​​​​Pressemitteilungen ​

Sonstige

Jun 30 2016
11:44

Bundesweit einmaliges Programm Mercator Science Policy Fellowship bringt Führungskräfte aus verschiedenen Sektoren auf der Suche nach besseren Lösungen für Politik und Gesellschaft zusammen

Mehr Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft wagen

FRANKFURT. Führungskräften unterschiedlicher Professionen Einblicke in die Welt der Wissenschaft zu geben, um neue Lösungen und Anstöße für die Bewältigung komplexer Herausforderungen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu finden: Das ist das Ziel eines deutschlandweit einmaligen Programms der Rhein-Main Universitäten (RMU), das von der Stiftung Mercator über fünf Jahre mit insgesamt über 1 Mio. Euro gefördert wird.

Die Komplexität der Herausforderungen, mit denen sich Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft heute auseinandersetzen müssen, ist enorm. Dies stellt hohe Anforderungen an ihre Fähigkeit, tragfähige Lösungen unter Einbeziehung unterschiedlicher Disziplinen und Akteure zu entwickeln.

Das Mercator Science Policy Fellowship richtet sich an Führungskräfte der oberen operativen Führungsebene (wie Referats-oder Abteilungsleitungen) aus Politik, Verwaltung, Verbänden oder NGOs, die an der inhaltlichen Gestaltung von Politiken beteiligt sind. Das Programm verbindet den persönlichen Austausch zwischen Spitzenwissenschaftler/innen und Führungskräften aus Politik, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft mit einer auf ihre jeweiligen individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen »executive education«.

Für die bis zu 20 Fellows wird ein individuelles Gesprächsprogramm zusammengestellt. Als Dialogpartner dafür stehen ausgewählte Spitzenforscher der drei Rhein-Main-Universitäten zur Verfügung (Goethe-Universität, Johannes Gutenberg-Universität, Technische Universität Darmstadt), um jenseits des beruflichen Alltags über Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu reflektieren.

„Oft ist davon die Rede, dass zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu wenig gedanklicher und inhaltlicher Austausch stattfindet“, betonte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff. „Der Austausch ist aber wichtig, um wirklich zündende Ideen und Lösungen zur Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen zu finden. Das Mercator Science Policy Fellowship überwindet bisher bestehende Barrieren und schafft damit eine neue Qualität von Austausch zwischen den unterschiedlichen Sektoren.“

„Als Stiftung ist es für uns ein Anliegen, dass Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sich ihr Urteil in bestmöglicher Kenntnis des aktuellen Forschungsstandes bilden können", erläutert Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. "Das Mercator Science Policy Fellowship bietet ihnen die Möglichkeit, eine Vielzahl unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven auf ihre konkreten Fragen zu erhalten", so Rohe weiter.

Struktur des Mercator Science Policy Fellowship

• Jährliche Ausschreibung von 20 Fellowships für die Dauer eines akademischen Jahres

• Insgesamt 5 Präsenztage (auf Wunsch mehr) an den Rhein-Main-Universitäten mit 3-tägiger gemeinsamer Präsenzphase für alle Fellows zu Beginn des Programms

• Jahreskonferenz als Auftakt-und Abschlussveranstaltung

Das Programm ist kostenfrei (Freistellung und Übernahme der Reisekosten durch die entsendende Organisation).

Bewerbung:

Formlose schriftliche Nominierung durch den oder die Arbeitgeber/in

• Begleitendes Motivationsschreiben des Fellows, aus dem der erwartete Mehrwert für die eigene Tätigkeit oder die eigene berufliche Entwicklung hervorgeht (ca. 1–2 Seiten)

• Bis zu 5 thematische Interessensschwerpunkte oder Fragen (ca. 1–2 Seiten)

• Die Auswahl erfolgt durch einen hochkarätig besetzten Lenkungsausschuss.

Bewerbungen per E-Mail möglichst bis zum 15. Juli 2016 an Dr. Justus Lentsch Leiter der Abteilung »Forschung & Nachwuchs« der Goethe-Universität Frankfurt am Main unter: forschung@uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/science-policy

Veranstaltungen

Jun 29 2016
14:48

Arbeiten aus dem „Artemis-Projekt“ im Rathaus für Senioren

Vernissage: Kunst von Menschen mit Demenz

FRANKFURT.Unter dem Motto „Wenn Kunst Brücken baut“ sind im Frankfurter Rathaus für Senioren vom 4. Juli 2016 bis voraussichtlich Ende September 2016 ausgewählte Kunstwerke von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu sehen. Entstanden sind sie im Rahmen des ARTEMIS-Projektes der Goethe-Universität (Arbeitsbereich Altersmedizin) und des Städel Museums. Das Projekt untersucht den Beitrag interaktiver Museumsbesuche und der Beschäftigung mit Kunst zum emotionalen Wohlbefinden und der Lebensqualität von Menschen mit Demenz.

Die Abschlussausstellung von ARTEMIS (Art Encounters – Museum Intervention Study) wird am Montag, den 4. Juli 2016, um 13 Uhr im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Aktionswochen „Älter werden in Frankfurt“ eröffnet, unter anderem durch den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen!

Zu sehen sein wird eine Auswahl von 50 Bildern aus fünf verschiedenen Themenbereichen. „Die entstandenen Werke veranschaulichen eindrucksvoll das kreative Potenzial und die künstlerische Freiheit der Teilnehmenden“, so der Psychologe Arthur Schall vom ARTEMIS Team am Institut für Allgemeinmedizin.

Das von der Familie Schambach-Stiftung geförderte Projekt erforscht seit 2014 die Wirkung interaktiver Museumsbesuche auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz sowie auf die Beziehung zu ihren betreuenden Angehörigen. Die Studienteilnehmer besuchten über einen Zeitraum von sechs Wochen das Städel Museum und nahmen an interaktiven Kunstführungen teil. Anschließend konnten sie im Atelier selbst künstlerisch arbeiten.

Die insgesamt sechs Führungen im Städel Museum befassten sich mit Themen wie „Frankfurt am Main“, „Familie und Kinder“, „Stillleben“, „Das menschliche Gesicht“, „Die Farbe Blau“ oder „Abstrakt“ und bezogen dabei Werke aus den unterschiedlichsten Kunstepochen ein. In der Atelierarbeit wurden die Themen von den Teilnehmern mit Demenz und ihren Angehörigen in Paararbeit künstlerisch umgesetzt: So wurden beispielsweise zur „Farbe Blau“ Reliefs mit verschiedenen Materialien und Blautönen angefertigt, beim Thema „Stillleben“ entstanden Styrenedrucke und zu „Frankfurt am Main“ Collagen aus Fotos und Reproduktionen der betrachteten Kunstwerke, die das ganz individuelle Frankfurt der Teilnehmer widerspiegeln sollten.

Was? Vernissage: „Wenn Kunst Brücken baut“. Kunstwerke aus dem ARTEMIS-Projekt im Rathaus für Senioren
Wann? Montag, 4. Juli 2016, 13:00 - 16:00 Uhr
Wo? Rathaus für Senioren, Hansaallee 150, 60320 Frankfurt am Main; der Zutritt ist barrierefrei

Anfahrt
U1–U3, U8 und Bus 34: Haltestelle Dornbusch,
Bus 64: Haltestelle Dornbusch/Am Grünhof oder Plieningerstraße

Informationen: Dr. Valentina Tesky und Dipl.-Psych. Arthur Schall M.A., Institut für Allgemeinmedizin, Arbeitsbereich Altersmedizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-83621 und -7657; tesky@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de; schall@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

www.aelterwerden-in-frankfurt.de/aktionswochen-2016/04-07-16-eroeffnungsveranstaltung

Sonstige

Jun 29 2016
14:45

Der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg stellt sein Service-Angebot vor

Neues Portal: Schneller Zugriff auf deutschsprachige Archivalien zu Theater und Tanz

FRANKFURT.Wer nach Programmheften zu Brechts „Mutter Courage“ aus den 1960er Jahren sucht, der braucht nicht verschiedene Theatersammlungen zu durchforsten – die Recherche lässt sich schnell und kostenfrei über das neue Projektportal www.performing-arts.eu erledigen, das der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst an derUniversitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg soeben freigeschaltet hat. Erstmalig werden damit Archiv- und Bibliotheksbestände aus deutschsprachigen Theater- und Tanzarchiven digital zusammengeführt.

