​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Jul 15 2019
13:00

​ Internationales Symposium an der Goethe-Universität widmet sich dem afroamerikanischen Schriftsteller und Zeitdiagnostiker Ralph Ellison.

„(Re)Reading Ralph Ellison“

FRANKFURT. Im Jahr 1954 veröffentlichte der Frankfurter Fischer Verlag den mittlerweile klassischen Roman Invisible Man (1952) des afroamerikanischen Autors Ralph Ellison in deutscher Übersetzung unter dem Titel Unsichtbar. Im Herbst desselben Jahres besuchte Ellison die Stadt Frankfurt zum ersten Mal während einer Lesereise durch Deutschland. Er kehrte zum zweiten und letzten Mal nach Frankfurt zurück, um als Leiter der amerikanischen Delegation am Kongress der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. teilzunehmen, welcher am 19. Juli 1959 begann. Auf den Tag genau 60 Jahre später „bringt“ das „(Re)Reading Ralph Ellison“ Symposium den Autor ein drittes Mal nach Frankfurt „zurück“.

Die besondere Symbolik der Goethe-Universität als Veranstaltungsort ergibt sich nicht nur aus der biographischen Verbindung zwischen Ellison und Frankfurt, sondern auch aus der konzeptionellen Rolle, die Ellisons Roman für die Kritische Theorie der Frankfurter Schule spielte. So entwickelte Axel Honneth sein Konzept der „Unsichtbarkeit“ durch eine Interpretation von Ellisons Roman.

„(Re)Reading Ralph Ellison“. Internationales Symposium an der Goethe-Universität Frankfurt.
19.-21. Juli 2019, Eisenhower Raum, IG-Farben-Haus (IG 1.314), Campus Westend.

Ellisons 25. Todestag sowie die Veröffentlichung einer überarbeiteten Übersetzung seines Romans, der nun den Titel Der unsichtbare Mann trägt, erfordern 2019 ein „(re)reading“ seines Werks in Deutschland. Die Teilnehmer*innen des Symposiums werden im Zuge ihrer neuen Betrachtung des Autors aber auch aktuelle aktivistische Bewegungen in den USA (z.B. #BlackLivesMatter) und neuentfachte Debatten über Themen wie Rassismus, Populismus und den gegenwärtigen Zustand der Demokratie in den Blick nehmen. Die Konferenz strebt auf der Basis dreier verschränkter Schwerpunkte eine Neubewertung von Ellisons Literatur an. Diese Schwerpunkte sind: 1) Ellison im Kontext der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Lage der USA; 2) die interdisziplinäre Bedeutung von Ellisons Werk und seine Bedeutung für Kritische Theorie; 3) die neueren und bevorstehenden Publikationen aus Ellisons Nachlass.

Unter den Sprechern befindet sich auch Ellisons Nachlassverwalter, Prof. John F. Callahan, der demnächst einen Band mit Selected Letters von Ellison herausgeben wird. Auf Anfrage steht John F. Callahan gerne für Interviews zur Verfügung. Die Konferenz ist öffentlich und die Teilnahme kostenlos. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Weitere Informationen: https://rereadingralphellison.de

 

Jul 12 2019
16:02

Im Projekt „Cryosocieties“ des Soziologen Thomas Lemke wird erforscht, wie mit Technologien des Einfrierens Lebensprozesse verändert und gestaltet werden. Bericht im neuen UniReport. 

Chancen und Risiken des „eingefrorenen Lebens“ 

FRANKFURT. „Kryos“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Kälte oder Eis. Kryotechnologien ermöglichen es, menschliches und nichtmenschliches organisches Material durch Verfahren des Kühlens und Gefrierens dauerhaft verfügbar zu machen. Wenn biologische Prozesse aufgehalten werden und an einem beliebigen Punkt in der Zukunft wieder reaktiviert werden, verändert sich zugleich das bisherige Verständnis von Leben. Prof. Thomas Lemke, Soziologe an der Goethe-Universität, nutzt für sein Projekt die Perspektive einer interdisziplinären Wissenschafts- und Technikforschung; qualitative Sozialforschung geht einher mit ethnografischen Beobachtungen und Interviews. „Wir fragen: Was hat Kryotechnologie mit Individualisierungsprozessen zu tun, mit der Antizipation von Zukünften und deren Risiken?“, erläutert Lemke im neuen UniReport.

In drei unterschiedlichen Forschungsfeldern soll untersucht werden, wie „suspendiertes Leben“ in aktuellen Praktiken der Kryokonservierung hervorgebracht wird. Die Teilprojekte befassen sich mit dem Einfrieren von Nabelschnurblut als Vorbereitung auf spätere regenerative Therapien, mit dem Aufbau von Kryobanken für den Erhalt bedrohter oder bereits ausgestorbener Tierarten sowie mit der Kryokonservierung von Eizellen für Reproduktionszwecke. „Cryosocieties“ wird seit April 2019 mit einem ERC Advanced Investigator Grant des Europäischen Forschungsrats gefördert.

Die weiteren Themen im UniReport 4/Juli 2019:

• Zum 90. Geburtstag von Jürgen Habermas: Beiträge von Birgitta Wolff, Rainer Forst, Klaus Günther und Rolf Wiggershaus. 

• Philanthropie und Macht: Der Politische Philosoph Theodore M. Lechterman erforscht, wie Stifterkultur und Demokratie zusammenpassen. 

• Gesunde Führungskräfte – ein Gewinn für Mitarbeiter und Organisation? Die Sozialpsychologin Antonia Kaluza erforscht den Zusammenhang von Wohlbefinden und Führungsstil. 

• Als das Universum die Größe einer Melone hatte: Der Humboldt-Forschungspreis bringt den Theoretiker Ulrich Heinz nach Frankfurt zurück. 

• Goethe, Deine Forscher: Die Erziehungswissenschaftlerin Barbara Asbrand forscht zum fachlichen Lernen im Schulunterricht und zu Kommunikationsprozessen in der Schule. 

• Der Verschwörung auf der Spur: Der japanische Rechtwissenschaftler Koji Adachi forscht in Frankfurt über die Unterschiede in der Strafbarkeit zwischen japanischem und deutschem Recht. 

• Ein europäischer Bürger zwischen Frankfurt und Mailand: Manfred Großkinsky, Leiter des Museums Giersch, über die Ausstellung über den Kaufmann und Kunstmäzen Heinrich Mylius. 

• Profilierung in der Vielfalt: In zwei Workshops wurde über Fächergrenzen hinweg über das Forschungsprofil der Goethe-Universität diskutiert. 

• Grenzen überschreiten mit „Imara“: Der Wirtschaftsingenieur Baraa Abu El-Khair entwickelt Empfehlungen für Moscheegemeinden. 

• Standards erlernen, die eigene Praxis reflektieren: Das interaktive Tool zur „Guten wissenschaftlichen Praxis in der Promotion“ von GRADE ist bundesweit gefragt. • Versorgungsqualität und Innovationskraft auf dem Prüfstand: Die achte Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare findet im September statt. 

• Plakate als Geschichtenerzähler: Studierende der Ethnologie und der Curatorial Studies berichten vom Ausstellungsprojekt „Indianische Plakate“. 

• Kunstwerke aus Wachs: Die Moulagensammlung des Universitätsklinikums vermittelt einen lebensechten Eindruck von Hautkrankheiten.

Der UniReport 3/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter: http://www.unireport.info/44450838

 

Jul 11 2019
13:51

Studierende der Geschichtswissenschaften nahmen insbesondere die NS-Zeit unter die Lupe 

Wie involviert waren die Altertumswissenschaften?

FRANKFURT. Wann haben Studierende schon die Möglichkeit, bei einer eigenen Publikation mitzuwirken? Dr. Fabian Link und Dr. Roland Färber, beide Historiker, haben ihnen diese Möglichkeit gegeben. Im Sammelband „Die Altertumswissenschaften an der Universität Frankfurt 1914-1950“ haben die angehenden Geschichtswissenschaftler ihre eigenen wissenschaftlichen Texte publiziert. Der im Schwabe Verlag erschienene Band ist gestern an der Goethe-Universität vorgestellt worden.

Am Anfang stand „eine schlichte Übung“, erzählt Dr. Roland Färber: Zusammen mit dem Kollegen Dr. Fabian Link, Wissenschaftshistoriker, hat der Althistoriker am Historischen Seminar der Goethe-Universität eine Veranstaltung angeboten, deren Titel lautete: „Die Altertumswissenschaften an der Goethe-Universität während des NS-Regimes“. Die Teilnehmer sollten unter Anleitung neues, bisher unbekanntes Quellenmaterial aufspüren und bearbeiten. Ergänzt wurde dies durch die Betrachtung des Lehrangebots jener Jahre.

Dabei ergaben sich nicht nur eine unerwartete Fülle an neuem Material, sondern auch viele neue Beobachtungen von Seiten der Teilnehmer. Deshalb beschlossen die beiden Seminarleiter: Auf Basis der Hausarbeiten sollte ein eigener Sammelband entstehen. Die Studierenden waren begeistert und nahmen auch in den folgenden Semestern gern an der regelmäßig organisierten Schreibwerkstatt teil. Und auch für bislang noch nicht vergebene Themen fanden sich Studierende, die bereit waren, Zeit und Mühen zu investieren, auch wenn das nicht zu Leistungsnachweisen führte. „Forschung und Lehre gingen hier Hand in Hand“, sagt Färber. Die Teilnehmer konnten miterleben, wie eine Forschungsfrage von der Recherche bis zur Publikation bearbeitet wird. Die Erfahrung, schon früh im Studium selbst wissenschaftlich aktiv zu werden, sei für die jungen Menschen sehr wichtig. Dass Lehrende Lernenden etwas zutrauen, das habe er selbst im Studium als sehr hilfreich erfahren.

Wie haben sich die Altertumswissenschaften – Klassische Philologie, Klassische und Vorderasiatische Archäologie und Alte Geschichte – in der NS-Zeit entwickelt? Wie haben sich einzelne Personen verhalten? Wie eng haben die Protagonisten der Geisteswissenschaften mit den NS-Machthabern kollaboriert? Herausgekommen ist dabei nicht nur ein Werk über die Geschichte der Frankfurter Universität, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Geschichte der Geistes- und Kulturwissenschaften in jener Zeit allgemein. Maßen die Nationalsozialisten dem Altertum in ihrer Weltanschauung doch einen besonderen Stellenwert bei.

