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Sonstige

Sep 5 2013
09:55

Digitalisierungsprojekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor dem Abschluss

Seltene deutschsprachige botanische Zeitschriften von 1753 bis 1914 online

FRANKFURT. Über 100 seltene deutschsprachige botanische Zeitschriften aus dem Zeitraum 1753 bis 1914 sind ab sofort online zugänglich über die Digitalen Sammlungen der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt. Bis Anfang Oktober sollen es sogar mehr als 180 sein. Damit eröffnet sich für Experten, Liebhaber und Interessierte weltweit ein neuer Schatz, der auch über die Virtuelle Fachbibliothek Biologie (vifabio) recherchier- und erreichbar ist. Hierfür wurden insbesondere Zeitschriften und Schriften wissenschaftlicher Gesellschaften erfasst und einer Texterkennung unterzogen.

Digitalisiert wurden überwiegend Werke mit wissenschaftlich relevanten Inhalten, die bisher nicht Ziel großangelegter Digitalisierungskampagnen waren. „Vor allem für Experten der systematischen Botanik sind die jetzt weltweit zugänglichen historischen Zeitschriften bedeutend,“ sagt Dr. Judith Dähne, Projektkoordinatorin an der Universitätsbibliothek Frankfurt. „Für sie erleichtert sich der Zugriff auf die häufig verstreut vorliegenden und schlecht zugänglichen Zeitschriften durch die Digitalisierung erheblich.“ so Dähne weiter. 

Das 2011 begonnene zweijährige Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Vorrangig wurden die Bestände der beiden Projektpartner Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (Goethe-Universität Frankfurt a. M.) und Bibliothek des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem (Freie Universität Berlin) digitalisiert. 26 weitere Bibliotheken aus ganz Deutschland trugen dazu bei, die seltenen Zeitschriften möglichst vollständig zu digitalisieren. Das Projekt wurde inhaltlich mit anderen internationalen Digitalisierungsprojekten abgestimmt.

 „Die Vergabe von wissenschaftlichen Namen von Pflanzen, Algen und Pilzen wird durch den Internationalen Code für Nomenklatur geregelt“, ergänzt Prof. Dr. H. Walter Lack, Abteilungsleiter Wissenskommunikation am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin. „Der Code legt verbindlich fest, dass die Erstveröffentlichung eines wissenschaftlichen Namens bei jeder wissenschaftlichen Arbeit taxonomischen Inhalts konsultiert werden muss – und zwar unabhängig davon, wo und wann sie veröffentlicht wurde! Somit ist die Digitalisierung von historischen Zeitschriften wichtig für einen barrierefreien Zugang von Erstveröffentlichungen und älteren wissenschaftlichen Ergebnissen", betont Lack weiter.

Die nur in wenigen Exemplaren im Original vorhandenen Titel standen bisher meist nur einer regionalen Leserschaft zur Verfügung. Dank des Projektes können jetzt beispielsweise Botaniker in Brasilien oder Venezuela auf wissenschaftlich relevante Veröffentlichungen über südamerikanische Pflanzen schnell und kostenfrei zugreifen. Zwei Beispiele unterstreichen die Bedeutung des Digitalisierungsprojektes:

Erstbeschreibung von Lorbeergewächsen aus Brasilien

Die Zeitschrift ‚Arbeiten aus dem Königl. Botanischen Garten zu Breslau‘ [das heutige polnische Wrocław] erschien im Jahre 1892 mit nur einer einzigen Ausgabe. In Deutschland sind nur neun Exemplare bekannt. In diesem Heft beschrieb der deutsche Botaniker Carl Mez mehrere Lorbeergewächsarten, die er als neu für die Wissenschaft betrachtete. Eine davon war Hufenlandia taubertiana aus Minas Gerais in Brasilien. Diese Art wird bis heute von Spezialisten als korrekt anerkannt. Experten für Lorbeergewächse müssen damit auch heute die Erstveröffentlichung dieser Art für ihre Forschungen konsultieren. Digitalisiert wurde das in der Bibliothek des Botanischen Gartens und Botanischen Museum Berlin-Dahlem aufbewahrte Exemplar der seltenen Zeitschrift.

Erste Abbildung einer südamerikanischen Kapuzinerkressen-Art

Die heute in Kultur weit verbreitete und beliebte Kapuzinerkressen-Art Tropaeolum moritzianum wurde erstmals gesammelt in der Umgebung von Caracas und ist heute an Wildstandorten von Guatemala bis Kolumbien und Venezuela bekannt. Die erste Abbildung dieser Art erschien als kolorierte Lithographie in dem relativ seltenen Werk ‚Icones plantarum rariorum horti Regii Botanici Berolinensis‘ [Abbildungen seltenerer Pflanzen des Königlichen Botanischen Gartens in Berlin], das 1840 bis 1844 in Berlin erschien. Die Abbildung dieser Kapuzinerkresse ist für die Interpretation der in Textform verfassten Erstbeschreibung dieser Art noch heute relevant. Digitalisiert wurde das Exemplar der Universitätsbibliothek J.C.Senckenberg, Frankfurt am Main.

Weitere Informationen:

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/botanik – zum Digitalisierungsprojekt
www.vifabio.de/digital-collections/botany/ –  zum Fachportal vifabio

Pressebilder:

www.bgbm.org/bgbm/pr/archiv/pressimages/press_images.HTM#Zeitschriften

Pressekontakt:

Dr. Judith Dähne, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, Koordinatorin Digitalisierungsprojekt Botanische Zeitschriften (Sondersammelgebiet Biologie)
Bockenheimer Landstr. 134-138, 60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 798-39217 /42625
E-Mail: j.daehne@ub.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. H. Walter Lack, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, Freie Universität Berlin, Abteilungsleitung Wissenskommunikation
Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin
Tel.: 030 / 838 50 136
E-Mail: h.w.lack@bgbm.org

Personalia/Preise

Sep 4 2013
11:04

An der Goethe-Universität forscht mit Prof. Roman Inderst (43) der forschungsstärkste deutschsprachige Volkswirt

Handelsblatt: Inderst wieder die Nummer eins im Forschungsranking

FRANKFURT. Das Handelsblatt lobte bereits 2010: „Kein anderer deutschsprachiger Ökonom hat in den vergangenen Jahren so viel Forschungsergebnisse in angesehenen internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht wie Inderst, und seine Arbeiten werden auch überproportional oft von anderen Forschern zitiert."

Im gerade erschienenen VWL-Rankings 2013 des Handelsblatts setzt sich diese Erfolgsserie fort. Der Leibnizpreisträger Inderst belegt im Forschungsranking erneut Platz eins unter allen deutschsprachigen Volkswirten. Bemerkenswert ist, dass sich dies nicht nur auf die in Deutschland ansässigen Ökonomen bezieht, sondern auch deutschsprachige Forscher im Ausland und damit auch an den amerikanischen Spitzenuniversitäten mit einbezieht. Das Handelsblatt schreibt: „Der alte Sieger ist auch der neue: Der Frankfurter Roman Inderst liegt im Handelsblatt-Volkswirteranking auch 2013 wieder vorne. Der Allrounder beschäftigt sich mit Bankenregulierung, Verbraucherschutz und Wettbewerbstheorie - und schaffte 2012 sieben prominente Publikationen, darunter erneut eine, die im renommierten "American Economic Review" erschien.“

Insgesamt erreichten die Volkswirtschaft der Goethe-Universität unter den besten 25 Universitäten im deutschsprachigen Raum Platz 6.

