Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Apr 22 2015
12:12

Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wirft frischen Blick auf das Verständnis internationaler Beziehungen

Ringvorlesung „Theorizing Global Order“

FRANKFURT. „Globale Ordnung“ – was ist das? In welchem theoretischen Rahmen sollte man heutzutage darüber nachdenken, und welche Bedeutung könnten dabei Standpunkte einnehmen, die bisher in einer westlich geprägten Politikwissenschaft kaum Beachtung gefunden haben? Vor allem diesen Fragen widmet sich die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester. Unter dem Titel „Theorizing Global Order“ sind ab dem 29. April an sechs Terminen Vortragende aus Nordamerika, Europa, Asien und Australien zu Gast auf dem Frankfurter Campus Westend.

Beschreibt der Begriff „Ordnung“ nun mehr oder weniger wertfrei ein gewisses Geflecht, eine Struktur oder ein System, oder sind mit ihm notwendigerweise schon Beiworte wie „besser“ oder „schlechter“ verbunden, sodass sein Gegensatz „Unordnung“ wäre oder auch „Anarchie“? Das Konzept der „Ordnung“ lässt einen großen Interpretationsspiel Raum zu. Und auch in der politikwissenschaftlichen Teildisziplin der „Internationalen Beziehungen“, in dem „Ordnung“ vor allem als „Globale Ordnung“ eine zentrale Rolle spielt, ist der Terminus erstaunlicherweise theoretisch nur unzureichend reflektiert. „In unserer Ringvorlesung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher fachlicher Schwerpunkte und theoretischer Präferenzen neue Sichtweisen und frische Blicke auf unser theoretisches Verständnis von ‚Globaler Ordnung’ zur Diskussion stellen“, sagt der Politikwissenschaftler Gunther Hellmann, der für den Exzellenzcluster die wissenschaftliche Leitung innehat.

Menschliche Wert- und Weltvorstellungen beeinflussen das Verständnis dessen, was Ordnung ist und die Ordnung selbst. Diese Vorstellungen sind allerding nicht immer und überall gültig, sondern an Raum und Zeit gebunden, wobei moderne Konzeptionen Werte wie Freiheit, Gleichheit und Sicherheit in einem abgestuften System miteinander in Einklang bringen wollen, wie Rob Walker betont (29.4.). Den Einfluss der Sicherheitspolitik auf die internationalen Beziehungen beleuchtet Pinar Bilgin aus der Perspektive weniger einflussreicher Staaten und deren Verständnis von Sicherheit (13.5.). Und für Verhandlungen und allgemein die Beziehungen zwischen den Staaten spielt, entgegen anders lautenden Ansichten, die Diplomatie auch in der globalisierten „Weltordnung“ eine entscheidende Rolle, sagt Iver B. Neumann (27.5.)

Vielleicht gehört zu einer „guten“ globalen Ordnung auch „Stabilität“. Chris Reus-Smit sieht eine zunehmende Besorgnis auf Seiten des Westens, dass aufstrebende Mächte anderer Erdteile und eine wachsende kulturelle Vielfalt den Status Quo gefährden könnten (10.6). Einen Blick in eine mögliche Zeit ohne Territorialstaaten wirft Erik Ringmar, wenn er die These vertritt, dass die Geschichte nicht sesshafter Völker Hinweise darauf gibt, wie internationale Politik in Zukunft organisiert werden könnte (24.6.). Schließlich: Unterschiede in den Konzeptionen dessen, was unter einer politischen Weltordnung zu verstehen ist, gibt es nicht nur zwischen einzelnen Ländern und Einflusssphären, sondern ebenso innerhalb einzelner Staaten, wie Siddharth Mallavarapu auch in historischer Perspektive aufschlussreich am Beispiel Indiens zeigt (8.7.).

Die interessiert Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. Alle finden im Hörsaalzentrum (Raum HZ 6) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Die Termine im Überblick:

29. April 2015, 18.15 Uhr
Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada
The Modern International: A Scalar Politics of Divided Subjectivities

13. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Pinar Bilgin, Bilkent University, Turkey
The International in Security

27. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Iver Neumann, London School of Economics and Political Science, UK
Diplomacy as Global Governance

10. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Chris Reus-Smit, University of Queensland, Australia
Cultural Diversity and International Order

24. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Erik Ringmar, Lund University, Sweden
Nomadic Political Theory

8. Juli 2015, 18.15 Uhr
Prof. Siddhharth Mallavarapu, South Asian University, India
The Sociology of International Relations in India: Contested Readings of Global Political Order

Information: Prof. Gunther Hellmann, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Tel. (069) 798-36607, G.Hellmann@soz.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Veranstaltungen

Apr 22 2015
12:09

Goethe-Universität beteiligt sich an der Frankfurter NACHT DER MUSEEN mit Veranstaltungen im Museum Giersch und im Universitätsarchiv

Romantik, Jazz und Lektüren

FRANKFURT. Am 25. April hält die NACHT DER MUSEEN alle Bürger Frankfurts, aber auch Besucher von auswärts mit einem abwechslungsreichen Programm und kunstvollen Höhepunkten wach: 45 Museen und Kulturinstitutionen beteiligen sich an der Nacht, auch die Goethe-Universität wartet mit Veranstaltungen an zwei verschiedenen Orten auf: Im Museum Giersch der Goethe-Universität werden zur Ausstellung „Romantik im Rhein-Main-Gebiet“ stündlich Führungen angeboten; das Contrast-Trio um den Pianisten Yuriy Sych bietet filigrane bis kraftvolle Melodien und subtile elektronische Effekte und Grooves. Dazu werden kulinarische Spezialitäten gereicht.

Im Universitätsarchiv der Goethe-Universität stehen die „Lektüren der Familie Frank“ im Mittelpunkt: Die Ausstellung im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“ stellt den literarischen „Kanon“ der Familie vor. Die von Kurator Wolfgang Schopf zusammengestellte Collage aus Prosa, Lyrik und Drama, in die auch Elemente von Mirjam Presslers Familiengeschichte der Franks einfließen, wird von Lehrenden der Goethe-Uni gelesen. 

Nacht der Museen: 25. April 2015

Ab 19 Uhr: Ausstellung, Jazz und Kulinarische Spezialitäten im Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83.
19 und 21 Uhr: Lektüren der Familie Frank. Hauslesung der Goethe-Universität im  Universitätsarchiv, Dantestr. 9.

Weitere Informationen zum gesamten Programm der NACHT DER MUSEEN in Frankfurt:  http://www.nacht-der-museen.de/frankfurt/

Sonstige

Apr 21 2015
17:08

Staatssekretär Ingmar Jung und die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Brigitta Wolff, präsentieren die Preisträger für die 3. Ausbaustufe des Campus Westend

Architektenwettbewerb entschieden

FRANKFURT. Der dritte Bauabschnitt der Goethe-Universität auf dem Campus Westend, in den die sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächer einziehen sollen, ist der Realisierung einen wichtigen Schritt näher gekommen. In einer Preisgerichtssitzung am 16. April 2015 unter Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali wurden unter 24 Wettbewerbsbeiträgen 5 Preisträger und drei Anerkennungen bestimmt. Damit ist der Architektenwettbewerb für das rund 70 Mio. Euro teure Bauvorhaben entschieden.  Neben den Institutsräumen beinhaltet das künftige Gebäude die gemeinsame Bereichsbibliothek, eine Cafeteria, Verwaltungsräumlichkeiten des Studentenwerkes, des Immobilienmanagements und des Hochschulrechenzentrums sowie eine Tiefgarage für 250 Stellplätze und verfügt insgesamt über rund 12.000 m² Nutzfläche. Gleichzeitig wird damit in Verbindung mit weiteren Gebäuden ein wichtiger Teil der zentralen Campusentwicklung im Frankfurter Westend vollendet.

