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Forschung

Mär 13 2012
10:09

Miniaturbild passt zehn mal auf den Umfang eines Haars

Goethe-Logo aus grün leuchtendem Protein

FRANKFURT. Mit bloßem Auge kann man ihn nicht sehen: Der leuchtend-grüne Goethe-Kopf ist gerade einmal 20 Mikrometer (tausendstel Millimeter) breit. „Man könnte ihn etwa zehn mal nebeneinander auf dem Umfang eines menschlichen Haars schreiben“, verdeutlicht Volker Gatterdam, Doktorand am Institut für Biochemie der Goethe-Universität die Abmessungen des Miniaturbildes. Erzeugt hat er es durch eine Licht-aktivierbare Molekül-Protein-Wechselwirkung, auf einer speziell präparierten Glasplatte. Das Verfahren, über das die Forscher in der aktuellen Ausgabe der „Angewandten Chemie“ berichten, funktioniert ähnlich wie die Lithographie in der Halbleitertechnik. Allerdings ist der zugrunde liegende biochemische Mechanismus etwas komplizierter.

Im Zentrum der Reaktion steht das Molekül Glutathion, das im Körper eine schützende und entgiftende Funktion hat. Mit Hilfe des Proteins Glutathion-S-Transferase (GST) kann Glutathion zum einen reaktive Sauerstoffradikale, zum anderen auch körperfremde Stoffe wie Medikamente und Giftstoffe binden.GST ist ein zweiteiliges (dimeres) Protein, das je zwei Moleküle Glutathion in seinem reaktiven Zentrum bindet. Für ihre Experimente machen sich die Wissenschaftler um Prof. Robert Tampé vom Institut für Biochemie und Prof. Alexander Heckel vom Institut für organische Chemie und chemische Biologie zunutze, dass die Bindung zwischen Glutathion und GST nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip funktioniert. Damit sie die Reaktion  kontrollieren können, versehen sie das Glutathion mit einer Licht-aktivierbaren Schutzgruppe. Diese verhindert die Schlüssel-Schloss-Bindung. Wird die Schutzgruppe aber durch Licht abgespalten, kann das Molekül wieder an seinen Proteinpartner binden.

Bindet  man nun das mit der Schutzgruppe versehene Glutathion auf einer speziell präparierten Glasplatte und beleuchtet diese durch eine Maske wie bei der Lithografie, entsteht das aktive Glutathion nur an den belichteten Stellen. Um das überprüfen zu können, wurde das GST mit einem grün fluoreszierenden Protein versehen. Nachdem die Molekül-Protein-Wechselwirkung entstanden ist und ungebundenes Protein weggewaschen worden ist, leuchteten tatsächlich nur die Stellen grün auf, die zuvor belichtet worden waren.

Kompliziertere und noch kleinere Strukturen wie das Goethe-Logo oder den Kopf von Marylin Monroe konnte Doktorand Volker Gatterdam in Echtzeit mit einem Laserstrahl „zeichnen“. Zukünftige Anwendungen könnten im Bereich der Protein-Chip Herstellung oder gar im Bereich der gezielten Zellmanipulation liegen.

Bilder zum Download finden Sie hier.

Bildtexte:
Bild 1: Dieser Goethe-Kopf aus dem Logo der Goethe-Universität, bestehend aus grün fluoreszierenden Molekül-Protein-Verbindungen, ist nur 25 Mikrometer breit. Er passt etwa zehn mal auf den Umfang eines menschlichen Haars.

Bild 2: Schärfere Bilder lassen sich erzielen, wenn die Abmessungen etwas größer sind, wie hier bei dem Kopf Marylin Monroes.

Bild 3: Etwa so kann man sich das Zeichnen der Bilder aus den Molekül-Protein-Verbindungen mit einem Laser vorstellen.

Informationen: Prof. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798- 29475, tampe@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Mär 9 2012
15:55

Goethe-Universität fördert mit Hilfsfonds Forschungsprojekte und Kooperationen. Weitere Spenden sind willkommen

Ein Jahr nach Fukushima: nakama-Fonds unterstützt japanische Wissenschaft

FRANKFURT. Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben, der Flutkatastrophe und dem verheerenden GAU im Atomkraftwerk Fukushima sind die Ereignisse wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein getreten. Die Goethe-Universität hatte sich direkt nach dem Unglück entschlossen, japanischen Wissenschaftlern Hilfe zu leisten; insbesondere sollten schon etablierte Kooperationen vertieft und neue gemeinsame Forschungsprojekte initiiert werden. Noch im April 2011 wurde ein Spendenkonto unter dem Namen „nakama-Fonds“ eingerichtet. „Nakama“ bedeutet „der Gefährte“. Zahlreiche private wie auch institutionelle Spender aus dem Umfeld der Universität beteiligten sich an dieser Hilfsaktion.

„Rund 17.000 Euro wurden über den Fonds bereits eingeworben, weitere 25.000 Euro steuerte die Universität aus zentralen Mitteln bei“, freut sich Vizepräsident Prof. Matthias Lutz-Bachmann. Seit sechs Jahren führt er in Kooperation mit der Osaka University, der Waseda University und der Sophia University eine jährlich wiederkehrende Konferenz zu Fragen der „Ethik im Zeitalter der Globalisierung“ durch und betreut die Vergabe von Projektmitteln aus dem nakama-Fonds. „Über weitere Spenden würden wir uns sehr freuen, um die Kolleginnen und Kollegen in Japan weiter unterstützen zu können.“

Eines der geförderten Projekte kommt der Tohuku University in Sendai zugute. Die Labore der Universität wurden sowohl durch das Erbeben als auch durch den Tsunami und das Reaktorunglück stark in Mitleidenschaft gezogen. In Folge der Stromausfälle nach dem Abschalten der Reaktoren waren Geräte beschädigt worden, auch Proben und ein Großteil der Vorräte an Enzymen der molekularbiologischen Labore verdarben. Um die japanischen Kollegen zu unterstützen, reichte der Frankfurter Privatdozent Dr. Thomas Berberich einen Antrag beim Hilfsfonds der Universität ein. Der Biowissenschaftler am Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) erklärt dazu: „Im Zuge der Zusammenarbeit wird ein Doktorand aus Japan in den Frankfurter Arbeitsgruppen experimentieren und die erlernte Methodik nach seiner Rückkehr im japanischen Labor etablieren.“

Erforscht werden in diesem Projekt die Mechanismen zur Aktivierung von Genen, die die Reaktion von Organismen auf Hitze steuern. Das aktuelle Forschungsvorhaben auf dem Feld der Regulierung von Genexpressionen wird von der Arbeitsgruppe um Professor Enrico Schleiff, dem neu gewählten Vizepräsidenten der Goethe-Universität, und Dr. Dieter Scharf im Biozentrum auf dem Campus Riedberg, von japanischen Kollegen um Professor Tomonobu Kusano in Sendai und am BiK-F betrieben. Zunächst wird dem japanischen Wissenschaftler die Frankfurter Infrastruktur zur Verfügung gestellt, bevor die weiteren Arbeiten an dem Projekt parallel in Sendai und Frankfurt fortgesetzt werden. Unterstützt wurde das Projekt mit insgesamt 5.000 Euro aus dem nakama-Fonds.

Dieses internationale und interdisziplinäre Projekt ist nur eines von insgesamt sechs ganz unterschiedlichen Forschungsvorhaben. Diese reichen von Honoraren für japanische Gastwissenschaftler, über Zuschüsse zu Reisekosten für den Austausch von Wissenschaftlern und Künstlern bis hin zu breiter angelegten gemeinsamen Forschungsprojekten. Das Spektrum der geförderten Anträge erstreckt sich dabei von Honoraren für japanische Gastwissenschaftler über Zuschüsse zu Reisekosten für den Austausch von Wissenschaftlern und auch Künstlern bis hin zu breiter angelegten gemeinsamen Forschungsprojekten.

Informationen für Projektanträge sowie für Spenderinnen und Spender:
Die Goethe-Universität hat sich zum Ziel gesetzt, auf unbürokratische Weise nachhaltig Unterstützung mit dem nakama-Fonds zu leisten. Weitere Anträge sind erwünscht. Das Prozedere ist einfach: Ein formloser Antrag sollte auf zwei bis drei Seiten das Vorhaben beschreiben, mögliche Partner und Ziele benennen und die Kosten abbilden. Der Antrag ist an das Präsidium, speziell an die Vizepräsidenten Professor Matthias Lutz-Bachmann und Professor Rainer Klump zu adressieren.