Inderst forscht und lehrt nach Stationen an der Pariser Business-School Insead und der London School of Economics seit 2006 an der Goethe-Universität. Für seine herausragenden Leistungen hat er neben dem Leibniz Preis in 2010 bereits in 2009 den höchsten europäischen Forschungspreis erhalten (ERC Advanced Grant), den zusammen mit Roman Inderst bislang in Deutschland nur zwei Wirtschaftswissenschaftler erhielten.

Personalia/Preise

Sep 2 2013
11:46

Prof. Fürst erhält Auszeichnung für seine Forschungen zu pflanzlichen Arzneimitteln im Einsatz bei entzündlichen Prozessen

„Bionorica Phytoneering Award“ für Frankfurter Pharmazeuten

FRANKFURT/MÜNSTER. Heute wurde der Frankfurter Pharmazeut Prof. Robert Fürst mit dem „Bionorica Phytoneering Award“ der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung (Society for Medicinal Plant and Natural Product Research) ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis erhielt der Forscher während der Jahrestagung der internationalen Gesellschaft, die mit über 700 Teilnehmern zurzeit an der Münsteraner Universität stattfindet. Damit werden Fürsts herausragende wissenschaftliche Untersuchungen zu molekularen Mechanismen der Wirkung von pflanzlichen Inhaltsstoffen und Extrakten auf dem Gebiet entzündlicher Prozesse an endothelialen Zellen gewürdigt, wie der Präsident der Gesellschaft und Professor für Pharmazeutische Biologe, Wolfgang Blaschek, bei der Verleihung betonte.

Ein Gremium internationaler unabhängiger Wissenschaftler hatte Fürsts Forschungsarbeiten unter einer Vielzahl von eingereichten Bewerbungen ausgewählt. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das in die weitere Forschung investiert werden soll, wurde gestiftet von der Firma „Bionorcia SE“, einem der weltweit führenden Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln aus Neumarkt. In seinem Festvortrag informierte der 38-jährige Fürst, der erst 2012 auf die Professur für Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität berufen worden war, über seine aktuellen Forschungsergebnisse.

Was sind die wirksamen Prinzipien in einem Naturstoff-Gemisch mit tausenden von Substanzen? Und an welchen Zielstrukturen des Körpers greifen sie an? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Fürst in seiner Forschung. Einer seiner Schwerpunkte ist die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach Maßstäben der Schulmedizin eingesetzt werden. Fürst untersucht diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Komponenten hin.

Der Wissenschaftler, der bereits mit 37 Jahren auf eine volle Professur in Frankfurt berufen wurde, hatte ursprünglich keine wissenschaftliche Karriere geplant. Nach einem Vordiplom in Physik wechselte er in die Pharmazie, weil er ein Studium mit möglichst breiter naturwissenschaftlicher Bildung bevorzugte. Nach dem zweiten Staatsexamen absolvierte er seine Zeit als Pharmazie-Praktikant zunächst in der Apotheke, wechselte dann aber zu Prof. Angelika Vollmar an den Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München – und blieb, weil ihm die Forschung so gut gefiel, dort bis zur Habilitation. An der Goethe-Universität hat Fürst die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann angetreten. Die Frankfurter Pharmazie strahle etwas sehr Dynamisches aus, das habe ihn in seinen Verhandlungen mit der Goethe-Universität gleich angezogen, so Fürst. Und inzwischen ist der überzeugende Team-Player in Frankfurt schon heimisch geworden.

Bild zum Download hier.

Informationen: Prof. Robert Fürst, Institut für Pharmazeutische Biologie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29655; fuerst@em.uni-frankfurt.de 

Veranstaltungen

Sep 2 2013
11:42

Goethe-Universität: Bei der 2. Jahrestagung des House of Pharma diskutieren Experten, wie Deutschland den Weg zur Weltspitze findet

Renaissance als „Apotheke der Welt“?

FRANKFURT. Welche Perspektiven hat die Pharmaindustrie in Deutschland, die rund 45 Mrd. Euro im Jahr umsetzt, im Zeitalter der Globalisierung? Wie muss die Branche auf die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen im Gesundheitsmarkt einerseits und auf die zunehmende Innovationslücke andererseits reagieren und wie stellt sie sich mit Blick auf die verstärkten Konzentrationsprozesse weltweit auf?

Die 2. Jahrestagung House of Pharma bietet am 2. und 3. September 2013 Entscheidungsträgern der Pharmaindustrie sowie Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Verbänden eine Plattform zum Meinungsaustausch zu diesen für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland wichtigen Fragestellungen.

Neben Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Florian Rentsch nehmen u.a. teil: Prof. Dr. Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und einer der profiliertesten Theologen Deutschlands, Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen, Dr. Rudolf Strohmeier, Generaldirektor der Generaldirektion Forschung & Innovation der Europäischen Kommission sowie Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl. Mit dabei sind auch zahlreiche Spitzenvertreter der Wirtschaft.

Inhaltlich verantwortlich für die Tagung sind der Pharmakologe Prof. Dr. Gerd Geisslinger sowie Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität. Beiden treiben das Vorhaben eines House of Pharma maßgeblich voran.

Die Tagung findet statt an der

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casino-Gebäude, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main; Beginn: 2. September, 18.30 Uhr (Abendempfang); 3.September 2013, 8.30 Uhr (Registrierung), 9 Uhr Beginn.

Zum House of Pharma
Für die Lösung der heutigen Probleme im Gesundheitssystem bedarf es einer übergreifenden und interdisziplinären Strategie, die die zahlreichen Initiativen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einbindet. Gerade durch die Vielzahl von Unternehmen, Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Verbänden in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main bieten sich hier ideale Rahmenbedingungen zur Erarbeitung von integrierten Lösungen.

Das House of Pharma an der Goethe-Universität verfolgt deshalb das Ziel der Weiterentwicklung des Pharma-Kompetenzclusters in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main sowie der Positionierung als Inkubator für die Arzneimittelforschung in Deutschland.

In Anlehnung  an das bereits erfolgreich laufende House of Finance an der Goethe- Universität soll es Vertreter aus Politik, Forschung und Pharmaindustrie unter einem Dach zusammenführen. Ein Ziel des House of Pharma ist, die Wertschöpfungskette von der Forschung und Entwicklung eines Arzneimittels bis zu seiner Vermarktung weiter zu verbessern. Hier besteht aus Sicht von Experten in Deutscher großer Handlungsbedarf.

http://www.convent.de/new/uploads/tx_cagevents/130903_JtgPharma_02.pdf

Veranstaltungen

Aug 30 2013
10:57

Vortrag des renommierten US-amerikanischen Biochemiker Randy Schekman im Klinikum

Fehler bei Protein-Transport-Prozessen ermöglichen Rückschlüsse auf Erbkrankheiten

FRANKFURT. Randy Schekman, US-amerikanischer Biochemiker der renommierten University of California, Berkeley, untersucht die Abwicklung von Protein-Transport-Prozessen innerhalb von Zellen. Diese Vorgänge müssen genauestens reguliert werden, da Fehler im Ablauf als Ursache verschiedener Erbkrankheiten und anderer genetischer Störungen identifiziert wurden. In seinem Vortrag

am: Montag (2. September 2013) um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 23-4

erklärt er, wie mit Hilfe von genetischen Analysen der Membran-Zusammensetzung in Hefemutanten, Rückschlüsse auf menschliche Erbkrankheiten gezogen werden können.