Gewinner des Wettbewerbs ist das Büro BLK2 Böge Lindner K2 Architekten aus Hamburg, dessen Entwurf den 1. Preis erhielt. In der Begründung heißt es, das Projekt füge sich insgesamt präzise in die städtebauliche und typologische Struktur und Materialität des Campus ein und könne damit einen „glaubwürdigen Schlussstein“ der zentralen Campusentwicklung bilden. „Es entstehen spannungsvolle, dabei maßstäbliche Raumfolgen mit guter Orientierbarkeit und einer angemessenen Abstufung von Öffentlichkeiten, die sich zu einem einladenden universitären Ort verdichten, der zum Lernen einlädt“.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, dankte dem Land Hessen für das enorme Engagement bei der Campusentwicklung: „Es ist gut zu wissen, dass bald auch unsere sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächer ein würdiges Zuhause finden. Der 1. Preisträgerentwurf ist für mich eine besonders gelungene Synthese zwischen zwei scheinbar schwer zu vereinbarenden Polen: Einerseits eine möglichst homogene Campusentwicklung mit architektonisch klarer Formsprache, andererseits der Ausdruck von Lebendigkeit und Aufbruch. Das neue Gebäude vereint beides und ist damit auch ein würdiger Schlussstein der Campusentwicklung entlang der Hansaallee.“

Staatssekretär Ingmar Jung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hob hervor: „Mit den neuen Gebäuden der Kultur- und Sprachwissenschaften wird der Campus Westend, dessen Entwicklung mit dem Erwerb des IG-Farben Hauses 1996 begann, weiter belebt und ausgebaut. Die Wettbewerbsergebnisse gewährleisten die qualitätsvolle architektonische Entwicklung dieses außergewöhnlich schönen Campus und machen das Studieren und Forschen hier noch attraktiver. Auch der Neubau der Sprach- und Kulturwissenschaften ist Bestandteil des Hochschulbauinvestitionsprogramms HEUREKA der Hessischen Landesregierung.“

Den 2. Preis erhielt das Architekturbüro Staab aus Berlin. Das Preisgericht lobte die gelungene Gliederung des Entwurfs in mehrere Bauteile und die damit entstehende „präzise städtebauliche Setzung“ für die Erweiterung der vorhandenen Bebauung. Die eigenständige Handschrift und das plastische Erscheinungsbild würden ein hohes Maß an Wiedererkennbarkeit und daher ein großes Identifikationspotenzial für die Nutzer ermöglichen.

Mit der Idee sich staffelnder Baukörper errang Atelier 30 aus Kassel den 3. Preis. Dem Entwurf gelinge es, ebenfalls einen überzeugenden Abschluss des östlichen Campusgebiets zu schaffen. Dank seiner in Schichten gegliederten Fassade bestehe eine gute Differenzierung der Baumasse. Die innere Verbindung zwischen den beiden Zugängen schafft einen attraktiven Raum mit direktem Bezug zur Bibliothek und zu den begrünten Innenhöfen, die auch für Tageslicht und Außenbezug sorgen.

Am 4. Preis von harris + kurrle architekten aus Stuttgart lobte die Jury die vertikale Schichtung der Fassade mit einer zweigeschossigen Sockelzone. Dies führe zu einer angenehmen Gliederung der Fassaden, die sich konsequent aus der inneren Organisation entwickelt. Auch die grundsätzliche Platzierung der Bibliothek hinter einem attraktiven Eingangsfoyer im Kern des Hauses als Zentrum wurde grundsätzlich positiv beurteilt.

Ein 5. Preis wurde vergeben an Max Dudler aus Berlin. Der Entwurf verfügt über drei aufeinander bezogene Baukörper, die durch ein gemeinsames Sockelgeschoss verbunden sind. Darüber hinaus wurde drei Anerkennungen vergeben an Ferdinand Heide (Frankfurt), ingenhoven architects (Düsseldorf) und das Büro Glass Kramer Löbbert (Berlin).

Dem Preisgericht gehörten an:

Fachpreisrichter:

  • Prof. Zvonko Turkali, Architekt, Frankfurt am Main (Vorsitz)
  • Prof. Jórunn Ragnarsdóttir, Architektin, Stuttgart
  • Prof. Dörte Gatermann, Architektin, Köln
  • Prof. Ansgar Lamott, Architekt, Stuttgart
  • Inge Laste, Architektin, HMdF, Wiesbaden
  • Sabina Freienstein, Architektin, hbm, Frankfurt am Main 

Sachpreisrichter

  • Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, Frankfurt am Main
  • Irene Bauerfeind-Rossmann, HMWK, Wiesbaden
  • Guido Brennert, HMdF, Wiesbaden
  • Thorsten Dettmer, Bauaufsicht, Frankfurt am Main
  • Thomas Platte, hbm, Frankfurt am Main

Die Wettbewerbsarbeiten sind noch bis zum 4. Mai 2015 täglich außer am Wochenende in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr im Foyer des Präsidiumsgebäudes (Gebäude PA) auf dem Campus Westend, Theodor-W.- Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt, zu sehen.

Veranstaltungen

Apr 21 2015
17:06

Ausstellung im Museum Angewandte Kunst zur Bedeutung des Mobiltelefons für die Kommunikation, den Konsum und das kulturelle Selbstverständnis

Hamster – Hipster – Handy

FRANKFURT. Ohne das Mobiltelefon ist für viele Menschen der Alltag nicht mehr vorstellbar. Seine Funktionen reichen mittlerweile weit über das Telefonieren hinaus: Das Handy ist Fotoapparat, Modeaccessoire, Computer, Terminkalender, Videoscreen und noch vieles mehr. Das Handy prägt die Kommunikation, beeinflusst das Konsumverhalten, macht Vorlieben transparent und zieht andere Dingwelten nach sich, die es ohne das Handy nicht geben würde. Die Ausstellung „Hamster – Hipster – Handy. Im Bann des Mobiltelefons“ stellt diese Aspekte anhand von Beispielen aus Design und Medien, Film und Gegenwartskunst in den Mittelpunkt und zeigt das Mobiltelefon als ein Ding, das – nützlich und schädlich, bindend und polarisierend – zunehmend das kulturelle Selbstverständnis prägt.

Während der „Hamster“ im Titel der Ausstellung  für die negativen Auswirkungen des Mobiltelefons steht – mit Handystrahlentests an Nagetieren wurde um die Jahrtausendwende versucht, Schädigungen des Gehirns, des Gehörs und der Nervenbahnen nachzuweisen, symbolisiert hingegen der „Hipster“ den bejahenden Bezug zum mobilen Gerät, das schier unbegrenzte Möglichkeiten der Selbstdarstellung verspricht.  

Die Ausstellung ist ein Projekt des von der VolkswagenStiftung geförderten interdisziplinären Forschungsverbundes „Konsumästhetik – Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen“, an dem Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität beteiligt sind.

„Hamster Hipster Handy. Im Bann des Mobiltelefons.“
25. April bis 5. Juli 2015. Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17.

Pressekonferenz: Mittwoch, 22. April, 11 Uhr.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 24. April, 19 Uhr, u. a. mit Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.

