​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

Sonstige

Feb 3 2017
11:58

Ein Fach mit wachsender gesellschaftlicher Relevanz: Porträt des Bachelor-Studienganges Ethnologie im neuen UniReport

Die Welt im Blick

FRANKFURT. Von einem ‚Orchideenfach‘ kann man angesichts von 1.700 Studierenden gewiss nicht (mehr) sprechen: Der Bachelor-Studiengang Ethnologie an der Goethe-Universität erfreut sich einer großen Beliebtheit. Und das hat offensichtlich in ganz erheblichem Maße mit seiner wachsenden gesellschaftlichen Relevanz zu tun: Das früher eher historisch ausgerichtete Fach hat sich aktuellen Fragen zugewandt. In einer globalisierten Welt, vor allem in pluralistischen Einwanderungsgesellschaften, wird zunehmend kulturelles Wissen benötigt, um „Reibungsverluste“ zu vermeiden, wie Prof. Susanne Schröter, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie, im aktuellen UniReport betont.

Für das forschende Lernen, das im Fach großgeschrieben wird, müssen die Studierenden heute nicht unbedingt mehr in exotische Länder reisen: Denn interessantes Material für die Feldforschung finden sie mittlerweile auch in Frankfurter Schulen oder Flüchtlingsunterkünften. Auch das berufliche Anforderungsprofil verändert sich: Daher werden die Studierenden bereits im Bachelorstudiengang auf wichtige Kompetenzen wie beispielsweise Projektentwicklung und Projektmanagement vorbereitet.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Verkümmert das selbständige Denken? Biologie-Didaktiker Hans Peter Klein übt im neuen UniReport Kritik am Kompetenzbegriff des Bildungssystems.
  • Hessens jüngster Studi: Fabian Vogel hat sein Studium der Informatik an der Goethe-Universität mit 15 begonnen.
  • Vom selbstgebauten PC zum Supercomputer: Der Informatiker Prof. Volker Lindenstruth machte sein Hobby zum Beruf.
  • „Adorno war mein Held“: Der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Bassam Tibi über sein Frankfurter Studium bei Adorno, über Integration und über die Lage in seiner früheren Heimat Syrien. 
  • Das Phänomen Bob Dylan: Der Erziehungswissenschaftler Prof. Dieter Nittel unterzieht den frischgebackenen Nobelpreisträger einer „lernbiographischen Deutung“.
  • Die digitale Transformation aktiv gestalten: Ein neuer berufsbegleitender MBA an der Goethe Business School vermittelt Kompetenzen für die Herausforderungen des digitalen Zeitalters.
  • RiedbergTV: Ein studentisches Projekt bildet Fächer und Leben auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg ab.

Der UniReport 1/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter
www.uni-frankfurt.de/65279188 (pdf).

Veranstaltungen

Feb 3 2017
10:51

Vortrag von Prof. Melanie Wald-Fuhrmann im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“

„Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? –Theorien zum Ursprung der Musik"

FRANKFURT. Warum gibt es Musik? Und was ist Musik eigentlich? Schon in den Mythen und Legenden vieler Völker weltweit wurden diese Fragen aufgegriffen und auf oft erstaunlich ähnliche Weise beantwortet. „Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen“ – das ist der Titel eines Vortrag, den Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt, hält

am 8. Februar (Mittwoch) um 19.30 Uhr, im Hörsaal, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt-Straße 14.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“. Sie wird veranstaltet von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Dr. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Zur Erklärung vom Ursprung und Wesen der Musik gehört immer auch eine Bestimmung ihrer Funktionen. Die Funktionen, die am intensivsten als möglicher Ursprung der Musik diskutiert werden, sollen im Vortrag zur Sprache kommen. Dabei gilt es, Argumente und Erkenntnisse aus so verschiedenen Disziplinen wie Evolutionstheorie, Biologie, Sprachwissenschaft und Psychologie zusammenzutragen und gegeneinander abzuwägen.

Melanie Wald-Fuhrmann, geb. 1979, studierte Musikwissenschaft und Gräzistik in Rostock, Marburg, Salzburg und an der Freien Universität Berlin und wurde am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich promoviert. Ihre Dissertation wurde 2009 mit dem Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 2009 erfolgte ihre Habilitation zum Thema „Melancholie in der Instrumentalmusik um 1800“. Melanie Wald-Fuhrmann war 2010/11 Professorin für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck und lehrte dann an der Humboldt-Universität zu Berlin als Professorin für Musiksoziologie und historische Anthropologie der Musik. Seit 2013 leitet sie die Musik-Abteilung am neu gegründeten Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt.

In der Vortragsreihe berichteten international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Das ermöglicht ganz neue Antworten auf die große Frage nach dem, was uns ausmacht. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Weiterer Termin:

15. Februar 2017, Senckenberg-Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 19 Uhr
Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
„Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen“
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesprächspartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt
PD Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau
Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim

Die abschließende Podiumsdiskussion beginnt bereits um 19 Uhr und findet im Senckenberg Museum statt.

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Forschung

Feb 3 2017
09:50

Zellen verändern Größe und Füllung der Vesikel für Botenstoffe

Molekulare „Gangschaltung“ für Nervensignale

FRANKFURT. Nervenzellen kommunizieren über Botenstoffe, die in kleinen Bläschen (Vesikeln) portionsweise verpackt sind. Sie schütten dazu den Inhalt dieser Vesikel in den synaptischen Spalt aus, der sie vom Nachbarn trennt. Jetzt haben Forscher der Goethe Universität beim Fadenwurm entdeckt, dass die Vesikel auch unterschiedlich gefüllt sein können. Gesteuert wird die Füllmenge über den Signalstoff cAMP.

Wird ein Neuron elektrisch angeregt, verschmelzen die Vesikel mit der Zellmembran. So gelangen die Botenstoffe aus dem Inneren des Neurons in den synaptischen Spalt. Je nach Stärke des Signals kann die Nervenzelle mehr oder weniger Vesikel pro Zeit ausschütten. Das ist einem molekularen Gaspedal des Neurons vergleichbar.

„Was wir jetzt entdeckt haben, entspricht dagegen einer Gangschaltung: So wie man bei gleichem Gas in einem höheren Gang eine höhere Geschwindigkeit erreichen kann, löst die Nervenzelle eine stärkere neuronale Aktivität aus, indem sie die Vesikel bei gleichbleibender Anzahl mit mehr Botenstoffen füllt“, erklärt Prof. Alexander Gottschalk vom Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften der Goethe Universität.

Wie die Forschergruppe in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Current Biology“ berichtet, führt der intrazelluläre Signalstoff cyclo-AMP (cAMP) innerhalb der Nervenzellen zur Aktivierung der Neurotransmission. Sie fanden dies heraus, indem sie den Signalstoff  durch optogenetische Methoden in den Motorneuronen des Fadenwurms Caenorhabditis elegans vermehrt erzeugten. Dazu schleusten sie ein lichtaktiviertes Enzym, das cAMP bilden kann, spezifisch in die für Bewegung zuständigen Motorneurone des Wurms ein. Wurden die Tiere mit Licht einer bestimmten Frequenz bestrahlt, entstand mehr cAMP und die Fadenwürmer bewegten sich schneller.

Durch Elektrophysiologie konnten die Forscher nachweisen, dass cAMP die Verschmelzung von synaptischen Vesikeln mit der Membran der Nervenzelle anregt. Gleichzeitig nahm aber auch die Füllung der synaptischen Vesikel mit dem Transmitter Acetylcholin zu. Dies war mit einer elektronenmikroskopisch messbaren Vergrößerung der Vesikel verbunden. Die akute „Extrafüllung“ der Vesikel innerhalb weniger Sekunden wird durch weitere Botenstoffe, sogenannte Neuropeptide ausgelöst. Die optogenetisch stimulierten Neuronen schütten sie aus, um einen Gang höher zu schalten.

Die Forscher vermuten, dass dieser neue Mechanismus zur Kontrolle von Neurotransmission über Neuropeptide nicht nur im Bewegungsnervensystem von Fadenwürmern vorkommt, sondern auch bei Wirbeltieren oder sogar beim Menschen. Denn Neuropeptide werden auch in den Motorneuronen höherer Tiere gefunden - ihre Funktion ist bislang jedoch nur ungenügend bis gar nicht verstanden. Die Arbeitsgruppe von Alexander Gottschalk will nun untersuchen, ob der Mechanismus auch in Wirbeltieren wie Zebrafischen zum Tragen kommt.

Publikation: Wagner Steuer Costa, Szi-chieh Yu, Jana F. Liewald, Alexander Gottschalk: Fast cAMP Modulation of Neurotransmission via Neuropeptide Signals and Vesicle Loading, in: Current Biology, 2. Februar 2017, online; http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2016.12.055).