Biomembranen dienen als Trennschicht zwischen verschiedenen Bereichen innerhalb einer lebenden Zelle. Verschiedene Zellkompartimente müssen voneinander abgetrennt werden, um diverse Prozesse innerhalb einer Zelle zu koordinieren. Dabei folgen unterschiedliche zelluläre Proteine verschiedenen „Wegweisern”, um zu ihren Bestimmungsorten zu kommen. In den letzten 30 Jahren gelang es Schekman und seinem Team, die treibende Kräfte, die zelluläre Proteine zwischen den Kompartimenten hin- und herbewegen, genauer zu beschreiben. Dank seiner intensiven Forschungen ist es heute möglich, Krankheiten im Zusammenhang mit Störungen des Membrantransports zu verstehen und möglicherweise wirksame Therapien zu entwickeln. Für seine Arbeiten erhielt er u.a. den Albert Lasker Award, eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der medizinischen Grundlagenforschung.

Der Vortrag in englischer Sprache findet im Rahmen der Vortragsreihe „Molecular Medicine“, gesponsert von Sanofi-Aventis, statt.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de

Veranstaltungen

Aug 30 2013
09:54

Mehr Partizipation durch MOOCs? Tagung an der Goethe-Universität zeigt neue Trends und Möglichkeiten für Lehre und Forschung der Zukunft

eLearning zwischen Vision und Alltag

FRANKFURT. Vom 2. bis 5. September 2013 findet unter dem Titel „eLearning zwischen Vision und Alltag - Zum Stand der Dinge“ eine der wichtigsten deutschsprachigen wissenschaftlichen eLearning-Konferenzen, die Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW 2013), an der Goethe-Universität in Frankfurt statt. Die Konferenz bietet mit 29 Vorträgen zu Full- und Shortpapers, 14 Workshops und 17 Posterbeiträgen eine Bestandserhebung der Integration neuer Medien in den heutigen Hochschulalltag und zeigt technologische Trends auf, die einen Einfluss auf die Gestaltung von Lehre haben werden.

Ein Thema der Tagung, das sich in mehreren Workshops, Vorträgen und Postern niederschlägt, sind Massive Open Online Courses (MOOCs) – eine Welle, die die uns aus den USA mit überraschendem Tempo einholt und auch in Europa sichtbare Spuren hinterlassen wird. Dazu Prof. Dr. Detlef Krömker vom Fachbereich Informatik und Mathematik der Goethe-Universität und wissenschaftlicher Leiter der Tagung: „Wenn auch die Motivation in Deutschland, Österreich und der Schweiz andere sind als in den USA (hier wirkt der monetäre Aspekt einer zum Teil sehr teuren Hochschulausbildung stark), so bringen MOOCs für die Öffentlichkeit viele neue Möglichkeiten zur Partizipation direkt in und mit den Hochschulen.“ Co-Leiterin Claudia Bremer von „studiumdigitale“ ergänzt: „Zur Zeit werden MOOCs in der deutschen Hochschullandschaft intensiv diskutiert. Jetzt gilt es, entsprechende didaktische Szenarien und geeignete Geschäftsmodelle zu entwickeln und auch Qualitätsaspekte in den Blick zu nehmen.“

Weitere aktuelle Trends rund um den Einsatz neuer Medien in der Bildung und Forschung, die in Vorträgen und Workshops vorgestellt und diskutiert werden, sind ePortfolios, Szenarien des mobilen Lernens und auch die Zukunft digitaler Forschungsinfrastrukturen: 

  • Am Dienstag den 3. September gibt Dr. Larry Johnson, CEO des New Media Consortium und Mitherausgeber des jährlichen Horizon Reports, in dem Eröffnungsvortrag einen Ausblick auf technologische Trends und deren Bedeutung für die Bildungslandschaft in den nächsten Jahren.
  • Prof. Rolf Schulmeister wird sich in seinem Vortrag „Online wie Offline: Was ist ausschlaggebend für den Lernerfolg“ am Mittwoch den 4. September auf die Spuren des Lernerfolgs begeben und wertvolle Hinweise auf die Gestaltung von Lernarrangements geben.

Zwei weitere Keynote-Vorträge widmen sich dem unter dem Stichwort „eScience“ der Nutzung neuer Medien für Forschungszwecke – ein Feld das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

  • Professor Rittberger, stellvertretender geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), beleuchtet in seinem Beitrag am Donnerstag die Perspektiven der Forschungs­infrastruktur und die Bedeutung offener Bildungsressourcen  und stellt hier die neusten Entwicklungen vor.
  • Während sich dieser Beitrag mehr den Forschungs­infrastrukturen zuwendet, befasst sich Professor Lorna Hughes, Chair in Digital Collections an der University of Wales mit der Bedeutung digitaler Sammlungen, deren Nutzung in Forschungskontexten und auch der Kooperation zwischen Forschenden.

In der Mitte der Tagung, am 4. September, findet am Nachmittag unter dem Motto „EduCamp meets GMW“ ein kostenfreies öffentlich zugängliches so genanntes Barcamp statt, in dem die Teilnehmenden auch eigene Themen als Sessions einbringen und diskutieren können.

Alle Vorträge der Tagung werden aufgezeichnet und auf dem eLearning-Portal der Goethe-Universität bereitgestellt, siehe eLecture.uni-frankfurt.de . Hier lohnt es sich in jedem Fall einmal zu stöbern, denn mehr als 100 Vorlesungen aus den letzten Jahren und verschiedensten Disziplinen sind frei zugänglich.

Die Tagung wird von studiumdigitale, der zentralen eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität Frankfurt, in Kooperation mit der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft organisiert und findet statt auf dem 

Campus Riedberg, Otto-Stern-Zentrum (Hörsaal- und Infrastrukturzentrum),
Ruth-Moufang-Straße 2, 60438 Frankfurt am Main
Beginn: 10 Uhr, Registrierung ab 8.30 Uhr

Weitere Informationen und Programm unter: www.gmw2013.de

Medienvertreter sind herzlich eingeladen an der Konferenz teilzunehmen. Für diesen Fall melden Sie sich bitte kurz bei uns mit Namen, email und voraussichtlicher Ankunft per email an: info@studiumdigitale.uni-frankfurt.de. Hier erhalten Sie gern auch ergänzende Informationen.

Veranstaltungen

Aug 29 2013
12:36

Studierende des Masterstudiengangs „Curatorial Studies“ entwickelten das Performance- und Filmprogramm – Besondere Räume der Wahrnehmung und Interaktion

Begehbare Außeninstallationen von Hélio Oiticica im Palmengarten

FRANKFURT. Zur Retrospektive „Hélio Oiticica. Das große Labyrinth“ (28.9.2013-12.1.2014) des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt zeigt der Palmengarten Frankfurt bereits ab 30. August (Freitag) bis 27. Oktober drei begehbare Außeninstallationen des brasilianischen Künstlers. In einem der Pavillons, „Penetrável PN 14 MAP“, findet in diesem Zeitraum ein Performance- und Filmprogramm mit Interventionen zeitgenössischer Künstler statt, das von Studierenden des Masterstudiengangs „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ (Goethe-Universität und Städelschule) erarbeitet wurde.

