Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Feb 28 2013
16:48

Gastvortrag von Rüdiger Klein vom MPI für Biochemie in Martinsried

Gestörte Entwicklung von Nervenzellen besser behandeln

FRANKFURT. Rüdiger Klein, Direktor der Abteilung Molekulare Neurobiologie des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried, erforscht mit modernen genetischen Methoden die Funktionsweise von Neuronen im Mausmodell. Dabei entwickelt er innovative Strategien, um Entwicklungsstörungen, Krankheiten oder Verletzungen von Nerven in Zukunft besser behandeln zu können. In seinem Vortrag

am: Dienstag, dem 05. März 2013 um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-1

erklärt er, wie Nervenzellen mit Hilfe molekularer Signale Informationen austauschen, um eine korrekte Versorgung des Zielgewebes zu gewährleisten.

Das Nervensystem der Säugetiere besteht aus einer Vielzahl von Nervenzellen, die ständig Informationen in Form von elektrischen Impulsen an andere Zellen weitergegeben. Die leitenden „Kabel“ (Axone) wachsen dabei über lange Strecken hin zu ihren Zielzellen. Als Wegweiser dienen chemische Signale, die über bestimmte Rezeptoren am Wachstumskegel des Axons wahrgenommen werden. Klein entdeckte als junger Nachwuchswissenschaftler Rezeptoren für spezifische Nervenwachstums-faktoren (NGF) und konnte beweisen, dass Ephrine als Botenstoffe Nervenzellaxone durch Abstoßung lenken.

Der Vortrag in englischer Sprache findet statt im Rahmen der Vortragsreihe Molecular Medicine, gesponsert von Sanofi-Aventis.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de

Personalia/Preise

Feb 27 2013
15:03

An der Goethe-Universität wird erstmalig der mit 25.000 Euro dotierte Karl Christ-Preis verliehen

Auszeichnung für Althistoriker Wilfried Nippel

FRANKFURT. Der mit 25.000 Euro dotierte Karl-Christ-Preis, der dem Andenken an den Marburger Althistoriker Karl Christ gewidmet ist, wird in diesem Jahr an der Goethe-Universität Frankfurt zum ersten Mal verliehen. Er zeichnet im zweijährigen Turnus herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alten Geschichte und ihrer Nachbardisziplinen sowie der Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte des Altertums aus. Die Auszeichnung wird im Wechsel an den Universitäten Frankfurt und Bern vergeben, wo die Tradition Karl Christs fortgeführt wird.

Der erste Preisträger ist Prof. Dr. Wilfried Nippel. Der an der Humboldt-Universität Berlin wirkende Ordinarius für Alte Geschichte ist durch eine Vielzahl herausragender althistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Publikationen hervorgetreten. Er wird im nationalen wie im internationalen Kontext für seine innovative Forschung geschätzt, die Theorieorientierung und Quellenforschung auf höchst fruchtbare Weise miteinander verbindet und damit ein Anliegen Karl Christs aufgreift. Seine Schwerpunkte liegen in der Geschichte der modernen Althistorie mit Arbeiten u.a. zu Edward Gibbon, Johann Gustav Droysen, Theodor Mommsen und Max Weber. Nippel forscht zudem zur späten Römischen Republik, zur athenischen Demokratie, zur antiken politischen Theorie und ihrer neuzeitlichen Rezeption und zur Entwicklung des frühen Christentums im Kontext von Vereins- und Patronagestrukturen. Der Althistoriker engagiert sich auch im Sonderforschungsbereich „Transformationen der Antike“ an der Humboldt-Universität und im Exzellenz-Cluster TOPOI.

Die Verleihung findet am 6. April 2013 um 16 Uhr im Eisenhower-Raum der Goethe-Universität (Poelzig-Gebäude, Campus Westend) statt. An diesem Tag wäre Karl Christ, der als Nestor der deutschen Althistorie galt und 2008 verstorben ist, 90 Jahre alt geworden. Der Preisträger spricht zu dem Thema: „Fußnoten, Zitate, Plagiate. Wissenschaftsgeschichtliche Streifzüge“. Diese Veranstaltung ist öffentlich.

Informationen: Prof. Dr. Hartmut Leppin, Historisches Seminar - Abteilung für Alte Geschichte, Campus Westend, Tel. 069/79832462 , h.leppin@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 26 2013
16:56

Forschungsprojekt ermittelt wertvolle Daten zur Wohnbedingungen alter Menschen in Frankfurt – Gefördert von der BHF-BANK-Stiftung

„Hier will ich wohnen bleiben!“

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen

„Hier will ich wohnen bleiben!“ Den Wunsch, auch im Alter so lange wie möglich in der eigenen Wohnung und im gewohnten Quartier zu leben, haben sehr viele Menschen. Dies zu realisieren ist eine zentrale Aufgabe heutiger und künftiger Altenpolitik. Vor diesem Hintergrund hat die BHF-BANK-Stiftung im Rahmen ihrer Stiftungsprofessur für Interdisziplinäre Alternswissenschaft an der Goethe-Universität von April 2010 bis September 2012 in Frankfurt am Main eine der umfangreichsten Feldstudien zu diesem Thema in Deutschland gefördert. Aus dieser können nun wertvolle Daten unter anderem über die Wohnbedingungen, das Nachbarschaftserleben und über die Verbundenheit mit dem Quartier bereitgestellt werden. Im Zentrum der Studie standen mehrstündige Hausbesuche bei knapp 600 älteren Bewohnern im Alter von 70 bis 89 Jahren in drei Frankfurter Stadtteilen, die in vis-à-vis-Befragungen und Tagebüchern Auskunft über ihre Lebens- und Wohnsituation gaben. Zwei konkrete Fragestellungen wurden verfolgt: „Wie erleben ältere Menschen in Frankfurt Altern im Quartier?“ und „Wie soll Altern im Quartier in Zukunft gestaltet werden?“

Wir laden Sie herzlich ein zu einen Mediengespräch zur Vorstellung des Projektes

am Mittwoch (6. März) um 11 Uhr,
in der Zentralbibliothek
Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main
Tony-Sender-Kabinett (erster Stock)
                                             

Das Praxisprojekt und seine Ergebnisse werden Ihnen erläutert von

  • Dietmar Schmid, Vorsitzender des Vorstands der BHF-BANK-Stiftung
  • Prof. Dr. Frank Oswald, Stiftungsprofessur Interdisziplinäre Alternswissenschaft der BHF-BANK-Stiftung, Goethe-Universität

Am Donnerstag (7. März) um 19.30 Uhr wird das Projekt in der Zentralbibliothek der Öffentlichkeit präsentiert. Teil des Programms sind Vorträge und ein moderiertes Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Kruse (Institut für Gerontologie, Ruprecht-Karls Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Frank Oswald, (Stiftungsprofessur Interdisziplinäre Alternswissenschaft der BHF-BANK-Stiftung, Goethe-Universität Frankfurt am Main).

