​​​​Pressemitteilungen ​

Forschung

Jul 2 2013
15:38

Reprogrammierung als Chance für die regenerative Medizin

Die Zeit für die Zelle zurückdrehen

FRANKFURT. Stammzellen sind die Jungbrunnen des Körpers. Sie bilden nicht nur die Grundlage für die Regeneration von Organen, sondern sind auch die idealen Kandidaten für eine Genkorrektur bei Menschen mit einer Erbkrankheit. Deshalb erforschen Wissenschaftler weltweit die Mechanismen, die es erlauben, die Zeit für die Zelle zurückzudrehen. In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ berichten zwei Arbeitsgruppen des Loewe-Zentrums für Zell- und Gentherapie (CGT) über den Stand der Forschung.

Während einige Gewebe und Organe des Menschen wie Blut, Leber und Skelettmuskulatur in teilweise beachtlichem Ausmaß regenerieren können, besitzen das Nervensystem oder das Herz nur geringe Selbstheilungskräfte. Verschiedene Tierarten wie der Grünliche Wassermolch sind dagegen in der Lage, Organfunktionen selbst nach starken Gewebsverlusten bis hin zu Amputationen wieder auszugleichen. Die Arbeitsgruppe in der Abteilung „Entwicklung und Umbau des Herzens“ am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim, Partner im CGT, erforscht seit einigen Jahren zelluläre und molekulare Prozesse, die der Herzregeneration zugrunde liegen. Dazu setzt sie beim Molch ein Verfahren ein, bei dem das Herz zunächst in einer Operation mechanisch geschädigt wird. Ähnlich wie bei einem Herzinfarkt beim Menschen stirbt ein Großteil der Muskelzellen ab, und die Pumpleistung des Herzens verschlechtert sich deutlich. Darauf wird aber in kürzester Zeit die körpereigene Selbstheilungsmaschinerie aktiviert.

Doch woher stammen die neu gebildeten Herzmuskelzellen? Anders als zunächst vermutet, rekrutieren sie sich nicht aus Herzstammzellen, sondern entstehen durch das „Zurückspulen“ des Entwicklungsprogrammes: Die noch intakten Herzmuskelzellen durchlaufen eine sogenannte „Dedifferenzierung“ und verlieren ihre spezifischen Eigenschaften. Sie erfüllen nun ähnliche Funktionen wie Stammzellen. Ihre Teilungsaktivität steigt stark an, so dass neue Zellmasse gebildet wird. Schließlich erlangen die Zellen wieder die spezialisierten Funktionen einer Herzmuskelzelle, sie „redifferenzieren“. Wahrscheinlich ist der Verlust der Regenerationsfähigkeit beim Säuger der Preis für seine höhere Spezialisierung und Leistungsfähigkeit. Zwar gibt es auch im Herzen von Erwachsenen ein Reservoir an Herzstammzellen, aber offensichtlich sind diese durch bestimmte Mechanismen mit zunehmendem Alter inaktiv oder haben ihre regenerative Kapazität weitgehend verloren.

Forscher suchen nun nach dem Ursprung der kardialen Stammzellen des Menschen. Wurden Sie im Laufe der Entwicklung abgeschaltet? Wenn ja, was ist der Schalter, und lässt er sich wieder umlegen? Mit der Beantwortung dieser Fragen könnten sich in den nächsten Jahren völlig neue Möglichkeiten zur Therapie von akuten und chronischen Herzerkrankungen eröffnen. Gelänge es, die Regenerationsprozesse beim Menschen zu optimieren, würde aus der Vision eines sich selbst erneuernden Herzens eines Tages vielleicht Realität. Profitieren würden davon Herzpatienten, bei denen die heutige Medizin an ihre Grenzen stößt. Sie könnten mit einer deutlich verbesserten Lebensqualität rechnen.

Eine weitere Vision der Mediziner ist es, embryonale Stammzellen von Patienten mit Gendefekten im Labor zu korrigieren, sie in der Zellkultur zu vermehren oder gar zu Organen auszudifferenzieren und anschließend in den Körper zurück zu transplantieren. Doch wie gewinnt man embryonale Stammzellen von erwachsenen Menschen? Lange glaubte man, dass der Weg von embryonaler Stammzelle zu differenzierten Zellen eine Einbahnstraße ist. Seit den bahnbrechenden Arbeiten von Shin’ya Yamanaka und Kazutoshi Takahashi aus dem Jahr 2006, die im vergangen Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, können differenzierte Zellen durch Reprogrammierung in den embryonalen Zustand zurückversetzt werden. Man spricht von induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS).

Zurzeit gibt es in der durch iPS-Zellen getriebenen regenerativen Medizin noch zahlreiche Engpässe. Zum einen ist die effiziente Erzeugung von iPS-Zellen ohne Einführung von permanenten genetischen Veränderungen noch recht problematisch. Ebenso ist es schwierig, die potenziell Tumoren erzeugenden Reprogrammierungsfaktoren anschließend zu entfernen. „Zum anderen sind die bisherigen Gen-Reparaturstrategien suboptimal, weil für eine gezielte Korrektur von Mutationen patientenspezifische Verfahren entwickelt werden müssen, die sehr viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen würden“, erklärt Prof. Harald von Melchner, Leiter der Abteilung für Molekulare Hämatologie an der Goethe-Universität. Deswegen sind standardisierte Gen-Reparaturverfahren erforderlich, die auf alle Patienten mit vergleichbaren Erkrankungen anwendbar sind. In neuesten Projekten versucht die Arbeitsgruppe von Melchners, diese beiden Engpässe zu überwinden: Sie wollen die Reprogrammierungsfaktoren zusammen mit einem korrigierten Gen nicht wie bisher zufällig, sondern gezielt und reversibel direkt in das erkrankte Gen einbringen.

Informationen: Prof. Harald von Melchner, Medizinische Klinik II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-6696, melchner@em.uni-frankfurt.de Dr. Matthias Heil, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, Tel.: 06032 705-1705, matthias.heil@­mpi-bn.mpg.de http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/34831594/aktuelle_Ausgabe

Forschung Frankfurt kostenlos bestellen unter: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jul 2 2013
15:30

„Wissenschaft für die Gesellschaft“: Goethe-Universität präsentiert Vorschau auf Festprogramm und Jubiläums-Kampagne 2014

Ouvertüre zum 100. Geburtstag

FRANKFURT. Ihren 100. Geburtstag im Jahr 2014 wird die Goethe-Universität mit einem ganzjährigen Festprogramm für Stadt, Region und Gesellschaft feiern. „Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt und Region Rhein-Main sind herzlich eingeladen, die Goethe-Universität aus ungewohnter Perspektive kennenzulernen und Wissenschaft zum Anfassen zu erleben“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl  bei einem Medientermin am 2. Juli in Frankfurt anlässlich der Vorschau auf das Festprogramm.

Als autonome Stiftungsuniversität möchte die Goethe-Universität ihr „rundes“ Jubiläum aber auch nutzen, um zusätzliche Gelder für Forschung und Lehre zu mobilisieren. „Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass uns das Jubiläum hilft, die finanziellen Möglichkeiten der Stiftungsuniversität noch besser auszuschöpfen“, sagte der Präsident. So sei es mit Blick auf den 100. Geburtstag in den vergangenen Monaten schon gelungen, einen hohen siebenstelligen Betrag einzuwerben. Bei einem feierlichen Präsidentenempfang am Abend des 2. Juli werde man wichtige Geldgeber der Öffentlichkeit vorstellen und um weitere Stifter und Förderer werben.

