​​​​Pressemitteilungen ​

Veranstaltungen

Jun 19 2013
14:18

Erstmals Studienfach „islamische Theologie“ in Deutschland Festakt mit dem stellv. Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn

Goethe-Universität eröffnet Zentrum „Islamische Studien“

FRANKFURT. Die Goethe-Universität betritt mit ihrem Zentrum für Islamische Studien, das heute (19.6.) offiziell mit einem Festakt eröffnet wird, erneut wissenschaftliches Neuland. Im Mittelpunkt der dort gelehrten „Islamischen Studien“ steht die Begründung eines nicht nur in Deutschland neuen Fachs, einer „Theologie des Islam“ im Sinne der historisch-kritischen Wissenschaft. „Die Gründung des Zentrums erfolgt in bester Tradition der Goethe-Universität, die seit ihrer Eröffnung 1914 immer wieder ein hohes Maß an Innovationskraft bei der Gründung neuer Fächer und Bahnung unkonventioneller Wege in der Wissenschaft gezeigt hat“, erklärte der federführende Vizepräsident Prof. Matthias Lutz Bachmann heute anlässlich einer Pressekonferenz in Frankfurt. So entstanden an der Goethe-Universität zum Beispiel die ersten Fakultäten für Natur- sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und der erste Lehrstuhl für Soziologie.

Der Aufbau des Zentrums erfolgt mit Mitteln des Bundes. Die Goethe-Universität hatte sich, unterstützt von der Justus Liebig-Universität Gießen, 2011 in einem Wettbewerb um die besten Konzepte durchsetzen können. In den nächsten Jahren werden daher rund vier Millionen Euro nach Frankfurt fließen. Dieses Geld wird dafür genutzt, weitere Professuren einzurichten, um dem neuen Fach damit nationale und internationale Strahlkraft zu geben und eine entsprechende Ausbildung für Lehrkräfte an Sekundarschulen (L2/L3) aufzubauen, während in Gießen die Lehrerausbildung für die Grundschule (L1) stattfindet. 

Lutz-Bachmann, der die Gründung des Zentrums in den letzten Jahren zusammen mit dem Theologen Prof. Ömer Özsoy erfolgreich vorangetrieben hat, sprach von einem glücklichen Tag für das neue Fach Islamische Studien in Deutschland. „An der Frankfurter Goethe-Universität verfügen wir bundesweit mit Abstand über die größte Expertise und mit zehn Jahren längste Erfahrung beim Aufbau der Islamischen Studien.“ Ziel sei es nicht nur, künftig Religionslehrer auszubilden, sondern insbesondere ein Fach zu etablieren, das es so bisher nirgends in Deutschland gibt. Dies sei durchaus auch als ein Experiment zu sehen, das in seinen Auswirkungen vergleichbar sei mit der Stellung der evangelischen und katholischen Theologie an Universitäten. Dass religiöse Bekenntnisse sich mit wissenschaftlichen Methoden konfrontierten und auf sich selbst kritisch reflektieren, sei als großer Fortschritt zu sehen. Er gehe davon aus, dass das Zentrum für Islamische Studien durch weitere Berufungen bald zu einem national und international geachteten Ort heranwachsen werde.

Der federführende Hessische Minister für Justiz, Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn,  der die Frankfurter Bewerbung seinerzeit unterstützt hatte, brachte seine Freude über die Fortschritte beim Aufbau des Zentrums zum Ausdruck: „In Frankfurt und Gießen leisten Sie wichtige Beiträge für die Integration und ein besseres Verständnis des Islams in Deutschland. Ich wünsche mir, dass Sie in diesen Anstrengungen nicht nachlassen“, so der Integrationsminister. „Ein solches Zentrum ist gerade in einer so internationalen Großstadt wie Frankfurt mit einem hohen Anteil von Migranten sehr gut aufgehoben. Wir brauchen neue Wege, um die Herausforderungen der Integration erfolgreich meistern zu können. Wir wollen den Islam herausholen aus den Hinterhöfen, in die Öffentlichkeit. Dazu gehört auf der Basis einer hochschulgebundenen Islamischen Theologie auch der Aufbau eines bekenntnisorientierten Unterrichts in den Schulen, den wir zu Beginn des kommenden Schuljahres auf den Weg gebracht haben.“

Schon heute verfügt die Goethe-Universität mit rund 300 eingeschriebenen Studierenden über den mit Abstand erfolgreichsten Bachelor-Studiengang für Islamische Studien in Deutschland. Dieser wird nicht nur von Studierenden muslimischen Glaubens genutzt, sondern auch von anderen, die sich z.B. im Rahmen eines Studiums der Kulturwissenschaften in Islamischen Studien vertiefen wollen. Der Studiengang ist im Fachbereich 9 (Sprach- und Kulturwissenschaften) angesiedelt. Ein Masterstudiengang Islamische Studien nimmt im kommenden Wintersemester 2013/14 erste Studierende auf.

Veranstaltungen

Jun 18 2013
11:46

Fachbereich Evangelische Theologie veranstaltet Vorlesung zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts

Princeton-Professor hält Paul-Tillich-Lecture

FRANKFURT. Für die Paul-Tillich-Lecture hat der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität in diesem Sommersemester Mark Lewis Taylor, Maxwell M. Upson-Professor of Theology and Culture am Princeton Theological Seminary, gewinnen können. Maxwell ist einer der prominentesten Tillich-Forscher weltweit und zugleich einer der profiliertesten US-amerikanischen Gegenwartsstimmen im Bereich der politischen Theologie. Das Thema des Vortrags lautet: „Socialism's Multitude: Tillich's The Socialist Decision. Resisting the U.S. Imperial". Die öffentliche Veranstaltung findet am Donnerstag (20.Juni) um 17 Uhr c.t. im Casino, Raum 1.801, auf dem Campus Westend statt.

Zum zweiten Mal organisiert der Fachbereich eine Paul-Tillich-Lecture. Sie wurde zur Erinnerung an einen der bedeutendsten deutschen protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts und Frankfurter Professor Paul Tillich (1929–1933) ins Leben gerufen wurde. Die Veranstaltung wird von den Freunden der Goethe-Universität sowie vom Graduierten-Kolleg „Theologie als Wissenschaft – Formierungsprozesse der Reflexivität von Glaubenstraditionen in historischer und systematischer Analyse" gefördert. Interessierte Bürger sind herzlich willkommen.

Informationen: Prof. Heiko Schulz, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Bockenheim, Tel. 069/798-32944, heiko.schulz@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 18 2013
11:42

Fundzettel als Kunstwerke: Der Aktionskünstler Brandstifter zeigt zur Night of Science seine „Blow-ups“. 21. Juni, 18 Uhr, Campus Riedberg

Eine „Asphaltbibliotheque“ für den Campus Riedberg

FRANKFURT. Seit nunmehr neun Monaten läuft auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg der Goethe-Universität das partizipative Projekt "Asphaltbibliotheque Riedberg" des Aktionskünstlers Brandstifter aus Mainz. Dazu wurden insgesamt vier so genannte Fundzetteldepots in zwei Institutsgebäuden und einem Studentenwohnheim aufgestellt, in die die Studierenden und Mitarbeiter der Goethe-Universität Zettel, die sie auf dem Campus gefunden haben, einwerfen können. Die oftmals handschriftlich verfassten Notizen sind Einkaufszettel, Wegbeschreibungen, Vermisstenmeldungen, Verabredungen und vieles mehr. Vor einigen Tagen hat Brandstifter die Zettelsammlung gesichtet und die Fundzettel vergrößert. Diese werden als "Blow-ups" an dem großen Holzwürfel angebracht, der vor dem Otto-Stern-Zentrum steht. Die Fundzettel werden durch diesen performativen Akt zu Bestandteilen eines Kunstwerks, an dem alle Studierenden teilgenommen haben und teilnehmen können. Die Blow-ups spiegeln den studentischen Alltag und das Leben auf dem Campus wider.