Über Ihre Teilnahme und eine Ankündigung der Veranstaltung am 7. März würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Montag (4. März) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können, E-Mail an: Sigrid.Scherer@bhf-bank.com.

Mit freundlichen Grüßen

Sigrid Scherer                                            
Referentin                                                  
BHF-BANK-Stiftung

Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Goethe-Universität

Veranstaltungen

Feb 26 2013
10:15

In der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ und der Schreibwoche können Studierende Schreibhemmungen abbauen.

Schreib-Nacht an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Am 7. März ist es soweit: Die Studierenden der Frankfurter Goethe-Universität dürfen wieder eine ganze Nacht an ihren Hausarbeiten, Dissertationen oder Essays schreiben. Wie in den letzten beiden Jahren öffnet dafür das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften auf dem Campus Westend ab 20 Uhr seine Tore. Zur gleichen Zeit wird in zwölf deutschen und zwei US-amerikanischen Universitäten sowie einer australischen Hochschule fleißig geschrieben und schreibberaten. Bei Fragen rund um die Themen Argumentation, Themenfindung, Schreibstrategien, Zeitmanagement, Schreibhemmungen und Motivation stehen in Frankfurt studentische Peer-Tutorinnen und -Tutoren bereit. Daneben gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal kleine Workshops zum Zitieren, zum Umgang mit Word und zum Recherchieren.

Zwischen dem 4. und dem 7. März haben Studierende und Doktorandinnen außerdem die Gelegenheit, konzentriert einige Tage am Stück an ihren Arbeiten zu schreiben. Täglich zwischen 16 und 20 Uhr können sie gemeinsam mit anderen schreiben, sich eine Beratung geben lassen und kleine Workshops zu verschiedenen Themen besuchen. (BZG, Q1 Raum 6.115, 16-20 Uhr).

Weitere Informationen und Anmeldung: Das Programm der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ und der Schreibwoche findet man unter http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de. Anmeldung bis zum 6. März bitte bei Katina Linguri unter katinalinguri@stud.uni-frankfurt.de  

Veranstaltungen

Feb 21 2013
13:48

Bundesweite Ausschreibung - Bewerbung noch bis 1. April möglich!

Schülercampus der Goethe-Universität Frankfurt bietet Studienorientierung

FRANKFURT.  Die Rolle des Wassers in der Erdatmosphäre untersuchen oder DNA-Sequenzen im Labor vervielfältigen, gemeinsam mit einem Professor einen Film analysieren oder den Begriff der Verantwortung mit philosophischen Ansätzen betrachten – dies sind nur vier von insgesamt 18 Workshop-Themen, unter denen die Teilnehmer des diesjährigen Schülercampus wählen können. Interessierte Schüler der Oberstufe aus ganz Deutschland können sich bis zum 1. April für den Schülercampus bewerben.

Das Programm besteht aus einem naturwissenschaftlichen sowie einem geistes- und sozialwissenschaftlichen Angebot, ergänzt durch ein gemeinsames Rahmen- und Freizeitprogramm. Der Schülercampus bietet den Jugendlichen einen Einblick in das Universitätsleben und unterstützt sie bei der Studienfachwahl. Sie werden in ihren wissenschaftlichen Interessen gefördert, bekommen Einblicke in die Breite und Vielfalt der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften und werden an wissenschaftliche Arbeits- und Forschungsmethoden herangeführt. Zudem können sie sich mit Studierenden austauschen und über Berufsperspektiven informieren.

Der Schülercampus findet vom 7. bis 13. Juli 2013 auf dem Campus der Goethe-Universität in Frankfurt statt. Die Teilnahme kostet 180 Euro. Darin sind Unterbringung, Verpflegung und Programm enthalten. Die Reisekosten werden bis zu 100 Euro erstattet.

Weitere Informationen unter www.schuelercampus.uni-frankfurt.de  

Kontakt: Dr. Benjamin Gilde, (069) 798-22457, schuelercampus@uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 21 2013
08:17

„Genschnipsel“ bei Herzinfarkt erhöht/ Publikation in Nature

Neuer Alterungsmechanismus im Herzen entschlüsselt

FRANKFURT. Ein kleines Stückchen Ribonukleinsäure, kurz microRNA, kontrolliert die Alterungsprozesse im Herzen. Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für kardiovaskuläre Regeneration der Goethe Universität, die heute in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ erscheint. Dr. Reinier Boon und Mitarbeiter zeigen erstmals, dass Genschnipsel mit dem Namen microRNA-34a zum Absterben von Herz- und Gefäßzellen beitragen. Eine Hemmung dieser microRNA verbessert in experimentellen Studien die Herzfunktion im Alter und nach Herzinfarkt. 

Micro-RNAs haben eine wichtige Aufgabe bei der Genregulation. Sie stoppen die Übersetzung des einmal abgelesenen Gencodes in Proteine, sobald davon genügend produziert worden sind. Wenn aber, wie bei der microRNA-34a, mit zunehmendem Alter die Konzentration im menschlichen Herzen zunimmt, hemmt sie wichtige Schutzmechanismen: „Wir haben ein neues Ziel-Gen der microRNA-34 identifiziert. Es verhindert die DNA-Schädigung und die Erosion der Chromosomenenden, der Telomeren“, erläutert Prof. Stefanie Dimmeler, Leiterin des Instituts für kardiovaskuläre Regeneration.

Der Kardiologe Prof. Andreas Zeiher, ebenfalls an der Studie beteiligt, ist als Kliniker von dieser Entdeckung und den sich daraus ergebenden Behandlungsmöglichkeiten fasziniert: „Da Moleküle zur Hemmung von microRNAs beim Menschen bereits erfolgreich zur Behandlung von Lebererkrankungen eingesetzt wurden, könnten diese Befunde auch neue Wege eröffnen, dem Verlust der Herzfunktion bei Patienten nach Herzinfarkt und mit zunehmendem Alter entgegenzuwirken“.

Die Forscher wurden durch die Europäische Union (ERC), durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und durch das vom Land Hessen geförderte  LOEWE Zentrum für Zell- und Gentherapie unterstützt.

Informationen: Prof. Stefanie Dimmeler, Instituts für kardiovaskuläre Regeneration, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301 6667; dimmeler@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 20 2013
12:32

Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben

Bulle und Bär

FRANKFURT. Wie funktioniert die Börse? Wer handelt hier mit wem? Wer bestimmt das ständige Auf und Ab der Kurse, und was unterscheidet die Wertpapierbörse von einem traditionellen Markt? Das sind die Fragen, mit denen sich die neue ScienceTour „Bulle und Bär – Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben“ beschäftigt, die heute zum ersten Mal stattgefunden hat. Wichtiger Teil der Tour, die in Kooperation mit der Frankfurter Industrie- und Handelskammer realisiert wird, ist die speziell auf die Bedürfnisse von Schülern zugeschnittene Börsenführung.

