Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Sep 15 2015
12:20

Kooperation von Goethe-Universität und Hertie-Stiftung/ Wissenschaft zum Anfasssen mit modernen Forschungsgeräten

Schülerlabor Neurowissenschaften eröffnet

FRANKFURT. Das neue Schülerlabor Neurowissenschaften am Goethe BioLab der Goethe-Universität ist eröffnet. Es vermittelt innovative, schülerorientierte Angebote, die neurowissenschaftliche Forschung für die Jahrgangsstufen 7 und 9 sowie für die Oberstufe durch eigenes experimentieren erfahrbar machen. Jährlich werden bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler das Schülerlabor nutzen können. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro in den nächsten drei Jahren, beteiligte sich aber auch an der inhaltlichen Entwicklung der Experimente

„Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen“, erklärt Prof. Paul Dierkes, Leiter des Goethe BioLab und Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität. „Dank der großzügigen Förderung durch die Hertie-Stiftung konnten wir für das Schülerlabor Neurowissenschaften Experimente mit modernsten Geräten entwickeln, die realistische Einblicke in die moderne Forschung geben“, so Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Vereinbart wurde die Gründung des Schülerlabors Neurowissenschaften bereits im Rahmen der 100-Jahr-Feier im Jahr 2014 zwischen dem Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, Prof. Michael Madeja und den Professoren Schleiff und Dierkes der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Stiftung will ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Neben finanzieller Förderung konnten wir auch unsere neurowissenschaftliche Expertise in die Konzeption des Schülerlabors einbringen. Mit der Förderung zeigen wir zudem unsere besondere Verbundenheit mit der Goethe-Universität und den Menschen der Stadt Frankfurt.“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Das Angebot orientiert sich an den Inhalten der Lehrpläne. In der 7. Jahrgangsstufe sollen die Schüler lernen, Tier- und Pflanzenzellen zu unterscheiden. Dabei untersuchen sie nicht nur Blattschnitte in klassischen Mikroskopen. Dierkes und seine Mitarbeiterinnen Zimmermann und Greßler haben viel Arbeit in die Entwicklung virtueller Präparate von Nervenzellen gesteckt. Sie ersetzen die klassischen Mikroskopiepräparate und markieren Zellbestandteile mit Farbmolekülen, so wie es beispielsweise in der Fluoreszenzmikroskopie üblich ist. So entfallen Tierexperimente und die Präparate bleiben dauerhaft erhalten. Die Schüler arbeiten dabei mit einem speziell entwickelten „virtuellen Mikroskop“.

„Großen Spaß haben die Schüler der 9. Klasse, in der die Sinnesorgane behandelt werden, an den Versuchen mit Eyetracking Systemen“, berichtet Dierkes. Im Selbstversuch entdecken die Schüler, wie das Gehirn visuelle Informationen wahrnimmt und verarbeitet. Dabei zeichnet der Eyetracker auf, in welche Richtung das Auge blickt und wie lange es einzelne Bildbereiche fixiert.

Umfangreich ist auch das Angebot für Oberstufenschüler., Um die Reizleitung in Nervenzellen ohne Tierversuche nachvollziehen zu können, kommen auch hier künstliche Präparate in einem authentischen Messaufbau zum Einsatz, die einen realistischen Eindruck von elektrophysiologischen Messungen in einem Forschungslabor geben.

Zudem kommt die Elektroenzephalografie (EEG) zur Anwendung. Die Schüler können damit ihre eigenen Gehirnaktivitäten unter verschiedenen Versuchsbedingungen messen.

Auch werden eigene Modellvorstellungen von der Funktion und Struktur der Nervenzellen auf der submikroskopischen Ebene entwickelt. Die Schüler erarbeiten Modellsysteme zu Ionenkanälen oder der Biomembran und deren Funktionsweise. Auch hier kommen wieder Hightech-Geräte zum Einsatz: Das Labor verfügt über moderne 3D-Scanning und -Printing Verfahren, um Strukturen zu vergrößern und visuell sowie haptisch erfahrbar zu machen.

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/58141691

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 15 2015
12:18

Während und nach den „Tagen“ sind Frauen kooperativer

Beeinflusst Östrogenspiegel die Bereitschaft zu teilen?

FRANKFURT. Hormonschwankungen tragen dazu bei, dass sich das soziale Verhalten einer Frau über den Menstruationszyklus hinweg ändert. Bekannt sind Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit vor der Regelblutung, aber auch die erhöhte Bereitschaft zu Sex um die Zeit des Eissprungs. Jetzt haben Psychologen der Goethe-Universität herausgefunden, dass auch die Bereitschaft, eigene Ressourcen mit Fremden zu teilen mit dem Hormonspiegel schwankt. Während und kurz nach der Menstruation sind Frauen eher bereit zur Kooperation - so das Ergebnis zweier Internet-Studien, an denen mehr als 400 deutsche und US-amerikanische Frauen teilnahmen.

Voraussetzung war, dass die Probandinnen einen natürlichen Menstruationszyklus hatten, also keine hormonellen Verhütungsmittel anwendeten, nicht schwanger waren und noch nicht in den Wechseljahren. Die Forscher untersuchten die Kooperationsbereitschaft der Frauen in der Zeit während und kurz nach der Menstruation (frühe Follikularphase), wenn die Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron niedrig ist, und einige Tage nach dem Eisprung (mittlere Lutealphase), wo der Östrogen- und Progesteronspiegel besonders hoch ist. Der Hormonspiegel wurde aufgrund der Angabe des Zyklustags geschätzt.

Die individuelle Kooperationsbereitschaft der Probandinnen bestimmten die Psychologen mithilfe einer bewährten psychologischen Skala, der „sozialen Wertorientierung“. Dazu baten sie die Frauen, fiktiv Geld zwischen sich selbst und einer anderen, ihnen völlig unbekannten Person aufzuteilen. „Durch eine Vielzahl an Studien ist belegt, dass Menschen, die bei diesem Test eine hohe Bereitschaft zum Teilen zeigen, auch im echten Leben häufiger und mehr Geld für einen guten Zweck spenden, öfter mit der Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit fahren und in Verhandlungen kompromissbereiter sind als Menschen mit einer weniger stark ausgeprägten prosozialen Wertorientierung“, erklärt Christine Anderl, Erstautorin der Studie.

In beiden Studien zeigte sich, dass die Frauen während der Menstruation und kurz danach deutlich eher bereit waren, ihre eigenen Ressourcen mit einer fremden Person zu teilen, als Frauen einige Tage nach dem Eisprung. Je höher der Zyklus abhängige Spiegel des „weiblichen“ Geschlechtshormons Östrogen, desto geringer war, rein statistisch gesehen, die Teilungsbereitschaft der Frauen. „Wir sind zwar stark davon überzeugt, dass es sich bei der Schwankung der Teilungsbereitschaft über den Zyklus um einen echten und systematischen Effekt handelt, aber ob er wirklich von Östrogen verursacht wird, wie wir auf Basis der Daten vermuten, müssen wir noch prüfen“, so Christine Anderl.

„Das passt zu früheren Befunden anderer Forschergruppen, die zeigen konnten, dass auch Hormone wie Oxytocin und das ‚männliche‘ Geschlechtshormon Testosteron die menschliche Kooperationsbereitschaft beeinflussen“, kommentiert Prof. Sabine Windmann vom Institut für Allgemeine Psychologie 2 der Goethe-Universität. Wie stark sich die zyklusbedingten Schwankungen in der Kooperationsbereitschaft auf das alltägliche Leben von Frauen auswirken und welche Lebensbereiche dadurch besonders betroffen sind, muss in weiteren Studien untersucht werden. Allerdings haben die Forscher bereits erste Hinweise darauf, dass die beschriebenen Effekte auch auftreten, wenn es für die Probandinnen um echtes Geld geht. Interessant sind diese Ergebnisse auch im Hinblick auf die hormonelle Verhütung. Bisher weiß man noch wenig darüber, wie synthetische Hormone auf die Rezeptoren im Gehirn wirken und welchen Einfluss sie auf das Verhalten von Frauen haben.

Publikation: Anderl, C., Hahn, T., Notebaert, K., Klotz, C., Rutter, B., & Windmann, S. (2015). Cooperative preferences fluctuate across the menstrual cycle. Judgment and Decision Making, 10(5), 400–406.

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.pdf

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.html

Informationen: Christine Anderl, Institut für Allgemeine Psychologie 1, Campus Westend, Tel.: (069) 798- 35315, anderl@psych.uni-frankfurt.de

Sonstige

Sep 14 2015
15:51

Campus Ginnheim wird zur temporären Flüchtlingsunterkunft

Goethe-Uni nimmt Flüchtlinge auf

FRANKFURT. Seit dem frühen Montagmorgen (14. September) wird der Sportcampus Ginnheim der Goethe-Universität temporär als Unterkunft für bislang rund 150 Flüchtlinge genutzt. Die Menschen hatten in der Nacht Frankfurt erreicht und waren mit Bussen in den Stadtteil Ginnheim gefahren worden. Bereits am frühen Sonntagmorgen hatten die Einsatzteams der beteiligten Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, ASB und Feuerwehren zusammen mit Mitarbeitenden der Goethe-Universität auf dem Gelände des Sportcampus die Voraussetzungen geschaffen, um bis zu 250 Personen aufnehmen zu können. Es werden dafür vier „kleine“ Sporthallen und zahlreiche Versorgungsräume genutzt.

