Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:39

Vortragsreihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ startet am 4. Juni mit dem Philosophen Otfried Höffe

Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft

FRANKFURT. Finanzkrise, Zinsmanipulation, Managerboni – in Öffentlichkeit und Politik ist der Eindruck entstanden, dass es in der Finanzbranche an ethischen Prinzipien mangelt. Doch an welchen Werten sollte sich die Finanzwirtschaft orientieren – und an welchen kann sie sich orientieren, ohne ihre grundlegenden ökonomischen Interessen aus den Augen zu verlieren? Diese Fragen sind Thema der Veranstaltungsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“, veranstaltet mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt. Konzeption und Beratung liegen in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph und Mitglied des Clusters. Zum Auftakt der Reihe, für deren insgesamt vier Veranstaltungen jeweils eine persönliche Anmeldung erforderlich ist, spricht Prof. Otfried Höffe über das

Thema:         „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“
am:                Dienstag, dem 4. Juni 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Ort:                Alte Börse, Raum „Lichthof“, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Der Tübinger Philosoph ist einem breiteren Publikum durch regelmäßige Beiträge in überregionalen Zeitungen zu aktuellen Fragen der Politik und Gesellschaft bekannt. Otfried Höffe ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Ethiker und politischen Philosophen; seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt seiner vor allem von Aristoteles und Kant inspirierten praktischen Philosophie steht der Begriff der Gerechtigkeit. Die weiteren Vortragenden gehören ebenfalls zu den führenden Philosophen der Gegenwart. Am 14. August 2013 spricht Prof. Axel Honneth (Exzellenzcluster der Goethe-Universität und Columbia University, New York) und am 22. November 2013 Prof. Thomas Pogge (Yale University). Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Die jüngsten Krisen und Skandale der Finanzbranche haben in der Öffentlichkeit und der Politik den Eindruck eines Werteverlusts hervorgerufen: Banker, Großinvestoren und andere Akteure der Finanzwelt sind demnach zu sehr an kurzfristigen Unternehmensgewinnen interessiert und ignorieren Werte wie Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit wirtschaftlichen Handelns. Aus dieser Einschätzung ergeben sich Rufe nach gesetzlicher Regulierung einerseits und einer neuen Werteorientierung für Banken und Investoren andererseits. Doch eine ethische Orientierung kann sich nicht auf innerökonomische Werte wie ökonomische Nachhaltigkeit und Kundenwohl beschränken, sondern muss breiter ansetzen. Dazu soll die Reihe unter den Stichworten „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit“ einen Beitrag leisten.

Bei der Auftaktveranstaltung am 4. Juni wird Prof. Reto Francioni (CEO, Deutsche Börse AG) die Begrüßung übernehmen, bevor Prof. Marcus Willaschek vom Exzellenzcluster in das Thema einführt und nach dem Vortrag von Prof. Otfried Höffe auch die Gesprächsrunde mit dem Publikum moderiert.

Bereits im vergangenen Wintersemester hatte die Goethe-Universität im Rahmen ihrer Bürgeruniversität „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ wirtschaftsethische Fragestellungen aufgegriffen. 2.200 Menschen hatten an sechs Abenden die Diskussionen mit renommierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft verfolgt und sich auch mit eigenen Beiträgen eingebracht.

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 4. Juni werden erbeten unter: ethischeorientierung@deutsche-boerse.com

Informationen: Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Marcus.Willaschek@normativeorders.net, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:36

Neuerscheinungen in der Biographienreihe der Goethe-Universität

Gründer, Gönner und Gelehrte: Otto Stern – Arthur von Weinberg/Leo Gans – Theodor W. Adorno – Franz Adickes

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Goethe-Universität nimmt ihren 100. Geburtstag im Jahre 2014 zum Anlass, sich herausragender Persönlichkeiten in ihrer Geschichte zu erinnern. In der im Frankfurter Societätsverlag erscheinenden Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ werden Persönlichkeiten der Gründerjahre der Universität vor und nach 1914 ebenso wie die Generation des Wiederaufbaus nach 1945, aber auch Vordenker und Akteure der bildungsbewegten 1960er und 70er Jahre porträtiert. In ihren Lebensbildern spiegelt sich zugleich die wechselvolle deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert.

Nun sind seit der ersten Präsentation weitere Bände in der Reihe erschienen, zudem stehen vier Biographien kurz vor der Vollendung. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, Ihnen die nun veröffentlichten Biographien und ihre Autoren vorzustellen, außerdem möchte wir Sie informieren über die weiteren Persönlichkeiten, die noch porträtiert werden.

Wir laden Sie herzlich ein zur Präsentation und zum anschließenden Gespräch mit den Autoren und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats bei einem zweiten Frühstück

am:     Mittwoch, dem 5 Juni 2013, um 10.30 Uhr
Ort:    Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhower-Raum, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Teilnehmer auf dem Podium sind:

  • Gerhard R. Koch, Autor der Adorno-Biographie
  • Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking, Autor der Stern-Biographie
  • Prof. Dr. Lothar Gall, Autor der Adickes-Biographie
  • Prof. Dr. Michael Stolleis, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
  • Prof. Dr. Notker Hammerstein, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
  • Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vize-Präsident der Goethe-Universität und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats

Wir freuen uns auf Ihr Kommen, bitte teilen Sie uns bis zum 3. Juni (Montag) mit, ob Sie teilnehmen können. Falls Sie es nicht ermöglichen können und gern die neu erschienenen Biographien-Bände rezensieren möchten, schicken Sie uns eine Mail. Mails an: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Mit besten Grüßen

Ulrike Jaspers                                                         
Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl
Koordinatorinnen des Projekts „Biographienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“

Forschung

Mai 31 2013
09:33

Vögel können sich auch in schwachen Magnetfeldern orientieren

Rotkehlchen-„Kompass“ ist anpassungsfähig

FRANKFURT. Zugvögel wie das europäische Rotkehlchen (Erithacus rubecula) orientieren sich mithilfe eines Magnetkompasses im Auge. Wie Wissenschaftler der Goethe-Universität jetzt in Zusammenarbeit mit einem Geophysiker aus München herausgefunden haben, ist dieser Kompass äußerst anpassungsfähig. Lässt man den Vögeln etwas mehr als einen halben Tag Zeit, können sie sich auch in Magnetfeldern orientieren, deren Stärke nur ein Zehntel des Erdmagnetfelds beträgt. Die Forscher werten dies als einen weiteren Hinweis dafür, dass es sich um einen entwicklungsgeschichtlich sehr alten Mechanismus handelt, der bereits von den gemeinsamen Ahnen der heutigen Vögel im Erdmittelalter entwickelt wurde.

2007 hatte das Forscherehepaar Wolfgang und Roswitha Wiltschko entdeckt, dass auch Hühner über einen magnetischen Kompass verfügen. Er  funktioniert ganz ähnlich wie derjenige der Rotkehlchen. Da die entsprechenden Entwicklungslinien von Hühnern und Rotkehlchen sich in der Kreidezeit vor circa 95 Millionen Jahren getrennt haben, vermuteten die Forscher, dass schon die ersten Vögel die Fähigkeit entwickelten, sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren.