Die Goethe-Universität freut sich auch über weitere Spenden. Institutionelle oder private Spenden können unter dem Verwendungszweck „Nakama“ und der Angabe des Projektkontos 30000.1000.6 an die Universität überwiesen werden (Kt.-Nr. 100.64.10, BLZ 500.500.00 Helaba). Fragen zu Spenden und Anträgen beantwortet Andreas Weidemann im Büro des Präsidenten der Goethe-Universität unter der Rufnummer 069-798-22233. Anträge können auch gerne an diese Adresse gerichtet werden: Andreas Weidemann, Büro des Präsidenten der Goethe-Universität, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main oder per mail an a.weidemann@vdv.uni-frankfurt.de

Sonstige

Mär 7 2012
16:45

Neue Website präsentiert bekannte Sehenswürdigkeiten ebenso wie versteckte Orte – Kooperation zwischen der Hebraica- und Judaica-Sammlung der Unibibliothek und dem jüdischen Museum

Virtueller Rundgang durch das jüdische Frankfurt

FRANKFURT. Seit Anfang März ist der virtuelle Stadtplan „Jüdische Orte in Frankfurt am Main“ unter www.juedisches-frankfurt.de online, so kann sich jeder Interessierte am PC auf einen Rundgang zu den Schauplätze jüdischen Lebens im heutigen Frankfurt begeben. „16 Orte werden gezeigt, dazu gehören sowohl die bekannten Sehenswürdigkeiten wie die Synagoge, die Friedhöfe und Museen, als auch die weniger bekannten wie das Privathaus ‚Porzellan Baer‘ und die Gedenkstele im Grüneburgpark“, erläutert Dr. Rachel Heuberger, Leiterin der Hebraica- und Judaica-Sammlung an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Goethe-Universität. Und die Initiatorin dieses Projekts ergänzt: „Es geht nicht primär um Gedenkstätten für den Holocaust, die auch erwähnt sind, sondern um zentrale Orte die das jüdische Leben heute in all seiner Vielfältigkeit symbolisieren. Der Campus Westend der Goethe Universität mit dem Wollheim Memorial charakterisiert in diesem Kontext sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart, in der diese Vergangenheit rezipiert wird und so präsent bleibt.“

Die neue Website „Jüdische Orte in Frankfurt“ wurde gemeinsam von der europaweit einzigartigen Frankfurter Hebraica- und Judaica-Sammlung und dem Jüdischen Museum Frankfurt entwickelt. Sie bietet in der gelungenen Mischung aus attraktiven Fotos, visueller Gestaltung und kompetenten Informationen in deutscher und englischer Sprache einen neuartigen Zugang zu den Spuren jüdischen Lebens in der Main-Metropole. Dies dürfte für Frankfurter ebenso interessant sein dürfte wie für virtuelle wie wirkliche Besucher aus aller Welt. „Auf virtueller Ebene ist das neue Online-Angebot ein Pendant zur Erinnerungstopographie der Stadt, die in den letzten 20 Jahren entstanden ist und für Frankfurt eine große Betonung hat“, betont Prof. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt. Das Jüdische Museum Frankfurt, ein Kooperationspartner der Judaica Europeana, wird die neue Website auf seiner Homepage hosten. „Zukünftig soll der virtuelle Stadtrundgang durch weitere interessante Orte ergänzt werden“, sagt Dr. Raphael Gross, Direktor des Jüdischen Museums.

Der Web-Auftritt ist im Rahmen des Projektes „Judaica Europeana“ entstanden, das in den Jahren 2010 und 2011 von der Europäischen Kommission finanziert wurde, um die Europeana mit Zeugnissen des jüdischen Kulturerbes zu beliefern. Europeana, die Europäische Digitale Bibliothek, bietet einen zentralen Zugriff auf Millionen digitaler Objekte, die sich in Europas Museen, Bibliotheken und Archiven befinden. Judaica Europeana, das Konsortium von ursprünglich zehn europäischen Partnerinstitutionen und zahlreichen weiteren assoziierten Einrichtungen, hat Millionen von Quellen jüdischen Lebens in Europa zusammengetragen, die den Beitrag der Juden zur Stadtentwicklung dokumentieren. Als digitale Bilder stehen diese Zeugnisse, die Handschriften, Bücher, Poster, Bilder, Noten und Lieder, Fotos und Videofilme, Gebäude und Plätze umfassen, in der EUROPEANA im Internet zur Ansicht frei zur Verfügung.

Informationen: Dr. Rachel Heuberger, Hebraica- und Judaica Sammlung, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Campus Bockenheim; Tel. (069) 798-39665 oder -39120, r.heuberger@ub.uni-frankfurt.de, http://www.juedisches-frankfurt.de/, http://www.judaica-europeana.eu/

Veranstaltungen

Mär 7 2012
15:55

„Derrida-Konferenz. Frankfurt 2012“ mit öffentlichem Begleitprogramm

Philosophieren im Anschluss an Jacques Derrida

FRANKFURT. Die „Derrida-Konferenz. Frankfurt 2012“ findet vom 14. bis zum 16. März auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Sie widmet sich dem Denken und Wirken des Franzosen Jaques Derrida (1930-2004), der als einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart gilt. Nicht nur in Kunst, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften hat er prägende Wendungen hinterlassen. Dass ein Aufbrechen konventioneller Grenzziehungen tatsächlich möglich ist, führt er in seinem als Dekonstruktion bezeichneten Denken vor. Wege anbahnen, Schließungen stören: So könnte der Anspruch einer Philosophie im Anschluss an Jacques Derrida lauten.

Ziel der Konferenz ist es, fernab vom gängigen Personenkult, der Philosophie Derridas nicht zu gedenken, sondern mit ihr nach- und weiter zu denken. Die Frage nach der Gegenwärtigkeit von Dekonstruktion steht dabei im Zentrum: Wer macht  Dekonstruktion? Wer macht sie gegenwärtig? Lässt sie sich gegenwärtig machen? Wie ließe sich Dekonstruktion weiter machen? Und worin besteht die Bewegung dieses Denkens heute? Es gilt zu klären, worin wichtige Problemfelder eines dekonstruktiven Denkens liegen und auch was für neue Möglichkeiten und Perspektivwechsel dekonstruktives Denken eröffnet.

Diese doppelte Fragestellung spiegelt sich auch in den Hauptvorträgen und Podiumsdiskussionen wieder, für die international renommierte Derrida-Experten gewonnen werden konnten: Geoffrey Bennington (Emory), Bruno Clément (Paris), Alexander García Düttmann (London), Martin Hägglund (Harvard), Anselm Haverkamp (New York), Jean-Luc Nancy (Straßburg), Martine Meskel-Cresta (Cergy-Pontoise) und Martin Saar (Frankfurt). Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch.

Die Konferenz richtet sich nicht nur an ein akademisches Fachpublikum, sondern steht philosophisch Interessierten ausdrücklich offen. Sie wurde von einer Gruppe engagierter Studierender, Nachwuchswissenschaftler und Professoren des Instituts für Philosophie und des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Goethe-Universität organisiert. An allen drei Konferenztagen finden Kolloquien (Panel Sessions) statt, die von Podiumsdiskussionen (Roundtable) umrahmt werden. Darüber hinaus wurden begleitende Abendveranstaltungen organisiert.

Im öffentlichen Begleitprogramm wird der bekannte französische Philosoph Jean-Luc Nancy am 14. März (Mittwoch) um 18.30 Uhr im Hörsaalzentrum  (HZ 6) auf dem Campus Westend einen Vortrag zum Thema „Politique et/ou politique“ halten. Kein anderer Philosoph hat in vergleichbarer Weise über die politische Dimension der philosophischen Dekonstruktion nachgedacht wie Nancy. In seinem Vortrag in französischer Sprache wird der Philosoph nachzeichnen, wie ein politisches Denken und wie eine politische Praxis im Anschluss an Jacques Derrida aussehen könnte.

Unter der Leitung von Werner Hamacher findet am 16. März (Freitag) um 20 Uhr im Chagallsaal des  Schauspiels Frankfurt eine Podiumsdiskussion mit Martine Meskel-Cresta, Bruno Clément und Martin Saar zum Thema „Theater der Universität“ statt. Auf Grundlage von Derridas Vortrag „Die unbedingte Universität“ beschäftigt sich die Veranstaltung mit dem Status von Universität und deren Rolle im Zusammenspiel mit Verwaltung und Wirtschaft. Die Teilnehmer werden Englisch und Französischer sprechen, der Eintritt ist frei.

Informationen: Sophie Kölbl, Organisationsteam „Derrida-Konferenz“, Campus Westend, Campus Westend, Tel.: (069) 798-22801 (Jutta Jedzig, Sekretariat Prof. Dr. Christoph Menke), presse@derrida-frankfurt.de, www.derrida-frankfurt.net/

Hochschulpolitische Themen

Mär 7 2012
15:52

Konstituierende Sitzung des neu gewählten Hochschulrats der Goethe-Universität mit drei neuen Mitgliedern

Impulsgeber für die universitäre Entwicklung

FRANKFURT. Der neugewählte Hochschulrat der Goethe-Universität ist am 6. März zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Das Gremium wählte Dr. Rolf-E. Breuer, ehemaliger Sprecher des Vorstands und früherer Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank AG, einstimmig zu seinem Vorsitzenden. Breuer sitzt dem Gremium bereits seit sieben Jahren vor. Zu seinem Stellvertreter wurde Karlheinz Weimar, der ehemalige Hessische Finanzminister (CDU), gewählt.