Das Uni-Präsidium hat die Aufnahme der Flüchtlinge in Abstimmung mit der Landesregierung und der Stadt kurzfristig ermöglicht. Uni-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff sagt: „Nicht-Helfen geht schlichtweg nicht.“ Wolff dankte den Mitarbeitenden der Sportwissenschaften und des Immobilienmanagements für die große Unterstützung buchstäblich rund um die Uhr. Zugleich bat sie die Mitarbeitenden und Studierenden um Verständnis für Beeinträchtigungen des Lehr- und Trainingsbetriebs.

Auch dankte sie für die bereits vorliegenden Hilfsangebote von Bürgerinnen und Bürgern sowie Universitätsangehörigen. Allerdings hätten die Hilfsorganisationen die Situation vor Ort derzeit gut im Griff. Weitere Hilfe sei momentan nicht angefragt. „Sollte sich diese Einschätzung ändern, sind wir dankbar, wenn wir gezielt um Unterstützung bitten können“, so Wolff.

Personalia/Preise

Sep 11 2015
15:28

4. INNOVATIONSFORUM: Goethe-Innovations-Preis geht an drei Startups / Prominente Unternehmenslenker diskutieren über die Innovationsziele ihrer Unternehmen

INNOVATIONSFORUM prämiert die besten Startups des Goethe-Unibator

FRANKFURT. Drei Innovationspreise für universitäre Gründer, ein von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart moderiertes Podium mit vier Vorstandsvorsitzenden und rund 600 Gäste, darunter Vertreter der Wirtschaft und Institutionen wie IHK und SOFFIN: Das ist die Bilanz des 4. INNOVATIONSFORUMs, das in Kooperation mit dem Handelsblatt zugunsten der Goethe-Universität stattfand. Die drei Innovationspreise im Gesamtwert von 17.000 Euro wurden von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität gestiftet.

Dr. Friederike Lohse, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff gratulierten den Gründern der drei Gewinner-Startups, deren Unternehmen aus dem Goethe-Unibator – der Startup-Brutstätte der Goethe-Uni – hervorgegangen sind:

Den mit 10.000 € dotierten 1. Preis erhielt Dr. Severin. Das Startup hat ein neuartiges Ganzkörper-Aftershave auf reiner Naturbasis entwickelt und damit bereits einen fulminanten Start auf verschiedenen Märkten geschafft. Begründet hat die Jury ihre Entscheidung mit den Worten: „Hier wurde auf ein Lifestyle-Thema gut reagiert: mit einem klugen Kosmetik-Produkt und geschicktem Marketing. Gefallen hat uns das unternehmerische Geschick, einen Trend für sich sehr erfolgreich nutzbar zu machen, d.h. bereits mit einem beachtlichen Erfolg am Markt.“ Im Unibator ist das Unternehmen von Peter Hart seit August 2014 mit dabei. Mehr zum Startup hier: http://drseverin.com/de/

Der mit 5000 € dotierten 2. Preis ging an SECDASH. Das junge Unternehmen bietet eine Internet-basierte Software, die eine beliebige Anzahl von Websites überwacht und dabei alle großen Content-Management-Systeme unterstützt. Die Jurybegründung: „Spätestens nach NSA ist jedem klar, dass Internet-Sicherheit ein neuer Megatrend ist. Es wird immer mehr Geld dafür ausgegeben: nicht nur von jedem von uns persönlich, sondern vor allem von Industrie und Behörden. Vor diesem Hintergrund war für uns ausschlaggebend die konsequente und zielgruppengerechte Entwicklung der Cloud-Software-Lösung durch das Gründerteam." Gründer: Patrick Helmig und Khanh Tuong, im Unibator seit Februar 2015. Mehr zum Startup hier: https://www.secdash.com/

MINDS-Medical erhielt den mit 2000 Euro dotierten 3. Preis. Das Startup hat es sich zum Ziel gesetzt, im Bereich Gesundheits-IT eine Optimierung und Automatisierung von Patientenabrechnungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen zu erreichen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Das Thema ist von großer Relevanz für den Gesundheitsbereich. Die maßgeschneiderte Software-Lösung, die zusammen mit dem Pilot-Krankenhaus entwickelt wird, erscheint uns Juroren vielversprechend, um sich auf dem Markt durchzusetzen und zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser beizutragen.“ Gründer: Matthias Bay und Lukas Naab, im Unibator seit 26. April 2015. Mehr zum Startup hier: http://www.minds-medical.de/

Welchen wesentlichen Beitrag die Startups mit ihren Innovationen für den Markt leisten, betonten auch die Keynote-Speaker des INNOVATIONSFORUMs: Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, forderte gerade von langjährig bestehenden Unternehmen mehr Mut zur Innovation. IBM selbst arbeitet mit einem jährlichen Etat von sechs Milliarden Euro an neuen Technologien und Geschäftsfeldern. Uwe Weiss, CEO des Software-Unternehmens Blue Yonder GmbH, fordert vor allem die Stärkung der Startup-Szene und mehr Investitionsbereitschaft von Venture-Capital-Gebern. Deutsche Startups seien stark in der App-Entwicklung, ständen aber in der Softwaregrundlagen-Entwicklung hinter anderen Ländern zurück.

Auch das Podium zum INNOVATIONSFORUM sprach sich für mehr und konsequente Innovation aus: Gisbert Rühl, CEO des börsennotierten Stahl- und Metallhändlers Klöckner & Co SE, machte deutlich: „Auch die über 180 Jahre währende Stahlindustrie setzt auf Innovation.“ Sein Unternehmen hatte sich im Berliner Betahaus, einem Coworking-Space für junge Unternehmen, einquartiert, um nahe am Puls der innovativen Szene zu sein und hat selbst Startups zur Digitalisierung gegründet. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse, sprach über die Schwierigkeiten, trotz oft restriktiver gesetzlicher Regelungen ein innovatives und kundenfreundliches Unternehmen zu führen. Und Dr. Christoph Franz, Präsident des Verwaltungsrats der Roche Holding AG, eröffnete den etwa 600 Zuschauern: „Ich bin selbst ein Frankfurter Bub“. Sein Unternehmen arbeitet mit etwa neun Milliarden Euro Forschungsgeldern jährlich und ist stetig auf der Suche nach innovativen Ideen. Er lobte die Initiativen der Goethe-Uni für mehr Innovation. Die Deutsche Bahn AG bündelt Gründer und ihre Innovationen in Gründungslabs des Konzerns, berichtet ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube. „Man kann sich nicht auf der Marktführerschaft ausruhen“, so sein Hinweis auch in Richtung der prämierten Unibator-Startups.

Forschung

Sep 11 2015
11:58

Nach Abzug des römischen Militärs blieben offensichtlich die Zivilisten zurück

Frankfurter Archäologen stoßen auf „Römerdorf“ in Gernsheim

FRANKFURT/GERNSHEIM. Vermutet hatten die Frankfurter Uni-Archäologen schon bei ihrer ersten Gernsheimer Grabung im vergangenen Jahr, dass dort im Hessischen Ried auch eine kleine römische Siedlung bestanden haben muss. Jetzt stießen sie auf eindeutige Relikte eines Römerdorfs, das nach dem Abzug der Soldaten, dort teilweise auf den Fundamenten des Kastells entstanden war. Das dürfte um 120 n. Chr. gewesen sein, damals wurde die Kohorte (etwa 500 Soldaten) vom Rhein an den Limes verlegt und bis etwa 260 n. Chr. begann mit der Zeit der „Pax Romana“ eine friedliche Phase in dem Römerdorf, das zur römischen Provinz Obergermaniens gehörte. Am „Tag des offenen Denkmals“, am Sonntag (13. September), können interessierte Bürger die Grabung zwischen 10 und 17 Uhr besichtigen und sich über die Römer in dieser Region informieren.

Über das römische Gernsheim war bis vor einem Jahr wenig bekannt, obwohl hier seit dem 19. Jahrhundert immer wieder römische Funde zutage treten. „Jetzt wissen wir, dass hier vom 1. bis 3. Jahrhundert eine bedeutende dorfartige Siedlung, ein ‚vicus‘, gelegen haben muss, vergleichbar etwa mit ähnlichen Dörfern, die bereits in Groß-Gerau, Dieburg oder Ladenburg nachgewiesen werden konnten“, erläutert Grabungsleiter Dr. Thomas Maurer von der Goethe-Universität, der seit Jahren von Frankfurt aus nach Südhessen auf Spurensuche geht und seine Ergebnisse in einer großen Publikation über das nördliche Hessische Ried in der römischen Kaiserzeit veröffentlich hat.

Bei der zweiten Grabungskampagne, die vom 3. August bis Anfang Oktober läuft, haben die 20 Studierende des Faches „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“ unter Maurers Leitung bereits das gut erhaltene Fundament eines Steingebäudes, Feuerstellen und mindestens zwei Brunnen sowie Kellergruben freigelegt. Darüber hinaus haben sie noch Kisten mit Scherben von Fein-, Grob- und Transportkeramik angefüllt, mit deren Hilfe sich dann im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Untersuchungen genaue Zeitangaben über das Kastell und das Dorf machen lassen. „Wir sind auch auf wirkliche Kleinodien gestoßen wie seltene Gewandspangen, mehrere Perlen, Teile eines Brettspiels (Würfel, Spielstein) oder eine Haarnadel aus Bein, bekrönt mit einer weiblichen Büste“, freut sich Maurer.