Um ihre Theorie weiter zu untermauern, prüften die Forscher nun, ob Rotkehlchen sich auch in schwachen Magnetfeldern zurechtfinden. Denn seit den Zeiten des Urvogels war das Erdmagnetfeld starken Schwankungen unterworfen, darunter gab es Perioden sehr schwacher Intensität. Wie sich herausstellte, können sich die Vögel nach 17 Stunden an ein schwaches Magnetfeld von vier Mikro-Tesla (weniger als 10 Prozent der derzeit in Frankfurt herrschenden Feldstärke) anpassen.

Um sicher zu sein, dass nicht ein anderer Mechanismus als der Magnet-Kompass im Auge für diese Leistung verantwortlich ist, betäubten die Forscher den Schnabel. Dieser enthält einen weiteren Magnetsensor, dessen Ausschaltung die Rotkehlchen nicht beeinträchtigte. Setzte man sie aber zusätzlich einem hochfrequenten Magnetfeld aus, ging ihnen der Richtungssinn verloren, wie es schon früher für den Kompaß im Auge gezeigt worden war.

Publikation: Michael Winkhofer, Evelyn Dylda, Peter Thalau, Wolfgang Wiltschko and Roswitha Wiltschko: Avian Magnetic Compass can be Tuned to Anomalously Low Magnetic Intensities, Proceedings of the Royal Society B, First Cite, DOI: 10.1098/rspb.2013.0853

Informationen: Prof. Roswitha Wiltschko, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Biocampus Siesmayerstraße, Tel.: (069) 798-24703; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mai 31 2013
09:17

Goethe-Universität lädt am 3. Juni zu einer hochschulpolitischen Debatte mit Spitzenvertretern des Hessischen Landtags ein

Diskussion um die Hochschulpolitik der Zukunft

FRANKFURT. Das Jahr 2013 steht im Zeichen von Bundestags- und Landtagswahlen. Die Hessen-Wahl ist auch eine Abstimmung über unterschiedliche hochschulpolitische Konzepte, die im Landtag miteinander konkurrieren. Welche Positionen vertreten die Parteien in wichtigen Fragen der Hochschulentwicklung? Welchen Stellenwert hat der 2008 für die Goethe-Universität errungene Status einer autonomen Stiftungsuniversität für die Politik?

Fragen, über die bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zukunft der Hochschule - Hochschule der Zukunft?“ mit den hochschulpolitischen Experten aller im Hessischen Landtag vertretenen Parteien gesprochen werden soll, zu der die Goethe-Universität öffentlich einlädt.

Zeit: Montag, 3. Juni 2013, 18 Uhr
Ort: Campus Westend, Foyer PA-Gebäude, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

Es nehmen teil:

Dr. Rolf Müller (CDU),
Gernot Grumbach (SPD),
Dr. Matthias Büger (FDP),
Daniel May (Die Grünen),
Janine Wissler (Die Linke);

Moderation: Dr. Christine Burtscheidt, Dr. Olaf Kaltenborn (Goethe-Universität)

Im Anschluss an das Podium, das etwa 30-45 Minuten beanspruchen wird, besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Plakat zum Download unter: http://www2.uni-frankfurt.de/46588820/Hochschulzukunft.pdf

Personalia/Preise

Mai 29 2013
15:36

Goethe-Universität gewinnt bundesweiten Preis für ihr ideelles Förderkonzept im Rahmen des Deutschlandstipendiums

Ausgezeichnet für das beste Konzept

FRANKFURT/BERLIN. Die Goethe-Universität ist am Mittwoch im bundesweiten Wettbewerb „Die Besten begleiten“ für ihr innovatives Förderkonzept im Rahmen des Deutschland-Stipendiums ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand anlässlich der Jahresveranstaltung Deutschland-Stipendium statt, die gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Hochschulrektorenkonferenz und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gestaltet wird.

Mehr als 30 Hochschulen hatten sich beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft um den mit 10.000 Euro dotierten Preis beworben. Hierbei beeindruckte das Förderprogramm der Goethe-Universität durch seine Vielseitigkeit und zukunftsweisende Ausrichtung: „Unsere Stipendiaten werden nicht nur in ihrer Begabung und gefördert, sondern nutzen diese auch, um zukunftsweisende Ideen für die Frankfurter Stadtgesellschaft zu entwickeln“, fasst Prof. Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, das Konzept zusammen. „Es ist sehr erfreulich, dass dieses ideelle Förderkonzept nun auch bundesweit Vorbildcharakter genießt“, so der Präsident.

Mit Engagement, Idealismus und Mut zur Veränderung entwickeln  Deutschlandstipendiaten an der Goethe-Universität Frankfurt Projekte, die der gesamten Region zu Gute kommen: Von einer öffentlichen Vortragsreihe zum Thema Liebe über ein Mentoringprogramm für Abiturienten bis hin zu einem  Mehrgenerationen-Wohnkonzept. Dabei stehen ihnen erfahrene Mentoren aus Wirtschaft, Kultur, Bildung und Kirche zur Seite. Lecture-Abende, Patenschaften mit Spendern und weitere Events runden das ideelle Begleitprogramm ab.

Roman Hohlbein, Student der Geographie im 2. Semester und Deutschlandstipendiat freut sich über die Auszeichnung für seine Universität: „Unzählige Stifter, Hochschulmitarbeiter, Referenten und Mentoren investieren viel Zeit in die Förderung von jungen Akademikern an der Goethe-Universität, das Preisgeld wird hoffentlich dabei helfen, das hohe Niveau zu halten.“

Stipendiatin Victoria Alekseeva (4. Semester Rechtswissenschaft) betont den regen Austausch, den ihr das Programm eröffnet: „Im Rahmen der Lectures haben wir die Gelegenheit, viele interessante Persönlichkeiten zu treffen und auch in unseren Gruppen haben wir viele neue Leute kennengelernt und Freundschaften sind entstanden. In enger Zusammenarbeit mit den Mentoren und Stipendiaten anderer Fachbereiche konnten wir über den Tellerrand unseres eigenen Studienfaches blicken, was im Studienalltag leider nicht allzu oft möglich ist und was ich als eine große Bereicherung erfahre!“

Projektleiter Jörg Ottmann verspricht, dass das Preisgeld zur Weiterentwicklung eingesetzt wird. „Unser Ziel ist nun, eine nachhaltige Sicherung, Nutzbarmachung und Wertschätzung der Projektergebnisse, von denen Stipendiaten, Förderer, Hochschulmitarbeiter und Bürger profitieren – hierzu fühlen wir uns im Sinne unserer Stiftertradition verpflichtet.“ Der nächste Schritt hierzu wird das Sommerfest des Deutschlandstipendiums im Juli sein: „Im lebendigen Austausch“ stellen die Stipendiaten Ihre Projektergebnisse der interessierten Öffentlichkeit vor.

Informationen: Jörg Ottmann, Projektleiter Deutschlandstipendium SSC,  Tel. (069) 798-17923, www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de

Forschung

Mai 24 2013
14:15

Sonderforschungsbereiche zu Fettstoffwechselstörungen und Gefäßerkrankungen

Volkskrankheiten auf molekularer Ebene verstehen

FRANKFURT. Betrachtet man Volkskrankheiten auf der Ebene von Zellen und Signalmolekülen, so lassen sich einige gemeinsame Ursachen erkennen. Diese zu erforschen ist das Ziel zweier Sonderforschungsbereiche (SFBs) an der Goethe-Universität. Ein neu eingerichteter SFB in der Medizin, Pharmazie und Biochemie beschäftigt sich mit dem Einfluss von Fettstoffwechselstörungen auf ein breites Spektrum von Krankheiten, darunter Arteriosklerose und Diabetes. Ein weiterer, bereits 2005 gegründeter Transregio-SFB zur Erforschung von Blutgefäßer-krankungen ist von der DFG um eine dritte Förderperiode verlängert worden.