Mit dem Projekt „ScienceTours – Lernen mit Herz und Hand“ bietet die Goethe-Universität Frankfurt für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I verschiedene Exkursionen im Rhein-Main-Gebiet an. Anhand ausgewählter didaktischer Konzepte führen die ScienceTours Schüler an wissenschaftliche Forschungsfragen und -methoden unterschiedlicher Fachgebiete heran. Die Goethe-Universität ist die erste deutsche Hochschule, die mit Unterstützung von Förderinstitutionen ein solches Programm in dieser Form entwickelt hat. Ganz neu ist dabei das Thema Wirtschaft. Die Börse und vor allem der Börsenhandel sind für die meisten Menschen nicht greifbar. Doch so komplex und undurchsichtig sie auch scheinen mögen – das Grundprinzip ist immer gleich und basiert auf Angebot und Nachfrage. Junge Menschen werden immer früher in das Wirtschaftsleben einbezogen und zudem mit Ereignissen wie der Finanzmarktkrise konfrontiert. Deshalb ist es gerade heute sehr wichtig, ein gewisses Verständnis für die Funktionsweise von Märkten verschiedener Art aufzubringen. Mit Hilfe des „Börsenspiels“ wird dieses Wissen spielerisch vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rollen von Käufern und Verkäufern. Um die Funktionsweise des Marktes selbst zu erleben und leichter zu verstehen, wird mit einem fiktiven Gut auf einem Markt gehandelt. Dabei lernen die Jugendlichen auch verschiedene Handelsstrategien kennen. Mit einem persönlichen Händlerbuch begeben sie sich dann in reale Handelssituationen, dokumentieren ihre Käufe beziehungsweise Verkäufe und diskutieren im Anschluss gemeinsam ihre Ergebnisse. Durchgängig unterstützt werden die Schüler dabei von Wissenschaftlern und Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität, mit deren Hilfe eigene Hypothesen erstellt und hinterfragt werden.

Die Funktionsweise von Wirtschaftsmärkten ist nur eines der Themen, die im Rahmen der ScienceTours Schülerinnen und Schülern wissenschaftliches Denken und Handeln vermitteln.

Ein wesentliches Element aller ScienceTours ist der Kontakt zu Wissenschaftlern der Goethe-Universität und Experten der beteiligten Projektpartner. Sie lassen die Jugendlichen ihr Forschungsgebiet entdecken, geben Hilfestellung und vermitteln im direkten Kontakt, wie Wissenschaftler arbeiten und was sie an ihrem Beruf begeistert. Die Arbeit in kleinen Gruppen wird durch die Beteiligung von Studierenden ermöglicht, die als Betreuer den Schülern vom Alter her näherstehen. Sie können konkrete Auskünfte über ihr Studium und wichtige Hilfestellung bei der beruflichen Orientierung geben. Thematisch decken die ScienceTours ein breites Themenspektrum von den Naturwissenschaften über die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften bis hin zu den Wirtschaftswissenschaften ab. Zu jeder Tour gibt es sorgfältig erarbeitetes Begleitmaterial, das zur Vor- und Nachbereitung der Tour im Unterricht genutzt werden kann.

Weitere Informationen zum Konzept der ScienceTours und den Inhalten der verschiedenen Touren erhalten Sie unter www.science-tours.de.

ScienceTours ist eine Kooperation mit:

  • Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
  • Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region
  • Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Wissenschaftsjahr 2012 – Zukunftsprojekt Erde. Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Veranstaltungen

Feb 20 2013
12:28

Im internationalen Planspiel MainMUN schlüpfen Studierende und Schüler in die Rolle von UN-Diplomaten. 21.-24. Februar, Campus Westend

Studierende als Diplomaten

FRANKFURT.  Zum neunten Mal findet das von Studierenden und Schülerinnen und Schülern ausgerichtete UN-Planspiel MainMun in Frankfurt statt. Nach mehrmonatigen Vorbereitungen übernehmen junge Menschen die Rolle eines Diplomaten eines Landes ihrer Wahl und lernen die Regeln und Verfahren der Vereinten Nationen kennen. Zusätzlich lernen die Teilnehmenden, die u.a. aus Belgien, Spanien, Italien, den Niederlanden, den USA und der Türkei anreisen, während der vier Tage auf Englisch zu diskutieren, Reden zu halten und Verhandlungstaktiken. Ziel ist es, die gemeinsamen Forderungen in seiner Resolution festzuhalten und diese mit einer Mehrheit zu verabschieden. MainMun steht unter der Schirmherrschaft der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).

In drei Komitees werden unterschiedliche Themen und Konflikte behandelt: In der „Generalversammlung“ geht es um Piraterie und die Sicherheit der Seeschifffahrt sowie um den politischen Status der Arktis. Im „Sicherheitsrat“ wird über neue Kriegsführungen diskutiert. Der „UN-Menschenrechtsrat“ schließlich behandelt die Problematiken des gezielten Tötens und des Menschenhandels. Experten der HSFK und der Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik stehen für den Dialog mit den Teilnehmenden bereit.

Medienvertreter sind herzlich zum Presse- und Fototermin am 21. Februar, 17 Uhr, im Casino-Gebäude (Festsaal) auf dem Campus Westend eingeladen. Das Organisationsteam um Samantha Ruppel und Christian Helfrich steht für Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen: Ramona Poltrock, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit MainMUN 2013, Dreieichring 10, 63067 Offenbach am Main, Tel. (069) 82377669 o. 0176-2634423, ramona.poltrock@arcor.de

Forschung

Feb 18 2013
16:33

Forscher: Nicht kilometergroße Brocken, sondern 50-100 Meter große Fragmente stellen größte Bedrohung für die Erde dar

Permanente Gefahr aus dem All

FRANKFURT. Nach der Explosion und dem Einschlag eines Meteoriten im Ural äußert sich der renommierte Sternenstaub-Forscher Prof. Frank Brenker von der Goethe-Universität skeptisch über die Möglichkeiten einer genauen Vorhersage: „Obwohl hier die Techniken immer weiter verfeinert werden, sind bisher längst nicht alle Asteroiden entdeckt“, so der Geowissenschaftler Brenker am Dienstag in Frankfurt. „Dies gilt“, so der Wissenschaftler, „selbst für große Objekte mit Durchmessern von über einem Kilometer Durchmesser, die eine globale Katastrophe auslösen würden.“ Brenker wertet als einer von wenigen Wissenschaftlern weltweit von der NASA gewonnenen Sternenstaub wissenschaftlich aus. Aus seiner Sicht stellen nicht kilometergroße Brocken das größte Problem dar, sondern „kleinere Fragmente mit 50 bis 100 Metern Durchmesser. Oft werden diese erst später auf Aufnahmen des Nachthimmels entdeckt, nachdem Sie schon längst dicht an der Erde vorbeigerauscht sind.“

