​​​​Pressemitteilungen ​

Personalia/Preise

Mai 30 2014
12:30

Bewerbungen mit Beiträgen zu Hochschul- und Wissenschaftspolitik, die nach dem 1. Januar 2013 erschienen sind, bis 31. Juli 2014 möglich

Goethe-Medienpreis prämiert herausragenden Journalismus

FRANKFURT. Der Goethe-Medienpreis für hochschul- und wissenschaftspolitischen Journalismus von Goethe-Universität und FAZIT-Stiftung ging mit einer Ausschreibung im Fachmagazin „Der Journalist“ im Mai 2014 in eine neue Ausschreibungsrunde. Bewerben können sich bis zum 31. Juli 2014 mit ihren hochschul- und wissenschaftspolitischen Beiträgen alle Vertreter von Print- und Online-Medien sowie Hörfunk aus dem deutschsprachigen Raum sowie von deutschsprachigen Medien aus aller Welt.

Der Goethe-Medienpreis, der im zweijährigen Turnus ausgeschrieben wird, ist einzigartig in Deutschland. Bis zu seiner Gründung 2008 gab es keine vergleichbare Auszeichnung, die Beiträge von wissenschafts- und hochschulpolitisch tätigen Journalisten prämierte. Diese Gattung von Journalismus stand stets im Schatten einer forschungsorientierten Wissenschaftsberichterstattung.

Der Pressesprecher der Goethe-Universität, Dr. Olaf Kaltenborn, auf dessen Initiative der Preis ins Leben gerufen wurde, sagte: „Der Goethe-Medienpreis lenkt den Fokus auf ein unterschätztes Feld des deutschen Journalismus und verschafft ihm das verdiente Maß an Aufmerksamkeit. In den vergangenen Jahren ist es immer gelungen, Beispiele für herausragenden Journalismus zu prämieren und die Preisträger einer bundesweiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dies ist zusamen mit der FAZIT-Stiftung auch 2014 unser Ziel.“

In der letzten Ausschreibungsrunde 2012 hatten sich insgesamt knapp 40 Medienvertreter um den Preis beworben, überwiegend von überregionalen Leitmedien wie Der Spiegel, Die Zeit Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) sowie Deutsche Universitäts-Zeitung (DUZ). 2012 waren die beiden Redakteure, Dr. Tanjev Schulz und Roland Preuß von der Süddeutschen Zeitung für die Aufdeckung der Plagiats-Affäre um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg („Verteidigungsfall“) mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

In seiner Laudatio der beiden Preisträger hatte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Prof. Bernhard Kempen, der gleichzeitig Mitglied der Jury ist, hervorgehoben: „Der Artikel „Verteidigungsfall“ ist verständlich und stilistisch herausragend. Indem er das wissenschaftliche Fehlverhalten des damaligen Medienstars zu Guttenberg zum Thema macht, hat er markante Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich von Wissenschafts- und Hochschulpolitik einem breiten Publikum vermittelt. Ihr Bericht über die Affäre Guttenberg ist und war notwendig. Er wirkt im Zuge der Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Standards weiter.“

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 31. Juli kommt im November 2014 die Jury in Frankfurt zusammen, um die Preisträger zu bestimmen; im Januar 2015 ist die feierliche Preisverleihung an der Goethe-Universität.

Je Bewerber ist nur ein Beitrag zulässig. Im Falle einer thematisch orientierten Artikelserie eines Autoren-Teams wird der Preis auf die Mitglieder der Autorengruppe aufgeteilt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bewerberinnen und Bewerber schicken bitte ihre formlose Bewerbung mit dem entsprechenden Beitrag zusammen mit einer maximal einseitigen Begründung, weshalb sie Ihre Arbeit für preiswürdig halten, unter dem Stichwort „Goethe-Medienpreis“ an folgende Adresse: Goethe-Universität Frankfurt, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Der Jury des Goethe-Medienpreises gehören führende Medien- und Wissenschaftsvertreter an:

  • Prof. Dr. Bernhard Kempen (Präsident des Deutschen Hochschulverbandes),
  • Prof. Dr. Margret Wintermantel (Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes),
  • Werner D‘Inka (Co-Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung),
  • Prof. Dr. Christian Floto (Abteilungsleiter Wissenschaft und Bildung, Deutschlandfunk),
  • Prof. Dr. Reinhard Grunwald (Generalsekretär a.D. der Deutschen Forschungsgemeinschaft),
  • Dr. Martin Doerry (DER SPIEGEL)
  • Dr. Wolfgang Heuser (Herausgeber Deutsche Universitätszeitung)

 

Nähere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, Fax.: 069/798 763 12531, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de

http://goethe-medienpreis.uni-frankfurt.de/  (Seite wird Anfang Juni aktualisiert)

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Mai 28 2014
15:07

Der Autor der „Vermessung der Welt“ und neue Poetikdozent beginnt seine Vorlesungsreihe am 3. Juni, 18 Uhr, Campus Westend

Frankfurter Poetikvorlesungen mit Daniel Kehlmann

FRANKFURT. Mit Daniel Kehlmann wird ein Autor die Frankfurter Poetikdozentur innehaben, der mit seinem Bestseller „Die Vermessung der Welt“ (2005) einen der größten deutschen Bucherfolge der Nachkriegszeit publiziert hat. Unter dem Titel „Kommt, Geister“ wird Kehlmann im Sommersemester 2014 ab dem 3. Juni vor einem akademischen Publikum und einer literarisch interessierten Öffentlichkeit Einblick in sein künstlerisches Schaffen geben und über Grundlagen und Bedingungen zeitgenössischen literarischen Schreibens sprechen.

Im aktuellen UniReport (erscheint am 30. Mai) betont Kehlmann  unter anderem seine Bewunderung für die Vorträge von Ingeborg Bachmann, die sie im Rahmen der ersten Frankfurter Poetikvorlesungen gehalten hat. Kehlmann spricht im Interview ebenfalls über seine Vorliebe für TV-Serien und die Treue zu seinem Füller.

Link zum Interview (PDF)

Sein Debüt gab Kehlmann 1997 mit dem Roman „Beerholms Vorstellung“. Mit „Ich und Kaminski“ (2003) gelang ihm sowohl in Deutschland als auch international der große Durchbruch. Diesen Erfolg konnte Kehlmann mit „Die Vermessung der Welt“ noch übertreffen. Sein jüngster Roman „F“ erschien 2013 und wurde in die Longlist des Deutschen Buchpreises 2013 aufgenommen. Für sein Werk, das in viele Sprachen übersetzt und zum Teil auch verfilmt wurde, erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Förderpreis des Österreichischen Bundeskanzleramts (2003), den Kleist-Preis (2006), den Thomas-Mann-Preis (2008) und den Nestroy-Theaterpreis (Autorenpreis) (2012).

„Kommt, Geister“ – Frankfurter Poetikvorlesungen mit Daniel Kehlmann (Sommersemester 2014)

3.6., 10.6., 17.6., 24.6., 1.7. Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ1/2.

Beginn jeweils 18 Uhr c.t., Eintritt frei.
Abschlusslesung: 2. Juli 2014, Literaturhaus Frankfurt
Begleitausstellung: „Fenster zur Stadt“, Braubachstraße 18-22 

Mehr Informationen zur Stiftungsgastdozentur Poetik unter www.poetikvorlesung.uni-frankfurt.de

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Mai 28 2014
14:21

Am 2. Juni spricht Dr. Thomas Schäfer in der Vorlesung „Public Finance“ zum Thema: Länderfinanzausgleich und Kommunaler Schutzschirm in Hessen

Gastvortrag: Hessens Finanzminister Schäfer kommt an die Goethe-Universität

FRANKFURT. Im Rahmen der Vorlesung (mit Übung) „Public Finance“ von Dr. Vilen Lipatov (Lehrstuhl Prof. Dr. A. Weichenrieder) wird Finanzminister Dr. Schäfer am Montag einen Gastvortrag über die praktische Finanzpolitik des Öffentlichen Sektors am Beispiel des Landes Hessen halten. Schwerpunktthemen werden der Länderfinanzausgleich und der Kommunale Schutzschirm sein. Dabei geht es um einen Aufriss der jeweiligen Problematik, gesetzliche und verfassungsrechtliche Vorgaben, politische Weichenstellungen, Handlungsoptionen und finanzielle Auswirkungen bei vertikaler und horizontaler Umverteilung.

Wann? Montag, 2. Juni 2014, 12.15 – 13.45 Uhr
Wo? Hörsaalgebäude Raum HZ 12 (oberstes Stockwerk), Goethe-Universität, Campus Westend.

Dr. Thomas Schäfer hat nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Biedenkopf ein Jura-Studium an der Marburger Philipps-Universität aufgenommen. Parallel dazu arbeitete er weiterhin für die Sparkassengruppe, u.a. auch als Dozent in der Aus- und Weiterbildung, sowie später nebenberuflich als Dozent für Privates und Öffentliches Recht an der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) in Marburg.

Nach der Promotion zum Dr. jur. war er zunächst als Syndikusanwalt bei der Commerzbank AG in Frankfurt/Main beschäftigt und wurde dann 1999 Leiter des Ministerbüros des damaligen Hessischen Justizministers Dr. Christean Wagner. Im Anschluss folgte eine Tätigkeit als Leiter der Grundsatzabteilung und Büroleiter des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Dieser berief ihn 2005 zum Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Justiz, 2009 folgte der Wechsel als Staatssekretär ins Hessische Ministerium der Finanzen. Für dasselbe Ressort berief ihn 2010 Ministerpräsident Volker Bouffier zum Staatsminister. Seitdem ist Thomas Schäfer Hessischer Minister der Finanzen.