Lipide oder Fette sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran. In jüngster Zeit werden sie auch als Ausgangsprodukte für wichtige inter- und intrazelluläre Signalmoleküle entdeckt. Zahlreiche Befunde weisen darauf hin, dass bestimmte Störungen des Lipidstoffwechsels die Entstehung von Arteriosklerose, Diabetes, Krebs, Entzündungen, Schmerz und neurodegenerativer Prozesse beeinflussen. Ziel des SFBs „Krankheitsrelevante Signaltransduktion durch  Fettsäurederivate und Sphingolipide“ ist es, durch Lipide vermittelte Signalnetzwerke auf molekularer Ebene zu verstehen und die Erkenntnisse für die Entwicklung innovativer Diagnostika und Therapeutika zu nutzen. „Dieses bisher vernachlässigte Gebiet ist auf dem Sprung zu einem der zentralen Themen translationaler Forschung zu werden. Wir hoffen, den Weg neuer Erkenntnisse vom Labortisch zum Krankenbett deutlich zu verkürzen“, erläutert Prof. Josef Pfeilschifter, der Sprecher des neuen SFBs.

Verlängert wurde der SFB „Vascular Differentiation and Remodeling“, eine Kooperation der Goethe-Universität mit der Universität Heidelberg und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim. Dieser SFB konzentrierte sich als erster in Deutschland ausschließlich auf die Blutgefäßforschung. Veränderungen der Blutgefäßwände sind die Ursache für verbreitete Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes und Tumorerkrankungen. Im Mittelpunkt der Forschung steht das komplexe Zusammenspiel der Endothelzellen, welche die Gefäßwände auskleiden, mit ihren Vorläuferzellen und den glatten Muskelzellen. „Wir betrachten die Gefäßwand als System aus komplex miteinander verflochtenen Zellen, deren Funktion, Eigenschaften und Erscheinungsformen nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit entschlüsselt werden können“, so der stellvertretender Sprecher des SFBs Prof. Karl-Heinz Plate. Die angewandten Methoden reichen von der Molekular- und Zellbiologie über die Physiologie der Blutgefäße bis hin zu transgenen Mausmodellen und bildgebenden Verfahren am lebenden Organismus.

Informationen: Prof. Josef Pfeilschifter, Institut für allgemeine Pharmakologie und Toxikologie, Klinikum der Goethe-Universität, Tel.:(069) 6301-6951, Dekan@kgu.de
Prof. Karl-Heinz Plate, Neurologisches Institut (Edinger Institut), Universität Frankfurt; Tel: 069 / 6301 6042; karl-heinz.plate@kgu.de www.transregio23.de

 

Veranstaltungen

Mai 24 2013
12:04

Skulpturen von vier international bekannten Künstlern bis 6. Oktober auf den beiden Campi Westend und Riedberg

„Blickachsen 9“ – Kunst auf dem Campus

FRANKFURT. Jaume Plensas Großskulptur „Body of Knowledge“ auf dem Campus Westend hat den Sommer über wieder Gesellschaft bekommen: Auf der Wiese vor dem IG-Farben-Haus und auf den Freiflächen zwischen IG-Farben-Haus und Casino sind bis zum 6. Oktober markante Plastiken von vier international bekannten Künstlern zu sehen – auch der Katalane Jaume Plensa ist mit drei „Poets in Frankfurt“ dabei. Die Kunstwerke sind Teil der Ausstellung „Blickachsen 9“, die am 26. Mai (Sonntag) in Bad Homburg eröffnet wird. Gezeigt werden auf dem Campus Westend außerdem Skulpturen von Laura Ford, Peter Randall-Page und Sui Jianguo, die für ihre jeweils unverwechselbare Formensprache bekannt sind. Auf dem Campus Riedberg sind vor dem Gebäude der Physik drei weitere Kunstwerke des britischen Bildhauers Peter Randall-Page zu sehen.

Mit insgesamt rund 90 Werken von Künstlern aus 15 Ländern dreier Kontinente präsentiert sich in diesem Jahr die neunte „Blickachsen“-Ausstellung. Seit 1997 zeigt die Bad Homburger  Biennale Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Künstler aus der ganzen Welt in den historischen Parkanlagen der Stadt – und dank der Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain an einer stetig zunehmenden Zahl weiterer Standorte in der Rhein-Main-Region. „Inzwischen gehört ‚Blickachsen‘ zu den großen periodischen Kunstereignissen des Landes“, so der Bad Homburger Galerist und Initiator der Ausstellung, Christian Scheffel. Die diesjährige Auswahl der Werke von 37 internationalen Künstlern und Künstlerinnen hat Scheffel zusammen mit Olivier Kaeppelin, dem Direktor der im französischen Saint-Paul-de-Vence ansässigen Fondation Marguerite et Aimé Maeght, getroffen.

Der Campus Westend mit seiner wunderbaren Parklandschaft ist für Scheffel ein idealer Ort, sich den Herausforderungen von Wissenschaft und zeitgenössischer Kunst gleichermaßen zu stellen. Und anregende und kontroverse Diskussionen über die Skulpturen werden bereits in den Social Media und auf dem Campus geführt. So vermuteten schon einige mit Blick auf den riesigen Container „Made in China“ vor dem IG-Farben-Haus, eine neue Bildungsoffensive mit Notebooks aus China sei für alle Studis pünktlich zur Eröffnung des neuen Gebäudes angelaufen.

Weit gefehlt – hier präsentiert sich Sui Jianguo (geb. 1956), einer der prominentesten Vertreter der ersten Generation zeitgenössischer chinesischer Künstler. Sein Container gehört zu einer Reihe von Werken, in denen er sich kritisch mit seinem Heimatland auseinandersetzt und  ambivalente Symbole für China schafft. Dass Sui Jianguo auch die figurative Kunst beherrscht, dokumentieren drei in Bronze gegossene Arbeiten aus der Reihe „Blind Portrait“, sie sind zwischen Casino und IG-Farben-Haus aufgestellt.

In lichter Höhe direkt vor dem Haupteingang des IG-Farben-Hauses präsentiert Jaume Plensa (geb. 1955) seine drei „Poets in Frankfurt“: Day-Night, Heaven-Hell-Poetry und Religion. Die sitzenden Figuren aus Polyesterharz und Fiberglas, die wie Säulenheilige jeweils auf einer Edelstahl-Stange thronen, können als beispielhaft für sein Werk gelten: In seiner Arbeit geht es Plensa vorrangig um „die Wechselwirkung von Geist und Stoff, nicht um bloße Form“. So setzt er häufig auch Text, Klang und Licht als Materialien ein. Durch das LED-Licht in ihrem Inneren schimmern seine „Poets“ tagsüber mattweiß, bei Dunkelheit jedoch leuchten sie in allen Regenbogenfarben changierend und entwickeln eine besondere Strahlkraft.

