Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Jul 6 2016
11:47

Fünf Projekte rund um das Thema Mobilität

Interdisziplinäre Schülerlaborwoche an der Goethe-Uni

FRANKFURT.„Mobilität - bewegt kluge Köpfe“ ist das Thema des neuen Projekts „GoetheLab“, das Oberstufenschülern in der Woche vom 11.-14. Juli 2016 die Gelegenheit gibt, ein Thema aus verschiedenen fachlichen Perspektiven zu erschließen. Für die interdisziplinäre Schülerlaborwoche kooperieren Naturwissenschaften (Chemie, Physik und Biologie) mit Gesellschaftswissenschaften (Geographie und Soziologie), Kunst und Sportwissenschaft.

Nach einer gemeinsamen Einführung teilen sich die Schüler in den folgenden Tagen in Gruppen auf und beschäftigen sich jeweils einen Tag lang mit einer speziellen Fragestellung und Thematik. Fünf verschiedene Teilprojekte werden angeboten: „Biomechanik – Wie bewegt sich der Mensch?“, „Stadtgrün – wohin geht’s?“, „E-Mobilität – Autos an die Steckdose“, „Biotreibstoffe – Vom Feld in den Tank“, „Datenmobilität und Crowdsourcing - (Geo)Informatik und Gesellschaft in fachübergreifender Perspektive“.

Ziel des GoetheLab ist es, die Schüler an die Arbeits- und Herangehensweisen verschiedener Disziplinen heranzuführen und ihnen somit von Anfang an die Idee moderner Wissenschaftsorganisation zu vermitteln. Die Oberstufenschüler haben während dieser Woche zudem Gelegenheit, das Universitätsleben kennenzulernen.

Die Begrüßungsveranstaltung findet am Montag von 10 bis 15 Uhr auf dem Campus Riedberg statt. Die weiteren Labortage finden am Campus Riedberg sowie auf dem Campus Westend zwischen 9 und 16 Uhr statt.

Pressevertreter sind herzlich eingeladen, das GoetheLab während der interdisziplinären Schülerlaborwoche kennenzulernen. Um Anmeldung wird gebeten bei Tamara Postelt unter postelt@em.uni-frankfurt.de.

Informationen: Tamara Postelt, Institut für Humangeographie, Geographiedidaktik,
Campus Westend, Tel. (069) 798 35150, postelt@em.uni-frankfurt.de
Nicola Felka, Didaktik der Biowissenschaften, Campus, Tel.: (069) 798 42274, felka@bio.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 5 2016
10:55

Ausbreitung von Pflanzen und Tieren zwischen Indien und Eurasien

Artenaustausch schon in der Erdgeschichte vom Klima abhängig

FRANKFURT.Die heutige Artenvielfalt ist insbesondere das Ergebnis des Austauschs von Tier- und Pflanzenarten zwischen Regionen, die zuvor in der Erdgeschichte lange voneinander isoliert waren. So wanderten Arten zwischen Nord- und Südamerika, als sich der Isthmus von Panama im Neogen schloss. Doch wie verläuft eine solche Einwanderung von Arten über Jahrmillionen hinweg in ihr neues Territorium? Ein Forscherteam der Goethe Universität hat die zeitliche Dynamik dieses Prozesses am Beispiel des Artenaustausch zwischen Indien und Südostasien erstmals untersucht.

Der Artenaustausch begann vor ungefähr 55 bis 35 Millionen Jahren, als der indische Subkontinent mit Eurasien zusammenstieß. Das Team um Privatdozent Dr. Sebastian Klaus hat die Wanderung von Pflanzen, Fischen, Amphibien, Gliederfüßern, Reptilien, Vögeln und Säugetieren auf beiden Kontinenten über einen Zeitraum von 70 Millionen Jahren auf beiden Kontinenten anhand von Stammbäumen der Tier- und Pflanzenarten rekonstruiert. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe von „Nature Communications“ berichten, war der Artenaustausch kein kontinuierlicher Prozess, sondern durch Phasen von beschleunigtem, stagnierendem oder abnehmendem Artenaustausch bestimmt. 

„Sehr wahrscheinlich spielte das Klima hier eine entscheidende Rolle“, vermutet Sebastian Klaus von der Abteilung Ökologie und Evolution. „Vor 15 Millionen Jahren kam es zu einem massiven Zustrom asiatischer Arten auf den indischen Subkontinent, als sich ein Regenwaldgürtel von Südostasien nach Nordindien ausbreitete. In den letzten zehn Millionen Jahren nahm der Austausch dann stetig ab, weil das Klima in Nordindien immer trockener wurde.“

Publikation: Sebastian Klaus, Robert J. Morley, Martin Plath, Ya-Ping Zhang & Jia-Tang Li (2016) Biotic interchange between the Indian subcontinent and mainland Asia through time. Nature Communications 7:12132 (DOI: 10.1038/ncomms12132)

Informationen: Privatdozent Dr. Sebastian Klaus, Abteilung Ökologie und Evolution, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42173, klaus@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Jul 5 2016
10:38

Vier Wissenschaftler setzen sich mit der Bedeutung der Religion in der heutigen Zeit auseinander – Beitrag von Rolf Wiggershaus in der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt

Religion in der Gesellschaft – mehr als Spezialistin für Transzendenz?

FRANKFURT.In einem Aphorismus Friedrich Nietzsches ruft ein „Gottsucher“ aus: „Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?“ Das war vor mehr als 130 Jahren. Heute leben wir in einer säkularen Gesellschaft mit immer weniger Kirchenmitgliedern, doch noch immer gibt es viele Anlässe, bei denen Gottesdienste zum großen öffentlichen Ereignis werden und als besonders angemessener Ausdruck kollektiver Gefühle und Stimmungen empfunden werden. Religion und Gesellschaft – das gehört offenbar zusammen. Welche Bedeutung hat Religion und welche Rolle spielt sie in der Gesellschaft? Darüber sprach der Philosoph Dr. Rolf Wiggershaus, der seit Jahren u.a. als Dozent an der Universität des 3. Lebensalters der Goethe-Universität tätig ist, mit vier Professoren eben dieser Universität: mit dem Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt und dem katholischen Theologen Knut Wenzel sowie mit den Soziologen Ferdinand Sutterlüty und Richard Traunmüller.

Gefragt nach einer Definition von Religion, gibt keiner der vier Experten traditionelle Antworten wie das Versprechen einer jenseitigen Gerechtigkeit als Ausgleich für diesseitige Ungerechtigkeit. Ihre Definitionen fallen allgemeiner aus. Religion sei „die Spezialistin für Transzendenz“, schaffe „Distanz zur empirischen Welt“, sei eine „Antwort der Gesellschaft“ auf die Frage nach dem „Sinn des Ganzen“, gebe sich „nicht mit der Immanenz des Hier und Jetzt zufrieden“.

Was bedeutet das für die Gesellschaft? Zum Hier und Jetzt gehören Einwanderung und Migration, zunehmender religiöser Pluralismus und stärkere Sichtbarkeit religiöser Minderheiten, eine wachsende Zahl Konfessionsloser und eine Zunahme religiöser Konflikte. „Momentan“, so der Soziologe Richard Traunmüller, „scheint die dominante Lesart zu sein, dass man sagt: Religion ist ein Konflikterzeuger oder Konfliktverstärker.“ Aber zunächst einmal gelte es festzustellen: Religion hat eine „unglaubliche Katalysatoreigenschaft“. Das bedeute nicht, dass Unterschiede religiöser Art besonders konfliktträchtig sind. Schon kleinste Unterschiede wie das Tragen von T-Shirts unterschiedlicher Farbe können eine extreme Konfliktdynamik in Gang setzen. Für die Verstärkung solcher Prozesse allerdings lässt sich die spezifische Katalysatoreigenschaft von Religion leicht instrumentalisieren. Traumüller betont aber auch, dass religiöse Überzeugungen Menschen ebenso zu ungewöhnlichen Taten positiver Art motivieren können, etwa zum Aufstand gegen repressive Regime oder zum Einsatz für Schwächere.

Genau hinsehen muss man auch beim Thema “religiöse Vielfalt“. Ob sie den sozialen Zusammenhalt gefährdet oder den Sinn für Religionsfreiheit stärkt – das hängt unter anderem von der Zahl religiöser Gemeinschaften und den Größen- und Machtverhältnissen zwischen ihnen ab. Traunmüller hat unter anderem den Religionsmonitor 2013 der Bertelsmann-Stiftung für 13 europäische und außereuropäische Länder ausgewertet. Danach waren gerade bei Einwanderern und Angehörigen religiöser Minderheiten interreligiöse Kontakte besonders ausgeprägt und ergab sich gerade für Deutschland wenig Grund zur Furcht vor religiösen Parallelgesellschaften.