Die Menschen, die sich im Kastelldorf ansiedelten, waren überwiegend Angehörige der Soldaten und Gewerbetreibende, die von der Kaufkraft des Militärs profitierten. „Als die Truppe abzog, kam es wahrscheinlich zu einem temporären Niedergang – das wissen wir von besser erforschten Plätzen“, ergänzt Maurer. Bereits im 2. Jahrhundert wurden im „Römerdorf Gernsheim“ jedoch Steingebäude errichtet, die dafür sprechen, dass die Siedlung prosperierte. Die Bevölkerung dürfte überwiegend gallisch-germanischen Ursprungs gewesen sein, vielleicht mischten sich darunter auch ein paar „echte“ Römer, also Personen mit römischem Bürgerrecht und Zugezogene aus fernen Provinzen. Diese geben sich anhand bestimmter archäologischer Funde zu erkennen, besonders den Bestandteilen von Trachten, aber auch Münzen. So liegt als Altfund aus Gernsheim eine Münze aus Bithynien (Nordwest-Anatolien) vor, die sicher nicht zum Münzumlauf Obergermaniens gehörte, sondern als Mitbringsel anzusehen ist.

Zwischen 70/80 und 110/120 n. Chr. war in diesem Areal eine Truppeneinheit mit etwa 500 Soldaten (Kohorte) stationiert. Nachgewiesen wurden im vergangenen Jahr zwei für entsprechende Kastelle typische Spitzgräben sowie weitere Befunde, die bereits aus der Zeit nach der Auflassung des Kastells stammten. Ungewöhnlich zahlreich sind die Funde. Denn die römische Truppe legte bei ihrem Abzug das Kastell nieder und verfüllte die Gräben. Dabei wurde vor allem im inneren Spitzgraben viel Abfall entsorgt – „ein Glücksfall für uns“ – so Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität, der seit 2014 pensioniert ist. Fast 20 Jahre hat sich von Kaenel zusammen mit seinen Mitarbeitern und Studierenden im Rahmen von Surveys, Ausgrabungen, Materialaufarbeitungen und Auswertungen mit dem römischen Südhessen beschäftigt; die Ergebnisse sind in über 50 Beiträgen publiziert worden.

Das Kastell mit der Siedlung war errichtet worden, um in den 70er Jahren des 1. Jahrhundert n. Chr. den rechtsrheinischen Raum großflächig in Besitz zu nehmen und die Verkehrsinfrastruktur vom und zum Zentrum Mainz-Mogontiacum auszubauen. Für die große Bedeutung von Gernsheim am Rhein in römischer Zeit spricht seine verkehrsgünstige Lage, hier zweigte eine Straße an den Mainlimes von der Fernstraße Mainz – Ladenburg – Augsburg ab. Auch die Existenz eines Rheinhafens wird vermutet, was durch diese Grabung allerdings nicht bestätigt werden konnte – „das war schon durch die Auswahl des Areals nicht zu erwarten“, so Maurer. Gernsheim hat sich im 20. Jahrhundert immer stärker ausgedehnt, wasdie archäologischen Spuren mehr und mehr zu verwischen drohte. Im August des vergangenen Jahres startete auf einem der wenigen noch unbebauten Grundstücke, ein Doppelgrundstück an der Nibelungenstraße 10-12, die erste Lehrgrabung des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität.

Die 20 Studierenden sorgen in der diesjährigen Grabungskampagne auf dem Grundstück, die sich mit 600 Quadratmetern über eine doppelt so große Fläche wie im ersten Jahr erstreckt, dafür, dass das Erdreich sorgsam abgetragen, die Befunde vermessen und dokumentiert sowie Gegenstände sorgsam geborgen und verpackt wurden. Unterstützt wird die Tätigkeit der Frankfurter Archäologen vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (hessenARCHÄOLOGIE, Außenstelle Darmstadt) sowie vom Kunst- und Kulturhistorischen Verein der Schöfferstadt Gernsheim. Einige Mitglieder dieses Vereins, der auch das Heimatmuseum betreibt, stehen dem Grabungsteam täglich mit Rat und Tat zur Seite. Die Dokumentation und das Fundmaterial aus dieser Grabungskampagne bilden die Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung, die u.a. in Form von universitären Abschlussarbeiten demnächst an der Goethe-Universität erfolgen wird.

„Tag des offenen Denkmals“

Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 13. September) lädt das Grabungsteam zwischen 11 und 17 Uhr zur öffentlichen Besichtigung der Grabung ein. Bei Führungen wird über die Ergebnisse der archäologischen Forschungen und über die römische Vergangenheit Gernsheims informiert. Gezeigt werden auch Funde aus der aktuellen Grabung. Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.

Informationen: Dr. Thomas Maurer, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, Tel: 0177-5672114, t.maurer@em.uni-frankfurt.de

Fotos und Bildtexte zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/58104336

Personalia/Preise

Sep 10 2015
15:18

Dr. Andreas Kürten mit dem Smoluchowski-Award ausgezeichnet

Preis für Frankfurter Aerosolforscher

FRANKFURT.Für seine Arbeiten zur Wolkenbildung hat der Frankfurter Meteorologe Dr. Andreas Kürten den mit 2.000 Euro dotierten Smoluchowski-Award der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) erhalten. Es handelt sich um den bedeutendsten europäischen Preis für Nachwuchsforscherin der Aerosolforschung.

Die Forschungsergebnisse von Andreas Kürten, die 2014 in den Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, ermöglichten erstmals einen sehr detaillierten Einblick in die Bildung von Aerosolteilchen. Diese beeinflussen das Klima über die Wolkenbildung: Wolken bilden sich nur, wenn Kondensationskeime zur Verfügung stehen, an denen sich Wassermoleküle niederschlagen können. Herr Kürten zeigte, wie sich neutrale Aerosolteilchen durch die schrittweise Anlagerung von Molekülen bilden. Dabei fungiert das Molekül Dimethylamin als „Superklebstoff“. (http://www.muk.uni-frankfurt.de/52292886/286)

Dr. Andreas Kürten, 38, studierte Meteorologie an der Universität Mainz. Nach seiner Doktorarbeit forschte er am Helmholtz Zentrum München sowie am California Institute of Technology in Pasadena, Kalifornien. Seit 2008 habilitiert er sich am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität.

Ein Foto von Andreas Kürten erhalten Sie unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Informationen: Dr. Andreas Kürten, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40256, kuerten@iau.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 9 2015
20:27

Licht empfindliches Protein aus Schimmelpilz erweitert optogenetischen Baukasten/ Publikation in Nature Communications

Optogenetik: Lichtschalter aktiviert zellulären Botenstoff

FRANKFURT. Die Optogenetik ist ein noch junges Forschungsgebiet, das die neuro- und zellbiologische Forschungslandschaft weltweit revolutioniert hat.  Sie verwendet natürliche oder maßgeschneiderte licht-empfindliche Proteine, um Nervenzellen mit bisher nicht gekannter Genauigkeit  zeitlich und räumlich elektrodenfrei an- und abzuschalten. Grundlegend war im Jahr 2002 die Entdeckung des Licht-aktivierbaren Ionenkanals Channelrhodopsin in Algen. Frankfurter Wissenschaftlern um Prof. Alexander Gottschalk gelang es 2005, das Protein in den durchsichtigen Fadenwurm C. elegans zu transferieren und so dessen Bewegungen mit Licht zu steuern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Würzburg hat Gottschalk den optogenetischen Baukasten jetzt um ein weiteres Werkzeug erweitert: Das Protein aus dem aquatischen Pilz Blastocladiella emersonii.

Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Alexander Gottschalk in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“ berichtet, bildet das vom dem im Wasser lebenden Schimmelpilz gebildete Protein CyclOp bei Belichtung den Botenstoff cGMP. Dieser wichtige zelluläre Botenstoff  ist am Sehprozess, an der Regulation des Blutdrucks, am induzierten Zelltod, aber auch an der Regulation der männlichen Erektion beteiligt. So führt das Präparat Viagra zu einem Anstieg des cGMP Niveaus in den Zellen. Bringt man CyclOp in einen Organismus wie den Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein, kann man Signalwege innerhalb der Zelle untersuchen. Die Optogenetik geht damit einen Schritt über die bisherige Forschung hinaus.

„Das Licht-aktivierte Enzym CyclOp hat hervorragende molekulare Eigenschaften, die es als wertvolle Erweiterung des optogenetischen Werkzeugkastens für die Zell- und Neurobiologen qualifizieren“, erklärt Prof. Gottschalk vom Institut für Molekulare Zellbiologie und Neurobiochemie an der Goethe-Universität. Gemeinsam mit den Kollegen aus Würzburg hat seine Arbeitsgruppe das Protein in Sauerstoff-sensorische Zellen eingeschleust, um herauszufinden, welche Rolle der Botenstoff cGMP in diesen Zellen spielt. Dazu wird der durchsichtige Fadenwurm beleuchtet, so dass cGMP vermehrt ausgeschüttet wird. Die Zellen reagierten darauf, als ob sie einen Anstieg der Sauerstoffkonzentration detektiert hätten. Somit konnten sie mithilfe von CyclOp besser verstehen, wie das natürliche Signal für diese Zellen in eine zelluläre Antwort umgesetzt wird.

Publikation

S. Gao, J. Nagpal, M. Schneider, V. Kozjak-Pavlovic, G. Nagel, A., Gottschalk A. (2015) Optogenetic manipulation of cGMP in cells and animals by the tightly light-regulated guanylyl-cyclase opsin CyclOp. Nature Communications (8. September 2015), DOI: 10.1038/NCOMMS9046

http://www.nature.com/ncomms/index.html

Ein Bild können Sie anfordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Der optogenetisch modifizierte Fadenwurm C. elegans exprimiert in seinen Körperwandmuskeln das Protein CyclOp (rot) zusammen mit einem cGMP-aktivierten Ionenkanal (grün).