Mit drei neuen Mitgliedern hat sich das Aufsichtsgremium der Goethe-Universität, das 2008 an die Stelle der Landesaufsicht getreten ist, spürbar verändert: Mike Josef, SPD-Stadtverordneter der Stadt Frankfurt am Main, sitzt auf Vorschlag studentischer Senatsvertreter im Hochschulrat. Mit Unterstützung der professoralen Senatsvertreter zieht Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, in das Gremium ein. Mit Karlheinz Weimar gewinnt das Gremium ein politisches Schwergewicht. Weimar war vom Präsidium vorgeschlagen worden.

Der Hochschulrat will in den kommenden vier Jahren die Goethe-Universität bei der Standortentwicklung, weiteren Strukturreformen und der Ausgestaltung ihrer institutionellen Autonomie unterstützen; zudem versteht sich der Hochschulrat als Impulsgeber für die Hundertjahr-Feier der Universität, die 2014 ansteht.

Im Einzelnen gehören dem Hochschulrat der Goethe-Universität jetzt folgende Mitglieder an:

Dr. Sönke Bästlein
Schatzmeister im Vorstand der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main e.V. und Mitglied des Vorstands der Stiftung pro universitate

Dr. Rolf-E. Breuer
Ehemaliger Sprecher des Vorstands und früherer Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank AG 

Gabriele Eick
Executive Communications, Beratung für synchronisierte Unternehmenskommunikation

Mike Josef
Stadtverordneter der Stadt Frankfurt am Main

Ingmar Jung
Staatssekretär, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Gerd Köhler
Ehemaliges Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer
Präsident der Leibniz-Gemeinschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 

Prof. Dr. Axel A. Weber
Präsident der Deutschen Bundesbank a.D.

Karlheinz Weimar
Hessischer Finanzminister a.D.

Prof. Dr. Bernhard Zwißler
Direktor der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München

Sonstige

Mär 6 2012
16:28

Wichtige Quelle zur Frankfurter Stadtgeschichte der dreißiger und vierziger Jahre steht nun als Volltext zur Verfügung

„Neueste Zeitung“ online

FRANKFURT. Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main und die Frankfurter Societäts-Medien GmbH (FSM) haben in einem Kooperationsprojekt das einzig erhaltene Exemplar der Frankfurter „Neuesten Zeitung“ online zugänglich gemacht. Damit steht der Forschung ab sofort eine wichtige Quelle zur Frankfurter Stadtgeschichte der dreißiger und vierziger Jahre mit wenigen Ausnahmen komplett als Volltext zur Verfügung.

Sieben Jahrzehnte lang befanden sich die überlieferten Exemplare der „Neuesten Zeitung“ im Archiv der Frankfurter Societäts-Medien. Mit der Digitalisierung reagierte man auf die unmittelbare Gefährdung dieses für die Frankfurter Stadtgeschichte wichtigen Kulturguts. Gerade Zeitungen aus dieser Zeit sind aufgrund des hohen Anteils an Holzschliff im Papier von Zerfall, gleichbedeutend mit dem Totalverlust, bedroht. Im Jahre 2011 hat die FSM deshalb zusammen mit der Universitätsbibliothek diese wichtige historische Quelle mikroverfilmen und digitalisieren lassen. Die Universitätsbibliothek hat die Digitalisate technisch aufbereitet und auf ihrem Dokumentenserver bereitgestellt.

Die Frankfurter „Illustrierte Tageszeitung mit Versicherung“ (so der Untertitel) erschien in Frankfurt am Main vom 18. April 1931 bis zum 29. Oktober 1942. Jeder Leser hatte mit dem Abonnement der Zeitung automatisch eine Lebensversicherung abgeschlossen. Seit April 1934 erschienen sieben Ausgaben pro Woche, der Untertitel wurde verändert in „Illustrierte Tageszeitung mit Sonntagspost“. Viele Berichte sind mit Abbildungen illustriert. Herausgegeben wurde die „Neueste Zeitung“ als weitere Zeitung neben der überregional bedeutsamen „Frankfurter Zeitung“ von der 1856 von Leopold Sonnemann gegründeten Frankfurter Societäts-Druckerei, der heutigen Frankfurter Societäts-Medien GmbH. Chefredakteur der „Neuesten Zeitung“ war Wilhelm Hollbach, der die Zeitung auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 weiter führte. Nach dem Einmarsch der Amerikaner in Frankfurt im Frühjahr 1945 fungierte Hollbach für einige Wochen als Amtierender Bürgermeister der Stadt. Ein Urteil über seine Rolle als Chefredakteur im Nationalsozialismus gilt bis heute noch als wichtiges Desiderat der Forschung.

Informationen: Dr. Mathias Jehn, Leiter Archivzentrum und Frankfurt-Abteilung, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-39007, m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

 Die Digitalisate zur „Neuesten Zeitung“ sind abrufbar unter: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/frankfurt/periodical/titleinfo/3426502

Veranstaltungen

Mär 5 2012
15:27

Der kanadische Medienwissenschaftler Marc Furstenau spricht am 14. März 2012 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Vortrag: Heidegger und Hollywood im „Tree of Life“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. „The Tree of Life“ stelle „die Frage nach dem Grund des Daseins und meint es auch noch ernst“, rieb sich „Spiegel Online“ die Augen und war voll des Lobes. Der Regisseur Terrence Malick habe „einen Film von großer philosophischer Tiefe geschaffen und dabei völlig neue Perspektiven eröffnet, auf die Welt wie aufs Filmschaffen“, assistierte die „Neue Zürcher Zeitung“. Das ebenso tiefschürfende wie bildgewaltige Epos hat es bei der jüngsten Verleihung nicht zum „Oscar“ geschafft. Der Blick auf seine philosophischen und filmischen Besonderheiten bleibt aber umso lohnenswerter. Der kanadische Medienwissenschaftler Marc Furstenau, der zurzeit am Forschungskolleg Humanwissenschaften zu Gast ist, gilt als Experte für das philosophische Kino des Terrence Malick. In seinem auf Deutsch gehaltenen, öffentlichen Vortrag beschäftigt sich der Professor für Filmtheorie und Semiotik von der Carleton University, Ottawa, mit dem

Thema: „Deutsche Philosophie und Hollywood-Kino: Terrence Malicks „The Tree of Life“
am: Mittwoch, dem 14. März 2012, um 19.00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe.

Der amerikanische Regisseur Terrence Malick ist nach einer 20 Jahre währenden Pause 1999 wieder zum Filmemachen zurückgekehrt. Seither hat er drei Filme vorgelegt, die philosophisch immer ehrgeiziger wurden. In seinem aktuellen Werk „The Tree of Life“, für das er im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme erhielt, geht es in überwältigenden Bildern um nichts weniger als Geburt, Tod und die Ursprünge des Universums. Gleichzeitig enthält der Film Elemente des Science-Fiction-Kinos.

Kritiker halten dem Regisseur entgegen, dass das populäre Kino, das mehr oder weniger den Regeln des Hollywood Kinos entspricht und das Malick mit seinen Filmen repräsentiert, solchen philosophischen Ambitionen nicht gewachsen sei. Doch auch in „The Tree of Life“ belässt es Malick nicht bei philosophischen Betrachtungen im Mantel des Hollywood-Films. Er thematisiert gleichzeitig die Sehnsucht, Sinnvolles zum Ausdruck zu bringen, auf der die Sentimentalität Hollywoods gründet. Die analysierende und philosophische Dimension hat bei Terrence Malick auch einen autobiographischen Hintergrund. Er studierte in Harvard und Oxford Philosophie und beschäftigte sich dabei vor allem mit Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger, dessen „Vom Wesen des Grundes“ er Ende der 60er Jahre ins Englische übersetzt hat.