Weitere Informationen: www.museumangewandtekunst.de/item/id/208

Forschung

Apr 21 2015
10:19

Elektronenmikroskop gibt faszinierende Einblicke in die Fusion von Zellen/Publikation in Nature Cell Biology

Wundheilung: Ein Reißverschluss aus Hautzellen

FRANKFURT. Jede Wunde muss sich schließen, damit wir nicht verbluten oder uns eine Infektion zuziehen. Wie die Hautzellen die offenen Stellen in der Haut verschließen, war über viele Jahre nicht bekannt. Wissenschaftler der Goethe Universität Frankfurt haben nun zusammen mit Kollegen des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) und der Universität Zürich die Fusion der Hautzellen auf molekularer Ebene untersucht. Sie verhalten sich dabei wie ein molekularer Reißverschluss, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Cell Biology”.

Als Modellsystem wählten Mikhail Eltsov und Kollegen Embryonen von Fruchtfliegen. Ähnlich wie der Mensch, haben diese während ihrer Entwicklung auf ihrem Rücken eine große Hautöffnung, die sie schließen müssen, um weiter wachsen zu können. Den Prozess nennt man „zipping”, da die zwei Seiten der Haut ähnlich wie ein Reißverschluss geschlossen werden.

Um zu erforschen, wie der Hautverschluss genau vor sich geht, verwendeten die Wissenschaftler eines der besten Elektronenmikroskope. „Mit unserem Elektronenmikroskop können wir die molekularen Komponenten in der Zelle sehen. Sie arbeiten wie kleine Maschinen daran, die Haut zu verschließen. Aus einem Abstand betrachtet sieht es aus, als ob die Hautzellen einfach miteinander verschmelzen; wenn wir aber hinein zoomen, wird deutlich, dass Zell-Membranen, molekulare Maschinen und andere zelluläre Komponenten beteiligt sind”, erklärt Mikhail Eltsov von der Goethe-Universität.

„Man benötigt ein sehr hoch aufgelöstes Bild des Vorgangs, um dieses Heilungsorchester sichtbar zu machen. Wir haben zu diesem Zweck eine enorme Anzahl von Daten aufgenommen, weit mehr, als bei allen bisherigen Studien”, sagt Mikhail Eltsov.

Als erstes beobachteten die Forscher, dass Zellen ihre gegenüber liegenden Nachbarn aufspüren. Haben sie ihn gefunden, entwickeln sie als nächstes einen molekularen Klettverschluss (eine Adhäsionsverbindung), die sie fest mit dem

Gegenüber verbindet. Die neue und unerwartete Entdeckung dieser Studie war, dass kleine Protein-Röhrchen in der Zelle, die Mikrotubuli, sich an den molekularen Klettverschluss heften und anschließend selbst auflösen. Das führt dazu, dass sich die gesamte Haut zum Wundbereich hin zieht und sich über die offene Hautstelle ausbreitet wie eine Decke.

Damian Brunner, der das Team an der Universität Zürich leitete, hat viele Untersuchungen mit genetisch veränderten Fruchtfliegen gemacht, um herauszufinden, welche Komponenten an dem Verschluss der Hautöffnung beteiligt sind. Zur großen Überraschung der Wissenschaftler bilden Mikrotubuli, die an der Zellteilung beteiligt sind, das Hauptgerüst für das „zipping”. Das deutet darauf hin, dass es sich um einen von der Evolution konservierten Mechanismus handelt.

„Sehr erstaunlich war auch die enorme Plastizität der Membranen bei diesem Vorgang, die zur schnellen Heilung der Hautöffnung beitrug. Wenn fünf bis zehn Zellen ihren entsprechenden Nachbarn gefunden haben, sieht die Wunde bereits verschlossen aus”, sagt Achilleas Frangakis von der Goethe Universität Frankfurt, der wissenschaftliche Leiter der Studie.

Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Studie neue Wege für das Verständnis der epithelialen Plastizität eröffnen wird. Für sie ist es auch von Interesse, die strukturelle Organisation der Adhäsionsverbindungen zu verstehen. Dafür erhielten sie bereits einen ERC starting grant des Europäischen Forschungsrats.

Publikation: Eltsov, Dubé, Yu, Pasakarnis, Haselmann-Weiss, Brunner und Frangakis: Quantitative analysis of cytoskeletal reorganisation during epithelial tissue sealing by large-volume electron tomography, in: Nature Cell Biology DOI 10.1038/ncb3159.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/55227362

Bildtext: Aufsicht auf 17 Hautzellen, die gerade eine Hautöffnung verschließen. Die Membranen sind in Schattierungen von braun und grün dargestellt, damit einzelne Zellen sichtbar werden. Die Hautzellen entwickeln eine unglaubliche Flexibilität ihrer Membran, um den gegenüberliegenden Nachbarn zu finden. 

Informationen: Prof. Achilleas Frangakis, Institut für Biophysik, Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-46462, achilleas.frangakis@biophysik.org.

Veranstaltungen

Apr 20 2015
12:35

House of Pharma & Healthcare lädt zu seinem ersten Perspektivengespräch

Viel zu teure Wundermittel?

FRANKFURT. Was darf echte Innovation kosten? Diese Frage stellt das „House of Pharma & Healthcare“ in seinem ersten Perspektivengespräch am 27. April. Der Ausgangspunkt des Gesprächs sind die neuen, sehr teuren Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C. Sie stehen seit anderthalb Jahren zur Verfügung und bewirken bislang unerreichte Heilungsraten ohne die oft gravierenden Nebenwirkungen herkömmlicher Therapien. Die Hepatitis C ist eine chronische Leberentzündung, an der in Deutschland rund eine halbe Million Menschen leiden. Sie wird von einem Virus (HCV) verursacht. Ihre Folgen fordern weltweit jedes Jahr mehr Todesopfer als AIDS.

„Wir erleben in der Hepatis-C-Behandlung eine Revolution im besten Sinne“, sagt Prof. Stefan Zeuzem, Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Frankfurt und Mitglied des Wissenschaftsrats von Bund und Ländern. Als international führender Hepatologe ist er maßgeblich an der klinischen Prüfung neuer Hepatitis-C-Medikamente beteiligt. Mit einem Impulsvortrag wird er das Perspektivengespräch einleiten. An seine konkreten Erfahrungen als Arzt anknüpfend, wird er darin auch die Rolle der Akteure des Gesundheitssystems im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Kostendruck behandeln. Kritisch beleuchtet werden dabei nicht nur die Preispolitik der Arzneimittelhersteller, sondern auch die Zersplitterung der Krankenkassen und die Praxisferne der Institutionen, die in Deutschland für die Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln zuständig sind.

Das House of Pharma & Healthcare e.V. wurde im Herbst 2013 mit dem Ziel gegründet, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln. Es will dazu beitragen, die  Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Es vereint Vertreter verschiedener Interessen aller Stufen der pharmazeutischen Wertschöpfungskette und versteht sich als neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch
Wann? Montag, 27. April 2015, 19:30 Uhr
Wo? House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: www.houseofpharma.de/hepatitis

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, j.pietzsch@wissenswort.com

Veranstaltungen

Apr 20 2015
10:00

Land Hessen und Goethe-Universität präsentieren Preisträger für die 3. Ausbaustufe des Campus Westend

Einladung zum Mediengespräch: Architektenwettbewerb entschieden

FRANKFURT. Die Juroren haben bei einer Preisgerichtssitzung in Frankfurt die besten Architektenentwürfe für die Realisierung des dritten Bauabschnitts auf dem Campus Westend bestimmt. In den etwa 70 Mio. Euro teuren Gebäudekomplex sollen ab 2019 die kunst- und kulturwissenschaftlichen Fächer der Goethe-Universität einziehen.

Bei einem Mediengespräch sollen diese Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dieses findet statt am 

Dienstag, 21. April 2014, 13 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt,
Campus Westend,
Foyer Gebäude PA
Theodor-W.- Adorno-Platz 1
60323 Frankfurt.