Informationen: Prof. Alexander Gottschalk,  Institut für Biochemie und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42518, a.gottschalk@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 8 2015
12:47

Bei der 4. Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare sind kontroverse und konstruktive Diskussionen zu erwarten

Medikamentenpreise und Big Data im Mittelpunkt

FRANKFURT.Neue zielgerichtete Medikamente haben die Überlebensraten bei manchen Krebserkrankungen teilweise erheblich verbessert. Dieser Fortschritt ist allerdings teuer. So haben die weltweiten Ausgaben für Krebsmedikamente nach Angaben von IMS Health innerhalb der vergangenen vier Jahre um fast 25 Prozent zugenommen: 2014 überstiegen sie erstmals 100 Milliarden Dollar! Sind die neuen Medikamente zu teuer? Steht ihr Preis in einem vertretbaren Verhältnis zu ihrem Nutzen? Sind ihre Kosten der Solidargemeinschaft der Versicherten zuzumuten? Die Diskussion dieser aktuellen Fragen ist eines der Schwerpunktthemen der vierten Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare am 14. und 15. September im Casinogebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Es ist das gemeinsame Anliegen aller beteiligten Hochschulen – Goethe-Universität Frankfurt, Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg und Technische Hochschule Mittelhessen –, die interdisziplinäre Vernetzung im Gesundheitswesen voranzutreiben, den Dialog mit außeruniversitären Akteuren zu suchen und eine unabhängige, neutrale Plattform für die Diskussion kontroverser Themen bereitzustellen.

Dem schnell anschwellenden Strom von Genom- und Gesundheitsdaten und dessen Verarbeitung in neuen Geschäftsmodellen der Gesundheitswirtschaft widmet sich das zweite Schwerpunktthema. Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der Konvergenz von Medizin und Informatik im Zeitalter der Digitalisierung? Wie verändern Big Data das Gesundheitswesen? Darüber hinaus eröffnet die Jahrestagung ihren Teilnehmern in zwei Zeitblöcken mit je vier parallelen Workshops die Möglichkeit, weitere aktuelle Themen zu diskutieren, die für sie von speziellem Interesse sind. Mit seiner Jahrestagung bietet das House of Pharma & Healthcare Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ebenso wie Patientenorganisationen, Ärzten, Apothekern und Krankenkassen eine Gelegenheit zur informellen Begegnung und zum Meinungsaustausch über Fragen, die für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland von Bedeutung sind. Das Programm der Tagung, die am 14. September mit einem Vorabendempfang auf Einladung der Hessischen Landesregierung beginnt, finden Sie unter www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

4. Jahrestagung House of Pharma & Healthcare
Wann? 14. September, 19 Uhr, und 15. September, 9 bis 16 Uhr
Wo? Casino, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das House of Pharma & Healthcare (www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, das Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi).

Dem Vorstand des House of Pharma & Healthcare gehören für die beteiligten hessischen Hochschulen Prof. Dr. Ulrich Koert, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Frank Runkel, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, Prof. Dr. Peter R. Schreiner, Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main an.

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V.,
Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de
Programm: www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

Forschung

Sep 7 2015
20:13

Leuchtende Miniatursonden für die hochauflösende Mikroskopie

Goethe-Uni: Neues Verfahren verbessert Beobachtung von Proteinen

FRANKFURT. Um Proteine im Mikroskop sichtbar zu machen, werden sie meist auf DNA-Ebene mit fluoreszierenden Proteinen fusioniert. Allerdings sind diese leuchtenden Marker relativ groß, so dass sie die Funktion der Proteine beeinträchtigen können. Außerdem sind sie aufgrund ihrer Größe oft weit vom zu beobachtenden Protein entfernt. Das gleiche Problem tritt bei der ebenfalls weit verbreiteten Markierung mittels Antikörpern auf. Auch hier kann die große Distanz zwischen Protein und Sonde zu fehlerhaften Beobachtungen führen. Um dieses Problem zu umgehen, haben Wissenschaftler der Goethe-Universität nun sehr kleine Markierungssonden für die hochauflösende Mikroskopie entwickelt. Sie berichten darüber in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“.

Die hochauflösende Methode basiert auf dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Dazu wird das zu beobachtende Protein mit einer sehr kleinen Sonde, einem Histidin-Tag, fusioniert. An diesen bindet spezifisch das fluoreszenzmarkierte Molekül tris‑Nitrilotriessigsäure (trisNTA). Da beide Teile der Sonde extrem klein sind, rückt die fluoreszierende Markierung sehr nahe an das Protein. Die Entfernung beträgt nur zwei Nanometer (zwei milliardstel Meter), was rund zehnmal näher ist als bei konventioneller Antikörpermarkierung.

Die auf den Namen SLAP („Small LAbeling Pair“) getaufte Technik wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Gruppen um die Professoren Mike Heilemann (Institut für Physikalische und Theoretische Chemie) und Robert Tampé (Institut für Biochemie) an der Goethe-Universität entwickelt und in hochauflösender Fluoreszenz-Mikroskopie angewendet. Mit dieser Technik, die 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie honoriert wurde, kann man - dank der trickreichen Umgehung der bisherigen Auflösungsgrenze - einzelne Proteine und Moleküle sichtbar machen. So konnten beispielsweise mit SLAP markierte Bestandteile des Zellskeletts mit einer Auflösung von 40 Nanometern dargestellt werden.

„Der große Vorteil dieser Methode zeigte sich bei der Markierung von Komponenten der Antigen-Prozessierung“, erläutert Prof. Tampé. Diese essentielle Maschinerie des adaptiven Immunsystems sorgt dafür, dass Fragmente von Erregern, etwa Viren, auf der Zelloberfläche präsentiert werden. Dadurch werden infizierte Zellen vom Immunsystem als solche erkannt und eliminiert. Dank der neuen SLAP-Markierungsmethode kombiniert mit der hochauflösenden Mikroskopie konnte die Größe dieser Proteinkomplexe nun auf etwa 50 Nanometer eingegrenzt werden. „Jetzt wissen wir, dass der gleiche Komplex durch die konventionelle Markierung mit Antikörpern künstlich vergrößert dargestellt wurde“, fügt Prof. Heilemann hinzu.

Da die SLAP-Markierungsmethode leicht anwendbar ist, sind die Frankfurter Forscher überzeugt, damit auch auf längere Sicht einen Beitrag zur genaueren Darstellung von krankheitsrelevanten zellulären Prozessen geleistet zu haben.

Publikation: Wieneke R, Raulf A, Kollmannsperger A, Heilemann M, Tampé R (2015) SLAP: Small labeling pair for single-molecule super-resolution imaging. Angew Chem 127:10354–10357.

Ein Bild zum Download anzufordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Hochaufgelöstes Mikroskopiebild des Tubulinnetzwerkes einer eukaryotischen Zelle.

Informationen: Prof. Mike Heilemann, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29736, Heilemann@chemie.uni-frankfurt.de.

Prof. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29475, tampe@em.uni-frankfurt.de .

Veranstaltungen

Sep 7 2015
19:53

Goethe-Universität und Hertie-Stiftung ermöglichen Wissenschaft zum Anfassen mit modernen Forschungsgeräten

Neues Schülerlabor Neurowissenschaften

FRANKFURT. Themen aus den Neurowissenschaften stehen in der 7. und 9. Jahrgangsstufe sowie in der Oberstufe auf dem Lehrplan. Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist aber in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen.

Nun hat das Institut für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität gemeinsam mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung innovative, schülerorientierte Angebote entwickelt, die neurowissenschaftliche Forschung für Schüler erfahrbar machen. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro mit einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren.
Wir laden Sie herzlich ein, das neue Schülerlabor Neurowissenschaften kennenzulernen.

Wann? 15. September 2015, um 11 Uhr
Wo? Campus Riedberg, Biologicum, Max-von-Laue-Str. 13 Raum -1.404 Untergeschoss

Ihre Gesprächspartner:

Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften und Leiter des Goethe BioLab
Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität
Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
Dr. Alexander Lehmann, Projektleiter seitens der Hertie-Stiftung

Die Experimente und Schülerangebote werden vor Ort vorgeführt. Ebenso wird ein Kurzfilm gezeigt, der die Möglichkeiten des Schülerlabors Neurowissenschaften und experimentelle Arbeiten von Schülerinnen und Schülern dokumentiert.

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: s.zimmermann@em.uni-frankfurt.de

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 4 2015
10:32

Geistes- und Sozialwissenschaften mit knapp 45 Mio. Euro im deutschlandweiten Vergleich auf Platz 4

Goethe-Uni erfolgreich bei DFG-Förderung

FRANKFURT. Im neuen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der am 3. September in Berlin vorgestellt wurde, zählt die Goethe-Universität zu den erfolgreichsten deutschen Universitäten im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt flossen in der Förderperiode 2011 bis 2013 knapp 45 Millionen € nach Frankfurt. Damit belegt Deutschlands drittgrößte Universität den vierten Platz hinter den beiden Berliner Universitäten sowie der Universität Heidelberg und verbessert sich gegenüber der letzten Vergleichsperiode (2008-2010) um weitere zwei Positionen. Das finanzielle Volumen von geistes- und sozialwissenschaftlichen DFG-Förderungen stieg im Vergleich zur letzten Förderperiode um rund 7 Millionen € oder knapp 20% an.