„Über dieses Nachweisportal mit einer überregionalen Suchoberfläche können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Theater und Tanz beschäftigen, in Bibliotheks- und Archivbeständen, lizenzierten Volltextdatenbanken und fachrelevanten e-Books recherchieren“, erläutert die Theaterwissenschaftlerin und Projektleiterin,Franziska Voß. „Damit kommt der Fachinformationsdienst einemzentralerWunsch der Fachweltnach.“ Das neue Portal erlaubt nicht nur eine detaillierte und zugleich vielfältige Suche nach Bibliotheks- und Archivbeständen, Materialarten und Sammlungen, es informiert auch mit redaktionell aufbereiteten Nachrichten zu wissenschaftlichen Themen aus Theater und Tanz. „Diesen Newstream betreiben und pflegen wir gemeinsam mit derGesellschaft für Theaterwissenschaft. Via Feed-Readerkönnendie Nachrichtenauchfür das eigeneE-Mail-Konto abonniert werden“, so Voß.

Im April 2015 haben Franziska Voß und ihre für die technische Realisierung verantwortliche Kollegin Julia Beck die Arbeit an diesem Portal begonnen, bisher sind 330.000 Datensätze freigeschaltet – noch über eine Betaversion. Bereits auffindbar sind die vielen Dokumente und Materialien des Archivs der Akademie der Künste (Berlin), dem größten Archiv mit Theatermaterialien ab dem 20. Jahrhundert. Dort sind auch die Archivalien zu Brechts Theaterstücken zu finden. Inzwischen hat Franziska Voß intensive Kontakte zu zehn Theater- und Tanz-Sammlungen im gesamten deutschsprachigen Raum aufgebaut. Um die Bestände der Institutionen, die bereits digitalisierte Nachweise haben, wird das Portal in der nächsten Zeit erweitert. Dazu gehören u.a. die Theaterwissenschaftlichen Sammlung Schloss Wahn; diese Sammlung der Universität zu Köln umfasst einKritiken- und Fotoarchiv, das durch eine vielseitige graphische Sammlung ergänzt wird, außerdem besitzt es Mitschnitte und Aufzeichnungen von Theaterstücken . Im Gespräch ist Voß u.a. mit der Schweizerischen Theatersammlung, dem Theatermuseum in Wien, dem Mimecentrum Berlin und dem Tanzarchiv Köln.

Zu den Aufgaben des Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst gehört es auch, Bücher zu diesem Themenkomplex zu erwerben und bereitzustellen. Das hat eine lange Tradition an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Über sechzig Jahre, von 1950 bis 2014, wurde an der Universitätsbibliothek Frankfurt das Sondersammelgebiet Theater und Filmkunst betreut. Darüber hinaus bearbeitete und stellt die Abteilung Musik, Theater, Film wertvolle historische Sammlungen sowie Vor- und Nachlässe zur Nutzung bereit. Historisches Fundament der Spezialsammlungen zur darstellenden Kunst sind die Buch- und Zeitschriftenbestände der Rothschildschen Bibliothek sowie die vielfältigen und umfangreichen Sammlungen des Manskopfschen Musikhistorischen Museums, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Bibliothek integriert wurden und zur Gründung der Abteilung Musik und Theater führten. Diese Erfahrungen und das Know-how sind in den Fachinformationsdienst eingeflossen, der 2015 seine Arbeit aufnahm und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Informationen: Franziska Voß, Fachinformationsdienst Darstellende Kunst, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Tel: 069/ 798-39574, E-Mail: f.voss@ub.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 28 2016
10:49

Der renommierte amerikanische Evolutionsbiologe und Anthropologe als Gastredner bei Jahresfeier des Sonderforschungsbereichs „Schwächediskurse und Ressourcenregime“

Öffentlicher Vortrag von Jared Diamond: „Die Nation im Kleinen? Nationale und persönliche Krisen im Vergleich“

FRANKFURT.Einem breiten Publikum ist Prof. Dr. Jared Diamond durch seine populärwissenschaftlichen Bücher bekannt, in denen er neueste Erkenntnisse aus Anthropologie, Biologie und Geschichte im Zusammenhang darstellt. Jetzt kommt der international renommierte Pulitzer-Preisträger zu einem öffentlichen Vortrag zum Thema „Die Nation im Kleinen? Nationale und persönliche Krisen im Vergleich“ nach Frankfurt:

am 5. Juli um 18.15 Uhr

Campus Westend, Casino, Raum 823 (Festsaal)

Diamond, der seit 2004 eine Professur für Geografie an er University of California, Los Angeles innehat, kommt auf Einladung des Frankfurter Sonderforschungsbereichs 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ als Gastredner der Jahresfeier. Seinen Vortrag hält der Wissenschaftler, der zwölf Sprachen beherrscht und zeitweise in München gelebt hat, in deutscher Sprache. Er zielt auf einen Vergleich des Phänomens nationaler und persönlicher Krisen und verschränkt damit die Grundbegriffe des Sonderforschungsbereichs in pointierter Weise.

Der 78-jährige Physiologe, Evolutionsbiologe, Geograf  und Ethnologe gilt als Universalgelehrter. Das Hauptmotiv für seine ethnologischen und historischen Arbeiten sieht Diamond darin, nicht-rassistische Erklärungen für die Verlaufsformen der menschlichen Geschichte zu finden. Denn solange nachvollziehbare und plausible nicht-rassistische Deutungsalternativen fehlten, würden viele Menschen auf rassistische Erklärungsangebote zurückgreifen.

Seine zahlreichen Veröffentlichungen, etwa „Arm und Reich“ oder „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ behandeln in weiter historischer Perspektive Fragen von hoher Relevanz für die Gegenwart. Für sein Buch „Arm und Reich“, in dem er drastische Unterschiede in der naturräumlichen Ausstattung der Kontinente als Faktoren für die weltweite Dominanz westlicher und asiatischer (d.h. „eurasischer“) Kulturen feststellt, wurde er 1998 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. In schroffer Ablehnung rassistischer Erklärungsmuster geht Diamond von einer gleichzeitig strengen und vielschichtigen Umweltdeterminanz aus, von der aus er die unterschiedlichen Entwicklungen der Kontinente erklärbar macht. Ganz entscheidend sei in diesem Zusammenhang die Verfügbarkeit domestizierbarer Pflanzen- und Tierarten gewesen, die im Grunde vorteilhafte Startbedingungen für bis heute wirksame Entwicklungen begründet hätten.

Der Sonderforschungsbereich 1095 Schwächediskurse und Ressourcenregime

In dem Sonderforschungsbereich, dessen Sprecher der Althistoriker Prof. Dr. Hartmut Leppin ist, wird das Wechselspiel von Schwächediskursen und Ressourcendynamik in globalhistorischer Perspektive ausgeleuchtet – vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart. Dass aus Schwächen auch Stärken werden können, zeigt sich oft, wenn der Diskurs über die Schwächen die Suche nach Ressourcen mobilisiert, wie das etwa der Fall war, als der Club of Rome in den 1970er Jahren vor den Grenzen des Wachstums warnte. Im Verständnis der Frankfurter Geisteswissenschaftler sind Ressourcen allerdings nicht gleichzusetzen mit Rohstoffen: Je nach Teilprojekt geht es um ganz unterschiedliche Ressourcen wie Wissen, Verwandtschaft, Heiligkeit, Nationalismus, Information, ökonomisches Kalkül etc.

Das Frankfurter Forschungsvorhaben geht grundsätzlich davon aus, dass Ressourcen stets die Frage der Handlungsfähigkeit von Akteuren aufwerfen. Untersucht wird, wie in langfristiger historischer Perspektive die Rede über Schwäche den Umgang mit Ressourcen beeinflusst hat und bis heute beeinflusst. Für die etwa 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs ist es daher von großem Interesse, sich mit Diamonds Werk zu beschäftigen, weil es Perspektiven enthält, die um das Ressourcenthema kreisen. In seinem Buch „Kollaps“ etwa werden als Einflussfaktoren Umweltschäden (wie die Abholzung der Wälder) ebenso thematisiert wie die Qualität der Beziehungen zu Nachbargesellschaften, was jeweils auf handfeste materielle sowie immaterielle Ressourcen verweist. Als zentraler „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts gilt schließlich die Fähigkeit, insbesondere auf ökologische Problemlagen angemessen reagieren zu können, wobei Diamond dem rückblickenden Erkenntnisgewinn aus der Historie einen hohen Stellenwert beimisst.

Die diesjährige Jahresfeier soll auch dazu dienen, den SFB 1095 „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ und seine Mitwirkenden einem inner- und außeruniversitären Publikum vorzustellen. 