Etwa alle zwei Monate falle dann tatsächlich ein Meteorit zur Erde. Meist seien die Fragmente zu klein, um größere Schäden anzurichten, aber noch groß genug eine starke Schockwelle zu erzeugen. Wichtig sei hier auch immer der Ort des Auftreffens. So habe es im Juli 2011 ein ähnliches Ereignis über der Wüste von Marokko gegeben, bei dem aber, bedingt durch die geringe Besiedelungsdichte, kein Mensch zu Schaden kam. Auch hier konnten später Bruchstücke des Meteoriten gefunden werden, von denen sich inzwischen einige in der Sammlung des geowissenschaftlichen Instituts der Goethe-Universität befinden.

„Der Einschlag (…) führt uns vor Augen, dass solche Ereignisse nicht nur eine Hollywoodfantasie sind“, so Brenker. Die Suche nach diesen Objekten, den sogenannten PHAs (potentially hazardous asteroids) und die Berechnung ihrer Flugbahnen nimmt daher auch im NASA-Programm eine wichtige Rolle ein.

Nach ersten Messungen der Urals Federal University handele es sich bei den Meteoritenbruchstücken, die in der Nähe des Lake Chebarkul gefunden wurden, um so genannte gewöhnliche Chondrite. Damit gehöre dieser Fall zu einer der häufigsten Meteoritenklassen. „Trotzdem werden wohl schon jetzt einige Meteoritenhändler ihren Flug in den Ural gebucht haben um sich Fragmente dieses spektakulären Ereignisses zu sichern“, vermutet Brenker.

Informationen: Prof. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Facheinheit Mineralogie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798- 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 15 2013
13:38

Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben

Bulle und Bär

Einladung zum Medientermin

am Mittwoch, 20. Februar 2013

Neue ScienceTour zur Finanzbildung von Schülerinnen und Schülern„Bulle und Bär – Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben“

am: Mittwoch, 20.Februar 2013 um 11.30 Uhr, Pressekonferenz
in der Industrie und Handelskammer Frankfurt, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

mit Michaela Beck (IHK), Daphne Lipp (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Jutta Nothacker (Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region), Tourleiter Sebastian Schupp, Dr. Olaf Kaltenborn (Pressesprecher Goethe-Universität)

im Anschluss Möglichkeit zur Begleitung der Pilottour.

Mit dem Projekt „ScienceTours – Lernen mit Herz und Hand“ bietet die Goethe-Universität Frankfurt für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I wissenschafts- und zugleich praxisnahe Exkursionen zu verschiedenen Themenbereichen an. Die Goethe-Universität ist die erste deutsche Hochschule, die mit Unterstützung von Förderinstitutionen ein solches Programm in dieser Form anbietet. Mit ausgewählten didaktischen Konzepten werden die Schüler spielerisch an wissenschaftliche Forschungsfragen und -methoden herangeführt. Als nunmehr vierte Science-Tour ganz neu im Programm ist dabei das Thema Wirtschaft: Unter dem Motto „Bulle und Bär – Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben“ schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Käufern und Verkäufern. Eigenständig handeln sie mit einem fiktiven Gut und erleben und verstehen die Funktionsweisen von Märkten. Unter der Anleitung von Wissenschaftlern und Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität werden mögliche Handelsstrategien beleuchtet und hinterfragt. Eine Führung durch die Deutsche Börse ermöglicht den Jugendlichen einen weiteren Einblick in das Wirtschaftsgeschehen. Diese ScienceTour wird in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt angeboten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sciencetours.de.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn,
Pressesprecher Goethe-Universität Frankfurt

Stephanie Mayer, Projektleitung ScienceTours

Forschung

Feb 14 2013
12:53

Stammesgeschichte wirft Licht auf die Kollision von Kontinentalplatten

Als die Baumfrösche nach Indien einwanderten

FRANKFURT. Der Zusammenstoß zwischen dem indischen Subkontinent und der Eurasischen Platte gibt den Geologen Rätsel auf. Denn je länger Kollisionen zwischen Kontinentalplatten zurück liegen, desto schwerer sind sie zu datieren. Hier kann die Biogeologie helfen: Anhand der Stammesgeschichte des Baumfroschs hat ein deutsch-chinesisches Team den Zeitraum jetzt genauer eingrenzen können.

Wenn Kontinente zusammenstoßen, hat das auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften - insbesondere kommt es zur Vermischung von Faunen, die vorher für Jahrmillionen getrennt waren. Dabei stellt sich die Frage, wo genau die Vorfahren heutiger Organismen gelebt haben, sowie wann und in welche Richtung ein möglicher Faunenaustausch stattfand. Wenn die geologischen Rahmenbedingungen so umstritten sind wie im Falle der indisch-eurasischen Kollision, wird es schwierig. Während Geologen früher von ungefähr 55 Millionen Jahren ausgingen, war der Zusammenstoß jüngsten geologischen Hypothesen zufolge erst vor 35 oder gar erst vor 20 Millionen Jahren.

Wissenschaftler des Chengdu Institute of Biology, China, und der Goethe-Universität haben nun den Stammbaum für Baumfrösche der Familie Rhacophoridae rekonstruiert, und die Mutationsrate von Genen anhand von Fossilfunden kalibriert, um Aufspaltungsereignisse im Stammbaum zu datieren. Das Ergebnis war eindeutig: Es kam bereits seit dem frühen Oligozän vor 35 Millionen Jahren zur mehrfachen Besiedlung Indiens mit Baumfröschen von Asien aus. Zumindest die Stammesgeschichte der Frösche erteilt geologischen Hypothesen, die von einer noch jüngeren Kollision der Platten ausgehen, eine Absage.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Vor rund 35 Millionen Jahren wanderte der Baumfrosch (Rhacophorus rhodopus) von Asien nach Indien ein.; Bildrechte: J.-T. Li

Publikation: Jia-Tang Li, Yang Li, Sebastian Klaus, Ding-Qi Rao, David M. Hillis, Ya-Ping Zhang: Diversification of rhacophorid frogs provides evidence for accelerated faunal exchange between India and Eurasia during the Oligocene. PNAS Early Edition, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1300881110

Informationen: Dr. Sebastian Klaus, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-24718, klaus@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 12 2013
18:00

Gastvortrag von Prof. Paul Workman an der Goethe-Universität

Genetische Störungen bei Krebs individuell therapieren

FRANKFURT. Prof. Paul Workman, Gründer des international renommierten Institute for Cancer Research in London, untersucht, wie man Krebsgene und ihre Mutationen individuell behandeln kann. Mit seinem preisgekrönten Forschungsteam entwickelte und testete er bereits ein Dutzend potentielle Krebsmedikamente. Ein vielversprechendes Präparat gegen Prostatakrebs wurde kürzlich von der europäischen sowie der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde zugelassen.  In seinem Vortrag in englischer Sprache

am: Donnerstag, dem 14. Februar 2013 um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-2

erklärt er, wie mit Hilfe von genetischen Analysen und der Anwendung von Biomarkern wirksame und selektive Krebsmedikamente entwickelt werden können.