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Mai 28 2014
14:20

Studiengalerie 1.357 eröffnet Ausstellung mit 25 Bildern, die 1996 in dem damals leeren Gebäude aufgenommen wurden – Bis 17. Juli geöffnet

Fotografien von Günther Förg: Das IG-Farben Haus in der Phase des Übergangs

FRANKFURT. Die Ausstellung „Das IG-Farben-Haus /Architekt Hans Poelzig“ rund um Günther Förg (1952-2013) und seine Fotografien des Gebäudes eröffnet am Mittwoch (4. Juni) um 20 Uhr in der Studiengalerie 1.357 im IG-Farben-Haus, Campus Westend. Die Goethe-Universität Frankfurt stellt die 1996 entstandenen Aufnahmen bis 17. Juli öffentlich aus. Förgs Fotoarbeiten vom Zentralgebäude der IG-Farbenindustrie AG werden damit erstmals an ihrem Entstehungsort präsentiert.

Die 22 Fotografien des Gebäudes aus dem Jahr 1996 zeigen die Innenräume und die Fassade eines verlassenen, menschenleeren Ortes im Zustand des Übergangs. In blassen Farben führen Detailansichten die geometrisch gerasterte Fassade und die konvex-konkaven Formen des Baus in ihrer Abstraktion vor. Im Zentrum stehen die Spannungen zwischen architektonischer Form und fotografischer Darstellung. Der repräsentierte Raum der Fotografien kann immer auch als flächige geometrische Anordnung gesehen werden. Besucher der Ausstellung sollen bei der Betrachtung der Bilder, die sich auf die Architektur des leerstehenden Gebäudes beschränken, auch zu historischen Assoziationen zur Firmenzentrale der I.G. Farben als Monument des industrialisierten Völkermordes angeregt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das IG-Farben-Haus als Hauptquartier der US-Army in Europa. 1996 erwarb die Hessische Landesregierung das Gebäude für den Umzug der Goethe-Universität vom Campus Bockenheim in das Westend. Seit 2001 wird das Gebäude von der Universität genutzt. Förgs Fotografien entstanden zwischen diesen beiden Nutzungsphasen.

Der Künstler Günther Förg, der sich neben der Fotografie auch mit Malerei und Skulpturen beschäftigte, wandte sich immer wieder der Architektur zu – vor allem der des Rationalismus und der Moderne des 20. Jahrhunderts. Förg war besonders von den neoklassizistischen Bauten Italiens fasziniert und setzte bereits früheren Erkundungen, der als faschistoid verschmähten Architektur, das Innere eines Bauwerks aus der Spätphase des Expressionismus entgegen: das von Hans Poelzig 1928 entworfene I.G. Farben–Haus in Frankfurt. Die Arbeiten von Förg wurden u.a. bereits 2011 in der Frankfurter Galerie Bärbel Grässlin ausgestellt.

Förgs Fotografien dokumentieren nicht nur die zugleich raumgreifenden wie flächigen Elemente der modernen Architektur. Vielmehr stellen sie das Verhältnis von Fläche und Raum auch als ein fotografisches Gestaltungselement aus. Die Auswahl der Motive findet zudem eine Entsprechung in den monochromen Wandmalereien des Künstlers. Ebenso erinnert die geometrisch gerasterte Fassade an Förgs abstrakte Bildkompositionen.

Die Studiengalerie 1.357 ist während des Semesters von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. In der Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Videokunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Nicole Kreckel, Studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, frau.n.kreckel@stud.uni-frankfurt.de; Blog der Studiengalerie: http://studiengalerie1357.wordpress.com .

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Mai 28 2014
14:18

Vortrag des belgischen Wissenschaftler Sébastien Fevry in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für historische Geisteswissenschaften

Frankreich, der „sepia film“ und die nationalen Erinnerungsdynamiken

FRANKFURT. Der belgische Wissenschaftler Sébastien Fevry nimmt in einem öffentlichen Vortrag die Welle nostalgischer Kinoproduktionen in Frankreich in den Blick, die während der Präsidentschaftszeit Nicolas Sarkozys ihren Höhepunkt fand und von einigen Filmkritikern als „sepia cinema“ bezeichnet worden ist. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften am Mittwoch (4. Juni) um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, statt.

Nach dem Erfolg von Les Choristes (Barratier 2004, dt. Die Kinder des Monsieur Mathieu) erschien eine größere Zahl an Filmen, die auf gewisse Art altmodisch erscheinen – wie etwa Le Petit Nicolas (Tirard 2009, dt. Der kleine Nick) oder La Nouvelle Guerre des Boutons (Barratier 2011, dt. Krieg der Knöpfe). Interessant an diesen Filmen ist das idealisierte Bild der Vergangenheit, in dem die französische Gesellschaft dargestellt wird, die zusehends auf ihre nationale Erinnerung fixiert ist.

Der Vortrag „Sepia cinema in Nicolas Sarkozy’s France. Nostalgia and National Identity“ beschäftigt sich mit den Erinnerungsdynamiken, an denen das „sepia cinema“ in den soziokulturellen Kontexten Frankreichs teilhat. Sébastien Fevry möchte im Detail zeigen, dass das Verhältnis zwischen politischem Raum und „sepia film“ weitaus komplexer ist als das Phänomen einer einfachen Echokammer. Der Referent ist Professor am Institut für Sprache und Kommunikation der Katholischen Universität in Louvain, Belgien.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

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Mai 28 2014
14:17

Die Bürger-Universität präsentiert ein Frankfurter Kind und einen berühmten Alumni der Goethe-Universität – Theodor W. Adorno

Vordenker der Frankfurter Schule

FRANKFURT. Nach Ludwig Erhard dreht sich im Rahmen der Bürger-Universität alles um den wohl berühmtesten Alumnus der Goethe-Universität, Theodor W. Adorno. Sein Name ist nicht nur eng mit der Goethe-Universität verbunden, sondern auch mit der Frankfurter Schule bzw. der Kritischen Theorie und der Stadt selbst.

Um Adornos Zeit in Frankfurt soll es dann auch im Vortrag von Reinhard Pabst gehen. Denn was genau wissen wir eigentlich über diese Zeit des Philosophen, Soziologen, Musiktheoretikers und Komponisten?

„Teddie“ – wie Adorno von Weggefährten genannt wurde - war früh der Musik und Philosophie zugetan. Letztere wurde ihm besonders durch seinen 14 Jahre älteren Freund Sigfried Kracauer vermittelt. Nach seinem Studium an der Frankfurter Universität, folgte ein Aufenthalt in Wien, dann ging es zurück nach Frankfurt. Im nationalsozialistischen Deutschland der Anfangsjahre blieb Adorno als Halbjude zwar „Handlungsspielraum“, dennoch emigrierte er 1938 in die USA. Fünf Jahre nach seiner Rückkehr nach Frankfurt übernimmt er die Leitung des wiedereröffneten Instituts für Sozialforschung. Besonders in den 1960er Jahren gelten Adorno sowie seine Kollegen Max Horkheimer und Herbert Marcuse als die theoretischen Köpfe der Studentenbewegung. Deren gewalttätige Zuspitzung lehnen sie jedoch strikt ab.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für die Biografie der deutschen Nation betrachtet Reinhard Pabst, freier kulturhistorischer Autor, auch die individuellen Voraussetzungen Theodor W. Adornos und präsentiert neuentdeckte biografische Dokumente zu Werk und Leben.

Patriot der eigenen Kindheit – Theodor W. Adorno
Referent: Reinhard Pabst, freier kulturhistorischer Autor

am: Montag, 02. Juni 2014, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Eintritt frei

Das komplette Programm der 11. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

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Mai 28 2014
14:14

Die Goethe-Universität bietet vom 2. bis 6. Juni 2014 erstmals fachübergreifende Projekttage für Oberstufenschüler aus dem Rhein-Main-Gebiet zum Thema „Mobilität“.

Schüler forschen interdisziplinär im GoetheLab

EINLADUNG ZUM INTERDISZIPLINÄREN GOETHELAB 2. BIS 6. JUNI

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Motto „Mobilität … bewegt kluge Köpfe!“ veranstaltet das GoetheLab der Goethe-Universität zum ersten Mal Projekttage, in denen Schulklassen oder Kurse der Oberstufe aktuelle Forschungsfragen aus geistes-, sozial- und naturwissenschaftlicher Perspektive beleuchten. Mit dem interdisziplinären und multiperspektivischen Ansatz des GoetheLabs betritt die Universität Neuland. Die Projekttage, an denen Schulen aus Frankfurt und Umgebung teilnehmen, finden während der Week of Science auf dem Campus Riedberg sowie an anderen Standorten der Universität statt.

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zur Eröffnung des GoetheLabs

am 2. Juni (Montag) um 9:00 Uhr auf dem Campus Riedberg
im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal H5.

Die Veranstaltung wird von Vizepräsident Prof. Dr. Enrico Schleiff eröffnet und gibt einen kurzen Überblick über das Programm des GoetheLabs sowie die Arbeit in den einzelnen Gruppen. Im Anschluss können Sie ab ca. 10:00 Uhr mit den Schülern in die Arbeitsgruppen gehen, einen konkreten Einblick in die einzelnen Projekte und ihre u.g. Themen bekommen sowie mit Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen.

Um Anmeldung wird bis Mittwoch, 28. Mai, gebeten an goethelab@uni-frankfurt.de.

Gern können Sie sich auch zu anderen Terminen einen Eindruck vom GoetheLab verschaffen und mit Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern sprechen.

Folgende Themen werden vom GoetheLab angeboten:

  • Biomechanik – Wie bewegt sich der Mensch?
    Sport, Biologie, Physik | 2. bis 6. Juni
  • E-Mobilität – Autos an die Steckdose?
    Soziologie, Chemie, Physik | 2. bis 4. Juni
  • Wege ins Stadtgrün – Wohin geht’s?
    Kunst, Geographie, Biologie | 2. und 3. Juni
  • Datenmobilität – Informationen für alle?
    Geographie, Informatik, Mathematik | 4. und 5. Juni
  • Biotreibstoffe – Vom Feld in den Tank?
    Geographie, Chemie, Biologie | 5. und 6. Juni 

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis Mittwoch, 28. Mai bei goethelab@uni-frankfurt.de.