Die Asphaltbibliotheque Riedberg ist eingebettet in die Veranstaltungsreihe des KunstRaum Riedberg. Seit vier Jahren finden auf Initiative des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz regelmäßig Kunst-Ausstellungen statt, die von Dr. Carsten Siebert kuratiert werden. Mit dem Aktionskünstler Brandstifter bezieht der KunstRaum Riedberg erstmals die breite Campusöffentlichkeit mit ein.

Der Künstler Brandstifter hat vor 15 Jahren das Projekt Asphaltbibliotheque begonnen. Als Asphaltbibliothekar hat er bereits in einigen Städten und Ländern seine Aktion durchgeführt, so in: Berlin, Mainz, New York, Partapur (Rajasthan) und Wien. Jüngst führte ihn seine Europa-Tour durch die Städte Paris, Brüssel, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Torun, Vilnius, Riga und Wien. Die auf dieser Tour gesammelten Fundzettel werden zum Abschluss im September in Brooklyn als Buch vorgestellt.

Am Eröffnungsabend, dem 21. Juni, stellt Asphaltbibliothekar Brandstifter im Austauschbüro am Würfel bei Abgabe von Fundzetteln Zertifikate aus.

Eröffnung der Asphaltbibliotheque Riedberg am Freitag, 21. Juni, ab 18 Uhr. Treffpunkt ist die Freifläche vor dem Otto-Stern-Zentrum in der Max-von-Laue-Straße am Campus Riedberg der Goethe-Universität.

Medienvertreter sind herzlich willkommen. Für Interviews steht der Künstler zur Verfügung. Im Anschluss an die Einweihung besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch den KunstRaum Riedberg teilzunehmen.

Weitere Informationen zum Kunstraum Riedberg unter www.kunstraum.uni-frankfurt.de

 

Veranstaltungen

Jun 18 2013
11:19

Nach dem Erfolg der Bürgeruniversität: Diskussionsabend für Bürgerinnen und Bürger mit Steve Keen und Alfons Weichenrieder

Die Volkswirtschaftslehre nach der Finanzkrise

FRANKFURT. Ist die Politik des billigen Geldes die richtige Antwort auf die Staatsschuldenkrise oder überschreitet die EZB ihr Mandat? Welche Rolle sollen Banken in der Wirtschaft spielen? Inwieweit haben Ökonomen in der Finanzkrise versagt ohne Konsequenzen daraus zu ziehen? Wie viel Austerität vertragen die Demokratien Europas?

Zu diesen Themen diskutieren am 20. Juni, 18.30 – 20 Uhr, Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Hörsaal HZ 4, Grüneburgplatz 1: Prof. Steve Keen (University of Western Sydney) und Prof. Alfons Weichenrieder (Goethe-Universität).

Die Veranstaltung richtet sich an die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Main Gebiet sowie an Studierende. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Steve Keen gilt vielen als einer der wenigen Ökonomen, die bereits 2005 vor dem Aufkommen einer Finanzkrise warnten. Mahner wie er und Robert Shiller fanden zu dieser Zeit nur wenig Gehör. Als Post-Keynsianer hat sich über viele Jahre lang als Kritiker des neoklassischen Paradigmas in der Ökonomie zu Wort gemeldet. Sein Buch „Debunking Economics“, das in mehreren Auflagen erschien, erfreut sich unter alternativen Ökonomen größter Beliebtheit.

Alfons Weichenrieder ist Finanzwissenschaftler mit Forschungsschwerpunkten im Bereich Besteuerung, Fiskalpolitik und Fiskalföderalismus. Weichenrieder votiert für ein Zurück zu mehr Eigenverantwortung für Nationalstaaten und Banken. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, Vizepräsident des International Institute of Public Finance und Herausgeber der weltweit ältesten Zeitschrift für Finanzwissenschaft, dem FinanzArchiv.

Großen Stellenwert dieser Veranstaltung, die in englischer Sprache stattfindet, hat die Einbeziehung des Publikums in die Diskussion.

Die Veranstaltung wird initiiert von der Studierendeninitiative Kritische Ökonomen und unterstützt vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität und Occupy Money. Sie ist öffentlich, eine Anmeldung nicht nötig.

Sonstige

Jun 17 2013
11:48

Universitätsbibliothek der Goethe-Universität digitalisiert wertvolle Handschriftensammlung

Mit Dantes "Göttlicher Komödie" geht 1000. Handschrift online

FRANKFURT. Mit der „Göttlichen Komödie“ des italienischen Dichters Dante Alighieri wurde jetzt die 1000. Handschrift aus dem gut behüteten Schatz der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg digitalisiert und damit öffentlich für jeden zugänglich gemacht. In einem im Februar 2011 begonnenen Projekt scannt und digitalisiert die Bibliothek der Goethe-Universität ihre über 2.800 Handschriften umfassende Sammlung, die weltweit einzigartige Exemplare umfasst.

„Bisher nahmen Wissenschaftler weite Reisen sogar über Kontinente in Kauf, um die Unikate einzusehen. Durch die Digitalisierung wird es nun von jedem Ort der Welt möglich, online in den Handschriften zu blättern – ohne die empfindlichen Originale zu strapazieren“, erläutert Dr. Bernhard Tönnies, Leiter Handschriftenabteilung. Bei den bis zu 1200 Jahre alten Bänden ist ein schonender Umgang beim Scannen extrem wichtig. Deshalb hat die Universitätsbibliothek einen Spezialscanner angeschafft, in dem die Bücher nur bis zu einem Winkel von 110 Grad geöffnet werden müssen und beide Seiten gleichzeitig hochauflösend und farbgetreu bei möglichst geringem Licht aufgenommen werden. Marko Knepper, Leiter der Elektronischen Dienste, weist auf die besondere Schwierigkeit des Projekts hin: „Einerseits hat der schonende Umgang Priorität, das kostet Zeit, und andererseits wollen wir den Bestand innerhalb weniger Jahre online stellen.“ Für die bereits gescannten 350.000 Seiten sind so schon 17 Terabyte Daten zusammen gekommen, die dauerhaft archiviert werden.

Darunter ist die Handschrift zu Dantes „Göttlicher Komödie“, die im 14. Jahrhundert in Oberitalien geschrieben wurde (http://urn-resolver.de/urn:nbn:de:hebis:30:2-46119). Von der „Göttlichen Komödie“ gibt es insgesamt 600 Handschiften. „Das Frankfurter Exemplar wurde 1834 von dem aus Frankfurt stammenden und in Mailand lebenden Handelskaufmann Heinrich Mylius der Stadtbibliothek seiner Heimatstadt geschenkt“, erläutert Tönnies. „Jetzt kann es – wie die anderen bereits gescannten Handschriften – online bewundert und auch wissenschaftlich bearbeitet werden.“ Neben der Dante-Handschrift finden sich viele weitere Schätze unter den alten Handschriften, zwei ganz unterschiedliche Beispiele: eine im 13. Jahrhundert entstandene Pariser Bibel aus dem Zisterzienserkloster Eberbach und das Rüst- und Feuerwerksbuch der Stadt Frankfurt, das um 1500 für die Ratsbibliothek angeschafft wurde.

