​​​​Pressemitteilungen ​

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Okt 21 2016
15:59

Goethe-Universität begrüßt 46 neue Teilnehmende des Programms für geflüchtete Akademiker. 24. Oktober, 18.00 Uhr, Campus Westend

Medieneinladung / Auftaktveranstaltung „Academic Welcome Program for Highly Qualified Refugees“

FRANKFURT.Das Programm für geflüchtete Akademiker an der Goethe-Universität geht in die dritte Runde: Dank der Unterstützung und Zusammenarbeit von und mit den Kooperationspartnern kann die Goethe-Universität 46 neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Wintersemester 2016/17 des Academic Welcome Programs (AWP) begrüßen. Damit profitieren mittlerweile über insgesamt 100 Teilnehmende von den Angeboten des AWP. Für den Aufbau und Durchführung des Programms wurden neue Mitarbeiter eingestellt; es wird mit einem Projektförderzeitrum bis mindestens Ende 2019 gerechnet.

Die Auftaktveranstaltung zum Semesterstart des Academic Welcome Program findet am Montag, 24. Oktober 2016, von 18.00 bis ca. 20.30 Uhr auf dem Campus Westend, Festsaal Casino (Cas 823) statt. Neben einem Grußwort von Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, werden Entwicklungen und Neuerungen des Programms vorgestellt. Des Weiteren berichten AWP-Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihren Erfahrungen und es werden Informationstische der Kooperationspartner für die Neuankömmlinge bereitstehen. Schließlich wird Abend wird mit einem gemütlichen Get-Together ausklingen. Medienvertreter sind herzlich zur Auftaktveranstaltung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen.

Zum Hintergrund: Das Academic Welcome Program for highly qualified refugees (AWP) der Goethe-Universität richtet sich an hochqualifizierte Geflüchtete. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit Deutsch-Intensivkurse, Propädeutika und Lehrveranstaltungen zu besuchen, haben Zugang zur Universitätsbibliothek und zu weiteren Hochschulservices und erhalten darüber hinaus individuelle Beratung und Betreuung. Das Programm wurde im Sommer 2015 kurzfristig aus Eigenmitteln sowie mit Unterstützung der Aventis Foundation initiiert. An seinem Aufbau unter Federführung des International Office beteiligten sich viele Verwaltungseinrichtungen der Hochschule, der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und der Verein „academic experience Worldwide“. Die Schirmherrschaft übernahm die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Tanja Brühl. Zur Verankerung an der Goethe-Universität und zum Ausbau des Programms konnten zusätzliche Fördermittel eingeworben werden, so vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD.
 
Weitere Informationen: Marius Jakl, Projektkoordinator Academic Welcome Program (AWP), Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798 17298; www.uni-frankfurt.de/awp

Veranstaltungen

Okt 21 2016
15:57

Migration in Europa im Spannungsfeld zwischen Sichtbaren und Vorstellbarem

Neue Ausstellung der Studiengalerie 1.357: Eva Leitolf „Postcards from Europe“

FRANKFURT.Studierende der Goethe Universität konzipieren ein neues Ausstellungsprojekt zu „Migration in Europa“ mit fotografischen Arbeiten der Künstlerin Eva Leitolf. Sie steht in der Tradition engagierter dokumentarischer Fotografie. In der Serie „Postcards from Europe“ bildet Leitolf Orte ab, an denen sich Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Gewalttaten ereignet haben, doch im Gegensatz zu den medialen Berichterstattung zeigen ihre Fotografien menschenleere Orte, die teilweise sogar frei von jeglicher Zivilisation sind.

Die neue Ausstellung der Studiengalerie 1.357 ist zu sehen vom 3. November bis zum 2. Dezembermontags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr im IG-Farben Haus auf dem Campus Westend. Die Ausstellungseröffnung ist

am 2. November (Mittwoch) um 20 Uhr
im IG-Farben-Haus, Raum 1.357, Campus Westend.

Die Serie „Postcards from Europe“ ist als ein fortlaufend wachsendes, offenes Archiv angelegt und stellt die Fotografie ins Zentrum eines Diskurses über die mediale Vermittlung von politischen Missständen in der Gesellschaft. Die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit der Problematik von Flucht und Migration wird durch möglichst nüchterne und stille Bilder eröffnet und eine Politisierung der Thematik abseits von jeglichem Spektakel ermöglicht. Seit 2006 hat Leitolf für „Postcards from Europe“ in Spanien, den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta, an der ungarisch-ukrainischen Grenze, in den Hafenstädten Calais und Dover, in Griechenland und im Süden Italiens gearbeitet. Ihre Fotografien menschenleere Orte erwecken den Eindruck der Ereignislosigkeit, sie werden jeweils von einem Text begleitet, der die konkreten Vorfälle oder Situationen schildert. Erst im Zuge des Lesens wird deutlich, weshalb der fotografierte Ort überhaupt bildwürdig ist.

Den Arbeiten wird konsequent eine Schockwirkung entzogen, die Bilder von Gewalt auslösen können. Der Kernpunkt ist daher die Frage, wie die Fotografie im künstlerischen Kontext eine journalistische Berichterstattung reflektiert, indem dokumentarische Standards aufgehoben werden. Ohne die Darstellung von Menschen konzentriert sie sich ausschließlich auf die Tatorte. Diese Orte dienen Leitolf gewissermaßen als Leerstellen oder Bühnen, die umso mehr auf die Möglichkeit der Anwesenheit von Menschen, Protagonisten verweisen sollen.

Die Texte zu den Fotografien sind Ergebnis einer ausführlichen Recherche. Sie entstammen unterschiedlichster Quellen wie Nachrichten und Polizeiakten, Leitolfs Gesprächen mit Migrant_innen, Opfern, Vertreter_innen von Hilfsorganisationen und Ansässigen vor Ort. Betrachter können das Textuelle als Teil des bildlichen Erlebens wahrnehmen – ohne jede Hierarchisierung. Sie können sich diese Bilder aber auch bis zu einem gewissen Grad ohne Text erarbeiten, da die Künstlerin ihre Bilder nicht buchstäblich überschreibt. Leitolfs Interesse gilt besonders dem Spannungsfeld zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was vorstellbar wird.

Eva Leitolf (geb. 1966) studierte Fotografie an der Universität Gesamthochschule Essen sowie Kunst am California Institute of the Arts als Schülerin Allan Sekulas, inzwischen lehrt sie  selbst an verschiedenen Kunsthochschulen und Universitäten. Ihre Arbeiten, u.a. die zwischen 1992 und 2008 entstandene Serie „Deutsche Bilder – eine Spurensuche“, „Rostock Ritz“ (2004) und „Postcards from Europe“ (seit 2006) wurden mit renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet und in internationalen Einrichtungen wie der Pinakothek der Moderne in München, dem Frankfurter Kunstverein, Sprengel Museum Hannover, Rijksmuseum Amsterdam, Fotomuseum Rotterdam und der Wallach Art Gallery in New York ausgestellt – und regelmäßig veröffentlicht, z.B. in der Süddeutschen Zeitung oder der ZEIT.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Goethe-Universität. Sie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, die unter dem Leittitel „Erinnerungskultur und Bildgebrauch“ in Lehrveranstaltungen von Studierenden verschiedener Disziplinen erarbeitet werden.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Christian Spies, Kunstgeschichtliches Institut; Sina Brückner, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, sinabrueckner@icloud.com

Personalia/Preise

Okt 20 2016
16:39

Maria Roser Valenti ist neuer Fellow der American Physical Society

Auszeichnung für Frankfurter Physikerin

FRANKFURT.Prof. Maria Roser Valenti ist zum Fellow der American Physical Society (APS) in der Abteilung “Computational Physics” gewählt worden. Diese hohe Auszeichnung erhält die Frankfurter Physikerin für ihre Beiträge zum mikroskopischen Verständnis elektronisch stark korrelierter Materialien, zu denen auch die Hochtemperatur-Supraleiter gehören. Den Zugang zu diesen hoch komplexen Materialien erschließt die Physikerin durch eine Kombination zweier theoretischer Ansätze.

Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität: „Wir gratulieren der American Physical Society zu dieser Entscheidung, denn Frau Valenti ist eine der Top-Kolleginnen im Bereich der Theoretischen Physik. Sie vereint alle Qualitäten einer herausragenden Wissenschaftlerin: sie ist ein ständiger Motor für kreative Ideen, arbeitet in internationalen Kooperationen auf höchstem wissenschaftlichen Niveau, engagiert sich innerhalb und außerhalb der Goethe-Universität für ihr Fach, und ist ein Role Model für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie wird einen neuen, ganz eigenen Wind in die APS bringen, wie sie es in ihrer Zeit als Vizepräsidentin auch in der Goethe-Universität getan hat“

Maria Roser-Valenti  studierte Physik an der Universität Barcelona und promovierte dort 1989. Von 1990 bis 1991 war sie Postdoktorandin an der University of Florida in Gainesville. Anschließend wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Universität Dortmund. Dort begann sie 1997 ihre Habilitation mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). 1999 wechselte sie an die Universität des Saarlandes, wo sie ein Jahr später ihre Habilitation abschloss. 2002 erhielt sie eines der renommierten Heisenberg Stipendien der DFG, das Nachwuchswissenschaftler auf eine Langzeit-Professur vorbereitet. Ein Jahr später folgte die Berufung auf eine Professur am Institut für  Theoretische Physik der Goethe-Universität. Von 2009 bis 2012 war die Mutter dreier Kinder Vizepräsidentin der Goethe-Universität. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Quantenmechanik von Materialien. Sie entwickelt theoretische Methoden  zur Beschreibung von unkonventioneller Supraleitung, frustriertem Magnetismus, exotischen Spin-Flüssigkeiten oder Systemen mit topologisch nicht-trivialen Zuständen.

Die APS ist mit ihren weltweit mehr als 50.000 Mitgliedern der zweitgrößte Fachverband für Physiker und Physikerinnen. (Der größte ist die Deutsche Physikalische Gesellschaft.) Gegründet wurde die APS 1899 mit dem Ziel, die Physik zu fördern und wissenschaftlichen Nachwuchs zu gewinnen. Es gilt als eine große Ehre, zum Fellow gewählt zu werden, denn die Auswahl wird durch einen Kreis von Gutachtern getroffen. Für die Wahl kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler infrage, die bedeutende Beitrage zur Grundlagenforschung geleistet oder signifikant zur Entwicklung wissenschaftlicher oder technischer Anwendungen beigetragen haben.

Informationen: Prof. Maria Roser-Valenti  Institut für  Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069)798-47816, valenti@itp.uni-frankfurt.de.

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Okt 20 2016
16:10

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe zur Esskultur der Gegenwart

Denken geht durch den Magen

FRANKFURT.In der Frankfurter Vortragsreihe „Denken geht durch den Magen“ werden sich namhafte Experten aus Ethnologie, Soziologie, Philosophie, Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaft sowie Psychologie, Kulturanthropologie und Molekulargastronomie mit den subtilen Verbindungen zwischen „Denken“ und „Essen“ auseinandersetzen.

Zum Hintergrund: In einer globalisierten Welt mit scheinbar unerschöpflichen. Ernährungsoptionen ist die Wahl der „richtigen“ (ethisch vertretbaren, gesunden, religiös zulässigen) Nahrung mitunter keine leichte Angelegenheit. Die politischen Konflikte um das Rindfleischverbot in Indien, ebenso aber auch Marine Le Pens Kritik an der vorgeblichen Monopolisierung des Pariser Fleischmarktes durch Halal-Fleisch oder die Debatte um den Veggie-Day zeigen, in welch komplexer Weise Ernährungsgewohnheiten heute zum politischen Streitfall werden können. Essen ist ein Politikum, weil es Identität stiftet und als unscheinbar-alltägliches, aber lebensnotwendiges Ritual subtile Möglichkeiten des gesellschaftlichen Ein- und Ausschlusses bietet.

Und Essen ist „Pop“ (Hanni Rützler), weil es als Ausdruck eines Lifestyle längst zu einem Medium der Individualisierung geworden ist. Die damit einhergehende zunehmende Diversifizierung der Verbrauchergewohnheiten macht es auch für Unternehmer im Food-Bereich zur unerlässlichen Aufgabe, sich mit aktuellen Ernährungstrends und ihrer (oft symbolisch-ideologischen) Motivation zu beschäftigen.

Essen und Kochen sind schließlich nicht nur die Stars eines nicht enden wollenden Medienkults, sondern werden bereits von Soziologen und Religionswissenschaftlern als eine Form der impliziten Religion betrachtet – während andererseits Essstörungen und ernährungsbedingte Erkrankungen zunehmen. In Filmen und Romanen der Gegenwart sind Essen und Kochen schließlich mehr als bloße Motive: Vielmehr bilden einzelne Essensszenen in ihrer Gesamtheit ein Zeichensystem, das gesellschaftliche Leitdiskurse auf subtile Weise bestätigen oder aber unterminieren kann. Die Esskultur der Gegenwart präsentiert sich somit als extrem vielschichtiges und widersprüchliches Phänomen, das nach einer interdisziplinären Erforschung verlangt.

Programm „Denken geht durch den Magen“ im Wintersemester 2016/2017:

(Achtung, Termin- und Raumänderung!) 1.11. Vinzenz Hediger: Zu viel Muskeln, zu viel Fett: Obszöne und obsolete Körper im post-industriellen Kino. Hörsaalzentrum, HZ 9

9.11. Eva Barlösius: Dicksein. Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt

18.11. Massimo Montanari, Maria G. Muzzarelli, Emanuele Gatti, Christine Ott: Was vom Essen übrigbleibt. Zur politischen Verwendung von Speisen / Ciò che resta del cibo. Sull’utilizzo politico delle vivande (Vorträge in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung) 10–16 Uhr, Seminarhaus, SH 1.104 (Uni-Campus Westend)

23.11. Tilmann Habermas: I prefer dying to become big as mamma – Kulturelle Genese und Psychodynamik der Magersucht

7.12. Frank Schulze-Engler: Welpeneintopf und 24 Teller Pommes: Komisches Essen in der globalisierten Moderne

16.12. Harald Lemke: Utopie-Ursuppe. Eine heitere bis nachdenkliche Tischgesellschaft (Vortrag und Koch-Event in der Freitagsküche, Mainzer Landstraße 105)

18.1. Laurent Gautier: Den Geschmack denken: von der Kommunikation zur Repräsentation im Bereich der Weinsensorik

1.2. Mita Banerjee: „Der Reis des Lebens“: Biopiraterie und Lebenserzählungen in Indien

8.2. Julika Griem: Kochende Männer. Zur Kulinarik gegenwärtiger Geschlechterverhältnisse

Die Vorträge finden, sofern nicht anders vermerkt, mittwochs von 18–20 Uhr im IG-Farben-Haus, Campus Westend, Raum IG 411 statt. Die Vorlesungsreihe wird im Sommersemester 2017 fortgesetzt.

Weitere Informationen: Prof. Christine Ott, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (69) 798 32014; c.ott@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Okt 20 2016
15:21

Theoretiker modellieren den “Klang” der Gravitationswellen

Entdeckte LIGO schwarze Löcher oder Gravasterne?

FRANKFURT.Gravasterne sind hypothetische Objekte, die Schwarzen Löchern ähneln, aber mathematisch weniger bizarr sind. Nach der Entdeckung der Gravitationswellen konnten Theoretiker erstmals überprüfen, ob es sie wirklich gibt. Die Modellrechnungen sprechen dagegen, wie Luciano Rezzolla von der Goethe-Universität und Cecilia Chirenti von der Universität Sao Paolo, Brasilien, in der aktuellen Ausgabe von Physical Review D berichten.