Mehr Information zum GoetheLab und den angebotenen Themen finden Sie im Internet unter
www.sport.uni-frankfurt.de/GoetheLab/index.htm

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dirk Frank
Pressereferent
E-Mail: presse@pvw.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798-13472

Veranstaltungen

Mai 27 2014
09:54

Week of Science am Campus Riedberg

Erfahren, erforschen, erleben

FRANKFURT. Eine Woche lang präsentieren sich die Naturwissenschaften auf dem Campus Riedberg mit einem bunten Programm aus Institutsführungen, Vorlesungen für Kinder und Erwachsene, Schülerlaboren, Wissenschaft zum Anfassen, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen. Zum Auftakt findet am 1. Juni ein Tag der offenen Tür statt, zu dem auch Oberbürgermeister Peter Feldmann erwartet wird. 

Tag der offenen Tür

Der Tag beginnt um 11:00 Uhr mit der Eröffnung des Arzneipflanzengartens. Von dem bereits bestehenden Senckenbergischen Arzneipflanzengarten im Botanischen Garten unterscheidet sich der neue Garten auf dem Riedberg dadurch, dass die Pflanzen nicht nach Indikationen, sondern nach Inhaltsstoffen angeordnet sind. Beide Gärten sind ausführlich beschildert. Sie wurden fast vollständig über private und Firmen-Spenden finanziert. In thematischen Führungen durch den Garten, das Gewächshaus und die Freilandflächen auf dem Campus Riedberg können Besucher sich über aktuelle Forschungsprojekte informieren.

Um 13:00 Uhr werden zwei Ausstellungen eröffnet. Die eine widmet sich den Sternstunden der Physik in den vergangenen 100 Jahren, die andere stellt Biologen und ihre Forschung vom Einzeller bis zum Menschen vor. Ebenfalls ab 13:00 Uhr stehen Führungen durch die Institute auf dem Programm. Zu sehen sind Großgeräte wie das Kryoelektronenmikroskop im Buchmann Institut, das Magnetresonanzzentrum im Biozentrum, die Beschleuniger in der Experimentierhalle der Physik sowie das Kristalllabor in der Physik. Auch das Frankfurter Innovationszentrum FIZ ist für Besucher geöffnet.

Kinder ab 5 Jahren können von 13 bis 15 Uhr selbst experimentieren auf dem Marktplatz des Campus Riedberg. Für Schüler der Jahrgangsstufe 5 bis 8 wird das Humboldt-Bayer-Mobil, ein Labor auf Rädern, die ganze Woche über vor Ort sein. In einer Experimentalvorlesung für Kinder erklärt Prof. Roger Erb physikalische Effekte rund um den Regenbogen (14:00 Uhr) und Prof. Arnd von Haeseler erklärt was Gene sind und warum sie verschieden sind (14:30 Uhr). Um 16:30 Uhr spricht Prof. Metin Tolan passend zur Fussball-WM über die Physik des Fussballspiels.

Abgerundet wird das Programm durch Live-Musik, Theater, Abenteuerspielplatz und Hüpfburg. Für das leibliche Wohl sorgt das Studentenwerk.

GoetheLab für Schüler vom 2.-5. Juni

In der Woche vom 2.-5. Juni sind Schulklassen zu ganztägigen Workshops eingeladen, in denen sie das interdisziplinäre Pilot-Projekt „Mobilität – bewegt schlaue Köpfe“ das Zusammenspiel von Soziologie, Sportwissenschaften, Geografie, Biologie, Chemie und  Physik in fünf Teilprojekten erleben können. Sie haben dabei auch Gelegenheit, Wissenschaftler und ihre Labore kennen zu lernen. Mehr Infos unter www.goethelab.uni-frankfurt.de.

Science Slam, Vorträge und Podiumsdiskussionen

Jeden Abend laden die Fachbereiche zu Vorträgen ein, in denen es um die Geschichte der Naturwissenschaften, aktuelle Forschung aus den Biowissenschaften oder der Neurologie geht. Eine Podiumsdiskussion widmet sich der Zukunft der Informationsgesellschaft, eine weitere den ethischen Aspekten der künstlichen Intelligenz. Unterhaltsam wird es im „Goethe-Slam“ am 4. Juni, in dem junge Naturwissenschaftler in 10 Minuten ihr Forschungsgebiet spannend und verständlich erklären.

Festlicher Abschluss

Zum Abschluss der week of science werden im Rahmen einer akademischen Feierstunde der Procter&Gamble Nachhaltigkeitspreis 2014 und der Naturwissenschaftliche Lehrpreis der Stadt Bad Homburg verliehen. Den Festvortrag über die Geschichte des World Wide Web hält Prof. Paolo Palazzi. Der italienische Physiker gehörte zu dem kleinen Team, mit dem Tim Berners-Lee von 1989 bis 1990 am CERN die Grundlagen des World Wide Web entwickelte. Ziel war es, alle wissenschaftlichen und technischen Dokumente miteinander zu verbinden. Palazzi wird über Erkenntnisse, Bemerkenswertes und Merkwürdiges aus den Kindertagen des World Wide Web berichten.

Informationen: Dr. Julia Sommer, Kompetenzzentrum Naturwissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29624, sommer@starkerstart.uni-frankfurt.de.

Lydia Sonnabend, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12444, sonnabend@pvw.uni-frankfurt.de.

Das Programm finden Sie hier: PDF.

Sonstige

Mai 26 2014
14:34

BHF-BANK-Stiftung und Goethe-Universität schließen Fördervereinbarung zum neuen „Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung“.

Das Altern durch Forschung mitgestalten

FRANKFURT. Die Gesellschaft wird immer älter, aber wie kann der Erhalt von Lebensqualität gewährleistet bleiben? Die Erforschung von Bedingungen guten Alterns, von Alternsprozessen und von Alternsfolgen ist das Ziel des neuen „Forums für interdisziplinäre Alternsforschung“ (FFA), das anlässlich der Unterzeichnung der Fördervereinbarung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Kooperationspartner sind die BHF-BANK-Stiftung und die Goethe-Universität.

Dietmar Schmid, Vorsitzender der BHF-BANK-Stiftung, erläuterte in seiner Begrüßung  das Engagement der Stiftung auf dem Feld der Alternsforschung: „Unser wichtigstes Ziel bei dem Schwerpunkt Leben im Alter war von Anfang an, dauerhaft gesellschaftlich zu wirken. Allein die Kooperation mit der Goethe Universität besteht jetzt schon mehr als zehn Jahre. Wir engagieren uns konstant für ein überaus bedeutendes Thema: den demografischen Wandel, die alternde Gesellschaft. Unsere Förderung ist dabei einer Entwicklungslinie gefolgt: Ging es ursprünglich vor allem um kranke, ältere Menschen, stehen heute vor allem die älteren Menschen zu Hause und ihr Umgang mit dem Älterwerden im Mittelpunkt. Es geht um das ‚normale‘, würdevolle Altern, das in dem neuen Forum aus vielen Perspektiven erforscht wird.“

Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, hob die gesellschaftliche Bedeutung von Alternsforschung hervor: „Die Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern, ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Ziel. Dafür bedarf es neuer Erkenntnisse aus lebens-, kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Mit der BHF-BANK haben wir einen starken Partner, um eine breit aufgestellte Forschung am Wissenschaftsstandort Frankfurt zu verankern.“    

Bereits seit 2004 haben Frankfurter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Vorgänger-Forums „Alterswissenschaft und Alterspolitik“ geforscht, die Befunde gebündelt vorgestellt und öffentlich diskutiert. Die Ergebnisse sind nun in das Konzept eines neuen, an der Universität verankerten und mit größeren Ressourcen ausgestatteten Forums eingeflossen, das auch für die Einwerbung von Drittmitteln bessere Strukturen bereitstellt.  Die BHF-BANK-Stiftung fördert das Forum mit 100.000 Euro p. a. für drei Jahre, verlängerbar auf fünf Jahre.

Prof. Frank Oswald, Alternsforscher an der Goethe-Universität und Sprecher der Initiative, betonte in seinem Statement die gesellschaftlichen Herausforderungen  einer alternden Gesellschaft: Immer mehr Menschen erreichten ein immer höheres Alter, gleichzeitig sinke die Geburtenzahl. Der damit einhergehende demografische Wandel lasse tiefgreifende Veränderungen erwarten.

Eine fächerübergreifend angelegte Alternsforschung müsse diesen Wandel verstärkt untersuchen. „Das neue Forum für interdisziplinäre Alternsforschung ist ausgerichtet auf die Frage, wie sich das Leben im Alternsverlauf gestalten und meistern lässt, was also Individuen und Gesellschaft lernen und leisten müssen, um ein erfolgreiches, zufriedenes und würdevolles Altern zu ermöglichen“, erklärte Oswald. Beteiligt seien zunächst die Fachbereiche Rechtswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaften, Geowissenschaften/Geographie sowie Medizin der Goethe-Universität. „Damit wird eine Profilbildung gerontologischer Forschung in Frankfurt gegenüber anderen Standorten in Deutschland erreicht.“    

Da der Bedarf an qualifizierten Alternsforscher steige, werde ein Graduiertenkolleg mit zunächst vier Promotionsstipendien aufgelegt. Wichtig sei ebenfalls der Austausch mit außeruniversitären Forschungsinstituten, Einrichtungen der Praxis sowie mit Politik und Stadtgesellschaft.