Ebenfalls gescannt und mit den Objekten verlinkt wurden die ausführlichen Beschreibungen der Handschriften, die bisher nur in Form von gedruckten Katalogen vorlagen. Die komplette digitale Sammlung ist zugänglich unter der URL: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/msinc

Nach den Handschriften stehen ferner 2.700 Inkunabeln – Druckwerke des 15. Jahrhunderts – in den Tresorräumen bereit, an denen ebenso großes Interesse besteht. Ein besonders gefragtes Objekt, die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, wurde schon vorgezogen. Die Bibliothek besitzt seit 1802 ein vollständiges Exemplar der von Johannes Gutenberg gedruckten Bibel, die aus dem Besitz des Frankfurter Leonhardstifts stammt.

Die Frankfurter Handschriftensammlung geht in ihren Ursprüngen bis auf die 1484 gegründete Ratsbibliothek zurück. Durch Schenkungen, Legate und Ankäufe erfolgten immer wieder wertvolle Ergänzungen. Den größten Zuwachs gab es jedoch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Frankfurter Stifts- und Klosterbibliotheken im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurden.

Bilder können herunter geladen werden unter: hier (.zip)

Bildtexte

Abb. 1: Schmuckseite aus der „Göttlichen Komödie“. Sowohl in der Initiale als auch auf der unteren Bordüre ist Dante selbst dargestellt, unten blickt er auf seine Jugendliebe Beatrice.

Abb. 2: Illuminierte Seite aus der Pariser Bibel. Am Beginn des Buches Genesis werden in sieben Einzelszenen die sieben Tage der Schöpfung dargestellt.

Abb. 3: Herstellung von Salpeter, Darstellung aus dem Rüst- und Feuerwerksbuch der Stadt Frankfurt.

Informationen: Dr. Bernhard Tönnies, Leitung Handschriftenabteilung, Email ls-handschriften@ub.uni-frankfurt.de, Tel. 069/798-39236; Marko Knepper, Leitung Abteilung E-Dienste, Email digitalisierung@ub.uni-frankfurt.de, Tel. 069/798-39905;

Veranstaltungen

Jun 17 2013
11:28

Goethe-Universität eröffnet Zentrum für islamische Studien

Einladung zum Mediengespräch: Neue Sichtweisen auf den Islam

FRANKFURT. Die Goethe-Universität betritt mit ihrem Zentrum für Islamische Studien erneut wissenschaftliches Neuland. Im Mittelpunkt der dort gelehrten „Islamischen Studien“ steht die Begründung eines nicht nur in Deutschland neuen Fachs, einer „Theologie des Islam“ im Sinne der historisch-kritischen Wissenschaft. Bei einem Mediengespräch am

Mittwoch, den 19. Juni 2013, 10 Uhr
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend, Präsidiumsgebäude (Gebäude PA), Grüneburgplatz 1, Raum: Senatssaal 

möchte Sie das Präsidium über den Stand der Entwicklung und die künftigen Perspektiven dieses Zentrums informieren.

Ihre Gesprächspartner:
Jörg-Uwe Hahn, Hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa
Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität

Ferner nimmt als Experte  für Ihre Fragen an der PK teil:
Prof. Dr. Ömer Özsoy, Direktor des Zentrums für Islamische Studien 

Über Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten (ott@pvw.uni-frankfurt.de). Im Anschluss besteht für Medienvertreter die Möglichkeit, an der um 11 Uhr beginnenden Festveranstaltung im angrenzenden Foyer des PA-Gebäudes teilzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Sonstige

Jun 13 2013
14:54

Juristin der Goethe-Uni auf Platz 1: Tinka Uphoff war schnellste Frau bei weltweit größtem Firmenlauf

Rechtswissenschaftlerin gewinnt J.P. Morgan Corporate Challenge

FRANKFURT. Tinka Uphoff kam gestern Abend als schnellste Frau beim J.P. Morgan Corporate Challenge ins Ziel. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin aus dem Fachbereich Rechtswissenschaften der Goethe-Universität brauchte für die 5,6 Kilometer lange Strecke durch Frankfurts Innenstadt nur 19:07 Minuten und war damit fast eine Minute schneller als die Zweitplatzierte Anna Reuter von der Gruppe der VW-Mitarbeiter (20:05 Min), es folgte Kristina Welsch von der Bundespolizei (20:27 Min). Für die Goethe-Universität hatten 159 Läuferinnen und Läufer die Laufschuhe geschnürt und ein orangefarbenes Shirt mit dem Slogan „Wissen bewegt“ übergestreift. Insgesamt waren 68.709 Läuferinnen und Läufer aus 2.782 Unternehmen und 467 Städten beim weltweit größten Firmenlauf an den Start gegangen.

Die 30-jährige Rechtswissenschaftlerin ist schon lange laufbegeistert. Bereits mit 16 Jahren wusste sie: „Ich will Marathon laufen!“ 2007 war es dann soweit; ihren ersten Marathon in Mannheim legte sie in 3:33 Stunden zurück. Sie nimmt aber auch mit beeindruckenden Zeiten an Wettbewerben auf kürzeren Strecken teil; der „LaufReport“ nannte sie vor zwei Jahren den „Shooting Star 2011“. Tinka Uphoff trainiert in Frankfurt beim Laufverein Spiridon; seit 2011 strukturiert nach einem Trainingsplan. „Ab diesem Zeitpunkt konnte ich meine Zeiten kontinuierlich verbessern“, erzählt die gebürtige Wiesbadenerin. „Vor 2011 bin ich vor allem Marathon gelaufen. Dann habe ich aber eingesehen, dass ich an meiner Lauftechnik noch arbeiten muss und bin deshalb erstmal weg vom Marathon und hin zu den ‚Unterdistanzen‘. Nach etwas Verletzungspech in 2012 hoffe ich, dass ich im Jahr 2013 wieder richtig trainieren kann. Mein Ziel ist dann der Frankfurt Marathon im Herbst.“

Weitere Bestzeiten von Tinka Uphoff auf einen Blick: 3.000 m Halle (Hanau, 2012): 9:51 Min., 5.000 m Bahn (Pfungstadt, 2011): 17:01 Min., 10 km Straße (Deutsche Meisterschaft in Oelde, 2011): 35:04 Min., Halbmarathon (Lauf in Egmond an Zee/Nl., 2012 und hessische Meisterschaften in Offenbach, 2012): 1:17:22 Std.und 1:17:23 Std.

Informationen: Imke Folkerts, Abteilung Marketing und Kommunikation, Interne Kommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-12481, folkerts@pvw.uni-frankfurt.de; Foto erhältlich bei Helga Ott, ott@pvw.uni-frankfurt.de, Tel: (069) 798-12472

 

Personalia/Preise

Jun 12 2013
11:18

Kassel-Stiftung zeichnet „Wissenschaftler des Jahres“ mit 25.000 Euro aus

Neuer Wissenschaftspreis in Frankfurt

FRANKFURT.  Zur Anerkennung besonderer Forschungsleistungen einzelner Wissenschaftler in Frankfurt hat die Kassel-Stiftung einen jährlich zu vergebenden Preis „Scientist of the Year“ mit einer Dotierung von 25.000 Euro eingerichtet. Der Preis wurde gestern erstmals im Rahmen einer akademischen Feier an den Physiker Prof. Reinhard Dörner vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität verliehen. In ihrem einstimmigen Votum lobten die Gutachter die exzellente und in Fachkreisen hoch anerkannte Arbeit Dörners und lobten sein vorbildliches Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

„Ich freue mich sehr über diese Anerkennung, möchte aber betonen, dass sie nicht mir allein gebührt. In meinem Arbeitskreis sind 40 Mitarbeiter; vom Bachelor-Studenten bis zum Post-Doktoranden haben sie alle zu diesem Erfolg beigetragen“, so Dörner. Der Physiker hat ein Messverfahren mitentwickelt, mit dem er seit 20 Jahren „Filme“ von so genannten Vielteilchenprozessen von Atomen und Molekülen macht. Mit dem in Frankfurt entwickelten COLTRIMS-Reaktionsmikroskop hat Dörner ein völlig neues Beobachtungsfenster für chemische Reaktionen und quantenmechanische Prozesse aufgestoßen. Diese Technik wird mittlerweile in führenden Laboratorien weltweit angewendet.