Ihre Gesprächspartner sind u.a.: 

  • Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff (Goethe-Universität)
  • Staatssekretär Ingmar Jung (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)
  • Vertreter/in des Preisgerichts.

Für die kurzfristige Einladung bitten wir um Verständnis. Über Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte wenden Sie sich bei möglichen Rückfragen bezüglich des Termins an Frau Helga Ott, Tel. 069/798-12472, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn

Veranstaltungen

Apr 16 2015
14:35

Literaturzeitschrift von und für Studierende der Goethe-Universität stellt sich vor

Öffentliche Lesung zum Erscheinen der neuen Ausgabe von „Johnny“

FRANKFURT. Die neue Ausgabe von „Johnny“, der Literaturzeitschrift von und für Studierende der Goethe-Universität, ist soeben erschienen. Aus diesem Anlass lädt die Redaktion zu einer Release-Lesung mit musikalischer Begleitung am Donnerstag (23. April) um 20 Uhr ins Casino (Raum 1.811), Campus Westend, ein.

Die neue Ausgabe enthält vielfältige literarische und künstlerische Beiträge, die „Wendepunkte“ zum Gegenstand haben. Während Kevin Biens Kurzgeschichte „Revolution auf dem Kiesbett“ auf humoristische Weise eine nervenaufreibende Alltagsbegegnung darstellt und Clemens Schittko in seinem Gedicht über das Arbeitsleben sinniert, muss in Sophie Franz‘ „Abschnitte“ der Protagonist mit den Folgen einer schwerwiegenden Entscheidung kämpfen.

Die Literaturzeitschrift „Johnny“ ist im Rahmen eines Seminares der Goethe-Universität entstanden, mittlerweile läuft „Johnny“ allein unter studentischer Regie. Der gesamte Erlös der neuen Ausgabe wird an die Organisation „academic experience worldwide“, gespendet. Diese Initiative organisiert Tandemprogramme zwischen Studierenden der Goethe-Universität und asylsuchenden Akademikern.

Informationen: zu „Johnny“ und aktuellen Aktionen unter https://www.facebook.com/JohnnyGoetheUniFrankfurt, Liane Krömmelbein, mobil 0176/78544644, literaturzeitschrift.johnny@gmail.com.

Veranstaltungen

Apr 15 2015
13:25

Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wird ab dem 23. April fortgesetzt

Film ab für „Verbrechen und Strafe“

FRANKFURT. „Verbrechen und Strafe im Kino“ – mit diesem thematischen Fokus wird die erfolgreiche Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester fortgesetzt. An vier Terminen stellen Cluster-Mitglieder und Gäste des geistes-und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes ihre Sicht auf ausgewählte Filme zur Diskussion. Nach den einleitenden Vorträgen sind die Werke im Original mit Untertiteln zu sehen. Zum Abschluss freuen sich die Referenten auf die Meinung des Publikums. Der Eintritt ist frei, der Veranstaltungsort das Museum für Moderne Kunst (Domstr. 10, 60311 Frankfurt).

Bei der jetzt vierten Auflage der Vorlesungsreihe zum Thema Kino geht es um die häufigste oder zumindest am meisten erwartete Reaktion auf die gewaltförmige Verletzung des Gesetzes: Dass einem Verbrechen eine Strafe folgen müsse, scheint eine unbezweifelbare, selbstverständliche Norm in fast allen Gesellschaften der Vergangenheit und Gegenwart zu sein. Auch wenn sie nicht immer, in manchen Fällen sogar eher selten erfüllt wird, würde ihre Abschaffung große Angst und Unsicherheit auslösen.

Der Film ist eines der künstlerischen Medien, mit denen sich diese Selbstverständlichkeit anhand einzelner Fälle und Geschichten in Frage stellen oder zumindest zeigen lässt, wie verschlungen, konfliktreich, unsicher, langwierig und widersprüchlich der Weg vom Verbrechen zur Strafe sein kann, und was mit den beteiligten Menschen auf diesem Wege geschieht. Auch wenn am Ende der Filmhandlung der Bösewicht doch noch bekommen sollte, was er verdient, lassen die besseren Filme ihre Zuschauer zumindest nachdenklich zurück.

Die hier ausgewählten Filme vermögen dies zu erreichen mit Geschichten über unheimliche oder monströse Verbrecher, über Regierungs- und Kriegsverbrechen sowie über den Zufall, der am Ende eine Bestrafung verhindert.

Das Organisationsteam der aktuellen Reihe besteht aus Angela Keppler, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes, sowie den Cluster-Professoren Klaus Günther (Rechtswissenschaft) und Martin Seel (Philosophie). Kooperationspartner ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört schon von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Clusters. Untersucht wird dabei, wie in fiktionalen und dokumentarischen Filmen Vorstellungen von Recht und Unrecht tradiert, etabliert und erschüttert werden.

Die Termine im Überblick:

Donnerstag, 23.4.2015, 19.00 Uhr
Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main):  „Der unheimliche Angeklagte. Angst und Vertrauen im Strafverfahren“ über “Primal Fear” (Gregory Hoblit, USA 1996)

Donnerstag, 28.5.2015, 19.00 Uhr
Armin von Bogdandy (Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Heidelberg und Partner Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"): „Dilemmata des Jugoslawientribunals“ über „Storm“ (Hans-Christian Schmid, D-DK-NL 2009)

Montag, 15.6.2015, 19.00 Uhr
Christiane Voss (Professur für Philosophie Audiovisueller Medien an der Bauhaus-Universität Weimar): „Narrative Funktionen von Strafe und Straferwartungen“ über „Cassandra's Dream“ (Woody Allen, USA-GB-F 2007)

Donnerstag, 2.7.2015, 19.00 Uhr
Christoph Menke (Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main): “’Guess I got what I deserve.’ Der lange Weg vom Verbrechen zur Strafe“ über „Breaking Bad“ (AMC-Serie von Vince Gilligan, USA 2008 – 2013)

Museum für Moderne Kunst, Domstr. 10, 60311 Frankfurt

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

Veranstaltungen

Apr 15 2015
13:21

Eröffnung am Mittwoch – 20 Fotogravuren der englischen Installationskünstlerin und Fotografin Tacita Dean

Ausstellung in der Studiengalerie 1.357: „The Russian Ending – eine Serie letzter Bilder“

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 29. April bis 29. Mai Arbeiten der international renommierten englischen Installationskünstlerin und Fotografin Tacita Dean. Präsentiert werden 20 Fotogravuren aus „The Russian Ending – eine Serie letzter Bilder“. Die Eröffnung findet am Mittwoch (29. April) um 20 Uhr im I.G. Farben-Haus im ersten Stock, Raum 1.357, statt. Tacita Dean, 1965 in Canterbury geboren, studierte an der Falmouth School of Art und der Supreme School of Fine Arts in Athen. Derzeit lebt und arbeitet sie in Berlin. 2006 erhielt Tacita Dean den Hugo Boss Preis, 2009 den Kurt Schwitters Preis und 1998 war sie für den international wichtigsten Kunstpreis, den Turner Prize, nominiert.

Ist es wirklich das Schicksal und Verhängnis der Fotografie, bloßes Abbild momenthafter Raumerscheinungen zu sein? Tacita Dean versucht es anders: Buchstäblich schreibt sie jeder der 20 Fotogravuren ein Geschehen ein. In ihren weißen, schnell notierten Anmerkungen deutet sie Zeitabfolgen an, benennt Personen, gibt Instruktionen für Licht, Ton und Kameraführung, zitiert Szenen antiker Mythologie, aber auch Filme und Gemälde. Mit ihren Notizen schafft die Künstlerin ein Storyboard, die Bilder werden ihr zu Mitteln einer fiktiven Regieführung.