Informationen: Christian A. Müller, Sonderforschungsbereich „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ (SFB 1095), Campus Bockenheim, Tel. 069 798-33951; E.Mail: c.mueller@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 27 2016
13:33

Der Historiker von der Princeton University musste seine für diese Woche geplante Vorlesungsreihe kurzfristig absagen

5. Dagmar-Westberg-Vorlesung mit Anthony Grafton auf Herbst verschoben

FRANKFURT.Gestern erreichte die Organisatoren die Nachricht, dass der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, die in dieser Woche geplanten Vorträge im Rahmen der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung nicht halten kann. Zu seinem großen Bedauern erlaube es ihm eine akut aufgetretene Erkrankung nicht, den Flug über den Atlantik anzutreten. Wie Prof. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie und Organisator der diesjährigen Dagmar-Westberg-Vorlesung, mitteilte, soll der Vorlesungszyklus mit Grafton im Herbst nachgeholt werden.

Anthony Grafton hat eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit entwickelt. In seinen Vorträgen wird Grafton dann im Herbst der Frage nachgehen, in welchem Maße die europäische Forschung vom 15. bis 17. Jahrhundert durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, wird er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum darstellen und daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche ziehen.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 27 2016
13:16

Startups des Goethe-Unibators pitchen zukunftsweisende Marketingkonzepte

Best practise Marketing

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Goethe-Universität, der Goethe-Unibator und der Marketing Club Frankfurt laden Sie herzlich zu folgender Veranstaltung ein:

Best practise Marketing

Startups des Goethe-Unibators pitchen zukunftsweisende MarketingkonzepteSie heißen Dr. Severin, Cambridge Editing, MeinUnternehmensfilm und vaamo und haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie sind junge Unternehmen mit frischen Marketingideen, die alle im Goethe-Unibator, dem Gründernetzwerk der Goethe-Universität, gestartet sind. Jetzt müssen sie sich am Markt bewähren. Wie sie das machen, mit welchen Marketingkonzepten sie ihren unternehmerischen Erfolg beflügeln und was etablierte Unternehmen von den unternehmerischen Senkrechtstartern lernen können, zeigen die Gründer in ihren Pitches und den darauf folgenden Diskussionsrunden.

Programm:

18.30 Uhr Empfang
19.00 Uhr Begrüßung: Claudio Montanini (Präsident Marketing Club Frankfurt) 19.10 Uhr Impuls: Dr. Sebastian Schäfer (Geschäftsführer Goethe-Unibator)
19.20 Uhr Pitches: Vier innovative Marketing-Konzepte von Goethe-Unibator-Startups in 30 Minuten
19.50 Uhr Diskussion mit den Gründern
20.10 Uhr Fragen/Beiträge aus dem Publikum
20.30 Uhr Networking

Veranstaltungsdatum:

28. Juni 2016 | von 18:30 bis 21:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Goethe-Universität Frankfurt (Campus Westend)

Nina-Rubinstein-Weg 1

60323 Frankfurt am Main

Casino – Raum 1.811

Sonstige

Jun 24 2016
13:41

1822-Universitätspreis für exzellente Lehre wird zum 15. Mal vergeben – Mediengespräch zur Bedeutung der universitären Lehre

Was braucht gute Lehre?

EINLADUNG ZUM MEDIENTERMIN AM 4. JULI

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Jahr wird der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre zum 15. Mal verliehen. 2002 gemeinsam mit der Stiftung der Frankfurter Sparkasse ins Leben gerufen, würdigt die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung innovative Lehrformate und besonders engagierte Lehrende der Goethe-Universität.

Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich zu einem Mediengespräch ein 

am 4. Juli (Montag) um 11 Uhr

Campus Westend, Gebäude „Präsidium und Administration“ (PA-Gebäude), Raum P 22, Erdgeschoss

Ihre Gesprächspartner sind:

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
  • Prof. Dr. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, verantwortlich für die Lehre, 1822-Preisträgerin 2008
  • Prof. Dr. Karin Donhauser, Humboldt-Uni Berlin, Vorsitzende des Auswahlgremiums für den „Qualitätspakt Lehre“ (2010 und 2015)
  • Prof. Dr. Daniela Elsner, Institut für Didaktik am Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität, 1822-Preisträgerin 2014; Ars legendi-Preisträgerin 2014
  • Prof. Dr. Bernd Grünewald, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Institut für Bienenkunde, Goethe-Universität, einer der Preisträger für den 1822-Preis 2016
  • Julia Droege, Stiftung der Frankfurter Sparkasse
  • ein/e Vertreter/in der Studierenden

Lehrpreise wie der 1822-Universitätspreis sind ein wirksames Instrument, um der universitären Lehre mehr Anerkennung und Sichtbarkeit innerhalb wie außerhalb der Hochschulöffentlichkeit zu verleihen. Dennoch steht die Lehre nach wie vor im Schatten der Forschung. Denn wissenschaftliche Reputation erwächst primär aus Forschungsleistung; Drittmittel lassen sich leichter für Forschungs- als für Lehrprojekte einwerben; Lehrkompetenz scheint von eher nachgeordneter Bedeutung für die akademische Karriere zu sein. Der nun seit 15 Jahren vergebenen 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre trägt dazu bei, dass die Leistungen in der Lehre stärker wahrgenommen werden. Woran sich dieser Veränderungsprozess ablesen lässt, wird ebenso Thema des Mediengesprächs sein wie die Bekanntgabe der Preisträger des Jahres 2016. Außerdem wird der Band „Was braucht gute Lehre? – Personen, Projekte, Positionen“ präsentiert, in dem nicht nur alle bisherigen Preisträger auf besondere Art vorgestellt werden, sondern auch die aktuelle Diskussion zur Lehr-Lernforschung und die hochschulpolitische Debatte zur Lehre beleuchtet werden.

Wir laden Sie darüber hinaus herzlich ein zur Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre mit Laudationes der Studierenden-Vertreter und einem Vortrag von Prof. Dr. DorisDonhauser 

am Montag, 4. Juli 2016, 18 Uhr

Campus Westend, Casino-Gebäude, Renate von Metzler-Saal, 1. Stock

Bitte geben Sie uns bis zum Mittwoch (29. Juni) eine kurze Nachricht per Mail (jaspers@pvw.uni-frankfurt.de), ob Sie an dem Mediengespräch und/oder der Preisverleihung teilnehmen. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl
Leiterin der Abteilung   
Lehre und Qualitätssicherung

Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Abteilung PR & Kommunikation

Forschung

Jun 24 2016
10:53

Neuer Sonderforschungsbereich zur Resilienzforschung gemeinsam mit der Universität Mainz – Neues Graduiertenkolleg in den Erziehungswissenschaften in Kooperation mit der Universität Tübingen

Zusammenarbeit mit anderen Universitäten zahlt sich aus

FRANKFURT. Gute Nachrichten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus Bonn: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität werden auch in den nächsten Jahren in zweistelliger Millionenhöhe gefördert werden. Neben einem Sonderforschungsbereich zur Resilienzforschung gemeinsam mit den Mainzer Kollegen wurde auch ein Graduiertenkolleg in den Erziehungswissenschaften in Kooperation mit der Universität Tübingen aus einer Vielzahl von Anträgen ausgewählt. Zudem können ein Graduiertenkolleg in der Theologie und ein Sonderforschungsbereich in der Biochemie ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen. „Das stärkt die wissenschaftliche Kooperation der Rhein-Main-Universitäten insgesamt und vor allem die des Frankfurt-Mainzer Verbunds der Neurowissenschaften“, betonte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. „Das Projekt zu Resilienz finde ich besonders interessant, weil es menschliches Wohlergehen nicht aus der Krankheits-Perspektive, sondern der Erhaltung von Gesundheit betrachtet.“                                                                                                         

Sonderforschungsbereich „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“

Am 1. Juli startet der Sonderforschungsbereich (SFB 1193) „Neurobiologie der Resilienz gegenüber stressinduzierter psychischer Dysfunktion: Mechanismen verstehen und Prävention fördern“, für den in den ersten vier Jahren ca. 12,1 Mio Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Der neue Sonderforschungsbereich des Rhein-Main-Neuroscience-Netzwerks erforscht, welche Prozesse für Resilienz – d.h. für die psychische Widerstandsfähigkeit, die vielen Menschen innewohnt – verantwortlich sind und wie diese gefördert werden können.