„Reinhard Dörner ist die treibende Kraft hinter diesen technisch und experimentell extrem anspruchsvollen Arbeiten. Dem Wunsch der Stifter, einen herausragenden Frankfurter Forscher mit Vorbildcharakter auszuzeichnen, wird mit der Verleihung des Preises an Dörner bestens entsprochen“, würdigt Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl die Leistung des 52-Jährigen.

Eingerichtet wurde der Preis „Scientist of the Year“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung im Jahr 2012. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung die Goethe-Universität in besonderer Weise unterstützt. Der nun erstmals vergebene Kassel-Preis besteht aus zwei Teilen: 5.000 € stehen für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und 20.000 € stehen dem Preisträger zur persönlichen Verfügung. Mit seiner Entscheidung, den persönlichen Anteil 20.000 € komplett für Deutschland-Stipendien zu stiften, unterstreicht Dörner seine Verbundenheit mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs.

Reinhard Dörner, geboren 1961  in Wiesbaden, absolvierte sein Physikstudium an der Goethe-Universität, wo er sich nach der Promotion (1991) für das Fach Physik habilitierte (1998). Mehrere Forschungsaufenthalte führten in an das Lawrence Berkeley National Laboratory in den USA. Seitdem er 2002 auf eine Professur für Experimentalphysik an der Goethe-Universität berufen wurde, ist er Frankfurt – trotz verlockender Angebote anderer Universitäten – treu geblieben. Sein wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 280 Publikationen, davon über 70 in den weltweit führenden Wissenschaftszeitschriften Science, Nature, Nature Physics und Physical Review Letters.

Informationen: Prof. Reinhard Dörner, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47003; doerner@atom.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 12 2013
11:13

Abschlussveranstaltung des „LEEN Energieeffizienz-Netzwerkes Rhein-Main-Region“ an der Goethe-Universität

Netzwerk nutzt Einsparpotenziale bei der Energienutzung

FRANKFURT. Im Jahr 2010 haben sich die Stadt Frankfurt und 10 größere Unternehmen aus der Region Rhein-Main zu einem  Energieeffizienz-Netzwerk zusammengeschlossen. Selbstgestecktes Ziel war es, in den folgenden drei Jahren die Energieeffizienz um 7% zu erhöhen und außerdem den Ausstoß an CO2-Emissionen um 7% zu reduzieren. Aufgrund der intensiven Maßnahmenumsetzung wurden diese Ziele sogar noch übertroffen!

Am 18. Juni 2013 findet die feierliche Abschlussveranstaltung mit Urkundenübergabe durch Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt, Gesundheit und Personal, in den Räumlichkeiten der Goethe-Universität Frankfurt statt. Neben einer Präsentation der Projektergebnisse wird es außerdem eine Vorstellung der Besten Maßnahmen durch die Teilnehmer geben.

Am Projekt LEEN sind folgende Unternehmen beteiligt:

ABG Frankfurt Holding
Akzo Nobel Industrial Chemicals GmbH
Finanz Informatik GmbH & Co. KG
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH Infraserv GmbH & Co.
Höchst KG
Goethe-Universität Frankfurt
Mainova AG mit der VGF (Betriebshof Gutleut)
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Solvay Fluor GmbH

Die Veranstaltung findet am 18. Juni 2013, 12:00-13:30 Uhr, im Raum 1.314 (Eisenhower-Raum) des IG Hochhauses der Goethe-Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, statt. Medienvertreter sind herzlich willkommen!

Ansprechpartner:

Paul Fay, Energiereferat Stadt Frankfurt; Tel: (0)69 / 212 39199; paul.fay@stadt-frankfurt.de; energiereferat@stadt-frankfurt.de 

 

Veranstaltungen

Jun 11 2013
17:10

Achte „Night of Science“ am Campus Riedberg

Es wird wieder spät…

FRANKFURT. Eine ganze Nacht lang steht am 21. Juni 2013 auf dem Campus Riedberg die Faszination an den Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Passend zum „Jahr des Wassers“ beginnt Prof. Gerd Ganteför um 17 Uhr mit einem Vortrag zum Thema „Wasser und Wasserstoff: Ein Problem und seine Lösung“. Im weiteren Verlauf berichten Wissenschaftler des Campus Riedberg in über 70 Vorträgen auf allgemein verständliche Weise über neue Erkenntnisse, erklären alltägliche Phänomene und zeigen spektakuläre Experimente bis in die frühen Morgenstunden.

Wann? Freitag, 21.6.2013, ab 17.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden
Wo? Campus Riedberg, Ruth-Moufang-Str. 2 und Max-von-Laue-Str. 1 – 9

Parallel zu den wissenschaftlichen Vorträgen stellen sich die naturwissenschaftlichen Studiengänge der Goethe-Universität vor, um bei Schülern die Lust an den Naturwissenschaften zu wecken. Das reichhaltige Rahmenprogramm bietet Showexperimente, Mitmachstationen, Laborführungen, einen Kinderspielplatz und genügend Raum für geselliges Beisammensein in entspannter Atmosphäre mit Live-Musik.

Die studentischen Fachschaften des Riedbergs organisieren die „Night of Science“ zum nunmehr achten Mal. Für ihr Engagement wurden sie im vergangenen Jahr mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Studierenden freuen sich auf Ihren Besuch und wünschen einen spannenden Abend.

Informationen: Felix Lillich, Tel.: 015773155584, fragen@nightofscience.de; www.nightofscience.de

Anfahrt mit dem RMV: U8 / U9 Haltestelle „Uni-Campus-Riedberg“ / Eintritt frei

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Jun 10 2013
14:07

Chillida-Gastprofessur wird im Rahmen einer feierlichen Eröffnung an Dr. Ana María Rabe vergeben. 13. Juni, 18 Uhr, Campus Westend

Neue Professur für baskische Kunst und Kultur

FRANKFURT. Dr. Ana María Rabe tritt zum Sommersemester 2013 die neu eingerichtete Chillida-Gastprofessur an der Goethe-Universität an. Der Titel ihrer Antrittsvorlesung lautet „‘Stets nie verschieden, doch niemals immer gleich‘. Eduardo Chillidas Werk und seine Suche nach Einheit und Dialog.“ Die Chillida-Gastprofessur, benannt nach dem baskischen Bildhauer und Zeichner Eduardo Chillida, wird jährlich für ein Semester an internationale Wissenschaftlerpersönlichkeiten vergeben , die Schwerpunkte der baskischen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im internationalen Kontext vertreten. Vereinbart wurde die Professur vom Instituto Vasco Etxepare und der Goethe-Universität.  

Eröffnung der Chillida-Gastprofessur
Donnerstag, 13. Juni 2013, 18 Uhr c.t., Casino Saal 1.801, Campus Westend, Grüneburgplatz 1   Eröffnung
Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität

Grußworte
Joxean Muñoz, Vizeminister für Kultur der baskischen Landesregierung
Clara Montero, Staatssekretärin für Kulturförderung der baskischen Landesregierung Dr. Mari Jose Olaziregi Alustiza, Direktorin für Förderung und Verbreitung der baskischen Sprache, Instituto Vasco Etxepare
Cristina Conde de Beroldingen Geyr, Direktorin des Instituto Cervantes Berlin/Frankfurt a.M.
Susana Chillida

Einführung in den Vortrag
Prof. Dr. Martin Büchsel, Kunstgeschichtliches Institut an der Goethe-Universität.
Vortrag

Dr. Ana María Rabe: Chillida-Professur an der Goethe-Universität: „Stets nie verschieden, doch niemals immer gleich“. Eduardo Chillidas Werk und seine Suche nach  Einheit und Dialog.