Sechs überlebensgroße Katzenwesen beleben die Grünfläche zwischen Casino und IG-Farben-Haus, sie bewegen sich in gebückter Haltung und mit gesenktem Blick langsam schreitend und wirken, als seien sie in ihren Gedanken völlig versunken und in ihren Gefühlen gefangen. Die „Emissary Cats“ aus Bronze sind geschaffen von der walisischen Künstlerin Laura Ford (geb. 1961). Diese Mischwesen aus schlanken menschlichen Körpern und großen Katzenköpfen haben nach Auskunft der Künstlerin ihren Ursprung in dem riesigen, dämonischen Kater namens Behemoth aus dem Roman „Der Meister und Margerita“ von Michail Bulgakov. Mit anarchischem Witz zeigt Laura Ford ihre „Abgesandten“ nachdenklich und fast rastlos getrieben.

Von den sechs tonnenschweren Steinskulpturen des britischen Künstlers Peter Randall-Page (geb. 1954) sind jeweils drei auf dem Campus Riedberg und dem Campus Westend zu sehen. Sie beeindrucken durch ihre Form und Oberflächenstruktur und sind Teil einer Werkreihe, in deren Mittelpunkt die Auseinandersetzung des Bildhauers mit natürlichen Wachstumsmustern und mit dem dynamischen Verhältnis zwischen geometrischer Ordnung und zufälliger Veränderung in der Natur steht.

Bei der Skulpturenausstellung „Blickachsen 9“ gibt es eine Neuerung: Im Frühjahr wurde die Stiftung Blickachsen gGmbH gegründet, die von nun an die Ausstellungen verantworten und gemeinsam mit dem Magistrat der Stadt Bad Homburg, der Kur- und Kongress-GmbH und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen veranstalten wird. Dazu der Initiator Christian Scheffel: „Die Stiftung wurde mit dem langfristigen Ziel gegründet, durch einen stetigen Ausbau der ‚Blickachsen‘ im öffentlichen und öffentlich zugänglichen Raum, jungen gemeinsam mit arrivierten Künstlern aus der ganzen Welt eine Plattform zu bieten und dadurch sowohl den künstlerischen Nachwuchs zu fördern als auch das allgemeine Interesse und Verständnis für die verschiedensten Positionen der dreidimensionalen Kunst und deren Wertschätzung weiterhin zu steigern.“

Öffentliche Führungen auf dem Campus Westend sind jeweils am ersten und dritten Dienstag im Monat zwischen 18.30 und 20 Uhr, Treffpunkt: Haupteingang IG-Farben-Haus; Führungen für Gruppen anmelden unter Tel. 06172-28907, fuehrungen@blickachsen.de

Informationen: Sunita Scheffel, Blickachsen Kommunikation und Presse, mobil 0178-47 32 591, presse@blickachsen.de, www.blickachsen.de, Pressefotos unter: http://www.blickachsen.de/root/index.php?page_id=341

 

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Mai 24 2013
10:45

Wissenschaftlerinnen des Cornelia Goethe Centrums diskutieren mit der US-amerikanischen Sozialphilosophin und Feministin Nancy Fraser

Kann eine neue feministische Bewegung das kapitalistische System verändern?

FRANKFURT. Befinden wir uns in einer neuen, radikalen und egalitären Phase feministischer Theoriebildung und Politik? Und kann eine neu belebte emanzipatorische Bewegung Einfluss nehmen auf die gegenwärtigen ökonomischen Krisen und sogar das kapitalistische System verändern? Diese Fragen stehen im Zentrum einer Round-Table-Diskussion des Cornelia Goethe Centrums, an dem neben Wissenschaftlerinnen der Universität Frankfurt auch die renommierte US-amerikanische Sozialphilosophin Nancy Fraser teilnimmt. Die öffentliche Veranstaltung in englischer Sprache findet statt am Dienstag (28. Mai) von 14 bis 16 Uhr im Casino (Raum 1.801) auf dem Campus Westend.

Nancy Fraser, Professorin für Philosophie und Politik an der New School for Social Research in New York, ist zurzeit auf Einladung des DFG-Projekts „Justitia Amplificata“ Fellow am Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Mit ihren Arbeiten zur sozialen und politischen Theorie und zur Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hat sie die zeitgenössische feministische Theorie entscheidend geprägt. Soeben ist ihr Buch “Fortunes of Feminism. From State-Managed Capitalism to Neoliberal Crisis” erschienen, in dem sie die Entwicklung feministischer Bewegungen seit den 1970er Jahren analysiert.

Die zentralen Thesen aus ihrer neuen Monographie werden auch bei der Diskussion in der Goethe-Universität im Mittelpunkt stehen. Darin beteiligen sich: Nikita Dhawan, Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt politische Philosophie, feministische postkoloniale Theorie und Queer Studies; Ute Gerhard, von 1987 bis 2004 erste Professorin für Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität und Gründungsdirektorin des Cornelia Goethe Centrums; Dr. Mara Marin, Doctoral Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, und Uta Ruppert, Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten Feministische Theorie internationaler Beziehungen. Begrüßt werden die Gäste von Ulla Wischermann, Soziologie-Professorin und geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums; die Moderation übernimmt Ursula Apitzsch, Professorin für Politikwissenschaft und Soziologie mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten Migrations- und Biographieforschung, Gender Studies.

Die Stärke der „zweiten Welle“ des Feminismus sieht Fraser in der Radikalität und Breite der Bewegung. Vor allem habe der Feminismus der 1970er Jahre die Grundfesten der männlich dominierten, kapitalistischen Gesellschaft in Frage gestellt. Akteurinnen und Theoretikerinnen kritisierten die marktwirtschaftlich strukturierte Gesellschaft, insbesondere dort, wo es um die Unterdrückung der Frauen im politischen und speziell im privaten Bereich ging. Während der Neoliberalismus seinen scheinbar erfolgreichen Siegeszug angetreten habe, habe die politisch kraftvolle Bewegung jedoch an Schwung verloren. Jetzt, so Fraser, lasse sich ein Wiederaufleben feministischen Denkens und Handelns feststellen: Diese wieder erstarkte Frauenbewegung schließe in ihrer Radikalität und Kritikfähigkeit an die ‚zweite Welle’ der 1970er Jahre an und ziele insbesondere auf die demokratische Kontrolle der Wirtschaft.

Die kritische Theoretikerin Fraser und die Diskutantinnen des Cornelia Goethe Centrums werden fragen, wie die Verbindungslinien zwischen der zweiten und einer möglichen dritten Frauenbewegung beschaffen sind. Kann das radikale emanzipatorische Potenzial der 1970er Jahre aktualisiert werden? Bietet eine neue feministische Bewegung Antworten auf die globale Wirtschaftskrise und wie sehen diese aus?

Informationen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse, Campus Westend, Tel.: 069/798-35100 (Sekretariat), E-Mail: y.ehrstein@em.uni-frankfurt.de, Homepage: http://www.cgc.uni-frankfurt.de

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Mai 23 2013
16:20

Melanie Mühl spricht über Frank Elstner im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität

Der Chronist des Samstagabends

FRANKFURT. Frank Elstner hat Generationen geprägt. Er hat mit der Entwicklung zahlreicher Sendungskonzepte maßgeblichen Anteil am Aufbau der deutschen Fernsehlandschaft. Bis heute ist der Erfinder von „Wetten dass...?“ im Fernsehen präsent. „Zwischen all den Pilawas, Kerners und technokratischen Spaßmachern, die ihren Professionalitätshumor ausstellen und manchen Gesprächspartner gnadenlos vorführen, wirkt Frank Elstner wie ein Anachronismus. Da steht jemand vor der Kamera, der eine Haltung hat, weiße Haare und ein Glasauge. Es fallen einem Wörter wie Seriosität, Verbindlichkeit, Vertrauen und Kontinuität ein, die seltsam altmodisch klingen, obwohl sie es gar nicht sind“, so hat Melanie Mühl den „Mann mit gutem Karma“ charakterisiert. Die Journalistin und Mitarbeiterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird den Vortrag über Frank Elstner gestalten.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien - Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation werden so auch die individuellen Voraussetzungen Frank Elstners betrachtet, der dem zurückgewonnenen nationalen Selbstwert der Deutschen eine neue, vielfach ausgezeichnete Sprache verliehen hat.