„Als von Bürgerinnen und Bürgern 1914 gegründete Einrichtung hat die Goethe-Universität nach ihrer Umwandlung in eine Stiftungsuniversität 2008 heute wieder eine besondere Verpflichtung gegenüber der Stadtgesellschaft“, betonte Müller-Esterl. „Diese Verpflichtung nehmen wir ernst. Wir machen in erster Linie Wissenschaft für die Menschen und für die Gesellschaft und genau das soll im Jahr 2014 und darüber hinaus sichtbar und spürbar werden.“

Müller-Esterl hob hervor, dass es den Gründern der Goethe-Universität 1914 um den Aufbau eines neuen Typs von Universität gegangen sei: „Sie wollten eine Universität, die neue Antworten findet auf die Herausforderungen der Moderne. Dieser Aufgabenstellung ihrer Gründer ist die Goethe-Universität in beispielhafter Weise nachgekommen, indem sie neue Fakultäten und Lehrstühle gründete, für die es in der bisherigen akademischen Tradition keine oder nur wenige Vorbilder gab. Diesem Erbe sehen wir uns heute angesichts der Herausforderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik besonders verbunden.“

Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz hob hervor, dass für die Erarbeitung des Programms zur 100-Jahr-Feier sechs Punkte erkenntnisleitend gewesen seien:

* Die Goethe-Universität möchte das Jubiläum 2014 nutzen, um sich noch stärker für das Interesse und Fragen von Menschen zu öffnen – eben eine Universität zum Anfassen.

* Das Jubiläum soll die Universität in ihrer ganzen Breite sichtbar machen. Deshalb ist die intensive Einbindung der Fachbereiche und Studierenden, aber auch Mitarbeiter ein wichtiges Thema.

* Der Rückblick auf 100 Jahre ist zugleich auch schon ein Ausblick auf die nächsten 100 Jahre. Wie wird sich die Welt bis dahin verändern? Welche Forschungsfragen werden dann im Vordergrund stehen? Darüber wollen wir nachdenken

* Der Geburtstag ist auch ein Fest der Stadt und unserer Partnereinrichtungen, die intensiv in die Vorbereitungen mit eingebunden werden und die zum Teil selbst etwas beitragen.

* Als Bürgeruniversität ist die Goethe-Universität in der deutschen Universitätsgeschichte ein Unikat. Dieses historische Alleinstellungsmerkmal arbeitet das Festprogramm heraus.

* 2014 wird die Goethe-Universität nicht nur in Jubel ausbrechen, sondern sich auch ihren Schattenseiten stellen, vor allem der Zeit zwischen 1933 und 1945. Das gehört zum ganzen Bild dazu.

Dr. Olaf Kaltenborn, Pressesprecher und verantwortlich für die operative Vorbereitung des Jubiläums, ergänzte, dass das geplante Festprogramm das gesamte Jahr über von öffentlichen Kampagnen begleitet werde. So fuhr pünktlich zum Medientermin der erste Linien-Bus des Rhein-Main Verkehrsverbundes im Unidesign vor, der das Thema „Bildungsreise“ transportiert: „Wir wollen damit verdeutlichen, dass die bedeutenden Köpfe dieser Universität auch zur Identität Frankfurts gehören.“ „Der Begriff ‚Bildungsreise‘ signalisiert auch symbolisch, dass jeder Bürger Teil dieser Reise werden kann und macht zugleich neugierig auf das kommende Festprogramm.“ Im Laufe dieses und des nächsten Jahres würden dann nach und nach weitere Kampagnen-Teile veröffentlicht, so zum Beispiel Motive für Großplakate im öffentlichen Raum sowie die Bildschirmen in den U-Bahnen.

Höhepunkte im Jubiläumsjahr 2014

Oktober 2013 – Der Countdown läuft…
Ort: Campus Westend
Thema:      Noch 365 Tage bis zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität. Präsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl läutet zusammen mit Angehörigen der Universität den Beginn des Countdowns für das Festjahr ein.

Autonomie der Hochschulen
Ort:        Campus Westend
Thema:      7 Jahre nach Gründung der Stiftungsuniversität wird in einem hochkarätig besetzten Symposium Bilanz gezogen.

Januar 2014 – Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt
Ort: Römer
Thema:      Die Goethe-Universität ist zu Gast beim Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Präsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl nehmen die Stadtgesellschaft mit auf eine Reise durch „100 Jahre Goethe-Universität“.

18. Februar 2014 – Zubin Mehta-Konzert
Ort:        Alte Oper
Thema:            Stardirigent Zubin Mehta stimmt die Stadtgesellschaft mit einem Benefizkonzert des Sinfonieorchesters der Buchmann-Mehta-School of Music, Universität Tel Aviv auf das Jubiläum der Goethe-Universität ein.

April 2014 – 36 Stifter und eine Idee
Ort:        Campus Westend
Thema:            Eine von Studierenden erarbeitete Ausstellung wirft einen Blick zurück auf die Gründungszeit der Goethe-Universität und die jüdischen Familien in Frankfurt, die die Eröffnung der Universität erst möglich gemacht haben.

9. Mai 2014 – Starke Frauen
Ort:        Campus Westend und Stadtbücherei 
Thema:            Ausgewählte Frauen, die die Universität oder die Stadt in den letzten 100 Jahren in besonderem Maße geprägt haben, werden in einer Ausstellung und Publikation präsentiert.

3. Juni-2. Juli 2014 – Daniel Kehlmann „Die Vermessung der Welt“
Ort:        Campus Westend, immer dienstags, 18-20 Uhr
Thema:            Die Poetikdozentur wird im Jubiläums-Sommer von Daniel Kehlmann besetzt, der in seinem Bestseller „Die Vermessung der Welt“ das Leben der Naturwissenschaftler Gauß und Humboldt beleuchtet.

Anfang Juni 2014 – University and the City
Ort:        Campus Westend
Thema:      Die internationale Tagung beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Stadt/Urbanität und Bildung/Wissenschaft. Eingeladen sind Partneruniversitäten aus Toronto, Birmingham, Prag, Philadelphia, Tel Aviv und Shanghai.

Juni 2014 – Klaus Maria Brandauer liest Goethe
Ort:        Campus Westend
Thema:      Der berühmte österreichische Schauspieler liest aus Goethes „Faust“ und brilliert in seiner Paraderolle.

Juni 2014 – Week of Science
Ort:        Campus Riedberg
Thema:      Eine Woche lang werden hochrangig besetzte Veranstaltungen zu wichtigen Zukunftsthemen stattfinden wie z.B. Zukunft der Informationsgesellschaft, Ethik und Grenzen der Naturwissenschaften sowie 100 Jahre Naturwissenschaften an der Goethe-Universität.

Ende Juni 2014 – Goethe-Installation von Ottmar Hörl
Ort:        Campus Westend, vor IG Farben Hochhaus
Thema:      Der durch seine Multiples bekannt gewordene Künstler Ottmar Hörl installiert 400 Goethe-Köpfe auf dem Westend-Campus der Goethe-Universität.

10. Juli-20. Oktober 2014 – 100 Jahre-100 Dinge
Ort:        Campi der Universität sowie diverse Orte in Frankfurt
Thema:      Das Universitätsarchiv Frankfurt wählt zum Jubiläum 100 Objekte aus der Schatzkammer der Universität aus und präsentiert diese Unikate an zehn verschiedenen Orten in der Stadt.

14.-20. Juli 2014 – Goethe-Sommerfest-Woche
Ort:        Campus Westend
Thema:            Die Goethe-Universität feiert gemeinsam mit den Frankfurter Bürgern ihr Jubiläum: eine Woche mit Musik, Kunst, Kultur und Wissenschaft im Geiste Goethes. Besondere Highlights dieser Woche sind:

16. Juli 2014: Erste Frankfurter Bibelnacht

17. Juli 2014: Semesterabschlusskonzert der Goethe-Universität

18. Juli 2014: Fest für Bürger und Angehörige der Universität sowie Lange Nacht der Literaturen 19. Juli 2014: Internationaler Alumniball

18. Oktober 2014 – Festakt zum 100. Geburtstag
Ort:        Paulskirche
Thema:      Feierlicher Festakt in der Paulskirche mit internationalen Gästen und einer bildungspolitischen Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Ab 19. Oktober 2014-15. Februar 2015 – Jubiläumsausstellung der Universitätssammlungen
Ort:        Museum Giersch
Thema:      Präsentation von unbekannten Schätzen und Kuriositäten aus den über 30 wissenschaftlichen Sammlungen der Goethe-Universität.

Ganzjährig

Wissenschaftsstadtplan
Thema:      Mit Gedenktafeln werden Stätten des Lebens und Wirkens der berühmtesten Köpfe der Universität gewürdigt, um Frankfurt als Wissenschaftsstadt in das Bewusstsein seiner Bürger und Besucher zu bringen.