Insgesamt warb die Goethe-Universität 2011 bis 2013 DFG-Mittel in einer Größenordnung von knapp 163 Mio. € ein und ist damit weiterhin mit spürbarem Abstand die erfolgreichste Hochschule in Hessen. Bundesweit belegt sie Platz 15 und verbessert sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum der Vorjahre um einen Platz. Deutlicher fällt der Anstieg der Zuwendungshöhe aus: Die Goethe-Universität steigerten ihre DFG-Einwerbungen um insgesamt 31 Millionen €.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sagte: „Ich danke allen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Die deutlich gestiegene Bewilligungsquote der DFG zeigt auch, dass die Goethe-Universität ihre gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Kernkompetenzen pflegt und ausbaut. Diese Entwicklung werden wir weiter vorantreiben. “

DFG-Mittel gelten im Bereich von Forschungsdrittmitteln als eine Art „Gold-Standard“, da sie wettbewerbsorientiert mit einem starken Schwerpunkt auf Grundlagenforschung vergeben werden. Anhand ihrer Verteilung lassen sich auch Rückschlüsse auf die Forschungsstärke bestimmter Bereiche und Wissenschaftseinrichtungen ziehen.2014 wurden knapp 30 000 Projekte mit einer jahresbezogenen Bewilligungssumme von 2,7 Milliarden Euro gefördert.

DFG Förderatlas 2015 (online): www.dfg.de/sites/foerderatlas2015/

Veranstaltungen

Sep 2 2015
13:50

Wissenschaftlich-künstlerisches Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 11. September bis 11. Oktober im Frankfurter Museum Angewandte Kunst

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“

FRANKFURT. Videokunst trifft Wissenschaft. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität stellt sein jüngstes wissenschaftlich-künstlerisches Projekt unter das Motto „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erzählungen über die Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen, und warum Zweifel an der Version der Mächtigen neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen können.

Schauplatz von „Sense of Doubt“ ist vom 11. September bis zum 11. Oktober das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Dort präsentiert sich das Projekt in einer Kombination von bewegtem Bild mit der Videokunstausstellung „memórias inapagáveis“ („unauslöschliche Erinnerungen“), realisiert in einer temporären Containerlandschaft im Museumsgarten, und einem dichten Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Führungen mit Angehörigen des Exzellenzclusters.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Kooperationsprojekt im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Im Metzler-Park des Museum Angewandte Kunst werden insgesamt 18 Video-Arbeiten gezeigt, manche dauern nur wenige Minuten, die längste rund eine Stunde. Sie stammen aus der Sammlung Associação Cultural Videobrasil in São Paulo, einer führenden Einrichtung zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst und zugleich einem der weltweit wichtigsten Archive für internationale Videokunstwerke. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Welt des so genannten Globalen Südens, Lateinamerika, Afrika, Osteuropa, Asien und dem Mittleren Osten.

Das Frankfurter Ausstellungsprojekt greift auf eine Auswahl des renommierten spanischen Kurators Agustín Pérez Rubio zurück. Dazu zählen Filme über fernere Vergangenheiten wie den Sklavenhandel zwischen Afrika und Brasilien, jüngere wie den Militärputsch in Chile, den Kampf von Ureinwohnern im brasilianischen Amazonasgebiet gegen den Ölkonzern Elf Aquitaine, das Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking oder die historischen Kämpfe gegen die Apartheid in Südafrika. Aber auch aktuellere Geschehnisse wie der Bürgerkrieg im Libanon, das Gefangenenlager auf Guantanamo, die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder die weltweiten Migrationsbewegungen werden thematisiert.

Die Videos zeigen Formen der Unterdrückung und des Widerstandes, die den geopolitischen Süden teilweise schon seit Jahrhunderten prägen und versuchen, die Erinnerungen an Konflikte, Verfolgung und Gewalt vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei haben die Videoarbeiten nicht nur künstlerischen Charakter oder rein dokumentarische Funktion; sie nehmen zugleich teil an den Deutungskämpfen über diese Ereignisse, vor allem gegenüber den „Meisterzählungen“ der Herrschenden oder der Welt des Nordens.

Das Ausstellungsprojekt „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Frankfurter Exzellenzclusters bringt Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften in einen Dialog mit den audiovisuellen Kunstwerken. Dieser Dialog erscheint umso vielversprechender, da normative Ordnungen, das Kerninteresse des Clusters, eben nur zum Teil als explizite Normensysteme existieren. Sie sind zugleich eingebettet in Erzählungen, Rituale oder Bilder, die als Rechtfertigungsnarrative herrschende Ordnungen verteidigen und als gerechtfertigt erscheinen lassen. An solchen Rechtfertigungsnarrativen hat auch die Kunst als eine öffentlich wirkende Institution teil. Ihre „Narrative“ können wiederum neue Perspektiven auf scheinbare Gewissheiten eröffnen.

In den rund 25 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und weiteren Veranstaltungen geht es – inspiriert durch grundlegende Themenstellungen der Videos – beispielsweise um die Stellung der indigenen Bevölkerung in Brasilien, verschiedene Formen des Widerstands, den Gegenwartsbezug des Erinnerns und die Rolle des Rechts und staatlicher Grenzziehungen in der jüngeren Migrationsgeschichte. Flankierend zum Ausstellungsprojekt erscheint ein umfangreicher Katalog mit Informationen zu den gezeigten Videos und kurzen Essays, in denen sich Mitglieder des Frankfurter Forschungsverbundes aus der Sicht ihrer Disziplin mit einzelnen Videos auseinandersetzen.

Der Eintritt zu allen Programmpunkten und auch den Videos ist frei. Als öffentliche Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 11. September, um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Foyer des Museums statt.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit Sesc São Paulo, Associação Cultural Videobrasil, dem Museum Angewandte Kunst und Dr. Paula Macedo Weiß Kulturproduktion, im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Weitere Kooperationspartner sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Städelschule Frankfurt am Main und das Goethe-Institut São Paulo. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Ein Hinweis an die Redaktionen – Pressekonferenz am 8. September 2015:

Wir möchten noch einmal auf unsere Pressekonferenz hinweisen, zu der Sie am Dienstag, 8. September, um 11.30 Uhr herzlich in das Museum Angewandte Kunst eingeladen sind (Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main). Diese Pressekonferenz ist zugleich eine erste Vorschau auf die B3 Biennale des bewegten Bildes. Als Gesprächspartner stehen Ihnen unter anderem zur Verfügung: Matthias Wagner K (Direktor des Museum Angewandte Kunst), Prof. Bernd Kracke (Künstlerischer Leiter der B3 Biennale), Prof. Dr. Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Kurator von „Sense of Doubt“), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Exzellenzclusters und Kuratorin von „Sense of Doubt“).

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und danken für Ihre Anmeldung per E-Mail an presse.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de.

Programm: www.normativeorders.net/senseofdoubt

Kontakt: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/ Dorothee Maas, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Museum Angewandte Kunst, Tel.: 069/212-32828, dorothee.maas@stadt-frankfurt.de, www.museumangewandtekunst.de

Veranstaltungen

Sep 2 2015
12:00

Startups des Goethe-Unibator erhalten beim 4. INNOVATIONSFORUM Goethe-Innovations-Preis / hochkarätiges Podium diskutiert Trends in Forschung und Entwicklung

Medieneinladung / Preiswürdige Innovationen aus der Goethe-Uni

FRANKFURT. Preiswürdige Gründerideen aus der Goethe-Universität in Verbindung mit einem von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart moderiertem Podium deutscher Wirtschaftsgrößen verspricht das 4. INNOVATIONSFORUM auf dem Campus Westend der Goethe-Universität am Dienstag, den 8. September, das von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff eröffnet wird und zu dem mehr als 500 Gäste erwartet werden.

Dabei präsentieren vor den Augen von Dr. Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG), Dr. Jens Baas (Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse), Dr. Christoph Franz (Präsident des Verwaltungsrats Roche Holding AG) und Gisbert Rühl (CEO Klöckner & Co SE) drei junge Startups als Finalisten des Goethe-Innovations-Preises ihre Unternehmensideen. Wer überzeugt die Jury und erhält den 1. (10.000 Euro), 2. (5.000 Euro) oder 3. Preis (2.000 Euro) des insgesamt 17.000 Euro umfassenden Preisgeldes?

Anschließend diskutiert Gabor Steingart mit seinen Gästen über die Kraft von Innovationen und Trends in Forschung und Entwicklung. Keynote-Speaker sind Martina Koederitz (General Manager IBM DACH) und Uwe Weiss (CEO Blue Yonder GmbH).

Innovationsforum 2015, Dienstag, 8. September 2015, Beginn 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend (Casinogebäude), Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt a.M.

Das Innovationsforum ist eine Initiative der Freunde und Förderer der Goethe-Universität und wird in Kooperation mit der Universität und dem Handelsblatt realisiert. Wie im letzten Jahr sammeln die "Freunde" im Rahmen der Veranstaltung Spenden für den Goethe-Unibator, um Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter der Goethe-Universität bei der Unternehmensgründung zu unterstützen.

Der Goethe-Innovations-Preis geht 2015 zum dritten Mal an ausgewählte studentische Gründerprojekte aus dem Goethe-Unibator. Juroren aus Universität, Wirtschaft und Politik bewerteten die Geschäftsideen der Bewerber nach Kriterien wie Originalität, Marktpotential, betriebswirtschaftlichem und technischem Know-how sowie Risiken.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, am Innovationsforum teilzunehmen. Anmeldung bitte telefonisch unter 069/798-12472 oder per E-Mail frerichs@pvw.uni-frankfurt.de. Die Eintrittskarte liegt dann am Veranstaltungsort für Sie bereit. 