Als Vorlage für ihre Bearbeitungen wählt Dean Fotos aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Naturkatastrophen und Kriegsereignisse darstellen: sinkende Schiffe, einen gestrandeten Wal, Granatexplosionen, einstürzende Brücken, die Luftaufnahme eines Schlachtfeldes. Den „Ausbruch des Vesuvs“ versieht Dean – historisch korrekt – mit der Jahreszahl 1906. Aus den Jahren um den Ersten Weltkrieg stammen die Aufnahmen „Der Rückzug aus Verdun“ (1916), „La Bataille d’Arras“(1917) und „Die Erinnerungen an den Weltkrieg“ (1918). Auf dem Bild „Beautiful Sheffield“ notiert sie die Jahreszahl 1956.

Zur Sammlung der Bilder wurde Dean, glaubt man dem Londoner Ausstellungskatalog, durch eine Anekdote ihres Kollegen Niels Borg Jensen angeregt. Dieser erzählte ihr von der dänischen Filmindustrie, die Anfang des 20. Jahrhunderts je ein glückliches Ende für den amerikanischen Markt und ein tragisches Ende für den russischen produziert habe. Dieser Anekdote verdankt Dean ihre Idee: Sie inszenierte ihre Werke als tragische Enden nicht existierender Geschichten. In der Wahl ihrer Sujets holt die Künstlerin auf inhaltlicher Ebene das Moment der Endlichkeit ein. Ob die eingestürzte Brücke, der zur letzten Ruhe verabschiedete Priester, die brach liegende Landschaft oder der gestrandete Wal – es sind alles Aufnahmen von „Seiendem“, das im Begriff ist zu enden.

Über Deans Anmerkungen kann der Betrachter Aufschluss über die Szene bekommen, in die Dean das Bild eingeordnet wissen möchte – nicht immer leicht zu entziffern, gelegentlich mit Pfeilen zur Bewegungsrichtungen über den Bildrand hinaus versehen. Doch allein das Werk zu begreifen, verwehrt Dean dem Betrachter. In doppelter Hinsicht auf Text und Bild bleibt die Auflösung des Gemeinten unscharf.

Die von der DZ-BANK Kunstsammlung geförderte Ausstellung ist von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet.

In der Studiengruppe „Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Madeleine Hesse, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, madeleine.hesse@stud.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Apr 15 2015
10:49

Uni-Botaniker führen von April bis Oktober durch den neuen Garten am Riedberg

Tropenpflanzen im Wissenschaftsgarten

FRANKFURT. Noch ist der im vergangenen Jahr eröffnete Wissenschaftsgarten am Uni-Campus Riedberg ein Geheimtipp. Welche Schätze an tropischen Pflanzen in der neuen, hochmodernen Gewächshausanlage zu finden sind, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Wissenschaftsgartens, Prof. Georg Zizka, im Rahmen einer Führung am Freitag, dem 17. April 2015, um 16:00 Uhr im Rahmen einer Führung. Von April bis Oktober wird es jeden dritten Freitag im Monat eine Führung für interessierte Laien geben.

Rund 2.000 tropische und subtropische Pflanzenarten werden im Gewächshaus des Wissenschaftsgartens der Goethe-Universität am Campus Riedberg kultiviert. Dies sind zum einen Arten, die von Wissenschaftlern aus allen Teilen der Welt im Rahmen von Forschungsprojekten zusammengetragen wurden. So zum Beispiel Ameisenpflanzen aus Südost-Asien, seltene tropische Lianen oder Palmfarne aus Cuba. Zum anderen stellt ein großer Teil der Pflanzen Besonderheiten im Pflanzenreich dar in Bezug auf Wuchs, Trockenheitsresistenz, Giftigkeit. Die Pflanzen dienen in der universitären Lehre als lebendiges Anschauungsmaterial. Natürlich dürfen auch wichtige Kultur- und Zierpflanzen nicht fehlen.

Treffpunkt für die Führung ist der freie Platz vor dem Gewächshaus

Informationen: Prof. Georg Zizka, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42176 oder 97075-1166, gzizka@senckenberg.de

Programm der Führungen: www.uni-frankfurt.de/wissenschaftsgarten, dort unter Vorträge/Führungen.

Veranstaltungen

Apr 9 2015
16:03

Am 7. Mai findet Infotag zum Medizin- und Zahnmedizinstudium statt

Fachbereich Medizin der Goethe-Universität informiert über Studiengänge

FRANKFURT. Der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität lädt am Donnerstag, den 7. Mai 2015, am Universitätsklinikum zu einem Informationstag über sein Studienangebot ein. Das Angebot richtet sich insbesondere an Studieninteressierte, die im Wintersemester 2015/2016 ein Studium der Medizin oder Zahnmedizin beginnen möchten. Die Einrichtungen des Fachbereichs informieren zu relevanten Themen Rund ums Studium wie Zulassungsverfahren oder Auslandssemester und geben einen Einblick in ihre Aktivitäten: Auf dem Programm stehen Vorträge und Vorlesungen zu speziellen Themen aus Vorklinik und Klinik sowie Führungen beispielsweise durch die anatomische Sammlung oder die Kinderklinik. Zudem geben Veranstaltungen zu Themen wie Anatomie, chirurgisches Nähen oder Notfallmedizin, praktische Einblicke in die medizinische Arbeit. Im Austausch mit Medizinstudierenden besteht für Besucher die Möglichkeit, authentische Einblicke in die Studienpraxis zu erhalten.

Die Teilnahme an dem Infotag ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen ist jedoch eine Anmeldung unter www.med.uni-frankfurt.de/infotag erforderlich.

Kontakt: Alexander Abt, Dekanat Vorklinik, Fachbereich Medizin, Tel. (069) 6301-7238, alexander.abt@kgu.de

Sonstige

Apr 9 2015
10:28

Im neuen UniReport kritisiert der Biologie-Didaktiker Hans Peter Klein die Forderung nach höheren Akademikerzahlen

Lohnt sich ein Hochschulstudium heute noch?

FRANKFURT. Zum Semesterstart werden knapp 3.000 neue Studierende an der Goethe-Universität erwartet. Aber werden ihre Erwartungen an eine akademische Biographie auch erfüllt? Ist das Hochschulstudium heute noch ein Garant dafür, einen  attraktiven und hoch dotierten Beruf zu ergattern? Prof. Hans Peter Klein, Biologie-Didaktiker an der Goethe-Universität, warnt angehende Akademiker vor zu hohen Erwartungen. Auch in Deutschland sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt keineswegs rosig: Die Gehälter der meisten Akademiker seien in den letzten Jahrzehnten deutlich nach unten korrigiert worden. „Es reicht nicht, einfach eine Masse von Akademikern zu produzieren, ohne dafür auch nur annähernd genügend adäquate Arbeitsplätze bereit zu stellen“, so Klein im Interview mit dem UniReport. Die Forderung nach Akademikerquoten von bis zu 70 % gefährde zudem die Berufsausbildung im Dualen System, die Universitäten würden von einer immer größeren Zahl nicht studierfähiger Abiturienten geflutet. 

Weitere Themen der aktuellen Ausgabe: 

  • Eine Schule für alle? Streitgespräch darüber, ob und wie sich Inklusion in den Schulen umsetzen lässt.
  • Let’s party? Wie feiern die Fachbereiche an der Goethe-Universität ihre Absolventinnen und Absolventen?
  • „Eine Universität muss heute dynamisch sein“. Prof. Matthias Kleiner, neuer Vorsitzender des Hochschulrats, im Gespräch.
  • Theorie oder Praxis? Frankfurter-Schule-Experte Dr. Rolf Wiggershaus rezensiert exklusiv für den UniReport das Adorno-Theaterstück „Wut und Gedanke“. 