Vorgestellt wurden bei der Präsentation des Forums auch drei ausgewählte Projekte, die das fruchtbare Zusammenspiel der beteiligten wissenschaftlicher Disziplinen aufzeigen. Beim Projekt „Emotionale und soziale Robotik im Alter“ geht es um die Frage, wie so genannte soziale und emotionale Roboter eine technische Unterstützung im Alter bieten können, ohne die damit verbundenen Ängste und Risiken auszublenden.

Beim Projekt „Mobilität im Alter“ sollen unter Einbeziehung von Beteiligten verschiedener Hochschulen der Region - aus der Humangeographie, der Altersmedizin, der Gesundheitsforschung, der Soziologie sowie der Versorgungsforschung - Mobilitätsanwendungen im höheren Erwachsenenalter untersucht werden.

Im dritten Projekt „Menschenwürde und Persönlichkeitsschutz“ schließlich werden Wissenschaftler aus der Rechtswissenschaft und Erziehungswissenschaft gemeinsam untersuchen, wie eine rechtliche Absicherung familialer Versorgung im hohen Alter mit dem Ziel der von vielen Menschen erwünschten Beibehaltung der eigenen Häuslichkeit auch bei notwendiger Pflege erreicht werden kann.

Weitere Informationen: www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/we5/alternswissenschaft/

Forschung

Mai 26 2014
13:54

Grün leuchtende Struktur besteht aus licht-aktivierbaren Molekülen

Winziges Goethe-Logo in 3D

FRANKFURT. Biologische Prozesse auf molekularer Ebene zeitlich und räumlich präzise steuern zu können, spielt eine Schlüsselrolle in den Lebens- und Materialwissenschaften. Biochemikern der Goethe-Universität ist es gelungen, eine winzige dreidimensionale Struktur aus Biomolekülen zu bauen, die mit Licht aktiviert werden. Auf dem Titelbild der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ demonstrieren sie dies anhand des Goethe-Kopfes im Logo der Universität.

Dreht man die Aufnahme des grün leuchtenden Goethe-Kopfes am Computerbildschirm, zeigt sich, dass Haare, Gesicht sowie Hals und Schulterpartie in unterschiedlichen Ebenen liegen. Die Struktur besteht aus dem Molekül Glutathion und wurde mittels dreidimensionaler Mikroskopie in ein Gel gezeichnet. Glutathion hat zusammen mit dem Protein Glutathion-S-Transferase (GST) im menschlichen Körper eine entgiftende Wirkung. Molekül und Protein binden nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip aneinander.

Schon vor zwei Jahren hatte Volker Gatterdam in der Forschergruppe um Prof. Robert Tampé vom Institut für Biochemie eine Molekül-Protein-Verbindung verwendet, um mit einem Laser mikroskopisch kleine Bilder zu zeichnen. Das Glutathion wurde dazu mit einer licht-aktivierbaren Schutzgruppe versehen, so dass es nicht an GST binden kann. Sobald die Schutzgruppe durch Licht abgespalten wird, reagiert es mit einem grün fluoreszierenden Rezeptor. In Zusammenarbeit mit den Forschungsgruppen um Prof. Alexander Heckel (Organische Chemie und Chemische Biologie) und Prof. Josef Wachtveitl (Physikalische und Theoretische Chemie) entwickelte Volker Gatterdam nun eine neue Variante des licht-aktivierbaren Glutathions, das mit einem Zwei-Photonen-Laser aktiviert wird.

Das Besondere am Zwei-Photonen-Laser ist seine hohe räumliche Auflösung, also die Genauigkeit, mit der ein ganz bestimmter Punkt angesteuert werden kann. Ander als bei der herkömmlichen Mikroskopie, bei der nur ein Photon des Lasers ein Molekül anregt, regen hier zwei Photonen gleichzeitig die Schutzgruppe des Glutathions an und spalten sie sehr präzise ab. Weniger Millisekunden später kann dann ein grün fluoreszierender Rezeptor binden und das Muster sichtbar machen.

Die hohe Photonendichte des Zwei-Photonen-Lasers kann nur in einem winzig kleinen Volumen von etwa dem Volumen einer einzelnen Bakterienzelle) erreicht werden. „Das ist ein großer Vorteil“, erläutert Volker Gatterdam, „Man kann auf diese Weise kleinste Punkte genau ansteuern, und das in drei Dimensionen“. So konnte er die verschiedensten 3D-Bilder „schreiben“, vom Goethe-Kopf über Marylin Monroe, bis hin zu einem QR-Code. Das Aufleuchten lässt sich in Echtzeit beobachten.

Diese Experimente legen den Grundstein für viele weitere. Da der Zwei-Photonen-Laser für Zellen deutlich weniger schädlich ist und tiefer eindringen kann, bietet sich dieses System auch für Experimente mit menschlichem Gewebe und Organen an. Es ist zum Beispiel denkbar, zelluläre Prozesse präzise, an einer bestimmten Stelle mit hoher zeitlicher Auflösung auszulösen.

Publikation: Volker Gatterdam et al.: Dreidimensionale Proteinnetzwerke durch Zwei-Photonen-Aktivierung, in: Angewandte Chemie, Bd. 126 /2014), S. 1-6, DOI: 10.1002/ange.201309930

Ein Video zum Download finden Sie hier.

Informationen: Prof. Robert Tampé, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29475, tampe@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 23 2014
17:35

Im Rahmen des 100-jährigen Universitätsjubiläums hält Christopher Clark auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ einen Vortrag zum Kontext des Kriegsjahres 1914.

Öffentlicher Jubiläumsvortrag von Christopher Clark

FRANKFURT AM MAIN. Ausgerechnet zum 100. Jubiläum der Goethe-Universität scheint die Konstellation von 1914 vielen Kommentatoren erstaunlich, ja bedrohlich aktuell. Darauf hat nicht zuletzt der Historiker Christopher Clark von der Universität Cambridge in seinem Buch „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ hingewiesen:

„Dabei muss jedem Leser aus dem 21. Jahrhundert, der den Verlauf der Krise von 1914 aufmerksam verfolgt, deren Aktualität ins Auge springen. Tatsächlich könnte man sogar behaupten, dass die Julikrise 1914 uns heute weniger fremd – weniger unerklärlich – ist als noch in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. So gesehen sind die Akteure von 1914 unsere Zeitgenossen.“

Clark hat mit seinem jüngsten Werk, für das er im Frühjahr 2014 den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch erhielt, den wohl wichtigsten Beitrag zur Debatte über den Kriegsbeginn 1914 geliefert. Seine Thesen sind in der deutschen Politik in den vergangenen Monaten vielfach rezipiert worden: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte am Rande eines EU-Gipfels, dass sie bei der Lektüre des Buchs über den Vorabend des Ersten Weltkriegs ähnliche Phänomene erkannt habe wie heute in der EU. Die SPD-Politiker Sigmar Gabriel und Martin Schulz setzten sich ebenso mit Clark auseinander wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der in einem Interview zur gegenwärtigen Ukraine-Krise erklärte, die Akteure auf allen Seiten „(…) verhalten sich so, wie es der Autor Christopher Clark in seinem lesenswerten Buch über den Beginn des 1. Weltkriegs beschrieben hat: wie Schlafwandler“.

Wie plausibel sind solche – auch gerade durch Jubiläen bedingte – Analogien? Inwieweit vermag der historische Vergleich die Gegenwart zu erhellen? Eine Möglichkeit, diesen Fragen nachzugehen, bietet der Festvortrag von Prof. Christopher Clark mit dem Titel „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext des Kriegsjahres“. Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 29. Mai, um 18 Uhr und wird auf Deutsch gehalten. Vortragsort ist der Hörsaal HZ 1, im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Die Öffentlichkeit und die Presse sind herzlich eingeladen.

Der Jubiläumsvortrag Clarks verbindet das Gründungsjahr der Frankfurter Universität, und damit auch ihre Geschichte, mit nationalen und welthistorischen Bezügen. Die Gründung der Goethe-Universität im Jahr 1914 fällt zeitlich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammen. Lange Zeit ging die Forschung intensiv der Frage nach, inwieweit das politische und intellektuelle Klima des Kaiserreichs eine besondere Verantwortung für die Eskalation des militärischen Konflikts trug. Der Historiker Clark diskutiert den aktuellen Stand der Debatte zum Wechselspiel zwischen Mentalitäten und kurzlebigen Ereignisfolgen vor dem Hintergrund seiner eigenen Forschungsergebnisse. Der Vortrag gehört zu den Veranstaltungen, mit denen sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an dem Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“ beteiligt.

Christopher Clark, der in Cambridge Neuere Europäische Geschichte lehrt, steht bereits seit einigen Jahren in enger Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dessen Forschungsthemen. Im Mai folgt der vielfach ausgezeichnete Historiker zum zweiten Mal einer Einladung des Clusters an das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Dort gehört er auch zu den ersten Fellows des neu gegründeten Historischen Kollegs.

Eine weitere Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ findet am 4. Juni 2014 um 19.30 Uhr auf dem Campus Westend statt. An diesem Tag hält die an der Yale-Universität lehrende politische Philosophin Prof. Seyla Benhabib, die erst in der vergangenen Woche mit dem Meister Eckhart Preis 2014 ausgezeichnet wurde, den nächsten Festvortrag zum Thema „Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie: Gestern und heute“.

Informationen im Internet: www.normativeorders.net/gu-100

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net

Veranstaltungen

Mai 22 2014
10:28

Prof. Werner Plumpe stellt im Rahmen der Bürger-Universität einen Alumni der Goethe-Universität vor: Ludwig Erhard

Wohlstand für alle

FRANKFURT. Die meisten nennen Theodor W. Adorno, wenn sie an einen prominenten Alumnus der Goethe-Universität denken. Viel seltener dagegen fällt der Name Ludwig Erhards. Dabei hat auch der zweite deutsche Bundeskanzler als Promovend von Franz Oppenheimer, dem ersten deutschen Lehrstuhlinhaber für Soziologie und Nationalökonomie, prägende Jahre an der damals noch jungen Frankfurter Universität verbracht. Jahre, die sein ökonomisches und politisches Denken fundamental verändert haben.