Die Finalisten des Goethe-Innovations-Preises:

MINDS-Medical schafft im Bereich Gesundheits-IT eine Optimierung und Automatisierung von Patientenabrechnungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen – auch damit Ärzten wieder mehr Zeit für die Patienten bleibt. Ihr Ziel: den administrativen Aufwand, der beim Schreiben der Rechnung entsteht, zu senken und durch die Zusammenführung verstreuten Daten in den Kliniksystemen Ärzte und Controller zu entlasten. Gründer: Matthias Bay und Lukas Naab, im Unibator seit 26. April 2015

Dr. Severin produziert ein Ganzkörper-Aftershave für Männer und Frauen, das innerhalb weniger Monate zum Marktführer geworden ist. Gründer Peter Hart konnte Ende August 2015 in der VOX-Serie "Die Höhle der Löwen" zwei Investoren von seiner Unternehmensidee überzeugen. Im Unibator ist das Unternehmen seit August 2014 mit dabei.

SECDASH bietet eine Internet-basierte Software, die eine beliebige Anzahl von Websites überwacht und dabei alle großen CMS unterstützt. Sobald eine Sicherheitslücke entdeckt wird, die Website ausfällt oder ein anderes Problem besteht, wird der Website-Betreiber automatisch und mit detaillierten Informationen zum Problem benachrichtigt. Anders als bisherige Lösungen auf dem Markt nutzt SECDASH einen Sicherheitsansatz, der schneller als jede andere Software Alarm schlagen kann. Gründer: Patrick Helmig und Khanh Tuong, im Unibator seit Februar 2015.

Veranstaltungen

Sep 2 2015
11:55

Nach Abzug des Militärs aus dem im vergangenen Jahr entdeckten Kastell blieben offensichtlich die Zivilisten zurück

EINLADUNG zum MEDIENGESPRÄCH / Archäologen der Goethe-Uni stoßen auf „Römerdorf“ in Gernsheim

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Archäologen der Goethe-Universität haben bei ihrer aktuellen Lehrgrabung in Gernsheim im Hessischen Ried weitere Details des seit Langem gesuchten „Römerdorfs“ neben dem Kastell freilegen können. Für eine intensive zivile Nutzung in der Zeit von 110 bis 260 n. Chr., nachdem das Militär abgezogen war, sprechen die zahlreichen Funde. Dorf und Kastell lagen an einer strategisch günstigen Stelle: Von hier zweigte eine Straße an den Mainlimes von der Fernstraße Mainz – Ladenburg – Augsburg ab.

Über die bedeutenden Ergebnisse der Grabungen, die Studierende und Wissenschaftler des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität noch bis Anfang Oktober durchführen, berichten Grabungsleiter Dr. Thomas Maurer und sein Team vom Institut für Archäologische Wissenschaften (Abteilung II) der Goethe-Universität

am: Freitag, dem 11. September 2015, um 11.00 Uhr,
Ort: Bürocontainer am Grabungsgrundstück, Nibelungenstr. 10-12, 64579 Gernsheim.

Auch zahlreiche Fundstücke, etwa eine seltene Gewandspange, eine Haarnadel aus Bein oder Teile eines Brettspiels (Spielstein und Würfel) werden zu sehen sein.

Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 13. September, 10 – 17 Uhr) lädt das Grabungsteam zur öffentlichen Besichtigung der Grabung ein. Im Rahmen von Führungen wird über die Ergebnisse der archäologischen Forschungen und über die römische Vergangenheit Gernsheims informiert. Auch an diesem Tag werden Funde aus der laufenden Grabung ausgestellt. Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Wenn Sie teilnehmen möchten, schicken Sie bitte bis zum 8. September eine E-Mail an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Informationen: Dr. Thomas Maurer, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, Tel: 0177-5672114, t.maurer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 1 2015
14:55

Eröffnung am 15. September im KW Institute for Contemporary Art, Raum „3 ½“ im Berliner Galerienviertel

Frankfurter Master-Studierende kuratieren Ausstellungsserie „Doppelzimmer“ in Berlin-Mitte

FRANKFURT. Mit der Eröffnung der Ausstellungsserie „Doppelzimmer“ wird zum dritten Mal ein Ausstellungsprojekt von Master-Studierenden der „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ der Goethe-Universität und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule realisiert. Das KW Institute for Contemporary Art in der Auguststraße des Berliner Galerienviertels für zeitgenössische Kunst hat die jungen Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen, den Raum „3 ½“ zu bespielen. Dort bringen sie jeweils zwei gegenwärtige künstlerische Positionen in einen Dialog. Die erste der vier aufeinanderfolgenden Ausstellungen wird am 15. September (Dienstag) eröffnet, die letzte endet am 4. Januar 2016.

Die Form der künstlerischen Zusammenarbeit variiert innerhalb der Serie von der Gegenüberstellung bereits bestehender Werke bis hin zu gemeinsamen Neuproduktionen. Als Referenzrahmen dient der Raum „3 ½“, der von den Künstlerinnen und Künstlern als „Doppelzimmer“ bezogen wird, auch wenn es seine geringe Größe nicht unbedingt nahe legt. „Die räumliche Nähe schafft eine dialogische Struktur zwischen den Arbeiten und macht damit Verbindungen sichtbar – skulpturale Objekte, Materialassemblagen, Sound- oder Videoinstallationen werden miteinander in Bezug gesetzt, einander gegenüber gestellt oder zusammengeführt“, so das Kuratoren-Team. Ausgehend von den Besonderheiten des Raumes, hat die Gruppe gemeinsam das Ausstellungskonzeptentwickelt. Die Umsetzung des Projektes liegt vollständig in den Händen der jungen Kuratorinnen und Kuratoren. Der Ort wird dabei mal zu einem Ausstellungsraum mit Fokus auf den einzelnen Objekten, dann wieder wird er Teil einer raumgreifenden Installation.

Den Auftakt machen George Rippon (geb. 1983, New York, USA) und Anina Troesch (geb. 1987, Emmental, Schweiz). Im Dialog entwickeln sie eine neue ortsspezifische Arbeit. Statt einzelne Kunstwerke zu präsentieren, greifen sie direkt in den Raum ein und setzen sich mit den dort vorgefundenen architektonischen Elementen und Materialien auseinander. In der zweiten Ausstellung befassen sich Rosa Aiello (geb. 1987, Hamilton, Kanada) und Cooper Jacoby (geb. 1989, Princeton, USA) mit verschleierten Machtstrukturen und der Konditionierung individueller Wünsche und sozialer Handlungen. Während Jacoby den Eingang des Ausstellungsraums zu einer Skulptur umformt, konfrontiert Aiello das Publikum in einer Videoarbeit im Raum mit den affektiven Manipulationsstrategien einer gesteuerten Wahrnehmung. Im dritten Teil der Reihe verbinden Rasmus Søndergaard Johannsen (geb. 1982, Brovst, Dänemark) und Filippa Pettersson (geb. 1987, Södermanland, Schweden) das „Doppelzimmer“ mit dem anliegenden Treppenhaus, sodass der Aufgang zum Teil des Ausstellungsraumes wird. In diesen neuproduzierten Arbeiten erforschen beide Künstler Objekte und deren Material, um sie aus ihrem Kontext zu lösen und eine skulpturale, auditive und performative Übersetzung vorzunehmen. Carola Keitel (geb. 1983, Bad Friedrichshall, Deutschland) und Hannes Seidl (geb. 1977, Bremen, Deutschland) beschließen die Reihe. Sie bringen das Urbane in den Ausstellungsraum, indem sie Fundstücke in akustische und sensorische Wahrnehmungsträger verwandeln. Elemente einer städtischen Umgebung, die sonst nur peripher oder gar nicht wahrgenommen werden, werden isoliert ausgestellt.

Kuratiert wird die Serie „Doppelzimmer“ von Studierenden des Kooperationsstudiengangs „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ der gemeinsam mit fünf Frankfurter Museen durchgeführt wird: MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Städel Museum und Liebieghaus, historisches museum frankfurt, Weltkulturen Museum und Portikus. Der Masterstudiengang zeichnet sich durch die international einzigartige Verbindung von Universität, Kunstakademie und Museen aus. Durch innovative Lehr- und Lernformate können Studierende akademisches Lernen und wissenschaftliche Forschung mit kuratorischen Fragestellungen und berufsbezogenen Erfahrungen verbinden. Das Masterprogramm, inzwischen im sechsten Jahr, hat eine überdurchschnittlich hohe Absolventenquote zu verzeichnen. Zudem ist den meisten Absolventen, darunter vielen aus dem Ausland, der Einstieg ins Berufsleben sofort gelungen – nicht nur in Deutschland, auch in den USA, in der Schweiz, in Belgien und in China.

Bereits 2013 hatten die Studierenden ein Performance- und Filmprogramm zur Retrospektive von Hélio Oiticica in Kooperation mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt erarbeitet; 2014 kuratierten sie die Kabinettausstellung „Vergessene Körper: Helmut Kolle und Max Beckmann“ zusammen mit dem Städelmuseum. Der Studiengang wird unterstützt durch die Adolf Messer Stiftung und die Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung; die Serie „Doppelzimmer“ wird gefördert von der Schering Stiftung, Berlin.

