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Veranstaltungen

Nov 15 2013
11:46

Vortrag der niederländischen Kulturwissenschaftlerin Prof. Pamela Pattynama in der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur

Spurensuche in der Literatur: Erinnerungen an die niederländische Herrschaft in Indonesien

FRANKFURT. In der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur“ hält Prof. Pamela Pattynama, Inhaberin des Lehrstuhls Koloniale und postkoloniale Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Amsterdam, am Mittwoch (20.11.) um 18 Uhr einen Vortrag unter dem Titel „Onvergetelijk Indië: herinneringsliteratuur en koloniale foto’s“ („Unvergessliches Niederländisch-Indien: Erinnerungsliteratur und koloniale Fotos“). Der Vortrag findet im neuen PEG-Gebäude (Raum 1.G.131) statt, er ist auf Niederländisch und wird von aussagekräftigem Bildmaterial begleitet.

Das heutige Indonesien ist erst seit 1949 unabhängig. Davor hieß es „Niederländisch-Indien“ und war circa 300 Jahre eine niederländische Kolonie. Dies hat Spuren hinterlassen, nicht nur in Indonesien sondern auch in den Niederlanden. Literatur, Fotobücher, Filme, Musik, Gerichte halten die Erinnerung lebendig. Die meiste Literatur betont die Nostalgie, andere Veröffentlichungen heben das Scham- und Schuldgefühl wegen der jahrhundertelangen Ausbeutung und des Rassismus hervor. Für viele junge Niederländer, deren Wurzeln in Indonesien liegen, ist die ehemalige Kolonie immer noch ein Identifikationsmodell.

Diese Lesung wird anhand von Texten der in viele Sprachen übersetzte Schriftstellerin Maria Dermout (1888-1962) und einer Reihe Kolonialfotos zeigen, wie sich Erinnerungen und Geschichten verändert haben und welchen Platz diese imaginäre Erinnerungswelt im heutigen niederländischen Staat hat. Der Vortrag wird organisiert vom Lektorat Niederländisch an der Goethe-Universität.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

Veranstaltungen

Nov 15 2013
10:40

Fortsetzung der Reihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ am 22. November mit Thomas Pogge

Gerechtigkeitsphilosoph nimmt die Banken in die Pflicht

FRANKFURT. Um den Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt geht es der Vortragsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“. Die Veranstaltungsreihe findet unter der Leitung von Prof. Marcus Willaschek, Goethe-Universität Frankfurt, mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ statt. Der nächste prominente Redner kommt von der Yale University. Prof. Thomas Pogge spricht zum

Thema:         „Weltarmut und die Verantwortung der Banken“
am:                Freitag, 22. November 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.15 Uhr)
Ort:                Alte Börse, Ludwig-Erhard-Saal, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Thomas Pogge lehrt an der US-amerikanischen Universität Philosophie und internationale Angelegenheiten. Er gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Politischen Philosophie der Gegenwart und setzt sich zugleich in vielfältiger Form für die praktische Umsetzung philosophischer Gerechtigkeitsprinzipien ein. Sein Engagement gilt vor allem den Bereichen Armut und Gesundheit.

Pogge war in den zurückliegenden zwei Jahren Vorsitzender einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Zusammenhang von illegalen Finanzströmen, Armut und Menschenrechten beschäftigt hat. Diese „Task Force on Illicit Financial Flows, Poverty and Human Rights“ arbeitete für das Institut für Menschenrechte der „International Bar Association“, einer weltweiten Anwalts- und Juristenvereinigung. Der Bericht der Arbeitsgruppe, in dem verschiedene Arten von Steuermissbrauch („tax abuses“) im Mittelpunkt stehen, ist jüngst, in diesem Oktober erschienen. Er zeigt auf, welche Rolle Banken und Anwälte bei der Geldwäsche und Gewinnverschiebung zum Zwecke der Steuerumgehung spielen und welche Auswirkungen das auf die Weltarmut und die Erfüllung der Menschenrechte hat. Auch darüber wird Pogge in Frankfurt berichten.

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist der Gerechtigkeitsphilosoph – eine deutsche Zeitung nannte ihn den „Weltverändererdenker“ – als Mitinitiator des so genannten „Health Impact Fund“ (HIF), der die Versorgung ärmerer Länder mit erschwinglichen Medikamenten ermöglichen soll. Im Rahmen dieses Modells werden konkrete Vorschläge formuliert, wie Anreize für Pharmaunternehmen aussehen könnten, damit neue, für bestimmte Krankheiten dringend benötigte Medikamente entwickelt und wirksam verteilt werden.

Die Konzeption und fachliche Leitung der gesamten philosophischen Reihe liegt in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Auch am 22. November wird er in das Thema des Abends einführen und die anschließende Diskussion mit dem Publikum moderieren.

Der Vortrag über die Verantwortung der Banken ist der mittlerweile dritte in der philosophischen Reihe. Auftaktredner war Prof. Otfried Höffe (Tübingen) mit dem Thema „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“. Danach referierte der Frankfurter Philosoph Prof. Axel Honneth über „Markt und Anerkennung – Normative Grundlagen wirtschaftlichen Handelns“. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Clusters.

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 22. November 2013 werden erbeten unter: ethischeorientierung@deutsche-boerse.com

Informationen: Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Marcus.Willaschek@normativeorders.net, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Personalia/Preise

Nov 15 2013
10:02

Till Jahnke erhält den Gustav-Hertz-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Wichtigster Nachwuchspreis für Frankfurter Physiker

FRANKFURT. Der wichtigste deutsche Preis für Nachwuchsforscher in der Physik geht an einen Frankfurter Forscher: Physiker Dr. Till Jahnke erhält den Gustav-Hertz-Preis 2014 für seine bahnbrechenden experimentellen Untersuchungen zur langreichweitigen Wechselwirkung in Molekülen. Verliehen wir der mit 7.500 Euro dotierte Preis jährlich von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

„Till Jahnke ist ein exzellenter Experimentalphysiker mit sehr guten theoretischen Kenntnissen und einem Gespür für die richtigen Querdenker-Fragen und –Experimente“, so sein Doktorvater Prof. Reinhard Dörner vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität. An diesem Institut hat sich Jahnke kürzlich habilitiert.

Seitdem Till Jahnke, 36, vor sieben Jahren in seiner Doktorarbeit einen zuvor theoretisch vorhergesagten Effekt nachweisen konnte, hat er sich zu den weltweit führenden Spitzenforschern auf seinem Gebiet entwickelt. Er untersucht eng benachbarte Atome (Dimere), die mit hochenergetischen Synchrotronstrahlen angeregt werden. Damals konnte er erstmals nachweisen, dass die überschüssige Energie des einen Atoms in einer Art interatomarem Stress-Abbau an das Nachbar-Atom abgeben werden kann.

Diesen extrem schnellen Zerfallsprozess, den „Interatomic Coulombic Decay“ (ICD), hat Jahnke seit 2006 an verschiedenen Synchrotronstrahlungsquellen weltweit in Edelgasen und Wassermolekülen untersucht. „Als Ideengeber und federführender Experimentator hat er Herausragendes geleistet“, so sein Mentor, der inzwischen pensionierte Prof. Horst Schmidt-Böcking.

Praktischen Nutzen versprechen die Untersuchungen an Wassermolekülen für die Strahlentherapie bei Krebs. Die Berücksichtigung der ICD-Prozesse ist nicht nur wichtig für die Einschätzung von Strahlenschäden, sondern auch für die Dosierung der Strahlen bei der Behandlung von Tumoren. Nach eine Idee der Gruppe von Prof. Lorenz Cederbaum der Universität Heidelberg lässt sich einer bestimmte Unterart des ICD-Prozesses nutzen, um einzelne Atome in einem großen direkt zu adressieren. Erzeugt man in der Umgebung dieses einen Atoms ein ICD-Elektron, kann es benachbarte Tumorzellen schädigen.

Möglich wurden Jahnkes Experimente dank der unter Frankfurter Federführung entwickelten spektroskopischen Methode COLTRIMS (Cold Target Recoil Ion Momentum Spectroscopy). Jahnke hat die Imagingverfahren weiter entwickelt, mit denen man die Spuren aller beteiligten Elektronen und Ionen in Zerfallsprozessen wie dem ICD mit hoher zeitlicher Auflösung (wenige Femtosekunden) messen kann.