In den insgesamt 19, teils im Tandem verfassten Beiträgen werden die wissenschaftlichen Akteure jener Zeit und ihr Wirken vorgestellt – darunter der klassische Archäologe Hans Schrader und der Althistoriker Matthias Gelzer. Dabei wird deutlich: Es gab weder den großen Aufbegehrenden noch den ganz strammen Nationalsozialisten. Der klassische Philologe Karl Reinhard war einer der wenigen, die zunächst deutlich Stellung bezogen haben gegen die Nationalsozialisten, dann aber habe er doch klein beigegeben. „Aus Sicht friedvoller Zeiten tut man sich immer schwer, sich in das Leben in der Diktatur einzudenken“, sagt Färber. Es sei damals vielen nicht leichtgefallen, sich ihr wissenschaftliches Überleben zu sichern, und so hätten einige sich doch soweit notwendig den NS-Vorgaben gebeugt. Allerdings gab es auch Personen, die die herrschende Ideologie genutzt hätten, um unliebsame Kollegen aus dem Weg zu räumen.

Eine bedeutende Rolle wird in dem Band auch dem akademischen Mittelbau eingeräumt. So werfen die studentischen Autoren etwa anstelle des Archäologen Guido von Kaschnitz-Weinberg, der bereits in einem Band in der Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ gewürdigt worden ist, einen Blick auf seine Assistentin Hilde Heyland, die erste Frau in den Altertumsfächern der Frankfurter Universität, sowie auf Ernst Homann-Wedeking, der die Assistentenstelle ab 1946 innehatte.

Publikation: Roland Färber und Fabian Link (Hg.): Die Altertumswissenschaften an der Universität Frankfurt 1914-1950. Studien und Dokumente. Basel (Schwabe Verlag) 2019. 

Informationen: Dr. Roland Färber, faerber@em.uni-frankfurt.de

 

Jul 8 2019
18:00

Lukas Schulze-Vorberg, Ingo Feldhausen, Barbara Friebertshäuser und Detlef Krömker erhalten den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre

Ein Festtag für die Lehre

FRANKFURT. Zum 18. Mal ist heute an der Goethe-Universität der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre verliehen worden. Damit ausgezeichnet wurden ein Psychologe, ein Romanist, eine Erziehungswissenschaftlerin und ein Informatiker. Der Preis, der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universität gemeinsam vergeben wird, soll die Aufmerksamkeit auf vorbildliche Lehre lenken. Nominiert werden die Kandidaten und Kandidatinnen von den Studierenden.

Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis erhält Lukas Schulze-Vorberg, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften das Projekt PODIUM durchführt. Der 2. Preis (10.000 Euro) geht an den Privatdozenten Dr. Ingo Feldhausen, er den Studierenden die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens mit Hilfe einer Portfolio-Methode vermittelt. Den 3. Preis (5.000 Euro) hat die Jury zwei Personen zugedacht: Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Barbara Friebertshäuser und der Informatiker Detlef Krömker engagieren sich beide in herausragender Weise für die Lehre.

„Gute universitäre Lehre bedeutet gute Wissenschaft, denn Lehre und Forschung gehören hier auf das engste zusammen“, betonte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, anlässlich der 18. Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre. „Der 1822-Universitätspreis bietet immer eine wunderbare Gelegenheit, die große Bedeutung guter Lehre zu betonen und Kolleginnen und Kollegen zu danken, die diese Aufgabe mit ganz besonderer Freude, Kreativität und Ausdauer annehmen“, so die Präsidentin.

Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, sagte: „Die Sicht der Studierenden ist uns sehr wichtig: Sie erfahren aus nächster Nähe, wie es um die Qualität der Lehre bestellt ist. Wissen interessant und ansprechend zu vermitteln und junge Leute für eine Sache zu begeistern, das ist eine Fähigkeit, die aller Ehren wert ist. Denn diese Lehrenden tragen erheblich zu einem erfolgreichen Studienabschluss bei. Und nichts brauchen wir in der Region mehr als gut ausgebildete Arbeitskräfte mit Begeisterung für ihr Fach.“

Als Fachleute in Sachen Lehrqualität wurden auch diesmal wieder die Studierenden herangezogen. Von Beginn an spielten sie beim 1822-Preis eine wichtige Rolle, denn nur sie haben das Vorschlagsrecht. Bei den Lehrenden an der Goethe-Universität werde inzwischen sehr genau verfolgt, wer eine Nominierung oder gar eine Auszeichnung erhält, meint Prof. Roger Erb, Vizepräsident der Goethe-Universität mit Zuständigkeitsbereich Lehre: „Der Preis erfreut sich großer Beliebtheit“, ist Erb überzeugt. In diesem Jahr wurden insgesamt 23 Vorschläge gezählt, sie kommen aus allen Fachbereichen. Die letztendliche Auswahl übernimmt eine eigens gebildete Kommission. Dieser statusgruppenübergreifenden Kommission gehören Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter, Professoren und Professorinnen der Universität an sowie die Geschäftsführung der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.

Den „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ gibt es seit 2002. Die Goethe-Universität und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse haben ihn gemeinsam ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung innovativer Hochschullehre zu schärfen und das Engagement herausragender Lehrender sichtbar zu machen. Den ersten und dritten Preis fördert die Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit insgesamt 20.000 Euro, der 2. Preis (10.000 Euro) wird von der Goethe-Universität finanziert. Der Preis wird jährlich vergeben.

Die Ausgezeichneten:

Lukas Schulze-Vorberg, der den 1. Preis erhält, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften im Interdisziplinären Kolleg Hochschuldidaktik. Als studierter Lehrer und Erziehungswissenschaftler leitet er vor allem Veranstaltungen für künftige Lehrerinnen und Lehrer. Dabei lässt er die Studierenden nicht einfach nur Referate halten, sondern legt viel Wert auf eine möglichst realitätsnahe Wissensvermittlung, so dass theoretische Inhalte praktisch erprobt werden können. Das eigens von ihm entwickelte Train-the-Trainer Lehr-Lernprojekt heißt PODIUM (Präsentieren, Organisieren, Diskutieren, Innovativ Unterrichten, Moderieren) und beinhaltet zum Beispiel das Feedback durch Videoaufzeichnungen und ausgiebige Reflexionsmöglichkeiten. Um ihren Vorschlag auf ein möglichst breites Fundament zu stellen, haben die Studierenden zwei Online-Befragungen erstellt. Die Zustimmung lag bei 96 Prozent. „Lukas Schulze-Vorbergs Lehre zeichnet sich durch eine wertschätzende Atmosphäre, eine konstruktive Feedbackkultur sowie eine unvergleichliche Methodenvielfalt aus. Inhaltlich durchdacht und didaktisch innovativ, verbessert seine Lehre durch die überdurchschnittliche Verknüpfung von Theorie und Praxis nachhaltig die Ausbildung unserer zukünftigen Lehrkräfte“, so das Resümee im Nominierungsschreiben.

Der 2. Preis geht 2019 an den Privatdozenten Dr. Ingo Feldhausen, der als Romanist im Fachbereich 10 (Neuere Philologien) tätig ist. Seit 2012 ist er Mitarbeiter im Programm „Starker Start ins Studium“ zur Verbesserung der Lehre in der Studieneingangsphase. Feldhausen hat eine spezielle Portfolio-Methode konzipiert, die den Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten besonders nachhaltig vermitteln soll. Die Studierenden müssen dabei u.a. drei wissenschaftliche Texte konsequent erarbeiten und zusammenfassen, dabei üben sie sukzessive die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens ein: Lesen, Verstehen und Schreiben. Indem sie sich gegenseitig ein Feedback geben, wenden sie das Erlernte außerdem praktisch an und werden sicherer, was ihre eigenen Fähigkeiten angeht. Feldhausens Methode, die zugleich Inhalte und Technik vermittelt, stößt bei den Studierenden auf viel Begeisterung; seine Seminare sind stets gut besucht. In Vorträgen gibt Ingo Feldhausen die Methode zudem an andere Dozenten weiter und stellt sich der Diskussion, was die Studierenden in ihrem Nominierungsschreiben eigens positiv hervorheben.

Den 3. Preis teilen sich die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Barbara Friebertshäuser und der Informatiker Prof. Detlef Krömker. Neu ist, dass zwei Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen in Sachen Lehre ausgezeichnet werden. Die Vergabekommission würdigt die beiden Wissenschaftler für ihr herausragendes Engagement für Lehre und Studium in ihrem jeweiligen Fachbereichen sowie in der gesamten Hochschule. In Bezug auf Barbara Friebertshäuser schreiben die Studierenden aus dem Fachbereich 04, sie habe ihre Lehrkonzepte stets weiterentwickelt und nehme sich Anregungen von Studierenden zu Herzen. „In allen ihren Veranstaltungen stehen die Studierenden im Mittelpunkt.“ „Erziehung zur Mündigkeit“ sei bei Friebertshäuser „gelebte Praxis“. Darüber hinaus hat sich Friebertshäuser fachübergreifend sehr für das neue Seminarhaus eingesetzt, dessen Räume jenseits der Veranstaltungen auch Lerngruppen zur Verfügung stehen. Die Fachschaft Informatik, die Detlef Krömker nominiert hat, betont, man beziehe sich nicht auf eine konkrete Veranstaltung, sondern wolle den Blick auf die langjährigen Verdienste Krömkers in der Lehre insgesamt richten. So habe er Studierenden der Informatik durch Kleingruppenmentoring einen informierten Start ins Studium ermöglicht. Besonders verdienstvoll war auch die Gründung der E-Learning-Einrichtung studiumdigitale, die den Studierenden an der Goethe-Universität fächerübergreifend zugutekomme. Damit habe er für die gesamte Universität Impulse gesetzt, um die digitale Lehre stärker zu etablieren.

Neben den Ausgezeichneten wurden folgende Lehrenden nominiert:
Dr. Ingo Sauer, FB Wirtschaftswissenschaften
Prof. Dr. Sabine Andresen, FB Erziehungswissenschaften
Dr. Ulrike Basten-Wissel, FB Psychologie u. Sportwissenschaften
Dr. Johannes F. Diehl, FB Evangelische Theologie
Prof. Dr. Melanie Köhlmoos, FB Evangelische Theologie
Philipp Betz, FB Katholische Theologie
Prof. Dr. Hans Aurenhammer, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
Dr. Helen Barr, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
Prof. Dr. Kerstin Gottschalk, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
Prof. Dr. Michael Kinski, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
Dr. Ulrich Wilker, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
Dr. Marta Muñoz-Aunión, FB Neuere Philologien
Prof. Dr. Raman Sanyal, FB Informatik und Mathematik
Prof. Dr. Klaas Martinus Pos, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
Prof. Dr. Alexander Heckel, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
Dr. Mario Wurglics, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
Prof. Dr. Manfred Kössl, FB Biowissenschaften
Prof. Dr. Johannes Schulze, FB Medizin
Dr. Maria Kopp-Kavermann, Internationales Studienzentrum

Informationen: Dr. Martin Lommel und Nina Eger, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, E-Mail lommel@pvw.uni-frankfurt.de, Telefon 069 798-12786; E-Mail eger@pvw.uni-frankfurt.de, Telefon 069 798-12455

Aktuelle Bilder von der Preisverleihung können ab Dienstag, 9. Juli, zur Verfügung gestellt werden.