Eröffnungen: 15. September, 18 Uhr zur Berlin Art Week 2015; 9. Oktober mit einer Lesung von Rosa Aiello, 19 Uhr; 6. November mit einer Performance von Filippa Pettersson mit Amy Ball, 19 Uhr; 5. Dezember 2015 mit einem Konzert mit Sebastian Berweck, Maximilian Marcoll und Hannes Seidl, 19 Uhr; alle Veranstaltungen in KW Institute of Contemporary Art – KUNST-WERKE Berlin e.V., Auguststraße 69, Berlin

Öffnungszeiten: Mi – Mo 12 – 19 Uhr, Do 12 – 2 Uhr, dienstags geschlossen

Informationen: Master-Studierende: Cosima Grosser, Daniela Leykam, Clara Sterzinger, Anna Straetmans,Email: presse_doppelzimmer@gmx.de;Masterstudiengang Curatorial Studies: www.kuratierenundkritik.net

Sonstige

Sep 1 2015
10:35

Studierende der Goethe-Universität können sich ab jetzt für ein Deutschlandstipendium bewerben. Gute Leistungen und gesellschaftliches Engagement sind gefragt

Deutschlandstipendium: Mehr Freiräume im Studium

FRANKFURT. Das Deutschlandstipendium der Goethe Universität ermöglicht Studierenden mehr Freiräume im Studium, und das ohne große Hürden. Denn die Chancen, in den Genuss dieser mit 3.600 Euro pro Jahr dotierten Förderung zu kommen, sind vergleichsweise hoch – auch deshalb, weil die Goethe-Universität so viele Stipendien einwirbt wie kaum eine andere Hochschule in Deutschland. Innerhalb der Universität profitieren Studierende aller Fachbereiche davon. Und wer hier als Student erst einmal den Einstieg in ein Deutschlandstipendium geschafft hat, für den stehen später die Türen auch bei anderen Förderorganisationen weiter offen.

Doch das Stipendium bietet weit mehr als reine monetäre Förderung. Viele Studierende engagieren sich in einem ideellen Begleit-Programm mit einer Vielzahl von gemeinnützigen Projekten mit Frankfurt-Bezug: „Das Deutschland-Stipendium ist klasse, weil es besonderes Engagement besonders würdigt“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. So bietet zum Beispiel eine von Deutschlandstipendiaten gegründete Initiative Campusführungen an, andere engagieren sich für die Unterstützung von Flüchtlingen. Eine weitere Gruppe entwickelt Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen. Das Mentoring der verschiedenen Gruppen übernehmen Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Das Konzept wurde 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet.

Die besondere Mischung aus Individualförderung und Gemeinnützigkeit begeistert auch die Förderer: Bisher hat die Goethe Universität rund 3 Millionen Euro bei Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen einwerben können; insgesamt kamen so bereits 1.660 Studierende in den Genuss des Deutschlandstipendiums, das im Rahmen des nationalen Stipendienprogramms zur Hälfte vom Bund finanziert wird. Zusammen mit dem Bundesanteil konnten bisher insgesamt rund 6 Mio. Euro an Studierende vergeben werden.

Studierende der Goethe-Universität Frankfurt können sich noch bis zum 21. September 2015 für ein Deutschlandstipendium bewerben. Gefördert werden Studierende aller Fachrichtungen und aller Nationalitäten, die an der Goethe-Universität eingeschrieben sind und hervorragende Leistungen erwarten lassen bzw. bereits erbracht haben. Bewerben können sich sowohl Studienanfänger, die im Oktober ihr Studium beginnen, als auch bereits immatrikulierte Studierende. Die Bewerbung erfolgt online auf der Homepage der Goethe-Universität. Zu den Auswahlkriterien zählen neben den bisherigen Leistungen in Schule und Studium auch gesellschaftliches Engagement und sozialer Einsatz. Auch die Überwindung besonderer biografischer Hürden wird berücksichtigt, etwa bei Bildungsaufsteigern oder Studierenden mit Migrationshintergrund. Die Förderung beträgt monatlich 300 Euro und wird für zunächst zwei Semester gewährt. Die Höchstdauer der Förderung beträgt zwei Jahre innerhalb der Regelstudienzeit.

Inzwischen beteiligen sich mehr als 300 Spender jährlich am Deutschlandstipendium der Goethe-Universität. Das Stipendienprogramm funktioniert als Scharnier zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern. Unter den Privatpersonen sind auch zahlreiche Ehemalige, die sogenannten Alumni, die mit Beträgen zwischen 50 Euro und mehreren tausend Euro ihre Verbundenheit mit ihrer Alma Mater und der jungen Generation sichtbar machen. Auch viele Hörer der Universität des 3. Lebensalters, der sogenannten U3L, beteiligen sich an der Förderung ihrer jungen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Rotary-Clubs, Zonta-Clubs, Alumni-Vereine ebenso wie etliche Stiftungen sind verlässliche und begeisterte Förderer der Studierenden.

Unternehmen beteiligen sich, um frühzeitig mit qualifizierten Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen. Gerade Mittelständler wissen, dass sie bei der Nachwuchsrekrutierung selbst aktiv werden müssen. Über das Deutschlandstipendium können sie besonders begabte und engagierte Studierende schon früh an sich binden.

Weitere Informationen unter www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de

Sonstige

Aug 27 2015
15:42

Innovation Map nun auch mit Jobbörse

Welche Startups gibt es im Rhein-Main-Gebiet?

FRANKFURT. Kürzlich ist die „Innovation Map“ offiziell gestartet: Auf der digitalen Karte des Rhein-Main-Gebietes können sich Startups, Organisationen, Investoren und Startup-Booster eintragen. Seit diesem August ist eine Jobbörse hinzugekommen, auf der Startups kostenlos Stellenangebote einstellen können und Jobsuchende über Alerts über die aktuellsten Angebote informiert werden. Die Innovation Map, ein Projekt des Goethe-Unibators, dem Gründungszentrum an der Goethe-Universität, ist für alle innovativen und wachstumsorientierten Startups in Frankfurt Rhein-Main zugänglich.

Mit der „Innovation Main“ werden junge Startups erstmals geographisch verortet und sichtbar gemacht. Frankfurt und Rhein-Main sollen über die digitale Karte noch stärker als Top-Standorte für neue Investments, Innovationen und Startups wahrgenommen werden. Startups und Tech-Szene innerhalb und außerhalb der Rhein-Main Region erhalten darüber Zugang zur Rhein-Main Finanzbranche und zu internationalen Investoren. Ein weiterer Vorteil ist die Vernetzung der Startups mit erfolgreichen Entrepreneurs und etablierten Unternehmen, aber auch mit  Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten. Angedacht ist auch das Netzwerken auf Events mit besonderem Schwerpunkt auf Gründung, Technologie und Innovation.

Die Innovation Map findet man unter http://www.innovation-map.de/

Veranstaltungen

Aug 26 2015
16:33

Goethe-Universität mit Museum Giersch dabei

Museumsuferfest: Entdecke Design!

FRANKFURT. Beim diesjährigen Museumsuferfest vom 28.-30. August ist auch die Goethe-Universität mit ihrem Universitätsmuseum vertreten, das an diesem Wochenende dazu einlädt, Design zu entdecken. Im Erdgeschoss des Museum Giersch der Goethe-Universität zeigt das Universitätsarchiv Frankfurt ausgewählte Exponate aus seiner Kunstsammlung, die das Leben und Schaffen von Ferdinand Kramer behandeln. Impulsvorträge über die Visionen und das Design des ehemaligen Baudirektors der Goethe-Universität ergänzen die Sammlung.

Die Ausstellung „Entdecke Design“ im Obergeschoss des Museums wird gemeinsam mit der Stiftung Deutsches Design Museum präsentiert. Besucher erfahren dort alles über Stühle und ihre Designer, über Form und Funktion von Wasserflaschen und über die Entstehung von Zahnbürsten. Auch wird es eine Antwort auf die Frage, was Honig mit Design zu tun hat, geben. Bei Workshops in der Designwerkstatt können die Besucher kreativ werden und selbst gestalten.

Zur Stärkung bietet das Käfer’S Bistro aus dem Kurhaus in Wiesbaden Wiener Kaffeehaus-Spezialitäten an, umrahmt von Musik der Pianistin Meike Göpfert. Zudem können Bücherliebhaber auf der 10. Antiquariatsmeile vor dem Museum ausgiebig stöbern.

Informationsmaterial der Goethe-Universität rund um die Bürger-Universität und zahlreiche Mitmachaktionen am Eingang des Museums wie Kinderschminken, Rätselraten, Ballonmodellage, Gewinnspiel und eine Fotowand (nur am Freitagabend zwischen 16 und 20 Uhr) runden das Museumsprogramm für Klein und Groß ab.