Hélio Oiticica (1937–1980) gilt als Vorreiter der partizipativen Kunst. In den frühen 1960er-Jahren entwickelte er Strategien, um neue gesellschaftspolitische Perspektiven in der Kunst zu eröffnen. Er verstand sich als Konstrukteur von Materialität, Farbe, Zeit, Raum und Situationen. Statt eine Rezeption vorzugeben, laden Oiticicas raumgreifende Installationen (Penetráveis) – von denen drei im Palmengarten ausgestellt sind – zur freien Erkundung und Teilhabe ein. „Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation war Oiticica der Zeit voraus. Die Begriffe ‚Partizipation’, ‚Environment’ und ‚Proposition’, die in Europa und Nordamerika den künstlerischen Diskurs erst Jahre später bestimmen sollten, waren in seinem Werk bereits zu einem frühen Zeitpunkt formuliert und verleihen diesem bis heute zentrale Bedeutung für die Kunst der Gegenwart“, sagt der stellvertretende Direktor des MMK und Ausstellungskurator Peter Gorschlüter.

Die „Penetráveis“ hat Oiticica seit den 1960er-Jahren entworfen. Der Begriff „Penetrável“ ist eine Wortschöpfung des Künstlers und stammt von dem portugiesischen Verb „penetrar“ (durchdringen) ab. „Penetrável PN 14 MAP“ entstand in einer Serie  Konzepten und Modellen zu Pavillons, die sich in Größe, Farbe und Form unterscheiden und wurden nach den genauen Vorgaben des Künstlers im Palmengarten aufgebaut. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie alle zur Partizipation des Besuchers und Bespielung des Raumes mit sinnlichen Experimenten und Ereignissen gedacht sind. Zu Lebzeiten lud Oiticica immer wieder Tänzer, Musiker, Künstler und Schriftsteller ein, um seine Werke und Installationen zu bespielen. Doch nicht nur während der Performances, sondern auch in den Ruhephasen können die Besucher die Installationen eigenständig erkunden.

Durch Performances mit Sound, Lecture und Tanz sowie einer Filmreihe wird der Pavillon im Sinne Oiticicas zum Leben erweckt und ermöglicht den Besuchern besondere Räume der Wahrnehmung und Interaktion. Wie wird Oiticicas Pavillon erfahren? Welche Ansätze und Ideen sind in Werken der Gegenwartskunst zu finden? Auf welche Weise findet Partizipation statt? Mit diesen Fragen haben sich die Studierenden der „Curatorial Studies“ in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Das Ergebnis ist ein umfassendes Film- und Performance-Programm mit zwölf künstlerischen Positionen, das die Studierenden für Oiticicas „Penetrável PN 14 MAP“ im Frankfurter Palmengarten erarbeitet haben.  Experimente mit Sound, Sprache und Tanz, Projektionen, Salonabende und Begehungen knüpfen an Oiticicas Konzepte und Ideen an und übersetzen diese in die heutige Zeit.

Dazu tragen am Eröffnungsabend (Freitag, 30. August 20.30 Uhr), die in Frankfurt arbeitenden Künstler Charlotte Simon, Jonathan Penca und Zink Tonsur mit ihrer Performance „Kristallo – Fließen und Forschen“ bei: Es ist die Geschichte einer utopischen Gemeinschaft, deren Mitglieder sich jeglicher alltäglicher Bedürfnisse verwehren und sich stattdessen sinnlicher Erlebnisse hingeben. Die Performancekünstler experimentieren im Pavillon mit Sound, Farbe und Kostümierungen, um ihren eigenen Kosmos zu erschaffen. Jochen Dehn nimmt in seiner Arbeit „Das große Rasenstück“ (31. August und 1. September) die Besucher mit auf eine Tour durch den Palmengarten. Dabei werden Experimente vollzogen und versteckte Orte entdeckt. Dehn begreift die Kunst nicht als die Bindung ans Objekt, sondern vielmehr als Werkzeug zur Transformation von Wahrnehmung. Die amerikanische Performerin Vaginal Davis wird im Rahmen des MMK Sunset im Palmengarten (11. September) eine Audienz unter dem Titel „Lesbi Tropicalia“ halten. Besucher dürfen sich auf ein exklusives Treffen freuen, bei Tee und Gebäck können Geheimnisse, Klatsch und Tratsch ausgetauscht werden. An drei Abenden werden die Performances von einem Filmprogramm begleitet. Dabei treffen Filme und Videos von aktuellen Künstlern wie Pauline Boudry/ Renate Lorenz und Pola Sieverding auf filmische Werke von Oiticicas Zeitgenossen Charles Simonds und Jack Smith.

Das von den Studierenden erarbeitete Programm ist das erste kuratorische Projekt des inzwischen international anerkannten Studiengangs, der eng mit den Frankfurter Museen zusammenarbeitet. „Kuratieren muss theoretisch und praktisch gelernt sein. Dies verlangt neben inhaltlichem Wissen vom Gegenstand auch theoretisches Wissen besonders im Bereich der Erkenntnistheorie und Ästhetik, aber auch praktische Erfahrung mit Ausstellen und Inszenierung künstlerischer Werke im Raum“, so Dr. Stefanie Heraeus, Initiatorin und Leiterin des nun im vierten Jahr angebotenen Masterstudiengangs. Dieser ist ein Kooperationsstudiengang der Goethe-Universität und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule, der gemeinsam mit fünf Frankfurter Museen durchgeführt wird: MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Städel Museum und Liebieghaus, Historisches Museum, Weltkulturen Museum und Portikus. Der Studiengang zeichnet sich durch die international einzigartige Verbindung von Universität, Kunstakademie und Museen aus. Durch innovative Lehr- und Lernformate können Studierende akademisches Lernen und wissenschaftliche Forschung mit kuratorischen Fragestellungen und berufsbezogenen Erfahrungen verbinden.

Öffnungszeiten der Ausstellung im Palmengarten: Täglich 9 bis 19 Uhr, Eingang Siesmayerstraße 63, sowie Sonderöffnungszeiten bei Veranstaltungen

Veranstaltungsprogramm: www.kuratierenundkritik.net/deutsch/home-de.html (bei starkem Regen nur eingeschränktes Programm, Infos unter www.palmengarten.de oder www.kuratierenundkritik.net)

Informationen zu Eintrittspreisen etc.: www.palmengarten.de, www.mmk-frankfurt.de

Pressefotos zum Download unter: www.mmk-frankfurt.de/de/presse/pressedownload

Pressekontakt MMK und Palmengarten: MMK Museum für Moderne Kunst, Christina Henneke Tel. (069) 212 37761, christina.henneke@stadt-frankfurt.de; Palmengarten, Andrea Just, Tel. (069) 212 70460, andrea.just@stadt-frankfurt.de

Informationen zum Masterstudiengangs: Dr. Stefanie Heraeus, Kunstgeschichtliches Institut, Campus Bockenheim, mobil 0151-16145787, Heraeus@kunst.uni-frankfurt.de; www.kuratierenundkritik.net

Forschung

Aug 27 2013
10:09

Musiktherapie fördert Wohlbefinden und emotionalen Ausdruck

Demenz: Musik hilft, wenn die Worte fehlen

FRANKFURT. Dass Musik auf viele Menschen mit Demenz einen positiven Einfluss hat, ist aus der musiktherapeutischen Praxis zwar schon lange bekannt, war jedoch bisher wissenschaftlich nur eingeschränkt nachweisbar. Prüft man nämlich, ob sich das Gedächtnis oder die Denkleistung des Patienten verändern, findet man keinen Effekt. Dagegen verbessern sich das Wohlbefinden und der emotionale Ausdruck während der Musiktherapie deutlich. Frankfurter Psychologen haben nun ein methodisches Vorgehen entwickelt, diese aus der Erfahrung bekannten Wirkungen auch empirisch zu quantifizieren.