 

Jul 5 2019
12:31

Konflikte zwischen Eltern und Lehrern: Wird der Ton rauer?

„Pädagogisch völlig ungeeignet“

FRANKFURT. Lehrer und Eltern sollen Partner bei der Bildung und Erziehung der Kinder sein –, und zwar »mit gegenseitiger Wertschätzung und Respekt«. So formuliert es die Kultusministerkonferenz. Doch die Realität sieht zuweilen anders aus. Dies macht der Beitrag von Wissenschaftsjournalistin Katja Irle in der neuesten Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ deutlich. Schwerpunktthema diesmal: „Konflikt! Zwischen Eskalation und Schlichtung“.

Belastbare empirische Belege dafür, dass der Ton an den Schulen tatsächlich rauer geworden ist, gibt es bislang nicht, hat Irle recherchiert. Aber es gibt Anzeichen, dass Lehrkräfte zunehmend am Pranger stehen – vor allem am virtuellen. Analog zu der allgemeinen Entwicklung, dass im Netz mehr erlaubt zu sein scheint als im echten Leben, gibt es dort auch erhebliche Ausfälle gegen Lehrkräfte. Davon berichten gleich mehrere deutsche Lehrerverbände. „Pädagogisch völlig ungeeignet“ – solche Aussagen gehören eher zu den harmloseren Anwürfen.

Dabei sind die Beteiligungsmöglichkeiten für Eltern an den Schulen größer denn je, Eltern werden in vielen schulischen Leitbildern als „wichtiger Teil der Schulgemeinde“ bezeichnet. Durch die neuen Möglichkeiten der Kommunikation sind sich Pädagogen und Eltern vermeintlich näher als früher, was nicht nur Vorteile hat. „Der Respekt vor Lehrkräften war vor 50 Jahren sicher größer als heute“, konstatiert Professorin Diemut Kucharz, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe an der Goethe-Universität. „Aber wer will denn in eine Zeit zurück, wo Pädagoginnen und Pädagogen die Kinder schlugen und Eltern gar nichts zu sagen hatten?“ Kucharz hält die sogenannten Helikoptereltern, die permanent um Wohl und Fortkommen ihrer Kinder kreisen, zwar für ganz besonders anstrengend. Ein Massenphänomen sei das aber nicht.

Tanja Jost, abgeordnete Lehrerin und Lehrbeauftragte am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, lenkt den Blick der Studierenden auf die Qualität der Elternarbeit: Gute oder schlechte Kommunikation seien entscheidend für das gegenseitige Verhältnis. Für Elterngespräche heißt das konkret: Müttern und Vätern nicht von oben herab begegnen und gut zuhören. Auch die Raumsituation gehört für Tanja Jost dazu: „Ich darf den Eltern keinen Kinderstuhl anbieten und selbst auf dem Chefsessel Platz nehmen.“ Gleichzeitig müssten gerade junge Lehrkräfte lernen, sich abzugrenzen – und nicht allen Eltern gleich die eigene Handynummer zu geben.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Beitrag von Katja Irle, der in der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) erschienen ist. Die Ausgabe kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de

Informationen: Katja Irle, k.irle@schreibenundsprechen.eu

 

Jul 4 2019
10:42

Zwei Film- und Gesprächsveranstaltungen des Exzellenzclusters Normative Ordnungen zusammen mit dem DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am 12. und 16. Juli

Künstliche Intelligenz im Kino

FRANKFURT. „Talking About a Revolution: Rechtswissenschaft und Filmwissenschaft im Gespräch über künstliche Intelligenz und Kino“. Unter diesem gemeinsamen Motto stehen zwei Expertengespräche mit jeweils anschließender Filmvorführung, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. Veranstaltungsort ist das DFF, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main.

Wie verändert künstliche Intelligenz die Filmproduktion? Welche Konsequenzen hat das für unsere Vorstellungen von Autor- und Urheberschaft? Wie beeinflusst die Darstellung künstlicher Intelligenz im Kino deren Entwicklung und Einbettung in unsere Lebensformen? Im Dialog der Disziplinen sollen die beiden filmwissenschaftlichen Schlüsselbegriffe der Autorschaft und der Repräsentation im Lichte der neusten Entwicklungen im Feld der künstlichen Intelligenz auf den Prüfstand gestellt werden. Die Diskutanten sind Mitglieder des Exzellenzclusters.

Am 12. Juli diskutiert Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität, mit Alexander Peukert, Professor für Immaterialgüterrecht an der Goethe-Universität, unter dem Titel „Können Roboter Autoren sein? Ein Gespräch über Copyright und künstliche Intelligenz rund um die Filme von Jan Bot“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Im Anschluss an das Gespräch gibt es Filmbeispiele und Impressionen der Arbeitsweise des Film-Roboters „Jan Bot“. Dieser wurde am EYE Filmmuseum in Amsterdam entwickelt, um selbstständig mittels Algorithmen Experimentalfilme zu produzieren.

Auch am 16. Juli, diesmal um 20.15 Uhr, gehört der Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger zu den Experten. Sein Partner auf dem Podium ist Christoph Burchard, Professor für Straf- und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Ihre Diskussion steht unter dem Titel „Verzerrt das Kino die KI? Ein Gespräch über Privatheit, IT-Vertrauen und Repräsentation anhand von The Circle“. Der im Anschluss gezeigte Film „The Circle“ (USA 2017) basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Dave Eggers über eine fiktive Firma im Silicon Valley, die die vollkommene Transparenz ihrer Nutzer anstrebt, wobei sich schon bald die Schattenseiten dieser Utopie offenbaren.

Die beiden Podiumsgespräche mit Filmvorführungen finden im Rahmen der derzeitigen Ausstellung „Digital Revolution“ im DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt und stehen gleichzeitig im Zusammenhang mit dem laufenden Projekt „Die normative Ordnung Künstlicher Intelligenz | NO:KI“ von Prof. Christoph Burchard im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Die Veranstaltungen sind öffentlich. Der Eintritt ist frei. Wegen der begrenzten Platzzahl wird eine Kartenreservierung empfohlen unter: 069 961 220-220.

Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079, hediger@tfm.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net/de/, www.dff.film/

 

Jul 3 2019
12:10

​LOEWE-Schwerpunkt über alternative Wege der Streitbeilegung

Konflikte lösen ohne Gericht

FRANKFURT. Nicht nur vor Gericht lassen sich Konflikte lösen – ganz im Gegenteil. Der rechtswissenschaftliche LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ hat untersucht, welche Alternativen es gibt. Dabei rückten auch ferne Länder und zurückliegende Kulturen in den Fokus. Über einige Teilprojekte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“.

Die Gerichte sind überlastet, was liegt da näher, als nach außergerichtlichen Wegen der Konfliktlösung Ausschau zu halten? Doch diese Wege sind nicht so neu und modern, wie man meinen könnte. Das hat das Verbundprojekt »Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung« gezeigt. Wie Prof. Guido Pfeifer in seinem Überblicksbeitrag schreibt, sollte die von 2012 bis 2015 vom Land als LOEWE-Schwerpunkt geförderte Initiative strukturelles Wissen zur Konfliktlösung hervorbringen. „Blickt man über die Grenzen der kontinentaleuropäischen Moderne hinaus, zeigt sich, dass vermeintlich hybride Modelle der Konfliktlösung gar nicht so selten sind, sondern häufig sogar zur alltäglichen Rechtserfahrung zählen“, so Pfeifer. Der Forschungsverbund habe versuchte, einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen unterschiedlichen Kulturräumen zu schlagen.

Drei der insgesamt 18 Teilprojekte werden in „Forschung Frankfurt“ vorgestellt: In einem Interview erläutert Moritz Bälz, Professor für Japanisches Recht und seine kulturellen Grundlagen, die Rolle außergerichtlicher Konfliktbeilegung nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die Rechtshistorikerin und Privatdozentin Dr. Dr. Nadine Grotkamp schreibt über außergerichtliche Streitbeilegung im hellenistischen Ägypten. Und Dr. Frank Schreiber, Richter am Landessozialgericht, widmet sich in seinem Beitrag der Rolle der Mediation an deutschen Gerichten.

Ziel des LOEWE-Schwerpunkts, so Pfeifer, sei nicht die „Weltformel der Konfliktlösung“ gewesen. Das gewonnene Wissen habe weitere Fragen aufgeworfen und zu weiteren Projekten geführt.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Dr. Guido Pfeifer, Antike Rechtsgeschichte, Europäische Privatrechtsgeschichte und Zivilrecht, Fachbereich Rechtswissenschaft, Uni-Campus Westend, Telefon +49(0)69 798-34328, E-Mail pfeifer@jur.uni-frankfurt.de

 

Jul 2 2019
11:00

Physiker und Ingenieure erklären, was jetzt schon möglich ist und diskutieren, wohin die Reise gehen könnte

Bürgertag zu Terahertz-Zukunftstechnologien

FRANKFURT. Globale Anforderungen an die Elektronik- und Photonikindustrie sind Thema der „29. International Travelling Summer School on Microwaves and Lightwaves", die vom 13. bis 19. Juli auf dem Campus Westend stattfindet. Erstmals in diesem Jahr laden die Veranstalter zu einem Bürgertag ein

am Samstag, dem 13. Juli von 14:30 – 18:00 Uhr
im Casino, Westend Campus,
Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Terahertzstrahlung durchdringt viele nichtleitende Materialien wie Kunststoffe, Gewebe und Keramiken, was sie für wissenschaftliche und industrielle Anwendungen interessant macht. Sie wird jetzt schon genutzt für die zerstörungsfreie Untersuchung von Objekten (z.B. für die Paket- und Postinspektion oder zur Fehlerlokalisierung und Qualitätskontrolle), für Sicherheitskontrollen und biomedizinische Diagnosen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sommerschule liegt auf zukünftigen Lösungen für die wachsenden Anforderungen an die drahtlose Kommunikation. Die zunehmende weltweite Vernetzung, Digitalisierung und neue Anwendungen wie das „Internet der Dinge“ und „ferngesteuerte Medizin“ fordern ultrahohe Bandbreiten um die Datenübertragung in dem erforderlich enormen Umfang zu ermöglichen.