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/65276319

Bildtext: Dünnschnitt durch die Synapse eines Motorneurons des Fadenwurms Caenorhabditis elegans. Die synaptischen Vesikel (grün, rot) sind von der neuronalen Hüllmembran (orange) umgeben. Rote Vesikel sind fusionsfähig. Die blau markierten Vesikel enthalten Neuropeptide, mit denen die Zelle die Füllung der roten und grünen Vesikel kontrolliert. Copyright: Szi-chieh Yu und Wagner Steuer Costa, Goethe Universität.

Informationen: Prof. Alexander Gottschalk, Molekulare Zellbiologie und neuronale Biochemie, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS), Campus Riedberg, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42518; a.gottschalk@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Feb 2 2017
11:18

Goethe-Universität kooperiert mit dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA)

Auslandserfahrung für Lehramtsstudierende

Lehramtsstudierenden Praxisphasen im Ausland zu ermöglichen: Das ist Inhalt und Ziel der neuen Kooperation zwischen der Johann Wolfgang Goethe-Universität (GU) und dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA). Die Zusammenarbeit ermöglicht jährlich zahlreichen Lehramtsstudierenden der Goethe-Universität Schulpraktische Studien an einer der 140 anerkannten Deutschen Auslandsschulen weltweit zu absolvieren. Die Studierenden verbringen dabei mehrere Monate im Ausland.

Die Vorteile eines Schulpraktikums im Ausland beschränken sich nach Ansicht von Prof. Dr. Daniela Elsner, Direktorin für Internationalisierung der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL), nicht nur auf die Verbesserung von Sprachkompetenzen, sondern auch auf den Erwerb interkultureller Kompetenzen, welche vor dem Hintergrund zunehmend heterogener Lehr- und Lernkontexte von besonderer Bedeutung sind. „Lehrkräfte, die internationale Schulerfahrung bereits während ihres Studiums sammeln und diese reflektieren konnten, werden besser darauf vorbereitet sein, ihre Schülerinnen und Schüler auf die Chancen und möglichen Unsicherheiten einer globalisierten Gesellschaft vorzubereiten. Darüber hinaus können Lehrkräfte ihre eigenen Mobilitätserfahrungen in ihren Unterrichtsalltag einfließen lassen. Gemeinsam mit dem WDA wollen wir nun dieses Thema angehen und unseren Studierenden hervorragende Praktikumsplätze bieten“, betont Prof. Daniela Elsner.

WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel sieht in der Kooperation zwischen der Goethe-Universität (ABL) und demWDA einen dreifachen Gewinn – für die Studierenden, für die Deutschen Auslandsschulen und nicht zuletzt für das deutsche Bildungssystem. „Lehramtsstudierende können frühzeitig internationale und interkulturelle Erfahrung sammeln, die sie in ihre künftige Arbeit als Lehrerin oder Lehrer einbringen können. Die Deutschen Auslandsschulen leisten somit einen Beitrag zur Lehrerausbildung. Zugleich können sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber für Lehrkräfte aus Deutschland unter Beweis stellen."

Um die Internationalisierung der Lehrerbildung zu stärken und Lehramtsstudierende gezielt dabei zu unterstützen, ein Schulpraktikum, Praxissemester, Language Assistenz Programm oder eine Schulassistenz im Ausland zu absolvieren, hat die ABL erst kürzlich den Arbeitsbereich „International Teacher Education“ eingerichtet.

Über die ABL

Die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) ist die zentrale interdisziplinäre Einrichtung der Lehrerbildung an der Goethe-Universität. Davon ausgehend, dass hervorragend ausgebildete Lehrkräfte die tragenden Säulen des Bildungssystems darstellen, hat die ABL es sich zur  Aufgabe gemacht, Lehrangebote wissenschaftlich fundiert und konsequent theoriebasiert an den Erfordernissen der späteren beruflichen Tätigkeit auszurichten. Zugleich sollen fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschungsperspektiven eng miteinander verzahnt sowie Forschung und Lehre gemeinsam mit außeruniversitären Partnern in ein sich gegenseitig befruchtendes Verhältnis gerückt werden. Darüber wird der Internationalisierung der Lehrerbildung eine immer größere Bedeutung zugeschrieben und dies u.a. mit dem Ausbau der Praxisphasen im Ausland dokumentiert.

Über den Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA)

Der im Jahr 2003 gegründete Weltverband Deutscher Auslandsschulen vertritt die freien, gemeinnützigen Schulträger der Deutschen Auslandsschulen und fasst ihre Einzelstimmen zu einer starken Stimme zusammen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder bei ihren Aufgaben und fördert ihre Projekte mit gezielten Dienstleistungen. Der WDA vertritt die gemeinsamen Interessen gegenüber der Politik und den fördernden Stellen. Er ist Ansprechpartner der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und gestaltet diese zugleich aktiv mit. Der Weltverband hat 131 Mitglieder, davon 112 anerkannte Deutsche Auslandsschulen; rund 88 Prozent der Schüler Deutscher Auslandsschulen insgesamt besuchen WDA-Mitgliedsschulen.

Kontakt: Andreas Hänssig, International Teacher Education, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-23677; E-Mail: haenssig@em.uni-frankfurt.de

Weltverband Deutscher Auslandsschulen
Albrecht Wolfmeyer – Referent für Marketing und Kommunikation. Tel. (030) 280 449 21, E-Mail: presse@auslandsschulnetz.de

Hochschulpolitische Themen

Jan 31 2017
10:31

Private Förderinnen überreichten Goethe-Universität großzügigen Betrag

Spende für Projekt „Start ins Deutsche – Studierende unterrichten Flüchtlinge“

FRANKFURT. Katherine Fürstenberg-Raettig, Sigrid Bauschert und Verena von Tresckow-Bronke sind  private Förderinnen und Mitglieder des Frankfurter Frauenbeirats der HypoVereinsbank. Heute überreichten sie beim Besuch der Goethe-Universität der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Tanja Brühl, für das Projekt „Start ins Deutsche“ eine Spende in Höhe von 40.000 Euro „Unser Projekt wird seit dem Beginn 2015 allein durch Spenden finanziert“, freute sich  Tanja Brühl als Schirmherrin des Projekts, „deshalb ermöglicht diese weitere Förderung, eine intensive Schulung für Studierende zu organisieren und zusätzliche Deutschkurse für Flüchtlinge durch Studierende anzubieten.“

Der Frauenbeirat organisiert u.a. einen regelmäßigen Roundtable zu Projekten und Initiativen in der Frankfurter Flüchtlingsarbeit. Verena von Tresckow-Bronke unterstützt mit ihrer Stiftung Junge Weltbürger als aktiver Projektpartner und erläutert: „Wir möchten gerne mit unserer Förderung Projekte unterstützen, die den Menschen beim Ankommen und bei der Orientierung helfen, insbesondere die Frauenkurse sind dabei ein wichtiges Element.“

Das Projekt „Start ins Deutsche – Studierende unterrichten Flüchtlinge“ koordiniert seit Ende Dezember 2015 ehrenamtliche Deutschkurse von Studierenden für Flüchtlinge. Dazu werden Studierende geschult, um Deutschunterricht in Teams an verschiedenen Standorten zu halten. Um die Studierenden optimal zu unterstützen, begleitet das Frankfurter Psychoanalytische Institut e. V. diese mit regelmäßig stattfindenden professionellen Supervisionen.

Unterstützt wird das Projekt darüber hinaus von Förderern wie der Aventis Foundation, der MainFirst Bank, der HypoVereinsbank, der Start-Stiftung, dem Rotary Club Palmengarten Frankfurt und privaten Spenden wie Herrn Steubing sowie dem Collegium Musicum. Dadurch konnte das Projekt bereits in die dritte Phase (Oktober 2016 – März 2017) starten. Bereits mehr als 450 Flüchtlinge wurden seit Anfang des Jahres über das Projekt erreicht und die Nachfrage steigt.

Weitere Informationen: Dr. Kirsten Iden, Projektkoordination, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798- 12485. iden@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 27 2017
11:12

In seiner Abschiedsvorlesung nimmt Politologe Prof. Harald Müller aktuelle Entwicklungen in den Blick

„Das Hirn, Politik, Krieg und Frieden“ zum Schluss

FRANKFURT. Welche Relevanz haben aktuelle Erkenntnisse der Hirn- und Evolutionsforschung für die Politikwissenschaft und insbesondere für die Friedens- und Konfliktforschung? Mit dieser Frage befasst sich Prof. Harald Müller bei seiner Abschiedsvorlesung. Sie trägt den Titel „Das Hirn, Politik, Krieg und Frieden – unsortierte Gedanken zu einer wissenschaftlichen Revolution“. Die öffentliche Veranstaltung findet statt

am Montag (30. Januar) um 16 Uhr
am Campus Westend, Casinogebäude,
Raum 1.801 (Renate-von-Metzler-Saal).