Das von Erhard vertretene Modell der Sozialen Marktwirtschaft geht ganz wesentlich auf Oppenheimers Idee eines Dritten Weges zwischen Kapitalismus und Sozialismus zurück, wie er in einer Lobrede auf seinen akademischen Lehrer 1964 deutlich machte: „Etwas hat mich so tief beeindruckt, dass es für mich unverlierbar ist, nämlich die Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit. Er (Oppenheimer) erkannte den „Kapitalismus“ als das Prinzip, das zur Ungleichheit führt, das die Ungleichheit geradezu statuiert, obwohl ihm gewiss nichts ferner lag als eine öde Gleichmacherei; auf der anderen Seite verabscheute er den Kommunismus, weil er zwangsläufig zur Unfreiheit führt. Es müsse einen Weg geben, - einen dritten Weg, der eine glückliche Synthese, einen Ausweg bedeutet (…) Solange ich lebe, werde ich Franz Oppenheimer nicht vergessen! Ich werde glücklich sein, wenn die Soziale Marktwirtschaft - so vollkommen oder so unvollkommen sie auch sein mag - weiter zeugen wird auch für das Werk, für den geistigen Ansatz der Gedanken und die Lehre von Franz Oppenheimer.“

Der besondere Impuls, den Erhards Denken in seinen Jahren bei Franz Oppenheimer erfuhr, wird auch Gegenstand des nächsten Vortrags im Rahmen der Frankfurter Bürgeruniversität in der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“ sein.

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für eine ganze Nation werden so auch die individuellen Voraussetzungen Ludwig Erhards betrachtet. Werner Plumpe von der Goethe Universität, einer der profiliertesten Experten für Wirtschaft und Sozialgeschichte, geht in seinem Vortrag den Stationen einer Politikerkarriere nach, aber auch den Voraussetzungen, die aus Ludwig Erhard einen liberalen Wirtschaftspolitiker machten.

Wohlstand für alle – Ludwig Erhard

Referent: Prof. Werner Plumpe, Goethe-Universität Frankfurt

am: Montag, 26. Mai 2014, um 19.30 Uhr,Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de

Eintritt frei

Das komplette Programm der 11. Frankfurter Bürger-Uni:  www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 21 2014
15:41

Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung der Goethe-Universität geht an den Start.

Medieneinladung: „Normal“ altern – was zählt?

FRANKFURT. Aktuell feiern Menschen des geburtenstärksten Jahrgangs in Deutschland ihren 50. Geburtstag. Aber nicht nur die Baby-Boomer-Generation, auch die Älteren von heute stellen andere Anforderungen an das eigene Altern und an die Gesellschaft als frühere Generationen. Unter veränderten Alltagsanforderungen und neuen Technikentwicklungen wollen ältere Menschen mobil bleiben und an Gesellschaft teilhaben. Wichtiger werden daher belastbare Befunde aus einer Forschung, die Älterwerden nicht nur unter medizinischer Perspektive betrachtet.

Das neue „Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung“ (FFA), das  zum 1. August 2014 seine Arbeit aufnimmt, verknüpft lebens-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven mit dem Ziel der Förderung und Erhaltung von Lebensqualität.

Anlässlich der Unterzeichnung der Fördervereinbarung über das Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung (FFA) zwischen der BHF-BANK-Stiftung und der Goethe-Universität Frankfurt möchten wir Ihnen das neue Forum bei einem Mediengespräch

am Montag, den 26. Mai 2014, Beginn: 11:00 Uhr, in der BHF-BANK Stiftung, Bockenheimer Landstr. 10/Eingang Oberlindau 2, Kaffeezimmer, 60323 Frankfurt

vorstellen. Ihre Gesprächspartner:

* Dietmar Schmidt, Vorsitzender der BHF-BANK Stiftung

* Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität

* Prof. Frank Oswald, Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Goethe-Universität

Vorgestellt werden ebenfalls zwei konkrete Projekte, die sich mit den Themen „Emotionale und soziale Robotik“, „Mobilität im Alter“ sowie „Menschenwürde und Persönlichkeitsschutz beschäftigen.

Im Anschluss reichen wir einen kleinen Imbiss, der Gelegenheit zu weiterem Austausch bietet.

Über Ihr Interesse freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dirk Frank

Pressereferent

Sonstige

Mai 21 2014
15:27

Zwölf Bände in einem Jubiläumsschuber Biografien vermitteln Eindruck von intellektueller und wissenschaftlicher Vielfalt an der Frankfurter Universität

„Gründer, Gönner und Gelehrte“

FRANKFURT. Die Goethe-Universität nimmt ihren 100. Geburtstag zum Anlass, sich herausragender Persönlichkeiten in ihrer Geschichte zu erinnern. In der im Frankfurter Societäts-Verlag erscheinenden Biografienreihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ werden Persönlichkeiten der Gründerjahre der Universität vor und nach 1914 ebenso wie die Generation des Wiederaufbaus nach 1945, aber auch Vordenker und Akteure der bildungsbewegten 1960er und 1970er Jahre porträtiert.

Bei der Präsentation des Jubiläumsschubers mit den bisher zwölf erschienenen Bänden erklärte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl: „Die Biografien vermitteln einen hervorragenden Eindruck von der intellektuellen und wissenschaftlichen Vielfalt, die die Universität in ihrer frühen Phase bis 1933 prägte, aber auch über das Engagement der Remigranten, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg vehement für den Wiederaufbau einer liberalen Universität stark machten“, und er ergänzte: „In den Lebensbildern der Gründer, Gönner und Gelehrten spiegelt sich auch die wechselvolle deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert wider.“

Folgende Bände, die einzeln oder im Schuber im Buchhandel und beim Societäts-Verlag erhältlich sind, liegen vor: Franz Adickes, Oberbürgermeister und Universitätsgründer – Theodor W. Adorno, Philosoph, Musiker, pessimistischer Aufklärer – Friedrich Dessauer, Röntgenpionier, Biophysiker und Demokrat – Leo Frobenius, Afrikaforscher, Ethnologe, Abenteurer – Leo Gans, Arthur von Weinberg, Mäzenatentum und jüdische Emanzipation – Max Horkheimer, Begründer der „Frankfurter Schule“ – Ernst Kantorowicz, Der „ganze Mensch“ und die Geschichtsschreibung – Wilhelm Merton. Ein Weltbürger gründet eine Universität – Fritz Neumark, Finanzpolitiker und Politikberater – Franz Oppenheimer, Ökonom und Soziologe der ersten Stunde – Henry Oswalt, Bildungsbürger und Mäzen – Otto Stern, Physiker, Querdenker, Nobelpreisträger.

Franz Adickes

Franz Adickes (1845–1915), von 1891 bis 1912 Oberbürgermeister von Frankfurt, zählt zu den herausragenden Kommunalpolitikern im Kaiserreich. In seiner Amtszeit vollzog Frankfurt den Aufstieg zur Großstadt. Höhepunkt von Adickes‘ Wirken ist die Gründung der Frankfurter Universität – für deren Einrichtung Bürger der Stadt rund 20 Millionen Mark an privaten Mitteln aufbrachten. Der Frankfurter Historiker Lothar Gall stellt Adickes als Repräsentant des liberalen Bürgertums vor.

Theodor W. Adorno

Theodor W. Adorno (1903–1969) gehört zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Max Horkheimer (1895–1973) gilt er als Begründer der „Kritischen Theorie“. Der Musikkritiker Gerhard R. Koch stellt in seiner Biografie auch den Komponist Adorno und seine kreative (musik-)ästhetische Reflexion aus dem Geist der Moderne vor. Das „Achtundsechziger“-Idol beharrte auf der Theorie gegenüber Polit-Aktionismus und wurde im Konflikt mit den linken Studenten zwischen subjektiv revolutionärem Denken und kollektivem Umsturzverlangen zerrissen.

Friedrich Dessauer

Die Röntgenstrahlen waren die aufregendste Entdeckung seiner Jugend. Wie Physikerin und Wissenschaftsjournalistin Anne Hardy schildert, erkannte Friedrich Dessauer (1881–1963) den Wert der Röntgenstrahlen für die medizinische Diagnostik, als er an das Krankenbett seines Bruders gerufen wurde und die Ärzte eine tödliche Krankheit diagnostizierten. Er brach sein Studium ab und gründete noch minderjährig eine Firma für Röntgenapparate. Erst mit 34 Jahren holte er seine Promotion nach und gründete bald darauf an der Universität Frankfurt ein Institut, aus dem das heutige Max-Planck-Institut für Biophysik hervorgegangen ist. Sein politisches Engagement als Reichstagsabgeordneter der katholischen Zentrumspartei zwangen ihn 1934 ins Exil nach Istanbul. Erst 1953 kehrte er nach Frankfurt zurück.

Leo Frobenius

Leo Frobenius (1873-1938) war eine schillernde und doch faszinierende Persönlichkeit: Abenteurer und Afrika-Entdecker, Ethnologe und Kulturphilosoph, Monarchist und Ideenspender für ein neues Afrika-Bild. Der Autodidakt war getrieben von der Vorstellung, sich mit aller Kraft gegen Modernisierung und Rationalisierung stemmen zu müssen. Und in Afrika schien er all das in den Mythen, Masken und Malereien zu finden, was in Europa an Wert verlor. Der Autor und Ethnologe Bernhard Streck kommt zu der Einschätzung: Trotz aller Verständnisprobleme, die sich heute auftun, hat Frobenius seinen Platz in der Ahnengalerie der ersten Bürgeruniversität Deutschlands verdient.