Eine häufige Ursache für die Entstehung von Krebs ist die Mutation von Krebsgenen, so genannten Onkogenen, die zu unkontrolliertem Zellwachstum führt. Gelingt es, die außer Kontrolle geratene Signalkaskade durch gezielte Blockade der betroffenen Gene zu unterbrechen, kann dem Tumorwachstum Einhalt geboten werden. Workman und seinem Team ist es gelungen, bestimmte, das Zellwachstum regulierende Gene zu identifizieren und wirksame Inhibitoren zu entwickeln. Einige zeigen erste Erfolge in klinischen Studien der Phase 1.

Da Krebs oft auf der Mutation mehrerer Gene und somit Fehlfunktion mehrerer Signalwege beruht, ist es wichtig, das komplette Genom eines betroffenen Patienten zu analysieren, um dann eventuell effektiver handeln zu können. Dieser als personalisierte Molekularmedizin bezeichnete Ansatz soll zukünftig das Leben von Krebspatienten entscheidend verbessern.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe Perspectives in Oncology, gesponsert von Merck-Serono.

Informationen: Prof. Hubert Serve und Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de

Veranstaltungen

Feb 12 2013
17:58

Uni informiert über ein Fach mit besten Berufschancen

Tage der Informatik – nicht nur für Studieninteressierte

FRANKFURT. Verschlüsselung & Zauberei,  Bioinformatik gegen die Invasion von Killer(Krebs)zellen oder die Frage: Was hat Herzrasen mit Computern und Spielen zu tun? – das sind die Themen der diesjährigen „Tage der Informatik“

am 20. und 21. Februar 2013, jeweils von 9 bis 16:30 Uhr
im Hörsaalgebäude Mertonstr. 17-21, Hörsaal HVI.

Eingeladen sind nicht nur Studieninteressierte, sondern auch die an Informatik interessierte Öffentlichkeit. Schülerinnen und Schüler haben an beiden Tagen Gelegenheit zu einem direkten Austausch mit Studierenden und Hochschullehrern. Die Tage informieren über den Studiengang Informatik an der Goethe-Universität und künftige Berufsfelder. Die Perspektiven für Informatiker sind nach wie vor ausgezeichnet: Nach Angabe der Bitkom, einem Verband der IT- und Telekommunikationsbranche, fehlen in der Bundesrepublik derzeit 43000 IT-Fachkräfte.

Aus dem Berufsleben berichten Ursula Jonscher (Lufthansa Passage, Information Management) und Dr. Eschmann (peiker acustic GmbH & Co. KG). In den übrigen Vorträgen werden die Inhalte des Studiums vorgestellt sowie seine Stellung als Querschnittswissenschaft mit vielfältigen Bezügen zu anderen Disziplinen aufgezeigt. Beispiele sind die theoretische Informatik, die Bio-Informatik, die praktische und die technische Informatik.

Ebenfalls auf dem Programm stehen die Vorstellung des neu eingerichteten Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik sowie ein Ausblick auf die Entwicklung des Instituts für Informatik, das in den kommenden Jahren ein neues Gebäude auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität erhält.

Neben den Vorträgen sind auch die beliebten Roboter zum Anfassen des Joint Robotics Lab wieder vertreten. Lehrkräfte des Faches Informatik aus Schulen des Rhein-Main-Gebiets präsentieren außerdem Beispiele aus ihrem Unterricht.

Informationen: Prof. Jürgen Poloczek, Institut für Informatik, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-28241, E-Mail: TdI@informatik.uni-frankfurt.de

Programm: www.informatik.uni-frankfurt.de/TdI

Veranstaltungen

Feb 11 2013
10:03

Veranstaltung „Days of !ndia“ informiert deutsche Studierende und Forscher über Weiterbildungsmöglichkeiten in Indien. 15. Februar, Science Campus

Indientag an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Anlässlich der 60 Jahre währenden Deutsch-Indischen Zusammenarbeit lädt die Botschaft Indiens gemeinsam mit der Goethe-Universität junge Studierende und Forscher zu einem Treffen ein. Die Veranstaltung bietet Vorträge in Englisch und Deutsch über das Ökosystem in Indien für Weiterbildung, Wissenschaft, Technik und Innovation. Das DAAD-Büro Bonn stellt Stipendienmöglichkeiten vor; Deutsche Firmen in Indien informieren über Praktika in der nach China am stärksten wachsenden Wirtschaft. Studierende, die bereits in Indien studiert haben, berichten von ihren Erfahrungen. Interessierte können sich anschließend mit den anwesenden Institutionen, Wirtschaftsvertretern und Studierenden vernetzen.  

Days of !ndia, 15. Februar 2013, Beginn: 9.00 Uhr. Science Campus, Goethe-Universität, Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Str. 2, 60438 Frankfurt am Main.

Registrierung unter http://india-days.indianembassy.de/registration/

Weitere Informationen: Indische Botschaft, Wissenschaftsabteilung, Tiergartenstr. 17, 10785 Berlin, Tel. (030) 25795722/23, www.indianembassy.de  

Veranstaltungen

Feb 8 2013
17:58

Forschungsbau auf dem Campus Westend kam durch beispielhafte Kooperation von Bund, Land und Universität zustande

Neubau für Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ eröffnet

FRANKFURT / WIESBADEN. Die Geistes- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt gewinnen mit dem neuen Gebäude für den Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ weiter an Sichtbarkeit. Die Fertigstellung des sechsgeschossigen Gebäudes an der Nordostseite des Campus Westend kann als Beispiel für eine besonders gelungene Kooperation zwischen Politik und Wissenschaft gelten: Denn als einziges geistes- und sozialwissenschaftliches Bauvorhaben gehört das Projekt zu den Gewinnern eines Wettbewerbs des Wissenschaftsrates und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder. Die Kosten in Höhe von rund elf Millionen Euro tragen jeweils zur Hälfte der Bund und das Land Hessen. Das Gebäude nach Entwürfen der Berliner Architektin Gesine Weinmiller war im September 2012 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit bezogen worden. Es bietet 145 der 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Clusters Platz.