Die Veranstaltung wird gefördert vom International Office der Goethe-Universität und der Benvenuto Cellini-Gesellschaft e.V., Frankfurt a.M. 

Mehr Informationen zur Chillida-Gastprofessur:
Kunstgeschichtliches Institut, Goethe-Universität, Tel. (069) 798–28336; kunstgeschichte@kunst.uni-frankfurt.de; www.kunst.uni -frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 10 2013
10:22

Studiengalerie 1.357 zeigt „Project for a Masquerade (Hiroshima)“ von Simon Starlings

Zeitgenössische Videokunst verknüpft Tradition des Noh-Theaters mit Geschichte des Kalten Kriegs

FRANKFURT. Vom 13. Juni bis 18. Juli wird in der Studiengalerie 1.357 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität ein neues Werk zeitgenössischer Videokunst präsentiert: Simon Starlings Film Project for a Masquerade (Hiroshima) aus dem Jahr 2010 verknüpft die ins 14. Jahrhundert zurückreichende Tradition des japanischen Noh-Theaters mit der modernen Geschichte des Kalten Kriegs. Der Film wurde 2012 auf der dOCUMENTA 13 ausgestellt. Zur Eröffnung der Studiengalerie gibt es am Mittwoch (12. Juni) um 20 Uhr eine Einführung in Starlings Arbeit, zu der alle Interessierten in das IG-Farben-Haus, Raum 1.357 eingeladen sind. Geöffnet ist die Studiengalerie montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr.

Filmsequenzen aus dem Atelier des Maskenbildners Yasuo Miichi in Hiroshima dokumentieren die rituelle Herstellung von Masken für das Noh-Theater. Die getragenen Rhythmen der Filmbilder imitieren die Erzählformen dieses Theaters. Die Masken aber bilden berühmte westliche Figuren ab, fiktive und reale. Starling nutzt die strenge Form des Noh-Theaters, um eine verwirrende Vielfalt historischer Beziehungen zu strukturieren. Er zeigt, dass sich zwischen dem Gedenken an den Atombombenabwurf auf Hiroshima, Henry Moores künstlerischer Produktion, Strategien atomarer Abschreckung, der Spionagetätigkeit des Kunsthistorikers Anthony Blunt, der Atomindustrie und der Filmfigur James Bond ungeahnte Verbindungen auftun. Die Kombination historisch genau recherchierter Sachverhalte enthüllt eine paranoide Unterströmung offizieller Geschichte, die in der rituellen Form des Noh eine überzeitliche mythische Dimension erhält.

Die Arbeiten Simon Starlings sind geprägt vom Interesse am Spiel mit Kontexten, am Überschreiten kultureller Grenzen. Der heute international tätige Künstler besuchte nach einem Studium der Fotografie in Maidstone von 1990 bis 1992 die Kunsthochschule in Glasgow. Derzeit lebt er in Glasgow und Berlin, zeitweise unterrichtet er an der Städelschule in Frankfurt. Project for a Masquerade (Hiroshima) wurde erstmals 2010 im Museum of Contemporary Art in Hiroshima gezeigt (HD video, 25 Minuten).

In der Studiengalerie 1.357 werden Ausstellungsprojekte der Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ präsentiert. Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen arbeiten in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Videokunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Nicole Kreckel, Studiengruppe „„Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“, Campus Westend, Tel. (069) 798-32424, n.kreckel@yahoo.de, Blog der Studiengalerie: http://studiengalerie1357.wordpress.com

Veranstaltungen

Jun 10 2013
10:15

Der erste Beitrag des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ ist am 19. Juni ein Vortrag des Rechtshistorikers Michael Stolleis

„Polizey“: Cluster-Beteiligung an Reihe des Kunstvereins

FRANKFURT. Kein Rechtschreib- oder Druckfehler: „Polizey“ – so heißt eine Reihe im Frankfurter Kunstverein unter Mitwirkung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Reihe gehört zum groß angelegten Ausstellungsprojekt mit dem Obertitel „Ohnmacht als Situation“, das vom 13. Juni bis 4. August 2013 im Kunstverein am Römerberg auf dem Programm steht. Der Cluster ist an drei Veranstaltungen des „Polizey“-Teils direkt beteiligt. Den Anfang macht ein Vortrag des renommierten Frankfurter Rechtshistorikers Michael Stolleis zum

Thema:         „Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“
am:                Mittwoch, dem 19. Juni 2013, um 19.30 Uhr
Ort:                Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44

Polizei hieß früher „Polizey“ oder „Policey“ und unterschied sich auch sonst von den heutigen Sicherheitsbehörden. Vom Spätmittelalter bis zur Französischen Revolution verstand man unter „Policey“ Aufsicht, Kontrolle und Wohlfahrtsförderung der Obrigkeiten im Namen der „guten Ordnung“ des Gemeinwesens. Sittlichkeit, Gesundheit, Ordnung des Marktes, Handel und Wandel, Schutz vor Feuers- und Wassersgefahr waren die Gegenstände. Erst mit dem modernen „Rechtsstaat“ begrenzte man die Aufgaben auf Gefahrenabwehr. Alle anderen Aufgaben wanderten in das Verwaltungsrecht. Aus der umfassenden „Policey“ wurde die rechtlich gebundene „Polizei“. Der Referent Prof. Michael Stolleis war bis zu seiner Emeritierung Mitglied des Exzellenzclusters und zudem lange Jahre Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, an dem er bis heute arbeitet. Die Einführung in seinen rechtshistorischen Vortrag übernimmt Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters.

Das mittlerweile elfte „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters in Kooperation mit dem Kunstverein wird dann am 3. Juli um 20.30 Uhr einen weiteren markanten Programmpunkt der „Polizey“-Reihe bilden. Die Diskutanten sind Prof. Klaus Günther, Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Clusters, und der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Unter dem Titel „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“ geht es um die gerade in letzter Zeit zu beobachtende Expansion des Strafrechts als Mittel der Kriminalitätsbekämpfung. Härtere Strafen werden, so scheint es, geradezu als „Allheilmittel angesehen“ – sei es zur Bekämpfung sozialer Konflikte, um gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen zu lenken oder auch um die Finanzkrise zu bewältigen. Jörg-Uwe Hahn, auch stellvertretender Ministerpräsident,  bezeichnet den jüngst eingeführten, so genannten Warnschussarrest für Jugendliche als „Chance zur Besinnung, zur Einsicht“. Auch darum soll es in der Diskussion gehen, moderiert von der Juristin Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Clusters.

Prof. Klaus Günther wird am 10. Juli die Rollen wechseln und seinerseits die des Moderators einnehmen. Zu den Podiumsdiskutanten gehört dann Prof. Günter Frankenberg, ebenfalls Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität. Das Thema lautet: „Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“. Die Arbeit von Polizei und Justiz beruhen rechtlich gesehen auf dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Vor dem Gesetz und in den Augen der Polizei darf niemand vorverurteilt oder rein subjektivem Verdacht ausgesetzt werden. In letzter Zeit kam es jedoch immer wieder dazu, dass bestimmte Menschen etwa aufgrund ethnischer oder schichtbezogener Kriterien besonders häufig oder ohne erkennbaren Anlass polizeilich kontrolliert wurden. In der Diskussion, die um 19.30 Uhr beginnt, soll unter anderem die Frage erörtert werden, inwieweit diese Vorgehensweise mittlerweile auch rechtlich nicht mehr unantastbar ist.