Leo Gans, Arthur von Weinberg

Leo Gans (1843–1935) und Arthur von Weinberg (1860–1943), Ehrenbürger der Stadt Frankfurt, geniale Erfinder und mit Cassella erfolgreiche Unternehmer, entstammten einer der ältesten jüdischen Familien Frankfurts. Als Naturwissenschaftler und Mäzene sorgten sie dafür, dass der Physikalische Verein und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft als selbstständige Einrichtungen in die neue Universität integriert wurden. Die Historikerin Monika Groening zeigt, wie ihre Lebenswege von den Veränderungen während des Kaiserreichs und des Nazi-Terrorregimes geprägt wurden.

Max Horkheimer

Bereits in den 1920er Jahren war Max Horkheimer (1895-1973) als Philosophie-Professor und als Direktor des Instituts für Sozialforschung einer der führenden Köpfe der „geistigen Linken“. 1933 gehörte er wie sein enger Vertrauter Theodor W. Adorno (1903–1969) und einige Mitarbeiter zu den ersten Opfern der „Säuberung“ der Universität und mussten ins US-Exil emigrieren. 1950 kehrten Horkheimer und viele andere Wissenschaftlern nach Frankfurt zurück und entwickelten das Institut für Sozialforschung zu einem intellektuell-moralischen Zentrum für die junge Bundesrepublik. Die „Frankfurter Schule“ einer kritischen Gesellschaftstheorie fand weltweit Beachtung, wie Rolf Wiggershaus, ausgewiesener Kenner, eindrucksvoll darlegt.

Ernst H. Kantorowicz

Wie kaum ein anderer steht Ernst H. Kantorowicz (1895-1963), der von 1930 bis 1935 eine Professur für mittelalterliche Geschichte an der Frankfurter Universität innehatte, für die Ambivalenzen im „Zeitalter der Extreme“. Der  jüdische Gelehrte und „Jünger“ des Dichters Stefan George war ein bekennender Deutschnationaler. Mit seiner vielbeachteten  Biografie Kaiser Friedrichs II. schrieb er ein Generationenbuch, dem auch Nationalsozialisten die Anerkennung nicht versagten. Dennoch musste auch er 1938 aus Deutschland fliehen. Er emigrierte in die USA. Der Historiker Janus Gudian zeichnet Kantorowicz‘ Leben detailliert nach und setzt dabei Vita und Werk in Beziehung.

Wilhelm Merton

Wilhelm Merton (1848–1916), geboren als William Moses, Jude, Großhändler, Konzernlenker mit globalen Ambitionen und weltweitem Einfluss, Mäzen und Philanthrop, Sozialreformer, Konvertit sowie Großbürger mit liberaler Gesinnung ist eine der beeindruckenden  Persönlichkeiten Frankfurts in Wilhelminischer Zeit. Wie der Historiker Ralf Roth beschreibt, war Merton nicht nur maßgeblich an der Gründung der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und der Frankfurter Universität beteiligt, sondern setzte auch deren Öffnung zu den modernen Sozialwissenschaften durch.

Fritz Neumark

Der Nationalökonom Fritz Neumark (1900–1991) gehört zu den einflussreichsten deutschen Finanzwissenschaftlern der Nachkriegszeit. Der Wirtschaftswissenschaftler Heinz Grossekettler beschreibt, wie Neumark als Wissenschaftler und Politikberater Grundsätze für eine moderne Finanzpolitik entwickelte, welche die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik maßgeblich beeinflussten. Neumark gehörte zu den Remigranten, die in den 1950er Jahren das intellektuelle Klima an der Goethe-Universität bestimmten. Wie viele seiner Kollegen hatte er wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 die Universität verlassen müssen.

Franz Oppenheimer

Franz Oppenheimer (1864–1943), Deutschlands erster Soziologie-Professor, hatte einen außergewöhnlichen Lebensweg: Nach dem Medizinstudium setzte sich der Sohn eines jüdischen Predigers bald mit sozialen und ökonomischen Fragen auseinander. 1919 stiftete Karl Kotzenberg (1866–1940) extra für ihn einen Lehrstuhl für Soziologie und Theoretische Nationalökonomie an der Frankfurter Universität. Seine zehn Frankfurter Jahre waren produktiv, aber auch konfliktreich, wie der Wirtschaftswissenschaftler Volker Caspari und der Soziologe Klaus Lichtblau beschreiben. Oppenheimer stritt für seine Vorstellungen eines „liberalen Sozialismus“. Einige seiner Ideen setzte sein berühmtester Schüler, Ludwig Erhard (1897–1977), mit der Sozialen Marktwirtschaft um.

Henry Oswalt

Der Geheime Justizrat Dr. Henry Oswalt (1849–1934) war eine der Gründerpersönlichkeiten der Frankfurter Universität. Wie die beiden Historiker Birgit Wörner und Roman Köster darlegen, unterstützte der aus dem jüdischen Bürgertum stammende Notar und Rechtsanwalt mit seinem fachmännischen Rat Oberbürgermeister Franz Adickes (1845–1915) und den Industriellen Wilhelm Merton (1848–1916) bei der Gründung der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und ihrer späteren Umwandlung zur Universität. Mit Hilfe der „Oswalt-Stiftung“ konnte 1921 der erste Lehrstuhl für Röntgenphysik in Deutschland für Dessauer eingerichtet werden.

Otto Stern

Der Quantenphysiker Otto Stern (1888–1969) begründete den frühen Weltruhm in der Frankfurter Physik. Der Mitarbeiter Einsteins und geniale Experimentator wurde gleich 1914 nach Frankfurt berufen. Der Physiker Horst Schmidt-Böcking und die Wissenschaftshistorikerin Karin Reich beschreiben, wie Stern die Molekularstrahlmethode – den Weg zur Entschlüsselung des inneren Bauplans des Atoms – entwickelte und damit die Grundlagen der modernen Quantenphysik legte. 1933 als Jude aus Deutschland vertrieben, wird er 1943 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Kernspintomographie, Laser u.a. wären ohne Stern nicht denkbar.

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer, Ulrike Jaspers, Projektkoordination, Campus Westend, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de , Tel. (069) 798 13066.

 

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Mai 21 2014
15:22

Eröffnung Historisches Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg

Einladung zum Mediengespräch

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften öffnet am 23. Mai offiziell seine Pforten. Es versteht sich als Ideenlabor der Geschichtswissenschaft, als produktiver Rückzugsort für Historiker von internationalem Ansehen. Doch es ist vor allem auch Ort der gesellschaftlichen Diskussion, an dem Fachleute und Öffentlichkeit, die Bürger Bad Homburgs und des Rhein-Main-Gebiets, zum lebendigen Austausch zusammenkommen.

Das zunächst auf fünf Jahre angelegte Programm ist ein Schulterschluss von Forschungskolleg Humanwissenschaften und Historischem Seminar der Goethe-Universität. Unter der Federführung von jeweils ein bis zwei Frankfurter Professorinnen oder Professoren widmet sich jedes der Jahre einer anderen historischen Fragestellung und Zeit: 2014 ist dies das Thema „Welt um 1914“ unter der Regie von Prof. Andreas Fahrmeir, wissenschaftlicher Koordinator des Historischen Kollegs. Die weiteren Programmverantwortlichen sind Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe,  Frühneuzeithistorikerin Prof. Luise Schorn-Schütte, Prof. Christoph Cornelißen, Lehrstuhlinhaber für Neueste Geschichte, Rechtshistoriker Prof. Thomas Duve und Althistoriker Prof. Hartmut Leppin. In jedem Jahr lädt das Historische Kolleg bis zu zehn  thematisch einschlägige Gastwissenschaftler für einen Zeitraum von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten ein, um in den Kollegsgebäuden Am Wingertsberg zu forschen und mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten.

Ermöglicht wurde die Einrichtung des Historischen Kollegs durch die Dagmar-Westberg-Stiftung und die finanzielle Unterstützung der Stadt Bad Homburg sowie des Unternehmers Stefan Quandt.

Den offiziellen Auftakt des Historischen Kollegs bildet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Europa 1914. Der Weg ins Unbekannte“. Renommierte Weltkriegsexpertinnen und -experten, unter ihnen mit Christopher Clark und Gustavo Corni zwei der ersten Gastwissenschaftler des Historischen Kollegs, erörtern dabei weniger die Frage nach der Kriegsschuld der politischen Eliten als vielmehr die Stimmungslagen in der Bevölkerung. Christopher Clark ist auch Gast des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die Podiumsdiskussion ist zugleich der Abschluss der gleichnamigen internationalen Tagung unter Leitung von Prof. Christoph Cornelißen. Sie ist der Frage gewidmet, wie die Bürger verschiedener Länder im Sommer 1914 den Weg in den Krieg erlebten, und beleuchtet die sozialen, kulturellen sowie politischen Leitbilder dieser Zeit. Das Historische Kolleg ist einer der Förderer dieser Tagung.