Ein Bild zum download finden Sie hier.

Bildext: Dr. Till Jahnke erhält den Gustav-Hertz-Preis 2014.

Informationen: Privatdozent Dr. Till Jahnke, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47025, jahnke@atom.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Nov 14 2013
14:43

Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Institut für Jugendbuchforschung feiert 50. Geburtstag

Jugendbuchforschung ist kein Kinderspiel

FRANKFURT. „Unser Forschungsspektrum reicht von frühen Werken der Aufklärung und Romantik, wie den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, bis zu den neuesten Graphic Novels“, so der geschäftsführende Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität, Prof. Hans-Heino Ewers, der seit 1989 das von Prof. Klaus Doderer gegründete Institut leitet. Ein vergleichbares Institut gibt es im deutschen Sprachraum bisher nicht – Anlass genug, heute den 50. Geburtstag mit einem Festakt zu feiern.

Die Frankfurter Wissenschaftler sind auch immer wieder als Experten gefragt, ob es um aktuelle Debatten um den Begriff „Negerkönig“ in Pippi Langstrumpf oder um Dagobert Duck und die Finanzkrise geht. In den vergangenen Jahren sind am Institut zahlreiche Arbeiten zur Märchen- und Erzählkultur, zum Bilderbuch, zu Comic und Magna erschienen. Aber auch mit Theater, Filmen, Fernsehserien und Computerspielen für diese Altersgruppe und den neuesten Entwicklungen der Internetkultur haben sich die Wissenschaftler und Studierenden dieses Instituts beschäftigt.

Der Ansturm der Studierenden ist von den drei festangestellten und zwei zeitlich befristeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kaum zu bewältigen. Zurzeit plant das Institut einen Masterstudiengang für Kinder- und Jugendliteratur. Dazu Ewers, der hofft, die weitere Planung Mitte kommenden Jahr an seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger übergeben zu können: „Der Studiengang soll für in- und ausländische Studierende verschiedener Fächer offen sein und damit der zunehmenden Internationalisierung dieses Literaturbereichs Rechnung tragen.“

Die Basis dafür ist mit der weltweiten Vernetzung des Instituts bereits geschaffen: In Europa gibt es zahlreiche Kontakte mit Wissenschaftlern aus Frankreich, Spanien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz und Ungarn. Außereuropäische Partner besitzt das Institut in Südkorea, Japan, Indonesien, Indien, den USA und Kanada. Aus diesen Ländern kommen viele Stipendiaten nach Frankfurt; aktuell sind es eine Germanistin aus Moskau und ein Germanist aus Jaunde/Kamerun. 2009 hat das Institut den bislang größten internationalen Kinder- und Jugendliteraturkongress mit 450 Teilnehmern aus 50 Ländern ausgerichtet.

In den Lehrveranstaltungen des Instituts begegnen den Studierenden die Klassiker der deutschen und europäischen Kinderliteratur von Heinrich Hoffmann und Wilhelm Busch über Lewis Carroll und Carlo Collodi bis hin zu Erich Kästner und Astrid Lindgren. Einen breiten Raum nimmt die deutsche und internationale Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart ein: Das Spektrum reicht von Otfried Preußler und Michael Ende über Peter Härtling und Christine Nöstlinger bis hin zu Andreas Steinhöfel und Joanne K. Rowling, um nur einige Namen zu nennen.

Einen entscheidenden Grund für das starke Interesse der Studierende sieht Ewers darin, „dass sie die eigene wissenschaftliche Arbeit zu Fragestellungen reizt, die bisher noch gänzlich unerforscht sind. So hat eine Studierende mit ihrer Magisterarbeit über Peter Freund jüngst die erste literaturwissenschaftliche Studie über den Autor der erfolgreichen Laura-Fantasy-Reihe vorgelegt, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt worden ist.“ Von den Hunderten von Studierenden, die ihren Magister-Abschluss in den vergangenen 50 Jahren am Institut gemacht haben, sind viele heute in Verlagen, Medien und Verbänden tätig. Allein in den letzten 25 Jahren wurden circa 600 Abschluss-Arbeiten eingereicht.

In der Bibliothek des Instituts finden die Studierenden optimale Bedingungen: Sie verfügt mit knapp 200.000 Titeln über eine der größten Sammlungen von deutschsprachigen Kinder- und Jugendbüchern. Die knapp 20.000 historischen Kinder- und Jugendbücher vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert stammen überwiegend aus älteren Privatsammlungen wie derjenigen Walter Benjamins und erhalten immer wieder Zuwachs dank kleinerer und größerer Zustiftungen. Einzigartig ist Sammlung von Comics, Manga und Graphic Novels mit über 60.000 Medieneinheiten, darunter übrigens auch das erste von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften im Jahr 1954 indizierte Comic-Heft.

Das Institut sucht konsequent den Kontakt zu einer breiten Öffentlichkeit: „Dem Gedanken der Bürger-Uni fühlen wir uns schon seit Jahren in besonderer Weise verpflichtet“, sagt Ewers. Nach den Erfolgen mit den Bürgervorlesungen und Ausstellungen im Heinrich Hoffmann-Jahr 2009 und zum 200. Geburtstag der „Kinder- und Hausmärchen“ 2012 plant Ewers für das kommende Sommersemester die nächste große Vorlesungsreihe aus gegebenem Anlass: „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“. „Das ist auch unser Beitrag zum 100. Jubiläum unserer Universität“, ergänzt Ewers. Die Wissenschaftler des Instituts wirken darüber hinaus in zahlreichen Kinder- und Jugendliteraturjurys und -verbänden mit und nehmen regelmäßig in den Medien Stellung zu aktuellen Fragen. Das Institut engagiert sich in Sachen Leseförderung in Frankfurt mit Aktionen wie den „Junge Medien-Jurys“ oder den „Bücherpaketen für Frankfurter Schulbibliotheken“.

Informationen: Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Tel. (069) 798- 32995; ewers@em.uni-frankfurt.de; umfangreiches Bildmaterial unter: http://user.uni-frankfurt.de/~weinkauf/Abhol/index.html

Personalia/Preise

Nov 13 2013
11:43

„Group Achievement Award“ für Suche nach Interstellaren Staubkörnern/ Laien weltweit beteiligt

Geowissenschaftler erhalten NASA-Ehrung

HOUSTON/FRANKFURT. Dr. Sylvia Schmitz und Prof. Frank Brenker vom Institut für Geowissenschaften der Goethe Universität haben als Mitglieder des internationalen wissenschaftlichen Voruntersuchungsteams ISPE den diesjährigen „Group Achievement Award“ der NASA erhalten. Ausgezeichnet wurden ihre herausragenden wissenschaftlichen Ergebnisse und die weltweite Zusammenarbeit beim Aufspüren von Interstellaren Staubpartikeln aus der Stardust-Mission der NASA. An der Suche beteiligten sich neben einem internationalen Wissenschaftlerteam auch zahlreiche Laien.

Bekannt wurde die Stardust-Mission durch ihren spektakulären Flug durch den Schweif des Kometen Wild 2. An der Untersuchung der Proben hatten die Frankfurter Wissenschaftler bereits mitgewirkt. Die Raumsonde sammelte aber auch monatelang Staubpartikel aus dem Interstellaren Raum mit einer etwa einen halben Quadratmeter großen Auffangvorrichtung. Die winzigen, unvorstellbar schnell fliegenden Körner, die sich wahrscheinlich um sterbende Sterne und während Supernovae gebildet haben, wurden dabei in einem transparenten Glasschaum eingefangen. Nach der erfolgreichen Rückkehr der Proben begann die umfangreiche und aufwendige Suche nach den Mikropartikeln.

„Der Aufwand, diese Partikel im Glasschaum zu entdecken war so groß, dass man die ganze Welt um Mithilfe bat“, sagt Frank Brenker. Insgesamt beteiligten sich über 30.000 Laien an der Suche und investierten hierfür große Teile ihrer Freizeit. Die große Anzahl freiwilliger Helfer zeigt, dass die Untersuchungen auf großes gesellschaftliches Interesse stoßen. „Es ist das erste mal überhaupt, dass Material untersucht wird, welches nicht aus unserem eigenen Sonnensystem stammt. Es ist quasi unser Kontakt mit anderen Bereichen unserer Galaxie“, erklärt Brenker. „Hier gibt es offensichtlich ein großes Bedürfnis nach wissenschaftlichen Antworten.“

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Von der NASA ausgezeichnet für ihre Suche nach interstellaren Staubpartikeln: Prof. Frank Brenker und Dr. Sylvia Schmitz vom Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität.