In seinem Vortrag greift Müller die jüngsten Entwicklungen in der globalen Politik auf: das Wiedererstarken von Nationalismus und die Rückkehr von Rivalitäten zwischen den Großmächten sowie die Zuspitzung von Inklusions-Exklusions-Dynamiken durch den Aufstieg des Populismus. Er analysiert, was die Spannungen zwischen Staaten weiter wachsen lässt und die internationale Zusammenarbeit gefährdet. Können in diesem Zusammenhang die neueren Erkenntnisse der Hirn- und Evolutionsforschung für die Politikwissenschaft und Friedens- und Konfliktforschung nutzbar gemacht werden? Der renommierte Forscher kommt zu überraschenden Antworten.

Harald Müller (Jahrgang 1949) ist seiner Alma Mater, der Goethe-Universität, seit seinen Studientagen verbunden geblieben. Nach Abschluss seines Studiums 1975 arbeitete er an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und promovierte 1981 am Institut für Politikwissenschaft. Der Forscher Harald Müller ist als international ausgewiesener Experte für Rüstungskontrolle und Sicherheitspolitik bekannt geworden, u.a. mit Beratungstätigkeiten für die Bundesregierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Nach Stationen in Bologna und Brüssel kehrte er an die HSFK zurück und wurde dort 1996 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Seit 1999 lehrt und forscht der Experte für Abrüstungspolitik als Professor für Internationale Beziehungen wieder an seiner Alma Mater und ist hier u.a. Direktoriumsmitglied des Excellenzclusters Normative Orders.

Das Frankfurter Institut für Politikwissenschaft ist das größte politikwissenschaftliche Institut in Deutschland. Es zeichnet sich durch eine in Deutschland einzigartige Verbindung von wissenschaftlichem Pluralismus und Exzellenz in der Forschung aus. Der Kooperation mit der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und der Beteiligung am Exzellenzcluster „Normative Orders“ kommt besondere Bedeutung zu. In der Lehre bietet das Institut ein vielfältiges und differenziertes Studienangebot mit hohem Forschungsbezug. Mit der TU Darmstadt bestehen gemeinsame Masterprogramme in der Politischen Theorie und in der Friedens- und Konfliktforschung.

Informationen: Henni Appell, Institut für Politikwissenschaft, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, Telefon 069 798-36643, appell@soz.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 25 2017
13:05

Öffentliche Diskussion mit Experten auf dem Campus Westend

Krise der linken Regierungen Lateinamerikas – wie geht es weiter?

FRANKFURT. Die progressiv linken Regierungen Lateinamerikas sind in einer tiefen Krise. Und wie geht es jetzt weiter? Mit diesem Thema beschäftigt sich eine öffentliche Veranstaltung des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften

am Donnerstag (26. Januar) um 18 Uhr im Hörsaalzentrum (HZ 15), Campus Westend.

In Brasilien wurde die Linke Dilma Rousseff im vergangenen Sommer abgesetzt, der liberal-konservative Michel Temer übernahm das Präsidentenamt. Die Argentinier wählten 2016 Cristina Kirchner ab, und ihr folgte der Konservative Maurico Marci. Auch in Venezuela, Ecuador und Bolivien steigt der Druck auf die linken Regierungen. Damit scheint der Neoliberalismus wieder auf dem Vormarsch.

Über diese Entwicklung diskutieren Antonio Martins, Gründer und Redakteur des brasilianischen Nachrichten- und Debattenportals Outras Palavras (Andere Worte) aus São Paulo, und Dr. Stefan Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen an der Universität Kassel.

Veranstalter sind der Schwerpunkt Entwicklungs- und Geschlechterforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität gemeinsam mit der Hilfsorganisation „medico international“ und dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen (EPN Hessen).

Informationen: Dr. Felix Hauf, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft,, Tel. (069) 798-36649, E-Mail: hauf@soz.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Jan 24 2017
15:09

Zusammenarbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich Accounting/Rechnungswesen

Goethe-Universität kooperiert mit Karl-Franzens-Universität Graz

FRANKFURT. Die Goethe-Universität und die Universität Graz ziehen bei Nachwuchsförderung ab sofort an einem Strang: Die Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Hochschulen für das Fachgebiet Accounting/Rechnungswesen, die gestern in Graz unterzeichnet wurde, sieht eine Zusammenarbeit in der Doktorandenausbildung und einen Austausch von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern vor. Angedacht sind gemeinsame Konferenzen, Projekte und Workshops.Seitens der Goethe-Universität ist die Kooperation beim Fachbereich 02 - Wirtschaftswissenschaften angesiedelt, seitens der Universität Graz beim Center for Accounting Research.

„Wir freuen uns, dass die Goethe-Universität nun gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften Perspektiven für eine fruchtbare Zusammenarbeit und Vernetzung bieten kann. Die Kooperation fördert auch Auslandsaufenthalte der jungen Forscher und stärkt damit zugleich die internationale Sichtbarkeit der beiden beteiligten Hochschulen“, betonte Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität nach der Unterzeichnung.

Dr. Peter Riedler, Vizerektor der Universität Graz, ergänzte: „Durch diesen neuen interuniversitären Schulterschluss baut die Universität Graz ihr international ausgerichtetes Forschungsnetzwerk noch weiter aus. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Doktoratsprogramm DART tauschen nicht nur Gedanken und Wissen mit Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe aus, sondern bekommen auch die Möglichkeit, neue und interessante Kontakte mit weltweiten Partnern aus ihrem Fachgebiet nachhaltig zu knüpfen.“

Der Grundstein für die enge Zusammenarbeit zwischen Graz und Frankfurt wurde bereits im Herbst 2016 durch den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier gelegt. Bouffier besuchte auf Einladung des Landes Steiermark gemeinsam mit Landesrat Christopher Drexler die Karl-Franzens-Universität. Inhalt des Arbeitsbesuches auf politischer Ebene war unter anderem die Kooperation beider Bundesländer in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Die frisch unterzeichnete Vereinbarung ist ein erstes nachhaltiges Ergebnis dieses Besuches.   

Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung vor Ort war auch Hessens Finanzstaatssekretärin Dr. Bernadette Weyland: „Ich freue mich, dass die Goethe-Universität und die Karl-Franzens-Universität Graz näher zusammen rücken und in Zukunft in den Wirtschaftswissenschaften enger kooperieren werden. Der Austausch untereinander, das Lernen voneinander und das gemeinsame Verfolgen von Zielen bringen uns nicht nur im Alltag, sondern natürlich auch in der Wissenschaft voran. Für die Goethe-Universität sind Kooperationen wie diese auch eine Gelegenheit, ihren guten Ruf und den ihrer exzellenten Forscher weiter in die Welt zu tragen. Das tut dem Wissenschaftsstandort Frankfurt gut.“

Die Universität Graz ist die größte Universität der Steiermark und nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs; sie wurde 1585 gegründet.

Kontakt: Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, Tel. (069) 798 17257; niesel@pvw.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jan 24 2017
11:16

Frankfurter Stifterin mit 102 Jahren verstorben

Goethe-Universität trauert um Dagmar Westberg

FRANKFURT. Sie war eine große Persönlichkeit, eine großzügige Stifterin von Forschung und Kultur und ein gern gesehener Gast auf zahlreichen Veranstaltungen der Goethe-Universität: Dagmar Westberg, die erst im vergangenen Dezember ihren 102. Geburtstag feiern konnte, ist am Wochenende verstorben. „Wir sind sehr traurig! Dagmar Westberg hat sich auf ausgesprochen sympathische Weise für Forschung und Wissenschaft an der Goethe-Universität engagiert. Besonders die Geisteswissenschaften lagen ihr sehr am Herzen, hier hat sie viel bewegt. Sie war der Universität eine treue Wegbegleiterin. Wir werden Dagmar Westberg vermissen“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff.

Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskolleg Humanwissenschaften, beschreibt das Engagement von Dagmar Westberg: „Wir verdanken Frau Westberg die Errichtung der Dagmar Westberg-Gastprofessur am Campus Westend und des Historischen Kollegs im Rahmen des Forschungskollegs Humanwissenschaften. Mit beiden Einrichtungen hat Frau Westberg die Forschungen der Goethe-Universität nachhaltig unterstützt und auf diesem Weg mit dazu beigetragen, dass die Goethe-Universität heute zu den weltweit führenden und international anerkannten Universitäten auf dem Gebiet der Geistes- und Kulturwissenschaften zählt.“

2010 wurde erstmals an der Goethe-Universität der Dagmar Westberg-Preis verliehen, der jährlich herausragende geisteswissenschaftliche Abschlussarbeiten honoriert, die einen Bezug zu Großbritannien haben. Mit dem zusätzlich eingerichteten Dagmar Westberg-Universitätsfonds sollen wissenschaftliche Studien zur britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Goethe-Universität vorangetrieben werden. Beides wird von der Deutsch-Britischen-Gesellschaft, deren Ehrenmitglied Dagmar Westberg ist, zusammen mit der Goethe-Universität verantwortet.