Die aktuelle Ausgabe des UniReport steht zum kostenlosen Download bereit unter www.uni-frankfurt.de/54939957

Veranstaltungen

Apr 7 2015
10:44

Mit der unistart-Messe im Hörsaalzentrum werden wieder die Erstsemester an der Goethe-Universität begrüßt.

Medieneinladung / Informieren, kommunizieren und feiern

FRANKFURT. Das Sommersemester 2015 beginnt für die knapp 3.000 Erstsemester am Donnerstag, dem 9. April, mit der unistart-Messe auf dem Campus Westend:  Zentrale Bereiche der Universität und ausgewählte Partner stellen sich auf der Messe von 14 bis 17 Uhr bei den Studienanfängerinnen und -anfängern vor und informieren über die umfangreichen und vielseitigen Angebote, wie etwa ein Auslandsstudium oder Sportmöglichkeiten und das Leben am Campus. Begrüßt werden die neuen Studierenden von Universitätspräsidentin Birgitta Wolff, vom Frankfurter Stadtrat Christian Setzepfandt und von einem Vertreter des AStA-Vorstands.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von der Veranstaltung zu verschaffen und ins Gespräch mit den neuen Studierenden zu kommen.

Programm:

14-17 Uhr: Messe im Foyer des Hörsaalzentrums/Campus Westend
ab 15 Uhr: Zentrale Begrüßung der Studierenden, Raum HZ 2
ab 21 Uhr: Party im Casino für alle Erstsemester.

unistart ist eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt, organisiert von der Tochtergesellschaft der Universität, CAMPUSERVICE; die unistart-Party wird von der Universität gemeinsam mit planet radio gestaltet.

Weitere Informationen unter www.uni-frankfurt.de/43733063/unistart

Sonstige

Apr 2 2015
14:06

Studierende wurden beim „National Model United Nations“ in New York mehrfach ausgezeichnet.

Delegation der Goethe-Uni bei Simulation der Vereinten Nationen erfolgreich

FRANKFURT. Eine 22-köpfige Delegation der Goethe-Universität hat in New York am National Model United Nations (NMUN) teilgenommen. Bei der Simulation der Vereinten Nationen vertraten die Studierenden unter der Leitung der Politikwissenschaftlerin Anne Peltner die Republik Kuba und wurden für ihr Engagement mehrfach prämiert. Die „National Collegiate College Association“ zeichnete die Delegation als „Honorable Mention Delegation“ aus. Zudem gingen fünf Preise für „Outstanding Position Papers In Committee“ an die Komitees, in denen Kuba während des NMUN vertreten war.

„Es hat uns sehr gefreut, dass die harte Arbeit, die wir in die Position Papers investiert haben, auch international gewürdigt wurde“, sagt Lea Seefeld, eine der Teilnehmerinnen. Diese Papiere stellen sehr konzentriert die speziellen Standpunkte des zu vertretenden Landes in Bezug auf die Komitee-Themen zusammen und sind damit das kondensierte Ergebnis der ausführlichen Recherchearbeiten der Delegierten. „Die Studierenden haben nicht nur während der langen Vorbereitungszeit, sondern auch während der Simulation an sich durchweg ein sehr hohes Engagement gezeigt. In New York versuchten sie, andere Teilnehmende von Ihrer Position zu überzeugen oder Kompromisse zu finden. Diese immense Einsatzbereitschaft zeigte sich nicht zuletzt an den abendlichen Reflexionssitzungen im Anschluss an den jeweiligen Sitzungstag, die teilweise bis nach Mitternacht reichten. Hier unterstützen die Teilnehmer sich gegenseitig und gaben einander Tipps für kniffelige Verhandlungssituationen“, sagt Peltner.

Die Goethe-Universität stellte 2015 zum zwölften Mal eine Delegation bei der Simulation in New York. Die Studierenden bereiteten sich über zwei Semester intensiv auf die Konferenz vor. Dafür wurde auch auf die Expertise der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), der Schirmherrin des Projektes an der Goethe-Universität, zurückgegriffen. Diese umfasste Expertengespräche, die Analyse von Reden kubanischer Diplomaten und die Einarbeitung in die Geschichte, Wirtschaft und Politik des zu vertretenden Staates.

Das NMUN ist eine der größten und renommiertesten Simulationen der Vereinten Nationen, die jährlich von einer Nichtregierungsorganisation mit engen Verbindungen zu den Vereinten Nationen veranstaltet wird. Innerhalb der Verhandlungen vertritt jede Delegation einen Staat, so dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aufgaben und Positionen von Diplomaten übernehmen und Interessen, Werte und Standpunkte „ihres“ Landes einnehmen. Eine einzigartige Besonderheit bei der sechstägigen Simulation ist die Abschlusssitzung in den Gebäuden der Vereinten Nationen, die dieses Jahr von Generalsekretär Ban Ki Moon besucht wurde. Unangekündigt hielt er eine Rede für die Teilnehmenden.

Weitere Informationen: Anne Peltner, Arbeitsgruppe "Internationale Institutionen und Friedensprozesse", Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069)-798-36657. peltner@soz.uni-frankfurt.de

Website der National Model United Nations (NMUN): http://www.nmun.org/nmun_ny.html

Sonstige

Apr 1 2015
18:01

Goethe-Universität als eine von fünf deutschen Hochschulen für Transfer-Audit ausgewählt

Auf dem Weg zur „Third Mission“

FRANKFURT. Mit ihrem Konzept „Third Mission – Partnerschaften für gesellschaftliche Innovationsprozesse“ ist die Goethe-Universität unter 51 Bewerbungen als eine von fünf Hochschulen in Deutschland für ein so genanntes „Transfer-Audit“ ausgewählt worden. Ziel des vom Stifterverband und von der Nixdorf-Stiftung ins Leben gerufenen Programms ist es, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft institutionell auszubauen. Die Hochschulen der einjährigen Pilotphase erhalten einen Zuschuss von je 25.000 Euro.

Universitätspräsidentin Birgitta Wolff freut sich: „Neben Forschung und Lehre ist die Third Mission ein wesentliches Profilelement der Goethe-Universität. Die Teilnahme an der Pilotphase des Transfer-Audit stärkt unsere Aktivitäten auf diesem Feld. Als Bürgeruniversität haben wir gute Voraussetzungen, um weitere partnerschaftliche Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft für  gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.“

Das Konzept „Third Mission – Partnerschaften für gesellschaftliche Innovationsprozesse“ sieht vor, die institutionelle Strategie für die Kooperation mit externen Partnern im Bereich der „dritten Mission“ weiterzuentwickeln. Folgende Themenfelder sind darin enthalten: Beiträge zur Politikentwicklung und ‐gestaltung auf nationaler und auf europäischer Ebene; translationale Forschung und Innovationspartnerschaften; Partnerschaften für kreative Innovationen im Kultursektor und „Community Research“ mit einem Fokus auf lokalen Transformationsprozessen.

Weitere Informationen: Dr. Justus Lentsch, Leiter Stabsstelle „Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs“, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (69) 798-15193. E-Mail: lentsch@pvw.uni-frankfurt.de

Sonstige

Apr 1 2015
18:00

Renommierte AACSB-Akkreditierung wurde für weitere fünf Jahre verlängert. Nur neun Business Schools in Deutschland können diese Auszeichnung vorweisen.

