische Sprachwissenschaft zuständig, zeige auf beeindruckende Weise die akademische und menschliche Kapazität des Instituts: 43 Studentinnen und Studenten sowie akademische Mitarbeiter lesen das Gedicht in 50 Sprachen. Die Idee basiert auf dem wissenschaftlichen Projekt „Erstellen eines digitalen Parallelkorpus des Poems“, das durch die Bereitstellung von Übersetzungstexten eine Quelle für weitere Forschung bilden soll.

„Der Recke im Tigerfell“, seit 2013 ins UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen, gilt als das Nationalepos Georgiens. Der Dichter Schota Rustaweli verfasste es Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts auf Geheiß der Königin Tamara von Georgien. Überliefert ist die Dichtung jedoch in Handschriften ab dem 17. Jahrhundert. Das Epos schildert in gebundener Sprache Ritterlichkeit und Edelmut, die sich über Religion und Nation erheben. Es handelt von einer Prinzessin im Orient, deren Vater sie aus politischen Absichten mit einem Prinzen – dem Thronfolger eines anderen Landes – verheiraten möchte. Doch sie hat sich bereits in einen Jungen am Hof verliebt, und die Tragik nimmt ihren Lauf: Ihr Geliebter bringt den Prinzen um, die Prinzessin wird von bösen Geistern entführt. Das Werk beeindruckt nicht nur durch die poetische Sprache und die opulente Handlung, sondern auch durch die darin enthaltenen Kenntnisse über verschiedene Bereiche der mittelalterlichen Wissenschaft. „Der Recke im Tigerfell“ sei in Georgien jedem vertraut, viele könnten das Poem zumindest teilweise auswendig, sagt Prof. Tandaschwili.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Universität Tbilisi, mit der das Institut für Empirische Sprachwissenschaft 14 Projekte gemeinsam betreibt, wird es auch eine Kooperationsvereinbarung der beiden Universitäten geben. Georgen ist in diesem Jahr auch Gastland auf der Frankfurter Buchmesse.

Information: Prof. Dr. Manana Tandaschwili, Institut für Empirische Sprachwissenschaft, Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, Campus Bockenheim, Juridicum 908, Telefon +49(0)69 798-22688, E-Mail Tandaschwili@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 18 2018
11:16

Goethe-Universität, Blutspendedienst und Pharma-Unternehmen schließen Vertrag über Entwicklung eines neuen Produktes ab

Neues Zellpräparat hilft Patienten nach Knochenmarktransplantation

FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main, der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen und das pharmazeutische Unternehmen medac haben über die universitätseigene Technologietransfergesellschaft Innovectis einen Lizenzvertrag zur Entwicklung Mesenchymaler Stromazellen für die Behandlung der Graft-versus-Host-Erkrankung abgeschlossen. Diese lebensbedrohliche Komplikation tritt häufig nach Knochenmarktransplantationen bei Leukämiepatienten auf, wenn sich die fremden, implantierten Zellen gegen den Patienten richten. Forschern der Kinderklinik der Goethe-Universität und des Blutspendedienstes ist es gelungen, ein standardisiertes Zellpräparat zu entwickeln und damit bereits erfolgreich mehrere Patienten zu heilen.

Die Goethe-Universität erwartet über die Laufdauer des Lizenzvertrags Meilensteinzahlungen und eine Umsatzbeteiligung. Der DRK-Blutspendedienst wird im Weiteren die Herstellung der Zellpräparation fortführen. Das Zellpräparat wird mit einem speziellen Verfahren erzeugt, das von den vier Frankfurter Wissenschaftlern Selim Kuci, Zyrafete Kuci, Halvard Bönig und Peter Bader entwickelt wurde. „Zelltherapeutika sind in der Regel individualisierte, biologische Medikamente. Unsere Zellen besitzen den Vorteil, dass sie ein standardisiertes Wirkprofil haben, sehr gut wirken und hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit und Qualität mit einem Chemotherapeutikum vergleichbar sind“, erläutert Peter Bader, Projektleiter und stellvertretender Direktor der Kinderklinik.