5. Dagmar-Westberg-Vorlesung: Der renommierte amerikanische Wissenschaftler Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University, hält in dieser Woche drei öffentliche Vorträge an der Goethe-Universität zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“. Am heutigen Dienstag (24.01.) und am Mittwoch (25.01.) spricht Grafton um 18.00 Uhr im Hörsaalzentrum, HZ 3, auf dem Campus Westend.

Veranstaltungen

Jan 23 2017
13:24

Prof. Frank Brenker diskutiert mit weltweit führenden Experten über die Zukunft der Weltraumforschung

Frankfurter Geowissenschaftler ins NASA-Hauptquartier eingeladen

FRANKFURT. Weltraumforschung im Jahr 2050: Tiefbohrungen auf dem Mars, Bakteriensuche in extraterrestrischen Eisproben, U-Boote erkunden die Ozeane unter dem Eis der Jupitermonde. Dies sind nur ein paar Ideen, über die weltweit führende Experten der Weltraumforschung auf Einladung der NASA Ende Februar in Washington diskutieren werden. Prof. Frank Brenker, Geowissenschaftler an der Goethe-Universität, wird bei dem Treffen seine eigene Vision vorstellen. Er möchte Proben von Eiskernen auf dem Mars, Kometen und Monden gewinnen und auf der Erde untersuchen.

„Zwar werden die Messinstrumente in unbemannten Missionen immer besser und genauer, aber wenn man Proben aus dem All wirklich alle Geheimnisse entlocken will, muss man sie auf der Erde untersuchen“, weiß Frank Brenker. Nach den Mondmissionen in den 1960er und 70er Jahren vergingen viele Jahrzehnte, bis es wieder gelang, Probenmaterial von einem anderen Himmelskörper auf die Erde zu bringen. Vor fast genau elf Jahren gelang es der NASA in einer einzigartigen Mission, den Kometen Wild 2 zu beproben. Ein paar Jahre später konnte die japanische Weltraumbehörde JAXA nach einigen Komplikationen Material vom Asteroiden Itokawa auf die Erde bringen. Und zurzeit sind gleich zwei Raumsonden – OSIRIS-REx (NASA) und Hayabusa 2 (JAXA) – auf dem Weg, Probenmaterial für den Rücktransport zu sammeln.

Kostbare Fracht in Eiskernen
Die von Frank Brenker vorgeschlagenen Untersuchungen von Eiskernen würden ein völlig neues Kapitel der Messungen an extraterrestrischen Proben eröffnen. Auf der Erde dienen Kernbohrungen in den Eisschilden schon lange als eines der wichtigsten Klimaarchive. Das eingeschlossene, meist pflanzliche Material lässt Rückschlüsse auf die Vegetation früherer Perioden der Erdgeschichte zu. In den Proben von extraterrestrischen Objekten könnten Staub-Einlagerungen von unschätzbarem Wert sein. Auch die Relikte von Lebensformen wären im Eis konserviert. „Deshalb ist es immens wichtig, entsprechende Quarantäne-Vorbereitungen zu treffen, bevor die Proben auf der Erde untersucht werden. Neben der eigentlichen Probennahme ist dies ein zentrales Entwicklungsziel“, erläutert Brenker.

Mit Supermikroskopen auf der Suche nach den Grundlagen des Lebens
Um das kostbare Material zu erhalten, ist eine lückenlose Kühlkette wichtig. Prof. Brenker und seine Kollegen erproben dies bereits an Eisproben aus der Antarktis. Mit belgischen und neuseeländischen Kollegen entwickelt er Verfahren an Supermikroskopen, die eine dreidimensionale berührungsfreie Untersuchung der Proben erlauben. Diese Supermikroskope arbeiten mit Synchrotron- (Energie reicher Röntgenstrahlung) oder Neutronen-Strahlung und erlauben eine zerstörungsfreie Untersuchung der chemischen Zusammensetzung und Struktur der Materie.

NASA Workshop
Frank Brenker ist schon sehr gespannt auf die Vorschläge seiner Kollegen und freut sich auf das Treffen im nächsten Monat. „Im NASA-Hauptquartier über Visionen der Weltraumforschung zu diskutieren, die wohl erst in über 30 Jahren greifen werden, ist schon eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine äußerst faszinierende Aufgabe“, so Brenker. „Vielleicht können wir hier auch Weichen stellen, so dass die Goethe-Universität in 30 Jahren noch ganz vorne an der Spitze der Forschung spielt.“

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/65097166

Bildtext: Eisproben von der Oberfläche Saturn-Mondes Enceladus auf der Erde zu untersuchen, das ist Prof. Frank Brenkers Traum von der Zukunft der Weltraumforschung.

Foto: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Informationen: Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jan 23 2017
10:43

Vortrag des Historikers Thomas Maissen eröffnet neues Themenjahr am Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

Das Ende der Imperien

BAD HOMBURG. Ob der Untergang des Inkareiches im 16. Jahrhundert oder der Zusammenbruch des alten Europas nach dem Ersten Weltkrieg: Das Ende von Imperien markierte immer einen radikalen Umbruch, der mit der Suche nach einer neuen Weltordnung verbunden war. Lange haben die Historiker diese Entwicklungen als einen mehr oder minder unausweichlichen Prozess beschrieben. Nach dem Ende des Kalten Krieges sowie in Anbetracht einer neuerlichen Welle des Nationalismus in Europa wird diese Sichtweise jedoch stärker hinterfragt. 2017 wendet sich auch das Historische Kolleg im Forschungskolleg der Goethe-Universität dem Thema „Imperien und ihr Ende“ zu.

Das neue Themenjahr wird mit dem Vortrag von Thomas Maissen, Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris, zum „Das Ende der Imperien: Epochenübergreifende Überlegungen“ eröffnet

am 30. Januar (Montag) um 19 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.

Maissen schlägt eine Brücke vom Römischen Kaiserreich über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sowie dem Byzantinischen Reich bis zu den kurzlebigen Imperien des 19. und 20. Jahrhunderts und wirft ein Licht auf das Niedergangs- und Untergangsmotiv als festen Bestandteil in Erzählungen von Imperien.

Unter der Federführung der beiden Programmbeauftragten Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität, und Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität, werden 2017 internationale Experten als Fellows am Forschungskolleg Humanwissenschaften zu dem Thema „Imperien und ihr Ende“ forschen. Das Programm des Themenjahres 2017 umfasst zudem eine Reihe von öffentlichen Vorträgen sowie wissenschaftliche Konferenzen.

Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität hat das Forschungskolleg 2014 das Historische Kolleg ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Hauptförderin des Historischen Kollegs ist die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; weitere Informationen zu den Vorträgen und Veranstaltungen unter: www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Um Anmeldung wird gebeten: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jan 20 2017
11:11

JOB-MESSE für Pädagogen auf dem Campus Westend

„Der pädagogischen Praxis auf der Spur“

FRANKFURT. Zum 4. Mal veranstalten der Fachbereich Erziehungswissenschaften und das Paritätische Bildungswerk Hessen e.V. gemeinsam mit dem Career Service der Goethe-Universität die JOB-MESSE für angehende Pädagoginnen und Pädagogen in den Feldern Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Sonderpädagogik:

am Freitag, den 27.01., von 10.00 - 16.00 Uhr im PEG-Gebäude am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt.

Hier können Studierende, Absolventen/innen und bereits erfahrene Pädagogen/innen mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten. Die ausstellenden Unternehmen und Institutionen haben wiederum die Chance sich zu präsentieren und potentielle neue Mitarbeiter/innen kennen zu lernen. Parallel gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf den individuellen berufsbiographischen Werdegängen professioneller Pädagoginnen und Pädagogen.

Zusätzlich gibt es vielfältige Informationen zu Berufsmöglichkeiten, Weiterbildungen und Jobperspektiven sowie ein individuelles Beratungsangebot zu Bewerbung und beruflicher Orientierung.

Weitere Informationen unter: www.jobmessen.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 19 2017
13:32

Podiumsdiskussion an der Goethe-Universität.

„BREXIT: Wird Frankfurt das neue London?“

FRANKFURT. Prof. Sandra Eckert vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität diskutiert mit ihren Gästen über Herausforderungen und Chancen des BREXIT für die Frankfurter Stadtentwicklung. Die Diskussion findet statt am 25. Januar um 19 Uhr auf dem Campus Westend (PEG-Gebäude Raum 1.G 191) und richtet sich an die interessierte Hochschulöffentlichkeit und Stadtgesellschaft.