Das Modell des Gravasterns (Gravitations Vakuum Kondensat Stern) wurde 2001 von Pawel Mazur und Emil Mottola vorgeschlagen. Gravasterne sollen am Ende eines Sternenlebens entstehen und einen Kern aus exotischer Materie besitzen, ähnlich der dunklen Energie. Dieser Kern verhindert, dass der Gravastern unter dem Druck der Gravitationskraft kollabiert. Das hypothetische Objekt wäre nahezu so kompakt wie ein schwarzes Loch, besäße aber keinen Ereignishorizont wie dieses. Jenseits dieser Grenze gibt es keine Informationen und das Prinzip der Kausalität ist aufgehoben. Das hat bizarre physikalische Konsequenzen, die im Modell des Gravasterns nicht auftreten.

Unterscheiden kann man Gravasterne und Schwarze Löcher anhand der Gravitationswellen, die sie aussenden. Beide verhalten sich bei einer Störung wie eine Glocke, die einen verklingenden Ton erzeugt. Interessanterweise sind die Tonhöhe und die Abschwächung des Signals bei Gravasternen anders als bei Schwarzen Löchern. Das war schon kurze Zeit nach dem Postulat der Gravasterne bekannt.

Nach dem ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen, der im Februar dieses Jahres von der LIGO Kollaboration bekanntgegeben wurde und in der ganzen Welt durch die Nachrichten ging, beschlossen Luciano Rezzolla von Goethe Universität und Cecilia Chirenti von der Universität in Sao Paolo, Brasilien, herauszufinden, ob es sich bei dem beobachteten Signal um einen Gravastern gehandelt haben könnte.

Für das stärkste der bisher gemessenen Signale (GW150914), zeigte das LIGO Team, dass es durch die Kollision zweier Schwarzer Löcher entstanden ist, die zu einem größeren Schwarzen Loch verschmolzen sind. Der letzte Teil des Signals, die Abklingphase, ist der Fingerabdruck, mit dem man es identifizieren kann. "Die Frequenzen in der Abklingphase dienen als Signatur für die Quelle der Gravitationswellen, so wie unterschiedliche Glocken unterschiedlich klingen", erklärt Professor Chirenti.

Chirenti und Rezzolla modellierten nun, wie sich ein Gravastern anhören würde, der die gleichen Eigenschaften hätte wie ein vergleichbares Schwarzes Loch und kamen zu dem Ergebnis, dass die Frequenzen der Abklingphase von GW150914 nur schwer mit denen eines Gravasterns in Einklang zu bringen sind. Somit kann es sich bei GW150914 nicht um die Verschmelzung zweier Gravasterne handeln, wie die Forscher kürzlich in der Fachzeitschrift Physical Review D berichteten.  Daher ist die Fusion von zwei schwarzen Löchern die überzeugendste Erklärung der Beobachtungen. „Als theoretischer Physiker muss man immer offen für neue Ideen sein, egal wie exotisch sie auch sein mögen. Fortschritte gibt es in der Physik immer dann, wenn Theorien mit neuen experimentellen Ergebnissen konfrontiert werden. In diesem Fall passt die Idee der Gravasternverschmelzung einfach nicht zu den Beobachtungen", sagt Professor Rezzolla.

Publikation: Cecilia Chirenti, Luciano Rezzolla: "Did GW150914 produce a rotating gravastar?", in Physical Review D 94, 084016 (2016). https://doi.org/10.1103/PhysRevD.94.084016.

Ein Bild zum Download finden Sie hier: www.uni-frankfurt.de/63684192

Bildtext: Gravitationswellensignal von GW150914, gemessen in den beiden Detektoren bei Livingston und Hanford (oben); Künstlerische Wiedergabe eines Gravasterns (unten)

Informationen: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für  Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069)798-47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Okt 20 2016
14:55

13. Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft in Frankfurt – in Kooperation der Goethe-Universität und Justus-Liebig-Universität Gießen

Theater als Kritik

Über das Thema „Theater als Kritik“ werden beim 13. Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft vom 3. bis 6. November über 200 Theaterwissenschaftler aus dem In- und Ausland in Frankfurt diskutieren. Die Initiatoren, Nikolaus Müller-Schöll (Goethe-Universität Frankfurt) und Gerald Siegmund (Justus-Liebig-Universität Gießen) laden dazu ein, Theater als eine kritische Praktik im doppelten Sinne zu untersuchen: Vor dem Hintergrund der Krise klassischer Begründungen des Theaters wie auch der Kritik sollen deren Geschichte, Theorie und Fragen neu beleuchtet werden. Nicht also die Gegenstände, mit denen sich die Kritik des Theaters beschäftigt, stehen zur Debatte, sondern vielmehr diese Kritik selbst.

Der Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft wird alle zwei Jahre an wechselnden Instituten durchgeführt und ist die wichtigste wissenschaftliche Veranstaltung des Fachs im deutschsprachigen Raum. Organisiert wird er von der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit der Angewandten Theaterwissenschaft der Justus Liebig Universität-Gießen und der Hessischen Theaterakademie. Weitere Partner sind das Frankfurt LAB, das Künstlerhaus Mousonturm und das Stadttheater Gießen.

Plenarvorträge von Shannon Jackson (Berkeley), Christoph Menke (Frankfurt) und Werner Hamacher (Frankfurt) sowie rund 200 Einzelvorträge in über 60 Panels werden dabei durch ein künstlerisches Programm von Studierenden der Hessischen Theaterakademie (HTA) aus Gießen, Frankfurt und Offenbach sowie durch eine Aufführung von „Five Easy Pieces“ von Milo Rau/IIPM und CAMPO ergänzt.

Der Kongress steht im Zeichen der Internationalisierung des Faches: Ein Viertel der teilnehmenden Redner kommt von Instituten außerhalb Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz. Erstmals werden durchgängig englischsprachige Panels angeboten und die Plenarvorträge mit einer englischen Übersetzung übertitelt. Die ausländischen Gäste kommen u.a. aus Dänemark, Hongkong, Japan, Kanada, Kroatien, Mexiko, Nigeria, USA, Russland, Rumänien, Schweden, Zimbabwe. Der diesjährige Kongress ist damit der mit Abstand internationalste Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft seit seiner ersten Ausgabe im Jahre 1992 und will so über die Organisation des Fachgesprächs hinaus zur internationalen Vernetzung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft und der Öffnung des Faches beitragen.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, der Hessischen Theaterakademie, von den Freunden und Förderern der Goethe-Universität und der Stiftung zur Förderung der internationalen Beziehungen der Goethe-Universität, vom Kulturdezernat der Stadt Frankfurt, dem Kulturfonds Rhein Main sowie von der Gießener Hochschulgesellschaft.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Olivia Ebert, M.A, Institut für Theater, Film Medien, Campus Westend, Telefon (069)798-32065 oder – 32069; Mueller-Schoell@tfm.uni-frankfurt.de; ebert@tfm.uni-frankfurt.de

www.theater-als-kritik.de

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Okt 19 2016
16:52

Borverbindungen erweitern die Anwendungsmöglichkeiten in der chemischen Synthese

Metallfreier Katalysator spaltet Wasserstoffmolekül

FRANKFURT. Wasserstoff (H2) ist ein denkbar einfaches Molekül und dennoch ein wertvoller Rohstoff, der durch die Entwicklung ausgefeilter Katalysatoren immer mehr an Bedeutung gewinnt. In der Industrie und Wirtschaft reichen die Anwendungsgebiete von der Lebens- und Düngemittelherstellung über das Cracken von Erdöl bis zum Einsatz als Energieträger in Brennstoffzellen. Eine Herausforderung besteht darin, die starke H─H-Bindung unter milden Bedingungen zu spalten. Chemiker der Goethe-Universität haben nun einen neuen Katalysator zur Aktivierung von Wasserstoff entwickelt, indem sie in ein gängiges organisches Molekül gezielt Bor-Atome einschleusten. Das in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ beschriebene Verfahren benötigt zusätzlich nur noch eine Elektronenquelle und sollte daher zukünftig breit einsetzbar sein.