Marc Furstenau, Professor für Filmwissenschaft und Semiotik an der School for Studies in Art and Culture, Carleton University, Ottawa, Kanada, erhielt sein Ph.D. in Communications an der McGill University, Montreal, Kanada. In seinen Publikationen beschäftigt er sich mit dem philosophischen Kino von Terrence Malick und der Theorie der Fotografie von Susan Sontag. Er ist Herausgeber von „The Film Theory Reader: Debates and Arguments“ (New York and London: Routledge, 2010) und Mit-Herausgeber von „Cinema and Technology: Cultures, Theories, Practices“ (London: Palgrave, 2008) sowie ehemaliger Präsident der kanadischen Film Studies Association. Im Februar und März 2012 arbeitet er am Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Bernd Frye, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: (06172) 13977-14, frye@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Mär 5 2012
15:23

Japanischer Ethik-Professor bei internationalem Symposium an der Goethe-Universität – Gefragt: Mehr als 12.000 Klicks auf Homepage der „Textinitiative Fukushima“

„Was bleibt nach Fukushima und Tschernobyl?“

FRANKFURT. Das schwere Erdbeben, die verheerende Tsunami-Welle und der GAU von Fukushima – am 11. März ist der erste Jahrestag der Dreifachkatastrophe in Japan. Aus diesem Anlass findet am 8. und 9. März ein internationales Symposium an der Goethe-Universität statt, das sich der Frage widmet: „Welche Folgen hatten Fukushima und Tschernobyl?“ Etwa 20 Wissenschaftler aus Japan, der Ukraine, den USA, der Schweiz, England und Deutschland nehmen an der Tagung im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend teil, die vom Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien (IZO) der Goethe-Universität und dem Gießener Zentrum östliches Europa (GiZo) veranstaltet wird. Die Beiträge der Konferenz sind in englischer Sprache. Interessierte sind eingeladen, um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Japanologin an der Goethe-Universität, die gemeinsam mit Prof. Dr. Arndt Graf (IZO), Prof. Dr. Thomas Bohn (GiZo) und PD Dr. Thomas Feldhoff (IZO) das Symposium organisiert hat, ist es gelungen, für die fünf Panel renommierte Sprecher zu gewinnen, die verschiedene Facetten der Post-Tschernobyl- und der Post-Fukushima-Ära aufgreifen. Techno-Optimismus und Techno-Pessimismus behandelt der hochkarätig besetzte Ethik-Panel: Hier spricht über das Thema „Ethical Dimensions of ‘Fukushima’“ am 8. März der bekannte Professor für Philosophie, Yasuo Kobayashi, vom Philosophischen Zentrum der Universität Tokyo (UTCP). Zu den Teilnehmern der Tagung zählt auch die Literaturwissenschaftlerin Masami Yuki von der Universität Kanazawa, die sich dem Thema „Language and imagination before and after Fukushima: Japanese literary responses to nuclear catastrophes“ widmet.

Diskutiert werden sollen Fragen wie: Welche Veränderungen wurden durch die Unfälle im kulturellen und sozialen Gefüge der beiden Länder ausgelöst? Wie gehen Politiker, Stromkonzerne und Bürger damit um, dass der Mythos, Kernkraftwerke seien sicher, nun endgültig der Vergangenheit angehört? Welche Lehren wurden und werden aus den Atomunfällen gezogen? Wie gestaltet man eine nachhaltige Energieversorgung in der Zukunft? Und: Wie ist die Situation der Betroffenen vor Ort? Wurden sie versorgt oder vergessen? Können die Traumata dieser Erfahrungen überwunden und etwa in literarischen Texten verarbeitet werden?

Finanziert wird das internationale Experten-Meeting von der Japan Foundation, der Thyssen-Stiftung und dem Nakama-Fonds, den die Goethe-Universität kurz nach der Katastrophe in Japan eingerichtet hat, um den Austausch zwischen japanischen und deutschen Wissenschaftlern zu vertiefen. Geplant ist, die Ergebnisse der Tagung in Buchform zu veröffentlichen. Das Symposium soll gleichzeitig den Beginn für ein größeres Forschungsprojekt der Kulturwissenschaftler am IZO und am GiZo markieren.

Gefragt ist in diesen Tagen auch die Homepage der „Textinitiative Fukushima“ (www.textinitiative-fukushima.de/). Die „Textinitiative“ wurde nur wenige Tage nach dem Erdbeben ins Leben gerufen und verzeichnet mittlerweile mehr als 12.000 Klicks. An ihr beteiligen sich die Japanologien Frankfurt (Prof. Dr. Lisette Gebhardt und Leipzig (Prof. Dr. Steffi Richter); auch Zürich (Prof. Dr. Raji C. Steineck) hat sich der Initiative angeschlossen. Das Projekt setzt es sich zum Ziel, Texte verschiedener japanischer Akteure der Debatte um Fukushima ins Deutsche zu übertragen. Übersetzt, zusammengefasst und kommentiert werden Beiträge aus den Wissenschaften, aus den Medien, der Politik, der Kunst, der Literatur, der Philosophie oder der Popkultur: also Aktuelles, Tiefgründiges, Diskussionswürdiges zur Katastrophe und ihren Kontexten. Dazu Gebhardt: „Wir haben zahlreiche wichtige Akteure der japanischen Debatte vorgestellt, darunter den streitbaren Nuklearmediziner Kodama Tatsuhiko, den Strahlungsspezialisten Kimura, der eine aufschlussreiche ‚Verstrahlungslandkarte‘ Japans erstellt hat und den Aktivisten Matsumoto Hajime, der eine Alternativbewegung anführt. Von uns übersetzt wurden z.B. Artikel des Regisseurs Sakate Yoji und des Autors Katayama Kyoichi, die beide an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. Aber auch populärkulturelle Beiträge finden sich hier kommentiert, und die Leipziger Japanologen konnten sogar ein eigenes Filmprojekt über erste japanische Protestaktionen nach Fukushima verwirklichen.“

Aufgrund dieser Web-Page haben sich zahlreiche Journalisten an die Japanologen gewandt: „Ich habe tatsächlich viel Medienberatung geleistet, Radiointerviews gegeben und Zeitungsartikel verfasst. Und jetzt zum Jahrestag nimmt die Nachfrage an uns Experten wieder stark zu“, ergänzt die Frankfurter Japanologin. „Als Japanwissenschaftler hätten wir uns alle sicher gerne weiter mit einem Japan ohne Fukushima beschäftigt, aber da die Dinge nun einmal geschehen sind, stellen wir uns der neuen Aufgabe und wollen die aktuellen Entwicklungen begleiten.“ Ihr kultur- und literaturwissenschaftliches Projekt setzt sich mit der Gratwanderung zwischen Trauma-Bewältigung und Protest auseinander, die sich derzeit in den Werken japanischer Schriftsteller und Künstler abzeichnet. Ob sich die Engagierten gegen den die eingespielten Hierarchien Gehör verschaffen und eine breitere Öffentlichkeit für sich gewinnen können, das ist für Gebhardt jetzt eine spannende Frage.

Informationen: Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Japanologie, Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien (IZO), Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798- 23287, japanologie@uni-frankfurt.de, www.textinitiative-fukushima.de/; zur Tagung: www.izo.uni-frankfurt.de/Veranstaltungen/Comparing_Fukushima_and_Chernobyl__Social_and_Cultural_Dimensions_of_the_Two_Nuclear_Catastrophes/index.html

Veranstaltungen

Mär 1 2012
16:32

Vortrag mit Podiumsdiskussion an der Goethe-Universität zum Thema Sprachstandserhebung

Wie lässt sich Sprache zuverlässig messen?

FRANKFURT. Sprachstandserhebungen sind ein viel diskutiertes Thema. Einigkeit besteht zwar darüber, dass viele Kinder und Jugendliche eine Sprachförderung benötigen. Umstritten ist jedoch, ob und wie sich sprachliche Fähigkeiten messen lassen. Ein Informationsabend an der Goethe-Universität, der sich an Lehrkräfte, Erzieher, Eltern und weitere Interessierte richtet, greift dieses für die sprachliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen elementare Thema auf. Der Informationsabend findet im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) statt.

„Sprachtests können immer nur Teile des ganzen Systems erfassen, und selbst das braucht viel Zeit und Expertenwissen. Um zum Beispiel die Fähigkeiten eines Kindes im Satzbau verlässlich zu messen, ist ausreichend Zeit gefragt, und natürlich auch Wissen über Sprache und Spracherwerb, Mehrsprachigkeit sowie ein Überblick über die Methoden, mit denen der Entwicklungsstand erhoben werden kann“, erläutern die Sprachwissenschaftlerinnen Prof. Rosemarie Tracy (Universität Mannheim) und Prof. Petra Schulz (Goethe-Universität Frankfurt) und betonen: „Aussagekräftig, zuverlässig und fair – so sollten Sprachstandserhebungen sein – das ist aber in 5 Minuten nicht zu haben.“

In dem Plenarvortrag erläutert Prof. Tracy die Anforderungen und Chancen von Sprachstandserhebungen. In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von der Bildungsjournalistin Barbara Gillmann (Handelsblatt) moderiert wird, diskutieren renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Vertretern aus Praxis und Politik darüber, wie Sprachtests idealerweise der Komplexität des Spracherwerbs gerecht werden können.