Das Programm:
14:30
- Prof. Viktor Krozer, Goethe Leibniz Terahertz Center: Terahertz research within a European science network
15:00
- Prof. Idelfonso Tafur Monroy, TU/Eindhoven: Introduction to Terahertz Science – Key challenges, European research and societal impact
16:30
- Kaffee-Pause mit fließendem Übergang in die Poster-Session zu aktueller Terahertz Forschung; Gelegenheit zum Austausch mit Doktoranden zu spezifischen Themen

Die International Travelling Summer School findet seit 29 Jahren jährlich in verschiedenen Städten Europas statt. Über 100 Teilnehmer von Universitäten aus rund 12 verschiedenen Ländern, sowie Doktoranden und Studierende aus über 20 Ländern werden dieses Jahr erwartet. Gastgeber sind das Goethe Leibniz Terahertz Zentrum und das Physikalische Institut der Goethe-Universität. In diesem Jahr findet die Sommerschule außerdem in Verbindung mit den zwei EU Horizon2020 Projekten ITN CELTA und ITN TeraApps statt.

Information: Frederik Walla, Physikalisches Institut, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel. (069) 798 47211, E-Mail: walla@physik.uni-frankfurt.de

 

Jul 2 2019
10:30

Sommerfest der Goethe-Universität auf dem Campus Westend mit Fokus auf internationale Kooperation

Hessen trifft Steiermark

FRANKFURT. Am Freitag, den 5. Juli, feiert die Goethe-Universität wieder ihr Sommerfest und lädt alle Hochschulangehörigen sowie Freundinnen und Freunde der Hochschule herzlich ein. Das Sommerfest, das um 15 Uhr auf dem Campus Westend beginnt, steht 2019 im Zeichen des diesjährigen Partners, dem österreichischen Bundesland Steiermark. Das Partnerland wird sich an Infoständen präsentieren, kulinarische Köstlichkeiten und musikalische Spezialitäten aus der Steiermark werden einen Eindruck von der kulturellen Vielfalt des Landes vermitteln. Um 18.15 Uhr werden Universitätspräsidentin Prof. Wolff, die hessische Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium Ayse Asar und die steirische Landesrätin Mag. Barbara Eibinger-Miedl feierlich das Sommerfest eröffnen und die Gäste begrüßen.

Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität für Third Mission, betont: „Die Sommerfeste der Goethe-Universität standen in den letzten Jahren immer im Zeichen einer Landespartnerschaft. Das unterstreicht das internationale Profil der Goethe-Universität. Ich bin daher sehr froh, dass es in diesem Jahr gelungen ist, das Land Steiermark als Landespartner zu gewinnen. Mit Hessen verbindet die Steiermark bereits eine intensive und langjährige wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Kooperation. Diese enge Partnerschaft wollen wir mit dem gemeinsamen Fest sichtbar machen. Ohne die Unterstützung unserer offiziellen Partner und Sponsoren wäre das Sommerfest 2019 der Goethe-Universität nicht möglich gewesen. Wir danken daher dem Land Steiermark, der Sparda-Bank Hessen eG, der Umweltlotterie von Lotto Hessen sowie der BARMER.“

Ab 15 Uhr startet das Bühnen- und Musikprogramm auf dem Campusplatz: Den Auftakt macht die Gruppe Chess mit Blues, Jazz und Bossanova. Um 17 Uhr folgen dann Banki Moon mit Einflüssen aus dem Britpop und mit deutschen Texten. Klub Erika werden dann ab 19 Uhr poppig-funkige Tanzmusik präsentieren. Freunde der Hessischen Mundart werden dann ab 20.15 auf ihre Kosten kommen: „Welthits auf Hessisch“ singen Popsongs der letzten 70 Jahre, die sie meist aus dem Englischen ins Hessische übertragen haben. Um 21.45 Uhr schließlich werden die siebenköpfigen Mighty Maggots aus Graz beweisen, dass die Steiermark auch über hervorragende Ska-Bands verfügt. Moderiert wird das Bühnenprogramm von Mitgliedern des Debattierclubs Goethes Faust e.V.

Daneben wartet wieder auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm auf die Gäste des diesjährigen Sommerfestes: Führungen über den Campus und durch verschiedene Sammlungen der Goethe-Universität, beispielsweise durch das Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung Antikensammlung und Skulpturensaal des Instituts für Archäologische Wissenschaften; Sonderführungen werden zur Imageausstellung „Geschichte hautnah erleben“ der Point Alpha Stiftung angeboten, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „30 Jahre gemeinsame Freiheit – 30 Jahre Mauerfall“ noch bis zum 19. Juli im Foyer des I.G.-Farben-Hauses zu sehen sein wird. Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentieren sich insgesamt 28 Aussteller, darunter das Museum Giersch der Goethe-Universität, die Katholische Hochschulgemeinde und Evangelische Studierendengemeinde und der Wissenschaftsgarten Riedberg.

Auch für sportliche Betätigung ist gesorgt: Das Zentrum für Hochschulsport präsentiert das „Goethe-Play“-Lastenrad - wer Lust hat, kann sich Frisbees ausleihen, Wikinger-Schach spielen, Spike Ball ausprobieren, im Luftsitzsack entspannen und vieles mehr; beim Bubble-Fußball des Fachbereichs 04 spielen die Teilnehmer mit über ihren Oberkörper gestülpte, aufblasbare, meist transparente, Kugeln Fußball. Sowohl Oberkörper als auch Kopf der Spieler sind durch die aufblasbaren Bubblebälle geschützt.

Für die kleinen Besucher wird von 15.- 20.00 Uhr ein Kinderprogramm angeboten, mit dem Spielmobil Riederwald e.V., Kinderschminken, einer Fotowand sowie dem Basteltisch des Museums Giersch.

Natürlich ist wie immer auch für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher gesorgt: Essen und Trinken wird im Sommergarten des Studentenwerk Frankfurts, im Sturm & Drang und zentral auf dem Campusplatz angeboten. In diesem Jahr dürften wohl vor allem die kulinarischen Angebote aus der Steiermark auf großes Interesse stoßen.

Das Sommerfest der Goethe-Universität findet statt am
Freitag, den 5. Juli 2019, ab 15 Uhr auf dem Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1.
Der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen zum ausführlichen Programm in GOETHE-UNI online:
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/event/sommerfest-der-goethe-universitaet-2019/

 

Jul 2 2019
10:00

Einladung der bekannten Autorin am Vorabend des Universitäts-Sommerfests unter dem Motto „Hessen trifft Steiermark“

Barbara Frischmuth liest an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die bekannte, mit vielen Preisen ausgezeichnete steierische Autorin Barbara Frischmuth liest am Donnerstag, den 4. Juli 2019, an der Goethe-Universität aus ihrem neuen Roman „Verschüttete Milch“. Die Lesung am Vorabend des Sommerfestes der Goethe-Universität (5.7., ab 15 Uhr, Campus Westend) ist eine besondere Referenz an die enge Kooperation zwischen dem österreichischen Bundesland Steiermark und Hessen, die in diesem Jahr unter dem Motto „Hessen trifft Steiermark“ auch das Thema des Uni-Sommerfestes ist.

Barbara Frischmuth ist seit 1966 hauptberuflich als Schriftstellerin und Übersetzerin aktiv. Schon während ihrer Studienzeit veröffentlichte sie Gedichte und wurde 1962 Mitglied der später so genannten „Grazer Gruppe“. Mehrere Auslandsaufenthalte führten sie in die Türkei, nach Ungarn, Ägypten, England, China, Japan und die USA, wo sie am Oberlin College in Ohio und an der Washington University in St. Louis Vorlesungen hielt. Heute lebt die Autorin in ihrem steierischen Geburtsort Altaussee. Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin ist sie auch als Kolumnistin tätig.

Die Wiener Tageszeitung „Der Standard“ schrieb in einer Rezension über „Verschüttete Milch“: „Der Roman besticht aber nicht nur durch seine Archäologie der Bilder, sondern auch durch eine der Wörter. Es ist einzigartig, mit welcher erzähltechnischen Raffinesse das dialektische Wortmaterial der Kindheit präsent gesetzt und wie die unvermeidliche Erklärung – oft mit Ironie – auf jeweils andere Weise in das Erzählen integriert wird.“

„Hessens trifft Steiermark“ - Lesung mit der steierischen Autorin Barbara Frischmuth aus „Verschüttete Milch“
Donnerstag, 4. Juli, 19:00 Uhr, historischer Lesesaal der Goethe-Universität, Norbert-Wollheim-Platz 1,
IG-Farben Haus, Raum 1.121 im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften (BZG)

Der Eintritt ist frei.

 

Jul 1 2019
10:16

Reihe „New Frontiers in Memory Studies“ an der Goethe-Uni lädt ein zum Vortrag von Prof. Dr. Natan Sznaider (Tel Aviv/Jaffa) 

Karl Mannheim in Frankfurt

FRANKFURT. „Die andere Frankfurter Schule: Karl Mannheim und die Frankfurter Soziologie der 1930er Jahre“: So lautet der Titel eines Vortrags, den der israelische Soziologe Prof. Dr. Natan Sznaider (Tel Aviv-Yaffo) am Dienstag, 9. Juli, um 16 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 1.414 auf dem Campus Westend halten wird. Sznaider ist Gast an der Frankfurt Memory Studies Platform, er referiert im Rahmen der Vorlesungsreihe „New Frontiers in Memory Studies“.

Karl Mannheim gilt als einer der wichtigsten Begründer der Weimarer Wissenssoziologie. Die Wissenssoziologie beschäftigt sich damit, wie Wissen innerhalb von Gruppen und Gesellschaften entsteht, verbreitet, verwendet und bewahrt wir. Grundlegend ist die Hypothese, dass Erkenntnis sozial verankert ist, dass Denken sozial bedingt und kein autonomer Prozess ist. Karl Mannheim stellte sein neues soziologisches Programm in seiner Zeit in Frankfurt zwischen 1930 und 1933 vor. Sznaiders Vortrag wird sich um Mannheims Frankfurter Jahre drehen und zeigen, wie Leben und Karriere des ungarischen Juden von der Krise der europäischen Moderne vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus geprägt waren.