Informationen: Dr. Sylvia Schmitz und Prof. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40132, schmitz@em.uni-frankfurt.de, und (069)-798-40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Nov 13 2013
11:16

Darrel Moellendorf übernimmt Professur am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Globale Klimapolitik muss sich an den Rechten der Ärmsten orientieren

Experte für Klimagerechtigkeit neu an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Darrel Moellendorf ist neuer Professor für Internationale Politische Theorie am Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Der Philosoph mit dem Schwerpunkt auf Fragen globaler Gerechtigkeit wechselt von der San Diego State University, wo er auch das Institute for Ethics and Public Affairs geleitet hat, an die Goethe-Universität.

„Ich freue mich sehr darüber, dass Darrel Moellendorf den Ruf nach Frankfurt angenommen hat“, sagt Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Moellendorf sei ein ausgezeichneter politischer Philosoph, der das Nachdenken über die Herausbildung einer gerechten globalen Ordnung entscheidend befördert habe. „Wie auch sein neues Buch über den Klimawandel zeigt, verbindet er normative Grundlagenforschung mit institutionellen und politischen Fragen, was genau zu unserem interdisziplinären Forschungsprogramm passt“, so Forst weiter.

Zu Darrel Moellendorfs Forschungsgebieten gehören Fragen des gerechten Krieges und die Gerechtigkeit in Transformationssituationen, wenn es beispielsweise darum geht, die Folgen eines gewaltsamen Konflikts oder einer Diktatur aufzuarbeiten. Seit einigen Jahren legt Moellendorf ein besonderes Augenmerk auf die Verbindung von Klimaschutz und globaler Gerechtigkeit. Mittlerweile hat er seine groß angelegte Monographie zum Thema fertiggestellt. „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“ wird im kommenden Jahr bei Cambridge University Press erscheinen.

„Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit, Antworten darauf zu finden, wie wir adäquat auf den menschengemachten Klimawandel reagieren können. Der Klimawandel wirft eine Reihe von zunehmend wichtigen moralischen Problemen auf, denen politisch begegnet werden muss“, betont Moellendorf. So dürfe sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen, sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten.

Dass die Anstrengungen zum Schutz des Klimasystems intensiviert werden müssen, verdeutlicht auch der jüngst erschienene Bericht des Weltklimarates, der zudem darauf hinweist, dass besonders weniger entwickelte Länder des Südens unter einem fortschreitenden Klimawandel zu leiden hätten – von Trinkwasserknappheit über Missernten bis Überschwemmungen. „Eine gerechte globale Klimapolitik muss dafür Sorge tragen, dass die CO2-Emissionen stark eingeschränkt werden und gleichzeitig die ärmeren Länder weiterhin Zugang zu kostengünstiger Energie haben“, so Darrel Moellendorf.

Er plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Prodution verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu reduzieren.

Auch zukünftige Generationen hätten, so Moellendorf, einen Anspruch darauf, dass schon heute der CO2-Austausch drastisch reduziert werde. Moellendorf verweist auf den aktuellen Bericht des Weltklimarates, in dem erstmalig von einem Emissionsgrenzwert die Rede ist, der nicht überschritten werden dürfe. Ansonsten würde sich die Erde um mehr als zwei Grad erwärmen und es drohten kaum mehr beherrschbare Klimakonsequenzen. Die Deadline beträgt eine Billion Tonnen CO2 und wäre bei weiterhin ungebremstem Ausstoß im Jahr 2040 erreicht. Bisher, vom Beginn der Industrialisierung bis heute, ist rund eine halbe Billion Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Wenn wir nun, so Moellendorf, das verbleibende Emissions-Budget allein für uns ausschöpften, wäre das mit Blick auf den Gestaltungsspielraum unserer Nachkommen ungerecht und verantwortungslos.

Darrel Moellendorf hat auf der Professur für Internationale Politische Theorie die Nachfolge von Stefan Gosepath angetreten. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet sind für den US-Philosophen kein Neuland. Bis zum Sommersemester 2013 war er Gastwissenschaftler der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Goethe-Universität gefördert wird. Er lebte und arbeitete in dieser Zeit als Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg, wo er auch Teile seines Buches zu den moralischen Herausforderungen des Klimawandels geschrieben hat. Zu seinen weiteren Werken zählen „Cosmopolitan Justice“ (2002) und „Global Inequality Matters“ (2009). Zudem ist er Mitherausgeber des „Handbook for Global Ethics“ (im Erscheinen).

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Ein Bild zum Download finden Sie hier. Bitte als Quelle angeben: (Uwe Dettmar/Goethe-Universität)

Veranstaltungen

Nov 12 2013
10:56

Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 21. und 22. November 2013

Tagung fragt nach der gerechten Ordnung der Zukunft

FRANKFURT. „Normative Ordnungen der Zukunft“ – so lautet der Titel der sechsten internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Sie findet am 21. und 22. November 2013 im neuen Gebäude des Forschungsverbundes auf dem Campus Westend statt. Mit der Wahl des diesjährigen Konferenzthemas wird der Schwerpunkt auf Dynamiken der Veränderung gelegt, auf Konflikte und Krisen, soziale und kulturelle Auseinandersetzungen, aus denen sich künftige normative Ordnungen herausbilden. Dieser Fokus auf das „Werden“ soll den Blick auf Rechtfertigungsordnungen um die Frage nach einer gerechten Ordnung auch für künftige Generationen erweitern.

Der Problemstellung wird in vier Panels nachgegangen: Das Panel des Cluster-Forschungsfeldes III („Die Pluralität normativer Ordnungen“) widmet sich unter der Überschrift „Die Umstrittenheit der internationalen Ordnungen“ dem ebenso konfliktträchtigen wie komplementären Verhältnis staatlicher und nicht-staatlicher Akteure im Prozess der gegenwärtig umkämpften Transformation weltpolitischer Ordnungen. Aus historischer Perspektive wird das Panel des Forschungsfeldes II („Die Dynamik normativer Ordnungen“) dazu beitragen, das Verhältnis von „Kultur und Macht“ zu erschließen, unter anderem am Beispiel der Herausbildung religiöser Institutionen. „Die Gegenwart der Zukunft. Nachhaltigkeit und ökologische Gerechtigkeit“ ist der thematische Fokus des Panels des Forschungsfeldes I („Die Normativität normativer Ordnungen“). Es wird die aktuellen und kommenden Konflikte um gerechte Ordnungen angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels thematisieren. In diesem Jahr wird es erstmals ein eigenes Panel der Postdocs geben: Es widmet sich unter dem Titel „Krise und Entstehung“ den oftmals krisenhaften Entstehungsbedingungen neuer normativer Ordnungen anhand aktueller und historischer Fälle.

Auch für diese Jahreskonferenz konnte der Exzellenzcluster wieder namhafte Gäste als Chairs und Vortragende gewinnen. In diesem Jahr gehören die Gastreferenten allesamt auch dem Wissenschaftlichen Beirat des Clusters an. Auf der Frankfurter Konferenz mit dabei sind der Rechtswissenschaftler der Université de Strasbourg, Olivier Jouanjan, Katharina Michaelowa, Professorin für politische Ökonomie an der Universität Zürich, der Philosoph Thomas Pogge von der Yale University, die an der Universität Wien lehrende Byzantinistin Claudia Rapp und der Politikwissenschaftler Michael Zürn vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Von Seiten des Clusters wird es Beiträge geben von Sara Dezalay, Daniel Föller, Gunther Hellmann, Lisa Herzog, Anja Karnein, Matthias Kettemann, Milan Kuhli, Darrel Moellendorf, Thomas M. Schmidt, Susanne Schröter sowie Kerstin Weiand.

Die Konferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: office@normativeorders.net

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen

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Nov 8 2013
14:33

Frankfurter Stadtgespräch „zur Regulierung der digitalen Gesellschaft“ am 20. November 2013

Ist es das Ende des Internets ... wie wir es kennen?