Die Zunahme religiöser Diversität bedeutet in säkularen Gesellschaften auch eine Zunahme von Ungläubigen. Alexis de Tocqueville meinte Mitte des 19. Jahrhunderts in seiner Studie “Über die Demokratie in Amerika“, irgendein Glaube, und sei es die Seelenwanderungslehre, schütze besser vor einer Verrohung der Bürger als gar keiner. Besser, jemand glaubt, die Seele werde sich in ein Schwein verwandeln, als dass er überhaupt nicht an eine Seele glaubt. Noch heute gilt in den USA die Zugehörigkeit zu irgendeiner Religionsgemeinschaft als Beweis einer gewissen Grundmoralität. Auch da gilt es wieder, genau hinzusehen: Wie Menschen sich moralisch verhalten, so Traunmüller, hängt von dem Umfeld ab, in dem sie sich bewegen. Außerhalb eines katholischen Milieus wird ein Katholik sich anders verhalten als innerhalb. In einer pluralen Gesellschaft, in der es Religiöse mit Angehörigen anderer Religionen und mit Nicht-Religiösen zu tun haben, dürften letztere nicht weniger Vertrauen verdienen als Gläubige, wenn es um die moralische Qualifikation für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt geht.

Der katholische Theologe Knut Wenzel befürwortet einen Säkularisierungsprozess, der nicht von Religion befreit, sondern zur Freiheit führt, „sich religiös oder nicht-religiös bestimmen zu können“. Er plädiert für eine Neudefinition des Verhältnisses von Moderne und Religion. „Die Religion kann das, was in der Dynamik der Modernisierung zu kurz kommt, thematisieren und so als Diskursbegleiterin der Moderne für eine prinzipielle Offenheit sorgen.“ Er erläutert das durch ein Beispiel: das Obdachlosenprojekt der Kapuziner am Liebfrauenberg gleich neben der Frankfurter Zeil – eine, wie er sagt, „schöne Alteritätsunterbrechung einer sonst selbstvergessenen konsumistischen Welt“.

Skeptischer im Hinblick auf ein Zusammenspiel von Religion und Moderne ist der Soziologe Ferdinand Sutterlüty. Man könne eine ganze Geschichte der Religion schreiben, wonach sie sowohl die „Mutter der sozialen Resignation“ wie die „Mutter des sozialen Protestes“ sei. Gegenwärtig machten Kirchen sich zumindest in Europa kaum noch mit einer eigenen gesellschaftspolitischen Position bemerkbar. „Was wollen Sie in einer  modernen Gesellschaft mit so unterschiedlichen Sphären, sozialen Gruppierungen und Konfliktlagen mit christlicher Nächstenliebe anfangen? Religiöse Gemeinschaften müssten erst einmal fähig werden, entsprechende Differenzierungen vorzunehmen.“

Der Interviewer der vier Professoren, Dr. Rolf Wiggershaus, gab seinem Beitrag den Zitat-Titel „…eigentlich erstaunlich, wie wenig die Religionen aus ihrer Distanz zur existierenden Gesellschaft machen“. Dieses Erstaunen bemerkte Wiggershaus bei allen vier Professoren.

Informationen: Dr. Rolf Wiggershaus, Tel. (06173) 6 77 31, E-Mail: wiggersh.r@t-online.de Prof. Dr. Thomas M. Schmidt, Fachbereich Katholische Theologie, Tel. (069) 798-33270, E-Mail: t.schmidt@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Knut Wenzel, Fachbereich Katholische Theologie, Tel. (069) 798-33325, E-Mail: k.wenzel@em.uni-frankfurt.de;  Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Tel. (069) 798-36577, E-Mail: sutterluety@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Richard Traunmüller, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Tel. (069) 798-36680, E-Mail: traunmueller@soz.uni-frankfurt.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht die Ausgabe „Gott und die Welt“ unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Jul 4 2016
15:20

Zum 15. Mal wird der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre verliehen – Die Preisträger: der Informatiker Dr. Karsten Tolle, der Neurobiologe Prof. Dr. Bernd Grünewald, die Linguistin Dr. Irene Corvacho

Das braucht gute Lehre: Engagierte Lehrende und innovative Lehrformate

FRANKFURT.„Der 1822-Universitätspreis hat der Hochschullehre zu stärkerer Sichtbarkeit verholfen; engagierte Lehrende bekommen heute wesentlich mehr Anerkennung – nicht nur von den Studierenden, auch von ihren Kolleginnen und Kollegen“, so die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff bei der Verleihung des Preises, der heute bereits zum 15. Mal vergeben wird. Er hat wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Lehre mehr Gesicht und Gewicht verliehen wird. Ausgezeichnet werden heute: der Informatiker Dr. Karsten Tolle (1. Preis: 15.000 Euro), der Neurobiologe Prof. Dr. Bernd Grünewald (2. Preis: 10.000 Euro) und die Linguistin Dr. Irene Corvacho (3. Preis: 5.000 Euro).

Der 1822-Preis rückt die Qualität der Lehre, die Lehrenden, ihre Interaktion mit den Studierenden in den Blick – und „damit das Lehren undLernen, das sich normalerweise hinter verschlossenen Seminartüren vollzieht“, ergänzt die Universitätspräsidentin. Als entscheidende Voraussetzungen für gelingende Lehre bezeichnet sie: Persönlichkeit und Engagement, Kreativität und didaktisches Geschick, persönliche Reflexion über Lehre und Lernen – und eben auch ausreichend Zeit für die Vorbereitung.

Auch wenn die Reputation der Lehre in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, so bleibt doch eine Diskrepanz zwischen dem Ansehen von Lehre und Forschung. Denn immer noch steht die Forschungsleistung an erster Stelle, wenn es um die wissenschaftliche Karriere geht. „Engagement in der Forschung darf nicht gegen Engagement in der Lehre ausgespielt werden“, warnt Prof. Karin Donhauser von der Humboldt-Universität zu Berlin auch mit Blick auf die nächste Runde der Exzellenzinitiative. Die zweimalige Juryvorsitzende des „Qualitätspakts Lehre“ von Bund und Ländern setzt auf konsequente Vernetzung derjenigen, die sich umfassend mit wissenschaftlicher Lehre auseinandersetzen: „ „Systematische Vernetzung bringt mehr als die Einrichtung neuer Gremien“, ist Karin Donhauser überzeugt.

Es zeichnet sich ein langsamer Wandel in der Wertschätzung der Lehre ab, wie die für Lehre verantwortliche Vizepräsidentin, Prof. Dr. Tanja Brühl, beobachtet. Sie hat den 1822-Preis bereits 2008 bekommen, damals war die Politikwissenschaftlerin noch Juniorprofessorin: „Der Preis bedeutete Rückenwind für meine Karriere als Hochschullehrerin, war Anerkennung und Ansporn zugleich“, erinnert sich Brühl. „Der Lehrpreis hat mich ermutigt, mit neuen Lehrformen und -formaten zu experimentieren. Neues zu wagen und die eigene Lehre fortwährend zu reflektieren und zu professionalisieren – das ist es, was in meinen Augen gute Lehrende ausmacht.“

Bei der Vergabe des 1822-Preises spielen die Studierenden eine zentrale Rolle. Dazu Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Leiterin der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, an die Studierenden ihre Verschläge senden: „Dass die Studierenden so rege von ihrem Vorschlagsrecht Gebrauch machen, zeugt von der Wertschätzung, die sie guter Lehre und engagierten Dozenten entgegenbringen.“ Gute Lehre ist nicht ohne die Studierenden zu realisieren, hat Schulmeyer-Ahl in den vergangenen Jahren immer wieder beobachten können, und sie fügt hinzu: „Die Perspektive der Studierenden, ihre Erwartungen, vor allem aber ihr Wissen um die konkrete Studiensituation in den einzelnen Fächern ist für die Weiterentwicklung von Lehrformaten und Studiengängen unabdingbar.“

Der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universität ausgelobte „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ wird seit 2002 jährlich vergeben und ist insgesamt mit 30.000 Euro dotiert. „Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse fördert das Preisgeld für den ersten und den dritten Platz. Exzellente Lehre ist die Voraussetzung, um engagierte und qualifizierte Fachkräfte für unsere Region zu gewinnen. Diese wichtige Aufgabe der Lehre wollen wir unterstützen“, betont Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse. In diesem Jahr lagen der Jury Nominierungen aus nahezu allen Fachbereichen der Universität vor. Aus diesen wählte eine Kommission, bestehend aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universität sowie eines Vertreters der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Preisträger aus. 

Die Preisträger 2016

Dr. Karsten Tolle, Informatiker

Dr. Karsten Tolle, geboren 1971 in Hannover, ist seit dem Jahr 2000 als Akademischer Rat am Institut für Informatik beschäftigt. Sein thematischer Schwerpunkt in Forschung und Lehre ist die praktische Informatik, insbesondere das Thema Datenbanken, das er auch in sehr großen Lehrveranstaltungen lebendig und anregend zu vermitteln weiß.

Karsten Tolle begegnet den meisten Studierenden erstmals im zweiten Semester in der Vorlesung „Grundlagen der Programmierung 2“, die er – abweichend vom klassischen Vortragsstil – in Dialogform hält. Die Studierenden erleben ihn als zugewandten Dozenten, der ihre Fragen ernst nimmt und ihnen die erforderliche Zeit widmet, wie sie in ihrem Nominierungsvorschlag erläutern. Sein Vortrag zeichne sich gleichermaßen durch fachliche wie durch didaktische Kompetenz aus. Eine Studentin schreibt, Karsten Tolle habe sie als „roter Faden der Motivation“ durch ihr Studium begleitet.