SFB-Sprecher ist Prof. Beat Lutz vom Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz, der Sonderforschungsbereich umfasst insgesamt 17 wissenschaftliche Teilprojekte. Vier Teilprojekte laufen komplett an der Goethe-Universität bzw. beim Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung, insgesamt sind die Frankfurter Forscher an elf Teilprojekten beteiligt. Zu der Frankfurter Gruppe gehören Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung und der Goethe-Universität, federführend sind: Prof. Dr. Christian Fiebach (Koordinator mit Mainz) und Dr. Ulrike Basten-Wissel, Arbeitsbereich Neurokognitive Psychologie (Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften), Prof. Dr. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft (Fachbereich Biowissenschaften), Prof. Dr. Jochen Roeper, Dr. Torfi Sigurdsson und Dr. Sevil Duvarci, Institut für Sinnes- und Neurophysiologie (Fachbereich Medizin), Prof. Dr. Andreas Reif, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (Fachbereich Medizin), sowie Prof. Dr. Erin Schuman und Dr. Johannes Letzkus, beide Max-Planck-Institut für Hirnforschung.

Untersucht werden Resilienzmechanismen auf unterschiedlichsten Ebenen, von molekularen Forschungsansätzen über die systemische Untersuchung neuronaler Schaltkreise bis hin zur funktionellen Bildgebung beim Menschen. Das reicht von der molekulargenetischen Analyse Stress-induzierter synaptischer Proteine über die elektrophysiologische Untersuchung, wie verteilte Nervenzellverbänden durch Stress beeinflusst werden, bis hin zu den neuronalen Grundlagen komplexer menschlicher Verhaltensweisen wie Optimismus oder kognitiver Flexibilität. „Während die Forschung klassischer Weise bestrebt ist, zu verstehen, wie Stress zu Erkrankungen führt“, so Fiebach, „zielt der neue SFB darauf ab, diejenigen mechanistischen Eigenschaften des Gehirns zu verstehen, die es uns erlauben, im Angesicht von Stress unsere psychische Gesundheit zu erhalten.“ Um diese Zusammenhänge am Menschen untersuchen zu können, sind von dem Psychiater Reif auch langfristige Kohortenerhebungen geplant, die es ermöglichen, den Einfluss von alltäglichen Stressoren und kritischen Lebensereignissenauf die Gesundheit – und die vermittelnde Rolle des Gehirns – zu untersuchen. Längerfristig soll diese Forschungsarbeit in die Etablierung wissenschaftlich fundierter Präventionsmaßnahmen münden.

Graduiertenkolleg „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“

An der Goethe-Universität und an der Universität Tübingen wird ein neues von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 4,5 Jahre finanziertes Graduiertenkolleg eingerichtet: Zwölf Promovenden und weitere Nachwuchswissenschaftler werden unter dem Thema „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“ ihre eigenen Projekte realisieren können und werden dabei von sechs Frankfurter und vier Tübinger Professorinnen und Professoren in dem Kolleg betreut. Die beiden Sprecher des Graduiertenkollegs sind der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Andreas Walther (Goethe-Universität) und seine Tübinger Kollegin Prof. Dr. Barbara Stauber.

Übergänge von der Kita bis zum Pflegeheim, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchschreiten, werden im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungsinteresses der Promovenden aus den Erziehungswissenschaften, der Soziologie und Psychologie und ihrer Betreuer stehen. Dabei geht  um seit Langem institutionalisierte Übergänge, wie Übergänge in Bildung, Arbeit oder Elternschaft. Aber es soll auch die Situation der Migranten besonders berücksichtigt werden: wie der Übergang in einen anerkannten Aufenthaltsstatus, ein neues Bildungssystem oder einen geschlossenen Arbeitsmarkt.

Die Initiatoren des Graduiertenkollegs wollen neue Akzente in der Übergangsforschung setzen, dazu ihr Sprecher, Andreas Walther: „Bisher ist diese Forschung sehr stark den institutionalisierten Lebensaltersphasen gefolgt. Diese Studien fragen zumeist nach den Ursachen, wenn ein Lebenslauf von den Normalverläufen abweicht und nach dem Scheitern der institutionellen Vorgaben.“ So lasse sich die Reproduktion der sozialen Ungleichheit nicht ausreichend analysieren, heißt es in dem DFG-Antrag der Frankfurter und Tübinger Wissenschaftler. „Wir wollen das Wie bei der Gestaltung der Übergänge genauer erforschen, das Kreative und Dynamische sichtbar machen und die Normalitätsannahmen hinterfragen“, betont der Frankfurter Erziehungswissenschaftler.

Verlängerung der DFG-Förderung

Von der DFG verlängert wurden das Graduiertenkolleg „Theologie als Wissenschaft“ (Sprecher Prof. Markus Wriedt, Fachbereich Evangelische Theologie) sowie der Sonderforschungsbereich „Transport und Kommunikation durch biologische Membranen“ (Sprecher Prof. Robert Tampé, Fachbereich Biochemie).

Informationen: zum Sonderforschungsbereich: Prof. Dr. Christian Fiebach, Arbeitsbereich Neurokognitive Psychologie, Fachbereich Psychologie und Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 35334, E-Mail: fiebach@psych.uni-frankfurt.de; zum Graduiertenkolleg: Prof. Dr. Andreas Walther, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798- 36383, E-Mail: a.walther@em.uni-frankfurt.de

Beitrag im Online-Magazin zum Graduiertenkolleg „Doing Transitions ‒ Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“ unter http://tinygu.de/79zn

Veranstaltungen

Jun 22 2016
12:06

Programm der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung – Öffentliche Vorträge, Diskussion und Kolloquium

Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

FRANKFURT. Für die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung konnte in diesem Sommersemester der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, gewonnen werden. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält in der letzten Juni-Woche drei öffentliche Vorträge zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. In seinen Vorträgen geht Grafton der Frage nach, in welchem Maße die Forschung dieser Zeit durch theologische Prämissen geprägt war. Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert er die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche.

In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustin und  Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche schufen neue Archive kirchlicher Dokumente und verfassten auf dieser Grundlage ausführliche, einander vielfach widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums. Ihr Werk offenbarte eine bis dahin vergessene Welt des kulturellen Austauschs und der institutionellen Improvisation.

Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Es stellt sich jedoch heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Termine und Themen im Einzelnen:

27.6. (Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“

28.6. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“

29.6. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

30.6. (Donnerstag) Beginn 18 Uhr, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311: Dialog der Historiker Prof. Anthony F. Grafton und Prof. David B. Ruderman (University of Pennsylvania) über „Cross-Cultural Dialogues in Early Modern Europe“ .

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 30.6. von 10 bis14 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter c.wiese@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden

Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist The Footnote: A curious history (1997; in der deutschen Übersetzung: Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.

Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003).Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and the British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung

Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen drei vergangenen Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, mittlerweile 101 Jahre alt, engagiert sich in erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 22 2016
11:15

Am 27. Juni 2016 steht die Biografie Karl Lagerfelds im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Weit mehr als nur Modemacher

FRANKFURT. Seit 1983 Kreativdirektor der Modemarke Chanel, zählt Karl Lagerfeld, geboren mutmaßlich 1933 in Hamburg, zu den prägenden Modeschöpfern der Zeit, der mit zahlreichen Kollektionen für die Haut Couture einen internationalen Ruf erworben hat. Ob er tatsächlich 1933 oder nicht doch 1935 oder 1938 geboren worden ist, lässt sich aufgrund vieler verschiedener Quellenangaben nicht eindeutig belegen. Lagerfeld selbst datierte sein Geburtsjahr immer mal wieder um.

Der Designer prägt nicht nur Modemarken, sondern kreiert auch für sich selbst Markenzeichen, wie seinen weiß gepuderten Pferdeschwanz und die dunkle Sonnenbrille. In einem Interview antwortete er auf die Frage, ob er sich für schön halte: "Ich finde, dass ich niemandem ähnlich sehe. Das ist besser."

Ab 1953 lebt Lagerfeld mit seiner Mutter in Paris, wo zwei Jahre später auch seine Karriere als Modemacher beginnt. Doch Lagerfeld ist weit mehr als das: Besitzer eines Buchladens, Verleger und Künstler. Für seine Fotografien ist er bereits ausgezeichnet worden. Zudem entwirft er Schmuck, Spielzeuge und Parfüms.