„Wird Frankfurt das neue London?“ Diese Frage steht im Raum, seitdem sich die Briten im Juni letzten Jahres mehrheitlich für den Austritt aus der Europäischen Union (EU), den sogenannten „BREXIT“, ausgesprochen haben. London ist derzeit unbestritten die Nummer Eins der europäischen Finanzplätze, wird aber als Standort außerhalb der EU an Attraktivität einbüßen. Frankfurt positioniert sich neben den anderen europäischen Finanzzentren Amsterdam, Dublin, Luxemburg und Paris als neue Finanzhauptstadt Europas. Die Mainmetropole ist nicht nur ein internationaler Finanzplatz, sondern beheimatet bereits die Europäische Zentralbank, die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung, sowie seit 2014 die Europäische Bankenaufsicht. Wie soll sich Frankfurt mit seiner internationalen Stadtgesellschaft als Wirtschaftsstandort, Wohnort und Lebensraum künftig entwickeln? Zwar liegen die Chancen für den Finanzplatz Frankfurt auf der Hand, die Herausforderungen für eine sozialverträgliche und nachhaltige Stadtentwicklung sind jedoch enorm.

Es diskutieren: Olaf Cunitz (Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH), Monika Fontaine-Kretschmer (Nassauische Heimstätte/Wohnstadt), Nicholas Jefcoat (Deutsch-Britische Gesellschaft Rhein-Main e.V.), Johannes Schäfer (Brexit Task Force, Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH) sowie Sibylle Yaakov (FrankfurtRheinMain GmbH). Die Moderation übernimmt die Politikwissenschaftlerin und Europaforscherin Prof. Dr. Sandra Eckert.

Kontakt: Prof. Dr. Sandra Eckert, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798-36505 eckert@soz.uni-frankfurt.de; http://www.fb03.uni-frankfurt.de/64948162/Flyer-BREXIT_sw-A3.pdf

Veranstaltungen

Jan 19 2017
12:30

Vortrag von Nicholas J. Conard: Welche Schlüsse erlauben seine archäologischen Funde in Höhlen der Schwäbischen Alb?

Warum der Neandertaler ausstarb und die Kunst entstand

FRANKFURT. „Jäger und Künstler: Warum der Neandertaler ausstarb und die Kunst entstand“ – das ist das Thema, mit dem sich der TübingerProfessor für Ältere Urgeschichte, Nicholas J. Conard,beschäftigt. Der Wissenschaftler hatdie weltweit ältesten Kunstdokumente und Musikinstrumente in Höhlen der Schwäbischen Alb entdeckt. Er hält seinen Vortrag

am Mittwoch (25. Januar) um 19.30 Uhr im Hörsaal, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Georg-Voigt-Straße 14.

Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? Ein neuer Blick auf Homo sapiens“. Sie wird veranstaltet von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert.

Vor rund 300.000 bis vor 40.000 Jahren bewohnte der Neandertaler Europa. Wäre der moderne Mensch, der in Afrika entstanden ist, nicht vor circa 40.000 Jahren nach Europa eingewandert, so wäre der Kontinent wahrscheinlich bis heute von Neandertalern bewohnt. Aus jener Zeit vor 40.000 Jahren stammen die ersten figürlichen Kunstdokumente und Musikinstrumente, die Conard mit seinem Forscherteam nach ihrer Entdeckung in vier Höhlen der Schwäbischen Alb genau dokumentiert hat. Die Ausgrabungen erstrecken sich über zwei Jahrzehnte und begannen 1995. In seinem Vortrag schildert Conard, warum Kunst und Musik entstanden sind, und erklärt, warum die archäologische Forschung in den Höhlen von so großer Bedeutung ist, wenn es um die Anfänge der Kultur geht.

Nicholas J. Conard, geb. 1961 in Cincinnati, studierte Anthropologie, Chemie und Physik an der University of Rochester, New York, Ethnologie und Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Ur- und Frühgeschichte an der Universität zu Köln. In Yale studierte und promovierte er anschließend in der Anthropologie. Seit 1995 hat er die Professur für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie in Tübingen inne und ist wissenschaftlicher Direktor des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren. Conard beschäftigt sich mit der frühen Menschheitsentwicklung im eurasischen und südafrikanischen Raum und es geht ihm auch um die Anfänge von Musik und Kunst sowie von Ackerbau und Viehzucht. Conard ist seit 2007 Senckenberg-Professor an der Universität Tübingen.

In der gesamten Vortragsreihe berichten international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die atemberaubenden Fortschritte, die sich in allen die Evolution des Menschen betreffenden Disziplinen abzeichnen. Das ermöglicht ganz neue Antworten auf die große Frage nach dem, was uns ausmacht. Evolution wird nicht länger nur als „Survival of the Fittest“ in Bezug auf körperliche Anpassung, Kraft und Geschicklichkeit angesehen. Vielmehr wirkt sich die Funktionslogik von Selektion und Anpassung auch auf Verhaltensweisen wie Kooperation und Altruismus aus. All diese Perspektiven tragen bei zu einem neuen, integralen evolutionären Selbstverständnis des Menschen – und seiner Welt.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

8. Februar, 19.30 Uhr, Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Georg-Voigt-Straße 14
Ständchen, Schlaflied oder Kriegsgeschrei? Theorien zum Ursprung der Musik und ihrer Funktion für den Menschen
Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, Frankfurt
Moderation: Prof. Dr. Andreas Mulch, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt, und Goethe-Universität

15. Februar, 19 Uhr, Senckenberg-Naturmuseum, Senckenberganlage 25
Podiumsdiskussion mit Impulsvorträgen
Ein neuer Blick auf Homo sapiens – die Zukunft des Menschen
Moderation: Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesprächspartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt
Privatdozentin Dr. Miriam N. Haidle, Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Prof. Dr. Hans-Dieter Mutschler, Hochschule Ignatianum, Krakau
Prof. Dr. Annette Kehnel, Universität Mannheim 

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Tel. (069)7542-1837, E-Mail: jkrohmer@senckenberg.de, Programm in Internet: www.senckenberg.de/woherkommtdermensch

Sonstige

Jan 19 2017
12:26

Dokumente der Frankfurter Schule: Inzwischen schon 13 Nachlässe

Dokumente zur kritischen Theorie: Schweppenhäuser-Nachlass im Archivzentrum der Uni-Bibliothek

FRANKFURT. Das Archivzentrum der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg konnte seine Materialien zur kritischen Theorie um den Nachlass des Philosophen Hermann Schweppenhäuser (1928-2015) erweitern. Schweppenhäuser promovierte 1956 am wiedereröffneten Institut für Sozialforschung, war bis 1961 Assistent von Theodor W. Adorno und gehörte zu den einflussreichsten Philosophen der Frankfurter Schule. Der Nachlass umfasst circa 75.000 Seiten mit wertvollen und zahlreichen unveröffentlichten Archivalien und ist zu wissenschaftlichen Zwecken im Archivzentrum einsehbar.

„Damit wird unser Archivbestand zur kritischen Theorie und Frankfurter Schule erheblich erweitert“, freut sich der Leiter des Archivzentrums Dr. Mathias Jehn. „Bereits in unseren Beständen ist unter anderem der Nachlass von Max Horkheimer, Herbert Marcuse und Ludwig von Friedeburg sowie die Vorlässe von Jürgen Habermas und Oskar Negt.“ Darüber hinaus befinden sich das Adorno-Archiv und ein wertvoller Altbestand aus den 1950er und 1960er Jahren im Institut für Sozialforschung. Noch ist der Schweppenhäuser-Nachlass nicht komplett aufgearbeitet: „Das wird wegen des großen Umfangs mindestens noch zwölf Monate in Anspruch nehmen“, so Jehn. Aber der aus zahlreichen Korrespondenzen mit der internationalen philosophischen Fachwelt, teilweise unveröffentlichte wissenschaftliche Manuskripte sowie vereinzelt private Dokumente bestehende Nachlass ist nun komplett in Frankfurt und wurde der Bibliothek vom Sohn des Philosophen, Gerhard Schweppenhäuser, überlassen.

1961 wechselte Hermann Schweppenhäuser, ein gebürtiger Frankfurter, nach Lüneburg: Dort war er auf den neugegründeten Lehrstuhl für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule berufen worden. Was eigentlich nur eine Zwischenetappe werden sollte, blieb eine akademische Lebensstellung mit einer Honorarprofessur an der Goethe-Universität. Adorno hatte sich das offensichtlich auch anders vorgestellt; in einer Karte vom14. Oktober 1960 aus Graz, die auch im Nachlass befindet, gratulierte er Schweppenhäuser „aufs allerherzlichste“ zu seiner Lüneburger Berufung und fügte hinzu: „Mein Wunsch, daß Sie die Position einnehmen, die Ihnen sicher manche wesentliche Erfahrung einbringen wird, verbindet sich mit dem, daß Sieraschhabilitiert werden – und bei uns bleiben!“

Doch die kritische Theorie der Frankfurter Schule, die von den meisten beteiligten Wissenschaftlern nie als ein geschlossener Kreis mit einer einheitlichen Theorie gesehen wurde und wird, entwickelte sich in eine andere Richtung, so wurde Schweppenhäuser nicht an die Goethe-Universität berufen. Habermas, der 1964 die Nachfolge von Horkheimer in Frankfurt antrat, wehrte sich mehrfach öffentlich gegen „eine bruchlose Zurechnung zur Kritischen Theorie“, obwohl er Adorno verehrt hat – wie sein Biograf Stefan Müller-Doohm feststellt. Habermas entwickelte seine eigenständige Idee einer Kommunikationstheorie der Gesellschaft, „die sich nicht als Transformation, sondern ganz als Alternative zur Kritischen Theorie der Gesellschaft versteht“, so Müller-Doohm in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen (2016). Habermas teilt zwar die Kritik von Adorno und Horkheimer an der einseitig technisch-ökonomischen Rationalisierung der modernen Kultur und Gesellschaft, wählt aber einen anderen Blickwinkel und fokussiert seine Diagnose auf ein „problematisches Primat der Ökonomie vor der demokratisch legitimierten Politik, mit der Gesellschaften auf sich selbst einwirken“, so Müller-Doohm.

Roger Behrens beurteilt in seinem Nachruf in der Wochenzeitung „jungle world“ (2015) kritisch, dass Schweppenhäuser an der Goethe-Universität keine Chance bekam: „Schweppenhäusers Philosophie ist der Versuch, kritische Theorie […] zu begründen, ohne in die Falle des Normativitätspostulats zu tappen, wie etwa Jürgen Habermas und die ihm folgenden Akademiker […]. Hermann Schweppenhäuser – übrigens ein Jahr älter als Habermas – hat dementgegen energisch am Postulat der kritischen Theorie festgehalten, im Sinne Horkheimers und Adornos, im Sinne Karl Marx und im Sinne Kants – als radikale Aufklärung [und] Herrschaftskritik.“

Der Nachlass macht, obwohl noch nicht vollständig ausgewertet, deutlich: Schweppenhäuser prägte durch zahlreiche Aufsätze, die international rezipiert und teilweise übersetzt wurden, den Diskurs über Adorno und Benjamin entscheidend mit. Schweppenhäuser formulierte eine Version kritischer Theorie, „die den Grundintentionen von Horkheimer und Adorno nähersteht als die kommunikationstheoretisch reformierte Frankfurter Schule durch Habermas und seine Nachfolger“, so sein Sohn Gerhard Schweppenhäuser. Seine Vorlesungen, beispielsweise zur „Charakteristik des Adornoschen Denkens“ oder zur „Dialektik der Aufklärung“ ermöglichten in Lüneburg wie in Frankfurt ein „authentisches Studium“ der kritischen Theorie.

Schweppenhäuser befasste sich in seinen philosophischen Schriften mit der Selbstreflexion des dialektischen Denkens, der Sprachphilosophie, der Ästhetik und der Kultur- und Zeitkritik sowie mit dem Verhältnis von Philosophie und Theologie. In den 1970er Jahren gab er gemeinsam mit Rolf Tiedemann die Gesammelten Werke Walter Benjamins im Suhrkamp Verlag heraus. Der Nachlass wird mit der Signatur „Na 77 Nachlass Hermann Schweppenhäuser“ umfasst zahlreiche unveröffentlichte Texte, die ein breites Spektrum umfassen: von fachwissenschaftlichen Erörterungen über anspruchsvoll formulierte Aphorismen und Fragmente bis hin zu literarischen Produktionen aus den Bereichen der Lyrik und Kurzprosa. Auch dramatische Versuche aus der Studentenzeit warten im Archiv auf ihre Erschließung. In der Gedenkschrift „Bild und Gedanke“, die 2016 erschien, wurde eine erste, kleine Auswahl Aphorismen aus dem Nachlass publiziert.

Aus der umfassenden Korrespondenz, die ebenfalls Bestandteilen des Nachlasses ist, lässt sich erkennen, wie eng der Philosoph im Dialog mit international renommierten Wissenschaftlern stand – dazu gehören u.a.: Girogio Agamben (Italien), Siegfried Kracauer (USA), Herbert Marcuse (USA), Gerard Raulet (Frankreich), Gershom Scholem (Israel), Gary Smith (USA), Ulrich Sonnemann (Deutschland) und Moshe Zuckermann (Israel).

Fotos und Bildtexte unter: www.uni-frankfurt.de/65055989

Informationen: Dr. Mathias Jehn, Archivzentrum der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Campus Bockenheim, Telefon (069) 798-39007, E-Mail: m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 18 2017
16:38

Susanna Schrafstetter von der Universität Vermont hält Holocaust-Gedenkvorlesung an der Goethe-Universität – Umfangreiches Begleitprogramm

Stille Helden und heimliche Profiteure

FRANKFURT. Die nichtjüdischen Unterstützer, die jüdischen Deutschen auf der Flucht geholfen haben, stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Holocaust-Gedenkvorlesung an der Goethe-Universität, die von Prof. Susanna Schrafstetter gehalten wird. Dieser Vorlesung am 27. Januar geht ein umfangreiches Begleitprogramm voraus.

Seit einigen Jahren bereits findet anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus eine Gedenkvorlesung statt. In diesem Jahr spricht die Historikerin Susanna Schrafstetter über die nichtjüdischen Deutschen, die Juden dabei halfen unterzutauchen. Nicht alle taten dies aus ethischer Verantwortung oder Mitgefühl; zuweilen handelten sie auch aus eigennützigen Motiven. Die Vorlesung mit dem Titel „Stille Helden und heimliche Profiteure – Erfahrungen von untergetauchten Juden mit ihren Helfern 1941-1945“ findet statt

am Freitag, 27. Januar, um 12 Uhr in der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt.

Zwischen 1941 und 1945 flüchteten etwa 10.000 bis 15.000 Juden in Deutschland vor der Deportation und tauchten unter. Dabei waren sie auf die Unterstützung nichtjüdischer Verwandter, Freunden, Bekannten oder auch fremden Menschen angewiesen. Erst in jüngerer Zeit erfuhren diese Helfer Anerkennung – oft als „stille Helden“. Aber flüchtende Juden wurden oft auch Opfer von Dieben, Schwindlern und Erpressern. Der Vortrag geht auf die gesamte Bandbreite dieser Begegnungen ein, deren Motive von uneigennütziger Hilfe bis zur persönlichen Bereicherung reichten.

Susanna Schrafstetter ist Associate Professor of History und Mitarbeiterin am Center for Holocaust Studies der Universität Vermont (USA). 2017 ist sie als Senior Research Fellow am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz.

Erstmals findet dieses Jahr ein vielfältiges gemeinsames Begleitprogramm von Fritz-Bauer-Institut, Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Pädagogischem Zentrum Frankfurt und AStA der Goethe-Universität statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Die Termine:

Nebel im August
Lesung und Gespräch mit Robert Domes
Freitag, 20. Januar, 15-17 Uhr
Campus Westend, IG Farben-Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, Raum 311

Führung über das Norbert Wollheim Memorial
Samstag, 21. Januar, 15 Uhr
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Treffpunkt: Wollheim-Pavillon

Möglichkeiten und Grenzen einer Public History of the Holocaust
Werkstattbericht der Studiengruppe Public History
Montag, 23. Januar, 18-20 Uhr
Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 1.414
Norbert-Wollheim-Platz 1

Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933-1945. Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozilaistischen Lehrerbundes
Vortrag von Prof. Benjamin Ortmeyer
Mittwoch, 25. Januar, 18-20 Uhr
Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum 311
Norbert-Wollheim-Platz 1

Last Folio – Fotografien letzter Zeugnisse jüdischer Kultur in der Slowakei
Ausstellung
Donnerstag, 26. Januar, bis Freitag, 24. Februar
Campus Westend, Lobby des PA-Gebäudes
Theodor-W.-Adorno-Platz 1

Autobiographische Apologien der Täter – Henriette und Baldur von Schirach
Donnerstag, 26. Januar, 19-20 Uhr
Vortrag von Dr. Steffen Bruendel
Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 1.414
Norbert-Wollheim-Platz 1 

Im Gedenken an die Opfer von Auschwitz (Lager Buna/Monowitz)
Namenslesung
Freitag, 27. Januar, 11.30-16.30 Uhr
Campus Westend, IG-Farben-Haus, Foyer
Norbert-Wollheim-Platz 1

Primo Levi: „Ist das ein Mensch?“ und „Das periodische System“
Freitag, 27. Januar, 19 Uhr
Lesung mit Schauspieler Christian Wirmer, Gesprächsleitung: Prof. Harald Schwalbe
Centre for Dialogue,
Zur Kalbacher Höhe 56
60438 Frankfurt (Riedberg)

Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma’abarot
Filmvorführung und anschließendes Gespräch mit dem Filmteam
Freitag, 27. Januar, 20 Uhr
Campus Bockenheim, Festsaal im Studierendenhaus
Mertonstraße 26-28 

Informationen unter der Rufnummer 069 798 32344, Mail: fzhg@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 17 2017
14:51

Vortrag von Tilman Spreckelsen im Rahmen der ersten Grimm-Bürgerdozentur

„… Harry Potter und der lange Schatten der Brüder Grimm“

FRANKFURT. Dr. Tilman Spreckelsen, Literaturredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Dezember mit der erster Grimm-Bürgerdozentur der Stadt Hanau und des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität ausgezeichnet, hält einen Vortrag zum Thema „Das Märchen von Beedle, dem Barden, oder: Harry Potter und der lange Schatten der Brüder Grimm“

am Donnerstag (19. Januar) um 18.15 Uhr im Casino, Renate von Metzler-Saal (Raum 1.801), Campus Westend.

Zur Einführung spricht Prof. Dr. Ute Dettmar, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung. Mit der Verleihung der Grimm-Bürgerdozentur ist eine dreiteilige öffentliche Vorlesungsreihe verbunden, der Spreckelsen den Titel „Der goldene Schlüssel“ gegeben hat. Dies ist die zweite Veranstaltung. Es folgt am 24. Februar 2017 (Freitag) um 9.45 im Kulturforum Hanau ein Vortrag für Schülerinnen und Schüler der Oberstufenkurse Deutsch; das Thema „Jacob und Will Reckless hinter dem Spiegel, oder: Warum uns die Welt der Märchen keine Ruhe lässt“.

Spreckelsen wurde – so hieß es in der Begründung der Jury – als „ein außergewöhnlich versierter Fürsprecher für die Grimm’schen Märchen und deren Fortwirken, insbesondere in der Kinder- und Jugendliteratur“ ausgezeichnet. Der Journalist, Jahrgang 1967, hat immer wieder Jubiläen, Editionsprojekte und andere Anlässe genutzt, um intensiv über Märchen und über die Brüder Grimm zu recherchieren. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen machte er einem breiten Publikum in seinen zahlreichen Veröffentlichungen zugängig – sachkundig und stilistisch brillant. Auch sein erzählerisches Talent wird mit dieser Dozentur gewürdigt; er hat sich intensiv mit den nordischen Erzählwelten auseinandergesetzt und diese Erzähltraditionen in einen zeitgemäßen Sprachduktus übertragen.

Die Grimm-Bürgerdozentur und die Vortragsreihe werden unterstützt von der Brüder-Grimm-Stiftung der Sparkasse Hanau, dem Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, der Märchen-Stiftung Walter Kahn und dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. Die Grimm-Bürgerdozentur soll alle zwei Jahre vergeben werden. Dr. Claudia Maria Pecher, Märchenforscherin am Institut für Jugendbuchforschung, und Diplom-Politologe Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen der Stadt Hanau, haben die Reihe konzipiert und organisiert.

Informationen: Dr. Claudia Maria Pecher, Franca Feil M. A., Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, Tel. (069) 798–32995, E-Mail: pecher@em.uni-frankfurt.de, E-Mail: feil@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 17 2017
12:05

Sechsteilige Veranstaltungsreihe an der Goethe-Universität. Auftakt am 31. Januar mit Vortrag und Podiumsrunde

Demenz, Parkinson und Schlaganfall: Wo stehen wir in der Medizin und was bedeutet das für unser Leben?

FRANKFURT. Die Herausforderungen, die der demografische Wandel für Wirtschafts-, Sozialsysteme und unseren Lebensalltag bedeutet, sind bekannt. Mit der zunehmenden Überalterung werden aber auch die altersbedingten Erkrankungen des Gehirns wie Demenz oder Parkinson steigen – Experten rechnen mit einem jährlichen Anstieg von allein 40.000 Demenzfällen, so dass 2030 etwa 2,5 Mio. Menschen in Deutschland betroffen sein werden.

„Mit der Veranstaltungsreihe Alterserkrankungen des Gehirns will die Hertie-Stiftung über die häufigsten Krankheiten des Gehirns im Alter informieren und für die damit verbundenen sozialen, ethischen und rechtlichen Probleme sensibilisieren“, sagt Prof. Dr. Michael Madeja, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, die der größte private Förderer der Neurowissenschaften in Deutschland ist. Madeja weiter: „Die Probleme für den einzelnen Erkrankten, aber auch für die Gesellschaft sind enorm. Je eher wir uns damit beschäftigen, desto besser können wir uns den kommenden Anforderungen stellen.“

Die sechsteilige Reihe ist eine Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Führende Neurowissenschaftler stellen jeweils den aktuellen Forschungsstand der Krankheiten Demenz, Parkinson, Schwindel, Schlaganfall, Hirntumor und Depression vor. Die anschließenden Podien diskutieren über einen gesellschaftlich relevanten Aspekt, der mit den Erkrankungen einhergeht: Wohnen im Alter, Geschäftsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kosten, Gesundes Altern und Sterbehilfe. Besetzt sind die Gesprächsrunden mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis.

Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz, Vize-Präsident der Goethe-Universität Frankfurt: „Wir freuen uns sehr über diese gute Kooperation in bewährter Partnerschaft. Als erklärte Bürger-Universität möchten wir unseren Mitmenschen vor Ort Angebote ermöglichen, die sich mit aktuellen und drängenden Themen für alle Generationen beschäftigen. Die komplexen Herausforderungen des Alters verkörpern ein solches Feld zu 100 Prozent.“

Den Auftakt der Reihe am 31. Januar 2017 macht die Alzheimer-Demenz mit der Problematik der Geschäftsfähigkeit bei fortschreitender Erkrankung. Prof. Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung Tübingen wird über den Stand der medizinischen Forschung berichten. Diese am häuftigsten auftretende neurodegenerative Erkrankung ist zwar unheilbar, aber die
Wissenschaft hat seit ihrer Entdeckung Anfang des 20ten Jahrhunderts bereits zahlreiche Erkenntnisse zu Entstehung und Behandlung gewonnen. In der anschließenden Podiumsrunde „Mit 80 nicht mehr volljährig?“ diskutieren der gerichtl. Vormund Jürgen Frank, Axel Bauer, Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, und Filmemacher und Autor von „Vergiß mein nicht“ David Sieveking über den Verlust der eigenen Geschäftsfähigkeit. Die hr-Journalistin Alice Engel moderiert die Runde.

Die Veranstaltung am 31. Januar beginnt um 18:30 Uhr und findet im Festsaal des Casinos der Goethe-Universität Frankfurt Campus Westend, Nina-Rubinstein-Weg 1 statt. Der Besuch ist kostenfrei, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich unter www.ghst.de/veranstaltungsreihe.

Die folgenden Termine:

  • 28.03.2017: Vortrag Depression & Podiumsrunde „Macht Altern krank?“
  • 16.05.2017: Vortrag Parkinson & Podiumsrunde „2 ZKB für 80+ gesucht!“
  • 20.06.2017: Vortrag Hirntumor & Podiumsrunde „Wann darf ich endlich sterben?“
  • 26.09.2017: Vortrag Schwindelerkrankung & Podiumsrunde „Lass, ich kann das noch alleine!“
  • 21.11.2017: Vortrag Schlaganfall & Podiumsrunde „Wer soll das alles bezahlen?“

Weitere Informationen zum Ablauf und den eingeladenen Podiumsgästen unter www.ghst.de/veranstaltungsreihe 

Pressekontakt:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Grüneburgweg 105 | 60323 Frankfurt
Julia Riedel | Kommunikation
T. 069/660756-162 |riedelj@ghst.de

Veranstaltungen

Jan 17 2017
11:05

Programm der 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung – Öffentliche Vorträge, Diskussion und Kolloquium

Princeton-Historiker Grafton zur Gelehrsamkeit des Humanismus

FRANKFURT. Die 5. Dagmar-Westberg-Vorlesung übernimmt vom 23. bis 25. Januar der Historiker Anthony T. Grafton, Henry Putnam Professor of History an der Princeton University. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler hält drei öffentliche Vorträge zum Thema „Early Christianity in Early Modern Europe: Religion and Scholarship“ und ein Kolloquium zum Thema „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“.

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert entstand in Europa eine neue faszinierende Welt humanistischer Gelehrsamkeit. Diese Epoche, die der Historiker in den Blick nimmt, ist entscheidend in der Geschichte der Geisteswissenschaften. Anthony Grafton entwickelt in seinen wissenschaftsgeschichtlichen Vorträgen eine vollkommen neue Sicht auf die humanistische Gelehrsamkeit. Rückblickend erscheint der Humanismus vielfach als eine säkulare Bewegung. Grafton stellt aber heraus, dass sich die Gelehrten dieser Zeit mit überraschender Intensität der philologischen und historischen Erforschung der Kirchengeschichte widmeten und dabei höchst innovative Forschungsmethoden entwickelten. In der Frühen Neuzeit erforschten Gelehrte die Geschichte der Frühen Kirche, um ihre Vision einer modernen Kirche aufzuzeigen und zu verteidigen. Ihre wissenschaftlichen Entscheidungen wurden in einem hohen Maße von bestehenden religiösen Bindungen und von dem Empfinden bestimmt, dass es sich bei ihren Forschungen selbst um einen religiösen Akt handelte.

Anhand dreier Fallstudien, die Teil eines umfassenderen Projekts sind, interpretiert Grafton die Entwicklung der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit zum Frühen Christentum und zieht daraus vorläufige Schlussfolgerungen für die Charakterisierung des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft in dieser Epoche. In dieser Zeit der christlichen Renaissance sammelten Bibliografen die verstreuten Texte der Kirchenväter und andere frühchristliche Dokumente. Gelehrte edierten die Schriften aus der Feder von Tertullian, Augustinus und Hieronymus, kommentierten sie kritisch und machten deutlich, dass die Kirchenväter keine Heiligen waren, denen vollkommene Autorität zukam, sondern Menschen, die häufig in theologische Streitigkeiten verstrickt waren. Historiker dieser Epoche verfassten auf der Grundlage neuer Archive mit kirchlichen Dokumenten ausführliche, auch widerstreitende geschichtliche Darstellungen der Ursprünge und der frühen Entwicklung des Christentums.

Termine und Themen im Einzelnen
23.1.(Montag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Festsaal Casino: „Judaizing the Last Supper“
24.1. (Dienstag), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Reading the Witnesses“
25.1. (Mittwoch), Beginn 18 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3: „Finding the First Christians“

Kolloquium „Christianity, Antiquarianism and the Sense of the Past“ zu den Vorlesungen: 24.1. (Dienstag) von 10 bis 12 Uhr, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg v.d. Höhe (Anmeldung unter jurewicz@em.uni-frankfurt.de)

Zur Person des Vortragenden
Nach seinem Studium am University College London (bei dem berühmten Althistoriker Arnaldo Momigliano) und an der University of Chicago, wo Grafton 1975 auch promovierte, lehrte der Historiker für kurze Zeit am Department of History der Cornell University. Noch im selben Jahr erhielt er einen Ruf an die Princeton University, an der er bis heute wirkt. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kulturgeschichte der Renaissance, der Geschichte des Buches und seiner Leser, der Geschichte der Gelehrsamkeit in Westeuropa von der Antike bis ins 19. Jahrhundert sowie der Wissenschaftsgeschichte von der Antike bis zur Renaissance.

Zu seinen zahlreichen Büchern zählt eine profunde Studie der Gelehrsamkeit des herausragenden Philologen der Spätrenaissance, Joseph Justus Scaliger, eine Darstellung der Bedeutung des Bildungsprogramms der Renaissance (From Humanism to the Humanities, 1986) sowie Studien zu dem Astrologen Girolamo Cardano (1999) und zu dem Humanisten Leon Battista Alberti (2000). Sein originellstes und zugleich zugänglichstes Werk ist „The Footnote: A curious history“ (1997; in der deutschen Übersetzung: „Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote“), eine Fallstudie zur Geschichte der Geschichtsschreibung von unten.

Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter ein Guggenheim Fellowship (1989), den Los Angeles Times Book Prize (1993), den Balzan Prize for History of Humanities (2002) sowie den Mellon Foundation’s Distinguished Achievement Award (2003). Er ist zudem Mitglied der American Philosophical Society and der British Academy.

Zur Dagmar-Westberg-Vorlesung
Die Gastprofessur ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den die Mäzenin Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich eine/n weltweit renommierte/n Forscher/in nach Frankfurt einladen. In den vergangenen vier Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum, den deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen und den Berliner Theologen Christoph Markschies.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Tel. (069) 798-33313, c.wiese@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jan 16 2017
13:22

Internationale Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Städelschule am 19. und 20. Januar

Philosophisches Symposium zum „Wert der Kritik“

FRANKFURT. „The Value of Critique“ heißt ein zweitägiges Symposium, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und dem Institut für Kunstkritik der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule, Frankfurt am Main. Über den „Wert der Kritik“ diskutieren am 19. und 20. Januar 2017 in der Städelschule prominente Vertreterinnen und Vertreter einer zeitgenössischen Kritischen Theorie. Ausgangspunkte der Erörterungen sind die Vorträge von Bruno Latour (Paris), Beate Söntgen (Lüneburg), Rahel Jaeggi (Berlin) und Luc Boltanski (Paris).

Die gesamte Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Konzipiert wurde sie von Isabelle Graw, Professorin für Kunsttheorie an der Städelschule, und Christoph Menke, Professor für praktische Philosophie an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Teilnehmer von Seiten des Clusters sind auch deren Sprecher Rainer Forst (Politische Theorie) und Klaus Günther (Rechtsphilosophie) sowie der Philosoph Martin Seel. Den vier Vorträgen folgt jeweils eine Entgegnungs- und Kommentarrunde. Komplettiert wird das Programm durch eine Roundtable-Diskussion.

Das Symposium behandelt das Verhältnis von Kritik und Bewertung, hier vor allem im Sinne von Evaluation, als zwei Arten des Urteilens oder Beurteilens. Es geht um ihre Gegensätze und Gemeinsamkeiten. Ein besonderer Fokus liegt auf Perspektiven und Potenzialen kritischen Urteilens.

Kritik, so eine philosophische Definition, ermöglicht es den Kritikübenden, sich ihres Objekts der Kritik zu bemächtigen, indem sie dessen Widersprüche oder Defizite entlarven. Kritik gilt als eine beispielhafte Strategie der Aufklärung und eine Voraussetzung für die Freiheit eines Subjekts. Im Modus der Evaluation hingegen werden die Dinge von vornherein aus einer bestimmten Perspektive betrachtet, die explizit nach dem relativen Nutzen des Bewertungsobjekts fragt. Bei einer so verstandenen Evaluation zielen die bewertenden Subjekte vor allem auf ihr eigenes Wohlergehen, beispielsweise in ökonomischer Hinsicht.

Alles in allem, so scheint es, hat die Kritik im Vergleich zur Evaluation an Boden verloren. Doch einen ersten Hinweis, dass sich Kritik und Evaluation nicht ausschließen, liefert schon die Etymologie des ursprünglich griechischen Wortes „Kritiké“, das die Unterscheidung in den Mittelpunkt stellt. Und auch die mittlerweile weitverbreitete Ansicht, wonach die transformative Kraft der Kritik ohnehin von den modernen wirtschaftlichen Verhältnissen absorbiert werde, wollen die Veranstalter nicht kommentarlos hinnehmen. Untersucht wird in diesem Zusammenhang das Potenzial unterschiedlicher Kritikformen, in Bezug auf die vier Vortragenden sind dies Luc Boltanskis Modell der „Social Critique“, Bruno Latours „Critique of Critique”, Rahel Jaeggis „Internal Kritik“ und Beate Söntgens „Kulturen der Kritik“.

Das Symposium findet in der Lichthalle der Städelschule statt (Dürerstraße 10, 60596 Frankfurt am Main). Die Veranstaltung ist fach- und presseöffentlich, eine Anmeldung nicht erforderlich, Reservierungen können nicht entgegengenommen werden.

Das Programm im Überblick:

19. Januar 2017
14 – 16 Uhr: „Against Critique“
Lecture: Bruno Latour
Respondents: Rainer Forst, Petra Gehring

16.30 – 18.00 Uhr: Roundtable: „Labour and Value“
Participants: Sabeth Buchmann, Isabelle Graw, Christoph Menke, John Roberts

18.30 – 20.30 Uhr „The Power of Critique“
Lecture: Beate Söntgen
Respondents: Martin Seel, Kerstin Stakemeier,

20. Januar 2017
11.00 – 13.00 Uhr: „Criticize your Life“
Lecture: Rahel Jaeggi
Respondents: Eva Geulen, Thomas Lemke

14.00 – 16.00 Uhr: „Social Critique“
Lecture: Luc Boltanski
Respondents: Juliane Rebentisch, Klaus Günther 

Informationen: Jonas Leihener, Städelschule, Künstlerischer Koordinator, Tel.: 069/605008-52, jonas.leihener@staedelschule.de, www.staedelschule.de Bernd Frye, Exzellenzcluster, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net