Pressemitteilungen 

Veranstaltungen

Feb 11 2016
11:40

Internationales Fachsymposium zum Thema Nachlass-Fundraising an der Goethe-Universität.

Medien-Einladung / Dürfen Vereine und Stiftungen um Erbschaften werben?

FRANKFURT. Am 18. und 19. Februar findet an der Goethe-Universität das Fundraising-Symposium 2016 zum Thema Nachlass-Fundraising statt. Diese Internationale Fachtagung dient dem Erfahrungsaustausch gemeinnütziger Organisationen, die seit Jahren Erbschaften und Vermächtnisse erhalten und diese für die Allgemeinheit einsetzen wollen. Die Tagung richtet sich an Vorstände, Geschäftsführer und Verantwortliche für Großspenden und Nachlässe in gemeinnützigen Organisationen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Körperschaften, wie Zoos und Kultureinrichtungen. Veranstalter ist die Fachzeitschrift "Fundraiser-Magazin " in Kooperation mit der Agentur für Nachlass-Fundraising und der Goethe Universität.

„Wir freuen uns, dass dieses internationale Symposium an der Goethe-Universität stattfindet. Unsere Universität hat das Fundraising in den letzten Jahren bereits systematisch aufgebaut. Auch im Nachlass-Fundraising haben wir erste Erfahrungen gesammelt, die wir gerne weiterentwickeln möchten. Deshalb sind wir sehr gespannt auf die fachliche Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bildungseinrichtungen und Spendenorganisationen“, erklärt Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulförderung der Goethe-Universität.

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge werden bis 2024 in Deutschland 3,1 Billionen Euro vererbt. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kinderlosen und Alleinstehenden. Viele Menschen denken beim Testament deshalb auch an gemeinnützige Organisationen, denen sie meist über Jahrzehnte als Förderer treu verbunden waren. Die repräsentative GfK-Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ zeigt: Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit seinem Erbe auch einen guten Zweck unterstützen; bei den Kinderlosen ist es sogar jeder dritte.

Das Fundraising-Symposium diskutiert diesen Trend mit internationalen Referenten aus Großbritannien und den Niederlanden sowie erfahrenen Praktikern aus Deutschland. Keynote Speaker am 19. Februar ist Richard Radcliffe. Der umtriebige Experte arbeitete schon auf drei Kontinenten für gemeinnützige Organisationen und überzeugte Menschen davon, über den Tod hinaus etwas für die Allgemeinheit und die gute Sache zu tun. Er wird internationale Trends und seine Erfahrungen mit Nachlass-Gebern vorstellen. Erfahrene Experten, wie Gerhard Wallmeyer von Greenpeace oder Lars Flottmann von UNICEF, werden mit den Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutieren, ob und wie man für das "gute Erbe" werben darf, wie Nachlässe abgewickelt werden und welche ethischen Standards eingehalten werden müssen. Denn Testamente für gemeinnützige Organisationen haben nichts mit Erbschleicherei, sondern meist mit langen Beziehungen der Förderer zum Verein, Zoo oder der Stiftung und großem Vertrauen zu tun.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, am Fundraising-Symposium teilzunehmen und darüber zu berichten.

Akkreditierung: matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de

Ansprechpartner
Matthias Daberstiel, matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de; www.fundraising-symposium.de

Forschung

Feb 10 2016
13:04

Prof. Theo Dingermann erläutert im Perspektivengespräch Hintergründe und Konsequenzen einer aktuellen Epidemie

Das Zika-Virus ist nicht der eigentliche Feind

FRANKFURT. Das Zika-Virus ist seit fast 70 Jahren bekannt und wurde bislang als harmlos eingestuft. Eine Infektion geht meist spurlos an den Betroffenen vorüber und verursacht nur bei rund einem Fünftel von ihnen grippeähnliche Symptome, die nach wenigen Tagen abklingen. Wer eine Infektion überstanden hat, ist anschließend lebenslang gegen das Virus immunisiert. Warum ruft die Weltgesundheitsorganisation dann seinetwegen jetzt den globalen Gesundheitsnotstand aus? Und warum geht uns das alle an, wenngleich wir weit vom Ort der aktuellen Epidemie entfernt wohnen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des kommenden Perspektivengesprächs des House of Pharma & Healthcare mit Prof. Theo Dingermann, Seniorprofessor am Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität.

Das Zika-Virus wird von der ägyptischen Tigermücke übertragen. Lange blieb seine Ausbreitung auf Afrika und in geringem Maße auf Asien beschränkt, ohne dass gravierende Folgen beobachtet worden wären. Nun steht das Virus aber plötzlich im Verdacht, in Brasilien schwerste Schädel- und Gehirnfehlbildungen (Mikrozephalien) bei Tausenden von Neugeborenen hervorgerufen zu haben, deren Mütter sich während der Schwangerschaft infiziert hatten. Auch von ersten Todesfällen wird berichtet, die im Zusammenhang mit dem Auftreten neurologischer Schäden wie dem Guillain-Barré-Syndrom zu stehen scheinen.

Dass das Zika-Virus in Südamerika eine so explosionsartige Infektionswelle ausgelöst hat, liegt vor allem daran, dass die übertragende Stechmücke dort ganzjährig vorkommt und auf eine noch nicht immunisierte Bevölkerung trifft. Dieselbe Mücke überträgt beispielsweise auch das Gelb- und das Denguefieber. Der Klimawandel bringt die Gefahr mit sich, dass diese Mückenart in immer weiteren Teilen der Welt auch jenseits der Tropen und Subtropen heimisch wird. „Im Interesse der Weltgesundheit“, plädiert Prof. Dingermann, „sollten wir daher alles dafür tun, das Übel an der Wurzel zu packen und Maßnahmen in Brasilien und anderswo zu unterstützen, die die Verbreitung dieser Mücken effektiv zu stoppen versprechen.“

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch
Wann? Mittwoch, 17. Februar 2016, 19:00 Uhr
Wo? House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter:
www.houseofpharma.de/zika

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de

Sonstige

Feb 10 2016
12:59

Es ist unter Umständen vernünftig, der Anlage der eigenen Ersparnisse wenig Aufmerksamkeit zu schenken / Wem seine Zeit grundsätzlich zu schade dafür ist, sollte aber über einen Anlageberater nachdenken

Rationale Untätigkeit

FRANKFURT. Die Anlage der eigenen Ersparnisse ist ein Thema, das die meisten Menschen lieber verdrängen. Die Auswahl an Finanzprodukten und Investitionsmöglichkeiten wird immer bunter und komplexer, sodass viele den Aufwand scheuen, sich hier einzuarbeiten und regelmäßig auf dem Laufenden zu halten. Mehrere Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass bis zu drei Viertel aller Privatanleger einmal getroffene Anlageentscheidungen oft über Jahre hinweg nicht mehr verändern.

Warum verhalten sich die meisten Menschen so überraschend untätig, obwohl sie wissen, dass private Vorsorge unerlässlich ist, um im Alter ihren Lebensstandard zu halten? Dieser Frage ist Raimond Maurer, Professor für Investment, Portfoliomanagement und Alterssicherung an der Goethe-Universität Frankfurt, gemeinsam mit Hugh Hoikwang Kim (Universität Seoul) und Olivia Mitchell (Universität von Pennsylvania) nachgegangen. In einer Publikation, die in Kürze im Journal of Financial Economics erscheint, weisen sie nach, dass es je nach Alter und Lebenssituation sinnvoll sein kann, die eigene Zeit anderweitig zu verwenden.

So sollten jüngere Menschen, die ohnehin in der Regel nur wenige Ersparnisse haben, ihre Zeit lieber in die berufliche Karriere stecken. Auch im hohen Alter, wenn die Kompetenz, effiziente Entscheidungen zu treffen, nachlässt, kann es sinnvoll sein, das eigene Portfolio nicht mehr aktiv umzuverteilen. Diese Ergebnisse decken sich mit empirischen Befunden: Während Menschen im fortgeschrittenen Berufsleben sowie zu Beginn des Ruhestands am meisten Zeit in die Portfoliopflege stecken, kümmern sich Junge und Alte am wenigsten darum. Allerdings gibt es auch im mittleren Lebensalter, wo steigende Ersparnisse und geringerer Zeitaufwand für die Karriere eine intensivere Beschäftigung mit der Geldanlage sinnvoll erscheinen lassen, immer noch einen hohen Anteil an untätigen Anlegern.