Dem hohen Energieinhalt des Wasserstoffmoleküls steht eine besonders stabile Bindungssituation gegenüber. Erstmals erkannte Paul Sabatier im Jahre 1897, dass Metalle geeignete Katalysatoren sind, um das Molekül zu spalten und elementaren Wasserstoff für chemische Reaktionen nutzbar zu machen. Für diese wichtige Entdeckung erhielt er 1912 den Nobelpreis für Chemie. Die heutzutage meistverwendeten Hydrierkatalysatoren enthalten giftige oder teure Schwermetalle wie Nickel, Palladium oder Platin. Erst vor zehn Jahren wurden metallfreie Systeme aus Bor- und Phosphorverbindungen entdeckt, die vergleichbare Reaktionen ermöglichen.

„Meiner Doktorandin, Esther von Grotthuss, ist nochmals eine deutliche Vereinfachung der metallfreien Strategie gelungen, die allein die Borkomponente benötigt“, so Prof. Matthias Wagner vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-Universität. „Zusätzlich brauchen wir lediglich noch eine Elektronenquelle. Im Labor haben wir hierfür Lithium oder Kalium gewählt. Für eine Übertragung in die Praxis sollte sich stattdessen elektrischer Strom nutzen lassen“.

Um Einzelheiten der Wasserstoffaktivierung über experimentelle Befunde hinaus aufzuklären, wurden in Kooperation mit Prof. Max Holthausen (Goethe Universität) quantenchemische Rechnungen durchgeführt. Detaillierte Kenntnisse des Reaktionsverlaufs tragen wesentlich dazu bei, das System weiter auszubauen. Das Ziel besteht nicht allein darin, Übergangsmetalle langfristig zu ersetzen, sondern darüber hinaus Reaktionen zu erschließen, die mit den konventionellen Katalysatoren nicht möglich sind.

Die Frankfurter Chemiker halten insbesondere Substitutionsreaktionen für vielversprechend, die einen günstigen Zugang zu Verbindungen des Wasserstoffs mit anderen Elementen gestatten. Für solche Synthesen werden meist noch kostspielige und gefahrenträchtige Verfahren eingesetzt. Beispielsweise wäre eine vereinfachte Herstellung von Silizium-Wasserstoff-Verbindungen höchst attraktiv für die Halbleiterindustrie.

Publikation: E. von Grotthuss et al: Reversible Dihydrogen Activation by Reduced Aryl Boranes as Main-Group Ambiphiles, in: Angew. Chem. Int. Ed. 2016, DOI: 10.1002/anie.201608324

Ein Bild zum Download finden Sie unter:www.uni-frankfurt.de/63671511

Bildtext: Neu entwickelte Borverbindungen können leicht Elektronen aufnehmen und damit das wichtige Wasserstoffmolekül spalten.

Informationen: Prof. Matthias Wagner, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29156, Matthias.Wagner@chemie.uni-frankfurt.de

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Okt 19 2016
16:50

Der frühere EU-Kommissar Franz Fischler spricht im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg über die Zukunft der EU

Auf Europas Stärken blicken

FRANKFURT.Wie kann die Europäische Union fit für die Zukunft gemacht werden? Welche Rolle soll sie künftig für die Mitgliedstaaten, aber auch in der Welt spielen? Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler ist am Dienstag, 25. Oktober, zu Gast in der Reihe „EuropaDialoge“ des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Er will den Blick auf die Stärken und Potenziale der Staatengemeinschaft richten.

Brexit, Griechenland-Krise und die undemokratischen Entwicklungen in einigen Mitgliedsstaaten – die Europäische Union hat schon bessere Zeiten gesehen. Anstatt in das allgemeine Lamento einzustimmen, will der frühere österreichische Landwirtschaftsminister Dr. Franz Fischler, der von 1995 bis 2004 als EU-Kommissar für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei zuständig war, Lösungswege vorschlagen. Jetzt sei es an der Zeit, sich Gedanken zu machen darüber, wie die EU zurückkehren könnte auf den Wachstumspfad, welche Qualität von Wachstum sie anstreben soll und wie dabei die wachsende Ungleichheit reduziert werden könnte. Dabei, meint Fischler, sollte sich die EU endlich wieder ihrer Stärken bewusst werden.

Dr. Franz Fischler, Jahrgang 1946, war von 1989 bis 1994 österreichischer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, danach bis 2004 Mitglied der EU-Kommission. Heute ist er Geschäftsführer der Franz Fischler Consult GmbH, Vorsitzender des österreichischen Studienförderungswerks Pro Scientia und Berater zahlreicher Regierungen und der OECD. Seit 2012 ist er Präsident des Europäischen Forums Alpbach.

Die Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d'Europe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität und des an der Goethe-Uni angesiedelten Deutsch-Französischen Instituts der Geschichts- und Sozialwissenschaften Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales. Die wissenschaftliche Leitung haben Prof. Matthias Lutz-Bachmann und Professor Pierre Monnet inne. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Forschungskollegs unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de und des Deutsch-Französischen Instituts unter www.ifra-frankfurt.de.

„Europa zukunftsfähig machen“ – Vortrag von Franz Fischler in der Reihe EuropaDialoge; Dienstag, 25. Oktober 2016, 18 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Auf dem Gelände des Kollegs stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Bitte nutzen Sie die nahe gelegenen, kostenpflichtigen Parkplätze des Casino Parkhauses oder des Tennisclubs.

Um Anmeldung wird gebeten bis 21. Oktober per Fax (06172/13977-39) oder E-Mail (info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de)

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Okt 19 2016
16:49

Allgemeine Führung. Campus Riedberg, 21. Oktober

Hinter den Kulissen des Wissenschaftsgartens

FRANKFURT. Die Kultur von rund 2000 Pflanzenarten aus aller Welt, die Nachzucht seltener Arten aus Saatgut und die Bereitstellung von umfangreichem Pflanzenmaterial für die Lehre zu festgelegten Terminen erfordern große gärtnerische Fachkenntnis und erheblichen logistischen Aufwand. Susanne Pietsch, Mitarbeiterin des Wissenschaftsgartens, wird bei der allgemeinen Führung durch das Freiland und durch das Gewächshaus im Wissenschaftsgarten die vielfältigen Arbeiten aus gärtnerischer Sicht erläutern.

Was?             Hinter den Kulissen des Wissenschaftsgartens – der gärtnerische Bereich stellt sich vor
Wann?          21. Oktober, 15.00 Uhr (geänderte Anfangszeit wegen früher Dunkelheit)
Wo?               Wissenschaftsgarten auf dem Campus Riedberg, Max-von-Laue-Straße 13, 60438 Frankfurt, Treffpunkt am Eingang

Anfahrt: www.uni-frankfurt.de/51838989/InformationenAnfahrt

Informationen: Susanne Pietsch, 069/79842116, s.pietsch@bio.uni-frankfurt.de

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Okt 19 2016
16:47

Vortragsreihe des Cornelia Goethe Centrums der Goethe-Universität im Wintersemester

„Flucht und Geschlechterverhältnisse: Zur Dialektik von Handlungsräumen in einer spezifischen Krise“

FRANKFURT.Das Frankfurter Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse veranstaltet im Wintersemester eine Vortragsreihe zum Thema „Flucht und Geschlechterverhältnisse: Zur Dialektik von Handlungsräumen in einer spezifischen Krise“. Zum Auftakt spricht der Sozialpsychologe Prof. Dr. Phil C. Langer von der International Psychoanalytic University Berlin

am 26. Oktober (Mittwoch) ab 18 Uhr c.t
im PEG-Gebäude, Raum 1.G 191, Campus Westend, Goethe-Universität.