Programm:

Freitag, 16 Uhr:
Eröffnung der Antiquariatsmeile

Freitag, 16-20 Uhr / Samstag, 12-22 Uhr / Sonntag, 12-20 Uhr:
Wiener Kaffeehaus mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Käfer’S Kurhaus-Gastronomie, Wiesbaden

Freitag, 16-20 Uhr / Samstag, 15-20 Uhr / Sonntag, 14-19 Uhr:
Meike Göpfert, stilvolle Kaffeehausmusik, Piano solo

Samstag und Sonntag, 10-20 Uhr:
Ausstellung „Entdecke Design im MUSEUM GIERSCH der GOETHE-UNIVERSITÄT“. Zu Gast: Die Stiftung Deutsches Design Museum

Samstag und Sonntag, 12-18 Uhr:
Pepastar – Designworkshop für Klein und Groß

Weitere Informationen:  Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing, MUSEUM GIERSCH der GOETHE-UNIVERSITÄT. Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main. Tel. (069) 13 82101-21; ck@museum-giersch.de; www.museum-giersch.de

Veranstaltungen

Aug 25 2015
12:24

Öffentliche Veranstaltung: Über 50 Vorträge beim Ersten Frankfurter Symposium zur Comic-Forschung

Von der muslimischen Superheldin Oehera bis Hitler im Manga: „Geschichte im Comic – Geschichte des Comic“

FRANKFURT. Die Superheldin Oahera, mit der eine ägyptischen Künstlerin für den Feminismus in muslimischen Ländern streitet, Sergeant Superpower, der Amerika rettet, Spiegelmans „Maus“ als Geschichte eines Holocaust-Überlebenden, Hitler in japanischen Manga „Adorufu ni tsugu“ – die Helden der Comics machen Geschichte. „Die globale Verbreitung von Geschichtsbildern gewinnt in der Erzählform des Comic häufig eine besondere Brisanz und befördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Regionen und Kultur weltweit“, so der international renommierte Comic-Forscher, Dr. Bernd Dolle-Weinkauff von der Goethe-Universität. Um diesen Spuren im Detail nachzugehen, hat der Wissenschaftler, der sich seit Anfang der 1980er Jahre mit der populären Literatur beschäftigt, 50 Comic-Spezialisten vom 4. bis 6. September zu einer öffentlichen Tagung nach Frankfurt eingeladen.

Das erste Frankfurter Symposium zur Comic-Forschung trägt den Titel „Geschichte im Comic – Geschichte des Comic“. Dolle-Weinkauff erwartet mehr als 100 Teilnehmer; die Veranstaltung steht auch weiteren Interessierten offen (Tagungsbeitrag: 20 Euro). Am Samstag (5. September) findet um 19.30 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, ein öffentliches Werkstattgespräch mit der Münchner Comic-Künstlerin Barbara Yelin statt, das Bernd Dolle-Weinkauff führt. Yelin hat zuletzt mit der Graphic Novel „Irmina“, eine vielbeachtete historisch-biografischen Erzählung um den Werdegang einer ehrgeizigen jungen Frau im Deutschland der Nazi-Zeit und Nachkriegszeit vorgelegt.

Der Kreis derjenigen, die sich wissenschaftlich mit Comics beschäftigen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren international erheblich vergrößert. Dazu Dolle-Weinkauff: „Die Gesellschaft für Comicforschung bestand bei ihrer Gründung 2005 aus sieben Mitgliedern – 2015 sind es schon zehnmal mehr.“ Dieses Symposium ist gleichzeitig die zehnte Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung, in der Wissenschaftler aus den deutschsprachigen Ländern organisiert sind.

Seitdem die Graphic Novels ab den 1990er Jahren immer mehr gesellschaftliche Reputation erhielten und Eingang in die Feuilletons der Zeitungen gefunden haben, scheinen Comics auch in der Forschungsszene salonfähig geworden zu sein. „Sie werden heute nicht mehr nur als Populärkultur sondern auch als ambitionierte Literatur betrachtet“, ergänzt der Frankfurter Experte. Bei der Tagung wird es ebenso um eine Aufwertung der „hybriden Form aus Text und Bild“ gehen, wie Comic in der Fachwelt umschrieben werden. Es wird also Zeit, sich auch mit der Geschichte des Comic zu beschäftigen, die ihre historischen Wurzeln vielleicht schon in den Bildererzählungen der vorgeschichtlichen Höhenmalerei haben. Und die Wissenschaftler werden auch thematisieren, wie sich die auf Theorie fixierte Comic-Wissenschaft mit dem Faktenwissen der Sammler vernetzen kann. Nur selten treffen wissenschaftliches Interesse und Sammlerleidenschaft so zusammen wie bei dem Frankfurter Dolle-Weinkauff: In seinem Archiv, das zum Institut für Jugendbuchforschung gehört und sich im Keller des IG-Farben-Hauses befindet, lagern über 60.000 Comics und fast täglich kommen neue dazu. Auch die Erstausgabe der Mickey Mouse aus dem Jahr 1951 ist dabei.

Historische Themen und Stoffe sind in den Werken der „sequential art“ von der Antike – wer kennt nicht den aufmüpfigen Gallier Asterix? – bis in die Zeitgeschichte vertreten, wie die Vorträge während der Tagung deutlich machen werden. Eine große Zahl von Comics widmet sich Kriegsereignissen und der Erinnerung an Kriege. Einige dieser Geschichten wie „Maus“ von Art Spiegelman oder das Oeuvre von Jacques Tardi, der beispielsweise in „Grabenkrieg“ authentische Kriegserlebnisse seines traumatisierten Großvaters verarbeitet, gelten inzwischen als Meilensteine in der Weiterentwicklung dieses Mediums. Ein interessantes Thema bieten die zahlreichen Graphic Novels, die sich mit verschiedenen Aspekten der deutsch-deutschen Geschichte und der Nachwende-Gesellschaft beschäftigen. Oft modellieren Comics, wie „Treibsand“, mit ihrer Erzählweise das Erinnern, auch jenseits des erinnerungskulturellen Mainstreams.

In den Vorträgen zur Geschichte nehmen die asiatischen Comics, die Manga (Japan), Manwha (Korea) und Mahua (China) einen breiten Raum ein: So geht es u.a. darum, wie sich Intention und Diktion der Comics von der Gründung der Volksrepublik 1949 über die Kulturrevolution in den 1960er und 1970er Jahre bis zur heutigen Etablierung Chinas als Wirtschaftsmacht verändert haben. Ein Vortragender untersucht einige japanischen Manga, die die Geschichte des Landes, besonders den Zweiten Weltkrieg, und das nationale Selbstverständnis der 1970er Jahre für ein Massenpublikum aufbereiten.

Brisanten Diskussionsstoff dürfte auch der Vortrag „Keine Geschichte! Kulturkampf – in Comics“ bieten. Darin wird Dr. Ole Frahm (Berlin ) die These vertreten: „Die Geschichte des Comics lässt sich als unentwegter Kampf zwischen einer proletarischen, grotesken und einer bürgerlichen, narrativ-historischen Ästhetik begreifen, als Kulturkampf also, der bis heute zu toben nicht aufgehört hat.“

Informationen: Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Tel. 069 798 33001, dolle-weinkauff@rz.uni-frankfurt.de, Programm im Internet unter: http://www.uni-frankfurt.de/50949197/aktuelles#ComicTagung

Anmeldung: comictagung@rz.uni-frankfurt.de, Stichwort (Betreff) „Geschichte und Comic“, (Tagungsbeitrag 20 Euro)

Veranstaltungen

Aug 25 2015
12:21

CEO der B. Braun Melsungen AG analysiert die Lage seiner Branche / Perspektivengespräch des House of Pharma & Healthcare

Medizinprodukte: Ein unterschätzter Standortfaktor?

FRANKFURT. Medizinprodukte sind überall, wo es um die Versorgung kranker Menschen geht. Die Branche boomt und ist von Megafusionen geprägt. Sie hat jedoch mit schwierigen Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Innovation und Regulation zu kämpfen. So sind ihre Produktzyklen manchmal kurz. Sie erzielt rund ein Drittel ihres Umsatzes mit innovativen Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Zulassungsverfahren  was bei ohnehin wachsendem Kostendruck im Gesundheitswesen zu sinkenden Gewinnmargen führt. Für Deutschland als größtem Binnenmarkt für Medizinprodukte in Europa ist das von erheblicher Bedeutung. Prof. Heinz-Walter Große, seit 2011 Vorstandsvorsitzender der B. Braun AG, analysiert beim kommenden Perspektivengespräch des House of Pharma & Healthcare (1. September, 18:00 Uhr, im House of Finance) die derzeitige Situation und stellt Lösungsansätze vor.

Allein in Hessen haben rund 30 Hersteller der überwiegend mittelständisch geprägten Branche ihren Standort. Ihr Wachstum vollzieht sich vor allem auf ausländischen Märkten. Angesichts der Zunahme von Wohlstandskrankheiten und des demographischen Wandels steigt die Nachfrage nach Medizinprodukten weltweit an. Zu ihnen gehören zum Beispiel Kanülen und Katheter, Skalpelle, Stützverbände und Stents, Pinzetten und Pflaster, Herzschrittmacher und High-Tech-Navigatoren für die Orthopädie, Desinfektionsmittel, Dialysegeräte und Diagnostika, künstliche Linsen und Endoprothesen. Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums gibt es allein in Deutschland rund 400.000 verschiedene Medizinprodukte.

Besonders traditions- und erfolgreich agiert die vor 176 Jahren gegründete B. Braun Melsungen AG, die mit 55.000 Mitarbeitern in 62 Ländern tätig ist und 2014 einen Umsatz von 5,4 Milliarden

Euro erzielte. Wie gelingt es dem Familienunternehmen, sich im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb zu behaupten? Welchen Stellenwert misst es Investitionen am Standort Deutschland bei? Mit welcher Strategie kann ein deutscher Medizinprodukte-Hersteller den aktuellen Herausforderungen begegnen? Mit solchen Fragen wird sich Prof. Große in seinem Vortrag auseinandersetzen.

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch zum Thema „Medizinprodukte – Wachstumsmotor und Standortfaktor“
Dienstag, 1. September 2015, 18:00 Uhr.

House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: www.houseofpharma.de/Medizinprodukte

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V.,Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de