Arthur Schall, Musikwissenschaftler und Psychologe im Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität, erzählt gern die Geschichte eines Patienten, der gegenüber der Musiktherapie anfangs sehr reserviert war. Dieser bemerkte das Voranschreiten seiner geistigen Defizite, thematisierte es aber nicht und war entsprechend unausgeglichen und aggressiv. Er ließ sich lediglich darauf ein, mit der Musiktherapeutin klassische Musik anzuhören und darüber zu sprechen. Mit fortschreitender Erkrankung ließ sein Sprachvermögen nach und damit auch die Fähigkeit, über seine Defizite bewusst zu reflektieren. Gleichzeitig sank die Hemmschwelle, auf einfachen Instrumenten wie Trommeln oder einem Xylophon zu spielen. Er begann stundenlang zu musizieren und wurde ausgeglichener. Die Musiktherapeutin leitete daraufhin die Ehefrau zur gemeinsamen Improvisation an. „Die Frau berichtete, sie habe ganz neue Seiten an ihrem Mann entdeckt und die non-verbale Kommunikation habe ihre Beziehung deutlich verbessert“, berichtet Schall.

In einer zweijährigen Pilotstudie mit Musiktherapeuten der Fachhochschule Frankfurt untersuchte Schall die Auswirkungen von Musik auf Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die im häuslichen Umfeld gepflegt wurden. Die wöchentlichen, etwa 45-minütigen musiktherapeutischen Besuche wurden auf Videos festgehalten. Zur Auswertung wendete die Arbeitsgruppe um Prof. Johannes Pantel in der Gerontopsychiatrie der Goethe-Universität eine Methode an, die normalerweise zur Analyse von Börsenkursen oder meteorologischer Daten angewandt wird: die Zeitreihenanalyse. Sie zerlegten jedes Video in 30 Sekunden lange Sequenzen, welche von geschulten Beobachtern hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit, des Wohlbefindens sowie des emotionalen Ausdrucksverhaltens der Erkrankten anhand spezifischer Skalen und bestimmter Kriterien eingeschätzt wurden. So konnten die Wissenschaftler den zeitlichen Verlauf genau verfolgen und mit einer gewöhnlichen Alltagssituation vergleichen, die kurz vor der Musiktherapie registriert wurde.

In Trend- und Interventionsanalysen, in denen die Daten aller einzelnen Verläufe zusammengefasst wurden, konnten die Forscher nachweisen, dass sich non-verbale Kommunikationsfähigkeit, Wohlbefinden und emotionaler Ausdruck der demenzkranken Menschen während einer Musiktherapie signifikant verbessern. „Menschen haben ein elementares Bedürfnis, sich mitzuteilen. Wenn die Sprachfähigkeit nachlässt, gewinnen non-verbale Kommunikationsformen zunehmend an Bedeutung und ermöglichen insbesondere auch die Äußerung von Emotionen“, erklärt Schall. Nach Ablauf der Studie baten viele Angehörige um die Fortsetzung der Musiktherapie und finanzierten diese sogar, sofern es ihnen möglich war, aus eigenen Mitteln.

In einem weiteren Projekt mit dem Frankfurter Städel-Museum wollen Prof. Johannes Pantel, Arthur Schall und Dr. Valentina Tesky künftig auch die Potenziale von Kunst bei der Therapie Demenzkranker erforschen. Im Museum of Modern Art in New York gibt es bereits Kunstführungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. „Wir möchten zusätzlich Atelier-Arbeiten anbieten, die es den Kranken ermöglichen sollen, sich kreativ auszudrücken“, erläutert Pantel. Ebenso wie bei dem Musikprojekt sollen auch die pflegenden Angehörigen im Atelier künstlerisch arbeiten, was sowohl zur Verbesserung der zwischenmenschlich kommunikativen Beziehung zum demenzkranken Menschen als auch zu ihrer eigenen Entlastung beitragen soll.

Informationen: Dipl. Psych. Arthur Schall M.A., Institut für Allgemeinmedizin, Arbeitsbereich Altersmedizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-7657; Schall@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Aug 23 2013
14:43

Land Hessen investiert 150 Mio. Euro in Neubauten für Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften sowie Präsidium und Administration

Feierliche Eröffnung zweier Universitätsgebäude auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Sie bilden die letzten Bausteine zur Vollendung des zweiten Bauabschnitts auf dem Campus Westend: Die beiden Gebäude der Fachbereiche Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften sowie von Präsidium und Administration, die im April 2013 bezogen wurden. Heute (23. August 2013) feierten die Goethe-Universität und das Land Hessen im Rahmen eines Festaktes die offizielle Eröffnung der beiden insgesamt 150 Mio. Euro teuren Gebäude, die vom Berliner Architekturbüro Müller Reimann Architekten geplant wurden. Das Fakultätsgebäude beherbergt neben den Fachbereichen auch gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen wie die zweigeschossige Bibliothek, Hörsäle, Seminarräume, das Studien-Service-Center und eine Cafeteria. Zusammen mit dem benachbarten Präsidialgebäude und dem Max-Planck-Institut bildet es einen großen Gebäudekomplex, der sich wie selbstverständlich in das Gesamtensemble einfügt.

„Die neuen Gebäude helfen der Goethe-Universität, ihren Rang als nationale und internationale Forschungsstätte noch weiter auszubauen“, unterstrich der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in seiner Eröffnungsansprache. „In internationalen Vergleichen wie jüngst wieder im Shanghai-Ranking zählt sie regelmäßig zu den 5 bis 8 besten deutschen und 20 besten Universitäten in Europa. Darauf sind wir stolz.“ Bisher habe das Land Hessen rund eine halbe Milliarde Euro in den Campus Westend investiert. Die Universität Frankfurt erhalte mit Abstand die meisten Mittel aus dem hessischen Hochschulmodernisierungsprogramm Heureka. „Bildung und Forschung sind uns ein Herzensanliegen. Noch nie gab es mehr Geld für unsere Hochschulen als heute. So sieht eine moderne Politik für Studierende, Lehrende und Hochschulen aus. Und so wollen wir es auch über 2013 hinaus fortsetzen“, so Bouffier.