Universität studieren, Studieren erforschen
Thema:      Die Goethe-Universität bietet als Volluniversität verschiedenste Disziplinen und Fachperspektiven. Nun soll sie selbst zum Gegenstand der akademischen Lehre und Forschung in ihrer Vielfalt gemacht werden. Die Ergebnisse werden in einem Abschlusskongress am 14. Juli. 2014 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Jubiläumsbände zur historischen Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“
Thema:      Die Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ wird im Jahr 2014 um einige Jubiläumsbände reicher, u.a. erscheinen Publikationen zu Walter Kolb und Leo Frobenius. Die Bände erscheinen in einem repräsentativen Jubiläumsschuber.

Verlorene Denker
Thema:      Das Schicksal von jüdischen Professorinnen und Professoren, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vertrieben wurden, wird in einer Hörfunkreihe – wahrscheinlich in Kooperation mit dem Hesssischen Rundfunk – beleuchtet. 

 

 

Personalia/Preise

Jul 1 2013
17:01

Bedeutende Preise an Jungwissenschaftler verliehen

Akademische Feier 2013 an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Im Rahmen der Akademischen Feier 2013 an der Goethe-Universität wurden elf junge Forscherinnen und Forscher mit Preisen geehrt. Im Namen der Freunde und Förderer gratulierte der Vorsitzende Prof. Wilhelm Bender dem ausgezeichneten wissenschaftlichen Nachwuchs. Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl freute sich ebenfalls mit den Preisträgern: „Mit der Nachwuchsförderung sind wir auf dem richtigen Weg.“ Die Akademische Feier der Freunde und Förderer ist einer der wichtigsten inneruniversitären Veranstaltungen für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung.

Die mit 25 000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung, der Adolf Messer-Stiftungspreis ging an Dr. Claudia Lederer. Sie forscht seit 2012 in Frankfurt über die Entstehung der Elemente in Sternen. Die Physikerin will mit ihrem Vorhaben „Messung der Neutroneneinfangquerschnitte der stabilen Germaniumisotope bei n_TOF/CERN“ unter anderem mehr Erkenntnisse über den Ursprung von Rohstoffen gewinnen.

Für die kunsthistorischen Einblicke in das Seelenleben mittelalterlicher Stifter erhielt Johanna Scheel den Benvenuto Cellini-Preis. Die Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Institut will das Preisgeld von 3000 Euro jetzt in die Veröffentlichung ihrer Dissertation stecken.

Trägerin des Frankfurter Forschungspreises 2013 der Rudolf Geißendörfer-Stiftung ist die Medizinerin Dr. Patrizia Malkomes. Die Assistenzärztin betreibt Grundforschung in der Krebstherapie mit dem Ziel, neue Medikamente vor allem im Kampf gegen Dickdarmkrebs zu entwickeln. Dieser Arbeit kommen nun 5000 Euro zugute. Der ebenfalls in der Krebsforschung engagierte Arzt Dr. Florian Andreas Geßler erhielt den mit 3000 Euro Förderpreis der BURSE, einem gemeinnützigen Verein, der die Studentenhilfe unterstützt.

Der Rechtsanwalt Dr. Viktor Winkler und die Rechtshistorikerin PD Dr. Barbara Wolbring teilen sich diesmal den an den gleichnamigen Anwalt erinnernden Werner Pünder-Preis. Winkler setzte sich in seiner Doktorarbeit kritisch mit dem Buch „Privatrechtsgeschichte der Neuzeit“ des Juristen Franz Wieacker und der deutschen Rechtswissenschaft des 20. Jahrhunderts auseinander. Seine Mit-Preisträgerin Wolbring, die als Koordinatorin des Programms „Starker Start ins Studium“ der Goethe-Uni arbeitet, habilitierte über das „Trümmerfeld der bürgerlichen Welt. Öffentliche Diskurse über die Universitätsreform in der Besatzungszeit (1945-1949)“. Beide teilen sich das Preisgeld von 7000 Euro.

Für die beste Dissertation wurde Dr. Anne Vogelpohl mit dem WISAG-Preis ausgezeichnet, der mit 5000 Euro dotiert ist und M.A. Laura Picht erhielt für ihre Magisterarbeit „Überlegungen zur Datierung der ‚Heiligen Halle‘ in Priene anhand der Fundkeramik“ den Mediterran-Preis, der Nachwuchsarchäologen fördert.

Der für Naturwissenschaftler ausgeschriebene Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Uni wurde diesmal dreigeteilt: Darüber freuen durften sich die chinesische Geowissenschaftlerin Dr. phil. nat. Qiao Shu, der Physiker Dr. phil. nat. Ulf Bissbort und der Biowissenschaftler Dr. phil. nat. Eduard Resch. 

Veranstaltungen

Jun 28 2013
13:58

Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und der Historiker Valentin Groebner sprechen über wissenschaftliche und literarische Geschichtsinszenierungen

„Wirf die Zeitmaschine an!“

FRANKFURT. „Wirf die Zeitmaschine an: Über wissenschaftliche und literarische Geschichtsinszenierungen“. Dies ist der Titel eines Gesprächs, zu dem sich die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und der Historiker Valentin Groebner am Mittwoch (3. Juli) treffen. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Die Vergangenheit als unzugängliches Land: Egal ob es fünf oder 500 Jahre entfernt ist, es ist und bleibt unerreichbar. Geschichte dagegen ist die Darstellung dieses Abwesenden, sie muss von lebendigen Protagonisten erzählt und präsentiert werden. Das ist Arbeit, denn die Zeitmaschine startet nicht von selbst. Aber wie schiebt man sie an? Valentin Groebner, Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern, und Felicitas Hoppe, Büchner-Preisträgerin 2012, unterhalten sich über Rekonstruktion und Erfindung, über Wahrheit und Fälschung, über die Wahl der Mittel und über den großen Motor der Wünsche — zwei Zeitreiseführer im Gespräch.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Sonstige

Jun 28 2013
13:55

Kolleg „Law and Economics of Money and Finance“ überzeugt Gutachter

„Wichtiger Beitrag zur rechtsökonomischen Forschung in Deutschland“

FRANKFURT. Die Laufzeit des Graduiertenkollegs „Law and Economics of Money and Finance“ (LEMF) im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt wird über die reguläre Laufzeit bis 2014 hinaus um weitere zwei Jahre verlängert. Dies beschloss der Stiftungsrat der Stiftung Geld und Währung, die das Programm seit seinem Beginn im Jahr 2009 finanziert. Der Entscheidung ging eine sehr positive Evaluation des Graduiertenkollegs durch unabhängige Fachgutachter mit rechts- und wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund voraus.

Die Gutachter heben die interdisziplinäre Ausrichtung, das Studienkonzept, die hohe wissenschaftliche Qualität des Programms sowie das „überzeugende und innovative“ Lehrprogramm lobend hervor. Auch die international herausragenden Wissenschaftler, die als Gastdozenten gewonnen werden konnten und während des Jahres sowie im Rahmen der jährlichen Summer School Lehrveranstaltungen anbieten und mit den Doktoranden über ihre Forschungsvorhaben diskutieren, werden als sehr wertvoll hervorgehoben. Das LEMF-Programm habe „einen wichtigen und sichtbaren Beitrag zur rechtsökonomischen Forschungslandschaft in Deutschland geleistet“. Der Goethe-Universität sei es mit Unterstützung der Stiftung Geld und Währung gelungen, ein überzeugendes Angebot zur Graduiertenförderung in einem wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Forschungsfeld zu schaffen.

Die Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Brigitte Haar, LL.M. und Prof. Dr. Uwe Walz, zeigten sich über die Nachricht hocherfreut. „Die Evaluation und die Verlängerung der Laufzeit sind eine großartige Anerkennung unserer Arbeit in den letzten vier Jahren“, sagte Brigitte Haar. Das interdisziplinäre Programm zählt derzeit 29 Doktoranden mit zum Teil wirtschaftswissenschaftlichem, zum Teil rechtswissenschaftlichem Hintergrund. Dem Promotionsstudium liegen Kurse zugrunde, die den Doktoranden bei der Konzeption und Fortentwicklung ihrer Dissertationsprojekte Hilfestellung leisten und den Rahmen für interdisziplinären Wissensaustausch und Diskussion bilden.