Langers Thema ist „Hat Trauma ein Geschlecht? Aktuelle Forschungsbefunde zur Flüchtlingssituation in der Region Syrien“. (Wie) werden diese Erfahrungen – individuell sowie kollektiv – geschlechtsspezifisch wahrgenommen, be- und verarbeitet? Welche Folgen ergeben sich daraus für eine geschlechtersensible Behandlung von Traumata? Bei der Beantwortung dieser Fragen wird sich Langer auf ein aktuelles Forschungsprojekt beziehen, das er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchführt hat und das die psychosoziale Versorgung von Geflüchteten in der Region Syrien in den Blick nimmt.

Die Debatte über die Ursachen, Bedingungen und Folgen von Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten für Menschen, die vor Gewalt, Terror sowie politisch und religiös motivierter Verfolgung flüchten, wird nicht selten dominiert von rassistisch geprägten und auf Unterschiede der Geschlechter fixierten Bildern, Symbolen und Kategorien. So machen die Veranstalter der Reihe dies daran fest, dass im medialen Diskurs der Flüchtlingsbewegungen das Bild des „jungen, allein einreisenden, muslimischen Mannes“ stark präsent ist. Die Vorlesungsreihe des Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität will eben jenes Bilder der „Anderen“ aus feministischer Perspektive hinterfragen. Auch die Ereignisse der Kölner Silvesternacht und die mediale Reaktionen zeigten, dass der Dialog und die Vernetzung der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte dringender denn je sind.

Die Vorträge problematisieren die gängige Annahme, dass Migration und Flucht als einmalige und in eine Richtung gehende Wanderungsbewegungen zu verstehen sind. Dabei sollen die Organisation von Wanderungsbewegungen aus einer gendersensiblen Perspektive betrachtet werden. Spezifische Formen der Männlichkeit und Weiblichkeit im Kontext neuerer Fluchtbewegungen werden durch die unterschiedlichen Vorträge nationaler wie internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchtet und zur Diskussion gestellt.

Die Vorträge in deutscher oder englischer Sprache finden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr im PEG-Gebäude, Raum 1.G 191 statt. Hier im Überblick:

26. Oktober 2016
Prof. Dr. Phil C. Langer, Sigmund Freud Privat Universität Berlin
Hat Trauma ein Geschlecht? Aktuelle Forschungsbefunde zur Flüchtlingssituation in der Region Syrien

9. November 2016
Junior-Prof. Dr. Anna Amelina, Goethe-Universität
Regulation of Borders and Migration as a Regime of
Intersection: European Perspectives

23. November 2016
Prof. Dr. Thomas Spijkerboer, Vrije Universiteit Amsterdam
Gender and Sexuality in Refugee Law

14. Dezember 2016
Dr. Michael Tunç, Technische Hochschule Köln
„Kann der Subalterne sprechen?“ Männlichkeiten und Geflüchtete zwischen Männlichkeitskritik und Empowerment

18. Januar 2017
Prof. Dr. Éric Fassin, Université Paris 8
Sexual Democracy and the “Sexual Clash of Civilizations”, One Year After the Cologne Attacks

8. Februar 2017
Roundtable mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flüchtlingsberatung und -vertretung

Informationen: Cigdem Toprak, Öffentlichkeitsarbeit, Cornelia Goethe Centrum, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -35100, E-Mail: toprak@em.uni-frankfurt.de , Detailinformationen zum Programm: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

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Okt 17 2016
17:44

Ausstellung im Struwwelpeter-Museum und Bürgervorlesungsreihe des Instituts für Jugendbuchforschung beleuchten Zusammenspiel von Text und Bild

EINLADUNG zum Mediengespräch und Ausstellungsrundgang / Bilder zu Kinderbuch-Klassikern

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Bilderbücher wie Der Struwwelpeter des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann oder Wilhelm Buschs Max und Moritz haben sich tief ins Gedächtnis vieler Generationen eingeprägt. Das sind nur zwei Beispiele, die zeigen, dass es nicht nur die Texte, sondern Bücher in ihrem Zusammenspiel von Text und Bild sind, die über Jahrhunderte hinweg faszinieren.

Das Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität und das Frankfurter Struwwelpeter-Museum haben das Zusammenspiel von Text und Bild im Wintersemester gemeinsam aufgegriffen – mit der Ausstellung „Klassiker des Bilderbuchs. Von Rotkäppchen bis Grüffelo!“ und der Bürgervorlesungsreihe „Bilder zu „Klassikern – über Klassizität, Popularität, Aktualität von Illustration und Bilderbuchkunst“.

Die Ausstellung, die am Donnerstag (27.10.) um 19 Uhr offiziell eröffnet wird, ermöglicht nicht  nur ein Wiedersehen mit Klassikern der Kinderliteratur aus zwei Jahrhunderten, ein Höhepunkt sind die Original-Illustrationen des Hamburger Künstlers Jonas Lauströer zum Thema Fabeln, die im Kunstkabinett des Museums zu sehen sind.

Wenn dies Ihr Interesse weckt und Sie gern noch mehr über die Ausstellung, den Künstler Jonas Lauströer und die Vorlesungsreihe erfahren möchten, dann freuen wir uns auf Ihre Teilnahme beim Mediengespräch und Ausstellungsrundgang

am: Donnerstag, 27. Oktober, um 15 Uhr,
Ort:
Struwwelpeter-Museum, Schubertstr. 20 

Ihre Gesprächspartner sind:

  • Beate Zekorn-von Bebenburg, Museumsleiterin Struwwelpeter-Museum
  • Jonas Lauströer, Hamburger Künstler
  • Prof. Ute Dettmar, Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung
  • Dr. Claudia Maria Pecher, Institut für Jugendbuchforschung

Über Ihre Zusage freuen wir uns, mailen Sie uns doch bitte bis zum 25. Oktober (jaspers@pvw.uni-frankfurt.de).

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation

Veranstaltungen

Okt 17 2016
17:43

Friedrich Kratochwil referiert am 24. und 25. Oktober 2016 bei den Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Kann es eine „Theorie der Praxis“ geben?

FRANKFURT. Die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ feiern ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal nun finden diese Vorlesungen statt, zu denen der Cluster herausragende Forscherinnen und Forscher einlädt, an zwei aufeinander folgenden Tagen ausgewählte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen zu bearbeiten – und zwar, so der Anspruch, auf theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise. Frankfurt Lecturer des aktuellen Wintersemesters ist Friedrich Kratochwil. Der emeritierte Professor für Internationale Politik widmet sich dem Spannungsfeld zwischen grundsätzlichen Überlegungen und ihrer Umsetzbarkeit auf konkrete Situationen, wenn er am 24. und 25. Oktober im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend nach einer – so das Oberthema seiner Vorträge – „Theorie der politischen Praxis?“ fragt.

Allgemeine politische Theorien, zum Beispiel der Gerechtigkeit, sollten zwar auf konkrete Fragen des sozialen Miteinanders Anwendung finden können. Wie das im Einzelfall gelingen mag, ist jedoch eine nicht leicht zu beantwortende Frage, weil diese Theorien häufig stark abstrahieren und idealisieren; sie blenden konkrete Variationen zwischen Menschen und Situationen weitgehend aus. „Ideale Theorien“ nehmen dabei für sich in Anspruch, eine prinzipielle Orientierung zu gewähren. Ihre Praxistauglichkeit gehört in der politischen Philosophie gleichwohl zu den meistdiskutierten Themen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich Friedrich Kratochwil in seinen beiden Vorträgen mit dem Problem der Möglichkeit einer „Theorie der Praxis“ auseinander. Der erste Vortrag am 24. Oktober um 18.15 Uhr beleuchtet dieses Problem durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem „practice turn“ in den Internationalen Beziehungen und mit der Hume’schen Kritik an einem Ansatz, der auf dem modernen Wissenschaftsverständnis der sozialen Welt fußt. Der zweite Vortrag am 25. Oktober, ebenfalls um 18.15 Uhr, versucht, diese Gedanken weiter zu führen, indem Versuche einer „idealen Theorie“, wie sie seit dem frühen Habermas und Rawls üblich und auch in der politischen Theorie dominant geworden sind, einer Kritik unterzogen werden. Als Ergebnis seiner Überlegungen plädiert Kratochwil für eine „nicht-ideale Theorie“, weil sie den praktischen Anforderungen besser gerecht werde.