 „Der Chronist des Samstagabends“ – Frank Elstner / Referentin: Melanie Mühl

am: Montag, 27. Mai 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung ist als Videoaufzeichnung auch über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.

Weitere Vorträge:

10. Juni 2013
Prof. Tilman Allert
Alice Schwarzer
Kampf gegen die weibliche Ohnmacht

24. Juni 2013
Prof. Regine Prange
Gerhard Richter
„Meine Bilder sind klüger als ich“

8. Juli 2013
Stefan Lukschy
Loriot
„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 23 2013
16:16

Gesprächskonzert im Landtag Rheinland-Pfalz“ am 28. Mai in Mainz

Parodie und Zitat im Musiktheater

FRANKFURT. Beim diesjährigen Konzert „Musik im Landtag Rheinland-Pfalz“ wird das langfristig mit Mitteln des Akademienprogramms geförderte und von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz betreute Projekt „OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen“ vorgestellt. Das Projekt, das sich der Entwicklung moderner elektronischer Editionsformate für musikalische Bühnenwerke widmet, ist seit 2013 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main angesiedelt, nachdem es  2009 an der Universität Bayreuth ins Leben gerufen wurde.

In dem Gesprächskonzert werden drei Musiktheaterwerke des 18. Jahrhunderts vorgestellt, die gängigen Originalitätsvorstellungen scheinbar zuwiderlaufen. Denn die italienische Oper Prima la musica e poi le parole, die französische Opéra comique Annette et Lubin und die englische Ballad opera Love in a Village weisen mittels raffiniert gewählter musikalischer Zitate weit über sich selbst hinaus auf die ästhetisch vielfältige europäische Musik- und Theaterlandschaft.

Die Moderation des Abends wird Prof. Dr. Thomas Betzwieser, Direktor des Instituts für Musikwissenschaft der Goethe-Universität und Leiter des Projekts „OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen“, übernehmen.

Die Ausführenden sind die Sopranistin Elisabeth Scholl und ein Instrumentalensemble bestehend aus Priska Comploi und Hanna Geisel (Oboen), Anne Röhrig und Nikolaus Norz (Violinen), Maria Pache (Viola), Juris Teichmanis (Violoncello), Thomas Dittmann (Kontrabass) sowie Rien Voskuilen am Cembalo.

Ort: Plenarsaal des Landtages Rheinland-Pfalz, Platz der Mainzer Republik 1, 55116 Mainz

Beginn: 20 Uhr; der Eintritt ist frei, jedoch wird eine Einlasskarte benötigt; bitte wenden Sie sich an die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Abteilung Musikwissenschaftliche Editionen.

Informationen: opera@uni-frankfurt.de; Flyer

Veranstaltungen

Mai 21 2013
16:01

Öffentliche Einweihung eines spektakulären Kunstwerks: „Turm II“ des renommierten Künstlers Werner Pokorny. 24. Mai, 13 Uhr, Campus Riedberg

Ein Turm für den Campus Riedberg

FRANKFURT. Eine sechs Meter hohe Stahlplastik wird künftig den Campus Riedberg schmücken: Der Künstler Werner Pokorny hat mit „Turm II“ eine beeindruckende und raumfüllende Skulptur geschaffen. Am Freitag, 24. Mai, wird das Kunstwerk im Rahmen einer öffentlichen Einweihung dem Publikum präsentiert. Uni-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz wird das Grußwort sprechen. Der Künstler Werner Pokorny ist bei der Einweihung anwesend und beantwortet gerne Fragen zu seiner Skulptur.

Pokorny hat drei Kuben, eine Scheibe und ein abstrahiertes Haus aufeinander gestapelt. Die rötlich-braune Farbe ist ganz typisch für das Material Corten. Übersehen kann der Besucher den sechs Meter hohen Turm nicht. Die Großplastik wurde bewusst auf eine Grünfläche gestellt, die den Mittelpunkt mehrerer Institute bildet: zwischen Biologicum, dem Frankfurt Institute of Advanced Studies, dem Otto-Stern-Zentrum, dem Max-Planck-Institut für Biophysik und dem  Biozentrum.

Pokorny hat die Skulptur eigens für den Campus konzipiert. Im Jahre 2014 wird die Goethe-Universität 100 Jahre alt, daher versteht Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz die Aufstellung der Plastik als Auftaktveranstaltung zur Feier „GU 100“. Vorgestellt wird am Freitag ebenfalls der Katalog zu „Turm II“, der sich auf den „KunstRaum Riedberg“ bezieht. Die moderne Architektur am Campus Riedberg hat nicht nur funktionale Räume geschaffen, die der Forschung und Lehre dienen, sondern sie hat darüber hinaus eine Fülle von attraktiven und großzügigen Plätzen eröffnet, in denen Kunstwerke in besonderer Art und Weise zur Geltung gebracht werden können. Seit 2012 laufen die Kunstausstellungen auf dem Campus unter dem Namen „KunstRaum Riedberg“.

Werner Pokorny ist ein international renommierter Künstler, dessen Werke sich an zahlreichen öffentlichen Orten und in wichtigen Sammlungen finden. Er war bis 2013 Professor für allgemeine künstlerische Ausbildung, Schwerpunkt Bildhauerei, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er bekommt dieses Jahr den renommierten Hans-Thoma-Preis, den Staatspreis des Landes Baden-Württemberg.

Einweihung der Skulptur „Turm II“ am Freitag, 24. Mai, ab 13 Uhr. Treffpunkt ist die Freifläche gegenüber dem Otto-Stern-Zentrum in der Max-von-Laue-Straße am Campus Riedberg der Goethe-Universität.

Medienvertreter sind herzlich willkommen. Für Interviews steht der Künstler zur Verfügung. Im Anschluss an die Einweihung besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch den KunstRaum Riedberg teilzunehmen.

Weitere Informationen zum Kunstraum Riedberg unter www.kunstraum.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 21 2013
13:39

Autorenlesung mit Andreas Maier am 26. Mai

Tag für die Literatur – Veranstaltung an der UB Frankfurt

FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht, Lukrez, Apfelwein – was scheinbar nicht zusammengehört, wird zusammengebracht in der Lesung von Andreas Maier am „Tag für die Literatur“ am 26. Mai - wenn er davon erzählt, wer er ist und wo er herkommt. Andreas Maier wurde 1967 in Bad Nauheim geboren und wuchs in Friedberg auf. Mit seinem Debütroman „Wäldchestag“ wurde er zum Shooting-Star der jüngeren deutschen Literaturszene. Nach Aufenthalten in Italien und Berlin wohnt Andreas Maier mittlerweile wieder in Frankfurt am Main. Er ist ein bekennender „Provinzler“, dessen Leben und Schreiben eng mit der Wetterau verbunden ist. Für sein literarisches Schaffen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien von Andreas Maier „Das Haus“ im Suhrkamp-Verlag.