Am letzten Abend der Biografien-Reihe im Sommersemester 2016 zeichnet der Vortrag von Soziologe Tilman Allert einige Stationen eines beeindruckenden Lebens nach, für die eine protestantische Arbeitsaskese sowie eine verspielt witzige Form der charismatisierenden Selbstdarstellung bestimmend ist.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die auch von Prof. Allert kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

„Ich diskutiere nicht“ – Karl Lagerfeld
Referent: Prof. Tilman Allert
Zeit: Montag, 27. Juni 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

 

Forschung

Jun 21 2016
14:26

Zylinder-förmige Strukturen messen gesättigte und ungesättigte Fettsäuren

Wie Hefezellen ihren Fetthaushalt regulieren

FRANKFURT. Nicht nur der Mensch, sondern jede seiner Körperzellen muss auf ihren Fetthaushalt achten. Insbesondere in der Zellmembran erfüllen Fette hoch spezialisierte Funktionen. Wie Hefezellen die Verfügbarkeit von Fetten in der Nahrung messen und die Produktion ihrer Membranfette daran anpassen, hat eine Frankfurter Forschergruppe am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS) der Goethe Universität zusammen mit Kollegen am Max-Planck Institut für Biophysik jetzt herausgefunden. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Produktion und Verteilung verschiedenster Fettsäuren und Cholesterin in den Zellen unseres Körpers besser zu verstehen und in Zukunft kontrollierbar zu machen, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Journals „Molecular Cell“.

Ein Blick in das Kühlregal des Supermarktes zeigt: Wenig Fett, weniger Fett und gar kein Fett liegen im Trend. Doch Fette sind essentiell für das Überleben unserer Zellen, denn sie bilden das Grundgerüst der biologischen Membranen, welche die Zelle nach außen hin abgrenzen und nach innen in Funktionseinheiten unterteilen. So können gegenläufige Prozesse wie der Aufbau von Energiespeichern und die Fettverbrennung getrennt voneinander in derselben Zelle ablaufen.

„Die Membranfette haben eine Vielzahl lebenswichtiger, zellulärer Funktionen. Sie beeinflussen die Signalübertragung zwischen den Zellen, aber auch innerhalb einer Zelle“, erklärt Prof. Robert Ernst, dessen Forschergruppe am BMLS den versteckten Funktionen der Fette schon seit Jahren auf der Spur ist. „Hormon-produzierende Zellen sind besonders anfällig und haben oft Schwierigkeiten, ihren Fettsäuregehalt zu regulieren. Eine Störung dieser Regulation kann aber zum Zelltod führen und - je nach Zelltyp - Krankheiten wie Diabetes auslösen.“

Die ersten Beobachtungen, dass Lebewesen wie Bakterien ihre Fettsäureproduktion an veränderte Umgebungstemperaturen anpassen können, liegen bereits einige Jahrzehnte zurück. Doch bis vor kurzem rätselten Forscher, wie höhere Organismen, zu denen auch Hefepilze gehören, den Anteil gesättigter und ungesättigter Fettsäuren messen und regulieren. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Max-Planck Gesellschaft haben die Arbeitsgruppe um Robert Ernst und Gerhard Hummer vom Max-Planck Institut für Biophysik diese fundamental wichtige Frage erforscht.

Um den Wirkmechanismus eines Membransensors beschreiben zu können, der den Sättigungsgrad im Hefepilz misst,  verwendeten die Wissenschaftler einerseits gentechnische und biochemische Methoden. Andererseits simulierten sie die Bewegung von Membranfetten und die dabei wirkenden Kräfte über den Zeitraum von einigen Millisekunden durch umfangreiche molekulardynamische Simulationen.

Wie sie herausfanden, basiert der Mechanismus auf zwei Zylinder-förmigen Strukturen, die sich in biologischen Membranen aneinander lagern. Sie besitzen je eine raue und eine glatte Oberfläche und drehen sich umeinander, wie wenn man zwei Finger in einen Kuchenteig steckt, um durch Drehen zu erfühlen, ob genug Butter darin ist. Da sich gesättigte Membranfette nicht ideal an die raue Oberfläche anlagern können, ungesättigte Fette diese allerdings bevorzugen, ändert sich die Struktur des Fettsensors, wenn ein hoher Anteil gesättigter Membranfette vorliegt. Diese Strukturänderung erlaubt es dann, die Synthese ungesättigter Fettsäuren zu aktivieren.

„Diese Erkenntnis ist ein Türöffner für viele weitere Studien“, prognostiziert Robert Ernst „Mit dem Wissen über diesen subtilen Mechanismus im Hefepilz können wir jetzt zielgerichtet nach weiteren Sensoren suchen, welche die Produktion und Verteilung verschiedenster Fettsäuren und Cholesterin in unserem Körper überwachen und kontrollieren.“ Im Hinblick auf das weitreichende Potential der gewonnenen Erkenntnisse, soll demnächst unter der Mitarbeit der Frankfurter Forscher eine internationale Konferenz organisiert werden, die sich speziell mit der Regulation von Fettsäuren in Membranlipiden beschäftigt. Die Organisatoren erwarten, dass vielfältigen Funktionen der Membranfette künftig unter einem neuen Blickwinkel gesehen werden und dass Hormon-produzierende Zellen gezielter unterstützt werden können.

Publikation:

Roberto Covino, Stephanie Ballweg, Claudius Stordeur, Jonas B. Michaelis, Kristina Puth, Florian Wernig, Amir Bahrami, Andreas M. Ernst, Gerhard Hummer, und Robert Ernst: A Eukaryotic Sensor for Membrane Lipid Saturation, Molecular Cell (2016), http://dx.doi.org/10.1016/j.molcel.2016.05.015

Eine Grafik zum Download finden Sie hier: http://www.muk.uni-frankfurt.de/62062979?

Bildtext: Während eine Membran aus gesättigten Membranfetten den Sensor aktiviert (grün) und die Synthese ungesättigter Fettsäuren anregt, führt die lockere Packung der ungesättigten Membranfette zur Inaktivierung des Sensors. Dabei drehen sich die Zylinder-förmigen Messfühler in der Membran überaus leichtgängig gegeneinander, so dass ihre raue Oberfläche entweder nach innen (grün) oder nach außen (rot) zeigt. Der Kampf von David, ein Membranfett von 800 Dalton (1 Dalton entspricht der Masse von einem Wasserstoffatom) gegen Goliath, ein Sensor von 120.000 Dalton, wird durch kollektive Kräfte in der Membran (blaue Pfeile) entschieden.

Urheber: Robert Ernst

Ein Video der tanzenden Fettsensoren finden Sie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=qFxevhxVDdY

Beschreibung:

Tanzende Lipid-Sensoren in einer Membran des Hefepilzes

Seit Jahrzehnten fragen sich Forscher, wie Zellen das Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren in ihren Zellmembranen messen. Die Antwort ist denkbar einfach: Durch tänzerischen Bewegungen werden physikalische Eigenschaften der Membran erfühlt, die durch das Verhältnis der Fettsäuren bestimmt werden.

Urheber der Simulation: Dr. Roberto Covino (MPI of Biophysics)

Musik: Barcarolle aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach.

Quelle: www.sonofind.com

Informationen: Prof. Robert Ernst, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42524, ernst@em.uni-frankfurt.de.

Forschung

Jun 20 2016
15:41

Informationen aus dem Geruch der Latrinen

Stadt-Kaninchen grenzen sich stärker vom Nachbarn ab

FRANKFURT.Was macht der Nachbar? Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) erkennen das am Geruch der Latrinen, die wie ein Zaun die Grenze des Territoriums markieren. Latrinen in der Nähe des eigenen Baus dienen dagegen dem Informationsaustausch in der eigenen Gruppe. Wie eine Forschergruppe der Goethe-Universität jetzt herausgefunden hat, benutzen Stadt-Kaninchen häufiger die Latrinen an der Territoriumsgrenze und zeigen damit ein stärkeres Bedürfnis, sich von ihren Nachbarn abzugrenzen.

Kaninchen kommunizieren über Duftstoffe miteinander, die sich im Urin beziehungsweise im Kot befinden. Beim Schnuppern an der Latrine erfahren sie alles über das Alter, Geschlecht oder den sozialen Status der anderen Benutzer. Doch Stadt-Kaninchen zeigen bei der Benutzung der Latrinen ein ganz anderes Verhalten als ihre Artgenossen auf dem Land, wie Madlen Ziege, Doktorandin der Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution der Goethe-Universität, in der aktuellen Ausgabe des online Journals „BMC Ecology“ berichtet.

Während Wildkaninchen auf dem Land mehr Latrinen in direkter Nähe zum Bau anlegen und diese auch häufiger nutzen, verhält es sich bei ihren städtischen Artgenossen ganz anders. Mit zunehmender Urbanisierung fanden die Forscher nicht nur besonders viele Latrinen an den Territoriumsgrenzen, d.h. weiter vom Bau entfernt, sondern auch Anzeichen dafür, dass sie regelmäßiger genutzt wurden als solche direkt am Bau. „Die Anlage von Latrinen zur Kommunikation zwischen benachbarten sozialen Gruppen, zum Beispiel um das Territorium eindeutig abzugrenzen, ist somit bei Wildkaninchen in der Frankfurter Innenstadt von besonderer Bedeutung“ so Madlen Ziege.