Friedrich Kratochwil gehört zu den bekanntesten Theoretikern der internationalen Beziehungen (IB) und gilt dort als einer der Begründer des so genannten sozialkonstruktivistischen Forschungsansatzes. Seine zahlreichen Publikationen bewegen sich im Grenzbereich zwischen IB, politischer Theorie und Rechtswissenschaften. Er war nach einer Promotion in Princeton unter anderem an der Universität Maryland, der Columbia University, der Pennsylvania State University, der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig. Nach seiner Emeritierung war Kratochwil Gastprofessor an der Central European University sowie an Universitäten in Südkorea und Brasilien. Zu seinen Publikationen zählen: „The Status of Law in World Society: Meditations On The Role And Rule Of Law“ (2014), „The Puzzles of Politics: Inquiries Into the Genesis and Transformation of International Relation Religions“ (2010) und „Rules, Norms, and Decisions: On the Conditions of Practical and Legal Reasoning in International Relations and Domestic Affairs“ (1991). Im Oktober und November ist Friedrich Kratochwil Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.

Begonnen haben die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters im Wintersemester 2009/2010. Zu den bisherigen Vortragenden gehörten Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley, und Liam B. Murphy, Professor für Recht und Philosophie an der New York University. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen.

Frankfurt Lectures im Wintersemester 2016/2017
Friedrich Kratochwil: Theorie der politischen Praxis?

Montag, 24. Oktober 2016, Lecture I: Kritische Anmerkungen zum „practice turn“
Dienstag, 25. Oktober 2016, Lecture II: Kritische Anmerkungen zur „idealen Theorie“

Jeweils 18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9

Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. 

Kontakt:  Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:

Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net;

Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Okt 17 2016
17:41

Der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann referiert über den engen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck

Luther, der Publizist

BAD HOMBURG. Die Reformation war nicht nur ein theologisch, sondern auch ein technisch bedingtes Ereignis. Ohne den Buchdruck, der sich seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert rasch über Europa ausbreitete, und die damit einhergehende schnelle Verbreitung von Texten, Kenntnissen und Ideen ist Reformation undenkbar. Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen, setzt sich mit dem bisher kaum erforschten, komplexen Zusammenhang zwischen Reformation und Buchdruck auseinander. Zu diesem Thema hält er einen öffentlichen Vortrag:

am Donnerstag (20.10.) um 19 Uhr
im Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg.

Martin Luther war einer der aktivsten Publizisten seiner Zeit. Er brachte unzählige Schriften und Drucke in deutscher oder lateinischer Sprache heraus und trug seine Überzeugungen so an zahlreiche seiner Zeitgenossen heran. Der Kirchenhistoriker Kaufmann beschäftigt sich in seinem Vortrag u.a. mit der Rolle, die Luther bei der Erstellung von Druckausgaben eigener Manuskripte spielte. Außerdem thematisiert Kaufmann folgende Fragen: Wie funktionierten die Arbeitsabläufe? Wie kam es zur Beschleunigung der Produktionspraxis? Welche Kenntnisse besitzen wir über die Marktstrukturen und die Aktivitäten sonstiger Buchakteure?

Der Vortrag ist ein Beitrag zum aktuellen Themenschwerpunkt des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität: „Reformationen – Kontinuitäten und Brüche“. Unter der Federführung von Luise Schorn-Schütte, Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, erfolgt 2016/17die Auseinandersetzung mit Spezialaspekten der reformatorischen Bewegung. Das Ziel des Themenjahrs besteht nicht zuletzt darin, durch die Freilegung zeitgebundener Deutungsmuster den Kern des reformatorischen Anliegens auch für die Gegenwart wieder besser verständlich zu machen.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern in aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg, Tel.: (06172)13977-14 oder (06172)13977-0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Sonstige

Okt 13 2016
17:20

Der Sozialwissenschaftler Tim Engartner setzt sich im neuen UniReport kritisch mit den Folgen der Privatisierung auseinander.

Staat im Ausverkauf?

FRANKFURT.„Verzögerungen im Betriebsablauf“, Schäden an Loks und Weichen, aber auch Schließungen von Bahnhöfen und Einbußen im Service: Dies kennt wohl jeder Bahnreisende zur Genüge. Die Deutsche Bahn, kritisiert Prof. Tim Engartner, Sozialwissenschaftler an der Goethe-Universität, vernachlässige den inländischen Schienenverkehr und setze als Global Player lieber auf bahnfremde Dienstleistungen. Nicht nur bei ehemaligen Staatsunternehmen wie der Deutschen Bundespost oder der Lufthansa, sondern auch im kommunalen Bereich, beispielsweise durch den Verkauf von Wohnungen, Stadtwerken  oder Schulgebäuden, sieht Engartner eine fatale „Entstaatlichung“, die keineswegs die öffentlichen Kassen und die Bürger entlaste:

„So wurde durch die Privatisierung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 1,2 Mio. Arbeitsverhältnissen die Grundlage entzogen“, erklärt er in seinem UniReport-Essay. Hoheitliche Aufgaben sollten nicht von privaten Anbietern wahrgenommen werden. Engartner fordert daher: „Wenn wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der wir nicht nur den Preis, sondern auch den Wert öffentlicher Güter und Dienstleistungen schätzen, sollten wir nicht länger deren (Aus-)Verkauf betreiben.“

Die weiteren Themen in der Oktober-Ausgabe des UniReport:

  • Drei Fächer in einem Studiengang: Der Bachelor „Theater-, Film- und Medienwissenschaften“ besticht durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis.

  • Junge dynamische Hochschule mit Tradition: Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU), eine von drei Rhein-Main-Universitäten (RMU), im Porträt.

  • Faszination „Tatort“: Die Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, über Realität und Fiktion in der beliebten Fernsehreihe. Im Wintersemester wird die „Tatort“-Reihe Thema der Frankfurter Bürgeruni sein.

  • Europäer arbeiten deutlich weniger als Amerikaner: Die Makroökonomin Nicola Fuchs-Schündeln untersucht weltweit Unterschiede im Arbeitsverhalten.

  • Er erforscht Gesteine, die tief aus dem Erdmantel kommen: Der neue Heraeus-Stiftungsprofessor Horst Marschall arbeitet eng mit der Physik zusammen.

  • Nachruf auf Reinhard Selten: Reinhard Tietz, der mit dem Mathematiker und Volkswirt zusammengearbeitet hat, erinnert an seinen kürzlich verstorbenen Kollegen. Lange Zeit hat Reinhard Selten in Frankfurt geforscht, 1994 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

Der UniReport 5/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/63574937/Unireport_5-16.pdf (pdf).

Veranstaltungen

Okt 12 2016
14:58

Goethe-Universität begrüßt ihre Studienanfänger im Hörsaalzentrum.

Los geht’s! Unistart-Messe auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Wenn am kommenden Montag das Wintersemester startet, wird voraussichtlich die Rekordmarke von 47.000 Studierenden an der Goethe-Universität geknackt. Am Donnerstag, den 13. Oktober, begrüßen auf der unistart-Messe Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff und Vertreter des AStA die Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Tausende von Studierenden werden zur Begrüßungsveranstaltung im Hörsaalzentrum erwartet. Auf dem Markt der Möglichkeiten werden sie sich über Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren und Kontakte zu Kommilitoninnen und Kommilitonen knüpfen.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Unistart-Messe Wintersemester 2016
13. Oktober, 13.-17.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, EG + 1. OG

Begleitprogramm:
HZ 1&2

13.30 Uhr: Offizielle Begrüßungsansprachen von OB Peter Feldmann und Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff, dem AStA-Vorstand und Vertreterinnen und Vertreter der Standorte der Goethe-Universität.