Was? Vortrag mit Podiumsdiskussion: „Sprache messen in 5 Minuten – schnell effektiv und kostengünstig?“, im Rahmen der 34. Jahrestagung der DGfS

Wann? 6. März 2012, 17.30-20.00 Uhr – Eintritt frei!

Wo? Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Grüneburgplatz 1,
60323 Frankfurt am Main, Raum IG 411 (Erdgeschoss)

Informationen: Prof. Dr. phil. Petra Schulz, Lehrstuhl für Deutsch als Zweitsprache, Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache, Goethe-Universität Frankfurt, 60629 Frankfurt am Main. 069-798-32561, P.Schulz@em.uni-frankfurt.dehttp://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/inst_psychling/DaZ

Veranstaltungen

Mär 1 2012
16:25

Der Dramaturg Carl Hegemann und der Philosoph Christoph Menke diskutieren am 8. März 2012 im Frankfurter Kunstverein

Frankfurter Stadtgespräch zur Kunst in der Krise

FRANKFURT. Die aktuellen Krisen betreffen auch Kunst und Kultur. Zum einen ist die Existenz künstlerischer Produktionsstätten von der Wirtschafts- und Finanzkrise unmittelbar betroffen. Zum anderen erweist sich die Kunst als Laboratorium, in dem gesellschaftliche Verhältnisse offengelegt und Auswege erprobt werden. In Zeiten der Verunsicherung steigt das Interesse an künstlerischen Antworten – ihren Brechungen, Erzählungen und Utopien: Theater begreifen sich zunehmend als Orte der politischen Diskussion und Beteiligung, Ausstellungen reagieren auf die aktuellen Krisen. Doch was trauen wir der Kunst zu? Was kann sie bewirken, wie uns helfen? Das nächste Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein, widmet sich dem

Thema: „Was macht die Kunst? – Die Künste und die aktuellen Krisen“
am: Donnerstag, dem 8. März 2012, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Zum aktuellen Verhältnis von Kunst und Politik diskutieren beim 9. Frankfurter Stadtgespräch der Dramaturg Carl Hegemann, langjähriger künstlerischer Weggefährte von Christoph Schlingensief und Professor für Dramaturgie in Leipzig, sowie der Frankfurter Philosophieprofessor Christoph Menke, der seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Ästhetik und praktischer Philosophie forscht.

Der Autor und Theaterschaffende Carl Hegemann arbeitet neben seiner Professur an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ als Dramaturg am Thalia-Theater in Hamburg. Ebenfalls Dramaturg war er bereits bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Stadttheater in Freiburg, am Schauspielhaus Bochum, am Berliner Ensemble und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Christoph Menke ist Professor für Praktische Philosophie im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Dort leitet er das Forschungsprojekt „Normativität und Freiheit“. Dabei geht es um das Spannungsfeld zwischen der Freiheit des Subjekts und der Verbindlichkeit von Normen. Zu Menkes Schwerpunkten gehört ebenso die Ästhetik und hier insbesondere die Beschäftigung mit der Tragödie und dem Theater. Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Kreation und Depression – Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus“. Zu den Autoren gehört auch Carl Hegemann.

Die Moderation der Podiumsdiskussion, die wieder in der Cafèbar des Kunstvereins stattfindet, hat Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters. Das Stadtgespräch mit Carl Hegemann und Christoph Menke ist Teil des wissenschaftlichen Rahmenprogramms der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, einem Gemeinschaftsprojekt des Clusters mit dem Frankfurter Kunstverein vom 20. Januar bis 25. März 2012.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, peter.siller@normativeorders.net, www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ausstellungsprojekt

Sonstige

Feb 28 2012
14:22

Im neuen internationalen Hochschulranking der Times Higher Education erreicht die Goethe-Universität Platz acht unter den deutschen Hochschulen und behauptet damit den Rang einer deutschen Spitzenuniversität

Goethe-Universität unter den zehn besten deutschen Universitäten

FRANKFURT. Das britische Magazin Times Higher Education hat in seinem jährlich durchgeführten Ranking die 200 besten Universitäten des Jahres 2011/2012 gekürt. Die Goethe-Universität gehört demnach zu den besten Hochschulen Deutschlands und rangiert im Bundesvergleich auf dem achten Platz. „Wir freuen uns sehr darüber, in einem bedeutenden Ranking in der Spitzengruppe deutscher Universitäten zu stehen“, betonte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl. „Dies ist für uns ein Ansporn, unsere Leistungen in Forschung und Lehre weiter zu verbessern und die Goethe-Universität dauerhaft zu einer Spitzenuniversität im internationalen Kontext zu machen.“

Besonders viele Punkte  erzielte die Goethe-Universität bei den Indikatoren „Zitierungen“ und  „internationale Perspektiven“. Bereits im letzten Shanghai-Ranking, das Ende 2011 veröffentlicht wurde, erreichte die Goethe-Universität eine Position unter den zehn besten deutschen Universitäten. Auch im letzten CHE-Forschungsranking konnte die Goethe-Universitäten in Fächern wie den Wirtschaftswissenschaften Spitzenplätze belegen.

Insgesamt liegt Deutschland  mit seinen Universitäten im internationalen Vergleich auf Rang 4, hinter den USA, Großbritannien und den Niederlanden. Spitzenreiter unter den deutschen Universitäten ist die Ludwig-Maximilians-Universität München, die es als einzige deutsche Universität unter die Top  50 der Welt geschafft hat. Die Goethe-Universität liegt im internationalen Ranking auf Platz 181, noch vor der Eberhard Karls Universität Tübingen (187) und der Albert Ludwigs Universität Freiburg (189).

Für das Hochschulranking hat die Times Higher Education ein Punktesystem mit insgesamt 13 Indikatoren entwickelt. In die Bewertungen fließen unter anderem der Ruf einer Institution, das Betreuungsverhältnis zwischen Dozierenden und Lehrenden, das Einkommen der Hochschule in Relation zum akademischen Personal oder die Zitierungen ein. Nach Kritik in der Vergangenheit wurden für dieses Ranking verstärkt Experten an den Universitäten befragt.

Veranstaltungen

Feb 28 2012
14:16

34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft vom 6. – 9. März 2012 an der Goethe Universität Frankfurt. Größte linguistische Fachtagung in Deutschland

Sprache als komplexes System

FRANKFURT. Unter dem Rahmenthema „Sprache als komplexes System“ steht die 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS), die vom 6.-9. März 2012 in Frankfurt stattfindet. Gastgeberin der Fachtagung ist in diesem Jahr die Goethe-Universität, zu deren profilbildenden geisteswissenschaftlichen Schwerpunkten die linguistische Grundlagenforschung zählt.

Das Rahmenthema der Jahrestagung trägt der Tatsache Rechnung, dass sich die menschliche Sprache als Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Forschung nur als komplexes System erschließen lässt. Diese Komplexität manifestiert sich in der Vielfalt grammatischer Strukturen, dem Zusammenspiel der Sprachfähigkeit mit anderen Fähigkeiten des menschlichen Geistes sowie den formalen Eigenschaften sprachlicher Bedeutungen.

Voraussetzung für eine Betrachtung der Sprache als komplexes System ist daher die Vernetzung verschiedener Forschungsdisziplinen. Dieser interdisziplinäre Austausch bildet die Grundlage für den Programmplan der Jahrestagung: 15 Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Sprachwissenschaftlern aus aller Welt thematisieren aktuelle Forschungsfragen zu Themengebieten wie grammatische Variation, Spracherwerb und Sprachstörungen, Sprachwandel und Lebensalter, Sprache und Computer. Drei international renommierte Spitzenforscher aus den USA, aus Italien und Deutschland wenden sich mit Vorträgen an das Plenum der Konferenz.

Speziell für Lehrer, Erzieher und Eltern veranstaltet die Lehramtsinitiative der DGfS unter dem Thema „Sprache messen in 5 Minuten – schnell, effektiv und kostengünstig?“ einen Informationsabend zum viel diskutierten Problem der Sprachstandserhebung (6. März, 17.30 Uhr, Raum IG 411, Eintritt frei!).

Ferner wird im Rahmen der Jahrestagung ein Doktorandenforum dem Austausch und der Vernetzung junger Sprachwissenschaftler dienen. Zudem wird an den Autor der besten vorgeschlagenen Dissertation der diesjährige Wilhelm von Humboldt-Preis für Sprachwissenschaft verliehen.

Auch Interessierte, die nicht Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft sind, können an der Tagung teilnehmen. Die Teilnahmegebühren betragen 55.- € für Nichtmitglieder mit Einkommen und 30.- € für Nichtmitglieder ohne Einkommen.