Erkenntnisse aus früheren Studien liefern eine gute Erklärung für diese Beobachtungen: In der Frankfurter Innenstadt leben nur wenige Tiere – oft sogar nur Pärchen oder einzelne Wildkaninchen - in einem Bau. Die Bauten- und Kaninchendichten sind hier jedoch sehr hoch und somit auch die Konkurrenz um Ressourcen. Eine klare Abgrenzung zum Nachbarn scheint hier von besonders großer Bedeutung zu sein, während die „interne“ Kommunikation in einer ohnehin kleinen sozialen Gruppe weniger wichtig ist. Im ländlichen Umland Frankfurts hingegen bewohnengroße soziale Kaninchengruppen weitläufige Bautensysteme; die Dichte an Bauten und Kaninchen ist hier vergleichsweise gering. Folglich ist die Kommunikation innerhalb derselben sozialen Gruppe von größerer Wichtigkeit.

Publikation: Ziege M, Bierbach D, Bischoff S, Brandt A–L, Brix M, Greshake B, Merker S, Wenninger S, Wronski T, Plath M (2016) Importance of latrine communication in European rabbits shifts along a rural–to–urban gradient. BMC Ecology, http://bmcecol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12898-016-0083-y

Informationen: Madlen Ziege, Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution, Campus Riedberg, Tel.: 0157 73883101, madlen.ziege@mailbox.org

Forschung

Jun 20 2016
11:01

Goethe-Universität und Zoo Frankfurt richten gemeinsame Stiftungsprofessur ein

Forschen für Wild- und Zootiere

FRANKFURT. Seit vielen Jahren arbeiten die Goethe-Universität und der Zoo Frankfurt eng zusammen. Die Kooperation wird nun durch die Einrichtung einer durch den Zoo finanzierten Professur für Wild- und Zootiere ausgebaut. Angesiedelt ist die neue Qualifikationsprofessur – das Nachfolgemodell der Juniorprofessur - im Institut für Ökologie, Evolution und Diversität des Fachbereichs Biowissenschaften.

„Mit der gemeinsamen Professur kann der Zoo Frankfurt die Erfüllung seines Forschungsauftrags deutlich ausbauen und intensivieren“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, denn neben Erholung, Bildung und Naturschutz ist die Generierung und Bereitstellung zoologischer Forschungsergebnisse eine der zentralen Aufgaben moderner Zoos. Wir leben in der Epoche des sogenannten Anthropozäns, also dem Zeitabschnitt, in dem der Mensch einer der wichtigsten Einflussfaktoren in Hinblick auf u.a. Klimawandel, Artensterben und -verschleppung, Vermüllung, Übernutzung zur Verfügung stehender Ressourcen etc. geworden ist. In diesem Kontext sollen daher die drei essenziellen Fragestellungen im Fokus der Forschungen der neuen Professur stehen: 

-      Anpassungen von Wild- und Zootieren an eine sich wandelnde Umwelt

-      Naturschutz im Zeitalter der Globalisierung und

-      die Erforschung von Infektionskrankheiten von Wild- und Zootieren

Zur Aufklärung dieser komplexen Zusammenhänge und Fragestellungen soll der zukünftige Stelleninhaber oder die Stelleninhaberin verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen kombinieren und somit essenzielle Erkenntnisse im Themenkomplex erzielen.

„Alle drei Forschungsschwerpunkte betreffen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen“, betont Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, „Die Qualifikationsprofessur ist ein neues Modell, das wir hiermit auf hohem Niveau erproben können.“

Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth verweist anlässlich der Einrichtung der neuen Professur auf die lange Tradition Frankfurts als Standort für Wissenschaft und Forschung: „Der Zoo Frankfurt ist als Natur- und Artenschutzzentrum vor allem auch eine Forschungs- und Bildungseinrichtung. Mit der Stiftungsprofessur baut der Zoo seine Vorreiterrolle als wissenschaftliches Kompetenzzentrum aus, ein weiteres Kapitel in der vielfältigen Zusammen-arbeit mit der Goethe-Universität.“

„Anthropogen verursachte Veränderungen des natürlichen Lebensraumes und Krankheiten bedrohen derzeit zahlreiche Wildtiere in ihrem Bestand. Ein wichtiger Schritt in der Naturschutzbiologie ist es daher, vorhandene Restbestände, z.B. kleinste Wildtierpopulationen sowie Erhaltungszuchtgruppen in Zoologischen Gärten, wissenschaftlich zu untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität Frankfurt, der das Projekt als Ideengeber und Initiator maßgeblich mitgestaltet hat. Der Zoo und der Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität betreiben seit vielen Jahren anwendungsorientierte sowie interdisziplinäre Grundlagenforschung an Zoo- und Wildtieren. Diese Kooperation wird durch die gemeinsame Einrichtung der Qualifikationsprofessur gestärkt und in ihrer Effizienz gesteigert, um in Zukunft, in Gemeinschaft mit anderen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, wichtige Erkenntnisse für den Arten- und Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Die zunächst durch den Zoo Frankfurt mit jährlich 50.000 Euro über fünf Jahre finanzierte Qualifikationsprofessur wird nach dieser Zeit von der Goethe-Universität übernommen und verstetigt. Die Professur erhält modernste Labor- und Büroräume im Biologicum auf dem Campus Riedberg und eine personelle Ausstattung. Diese hängt von den Bedürfnissen der jeweiligen Professorin bzw. des jeweiligen Professors ab und wird bei der Besetzung der Stelle gemeinsam besprochen.

Informationen: Prof. Sven Klimpel, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42237, Klimpel@bio.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Jun 20 2016
10:58

Unternehmer Claus Wisser zu Gast an der Goethe-Universität.

Erfolgreicher Alumnus im Dialog

FRANKFURT. Wahrscheinlich ist er einer der erfolgreichsten Alumni der Goethe-Universität: Die inspirierende Lebens-, Unternehmer- und Alumnus-Geschichte von Claus Wisser steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung an der Goethe-Universität, zu der die Frankfurter Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft e.V. (fwwg) alle Interessierten herzlich einlädt.

Begonnen hat Wissers Geschichte in seinen Tagen als Student des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften mit 50 Mark, einer geschenkten Schreibmaschine für die Rechnungserstellung und einer sehr anstrengenden Nacht Putzen; dass er sein Studium nicht beenden konnte, muss er keineswegs bereuen: Heute arbeiten knapp 50.000 Mitarbeiter für sein Unternehmen WISAG, das mit einem Jahresumsatz von mehr als 1,7 Milliarden EUR einer der größten Multidienstleister Deutschlands ist.

Claus Wisser wird mit dem Publikum über sein Lebenswerk sprechen: Welche Qualitäten es dafür benötigt, aber auch, was einem dieser lange Weg abverlangt. Wie denkt er heute über seinen Erfolg? Neben einer offenen Fragerunde wird ein innovatives Public Voting System der Menge eine Stimme geben.

Programm:
Einlass und Sektempfang ab 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr.
Begrüßung durch Wolfgang A. Eck, Vorsitzender des Vorstands fwwg.
Grußwort durch Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität.
Impulsvortrag von Claus Wisser und Podiumsgespräch.
Anschließendes Get-Together bei einem sommerlichen Imbiss.
Moderiert wird die Veranstaltung durch Antje Erhard von Aktionär TV und Rene Bayer, Studierender und fwwg-Förderpreisträger.

Donnerstag, 23. Juni 2016, 19.30 Uhr
. Casino Anbau, Campus Westend.
Theodor-W.-Adorno-Platz 2, 60323 Frankfurt am Main

Die Veranstaltung ist kostenlos und öffentlich. Pressevertreter werden um eine kurze Mail an info@fwwg.de gebeten.

Weitere Informationen:
Frederik Gruissem, Leitung Managing Team fwwg - Die Alumni am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Frankfurter Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft e.V., Tel. (069) 798-34376; info@fwwg.de; http://www.fwwg.de

 

Veranstaltungen

Jun 16 2016
16:17

DAAD lädt zum Stipendiatentreffen nach Frankfurt ein. 17.-19. Juni, Goethe-Universität

Wohlstand gerecht verteilen

FRANKFURT. Wie kann Wachstum in Zeiten von Krisen und Konflikten gerecht verteilt werden? Diese Frage diskutieren mehr als 550 Studierende aus mehr als 96 Ländern beim Stipendiatentreffen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) vom 17. bis 19. Juni 2016 an der Goethe-Universität in Frankfurt. Eröffnet wird das Treffen von DAAD-Generalsekretärin, Dr. Dorothea Rüland, und der Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Birgitta Wolff. Der DAAD lädt fünfmal im Jahr zu Stipendiatentreffen in unterschiedliche Städte ein, um Neuankömmlinge zu begrüßen und miteinander in Kontakt zu bringen. Zu dem Treffen in Frankfurt kommen 554 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus insgesamt 96 Ländern.