Beim vierten von hr2-kultur initiierten „Tag für die Literatur“ wird erneut Hessens einzigartige Literaturtradition erschlossen. Aus allen Regionen sind Kulturinstitutionen mit Lesungen, Ausstellungen, literarischen Spaziergängen und anderen kreativen Ideen und Aktionen mit dabei. Das ausführliche Veranstaltungsprogramm wird unter www.literaturland.hr-online.de präsentiert. Die kostenlose Broschüre kann beim Hörerservice unter Telefon (069) 155-5100 bestellt werden.

„Tag für die Literatur“ am 26. Mai, 11-12 Uhr,
Universitätsbibliothek Frankfurt, Sitzungszimmer im 1. OG

Bockenheimer Landstr. 134-138, 60325 Frankfurt am Main. Eintritt frei!

Der „Tag für die Literatur“ ist Teil des Projekts „Literaturland Hessen“, mit dem sich hr2-kultur in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Hessischen Literaturrat e.V. und zahlreichen lokalen Partnern auf literarische Spurensuche in Hessen begibt.

Mehr Informationen unter: http://www.ub.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/literaturtag_2013.html

Veranstaltungen

Mai 17 2013
14:37

Studierende organisieren Wirtschaftskonferenz zu aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen. U. a. mit Hans-Olaf Henkel

Next Generation Forum an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Das diesjährige Next Generation Forum am 24. und 25. Mai auf dem Campus Westend steht unter dem Motto „Facing Opportunities – Managing Risks“: Die von Studierenden der Goethe-Universität organisierte Wirtschaftskonferenz unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlamentes und Jean-Claude Juncker bietet über 200 begabten und engagierten Studierenden aus ganz Europa die Möglichkeit, sich mit den Führungskräften der Wirtschaft über aktuelle und zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme auszutauschen.

Dieses Jahr konnten als Redner unter anderem Frank Mattern (McKinsey), Martin Blessing (Commerzbank), Burkhard Schwenker (Roland Berger), Carsten Kratz (Boston Consulting Group), Hans-Olaf Henkel und Burkhard Eckes (PwC) gewonnen werden.

Next Generation Forum, 24./25. Mai 2013, ab 10.00 Uhr, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, Festsaal/Casino.

Anmeldung für Pressevertreter auf www.next-generation-forum.com

Weitere Informationen: Nathalie Meyer, n.meyer@next-generationforum.com

Veranstaltungen

Mai 17 2013
11:13

In der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften setzt sich Prof. Klaus Benesch mit gängigen Theorien der Moderne auseinander

Gehört nicht auch Immobilität zur Moderne?

FRANKFURT. „Cultural Immobility: Stillstand, Modernität, Denken“ lautet der Titel eines Vortrags, den der Münchner Professor für Nordamerikastudien Klaus Benesch am 22. Mai (Mittwoch) hält. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Moderne ist nicht ohne Mobilität zu denken, Immobilität gilt dagegen als antimodern, so vermitteln es nahezu alle Theorien der Moderne. Benesch wird in seinem Vortrag versuchen, diesen Befund zu relativieren und kulturelle Immobilität als einen gleichfalls zentralen geistesgeschichtlichen Diskurs der Moderne zu identifizieren, ohne den Modernität – im Sinne permanenter Veränderung und Bewegung – überhaupt nicht denkbar wäre.

Er wird dabei auf die gängigen Theorien zur „Mobilität“ aus unterschiedlichen Forschungsfeldern eingehen: Modernität erscheint philosophisch als hervorgegangen aus über die Jahrhunderte hinweg angesammelter Bewegungsenergie (Peter Sloterdijk), soziologisch als soziale Struktur und Organisationsform einer sich ständig im Fluss befindlichen Gesellschaft (Zygmunt Baumann) oder ästhetisch als Manifestation einer alle Lebensbereiche erfassenden Beschleunigung, deren tendenzielle Undarstellbarkeit die Künste fundamental verändert und vor neue Herausforderungen stellt (Enda Duffy).

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Mai 16 2013
14:33

Die niederländische Autorin Anne-Gine Goemans liest in Frankfurt aus ihrem Roman

„Gleitflug“ – über das Leben neben der Landebahn

FRANKFURT. Die niederländische Autorin Anne-Gine Goemans liest am Mittwoch (22.5.) um 20 Uhr aus ihrem 2012 erschienenen Roman „Gleitflug“. Ihr Thema ist das Leben neben der Landebahn des Amsterdamer Flughafens. Musikalisch begleitet wird die öffentliche zweisprachige Lesung, die im Casino (Raum 1.802) auf dem Campus Westend stattfindet, von Yorick van Norden. Das Buch inspirierte den Sänger und Gitarristen der Band „The Hype“ zu dem Song „Who knows, maybe“. Die Veranstaltung wird organisiert vom Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität.

Anne-Gine Goemans interviewte für ihr Buch etliche Anwohner des Amsterdamer Flughafens: „Ich wollte erfahren, wie sie dort leben, wie sie entschädigt wurden und warum sie sich entschieden haben, zu bleiben – oft weil sie dort geboren wurden.“ Ihren Protagonisten, den 14-jährigen Gieles, stört vor allem, dass seine Gänse nicht fliegen lernen dürfen. Sein Vater, der am Flughafen arbeitet, ist dafür verantwortlich, dass keine Vögel in die Nähe der Landebahn geraten, was für Mensch und Tier lebensgefährlich enden könnte.

Schließlich bleiben nur Gieles und sein Vater auf ihrem Bauernhof zurück, die Nachbarn sind vor dem Lärm geflohen. Doch der 14-Jährige sucht neue Bekanntschaften per Internet: Am Ende will die freche Punk-Freundin Meike trotz des Lärms nicht mehr zu ihren Eltern zurückkehren. Von dem übergewichtigen Waling, einem ehemaligen Geschichtslehrer, erfährt Gieles die bewegende Geschichte, wie der Haarlemmer-See – dort, wo jetzt der Flughafen ist – im 19. Jahrhundert trocken gelegt wurde, um dort Landwirtschaft zu betreiben. Waling verurteilt, wie dieser mühsam gewonnene Boden nun dem Flughafen preisgegeben wird. So nachdenklich die Themen auch sind, Goemans hat diesen Stoff in einen lustigen und skurrilen Roman verwandelt.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Niederlaendische_Sprache_Literatur_Kultur/index.html

Forschung

Mai 16 2013
09:57

Schmerz stillende Medikamente sollen künftig individuell verordnet werden

Die Gene bestimmen das Schmerzempfinden

FRANKFURT. Das Schmerzempfinden, und damit auch die Reaktion auf Schmerz stillende Medikamente, ist genetisch bestimmt. Etwa 410 Gene stehen zurzeit im Verdacht, die entscheidenden Mechanismen für den Schmerz bei Menschen zu beeinflussen. Was diese Gene genau tun, haben Forscher des LOEWE-Schwerpunkts „Anwendungsorientierte Arzneimittelforschung“ der Goethe-Universität und der Universität Marburg nun gemeinsam mit kanadischen Kollegen erforscht. Die in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Pharmacology and Therapeutics“ publizierten Ergebnisse weisen den Weg zu einer individuellen Schmerz-Therapie. Sie versprechen außerdem, die Mechanismen des „Schmerz-Gedächtnisses“ zu entschlüsseln.