„Mit der Eröffnung der Gebäude rückt die Goethe-Universität der geplanten Konzentration auf drei Standorte in Frankfurt ein wichtiges Stück näher. Der Campus Westend gewinnt mit den gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereichen und ihren 10.000 Studierenden sowie 1.000 Lehrenden und Mitarbeitern noch mehr Vitalität und Vielfalt“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl anlässlich der Eröffnung. „Und nicht zuletzt stellen die neuen Gebäude gegenüber den Altbauten in Bockenheim einen großen Qualitätssprung dar. Wir sind dem Land Hessen für diese finanzielle Kraftanstrengung sehr dankbar.“

Architekt Thomas Müller beschreibt seine bei der Planung des PEG-Gebäudes leitenden Gedanken mit folgenden Worten: „Die Materialität und die Architektursprache des Gebäudes ordnen sich dem Charakter des Campus und seiner Architektur unter (…) Sie sollen der Hintergrund sein, vor dem sich das Studium abspielt und versuchen, dort wo es notwendig ist, Konzentration und Stille zu fördern. Der Städtebau und die Architektur des Campus und seiner einzelner Gebäude vermeiden bewusst den Bruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart und betonen mit ihrem Bezug zu Hans Poelzigs großartigen IG Farben-Haus die architektonische Kontinuität im Umgang mit Typologie und formalen Mitteln.“

Daten und Fakten:

  • 2007 Wettbewerb, 2008 Spatenstich, 2010 Richtfest, 2012 Fertigstellung, 2013 Erstbezug;
  • Gesamtkosten: 150 Mio. EUR,
  • Grundstücksfläche: 14.000 m2, Bruttorauminhalt: 290.000 m3
  • Bruttogeschossfläche: Fachbereichsgebäude: 41.700 m2, Präsidium: 13.000 m2, Tiefgarage: 17.000 m2
  • Hauptnutzfläche: Fachbereichsgebäude: 23.100 m2, Präsidium: 7.000 m2
  • Ausstattung: 1.300 Büroarbeitsplätze, 3.000 Plätze in Seminarräumen, Bibliothek,
  • Besprechungs- und Sonderräumen, 180 Plätze in der Cafeteria

Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn (Goethe-Universität), Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel.: +49 (69) 798- 13035, E-Mail: kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de;

Alexander Stephan (Hessische Staatskanzlei), Tel.: +49 (611) 32 3736
E-Mail: Alexander.Stephan@stk.hessen.de

Forschung

Aug 22 2013
16:04

Im September starten spezielle Kurse an der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität – Kooperation mit dem Trauma- und Opferzentrum Frankfurt

Achtsamkeitstraining kann Leidensdruck traumatisierter Patienten lindern

FRANKFURT. Traumatische Erlebnisse, wie sexuelle oder körperliche Gewalt, hinterlassen bei vielen Betroffenen starke psychische Wunden. Sie leiden unter wiederkehrenden schmerzhaften Erinnerungen, Alpträumen, körperlicher Anspannung und Schlafstörungen. Um Betroffenen zu helfen, sich zu stabilisieren, haben Dr. Regina Steil und Dr. Meike Müller-Engelmann von der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Trauma- und Opferzentrum Frankfurt ein spezielles Gruppen-Behandlungsprogramm ins Leben gerufen: Es handelt sich um einen Kurs in Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), ein Achtsamkeitstraining, dessen Wirksamkeit bei zahlreichen körperlichen und psychischen Störungen nachgewiesen wurde.

„Wir erhoffen uns, durch die Förderung von Achtsamkeit den hohen Leidensdruck traumatisierter Personen verringern zu können. Die Teilnahme soll Betroffenen helfen, mit ihrem emotionalen Erleben wieder mehr in Einklang zu kommen, ohne dass dafür eine direkte Konfrontation mit den belastenden Erinnerungen notwendig ist“, so Müller-Engelmann. Bei ihrem Projekt werden die Trauma-Therapeutinnen von der zertifizierten MBSR-Lehrerin Tjorven Figge unterstützt.

„Achtsamkeit“ bedeutet, den aktuellen Augenblick bewusst zu erleben und den Körper im gegenwärtigen Moment zu spüren. Ziel ist es dabei, dass der Geist sich auf das Hier und Jetzt konzentriert und sich weder mit der Zukunft noch mit der Vergangenheit beschäftigt. Während des achtwöchigen Gruppenkurses  stehen einmal pro Woche gemeinsam Übungen wie Sitz- und Gehmeditationen sowie Yogaübungen auf dem Programm. Dazu gehört beispielsweise auch der Body-Scan, mit dessen Hilfe eine wertfreie und achtsame Körperwahrnehmung erlernt werden soll. Zum Kurs gehört neben täglichen Übungen für zu Hause auch ein Achtsamkeitstag mit intensiven gemeinsamen Übungen und Meditationen. Bei auftretenden Krisen steht eine erfahrene Trauma-Therapeutin während des gesamten Kurses und zwischen den Sitzungen als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Um die Wirksamkeit des Programms bei Patientinnen und Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung nachzuweisen, wird der Kurs wissenschaftlich begleitet. Hinweise darauf, dass das Programm positive Veränderungen bei traumatisierten Personen bewirken kann, lieferte die Untersuchung einer amerikanischen Forschungsgruppe der Universität Maryland. In dieser Untersuchung wurde ein MBSR-Kurs speziell für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kindheit angeboten und konnte die posttraumatischen Beschwerden deutlich reduzieren. Darüber hinaus erwiesen sich achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Interventionen bereits als effektive Bestandteile gängigen Trauma-Therapien. „Traumatisierte Patientinnen und Patienten neigen dazu, schmerzhafte Erinnerungen und Erfahrungen zu vermeiden. Ein achtsamer und akzeptierender Umgang mit dem eigenen Erleben soll einer weiteren Chronifizierung der Störung entgegen wirken“. erläutert Müller-Engelmann.

Informationen: Interessierte Personen können sich an Dipl.-Psych. Dr. Meike Müller-Engelmann wenden,  Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Goethe-Universität Frankfurt, E-Mail: Mueller-Engelmann@psych.uni-frankfurt.de, sowie an das Trauma- und Opferzentrum Frankfurt e.V.,, Tel.: 069/21655828.

Veranstaltungen

Aug 22 2013
10:35

Podiumsdiskussion über ethische Herausforderungen moderner Kriegsführung am 3. September 2013 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Sind Drohnen „Todesautomaten“?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die Rechtfertigung von Krieg und die Definition legitimer Kriegsmittel sind zentrale Probleme demokratisch verfasster Rechtsstaaten: Unter welchen Umständen könnten Waffengänge gerecht sein, zu welchen Mitteln dürfen die Kontrahenten auf keinen Fall greifen? Seit einigen Jahren beschäftigen sich Friedensforscher verschiedener Disziplinen verstärkt mit dem Einsatz so genannter Drohnen - ferngesteuerter Fluggeräte, die zu militärischen Zwecken genutzt werden. Unterdessen schreitet die High-Tech-Rüstung immer weiter voran. Mittlerweile ist sogar von autonom handelnden Kampfrobotern die Rede. Die Frage, welche Auswirkungen all dies auf unser Verständnis und unsere Beurteilung bewaffneter Konflikte hat, steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion zum

Thema: „Drohnen und andere ‚künstliche Kämpfer’: Ethische Herausforderungen moderner Kriegsführung
am: Dienstag, 3. September 2013, um 19.30 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Die halb- und vielleicht bald sogar „vollautomatischen“ Waffensysteme stellen nach Meinung von Beobachtern eine „Revolution der Kriegsführung“ dar. Und schon jetzt verbinden viele Menschen mit Drohnen und anderen „künstlichen Kämpfern“ das unpersönliche Töten vom Joystick aus und die fortschreitende Automatisierung militärischer Kampfführung - bis hin zu Robotern, die selbstständig entscheiden können, wen sie erschießen. Doch stimmt dieses Bild? Handelt es sich hierbei wirklich um „Automaten des Todes“, wie die Süddeutsche Zeitung vor kurzem titelte? Welche Chancen und Gefahren birgt der Einsatz von Drohnen für Soldaten, Zivilisten, für die Weltgesellschaft und das Völkerrecht? Und wie kann den Gefahren begegnet werden? Über diese Fragen diskutieren Experten aus den Bereichen Jura, Physik, Politikwissenschaft und Philosophie sowie ein Vertreter der Bundeswehr.