FRANKFURT. Wird es das Internet – zumindest so, wie wir es kennen – schon bald nicht mehr geben? Zunehmende rechtliche und technische Regulierungen scheinen in diese Richtung zu weisen. Um die Aussichten für die digitale Gesellschaft geht es bei der mittlerweile zwölften Ausgabe des Frankfurter Stadtgesprächs, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu der Podiumsdiskussion mit dem

Thema:         „Das Ende des Internets? –  Zur Regulierung der digitalen Gesellschaft
am:                Mittwoch, dem 20. November 2013, um 20.00 Uhr.
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,Markt 44, 60311 Frankfurt.

Als Gast des Clusters wird Markus Beckedahl auf dem Podium sitzen. Der vielfältig engagierte netzpolitische Aktivist ist Gründer des Portals netzpolitik.org und fungierte als Sachverständiger der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages. Mit ihm diskutiert Alexander Peukert, Mitglied des Clusters und Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt im internationalen Immaterialgüterrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität. Die Moderation hat die Juristin und Geschäftsführerin des Clusters, Rebecca Caroline Schmidt. 

Das Internet ist für viele Menschen zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Alltags geworden. Wie selbstverständlich kommunizieren wir „im Netz“. Häufig erscheinen dabei auch die Auswirkungen des Internets auf alle Bereiche der Gesellschaft als geradezu unumgänglich. Gestritten wird deshalb meist darüber, wie mit diesen Effekten umzugehen sei. Das Internet selbst wird hingegen als bleibendes Phänomen unterstellt. Im aktuellen Stadtgespräch soll diese Perspektive um die umgekehrte Frage ergänzt werden, ob die bisherige Form des World Wide Web schon bald nicht mehr existieren wird.

An die Stelle des weltweit offenen, anarchisch-unsicheren Internets könnten durchaus andere Formen der digitalen Vernetzung und damit der digitalen Gesellschaft treten, die mehr Sicherheit und Kontrolle, dafür aber weniger Offenheit und Partizipation ermöglichen. Um diesen Entwicklungen nachzugehen, sollen bei der Diskussion unterschiedliche Regulierungs- und Konfliktfelder zur Sprache kommen – darunter insbesondere Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit, der Regulierung des Persönlichkeits- und Urheberrechts im Internet und nicht zuletzt die Zukunft der Netzneutralität.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech

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Nov 8 2013
13:23

Vortrag von Leora Batnitzky im Rahmen der Martin-Buber-Vorlesung

Was bewegte die jüdische Religionsphilosophie, Jesus‘ Judesein zu betonen?

FRANKFURT. Im Rahmen der Martin-Buber-Vorlesung hält die Religionsphilosophin Leora F. Batnitzky von der Princeton University (USA) am Montag (11.November) einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Jesus in Modern Jewish Thought“. Die Vorlesung, die um 18.15 Uhr im Casino, Raum 1.811, Campus Westend beginnt, beschäftigt sich mit den Motiven, welche die jüdische Religionsphilosophie der vergangenen drei Jahrhunderte dazu bewegten, das Judesein Jesu von Nazareth zu betonen. Im Vordergrund des Vortrags stehen – neben Denkern wie Leo Baeck und Martin Buber – die Auseinandersetzung von Emanuel Levinas und Michael Wyschogrod mit dem christlichen Inkarnationsdenken.

Leora F. Batnitzkys Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Religionsphilosophie, des modernen jüdischen Denkens, der Hermeneutik und der zeitgenössischen Rechtsphilosophie und politischen Philosophie. Zu ihren Publikationen zählen: "Idolatry and Representation: The Philosophy of Franz Rosenzweig Reconsidered" (Princeton, 2000); "Leo Strauss and Emmanuel Levinas: Philosophy and the Politics of Revelation" (Cambridge, 2006); "How Judaism Became a Religion: An Introduction to Modern Jewish Thought" (Princeton, 2011). Zurzeit arbeitet Prof. Batnitzky an einem Buch zum Thema "Conversion before the Law: How Religion and Law Shape Each Other in the Modern World".

Bei den regelmäßig stattfindenden Martin-Buber-Vorlesungen, die von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie – und in diesem Jahr in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ – veranstaltet werden, präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam.

Informationen: Grażyna Jurewicz, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Campus Westend, Tel.: (069) 798-32032, E-Mail: jurewicz@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 7 2013
16:32

Institut mit einzigartigem Profil feiert Geburtstag mit Einblick in Forschung und Sammlungen

50 Jahre Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen

das Institut für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität ist im deutschsprachigen Raum einmalig: Vor 50 Jahren von Prof. Dr. Klaus Doderer gegründet, richtet es seine literaturwissenschaftlichen Forschungen auf vielfältige historische und aktuelle Themen. Das Spektrum reicht von frühen Werken der Aufklärung und Romantik, wie den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, bis zu den neuesten Graphic Novels. Im 100. Jubiläumsjahr der Goethe-Universität 2014 hat das Institut unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Heino Ewers zahlreiche Veranstaltungen geplant, die sich mit Blick auf das Kriegsdatum 1914 besonders mit der an Kinder und Jugendliche gerichteten Kriegspropaganda und -literatur in deutscher, französischer und englischer Sprache beschäftigen.

Das 50-jährige Bestehen des Instituts möchten wir zum Anlass nehmen, Sie über den aktuellen Stand der Forschung und Lehre am Institut für Jugendbuchforschung zu informieren, einen Ausblick in die Zukunft zu wagen und auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Das Institut verfügt mit knapp 200.000 Titeln über eine der größten Sammlungen von deutschsprachigen Kinder- und Jugendbüchern. Einzigartig ist Sammlung von Comics, Manga und Graphic Novels mit über 60.000 Medieneinheiten, darunter übrigens auch das erste von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften im Jahr 1954 indizierte Comic-Heft.

Wir laden Sie herzlich ein zu einen Mediengespräch 

am Donnerstag (14. November) um 11 Uhr,
IG-Farben-Haus, Raum 1.418, Campus Westend
Grüneburgplatz 1

Ihre Gesprächspartner vom Institut für Jugendbuchforschung sind

  • Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, geschäftsführender Direktor
  • Prof. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff (Forschungsschwerpunkt Comics, Manga Graphic Novels)
  • Dr. Claudia Pecher (Forschungsschwerpunkt Märchen)
  • Dr. Gerd Taube, Lehrbeauftragter für Kinder- und Jugendtheater, Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums der Bundesrepublik, Frankfurt und Berlin

Über Ihre Teilnahme an dem Mediengespräch würden wir uns freuen. Außerdem sind Sie herzlich eingeladen zum Festakt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Instituts am Donnerstag (14. November) um 18 Uhr im Renate-von-Metzler-Saal, Casino, Campus Westend.

Bitte geben Sie uns bis zum Dienstag (12. November) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen zum Mediengespräch rechnen können, E-Mail an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de, oder ob Sie – falls Sie verhindert sind – an der Zusendung der Pressemappe interessiert sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Veranstaltungen

Nov 7 2013
11:48

International renommierte Physiker halten Vorträge für interessierte Laien – Programm der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ für das Wintersemester

Vom Urknall ins Labor – Materie unter extremen Bedingungen

FRANKFURT. Wie verhält sich Materie, wenn sie extremen Bedingungen ausgesetzt wird, beispielsweise unter äußerstem Druck und bei enormen Temperaturen? Physiker erforschen dieses Schwerpunktthema der modernen Grundlagenforschung, um dem fundamentalen Aufbau der Materie, dem Ursprung und der Zukunft des Universums und der Herkunft der Atome, aus denen wir zusammengesetzt sind, auf die Spur zu kommen. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG gewähren international renommierte Forscher interessierten Laien im Wintersemester einen Blick in die realen und virtuellen Laboratorien der Physik.

Die Vorlesungsreihe startet am Donnerstag (14. November) mit dem Vortrag „Der Urknall im Labor – Schwerionenkollisionen als Sonden der Frühgeschichte des Universums“ von Prof. Dr. Steffen Bass, Duke University (USA). Wie auch die folgenden Vorträge beginnt die Eröffnungsvorlesung um 19 Uhr auf dem Campus Riedberg, im Hörsaal 100 des „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ (FIAS), Ruth-Moufang-Straße 1. Organisatoren und Veranstalter dieser Reihe sind neben der Goethe-Universität das „Helmholtz International Center for Fair“ (Hic for Fair) und das FIAS. Die Vorlesungen im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ richten sich an interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie an Studierende und Angehörige aller wissenschaftlichen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet.