Die Forschungsergebnisse sind richtungsweisend für die angestrebte „individualisierte Schmerz-Therapie“: In Zukunft soll nicht jeder Patient das gleiche schmerzstillende Medikament bekommen, sondern es wird dem genetischem Fingerabdruck des Schmerzes entsprechend ein Mittel ausgewählt, das für diesen Patienten hoch wirksam ist und dabei möglichst wenig Nebenwirkungen hat.

Um herauszufinden, wie die Gene das Schmerzempfinden beeinflussen, benutzte das Team eine große „Gen-Enzyklopädie“, zu der weltweit  alle Wissenschaftler beitragen, die Genen und ihre Funktionen erforschen. Die als „Gen-Ontologie“ bezeichnete Datenbank enthält etwa  38.000 Begriffe  und beschreibt die Funktion von circa 50.000 Genen und Genprodukten.

Die größte Herausforderung bestand darin, aus dieser unübersehbaren Menge von Daten die wesentlichen Funktionen der Gene herauszufiltern. Dazu entwickelte das Team Prof. Alfred Ultsch von der Universität Marburg Programme, die nach dem Vorbild der Natur, insbesondere des Gehirns arbeiten: Sie finden die gewünschten Informationen, in dem sie abstrahieren und Unwichtiges ignorieren.  Dabei herausgekommen sind 12 wichtige Dimensionen des Schmerzes, die Forscher in Gestalt einer „Schmerzuhr“ angeordnet haben. Jeder der 12 Schmerzbereiche entspricht der Anzahl der dafür zuständigen Gene.

„Erstaunlich war der relativ große Anteil von Genen, die sich mit dem  Aus-und Umbau von Nervengeflechten  beschäftigen“, erläutert Prof. Jörn Lötsch vom Institut für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität und Erstautor der Studie. „Möglicherweise ergibt sich daraus eine Spur zu den genetischen Mechanismen des Schmerzgedächtnisses. Der Körper erinnert sich nämlich an erlittenen Schmerz und nimmt daher einen erneuten, ähnlichen Schmerz umso stärker wahr“, so Lötsch.

Als eine erste Anwendung der „Schmerzuhr“ skizzieren die Forscher in ihrem Aufsatz Tests zur Wirksamkeit von schmerstillenden Mitteln.  Die dafür zuständigen Gene konzentrieren sich in Bereichen, die insbesondere den Schnittstellen zwischen Nervenzellen (Synapsen und Ionen-Transport) zuzuordnen sind.

Die Ergebnisse beruhen auf einer intensiven interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pharmakologen, Molekularbiologie, Schmerzforschung und Datenbionik (Informatik). Beteiligt waren neben den Gruppen von Prof. Lötsch und Prof. Ultsch auch Forscher der Fraunhofer-Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie TMP in Frankfurt, des Instituts für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität unter der Leitung von Prof. Gerd Geisslinger sowie Prof. Jeffrey Mogil vom Schmerzforschungszentrum der McGill Universität in Montreal/Kanada. 

Publikation: Lötsch, J., Doehring, A., Mogil, J.S., Arndt, T., Geisslinger,G. & Ultsch, A.: Functional genomics of pain in analgesic drug development and therapy, Pharmacology and Therapeutics April (2013). http://authors.elsevier.com/sd/article/S0163725813000831

Eine Grafik der „Schmerzuhr“ finden Sie hier.
 

Informationen: Prof. Jörn Lötsch, Institut für Klinische Pharmakologie, Klinikum der Goethe-Universität und Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie TMP, Tel.:(069) 6301-4589, j.loetsch@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mai 14 2013
15:48

Frankfurter Stadtgespräch am 22. Mai 2013 mit dem Jesuiten Pater Michael Sievernich und dem Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt

Was gilt die Religion im demokratischen Diesseits?

FRANKFURT. Das Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein, fragt in seiner zehnten Auflage nach dem Ort der Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit. Prof. Michael Sievernich SJ und Prof. Thomas M. Schmidt, beide ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet und eng mit der Mainmetropole verbunden, diskutieren zum

Thema:         „Diesseits von Eden – Religion zwischen Pontifex und Postsäkularismus“
am:                Mittwoch, dem 22. Mai 2013, um 19.00 Uhr.
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Lange Zeit schien Einigkeit darüber zu bestehen, dass – zumindest in der westlichen Welt – die öffentliche Bedeutung von Religion abnimmt. Mittlerweile aber mehren sich die Stimmen, die anstatt von einer weltlich geprägten Gegenwart von einer „postsäkularen Epoche“ sprechen. Doch gibt es wirklich eine Rückkehr der Religionen? Zumindest in Europa, so auch in Deutschland, scheint die Zahl der weltanschaulich Indifferenten – ob nun mit oder ohne Kirchenmitgliedschaft – eher zu steigen. Trotzdem sind Themen der Religion auch hier so präsent wie selten zuvor. In den Medien pendeln sie zwischen Religionskritik und Sonderausgaben zur Papstwahl. Was sagen diese Befunde über die Bedeutung der Religion – zumal in einer pluralistischen und demokratisch verfassten Gesellschaft?

Mit Überschriften wie „Frankfurt bleibt ein bisschen Papst“ wurde Prof. Michael Sievernich zu seinen Begegnungen mit Pater Jorge Mario Bergoglio befragt. Der Jesuit, ehemaliger Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, ist Experte für Religion in der späten Moderne. Bei dem mittlerweile zehnten Stadtgespräch diskutiert er mit Prof. Thomas M. Schmidt, Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Schmidt fragt als Religionsphilosoph nach dem Vernunftanspruch und dem angemessenen Ort von Religion in einem weltlich geprägten Gemeinwesen.

Michael Sievernich lehrte bis zu seiner Emeritierung Pastoraltheologie an der Universität Mainz. Er ist Honorarprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, der er von 1996 bis 2000 auch als Rektor vorstand. Mehrere Studienaufenthalte und Gastdozenturen führten ihn nach Lateinamerika. Dort hatte er bereits Anfang der 1980er Jahre den heutigen Papst kennengelernt. Ein Wiedersehen gab es einige Jahre später, als Pater Jorge Mario Bergoglio seinerseits einige Monate zu Studienzwecken in Sankt Georgen verbrachte.

Thomas M. Schmidt ist Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie und kooptierter Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Im Exzellenzcluster leitet er das Forschungsprojekt „Religiöse Überzeugungen in normativen Ordnungen“. Der Religionsphilosoph ist zudem einer der Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“.

Der Eintritt zu der öffentlichen Podiumsdiskussion ist frei. Sie findet in der Cafèbar des Frankfurter Kunstvereins statt. Die Moderation hat Bernd Frye, Pressereferent des Clusters.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech

Forschung

Mai 14 2013
10:41

Für Multizentrische Therapieforschungsstudie werden noch Patienten gesucht

Soziale Phobien im Jugendalter

FRANKFURT. Soziale Phobie ist einer der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugendalter. Bisher gibt es nur wenige gut untersuchte Therapieverfahren. Aus diesem Grund wird im Rahmen einer großangelegten multizentrischen Therapieforschungsstudie an den Universitäten Heidelberg, Göttingen, München und an der Goethe-Universität Frankfurt ein Wirksamkeitsvergleich zweier Therapieverfahren für das Jugendalter durchgeführt: Das Ziel dieser Vergleichsstudie ist es, herauszufinden, ob für bestimmte Personen mit Sozialer Phobie das eine Verfahren mehr geeignet ist als das andere. Aktuell werden für die großangelegte multizentrische Therapieforschungsstudie noch Patienten gesucht.