Kurator der Reihe zur „Polizey“ ist Felix Trautmann, Doktorand am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Das Gesamtprojekt „Ohnmacht als Situation“ besteht aus drei Sektionen, neben der „Polizey“-Reihe sind dies die Ausstellungen „Democracia“ und „Revolutie“. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Eröffnung findet bereits am Abend des 12. Juni statt. Dann ist ab 19 Uhr die interessierte Öffentlichkeit im Frankfurter Kunstverein bei freiem Eintritt willkommen.

Die Cluster-Termine bei der „Polizey“-Reihe im Frankfurter Kunstverein im Überblick:

19. Juni, 19.30 Uhr
„Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“
Vortrag von Prof. Michael Stolleis, Einführung: Prof. Rainer Forst

3. Juli, 20.30 Uhr
„Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
Frankfurter Stadtgespräch mit Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt

10. Juli, 19.30 Uhr
„Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“
Podiumsdiskussion mit u.a. Prof. Günter Frankenberg, Moderation: Prof. Klaus Günther

Alle drei Veranstaltungen (Eintritt frei): Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; www.normativeorders.net, www.fkv.de

Veranstaltungen

Jun 7 2013
15:08

In der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften setzt sich Prof. Alain Schnapp mit Ruinen und der Weltgeschichte auseinander

Kam erst mit der Renaissance der Blick für die Bedeutung von Ruinen?

FRANKFURT. „Ist eine Weltgeschichte der Ruinen möglich?“ lautet der Titel eines Vortrags, den Alain Schnapp, Professor für Klassische Archäologie an der Université Paris I – Panthéon-Sorbonne und Leiter des Instituts für „Kunstgeschichte und Archäologie“, am 12. Juni (Mittwoch) hält. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend; sie findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

War den Griechen und Römern ein mit den Ruinen verbundenes Verständnis des Vergehens und der Zeitlichkeit fremd? Kann erst in Gesellschaften von einer Ästhetik der Ruinen gesprochen werden, in denen zerfallene Gebäude in einem anderen, als ihrem ursprünglichen Kontext gesehen werden? Diesen Fragen will der Vortrag durch eine vergleichende Betrachtung von klassisch-antiken, ägyptischen, mesopotamischen und chinesischen Quellen nachgehen, um aufzuzeigen, dass Ruinen eine Schlüsselfigur des historischen Denkens sind, die wie ein roter Faden die verschiedenen Darstellungen der Ruinen von der Antike bis zur Gegenwart verbindet. Der berühmte Satz Stendahls, dass das Kolosseum „heute, wo es in Trümmer fällt, vielleicht schöner ist, als in Tagen seines höchsten Glanzes“, klingt wie ein Paradigma unserer modernen Ästhetik. Die Ruine als Zeichen dessen, was sie einmal als intakter Bau war, gilt als eine Erfindung der Renaissance. Georg Simmel zufolge betrachteten die antiken Griechen und Römer Ruinen lediglich als „Stätte des Lebens, aus der das Leben geschieden ist“.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem auch auf dem Campus Westend befindlichen Institut français d’histoire en Allemagne statt. Im Anschluss: Eröffnung der Ausstellung „Simon Starling“ in der Studiengalerie.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Jun 7 2013
09:47

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh spricht im Rahmen der Frankfurter Poetikvorlesungen über Grundlagen und Bedingungen ihrer literarischen Arbeit. Erste Vorlesung: 11. Juni, 18 Uhr, Campus Westend

„Anti-Poetologin“ übernimmt Poetikdozentur

FRANKFURT.  Mit „Treideln“ ist ihre Vorlesungsreihe im Rahmen der Frankfurter Stiftungsgastdozentur überschrieben – ein seltenes Wort, das eine Laufbewegung gegen die Fließrichtung eines Flusses benennt. Juli Zeh ist in der Tat eine Autorin, die im hohen Maße einen kritischen Blick auf vorgefundene Konventionen pflegt und dabei auch nicht Halt vor der Poetik macht: Schreiben lebe von der „Poetikfeindlichkeit“, hat sie einmal zugespitzt formuliert. In ihrer Poetikvorlesung, die am 11. Juni startet, möchte sie dennoch, wie sie dem UniReport der Goethe-Universität kürzlich verriet, „hoffentlich eine Menge über das Schreiben“ mitteilen.   Das Frankfurter Publikum darf bei den fünf Vorlesungen Zehs aber auch gespannt sein auf eine Autorin, die ihre Darstellungsoptionen auslotet, um neue Antworten zu elementaren gesellschaftspolitischen Fragen zu erhalten. Denn die promovierte Juristin beschäftigt sich in ihren Texten mit Aspekten der Freiheit und Sicherheit, gerade unter den Bedingungen digitaler Technologien. Dabei geht sie der Frage nach, warum eine aufgeklärte Gesellschaft ihren Individuen in einem weit geringeren Maße Zufriedenheit und Lebensfreude garantieren kann, als zu vermuten wäre. Zwar ist Literatur für Juli Zeh nicht per se eine politische Gattung, diese sei aber „in der Lage, abstrakte Fragen und menschliches Schicksal zusammenzubringen und auf diese Weise als Erkenntnismittel zu fungieren“, sagte sie im Interview mit dem UniReport. Wenn sich aber Literatur, Politik und Recht in ihren Texten begegnen, hat die Literatur Priorität: „Politik und Recht dürfen hin und wieder auf den billigen Plätzen sitzen. Wenn ich wirklich politisch sein will, schreibe ich normalerweise einen Essay und keinen Roman …“   Juli Zeh wurde für ihr Werk, das in 35 Sprachen übersetzt wurde, vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Rauriser Literaturpreis, dem Hölderlin-Förderpreis, dem Ernst-Toller-Preis und dem Solothurner Literaturpreis. Zu ihren bekanntesten Werken zählt ihr erster Roman „Adler und Engel“ (2001). Ihr letzter Roman „Nullzeit“, ein Psychothriller, erschien 2012.

Termine:

11./18./25. Juni; 2./9. Juli,
jeweils 18 Uhr, Hörsaalzentrum, Campus Westend.
10. Juli:
Abschlusslesung im Literaturhaus (19.30 Uhr);
Begleitausstellung
im „Fenster zur Stadt“/Restaurant MARGARETE, Braubachstr. 18-22.

Interview mit Juli Zeh im aktuellen UniReport: http://www2.uni-frankfurt.de/46769046/UniReport_3-13-3_Juli_Zeh.pdf

Mehr Informationen zur Stiftungsgastdozentur Poetik unter www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 7 2013
09:12

Hinweise auf die Funktion bereits bekannter Gehirnzellen

Wie das Gehirn verdeckte Objekte erkennt

FRANKFURT. Wie komplex das Sehen ist, erleben Forscher, wenn sie versuchen, die Interpretation von Bildern mit einem Computerprogramm nachzuahmen. Denn unser Gehirn wendet zahlreiche Tricks an, um optische Informationen schnell und mit wenig Aufwand zu verarbeiten. So reagieren bestimmte Nervenzellen des Großhirns speziell auf Kanten, so dass die Umrisse von Objekten schnell identifiziert werden können. Doch was passiert, wenn Objekte einander teilweise verdecken? Wie Frankfurter Forscher nun herausgefunden haben, ist dafür eine größere Vielfalt von Zellen erforderlich, unter anderem solche, die auf rundliche Merkmale reagieren. Die dafür infrage kommenden Zellen hatten Neurologen bisher nicht mit dieser visuellen Aufgabe in Verbindung gebracht.