„Auch wenn diese terminliche Überschneidung eher ein Zufall ist – wir freuen uns ganz besonders, dass der Vortrag von Natan Sznaider im Jubiläumsjahr der Soziologie an der Goethe Universität stattfindet“, sagt Anglistik-Professorin Astrid Erll, die die Vortragsreihe organisiert. „Denn Karl Mannheim ist für viele Forscher und Forscherinnen in Frankfurt interessant – aus der Soziologie, den Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaften etwa –, die sich zum Beispiel für den Generationen-Begriff interessieren.“

Natan Sznaider ist Professor für Soziologie am Academic College Tel Aviv-Yaffo. Er hat zahlreiche grundlegende Studien zur weltweiten Erinnerung an den Holocaust, an Diktaturen in Spanien und Argentinien sowie zur Geschichte des Zionismus und zur Gegenwart Israels verfasst. Zu seinen Publikationen zählen „Erinnerung im globalen Zeitalter: der Holocaust“ (2001), „Gedächtnisraum Europa“ (2008) und „Gesellschaften in Israel: Eine Einführung in zehn Bildern“ (2017).

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Fritz auer Institut statt. 

Über FMSP
Die Frankfurt Memory Studies Platform (FMSP) ist eine Initiative des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften (FzHG). Sie wurde 2011 von Prof. Astrid Erll gegründet. FMSP führt Gedächtnisforscherinnen und -forscher aus der ganzen Welt in einem interdisziplinären Forum zusammen. Die Mitglieder kommen aus den Literatur-, Medien- und Geschichtswissenschaften, aus der Soziologie und der Psychologie. 

Ein Bild von Prof. Natan Sznaider finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/79120913

Information und Anmeldung: Prof. Dr. Astrid Erll, IEAS, FB 10, IG 4.254, erll@em.uni-frankfurt.de, https://www.uni-frankfurt.de/76467309/Prof__Dr__Astrid_Erll. 

Mehr Informationen zur FMSP finden Sie hier: http://www.memorystudies-frankfurt.com/en. Einen Abstract von Sznaiders Vortrag finden Sie hier: http://www.memorystudies-frankfurt.com/events/natan-sznaider-die-andere-frankfurter-schule/

 

Jul 1 2019
10:08

Schamkonflikte im Zeitalter der digitalen Selbstdarstellung

Wenn Du Dein wahres Gesicht zeigen würdest

FRANKFURT. Digitale Medien haben neue Kulturen des Sich-Zeigens hervorgebracht. Als Kehrseite treten insbesondere Schamkonflikte hervor. Darauf verweist die Soziologin Vera King in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“.

Erfolg, Leistung und gut dastehen lässt sich in sozialen Medien ganz konkret und für viele andere sichtbar messen. „Die Ausrichtung an Likes und der Vergleich mit Konkurrenten kann paradoxe Folgen haben“, betont Vera King, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts und Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität. In einer Pilotstudie interviewte sie Jugendliche zu ihrer Selbstdarstellung in Social Media. Im noch laufenden transdisziplinären Forschungsprojekt „Das vermessene Leben“ befragte sie im quantitativen Teil der Studie, zusammen mit ihren Kooperationspartnern Hartmut Rosa und Benigna Gerisch aus Jena und in Berlin, über tausend Frauen und Männer. „Subjektiv mögen sie versuchen, sich kritisch von dieser Art der Selbstdarstellung und Vermessung zu distanzieren, aber sie können sich dem doch nicht ohne Weiteres entziehen“, sagt die Professorin.

Scham erweist sich im mehrfachen Sinne als eine Kehrseite des Sich-Zeigens. Sie kann sich einstellen, wenn man, für andere sichtbar, schlecht dasteht, wenig Likes und Follower hat, oder schlechte Bewertungen. Andererseits kann Scham aus dem Wissen oder Gefühl resultieren, dass man in Wirklichkeit gar nicht so ist, wie man sich digital zeigt – dass man womöglich, so ein Zitat, 10 000 Follower verlöre, wenn man sein wahres Gesicht zeigen würde. Nicht zuletzt kann sich Scham einstellen, wenn eben diese Abhängigkeit von der entsprechenden Anerkennung und von der Reaktion der digitalen Öffentlichkeit intensiv erlebt wird. „Schamkonflikte, im sozialen wie psychischen Sinn, gewinnen somit an Bedeutung“, folgert Vera King.

Denn der „Blick des Anderen“ auf das medial erzeugte Bild des Selbst ist von großer Relevanz und folgenreich. Die digital öffentlich sichtbaren Statusniveaus und Vergleiche mit anderen werden dabei teils als lustvolle Rivalität, als sportlicher Wettbewerb, aber teils auch als leidvoll bedrängend empfunden und gehen mit der Angst vor beschämendem Statusverlust einher. Vielfach geht es auch um die Spannung zwischen Konformität und Anderssein. Der anonyme Blick der digitalen Anderen und der damit verbundene Konformitätsdruck verleiten dazu, etwas nur zu tun, um anderen zu gefallen, wofür sich die Akteure wiederum schämen.

Zu verstärken scheint sich die Angst vor Beschämung durch sozialen Ausschluss, während gleichzeitig die Scham abzunehmen scheint, sich im Beisein von Anderen dem Smartphone zuzuwenden. Neue Gestalten von Scham entstehen wegen der Abhängigkeit von digitalen Praktiken, wegen der mitunter als suchtartig empfundenen Bezogenheit auf das Netz-Echo. Solche Abhängigkeit kann umso bedrängender wirken, wenn der digitale Blick des Anderen jene Sehnsüchte erfüllen soll (etwa nach Anerkennung, Zuwendung, Bindung), die mit den leiblich anwesenden Anderen nicht ausreichend erfüllt werden.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Vera King, Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel.: (069) 798 36531 , king@sigmund-freud-institut.de

 

Jun 28 2019
14:07

Frankfurter Projekt befasst sich mit der Rolle widerstreitender Narrative bei einem scheinbar unlösbaren Konflikt 

Wem gehört Jerusalem?

FRANKFURT. Der künftige Status Jerusalems ist einer der großen Streitpunkte im Nahostkonflikt: Sowohl Israelis als auch Palästinenser beanspruchen die Stadt als Hauptstadt. Welche Rolle die sich widersprechenden Narrative der beiden Streitparteien in diesem Konflikt spielen, damit befasst sich ein künftiges Forschungsprojekt an der Goethe-Universität. In der gerade erschienen neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ erläutern der Judaist Prof. Christian Wiese und die Literaturwissenschaftlerin Dr. Nina Fischer, worum es dabei gehen wird.

Dass U.S.-Präsident Donald Trump Jerusalem 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt hat, hat die Lage nicht gerade vereinfacht: Von einigen israelischen Politikern als Schritt in Richtung Frieden gefeiert, entfachte die Entscheidung gewaltsame Auseinandersetzungen christlicher und muslimischer Palästinenser mit der israelischen Armee. 

Der Streit um Jerusalem hat eine starke religiöse Komponente, denn für Juden, Muslime und Christen ist Jerusalem eine heilige Stadt. Die Wurzeln dieses als „unlösbar“ bezeichneten Konflikts reichen tief. Widerstreitende Narrative auf beiden Seiten spielen dabei eine große Rolle. Jede der am Konflikt beteiligten Gemeinschaften ist überzeugt, die „echte Geschichte“ für sich beanspruchen zu können; der Gegenseite wird unterstellt, sie hänge einer vorurteilsvollen oder gar falschen Erzählung an. Ein aus dem Frankfurter LOEWE-Forschungsschwerpunkts „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ hervorgegangenes Projekt soll die Bedeutung religiös und/oder national begründeter kollektiver sozialer Erzählungen für die Identität der jeweiligen Gemeinschaft untersuchen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. 

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Uni-Campus Westend, Telefon +49(0)69 798- 33313, E-Mail c.wiese@em.uni-frankfurt.de; Dr. Nina Fischer, Projektkoordinatorin LOEWE Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung“, Uni-Campus Westend, Telefon +49(0)69-79833286, E-Mail n.fischer@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 26 2019
10:00

Bank unterstützt die Goethe-Universität weitere fünf Jahre. Im Mittelpunkt der Förderung steht das Lehrangebot „Entrepreneurship & Innovation“

Starke Partner auch in Zukunft: Santander und die Goethe-Uni Frankfurt

FRANKFURT/MÖNCHENGLADBACH. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Santander Consumer Bank AG verlängern die Einzelprojekte ihrer seit 2012 bestehenden Partnerschaft um weitere fünf Jahre. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten heute die Präsidentin der Universität, Prof. Birgitta Wolff, und Fernando Silva, Vorstandsmitglied der Santander Consumer Bank AG im Senatssaal der Hochschule.

Welche Inhalte werden im Zentrum der Förderung stehen? Vor allem zwei Aspekte: Das interdisziplinäre Zusatzangebot „Entrepreneurship & Innovation“ sowie das Welcome Centre der Universität. Aufgabe des Goethe Welcome Centre ist es, optimale Startbedingungen für internationale Wissenschaftler zu schaffen und ihnen während ihres universitären Aufenthalts zur Seite zu stehen – über akademische Belange hinaus. Das Lehrangebot „Entrepreneurship & Innovation“ ist ein neues Programm der Universität, das sowohl Bachelor als auch Master Studierenden Tools und Methoden der Praxisumsetzung vermittelt: Wie kann ich meine Ideen konkret realisieren, wie kann ich mein Talent für eine Unternehmensgründung einsetzen, wodurch wird mein unternehmerisches Denken und Handeln gefördert?

„Die Goethe-Universität Frankfurt ist einer unserer engsten und bedeutendsten Partner“, äußerte sich Fernando Silva bei der heutigen Unterzeichnung. „Die Förderung des Lehrangebots ‚Entrepreneurship & Innovation' ist für uns eine Herzensangelegenheit, denn Entrepreneurship zählt zu den drei Hauptelementen unseres universitären Engagements. Als internationale Bank möchten wir in junge Talente investieren und sie auf eine unternehmerische Zukunft vorbereiten. Die Vermittlung dieser Skills ist von enormer Wichtigkeit für neue Arbeitswelten.“

Auch Prof. Birgitta Wolff freut sich über die weitere Zusammenarbeit: „Sowohl das Welcome Centre, das Santander schon seit Jahren fördert, als auch das neue interdisziplinäre Lehrangebot ‚Entrepreneurship & Innovation' sind für zahlreiche Studierende und WissenschaftlerInnen extrem hilfreich. Umso dankbarer sind wir deshalb, dass wir auch in den nächsten Jahren auf Santander als Partner zählen können.“

Mehr Informationen finden Sie unter: presse.santander.de.