Vor der Podiumsdiskussion, die um 16.00 Uhr beginnt und im Konferenzraum des Forschungskollegs stattfindet,  laden wir Sie ganz herzlich zu einem Mediengespräch ein. Dieses findet statt

 

am Freitag, den 23. Mai, um 14:30 Uhr,

in der Bibliothek des Forschungskollegs Humanwissenschaften,

Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Ihre Gesprächspartner sind:

 

* Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Direktor Forschungskolleg Humanwissenschaften, Vizepräsident Goethe-Universität Frankfurt

* Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Wissenschaftlicher Koordinator Historisches Kolleg, Programmverantwortlicher 2014,

* Ellinor Schweighöfer M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin Historisches Kolleg,

* sowie einige der Programmverantwortlichen für die Jahre 2015-2018.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann    

Prof. Dr. Andreas Fahrmeir

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Mai 20 2014
11:29

Internationale Konferenz der Goethe-Universität thematisiert am 22. und 23. Mai auch den gewandelten Blick auf die historischen Ereignisse vor dem Kriegsausbruch

Tagung zu 1914 diskutiert den „Weg ins Unbekannte“

FRANKFURT. Wie erlebten die „einfachen Menschen“ und die Familien im Sommer 1914 den Weg der europäischen Mächte in den Ersten Weltkrieg? Welche Hoffnungen auf Frieden gab es trotz drohender Vorzeichen? Und war die öffentliche Stimmung in Deutschland bei Ausbruch des Waffengangs wirklich von so großer Euphorie geprägt? Auch um diese Fragen geht es auf der internationalen Tagung „Europa 1914 – Der Weg ins Unbekannte“ am 22. und 23. Mai. Veranstalter ist der Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität. Zu den Kooperationspartnern gehört der Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Ziel der Tagung ist es, aktuelle Forschungen zur Vorkriegszeit und zum Sommer 1914 zusammenzuführen. Auf dieser Grundlage sollen die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen für den Kriegsausbruch diskutiert werden. Zu den Teilnehmern zählen neben Christopher Clark aus Cambridge, Autor des Bestsellers „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, auch weitere prominente Historiker aus verschiedenen Ländern – unter ihnen Gerd Krumeich (Freiburg) und Frédéric Rousseau (Montpellier). Ort des ersten Konferenztages am 22. Mai ist das Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend. Der zweite Teil findet am 23. Mai im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg satt. Hier mündet die Tagung auch in die abschließende Podiumsdiskussion. Für beide Tage und die Podiumsdiskussion ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Die wissenschaftliche Leitung der Tagung haben Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte, und seine Mitarbeiter Silke Fehlemann und Nils Löffelbein. Cornelißen ist gleichzeitig neues assoziiertes Mitglied des Clusters, der damit der Zeitgeschichte als einem besonders dynamischen Forschungsfeld der Geschichtswissenschaft eine erhöhte Aufmerksamkeit schenkt. Cornelißen wird in seinem Eröffnungsvortrag „Der Weg ins Unbekannte. Historiker-Kontroversen 1914 – 2014“ auch den Umstand thematisieren, dass Historiker ihre Vorstellungen vom Weg der europäischen Gesellschaften in den Ersten Weltkrieg schon mehrmals korrigieren mussten. „Anhand der Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg kann man die Konjunkturen sich wandelnder politischer Leitvorstellungen beschreiben“, so Cornelißen. „Die Thesen Christopher Clarks zur gemeinsamen Verantwortung der europäischen Mächte sind nicht zuletzt Zeichen einer veränderten Stellung Deutschlands in der internationalen Politik. Gleichzeitig sind sie Ausdruck veränderter Ansprüche der europäischen Öffentlichkeit.“

Die Tagung gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Sektionen: „Kriegserwartungen“, „Friedenshoffnungen“, Mobilisierungen“.

Zu den Themen der ersten Sektion gehören die Kulturgeschichte des Militärs und dessen Kriegsvorstellungen. Außerdem zeigt der Mitorganisator Nils Löffelbein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste Geschichte, in einem Vortrag, „dass es in den Vorkriegsgesellschaften bestenfalls vage Vorstellungen vom Verlauf und den Auswirkungen eines großen europäischen Krieges gab.“ In der zweiten Sektion geht es um die durchaus einflussreichen und weitgespannten Friedenshoffnungen, die den Beginn des Ersten Weltkriegs in ganz Europa begleiteten. In diesem Zusammenhang wird sowohl der sozialistische als auch den bürgerlichen Pazifismus beleuchtet.

Die dritte Sektion nimmt die verschiedenen Formen gesellschaftlicher Mobilisierungen in den Blick. „Wir wollen zeigen, dass der Krieg nicht nur an der Front stattfand, sondern auch die Zivilbevölkerungen, vor allem die Familien in vielfältiger Weise betroffen waren, von den Eltern der Soldaten bis zum Kleinkind. Abschiede waren die gemeinsame Erfahrung vieler europäischer Familien und wurden doch ganz unterschiedlich erlebt, praktiziert und erzählt“, so die Historikerin Silke Fehlemann, die ebenfalls zum Frankfurter Organisationsteam gehört.

Zum Ausklang der Konferenz steht der politische Weg in den Krieg im Vordergrund. Mit diesem Themenschwerpunkt wird auf die abschließende Podiumsdiskussion am 23. Mai ab 16.00 Uhr übergeleitet. Die Diskutanten sind neben Christopher Clark, Gerd Krumeich und Frédéric Rousseau auch Annika Mombauer (Milton Keynes, UK) und Gustavo Corni (Trient). Die Moderation hat Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Im Fokus sollen vor allem die Stimmungslagen und Leitbilder in der Bevölkerung stehen und weniger die Frage nach der Kriegsschuld der politischen Eliten.

Die Tagung „Europa 1914 – Der Weg ins Unbekannte“ wird gefördert von der Ludwig Quidde-Stiftung und dem Institut français d’histoire en Allemagne.

Eine weitere Gelegenheit, den prominenten Tagungsteilnehmer Christopher Clark zu erleben, besteht am 29. Mai auf dem Frankfurter Campus Westend. Dann hält er im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ einen vom Cluster ausgerichteten öffentlichen Vortrag zum Thema „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext der Kriegsjahre“.

Programm:

www.normativeorders.net/europa-1914

Anmeldung:

Anmeldung für die Vorträge der Tagung bitte beim Sekretariat des Lehrstuhls für Neueste Geschichte unter:  m.konze@em.uni-frankfurt.de

Anmeldung für die Podiumsdiskussion im Forschungskolleg Humanwissenschaften bitte unter: schweighöfer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen:

Lehrstuhl für Neueste Geschichte, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Dr. Silke Fehlemann, Tel.: 069/798-32585, fehlemann@em.uni-frankfurt.de

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Mai 19 2014
12:00

Dreitägiges öffentliches Symposium zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität mit festlichem Auftakt im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde

Mäzene, Gelehrte, Bürger: Jüdisches Engagement und Jüdische Gelehrsamkeit in der Frankfurt Uni-Geschichte

FRANKFURT. „Mäzene, Gelehrte, Bürger: Jüdisches Engagement und jüdische Gelehrsamkeit in der Frankfurter Universitätsgeschichte“ ist das Thema eines öffentlichen Symposiums, zu dem interessierte Bürger und Wissenschaftler vom 25. bis 27. Mai ins Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde und die Goethe-Universität eingeladen sind. Zum Auftakt hält der Vorsitzende des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Prof. Dr. Salomon Korn, den Festvortrag über das jüdische Mäzenatentum und die Gründung der Universität in Frankfurt. Dieser Festakt, bei dem u.a. Dr. Andrei Mares als Vorsitzender des Gemeinderats der Jüdischen Gemeinde, und Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl sprechen werden, findet statt am Sonntag (25. Mai) um 17 Uhr im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde.

Der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Frankfurt kommt im Kontext der Gründung der Frankfurter Universität vor 100 Jahren besondere Bedeutung zu: Individuelle jüdische Stifterinnen und Stifter sowie jüdische Stiftungen spielten nicht nur für die Finanzierung der jungen Universität eine herausragende Rolle. Sie legten auch den Grundstein für die besondere Liberalität und Offenheit der Hochschule. Eine ganze Reihe von Instituten und Lehrstühlen im Bereich der Medizin, der Naturwissenschaften, der Sozialforschung, der Geschichtswissenschaften und der Philosophie verdanken ihre Gründung großzügigen Mäzenen, und auch nach ihrer Errichtung erfreute sich die Universität der Unterstützung der jüdischen Bürgerschaft. „Mit diesem Engagement war vor allem auch die Hoffnung verbunden, in Frankfurt könnten jüdische Gelehrte fortan, frei von religiösen Schranken und sozialer Diskriminierung, selbstverständlich und gleichberechtigt am akademischen Leben teilhaben“, erläutert Prof. Christian Wiese, seit 2010 Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, der für diese Tagung federführend verantwortlich ist.

Kooperationspartner sind die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Jüdische Museum Frankfurt und die Hebraica- und Judaica Abteilung der Frankfurter Universitätsbibliothek. Das Symposium gehört zum Programm anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität.

Die Vorträge des Symposiums, die am Montag (26. Mai) und Dienstag (27. Mai) im Casino, Raum 1.801 auf dem Campus Westend stattfinden, betten die Frage nach der Rolle jüdischer Stiftungen, Stifterinnen und Stifter der Universität in Beiträge zur zeitgenössischen Geschichte der jüdischen Gemeinschaft Frankfurts ein. Dabei thematisieren sie u. a. die Rolle des Sozialpolitikers und Philanthropen Wilhelm Merton, des deutsch-amerikanischen Bankiers Jacob Schiff, des Unternehmers Arthur von Weinberg oder der Familie Rothschild. „Exemplarisch wird zudem die Geschichte der Wirksamkeit jüdischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie der aus jüdischen Stiftungen hervorgegangenen Institute in der Frankfurter Universitätsgeschichte vor und nach der Shoah erzählt“, ergänzt Wiese. Im Mittelpunkt stehen Gelehrte wie Martin Buber, der Orientalist Josef Horowitz oder der Soziologe Franz Oppenheimer, aber auch das Institut für Sozialforschung.