Frankfurter Wirtschaftswissenschaften weiterhin auf internationalem Niveau

FRANKFURT. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt darf weiterhin das begehrte Gütesiegel der Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) tragen. Bereits zum zweiten Mal nach 2010 hat die AACSB den Fachbereich erfolgreich re-akkreditiert. Im Januar 2005 wurden die Frankfurter Wirtschaftswissenschaften – als damals dritte Lehreinrichtung in Deutschland – erstmals mit der Akkreditierung ausgezeichnet.

„Wir freuen uns, dass wir das AACSB-Siegel weiterhin führen dürfen“, sagt Andreas Hackethal, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften. Das Evaluierungsverfahren sei zwar sehr aufwändig, der Aufwand lohne sich jedoch. „Es ist sehr wichtig, alle Prozesse regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, zu hinterfragen, ob das Zielfoto noch stimmt und ob man auf dem richtigen Weg ist.“ In die Evaluierung, für die drei Gutachter aus Zürich, Groningen und Istanbul, den Fachbereich Anfang Februar eineinhalb Tage lang unter die Lupe nahmen, waren neben Uni-Präsidentin Birgitta Wolff, Kanzler Holger Gottschalk und zahlreichen Professoren des Fachbereichs auch Studierende aus den verschiedenen Studienprogrammen sowie Alumni eingebunden.

Um mit der anerkannten Auszeichnung werben zu dürfen, muss der Fachbereich eine Vielzahl anspruchsvoller Akkreditierungsstandards erfüllen. Dazu gehört etwa, ein klares Leitbild zu definieren, die Ziele zu beschreiben, auf die dieses Leitbild ausgerichtet ist, sowie Strategien zu formulieren, wie man diese Ziele erreichen möchte. Ferner müssen klare, effektive und konsistent durchgeführte Prozesse rund um das Studium nachgewiesen werden – von der Zulassung über das Curriculum bis zum Abschluss und der Platzierung auf dem Arbeitsmarkt. Die Forschungs- und Lehrqualität der Professoren wird überprüft, die Kommunikation zwischen Professoren und Studenten, Organisation und Verwaltung und vieles mehr.

Die AACSB ist eine Non-Profit Organisation mit Sitz in Tampa, Florida, zu deren Mitgliedern weltweit mehr als 1400 Bildungseinrichtungen sowie private und öffentliche Institutionen aus dem Bildungsbereich gehören. Derzeit sind neun universitäre Fachbereiche und Business Schools in Deutschland akkreditiert, weltweit sind es 727 in 48 Staaten.

Weitere Informationen: Dr. Muriel Büsser, Geschäftsführerin, House of Finance. Leitung Forschungskommunikation, FB Wirtschaftswissenschaften. Tel.  (069) 798-34006. E-Mail: buesser@hof.uni-frankfurt.de

Forschung

Apr 1 2015
09:03

Erstes Studienangebot dieser Art einer Universität im Binnenland startet zum Wintersemester 2015/16

Neuer Studiengang Maritime Wissenschaften

+++ April, April: Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Aprilscherz. Die Goethe-Universität bietet keinen neuen Studiengang "Maritime Wissenschaften" an +++

FRANKFURT/FEHMARN. Die nächste Küste liegt von Frankfurt aus mindestens 500 Kilometer entfernt. Dennoch startet die Goethe-Universität im kommenden Wintersemester als erste deutsche Universität im Binnenland einen neuen Studiengang „Maritime Wissenschaften“. Für die nötige Praxisnähe der Studierenden sorgt ein ungewöhnliches Modell: Hat doch die Goethe-Universität in den letzten Jahren auf der Ostseeinsel Fehmarn ein neues Institutsgebäude direkt in Hafennähe errichten sowie einen ehemaligen Fischkutter zu einem hochseetüchtigen Forschungsschiff umbauen lassen.

Friedhelm Prinz, Professor für subozeanische Wellenbewegungen an der Goethe-Universität, hat lange auf diesen Moment hingearbeitet. „Die einzigartige Bedeutung der Meere für das gesamte Ökosystem unseres Planeten mag vielleicht noch vielen Küstenbewohnern vertraut sein, nicht aber den Bewohnern des Binnenlandes.“ Hier besteht nach seiner Ansicht „enormer Nachholbedarf“, beeinflusse doch auch der Lebensstil im Binnenland das Ökosystem der Meere massiv. Prinz weiter: „Der Studiengang sensibilisiert für diese Zusammenhänge, insbesondere dadurch, dass die Studierenden bei längeren Praxisphasen in unserem universitätseigenen Institut auf Fehmarn, bei Wattwanderungen oder maritimen Exkursionen auf dem Forschungsschiff selbst erfahren können, welch weitreichende Konsequenzen das binnenländische Leben für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane hat.“

Die Nachfrage nach dem neuen Studienangebot ist groß: Bereits ein halbes Jahr vor Studienstart gibt es mehr als 50 Bewerbungen – kurioserweise auch von Studienbewerben von der Nord- und Ostseeküste, ja sogar aus Hawaii. Prinz erklärt die große Nachfrage damit, dass der Studiengang „einen Nerv trifft“ und sehr gute Berufsaussichten bietet. Die besondere Ausrichtung der Maritimen Wissenschaften an der Goethe-Universität ermöglicht sowohl eine spätere Karriere in der Meeresforschung, als auch bei Umweltverbänden, in der politischen Beratung sowie im umweltpädagogischen Bereich. Folgerichtig werden die Maritimen Wissenschaften im Rahmen des Lehramtsstudiums als Wahlmodul angeboten. Auch im Rahmen der Frankfurter Politologie werden sie als Vertiefungsmöglichkeit für eine spätere Arbeit bei Umweltverbänden und der Politik angeboten. Insgesamt hat die Goethe-Universität mehr als drei Millionen Euro in den Aufbau der für den Studiengang nötigen Infrastruktur auf Fehmarn investiert. Das Geld kommt zum größten Teil aus Stiftungsmitteln.

„Diese vergleichsweise große Investition zeigt, dass auch das Präsidium der Goethe-Universität an die Zukunft dieses Studienganges und an eine auch dauerhaft hohe Nachfrage glaubt“, freut sich Prinz. Im Spätsommer 2015 steht jetzt erst einmal  die Eröffnung des Forschungszentrums an. Prinz ist sich sicher: „Rechtzeitig zum Wintersemester wird alles fertig sein.“ Über den genauen Eröffnungstermin werden die Medien rechtzeitig informiert.

Weitere Informationen: www.uni-frankfurt.de/54587315/maritim

Hochschulpolitische Themen

Mär 27 2015
14:42

Drei Bewerberinnen und Bewerber gehen am 29. April ins Rennen

Goethe-Universität stellt Kandidaten für das Amt der Vizepräsidenten vor

FRANKFURT. In  der Frage der Nachfolge für das Vizepräsidentenamt an der Goethe-Universität zeichnen sich drei Kandidatinnen und Kandidaten ab: Prof. Dr. Brigitte Haar, Prof. Dr. Enrico Schleiff und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz. Ihre Ideen und Ziele zur Fortentwicklung der Universität werden sie am 15. April bei einer hochschulinternen Anhörung darlegen. Sie gelten als ausgewiesene Experten in Fragen der Internationalisierung, Nachwuchsförderung, Infrastruktur sowie privaten Hochschulförderung; insofern würden sie das bestehende Präsidium um die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl und Kanzler Holger Gottschalk hervorragend ergänzen, das sich in den nächsten Jahren gemeinsam großen Herausforderungen stellen will. Die Wahl der Vizepräsidenten findet am 29. April statt. Sollten die drei Bewerberinnen und Bewerber erfolgreich sein, könnte die Universität auch erstmals in ihrer Geschichte eine mit Frauen und Männern gleichermaßen besetzte Hochschulleitung aufweisen.