Informationen: Dr. Muriel Büsser, House of Finance, buesser@hof.uni-frankfurt.de, Tel.: (069) 798 34006

 

Sonstige

Jun 27 2013
16:59

Lehramtsstudierende entwickeln Konzept zu „Stadt als Lebensraum – innere und äußere Bilder“ – Auf Erkundung im Frankfurter Bahnhofsviertel

Sommerschule „BILD MACHT STADT“ für Oberstufen-Schüler

FRANKFURT. Das Frankfurter Bahnhofsviertel nehmen 39 Schülerinnen und Schüler während der Sommerschule „BILD MACHT STADT“ genauer unter die Lupe. Diese wird vom 1. bis 4. Juli von Junior-Professorin Antje Schlottmann und ihrer Mitarbeiterin Eva Nöthen, beide Institut für Humangeographie der Goethe-Universität, veranstaltet. „Wir wollen den Oberstufenschülern vermitteln, wie sie die Bilder ihrer Umwelt als machtvollen Einfluss auf ihre eigene Wahrnehmung erkennen, analysieren und interpretieren können“, umschreibt Schlottmann das mit einer „Sehschule“ verknüpfte Konzept des forschenden Lernens. Gleichzeitig möchten sie und ihr Team die Schüler mit dieser Sommerschule auch für das Fach Humangeographie und benachbarte Geistes- und Gesellschaftswissenschaften begeistern.

Nicht nur die Schüler profitieren von diesem Angebot, auch Lehramtsstudierende im Fach Geographie; sie haben dieses praxisbezogene Projekt „Stadt als Lebensraum – innere und äußere Bilder“ im Studienmodul „Räumliche Sozialisation und Schule“ mit entwickelt, werden es mit umsetzen und abschließend auch evaluieren. Unterstützt wird das Projekt u.a. von: Prof. Susanne Heeg, Institut für Humangeographie; Prof. Dr. Michael Peterek, Dekan des Fachbereichs Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik der Fachhochschule Frankfurt; Diplom-Ingenieur Christoph Reimold vom Architektur- und Stadtplanungsbüro AS&P – Albert Speer & Partner; Prof. Verena Kuni, Kunstpädagogin an der Goethe-Universität; Dr. Mechthild Haas vom Landesmuseum Darmstadt.

Bereits Ende April gab es eine Kick-Off-Veranstaltung für die Schüler der drei beteiligten Gymnasien, dem Frankfurter Goethe-Gymnasium, der Albrecht-Dürer-Schule Weiterstadt und der Bachgauschule Babenhausen. In einer ersten Übung auf dem Campus Westend sollten sie ihre eigene Wahrnehmung schärfen und zugleich reflektieren, wie andere auf diesen Ort blicken. Dabei kam es bereits zu bemerkenswerten Einsichten. So meinte eine Schülerin beim Anblick des IG-Farben-Hauses „Ich finde das gewaltig und auch irgendwie bedrohlich. Für alle Studenten hier ist das aber bestimmt voll normal, sie sehen das Gebäude bestimmt gar nicht mehr, oder halt ganz anders.“ Zum Ende der Sommerschule (4. Juli) werden die Schüler ihre im Frankfurter Bahnhofsviertel gemachten Erfahrungen und Eindrücke präsentieren. Ob sie dies eher wissenschaftlich mit Projektberichten oder Essays oder künstlerisch mit Foto-Dokumentationen, Skulpturen oder Performances tun, entscheiden sie selbst– „der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, so Schlottmann. Die Präsentation wird nach den Sommerferien in den drei Schulen als Wanderausstellung zu sehen sein.

Informationen: Jun.-Prof. Antje Schlottmann, Eva Nöthen, Institut für Humangeographie, Campus Westend, Tel 069/798 35156, 35155, schlottmann@geo.uni-frankfurt.de, noethen@geo-uni-frankfurt.de. (Journalisten, die an Exkursionen ins Bahnhofsviertel oder der Schlusspräsentation teilnehmen möchten, können sich per Mail melden.)

Veranstaltungen

Jun 27 2013
11:33

Vortrag der Londoner Kant-Expertin Katrin Flikschuh am 4. Juli 2013 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Immer wieder Kant – auch bei den Menschenrechten?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Ohne Immanuel Kant wäre die moderne politische Theorie kaum vorstellbar. Die Besten des Fachs berufen sich auf den Denker der Aufklärung oder setzen sich zumindest sorgfältig mit ihm auseinander. Kant steht Pate bei zentralen Kategorien des Gemeinwohls und Zusammenlebens – von der Gerechtigkeit bis zur Toleranz, von der Demokratie bis zu den Menschenrechten. Doch lässt sich immer so nahtlos an den Klassiker anschließen? Wie dessen Denken mit unserem heutigen Verständnis von Menschenrechten in Verbindung steht, erörtert die politische Philosophin Prof. Katrin Flikschuh von der London School of Economics in einem Vortrag zum

Thema:         „Kant als Menschenrechtler? 
                       –
Zum ‚angeborenen Recht’ in Kants Rechtslehre
am:                Donnerstag, dem 4. Juli 2013, um 19.00 Uhr.
Ort:                Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität,
                       Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Mit den Menschenrechten verbinden wir vor allem die Würde des Menschen, und Kant gilt zu Recht als Verfechter dieser Würde. Es wird daher oft davon gesprochen, dass Kants Moralphilosophie eine überzeugende Begründung für den modernen Diskurs über Menschenrechte liefert. In der Rechtsphilosophie argumentiert man darüber hinaus immer häufiger mit Kants Begriff vom „angeborenen Recht“ des Menschen; dieses soll eine weitere Begründung für Menschenrechte liefern. Katrin Flikschuh widerspricht dieser Interpretation. Ihrer Ansicht nach kann das „angeborene Recht“ nicht als Grundlage für Menschenrechte dienen. Die Philosophin geht in ihrem Vortag auch grundsätzlich der Frage nach, inwieweit es überhaupt sinnvoll ist, Kant als Menschenrechtler auszulegen.

Die Einführung und die Moderation der Abendveranstaltung liegen in den Händen von Prof. Rainer Forst, der an der Goethe-Universität Politische Theorie und Philosophie lehrt. Forst ist Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg und einer der Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zudem fungiert er als stellvertretender Sprecher der an der Universität angesiedelten DFG-Kollegforschergruppe „Justitia Amplificata. Erweiterte Gerechtigkeit“.

Auf Einladung der „Justitia“-Forschergruppe und in enger Kooperation mit deren wissenschaftlichen Projekten lebt und arbeitet Katrin Flikschuh gegenwärtig als Fellow am Bad Homburger Kolleg. Hier schreibt sie an einem Buch über Kant und das Weltbürgertum, den Kosmopolitismus. Die Monographie mit dem Titel „Kant contra Cosmopolitanism. Assessing the Global Justice Debate“ wird im Verlag Cambridge University Press erscheinen. Darin geht es um eine kritische Auseinandersetzung zwischen Kants systematisch-kosmopolitischem Ansatz und dem eher praxisbezogenen Denken in der gegenwärtigen Debatte über globale Gerechtigkeit.

Neben Kant und dem Kosmopolitismus gehören globale Gerechtigkeit und die Geschichte des modernen politischen Denkens zu den Forschungsschwerpunkten der Philosophin, die an der London School of Economics Politische Theorie lehrt. Die Deutsche Katrin Flikschuh hat den ganz überwiegenden Teil ihrer akademischen Ausbildung und Karriere in England verbracht. Zudem engagierte sie sich nach ihrem Studium afrikanischer Politikwissenschaft, das sie an der School of Oriental and African Studies in London absolvierte, bei Nicht-Regierungsorganisationen vor allem in West-Afrika, wo sie sich konkret mit Menschenrechtsfragen auseinandersetzte.