„Mit unseren Stipendiatentreffen möchten wir die jungen Menschen in der DAAD-Familie willkommen heißen und ihnen die Gelegenheit zum interdisziplinären und länderübergreifenden Austausch geben. Gerade globalen Problemen wie der ungleichen Verteilung von Wachstum und Wohlstand als einem Auslöser für Krisen und Konflikte, können wir nur im internationalen Dialog begegnen“, so DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

Die Vorträge behandeln Themen wie ethische Aspekte von Finanzmärkten, die staatliche Kontrolle von gefährlichen Gegenständen, Materialien und Besitzdelikten sowie die Zusammenhänge von Bevölkerungsexplosion auf Finanzkrisen oder Innovationskraft in Entwicklungsländern. Neben den vortragenden  Hochschullehrern kommen auch die Stipendiaten selbst zu Wort und präsentieren Aspekte ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Während der Treffen lernen die Stipendiaten ihre Betreuer aus den zuständigen DAAD-Referaten kennen und können wichtige Fragen direkt vor Ort besprechen. Sie studieren oder promovieren mindestens ein Jahr an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland. Die Mitarbeiter des DAAD stehen den Stipendiatinnen und Stipendiaten während ihres gesamten Aufenthalts in Deutschland als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei den alltäglichen Herausforderungen.

Das Treffen an der Goethe-Universität Frankfurt beginnt am Freitag, 17. Juni, um 15.15 Uhr und endet am Sonntag, dem 19. Juni, 10.00 Uhr.

Journalisten sind ab Freitag, 18 Uhr, eingeladen. Gerne werden auf Anfrage Gesprächsgelegenheiten mit den Referenten und Teilnehmern der Veranstaltung vermittelt (presse@daad.de).

Kontakt: Kirsten Habbich, Leiterin des DAAD-Referats Veranstaltungen, Tel.: 0228 / 882-206, k.habbich@daad.de

Veranstaltungen

Jun 16 2016
12:49

Der renommierte Politikwissenschaftler spricht im Rahmen der Reihe „EuropaDialoge“ des Forschungskollegs Humanwissenschaften und des „Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“

„Europa trotzdem“ – Ein öffentlicher Vortrag von Alfred Grosser

FRANKFURT.Im Dezember vergangenen Jahres diskutierte Alfred Grosser vor einem vollen Hörsaal mit Rupert Neudeck über die Flüchtlingskrise; jetzt kehrt der unermüdliche Förderer der deutsch-französischen Beziehungen an die Goethe Universität zurück, um über die neuen europäischen Herausforderungen zu reden. „Europa trotzdem“ ist der Titel seines Vortrags

am Montag (20. Juni) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10.

Die deutschsprachige öffentliche Vorlesung „Europa trotzdem“ ist Teil der Vortragsreihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ und wird vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und dem Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“ (IFRA) gemeinsam organisiert, unterstützt wird sie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. In der Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ werden Wissenschaftler, Kulturschaffende und Politiker dazu eingeladen, aus ihrer Sicht die Herausforderungen der europäischen Konstruktion zu analysieren.

Trotz der Schwierigkeiten mit der Türkei, trotz des möglichen Austritts Großbritanniens, trotz Flüchtlingskrise, trotz solcher Entwicklungen wie Pegida und AfD, trotz vernachlässigter Infrastrukturen, trotz französischer Unfähigkeit zu Reformen, trotz der Herrschaft rechtswidriger Gewalt, trotz verordneter Vernachlässigung der deutschen Sprache…“, skizziert Grosser knapp einige Probleme – aber „trotz allem“ bleibt er ein überzeugter Europäer.

Grosser wird bei diesem Besuch in seiner Heimatstadt Frankfurt, wo er am 1. Februar 1925 geboren wurde und von wo er 1933 mit seiner Familie jüdischer Herkunft nach Frankreich emigrieren musste, auch mit Schülerinnen und Schülern diskutieren: Am Dienstag (21. Juni) debattiert er mit 200 Schülern von drei Frankfurter Gymnasien (Carl-Schurz-Schule, Liebigschule und Ziehenschule) in der Aula der Liebigschule über das Thema „Welche Werte für Europa ?“ Auch diese Veranstaltung wird vom „Institut Franco-Allemand“ zusammen mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften organisiert und von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft unterstützt.

Seiner Geburtsstadt und ihrer Universität fühlt sich Alfred Grosser besonders verbunden: An der Goethe-Universität trägt seit 2009 eine „Internationale Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung“, ebenfalls gestiftet von Stiftung Polytechnische Gesellschaft, seinen Namen. Im Rahmen der Gastprofessur wird in jedem Jahr ein Wissenschaftler für einige Wochen eingeladen, sich an der Goethe-Universität in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren mit dem Thema Bürgergesellschaft auseinanderzusetzen. Der Vorschlag zur Einrichtung dieser Professur kam damals von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt.

Bereits 1975 erhielt der Politikwissenschaftler Grosser den renommierten Friedenspreis des deutschen Buchhandels für sein Engagement zur deutsch-französischen Versöhnung. Sein Einfluss war enorm: Er gilt als einer der intellektuellen Wegbereiter des deutsch-französischen Elysée-Vertrages, der die Freundschaft zwischen den lange verfeindeten Nationen besiegelte. Noch heute bemüht Grosser sich unentwegt, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken. Inzwischen ist Grosser emeritiert, er lehrte und forschte an der Universität Sciences Po in Paris, und er war Forschungsleiter an der „Fondation Nationale des Sciences Politiques“. Darüber hinaus lehrte er u.a. an der Johns-Hopkins Universität in Baltimore, der „École des Hautes Études Commerciales“, der Stanford University und der École Polytechnique. Alfred Grosser war politischer Chronist bei der Zeitung „Le Monde“ und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Theodor-Heuss-Medaille, den Grand Prix de l’Académie des Sciences Morales et Politiques und  die Ehrenlegion. Er ist Autor vieler wissenschaftlicher Publikationen, u.a. „Verbrechen und Erinnerung“ oder „Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz“.

Information: Dominique Petre, Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA), Campus Westend, Tel. 069/798 31900, E-Mail: dominique.petre@institutfrancais.de

Veranstaltungen

Jun 16 2016
12:45

Am 20. Juni 2016 steht der Schriftsteller Thomas Bernhard im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Der Theatermacher

FRANKFURT. Am vorletzten Abend der Biografienreihe „Wer wir wurden, wer wir sind“ im Sommersemester 2016 werden die Lebensstationen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard beleuchtet. Mit seinen Romanen und Theaterstücken hat er weit über sein Heimatland hinaus in Debatten über das kollektive Selbstverständnis und das Erbe des Nationalsozialismus eingegriffen.

Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Bernhards fünf autobiografische Werke „Die Ursache“, „Der Keller“, „Der Atem“, „Die Kälte“ und „Ein Kind“, die er Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre schrieb. Darin arbeitet der Autor seine schwierige Kindheit und Jugend auf. Als uneheliches Kind wuchs er bei seinen Großeltern auf. Seinen Vater lernte er nie kennen. Die Mutter starb, als Bernhard 19 Jahre alt war.

In einem Gespräch mit Soziologe Tilman Allert stellt Oliver Reese, Theaterregisseur und Intendant des Schauspiel Frankfurt, Gedanken zum komplexen Verhältnis von Werk und Person zur Diskussion und geht dabei der Frage nach, in welchen Ausdrucksformen die schriftstellerischen Arbeiten Thomas Bernhards auf der Bühne darstellbar sein können. Erst vor zwei Jahren inszenierte Reese die fünfbändige Biografienreihe des Autors auf der Schauspielbühne.

Zu diesem Abend bringt Reese außerdem einen seiner Schauspieler, Peter Schröder, mit, der unter anderem aus „Auslöschung“, Bernhards letztem großen Prosawerk, vortragen wird. Es ist ein Erinnerungsbericht des Protagonisten Franz-Josef Murau an seine Jugendzeit.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

„Der Theatermacher“ – Thomas Bernhard
Referent: Oliver Reese
Zeit: Montag, 20. Juni 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 14 2016
13:28

Öffentliche Diskussion und Buchvorstellung zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien auf dem Campus Westend

Wohin geht Katalonien?