Sein Fachwissen bringt Dr. Tolle auch in anderen Zusammenhängen ein: So hat er ein System zur automatisierten Bewertung von Programmieraufgaben mitentwickelt, das im Wintersemester 2015/16 erstmals eingesetzt wurde. Nach Ansicht von Studiendekan Prof. Dr. Ulrich Meyer zeigten sich Tolles Fähigkeiten hier in zweifacher Hinsicht: „Statt den einfachen Weg zu gehen und bestehende Konzepte zu übernehmen, hat Herr Tolle Neuland betreten – und das Risiko hat sich ausgezahlt.“ Die üblichen Reibungsverluste bei der Einführung einer neuen Software habe er in Abstimmung mit den Studierenden zur allseitigen Zufriedenheit gelöst. 

Prof. Dr. Bernd Grünewald, Neurobiologe

Prof. Dr. Bernd Grünewald hat eine von der Polytechnischen Gesellschaft gestiftete Professur an der Goethe-Universität inne: Er ist Professor für Neurobiologie am Fachbereich Biowissenschaften und gleichzeitig Leiter des Instituts für Bienenkunde in Oberursel, ein von der Polytechnischen Gesellschaft gefördertes Institut.

In Remscheid geboren, studierte Grünewald Biologie in Regensburg, wo er sich bereits auf die Neurobiologie der Insekten konzentrierte. Nach Stationen in Berlin und Arizona kam er 2007 an die Goethe-Universität. Trotz der großen Studierendenzahlen in den Biowissenschaften (ca. 1300) gelingt es ihm, persönliche Kontakte zu den Studierenden zu pflegen und sie für sein Fach zu begeistern. Als Studiendekan hat er es verstanden, die Studierenden aktiv in den Prozess der Reakkreditierung der Studiengänge einzubinden. Auf ihre Bitten hin hat er sogar sein Amt als Studiendekan um eine halbe Amtszeit verlängert.

Eine besondere Rolle in Grünewalds Lehre spielt das forschende Lernen: Er legt viel Wert darauf, dass sich seine Studierenden nicht nur abstraktes Wissen aneignen; vielmehr möchte er sie zu unabhängigem Denken und eigenständiger Erkenntnis führen. So gibt er ihnen – wo es möglich ist – auch Gelegenheit, frühzeitig eigene Forschungsfragen aufzugreifen und in Versuche umzusetzen. 

Dr. Irene Corvacho del Toro, Linguistin

Dr. Irene Corvacho arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psycholinguistik. 1973 in Kolumbien geboren, lernte sie als erste Fremdsprache Deutsch, besuchte die Deutsche Schule in Barranquilla. Später ging sie zum Studium der Sprachlehrforschung und Anglistik nach Hamburg.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Orthographie: Im Streit um „die richtige“ Unterrichtsmethode nimmt die Zahl der Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten eher zu als ab. Oft fehlt es bei den Lehrkräften an theoretischem Wissen über die eigene  Sprache, hat Corvacho schon in ihrer Doktorarbeit herausgefunden. An der Goethe-Universität hat sie deshalb eine neue Unterrichtsform entwickelt, die den Studierenden helfen soll, sich besser auf ihre spätere Tätigkeit als Lehrer vorzubereiten: Die Vermittlung von linguistischem Fachwissen geht Hand in Hand mit der Vermittlung der didaktisch-pädagogischen Instrumente.

Ein besonders erfolgreiches, aber für die Studierenden arbeitsintensives Hauptseminar trägt den Titel „Individuelle Förderung der Rechtschreibentwicklung bis Klasse 9“. Hier ist viel Eigeninitiative  gefragt: Die Studierenden suchen sich jeweils ein Kind, das Schwierigkeiten in der Rechtschreibung hat. In enger Abstimmung mit Eltern und Schule werden die Schülerinnen und Schüler begleitet; im Seminar werden die spezifischen Probleme der Kinder analysiert und Lösungsansätze gesucht. Auf diese Weise haben die Lehramtsstudentinnen und -studenten immer wieder Erfolgserlebnisse: Die meisten der Schüler konnten sich in der Schule deutlich verbessern, bei einem Kind  wurde sogar die Übertrittsempfehlung geändert: Es konnte auf die Realschule statt auf die Hauptschule wechseln.


In diesem Jahr lagen der Jury 25 Nominierungen aus nahezu allen Fachbereichen der Universität vor. Aus diesen wählte eine Kommission, bestehend aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universität sowie eines Vertreters der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Preisträger aus.

Der Band zum Preis „Was braucht gute Lehre? – Personen, Projekte, Positionen“

Pünktlich zum kleinen Jubiläum, der 15. Vergabe des 1822-Universitätspreises, ist dieser Band erschienen. Die 36 Preisträgerinnen und Preisträger aus 15 Jahren, die hier ebenso wie ihre Lehrprojekte vorgestellt werden, repräsentieren einen breiten Querschnitt durch die Goethe-Universität: vom jungen Nachwuchswissenschaftler zur Vizepräsidentin, vom selbständigen Wissenschaftscoach zum Sprecher eines Exzellenzclusters, von der Judaistin zum Neurobiologen. Die Gruppe der Preisträger ist bunt und sie zeigt, dass gute Lehre durchaus mit Forschungsstärke oder der Übernahme hochschulpolitischer Verantwortung einhergehen kann. Der Band vermittelt Erkenntnisse der aktuellen Lehr- und Lernforschung wie der hochschulpolitischen Diskussion.

Lehre ist immer auch ein Experiment, das Kreativität erfordert. Dieses Element greift der Band auf, indem er mit Textformaten und Visualisierungen spielt. In Porträts und Projektskizzen informieren Journalistinnen über die Preisträger, in Interviews antworten diese auf Fragen rund um Studium und Lehre. Dabei zeigt sich: Exzellente akademische Lehre folgt nicht automatisch aus guter Forschung – auch wenn sie zweifelsohne auf dieser basiert. Exzellente Lehre ist voraussetzungsreich: Sie erfordert Theorien und Konzepte, didaktisches Wissen und (Selbst-)Reflexion und nicht zuletzt hinreichend Vorbereitungszeit.

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl,  Tel.: (069) 798-12431, E-Mail: schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de, Nina Eger, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Präsidialbereich, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12455, E-Mail: eger@pvw.uni-frankfurt.de

Fotos der Preisträger können abgerufen werden bei Helga Ott: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jul 4 2016
14:00

Eröffnung mit Podiumsdiskussion und Experimentierstationen

Neues Zentrum für Dialog zwischen Religion und Wissenschaft am Campus Riedberg

FRANKFURT.„The Big Bang Theory“ steht im Mittelpunkt, wenn das „Centre for Dialogue at Campus Riedberg“ seine Arbeit mit einer öffentlichen Veranstaltung aufnimmt. Das Zentrum ist der neuen katholischen Kirche St. Edith Stein angegliedert. Am kommenden Samstag, dem 9. Juli, wird es eröffnet.

Zum Auftakt diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität aus Natur- und Geisteswissenschaften mit hr-Moderator Thomas Ranft über ihre Lebenswelt als Forscherinnen und Forscher, über Physik und über das Verhältnis von Religion und Wissenschaft. Den Spaß an der Wissenschaft vermittelt ein buntes Rahmenprogramm mit Experimentierstationen aus Physik und Chemie, zu dem Familien und Interessierte herzlich eingeladen sind.

Das Centre for Dialogue, das zusammen mit der Katholische Kirche St. Edith Stein in einem neu errichteten Gebäude direkt an der U-Bahnstation „Riedberg“ und so in unmittelbarer Nähe zu den naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Goethe-Universität liegt, wird dem Gespräch von Glauben und Naturwissenschaften dienen. Ein Hauptaugenmerk wird auf all jenen Erkenntnissen und Ergebnissen der „sciences“ liegen, die unser Leben, unser Denken und unsere Einstellungen nachhaltig verändern werden.

Neben dem Diskurs werden aber auch die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung und spirituelle Angebote eine wichtige Rolle spielen. Unterstützung erfährt das neu eingerichtete Centre for Dialogue hierbei von einem Kuratorium, dem namhafte Professoren angehören. 

Was? Auftaktveranstaltung „Centre for Dialogue at Campus Riedberg“

Wann? 09.07.2016 ab 14 Uhr, Podiumsdiskussion ab 16 Uhr,

Wo? Centre for Dialogue at Campus Riedberg/Katholische Kirche St. Edith Stein, Zur Kalbacher Höhe 56, 60438 Frankfurt-Riedberg.