Denn die Ergebnisse dieser Forschungen zu den Eigenschaften „extremer“ Materie sind nicht nur für Wissenschaftler von großem Interesse, sie spielen eine wichtige Rolle für das Weltbild jedes Einzelnen. Immer ausgefeiltere experimentelle Techniken werden in der physikalischen Grundlagenforschung eingesetzt. Gleichzeitig erlauben Fortschritte in der theoretischen Beschreibung und bei der Computersimulation ein immer detaillierteres Verständnis der auftretenden Phänomene. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Welt der Hadronen, also der Bestandteile des Atomkerns, mit ihren Wechselwirkungen und ihrem inneren Aufbau. Auf diesem Forschungsfeld berühren sich die Extreme: von den unvorstellbar kleinen Skalen, auf denen hochenergetische Stöße stattfinden, bis hin zu stellaren und sogar kosmologischen Dimensionen. So wird Prof. Bass im ersten Vortrag zeigen, wie sich heute in großen Beschleunigeranlagen die Bedingungen wiederherstellen und untersuchen lassen, die Millionstel Sekunden nach dem Urknall geherrscht haben müssen.

Frankfurt ist als Austragungsort einer solchen Ringvorlesung besonders geeignet, da in der Rhein-Main-Region eine Reihe von führenden Forschungsinstitutionen dem Gebiet „Materie unter extremen Bedingungen“ beheimatet ist. Physiker der Goethe-Universität arbeiten eng zusammen mit dem Helmholtzzentrum GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) in Darmstadt und mit der dort entstehenden Großforschungsanlage FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research). Begleitet werden diese Aktivitäten vom Mitveranstalter der Vortragsreihe, dem Helmholtz International Center for FAIR (HIC for FAIR), das demnächst sein neues Forschungsgebäude auf dem Campus Riedberg beziehen wird, und von dem benachbarten, theoretisch arbeitenden interdisziplinären Forschungsinstitut FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies).

Die Vorträge auf einen Blick:

14. November 2013
Steffen Bass (Duke University, USA)
Der Urknall im Labor – Schwerionenkollisionen als Sonden der Frühgeschichte des Universums 

28. November 2013
Robert Harlander (Bergische Universität Wuppertal)
Wieviel wiegt ein Punkt? Das Higgs-Teilchen und die Natur der Masse

12. Dezember 2013
Thomas Haberer (Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum)
Das Ionenskalpell – Schwerionenbeschleuniger im Dienst der Tumortherapie

16. Januar 2014
Wolfgang Bauer (Michigan State University, USA)
Genesis – der Ursprung der Elemente

30. Januar 2014
Hans-Thomas Janka (Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching)
Rätselhafte Supernovae – den Geheimnissen der größten kosmischen Explosionen auf der Spur

10. Februar 2014 (Montag)
Harald Lesch (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Schlagzeilen vom Rand der Wirklichkeit

Informationen: Prof. Dr. Marcus Bleicher, Helmholtz International Center for FAIR, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47834, contact@hicforfair.de; Dr. Joachim Reinhardt, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47866, reinhardt@fias.uni-frankfurt.de; fias.uni-frankfurt.de/materie

Veranstaltungen

Nov 7 2013
10:37

Am 11. November startet die Goethe-Uni in Kooperation mit hr-info die Hauptreihe der 10. Frankfurter Bürger-Universität

Bildung ohne Gerechtigkeit?

FRANKFURT. Bühne frei für die 10. Frankfurter Bürgeruniversität! In der Tradition einer von Frankfurter Bürgern geschaffenen Hochschule stellt sich die Goethe-Universität am Vorabend ihres 100. Geburtstags erneut einer Debatte mit öffentlicher Relevanz: „Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte“, so lautet der Titel der neuen Diskussionsreihe im Wintersemester 2013/14, die zusammen mit der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) entwickelt wurde. Unterstützt von hr-info bildet die Reihe zugleich die Brücke ins universitäre Jubiläumsjahr 2014. Die persönliche Schirmherrschaft übernimmt erneut Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Reihe auch persönlich eröffnet. Die redaktionelle Begleitung im Programm und Moderation der sechs Abende übernehmen Redakteure von hr-info.

Nach „Demokratie im Würgergriff der Finanzmärkte?“ im vergangenen Wintersemester geht es nun bei „Bildung ohne Gerechtigkeit?“ auch um ein Kernthema der Universität: In der Frankfurter „Bürger-Universität“ diskutieren Wissenschaftler, Experten und Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern einzelne Aspekte der Auseinandersetzung um gute und schlechte Bildung. Der Fokus richtet sich auf sogenannte „Bildungsverlierer“, auf Lernen mit Migrationshintergrund, aber auch verschulte Studiengänge als Folge der Bologna-Reform. Gesellschaftliche Überakademisierung und Bildung aus Sicht von Ökonomen und Großunternehmern sind weitere Aspekte.

„Ungelernt und chancenlos? Die Bildungsverlierer“. Im Mittelpunkt steht die unbequeme Seite der deutschen Leistungsgesellschaft, dort wo Expansion und Exzellenz kein Maßstab mehr sind. Während das allgemeine Bildungsniveau in Deutschland steige, so das Fazit des aktuellen Bildungsberichts von Bund und Ländern, gäbe es unter Deutschlands Jugendlichen einen harten Kern von bis zu 20 Prozent Bildungsverlierern: Sie können nicht richtig lesen oder schreiben, brechen die Schule oder die Lehre ab und nutzen keine Weiterbildungsangebote. Prof. Udo Rauin, der Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität, wird diese Gruppe in seinem Impulsvortrag charakterisieren und auch auf die gesellschaftlichen Folgen dieser vermeintlichen „Problemkinder“ hinweisen. Antworten und Meinungen soll auch die Podiumsdiskussion liefern, die von folgenden Experten gestaltet wird: 

  • Katja Cabrini, Direktorin der Frankfurter Sophienschule
  • Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt
  • Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft
  • und den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern

am: Montag, 11. November 2013, um 19.30 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main
„Bildung ohne Gerechtigkeit? Perspektiven einer unerschöpflichen Debatte Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

Weitere Vorträge: 25. November 2013
Ausgegrenzt und unterschätzt? Migranten im deutschen Bildungssystem
u.a. mit Masoud und Mojtaba Sadinam, Studenten der Goethe-Universität und Autoren von „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“, Prof. Frank-Olaf Radtke, Erziehungswissenschaftler und Suat Yilmaz, Deutschlands einziger Hochschul-Talentscout 

9. Dezember 2013
Verschult und überfrachtet? Bildung zwischen Theorie und Praxis
u.a. mit Tanja Brühl, Vize-Präsidentin der Goethe-Universität und Politologin, Prof. Birgit Blättel-Mink, Soziologin und Direktorin am IWAK, Prof. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg und Giorgio Nasseh, Asta-Sprecher Frankfurt

16. Dezember 2013
Dressiert und angepasst? Wege aus dem einseitigen Lernen
u.a. mit Prof. Gerhard Büttner, Leiter der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung und Enja Riegel, Reformpädagogin

13. Januar 2014
Exklusiv und effizient? Bildung als Ware
u.a. mit Claudia Bremer, Leiterin studium digitale, Andreas Koini, Direktor der Strothoff International School Dreieich, Prof. Sighard Neckel, Soziologe

27. Januar 2014
Abgehoben und überakademisiert? Wie viel Bildung verträgt der Mensch?
u.a. mit Götz Rehn, Gründer von Alnatura, Prof. Manfred Prenzel, Pisa-Studien-Experte, Dirk Roßmann, Gründer von Rossmann und Dr. Heiner Schnelling, Leiter der Universitätsbibliothek

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Wichtige Hinweise: Veranstaltungsort ist ab dem 11. November immer der Campus Westend, Casino Festsaal, Raum 823, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main; die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und stehen in der Regel am Folgetag als Videopodcast zur Verfügung.