Pressekontakt:

Eva Oberdörster, Communications; Tel. (02161) 690-9408; Evamaria.oberdoerster@santander.de

 

Jun 26 2019
09:00

​ Die Rückkehr des Rudeltiers spaltet die Gemüter

(K)ein Platz für Wölfe?

FRANKFURT. Wölfe lösen beim Menschen gleichermaßen Angst und Faszination aus. Das Raubtier wird bei Nutztierhaltern, Jägern, Naturschützern und Politikern kontrovers diskutiert. Michelle Müller hat sich in ihrer Masterarbeit mit den Habitat-Ansprüchen sowie dem Konfliktpotenzial der Wölfe beschäftigt. In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ zeigt sie Lösungsansätze auf.

Menschen hatten den Wolf in Europa fast vollständig ausgerottet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten Einzeltiere von Polen aus wieder in die Bundesrepublik ein. Doch meist wurden sie abgeschossen oder überfahren. Erst als der Wolf nach der Wiedervereinigung 1990 auch in den neuen Bundesländern unter Naturschutz gestellt wurde, konnte er sich in Deutschland langfristig wieder ansiedeln. 2017/2018 lebten in Deutschland 73 Rudel und 31 Paare, verteilt auf die Bundesländer Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Zurzeit wächst die Wolfspopulation in Deutschland jährlich um etwa 30 Prozent. „Für die Annahme, Wölfe würden ihre Scheu gegenüber Menschen verlieren, wenn sie nicht bejagt werden, gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg“, erklärt Michelle Müller, die an der Goethe-Universität Physische Geographie studierte. Während eines Praktikums bei LUPUS, dem Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, lernte sie, dass das größte Konfliktpotential im Zusammenleben von Mensch und Wolf die Nutztierrisse sind.

Mit der Rückkehr der Wölfe musste die Art der Nutztierhaltung wieder an die Anwesenheit des Räubers angepasst werden. „Gezieltes Wolfsmanagement ist notwendig, um Konflikte zwischen Menschen, ihren Nutztieren und den Wölfen zu verhindern“, weiß Michelle Müller aus der Forschung für ihre Masterarbeit. Die Bundesländer erfassen Daten zum Vorkommen der Art und der von ihr verursachten Schäden. Managementpläne regeln die staatliche Förderung von Schutzmaßnahmen, die bis zu 90 Prozent beträgt. Sollte dennoch ein Tier nachweislich vom Wolf gerissen worden sein, erhält der Halter eine Ausgleichszahlung.

Den effektivsten Schutz bieten Herdenschutzhunde in Verbindung mit Elektrozäunen. Die Hunde leben hierbei dauerhaft in der Herde. Sie sind groß und kräftig genug, um Wölfe passiv durch Imponiergehabe zu vertreiben. Elektrozäune sollten straff gespannt sein und eine Spannung von mindestens 3000 Volt (gepulst) aufweisen. Empfohlen wird eine Höhe von 120 cm. Bisher haben Wölfe nur in wenigen Fällen empfohlene Schutzmaßnahmen wiederholt überwunden. „Häufig sind Nutztierverluste auf falsch eingesetzte Schutzmaßnahmen zurückzuführen“, sagt Michelle Müller.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2019) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.de.

Informationen: Michelle Müller, Projektmitarbeiterin beim Regionalverband Harz im Natur- und Geopark, Tel.: 03946 964125, Email: mueller@harzregion.de
Bundesweite Ansprechpartner sind die Wolfsexperten von LUPUS, dem Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW).

 

Jun 25 2019
17:12

Verleihung bei der Akademischen Feier der Freundesvereinigung

Gut dotierte Preise für 13 junge Forscherinnen und Forscher

FRANKFURT. 13 junge Forscherinnen und Forscher der Goethe-Universität sind heute Nachmittag für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet worden. Bei der Akademischen Feier der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität überreichten der Vorsitzende der Vereinigung, Prof. Wilhelm Bender, und der Vizepräsident der Universität, Prof. Roger Erb, Preise von insgesamt 57.500 Euro – eine neue Rekordsumme bei dieser zum 34. Mal stattfindenden Veranstaltung. 

Die sechs Preisträgerinnen und sieben Preisträger in der Reihenfolge der Preisvergabe: 

Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern (10.000 Euro) 

Der Biologe Dr. Frederic Strobl promovierte im Arbeitskreis „Physikalische Biologie“ am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften. Seine Dissertation „Comparative Embryonic Morphogenesis of Emerging Insect Model Organisms“ verglich die Fruchtfliege Drosophila melanogaster mit ihren nahen Verwandten. Im Zentrum steht die bisher von der Forschung vernachlässigte Untersuchung zur embryonalen Morphogenese. Diese ermöglicht es, Aussagen über die evolutionäre Diversifikation der Fruchtfliege zu treffen. 

Werner Pünder-Preis (insgesamt 10.000 Euro) 

Die Rechtswissenschaftlerin Dr. Nadine Drönner promovierte am Institut für Rechtsgeschichte zum Thema „Das ‚Homosexuellen-Urteil' des Bundesverfassungsgerichts aus rechtshistorischer Perspektive (BVerfG 6, 389)“. Dabei befasste sich Drönner mit dem heute stark kritisierten Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1957, in dem das Gericht die Strafbarkeit männlicher homosexueller Kontakte nicht für verfassungswidrig erklärte. Ihre rechtshistorische Analyse zeigt, dass das BVerfG sein Urteil als Entscheidung für den Augenblick verstand. Sein Verständnis eines wandelbaren Sittengesetzes ermöglichte sodann u. a. die Reform des Sexualstrafrechts. 

Die Politikwissenschaftlerin Dr. des. Jeanette Ehrmann schrieb ihre Doktorarbeit am Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. In ihrer Dissertation „Tropen der Freiheit. Haitianische Revolution und die Dekolonisierung des Politischen“ beschäftigt sie sich mit der ersten und einzigen erfolgreichen Revolution (1791–1804) versklavter Menschen, die im kulturellen Gedächtnis Europas verschwiegen wird. Ihre These: In dieser Revolution entstehen radikal antirassistische Entwürfe von Freiheit, Gleichheit und politischer Gemeinschaft, die zu einer Dekolonisierung moderner politischer Herrschaft führen. 

Frankfurter Forschungspreis 2019 der Rudolf Geißendörfer-Stiftung (5000 Euro)

Der Mediziner Dr. Jan Heil wird mit dem geförderten Projekt „Die Korrelation von tumor-assoziierten Makrophagen und Tumorprogress im hepatozellulären Karzinom – Eine Pilotstudie“ seine bisherigen Arbeiten im Bereich Zellkultur und Makrophagen-Tumorinteraktion am Universitätsklinikum fortsetzen. Im Zentrum stehen Nachweismethoden im Blut und Gewebe zur Bestimmung von M2-Makropahgen, die unter anderem eine wesentliche Rolle in Entstehung und Progress des Leberzellkarzinoms (hepatozellulären Karzinoms) spielen. 

Mediterran-Preis (3500 Euro) 

Der Archäologe Dr. Moein Eslami studierte in Isfahan und schloss seine Promotion in Frankfurt ab. In seiner Doktorarbeit „Geoarchaeological investigation on Mudbrick manufacturing from middle Elamit Period (second millennium BC)" befasst er sich mit der Restaurierung von Lehmziegelbauten. Als Ausgangspunkt dient ihm die mineralogische und chemische Zusammensetzung der Lehmziegel, denn das Rohmaterial Lehm unterscheidet sich von Region zu Region. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Wahl adäquater Konservierungsmethoden. 

Barbara und Piergiuseppe Scardigli-Preis für geisteswissenschaftliche Fächer (3000 Euro) 

Die Philologin Dr. Helena Schmedt studierte in Frankfurt und Florenz Klassische Philologie. Ihre Dissertation „Antonius Diogenes. Neuedition, Übersetzung, Kommentar und Interpretation der Testimonien und Fragmente“ beschäftigte sich mit dem griechischen Roman „Die wunderbaren Dinge jenseits von Thule“ aus der römischen Kaiserzeit. Der Roman kombiniert mit Liebesgeschichten, Magie, Reisen sowie Angaben zu Pythagoras auf einzigartige und faszinierende Weise verschiedenste Themen und literarische Traditionen. Ihre Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis des nur fragmentarisch erhaltenen Werkes. 

WISAG-Preis (5000 Euro) 

Der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Ingo Sauer widerlegte in seiner Promotion „The influence of the central bank's assets on the exchange rate and the price level: essays and empirical analyses" mit aus historischen Archiven extrahierten Zentralbank-Bilanzdaten und modernen ökonometrischen Verfahren die Quantitätstheorie: Er zeigte, dass deren empirische Säule, die Hyperinflation, durch Zentralbank-Insolvenzen verursacht wurde, während der Anstieg der Geldmengen nur eine falsch interpretierte Begleiterscheinung darstellte. Daher ergibt sich für die derzeit diskutierten Risiken im Eurosystem (Target-Salden) eine völlig neue Interpretation. 

Stifterpreis „Sozialpsychiatrie Frankfurt“ (5000 Euro)

Die Psychologin Dr. Janina Kitzerow evaluierte in ihrer Doktorarbeit am Autismus-Therapie- und Forschungszentrum des Frankfurter Universitätsklinikums das dort entwickelte Frühinterventionsprogramm für Vorschulkinder mit Autismus-Spektrum-Störung (A-FFIP). Sie beschrieb Verbesserungen der sozialen Interaktions- und Kommunikationsfertigkeiten sowie weiterer kindlicher Entwicklungsbereiche. 

Frankfurter Dissertationspreis für Philosophie (3000 Euro) 

Der Geisteswissenschaftler Dr. des. Dominik Kauss beleuchtete in seiner Dissertation „Conceivability, Existence, and Logic" das Verhältnis zwischen zwei Begriffen von Vorstellbarkeit: zwischen dem, was sich rationalerweise imaginieren lässt und dem, was sich rationalerweise glauben lässt. Diesen begrifflichen Kontrast nutzte er, um das Verhältnis konkurrierender Gültigkeitsbegriffe in der Philosophie der Logik zu erhellen. Kauss zeigte, wie sich auf dieser Grundlage ein neues Licht werfen lässt auf diverse philosophische Kontroversen, darunter Descartes' Cogito-Argument, Humes Kritik des ontologischen Gottesbeweises und Russells Rätsel des Nichtseins. 