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de; Dr. Dirk Preuß, Katholische Hochschulgemeinde, Tel: (069) – 78 80 87- 22, preuss@khg-frankfurt.de. www.cfd-frankfurt.de

Sonstige

Jul 4 2016
13:58

House of Pharma & Healthcare befürwortet im Falle eines Brexit

„Frankfurt wäre ein idealer Standort“

FRANKFURT.„Frankfurt wäre als neuer Standort der Europäischen Arzneimittel-Agentur hervorragend geeignet!“´ Darauf hat aus aktuellem Anlass Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident des House of Pharma & Healthcare und Vizepräsident der Goethe-Universität, hingewiesen. Wenn nämlich der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union tatsächlich vollzogen wird, dann muss sich die European Medical Agency (EMA), die in London angesiedelt ist, einen neuen Hauptsitz in einem anderen EU-Mitgliedsland suchen. „Wegen ihrer engen Verflechtung mit den Arzneimittelhörden aller EU-Staaten kommt dafür nur ein internationaler Verkehrsknotenpunkt mit einem Flughafen wie Frankfurt in Frage“, sagte Schubert-Zsilavecz. Überdies verfügten das Rhein-Main-Gebiet und Mittelhessen über eine außergewöhnliche Tradition und Präsenz in der universitären und industriellen Arzneimittelforschung. „In einer der führenden Pharma- und Biotechregionen Deutschlands würde die EMA hier das Umfeld und die Expertise finden, die sie braucht“, betonte Prof. Jochen Maas, Vizepräsident des House of Pharma & Healthcare. Zudem sei mit dem Paul-Ehrlich-Institut in der Nähe von Frankfurt eine Arzneimittelbehörde von zukunftsweisender Bedeutung ansässig, deren Kompetenz die EMA schon heute nutze. 

Die EMA ist die zentrale Behörde für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in Europa. Sie wurde 1995 gegründet und hat der Europäischen Kommission in den ersten zwei Jahrzehnten ihrer Tätigkeit insgesamt 975 Human- und 188 Tierarzneimittel zur Zulassung empfohlen. Mit ihren rund 850 Beschäftigten arbeitet die EMA in einem dicht geknüpften regulatorischen Netzwerk kontinuierlich mit den nationalen Zulassungsbehörden innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums zusammen.  In Deutschland sind dies das Bonner Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen. Während das BfArm für alle herkömmlichen Arzneimittel zuständig ist, zeichnet das PEI für die Prüfung und Bewertung aller Impfstoffe und biomedizinischen Arzneimittel verantwortlich. Diese Biologika genannten Arzneimittel haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu bemerkenswerten Erfolgen bei der Behandlung von Rheuma, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebsarten geführt. Sie entwickeln sich immer mehr zu Motoren des medizinischen Fortschritts. Mit ihrer zunehmenden Bedeutung wächst auch der Kompetenzbereich des PEI, der in Zukunft auch Zell- und Gentherapien umfassen wird.

Das House of Pharma& Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen.Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eineneutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de

Veranstaltungen

Jul 1 2016
11:57

Filmreihe „1916 – die Großschlachten in Filmbildern“ – Gemeinsames Projekt des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Uni und des Deutschen Filminstituts

„The Battle of the Somme“ – ein englischer Film aus dem Jahre 1916

FRANKFURT.Die Großschlachten des Ersten Weltkrieges jähren sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltet das Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Deutschen Filminstitut eine Filmreihe, deren zweiter Abend sich der Schlacht an der Somme widmet.

Die Schlacht an der Somme begann am 1. Juli 1916; fast auf den Tag genau 100 Jahre danach zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums den Film „The Battle of the Somme“ (Großbritannien 1916, Regie Geoffrey Malins) in seiner restaurierten Fassung:

am Dienstag, 5. Juli, um 20 Uhr

im Kino des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41.

Der Eintritt ist frei, da die Kinovorführung von der First World War Centenary Partnership des Imperial War Museums unterstützt wird.

Im Begleitprogramm zum Hauptfilm wird der Kurzfilm „Sur le front de la Somme“ (Frankreich 1916) gezeigt. Zwei kurze Fachvorträge informieren außerdem über die historische und filmhistorische Einordnung und Besonderheiten des gezeigten Filmmaterials. Die historische Einführung übernimmt Prof. Monika Dommann, Historisches Seminar der Universität Zürich, während die Frankfurter Publizistin und Filmkritikerin Marli Feldvoß sich den filmhistorischen Zusammenhängen widmet.

Informationen: Janneke Rauscher, Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Tel: (069) 798 32114, E-Mail: J.Rauscher@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

 

Veranstaltungen

Jul 1 2016
11:55

Free Software-Pionier Richard Stallman spricht an der Goethe-Universität.

Die Freie Digitale Gesellschaft

FRANKFURT.Am 5. Juli 2016 ist bereits zum zweiten Mal Richard Stallman an der Goethe-Universität zu Gast, um über Themen der von ihm im Jahre 1983 initiierten Bewegung für Freie Software zu sprechen. Eingeladen wurde Stallman vom Frankfurt Free Software and Culture Institute e.V. (FFSCI) in Zusammenarbeit mit der Free Software Foundation, der Gesellschaft für Informatik e.V. und dem Institut für Informatik an der Goethe Universität.

Richard Stallman ist der Initiator und wesentliche Entwickler des GNU-Betriebssystems, das in Kombination mit dem Linux-Kernel inzwischen weite Verbreitung genießt. Er ist ferner Entwickler des emacs-Editors und Erfinder der GNU-Lizenz, die es ermöglicht, freie Software rechtlich als solche zu schützen und deren freien Charakter für alle Zukunft zu garantieren. Die GNU-Lizenz ist die Basis

für viele freie Projekte im Internet, wie z.B. die Wikipedia sowie für viele von ihr abgeleitete freie Lizenzen, wie einige Lizenzen aus dem Creative Commons-System. Als freier Vortragender setzt er sich auf seinen Vortragsreisen für die Ziele und Themen der Free Software Foundation ein.

Richard Stallman wird folgenden Vortrag in englischer Sprache halten:

A Free Digital Society

Dienstag, 5. Juli, 18.30 Uhr. Campus Westend, Hörsaalzentrum, Saal HZ 6.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Website zur Veranstaltung: http://ffsci.de

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Interviews mit Richard Stallman sind direkt im Anschluss an die Vorträge möglich. Dort können auch Termine zu Interviews am Folgetag verabredet werden.

Weitere Informationen: Harald Vajkonny, Direktor Frankfurt Free Software and Culture Institute e.V., vajkonny@t-online.de

Sonstige

Jul 1 2016
11:52

Gefördert werden Studierende mit starkem Interesse an Forschung

„Goethe goes global“ – Goethe-Universität vergibt internationale Master-Stipendien

FRANKFURT.Die Bewerbungsphase für die neuen Master-Stipendien „Goethe goes global“ hat begonnen. Zielgruppe sind Studierende, die ihren ersten Abschluss mit sehr gutem Resultat im Ausland erworben und ein starkes Interesse an Forschung haben. Auch Deutsche können sich bewerben. Finanziert wird das Programm, das im kommenden Wintersemester beginnt, aus dem Johanna-Quandt-Jubiläumsfonds der Goethe-Universität. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Goethe-Universität hatte die jüngst verstorbene Ehrensenatorin den Fonds 2014 gestiftet.

„Die Goethe-Universität bringt damit ein Programm zur Gewinnung von forschungsaffinen Masterstipendiaten auf den Weg, das seinesgleichen in der Bundesrepublik sucht und stärkt so den eigenen Internationalisierungsprozess“, freut sich Prof. Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident  für „Third Mission“ der Goethe-Universität.Gute Deutschkenntnisse seien nicht immer erforderlich, aber für viele der 20 Studiengänge hilfreich.

Die Besonderheit von „Goethe goes global“ erläutert Prof. Brigitte Haar, Vizepräsidentin für Internationalisierung: „Stipendiaten mit einem internationalen Bachelor-Abschluss werden frühzeitig in Forschungsverbünde der Universität wie Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche und LOEWE-Zentren eingebunden. Dabei sind fächerübergreifend Natur- und Lebenswissenschaften sowie Human- und Sozialwissenschaften vertreten. Angestrebt ist, dass die Absolventen anschließend dort auch promovieren können. So wird die Internationalisierung von Forschung, Studium und Lehre an der Goethe-Universität miteinander verknüpft und weiter vorangebracht.“

Geplant ist, jährlich circa 20 Stipendien mit einer Dotierung von monatlich 1.000 Euro für die Regelstudienzeit von 2 Jahren zu vergeben. Die Bewerbungsfrist orientiert sich an derjenigen der Master-Studiengänge. Für zulassungsbeschränkte Studiengänge ist das in der Regel der 15. Juli und für zulassungsfreie Studiengänge der 31. August

Bewerbung unter: www.uni-frankfurt.de/masterstip.

Informationen: Dr. Mathias Diederich, Hanna Reuther, International Office, Campus Westend, Tel.: (069) 798-15090, m.diederich@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Jun 30 2016
11:48

Sommerschule mit hochkarätigen Dozenten erhöht internationale Sichtbarkeit der Goethe-Universität

Junge Mathematiker aus aller Welt in Frankfurt

FRANKFURT.Kryptographie, Computergrafik, Fehlerkorrektursysteme – das sind einige Anwendungen eines hoch aktuellen Forschungsgebiets der Mathematik, das geometrische Lösungen für Polynom-Systeme sucht. Das Institut für Mathematik der Goethe-Universität organisiert dazu für Studierende aus aller Welt eine Sommerschule vom 4. bis 8. Juli, zu der auch hochkarätige Dozenten aus Übersee erwartet werden.