Das komplette Programm der 10. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 5 2013
13:28

Prof. Alexander Nagel von der New York University spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

Kunstwerke aus der Renaissance verweisen nach Osten

RANKFURT. „Orientations of Renaissance Art“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags, den Alexander Nagel, Professor of Fine Arts am Institute of Fine Arts, New York University am Mittwoch (6. November) hält. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Viele Kunstwerke aus der Zeit, die als Renaissance bezeichnet wird, verweisen auf die eine oder  andere Weise nach Osten: nach Jerusalem oder auf Knotenpunkte wie Konstantinopel, aber auch auf Orte, die weit hinter dem Heiligen Land liegen, bis nach China. Im Westen wurden zu jener Zeit Objekte und Bilder aus dem Osten enthusiastisch gesammelt. Zumeist waren sie byzantinischen oder islamischen Ursprungs. Aber auch Importe aus dem ferneren Osten wurden in westlichen Sammlungen auf verschiedene Arten aufgenommen und mit biblischer Geschichte und christlicher Prophezeiung in Einklang gebracht. Im Jahr 1492 sind etliche Artefakte entdeckt oder in Umlauf gebracht worden, die exemplarisch das intensive Interesse europäischer Antiquare und Künstler für die Wurzeln ihrer Zivilisation im Osten zeigen. In den folgenden Dekaden konnte Rom seine Zentralität wieder behaupten und die Orientierung nach Osten verschwand.

Nagels Buch “The Controversy of Renaissance Art” (University of Chicago Press, 2011) gewann den Charles Rufus Morey Book Award der College Art Association. 2012 veröffentlichte er “’Medieval Modern‘: Art out of Time“ bei dem Verlag Thames and Hudson.

Informationen: Monika Beck, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32344, m.beck@em.uni-frankfurt.de; www.fzhg.org

Personalia/Preise

Nov 5 2013
09:34

Erster Preis für neuartige Methode zur Blutgerinnungskontrolle

Hessischer Kooperationspreis für Frankfurter Biophysiker

FRANKFURT. Für eine neuartige Methode zur Blutgerinnungskontrolle bei Operationen erhielt die Arbeitsgruppe des Frankfurter Biophysikers Prof. Werner Mäntele zusammen mit dem Bensheimer Chemie-Unternehmen Dr. F. Köhler Chemie den mit 5.000 Euro dotierten Hessischen Kooperationspreis. Die im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums vergebene Auszeichnung prämiert Kooperationen von wissenschaftlichen Einrichtungen mit kleinen oder mittleren Unternehmen. Nach der Grundlagenforschung an der Goethe-Universität und der gemeinsamen Entwicklung von Prototypen sollen erste Geräte Anfang 2014 auf den Markt kommen.

„LISA-H“ (Light Scattering Assay – Heparin) ermöglicht eine präzise Blutgerinnungskontrolle während operativer Eingriffe, etwa am Herzen, bei denen die Bildung von Blutgerinnseln verhindert werden muss. Gemessen wird die Konzentration des Gerinnungshemmstoffs Heparin im Blut. Um gefährliche Blutungen im Anschluss an die Operation zu vermeiden, muss die normale Gerinnung wieder hergestellt werden. Dies lässt sich durch die präzise Dosierung des Heparin-Gegenspielers Protamin erreichen. Die Messgenauigkeit von LISA-H erhöht ersten klinischen Tests zufolge die Patientensicherheit und spart Zeit und Kosten.

Rein zufällig entdeckte eine Mitarbeiterin von Prof. Mäntele vor sieben Jahren, dass Heparin und Protamin im Reagenzglas eine Verbindung eingehen, die einen Niederschlag aus Nanopartikeln einer bestimmten Größe bilden. Den Heparinspiegel im Blut konnten die Physiker ermitteln, indem sie rotes Laserlicht an der Trübung streuten. Mäntele entwickelte die Methode weiter, ließ sie durch die universitätseigene INNOVECTIS GmbH patentieren und testete sie mit Partnern in der Herzchirurgie der Frankfurter Universitätsklinik sowie der Kinder-Herzchirurgie der Universität Gießen.

„Bis wir eine Firma finden konnten, die mit uns ein Gerät baute, war jedoch noch ein kostenintensiver Veredelungsprozess notwendig“, erklärt Mäntele. Die Innovectis stellte die Verbindung zur Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank) her, die den Veredelungsprozesse förderte. Otmar Schöller, der Geschäftsführer der Innovectis, fand zudem in der Firma Dr. F. Köhler Chemie einen idealen Kooperationspartner. Der Inhaber Dr. Gernot Köhler ist nicht nur Chemiker, sondern auch auf Pharmazeutika für die Herzchirurgie spezialisiert.

Inzwischen bilden zwei Mitarbeiter der Firma Köhler ein Team mit den Biophysikern aus Mänteles Arbeitsgruppe.  Bei der Vergabe des Preises würdigte Wirtschaftsminister Florian Rentsch die preisgekrönte Erfindung als ein gelungenes Beispiel für Wissenstransfer von der Grundlagenforschung bis zur Marktreife. Bereits 2011 war LISA-H mit dem Fresenius-Erfinderpreis ausgezeichnet worden.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Verleihung des Hessischen Kooperationspreises (v.l.n.r): Prof. Dr. Werner Mäntele, der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch, Biophysiker Dr. Jürgen Maurer mit einem Prototypen des Geräts sowie die Kooperationspartner der Firma Dr. F. Köhler Chemie, Dr. Gernot Köhler und Dr. Ernst Schmidt.

Informationen: Prof. Dr. Werner Mäntele, Institut für Biophysik, Tel.: (069) 798-46410, maentele@biophysik.uni-frankfurt.de

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Nov 1 2013
11:58

Eröffnung der Ausstellung im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend

Tom Geens' Kurzfilm „You’re The Stranger Here“ in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Die Ausstellung von Tom Geens' Kurzfilm „You’re The Stranger Here“(2009) eröffnet am 6. November (Mittwoch) um 20 Uhr in der Studiengalerie 1.357, IG-Farben-Haus, Campus Westend der Goethe Universität. Sie wurde von Studierenden in Zusammenarbeit mit den Kuratoren der zur Zeit im Deutschen Filmmuseum laufenden Ausstellung „Fassbinder JETZT“ erarbeitet. Weiterer Kooperationspartner ist das Städelmuseum.

„You’re The Stranger Here“ ist eine verstörende Studie über Verhaltensweisen in einer totalitär regierten Gesellschaft. Geens beschwört Bilder der Unterdrückung, Ausgrenzung und Angst herauf. Er hält das erzählte Geschehen in unscharfen Bildern fest, die an drittklassige Filme der 1970er und 1980er-Jahre erinnern. Klaustrophobisch gerahmte Innenräume lassen die Protagonisten wie Gefangene erscheinen. Der Einsatz von Spiegeln vermittelt die Entfremdung der Protagonisten. Geens knüpft damit ästhetisch und inhaltlich an Verfahren der melodramatischen Filme des bedeutenden deutschen Nachkriegsregisseurs Rainer Werner Fassbinder an. Der melodramatische Handlungsverlauf mit theatralischer Überzeichnung, die Übertragung gesellschaftlicher Strukturen auf das Private, die reversiblen Opfer-Täter-Beziehungen erinnern an Filme Fassbinders wie „Händler der vier Jahreszeiten“ (1972) oder „Die Ehe der Maria Braun“ (1979).

Tom Geens, geboren in Belgien, studierte Politik und Wirtschaft sowie Theaterwissenschaften. 1993 zog er nach London, wo er zunächst in der Werbebranche tätig war. Neben Werbefilmen dreht Geens seit 1999 Kurzfilme und zuletzt auch den Spielfilm „Menteur (liar)“ (2009). „You’re The Stranger Here“ (2009) wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem auf dem Kurzfilmfestival London in der Kategorie bester Kurzfilm. Die Produktion wurde durch das britische Kurzfilmförderprojekt Cinema Extrem finanziert und ist hier erstmals in Deutschland zu sehen.

Die Studiengalerie 1.357 ist während des Semesters von Montags bis Donnertags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können sich Interessierte den Kurzfilm „You’re The Stranger Here“ anschauen oder auch mehr erfahren über den Film und seinen Bezüge zu Fassbinder, dazu haben die Studierenden Wandtexte erarbeitet.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend,  jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim,  engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Studentische Mitarbeiterin: Nicole Kreckel, frau.n.kreckel@stud.uni-frankfurt.de;

Bild- und Textmaterial: Studiengruppe „Geschichtspolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ unter: www.geschichte.uni-frankfurt.de/studien/studiengalerie/index.html.