Dieser Personenkreis, dem es wichtiger ist, seine Zeit anders zu verbringen, täte laut Maurer gut daran, sich eine professionelle Anlageberatung zu gönnen. Seinen Berechnungen zufolge könnte jeder einzelne so seine jährlichen Konsummöglichkeiten um gut ein Prozent steigern. „Gute Anlageberatung ermöglicht es Menschen jeden Alters, ihre Ersparnisse optimal zu verwalten und gleichzeitig ihre knappste Ressource – Zeit – für den Beruf, die Familie oder Freizeitaktivitäten zu sparen“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Entsprechend könnte es sich als ökonomisch sinnvoll erweisen, Hürden, die insbesondere Menschen mit geringeren Ersparnissen davon abhalten, Berater zu konsultieren – beispielsweise zu hohe Mindestgebühren – abzubauen. Auch geeignete Standardprodukte für die Anspar- und Entnahmephase könnten helfen, so Maurer, die durchaus rationale Untätigkeit vieler Bürger in Finanzfragen nicht nur zu überwinden, sondern für eine weitere Verbreitung der kapitalgedeckten Altersvorsorge zu nutzen.

Veranstaltungen

Feb 9 2016
12:23

Internationale Tagung der Frankfurter Theaterwissenschaft aus Anlass des 20. Todestags des Dramatikers

Grenzen des Menschlichen in Heiner Müllers Werk

FRANKFURT. Die Grenzen des Menschlichen stehen im Zentrum einer internationalen Tagung, zu der die Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität anlässlich des 20. Todestages des Dramatikers Heiner Müller am Freitag und Samstag (12. und 13. Februar) einlädt. Gefragt wird einerseits nach den Diskursen, Institutionen, Infrastrukturen und sozio-ökonomischen Netzwerken, die jede menschliche Aufführung begleiten, andererseits aber auch nach Dingen, Kreaturen und Chören im Theater. Literatur- und Theaterwissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, Finnland und Deutschland werden auf unterschiedlichen Gebieten der Herausforderung nachgehen, die das „A-Humane“ für die Konzeptionen des Bewusstseins, der Subjektivität und die Definition des Menschlichen darstellt.

Die Tagung findet im Rahmen der Friedrich Hölderlin-Gastprofessur für Allgemeine und Vergleichende Dramaturgie statt. Diese Gastprofessur hat derzeit der finnische Choreograph, Philosoph und Theaterwissenschaftler, Prof. Esa Kirkkopelto, inne, der die Tagung zusammen mit den Frankfurter Theaterwissenschaftlern Dr. Matthias Dreyer und Prof. Nikolaus Müller-Schöll ausrichtet. Die Gastprofessur wird vom DAAD aus Mitteln des deutschen Außenministeriums finanziert. Auf sie werden regelmäßig Theatertheoretiker mit Erfahrungen im Bereich der Theaterpraxis sowie Künstler aus allen Bereichen des Theaters mit Interesse und Kenntnissen auf dem Bereich der Theorie berufen. Bisherige Gastprofessoren waren der amerikanische Theaterwissenschaftler Markus Wessendorf (University of Hawai) sowie der israelische Theaterwissenschaftler Freddie Rokem (Universität Tel Aviv).

Auf der Erforschung der Arbeit des Dramatikers, Essayisten und Regisseurs Heiner Müller, der am 30. Dezember 1995 starb, liegt seit Langem ein Schwerpunkt der Frankfurter Theaterwissenschaft. Die Tagung stellt eine Hommage an Müllers lebenslanges Interesse an der a- oder in-humanen Grenze des Menschlichen dar: Es begegnen sich in seinen Arbeiten „Tiere, Engeln und Fabelwesen sowie nicht-menschlich zu nennende Darstellungsweisen: Chöre, aus Buchstaben gebildete Landschaften, Geister, Bilder…“

Die Tagung ist öffentlich und findet auf dem Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 5.104, statt.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32065, Mueller-Schoell@tfm.uni-frankfurt.de; Prof. Esa Kirkkopelto: esa.kirkkopelto@uniarts.fi; Dr. Matthias Dreyer: dreyer@tfm.uni-frankfurt.de

Ausführliche Beschreibung zur Tagung unter: http://bit.ly/1SxLbl1, Tagungsprogramm unter: http://bit.ly/1QncJrP

Veranstaltungen

Feb 9 2016
10:52

Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ fördert Oberstufenschüler, indem sie von Studierenden lernen

Mit Rückenwind in das Mathematikabitur

FRANKFURT. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und die Goethe-Universität Frankfurt haben das Kooperationsprojekt „FRAME – FRAnkfurt MEntoring“ ins Leben gerufen, um Oberstufenschülerinnen und -schüler in Frankfurt und Umgebung bei der Abiturvorbereitung zu begleiten und zu unterstützen. Der Übergang an die Hochschule soll erleichtert werden, indem neben Fachwissen nachhaltige, eigenständige und erfolgreiche Lernstrategien vermittelt werden. Umgesetzt wird dies durch eine Lernwegbegleitung seitens geschulter Studierender der beiden Hochschulen.

Durch Präsenzkurse an den Schulen sollen die Oberstufenschüler besonders in Mathematik, aber auch in den Fächern Englisch und Deutsch unterstützt werden. Darüber hinaus werden Workshops zur Orientierung bei der Studienwahl und zur Studienvorbereitung angeboten. Schwerpunkt des Projektes ist die Förderung von Selbstlernkompetenzen. Zudem haben die studentischen Mentorinnen und Mentoren mit ihren eigenen Studienerfahrungen Vorbildcharakter.

Das Projekt ist zum Oktober 2015 gestartet. Nachdem zunächst die Studierenden ihre eigenen Schulungen absolviert haben, um als Lernwegbegleiter eingesetzt werden zu können, begann im Dezember an den Fachoberschulen und im Januar auch an den Gymnasien die aktive Arbeit mit den Schülern. Die schulischen Kooperationspartner der Goethe-Uni sind die Frankfurter Gymnasien Bettinaschule, Max-Beckmann-Schule und die Wöhlerschule. Die schulischen Kooperationspartner der Frankfurt UAS sind die August-Bebel-Schule in Offenbach und die Werner von Siemens-Schule in Frankfurt. Die Frankfurt UAS hat sich bewusst für die beiden Fachoberschulen mit technischer Ausrichtung entschieden, da rund die Hälfte der Studierenden der Hochschule ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer Fachoberschule erworben hat.

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt von den Vizepräsidentinnen Prof. Dr. Tanja Brühl (Goethe-Uni) und Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell (Frankfurt UAS), es ist das erste Kooperationsprojekt der beiden Frankfurter Hochschulen auf dieser Ebene und finanziert sich aus dem Studienstrukturprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Die Grundidee zum Projekt stammt aus dem Austausch der beiden Vizepräsidentinnen, die feststellten, dass Schüler bereits die Räumlichkeiten der Hochschulen nutzen, um für ihr (Fach-)Abitur zu lernen, es aber seitens der zwei Hochschulen noch kein konkretes Angebot an die breite Zielgruppe der Oberstufenschüler zur Vorbereitung auf deren Abschlussprüfung und den Übergang zur Hochschule gab.

„Wir stellen leider oft fest, dass die Mathematikkenntnisse eines größeren Teils unserer Studienanfängerinnen und -anfänger – insbesondere für die technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengänge – nicht ausreichend sind. Mit dem Projekt wollen wir dafür sorgen, dass die Anfänger mit besseren Kenntnissen zu uns kommen, um so die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs zu verringern“, so Kira Kastell.

Einen solchen Zusammenhang zwischen fehlenden Mathematikkenntnissen und frühem Studienabbruch ist vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW GmbH) ebenfalls bestätigt worden. Für Absolventen von Fachoberschulen käme erschwerend hinzu, dass diese in der Oberstufe rund 200 Stunden Mathematikunterricht weniger erhalten haben als Gymnasiasten.

„Eine der Stärken beider Frankfurter Hochschulen ist die aktive Gestaltung des Überganges von der Schule in die Hochschule. An der Goethe-Universität haben wir mit dem erfolgreichen Projekt ‚Starker Start ins Studium‘ die Lehre in den Einstiegssemestern umfassend ergänzt und verbessert.  Als Universität mit großem Einzugsbereich im Frankfurter Raum sind wir natürlich daran interessiert hier mit den Frankfurter Schulen zu kooperieren. Das Projekt FRAME ist hierzu eine gelungene Ergänzung“, erklärt Tanja Brühl.

Beide Frankfurter Hochschulen beginnen mit diesem Projekt eine neue Phase der verstärkten Zusammenarbeit. Was der intensive Einsatz an den Schulen bringen wird, ermittelt das Projekt in einer begleitenden Studie, deren Ergebnisse zum Herbst vorliegen werden. Dann wird es um die Entscheidung gehen, ob das bisher erfolgreiche Pilotprojekt eine Neuauflage erfährt.

Informationen: Dr. Hartwig Bosse, Leiter Mathematikzentrum, Goethe-Universität, Tel.: (069)798-23882; E-Mail: bosse@math.uni-frankfurt.de

Marc-Oliver Maier, Frankfurt University of Applied Sciences, Abteilung Studierendenbetreuung, Tel. (069)1533-3172, E-Mail: frame@fra-uas.de

www.frankfurt-university.de/frame; www.starkerstart.uni-frankfurt.de/58038894/FRAME 

Einladung an die Medienvertreter: Auftaktveranstaltung des FRAME-Projektes

Termin: 2. März 2016, 17 bis 19 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, 1. Stock, Raum 109

Medienvertreter sind herzlich eingeladen. Wenn Sie teilnehmen können, melden Sie sich bitte bei der Hochschulpressestelle der Frankfurt University of Applied Sciences unter pressestelle@fra-uas.de, auf Wunsch gibt es auch Parkmöglichkeiten.

Programm:
17.00: Begrüßung
17.20: Thematischer Input: Die Mathematik-Lücke zwischen Schule und Studium
17.40: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Goethe-Universität
18.00: FRAME: Vorstellung des Teilprojektes der Frankfurt University of Applied Sciences
18.20: Erfahrungen der Lernwegbegleiter(innen) und eines Schuldirektors
18.40: Diskussion
19.00: Kulinarischer Ausklang und Raum für weiteren Austausch

Veranstaltungen

Feb 5 2016
15:48

Foto-Ausstellung an der Goethe-Universität zur Dreifach-Katastrophe in Japan.

„Living here in Fukushima“

FRANKFURT. Am 11. März jährt sich zum fünften Mal die Dreifach-Katastrophe im japanischen Fukushima. Nach dem starken Erdbeben und dem Tsunami hatte die Region auch noch mit einer atomaren Strahlung zu kämpfen. Die Foto-Ausstellung „Living here in Fukushima – 3.11. and after –“ zeigt Bilder, die direkt nach der Katastrophe und Jahre später in Fukushima aufgenommen wurden.

Foto-Ausstellung: „Living here in Fukushima – 3.11 and after -“
10. Februar-27. März, PEG-Gebäude, Campus Westend. Eröffnungsveranstaltung mit Saori Kawazoe von der Waseda University, Tokyo: 10. Februar, 17 Uhr. Anmeldung bitte unter muenscher@soz.uni-frankfurt.de

Die Ausstellung wurde gemeinsam vom Iwaki Meisei University Disaster Archive und dem „Protecting the Weak“-Forscherteam an der Goethe-Universität organisiert. 

Kontakt: Prof. Heike Holbig, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität, muenscher@soz.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 5 2016
15:42

Die Trägerin des Max-Beckmann-Preises spricht am 11. Februar bei der Lecture & Film-Reihe der Frankfurter Filmwissenschaftler und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Agnès Varda: Zu Gast im eigenen „Universum“

FRANKFURT. Inhaltliche Änderung aus erfreulichem Anlass: Eigentlich sollte es ein planmäßiger Termin sein im Rahmen der Reihe „Selbstporträts von Anderen: Das Universum der Agnès Varda“, ausgerichtet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Deutschen Filmmuseum. Nun steht bei der Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar 2016 um 20.15 Uhr im Kino des Filmmuseums aber nicht so sehr die Diskussion über die Autorenfilmerin im Mittelpunkt. Stattdessen wird sie selbst, die als eine Schlüsselfigur des modernen Kinos gilt, über sich und ihr Schaffen Auskunft geben. Der Grund: Just am selben Tag und kurz zuvor nimmt die am 30. Mai 1928 in Brüssel geborene Agnès Varda für ihr Lebenswerk den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main entgegen.

Agnès Varda bewege sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten und greife mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit ein, unterstreicht der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann die Entscheidung der Jury vom vergangenen Dezember. Feldmann wird am frühen Abend des 11. Februar im Städel Museum den Preis überreichen. Die Laudatio hält Christa Blümlinger, Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Stadt Frankfurt verleiht den Max-Beckmann-Preis alle drei Jahre zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule arbeitete.

Als Kooperationspartner der aktuellen Varda-Reihe, die im Oktober 2015 begonnen hat und im Sommersemester 2016 fortgeführt wird, beschäftigt sich der Exzellenzcluster nun bereits zum fünften Mal mit dem Kino und der Frage, wie normative Ordnungen in Filmen dargestellt werden und was man davon über ihre Herausbildung lernen kann. Auch am 11. Februar ab 20.15 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich eingeladen. Wegen des begrenzten Platzangebots im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main) ist eine Kartenreservierung erforderlich unter: 069/961220-220.

Die inhaltliche Einführung des Veranstaltungsabends im Filmmuseum liegt in den Händen von Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters. Nach dem außerplanmäßigen Vortrag Agnès Vardas in französischer Sprache, übersetzt von Vinzenz Hediger, steht dann, wie ohnehin geplant, ihr Film „Jacquot de Nantes“ auf dem Programm: „Il était une fois un garçon…“ – was in diesem Film wie ein Märchen beginnt, ist eine Heraufbeschwörung von Kindheitserinnerungen, die der Ehemann und Regisseur Jacques Demy für seine Frau Agnès Varda niederschreibt und die als Grundlage für den Film dienen, den Varda über dessen Kindheit in Nantes drehen wird. Fertig wird „Jacquot de Nantes“ erst kurz nach dem Tode Demys; ein Film als Hommage für einen Amateur im Sinne eines Liebhabers. Ein zärtlicher Film über die Verstrickung zwischen Kino und Leben, zwischen Liebe und Tod.

Mit der besonderen Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar endet die Reihe für dieses Wintersemester – um dann am 14. April zu Beginn des Sommersemesters fortgesetzt zu werden, dieses Mal planmäßig mit Agnès Varda als Ehrengast und, wie ebenfalls schon lange feststeht, ihrem Film „Les cent et une nuits de Simon Cinéma“. Die gesamte Reihe findet im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) statt. Weitere Kooperationspartner sind der Masterstudiengang „Curatorial Studies“, das Institut Français pour l’Histoire en Allemagne und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Veranstaltungen sind prinzipiell so konzipiert, dass neben den Vorträgen Filmvorführungen zum Programm gehören. Abschließend besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion.

Ein Hinweis an die Redaktionen: Die Verleihung des Max-Beckmann-Preises im Städel Museum ist presseöffentlich, eine Akkreditierung nicht erforderlich.Informationen:Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, 069/212-41000, presse.info@stadt-frankfurt.de

Informationen zur Lecture & Film-Reihe:  Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: hediger@tfm.uni-frankfurt.de;  Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/vorlesungsreihe-kino/vorlesungsreihe-lecture-an-film

Sonstige

Feb 4 2016
12:25

Prof. Kira Kosnick analysiert in der neuen Ausgabe des UniReport die Diskussion nach den Übergriffen in Köln.

Soziologin warnt vor „kultureller“ Ausgrenzung

FRANKFURT. Seitdem es in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof und an einigen anderen Orten in deutschen Großstädten zu massiven sexuellen Übergriffen gekommen ist, wird in Deutschland über Flüchtlinge und Migration anders diskutiert. Die Soziologin Prof. Kira Kosnick, die an der Goethe-Universität schwerpunktmäßig zu Kultur und Migration forscht, warnt aber davor, religiösen Extremismus, Gewaltbereitschaft und patriarchale Unterdrückung von Frauen als „kulturelle Marker von Zugewanderten, aber auch von in Deutschland aufgewachsenen muslimischen Männern“ zu betrachten. Kosnick plädiert stattdessen dafür, Kulturen und Religionen als „politisch eingebettete und historisch wandelbare Phänomene zu begreifen“.

So wirft Kosnick  die Frage auf, ob Gewalt und Radikalisierung nicht auch mit der beruflichen Perspektivlosigkeit zusammenhänge könne, die besonders junge Männer mit Migrationshintergrund betreffe. „Kultur und Religion können nicht isoliert von geopolitischen Machtverhältnissen, globaler sozialer Ungleichheit und kolonialer Geschichte diskutiert werden“, betont die Soziologin. Zudem sei eine Politik, die anscheinend darauf aus sei, die Flüchtlingskrise außerhalb der EU-Grenzen gewaltsam unter Kontrolle zu bringen, angesichts einer Zahl von 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, mehr als fragwürdig.

Die weiteren Themen in der Februar-Ausgabe des UniReport:

  • Mitten in der Stadt und quicklebendig: Auch wenn der Campus Bockenheim in einigen Jahren aufgegeben werden wird, ist er momentan immer noch ein vollwertiger Standort, der zudem Studierenden und Mitarbeitern sogar einige Vorteile bietet.

  • Digitale Skripte unter Beschuss: Wenn die Einzelabrechnung für digitale Quellen kommt, droht dem Lehrbetrieb eine komplexe Vergütungspraxis.

  • Schönheit unter der Lupe: Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, das mit der Goethe-Universität eng kooperiert, untersucht rezeptionsästhetische Fragen des menschlichen Geschmacks.

  • Krank und trotzdem (etwas) arbeiten gehen? Prof. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit, zum Vorschlag einer „Teil-Krankschreibung“.

  • Großvater aus „freien“ Stücken: Die Soziologie nimmt das Phänomen „Leihopa“ unter die Lupe.

  • Gibt es auch friedliche Machtübergänge? Fragen an den Politologen Carsten Rauch, der sich in seiner Dissertation mit dem weltpolitischen Aufstieg Indiens beschäftigt hat.

  • Forschen und Lehren in Kanada: Der Geologe Jens O. Herrle ist für vier Monate Gastprofessor an der University of Toronto. 

Der UniReport 1/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/59936941/Unireport_1-16.pdf

Forschung

Feb 4 2016
12:24

39 Prozent des Kongo-Waldbeckens sind stark bis sehr stark gefährdet

Jagddruck auf afrikanische Waldtiere nimmt zu

FRANKFURT. Seit etwa 25 Jahren werden Tiere in West- und Zentralafrika nicht mehr nur zur Eigenversorgung gejagt, sondern zunehmend auch für den Verkauf in mehrere hundert Kilometer entfernten Ballungszentren. Infolgedessen nahmen die Tierbestände deutlich ab und sind teilweise bereits verschwunden. Ein europäisches Forscherteam unter Federführung der Goethe-Universität hat nun den Jagddruck für das Kongo-Waldbecken ermittelt und eine detaillierte Karte erstellt, die bei Regionalplanungen helfen soll.

Die gejagten Tiere sind überwiegend Säugetiere, aber auch einige Reptilien- und Vogelarten. Sie sind vielerorts die einzige preiswerte und praktisch verfügbare Quelle tierischen Proteins für die Landbevölkerung. Doch die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels hat in den Baumsavannen und Wäldern Afrikas inzwischen auch zum „Empty Forest Syndrom“ geführt. Landbewohnern erlaubt der Verkauf von Buschfleisch, Produkte oder Dienstleistungen zu erwerben, die über die reine Selbstversorgung hinaus gehen. Das hat weitreichende ökologische Folgen, die letztlich auch die Existenz der Landbewohner bedroht. Beispielsweise verschwinden mit den Pflanzen fressenden Tieren, die als Samenträger fungieren, langfristig auch die Wälder.

Das Forscherteam um Bruno Streit analysierte zwischen 1990 bis 2007 publizierte Untersuchungen des Buschfleischangebots auf Märkten des Kongo-Waldbeckens (Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Gabun und Republik Kongo). Aus den öffentlich zum Verkauf angebotenen Tieren, deren Häufigkeit und dem Einzugsgebiet der Märkte errechneten sie jährliche Entnahmeraten für Buschfleisch pro Quadratkilometer. Diese korellierten sie mit sozioökonomischen Variablen wie der Bevölkerungsdichte, der Dichte des Straßennetzes und dem Abstand der Märkte zu Schutzgebieten. In einem weiteren Schritt definierten sie unterschiedliche Klassen für den potenziellen Jagdruck.

„Für ein Viertel der Gesamtfläche errechneten wir einen eher niedrigen Jagddruck“, erklärt Prof. Bruno Streit vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität. „39 Prozent der Fläche des Kongo-Waldbeckens lässt aber einen starken bis sehr starken Jagddruck erkennen. Es sind dies vor allem Gebiete mit einer hohen Dichte an Verkehrswegen, innerhalb deren sich zuweilen auch Schutzgebiete eingebettet finden“, fährt Stefan Ziegler vom WWF fort. So liegen auch der international bekannte Virunga-Nationalpark und der Okapi-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo in solchen Arealen.

Die von den Wissenschaftlern erstellte Karte könnte eine nachhaltige Regionalplanung unterstützen, indem die Straßenführung möglichst keine wildreichen Gebiete zerschneidet. Des Weiteren identifiziert die Karte neuralgische Punkte, an denen der potenzielle Jagddruck besonders hoch ist. Auf diese Zonen sollten sich Maßnahmen zur Wildereibekämpfung konzentrieren.

Die Studie entstand aus einer Kooperation der Goethe-Universität Frankfurt mit der Universität Manchester (GB), Fernerkundungsexperten der Universität Würzburg und Naturschutzpraktikern vom WWF ‎Deutschland.

Publikation: Stefan Ziegler, John E. Fa, Christian Wohlfart, Bruno Streit, Stefanie Jacob und Martin Wegmann: Mapping Bushmeat Hunting Pressure in Central Africa, in: Biotropica, 29 Januar 2016 DOI: 10.1111/btp.12286; http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/btp.12286/abstract

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/59967888

Informationen: Prof. Bruno Streit, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42160, -42162, streit@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 4 2016
12:04

Der 13. Kongress der deutschsprachigen Gesellschaft für Theaterwissenschaft findet im November in Frankfurt und Gießen statt

Theater als Kritik

FRANKFURT/GIESSEN. Der 13. Kongress der deutschsprachigen Gesellschaft für Theaterwissenschaft (GTW) wird von der Professur für Theaterwissenschaft des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität sowie vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität ausgerichtet. Dies geschieht in Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie, dem Frankfurt LAB und dem Künstlerhaus Mousonturm. Der Kongress findet vom 3. bis 6. November in Frankfurt und Gießen statt und widmet sich dem Thema „Theater als Kritik”.

Unter diesem Titel lädt der Kongress dazu ein, Theater als eine kritische Praktikim doppelten Sinne zu untersuchen:Vor dem Hintergrund der Krise klassischer Begründungen des Theaters wie auch der Kritik des Theaters sollen deren Geschichte, Theorie und Fragen neu beleuchtet werden. Es stehen also nicht die Gegenstände der Kritik des Theaters zur Debatte, sondern vielmehr diese Kritik selbst. Zu den wiederkehrenden Denkfiguren im Diskurs des abendländischen Theaters gehört es, dass dieses – speziell dort, wo es sich mit Aspekten des Politischen, aber auch mit sozialen Praktiken und der Überlieferung befasst – alskritische Auseinandersetzung mit dem Bestehenden anzusehen sei. Theater, so ein bisin die jüngste Zeit von jenen, die es machen, wie von jenen, die es kommentieren, geteilter Common Sense, ist eine kritische Praktik. Bei dem Kongress werden Plenarvorträge und kürzere Beiträge zu diesen unterschiedlichen Themenbereichen durch performative Formate, Theaterbesuche, Gespräche und szenische Beiträge von Studierenden der Hessischen Theaterakademie ergänzt.

Die 1992 gegründete Gesellschaft für Theaterwissenschaft (GTW) fördert die Theaterwissenschaft in Forschung und Lehre und vertritt die Interessen des Fachs in der Öffentlichkeit. Alle zwei Jahre veranstaltet sie internationale Kongresse zu aktuellen Fragestellungen und Tendenzen des Faches und der Darstellenden Künste. 2016 holen die Theaterwissenschaften in Frankfurt und Gießen, die im Rahmen der Hessischen Theaterakademie vernetzt sind, die Großveranstaltung zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder nach Hessen. Die Eröffnung des Kongresses findet am 3. November 2016 im Frankfurt LAB statt. Erstmals bei einem Kongress der GTW wird es durchgängig englischsprachige Panels geben. Es werden über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet.

Die Hessische Theaterakademie ist ein Netzwerk der Studiengänge Darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Dramaturgie an der Goethe-Universität sowie des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität sowie der Stadt- und Staatstheater in Hessen. Als ‚Akademie von untenʼ basiert sie nicht nur auf der offenen und immer intensiveren Zusammenarbeit der Lehrenden und Intendantinnen und Intendanten, sondern vor allem auch auf den vielen spartenübergreifenden Initiativen der Studierenden. Zu den Zielen der Theaterakademie gehört u. a. die Aufgabe, in Form von Kongressen für die Weiterbildung von Bühnenschaffenden und Theaterexpertinnen und -experten zu sorgen.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32065, Mueller-Schoell@tfm.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Gerald Siegmund, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität, gerald.siegmund@theater.uni-giessen.de

Dr. Philipp Schulte, Hessischen Theaterakademie, mobil 0 170 / 28 12 571, schulte@hessische-theaterakademie.de

Call for Papers und weitere Infos: www.theater-wissenschaft.de

Veranstaltungen

Feb 2 2016
15:56

Verleihung des DAAD-Preises 2015 an besten ausländischen Studierenden der Goethe-Universität.

Medien-Einladung / Neujahrsempfang für internationale Wissenschaftler

FRANKFURT. Im Rahmen des Neujahrsempfangs des International Office und des Goethe Welcome Centre für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, den DAAD-Preis 2015 für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender verleihen.

Ablauf der Feier am 3. Februar

18.00-18.30 Uhr: Ankunft der Gäste
18.30 Uhr: Begrüßung durch Florian v. Bothmer (Leiter Goethe Welcome Centre); Neujahrsansprache der Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff
19.00 Uhr: Verleihung des DAAD-Preises 2015 der Goethe-Universität. Moderation: Hanna Reuther
19.25 Uhr: Musikalische Einlage

19.30 Eröffnung des Büfetts
21.00 Uhr: Ende der Veranstaltung
Ort: Gästehaus der Goethe-Universität, Ditmarstr. 4.

Der Neujahrsempfang bietet Medienvertretern Gelegenheit, mit den internationalen Studierenden und Wissenschaftlern an der Goethe-Universität ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen: Florian von Bothmer, International Office, Director Goethe Welcome Centre, Goethe-Universität Frankfurt. Tel.:(069)-798-17192; vonBothmer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Feb 1 2016
17:17

Internationale Konferenz an der Goethe-Universität. 4.-6. Februar, Campus Westend

Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften

FRANKFURT. Eine bislang wohl einzigartige Konferenz zum Thema Transsexualität findet vom 4. bis 6. Februar auf dem Campus Westend statt. International renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Neuro-, Bio- und Rechtswissenschaften werden auf dieser internationalen Konferenz mit dem Titel „Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften“ in den Dialog mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Theologie und Kirche über Geschlechtervielfalt am Paradigma der Transsexualität treten. Mehr als 150 Teilnehmende aus dem In- und Ausland haben sich angemeldet. Zugleich sind ein Workshop-Programm mit 7 Workshops, eine Wanderausstellung der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung sowie eine Kunst-Installation der Amsterdamer Photographin Sarah Wong Teil dieses Konferenzprojektes.

Am Donnerstag, 4. Februar, startet die Veranstaltung um 13.00 Uhr im Casino-Gebäude. Grußworte sprechen Prof. Dr. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität; Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau; Dr. Henry Hohmann, Präsident von Transgender Network Switzerland sowie Pfr.in Dorothea Zwölfer, Trans-Evidence. Zusätzlich wird Elke Ferner, MdB u. Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am Freitag, 5. Januar, ein Grußwort sprechen (10.20 Uhr).

Vom 3. Februar bis 7. Februar wird mitten auf dem Campus Westend (auf dem Rondell neben dem Casino-Gebäude) ein Wohnwagen mit einer interessanten Bewohnerin parken, die für die Zeit der Konferenz in diesem Wohnwagen leben wird. Die Bewohnerin heißt Sharon Ferguson, Pastorin der MCC-Kirche im Norden Londons und Co-Präsidentin des European Forum of LGBT Christian Groups mit einer faszinierenden Lebensgeschichte (und körperlichen Behinderung, deshalb der Wohnwagen), die eigens für die Konferenz aus England mit ihrem Gefährt anreisen wird.

Zum Hintergrund: In den letzten zwanzig Jahren hat die Wissenschaft eine neue Ära in den Bemühungen eingeleitet, transsexuelle Menschen besser zu verstehen. Auf der Grundlage neuester neuro- und biowissenschaftlicher Erkenntnisse wird Transsexualität nunmehr als angeboren betrachtet. Transsexuelle Menschen besitzen ein tiefes inneres Wissen, zu welchem Geschlecht sie wirklich gehören, unabhängig davon, welches Geschlecht ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde und wie z.B. ihre Genitalien ausgeprägt sind. Die Genitalien sind daher in diesem Fall in gewisser Weise geschlechtlich „diskrepant“ zum Gehirn, der Geschlechtskörper ist insgesamt durch Inkongruenz charakterisiert. Das explizite Bedürfnis der Betreffenden nach Angleichung von Körper und Lebensweise an dieses bestimmende „Hirngeschlecht“ wird aus heutiger Sicht als natürlich und intersubjektiv gutnachvollziehbar betrachtet. Dieser durch die neurobiologische Forschung ausgelöste Paradigmenwechsel ist mit Entpsychiatrisierung und Entpsychopathologisierung von Transsexualität verbunden. Mit anderen Worten: Transsexualität als biologische Variante ist keinepsychische Störung, sondern ein typisches Muster innerhalb der individuellen geschlechtlichen Vielfalt (Joan Roughgarden) „im Grenzgebiet von Genetik, Biologie und Neurowissenschaft bzw. Neuropsychologie mit einer Leiden verursachenden Symptomatik“ (Horst-Jörg Haupt). Weitgehend unbeeindruckt von diesem wissenschaftlichen Stand der Dinge zeigen sich bislang Theologie und Kirchen. Die gründliche, insbesondere systematisch- und praktisch-theologische Reflexion von Transsexualität im Interesse eines veränderten Umgangs mit transsexuellen Menschen als Teil nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der kirchlichen Gemeinschaft ist ein dringendes Desiderat, das die Konferenz zumindest ansatzweise beheben möchte. Veranstalter ist der Fachbereich Evangelische Theologie/Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie.

Die Vorträge der Konferenz werden im Herbst 2016 erscheinen: „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften. Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven“, hg. von Gerhard Schreiber, Berlin und Boston: Walter de Gruyter 2016.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung: www.uni-frankfurt.de/55900763/1_home

Kontakt: Dr. Gerhard Schreiber, Fachbereich Evangelische Theologie, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie, Goethe-Universität. Tel. (069) 798 33311; G.Schreiber@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 1 2016
11:33

Im High-Tech Mikroskop beoachten Frankfurter Forscher den Prozess Zelle für Zelle

Dem Geheimnis des Wurzelwachstums auf der Spur

FRANKFURT. Im Gegensatz zu Tieren bilden Pflanzen ihr Leben lang neue Organe: Wurzeln, Äste, Blätter, Blüten und Früchte. Frankfurter Forscher wollten wissen, inwiefern Pflanzen dabei einem festgelegten Bauplan folgen. In der renomierten Fachzeitschrift „Current Biology“ beschreiben sie das Wachstum von Seitenwurzeln der Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana). Sie haben es Zelle für Zelle in einem High-Tech-Lichtmikroskop beobachtet und mithilfe von Computersimulationen analysiert. Ihr Fazit: die Wurzelform entsteht durch eine Kombination von genetischen Vorgaben und der Selbstorganisation von Zellen.

„Unsere Arbeit zeigt die Entstehung des komplexen Organs der Seitenwurzel in einer bislang noch nicht dagewesenen zeitlichen und räumlichen Auflösung“, so Prof. Ernst H. K. Stelzer vom Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften an der Goethe-Universität. Er ist der Erfinder der hochauflösenden und schonenden Lichtscheiben-Fluoreszenzmikroskopie, mit der die Forscher die Entstehung von Seitenwurzeln von der ersten Zellteilung bis zu ihrem Herauswachsen aus der Hauptwurzel erfassten. Über 64 Stunden lang zeichneten sie alle fünf Minuten die Fluoreszenz-Signale aus Zellkernen und der Plasmamembran auf, so dass sie alle an der Entstehung beteiligten Zellen erkennen und verfolgen konnten.

Die Seitenwurzeln entstammen einer variablen Anzahl von „Gründerzellen“, von denen manche entscheidend zur Entwicklung beitragen. Die Gestalt der Seitenwurzeln und die dazu gehörigen Wachstumskurven zeigen große Ähnlichkeiten.„Wir haben die Zellteilungen aufgrund ihrer räumlichen Ausrichtung klassifiziert, um herauszufinden, wann neue Zellreihen und Zellschichten entstehen“, erklärt Daniel von Wangenheim, der Erstautor der Studie. „Erstaunlicherweise konnten wir anhand der anfänglichen räumlichen Anordnung nicht vorhersagen, wo exakt das zukünftige Zentrum der Seitenwurzel liegen würde.“ Offenbar ist nur die erste Teilung der Gründerzellen stark reguliert, während die darauffolgenden Zellteilungen keinem festgelegten Muster folgen. Sie verhalten sich eher adaptiv. Das ist in der Natur auch sinnvoll, beispielsweise, wenn die Wurzeln auf ein Hindernis stoßen.

Um in der ungeheuren Vielzahl der Daten grundlegende Prinzipien der Seitenwurzelentwicklung erkennen zu können, kombinierten die Forscher Methoden für die quantitative Analyse von Zellteilungen in wild wachsenden und genetisch veränderten Pflanzen (Wildtyp und Mutanten) mit mathematischer Modellierung, die von Kollegen an der Universität Heidelberg ausgeführt wurden. Dabei erkannten sie: Die Entwicklung der Seitenwurzel beruht auf einer begrenzten Anzahl von Regeln, die Wachstum und Orientierung von Zellen ausmachen. Dass es dennoch zur Entwicklung einer charakteristischen Seitenwurzel kommt, ist dem in der Natur weit verbreiteten Prinzip der Selbstorganisation zu verdanken. Alexander Schmitz, Ko-Autor der Studie, erklärt den nicht-deterministischen Anteil damit, dass die Organentwicklung dadurch robuster wird: „So können die Wurzeln sich trotz unterschiedlicher Anordnung der Zellen und mechanischer Gegebenheiten des umgebenden Gewebes flexibel und dennoch kontrolliert entwickeln.“

Publikation: Daniel von Wangenheim, Jens Fangerau, Alexander Schmitz, Richard S. Smith, Heike Leitte, Ernst H.K. Stelzer, Alexis Maizel: Rules and self-organizing properties of post-embryonic plant organ cell division patterns, in: Current Biology, 28.1.2016, DOI: doi:10.1016/j.cub.2015.12.047

Online-Publikation: http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2015.12.047

Video auf YouTube: https://youtu.be/OffLqVUI8hE

Informationen: Prof. Dr. Ernst H. K. Stelzer, Alexander Schmitz, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547,-42551, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de alexander.schmitz@physikalischebiologie.de

Forschung

Jan 29 2016
16:35

Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt drei weitere Fachinformationsdienste an der Universitätsbibliothek Frankfurt

DFG-Fördermittel in Höhe von 1,8 Mio für Bibliothek

FRANKFURT. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit dem 1. Januar 2016 drei weitere Fachinformationsdienste an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main. Mit Fördermitteln von über 1,8 Mio EUR werden in den nächsten drei Jahren die Fachinformationsdienste „Afrikastudien“, „Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft“ und „Jüdische Studien“ aufgebaut. Die Fachinformationsdienste setzen durch innovative informationstechnologische Entwicklungen moderne Akzente und führen gleichzeitig die langjährige Tradition der Frankfurter Sammelschwerpunkte fort. Alle drei Projekte haben in enger Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der jeweiligen Fachcommunity und den jeweiligen Fachgesellschaften die fachlichen Bedürfnisse und Erwartungen an eine forschungsnahe Infrastruktur vorab analysiert und die dazu passenden Dienstleistungen entwickelt.

Der „Fachinformationsdienst Afrikastudien“ sammelt schwer zugängliche Veröffentlichungen aus afrikanischen Staaten. Dies ermöglicht eine gleichberechtigte Forschung mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Afrika auf Augenhöhe, verbessert die Rezeptionschancen für die afrikanische Wissenschaft und stellt empirische Informationen insbesondere im Bereich der statistischen Daten auf eine bessere Grundlage. Außerdem soll ein zentrales Beratungs- und Unterstützungsangebot für infrastrukturelle Fragen gerade für die zum Teil kleinen Universitätsinstitute in Deutschland entwickelt werden. Die Vernetzung der verteilt vorhandenen Kompetenzen trägt zur Optimierung der Informationsinfrastruktur der Afrikastudien in Deutschland bei.

Der „Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft“ wird ein neues zentrales Webportal "avldigital.de" zum systematischen Nachweis der Fachliteratur und ein fachspezifisches Repositorium aufbauen. Zusätzlich werden Dienste für das elektronische Publizieren von Open-Access-Zeitschriften implementiert. Den quer zu den philologischen Disziplinen verlaufenden Interessen der Komparatistik kommt ein nutzerorientierter Erwerbungsdienst entgegen. Zur Umsetzung des Vorhabens konnten einschlägige Partner, wie die Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin und die Arbeitsstelle für Theorie der Literatur an der Universität Göttingen gewonnen werden.

Der „Fachinformationsdienst Jüdische Studien“ wird neben einem fachlich passgenauen Bestandsaufbau vor allem ein Verfahren zur Retrokonversion transliterierter Titel in die hebräische Originalschrift entwickeln und damit das Suchen dieser Fachliteratur erheblich vereinfachen. In Kooperation mit Prof. Eckert von der Hochschule der Medien in Stuttgart wird die sehr umfangreiche Digitale Sammlung Judaica  mit Metadaten aus fachspezifischen Nachschlagewerken  angereichert und als Linked Open Data bereitgestellt. Zusammen mit der ULB Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) wird ein indexbasiertes, bestandsübergreifendes Nachweis- und Recherchetool zum Spezialthema Israel/Palästina aufgebaut, welches erstmals hebräische und arabische Literaturbestände zusammenführt.

Bereits im letzten Jahr wurde mit der Einrichtung des Fachinformationsdienstes Darstellende Kunst begonnen. Mit der Überführung von nun vier Sondersammelgebieten in Fachinformationsdienste ist eine weitere Etappe in der mehrjährigen Umstrukturierung der DFG-geförderten überregionalen Literaturversorgung  erreicht.

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg bietet nicht nur der Goethe-Universität und der Stadt Frankfurt eine hervorragende Infrastruktur im Bereich des Wissens: Unikale historische Beständen, die Sammlung der in Deutschland und in deutscher Sprache erschienenen Drucke für den Zeitraum 1801-1870 und gerade die seit dem zweiten Weltkrieg kontinuierlich von der DFG erst als Sondersammelgebiete, jetzt zum Teil als Fachinformationsdienste geförderten Spezialsammlungen begründen den europäischem Rang und die internationale Bedeutung der Frankfurter Universitätsbibliothek.

Übersicht der Projekte: http://www.ub.uni-frankfurt.de/projekte/

Kontakt: Dr. Heiner Schnelling, Direktor Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg. Tel. (069) 798 39 230; h.schnelling@ub.uni-frankfurt.de

Forschung

Jan 29 2016
11:58

Fluoreszierende Proteinmarker unter Hochdruck eingeschleust

Leuchtsignale aus der lebenden Zelle

FRANKFURT.Bestimmte Proteine in der Zelle aufzuspüren, gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Um Proteine orten und ihre Funktion in der lebenden Zelle entschlüsseln zu können, versuchen Forscher, sie mit fluoreszierenden Molekülen zu markieren. Doch diese lassen sich oft nicht in genügender Anzahl einschleusen. Eine Forschergruppe der Goethe Universität fand jetzt in Kooperation mit amerikanischen Kollegen eine Lösung für dieses Problem. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Communications berichten sie über ein Verfahren, mit dem sie chemische Sonden unter Druck fein dosiert in lebende Zellen einschleusen können.

„Obwohl immer mehr Proteinmarkierungsmethoden synthetische Fluoreszenzfarbstoffe nutzen, leiden diese oft unter Problemen wie Zellpermeabilität und geringer Markierungseffizienz. Auch kann man sie nur eingeschränkt mit anderen Proteinmarkierungsmethoden verwenden“, erklärt Dr. Ralph Wieneke vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität.

Die Arbeitsgruppe um Wieneke und Prof. Robert Tampé hat schon vor längerer Zeit einen Marker entwickelt, der ausgewählte Proteine mit einer  Präzision von wenigen Nanometern in der Zelle lokalisiert. Es handelt sich um ein hochspezifisches Schlüssel-Schloss-Paar, bestehend aus dem kleinen synthetischen Molekül trisNTA und einem genetisch codierten His-tag.

Um diesen Proteinmarker in die Zellen zu schleusen, verwendeten die Frankfurter Forscher zusammen mit Kollegen des Massachussetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA, ein Verfahren, bei dem der Marker zusammen mit den Zellen in Lösung schwimmt. Diese wird dann durch verengte Kanäle gepresst (cell squeezing). Unter dem Druck nehmen die Zellen die fluoreszierenden Sonden mit einer Effizienz von über 80 Prozent auf.  Das Hochdurchsatz-Verfahren erlaubt es, eine Million Zellen pro Sekunde durch die künstliche Kapillare zu pressen.

Da der Marker in hohem Maße spezifisch an die gewünschten Proteine bindet und sich seine Konzentration in der Zelle präzise regulieren ließ, konnten die Forscher hochauflösende mikroskopische Bilder von lebenden Zellen aufnehmen. Zudem konnten sie den Marker erst an sein Zielmolekül binden lassen, wenn es durch Licht aktiviert wurde. So lassen sich zelluläre Prozesse nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich präzise verfolgen.

Die Forscher konnten ihre Markierungsmethode in lebenden Zellen sogar mit anderen Proteinmarkierungsmethoden kombinieren. So wird es möglich, gleichzeitig mehrere Proteine in Echtzeit zu beobachten. „Wir konnten eine Vielzahl an fluoreszenzmarkierten trisNTAs mittels cell squeezing in Zellen einschleusen. Damit erweitern sich die Möglichkeiten der konventionellen und der hochauflösenden Lebendzellmikroskopie ungemein“, erklärt Prof. Robert Tampé. Zukünftig wird man dynamische Prozesse in lebenden Zellen mit höchster Auslösung in Zeit und Raum verfolgen können.

Ein Foto zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Mit Hilfe des Schlüssel-Schloss-Prinzips lässt sich selektiv das Kernhüllenprotein Lamin A mit der fluoreszenzmarkierten Sonde trisNTA (grün) anfärben. Simultan können in der gleichen Zelle durch orthogonale Markierungsmethoden weitere Proteine visualisiert werden (Histon2B in mangenta; Lysosomen in blau; Mikrotubuli in rot).

Publikation: Alina Kollmannsperger, Armon Sharei, Anika Raulf, Mike Heilemann, Robert Langer, Klavs F. Jensen, Ralph Wieneke & Robert Tampé: Live-cell protein labelling with nanometre precision by cell squeezing, in: Nature Communications, 7:10372,

DOI: 10.1038/ncomms10372

www.nature.com/naturecommunications

Informationen: Dr. Ralph Wieneke, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29477, wieneke@em.uni-frankfurt.de.

Forschung

Jan 29 2016
11:56

Quantenkritischer Punkt könnte Ursache für Hochtemperatur-Supraleitung sein

Unkonventionelle Supraleitung nah am absoluten Nullpunkt

FRANKFURT. Einen wichtigen Mechanismus für die Supraleitung haben Forscher der Goethe-Universität in einem metallischen Material aus Ytterbium, Rhodium und Silizium entdeckt. Wie Cornelius Krellner und Mitarbeiter in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Science“ berichten, wird das zugrunde liegende Konzept des quantenkritischen Punktes bereits seit Langem auch als Mechanismus für die Hochtemperatur-Supraleitung diskutiert. Insofern stellt dessen Bestätigung in YbRh2Si2 nach 10 Jahren aufwändiger Messungen einen Meilenstein für die Grundlagenforschung dar. Praktische Relevanz wird das Material aufgrund seiner extrem tiefen Sprungtemperatur von zwei tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt nicht haben.

„Entscheidend für die Materialeigenschaften sind die Ytterbium-Atome, da diese magnetisch sind – und zwar aus einem besonders faszinierenden Grund“, erklärt Prof. Krellner vom Physikalischen Institut der Goethe-Universität. Der Übergang in den magnetisch geordneten Zustand (Phasenübergang) findet nämlich bei so tiefen Temperaturen statt, dass Temperatur bedingte Bewegungen der winzigen atomaren Magnete keine Rolle mehr spielen. Das unterscheidet diesen Phasenübergang von allen anderen bekannten Übergängen, beispielsweise das Erstarren von Wasser zu Eis. Bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad) dominieren Quantenfluktuationen. Diese sind so stark, dass die Natur versucht, alternative geordnete Grundzustände einzunehmen.

Supraleitung ist ein möglicher kollektiver Zustand, der an einem quantenkritischen Punkt auftauchen kann. „Nachdem wir ihn in YbRh2Si2 entdeckt haben, können wir zeigen, dass unkonventionelle Supraleitung an einem quantenkritischen Punkt ein genereller Mechanismus ist“, erklärt Krellner. Die aufwendigen Tieftemperatur-Messungen entstanden in Kooperation mit dem Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung in Garching.

Cornelius Krellner beschäftigte sich bereits vor 10 Jahren während seiner Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden mit YbRh2Si2. Damals züchtete er Einkristalle der Verbindung. Deren Qualität und Größe waren entscheidend, um die Materialeigenschaften überhaupt messen zu können. „Als wir die ersten Hinweise auf Supraleitung sahen, waren wir alle sehr enthusiastisch, und ich habe alles daran gesetzt, noch bessere und größere Einkristalle zu züchten“, erinnert sich Krellner, der seit  2012 das Kristall- und Materiallabor der Goethe-Universität leitet. Dass es dann noch so lange gedauert hat, bis der endgültige Beweis für unkonventionelle Supraleitung erbracht war, lag daran, dass die Messungen extrem zeitaufwendig sind. Weiterhin war es notwendig, die Supraleitung mit verschiedenen Messmethoden zu untersuchen, um zu zeigen, dass es sich tatsächlich um unkonventionelle Supraleitung handelt.

Für die Kristallzüchtung wendet die Arbeitsgruppe von Krellner ein besonderes Verfahren an. Es verhindert, dass Ytterbium bei den benötigten hohen Temperaturen von 1500 Grad Celsius verdampft. „Wir sind momentan die einzigen in Europa, die in der Lage sind, Einkristalle von YbRh2Si2 herzustellen“, sagt Krellner nicht ohne Stolz. In den nächsten Jahren möchte er mit Kollegen die magnetische Ordnung oberhalb der Supraleitung untersuchen. Auch die Supraleitung selbst werden Physiker in den nächsten Jahren noch umfassend unter die Lupe nehmen – eine Aufgabe, die dank der reinen und großen Einkristalle aus der AG Krellner erleichtert wird.

Publikation: E. Schuberth et al., Emergence of Heavy-Electron Superconductivity by the Ordering of Nuclear Spins. Science (2016). http://science.sciencemag.org/cgi/doi/10.1126/science.aaa9733

Informationen: Prof. Dr. Cornelius Krellner, Physikalisches Institut, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47295, krellner@physik.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jan 29 2016
08:53

JOB-MESSE für angehende Pädagoginnen und Pädagogen auf dem Campus Westend

Zum 4. Mal „Der pädagogischen Praxis auf der Spur“

FRANKFURT. Studierende, Absolventen und bereits erfahrene Pädagogen können auf der JOB-MESSE wieder mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Die ausstellenden Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen haben wiederum die Chance sich zu präsentieren und potentielle neue Mitarbeiter kennen zu lernen. Parallel gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und vielfältigenInformationen zu Berufsmöglichkeiten, Weiterbildungen und Jobperspektiven sowie ein individuelles Beratungsangebot zu Bewerbung und beruflicher Orientierung.

JOB-MESSE am Freitag, 29.01.16, von 10.00-16.00 Uhr, im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend.

Veranstalter der JOB-MESSE sind der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität, das Paritätische Bildungswerk Hessen e.V. sowie der Career Service der Goethe-Universität.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.jobmessen.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 29 2016
08:51

Und der Gesellschaft dadurch sogar schaden? Diese Frage diskutiert am 1. Februar die Frankfurter Bürger-Universität

Kann man ehrenamtlich zu engagiert sein?

FRANKFURT. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, Frankfurter Bürger sind sehr engagiert. Rund 500 Stiftungen sind in der Mainmetropole ansässig, 60.000 Frankfurter üben ein Ehrenamt aus. Hinzu kommen 1.400 Vereine mit 350.000 Mitgliedern. Engagement – insbesondere freiwilliges ehrenamtliches – hat in Frankfurt eine lange Tradition. Woraus ist dieses entstanden und welche Entwicklungen sind für die Zukunft vorstellbar? Inwieweit profitiert die Stadt davon?

Und kann man sich vielleicht auch zu viel engagieren, zum Beispiel dann, wenn das Ehrenamt immer häufiger dazu dient, öffentliche Aufgaben zu ersetzen? Droht hier eine schleichende Privatisierung staatlicher und kommunaler Aufgaben, da die öffentlichen Haushalte oft keine finanziellen Spielräume mehr bieten?

Solche und weitere Fragen stehen am 1. Februar im Mittelpunkt der letzten Veranstaltung der Frankfurter Bürger-Universität im laufenden Wintersemester. Auf dem Podium diskutieren: Prof. Tim Engartner (Goethe-Universität), Dr. Roland Kaehlbrandt (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Prof. Ralf Roth (Goethe-Universität). Die Moderation übernimmt Petra Boberg (hr-iNFO).

Veranstaltungsort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei. Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.

Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de. Bestellung von Programmheften bitte an Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jan 26 2016
13:35

Kindheitsforscherin der Goethe-Universität wird im Experten-Gremium sexualisierte Gewalt an Kindern aufarbeiten

Sabine Andresen übernimmt Vorsitz der Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch

FRANKFURT. Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes Wilhelm Rörig, hat sieben Mitglieder für die unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch berufen. Prof. Dr. Sabine Andresen, Kindheitsforscherin an der Goethe-Universität, übernimmt den Vorsitz der Kommission. Erstmals kann eine auf nationaler Ebene angesiedelte unabhängige Kommission sexualisierte Gewalt an Kindern in Deutschland umfassend aufarbeiten.

Das Gremium will noch im Januar seine Arbeit aufnehmen und im Mai sein Arbeitsprogramm vorstellen. Das Gremium kann auch Forschungsaufträge vergeben. Die Tätigkeit der Kommission, die über ein jährliches Budget von 1,4 Millionen Euro verfügt, ist zunächst bis März 2019 befristet. „Mit der Kommission ergibt sich die große und auch international einzigartige Chance, die Dimensionen des sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien und Institutionen aufzudecken und so einen Beitrag auch für Kinder und Jugendliche heute zu leisten“, sagte Andresen.

Weitere Informationen unter www.beauftragter-missbrauch.de

Veranstaltungen

Jan 26 2016
13:32

Neues GRADE Centre Education unterstützt junge Wissenschaftler bei Forschungsprojekten zu Bildung, Erziehung und Didaktik

Medien-Einladung: Qualifizierung und Vernetzung für Forschungsnachwuchs

FRANKFURT. Das GRADE Centre Education lädt ein zur feierlichen Gründungsveranstaltung am Donnerstag, 28. Januar 2016, ab 11.30 Uhr im Gästehaus der Goethe-Universität Frankfurt, Frauenlobstraße 1. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Tim Engartner (Sprecher des GRADE Centre Education), PD Dr. Heike Zimmermann-Timm (Geschäftsführerin der GRADE Goethe Graduate Academy) und Prof. Dr. Tanja Brühl (Uni-Vizepräsidentin) folgen drei wissenschaftliche Beiträge zu Fragen der Schul- und Unterrichtsforschung. PD Dr. Jörg Dinkelaker (Frankfurt am Main), Prof. Dr. Christine Pauli (Fribourg) und Prof. Dr. Mirjam Steffensky (Kiel) beleuchten in ihren Vorträgen, mit welchen Methoden per Video aufgezeichneter Unterricht analysiert werden kann. Ferner berichten sie darüber, wie Unterrichtsvideos bei der Ausbildung von Lehrpersonen wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Das GRADE Centre Education ist eins von neun disziplinübergreifenden Zentren, die an der Graduiertenakademie GRADE der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelt sind. Es dient der Vernetzung und Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftlern, die sich in ihren Projekten mit verschiedenen Bereichen von Bildung, Erziehung und Didaktik befassen. Durch thematisch und methodisch spezifizierte Gastvorträge, Workshops, Arbeitsgruppen und Konferenzen werden Promovierende und Post-Docs bei der Entwicklung und Bearbeitung ihrer Forschungsfragen unterstützt. Damit soll ein Beitrag zu innovativen, erfolgreichen und zeitgerecht abgeschlossenen Dissertationen und Habilitationen geleistet werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf methodische Angemessenheit, thematische Plausibilität und Anschlussfähigkeit an den aktuellen Forschungsstand gelegt.

Ein spezieller thematischer Fokus liegt derzeit auf Fragestellungen zur videobasierten Unterrichtsforschung und Professionalisierung von Lehrpersonen, wie sie aktuell etwa im Frankfurter Projekt „Lehrerbildung vernetzt entwickeln“ (LEVEL) bearbeitet werden. Dazu bietet das GRADE Centre Education ab dem Sommersemester eine Vortragsreihe an, wozu renommierte Fachexperten aus den Bildungswissenschaften eingeladen werden.

Das „GRADE Centre Education“ wird als Teil des Projekts „LEVEL“ im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie aus zentralen Mitteln der Goethe-Universität gefördert.

Weitere Informationen: Dr. Matthias Herrle, Koordinator des GRADE Centre Education.
Tel. (069) 79823307, herrle@em.uni-frankfurt.de

Ute Schorradt, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) Öffentlichkeitsarbeit. Tel. (069) 79825114, schorradt@em.uni-frankfurt.de