„Die Funktion dieser erst seit wenigen Jahren bekannten Nervenzellen lässt sich nur schwer mit den gängigen vereinfachten Modellen des Sehvorgangs erklären“, erläutert Dr. Jörg Lücke. Der Forscher leitet ein interdisziplinäres Team aus Forschern des Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt, des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und der Goethe-Universität. „Wir haben herausgefunden, dass sich das Verhalten dieser Gehirnzellen besser in neuronalen Modellen beschreiben lässt, wenn wir die Verdeckungen zwischen Objekten berücksichtigen“, so Lücke. Das von ihm und seiner Gruppe entwickelte Modell sagt tatsächlich einige Verhaltensweisen der speziellen Nervenzellart vorher und gibt Hinweise auf deren Funktion beim Sehvorgang. Zwar gibt es noch andere mögliche Erklärungen für die Aufgaben dieser Zellen im Gehirn, aber die Ergebnisse legen die Kodierung von Verdeckungen als plausibelste Erklärung nahe. 

Die Forscher glauben, dass die neu gewonnen Erkenntnisse auch die Entwicklung von computergestützten Bild-Analysetechniken entscheidend voranbringen können. "Wir wissen noch sehr wenig darüber, wie das Gehirn Bilder versteht und interpretiert. Gleichzeitig ist es, wie auch das Gehirn von Tieren, heutigen Computerprogrammen im Verstehen von Bildern weit überlegen", sagt Lücke. Eine Verbesserung des „Computer-Sehens“ hätte vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise beschäftigen sich Lücke und seine Kollegen derzeit mit der Analyse von Mikroskopie-Bildern zur automatischen Krebserkennung.

Die Arbeiten wurden im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt gefördert. Des Weiteren wurde das Projekt unterstützt vom Honda Research Institute Europe. Der Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience. Seit 2004 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dieser Initiative die neue Forschungsdisziplin Computational Neuroscience mit über 170 Millionen Euro. Das Netzwerk ist benannt nach dem deutschen Physiologen Julius Bernstein (1835-1917).

Publikation: J. Bornschein, M. Henniges and J. Lücke (2013): Are V1 simple cells optimized for visual occlusions? A comparative study. PLoS Computational Biology 9(6): e1003062. doi:10.1371/journal.pcbi.1003062

Ein Bild zum Download finden Sie hier. Copyright: Jörg Lücke

Bildunterschrift: Um ein Bild mit einander verdecken Objekten zu verstehen - hier die Zweige eines Strauches - muss das Gehirn es in seine ursprünglichen Komponenten zerlegen. Ein neues mathematisches Modell dieser Zerlegung sagt, dass es dazu Nervenzellen geben muss, die auf rundliche Merkmale reagieren (unteres Bild am rechten Rand). Diese Art Zellen sind in der Sehrinde bereits gefunden, aber bisher nie mit visuellen Verdeckungen in Verbindung gebracht worden.

Informationen: Dr. Jörg Lücke, Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt und Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47509; luecke@fias.uni-frankfurt.de; http://fias.uni-frankfurt.de/de/cnml; www.bfnt-frankfurt.de; wwww.nncn.de

Veranstaltungen

Jun 6 2013
14:48

Internationale Experten tagen erstmals in Deutschland

Nutzen der Omega-3-Fettsäuren für Herz und Hirn

FRANKFURT. Alle zwei Jahre treffen sich die weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der biologischen Fettsäureforschung zum „Fatty Acid in Signaling Meeting“. In diesem Jahr tagen die Forscher auf Einladung der Goethe-Universität vom 15. bis 17. Juni 2013 erstmals in Deutschland. Referiert und diskutiert wird über die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren während der gesamten Lebensspanne des Menschen: von der Befruchtung der Eizelle, über die Entwicklung im Kindesalter und die Pubertät bis hin zum gesunden Altern. Hierbei wird der Nutzen etwa für das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyeraktivitäts-Syndrom (ADHS), für Herz-Kreislauferkrankungen oder die Alzheimer‘sche Krankheit beleuchtet. Über den aktuellen Stand der Forschung des derzeit teils heftig diskutierten Themas möchten wir Sie im Rahmen eines Pressegesprächs informieren

am:  Montag, dem 17. Juni 2013 um 12:30 Uhr
im: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Vorgesehene Gesprächspartner

Dr. Sebastian Pfeiffer, Düsseldorf:
Bedeutung der Omega-3-Versorgung für die künstliche Befruchtung (IVF)

Prof. Alexandra Richardson, Oxford, Großbritannien:
Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) mit Omega-3-Fettsäuren

Privatdozent Dr. Gunter Eckert, Frankfurt:
Nutzen von Omega-3-Fettsäuren für das alternde Gehirn

Prof. Clemens von Schacky, München:
Omega-3 für die Herzgesundheit

Über Ihr Kommen würden wir uns freuen.Wir bitten um eine Anmeldung an g.p.eckert@em.uni-frankfurt.de.

Informationen: Privatdozent Dr. Gunter Eckert, Pharmakologisches Institut für Naturwissenschaftler, Campus Riedberg, Tel.:(069) 798-29378, g.p.eckert@em.uni-frankfurt.de.

www.nutritional-neuroscience.com/facs2013.html

Hochschulpolitische Themen

Jun 6 2013
12:33

Mit über 8.500 Studierenden umfassendste Erhebung an einer deutschen Universität zu den Themen Studienwahl und Studienorganisation

Goethe-Universität stellt sich Urteil ihrer Studierenden

FRANKFURT. Die Goethe-Universität stellt sich als eine der ersten deutschen Universitäten dem Urteil ihrer Studierenden. Mit über 8.500 Teilnehmern/-innen und mit einer Beteiligung von 22 Prozent ist diese Umfrage eine der umfassendsten Studien, die es je an einer deutschen Universität gegeben hat. 40.000 Studierende waren an Deutschlands drittgrößter Universität eingeladen, Auskunft zu geben über ihre persönlichen Präferenzen im Studium, aber auch, ihre Alma Mater in Bereichen wie Studien- und Prüfungsorganisation zu bewerten. Darüber hinaus bietet die repräsentative Studie auch ein genaues Bild der Situation in den 16 Fachbereichen. Ein zentrales Ergebnis: 80 Prozent der Studierenden würden ein Studium an der Goethe-Universität weiterempfehlen. Im Detail wird aber auch Kritik laut an fehlenden studentischen Lern- und Arbeitsplätzen sowie an der Studien- und Prüfungsorganisation.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl: „Wir freuen uns über die große Beteiligung und den insgesamt großen Zuspruch, den die Goethe-Universität bei ihren Studierenden findet. Ziel der Studie ist es, unsere Entscheidungen für die weitere Verbesserung der Studienqualität auf ein empirisch solides Fundament zu stellen. Jetzt wissen wir besser, was Studierende an ihrer Goethe-Universität schätzen und was sich noch verbessern lässt. Das hilft uns, konkrete Veränderungen vorzunehmen.“ 

Ein überraschendes Ergebnis: 24 Prozent der Studierenden der Goethe-Universität haben einen Migrationshintergrund. Dieser Wert liegt deutlich über dem des Bundesdurchschnitts (11%) und ist ein wichtiger Indikator für die große Diversität der Studierenden an der Goethe-Universität mit Menschen aus insgesamt 130 Nationen. Müller-Esterl: „Die Goethe-Universität verfügt bereits heute über ein bemerkenswertes Maß an Internationalität. Sie passt damit zu Frankfurt als der internationalsten Stadt in Deutschland.“ Ähnlich heterogen verhält es sich mit den Bildungsbiografien der Studierenden: 37 Prozent kommen aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt, was knapp dem Bundesdurchschnitt entspricht. Die Ergebnisse helfen der Universität, ihre Angebote künftig noch besser auf Bedürfnisse der Zielgruppen abzustimmen.