Bei den drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern handelt es sich teils um  bekannte Gesichter. So treten zur Wiederwahl Prof. Dr. Enrico Schleiff und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz an. Beide waren in den vergangenen Jahren bereits Mitglieder des Präsidiums gewesen. Neu hinzu kommt die Juristin Prof. Dr. Brigitte Haar LL.M. (Univ. Chicago); sie hat seit 2004 eine Professur für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Wirtschaftsrecht sowie Law and Finance und Rechtsvergleichung im House of Finance inne.

Prof. Brigitte Haars Forschungsschwerpunkte sind Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und Vertragsrecht in rechtsvergleichender und ökonomischer Perspektive. In ihren Publikationen widmet sie sich vor allem dem Kapitalmarktrecht, der Finanzmarktregulierung sowie der Corporate Governance. Haar ist Sprecherin des von der Stiftung Geld und Währung geförderten Graduiertenkollegs Law and Economics of Money and Finance, Mitglied des Präsidiums des House of Finance und Principal Investigator am Forschungszentrum Sustainable Architecture for Finance in Europe (SAFE).

Prof. Enrico Schleiff ist seit 2007 Professor für Molekulare Zellbiologie der Pflanzen an der Goethe-Universität und war von 2009 bis 2012 als geschäftsführender Direktor des Center of Membrane Proteomics tätig. Seit April 2012 war er Vizepräsident der Goethe-Universität; dabei setzte er wichtige Impulse zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So erarbeitete er ein Konzept für ein neues Tenure Track, um exzellenten jungen Leuten dauerhaft in Frankfurt Perspektiven zu geben. Außerdem setzte er sich für die Fortentwicklung der Graduiertenschule GRADE ein und trieb das Modell Kooperativer Promotionen mit Fachhochschulen voran. Seit 2014 ist er Direktor des Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften. Beteiligt ist er zudem am Sonderforschungsbereich Molekulare Mechanismen der RNA-basierten Regulation.

Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz ist seit 1997 Professor für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität und war seit 2009 als Vizepräsident tätig. In dieser Funktion trat er für die Verbesserung von Lehre und Studium ein; u.a. indem er die „Bologna-Werkstätten“ zur Reform von Studiengängen initiierte und die Goethe-Universität beim „Qualitätspakt Lehre“ zum Erfolg führte. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Verwaltungsrates des Frankfurter Studentenwerkes und des Aufsichtsrates der Firma Innovectis sowie seit 2014 Vorsitzender des House of Pharma and Healthcare. Anfang 2015 wurde Schubert-Zsilavecz zum stellvertretenden Vorsitzenden der Auswahlkommission für den Qualitätspakt Lehre im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ernannt. Nicht zuletzt trug er entscheidend dazu bei, dass im Jahr des Universitätsjubiläums, 2014, ca. 70 Mio. Euro aus privaten Quellen eingeworben werden konnten.

Veranstaltungen

Mär 26 2015
15:52

Das Cornelia Goethe Centrum veranstaltet im Sommersemester eine Colloquiumsreihe zu „Masculinities“ – Neue Aspekte der Männerforschung

Zum Auftakt: Sportsoziologe spricht über „Sportsucht und Männlichkeit(en)“

FRANKFURT. „Masculinities“ steht auf dem Programm der öffentlichen Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester. Damit greift das Zentrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse ein Thema auf, das in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und im wissenschaftlichen Diskurs erlangt hat. Mit der Titelsetzung „Masculinities“ im Plural deutet die Vortrags- und Diskussionsreihe zugleich auf die Notwendigkeit hin, die Analyse für die komplexe Vielfalt an Männlichkeiten zu öffnen. Die Vortragenden der Colloquiumsreihe werden in Präsentationen und interaktiven Diskussionen einen Überblick über die breite Themenskala in der Männlichkeitsforschung geben und dabei aus ihrer eigenen aktuellen Forschung berichten.

Zum Auftakt am 29. April (Mittwoch) hält der Frankfurter Sportwissenschaftler Prof. Robert Gugutzer einen Vortrag zu „Sportsucht und Männlichkeit(en). Körper- und identitätssoziologische Annäherungen“. Auch wenn Sport längst keine reine Männerdomäne mehr ist, ist er nach wie vor ein soziales Feld, in dem traditionelle männliche Werte und Verhaltensmuster wie Mut, Härte, Kampf, Risikobereitschaft, Aggressivität oder Konkurrenzorientierung einen hohen Stellenwert genießen. Der Sport ist mehr denn je ein Bereich männlicher Identitätssuche und ein Feld mit hohem Suchtpotenzial, wie Gugutzer aufzeigen wird.

Am 13. Mai wird sich der Literaturwissenschaftler Prof. John Landreau vom College of New Jersey, USA mit der Frage nach der Repräsentation von Männlichkeit in einem Roman von Junot Diaz beschäftigen. Mit ihrem Blick aus dem globalen Süden beschäftigt sich die international bekannte australische Männlichkeitsforscherin Prof. Raewyn Connell kritisch mit den US- und eurozentristische Perspektiven der Männlichkeitsforschung. Am 10. Juni wird das Thema „Caring Masculinities“ diskutiert: Die Soziologinnen Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck (Frankfurt) und Dr. Sveva Magaraggia (Rom) richten mit der Anthropologin Prof. Hande Birkalan-Gedik (Istanbul) ihren Blick auf Vaterschaft und Männlichkeiten. Am 24. Juni wird Dr. Miranda Leontowitsch (Frankfurt) das Thema Männlichkeit und Alter aus alterssoziologischer Perspektive als Feld der Kontinuität und Veränderung aufgreifen. Schließlich stellt der Marburger Soziologe Dr. Christoph Schwarz die Frage nach männlicher Adoleszenz am Beispiel der IS-Propaganda.

Die Termine auf einen Blick:

29. April (Mittwoch)
Prof. Robert Gugutzer (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Sportsucht und Männlichkeit(en). Körper- und identitätssoziologische Annäherungen (Vortragssprache: Deutsch)

13. Mai (Mittwoch)
Prof. John Landreau (College of New Jersey): Reading and Writing across Borders. Figuring Masculinity in Junot Diaz’s: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao (Vortragssprache: Englisch)

26. Mai (Dienstag)
Prof. Raewyn Connell (University of Sydney): Masculinities in the World: Perspectives from the Global South (Vortragssprache: Englisch. Diese Veranstaltung findet im HZ 5 (Hörsaalzentrum Campus Westend) statt.

10. Juni (Mittwoch)
Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Prof. Hande Birkalan-Gedik (Yeditepe University, Istanbul) and Dr. Sveva Magaraggia (University of Roma Tre): Changing Fatherhood(s), Changing Masculinity(ies) (Vortragssprache: Englisch)

24. Juni (Mittwoch)
Dr. Miranda Leontowitsch (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Altern ist nicht nur weiblich – Das hohe Alter als Feld neuer Maskulinität (Vortragssprache: Deutsch)

08. Juli (Mittwoch)
Dr. Christoph Schwarz (Philipps-Universität Marburg): Generations nursed on the Milk of Humiliation: Masculinity and Generational Narratives in the Propaganda of the Islamic State (Vortragssprache: Englisch)

Mit Ausnahme des Vortrags von Raewyn Connell finden alle Veranstaltungen auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, PEG-Gebäude, Raum 1. G 191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Informationen: Prof. Helma Lutz, Anna Krämer, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse, Tel.: (069)798-35100, E-Mail: cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de, http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml