Pressemitteilungen 

Hochschulpolitische Themen

Okt 8 2013
09:07

Frankfurter Manifest stellt Thesen zur Weiterentwicklung von Kooperationen im deutschen Wissenschaftssystem vor

Wie kann die deutsche Forschung wettbewerbsfähig bleiben?

FRANKFURT. Das in der vergangenen Woche gemeinsam von wichtigen Forschungseinrichtungen und Hochschulen erarbeitete und soeben herausgegebene Frankfurter Manifest möchte Vorschläge für die Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems aufzeigen und die aus ihrer Sicht dafür notwendigen Rahmenbedingungen der Politik deutlich machen.

„Wir brauchen in Deutschland eine Kultur der Kooperation zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen“, forderte Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, einer der Initiatoren des Frankfurter Manifests. Punktuell würden derlei institutionelle Verbindungen bereits praktiziert, jedoch seien sie nicht von Dauer. Ein Grund dafür sei das Kooperationsverbot, das dem Bund verbiete, universitäre Einrichtungen direkt und langfristig zu finanzieren. „Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollten sich in ihren Strategien eng abstimmen, damit in Deutschland starke Forschungsstandorte entstehen, die international wettbewerbsfähig sind“, so Müller-Esterl.

Nach Ansicht der Herausgeber des Manifests bieten Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die Chance, verschiedene Forschungsansätze und Wissenschaftskulturen miteinander zu verbinden. Dadurch ließen sich leistungsfähige Strukturen der Spitzenforschung schaffen, die dann auch weltweit attraktiv für exzellente Wissenschaftler seien. So entstünden erfolgreiche Wissenschaftsverbünde, die sich in einschlägigen Rankings besser behaupten könnten, sagte Uni-Präsident Müller-Esterl. Zudem führe das engere Zusammenwirken von universitären und außeruniversitären Einrichtungen zu besseren Entwicklungsmöglichkeiten für den akademischen Nachwuchs. Auch im Hinblick auf die Entwicklung und Nutzung wissenschaftlicher Infrastrukturen, insbesondere von Großgeräten in den Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften, ergäben sich klare Wettbewerbsvorteile. Durch gezielte Absprachen ließen sich zudem kostspielige Doppelstrukturen vermeiden.

Voraussetzung für eine Förderung von Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Partnern seien aber rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, die Bund und Länder realisieren müssten. Dies betrifft insbesondere den Paragraphen 91b des Grundgesetzes, der bisher eine direkte Förderung von Universitäten durch den Bund verhindert. Eine Revision des 91b würde Universitäten wie auch außeruniversitären Forschungseinrichtungen zugute kommen, erklärte Müller-Esterl.

Partner des Frankfurter Manifests sind: Goethe-Universität, Frankfurt; GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH, Darmstadt; KIT (Institut für Technologie), Karlsruhe; Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin-Buch; Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Frankfurt; Technische Universität, Dresden; Uni-Klinikum Charité, Berlin.


Das Manifest steht zum Download bereit: hier.

Weitere Informationen: Dr. Christine Burtscheidt, Goethe-Universität Frankfurt,  Tel. (069) 798-11103, burtscheidt@pvw.uni-frankfurt.de

Forschung

Okt 7 2013
13:16

Amine aus der Tierhaltung spielen eine wichtige Rolle/Publikation in Nature

Wolkenbildung und Klima

FRANKFURT. Wolken gehören in Klimamodellen zu den kühlenden Faktoren, da sie das Sonnenlicht reflektieren. Klimaforscher wissen inzwischen, dass menschliche Aktivitäten insofern einen Einfluss auf die Wolkenbildung haben, als sie den Anteil an Aerosolpartikeln (Schwebeteilchen) in der Atmosphäre erhöht haben. Bildet sich eine Wolke, dann bedeuten mehr Aerosolpartikel auch mehr kleine Wassertröpfen, die die Wolken heller und langlebiger machen. Seit einigen Jahren untersucht eine internationale Kooperation mit maßgeblicher Beteiligung der Goethe-Universität deshalb am CLOUD-Experiment am CERN bei Genf, welche atmosphärischen Spurengase die Bildung der Aerosolpartikel fördern. In der Fachzeitschrift Nature berichten sie online in einer Vorabveröffentlichung, dass Amine dabei eine wichtige Rolle spielt.

„Die Neubildung von Aerosolpartikeln in der Atmosphäre könnte ein Schlüsselprozess für die Regulation des Klimas sein, da wir davon ausgehen, dass etwa die Hälfte der Wassertröpfchen in Wolken an Aerosolpartikeln kondensiert, die sich erst in der Atmosphäre neu gebildet haben“, erklärt Prof. Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität. Die Forscher untersuchen deshalb, welche Spurengase zur Entstehung von Aerosolpartikeln beitragen. In ihrer aktuellen Studie haben sie Amine in den Blick genommen. Das sind Abkömmlinge (Derivate) des Ammoniaks, die hauptsächlich durch die Tierhaltung entstehen, aber auch vom Meer, den Böden und bei der Verbrennung von Biomasse freigesetzt werden. „Wir konnten erstmals zeigen, dass Amine äußerst effizient Partikel bilden, weil sie starke Bindungen mit Schwefelsäuredämpfen eingehen“, so Curtius.

Das CLOUD-Experiment simuliert die Entstehung von Aerosolpartikeln und Wolken unter kontrollierten Bedingungen, das heißt frei von störenden Verunreinigungen durch andere Spurengase. Das ist wichtig, weil die untersuchten Dimethyl-Amine in der Atmosphäre in extrem niedrigen Konzentrationen von einem Molekül auf eine Billionen Luftmoleküle vorkommen. Sie verbinden sich mit Schwefelsäuredampf zu stabilen Aerosolpartikeln. In der Wolkenkammer konnten die Forscher erstmals die Entstehungsrate dieser Partikel in der unteren Atmosphäre unter Laborbedingungen reproduzieren. „Die hochpräzisen Messungen erlauben es uns, den Nukleationsprozess auf der molekularen Ebene zu verstehen“, erklärt Curtius und fügt hinzu: „Die Ergebnisse legen nahe, dass natürliche und anthropogene Amin-Quellen das Klima beeinflussen könnten.“

Wichtig ist das Ergebnis auch deshalb, weil die Emission von Aminen künftig wahrscheinlich zunehmen wird: Die Gasreinigung mithilfe von Aminen gilt als zukunftsträchtige Technik zur Abscheidung von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Braun- und Steinkohle in Kraftwerken. Die Ausbreitung von diesen Aminen in  Regionen mit sehr geringen Partikelkonzentrationen könnte dazu führen, dass sich der kühlende Effekt durch Aerosole verstärkt.

Die Ionisation von Molekülen in der Atmosphäre durch kosmische Strahlung, die im CLOUD-Experiment ebenfalls untersucht wurde, spielt hingegen kaum eine Rolle bei der Bildung von Amin-Schwefelsäure-Partikeln. Die Forscher schließen jedoch nicht aus, dass die Nukleation von Schwefelsäure-Partikeln in der unteren Atmosphäre auch durch andere Dämpfe gefördert werden kann, auf die Ionisation durch kosmische Höhenstrahlung einen größeren Einfluss haben könnte. CLOUD ist das erste Klimaexperiment, das die am Teilchenbeschleuniger LHC bei Genf erzeugten Teilchen nutzt, um den Einfluss der kosmischen Strahlung auf die Bildung neuer Aerosolpartikel zu untersuchen.

Publikation:
Verweis auf die Nature advanced online Publikation
http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature12663.html

Englische Pressemitteilung:
http://press.web.cern.ch/press-releases/2013/10/cerns-cloud-experiment-shines-new-light-climate-change

Webcam zum CLOUD-Experiment:
http://ph-news.web.cern.ch/content/glimpse-cloud-experiment 

Bilder zum Download:
http://cds.cern.ch/record/1374405?ln=en
http://cds.cern.ch/record/1276313?ln=en
http://cds.cern.ch/record/1221293?ln=en
http://cds.cern.ch/record/1375156

Informationen: Prof. Joachim Curtius, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Tel.: (069) 798-40258, curtius@iau.uni-frankfurt.de.

Bildtext: Das CLOUD-Experiment am CERN simuliert die Entstehung von Aerosolpartikeln und Wolken unter kontrollierten Bedingungen.

Veranstaltungen

Okt 4 2013
12:54

Fachbereich Informatik und Mathematik lädt ein: Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren lernen die Welt der Informatik im Rahmen einer nächtlichen LAN-Party spielerisch kennen. 01./02. November

IT-Girls-Nacht an der Goethe-Universität

FRANKFURT. An die Computer – fertig – los! Das ist das Motto der nächsten „IT-Girls-Nacht“ an der Goethe-Universität, die am 01./02. November 2013  von 17.00-11.00 Uhr im Fachbereich Informatik und Mathematik stattfindet. Schülerinnen von 12 bis 17 können wieder eine ganze Nacht lang die Welt der Informatik mit jeder Menge Spiel und Spaß entdecken.

Eine LAN-Party nur für Girls und mit Rundum-Verpflegung: Spannende Spiele für Computer und Smartphones, tanzende Roboter und noch jede Menge anderer digitaler Techniken können in lockerer Atmosphäre entdeckt werden. Verschiedene Workshops bieten die Möglichkeit zur Vertiefung: Wie sieht ein Job in der Informatik aus? Wie baut man einen Computer auseinander und wieder zusammen? Im Rahmen einer Mini-Vorlesung wird Prof. Isolde Adler anschaulich zeigen, was Informatik eigentlich ist – ganz ohne Strom werden Modelle für Computerprogramme erklärt. Während der gesamten Nacht stehen durchgehend erfahrene Fachfrauen zur Verfügung. Die angebotenen Computerspiele sind für die Altersgruppe freigegeben. Für die Übernachtung müssen die Teilnehmerinnen Schlafsack und Isomatte mitbringen.

Anmeldung und Infos:
Bei der Anmeldung können die Schülerinnen drei gewünschte Workshops angeben und erhalten dann ein Anmeldeformular. Dieses muss von den Eltern bzw. dem Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Die verbindliche Zusage erfolgt natürlich nur dann, wenn noch Plätze frei sind. Die Teilnahme ist kostenfrei! http://lan-party.informatik.uni-frankfurt.de

Veranstaltungsort:
Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Informatik und Mathematik, Lernzentrum, Raum 1, Robert-Mayer-Str. 11-15, 60325 Frankfurt am Main

Ansprechpartnerin:
Jenny Quasten, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Informatik, Tel. (069) 798-24635, lan-party@informatik.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 4 2013
11:14

Fachtag Hochbegabtenförderung anlässlich der Verleihung des Karg Preises 2013 an der Goethe-Universität.

Schule der Potentialentfaltung – Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz

FRANKFURT. Potentialentfaltung und Persönlichkeitsbildung kennzeichnen leistungsfähige, erfolgreiche Bildungssysteme und Bildungseinrichtungen. Nicht nur unter den Vorzeichen der inklusiven Schule, auch in der Hochbegabtenförderung werden Normorientierung und einseitige Leistungsorientierung zunehmend hinterfragt. Doch wie funktioniert eine für alle Kinder optimale Schule der Potential-entfaltung, die auch hochbegabte Kinder und Jugendliche nicht zu kurz kommen lässt?  Dieser Frage geht der bundesweite Fachtag Hochbegabtenförderung in Kooperation von Karg-Stiftung und der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (Bereich: Goethe-Lehrerakademie) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 8. Oktober nach.  Er richtet sich an Fachkräfte, die Verantwortung für die Gestaltung der Hochbegabtenförderung tragen – in Bildungspraxis und Bildungsverwaltung: 

Fachtag „Schule der Potentialentfaltung –  Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz“.

08. Oktober 2013, 09:30 – 17:00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am MainCampus Westend, Casinogebäude, Raum 1.801, Grüneburgplatz 1.

Der Fachtag Hochbegabtenförderung 2013 gewährt Einblick in die gelingende Praxis von selbstgesteuertem und selbstverantwortetem Lernen, von Lernbegleitung und Leistungsrückmeldung sowie in Bildungswege für Hochbegabte. Die Entfaltung von Potentialen wird dann möglich, wenn das hochbegabte Kind seine Fähigkeiten erkennt und entscheidet, diese selbst zu aktivieren – so Prof. Victor Müller-Oppliger. Mit seinem Vortrag zur Bedeutung der Selbstkompetenz führt er praxisnah in diesbezügliche Lernformate ein. Der Rolle der pädagogischen Beziehungsarbeit gehen Dr. Gudrun Schulz-Wensky und Hermann Wübbels nach. Sie zeigen, wie sehr die Entwicklung von Selbstkompetenzen auch in der Hochbegabtenförderung mit  professioneller pädagogischer Beziehungsgestaltung Hand in Hand geht. Praktische Konzepte geben Hinweise für Lernberatung und Lernbegleitung, für Unterrichts- und Schulentwicklung.

In der Abschlussrunde diskutieren Schüler und Schülerinnen, Pädagogen und Wissenschaftler über die Bedeutung von Begabung, Beziehung und Selbstkompetenz. Sie nehmen die unterschiedlichen Modelle der Hochbegabtenförderung in den Blick und setzen diese zur Inklusionsdebatte in Bezug. Denn jede Schule sollte eine Schule der Potentialentfaltung sein - zumal eine, die sich um hochbegabte Kinder kümmert.

Was eine Schule der Potentialentfaltung ist, macht die Evangelische Schule Berlin Zentrum (esbz) anschaulich. Sie wird im Rahmen des Fachtages Hochbegabtenförderung mit dem mit 50.000,- Euro dotierten Karg Preis 2013 ausgezeichnet. Als einer der höchstdotierten Bildungspreise zeichnet er alle zwei Jahre innovative Bildungseinrichtungen in der Hochbegabtenförderung aus. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum überzeugte die Jury mit ihrem wegweisenden Konzept einer partizipativen und persönlichkeitsbildenden inklusiven Hochbegabtenförderung. Sie beweist eindrucksvoll, dass die Förderung von Jugendlichen mit besonderen Lern- und Leistungsbedürfnissen nicht auf herkömmliche Schulformen und segregative Angebote beschränkt sein muss. „Hier wird die Schule zum Lernort, der Potentiale um ihrer selbst willen fördert und nicht die Performanz, sondern die Persönlichkeitsbildung in den Vordergrund stellt“, so Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung. Margret Rasfeld, Schulleiterin der esbz, stellt gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen die Schule vor – und macht Mut, auch in der Hochbegabtenförderung neue Wege zu gehen.   

Medienvertreter sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

Kontakt: Sabine Wedemeyer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Karg-Stiftung. Tel. (69) 665 62-113, mobil +49 160-90984916, sabine.wedemeyer@karg-stiftung.de

Programm des Fachtages: http://www.karg-stiftung.de/binaries/addon/350_2013_09_karg_preis_fachtag_(web).pdf

Personalia/Preise

Okt 2 2013
12:23

Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) zeichnet Frankfurter Wissenschaftler für seine Verdienste aus.

Theo Dingermann zum Ehrenmitglied des KFN ernannt

FRANKFURT. Als Anerkennung für seine verdienstvolle Tätigkeit wurde Prof. Dr. Theo Dingermann zum Ehrenmitglied des Komitees  Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) ernannt. Dingermann, pharmazeutischer Biologe an der Goethe-Universität und ehemaliger Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), ist seit der Gründung des in München beheimateten Komitees Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des KFN.

Der 1948 in Kevelaer am Niederrhein geborene Wissenschaftler studierte Pharmazie an der Universität Erlangen/Nürnberg und habilitierte sich in den Fächern Biochemie und Molekularbiologie. 1990 erhielt er einen Ruf auf eine C4-Professur für pharmazeutische Biologie an die Universität Frankfurt am Main. Somit war Theo Dingermann der erste Molekularbiologe, der in Deutschland auf einen pharmazeutischen Lehrstuhl berufen wurde. Sein besonderes Interesse galt aber von Anfang an den pflanzlichen Arzneimitteln.

Der international renommierte pharmazeutische Biologe wurde bereits mit vielen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, so beispielsweise 2007 mit dem 1. Preis des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre und 2010 mit der Carl-Mannich-Medaille der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft DPhG für hervorragende Leistungen in den pharmazeutischen Wissenschaften. Er ist Autor, Coautor oder Herausgeber von 23 wissenschaftlichen Lehr- und Handbüchern.

Die Ernennung von Prof. Dingermann zum Ehrenmitglied des Komitees Forschung Naturmedizin erfolgte in Würdigung seines konsequenten Eintretens für die rationale Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln und für die von ihm vermittelten wichtigen Impulse für die Phytoforschung.

Das gemeinnützige Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) wurde vor 15 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Forschung im Bereich der Naturstoffe zu fördern. Im KFN haben sich jene Phytopharmaka-Experten zusammengeschlossen, die sich ausdrücklich an den allgemein anerkannten wissenschaftlichen Standards orientieren. Seit der Gründung des Vereins 1998 hat die Wissenschaft für eine ganze Reihe pflanzlicher Arzneimittel valide Belege für deren Wirksamkeit und die dahinter stehenden Wirkmechanismen erarbeitet. Sie alle bilden die rationale Basis moderner pflanzlicher Arzneimittel, die den Vergleich mit konventionellen chemisch-synthetischen Medikamenten nicht zu scheuen brauchen.

Veranstaltungen

Okt 2 2013
11:31

Öffentlicher Vortrag von Prof. Michelle Ryan auf dem Campus Westend

Wie gelangen Frauen in Führungspositionen?

FRANKFURT. Was unterscheidet Führungspositionen von Männern und Frauen? Unter welchen Umständen gelangen Frauen in Führungspositionen, sind diese anders als bei Männern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Michelle Ryan von der University of Exeter am Mittwoch (9. Oktober) in ihrem öffentlichen Vortrag auf dem Campus Westend. Der Titel lautet: „Beyond the glass ceiling: The glass cliff and the precariousness of women's leadership positions“.

Ryan, die sich in der „Glass Cliss Research Group“ engagiert, stellt das Phänomen „The Glass Cliff“ in den Mittelpunkt ihrer Vorlesung: Danach werden Frauen eher in Führungsrollen eingesetzt, die ein höheres Risiko des Scheiterns in sich bergen. Der Vortrag im Rahmen des Wissenschafts-Praxis-Transfers beginnt um 18 Uhr im HZ 10 des Hörsaalzentrums. Die Veranstaltung organisiert das interdisziplinäre Center for Leadership and Behavior in Organizations, das der Sozialpsychologe Prof. Rolf van Dick an der Goethe Universität gegründet hat, um Kontakte von Forschern der Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften mit Unternehmenspraktikern zu fördern. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Teil des „Small Group Meeting on Gender Equality in Organizations“, das von der „European Association of Work and Organizational Psychology and the German Research Fund“.

Um verbindliche Anmeldung zu der kostenlosen Veranstaltung wird gebeten unter http://www.clbo-frankfurt.org/media/2013/08/PDF-file2.pdf

Informationen: Miriam Isabel Krüger, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Telefon (069)798 34829, mkrueger@wiwi.uni-frankfurt.de; http://www.clbo-frankfurt.org/media/2013/08/PDF-file2.pdf

Sonstige

Sep 26 2013
13:51

Fünfter Platz beim Ranking, das den Einfluss von Ökonomen in Forschung, Öffentlichkeit und Politikberatung abfragt

Ökonomen der Goethe-Universität beim F.A.Z.-Ranking in Spitzengruppe

FRANKFURT. An welchen Universitäten lehren die einflussreichsten Ökonomen?, hat die FAZ in ihrem aktuellen Ranking gefragt. Zwei Aspekte sind dabei in die Bewertung eingeflossen: zum einen veröffentlichte Forschungsarbeiten, zum anderen die Medien- und Politikwirkung. Die Ökonomen der Goethe-Universität kommen danach auf einen guten fünften Platz, an der Spitze steht die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Gerankt wurden von der FAZ ebenfalls die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. Hier erzielte das Center for  Financial Studies (CFS) an der Goethe-Universität den sechsten Platz, an der Spitze des Rankings steht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Das Institute- und Universitäten-Ranking der FAZ basiert auf der Liste von rund 280 Ökonomen, die sich für das F.A.Z.-Ranking qualifiziert haben.

Veranstaltungen

Sep 25 2013
12:35

Kick-Off des Programms MINT-Lehrer-Nachwuchs¬förderung

Keine Angst vor Mathe und Naturwissenschaften

FRANKFURT. Geeignete junge Menschen an den Lehrerberuf in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) heranzuführen ist das Ziel des Programms MINT-Lehrer-Nachwuchsförderung. Mit einem von 2013 bis 2018 laufenden Programm fördert der Verein MINT-EC (mathematisch-naturwissenschaftliche Excellence-Center an Schulen) bundesweit bis zu 300 Schülerinnen und Schüler, die ein Lehramtsstudium in den MINT-Fächern anstreben, ab Jahrgangsstufe 10 für jeweils zwei Jahre. Das Programm wird im ersten Schritt an der Goethe-Universität, der Universität Duisburg-Essen und der RWTH Aachen umgesetzt, 2014 werden zwei weitere Hochschulen aufgenommen. Zur Kick-off Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein.  

Wann?           Montag, der 30. September 2013, 13:00 - 14.00 Uhr.

Wo?                Campus Riedberg, Physik-Gebäude, Hörsaal 0.111
                        Max-von-Laue-Straße 1, 60439 Frankfurt am Main.

Schülerinnen und Schüler aus vier MINT-EC-Schulen, die für den Start des Programms ausgewählt wurden, stellen Projekte zur Förderung des MINT-Lehrernachwuchses ihrer Schulen vor. Unter anderem wird dabei aufgezeigt, wie der Lehramtsnachwuchs jüngere Schüler der eigenen Schule an die MINT-Fächer heranführen kann. Teilnehmende Schulen sind das Gymnasium Adolfinum Moers, das Fichte-Gymnasium Hagen, das Einhard-Gymnasium Aachen und das Gymnasium Haus Overbach in Jülich. Sechs weitere Schulen stoßen 2014 hinzu. Das Programm wird von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung gefördert. Initiativpartner des MINT-EC ist die RWTH Aachen. Ein weiterer Partner ist die Universität Duisburg-Essen.

Informationen: Dr. Niki Sarantidou, Geschäftsführerin des Vereins MINT-EC, Poststraße 4/5, 10178 Berlin; Tel.: (030) 4000 67 31, sarantidou@mint-ec.de; www.mint-ec.de

Veranstaltungen

Sep 25 2013
12:29

Öffentlicher Vortrag von Prof. Theo Dingermann

60 Jahre DNA Doppelhelix – Translation eines Naturgesetzes

FRANKFURT. Zum Auftakt der internationalen Tagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM e.V.) hält Prof. Theo Dingermann den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „60 Jahre DNA Doppelhelix – Translation eines Naturgesetzes“. Dabei beleuchtet er die Geschichte der Biotechnologie in ihrer Breite und legt einen besonderen Fokus auf die Entwicklung der Roten Biotechnologie, die medizinische Anwendungen zum Ziel hat. Zu diesem Vortrag ist die Öffentlichkeit sehr herzlich eingeladen.

Wann?           Donnerstag, den 3.10.2013 ab 17 Uhr.

Wo?                Audimax des Hörsaalgebäudes, Campus Westend, Grüneburgplatz  1.

Prof. Theo Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität ist Studierenden in ganz Deutschland als Lehrbuchautor und engagierter Vortragender bekannt. Für seine innovativen Lehrmethoden wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag werden der Kommunikationspreis der GBM, der Karl-Lohmann-Preis und der GBM Promotionspreis verliehen.

Die Herbsttagung der GBM findet bereits zum zweiten Mal an der Goethe-Universität statt. Unter dem Tagungsmotto „Molecular Life Sciences 2013“ treffen sich vom 3.bis 6. Oktober 2013 circa 800 Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Neben dem wissenschaftlichen Tagungsprogramm wird es auch ein attraktives Rahmenprogramm geben, das besonders für Nachwuchswissenschaftler interessant sein dürfte und Aspekte wie Karriere, Förderung, Innovationen in der Wissenschaft und die Herausforderungen des Wissenschaftsalltages thematisiert.

Informationen: Dr. Anke Lischeid, Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM e.V.), Tel.: (069) 660567-0, lischeid@gbm-online.de

Weitere Informationen zur Tagung:
www.molecular-life-sciences.de

Personalia/Preise

Sep 23 2013
16:18

Frankfurter Oberbürgermeister zum neuen Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums der Goethe-Universität gewählt

„Eine Brücke zwischen Universität und Gesellschaft“

FRANKFURT. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann ist einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums der Goethe-Universität gewählt worden. Im Stiftungskuratorium versammeln sich die wichtigsten Stifter und Förderer der Goethe-Universität. Laut Hessischem Hochschulgesetz berät es die Stiftungsuniversität in Fragen ihrer Entwicklung.

„Für mich ist es eine hohe Ehre und gleichzeitig auch Ansporn unsere Universität in den kommenden Jahren noch stärker zu unterstützen“, sagte der Oberbürgermeister. „Das Kuratorium bildet die Brücke zwischen Universität und Gesellschaft, Bürgerschaft und Region.“

Er sei überzeugt, dass es mit Hilfe der hochkarätigen Stiftungsmitglieder gelingen werde, die Universität weiter zu entwickeln und noch näher an die Stadt zu rücken. „Die Entwicklung der Goethe-Universität in den letzten Jahren war herausragend, wenn ich beispielsweise an den Neubau am Riedberg oder an das House of Finance denke,“ sagte Feldmann.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl bezeichnete das Engagement des Oberbürgermeisters für die Goethe-Universität als „vorbildlich“: „Mit Herrn Feldmann haben wir einen engagierten Unterstützer gewonnen, der sich in Stadt und Region, aber auch national und international für die Goethe-Universität einsetzt. Er ist aber nicht nur ein guter Botschafter nach außen, sondern beteiligt sich auch aktiv an Veranstaltungen wie der Kinder-Universität, der Reihe „Bürger-Universität“ und der Uni-Startmesse. Dafür bin ich ihm dankbar!“

Veranstaltungen

Sep 23 2013
16:15

Neueste Entwicklungen aus dem Bereich Medienbildung und Medienpädagogik auf der 5. MedienBildungsmesse. Dienstag, 24. September 2013, Hörsaalgebäude, Campus Westend.

Hessische Medienbildungsmesse 2013 an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Am 24. September 2013 findet an der Goethe-Universität Frankfurt die 5.MedienBildungsmesse (MBM’13)statt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (Bereiche Neue Medien und Goethe-Lehrerakademie), dem Hessischen Kultusministerium und dem Landesschulamt und Lehrkräfteakademie Hessen. Bis zu 100 Aussteller präsentieren dort die neuesten Entwicklungen aus dem Bereich Medienbildung und Medienpädagogik. Weiterhin haben alle pädagogischen Zielgruppen, von der Grundschule bis zur Sekundarstufe, von Schulträgern bis zu nachgeordneten Institutionen, Staatlichen Schulämtern, Studienseminaren und Medienzentren und auch Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, mit Medienexperten über aktuelle Entwicklungen in der Medienpädagogik zu diskutieren und sich über die neuesten technischen Möglichkeiten für den Unterricht zu informieren. Desweiteren werden verschiedene Vorträge, Präsentationen und die Arbeit in insgesamt 12 Foren zu medienrelevanten Fragestellungen wie z.B. „Internet-ABC-Schule: Wissen, wie's geht! Zeigen, wie's geht!“ angeboten.

Die Messe findet von 10.00 bis 16.00 Uhr statt. Eröffnet wird die MBM 2013 von Staatssekretär Prof. Dr. Alexander Lorz (Hessisches Kultusministerium) und von Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl der Goethe-Universität. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Petra Grell (TU Darmstadt; Schwerpunkt Medienpädagogik) zum Thema "Digitale Medien in der Schule - hoh(l)e Erwartungen?".

Ansprechpartner ist der Leiter des Sachgebiets Medienbildung (Landesschulamt und Lehrkräfteakademie): Norbert Jänsch, Tel. (069) 389 89 220, norbert.jensch@lsa.hessen.de 

 

Sonstige

Sep 20 2013
10:51

Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl gratuliert mit einem Geschenk

100.000ste Studentin bei der Frankfurter Kinder-Uni

FRANKFURT. Die Frankfurter Kinder-Uni feierte heute in der 9-Uhr-Vorlesung ihren 100.000sten Besucher. Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, überreichte Nike von der Holzhausenschule in Frankfurt ein Jahresabonnement des Kindermagazins Geolino. „Ich freue mich, dass die Kinder-Uni im elften Jahr ihres Bestehens schon so viele Kinder neugierig auf die Universität gemacht hat“, sagt Brühl. Die Politikwissenschaftlerin gehört selbst zu den Referentinnen der ersten Stunde und besucht die Kinder-Uni regelmäßig mit ihrem Sohn.

8-12 Jährige sind die Zielgruppe der Kinder-Uni: Im Zeitfenster zwischen Kindergarten und Pubertät wird das Fragen hartnäckiger, die Schüler sind nicht mehr mit oberflächlichen Antworten abzuspeisen. Die Kinder-Uni bietet den ersten Kontakt mit der Universität und vor allem mit echten Forschern, die die Schülerinnen und Schüler „löchern“ können, die Antworten auf Fragen geben können, bei denen viele Eltern passen müssen. „In diesem Alter ist der Wissensdurst der Kinder besonders groß, andererseits haben sie keine Scheu vor ‚schlauen Leuten‘. Es gibt noch keine Barrieren und Scheren im Kopf. Und vor allem: Es ist noch nicht uncool zu fragen, sich zu engagieren und Interesse zu zeigen“, so die Vizepräsidentin.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Frankfurter Kinder-Uni besuchen, ständig gewachsen. Anfänglich gab es während einer Woche im September nur jeweils eine Nachmittags-Vorlesung, dann wurde eine weitere am Vormittag für Schulklassen angeboten. „Damals hatten wir auf dem Campus Bockenheim einen Hörsaal für maximal 600 Kinder, die Nachfrage war aber viel größer“, erinnert sich Ulrike Jaspers, eine der Initiatorinnen der Frankfurter Kinder-Uni. Inzwischen gibt es täglich drei Vorlesungen im Audimax des Hörsaalgebäudes auf dem Campus Westend. Dieser größte Hörsaal der Uni fasst 1.200 Besucher. Wie in den vergangenen Jahren kamen auch in dieser Woche mehr als 13.000 Kinder.

„Unser Konzept, Kinder aus allen Schulformen und auch aus bildungsferneren Familien einzuladen und uns nicht auf die hochbegabten Schüler zu konzentrieren, hat sich bewährt. Viele der ‚jungen Studierenden‘ hätten vermutlich sonst nicht den ersten Schritt in die Uni gewagt“, sagt Ulrike Jaspers. Die Kinder schnuppern Uni-Luft – nicht nur während der altersgerechten Vorlesungen, sondern auch beim anschließenden Besuch der Mensa.

Auch der Termin für die 12. Frankfurter Kinder-Uni steht schon: 2014, dem Jubiläums-Jahr der Goethe-Universität, findet die Kinder-Uni vom 6. bis 10. Oktober statt. Ab Ende Mai 2014 ist das neue Programm unter www.kinderuni.uni-frankfurt.de zu finden. „Das Engagement unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist enorm, schon jetzt haben wir die ersten Themen fürs nächste Jahr ausgemacht, die verraten wir aber noch nicht“, so Anne Hardy, die gemeinsam mit Ulrike Jaspers die Frankfurter Kinder-Uni organisiert.

Informationen: Ulrike Jaspers, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel.: (069) 798-13066, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Sep 19 2013
12:09

Senat verabschiedet mit großer Mehrheit Kompromiss zum Abstimmungsverfahren in Gremium der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL)

Stimmrecht für Studierende

FRANKFURT. Der Senat der Goethe-Universität hat heute mit großer Mehrheit von 11 Ja- und 3 Nein-Voten den Weg freigemacht für ein Stimmrecht von Studierenden sowie wissenschaftlichen  und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern im Leitungsgremium der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL). Der zwischen Senat und Präsidium ausgehandelte Kompromiss sieht ein Stimm- und Mitspracherecht der nicht-professoralen Vertreter in diesem Gremium vor.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zeigte sich mit dem gefundenen Weg zufrieden: „Dadurch werden die Arbeitsfähigkeit dieses wichtigen Gremiums sichergestellt und zugleich eine angemessene Beteiligung von Studierenden und anderer Statusgruppen ermöglicht.“ Vorausgegangen war eine ausführliche Diskussion zwischen Senatsvertretern und Präsidium über den besten Weg, diese Beteiligung herzustellen.

Sonstige

Sep 19 2013
12:06

Präsidium der Goethe-Universität präsentiert im Senat Bilanz für das Jahr 2013

160.000 Euro Vandalismusschäden

FRANKFURT. Gebäude der Goethe-Universität waren bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 53 Mal Ziel von Attacken unbekannter Täter. Das Spektrum der Schäden reicht von zerbrochenen Fensterscheiben bis zu großflächigen Graffitis an neuen und historischen Gebäuden. Die Beseitigung dieser Schäden schlug allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 160.000 Euro zu Buche, 20.000 davon für Personalkosten.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl sprach von einer erschreckenden Bilanz. Er appellierte an alle Universitätsangehörige, wachsamer gegenüber solchen Formen der Gewalt zu sein. „Wir sitzen alle in einem Boot“, sagte der Präsident. „In Zeiten zurückgehender Mittel ist es besonders schmerzhaft, wenn wegen solcher Zerstörungen Mittel im Bereich der Lehre und Forschung fehlen.“ Mit den neuen Universitätsstandorten und den großartigen Neubauten verfügt die Goethe-Universität über ein einzigartiges Potenzial. „Jeder von uns kann durch sein Verhalten mithelfen, diese Qualität zu erhalten und zu schützen“, so der Präsident.  

Forschung

Sep 17 2013
10:27

Archäologe der Goethe-Universität veröffentlicht spektakuläre Funde am Bartholomäberg im Montafon

Ausstellung dokumentiert bronzezeitliche Umweltzerstörung

FRANKFURT. „Schon die Menschen der Bronze- und Eisenzeit haben massiv in ihre natürliche Umwelt eingegriffen und diese mit den begrenzten technischen Möglichkeiten ihrer Zeit maximal ausgebeutet“, kommentierte Prof. Rüdiger Krause von der Goethe-Universität im September 2012 die Ergebnisse einer von ihm geleiteten Grabungskampagne am Bartholomäberg im Montafon (Österreich).  Tödliche Folge dieses Raubbaus: Schon vor 3500 Jahren rutschten am Bartholomäberg ganze Hänge ab und begruben vereinzelt sogar Siedlungen unter sich: „Wir können zweifelsfrei nachweisen, dass solche katastrophalen Ereignisse Folgen menschlichen Tuns waren“, erklärte Krause.

Ein Jahr nach Veröffentlichung dieser spektakulären Ergebnisse, die europaweit für Medienresonanz sorgten, öffnet nun eine von Krause mitkonzipierte Dauerausstellung. Schauplatz der Ausstellung ist der Ort des bronzezeitlichen Geschehens: das aus dem 17. Jahrhundert stammende dem Frühmesshaus in Bartholomäberg, einem von vier Zweigmuseen der Montafoner Museen. Hier wird ab September 2013 die älteste Besiedlungs- und Bergbaugeschichte dieser einzigartigen inneralpinen Siedlungslandschaft zwischen Lorüns und Gargellen bis in die alpinen Hochlagen des Silvretta-Massivs präsentiert.

Der Besucher erhält Einblicke in die archäologischen und naturwissenschaftlichen Quellen, die uns heute Geschichte lebendig „erzählen“ lassen. Die Schau wird durch zahlreiche Exponate aus den archäologischen Ausgrabungen vom Bartholomäberg, vom Schafberg und durch Einzelfunde aus dem Gebirge ergänzt. Erstmals werden zur Eröffnung die einzigartigen Funde aus dem Kontext des mittelalterlichen Bergbaus vom Kristberg im Silbertal aus der Zeit um 1300 gezeigt, die deutliche Anhaltspunkte für Kinderarbeit ergeben haben und die Kenntnisse zum historischen Bergbau wesentlich erweitern.

Dank der interdisziplinären archäologischen Forschungen der Goethe-Universität steht nun fest, dass die Besiedlung am Bartholomäberg vor über 3500 Jahren in Zusammenhang mit dem ältesten bekannten Bergbau einsetzte. Für die Forscher bemerkenswert sind die durch den Menschen hervorgerufenen Umweltveränderungen, die zu Vermurungen und Umweltkatastrophen seit der Bronzezeit geführt und vollständige Siedlungsareale überdeckt haben. So lassen sich in Höhen zwischen 800 und 2000 Metern Werden und Vergehen unterschiedlichster menschlicher Nutzungen wie dem Ackerbau (Getreideanbau) und der Weidewirtschaft sowie insbesondere dem Bergbau, in idealer Weise erforschen.

Im Zuge der Ökosystemforschungen wurde auch immer wieder spekuliert inwieweit die prähistorischen Besiedlung am Bartholomäberg seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. im Zusammenhang stand mit den Anfängen des Bergbaus. Die ältesten montanarchäologischen Befunde stammten bislang aus spätkeltischer Zeit (3./2. Jahrhundert v. Chr.). Mit den Funden am Bartholomäberg ist nun bewiesen, dass im Montanfon und darüber hinaus in ganz Vorarlberg bereits viel früher extensiver Bergbau betrieben wurde.

Grundlage der Ausstellung zur Archäologie und Geschichte der inneralpinen Siedlungskammer des Montafons bilden die Einzelfunde der Bronze- und Eisenzeit aus dem Gebirge sowie die Funde der langjährigen Ausgrabungen und interdisziplinären Forschungen der Goethe-Universität unter der Leitung von Rüdiger Krause; hinzu kommen die Ergebnisse der Projekte der Universität Zürich auf der Silvretta und der Universität Innsbruck im Gauertal.

Die Eröffnung der Ausstellung

Archäologie im Gebirge ­- älteste Besiedlung und Bergbau im Montafon“

findet statt am

Dienstag, 24. September 2013 um 19 Uhr
Museum Frühmesshaus in Bartholomäberg
Adresse: Dorf 11, 6781 Bartholomäberg
Tel.: 0043-5556/74723 

Bilder zum Download: HIER (.zip)

Veranstaltungen

Sep 12 2013
10:53

Einladung zum Tag der offenen Tür auf dem Kleinen Feldberg

100 Jahre Taunus Observatorium

FRANKFURT. Vor 100 Jahren wurde das Taunus-Observatorium auf dem Kleinen Feldberg eröffnet. Zur Feier des Jubiläums laden der Physikalische Verein und der Fachbereich Geowissenschaften / Geographie der Goethe-Universität zu einem Tag der offenen Tür am 28.9.2013 ab 11 Uhr ein. Die Besucher erwartet ein buntes Programm aus Vorträgen, Führungen und Wissenschaft zum Anfassen.

Gegründet wurde das Taunus Observatorium vom Physikalischen Verein als Stiftung, die sich aus den Spenden Frankfurter Bürger finanzierte. Bereits vier Tage vor der Eröffnung reiste sogar Kaiser Wilhelm II. von seiner Sommerresidenz im Bad Homburger Schloss an, um die damals hochmoderne Erdbebenwarte und die „aerologische Station“ für Luftmessungen, die von Wetterballons gemacht wurden. Als ein Jahr später die Universität gegründet wurde, gliederte man das Observatorium an das Institut für Meteorologie und Geowissenschaft an.

Frankfurter Forscher leisteten am Observatorium Pionierarbeit in der Atmosphären- und Erdbebenforschung. Bis heute ist die seismologische Station am Kleinen Feldberg in Betrieb und Teil des German Regional Seismic Network. Im atmosphärenwissenschaftlichen Labor sammelt das Institut für Atmosphären- und Umweltforschung auch heute noch Daten. Von Vorteil ist die Nachbarschaft zu der vom Deutschen Wetterdienst betriebenen Wetterstation und der Luftmeßstation des Landes Hessen. 1998 kam noch die Hans-Ludwig-Neumann Sternwarte hinzu, in der Mitarbeiter des Physikalischen Vereins inzwischen mehr als 100 Kleinplaneten entdeckt haben.

Beim Tag der offenen Tür berichtet der Deutsche Wetterdienst über die Bedeutung der Wetterbeobachtung für die Luftfahrt. In der Hans-Ludwig-Neumann Sternwarte können die Besucher einen Blick durch ein Sonnenteleskop werfen. In der alten Erdbebenwarte dürfen sie die historischen Seismographen auf ihre Funktionstüchtigkeit testen. Auch die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes und die Forschungsstation des Institutes für Atmosphäre und Umwelt/HLUG können besichtigt werden. In einer Vorführung zur Bodenkunde wird die Landschaftgeschichte und die ökologische Bedeutung des Umweltfaktors „Boden“ erläutert.

Damit nicht nur der Wissenshunger und –Durst gestillt werden, verkauft die Geo-Fachschaft der Goethe-Universität Kaffee und hausgemachten Kuchen.

Informationen: Alexander Löwer, Tel.: (069) 798-40207, GeoAgentur@uni-frankfurt.de, http://www.geo.uni-frankfurt.de/Geoagentur

Personalia/Preise

Sep 12 2013
10:32

Langjähriges Engagement zweier Förderer für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs gewürdigt

Josef Buchmann und Stefan Messer zu Ehrensenatoren der Goethe-Universität ernannt

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat heute mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde zwei bedeutende Förderer gewürdigt: Dr. Josef Buchmann, Geschäftsführer der Josef Buchmann Immobilien GmbH, und Stefan Messer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messer Group GmbH und Mitglied des Stiftungskuratoriums der Adolf-Messer-Stiftung; sie erhielten die Auszeichnung bei einer Feierstunde auf dem Campus Westend von Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl jeweils in Form einer Urkunde und einer goldenen Goethe-Anstecknadel. „Mit Herrn Dr. Josef Buchmann und Herrn Messer ehren wir zwei langjährige Mäzene, die sich der Goethe-Universität gegenüber nicht nur außerordentlich großzügig gezeigt haben, sondern die, wenn man einen Blick auf Ihren Lebensweg wirft, auch ihre Ideale der Freiheit und Verantwortung teilen“, betonte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl in seiner Laudatio.

Dr. Josef Buchmann zählt zur Generation der Überlebenden des Holocaust. Nach Kriegsende fand er Zuflucht in Frankfurt und konnte sich binnen kurzer Zeit in der Geschäftswelt etablieren. Heute ist Buchmann erfolgreicher Immobilienhändler in Frankfurt und Eigentümer eines der größten Einkaufszentren im Rhein-Main-Gebiet. Parallel zu seinem beruflichen Aufstieg hat sich Josef Buchmann um die Förderung von Bildung und Wissenschaft in Israel und Deutschland verdient gemacht. Buchmann unterstützt die Goethe-Universität ideell und finanziell bereits seit mehr als 30 Jahren, insbesondere durch Doktorandenstipendien, den Bau und die Ausstattung der Kinderklinik sowie den Aufbau des Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften. „Die Goethe-Universität dankt Josef Buchmann mit der Ehrensenatorwürde für seine außerordentlichen Verdienste um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses  und vieler spannender Forschungs-Projekte“, betonte Universitätspräsident Müller-Esterl in seiner Laudatio. Die Universität freue sich auch auf ein Konzert mit dem Dirigenten Zubin Mehta in der Alten Oper im Jubiläumsjahr 2014, das Buchmann ermöglicht hat. 

Stefan Messer begann seine berufliche Laufbahn als Datentechniker bei IBM in Deutschland, bevor er in das von seinem Großvater Adolf Messer gegründete Familienunternehmen eintrat. Messer ist heute Vorsitzender der Geschäftsführung der Messer Group GmbH. Das weltweit größte eigentümergeführte Unternehmen für Industriegase beschäftigt rund 5.200 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Stefan Messer fördert über die nach dem Firmengründer benannte Adolf-Messer-Stiftung seit vielen Jahren herausragende Forschung in den Naturwissenschaften und der Medizin der Goethe-Universität. Hervorzuheben ist in dem Zusammenhang der Adolf-Messer-Preis sowie zahlreiche Stipendien, die er ermöglichte. „Mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde möchte die Goethe-Universität ihrem langjährigen Förderer danken. Stefan Messer verkörpert auf vorbildliche Weise bürgerschaftliches Engagement für Bildung und Wissenschaft“, unterstrich Präsident Müller-Esterl in seiner Laudatio. Die Universität freue sich besonders über die kürzlich ausgesprochene Zusage Messers, den Aufbau des Physikschülerlabors in den nächsten Jahren in beträchtlichem Umfang zu fördern.

Die Würde des Ehrensenators beziehungsweise der Ehrensenatorin wird vom Senat der Universität Frankfurt als höchste Auszeichnung verliehen und setzt bedeutsame Verdienste um die Entwicklung der Universität voraus. Die Ehrensenatoren werden dabei vom Präsidium oder einem Fachbereich vorgeschlagen. Mit den heute Ausgezeichneten hat die Goethe-Universität aktuell zwölf Ehrensenatoren.

Weitere Informationen:
Caroline Mattingley-Scott, Leiterin Stabsstelle Fundraising, Goethe-Universität, Tel. (069)798-12471, Mobil: 0172-6768087, Mattingley-Scott@pvw.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Sep 10 2013
17:25

Im Rahmen des 2. Innovationsforums an der Goethe-Universität wurden junge Unternehmen für ihre Geschäftsideen ausgezeichnet

Forschung, Innovation und Unternehmergeist

FRANKFURT. Mit einem Preisgeld von insgesamt 17.000 Euro wurden innovative Gründer und Projekte des Goethe-Unibators ausgezeichnet. Die Preise wurden anlässlich der Veranstaltung Innovationsforum 2013 auf dem Campus Westend überreicht. Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis erhielten Ines Weimer und Erik Ohl. Ihr Portal Musicfox (http://www.musicfox.com/) vermarktet höchst erfolgreich gemafreie Musik im Internet. Den mit 5.000 Euro prämierten zweiten Preis sicherten sich Samuel Ju und Klaus Kröner mit ihrem Projekt Repetico (www.repetico.de). Repetico ist eine kollaborative Online-Lernkartei, mit der man Lerninhalte jeder Art online und mobil in wissenschaftlich erprobten Zeitabständen effizient wiederholen kann. Den dritten Preis (2.000 Euro) bekamen Sascha Heising und Heiko Störkel. Ihr Unternehmen GeoMon (http://www.geomon.info) produziert, analysiert und bewertet zeitlich und räumlich hochauflösende Geodaten, die dem Kunden als Datei, Kartendruck oder Web-GIS-Anwendung zugänglich gemacht werden.

Der Goethe-Innovations-Preis wurde 2012 im Rahmen des Innovationsforums an der Goethe-Universität ins Leben gerufen.  Im Bemühen, Forschung, Innovation und Unternehmergeist an der Goethe-Universität zu fördern und weiter voranzubringen, wird der Goethe-Innovations-Preis in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Unibator und der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität jährlich ausgelobt. Bewerben können sich Mitglieder (Studierende, Mitarbeiter und Alumni) der Goethe-Universität, die an einer Geschäftsidee arbeiten und eine akademische Ausgründung planen. Juroren aus Universität, Wirtschaft und Politik bewerten die Geschäftsidee der Bewerber nach Kriterien wie Originalität, Marktpotential, betriebswirtschaftlichem und technischem Know-how und Risiken.

Weitere Informationen:
http://www.goetheunibator.de/index.php/de/goethe-innovationspreis.html

Forschung

Sep 10 2013
11:14

Teilchen können gleichzeitig an mehreren Orten sein

Wo Einstein irrte

FRANKFURT. Quantenphysikalische Teilchen können an mehreren Orten gleichzeitig sein und hinterlassen dabei sogar Spuren. Das haben Physiker der Goethe-Universität in einem verblüffenden Experiment nachgewiesen, das Albert Einstein vor mehr als 80 Jahren anregte, um die Anhänger der Quantenmechanik herauszufordern. Damals konnte sein wichtigster Kontrahent, der Physiker Niels Bohr, ihm lediglich Argumente entgegensetzten. Jetzt geben die neuen Experimente dem Dänen Recht.

Einstein hat Zeit seines Lebens die quantenphysikalische Aussage bekämpft, dass Teilchen – solange man sie nicht beobachtet – an mehreren Orten gleichzeitig sein können. Sein wichtigstes Gegenargument war: Die geisterhaften Teilchen müssten durch Zusammenstöße mit anderen Teilchen entlang ihrer Bahn eine sichtbare Spur hinterlassen. Eben diese Spur hat Dr.Lothar Schmidtin der Arbeitsgruppe von Prof. Reinhard Dörner am Institut für Kernphysik der Goethe-Universität nun gemessen. „Unseres Experiment ist ein später Triumph für Niels Bohr und damit eine weitere Bestätigung der Grundlagen unseres heutigen physikalischen Weltbildes“, so Schmidt.

Das klassische Experiment, das auch heutigen Physikstudenten noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Streuung quantenphysikalischer Teilchen am Doppelspalt. Solange es unbeobachtet ist, scheint jedes einzelne Teilchen durch beide Schlitze des Spalts zu gehen. Es bildet – ähnlich wie Wasserwellen – ein Interferenzmuster hinter dem Spalt. Dieses verschwindet aber, sobald man eine Information über den Weg des Teilchens zu gewinnen versucht, etwa durch die Wechselwirkung mit einem Lichtteilchen.

Einstein argumentierte, man müsse gar nicht nachsehen, wo das Teilchen ist, denn es verrate seinen Ort indirekt, indem es beim Passieren des Spalts einen Impuls überträgt: Ginge es durch den linken Schlitz, erfahre das Beugungsgitter einen minimalen Stoß nach links, und entsprechend nach rechts, wenn es durch den rechten Spalt geht. Bohr konterte, auch das Beugungsgitter verhalte sich wie ein quantenmechanisches System, das heißt, es müsse gleichzeitige in beide Richtungen abgelenkt werden.

Dass diese verrückt klingende Vermutung tatsächlich richtig ist, haben Dörner und seine Mitarbeiter jetzt durch die Streuung von Helium-Atomen an einem „Doppelspalt“ aus Wasserstoff-Deuterium-Molekülen nachgewiesen. Das Ergebnis stimmt mit den Vorhersagen von Kollegen aus Paris, die hierzu ein quantenmechanisches Modell entwickelt haben, überein – mit den Modellen der klassischen Physik lassen sich die gemessenen Ergebnisse nämlich nicht beschreiben.

Wie die Forscher gemeinsam in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ mitteilen, bewirkt bei ihrem Experiment der Impulsübertrag bei der Streuung eine Rotation des Moleküls. In welche Richtung es rotiert, können die Physiker indirekt schließen. Sie betrachten Prozesse, bei denen der molekulare „Doppelspalt“ durch den Stoß in einen angeregten Zustand übergeht und dann auseinander bricht. Aus den Bruchstücken können sie den Drehsinn rekonstruieren. „Da wir bei dieser Versuchsanordnung nicht beobachten, durch welches Loch das Teilchen gegangen ist, passiert genau das, was Bohr vorhergesagt hat: D er Doppelspalt rotiert gleichzeitig mit und gegen den Uhrzeigersinn“, erklärt Schmidt. 

Ein Bild finden Sie hier.

Bildtext: Das Doppelspaltexperiment an einem Wasserstoff-Deuterium-Molekül zeigt: Wenn man Atome bei der Streuung am Doppelspalt nicht beobachtet, gehen sie durch beide „Schlitze“ gleichzeitig. Das lässt sich daraus schließen, dass das Molekül gleichzeitig in eine Rechts- und eine Linksrotation versetzt wird. Die unterschiedlichen Massen der „Schlitze“ führen zu einer Krümmung der Interferenzstreifen.

Publikation:

L. Ph. H. Schmidt, J. Lower, T. Jahnke, S. Schößler, M. Schöffler, A. Menssen, C. Lévêque, N. Sisourat, R. Taïeb, H. Schmidt-Böcking, R. Dörner: Momentum transfer to a free floating double slit: Realization of a thought experiment from the Einstein-Bohr debates, in: Physical Review Letters, Bd. 111, S. 102003 (2013), DOI: 10.1103/PhysRevLett.111.103201.

Informationen: Prof. Reinhard Dörner, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47003; doerner@atom.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 5 2013
13:13

11. Frankfurter Kinder-Uni vom 16. bis 20. September: Nachmittags sind alle Kinder zwischen 8 und 12 Jahren ohne Anmeldung willkommen –Vorlesungen auch über Live-Stream abrufbar

Hörsaal auf für neugierige Kinder!

FRANKFURT. Bereits zum 11. Mal lädt die Frankfurter Kinder-Uni Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren in der Woche vom 16. bis 20. September auf dem Campus Westend ein. Neben Oberbürgermeister Peter Feldmann, der wieder mit Schülerinnen und Schülern diskutiert, berichten fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in täglich drei Vorlesungen in altersgerechter Form über ihr Forschungsgebiet. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und Kindern aller Schulformen einen ersten Eindruck vom Uni-Leben im Hörsaal und in der Mensa zu vermitteln. Die beiden Vormittagsvorlesungen sind für Schulklassen reserviert, das Anmeldeverfahren ist bereits abgeschlossen. Nachmittags um 16 Uhr sind alle Kinder dieser Altersgruppe allein oder in Begleitung Erwachsener zur Teilnahme ohne Anmeldung eingeladen.

Zum Auftakt am Montag (16. September) berichtet die Astrophysikerin Dr. Kerstin Sonnabend in ihrer Vorlesung „Rumpelstilzchen im Weltall? Wie Sterne Gold machen“ über das brodelnde Innere der Sterne. Sie erklärt, wie in diesen Glutöfen neue Elemente entstehen – nicht nur der Sternenstaub, der als Kohlenstoff in unseren Körper eingebaut ist, sondern auch Gold.

Reiche Kinder sind nicht unbedingt glücklicher als Arme. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Sabine Andresen fragt deshalb in ihrer Vorlesung am Dienstag (17. September) „Ich bin glücklich – und Du?“ was für Kinder in der Welt ein glückliches Leben bedeutet. Dabei diskutiert sie mit ihren jungen Zuhörern auch, wie man Glück überhaupt messen kann.

Ins Reich der Zellen lädt am Mittwoch (18. September) der Biochemiker Prof. Robert Ernst ein. Er gehört zu den jüngsten Professoren der Goethe-Universität und nähert sich seinem Thema mit viel Kreativität: In seiner Vorstellung gleicht die Zelle einer Stadt mit Stadtmauer, Postamt, Heizkraftwerk, Müllverbrennungsanlage, U-Bahnen und Telefonkabeln.

Oberbürgermeister Peter Feldmann kommt am Donnerstag (19. September) wieder zur Kinder-Uni. Er besucht die Vorlesung „Gibt es Kinder ohne Rechte?“ und diskutiert anschließend mit einigen Schülerinnen und Schüler über ihre Lebenssituation in Frankfurt und über Kinderrechte. Der Rechtswissenschaftler Dr. Felix Hanschmann erläutert in seiner Vorlesung die Schwierigkeiten von Flüchtlings-Kindern am Beispiel des Jungen Mobido, der eine beschwerliche Reise von Mali nach Frankfurt antritt.

Aufregend wird es noch einmal am Freitag (20. September), wenn der Ethnologe Dr. Markus Linder fragt: „Ließen die Indianer ihre Feinde am Totempfahl büßen?“. Lindner zeigt, dass das Indianer-Bild, das Zeichentrickserien wie Yakari vermitteln, zu einfach ist. Sein Forschungsgebiet sind nicht nur die Indianer früherer Zeiten, sondern auch das Leben ihrer Nachfahren in der modernen Welt.

Auch in diesem Jahr rechnen die Organisatorinnen wieder mit mehr als 13.000 Kindern bei den 15 Vorlesungen. Besonders viele Anmeldungen von Schulklassen gab es zu den Vormittagsvorlesungen am Montag und Freitag. Ohne Voranmeldung können alle interessierten Acht- bis Zwölfjährigen nachmittags um 16 Uhr zur Kinder-Uni kommen, lediglich Gruppen ab fünf Personen wie Horte, KiTas oder Schul-AGs sollten sich im Voraus anmelden. Da der Audimax im Hörsaalzentrum groß genug ist, können Eltern, Großeltern und Freunde ihre Kinder am Nachmittag gern begleiten. Der Hörsaal wird etwa 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.

Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an drei oder mehr Vorlesungen teilgenommen haben, können an der Verlosung teilnehmen und einen von vielen tollen Preisen gewinnen – unter anderem: GEOlino-Abonnements, Kinder-Uni-Bücher und –Hör-CDs, Theaterkarten für das Schauspiel Frankfurt und Kinder-Uni-T-Shirts. Wer vom vielen Denken hungrig geworden ist, kann sich in der Mensa (dieses Mal im Festsaal des Casinos), den Cafeterien des Studentenwerks oder im Bistrorante ‚Sturm und Drang’ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. In den Betrieben des Studentenwerks Frankfurt bekommen die Schüler gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk für zwei Euro.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auch in diesem Jahr zu jeder Vorlesung ein kleines Quiz zusammengestellt. Unter den Teilnehmern, die richtig angekreuzt haben, werden Buchpreise verlost, die von verschiedenen Verlagen großzügig zur Verfügung gestellt wurden. Auf der Homepage der Kinder-Uni (www.kinderuni.uni-frankfurt.de) sind die Quizfragen und später die korrekten Antworten einsehbar. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Kinder-Uni zu besuchen, gibt es einen Link zum Live-Stream.

Die 11. Frankfurter Kinder-Uni unterstützen folgende Partner: GEOlino, Studentenwerk Frankfurt am Main, Bistrorante „Sturm und Drang“, Frankfurter Rundschau, Buchhandlung Eselsohr und Schauspiel Frankfurt sowie zahlreiche Verlage, deren Logo auf der Homepage der Kinder-Uni aufgeführt sind.

Informationen: Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation,
Campus Westend, Tel: (069) 798-13066, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

www.kinderuni.uni-frankfurt.de