Vorstellungen u. Vorträge:
HZ 1&2

14.15 Uhr: AStA – Die Angebote und Aufgaben des
Allgemeinen Studierenden-Ausschusses

14.45 Uhr: Das Konfuzius-Institut - das chinesische Sprach- und Kulturinstitut

15.15 Uhr: Der Career Service der Goethe-Uni stellt sich vor

HZ 6
13.00 Uhr: Das Hochschulrechenzentrum: alles zu PC- & Internet-Fragen an der Uni

14.30 Uhr: Studien-Service-Center/Deutschlandstipendium - Stipendium statt Nebenjob

15.00 Uhr: Nightline Frankfurt - das anonyme Zuhörtelefon

15.30 Uhr: AIESEC - die weltweit agierende Studentenorganisation

16.00 Uhr: Die studentische Initiative ELSA - European Law Students‘ Organisation

 Ab 21.00 Uhr: unistart-Party für alle Erstsemester im Casino.

Weitere Informationen: www.uni-frankfurt.de/48370161/unistart-frankfurt

Forschung

Okt 11 2016
16:24

Der Amerikanist Prof. Johannes Völz hat die DFG-geförderte Professur an der Goethe-Universität übernommen.

Neuer Heisenberg-Professor erforscht demokratische Kultur der USA

FRANKFURT. Johannes Völz ist seit Oktober 2016 Heisenberg-Professor für Amerikanistik mit Schwerpunkt „Demokratie und Ästhetik“ am Institut für England- und Amerikastudien (Fachbereich Neuere Philologien) der Goethe-Universität. Aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive wird er die demokratische Gesellschaft der USA erforschen. Dabei steht vor allem die Transformation der Demokratie in der jüngeren Vergangenheit im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Die Professur wird durch das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglicht. Das Heisenberg-Programm fördert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich für die Berufung auf eine Professur qualifiziert haben und durch exzellente Forschung hervorgetreten sind. Der interdisziplinäre Zuschnitt der Professur ist auf eine enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an diversen Frankfurter Forschungseinrichtungen angelegt. Hierzu zählen der Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, das Institut für Sozialforschung und das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften.

Die Vereinigten Staaten von Amerika betrachtet Prof. Völz als einen Forschungsgegenstand, der viel erklären kann über die gegenwärtigen Krisen der liberalen Demokratie. „Man denke an den Populismus: Das Beispiel USA macht deutlich, dass die Demokratie Formen der Lebensführung hervorbringt, die geprägt sind von ihrer ästhetischen Durchgestaltung“, so Völz. „Paradoxerweise entstehen dabei Dynamiken, die keineswegs immer mit den politischen Idealen der Demokratie übereinstimmen. Eine Analyse der demokratischen Ästhetik kann beispielsweise dazu beitragen, den Populismus als demokratisches Phänomen zu verstehen“. Drei Fragestellungen werden im Zentrum seiner Forschung stehen: Welche Funktion hat die Ästhetisierung der Lebenswelt für die Demokratie? Wie hängen demokratische Ästhetik und moderne Marktgesellschaft zusammen? Und wie lässt sich die gegenwärtige Veränderung des Verhältnisses von Privatheit und Öffentlichkeit beschreiben? Letzterer Frage wird sich Völz im Rahmen eines Forschungsprojektes widmen, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft zusätzlich zur Heisenberg-Professur fördert.

Johannes Völz wurde 1977 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Amerikanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in München, Berkeley und der Freien Universität Berlin promovierte er von 2003 bis 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin sowie, unterstützt durch ein Promotionsstipendium des DAAD, an der Harvard Universität. Seine Dissertation zum amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson schloss er mit „summa cum laude“ ab. 2008 wurde er Akademischer Rat auf Zeit am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford Universität, gefördert von einem Feodor-Lynen-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, habilitierte er sich im Herbst 2015 am Fachbereich Neuere Philologien der Goethe-Universität mit einer Arbeit über Sicherheitsnarrative in der amerikanischen Literatur. Im August 2016 nahm er nun den Ruf an die Goethe Universität Frankfurt an.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Johannes Völz, Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. 069/798-32364; voelz@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 11 2016
09:45

Neuer Band über die Architektur der 1960er Jahre wird in der Universitätsbibliothek vorgestellt

Frankfurt geht himmelwärts

FRANKFURT.Mit einem Band über die in den 1960er Jahren entstandene Architektur Frankfurts wird die Serie von Architekturführern zur jüngeren Baugeschichte der Stadt fortgesetzt. Das Buch „Architekturführer Frankfurt 1960-1969“ wird am Dienstag, 18. Oktober, um 19 Uhr in der Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Landstraße vorgestellt. Die Bockenheimer Unibibliothek ist ein passender Ort für die Präsentation des Architekturführers, kommt sie doch als Bauwerk des berühmten Architekten Ferdinand Kramer ebenfalls in dem Buch vor.

Dem Wiederaufbau der Nachkriegsjahre folgte die Neubauzeit. Die anfänglich eher filigrane Architektur wurde kühner und mutiger, die ersten Hochhäuser durften die magische Marke des Kaiserdoms von 95 Meter überragen. Anhand von zehn ausgewählten Bauten wie der Jahrhunderthalle (Friedrich Wilhelm Kraemer) oder St. Ignatius (Gottfried Böhm) wird dieses spannende Jahrzehnt der Architekturgeschichte vorgestellt. Die Texte stammen u.a. von namhaften Architekturkritikern, Kunst- und Designhistorikern, Konservatoren und Denkmalpflegern. Den aktuellen Farbaufnahmen des jungen Frankfurter Fotografen Georg Dörr werden Schwarzweiß-Fotografien von Ursula Edelmann und Klaus Meier-Ude, den Fotochronisten der Frankfurter Nachkriegszeit, und Hans Hansen, dem Hamburger Sachfotografen, gegenübergestellt.

Nach den beiden bereits ausverkauften Büchern über modernen Frankfurter Kirchenbau und „FRANKFURT 1950–1959” setzt Wilhelm E. Opatz, Grafiker und Publizist, mit „FRANKFURT 1960–1969” die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Niggli Verlag fort; Bände über die 70er, 80er, 90er Jahre sind in Planung.

„Architekturführer FRANKFURT 1960–1969“
Freunde Frankfurts e.V., Wilhelm E. Opatz (Hrsg.)
Niggli Verlag, Zürich
192 S., 70 Abbildungen, ISBN 978-3-7212-0943-3     
44 Euro

Präsentation Di., 18. Oktober 2016, 19.00 Uhr
Universitätsbibliothek
Bockenheimer Landstr. 134–138, 60325 Frankfurt
(Lesesaal, 1. Stock)

Veranstaltungen

Okt 6 2016
14:00

Pressekonferenz zur neuen Stiftungsprofessur für Bioinformatik

Medieneinladung / Neue Professorin geht Zellbewegungen auf den Grund

FRANKFURT.Biologische Systeme mit computergestützten und mathematischen Methoden besser zu verstehen, ist das Ziel der Bioinformatik. In Frankfurt wird dieses noch junge Forschungsfeld nun von einer neuen Professorin unterstützt. Prof. Dr. Franziska Matthäus tritt im Oktober ihre Stelle am Fachbereich Biologie der Goethe-Universität und dem Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) an.

Die Professur wurde insbesondere durch die STIFTUNG GIERSCH ermöglicht, welche sie in den kommenden sechs Jahren mit 600.000 Euro fördert. Private Förderung von Spitzenforschung, wie sie die STIFTUNG GIERSCH schon seit Jahren an der Goethe-Universität und dem FIAS betreibt, werden immer wichtiger für die Forschungslandschaft.

Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Matthäus wird die theoretische Modellierung von Zellbewegungen sein. Ein besseres Verständnis des Bewegungsverhaltens von Zellen wird in Zukunft ein wichtiger Punkt auf der Suche nach neuen Behandlungsmethoden verschiedener Krankheiten sein. Franziska Matthäus untersucht so zum Beispiel, wie Kolibakterien auf Lockstoffe reagieren, oder Lungenkrebszellen sich in Gruppen koordinieren.