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu der Vortragsveranstaltung nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin des Forschungskollegs, Tel.: 06172-13977-10, i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jun 27 2013
11:24

Goethe-Universität präsentiert Programm und Kampagne zum 100. Geburtstag 2014

Einladung zum Mediengespräch: Das Geheimnis wird gelüftet

FRANKFURT. Es gibt wohl glücklichere Gründungsjahre als das Jahr 1914, in dem die Goethe-Universität ihren Lehrbetrieb aufnahm. Trotz ihres vergleichsweise schwierigen Starts hat es die Universität Frankfurt nach dem ersten Weltkrieg geschafft, als neben der Humboldt-Universität Berlin bestfinanzierte Hochschule Deutschlands mit bahnbrechenden Forschungsergebnissen und Fakultätsgründungen Wissenschaftsgeschichte zu schreiben. Heute knüpft sie als eine der forschungsstärksten und größten deutschen Universitäten an die Erfolge der frühen Jahre an. Dabei steht die Goethe-Universität – 1914 als erste deutsche Stiftungshochschule gegründet von Bürgern für Bürger, später in Trägerschaften von Stadt und Land – seit ihrer Umwandung in eine Stiftung 2008 wieder stärker in der Tradition ihrer Gründer.

Noch ein halbes Jahr bleibt bis zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2014. Seit Mitte 2011 arbeitet ein Vorbereitungsteam aus allen Statusgruppen an der Planung des Festprogramms. Dessen wichtigsten Grundideen und Programmpunkte möchten wir Ihnen zusammen mit einer öffentlichkeitswirksamen Jubiläumskampagne bei einem Mediengespräch am

 

Dienstag, den 2. Juli 2013, 11 Uhr,
Ort: Campus Westend, Präsidiumsgebäude PA, Senatssaal,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt 

vorstellen.

Ihre Gesprächspartner:
Prof. Dr. Werner Müller-Esterl (Präsident)
Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Vizepräsident)
Dr. Olaf Kaltenborn (Pressesprecher und operativer Jubiläumsverantwortlicher)

Hinweis für die Redaktionen: Am Abend laden wir Sie am selben Ort (Foyer) zum Präsidentenempfang ein, der zusammen mit Freunden, Stiftern und Uni-Angehörigen die Jubiläums-Ouvertüre für das Jahr 2014 bildet. Über den Programmablauf informieren wir Sie beim Mediengespräch am Vormittag.

Hinweis für Bild- und Fernsehjournalisten: Vor Ort (ab 11.15 Uhr) befindet sich der erste Frankfurter Linienbus mit der Jubiläumskampagne. 

Über Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns per E-Mail (ott@pvw.uni-frankfurt.de) mit, ob Sie einen oder beide Termine wahrnehmen können.

Herzliche Grüße

Olaf Kaltenborn
(Pressesprecher)

Forschung

Jun 26 2013
10:09

„Forschung Frankfurt“ zu Perspektive und Rückschlägen der regenerativen Medizin

Defekte Gene korrigieren, geschädigtes Gewebe ersetzen

FRANKFURT. Gen- und Stammzelltherapie steht für das, wovon die Medizin schon immer geträumt hat: Geschädigte Zellen und Gewebe durch gesunde ersetzen und die Wirkung defekter Gene durch intakte Kopien korrigieren. Über den Stand der Forschung berichtet die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (1/2013). Es vereint Artikel von Forschern des hessischen Loewe-Zentrums für Zell- und Gentherapie mit journalistischen Beiträgen. Sie ordnen das Wissen ein, berichten über den Alltag im Labor und lassen Patienten zu Wort kommen. Ergänzend informiert ein Artikel zur Gendiagnostik über die schwierigen Entscheidungen, die das Wissen um Risiko-Gene mit sich bringt. Außerdem diskutieren Prof. Hubert Serve, ein Arzt und Wissenschaftler, und Dr. Anja Karnein, eine junge Geisteswissenschaftlerin, über ethische Konsequenzen des Möglichen, noch Unmöglichen und Verbotenen.

Zu den bekanntesten und am besten erforschten Zelltherapien gehört die Knochenmarktransplantation. Vor mehr als 50 Jahren erhielt erstmals ein Leukämie-Patient frische blutbildende Zellen aus dem Knochenmark seines eineiigen Zwillings. Damals konnte die Leukämie nur vorübergehend zurückgedrängt werden. Wie weit das Verfahren sich inzwischen entwickelt hat, darüber berichten der Kinder-Onkologe Prof. Peter Bader und die Internistin Prof. Evelyn Ullrich. Das Frankfurter Universitätsklinikum ist mit rund 50 Stammzelltransplantationen pro Jahr an Kindern und rund 90 Transplantationen an Erwachsenen eine der größten Einrichtungen in Europa. Im Labor rüsten die Forscher des Loewe-Zentrums Zellen des Immunsystems genetisch auf, so dass diese Krebszellen noch besser erkennen können. Auch Abstoßungsreaktionen, die zu den Risiken jeder Transplantation gehören, lassen sich durch die Gabe spezieller Immunzellen verhindern. So versprechen die neuen Zelltherapien, Krebszellen wirkungsvoll zu vernichten ohne gesundes Gewebe anzugreifen. „Leukämie muss heilbar werden, immer und bei jedem“ - dieses Motto der José-Carreras-Stiftung soll künftig auch für Hochrisiko-Patienten jeden Alters wahr werden.

Die freie Journalistin Katja Irle hat in ihrer Reportage die Lebensgeschichte zweier Leukämie-Patienten eingefangen, die am Frankfurter Universitätsklinikum behandelt wurden. Für Heike Jüngst unterscheidet sich ihr neues Leben nach der Knochenmarktransplantation nicht nur durch eine geringere Belastbarkeit, sondern auch durch das „Ende der Leichtigkeit“. In die Trauer mischt sich aber auch der Stolz, die Krankheit besiegt zu haben. Helmut Golke erlebte vier Jahre nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus einen Rückfall. Das war 2009. In dieser schwierigen Situation bot ihm das Team um Prof. Hubert Serve, seines behandelnden Onkologen am Klinikum, die Teilnahme an einer klinischen Studie für eine neue Therapie an. Golke ergriff die Chance. Auch vier Jahre später sind keine neuen Leukämiezellen in seinem Blut nachweisbar – ein großer Erfolg. Der heute 60-Jährige weiß aber, dass die Krankheit ihn bis an sein Lebensende begleiten wird. Doch auch er ist ein Typ, der nicht aufgibt. Er hat die Ärzte-Rockband „The Lickin‘ Boyz“ gegründet, um bei Benefiz-Konzerten Spenden für Krebskranke zu sammeln.

Informationen: Prof. Peter Bader und Prof. Evelyn Ullrich, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-7542, peter.bader@kgu.de und Tel.: (069) 6301-83818, evelyn.ullrich@kgu.de
Prof. Hubert Serve, Medizinische Klinik II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-4634, serve@em.uni-frankfurt.de

Weitere Themen: Laborreportage, Gentherapie, Reprogrammierung

Die aktuelle Ausgabe Forschung Frankfurt: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de
Forschung Frankfurt kostenlos bestellen unter: ott@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 25 2013
10:40

Bundesweites Fachforum zu onlineSelfAssessments an der Goethe-Universität

Internet-Beratung gegen Studienabbruch

FRANKFURT. „Unklare Vorstellungen vom Fach“, so Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl bei der Eröffnung des Fachforums onlineSelfAssessments an der Goethe-Universität, „sind die häufigsten Gründe für einen Studienabbruch. Daher stehen die Hochschulen in der Pflicht, die Informationen über die Studiengänge adressatengerecht bereitzustellen.“ Dabei ist zu beachten, dass Schüler bis zu 80 Prozent der Informationen über ihr zukünftiges Studienfach aus dem Internet beziehen. Mehr als 100 Experten von deutschen, österreichischen und schweizerischen  Hochschulen kamen am Montag zur Veranstaltung der Goethe-Universität. Sie diskutierten über die verschiedenen Ansätze und Konzeptionen der internetbasierten Beratungsangebote, die bislang von reinen Infotainment-Angeboten über Mischformen bis hin zu verpflichtenden Studieneingangstests reichen. In einigen Bundesländern ist die Teilnahme an einer Internet-Beratung vor Studienbeginn verpflichtend, in anderen ist sie den Schülern freigestellt.

Der Entwicklungsstand der onlineSelfAssessments (OSAs) ist bislang sehr unterschiedlich. Während einzelne Hochschulen bereits für den Großteil ihrer Studiengänge derartige Angebote bereitstellen, gibt es viele, die sich noch in einer Experimentierphase befinden, und wiederum andere, die erst damit beginnen. Daher dient die Tagung vor allem einer Vernetzung und einem gegenseitigen Voneinander-Lernen. „Wer jetzt anfängt, Self-Assessments zu entwickeln, muss so nicht bei null anfangen, sondern kann von dem, was die anderen gelernt haben, profitieren“, beschreibt Organisatorin Dr. Stephanie Dinkelaker von der Stabstelle Lehre und Qualitätssicherung den Zweck der Veranstaltung.