Darüber hinaus konnte der international renommierte amerikanische Historiker Prof. Dr. Michael A. Meyer für den Abendvortrag am Montag (26. Mai) um 19 Uhr gewonnen werden. Er spricht über die Rolle von Juden und Judentum an den deutschen Universitäten. Durchgehend spielt die Zäsur von 1933 eine wichtige Rolle: „Die Entlassung jüdischer Gelehrter, die Diskriminierung jüdischer Studierender und die Enteignung jüdischer Stiftungen gehört mit zum Erbe der Goethe-Universität“, so Wiese. Prof. Dr. Micha Brumlik reflektiert in einem abschließenden Abendvortrag am (Dienstag) 27. Mai (Beginn 18.15 Uhr) über die Auslöschung des jüdischen Teils der Frankfurter Universitätsgeschichte im Nationalsozialismus und die Schwierigkeiten eines Neuanfangs nach 1945.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798-33313/3342, c.wiese@em.uni-frankfurt.de; Dr. Stefan Vogt, Tel. (069) 798-32032, s.vogt@em.uni-frankfurt.de; das Programm im Detail: http://www2.uni-frankfurt.de/49851370/maezene

Veranstaltungen

Mai 19 2014
11:58

Abend der offenen Tür bei der „Buch- und Medienpraxis“ an der Goethe-Universität

Fortbildungsprogramm für Einsteiger in Kultur- und Medienarbeit startet in neue Runde

FRANKFURT. Zum Wintersemester 2014/15 startet ein neuer Kurs des Fortbildungsprogramms „Buch- und Medienpraxis“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Bewerbungsfrist für den zweisemestrigen Studiengang läuft noch bis zum 1. Juli. Das in der Bundesrepublik einzigartige Programm wendet sich an qualifizierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen und vermittelt zwischen dem geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Studium und der medienbezogenen Berufspraxis.

Am 22. Mai (Donnerstag) sind Interessierte zum Abend der offenen Tür eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Casino-Gebäude, Raum 1.812, Campus Westend. Auf dem Programm stehen ausführliche Informationen:  So geben die Lehrenden Silke Tabbert (Schoeffling Verlag) und Klaus Walter (Moderator und Autor) Einblick in ihre Kursarbeit, Ehemalige berichten von ihren Erfahrungen und der gegenwärtige Jahrgang stellt sich mit aktuellen Projekten vor. Ab 20 Uhr ist bei Sekt, Selters und Musik Gelegenheit zum persönlichen Gespräch.

In dieses Fortbildungsprogramm werden maximal 30 Studierende aufgenommen. In den insgesamt zwölf Kursen, die an drei Abenden der Woche (Montag, Dienstag, Mittwoch) von 18 bis 22 Uhr stattfinden, befassen sich die Teilnehmer mit den Themen Lektorat, Buchhandel und Verlagswesen, Hörfunkredaktion, Fernsehredaktion, Zeitungsredaktion, Literaturkritik, Medienkritik, Öffentlichkeits-arbeit, Kulturmanagement, Ausstellungskonzeption sowie Online-Publishing.

Seit 1997 kooperiert die „Buch- und Medienpraxis“ mit Verlagen, Zeitungen, Museen, Rundfunk- und Fernsehsendern sowie anderen kulturellen Einrichtungen außerhalb der Universität. Die Dozenten sind profilierte Vertreter dieser Bereiche und machen die Studierenden durch berufspraktische Übungen mit dem Erwartungshorizont ihres Berufsfeldes vertraut. Am Ende der Kurse stehen von den Teilnehmern initiierte Veranstaltungen und Projekte.

Informationen: Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Heinz Drügh, Koordination: Maren Illinger und Malte Kleinjung, Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis“, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Tel: 069/798-23626, Mail: bmp@lingua.uni-frankfurt.de, www.buchundmedienpraxis.de

Veranstaltungen

Mai 19 2014
11:56

Diskussion mit zwei Expertinnen in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften

Historiker nehmen Behinderung als Leitkategorie von Gesellschaften in den Blick

FRANKFURT. Auch Historiker beschäftigen sich mit Behinderung („disability“) als Leitkategorie von Gesellschaften: Bietet sich damit die Chance, nicht nur Geschichte(n) der Behinderung, sondern auch die allgemeine Geschichte neu zu schreiben? Über diese Frage diskutieren am Mittwoch (21. Mai) Prof. Dr. Cordula Nolte als Vertreterin der Geschichte des Mittelalters und des Forschungsprogramms „Disability History der Vormoderne“ (Universität Bremen) und Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Soziologin und Professorin für Disability Studies (Universität zu Köln). Die öffentliche Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, statt.

In einem Jahrhunderte währenden, mit der Entwicklung der Moderne parallel verlaufenden Prozess ist die Differenzierungskategorie „disability“, die im deutschsprachigen Raum heute Behinderung genannt wird, allmählich entstanden. Zugleich, sozusagen als Kehrseite der Medaille, haben sich Vorstellungen von Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Normalität formiert, die tief in der Gesellschaft und Kultur verankert sind. Diese Vorstellungen zu historisieren, hat sich die „Disability History“ vorgenommen. Diese Forschungsperspektive hat sich im Anschluss an die internationalen „Disability Studies“ entwickelt, die im Kontext der sozialen Bewegung behinderter Menschen, beeinflusst durch kritische Gesellschaftstheorie und postmoderne Kulturtheorien entstanden sind. Ihr wissenschaftliches Programm zielt auf die Kritik des in den Rehabilitationswissenschaften vorherrschenden individuellen Behinderungsmodells und favorisiert ein soziales und ein kulturelles Modell. Unter anderem geht es darum, den Zusammenhang von Gesellschaft und Behinderung, von Inklusions- und Exklusionsprozessen zu verstehen. Im Blick haben die Wissenschaftler dabei nicht nur das 19. und 20. Jahrhundert, sondern auch, wie neuere mediävistische Studien zeigen, die vormodernen Gesellschaften.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Personalia/Preise

Mai 16 2014
14:02

Linguisten und Lebenswissenschaftler setzen sich bei Auswahlverfahren der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch

Zwei neue Graduiertenkollegs an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Goethe-Universität kann zwei neue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Graduiertenkollegs eröffnen: Davon profitieren in den kommenden viereinhalb Jahren 12 Nachwuchswissenschaftler in der Linguistik, Anglistik, Romanistik und empirischer Sprachwissenschaft und 20 in den Lebenswissenschaften. Die Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren und sich frühzeitig international zu vernetzen. An der Universität Frankfurt gibt es bereits sieben solcher Kollegs, vier in den Geisteswissenschaften und drei in den Naturwissenschaften.

Nun hat der zuständige Bewilligungsausschuss der DFG auf seiner Frühjahrstagung in Bonn beschlossen, bundesweit 13 weitere Kollegs mit insgesamt etwa 48 Millionen Euro zu fördern. Die Frankfurter Linguisten beschäftigen sich mit „Nominaler Modifikation“ und wollen zu diesem Thema eine international sichtbare Forschungsplattform aufbauen, Sprecherin des Kollegs ist Prof. Dr. Caroline Féry. Bei den Lebenswissenschaften waren der Professor für Chemische Biologie und Medizinische Chemie Alexander Heckel und seine Kollegen mit ihrem Antrag für das Graduiertenkolleg „Complex Scenarios of Light-Control“ erfolgreich.

Dabei geht es darum, weiter zu erforschen, wie Licht als ideales Triggersignal fungieren kann, um chemische und biologische Reaktionen zu initiieren und räumliche oder zeitliche Folgeprozesse zu untersuchen. Insbesondere wenn fotolabile, also lichtunbeständige, chemische Verbindungen verwendet werden, können Systeme tatsächlich sehr präzise gesteuert werden. Von „Uncaging“ spricht man, wenn diese chemischen Verbindungen eine gewünschte Reaktivität vorübergehend blockieren, sie jedoch mit Licht wieder entfernt werden können. Die bisherigen Steuerverfahren sind jedoch noch nicht ausgereift – das Graduiertenkolleg soll deshalb über den jetzigen Stand der Technik hinausgehen und komplexe Lichtregulationsszenarien entwickeln. Diese sollen dann helfen, Protein- und RNA-Faltungsprozesse zu untersuchen, ebenso wie Transportprozesse durch Membrane sowie die Anordnung von Proteinen in drei Dimensionen. Die Promovenden werden engen Kontakt zum Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe haben, denn dort ist Heckel auch Principal Investigator.

In der Linguistik geht um die menschliche Sprache: Die Wissenschaftler befassen sich damit, theoretische und praktische Aspekte von Sprache zu beschreiben und zu erklären. Das übergreifende Thema des sprachwissenschaftlichen Kollegs ist die Grammatik von Nominalausdrücken und deren Modifikation. Nomina können durch verschiedene Konstruktionen modifiziert werden, etwa durch Adjektive („das große Auto“), durch Präpositionalphrasen („das Auto mit dem Schiebedach“) oder durch Relativsätze („das Auto, das auf dem Parkplatz steht“). In diesem Zusammenhang spielen auch die Verarbeitung und der Erwerb komplexer nominaler Ausdrücke eine wichtige Rolle. Die zugrunde liegenden Mechanismen werden von den beteiligten Forscherinnen und Forschern analysiert: Dabei zählt nicht nur allein eine syntaktische oder semantische Perspektive, sondern es sollen insbesondere auch verschiedene linguistische Subdisziplinen, wie Spracherwerb, Phonologie und Psycholinguistik, berücksichtigt werden. Das neue Graduiertenkolleg ist stark international ausgerichtet, so kooperiert es u.a. mit der University of Pennsylvania (USA), an der einsemestrige Forschungsaufenthalte vorgesehen sind.

Informationen: Prof. Dr. Caroline Féry, Institut für Linguistik, Fachbereich Neuere Philologien, Campus Westend, Tel. 069/798-32217, caroline.fery@gmail.com, http://www2.uni-frankfurt.de/50692667

Prof. Dr. Alexander Heckel, Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, 069/798-42505; Heckel@uni-frankfurt.de, www.clic.uni-frankfurt.de