Menschen mit einer sozialen Phobie fürchten besonders, dass sie ein demütigendes oder peinliches Verhalten zeigen könnten. Bei einer Konfrontation mit der gefürchteten Situation erleben sie starke Angstreaktionen mit Zittern, Schwitzen und Herzklopfen. Entweder versuchen sie solche Situationen zu meiden oder durchleben sie nur unter erheblicher Belastung. Als Risikofaktoren für die Entwicklung einer sozialen Phobie zählen einerseits genetische Faktoren und Merkmale der Person (Schüchternheit, im Verhalten gehemmter). Die Umgebung spielt jedoch ebenfalls eine Rolle. Insbesondere unangenehme – oder auch traumatisierende – soziale Erfahrungen werden von jedem zweiten Betroffenen berichtet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Jugendliche mit diesen extremen Ängsten ein höheres Risiko dafür zeigen, die Schule früher abzubrechen oder unter ihrem Leistungsniveau zu bleiben. Weiten sich die Ängste noch auf andere Bereiche z.B. in Bezug auf das andere Geschlecht oder auch allgemein auf Gleichaltrige aus,  haben die Jugendliche Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen und erlernen wichtige soziale Rollen nicht. Dies für häufig zu Einsamkeit und Isolation, was häufig zu einer Chronifizierung der Krankheit führt. Ein weiteres Problem ist das hohe Risiko, andere psychische Störungen zu entwickeln – am häufigsten im Jugendalter sind depressive Erkrankungen.

Die Behandlung im Rahmen der Therapieforschungsstudie ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst, nach einer Phase der Eingangsdiagnostik, 25 Therapiesitzungen mit dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzept oder dem psychodynamischen Kurzzeittherapiekonzept. In der kognitiven Verhaltenstherapie geht es darum, problematische Gedanken und Verhaltensweisen zu erkennen und aktiv Veränderungen anzustreben, die es mit der Zeit wieder ermöglichen, soziale Situationen gelassener aufzusuchen. In der Theorie der psychodynamischen Psychotherapie entstehen psychische Probleme als Folge ungelöster Konflikte in der Beziehung mit wichtigen anderen Personen. Diese Konflikte sollen in der Therapie verstanden werden und der Umgang mit den sozialen Situationen und die Beziehungen zu anderen verändert werden.

In einer Pilotstudie zur kognitiven Verhaltenstherapie zeigte dieses Behandlungskonzept gute Erfolge in der Behandlung von sozialen Ängsten. Drei Monate nach der Therapie erfüllten nur noch 35% der Patienten die Diagnose einer sozialen Phobie. Insgesamt profitierten alle Patienten von der Behandlung. Die Angst vor sozialen Situationen und die Vermeidung von sozialen Interaktionen ging bei allen Teilnehmern deutlich zurück, so dass die Jugendlichen wieder in der Lage waren soziale Kontakte zu knüpfen und an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

Kontakt und Informationen: Aktuell werden für die großangelegte multizentrische Therapieforschungsstudie noch Patienten gesucht. Interessenten können sich melden unter: MSc. Jihong Lin, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23981, lin@psych.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Mai 14 2013
10:13

Beim weltweit erhobenen Ranking liegt die Goethe-Universität in sechs Bereichen unter den besten 100. In Philosophie belegt sie sogar Platz 47

QS-Ranking: Goethe-Universität verbessert sich

FRANKFURT. Erfreuliches Abschneiden in einem der renommiertesten Universitäts-Ranking: Im QS-Ranking 2013 konnte sich die Goethe-Universität gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. In den Bereichen Philosophie, Physik/Astronomie, Wirtschaftswissenschaften, Politik/International Studies und Soziologie steigerte sie sich oder wurde erstmals unter den Besten 200 weltweit gerankt. Im Bereich Philosophie erreichte die Goethe-Universität einen hervorragenden Platz 47. Auf den Plätzen 51-100 liegt sie in den Fächern Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften, Recht, Politik/International Studies und Soziologie.

„Wir freuen uns über das gute Abschneiden bei einem der wichtigsten Universitäts-Ranking. Die Goethe-Universität kann ihren Platz unter den deutschen Spitzenunis behaupten“, sagt Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Beim QS-Ranking wurden weltweit fast 3.000 Universitäten auf der Basis von acht Indikatoren verglichen. Schwerpunkte der Wertung waren dabei neben Forschung auch Publikationen und Nobelpreise.

Veranstaltungen

Mai 8 2013
16:04

Koen Peeters liest aus seinem Roman: Ein poetisches Mosaik – geprägt von der Liebe zum Land und dem Verdruss über das Schicksal seiner Bewohner

„Tausend Hügel“ – Flämischer Autor über den Genozid in Ruanda

FRANKFURT. Der flämische Autor Koen Peeters liest am Mittwoch (15.5.) um 20.30 Uhr aus seinem einen poetischen Roman „Duizend heuvels“ (deutsch: „Tausend Hügel“) über den Genozid von 1994 in der belgischen und davor deutschen Kolonie Ruanda. Die öffentliche Lesung auf Niederländisch findet im Casino (Raum 1.812) auf dem Campus Westend statt, eine englische Übersetzung liegt für die Zuhörer bereit. Die Veranstaltung wird organisiert vom Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität.

Der 54-jährige, flämische Autor und Anthropologe Koen Peeters hatte bereits zehn Romane veröffentlicht, bevor ihm mit „Duizend heuvels“ etwas Außerordentliches gelang: Statt einer Ansammlung von Gräueltaten hat Peeters ein poetisches Mosaik aus verschiedenen literarischen Gattungen zusammengestellt, das die Liebe des Autors für das Land der „Tausend Hügel“ und sein Verdruss über das Schicksal seiner Bewohner zeigt. „Jeder Mensch sollte ein Land adoptieren“, sagt er in einem Interview. Er hat Ruanda adoptiert. Die Leser erfahren einiges über das Handwerk in dem Land und viel über die schwierige Sprache (das Kiniyarwanda), ihre vielen Redewendungen, den Aufbau des Königshauses, bevor die Europäer kamen und die Bevölkerung in Hutu und Tutsi einteilten. Historische Persönlichkeiten wie Alexis Kagame (1912-1981), ein einheimischer Priester, Ethnologe und Linguist oder der belgische Anthropologe und Architekt, Lode van Pee, der das Nationalmuseum in Butare gebaut hat, tauchen auf neben erfundenen Personen wie der kleine Junge Louis, der im Traum Kinyarwanda lernt.

Erst nachdem der Leser tiefe Einblicke in Land und Leute erhalten hat, wird er nach und nach mit dem Genozid oder 800.000 Toten innerhalb von 100 Tagen konfrontiert. Behutsam, damit die Geschichte nicht zu schwer wird, switcht Peeters dauernd zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit, Ruanda und dem Brüssel der ruandischen Taxifahrer im Exil, und er wechselt ab mit Auszügen aus den vielen Interviews, die er mit Augenzeugen geführt hat und die am Ende des Buches aufgelistet sind. Die Vorgehensweise erinnert ein wenig an David Van Reybroucks monumentale Geschichte Kongos. Aber Peeters‘ „Tausend Hügel“ ist die kleinere, poetische Variante von Van Reybroucks Geschichtsepos, dafür aber nicht weniger aufschlussreich oder lesenswert.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Niederlaendische_Sprache_Literatur_Kultur/index.html