Eine Diskussion entfachte sich vor allem über die Sinnhaftigkeit von fächer- und hochschulübergreifende Orientierungsangeboten. Bisher existieren hauptsächlich Angebote, die Informationen zu einem Fach bereithalten. Einige Hochschulen bieten jedoch auch Angebote an, in denen vergleichende Tests zu verschiedenen Fächern von den Studieninteressierten genutzt werden können. Oft hängt das Vorgehen mit der Zielsetzung der einzelnen Hochschule ab: je nachdem, ob sie nur besser über ihre Studiengangsprogramme informieren oder darüber hinaus durch Eignungsfeststellungstests die Studierendenauswahl positiv stimulieren möchte.

Kontakt
Dr. Stephanie Dinkelaker, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung; Tel. (069) 798-12485; www.osa.uni-frankfurt.de
Claudia Bremer, studiumdigitale, zentrale eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität Frankfurt; Tel. (069) 798-23690; www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de
fachforum@studiumdigitale.uni-frankfurt.de 

Personalia/Preise

Jun 24 2013
12:22

Studierendengruppe setzt sich mit Modell eines Frühwarnsystems für den Bankensektor durch.

Team der Goethe-Uni holt 1. Preis beim Postbank Finance Award

FRANKFURT. „Die Bank der Zukunft. Eine Branche im Zeichen der Vertrauenskrise“ lautete die Aufgabenstellung des diesjährigen Postbank Finance Award. Den ersten Rang mit einem Preisgeld von 50.000 Euro haben die Juroren an Maximilian Bemm, Jerris Gabrielpillai, Jan Krzyzanowski und Marcel Völkel von der Goethe-Universität vergeben. Zusammen mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Uwe Walz haben sie mit dem „LIVE-Modell“ ein neuartiges Frühwarnsystem für den Bankensektor entworfen. Sie schlagen vor, dass Bankmitarbeiter den langfristigen Teil ihrer Boni als verbriefte Wertpapiere handeln können. Dadurch wird deren Insiderwissen für Prognosen und aufsichtsrechtliche Zwecke nutzbar.

Der Postbank Finance Award wird seit 2003 jährlich ausgeschrieben. Ziel ist es, unter dem Motto „Zukunft verstehen – Zukunft gestalten“ innovative und wissenschaftlich fundierte Antworten auf aktuelle finanzwirtschaftliche Fragen zu fördern. Mit dem Preis will die Bank Studierende aller Fachrichtungen ermutigen, sich mit aktuellen Fragen der Finanzwirtschaft zu beschäftigen. Insgesamt 27 studentische Teams von 22 Universitäten und Fachhochschulen aus Deutschland und Österreich haben dieses Mal an dem mit 100.000 Euro dotierten Hochschulpreis teilgenommen. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer achtköpfigen Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Den Vorsitz hatte Prof. Dr. Erik Theissen von der Universität Mannheim.

Weitere Informationen: Hartmut Schlegel, Tel (0228) 920 12103; hartmut.schlegel@postbank.de  

Forschung

Jun 24 2013
12:19

Wissenschaftlerin der Goethe-Universität beleuchtet in ihrer neuen kulturwissenschaftlichen Studie die Akzeptanz von Robotern in Japan.

Der japanische Weg der Robotik

FRANKFURT. Japan ist seit den 1980ern als Land bekannt, das eine bemerkenswerte Roboterkultur hervorgebracht hat. Während jedoch die Diskussion um den Einsatz sogenannter „sozialer“ Roboter in der Pflege noch vor kurzem im Westen den Mythos vom „Roboterland Japan“ bestärkt hat, brachte die Dreifach-Katastrophe von Fukushima im März 2011 allgemeine Ernüchterung: japanische Roboter konnten hier kaum helfen.

Cosima Wagner unternimmt auf der Basis originalsprachlichen Quellenmaterials nun erstmalig eine umfassende Erörterung der Robotopia Nipponica und bietet Erklärungsmodelle für den „Japanese Way of Robotics“. Eine dichte Beschreibung der Wechselwirkung von Kultur und Technik macht deutlich, dass Roboter auch in Japan nicht nur rationale High-Tech-Produkte sind, sondern als technische Artefakte ihre Existenz und ihre spezifische Erscheinungsform dem Zusammenspiel verschiedener sozialer, politischer und kultureller Faktoren verdanken.

Als Beitrag einer kulturwissenschaftlichen Technikforschung regt die Autorin anstelle exotisierender Interpretationen zum Nachdenken über die Relation von Kultur und Technik an und bereichert anhand des Fallbeispiels Japan die Debatte um eine Technisierung der Zukunftsgesellschaft.  

Wagner, Cosima (2013): Robotopia Nipponica - Recherchen zur Akzeptanz von Robotern in Japan. Marburg: Tectum Verlag.

Themen des Bandes: Zeitgeschichte der Roboter-Adaption in Japan; Roboter-Leitbilder aus der Populärkultur; Interviews mit japanischen Robotikforschern und –experten; Strategiepläne der japanischen Regierung; Methodische Fragen der japanbezogenen kulturwissenschaftlichen Technikforschung.

Zur Verfasserin: Cosima Wagner studierte Japanologie und Geschichte in Marburg und Berlin. Seit 2003 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Japanologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; sie befasst sich mit den Themen Technik in Japan, Alltags- und Konsumgeschichte Japans nach 1945, mit japanischen „Objektgeschichten“ seit dem frühen 20. Jahrhundert und mit dem Diskurs um den weltweiten Boom der japanischen Populärkultur.  

Weitere Informationen: Volker Paulat, Sekretariat Japanologie, Fachbereich 9: Sprach- und Kulturwissenschaften, Goethe-Universität, Tel. (069) 798-23287; paulat@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 24 2013
12:14

Frankfurter Stadtgespräch am 3. Juli 2013 mit dem hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn und dem Rechtsprofessor Klaus Günther

„Viel hilft viel“ – auch beim Strafrecht?

FRANKFURT. Das Strafrecht legt fest, was als verbrecherisches Handeln gilt und welche Strafen oder Maßregeln laut Gesetz damit verbunden sind. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, die grundlegenden Werte des Zusammenlebens zu schützen. Die Frage, ob und wann eine mögliche Erweiterung oder Verschärfung des Strafrechts als Mittel der Kriminalpolitik geeignet sein mag, steht im Mittelpunkt des nächsten Frankfurter Stadtgesprächs, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn und der Rechtsprofessor Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, diskutieren über das

Thema:         „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
am:                Mittwoch, dem 3. Juli 2013, um 20.30 Uhr.
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,
                       Markt 44, 60311 Frankfurt.

In den vergangenen Monaten und Jahren lässt sich eine Expansion des Strafrechts als Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung beobachten. Das Strafrecht wird, so scheint es, als eine Art „Allheilmittel“ zur Hilfe gerufen, wenn es um die Bekämpfung sozialer Konflikte geht, gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen gelenkt werden sollen und selbst zur Bewältigung der Finanzkrise. Die Forderung nach härteren Strafen ist vor allem dann zu hören, wenn die Öffentlichkeit ein Verhalten in besonderem Maße geißelt: bei jugendlichen S-Bahn-Schlägern ebenso wie bei prominenten Steuerhinterziehern. Der „Warnschussarrest“ oder die Abschaffung der strafbefreienden Selbstanzeige werden hier als geeignete Mittel behauptet. Doch wie ist ihre Wirksamkeit einzuschätzen und was erwarten wir grundsätzlich vom Strafrecht – welche Rolle kann und soll es in der heutigen Gesellschaft übernehmen? Auch diese Fragen sollen bei dem prominent besetzten, mittlerweile 11. Frankfurter Stadtgespräch diskutiert werden.

Jörg-Uwe Hahn ist hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa sowie stellvertretender Ministerpräsident. Der FDP-Politiker ist in letzter Zeit vor allem auch als Befürworter des so genannten Warnschussarrests hervorgetreten. Dieser bis zu vier Wochen lange Jugendarrest kann mittlerweile neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe verhängt werden.

Klaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Strafrecht und Rechtsphilosophie.

Das Frankfurter Stadtgespräch über die Rolle des Strafrechts gehört in diesem Sommer zu den Programmpunkten der Vortrags- und Diskussionsreihe „Polizey“ des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster. Die Moderation der Podiumsdiskussion mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des Clusters.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech

Sonstige

Jun 21 2013
12:42

Campus-Radio dauerWelle startet am 1. Juli mit zwei Pilotwochen

MEDIENTERMIN: Die Goethe-Uni „on air”

FRANKFURT. Die Goethe-Universität geht am 1. Juli erstmals mit einem Campus-Radio auf Sendung. Nach intensiver Vorbereitung und zahlreichen Redaktionstreffen setzen die Studenten und Studentinnen nun einen neuen Impuls an ihrer Universität: Mit einem vielseitigen Programm soll das Online-Radio dauerWelle Studierende aller Fachbereiche wie auch Hörer außerhalb der Universität ansprechen.

Was als Initiativprojekt begann, verfügt nun über ein standfestes Medienkonzept. Den Grundstein legte das universitätseigene Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis“ mit einem Kick-Off-Workshop. Hörfunkprofis von hr, FFH, YOU FM sowie von anderen Campus-Radios vermittelten den Studierenden Fähigkeiten in Interviewführung, Redaktionsabläufen, Aufnahmetechnik und vieles mehr.

Jetzt läuft die Radioarbeit in Eigenregie: Nachdem sich die Redaktionsgruppen gebildet haben, setzen die mittlerweile rund 50 jungen Radiomacher ihre Ideen nun um. Auf dem Programm stehen Kultur, Politik, Wirtschaft, Sport und natürlich viel Musik sowie insbesondere Campus- und Lokalthemen. Jeder kann sich und seine Ideen aktiv einbringen – ein Campusradio von Studierenden für Studierende. In der Pilotphase vom 1. bis zum 13. Juli gibt es einen ersten Vorgeschmack: In dieser Zeit sendet die dauerWelle werktags von 18 bis 19 Uhr auf dauerwelle.uni-frankfurt.de .

Langfristiges Ziel ist es, die dauerWelle als festen Bestandteil im Unialltag der Studierenden zu etablieren und zugleich auch die Lust am Ausprobieren zu wecken. Schließlich sollen die Studierenden nicht nur Radio hören, sondern auch Radio machen.

Das dauerWelle-Team stellt seine Radio-Pläne bei einem Mediengespräch am Montag (24. Juni) um 10 Uhr vor. Wer sich im Anschluss gleich selbst eine Dauerwelle zulegen will, ist genau an der richtigen Adresse: Treffpunkt ist der Friseursalon Obscura, Glauburgstraße 16.

Informationen: Derya Kulatu, Eva Schnürer, Lela Weigt, Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis“, Campus Westend, Mobilnummer: 01736519362, dauerwelle@uni-frankfurt.de, www.dauerwelle.uni-frankfurt.de, www.buchundmedienpraxis.de

Veranstaltungen

Jun 20 2013
10:53

Nationale Vernetzungskonferenz zeigt Möglichkeiten webbasierter Beratungsangeboten für Studieninteressierte auf. 24. Juni, Campus Westend

Studienberatung im Internet

FRANKFURT. Durch die steigende Zahl von Studiengängen versuchen die Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend, durch Angebote im Internet entscheidungsrelevante Informationen für Schülerinnen und Schüler aufzubereiten. Diese reichen vom Studieneingangstest bis hin zu Infotainment-Angeboten. Auf der Vernetzungskonferenz an der Goethe-Universität, die am 24. Juni von 10 bis 17 Uhr im Festsaal auf dem Campus Westend stattfindet, werden verschiedene Online Self-Assessment-Angebote für Studieninteressierte vorgestellt und die unterschiedlichen Zielsetzungen und Ansätze diskutiert.

Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Abschluss des Fachforums werden die Vortragenden der Vernetzungskonferenz die Ergebnisse des Tages zusammenfassen und mit den Teilnehmenden diskutieren. Nach einem Einstiegsimpuls von Dr. Siegbert Reiß (Goethe-Universität Frankfurt) werden auf dem Podium diskutieren:

Dr. Dennis Mocigemba, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Sandra Pietrangeli und Eva Sindern, Universität Bonn, Projektgruppe „Studienscout Academicus“
Dr. Svea Hasenberg, Philipps-Universität Marburg
Dr. Stephanie Dinkelaker, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Goethe-Universität Frankfurt
Prof. Dr. Benedikt Hell, Hochschule für Angewandte Psychologie Olten
Dr. Birgit Nieskens, Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften Leuphana Universität Lüneburg
Prof. Dr. Heinrich Wottawa, Ruhr-Universität Bochum.
Moderation: Dr. Martin Lommel, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Goethe-Universität Frankfurt

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich: http://anmeldung.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/allgemein/index.php?veranstaltung=fachfosa13

Medienvertreter sind herzlich willkommen, sich über webbasierte Beratungsangebote zu informieren. Bei Interesse können Sie mit den Referenten ins Gespräch kommen oder die bereits entwickelten Angebote der Hochschulen vor Ort testen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Tagung komplett zu besuchen. Ein detaillierter Ablauf der Veranstaltung steht bereit unter http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/events/va/fachforum_osa13/index.html

Weitere Informationen: Dr. Stephanie Dinkelaker u. Dr. Martin Lommel, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Tel. 069 798-12485 Claudia Bremer, Bettina Kühn, studiumdigitale, Tel. 069 798-23645 E-Mail: fachforum@studiumdigitale.uni-frankfurt.de  

Veranstaltungen

Jun 20 2013
10:29

Philosoph aus Berkeley hält am 1. und 2. Juli die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Jay Wallace über Moral und gegenseitige Achtung

FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität setzt seine vielbeachteten Frankfurt Lectures fort. Im Mittelpunkt der zwei Vorlesungen in diesem Sommersemester steht die Rolle wechselseitiger Ansprüche zwischen Individuen bei der Entstehung und Umsetzung moralischer Normen. Redner ist R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California in Berkeley. Seine beiden Vorträge in deutscher Sprache, zu denen die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, haben das verbindende

Thema:         „Bilateralität in der Moral“
am:                1. und 2. Juli 2013, jeweils um 19.15 Uhr.
Ort:                Campus Westend der Goethe-Universität, 
                       Hörsaalzentrum, Hörsaal HZ3.

Einem vielversprechenden Ansatz zufolge geht es in der Moral um eine besondere Art von zwischenmenschlichen Beziehungen. Genauer gesagt befähigt uns das Einhalten moralischer Normen dazu, mit anderen Personen auf der Grundlage gegenseitiger Achtung umzugehen. Die moralische Normativität ist demnach eine bilaterale, insofern sie mit Anforderungen zu tun hat, die auf die Ansprüche anderer Individuen zurückgehen. Ziel der Vorlesungen wird es sein, einige wichtige Voraussetzungen dieses bilateralen Verständnisses der Moral herauszuarbeiten und kritisch zu überprüfen.

Im Rahmen der Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster herausragende Forscherinnen und Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Jay Wallace ist der mittlerweile siebte Vortragende in dieser Reihe. Sein Spezialgebiet umfasst die Moralphilosophie und erstreckt sich auch auf angrenzende Bereiche wie die politische Philosophie und die Rechtsphilosophie. Im Fokus stehen dabei die Themen Verantwortung, Moralpsychologie und eine Theorie der praktischen Vernunft. Der Philosoph lehrt seit 1999 in Berkeley. Zu seinen akademischen Stationen gehört auch eine vierjährige Lehrtätigkeit als Professor an der Humboldt-Universität Berlin.