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Nov 1 2013
11:56

Vortrag des Publizisten Geert Van Istendael in der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur

„Sichtbare und unsichtbare Sprachgrenzen – Belgien ein Sonderfall?“

FRANKFURT. „Sichtbare und unsichtbare Sprachgrenzen. Belgien, ein Sonderfall?“ mit dieser Frage beschäftigt sich der belgische Publizist Geert Van Istendael am Donnerstag (7. November) in der Reihe „Niederländische Sprache und Kultur“. Der öffentliche Vortrag in deutscher Sprache beginnt um 19 Uhr im neuen Gebäude der Psychologie, Erziehungswissenschaften und Gesellschaftswissenschaften (PEG), Raum 1.G.135, Campus Westend.

Durch seine jahrelange Tätigkeit als politischer Berichterstatter in Brüssel kennt sich Geert Van Istendael wie kaum ein anderer in dem komplexen Geflecht und den Wirren der belgischen Politik aus, die von geografischen, sprachlichen und sozialen Grenzen geprägt ist. 1947 in Belgien geboren und zum Teil in den Niederlanden aufgewachsen, verfügt er über ein feines Gespür für alle Finessen der niederländischen Sprache. Da Van Istendael seit Jahrzehnten im Zentrum von Brüssel wohnt, gilt dies ebenso für die französische Sprache. Er ist u.a. Verfasser des vielbeachteten Werk „Het Belgisch labyrint“ („Das belgische Labyrinth“), einer Art Handbuch über Belgien für Ausländer und Belgier gleichermaßen, aber auch von Büchern wie „Mijn Nederland“ („Meine Niederlande“) und „Mijn Duitsland“ („Mein Deutschland“). Van Istendael ist ein Verehrer der deutschen Literatur: Heinrich Heine, Bertolt Brecht u.a. hat er ins Niederländische übertragen.

Der belgische Publizist gilt auch begnadeter Erzähler. Der Vortrag wird organisiert vom Lektorat Niederländisch an der Goethe-Universität.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

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Okt 31 2013
14:26

Mädchen lernen die Welt der Informatik im Rahmen einer nächtlichen LAN-Party spielerisch kennen

IT-Girls-Nacht

FRANKFURT. Im Rahmen der „IT-Girls-Nacht“ an der Goethe-Universität, die am 01./02. November 2013  von 17.00-11.00 Uhr im Fachbereich Informatik und Mathematik stattfindet, können Schülerinnen von 12 bis 17 wieder eine ganze Nacht lang die Welt der Informatik mit jeder Menge Spiel und Spaß entdecken.

Eine LAN-Party nur für Girls und mit Rundum-Verpflegung: Spannende Spiele für Computer und Smartphones, tanzende Roboter und noch jede Menge anderer digitaler Techniken können in lockerer Atmosphäre entdeckt werden. Verschiedene Workshops bieten die Möglichkeit zur Vertiefung: Wie sieht ein Job in der Informatik aus? Wie baut man einen Computer auseinander und wieder zusammen? Im Rahmen einer Mini-Vorlesung wird Prof. Isolde Adler anschaulich zeigen, was Informatik eigentlich ist.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von der lebendigen Veranstaltung vor Ort zu machen!

Veranstaltungsort:
Goethe-Universität Frankfurt,
Fachbereich Informatik und Mathematik,
Lernzentrum, Raum 1,
Robert-Mayer-Str. 11-15,
60325 Frankfurt am Main

Ansprechpartnerin: Jenny Quasten, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Informatik, Tel. (069) 798-24635, lan-party@informatik.uni-frankfurt.de; http://lan-party.informatik.uni-frankfurt.de

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Okt 31 2013
12:15

Rund 160.000 Bände stehen Studierenden, Wissenschaftlern und Bürgern zur Verfügung – Wiedereröffnung am 7. November

Erweitere Asienbibliothek an neuem Ort

FRANKFURT. Das Interdisziplinäre Zentrum für Ostasienstudien (IZO) der Goethe-Universität Frankfurt feiert am 7. November (Donnerstag) die Wiedereröffnung der Asienbibliothek am neuen Standort: Im Zentralgebäude der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg auf dem Campus Bockenheim hat die Asienbibliothek, die bisher im Juridicum untergebracht war, ein neues Zuhause gefunden. Die wachsenden Bestände sind nun erweitert worden um die Sonderbestände des ehemaligen Japan-Zentrums der Universität Marburg sowie die Sammlung der Stiftung Asienhaus Köln.

Die Goethe-Universität trägt damit der weiter wachsenden weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Bedeutung der Region Rechnung. Mit insgesamt fast 160.000 Bänden und Schwerpunkten im Bereich der Sammlungen asiatischer Sprachen zählt die Frankfurter Asienbibliothek zu den bedeutendsten Fachbibliotheken zum ost- und südostasiatischen Raum in Deutschland. Bibliothekar Holger Warnk erklärt: „Die Asienbibliothek enthält neben Beständen in europäischen Sprachen auch zahlreiche Werke in Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Indonesisch, aber auch in Malaiisch, Thai, Vietnamesisch, Khmer, Javanisch und vielen anderen Sprachen. Ein besonderes Highlight ist die Bibliothek des Missionars Emil Lüring, die aus einzigartigen seltenen Lithographie-Drucken des 19. Jahrhunderts aus Singapur und Malaysia besteht, die teilweise sonst nirgendwo auf der Welt vorhanden sind“. Von der Stiftung Asienhaus, die vor einiger Zeit von Essen nach Köln umgezogen ist, kam ein umfangreicher Buchstand zu den asiatischen Gesellschaften und zur modernen Geschichte Ost- und Südostasiens im vergangenen Jahr nach Frankfurt und wurde jetzt in die erweiterte Asienbibliothek integriert.

Damit haben Studierende, Wissenschaftler des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO), aber auch interessierte Bürger Zugriff auf einen Buchbestand, der die Themen des fächerübergreifend organisierten IZO abbildet. Das IZO wurde 2008 als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Ost- und Südostasien gegründet und ist im Zuge der vom Land Hessen geförderten Zentrenbildung geistes- und regionalwissenschaftlicher Fächer an hessischen Hochschulstandorten entstanden. Mit elf dem Zentrum zugeordneten Professuren und rund 70 Mitgliedern bündelt es heute in Frankfurt am Main die gesamte hessenweite Expertise zu dieser wichtigen Region mit mehr als zwei Milliarden Menschen. In der Forschung werden große Verbundprojekte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der VolkswagenStiftung gefördert.

Bei der Wiedereröffnung, die am 7. November um 16 Uhr im Asien-Lesesaal, 1. Obergeschoss der Universitätsbibliothek, Bockenheimer Landstraße 134-138 beginnt, hält Prof. Schmidt-Glintzer, Direktor der namhaften Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, den Festvortrag zum Thema „Zur Rolle der deutschen Asienbibliotheken im ‚asiatischen Jahrhundert’“. Begrüßt werden die Gäste von dem Direktor der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Dr. Heiner Schnelling, Grußworte sprechen neben Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität, und Prof. Arndt Graf, Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO), auch Dr. Britta Woldering, Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main; sie wendet sich dem Thema „Die Asienbibliothek der Goethe-Universität im Kontext der Frankfurter Bibliothekslandschaft“ zu. Und ein weiteres Grußwort hält Dr. Klaus Fritsche, Mitglied der Geschäftsführung der Stiftung Asienhaus Köln; er spricht über „Soziale Bewegungen Asiens in der Sondersammlung Asienhaus der Frankfurter Asienbibliothek“. Für die musikalische Umrahmung sorgt das „Mindeulle Ensemble“ mit koreanischer Fusionsmusik. Im Anschluss an den offiziellen Teil können sich die Besucher individuell über die Asienbibliothek an neuem Ort informieren.