FRANKFURT.Wohin geht Katalonien? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Diskussion an der Goethe-Universität, an der die Autorin Krystyna Schreiber, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel und Prof. Dr. Tilbert D. Stegmann teilnehmen werden. Die Veranstaltung findet statt

am Mittwoch (15. Juni) um 14 Uhr
auf dem Campus Westend, Seminarhaus, Raum 2.105.

Die Journalistin und Autorin Krystyna Schreiber stellt ihr aktuelle Buch „Die Übersetzung der Unabhängigkeit: Wie die Katalanen es erklären, wie wir es verstehen" vor. In diesem Buch sind Interviews mit einer Reihe von katalanischen und deutschen Persönlichkeiten veröffentlicht, die sich zu der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien äußern. Im Anschluss folgt eine Debatte über die aktuelle politische Lage in Katalonien, an der auch der Romanist und Katalonien-Spezialist Prof. Dr. Tilbert D. Stegmann von der Goethe-Universität und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel von der Universitat Pompeu Fabra de Barcelona) teilnehmen.

Informationen: Núria Valls, Lektorat für Katalanisch, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Campus Westend, nvalls@xarxallull.cat

Mehr Informationen über das Buch: https://www.uni-frankfurt.de/59010093/KrysFlyerUebersetz-d-Unabhaengigkeit.pdf

Veranstaltungen

Jun 14 2016
10:27

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka zieht bei der Jahresveranstaltung des Stipendien-Programms an der Goethe-Universität positive Bilanz.

Deutschlandstipendium bleibt Erfolgsmodell

FRANKFURT.Die Bundesregierung ist zufrieden: Nach fünf Jahren Deutschlandstipendium ist die Zahl der Stipendiaten erneut gestiegen: Die Hochschulen konnten 2015 24.300 Studierende fördern, das sind acht Prozent mehr als noch im Vorjahr. Mit dem Deutschlandstipendium werden Studierende einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat unterstützt. Die eine Hälfte tragen private Förderer, die andere Hälfte der Bund. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka begrüßte bei der Jahresversammlung, die in diesem Jahr zum ersten Mal nicht in Berlin, sondern an der Goethe-Universität stattfand, gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sowie BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Hochschul- und Wirtschaftsvertreter sowie Stipendiaten und Förderer.


„Mit dem Deutschlandstipendium ist eine neue Stipendienkultur in Deutschland entstanden. Staat und Gesellschaft übernehmen gemeinsam Verantwortung für die junge Generation und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Für Stipendiatinnen und Stipendiaten ist damit eine sichtbare Anerkennung ihrer Leistungen und für ihr gesellschaftliches Engagement verbunden“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Das Deutschlandstipendium hat sich in den ersten fünf Jahren sehr positiv entwickelt, immer mehr Hochschulen entdecken die Chancen, die sich damit für sie eröffnen. Wie gut die Hochschulen das Deutschlandstipendium zur Vernetzung in ihrer Region einsetzen können, lässt sich an der Goethe-Universität Frankfurt beeindruckend sehen.“

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier betonte den Nutzen des Stipendiums für alle Beteiligten: „Das Deutschlandstipendium ist eine wichtige Säule der Begabtenförderung, von der alle Seiten profitieren: Die Hochschulen können die Stipendiaten selbst aussuchen, so ihr Profil gezielt schärfen und damit attraktiver werden. Gleichzeitig findet eine Vernetzung mit den Förderern statt. Das wiederum kommt beispielsweise unterstützenden Wirtschaftsunternehmen zu Gute, die sich durch ihre Teilnahme am Deutschlandstudium frühzeitig die besten Fachkräfte von morgen sichern können. Und für die Stipendiaten liegen die Vorteile des Deutschlandstipendiums auf der Hand: Das Stipendium verschafft ihnen nicht nur ein bisschen finanzielle Freiheit, sie erhalten auch die verdiente Wertschätzung für ihre Leistung und können ebenfalls wichtige Kontakte knüpfen“, sagte Bouffier. Solche Programme seien zudem wichtig, um Vorbilder sichtbar zu machen und angemessen zu würdigen, denn: „Wir haben viele tolle und kluge junge Menschen in unserem Land, die unsere Anerkennung und Wertschätzung verdienen.“

Unter allen nicht-technischen Hochschulen Deutschlands hat die Goethe-Universität die meisten Deutschlandstipendiatinnen und –stipendiaten. Seit dem Start des Deutschlandstipendiums im Jahre 2011 beteiligt sich die Goethe-Uni an dem Programm. Knapp 4 Millionen Euro wurden in den letzten 5 Jahren eingeworben, insgesamt konnten 2.180 Studierende gefördert werden. Für den Jahrgang 2015/16 konnte die Uni 520 Stipendien gewinnen. 30 Prozent der neuen Stipendiaten haben einen Migrationshintergrund, 20 Prozent sind Bafög-Empfänger und 46 Prozent stammen aus einer bildungsfernen Familie. „Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten setzen sich für ihren Studienerfolg ein, darüber hinaus aber immer auch in besonderer Weise für andere. Das Deutschlandstipendium funktioniert in Frankfurt und ist vielleicht auch ein Türöffner dafür, dass Universitäten künftig auch bei anderen Förderinstrumenten mehr Eigenverantwortung in der Auswahl der geförderten Studierenden bekommen“, sagte Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. Sie dankte allen privaten Förderern des Stipendiums und hob auch das ideelle Förderprogramm hervor: Denn über die finanzielle Förderung hinaus können die Stipendiatinnen und Stipendiaten an einem Programm teilnehmen, für dessen Konzept die Goethe-Universität 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb des Stifterverbandes ausgezeichnet wurde. In Projektgruppen, die von Mentoren aus Unternehmen und Stiftungen begleitet werden, widmen sich die Studierenden so unterschiedlichen Themen wie der Betreuung von Flüchtlingen oder dem Papierrecycling.

„Destinations – ankommen und weitergehen“: Unter diesem Motto fand am Vorabend am Campus Westend das erste vom BMBF initiierte Stipendiaten-Event statt. Weil Stipendiatinnen und Stipendiaten am besten wissen, was sie bewegt, wurde die Veranstaltung gemeinsam von geförderten Studierenden der Goethe-Universität, der Technischen Universität Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz organisiert. Das Programm bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch interaktive Formate die Gelegenheit, sich kennenzulernen und persönliche Erfahrungen sowie Gedanken zu eigenen Projekten und Initiativen auszutauschen.

Weitere Informationen: Christina Brüning, Presse / Strategische Kommunikation. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Tel. (030) 18 57-5050; Fax : 030 18 57-85051; E-Mail: presse@bmbf.bund.de; www.bmbf.de

Lucia Lentes, Private Hochschulförderung, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-12756; lentes@pvw.uni-frankfurt.de; www.chancen-schenken.de

Veranstaltungen

Jun 10 2016
15:03

Didier Fassin aus Princeton spricht über „Life. A Critical Anthropology“.

Ethnologe übernimmt Frankfurter Adorno-Vorlesungen

FRANKFURT. Zum ersten Mal gehen die Frankfurter Adorno-Vorlesungen an einen Ethnologen: International bekannt geworden ist Didier Fassin insbesondere durch seine Forschungen über Polizeiarbeit und Gefängnisse sowie seine Studien über den Umgang mit AIDS in Afrika oder die Politik der militärischen und humanitären Interventionen. In seinen Adorno-Vorlesungen wird er sich aus der Perspektive einer kritischen Ethnologie mit der Frage nach dem Leben in gegenwärtigen Gesellschaften beschäftigen, mit den Ungleichheiten und Verschiedenheiten, die den faktischen Wert menschlichen Lebens bestimmen.

Didier Fassin ist James Wolfensohn Professor für Sozialwissenschaft am Institute for Advanced Study in Princeton und Studiendirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Als Ethnologe, Soziologe und Mediziner war Didier Fassin Gründungsdirektor des Interdisziplinären Forschungsinstituts für Sozialwissenschaften (IRIS) am französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). Zurzeit ist er zudem Gastprofessor an der Princeton University sowie Honorarprofessor an der Universität von Hongkong.

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2016
Didier Fassin: Life. A Critical Anthroplogy. 15. bis 17. Juni, jeweils 18.30 Uhr, Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, Hörsaal IV

Die vom Institut für Sozialforschung (IfS) an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag alljährlich veranstaltete Vorlesungsreihe soll an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Dabei geht es nicht um eine philologische Ausdeutung seines Werks, sondern darum, die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen.

Weitere Informationen:
Dr. Sidonia Blättler, Institut für Sozialforschung, Tel. (069) 75 61 83 16; blaettler@em.uni-frankfurt.de