Die Diskutanten auf dem Podium: PD Dr. Jürgen Altmann ist Physiker und Friedensforscher an der Technischen Universität Dortmund sowie Mitbegründer des Forschungsverbundes „Naturwissenschaft, Abrüstung und Internationale Sicherheit“. Prof. Claus Kreß lehrt deutsches und internationales Strafrecht an der Universität zu Köln, wo er auch das „Institute for International Peace and Security Law“ leitet. Oberstleutnant Roland Runge ist Dezernatsleiter im Kommando Einsatzkräfte Luftwaffe in Köln und dort unter anderem für den Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge zuständig. Komplettiert wird die Runde durch Dr. Alexander Leveringhaus vom Oxford Institute for Ethics, Law and Armed Conflict. Der Politikwissenschaftler war 2011/2012 auf Einladung der an der Goethe-Universität angesiedelten Forschergruppe „Justitia Amplificata. Rethinking Justice“ Fellow am Forschungskolleg.

Die Moderation der Diskussion hat Dr. Bernhard Koch, Mitarbeiter am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg sowie Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Die Einführung und Begrüßung übernimmt Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Frankfurter Professor für Philosophie und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.

Die öffentliche Podiumsdiskussion wird vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem Hamburger Institut für Theologie und Frieden veranstaltet. Sie bildet den Abschluss einer zweitägigen internationalen Fachtagung über „Military Robotics and the Changing Nature of Armed Conflict: Ethics, Law, and Design for the Armies of the 21st Century“, die zuvor am Bad Homburger Kolleg stattfindet.

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu der Podiumsdiskussion nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin des Forschungskollegs, Tel.: 06172-13977-10, i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Forschung

Aug 21 2013
14:47

Mit Licht aktivierbares Molekül ermöglicht Orientierung

Kompass im Vogel-Auge entschlüsselt

FRANKFURT. Zugvögel, aber auch Haushühner, orientieren sich im Magnetfeld der Erde mithilfe eines Kompasses im Auge, der durch Licht aktiviert wird. Ähnlich wie ein Inklinationskompass reagiert er auf die Neigung des Erdmagnetfeldes zur Erdoberfläche und unterscheidet so zwischen „polwärts" und „quatorwärts". Schon seit einigen Jahren vermuten Forscher, dass der zugrunde liegende Mechanismus auf der Licht-Aktivierung des Photorezeptors Cryptochrom beruht. Diese Vermutung konnte die Arbeitsgruppe um die Biologen Roswitha und Wolfgang Wiltschko, Professoren an der Goethe-Universität, nur durch Experimente an lebenden Hühnern erhärten.

Vor etwa einem Jahr wiesen die Frankfurter Ornithologen Cryptochrom 1a in speziellen Zapfen-Sehzellen von Rotkehlchen und Haushühnern nach. Um sicher zu sein, dass dieses Molekül auch tatsächlich für die Orientierung im Magnetfeld verantwortlich ist, untersuchten sie nun, bei welchen Wellenlängen des Lichts es angeregt wird. Das ist nicht einfach, weil die Aktivierungskurven von Cryptochrom normalerweise an gelösten Molekülen bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt gemessen werden.

„Bei unseren Experimenten ist es uns erstmals gelungen, die Licht-Aktivierung unter natürlichen Umständen zu messen“, erläutert Roswitha Wiltschko. Das Molekül saß während der Messung in der Membran des intakten Auges eines lebenden Huhns bei dessen Körpertemperatur von 40 Grad. Die Forscher stellten fest, dass die Aktivierung bei Wellenlängen von Ultraviolett bis Grün erfolgt. Das sind genau die Wellenlängen, bei denen sich Vögel orientieren können. Dagegen aktiviert rotes Licht das Cryptochrom nicht. Das passt zu der Beobachtung, dass die Vögel bei diesem Licht, genauso wie im Dunkeln, die Orientierung verlieren. „Unsere Befunde sprechen stark dafür, daß Cryptochrom 1a wirklich das Rezeptormolekül für den Magnetkompass der Vögel ist“, folgert Roswitha Wiltschko.

Publikation: Christine Nießner, Susanne Denzau, Katrin Stapput, Margaret Ahmad, Leo Peichl, Wolfgang Wiltschko und Roswitha Wiltschko: Magnetoreception: activated cryptochrome 1a concurs with magnetic orientation in birds. Journal of the Royal Society Interface, http://dx.doi.org/10.1098/rsif.2013.0638

Informationen: Prof. Roswitha Wiltschko, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42107; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Aug 21 2013
14:45

Graduiertenkolleg “Law and Economics of Money and Finance” (LEMF) im House of Finance kooperiert mit Columbia Law School und Oxford Law School

Global Law in Finance Netzwerk gestartet

FRANKFURT. Unter Beteiligung der Goethe-Universität Frankfurt ist das Global Law in Finance Network (GLawFiN) offiziell ins Leben gerufen worden. GLawFiN ist ein interdisziplinäres Projekt an mehreren Standorten mit dem Ziel, das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Recht und Finanzmärkten zu vertiefen. Die drei Standorte des Projekts sind derzeit das House of Finance der Goethe-Universität vertreten durch Brigitte Haar, die Columbia Law School vertreten durch Katharina Pistor und die Oxford University Law School vertreten durch Dan Awrey. Die drei Wissenschaftler fungieren als Principal Researchers des GLawFin. Das Projekt wird von der Max-Planck-Gesellschaft (in Form  des Max-Planck-Forschungspreises, den Katharina Pistor 2012 erhielt) und dem Institute for New Economic Thinking gefördert.

Die Kernaufgabe des GLawFiN ist es, die „Legal Theory of Finance“, einen neuen Erklärungsansatz für das komplexe Wirkungsgefüge rechtlicher und ökonomischer Faktoren auf Finanzmärkten, zu erforschen . Es unterstützt Doktoranden dabei, auf Grundlage detaillierter Analyse der Rechtsstruktur von Finanzmärkten den theoretischen Rahmen zu vertiefen, zu erweitern und zu hinterfragen. Um die Qualität ihrer Arbeit zu gewährleisten und Orientierungshilfe und Einblicke von Spitzenwissenschaftlern und Praktikern aus diesem Bereich zu erhalten, ist es den Principal Researchers gelungen, einen Beirat mit sechs renommierten Mitgliedern zu schaffen: John Armour (Oxford Law), Jeffrey Golden (LSE und ehemals Partner bei Allen & Overy), Jeffrey Gordon (Columbia Law), Martin Hellwig (Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern), Cathy Kaplan (Sidley Austin, New York) und Daniela Weber-Rey (Deutsche Bank, ehemals Partner bei Clifford Chance).