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Finanzen, Prof. Dr. Luise Hölscher, der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Prof. Dr. Felix Semmelroth, und der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, haben den Neubau heute bei einem Festakt mit rund 250 Gästen offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Staatsministerin Kühne-Hörmann sagte: „Das bundesweit hoch angesehene Exzellenzcluster erhält nun mit dem neuen Gebäude die besten räumlichen Rahmenbedingungen für seine Forschungstätigkeit bei der Suche nach der Gerechtigkeit in der Welt.“ Auch dieses Projekt belege, dass die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre an Hessens Hochschulen ein politischer Schwerpunkt der Landesregierung sei und bleibe.

Finanzstaatssekretärin Professor Dr. Luise Hölscher erklärte: „Das Gebäude fügt sich mit seinen angenehmen Proportionen und der Fassadengestaltung hervorragend in das Gesamtensemble ein und bildet zugleich als eigenständiges Bauwerk eine weithin sichtbare Adresse für den Exzellenzcluster“. Sie ergänzte: „Einen baulichen Aspekt möchte ich besonders betonen: Das Gebäude verfügt, ganz im Sinne des Kabinettsbeschlusses des Landes Hessen zur CO2-neutralen Landesverwaltung, über einen hohen Energieeffizienzstandard.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl betonte bei der Feierstunde, die noch junge Geschichte der 1914 gegründeten Goethe-Universität sei untrennbar verbunden mit ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkten. Der Exzellenzcluster baue auf der Tradition der „Frankfurter Schule“ auf. „Und auch heute“, so Müller-Esterl weiter, „beweist die Goethe-Universität ein hohes Innovationspotenzial in ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Das zeigt nicht zuletzt die große Reputation des Clusters zur Herausbildung normativer Ordnungen, der im letzten Jahr mit großer Bravour die Hürden bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder genommen hat. Der hochwertige Neubau gibt dem Cluster nun auch seinen räumlichen Mittelpunkt.“

„Es ist ein glücklicher Umstand, dass die Einweihung des neuen Gebäudes mit dem Beginn der zweiten Förderperiode des Exzellenzclusters zusammentrifft, die nach einem harten Wettbewerb und überwältigend positiven Voten eines internationalen Gutachtergremiums bewilligt wurde“, sagte Prof. Dr. Klaus Günther, einer der beiden Sprecher des Clusters. Co-Sprecher Prof. Dr. Rainer Forst fügte hinzu: „Für einen interdisziplinären Forschungsverbund dieser Größe ist es sehr wichtig, ein eigenes Domizil zu haben, noch dazu solch ein beeindruckendes Gebäude. Damit hat das Projekt auch räumlich Gestalt angenommen.“ Die Sprecher dankten allen daran von Seiten der Universität, des Landes und des Bundes Beteiligten sowie dem Architekturbüro Weinmiller.

Der Frankfurter Exzellenzcluster zur Herausbildung normativer Ordnungen hat sich als feste Größe in der Forschungslandschaft etabliert. Der neue DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider bezeichnete ihn kürzlich als eine der führenden Einrichtungen seiner Art in Deutschland mit internationaler Ausstrahlung. Seit November 2012 wird der Forschungsverbund für weitere fünf Jahre durch die Exzellenzinitiative gefördert. Er gehört unter den 43 Clustern, die im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative für die zweite Förderperiode ausgewählt wurden, zu dem Kreis der sechs Projekte mit geistes- und sozialwissenschaftlicher Ausrichtung. Beteiligt sind verschiedene Disziplinen – von der Philosophie, den Geschichtswissenschaften, der Politikwissenschaft und der Rechtswissenschaft über die Ethnologie und die Ökonomie bis zur Soziologie und Theologie.

Dem Forschungsverbund, der 2007 seine Arbeit aufgenommen hat,  geht es, wie die Sprecher darstellten, vor allem darum, die doppelte Rolle von Normen, vor allem solcher der Gerechtigkeit und der Menschenrechte, im Leben der Gesellschaften zu untersuchen, wenn sie sowohl zur Rechtfertigung politischer Herrschaft und einer bestimmten Verteilung von Gütern als auch zu deren Kritik verwendet werden. Wie sehr die stabilisierende ebenso wie verändernde Kraft solcher Rechtfertigungen oft unterschätzt wird, zeigt sich aktuell zum Beispiel an den dramatischen Veränderungen, die wir seit über einem Jahr in den Ländern des nördlichen Afrika und des Nahen Ostens erleben.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Hochschulpolitische Themen

Feb 8 2013
12:50

Neue Ausgabe des UniReport mit Essay zur Krise der Zeitungen.

Das Schweigen der Hochschulöffentlichkeit

FRANKFURT. Die Zeitungskrise als Gefahr für die akademische Diskussionskultur: In der aktuellen Ausgabe des UniReport stellt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen in einem Essay die Bedeutung der Krise für die Hochschulen dar und verbindet die Diagnose mit der Klage darüber, dass die akademische Intelligenz sich zu wenig in die Debatte einmische: „Diejenigen in den Universitäten, die das Zeitungsmilieu als Reflexionsinstanz, Korrektiv und Widerpart brauchen und seit Jahrzehnten von seiner intellektuellen Energie profitieren, schauen zu und halten sich zurück.“

In der Reportage wird den vielschichtigen Veränderungen im Ernährungsverhalten  nachgegangen. „Sushi statt Eisbein“ – jüngere Menschen wenden sich von der deutschen Küche ab und bevorzugen vor allem die asiatische Küche. Analysen der kulinarischen Ethnologie werden ergänzt durch Beobachtungen von Ernährungsberatern und Verpflegungsexperten der Goethe-Universität.

Weitere Themen der aktuellen Ausgabe:

  • Von Neugierde getrieben – Leibniz-Preis 2013 geht an Prof. Ivan Dikic.
  • Solo für den Uni-Biografen – Prof. Notker Hammerstein schreibt die Geschichte der Goethe-Universität
  • Bisexualität und Attraktivität: Frankfurter Biologen untersuchten am Beispiel des Atlantikkärpflings die Partnerwahl bei Fischen.
  • Bildung als wichtigste Ressource für bürgergesellschaftliches Engagement - Alfred-Grosser-Gastprofessorin Annette Zimmer über die engagierte und selbstbewusste Bürgerschaft der Stadt Frankfurt.
  • Prominente und ihre Krankheiten: Prof. Theo Dingermann und Prof. Dieter Steinhilber über „Freddie Mercury – ein Leben mit AIDS“.
  • Bockenheim oder Westend? Studierende der Gesellschaftswissenschaften führten eine experimentelle Befragung zum Umzug der Universität durch.