Tagungsort ist der Campus Westend der Goethe-Universität.  Nähere Informationen sowie ein ausführlicher Tagungsplan finden sich unter: http://dgfs.uni-frankfurt.de/

Am Donnerstag,  den 8. März 2012 von 13.00 bis 14.00 Uhr, findet in Raum 1.411 der Goethe-Universität die DGfS-Pressekonferenz statt. Für die Diskussion stehen der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft, Prof. Dr. Jürgen Lenerz, der Pressesprecher der DGfS, Dr. Volker Struckmeier, sowie der Frankfurter Pressekoordinator der Jahrestagung, Prof. Dr. Günther Grewendorf, gerne bereit.

Sonstige

Feb 27 2012
12:00

DFG würdigt Rainer Forst, der an der Goethe-Universität den Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ leitet und heute (27.2.) den Leibniz-Preis erhält

„Wichtigster politischer Philosoph“ seiner Generation

FRANKFURT. Höchste Anerkennung für Leibniz-Preisträger Prof. Rainer Forst durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): Heute (27. Februar) erhält der 47-jährige Philosoph in Berlin – zusammen mit zehn anderen Wissenschaftlern – den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis. Und die DFG spart nicht mit Lob für den Preisträger: „Rainer Forst gilt national und international als der wichtigste deutsche politische Philosoph der Generation „unter 50“. Der an der Goethe-Universität lehrende Wissenschaftler führt die deutsche – und hier nicht zuletzt Frankfurter – politische Philosophie von Jürgen Habermas und Axel Honneth fort, bringt diese in kritischer Auseinandersetzung mit amerikanischen Vertretern wie John Rawls zusammen und setzt dabei Akzente zu einer ganz eigenen Philosophie.“

Im Mittelpunkt von Forsts Werk steht – angesichts globaler Krisen hochaktuell – die Begriffe „Gerechtigkeit“, „Toleranz“ und „Rechtfertigung“. Die DFG hebt hervor, Forst habe „auf höchst originelle Weise die Erkenntnis durchdacht und formuliert, dass der Mensch schon immer in verschiedene „Rechtfertigungspraktiken“ eingebettet ist. Sie bedingen, dass letztlich alle Handlungen nach eigenen Logiken der Moral, des Rechts und anderer Diskurse legitimiert werden müssen. Unsere praktische Vernunft ist so nichts anderes als das Vermögen, diese Logiken zu erkennen und anzuerkennen – so das weitreichende Fazit des politischen Philosophen Forst.“

Die ausgeprägte internationale Ausrichtung mit besonderem Interesse an den USA zeigte sich bei Rainer Forst schon früh. Nach dem Studium in Frankfurt, New York/Binghamton und Harvard war er Assistent und Gastprofessor in Berlin, Frankfurt und New York, bevor er nach Stationen in Frankfurt und Gießen 2004 Professor an der Goethe-Universität wurde; ihr ist Forst trotz mehrerer Angebote renommierter ausländischer Universitäten treu geblieben.


Foto: David Ausserhofer

v.l.n.r.: vorn:  Prof. Kurts,  Prof. Rajewsky, Staatssekretärin Quennet-Thielen, Ministerin Ahnen, Prof. Wohlmuth, Prof. Pannewick, DFG-Präsident Prof. Kleiner, Prof. Riebesell; hinten: Prof. Sanders, Prof. Forst, Prof. Mann, Prof. Hartmann, Prof. Brecht, Prof. Wrachtrup

Sonstige

Feb 27 2012
10:45

Nationales NMR-Netzwerk auf den Weg gebracht

Großgeräte effizienter nutzen

FRANKFURT. Leistungsfähige und spezialisierte Großgeräte werden heute zunehmend nicht nur von den ortsansässigen Wissenschaftlern genutzt, sondern bieten auch überregionale Serviceleistungen für externe Forschungseinrichtungen und Unternehmen an. So stehen die NMR-Spektrometer am Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ) der Goethe-Universität seit Jahren im Rahmen europaweiter Netzwerke zur Verfügung. Nun soll die Vernetzung auf nationaler Ebene nachgeholt werden. Bei einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgeschriebenen Großgeräte-Initiative bewarben sich die Goethe-Universität und die Technische Universität München erfolgreich um die Koordination eines deutschlandweiten NMR-Netzwerkes. Sie erhalten dafür in den kommenden drei Jahren 450.000 Euro, die dazu verwendet werden sollen, den Strukturierungsprozess voran zu treiben.

„Unser Ziel ist es, ein Netzwerk deutscher NMR-Zentren aufzubauen, in dem Technologie ausgetauscht wird, Arbeitsprozesse und Lehraktivitäten optimiert werden“, erläutert Antragsteller Prof. Harald Schwalbe. Dazu ist es notwendig, einheitliche Nutzungsordnungen aufzustellen und die Abrechnungsverfahren für die angebotenen Dienstleistungen untereinander abzustimmen. In das Netzwerk sind auch Industriepartner eingebunden: zum einen die Geräte-Hersteller (Bruker und Agilent) und zum anderen Firmen, deren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in einem hohen Maße auf NMR-Spektroskopie angewiesen sind.

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, stellvertretender Geschäftsführender Direktor des BMRZ, Campus Riedberg, Tel: (069) 798- 29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 22 2012
16:12

Lehrerfortbildung zu preisgekröntem Unterrichtskonzept

Chemie alltagsnah erfahren

FRANKFURT. Das Unterrichtskonzept „Chemie im Kontext“ erhielt im November 2011 den erstmals vergebenen Polytechnik-Preis für die Didaktik der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das alltagsnahe Konzept von Prof. Ilka Parchmann (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften Kiel) wurde von der auslobenden Stiftung Polytechnische Gesellschaft (SPTG) mit dem ersten Preis ausgezeichnet, weil es Schülerinnen und Schüler dort abholt, wo sie in ihrer Umgebung und Lebenswelt auf Chemie treffen.

Um „Chemie im Kontext“ möglichst vielen Chemie-Lehrkräften bekannt zu machen und sie für eine Umsetzung in ihrem Unterricht zu begeistern, veranstaltet das Institut für Didaktik der Chemie der Goethe-Universität gemeinsam mit der SPTG und dem Staatlichen Schulamt Frankfurt eine Lehrerfortbildung. Die Teilnehmer sollen bei diesem Anlass verschiedene Arbeitsgruppen bilden, die das Konzept weiter ausarbeiten und in den Chemieunterricht bringen. Ein solcher nachhaltiger Fortbildungsansatz ist ein Novum in Hessen. Das Interesse ist groß: über 50 Lehrer aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich angemeldet und ihr Engagement zugesagt. Vorgestellt werden bei dem Fortbildungstag drei Unterrichtseinheiten mit Experimenten zu Salzen, Farbstoffen und Luft. Wir laden Sie ein, „Chemie im Kontext“ selbst zu erleben, am

Dienstag, dem 28. Februar 2012, um 15.00 Uhr
im Institut für Didaktik der Chemie der Goethe-Universität,
Max-von-Laue-Str. 7, 60438 Frankfurt am Main.

Ihre Gesprächspartner:

  • Prof. Arnim Lühken, Didaktik der Chemie;
  • Dr. Wolfgang Eimer, Bereichsleiter Wissenschaft und Technik der SPTG;
  • Gabriele Lichtenheld, Staatliches Schulamt für die Stadt Frakfurt am Main. 

Bitte teilen Sie uns per E-Mail (Helga Ott, ott@pvw.uni-frankfurt.de) mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Anne Hardy
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Sonstige

Feb 22 2012
15:20

Mit Prof. Enrico Schleiff zieht ein profilierter Wissenschaftler in das Leitungsgremium der Goethe-Universität ein

Neues Gesicht im Präsidium

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Vizepräsidenten. Bei der heutigen Wahl wurde der Biowissenschaftler Prof. Enrico Schleiff vom erweiterten Senat mit eindrucksvoller Mehrheit von 30 Ja-Stimmen gewählt. Mit dem Ökonomen Prof. Rainer Klump, dem Philosophen Prof. Matthias Lutz-Bachmann und dem Pharmazeuten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz wurden zudem drei der bisherigen Präsidiumsmitglieder mit Mehrheit für eine weitere Amtszeit von drei Jahren gewählt. Nicht die erforderliche Mehrheit von mindestens 17 Stimmen erreichte die Soziologin Prof. Sigrid Roßteutscher. Die Physikerin Prof. Roser Valenti scheidet auf eigenen Wunsch im September nach dreijähriger Amtszeit aus dem Präsidium aus, um sich wieder verstärkt wissenschaftlichen Aufgaben zuzuwenden.

„Ich bin froh, dass der erweiterte Senat vier Vizepräsidenten für das künftige Präsidium mit zum Teil deutlicher Mehrheit bestätigt hat und danke dem Gremium für diesen Vertrauensbeweis“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl. „Sehr bedauerlich“ sei allerdings, dass mit Frau Roßteutscher die einzige vorgeschlagene Frau nicht die nötige Mehrheit gefunden habe.