Schon mehr als 100 Patienten im In- und Ausland konnten mit den Frankfurter Zellen erfolgreich behandelt werden. „Es ist ein langer Weg vom ersten Forschungsergebnis zur sicheren Herstellung eines Zellpräparats unter strengen Qualitätsstandards bis hin zu einem zugelassenen Medikament“, betont Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, „der hier aufgrund der guten Zusammenarbeit von Uni-Klinik und Blutspendedienst, und insbesondere unterstützt durch die LOEWE Forschungsförderung des HMWK des Landes Hessen, erfolgreich war“. „Und mit der Firma medac haben wir nun einen optimalen Partner gefunden, um die innovative Therapie zukünftig für alle Patienten verfügbar zu machen“, freut sich Dr. Kirstin Schilling von Innovectis. Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer der Innovectis, erklärt: „Das innovative Ökosystem, bestehend aus Universität, Universitätsklinik, Blutspendedienst und Technologietransfereinheit ermöglichte hier in Frankfurt die Translation von Wissenschaft in Produkte, die Menschenleben retten.“

Weitere Informationen Innovectis GmbH, Dr. Kirstin Schilling, Altenhöferallee 3, 60438 Frankfurt am Main, Tel (069) 2561632 0; Fax (069) 2561632 29; info@innovectis.de; www.innovectis.de

 

Jun 15 2018
10:51

Auf fussballmathe.de kann man den Ausgang der Weltmeisterschaft berechnen. Umfangreiches Material für den schulischen Einsatz

Fußball-WM 2018: Statistik sieht Brasilien vorne

FRANKFURT. Die deutschen Fußballfans sehnen sich nach einem weiteren Stern auf dem Trikot, was für den fünften Gewinn der Fußballweltmeisterschaft stünde. Doch nach der Prognose des Portals fussballmathe.de hat das Team Brasiliens die größten Chancen: Die Siegwahrscheinlichkeit Brasiliens liegt bei 25,67 Prozent, Deutschland folgt mit 17,84 Prozent, knapp dahinter Spanien mit 17,11 Prozent. Prof. Matthias Ludwig, Mathematik-Didaktiker an der Goethe-Universität, betreibt mit seinem Team seit sechs Jahren das Portal fussballmathe.de: Das Instrument ermöglicht eine spannende Beschäftigung mit Statistik im schulischen Kontext. Umfangreiches Material kann kostenfrei auf fussballmathe.de heruntergeladen werden. Der Didaktiker möchte mit dem Portal vor allem das Verständnis für die mathematischen Grundlagen der Statistik stärken, Fußball ist dafür ein geeigneter Anwendungsbereich.

Anhand dreier Parameter werden die fußballerischen Wahrscheinlichkeiten berechnet: historische Ergebnisse, die erreichten ELO-Punkte (ein Ranglistensystem) sowie der aktuelle Mannschaftswert fließen in die Prognose ein. Die aktuellen Spielergebnisse der Fußball-WM 2018 werden natürlich eingearbeitet. Die online abrufbaren und jeweils aktuellen Prognosen erfreuen sich auch bei wettfreudigen Zeitgenossen jenseits von Schule und Hochschule einer großen Beliebtheit, Ludwig rechnet während der WM mit gewaltigen Zugriffszahlen.

Weitere Informationen: Prof. Matthias Ludwig, Institut  für Didaktik der Mathematik und Informatik. Tel. (069) 798-28695; ludwig@math.uni-frankfurt.de; www.fussballmathe.de

Weitere Experten der Goethe-Universität zum Thema „Fußball-WM 2018“:

Prof. Robert Gugutzer ist Sportsoziologe und beschäftigt sich mit der Soziologie des Fußballs; er hat unter anderem das Phänomen „Public Viewing“ untersucht. In diesem Sommersemester ist die Fußball-WM auch Thema in seinem Seminar „Medien und Sport“. Tel. (069)798-24529; gugutzer@sport.uni-frankfurt.de

Prof. Winfried Banzer ist Sportmediziner und leitet die Abteilung Sportmedizin; er war u.a. einige Jahre lang der Mannschaftsarzt der deutschen Tennis-Daviscup-Spieler. Tel. (069) 798-24543; winfried.banzer@sport.uni-frankfurt.de

Der Politologe Prof. Reinhard Wolf ist Professor für Internationale Beziehungen mit dem Schwerpunkt Weltordnungsfragen; er beschäftigt sich mit dem Verhältnis alter und neuer Großmächte und ist ein guter Kenner der Außen- und Sicherheitspolitik der Russischen Föderation. Tel. (069) 798-36608; wolf@soz.uni-frankfurt.de