Informationen: PD Dr. Thomas Feldhoff, Wissenschaftlicher Koordinator des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien,  Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23284, Feldhoff@em.uni-frankfurt.de,  Anmeldung per Email: izo@uni-frankfurt.de

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Okt 30 2013
09:06

Das Schreibzentrum der Goethe-Universität macht den November zum „Schreibmonat“ – nicht nur Studierende sind zum Mitmachen eingeladen

Ab Freitag 16 Uhr wird geschrieben, geschrieben, geschrieben…

FRANKFURT. Ab Freitag (1. November) 16 Uhr wird geschrieben, geschrieben, geschrieben: Innerhalb von 30 Tagen können Frankfurter Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch Interessierte von außerhalb mit dem Schreibzentrum der Goethe-Universität an ihren Texten arbeiten. Ob Hausarbeit, Essay, Dissertation, Fachartikel oder Roman, ob täglich oder ab und zu, ob 1000 Wörter oder drei Stunden am Stück: Das Schreibziel, das erreicht werden soll, legen alle selbst fest.

„Vielen fällt es im Alltagsstress schwer, regelmäßig und motiviert an den eigenen Texten zu arbeiten. Auch Schreibprofis und alte Hasen plagen sich mit immer näher rückenden Abgabeterminen, Aufschieberitis und Phasen, in denen nichts aufs Papier will“, so Dr. Nadja Sennewald, eine der beiden Leiterinnen des Schreibzentrums an der Goethe-Universität. Viele Dinge werden oft vorgeschoben, um das Schreiben zu umgehen – das Schreibzentrum holt die Zögerlichen ab mit „Schreiben, obwohl man eigentlich keine Zeit hat“. Erfahrungen aus der universitären Praxis haben gezeigt, dass es sehr motivierend sein kann, sich als Teil einer Gemeinschaft von Schreibenden zu begreifen. „Aus diesem Grund gibt es, angelehnt an den amerikanischen Academic Writing Month, nun wieder die Möglichkeit, einen Monat lang intensiv und konzentriert an den eigenen Texten zu arbeiten“, ergänzt ihre Kollegin Dr. Stephanie Dreyfürst.

Teilnehmen können alle – virtuell von zu Hause aus oder auch live mit anderen zusammen in der Bibliothek Geisteswissenschaften auf dem Campus Westend. „Gemeinsam schreibt man weniger allein“ ist das Motto. Der virtuelle Schreibraum ist immer geöffnet, der analoge im 6. Stock des Bibliothekszentrums Geisteswissenschaften im IG-Farben-Haus (Gruppenraum in Q1) täglich von 16 bis  bis 20 Uhr. Dort gibt es täglich um 16 Uhr eine „Einschreibübung", und die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums bieten eine individuelle Schreibberatung an. Sie beantworten Fragen zum Schreibprozess, zur Themenplanung, zur Argumentation, aber auch zum Zeitmanagement und zur Motivation bei umfangreichen Textprojekten.

Wer sich ein tägliches Schreibziel setzen will, online mitschreiben oder einfach nur sehen möchte, wer sich auf der ganzen Welt seinen selbstgesteckten Schreibzielen nähert, der kann sich auf einer gemeinsam genutzten Online-Tabelle eintragen: http://bit.ly/19lzFxg. Sich gegenseitig anspornen und Tipps austauschen können alle Schreibenden alternativ auch über Twitter unter dem Hashtag #AcWriMo.

Informationen: Dr. Stephanie Dreyfürst und Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum der Goethe-Universität, Campus Westend, Telefon (069) 798-32845; dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de; sennewald@em.uni-frankfurt.de; http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de

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Okt 23 2013
14:17

Ausstellung der Liebieghaus Skulpturensammlung in Kooperation mit der Goethe-Universität

Nok. Ein Ursprung afrikanischer Skulptur

FRANKFURT. In der Sonderausstellung „Nok. Ein Ursprung afrikanischer Skulptur“ präsentiert die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 30. Oktober 2013 bis zum 23. Februar 2014 erstmals die spektakulären Funde der mehr als 2.000 Jahre alten Nok-Kultur aus dem subsaharischen Raum. Die über 100 Skulpturen und Fragmente, die Archäologen der Goethe-Universität Frankfurt geborgen haben, werden in der Ausstellung gemeinsam im Dialog mit zeitgleichen Werken der altägyptischen und griechisch-römischen Antike aus der Sammlung des Liebieghauses gezeigt. Diese zugespitzte Präsentation thematisiert den großen Konflikt um das radikal veränderte Kunstverständnis des 20. Jahrhunderts: Europas figurative Kunst auf der einen Seite, auf der anderen die freien Formen der sogenannten primitiven Kunst.

Die aus Terrakotta hergestellten Nok-Figuren gehören zu den frühesten Zeugnissen afrikanischer Plastik und wurden in den vergangenen acht Jahren an über 200 Grabungsstellen im westafrikanischen Nigeria gefunden. In der gemeinsam von der Goethe-Universität Frankfurt und dem Liebieghaus konzipierten Präsentation können die ausdrucksstarken Skulpturen nun erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Die rötlichen Figuren werden nach aufwendiger Restaurierung rund 60 zeitgleich entstandenen Kunstwerken der ägyptischen Spätzeit und der griechischen Klassik gegenübergestellt. Während der Austausch dieser Kulturen vor 2.000 Jahren durch die Sahara blockiert war, bietet die Ausstellung die Möglichkeit, die völlig eigenständig entstandenen Nok-Skulpturen mit der Kunst der Zeitgenossen des mediterranen Raums zu vergleichen. Zugleich thematisiert die Präsentation im Liebieghaus die Forschungsergebnisse dieses langjährigen und außergewöhnlich erfolgreichen Grabungsprojekts und zeigt neben den Skulpturen Funde von Alltagsgegenständen wie Tongefäßen, Steingeräten oder Schmuck, sodass ein umfassendes Bild dieser bemerkenswerten archäologischen Kultur Westafrikas vermittelt wird.

Die Forschungsergebnisse der seit 2005 stattfindenden Grabungen eines Archäologenteams der Goethe-Universität Frankfurt um Prof. Dr. Peter Breunig werden im Vortragssaal im Untergeschoss des Liebieghauses ausführlich vorgestellt. Bisher konzentrierten sich die Forschungen auf ein ca. 15 mal 20 Kilometer großes Kerngebiet in Nigeria. Dieses Untersuchungsgebiet soll bis zum Jahr 2020 erweitert werden. Während der alljährlichen mehrmonatigen Feldaufenthalte arbeiten die Frankfurter Forscher ebenso mit der für archäologische Projekte zuständigen nigerianischen Bundesbehörde wie mit zwei Universitäten des Landes zusammen. Mithilfe lokaler Informanten konnten auf diese Weise in den vergangenen Jahren zahlreiche außergewöhnliche und bemerkenswerte Funde von Terrakotta-Skulpturen verzeichnet werden. Die Plastiken der Nok-Kultur wurden erstmals Mitte des 20. Jahrhunderts von Bernhard Fagg, einem britischen Archäologen, entdeckt. Die Funde stammten damals aus Zinnminen. Bis in die 1970er-Jahre hinein sammelte Fagg gemeinsam mit Minenarbeitern insgesamt rund 150 Fragmente von Nok-Figuren. Namensgebend für die Kultur war das kleine Dorf Nok, das in der Nähe des ersten Fundortes liegt. Die im Liebieghaus erstmals zu sehenden Sensationsfunde mit ihren großartigen, freien Formen werden nach Ende der Ausstellung in Frankfurt zurück nach Nigeria transportiert, wo sie in einer Präsentation gezeigt werden.

Die Ausstellung „Nok. Ein Ursprung afrikanischer Skulptur“ in der Liebieghaus Skulpturensammlung wird in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt realisiert und durch Leihgaben der National Commission for Museums and Monuments, Nigeria unterstützt. Die Ausstellung steht unter Schirmherrschaft von Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages.
Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert und erfährt von der Julius Berger International GmbH zusätzliche Unterstützung.

Pressevorbesichtigung: Dienstag, 29. Oktober 2013, 11 Uhr, Liebieghaus Skulpturensammlung.

Pressebilder stehen bereit unter http://www.liebieghaus.de/lh/index.php?StoryID=508

Weitere Presse-Informationen: Axel Braun (Leitung), Silke Janßen, Karoline Leibfried, Städel Museum, Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt, Tel. (069) 605098-234, presse@liebieghaus.de; www.liebieghaus.de