Die aktuelle Ausgabe des UniReport steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info

Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent, Pressereferent /stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-23753, frank@pvw.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 8 2013
12:34

Neues Projekt zur Lese-/Rechtschreibschwäche richtet sich an Frankfurter Schüler der 5. bis 10. Klassenstufe.

Der Legasthenie an den Kragen

FRANKFURT. Die Erfordernisse der Arbeitswelt bezüglich schriftsprachlicher Kompetenzen sind in den letzten Jahren auch bei unqualifizierten Tätigkeiten gestiegen. Trotz regelmäßigen Schulbesuchs und normaler Intelligenz schafft es allerdings ein Anteil von mindestens 5% der Schüler eines jeden Jahrganges nicht, eine ausreichende Rechtschreibkompetenz zu entwickeln. Frankfurter Schülerinnen und Schülern mit Schwächen beim Lesen und Schreiben wird nun im Rahmen des Projekts „Therapie der Lese-/Rechtschreibschwäche auf der Grundlage qualitativer Fehleranalysen“ eine Unterstützung angeboten: Erstmals wird eine erfolgreiche Beseitigung von Rechtschreibproblemen bei einer ärztlich bescheinigten Legasthenie oft unter einem Jahr erreicht. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Günther Thomé ist am Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelt.

Für die geförderten Schüler und Schülerinnen bewirkt diese Förderung eine deutliche Verbesserung von Bildungschancen, da die Lese-/Rechtschreibleistungen grundlegende Fähigkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft darstellen. Durch eine symptomspezifische und damit individuell angepasste Behandlung wird sich ein Therapieerfolg bei der überwiegenden Zahl der Fälle in deutlich kürzerer Zeit als zwei Jahre, unter Umständen auch unter einem Jahr, einstellen.

Die Therapiesitzungen finden wöchentlich je 45 Min. statt. Freie Texte zu schreiben ist fester Bestandteil der Therapie. Die Schülertexte bilden zudem die Grundlage für die fortlaufenden Analysen des Rechtschreibprofils und der adäquaten Therapieangebote. Die individuellen orthographischen Problemfelder werden erhoben und dem betreffenden Schüler zunächst als Rückmeldung in verständlicher Form bekannt gegeben. Darüber hinaus wird u.a. durch Verzicht auf Diktate und eine offene lernfördernde Atmosphäre der Spaß am Lesen und Schreiben fest verankert. Vorrangiges Ziel des Projektes ist es, alle teilnehmenden Schüler und Schülerinnen zu einer signifikanten, stabilen Verbesserung der Lese-/Rechtschreibleistung zu verhelfen, und somit die (Aus-)Bildungschancen entsprechend ihrer Begabung zu ermöglichen.

Das Projekt „Therapie der Lese-/Rechtschreibschwäche auf der Grundlage qualitativer Fehleranalysen“ läuft bis 2015. „Um die Förderkapazität zu erhöhen, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen“, betont Projektleiter Prof. Günther Thomé.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Günther Thomé, Institut für Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache, Fachbereich 10: Neuere Philologien, Goethe-Universität,  Tel. (069) 798-32718, thome@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 7 2013
16:36

Goethe-Universität sucht Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung

Gestörtes Vertrauen nach traumatischem Erlebnis

FRANKFURT. Nach einem traumatischen Erlebnis berichten Menschen manchmal von Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen. An der Universität Frankfurt wollen Psychologen jetzt herausfinden, ob dies Folge oder Ursache ihrer Erkrankung ist. Die Studie könnte dazu beitragen, die biologischen Risikofaktoren für die Entstehung einer  Posttraumatischen Belastungsstörung  besser zu verstehen und langfristig helfen, die Psychotherapie und medikamentöse Therapie besser an die individuellen Bedürfnisse von Patienten anzupassen. Für die bereits angelaufene Studie sucht das Wissenschaftlerteam noch erwachsene Studienteilnehmer mit Posttraumatischer Belastungsstörung, die bei der Studie sogar Geld verdienen können.

Eine Posttraumatischen Belastungsstörung kann nach einem traumatischen Ereignis eintreten, bei dem man starke Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen verspürt hat. Anschließend tauchen immer wieder Bilder oder Gedanken an das Erlebnis auf oder man vermeidet Reize und Situationen, die daran erinnern könnten. Weitere Merkmale sind Durchschlafprobleme, Konzentrationsstörungen oder Wutausbrüche, die vorher nicht bestanden. Um von einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu sprechen, sollten die Symptome mindestens seit einem Monat bestehen.

Ob sich Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung in Vertrauenssituationen tatsächlich anders verhalten, möchten die Psychologen der Abteilung für Allgemeine Psychologie und der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe Universität herausfinden, indem sie das „Bindungshormon“ Oxytocin untersuchen. Es hat eine stress- und angstmindernde Wirkung und fördert das Vertrauen zwischen Menschen. Da sich Menschen genetisch darin unterscheiden, wie viel Oxytocin in ihrem Körper verfügbar ist und wie dieses verarbeitet wird, könnte dies abweichendes Verhalten erklären. Auch die genetische Ausprägung des Oxytocinrezeptors könnte dabei eine Rolle spielen. 

Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmer gebeten, einen finanziellen „Tauschhandel“ mit einer weiteren Person einzugehen, die ihnen jedoch unbekannt ist und bleibt. Durch diesen Tauschhandel kann in Abhängigkeit von den Entscheidungen der beiden Tauschpartner echtes Geld verdient werden. Im Anschluss daran sind kurze Fragebögen auszufüllen. Am Ende wird eine Speichelprobe abgenommen, um die genetische Variante des  Rezeptors für das Hormon Oxytocin zu bestimmen. Zusätzlich zu dem Geld, das im Tauschhandel erspielt wird, bekommt jeder Teilnehmer am Ende der Studie in jedem Fall eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 12 Euro bar ausgezahlt.

Informationen: Christine Anderl, Abteilung für Allgemeine Psychologie I, Campus Bockenheim, Tel. 0176-95 511511, studie-tauschhandel@stud.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 6 2013
11:10

Podiumsdiskussion des Frankfurter China-Instituts und des Exzellenzclusters „Normative Orders“ am 13. Februar 2013

Was ist mit den Menschenrechten in China?