„Unser Ziel ist es, den mathematischen Nachwuchs mit dem aktuellen Stand der Forschung in diesem neu entstehenden, interdisziplinären Feld der Bewertungen vertraut zu machen und Synergie-Effekte für die benachbarten Wissenschaften zu schaffen“, so Prof. Alex Küronya, der die von der Volkswagen Stiftung finanzierte Sommerschule zusammen mit Matthias Nickel und Prof. Annette Werner organisiert. Erst kürzlich hätten sich aus neuen Forschungsergebnissen Anwendungsmöglichkeiten in der algebraischen Statistik und der mathematischen Biologie ergeben.

Unter den 39 fortgeschrittenen Bachelor- und Masterstudierenden sind auch 14 Frauen. In Vorlesungen werden die Studierenden zunächst mit den wichtigsten Ideen und Techniken vertraut gemacht, die sie dann in Übungen vertiefen und anwenden lernen. Sie sind dann in der Lage, Forschungsvorträgen internationaler Experten wie Prof. Bernd Sturmfels von der University of California, Berkeley zu folgen.

Prof. Bernd Sturmfels, Ehrendoktor an der Goethe-Universität, sowie Prof. Annette Werner, Prodekanin des Fachbereichs Mathematik der Goethe-Universität, stehen während der Summer school für Interviews zur Verfügung.

Informationen: Prof. Alex Küronya, Institut für Mathematik, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-28666, kuronya@math.uni-frankfurt.de. www.uni-frankfurt.de/59902428

Sonstige

Jun 30 2016
11:46

Forschungsmagazin „Forschung Frankfurt“ zum Thema „Gott und die Welt“ erscheint am 1. Juli

Wie halten wir es mit der Religion?

FRANKFURT.„Gott und die Welt“ ist das Thema der neuen Ausgabe von Forschung Frankfurt (1/2016). Darin äußern sich Theologen, Ethnologen, Islamwissenschaftler, Historiker, Juristen, Soziologen, Philosophen und Pädagogen zu aktuellen Fragen wie: Muss die zunehmende Vielfalt religiöser Vorstellungen und Lebensweisen in der Gesellschaft zwangsläufig zu Konflikten führen? Bastelt sich inzwischen jeder seine Religion und Vorstellung von Gott? Wo sind die Grenzen zwischen radikalem Fundamentalismus und strenger Religiosität? Warum ist es gut, wenn islamischer Religionsunterricht an staatlichen Schulen angeboten wird? Wie steht’s mit der christlichen Nächstenliebe, wenn zu viele Hilfesuchende in unser Land strömen? Was können wir vom Zusammenleben der Religionen aus der Vergangenheit lernen?

Einige Highlights:

Religion und Gesellschaft

Der Heilgenschein der Religion werde verschwinden, wenn das Jammertal zur »Wahrheit des Diesseits« geführt habe, so Marx. Aber die Religion existiert weiter. Wie sehen Wissenschaftler das Verhältnis von Religion und Gesellschaft? Dr. Rolf Wiggershaus hat dazu vier Frankfurter Professoren befragt.

„Toleranz kommt vor Glückseligkeit“

Toleranz ist gerade da nötig, wo sie besonders schwerfällt. Das war schon vor gut 300 Jahren so, als Denker wie der französische Philosoph Pierre Bayle in Zeiten religiöser Auseinandersetzungen den Grundstein für ein fortschrittliches Toleranz-Verständnis legten. Warum der Begriff gerade heute wieder Konjunktur hat und wie umstritten er noch immer ist, erläutert der politische Philosoph Prof. Dr. Rainer Forst im Gespräch mit Bernd Frye.

Macht Shoppen selig?

Das erste Apples iPhone hieß auch „Jesus-Phone“, sein spiritueller Vater Steve Jobs galt sogar als „iGod“. Parallelen zwischen Konsum und Gottesglauben sind da, doch ganz so simpel lässt sich der Vergleich dann doch nicht abbilden, stellt Autor Bernd Frye fest.

Recht auf religiöse Alphabetisierung

Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ist in Deutschland ein Grundrecht. Die Inhalte werden in Übereinstimmung mit den Religionsgemeinschaften festgelegt. Doch wer repräsentiert „den Islam“ in Deutschland, und was erwarten Eltern und Schüler vom Islamunterricht? Dr. Anke Sauter hat bei ihrer Recherche spannende Antworten erhalten.

Spielarten des gegenwärtigen Islam

Der Islam befindet sich in einer Phase fundamentaler Veränderungen, die progressive Spielarten, aber auch Formen religiösen Extremismus hervorbringen. Die Ethnologin Prof. Susanne Schröter erklärt, wie neben kulturellen Eigenheiten auch theologische und politische Unterschiede die islamische Welt prägen.

Gewalt im Koran

Muslime müssen selbstkritisch nach dem Zusammenhang von Religion und Gewalt fragen. Das fordern vermehrt auch Stimmen in eigenen Kreisen. Wie setzt sich die islamische Theologie, wie sie in Frankfurt betrieben wird, mit dem Thema auseinander? Dazu äußert sich die Islamwissenschaftlerin und Junior-Professorin Dr. Armina Omerika.

»Der Islam in Deutschland ist vielstimmig«

Um den Wahrheitsanspruch der Religionen, die Debattenkultur in Deutschland, das junge Fach islamische Theologie an deutschen Universitäten, fundamentalistische Strömungen und anderes mehr geht es in dem Gespräch mit Prof. Dr. Bekim Agai, geschäftsführender Direktor des Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam.

Entdeckung der Religionsfreiheit in der Antike

Die Christenverfolgung im alten Rom war nicht so dramatisch, wie sie in Hollywoodstreifen gezeigt wird – so der Althistoriker Prof. Dr. Hartmut Leppin. Doch waren Christen besonders gefährdet, wenn sie den Göttern nicht opferten. Man glaubte, dass sie damit den Zorn der Götter herausforderten und den Staat in Gefahr brachten.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht die Ausgabe „Gott und die Welt“ unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 30 2016
11:44

Bundesweit einmaliges Programm Mercator Science Policy Fellowship bringt Führungskräfte aus verschiedenen Sektoren auf der Suche nach besseren Lösungen für Politik und Gesellschaft zusammen

Mehr Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft wagen

FRANKFURT. Führungskräften unterschiedlicher Professionen Einblicke in die Welt der Wissenschaft zu geben, um neue Lösungen und Anstöße für die Bewältigung komplexer Herausforderungen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu finden: Das ist das Ziel eines deutschlandweit einmaligen Programms der Rhein-Main Universitäten (RMU), das von der Stiftung Mercator über fünf Jahre mit insgesamt über 1 Mio. Euro gefördert wird.

Die Komplexität der Herausforderungen, mit denen sich Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft heute auseinandersetzen müssen, ist enorm. Dies stellt hohe Anforderungen an ihre Fähigkeit, tragfähige Lösungen unter Einbeziehung unterschiedlicher Disziplinen und Akteure zu entwickeln.

Das Mercator Science Policy Fellowship richtet sich an Führungskräfte der oberen operativen Führungsebene (wie Referats-oder Abteilungsleitungen) aus Politik, Verwaltung, Verbänden oder NGOs, die an der inhaltlichen Gestaltung von Politiken beteiligt sind. Das Programm verbindet den persönlichen Austausch zwischen Spitzenwissenschaftler/innen und Führungskräften aus Politik, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft mit einer auf ihre jeweiligen individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen »executive education«.

Für die bis zu 20 Fellows wird ein individuelles Gesprächsprogramm zusammengestellt. Als Dialogpartner dafür stehen ausgewählte Spitzenforscher der drei Rhein-Main-Universitäten zur Verfügung (Goethe-Universität, Johannes Gutenberg-Universität, Technische Universität Darmstadt), um jenseits des beruflichen Alltags über Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu reflektieren.

„Oft ist davon die Rede, dass zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu wenig gedanklicher und inhaltlicher Austausch stattfindet“, betonte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff. „Der Austausch ist aber wichtig, um wirklich zündende Ideen und Lösungen zur Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen zu finden. Das Mercator Science Policy Fellowship überwindet bisher bestehende Barrieren und schafft damit eine neue Qualität von Austausch zwischen den unterschiedlichen Sektoren.“

„Als Stiftung ist es für uns ein Anliegen, dass Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sich ihr Urteil in bestmöglicher Kenntnis des aktuellen Forschungsstandes bilden können", erläutert Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. "Das Mercator Science Policy Fellowship bietet ihnen die Möglichkeit, eine Vielzahl unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven auf ihre konkreten Fragen zu erhalten", so Rohe weiter.

Struktur des Mercator Science Policy Fellowship

• Jährliche Ausschreibung von 20 Fellowships für die Dauer eines akademischen Jahres

• Insgesamt 5 Präsenztage (auf Wunsch mehr) an den Rhein-Main-Universitäten mit 3-tägiger gemeinsamer Präsenzphase für alle Fellows zu Beginn des Programms

• Jahreskonferenz als Auftakt-und Abschlussveranstaltung

Das Programm ist kostenfrei (Freistellung und Übernahme der Reisekosten durch die entsendende Organisation).