Um das junge und vielversprechende Wissenschaftsfeld für die Öffentlichkeit zu öffnen und Frau Matthäus vorzustellen, laden wir am 10.10.2016 zu einem Mediengespräch in das FIAS ein. Gemeinsam mit dem Stifter Senator E.h. Prof. Carlo Giersch, Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Enrico Schleiff, Universitätspräsident a.D. Prof. Rudolf Steinberg und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Volker Lindenstruth, wird Prof. Franziska Matthäus nach einer kurzen Vorstellungsrunde für Fragen bereitstehen.

Zusammengefasst:
Pressekonferenz zur neuen Professur für Bioinformatik
Montag, den 10. Oktober 2016, um 11 Uhr
Frankfurt Institute for Advanced Studies (Ruth-Moufang-Straße 1)          

Medienvertreter werden um eine kurze Voranmeldung per E-Mail an ptill@fias.uni-frankfurt.de gebeten.

Weitere Informationen und Kontakt: Frankfurt Institute for Advanced Studies, Ruth-Moufang-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main. Tel: (069) 798- 47688, ptill@fias.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Okt 5 2016
17:31

STIFTUNG GIERSCH ermöglicht Professur am FIAS der Goethe-Universität

Neue Professorin für Bioinformatik simuliert Zellen

FRANKFURT.Franziska Matthäus ist ab Oktober 2016 Professorin für Bioinformatik am Fachbereich Biologie der Goethe Universität. Außerdem ist sie Fellow des FIAS - Frankfurt Institute for Advanced Studies, an dem theoretisch arbeitende Gruppen aus der Informatik und den Lebenswissenschaften interdisziplinär zusammenarbeiten. Schwerpunkt ihrer Arbeit wird die bioinformatische Datenanalyse sowie die Erkennung und Modellierung komplexer Muster in biologischen Systemen sein.

In ihrer Forschung wird Prof. Matthäus sich mit der Entwicklung mathematischer Modelle und der Simulation biologischer Systeme beschäftigen. Ihr Schwerpunkt ist die Bewegung von Zellen. „Damit stellt Franziska Matthäus eine ausgezeichnete Ergänzung für das FIAS dar und fügt sich bestens in die bereits bestehenden Forschungsschwerpunkte an der Goethe-Universität ein. In den Fachbereichen Informatik und Biowissenschaften existieren bereits zwei Professuren für Bioinformatik, die durch die Expertisen von Frau Matthäus hervorragend ergänzt werden“, so Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff.

Am FIAS arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich im Rahmen ihrer Spezialgebiete mit der Theorie komplexer, selbstorganisierender Strukturen beschäftigen. Gemeinsam untersuchen sie die Eigenschaften von belebten und unbelebten Systemen und analysieren diese aus den dynamischen Wechselwirkungen elementarer Bestandteile heraus.

Die Professur wurde insbesondere durch die STIFTUNG GIERSCH ermöglicht, die sie in den kommenden sechs Jahren mit 600.000 Euro fördert. „Bioinformatik ist ein zukunftsweisendes, neues Forschungsfeld. Wir bemühen uns stets im Rahmen unserer Stiftung, Innovationen gemäß den Stiftungsschwerpunkten anzustoßen und zu fördern. Fragestellungen aus der Biologie mit theoretischen computergestützten Methoden zu lösen, passt zu unserem Ansatz, Grundlagenforschung zu fördern, wie wir es ja bereits seit vielen Jahren am FIAS betreiben“, sagte Stifter Carlo Giersch. Dass sich aus dem großen Kreis der Bewerbungen auf die Professur eine Wissenschaftlerin durchgesetzt habe, freut Professor Giersch. „Das zeigt, dass Förderkonzepte für Frauen in den Naturwissenschaften, wie beispielsweise der Franziska-Braun-Preis, den wir an der TUD alle zwei Jahre vergeben, in der Forschungslandschaft tatsächlich greifen“, fügt der Stifter an.

Franziska Matthäus wurde 1975 in Friedrichroda in Thüringen geboren. Nach dem Studium der Biophysik an der Humboldt-Universität in Berlin verbrachte sie die Zeit ihrer Doktorarbeit an dem Interdisciplinary Center für Mathematical and Computational Modeling (ICM) der Universität Warschau. 2005 schloss sie bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften ihre Dissertation ab, die mit „summa cum laude“ bewertet wurde.

Danach wechselte Franziska Matthäus als Postdoc in das Internationale Graduiertenkolleg der Universität Heidelberg. Dort übernahm sie 2011 die Leitung der Forschungsgruppe „Komplexe biologische Prozesse“ am Center for Modeling and Simulation in the Biosciences (BIOMS). Zum Sommersemester 2016 folgte Frau Dr. Matthäus dann einem Ruf auf die Juniorprofessur für supramolekulare und zelluläre Simulationen am Center for Computational and Theoretical Biology (CCTB) der Universität Würzburg. Im Juli 2016 nahm sie nun den Ruf an die Goethe Universität Frankfurt und das FIAS an.

Informationen: Frankfurt Institute of Advanced Studies, Ruth-Moufang-Straße 1, 60438 Frankfurt am Main. Tel: (069) 798- 47531; matthaeus@fias.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 4 2016
15:55

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften startet mit neuen Programmen in die zweite Dekade

Einladung zum Mediengespräch / Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ans Kolleg berufen

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Vor genau zehn Jahren, am 10. Oktober 2006, unterzeichneten die Frankfurter Goethe-Universität und die Bad Homburger Werner Reimers Stiftung den Kooperationsvertrag zur Gründung des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Damit riefen sie in Bad Homburg einen Ort ins Leben, an dem auf höchstem Niveau über die Prozesse der Veränderung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmender Gewalt in der Welt reflektiert und debattiert wird. Seither werden ausgewählte Wissenschaftler aus aller Welt und verschiedener fachlicher Herkunft für jeweils einige Monate hierhin eingeladen, um als „Fellows“ des Kollegs im Austausch mit ihren „Co-Fellows“ und Wissenschaftlern der Universität ihr Forschungsprojekt voranzubringen. Die Stadt Bad Homburg und der Hochtaunuskreis haben die Arbeit des Kollegs von Anfang an unterstützt.

In die zweite Dekade seines Bestehens startet das Kolleg mit einem neuen Programm, dem „Goethe Fellowship Programm“: Spitzenforscher der Goethe-Universität werden ab 2017 für die Dauer von bis zu vier Jahren ans Kolleg berufen. Sie erhalten die Möglichkeit, innovative Forschungsfragen in konkrete, internationale und interdisziplinäre Projekte zu überführen. Mit diesem Programm schafft die Goethe-Uni Freiräume für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auch außergewöhnliche Projekte in Angriff zu nehmen und zu realisieren.

Zudem beginnt im November dieses Jahres die Reihe „Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor“. Präsentiert werden ein Wissenschaftler der Goethe-Universität und dessen neuestes Buch. Beginnen wird die Reihe mit einem Gespräch mit der Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter über ihr Buch „Gott näher als der Halsschlagader. Fromme Muslime in Deutschland“.

Sehr herzlich lädt Sie das Forschungskolleg Humanwissenschaften zu einem Mediengespräch ein:

am Dienstag, 11. Oktober 2016, um 15:30 Uhr
Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg vor der Höhe

Über die neuen und fortgesetzten Programme des Kollegs sprechen:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Vorstandsvorsitzende des Forschungskollegs Humanwissenschaften

sowie die weiteren Mitglieder im Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften:

  • Dr. Albrecht Graf von Kalnein, Vorstand der Werner Reimers Stiftung, stellvertr. Vorstand des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften

  • Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises

  • Alexander Hetjes, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe 

Bitte eine kurze Mitteilung, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen, per Mail an: b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin für das Fellowprogramm und die Wissenschaftskommunikation, Tel.: 06172/13977-15, b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de