FRANKFURT. Die Volksrepublik China erkennt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte offiziell an. Gleichwohl ist in der Presse immer wieder zu lesen, dass etwa Bundeskanzlerin Merkel oder Präsident Obama bei einem Staatsbesuch die Einhaltung der Menschenrechte anmahnen. Auf die wirtschaftlichen Beziehungen scheint das Thema gleichwohl keinen Einfluss zu haben. Die Frage jedoch bleibt: Macht sich China „objektiv“ einer Verletzung der Menschenrechte schuldig, oder interpretieren „der Westen“ und die kommunistischen Machthaber, unter Berufung auf eine spezifische chinesische Tradition, diese Rechte auf verschiedene Weise? Dann wäre vielleicht nichts mehr anzumahnen. Man müsste sich aber womöglich von der Universalität der Menschenrechte verabschieden. Auf die Erörterung dieser Gemengelage darf man gespannt sein bei der Podiumsdiskussion zum

Thema: „Menschenrechte in China“
am: Mittwoch, dem 13. Februar 2013, um 18.00 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität,
Gebäude „Normative Ordnungen“,
Lübecker Straße / Ecke Hansaallee

Veranstalter der Podiumsdiskussion, zu der die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, sind der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und das China-Institut an der Goethe-Universität. Als Diskutanten konnten zwei renommierte Kenner Ostasiens gewonnen werden: Prof. Harro von Senger ist emeritierter Professor für Sinologie am Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung, Prof. Heiner Roetz lehrt Geschichte und Philosophie Chinas an der Ruhr-Universität Bochum. Komplettiert wird das Podium durch zwei profilierte Wissenschaftler der Goethe-Universität, die auch die Moderation übernehmen. Vom Exzellenzcluster Normative Ordnungen, in dessen Räumlichkeiten die Diskussion stattfindet, kommt Prof. Rainer Forst, Professor für politische Philosophie und einer der Sprecher des Clusters. Der Sinologe Prof. Iwo Amelung ist stellvertretender geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien der Goethe-Universität.

Die Menschenrechte sind zu einer zentralen „normativen Ordnung“ der Moderne geworden. Im Westen verbindet man mit ihnen häufig einen universellen und kulturübergreifenden Geltungsanspruch. Ein Umstand wird dabei leicht übersehen, der in den Forschungsarbeiten des Exzellenzclusters zur Herausbildung normativer Ordnungen immer wieder Betonung findet: Während die westliche Welt die Menschenrechte vor dem Hintergrund eines Rechtfertigungsnarrativs versteht, das sich vor allem auf den Zivilisationsbruch durch den Nationalsozialismus bezieht, werden sie in anderen Weltregionen eher im Horizont der negativen Erfahrungen mit westlichem Kolonialismus, dem Streben nach ökonomischer Hegemonie und Ausbeutung, gewaltsamer Verbreitung einer vermeintlich höheren Zivilisation, behaupteter kultureller Überlegenheit und Paternalismus wahrgenommen. Was die Gewichtung und Interpretation einzelner Rechte anbelangt, scheinen unterschiedliche Auffassungen – so eine weitverbreitete These – auch daran zu liegen, dass beispielsweise China den Fokus auf die Entwicklung des Wohlstands und der Lebensqualität der Bevölkerung legt. Der Westen hingegen sieht in den Menschenrechten primär den Schutz des Einzelnen vor Übergriffen des Staates.

Der Schweizer Sinologe Harro von Senger, der auch promovierter Jurist ist, lenkt in seinen Veröffentlichungen zur Menschenrechtsdiskussion und zu den Menschenrechten in China den Blick auch auf die Position der Volksrepublik: In China herrsche, so von Senger in einer Studie, zumindest von offizieller Seite der Eindruck, dass „der Westen zwar unter dem Banner des Universalismus scheinbar neutral und unparteiisch für ‚die’ Menschenrechte eintrete. In Wirklichkeit instrumentalisiere er aber insgeheim die Menschenrechtsfrage zur moralischen Verbrämung einer beinharten partikulären Interessenpolitik“. Von Senger selbst spricht westlichen Politikern das alleinige Auslegungsrecht zu Inhalt und Tragweite von Menschenrechten ab. Man müsse sehen und anerkennen, dass in China andere Rechte im Mittelpunkt stünden, beispielsweise soziale Rechte und das Recht auf Entwicklung.

Auch Heiner Roetz von der Ruhr-Universität weiß, dass die chinesische Führung eine Umsetzung von Menschenrechten vor allem damit verbindet, die nationale Entwicklung durch den Staat zu organisieren, um die materielle Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. „Mit dem Fokus auf das Kollektiv wird der ursprüngliche Gedanke der Menschenrechte allerdings ausgehöhlt, denn die Entwicklungspolitik ist ihrerseits nicht mehr an Standards des individuellen Rechtsschutzes kontrollierbar“, so Roetz in einem Aufsatz. Eine ähnliche Aushöhlung finde aber statt, „wenn Menschenrechte auf Freiheitsrechte reduziert werden und die soziale Gerechtigkeit außer Acht bleibt.“ Der Sinologe sieht im Konfuzianismus Anknüpfungspunkte für ein modernes Menschenrechtsdenken. Und schließlich: „Entscheidend ist nicht, wer die Menschenrechte auf seinem historischen Konto verbuchen zu können meint. Entscheidend ist, wer ohne Anmaßung überhaupt in ihrem Namen sprechen kann.“

Informationen: Prof. Iwo Amelung, Interdisziplinäres Zentrum für Ostasienstudien, Tel.: 069-798-22897, Amelung@em.uni-frankfurt.de, www.izo.uni-frankfurt.de, www.china-institut.info; Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: 069-798- 31540, Sekretariat.Forst@soz.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net

Veranstaltungen

Feb 5 2013
13:16

Symposion: Methoden, Erkenntnisse und Konsequenzen der Hirnforschung. 9. Februar, Campus Westend

Eine Welt ohne Seele und freien Willen?

FRANKFURT. Werden wir künftig in einer „Welt ohne Seele und freien Willen“ leben?“ Genau diese Frage wirft ein wissenschaftliches Symposium auf, zu dem die EKHN Stiftung am 9. Februar 2013 in das Auditorium Maximum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt einlädt. Renommierte Hirnforscher, Mediziner, Philosophen, Theologen und Neurobiologen werden einen ganzen Tag lang in Einzelvorträgen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit geben, ihre Ergebnisse und Erkenntnisse schildern und über deren Folgen und Implikationen miteinander diskutieren.

Eine Welt ohne Seele und freien Willen? Methoden, Erkenntnisse und Konsequenzen der Hirnforschung.

Öffentliches Symposium am 9. Februar 2013,
10.00 Uhr, Audimax Campus Westend, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung haben der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe- Universität in Frankfurt am Main, Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, und Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität in Gießen, übernommen. Alle interessierten Bürger sind willkommen, um sich bei diesem Symposium über Methoden, Erkenntnisse und Konsequenzen der Hirnforschung zu informieren.

Bereits 2011 hatte die EKHN-Stiftung unter dem Titel „Energie –Klima – Verantwortung“ ein wissenschaftliches Symposium mit vorbereitendem Schülerseminar veranstaltet.

Weitere Informationen: www.ekhn-stiftung.de/symposium2013