Müller-Esterl bezeichnete das Ergebnis als Ansporn, sich zusammen mit den gewählten Kolleginnen und Kollegen in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit „noch intensiver für die Interessen der Goethe-Universität einzusetzen und besonders für gute Lehr- und Forschungsbedingungen zu kämpfen.“ Das neue Präsidium positioniert sich am 1. März dieses Jahres.

Das Leitungsgremium gewinne mit Enrico Schleiff ein weiteres wissenschaftliches Schwergewicht. Schleiff habe sich in der Vergangenheit bereits über seine Forschungstätigkeit hinaus für die Goethe-Universität eingesetzt. „Ebenso freue ich mich, dass aus dem bewährten Präsidiums-Team drei Mitglieder ein Mandat für eine weitere Amtszeit erhalten haben. Damit ist ein hohes Maß an strategischer und inhaltlicher Kontinuität gewährleistet.

Veranstaltungen

Feb 21 2012
14:11

Tagung des Sigmund-Freud-Instituts in Kooperation mit dem IDeA-Forschungszentrum

Wie lassen sich Entwicklungsstörungen bei Risikokindern lindern oder sogar vermeiden?

FRANKFURT. Verwahrlosung, Gewalt und Zunahme von psychosomatischen und psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Suchtkrankheiten sind oft Folgen einer problematischen Kindheit. Experten fordern deshalb immer lauter eine möglichst frühe Prävention bei Risikokindern. Jeder Dollar, der in Frühprävention investiert wird, spart später das Achtfache, hat James Heckmann, amerikanischer Nobelpreisträger für Ökonomie 2008, in einer vielbeachteten Analyse nachgewiesen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu Präventionsprogrammen in Kindertagesstätten, wie sie von Forschern des Sigmund-Freud-Instituts im Rahmen des EVA-Projekts am LOEWE-Forschungszentrums IDeA durchgeführt werden, belegen eindrucksvoll diese positiven Effekte. Auch darüber wird bei der internationalen „Joseph Sandler Psychoanalytic Research Conference“ berichtet, die das Frankfurter Sigmund-Freud-Institut vom 2. März bis 4. März an der Goethe-Universität organisiert.

Bei dieser Tagung, an der darüber hinaus die Goethe-Universität, die Universität Kassel und die International Psychoanalytical Association sowie das Anna Freud Centre (London) beteiligt sind, geht es um die „Forschung zur frühen Elternschaft und Prävention von Entwicklungsstörungen und um die damit verbundenen interdisziplinären Herausforderungen und Möglichkeiten“. Die jährlich stattfindende wichtigste Forschungskonferenz der internationalen Psychoanalyse öffnet sich dieses Mal bewusst dem interdisziplinären Dialog: Weltweit führende Psychoanalytiker präsentieren in Hauptvorträgen ihr langjährigen Forschungserfahrungen und stellen sich den kritischen Anmerkungen der jungen Wissenschaftler des IDeA-Forschungszentrums. In den einzelnen Arbeitsgruppen informieren zudem Mitglieder der IDeA-Forschergruppe über ihre laufenden Projekte. In dem Forschungszentrum IDeA („Individual Develpoment and Adaptive Education of Children at Risk“) der hessischen LOEWE-Förderlinie arbeiten über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Fachbereichen der Goethe-Universität, des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und des Sigmund-Freund-Instituts zusammen.

Auch das „EVA“-Projekt, das die Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts und Organisatorin der Tagung, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, leitet, wird bei der Tagung eine zentrale Rolle spielen. In 14 Frankfurter Kindertagesstätten, die alle in Stadtgebieten mit verdichteten sozialen Problemen liegen, wurden die beiden Präventionsprogramme „Faustlos“ und „Frühe Schritte“ in den vergangenen Jahren schon bei Drei- und Vierjährigen eingesetzt – in der EVA-Studie wird dies wissenschaftlich begleitet. So konnte beispielsweise empirisch nachgewiesen werden, dass „Frühe Schritte“ in der Frankfurter Präventionsstudie zu einem statistisch signifikanten Rückgang aggressiven und ängstlichen Verhalten sowie – besonders bei Mädchen – von Hyperaktivtät führte. Auffälliges und störendes Verhalten betrachten die Psychoanalytiker nicht primär als Fehlverhalten, sondern als Ausdruck eines verborgenen unbewussten, sinnvollen psychischen Geschehens. Daher gilt es zunächst einmal, das auffällige Verhalten eines Kinds zu entschlüsseln und nicht möglichst schnell nur zum zeitweisen Verschwinden zu bringen. Denn bis gestörte Entwicklungsprozesse nachreifen können, braucht das Kind Zeit und vor allem die Chance, mit sich selbst und seinen Bezugspersonen bessere Erfahrungen zu machen und so sichere Bindungen aufbauen zu können. Nur 35 Prozent der Kinder, die den beiden Präventionsprogrammen und der EVA-Studie in Frankfurt teilnahmen, hatten eine sichere Bindung, die sie ausreichend stabilisiert.

In dem EVA-Projekt werden solche Defizite nicht nur festgestellt. Fortbildungs-veranstaltungen für die Erzieherinnen und Erzieher sowie Beratungs- und Therapieangebote für Eltern und Kinder gehören ebenfalls zu dem Konzept. „Eine solche ‚aufsuchende Psychoanalyse’ führt uns hinaus aus dem klinischen und wissenschaftlichen Elfenbeinturm – hin zu den Frankfurtern, die unsere psychoanalytische Kompetenz bei ihrer frühen Elternschaft besonders brauchen. Dies ist ein Beispiel für den gesellschaftlichen und politischen Kontext, in dem besonders Forschung zur Frühprävention steht“, erläutert Leuzinger-Bohleber.

Der zunächst in London, dann seit 2008 in Frankfurt stattfindende Kongress ist nach Joseph Sandler benannt, der in den 1980er Jahren Professor für Psychoanalyse am University College London war. „Er trat wie seine Frau Annemarie leidenschaftlich für die Weiterentwicklung psychoanalytischer Forschung und eine Offenheit gegenüber nicht-psychoanalytischen Forschungs-Community ein und suchte den Dialog mit den experimentellen Psychologen und den Neurowissenschaftlern, ebenso wie es auch heute für uns Wissenschaftler am Sigmund-Freud-Institut üblich ist“, ergänzt Leuzinger-Bohleber.

Informationen: Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Sigmund-Freud-Institut, Goethe-Universität-Campus Bockenheim, Tel. (069) -798 25510; m.leuzinger-bohleber@sigmund-freud-institut.de; www.sfi-frankfurt.de/veranstaltungen/tagungen-und-workshops/sandler-conference-2012.html

 

Forschung

Feb 16 2012
12:17

Angeregte Zustände in ionisiertem Wasserstoff sichtbar gemacht

Quantenzauber im Molekül: springen statt schwingen

FRANKFURT. So gern ein Kind auf einer Schaukel an den höchsten Punkten der Bahn ist, muss es zwangsläufig auch durch den tiefsten Punkt schaukeln. Auf einer quantenmechanischen Schaukel wäre das anders: Dort könnte es zwischen den beiden Umkehrpunkten hin und her wechseln, ohne jemals in der Mitte vorbei zu kommen. Das wissen Physiker von Atomen, die in Molekülen gegeneinander schwingen und dabei bestimmte Abstände voneinander bevorzugen. Der Arbeitsgruppe von Reinhard Dörner an der Goethe-Universität ist es nun gelungen, dieses theoretisch vorhergesagte Phänomen mithilfe einer neu entwickelten „Quanten-Kamera“ sichtbar zu machen.

„Diese Bilder werden künftig in jedem Chemie-Lehrbuch zu sehen sein“, ist Prof. Reinhard Dörner vom Institut für Kernphysik überzeugt. Zwar hat zuvor niemand an dem Phänomen gezweifelt, aber es ist schon etwas Besonderes, wenn man ergänzend zu den quantenmechanisch berechneten Kurven auch Bilder von den tatsächlich gemessenen Aufenthaltsorten der Atome sehen kann. In diesem Fall handelt es sich um das einfachste schwingende System: zwei Wasserstoff-Kerne (Protonen), welche durch ein einziges Elektron chemisch gebunden sind, also ein ionisiertes Wasserstoffmolekül.

Um herauszufinden, wo sich die Protonen in dem schwingenden Molekül aufhalten, verfeinerte Lothar Schmidt, Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Dörner, eine bereits bekannte Technik, bei der das Molekül durch Stöße mit einem Heliumatom aufgebrochen wird. Im langsamen Vorbeiflug nimmt das ionisierte Wasserstoffmolekül beim Stoß ein Elektron des Heliums auf. Etwa jedes zehnte neutrale Wasserstoffmolekül gerät dabei in einen angeregten elektronischen Zustand, der dazu führt, dass es auseinander bricht und als zwei einzelne Wasserstoffatome zum Detektor fliegt. Dabei wird der winzige Abstand der Protonen im Molekül zwischen den Bruchstücken wie durch eine Lupe vergrößert: Die Auftreffpunkte im Detektor spiegeln die ursprünglichen Abstandsverhältnisse im Molekül wider.

Das System wird durch diese als „Coulomb Explosion Imaging“ bezeichnete Technik vom Mikrokosmos der Quantenwelt in den Makrokosmos überführt, wo die Gesetze der klassischen Mechanik gelten. „Es steckt eine anspruchsvolle Physik dahinter zu verstehen, warum wir mit einer Ortsauflösung messen können, die nach den Regeln der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation nicht möglich ist“, sagt Dörner.

Und eine Menge Hartnäckigkeit und experimentelles Geschick: Als Lothar Schmidt vor anderthalb Jahren erklärte, er wolle die Auflösung der Apparatur so verfeinern, dass man die verschiedenen Schwingungsmoden der angeregten Moleküle sichtbar machen könne, waren Dörner und die anderen Wissenschaftler der Arbeitsgruppe skeptisch. Dazu muss man wissen, dass auch die Analyse der Heliumatome, die als Stoßpartner dienen, wichtige Informationen über den Anregungszustand der auftreffenden ionisierten Wasserstoffmoleküle liefern. Allerdings nur, wenn es gelingt, die Wärmebewegung der Heliumatome durch spezielle Kühltechniken mehr oder weniger einzufrieren. Denn sonst sind ihre Zitterbewegungen so stark, dass die zu messenden Molekülschwingungen im Rauschen untergehen. Dies war nur eine der Herausforderungen, die Schmidt zu meistern wusste.

Die Bilder zeigen nun, dass Protonen sich tatsächlich an bestimmten Aufenthaltsorten im Molekül häufen und anderswo, zum Beispiel an den dazwischen liegenden Punkten, nie anzutreffen sind. Für die Physiker werden die Vorhersagen der Quantenmechanik damit noch ein Stück greifbar, wenn auch nicht verständlicher.

Publikation: Lothar Schmidt et al: Spatial imaging oft he H2+ vibrational wave function at the quantum limit, Physical Review Letters, Vol.108, No.7, DOI: 10.1103/PhysRevLett.108.073202

Bild zum Download hier

Bildtext: Bevorzugte Aufenthaltsorte von Protonen im einfach ionisierten Wasserstoffmolekül (gelb markiert die höchste Wahrscheinlichkeit). Die Messpunkte liegen genau in den Bergen der theoretisch berechneten Wellenfunktion (grün). Je höher die Energie der Anregungszustände ist, desto mehr bevorzugte Orte gibt es. Genau dazwischen sind die Protonen allerdings nie anzutreffen.

Informationen: Prof. Reinhard Dörner, Lothar Schmidt, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel: (069) 798- 47003 bzw. 47025; doerner(at)atom.uni-frankfurt.de;  schmidt(at)atom.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 15 2012
15:54

Schreibzentrum der Goethe-Universität beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Nach dem Ansturm im vergangenen Jahr: Mehr Platz für „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“

FRANKFURT. Neue Chance, der Einsamkeit beim Schreiben zu entfliehen: Vom 1. auf den 2. März findet nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr nun zum dritten Mal an der Goethe-Universität und anderen Hochschulen die bundesweite „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ statt. In Frankfurt stieß dieses im vergangenen September auf so großes Interesse, dass das Platzkontingent schnell erschöpft war. Daher findet in diesem Jahr die Lange Nacht auf drei Stockwerken des Bibliothekszentrums Geisteswissenschaften (BZG) auf dem Campus Westend statt.

Die Schreibberaterinnen und -berater des Schreibzentrums sowie des Internationalen Schreibzentrums unterstützen die Schreibenden ab 20 Uhr. Einlass ist von 20 bis 20:30 Uhr; die Studierenden müssen sich zuvor per Mail beim Schreibzentrum (dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de) anmelden, da die Zahl der Plätze begrenzt ist. Bei Bedarf können sich die Studierenden in einer ad-hoc-Schreibberatung Hinweise zur Überwindung von Schreibblockaden, zur Gliederung, Argumentation, aber auch zum Stil und zur Überarbeitung ihrer Texte holen. Für kleine Pausen zwischendurch gibt es Getränke und Snacks.

Deutschlandweit öffnen 13 Schreibzentren eine Nacht lang ihre Türen für Studierende, die an ihren Hausarbeiten oder anderen akademischen Arbeiten schreiben: Ausgebildete Schreibberater haben ein offenes Ohr für die Fragen der Schreibenden und stehen ihnen mit Tipps und Anregungen zur Seite. „Die beteiligten Schreibzentren möchten mit dieser Aktion auf kreative Art gegen die verbreitete ‚Aufschieberitis‘ beim Schreiben ankämpfen. Die Studierenden sollen erleben, dass gemeinschaftliches Schreiben und eine gute Atmosphäre dazu beitragen, ins Schreiben zu kommen“, so Dr. des. Stephanie Dreyfürst vom Schreibzentrum der Goethe-Universität. „Dass dieses Konzept aufgeht, zeigen die große Resonanz im letzten Jahr und die Nachfragen der Studierenden nach weiteren ‚Langen Nächten‘. In Frankfurt wollten sich beim letzen Mal mehr als 170 Studierende anmelden.“ Begleitend wird im Pausenraum des Bibliothekszentrums eine Twitterwall die teilnehmenden Schreibzentren miteinander vernetzen und für Austausch unter den Schreibberatern, schreibenden Studierenden und interessierten Außenstehenden sorgen.

Informationen: Dr. des. Stephanie Dreyfürst, Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum Goethe-Universität, Campus Westend, Tel.: (069) 798-32845, dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de oder sennewald@em.uni-frankfurt.de

Mehr zur Langen Nacht unter: schreibnacht.wordpress.com, Twitterwall-Hashtag: #lndah, www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Schreibzentrum/index.html

Sonstige

Feb 15 2012
11:25

Professor Gerhard Lander-Stiftung zugunsten des Instituts für Angewandte Physik gegründet

Eine Million für die Physik

FRANKFURT. Der Physiker Prof. Gerhard Lander hat zusammen mit seiner Frau, Margot Lander, die „Professor Gerhard Lander-Stiftung“ ins Leben gerufen. Das Stiftungsvermögen beträgt 1 Million Euro. Mit dem Geld kann die Forschung am Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität weiter gefördert werden, freut sich der Leiter des Instituts, Professor Ulrich Ratzinger: „Wir sind Herrn Lander sehr dankbar. Die Stiftungsmittel werden dazu beitragen, die experimentellen Möglichkeiten am neuen Campus Riedberg zu verbessern und damit begabte junge Wissenschaftler gezielt zu fördern“.

Der Stifter war selbst Student der Goethe-Universität. Physik, Mathematik und Chemie, so die Wahl seiner Studienfächer. 1950 promovierte er am Institut für Angewandte Physik. Neun Jahre später folgte die Habilitation von Professor Gerhard Lander am Physikalischen Institut. Hohes Ansehen brachte dem Wissenschaftler seine Tätigkeit für die Firma Braun ein. Als Entwickler und Designer war Lander dort maßgeblich an der Blitzlichtentwicklung für die Fotografie beteiligt. Später wurde der leidenschaftliche Physiker in den Vorstand der KODAK AG berufen. 1972 folgte dann ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere: Gerhard Lander wurde Vorstandsmitglied der VARTA AG und zum Leiter für Forschung, Entwicklung und Technik ernannt. In dieser Zeit wurde das Forschungszentrum der VARTA AG in Kelkheim am Taunus ausgebaut, das sich auf die Akku-, Batterie- und Brennstoffzellen- Entwicklung konzentrierte. Das Forschungszentrum schuf nicht nur eine beachtliche Zahl von Arbeitsplätzen, sondern trug auch dazu bei, dass von Kelkheim aus interessante Forschungsergebnisse in alle Welt gingen.

Als Dank für die großzügige Zuwendung des verstorbenen Stifters wird nun ein Hörsaal nach dem Physiker benannt werden. Im Stiftungsvorstand ist das Institut für Angewandte Physik durch Prof. Ulrich Ratzinger und Dr. Oliver Meusel vertreten. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hatte der Vorstand am 13. Februar zum ersten Mal getagt.

Information: Prof. Dr. Ulrich Ratzinger, Tel.: (069) 798 – 47404, U.Ratzinger@iap.uni-frankfurt.de/ Dr.Oliver Meusel, 069/798-47450, O.Meusel@iap.uni-frankfurt.de, Institut für Angewandte Physik, Max-von- Laue-Strasse 1, http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb13/iap/