Zur Internationalität passt, dass Studierende der Goethe-Universität mehrheitlich (60%) einen Auslandsaufenthalt anstreben; insgesamt war ein gutes Viertel (26%) vor oder während des Studiums bereits einmal im Ausland gewesen. Diese Ergebnisse zeigen, dass es sich für die Goethe-Universität lohnt, ihre Internationalisierungsstrategie noch besser mit Studium und Lehre zu verzahnen.

Eine Frage, die viele Hochschulen und Arbeitgeber derzeit bewegt, ist die nach der Berufsqualifizierung des Bachelors. Studierende der Goethe-Universität geben darauf eine eindeutig Antwort, die auch bildungspolitisch relevant sein dürfte: 85% streben einen Master an, gut die Hälfte davon (54%) will dafür an der Goethe-Universität bleiben. Für Vizepräsidentin Tanja Brühl kommt in der sehr hohen Übergangsquote von Bachelor zum Master ein starkes bildungspolitisches Signal zum Ausdruck: „Der Bachelor wird möglicherweise von vielen Studierenden der Goethe-Universität noch nicht als vollwertiger Abschluss angesehen.“ Dass 46 % ihren Master an einer anderen Universität machen wollen, sieht Brühl dagegen als gewünschte Entwicklung an: „Mit Bologna geht eine starke Mobilität der Studierenden einher, die wir begrüßen. Die Goethe-Universität profitiert davon, dass sich sehr gute Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus für unsere Masterprogramme bewerben“, so Brühl.

Als Forschungsuniversität betont die Goethe-Universität die Wissenschaftsorientierung ihrer Lehre. Die Befragung zeigt, dass die Studierenden dieses Leitbild durchaus im Veranstaltungsangebot wiedererkennen. Auffallend dabei ist, dass diese Forschungsorientierung quer durch alle Fachkulturen mit dem klar artikulierten Wunsch der Studierenden nach Veranstaltungen zum „Einüben berufspraktischer Tätigkeiten“ (33%) sowie zur „Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgebern“ (38%) einhergeht.

Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz sieht hier die Universität am Zug, noch mehr zu tun für die Stärkung berufsqualifizierender Kompetenzen: „Universität und Lehrende müssen sich überlegen, wie sie solche Angebote noch stärker in die Studiengänge integrieren, um den Wünschen der Studierenden besser Rechnung zu tragen.“ Dabei solle insbesondere der Kontakt zur Arbeitswelt gestärkt werden – etwa durch Weiterentwicklung des Career-Centers.

Überraschend ist, dass die im Bologna-Modell vorgesehenen Studienzeiten von den Studierenden nicht angenommen werden: So erwartet nur die Hälfte der Bachelor- (50%) und ein gutes Drittel der Master- (36%) und Staatsexamensstudierenden (37%), ihr Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Als Hauptgründe für die Verzögerungen werden die eigene Erwerbstätigkeit (38%) und die Überschneidung von Lehrveranstaltungen (30%) angegeben. Letzterer Punkt sollte nun in den Fachbereichen analysiert und nach Möglichkeit behoben werden. Innerhalb der Regelstudienzeit einschließlich zwei weiterer Semester trauen sich dagegen 75% einen Abschluss zu.

Was geschieht mit den Ergebnissen der Umfrage? Dem Gesamtbericht werden fachbereichsspezifische Auswertungen folgen; in Vorbereitung sind insgesamt 26 Fachberichte. Sie sollen den Fachbereichen bzw. Instituten eine differenzierte Rückmeldung geben, in Gesprächen mit den Studierenden diskutiert werden und in konkrete Handlungsempfehlungen münden.

Geplant sind zudem Gespräche mit Studierenden zu vorher festgelegten Themen wie Internationalität, Lehramtsstudium und Studieneinstieg, in denen einzelne Aspekte der Studie vertieft werden können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in Ergebnisberichte einfließen, die den Fachbereichen und Instituten zur Verfügung gestellt werden. Schließlich sollen auch Handlungsempfehlungen für die Universitäts- und Dekanatsverwaltungen entwickelt werden.

Für Medienanfragen: Dr. Olaf Kaltenborn, Tel. (069) 798 – 130 35, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

Für inhaltliche Fragen zur Studie: Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Tel. (069) 798 – 12341, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de sowie Kirsten Iden und Michael Altmeyer, iden@pvw.uni-frankfurt.de und altmeyer@pvw.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 12 483

Veranstaltungen

Jun 5 2013
16:09

Literaturnobelpreisträger diskutierte mit Studierenden über Demokratie und Finanzmärkte

Dario Fo besuchte Goethe-Universität

FRANKFURT. Ein Dramatiker, Bühnenbildner, Maler, Schauspieler und Schriftsteller, der 1997 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde: Der Italiener Dario Fo ist ein Multitalent, das immer auch den politischen Diskurs sucht. Das zeigte sich heute auch bei einem Kolloquium an der Goethe-Universität. Dario Fo diskutierte auf Einladung des Dekans des Fachbereichs Psychologie und Sportwissenschaften, Prof. Rolf von Dick, mit Studierenden über ein aktuelles Thema: „Die Demokratie und die Kultur der Märkte. Die Vorherrschaft der Banken und der verzweifelte Widerstand der Kultur.“ Dario Fo stellte sich mit Charme und Wortwitz den Fragen der Studierenden und kommentierte in klaren Worten die aktuelle politische Lage in Italien.

Der 88jährige Dario Fo weilt gerade in Frankfurt, um die erste Ausstellung seiner Malerei in Deutschland in „DIE GALERIE“ in Frankfurt zu präsentieren.

Veranstaltungen

Jun 5 2013
14:42

Die Frontfrau des Feminismus im Fokus der Bürger-Universität

Alice Schwarzer: Maximale Aufmerksamkeit für die „gute Sache“

FRANKFURT. Siebzig Jahre und kein bisschen leise. Alice Schwarzer polarisiert wie eh und je. Ihre Mission: Der Kampf gegen die Unterdrückung der Frau. Ihre Devise: Maximale Aufmerksamkeit für die „gute Sache“. Werbung für „Bild“, radikale Reporterin im Kachelmann-Fall und streitbare Gesprächspartnerin in zahlreichen Talkshows. Die heftigste Kritik hat sie sich dabei schon immer nicht von Männern, sondern von Frauen anhören müssen. Seit einigen Jahren melden sich immer häufiger Vertreterinnen eines neuen Feminismus, die mit den radikalen Thesen einer Alice Schwarzer nicht mehr viel anfangen können. Prof. Tilman Allert, Soziologe und Erfinder der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“, untersucht die biografischen Gründe für Schwarzers Radikalität.

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation sollen so auch die individuellen Voraussetzungen Alice Schwarzers betrachtet werden. Ihr Lebensweg beginnt in protestantischer Umgebung im Bergischen Land. Als Journalistin schließt sie sich dem politischen Aufbruch der 60er und 70er Jahre an und schafft mit der Zeitschrift „Emma“ ein Forum für die Frauenbewegung. Alice Schwarzer hat die Emanzipationsgeschichte nachhaltig vorangetrieben und bis heute publizistisch begleitet.

 „Kampf gegen die weibliche Ohnmacht – Alice Schwarzer“
Referent: Prof. Tilman Allert

am: Montag, 10. Juni 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Die Veranstaltung ist am Tag danach auch als Videoaufzeichnung über www.buerger.uni-frankfurt.de abrufbar.

Weitere Vorträge:

24. Juni 2013
Prof. Regine Prange
Gerhard Richter
„Meine Bilder sind klüger als ich“

8. Juli 2013
Stefan Lukschy
Loriot
„Sagen Sie jetzt bitte nichts“

Beginn jeweils um 19.30 Uhr/ Eintritt frei

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de