Bewerbung:

Formlose schriftliche Nominierung durch den oder die Arbeitgeber/in

• Begleitendes Motivationsschreiben des Fellows, aus dem der erwartete Mehrwert für die eigene Tätigkeit oder die eigene berufliche Entwicklung hervorgeht (ca. 1–2 Seiten)

• Bis zu 5 thematische Interessensschwerpunkte oder Fragen (ca. 1–2 Seiten)

• Die Auswahl erfolgt durch einen hochkarätig besetzten Lenkungsausschuss.

Bewerbungen per E-Mail möglichst bis zum 15. Juli 2016 an Dr. Justus Lentsch Leiter der Abteilung »Forschung & Nachwuchs« der Goethe-Universität Frankfurt am Main unter: forschung@uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/science-policy

Veranstaltungen

Jun 29 2016
14:48

Arbeiten aus dem „Artemis-Projekt“ im Rathaus für Senioren

Vernissage: Kunst von Menschen mit Demenz

FRANKFURT.Unter dem Motto „Wenn Kunst Brücken baut“ sind im Frankfurter Rathaus für Senioren vom 4. Juli 2016 bis voraussichtlich Ende September 2016 ausgewählte Kunstwerke von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu sehen. Entstanden sind sie im Rahmen des ARTEMIS-Projektes der Goethe-Universität (Arbeitsbereich Altersmedizin) und des Städel Museums. Das Projekt untersucht den Beitrag interaktiver Museumsbesuche und der Beschäftigung mit Kunst zum emotionalen Wohlbefinden und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz.

Die Abschlussausstellung von ARTEMIS (Art Encounters – Museum Intervention Study) wird am Montag, den 4. Juli 2016, um 13 Uhr im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Aktionswochen „Älter werden in Frankfurt“ eröffnet, unter anderem durch den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen!

Zu sehen sein wird eine Auswahl von 50 Bildern aus fünf verschiedenen Themenbereichen. „Die entstandenen Werke veranschaulichen eindrucksvoll das kreative Potenzial und die künstlerische Freiheit der Teilnehmenden“, so der Psychologe Arthur Schall vom ARTEMIS Team am Institut für Allgemeinmedizin.

Das von der Familie Schambach-Stiftung geförderte Projekt erforscht seit 2014 die Wirkung interaktiver Museumsbesuche auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie auf die Beziehung zu ihren betreuenden Angehörigen. Die Studienteilnehmer besuchten über einen Zeitraum von sechs Wochen das Städel Museum und nahmen an interaktiven Kunstführungen teil. Anschließend konnten sie im Atelier selbst künstlerisch arbeiten.

Die insgesamt sechs Führungen im Städel Museum befassten sich mit Themen wie „Frankfurt am Main“, „Familie und Kinder“, „Stillleben“, „Das menschliche Gesicht“, „Die Farbe Blau“ oder „Abstrakt“ und bezogen dabei Werke aus den unterschiedlichsten Kunstepochen ein. In der Atelierarbeit wurden die Themen von den Teilnehmern mit Demenz und ihren Angehörigen in Paararbeit künstlerisch umgesetzt: So wurden beispielsweise zur „Farbe Blau“ Reliefs mit verschiedenen Materialien und Blautönen angefertigt, beim Thema „Stillleben“ entstanden Styrenedrucke und zu „Frankfurt am Main“ Collagen aus Fotos und Reproduktionen der betrachteten Kunstwerke, die das ganz individuelle Frankfurt der Teilnehmer widerspiegeln sollten.

Was? Vernissage: „Wenn Kunst Brücken baut“. Kunstwerke aus dem ARTEMIS-Projekt im Rathaus für Senioren
Wann? Montag, 4. Juli 2016, 13:00 - 16:00 Uhr
Wo? Rathaus für Senioren, Hansaallee 150, 60320 Frankfurt am Main; der Zutritt ist barrierefrei

Anfahrt
U1–U3, U8 und Bus 34: Haltestelle Dornbusch,
Bus 64: Haltestelle Dornbusch/Am Grünhof oder Plieningerstraße

Informationen: Dr. Valentina Tesky und Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A., Institut für Allgemeinmedizin, Arbeitsbereich Altersmedizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-83621 und -7657; tesky@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de; schall@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

www.aelterwerden-in-frankfurt.de/aktionswochen-2016/04-07-16-eroeffnungsveranstaltung

Sonstige

Jun 29 2016
14:45

Der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg stellt sein Service-Angebot vor

Neues Portal: Schneller Zugriff auf deutschsprachige Archivalien zu Theater und Tanz

FRANKFURT.Wer nach Programmheften zu Brechts „Mutter Courage“ aus den 1960er Jahren sucht, der braucht nicht verschiedene Theatersammlungen zu durchforsten – die Recherche lässt sich schnell und kostenfrei über das neue Projektportal www.performing-arts.eu erledigen, das der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an derUniversitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg soeben freigeschaltet hat. Erstmalig werden damit Archiv- und Bibliotheksbestände aus deutschsprachigen Theater- und Tanzarchiven digital zusammengeführt.

„Über dieses Nachweisportal mit einer überregionalen Suchoberfläche können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Theater und Tanz beschäftigen, in Bibliotheks- und Archivbeständen, lizenzierten Volltextdatenbanken und fachrelevanten e-Books recherchieren“, erläutert die Theaterwissenschaftlerin und Projektleiterin,Franziska Voß. „Damit kommt der Fachinformationsdienst einemzentralerWunsch der Fachweltnach.“ Das neue Portal erlaubt nicht nur eine detaillierte und zugleich vielfältige Suche nach Bibliotheks- und Archivbeständen, Materialarten und Sammlungen, es informiert auch mit redaktionell aufbereiteten Nachrichten zu wissenschaftlichen Themen aus Theater und Tanz. „Diesen Newstream betreiben und pflegen wir gemeinsam mit derGesellschaft für Theaterwissenschaft. Via Feed-Readerkönnendie Nachrichtenauchfür das eigeneE-Mail-Konto abonniert werden“, so Voß.

Im April 2015 haben Franziska Voß und ihre für die technische Realisierung verantwortliche Kollegin Julia Beck die Arbeit an diesem Portal begonnen, bisher sind 330.000 Datensätze freigeschaltet – noch über eine Betaversion. Bereits auffindbar sind die vielen Dokumente und Materialien des Archivs der Akademie der Künste (Berlin), dem größten Archiv mit Theatermaterialien ab dem 20. Jahrhundert. Dort sind auch die Archivalien zu Brechts Theaterstücken zu finden. Inzwischen hat Franziska Voß intensive Kontakte zu zehn Theater- und Tanz-Sammlungen im gesamten deutschsprachigen Raum aufgebaut. Um die Bestände der Institutionen, die bereits digitalisierte Nachweise haben, wird das Portal in der nächsten Zeit erweitert. Dazu gehören u.a. die Theaterwissenschaftlichen Sammlung Schloss Wahn; diese Sammlung der Universität zu Köln umfasst einKritiken- und Fotoarchiv, das durch eine vielseitige graphische Sammlung ergänzt wird, außerdem besitzt es Mitschnitte und Aufzeichnungen von Theaterstücken . Im Gespräch ist Voß u.a. mit der Schweizerischen Theatersammlung, dem Theatermuseum in Wien, dem Mimecentrum Berlin und dem Tanzarchiv Köln.

Zu den Aufgaben des Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst gehört es auch, Bücher zu diesem Themenkomplex zu erwerben und bereitzustellen. Das hat eine lange Tradition an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Über sechzig Jahre, von 1950 bis 2014, wurde an der Universitätsbibliothek Frankfurt das Sondersammelgebiet Theater und Filmkunst betreut. Darüber hinaus bearbeitete und stellt die Abteilung Musik, Theater, Film wertvolle historische Sammlungen sowie Vor- und Nachlässe zur Nutzung bereit. Historisches Fundament der Spezialsammlungen zur darstellenden Kunst sind die Buch- und Zeitschriftenbestände der Rothschildschen Bibliothek sowie die vielfältigen und umfangreichen Sammlungen des Manskopfschen Musikhistorischen Museums, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Bibliothek integriert wurden und zur Gründung der Abteilung Musik und Theater führten. Diese Erfahrungen und das Know-how sind in den Fachinformationsdienst eingeflossen, der 2015 seine Arbeit aufnahm und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Informationen: Franziska Voß, Fachinformationsdienst Darstellende Kunst, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Tel: 069/ 798-39574, E-Mail: f.voss@ub.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 28 2016
10:49

Der renommierte amerikanische Evolutionsbiologe und Anthropologe als Gastredner bei Jahresfeier des Sonderforschungsbereichs „Schwächediskurse und Ressourcenregime“

Öffentlicher Vortrag von Jared Diamond: „Die Nation im Kleinen? Nationale und persönliche Krisen im Vergleich“

FRANKFURT.Einem breiten Publikum ist Prof. Dr. Jared Diamond durch seine populärwissenschaftlichen Bücher bekannt, in denen er neueste Erkenntnisse aus Anthropologie, Biologie und Geschichte im Zusammenhang darstellt. Jetzt kommt der international renommierte Pulitzer-Preisträger zu einem öffentlichen Vortrag zum Thema „Die Nation im Kleinen? Nationale und persönliche Krisen im Vergleich“ nach Frankfurt:

am 5. Juli um 18.15 Uhr

Campus Westend, Casino, Raum 823 (Festsaal)

Diamond, der seit 2004 eine Professur für Geografie an er University of California, Los Angeles innehat, kommt auf Einladung des Frankfurter Sonderforschungsbereichs 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ als Gastredner der Jahresfeier. Seinen Vortrag hält der Wissenschaftler, der zwölf Sprachen beherrscht und zeitweise in München gelebt hat, in deutscher Sprache. Er zielt auf einen Vergleich des Phänomens nationaler und persönlicher Krisen und verschränkt damit die Grundbegriffe des Sonderforschungsbereichs in pointierter Weise.