Procter & Gamble-Nachhaltigkeitspreis und Förderpreis (insgesamt 8000 Euro) 

Der Physiker Dr. Martin Heinritzi arbeitet am Institut für Atmosphäre und Umwelt zum Thema „Biogene Nukleation atmosphärischer Partikel“. Für seine Dissertation „Mass spectrometric measurements of highly oxygenated organic molecules contributing to atmospheric new particle formation" forschte er in Kooperation mit dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN beim CLOUD-Experiment und fand heraus, dass die Duftstoffe von Bäumen in der Atmosphäre neue Partikel bilden können, die Wolken entstehen lassen. 

Mit Procter & Gamble-Förderpreisen für ihre Bachelorarbeiten wurden Max Czymai („Agrarkraftstoffe: Teil der Lösung oder des Problems? Perspektiven von NGOs im Vergleich“) und Sonja Ströll („Veränderung der Waldgesellschaft durch den Klimawandel“) ausgezeichnet. 

Wilhelm Bender-Dissertationspreis (5000 Euro – erstmalig vergeben) 

Die Geisteswissenschaftlerin Dr. Annemarie Opp schrieb ihre Doktorarbeit „Liebe und Konsum. Ästhetik und Poetik eines Zusammenhangs in Romanen der Moderne und Postmoderne“ in dem Forschungsverbundprojekt „Konsumästhetik – Formen des Umgangs mit käuflichen Dingen“ an der Goethe-Universität. Darin zeigt sie auf, dass die romantische Liebe und der Kapitalismus keine unvereinbaren Gegensätze, sondern interdependente Phänomene sind.

 

Jun 25 2019
11:57

​ Direktor des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie spricht über molekulare Mechanismen bei der Fusion von biologischen Membranen.

Reinhard Jahn übernimmt Rolf-Sammet-Gastprofessur 2019

FRANKFURT. Der Neurobiologe Prof. Reinhard Jahn, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, wird als neuer Rolf-Sammet-Gastprofessor vom 1.-5. Juli 2019 die Goethe-Universität Frankfurt besuchen. Er wird in fünf Vorträgen das Thema „Spotlight on molecular machines functioning in synaptic transmission“ behandeln.

Festvortrag mit Preisverleihung: Montag, 1.7.2019, 17.15 Uhr,
Otto-Stern-Zentrum, Campus Riedberg der Goethe-Universität.

Reinhard Jahn interessiert sich seit vielen Jahren für die molekularen Mechanismen, die der Fusion von biologischen Membranen zugrunde liegen. Er identifizierte dabei die Proteine, welche die Membranverschmelzung vermitteln und charakterisierte die Struktur und Funktionsweise der molekularen Fusionsmaschinerie. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt dabei auf der Untersuchung und strukturellen Charakterisierung von SNARE Proteinen, die bei der Fusion von synaptischen Vesikel in Nervenzellen und generell bei der Membranfusion im Inneren von Zellen eine wichtige Rolle spielen. Diese Arbeiten sind nicht nur für die neurobiologische Forschung, sondern für die gesamte Zellbiologie von großer Bedeutung.

Die Rolf-Sammet-Gastprofessur zählt zu den ältesten und renommiertesten Gastprofessuren an der Goethe-Universität. Von den 27 bisherigen Preisträgern haben 10 inzwischen den Nobelpreis in Chemie oder Medizin erhalten. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler aus dem Gebiet der molekularen Chemie/Biochemie/Medizin nach Frankfurt eingeladen, um dort seine Forschung in einem einwöchigen Vortragszyklus vorzustellen.

Weitere Termine der Rolf-Sammet-Gastprofessur unter https://www.uni-frankfurt.de/46321548/sammet

Organisation: Prof. Thomas Prisner, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-29449; prisner@chemie.uni-frankfurt.de

 

Jun 25 2019
10:26

Einladung zur Akademischen Feier des Fachbereichs Physik mit Staatssekretärin Ayse Asar

Frankfurter Physiker ehren Luciano Rezzolla

FRANKFURT. Für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit erhält der Theoretische Astrophysiker Luciano Rezzolla den Wissenschaftspreis der Frankfurter Physik. Der Preis wird im Rahmen einer akademischen Feierstunde mit Staatssekretärin Ayse Asar vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergeben

am Freitag, dem 28. Juni um 16:30 Uhr im Biozentrum,
HS B1, Max-von-Laue-Str. 9, Campus Riedberg.

Veranstalter sind der Fachbereich Physik der Goethe-Universität, die Walter Greiner Gesellschaft zur Förderung der physikalischen Grundlagenforschung (WGG) und das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Nach einer Begrüßung durch Prof. Michael Lang, Dekan des Fachbereichs Physik, Prof. Roger Erb, Vizepräsident der Goethe-Universität, Dr. Nikolaus Hensel, Gründungsvorstand der WGG und Prof. Enrico Schleiff, Vorstandsvorsitzender des FIAS, werden die Auszeichnungen für herausragende junge und erfahrene Wissenschaftler in einer Gesamthöhe von rund 150.000 Euro verliehen.

Den Wissenschaftspreis der Frankfurter Physik für herausragende wissenschaftliche Arbeit erhalten Prof. Luciano Rezzolla und sein Team am Institut für Theoretische Physik in Anerkennung seiner herausragenden Leistungen im Zusammenhang mit der Erforschung Schwarzer Löcher.

Hierzu hat Herr Rezzolla unlängst weltweit Weltweite mediale Aufmerksamkeit erfahren erfuhr der italienische Physiker in seiner Rolle als Vorstandsmitglied und Leiter des „Black Hole Cam-Projektes (BHC-Projekt)“, welches erstmals die Beobachtung des heißen Plasma-Rings um das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87 sichtbar machte.

Für sein Lebenswerk in der Gravitationsphysik erhält Prof. Friedrich Hehl, der am Institut für Theoretische Physik der Universität zu Köln lehrte, den Karl-Schwarzschild-Preis 2019. Prof. Hehl hat in herausragender Weise in über mehr als vier Jahrzehnten die theoretischen Grundlagen der allgemeinen Relativitätstheorie (ART) untersucht, insbesondere hat er Erweiterungen von Einsteins ART geschaffen, um die Torsion der Raumzeit einzubeziehen, die Einstein einst vernachlässigt hatte. Mit dem Preis wird an Karl Schwarzschild erinnert, den berühmten Frankfurter Astrophysiker, der vor einhundert Jahren innerhalb weniger Monate die nach ihm benannte Lösung von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie berechnete. Dr. Maris Bauer erhält den von der Carl Wilhelm Fück-Stiftung ausgelobten und mit 10.000 Euro dotierten "Walter Greiner-Preis“ für die beste Physik-Dissertation. Er promovierte am Physikalischen Institut der Goethe-Universität über die Entwicklung von Sensoren für die Terahertz-Messtechnik, die er nun am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik für zerstörungsfreie Produktprüfung in Industrieanwendungen einsetzt.

Studierende im Bereich Biophysik gaben den Ausschlag für den erstmals in diesem Jahr vergebenen „Niko-Claus-Preis“, benannt nach den beiden Stiftern Nikolaus Hensel und Claus Wisser. Ausgezeichnet wird Dr. Georg Wille vom Institut für Biophysik. Er wird für sein außergewöhnlich starkes Engagement in der Lehre, für die Belange der Studierenden und seine Aktivitäten zur strukturellen Verbesserung des Studiengangs Biophysik geehrt.

Für das herausragende Engagement von Studierenden im Bereich der Lehre wird Julia Sammet ausgezeichnet. Der Doktorandin ist die Gründung und der Aufbau des Physik-Lernzentrums der Goethe-Universität am Campus Riedberg zu verdanken. Als Leiterin der Einrichtung ist Julia Sammet mit ihrem Team erste Anlaufstelle für Studierende bei physikalischen und mathematischen Fragen.

Darüber hinaus werden die besten Studienabschlüsse des Fachbereichs Physik geehrt sowie die Rolf und Edith Sandvoss-Stipendien und die Deutschlandstipendien vorgestellt. 

Informationen: Prof. Horst Stöcker, Senior Fellow FIAS, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47614 , Email: stoecker@Fias.uni-frankfurt.de

 

Jun 24 2019
12:41

Neue Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ erschienen / Interview mit Nicole Deitelhoff: Konflikte als Triebkraft der Demokratie

Mehr Konflikt!

FRANKFURT. Protestveranstaltungen und Demonstrationen, Brexit und wirtschaftspolitische Drohgebärden – wir leben in einer konfliktträchtigen Zeit. An der Goethe-Universität befassen sich gleich mehrere Disziplinen mit dem Thema „Konflikt“. Wie vielschichtig dies geschieht, das zeigt die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“, die heute erschienen ist.

„Konflikt“ – dieser Begriff wird von vielen Menschen als negativ empfunden und gleichgesetzt mit Streit, Unfrieden, vielleicht sogar Gewalt. Dabei kann der Konflikt Ursprung für so vieles sein, zum Beispiel auch für Konsenslösungen und Innovationen. Auch die Frankfurter Politologin und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung Prof. Nicole Deitelhoff, sieht viel positives Potenzial in Konflikten: Wie sie in einem Interview deutlich macht, das in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ der Goethe-Universität zu lesen ist, sind Konflikte ein notwendiger Bestandteil moderner demokratischer Gesellschaften.

„Erst im Konflikt beginnen wir, darüber nachzudenken, wie wir eigentlich zusammenleben wollen“ – sagt Deitelhoff im Interview. Die Politologin veranschaulicht im Gespräch eindrucksvoll, dass es heutzutage in punkto Streitkultur etliche Defizite gibt: Konflikte würden viel zu wenig ausgehalten und ausgetragen, gerade in der Politik. Alle übten sich in zivilisierter Gesprächsführung, Talkshows zeigten keine echten Debatten, und schon die Kleinen im Kindergarten lernten, wie man Konflikte vermeidet – so die Politologin. Dabei sei der Konflikt die Integrationskraft moderner Gesellschaften: „Im Streit, in der Auseinandersetzung über Unterschiede und im Ausbuchstabieren politischer Werte und Prinzipien, die ein Miteinander über diese Differenzen hinweg erlauben, konstituieren wir Zusammenhalt“, so Deitelhoff.