Frankfurt Lectures im Sommersemester 2013
R. Jay Wallace: Bilateralität in der Moral
Montag, 1. Juli, Lecture I: Die Grundzüge bilateraler Normativität
Dienstag, 2. Juli, Lecture II: Anspruch, Unrecht und Anforderung
Jeweils 19.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ3

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Veranstaltungen

Jun 20 2013
10:26

Im Rahmen der Bürger-Universität spricht Prof. Regine Prange über Gerhard Richter

„Meine Bilder sind klüger als ich“

FRANKFURT. Er wird der „Picasso des 21. Jahrhunderts“ genannt, er gilt als der international erfolgreichste Maler der Gegenwart, seine Bilder bringen auf Auktionen Millionenbeträge ein, die für einen lebenden Künstler sonst nicht gezahlt werden. Dem Künstler hinter diesen Superlativen – Gerhard Richter – widmet sich Prof. Regine Prange in ihrem Vortrag im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität. Dem Künstler, der die Preisentwicklung der eigenen Bilder als „genauso absurd wie die Bankenkrise: unverständlich, albern, unangenehm“ kommentiert.

Richters Karriere beginnt im Jahr des Mauerbaus 1961, nachdem er nach Westdeutschland ausreiste und sein Studium an der Akademie in Düsseldorf fortsetzte. Berühmt machten ihn seine fotorealistischen Naturdarstellungen, besonders aber seine unscharfen Foto-Bilder, die auf Bildern aus Illustrierten oder Fotografien basieren. Seine Sujets sind familiärer wie politischer Art und nicht selten ist er zum Chronisten der deutschen Geschichte geworden. Etwa mit seinem Zyklus 18. Oktober 1977, der das Ergebnis seiner intensiven Beschäftigung mit der linksradikalen terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion ist. Aber auch der abstrakten Malerei hat sich Richter intensiv gewidmet

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation werden so auch die individuellen Voraussetzungen Gerhard Richters betrachtet. Prof. Regine Prange vom kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität geht in ihrem Vortrag der Frage nach, inwiefern Richters Bilder die Malerei als eine Form des Denkens einsetzen.

 „Meine Bilder sind klüger als ich“ – Gerhard Richter
Referentin: Prof. Regine Prange
am: Montag, 24. Juni 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung ist als Videoaufzeichnung auch über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.  

Weitere Vorträge:

8. Juli 2013
Stefan Lukschy
Loriot
„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei
Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 20 2013
10:23

Beschäftigte und Studierende der Goethe-Universität konnten nach Durchsuchung der Gebäude ihre Arbeit fortsetzen

Entwarnung nach Bombendrohung

FRANKFURT. Gegen die Goethe-Universität hat es heute (19. Juni) per E-Mail eine Bombendrohung für einen bestimmten Bereich des Campus Westend gegeben. Polizeiliche Ermittlungen wurden aufgenommen. Es liegen noch keine Hinweise dafür vor, wer die Drohung ausgesprochen hat.

Zum Schutz der Beschäftigten und der Studierenden hatte das Präsidium gegen 11 Uhr die Gebäude PEG und PA auf dem Campus Westend räumen lassen. Nach einer polizeilichen Durchsuchung aller Räume konnte der Universitätsbetrieb in den betroffenen Häusern gegen 13.30 Uhr wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Eine parallel stattfindende Veranstaltung konnte kurzfristig in ein anderes Gebäude verlegt werden und dort störungsfrei weitergeführt werden.

Universitäts-Präsident Prof. Werner Müller-Esterl dankte den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr sowie den Beschäftigten und Studierenden für ihr besonnenes Vorgehen und Verhalten.

Personalia/Preise

Jun 19 2013
14:25

„For Women in Science“-Programm zeichnet Frankfurter Biochemikerin aus

Frauenförderpreis für junge Forscherin

FRANKFURT.  Elina Nürenberg, Doktorandin am Institut für Biochemie der Goethe-Universität, erhält den mit 20.000 Euro dotierten „For Women in Science“-Förderpreis. Das von der deutschen UNESCO-Kommission, der Christiane-Nüsslein-Volhard-Stiftung und L’Oréal geförderte Programm unterstützt jährlich drei junge, vielversprechende Nachwuchsforscherinnen, die gleichzeitig Mütter sind. Das Preisgeld soll dazu beitragen, dass sie ihre vielversprechende Karriere auch nach der Familiengründung fortsetzen können. Die Preisverleihung findet statt am 20. Juni 2013 in Berlin im Rahmen einer Fachtagung des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Elina Nürenberg, deren Sohn bereits während ihres Studiums der Chemischen Biologie an der Technischen Universität Dortmund zur Welt kam, freut sich über das Preisgeld, das für Kinderbetreuung oder eine Entlastung im Haushalt verwendet werden soll. „Jetzt kann ich ohne schlechtes Gewissen länger arbeiten, weil ich weiß, dass ich die Zeit am Abend ganz meiner Familie widmen kann und nicht noch den Haushalt machen muss“, sagt sie. Ein Teil des Geldes steht auch für Coaching zur Verfügung, aber die Angebote der Graduiertenschule GRADE decken diesen Bereich für Nürenberg bereits gut ab. Ein weiterer Teil der Fördersumme soll auch in Projekte fließen, die die dauerhafte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sichern. Dazu Nürenberg: „Ich denke, dass die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen die sinnvollste Verwendung für das Geld ist.“

Die Forscherin ist in Riga geboren und wanderte mit acht Jahren nach Deutschland aus. Seit 2012 arbeitet die 27Jährige an ihrer Promotion am Institut für Biochemie von Prof. Robert Tampé. Dort erforscht sie die Synthese von Proteinen in der Zelle. Zentral für diesen Prozess ist das Ribosom. Es gleicht einer gigantischen makromolekularen Fabrik, die aus zwei Untereinheiten besteht. Sobald ein Protein fertiggestellt und vom Ribosom entlassen wurde, müssen die Untereinheiten getrennt werden – dieser Schritt heißt Ribosom-Recycling. Erst vor etwa fünf Jahren fand man heraus, dass das Protein ABCE1 für die Spaltung des Ribosoms verantwortlich ist. In der Arbeitsgruppe von Prof. Tampé sind bereits wichtige Funktionen von ABCE1 und dem Ribosom Recycling Prozess untersucht worden. Das Wissen über die Funktionsweise dieses Proteins auf molekularer Ebene soll dazu beitragen, die Proteinbiosynthese und damit die Funktion der Zelle besser zu verstehen.

Weitere Preisträgerinnen sind die Biochemikerin Simone Anderko von der Universität des Saarlandes und die Ärztin Rebecca Böhme von der Charité Berlin.

Bei Bildanfragen melden Sie sich bitte bei Frau Dr. Anne Hardy (hardy@pvw.uni-frankfurt.de).

Informationen: Elina Nürenberg, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29471; nuerenberg@stud.uni-frankfurt.de www.fwis-programm.de/

Sonstige

Jun 19 2013
14:21

Goethe-Universität und Unternehmen aus der Region haben Energieverbrauch reduziert

CO2-Einsparziel übertroffen

FRANKFURT. Im Jahr 2010 hatten sich die Goethe-Universität und neun weitere Unternehmen sowie die Stadt Frankfurt zum „Lernenden Energie Effizienz Netzwerk Rhein Main“, kurz LEEN, zusammengeschlossen und sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Innerhalb der dreijährigen Laufzeit wollten sie für die am Projekt teilnehmenden Gebäude Energieverbrauch und CO2-Emmission gemeinschaftlich um sieben Prozent reduzieren. Aufgrund der intensiven Maßnahmenumsetzung konnte dieses Ziel jetzt sogar noch übertroffen werden.

Mit einer Energieeffizienzverbesserung von 10,5% und einer Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen um 9,8% liegt das Netzwerk laut Auskunft des Projektträgers Arqum auch über dem Durchschnitt des Effizienzfortschritts der deutschen Industrie. Dafür wurden die Goethe-Universität zusammen mit den weiteren Netzwerkteilnehmern am 18. Juni durch Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt, Gesundheit und Personal der Stadt Frankfurt, ausgezeichnet. Bei der Abschlussveranstaltung am Campus Westend unterstrich Kanzler Holger Gottschalk die Bedeutung des Energiemanagement – sowohl unter wirtschaftlichen wie ökologischen Aspekten. Zudem habe die Universität bezüglich der Entwicklung von Strategien zur Nachhaltigkeit eine gesellschaftliche Verantwortung.

Im Rahmen des Netzwerkes hat das Immobilienmanagement der Goethe-Universität das Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften einem umfangreichen Energiecheck unterzogen und entsprechende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. In der Summe werden dadurch knapp 182,7 t CO2 sowie rund 65.000 Euro pro Jahr eingespart.