Der 78-jährige Physiologe, Evolutionsbiologe, Geograf  und Ethnologe gilt als Universalgelehrter. Das Hauptmotiv für seine ethnologischen und historischen Arbeiten sieht Diamond darin, nicht-rassistische Erklärungen für die Verlaufsformen der menschlichen Geschichte zu finden. Denn solange nachvollziehbare und plausible nicht-rassistische Deutungsalternativen fehlten, würden viele Menschen auf rassistische Erklärungsangebote zurückgreifen.

Seine zahlreichen Veröffentlichungen, etwa „Arm und Reich“ oder „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ behandeln in weiter historischer Perspektive Fragen von hoher Relevanz für die Gegenwart. Für sein Buch „Arm und Reich“, in dem er drastische Unterschiede in der naturräumlichen Ausstattung der Kontinente als Faktoren für die weltweite Dominanz westlicher und asiatischer (d.h. „eurasischer“) Kulturen feststellt, wurde er 1998 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. In schroffer Ablehnung rassistischer Erklärungsmuster geht Diamond von einer gleichzeitig strengen und vielschichtigen Umweltdeterminanz aus, von der aus er die unterschiedlichen Entwicklungen der Kontinente erklärbar macht. Ganz entscheidend sei in diesem Zusammenhang die Verfügbarkeit domestizierbarer Pflanzen- und Tierarten gewesen, die im Grunde vorteilhafte Startbedingungen für bis heute wirksame Entwicklungen begründet hätten.

Der Sonderforschungsbereich 1095 Schwächediskurse und Ressourcenregime

In dem Sonderforschungsbereich, dessen Sprecher der Althistoriker Prof. Dr. Hartmut Leppin ist, wird das Wechselspiel von Schwächediskursen und Ressourcendynamik in globalhistorischer Perspektive ausgeleuchtet – vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart. Dass aus Schwächen auch Stärken werden können, zeigt sich oft, wenn der Diskurs über die Schwächen die Suche nach Ressourcen mobilisiert, wie das etwa der Fall war, als der Club of Rome in den 1970er Jahren vor den Grenzen des Wachstums warnte. Im Verständnis der Frankfurter Geisteswissenschaftler sind Ressourcen allerdings nicht gleichzusetzen mit Rohstoffen: Je nach Teilprojekt geht es um ganz unterschiedliche Ressourcen wie Wissen, Verwandtschaft, Heiligkeit, Nationalismus, Information, ökonomisches Kalkül etc.

Das Frankfurter Forschungsvorhaben geht grundsätzlich davon aus, dass Ressourcen stets die Frage der Handlungsfähigkeit von Akteuren aufwerfen. Untersucht wird, wie in langfristiger historischer Perspektive die Rede über Schwäche den Umgang mit Ressourcen beeinflusst hat und bis heute beeinflusst. Für die etwa 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs ist es daher von großem Interesse, sich mit Diamonds Werk zu beschäftigen, weil es Perspektiven enthält, die um das Ressourcenthema kreisen. In seinem Buch „Kollaps“ etwa werden als Einflussfaktoren Umweltschäden (wie die Abholzung der Wälder) ebenso thematisiert wie die Qualität der Beziehungen zu Nachbargesellschaften, was jeweils auf handfeste materielle sowie immaterielle Ressourcen verweist. Als zentraler „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts gilt schließlich die Fähigkeit, insbesondere auf ökologische Problemlagen angemessen reagieren zu können, wobei Diamond dem rückblickenden Erkenntnisgewinn aus der Historie einen hohen Stellenwert beimisst.

Die diesjährige Jahresfeier soll auch dazu dienen, den SFB 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ und seine Mitwirkenden einem inner- und außeruniversitären Publikum vorzustellen. 

Informationen: Christian A. Müller, Sonderforschungsbereich „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ (SFB 1095), Campus Bockenheim, Tel. 069 798-33951; E.Mail: c.mueller@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 27 2016
13:33

Der Historiker von der Princeton University musste seine für diese Woche geplante Vorlesungsreihe kurzfristig absagen

5. Dagmar-Westberg-Vorlesung mit Anthony Grafton auf Herbst verschoben

FRANKFURT.Gestern erreichte die Organisatoren die Nachricht, dass der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, die in dieser Woche geplanten Vorträge im Rahmen der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung nicht halten kann. Zu seinem großen Bedauern erlaube es ihm eine akut aufgetretene Erkrankung nicht, den Flug über den Atlantik anzutreten. Wie Prof. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie und Organisator der diesjährigen Dagmar-Westberg-Vorlesung, mitteilte, soll der Vorlesungszyklus mit Grafton im Herbst nachgeholt werden.

Anthony Grafton hat eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit entwickelt. In seinen Vorträgen wird Grafton dann im Herbst der Frage nachgehen, in welchem Maße die europäische Forschung vom 15. bis 17. Jahrhundert durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, wird er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum darstellen und daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche ziehen.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 27 2016
13:16

Startups des Goethe-Unibators pitchen zukunftsweisende Marketingkonzepte

Best practise Marketing

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Goethe-Universität, der Goethe-Unibator und der Marketing Club Frankfurt laden Sie herzlich zu folgender Veranstaltung ein:

Best practise Marketing

Startups des Goethe-Unibators pitchen zukunftsweisende MarketingkonzepteSie heißen Dr. Severin, Cambridge Editing, MeinUnternehmensfilm und vaamo und haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie sind junge Unternehmen mit frischen Marketingideen, die alle im Goethe-Unibator, dem Gründernetzwerk der Goethe-Universität, gestartet sind. Jetzt müssen sie sich am Markt bewähren. Wie sie das machen, mit welchen Marketingkonzepten sie ihren unternehmerischen Erfolg beflügeln und was etablierte Unternehmen von den unternehmerischen Senkrechtstartern lernen können, zeigen die Gründer in ihren Pitches und den darauf folgenden Diskussionsrunden.

Programm:

18.30 Uhr Empfang
19.00 Uhr Begrüßung: Claudio Montanini (Präsident Marketing Club Frankfurt) 19.10 Uhr Impuls: Dr. Sebastian Schäfer (Geschäftsführer Goethe-Unibator)
19.20 Uhr Pitches: Vier innovative Marketing-Konzepte von Goethe-Unibator-Startups in 30 Minuten
19.50 Uhr Diskussion mit den Gründern
20.10 Uhr Fragen/Beiträge aus dem Publikum
20.30 Uhr Networking

Veranstaltungsdatum:

28. Juni 2016 | von 18:30 bis 21:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Goethe-Universität Frankfurt (Campus Westend)

Nina-Rubinstein-Weg 1

60323 Frankfurt am Main

Casino – Raum 1.811

Sonstige

Jun 24 2016
13:41

1822-Universitätspreis für exzellente Lehre wird zum 15. Mal vergeben – Mediengespräch zur Bedeutung der universitären Lehre

Was braucht gute Lehre?

EINLADUNG ZUM MEDIENTERMIN AM 4. JULI

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Jahr wird der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre zum 15. Mal verliehen. 2002 gemeinsam mit der Stiftung der Frankfurter Sparkasse ins Leben gerufen, würdigt die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung innovative Lehrformate und besonders engagierte Lehrende der Goethe-Universität.

Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich zu einem Mediengespräch ein 

am 4. Juli (Montag) um 11 Uhr

Campus Westend, Gebäude „Präsidium und Administration“ (PA-Gebäude), Raum P 22, Erdgeschoss

Ihre Gesprächspartner sind:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
  • Prof. Dr. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, verantwortlich für die Lehre, 1822-Preisträgerin 2008
  • Prof. Dr. Karin Donhauser, Humboldt-Uni Berlin, Vorsitzende des Auswahlgremiums für den „Qualitätspakt Lehre“ (2010 und 2015)
  • Prof. Dr. Daniela Elsner, Institut für Didaktik am Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität, 1822-Preisträgerin 2014; Ars legendi-Preisträgerin 2014
  • Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Institut für Bienenkunde, Goethe-Universität, einer der Preisträger für den 1822-Preis 2016
  • Julia Droege, Stiftung der Frankfurter Sparkasse
  • ein/e Vertreter/in der Studierenden

Lehrpreise wie der 1822-Universitätspreis sind ein wirksames Instrument, um der universitären Lehre mehr Anerkennung und Sichtbarkeit innerhalb wie außerhalb der Hochschulöffentlichkeit zu verleihen. Dennoch steht die Lehre nach wie vor im Schatten der Forschung. Denn wissenschaftliche Reputation erwächst primär aus Forschungsleistung; Drittmittel lassen sich leichter für Forschungs- als für Lehrprojekte einwerben; Lehrkompetenz scheint von eher nachgeordneter Bedeutung für die akademische Karriere zu sein. Der nun seit 15 Jahren vergebenen 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre trägt dazu bei, dass die Leistungen in der Lehre stärker wahrgenommen werden. Woran sich dieser Veränderungsprozess ablesen lässt, wird ebenso Thema des Mediengesprächs sein wie die Bekanntgabe der Preisträger des Jahres 2016. Außerdem wird der Band „Was braucht gute Lehre? – Personen, Projekte, Positionen“ präsentiert, in dem nicht nur alle bisherigen Preisträger auf besondere Art vorgestellt werden, sondern auch die aktuelle Diskussion zur Lehr-Lernforschung und die hochschulpolitische Debatte zur Lehre beleuchtet werden.

Wir laden Sie darüber hinaus herzlich ein zur Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre mit Laudationes der Studierenden-Vertreter und einem Vortrag von Prof. Dr. DorisDonhauser 

am Montag, 4. Juli 2016, 18 Uhr

Campus Westend, Casino-Gebäude, Renate von Metzler-Saal, 1. Stock

Bitte geben Sie uns bis zum Mittwoch (29. Juni) eine kurze Nachricht per Mail (jaspers@pvw.uni-frankfurt.de), ob Sie an dem Mediengespräch und/oder der Preisverleihung teilnehmen. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl
Leiterin der Abteilung   
Lehre und Qualitätssicherung

Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Abteilung PR & Kommunikation

Forschung

Jun 24 2016
10:53

Neuer Sonderforschungsbereich zur Resilienzforschung gemeinsam mit der Universität Mainz – Neues Graduiertenkolleg in den Erziehungswissenschaften in Kooperation mit der Universität Tübingen

Zusammenarbeit mit anderen Universitäten zahlt sich aus

FRANKFURT. Gute Nachrichten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus Bonn: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität werden auch in den nächsten Jahren in zweistelliger Millionenhöhe gefördert werden. Neben einem Sonderforschungsbereich zur Resilienzforschung gemeinsam mit den Mainzer Kollegen wurde auch ein Graduiertenkolleg in den Erziehungswissenschaften in Kooperation mit der Universität Tübingen aus einer Vielzahl von Anträgen ausgewählt. Zudem können ein Graduiertenkolleg in der Theologie und ein Sonderforschungsbereich in der Biochemie ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen. „Das stärkt die wissenschaftliche Kooperation der Rhein-Main-Universitäten insgesamt und vor allem die des Frankfurt-Mainzer Verbunds der Neurowissenschaften“, betonte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. „Das Projekt zu Resilienz finde ich besonders interessant, weil es menschliches Wohlergehen nicht aus der Krankheits-Perspektive, sondern der Erhaltung von Gesundheit betrachtet.“                                                                                                         

Sonderforschungsbereich „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“

Am 1. Juli startet der Sonderforschungsbereich (SFB 1193) „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“, für den in den ersten vier Jahren ca. 12,1 Mio Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Der neue Sonderforschungsbereich des Rhein-Main-Neuroscience-Netzwerks erforscht, welche Prozesse für Resilienz – d.h. für die psychische Widerstandsfähigkeit, die vielen Menschen innewohnt – verantwortlich sind und wie diese gefördert werden können.

SFB-Sprecher ist Prof. Beat Lutz vom Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz, der Sonderforschungsbereich umfasst insgesamt 17 wissenschaftliche Teilprojekte. Vier Teilprojekte laufen komplett an der Goethe-Universität bzw. beim Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung, insgesamt sind die Frankfurter Forscher an elf Teilprojekten beteiligt. Zu der Frankfurter Gruppe gehören Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung und der Goethe-Universität, federführend sind: Prof. Dr. Christian Fiebach (Koordinator mit Mainz) und Dr. Ulrike Basten-Wissel, Arbeitsbereich Neurokognitive Psychologie (Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften), Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft (Fachbereich Biowissenschaften), Prof. Dr. Jochen Roeper, Dr. Torfi Sigurdsson und Dr. Sevil Duvarci, Institut für Sinnes- und Neurophysiologie (Fachbereich Medizin), Prof. Dr. Andreas Reif, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Fachbereich Medizin), sowie Prof. Dr. Erin Schuman und Dr. Johannes Letzkus, beide Max-Planck-Institut für Hirnforschung.

Untersucht werden Resilienzmechanismen auf unterschiedlichsten Ebenen, von molekularen Forschungsansätzen über die systemische Untersuchung neuronaler Schaltkreise bis hin zur funktionellen Bildgebung beim Menschen. Das reicht von der molekulargenetischen Analyse Stress-induzierter synaptischer Proteine über die elektrophysiologische Untersuchung, wie verteilte Nervenzellverbänden durch Stress beeinflusst werden, bis hin zu den neuronalen Grundlagen komplexer menschlicher Verhaltensweisen wie Optimismus oder kognitiver Flexibilität. „Während die Forschung klassischer Weise bestrebt ist, zu verstehen, wie Stress zu Erkrankungen führt“, so Fiebach, „zielt der neue SFB darauf ab, diejenigen mechanistischen Eigenschaften des Gehirns zu verstehen, die es uns erlauben, im Angesicht von Stress unsere psychische Gesundheit zu erhalten.“ Um diese Zusammenhänge am Menschen untersuchen zu können, sind von dem Psychiater Reif auch langfristige Kohortenerhebungen geplant, die es ermöglichen, den Einfluss von alltäglichen Stressoren und kritischen Lebensereignissenauf die Gesundheit – und die vermittelnde Rolle des Gehirns – zu untersuchen. Längerfristig soll diese Forschungsarbeit in die Etablierung wissenschaftlich fundierter Präventionsmaßnahmen münden.

Graduiertenkolleg „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“

An der Goethe-Universität und an der Universität Tübingen wird ein neues von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 4,5 Jahre finanziertes Graduiertenkolleg eingerichtet: Zwölf Promovenden und weitere Nachwuchswissenschaftler werden unter dem Thema „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“ ihre eigenen Projekte realisieren können und werden dabei von sechs Frankfurter und vier Tübinger Professorinnen und Professoren in dem Kolleg betreut. Die beiden Sprecher des Graduiertenkollegs sind der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Andreas Walther (Goethe-Universität) und seine Tübinger Kollegin Prof. Dr. Barbara Stauber.

Übergänge von der Kita bis zum Pflegeheim, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchschreiten, werden im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungsinteresses der Promovenden aus den Erziehungswissenschaften, der Soziologie und Psychologie und ihrer Betreuer stehen. Dabei geht  um seit Langem institutionalisierte Übergänge, wie Übergänge in Bildung, Arbeit oder Elternschaft. Aber es soll auch die Situation der Migranten besonders berücksichtigt werden: wie der Übergang in einen anerkannten Aufenthaltsstatus, ein neues Bildungssystem oder einen geschlossenen Arbeitsmarkt.

Die Initiatoren des Graduiertenkollegs wollen neue Akzente in der Übergangsforschung setzen, dazu ihr Sprecher, Andreas Walther: „Bisher ist diese Forschung sehr stark den institutionalisierten Lebensaltersphasen gefolgt. Diese Studien fragen zumeist nach den Ursachen, wenn ein Lebenslauf von den Normalverläufen abweicht und nach dem Scheitern der institutionellen Vorgaben.“ So lasse sich die Reproduktion der sozialen Ungleichheit nicht ausreichend analysieren, heißt es in dem DFG-Antrag der Frankfurter und Tübinger Wissenschaftler. „Wir wollen das Wie bei der Gestaltung der Übergänge genauer erforschen, das Kreative und Dynamische sichtbar machen und die Normalitätsannahmen hinterfragen“, betont der Frankfurter Erziehungswissenschaftler.

Verlängerung der DFG-Förderung

Von der DFG verlängert wurden das Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ (Sprecher Prof. Markus Wriedt, Fachbereich Evangelische Theologie) sowie der Sonderforschungsbereich „Transport und Kommunikation durch biologische Membranen“ (Sprecher Prof. Robert Tampé, Fachbereich Biochemie).

Informationen: zum Sonderforschungsbereich: Prof. Dr. Christian Fiebach, Arbeitsbereich Neurokognitive Psychologie, Fachbereich Psychologie und Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 35334, E-Mail: fiebach@psych.uni-frankfurt.de; zum Graduiertenkolleg: Prof. Dr. Andreas Walther, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 36383, E-Mail: a.walther@em.uni-frankfurt.de

Beitrag im Online-Magazin zum Graduiertenkolleg „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“ unter http://tinygu.de/79zn

Veranstaltungen

Jun 22 2016
12:06

Programm der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung – Öffentliche Vorträge, Diskussion und Kolloquium

Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

FRANKFURT. Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und  Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen:

27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden

Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.

Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003).Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de