Und was ist mit all den Aggressionen im Internet? Hier müsse man genau hinsehen, findet Deitelhoff. Denn auch Echokammern hätten ursprünglich ihre Daseinsberechtigung – geben sie doch Menschen die Gelegenheit zur Artikulation ihrer Interessen, die sich dies auf einer größeren Bühne nicht trauten. Was Deitelhoff außerdem zu sagen hat – etwa über die Ziele und Aufgaben des gerade entstehenden Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt, das sie von Frankfurt aus leiten wird –, das lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Forschung Frankfurt. Und darüber hinaus viele weitere spannende Beiträge zu (Forschungs)fragen rund um das Schwerpunktthema „Konflikt – Zwischen Eskalation und Schlichtung“.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (2/2018) kann von Journalisten kostenlos bestellt werden bei: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Web: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen; Institut für Politikwissenschaft; Campus Westend, Telefon 069/798-31444; E-Mail nicole.deitelhoff@normativeorders.net

 

Jun 21 2019
14:37

Rund 16,5 Millionen Euro für vier wissenschaftliche Schwerpunkte zugesagt /Antragspartnerschaft bei zwei weiteren Schwerpunkten

LOEWE-Förderung: Großer Erfolg für die Goethe-Uni 

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat drei neue LOEWE-Schwerpunkte unter ihrer Federführung eingeworben. Auch der formal vom FIAS beantragte Schwerpunkt CMMS – Mehrskalen-Modellierung in den Lebenswissenschaften liegt in der Federführung Frankfurter Wissenschaftler. Für die vier Schwerpunkte stehen in den nächsten vier Jahren rund 16,5 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem ist die Goethe-Universität an zwei weiteren Schwerpunkten als Antragstellerin beteiligt, die beide ein finanzielles Gesamtvolumen von 8,9 Mio. Euro umfassen.

Die Vizepräsidentin für Forschung Prof. Dr. Simone Fulda: „Identität, Migration und Dimensionen von Ordnung sowie Klimawandel und ein besseres Verständnis biologischer Prozesse dank künstlicher Intelligenz: die Goethe-Universität und ihre Partner forschen intensiv zu Themen von höchster gesellschaftlicher Relevanz.“

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff ergänzt: „Die neuen LOEWE-Schwerpunkte zeigen auch, dass sich die intensivierte Kooperationskultur zwischen den hessischen Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen bewährt. Der Erfolg lädt ein zu mehr. Glückwunsch an alle, die diese Anträge zum Erfolg geführt haben!“

Neue LOEWE-Schwerpunkte unter Federführung der Goethe-Universität: LOEWE- Schwerpunkt: Vergangene Warmzeiten als natürliche Analoge unserer „hoch-CO2“-Klimazukunft (VeWa)

Was erwartet uns, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre gegenüber dem Wert der vorindustriellen Zeit nahezu verdoppelt? Nach Schätzungen des Internationalen Klimarats IPCC ist mit einem solchen extremen Treibhausklima noch in diesem Jahrhundert zu rechnen. In der Geschichte der Erde gab es vergleichbar hohe CO2-Werte zuletzt vor mehr als 35 Millionen Jahren, im Paläogen. Im Projekt VeWa unter Federführung der Goethe-Universität haben sich Geologen, Biologen, Geografen und Klimamodellierer zusammen¬geschlossen, um das Paläoklima und die Paläoumwelt quantitativ zu erforschen, idealerweise in bis zu saisonaler Auflösung. „Der Rückblick in die Vergangenheit ist für uns zugleich ein Fenster zur Zukunft unseres Planeten“, erläutert der Sprecher des Projekts, Prof. Wolfgang Müller vom Institut für Geowissenschaften. Als Klimaarchive nutzen er und seine Projektpartner in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) die Zusammensetzung mariner Organismen. Ebenso untersuchen sie die Sedimente am Land, u.a. aus der hessischen Welterbe-Stätte Messel. Daraus wollen sie das Klima, die Chemie des Ozeans und die Entwicklung der Artenvielfalt auf dem Land und im Meer ableiten. Die Ergebnisse sollen in einer Mitmach-Ausstellung im Senckenberg Museum für Laien verständlich präsentiert werden.

LOEWE-Schwerpunkt: Minderheitenstudien: Sprache und Identität 

Wie interagieren die identitätsbedingenden Faktoren (Sprache, Religion, kulturelles Erbe etc.) miteinander im Kontext der Migration von Minderheiten? Dieser Frage wird der LOEWE-Schwerpunkt „Minderheitenstudien: Sprache und Identität“ unter Federführung der Goethe-Universität auf den Grund gehen. Seit 2015 erlebt Europa die massivste Einwanderungswelle seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie dort als Minderheiten verfolgt und unterdrückt werden. Durch die Einwanderung in eine für sie neue Gesellschaft ändert sich ihre Situation: Von einer Minderheit im eigenen Land werden sie zusätzlich zu einer Minderheit im fremden Land. Ist die sprachliche, religiöse, ethnische und kulturelle Identität einer Minderheit im Herkunftsland gemeinhin auf einer Ebene angesiedelt, kommt durch die Einwanderung in ein fremdes Land eine neue Ebene hinzu. Die Menschen müssen sich gegenüber einer neuen Mehrheit als Minderheit definieren, zugleich bleibt jedoch der Minderheitsstatus gegenüber der Mehrheit im Herkunftsland, die ebenfalls eingewandert ist. Diese Problematik will der LOEWE-Schwerpunkt „Minderheitenstudien: Sprache und Identität“ erforschen. „Insbesondere geht es um die Frage, inwieweit die Wechselwirkung zwischen Selbst- und Fremdsicht zu einem Identitätswandel im Zielland führen kann“, erklärt der Linguist Prof. Jost Gippert, der Sprecher des Schwerpunktes sein wird. Dabei verfolge das Projekt einen interdisziplinären Ansatz, der die Felder Sprache, Geschichte und Gesellschaft einbezieht. Außer der Goethe-Universität Frankfurt am Main sind die Philipps-Universität Marburg ist die Justus-Liebig-Universität Gießen beteiligt.

LOEWE-Schwerpunkt: Architekturen des Ordnens 

Der Begriff der Architektur bezieht sich längst nicht mehr nur auf Gebilde aus Holz, Stein, Stahl und Beton und auf deren Zustandekommen: Auch in Diskursen über Ordnung und Rationalität spielt er eine wichtige Rolle. So ist oft von „Medien-“ oder „Sicherheitsarchitektur“ die Rede oder von der „Architektur der europäischen Außenpolitik“; die Philosophie spricht von „Gedankengebäuden“, große Unternehmen von der „Corporate Architecture“. Der geplante LOEWE-Schwerpunkt „Architekturen des Ordnens“ unter Federführung der Goethe-Universität untersucht, welche Bedeutung Architektur für die Bildung von gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Ordnungskonzepten hat – und wie diese Ordnungskonzepte wiederum auf den Architekturdiskurs und dessen Ordnungsbegriffe zurückwirkt. „Die beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gehen der Frage nach, wie Architektur Ordnungen hervorbringt, wie sie auf nichtarchitektonische Ordnungsnarrative wirkt und wie sich beide Sphären gegenseitig beeinflussen“, erklärt der Kunsthistoriker Prof. Carsten Ruhl, der als Sprecher des Schwerpunkts auftritt. Langfristig solle die LOEWE-Förderung der Ausgangspunkt für ein international sichtbares architekturwissenschaftliches Profil im Rhein-Main-Gebiet sein. Am Schwerpunkt beteiligt sind außer Ruhls Kunstgeschichtliches Institut am Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften der Goethe-Universität das Fachgebiet Architektur- und Kunstgeschichte der Technischen Universität Darmstadt, das Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt) sowie das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt.

Zudem ist die Goethe-Universität an folgenden weiteren LOEWE-Schwerpunkten als Antragspartner beteiligt. 

LOEWE-Schwerpunkt: CMMS – Mehrskalen-Modellierung in den Lebenswissenschaften.
Wie kann man komplexe biologische Systeme besser verstehen? Eine quantitative Erfassung der Eigenschaften biologischer Systeme auf unterschiedlichen Skalen ermöglicht mathematische Modelle. Daher erforscht der beantragte LOEWE-Schwerpunkt CMMS neue Ansätze für Datenorganisation, Algorithmen und Experimente etwa zur Bestimmung der notwendigen Parameter oder zur Verifikation des Modells. Diese Computermodelle helfen, die Funktionsweise von Organismen zu verstehen und medizinische Möglichkeiten und biotechnologischen Methoden zu entwickeln. Zusätzlich soll ein Graduierten-Programm aufgebaut werden. Federführung: Frankfurt Institute for Advanced Studies, Antragspartner: Goethe-Universität Frankfurt sowie Max-Planck-Institut für Biophysik und Max-Planck-Institut für Hirnforschung (beide Frankfurt). 

LOEWE-Schwerpunkt: GLUE – G protein-coupled receptor Ligands for Underexplored Epitopes.
Lassen sich mit alternativen Bindestellen Medikamente mit geringeren Nebenwirkungen entwickeln? Rund ein Drittel aller zugelassenen Arzneimittel wirkt über so genannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Weil körpereigene Hormone oder Neurotransmitter an denselben Stellen andocken, steigt die Gefahr von Nebenwirkungen. Das beantragte LOEWE-Forschungsprojekt will alternative Bindetaschen für die Wirkstoffentwicklung erforschen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Projekts ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen der computergestützten Wirkstoffforschung, der pharmazeutischen Chemie, Biochemie, Strukturbiologie und Pharmakologie. Federführung: Philipps-Universität Marburg, Antragspartner: Goethe-Universität Frankfurt, Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung (Bad Nauheim), Technische Universität Darmstadt. 

LOEWE-Schwerpunkt: TRABITA – Transiente Bindungstaschen für die Wirkstoffentwicklung.
Wie entwickelt man Wirkstoffe für pharmakologisch bisher unzugängliche Proteine? Medikamente wirken in der Regel durch Bindung an krankheitsrelevante Proteine. Dafür ist es wichtig, die Struktur eines bestimmten Bindungsorts in diesen Proteinen –der sogenannten Bindungstasche – zu verstehen. Viele Proteine sind jedoch flexibel. Wenn es gelingt, Medikamente für solche „transienten Bindetaschen“ zu entwickeln, weisen diese oft deutlich verbesserte Eigenschaften auf. Der beantragte LOEWE-Schwerpunkt „TRABITA“ soll Ansätze dafür entwickeln. Federführung: Technische Universität Darmstadt, Antragspartner: Goethe-Universität Frankfurt, Hochschule Darmstadt.