Die ersten vom GLawFiN zur Förderung ausgewählten Doktoranden sind Jacob Bonavita (LEMF, House of Finance, Goethe-Universität), Maciej Borowicz (Colombia Law School), und Javier Solana (University of Oxford).

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Brigitte Haar, House of Finance, Telefon: 069 798 33764, E-Mail: b.haar@jur.uni-frankfurt.de

Forschung

Aug 21 2013
14:40

Wissenschaftler-Team legt Vorschläge für Umsetzung vor

Öffentliche Verwaltung soll Rechnungen künftig elektronisch austauschen

FRANKFURT. Wissenschaftler der Goethe-Universität haben gemeinsam mit den Experten der Bonpago GmbH eine Studie vorgelegt, die der öffentlichen Verwaltung in Deutschland Wege aufzeigt für eine Umstellung auf den elektronischen Austausch von Rechnungen. Die Studie unter Leitung von Wolfgang König, Professor für BWL, insbesondere Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement, entstand im Rahmen des Projektes eRechnung, das vom Bundesministerium des Innern gefördert wird.

In Deutschland werden jährlich rund 32 Mrd. Rechnungen und Kassenbelege ausgetauscht, davon rund 120-140 Mill. mit der öffentlichen Verwaltung. Der Anteil elektronischer Rechnungen liegt dabei im einstelligen Prozentbereich. Die EU Kommission hat im Juni 2013 vor dem Hintergrund der „Digitalen Agenda für Europa“ einen Richtlinienentwurf präsentiert, der öffentliche Verwaltungen der Mitgliedsstaaten dazu verpflichten soll, binnen 48 Monaten eine Infrastruktur für den Empfang elektronischer Rechnungen bereit zu stellen. So will die EU Einsparungen von bis zu 2,3 Mrd. EUR verwirklichen.

Die Herausforderung für die Autoren bestand nun darin, unter einer Vielzahl von Lösungsansätzen zum elektronischen Rechnungsaustausch den anhand von Kosten- und Nachhaltigkeitsaspekten besten Weg für die öffentliche Verwaltung auszuwählen. „Wir empfehlen für den elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung den Versand der Rechnung als PDF-Anhang einer E-Mail mit integriertem Datensatz, der idealerweise die Kopf- und Positionsdaten der Rechnung in einem Standardformat beschreibt“, so Wolfgang König. „Dieser Übertragungsweg ermöglicht die elektronische Weiterverarbeitung durch Einspeisung der Rechnungsdaten in die nachgelagerten Systeme und setzt außerdem eine niedrige Teilnahmeschwelle, von der insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren.“

Um die erarbeiteten Handlungsempfehlungen zu evaluieren, werden seit Anfang 2013 unter anderem beim Technischen Hilfswerk (THW) und beim Bundesverwaltungsamt Pilotstudien durchgeführt.

Download: Steffen Bernius, Donovan Pfaff, Stefan Werres, Wolfgang König:  „Recommended Course of Action for the Implementation of Electronic Invoicing in Public Administrations – Final Report in the eRechnung Project“

Weitere Informationen: www.e-docs-standards.de.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang König, Telefon: +49 (0)69 798 34001, E-Mail: wkoenig@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Aug 19 2013
12:00

Mit Performance- und Filmprogramm entwickelt von Studierenden der Curatorial Studies

Hélio Oiticica im Palmengarten

FRANKFURT. Drei Außeninstallationen des brasilianischen Künstlers Hélio Oiticica werden im Frankfurter Palmengarten gezeigt. Sie sind Teil der Retrospektive „Hélio Oiticica. Das große Labyrinth“ (28.9.2013-12.1.2014) des Künstlers im MMK Museum für Moderne Kunst. In einem der drei begehbaren Pavillons, dem „Penetrável PN 14“, findet in der Zeit vom 30. August bis zum 12. Oktober ein Performance- und Filmprogramm mit Interventionen zeitgenössischer Künstler statt. Für das Programm haben Studierende des Masterstudiengangs „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ (Goethe-Universität und Städelschule) zwölf junge, internationale Künstler und Künstlergruppen eingeladen, sich mit dem „Penetravél PN 14“ im Palmengarten auseinanderzusetzen. Es entstehen ortsbezogene Arbeiten: Experimente mit Sound, Sprache und Tanz, Projektionen, Salonabende und Begehungen.

Oiticica (1937-80) gilt als Vorreiter der partizipativen Kunst. Zur gleichen Zeit wie Joseph Beuys in Deutschland entwickelte er in den frühen 1960er Jahren Überlegungen, die Kunst in den Raum hinein zu erweitern und für die Gesellschaft zu öffnen. Er verstand sich als Konstrukteur von Materialität, Farbe, Zeit, Raum und Situationen. Seine raumgreifenden Installationen eröffnen durch ihre ästhetischen und architektonischen Qualitäten besondere Räume der Wahrnehmung und Interaktion.

Die Ausstellung sowie das Film- und Performanceprogramm werden ermöglicht durch: funarte fundação nacional de arte, Kulturministerium Brasilien, Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Brasilianische Bundesregierung, Brasil Literature. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2013, artEDU Stiftung, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, experimente. Eine Kulturinitiative der Aventis Foundation, Dr. Marschner Stiftung. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag (30. August) um 18 Uhr statt.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir laden Sie herzlich ein

zur Vorbesichtigung der Ausstellung Hélio Oiticica im Palmengarten
am Donnerstag, 29. August, um 11 Uhr
im Palmengarten (Eingang Siesmayerstraße 61, 60323 Frankfurt am Main)

Ihre Gesprächspartner sind: Dr. Matthias Jenny (Leitung Palmengarten), Peter Gorschlüter (stellvertretender Direktor MMK) und Dr. Stefanie Heraeus (Leitung Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik), in Anwesenheit von Cesar Oiticica Filho (Kurator/Filmemacher). Im Anschluss an die Vorbesichtigung können Sie an der Generalprobe der Performance zur Eröffnung „Kristallo – Fliessen und Forschen“ von Charlotte Simon, Jonathan Penca, Zink Tonsur und Chor teilnehmen.

Ihr Anmeldung richten Sie bitte an das MMK Museum für moderne Kunst, per Fax: 069-212 37882, oder per Mail: presse.mmk@stadt-frankfurt.de

Mit den besten Grüßen
Christina Henneke  (MMK Frankfurt) & Andrea Just (Palmengarten) & Ulrike Jaspers (Goethe-Universität)

Informationen zur Mitwirkung des Masterstudiengangs: Dr. Stefanie Heraeus, Kunstgeschichtliches Institut, Campus Bockenheim, mobil 0151-16145787, Heraeus@kunst.uni-frankfurt.de; www.kuratierenundkritik.net, Link zum Ausstellungsprogramm: http://www.kuratierenundkritik.net/deutsch/home-de.html

Veranstaltungen

Aug 19 2013
10:58

Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse erhalten Einblicke in naturwissenschaftliche Fächer an der Goethe-Universität

Tag der Naturwissenschaften

FRANKFURT. Am 24. und 25. September 2013 findet der 11. Tag der Naturwissenschaften im Otto-Stern-Zentrum auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität statt. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse, die Interesse an den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Medizin haben und herausfinden wollen, ob ein naturwissenschaftliches Studium für sie in Frage kommt. Anmelden können sich Schülergruppen über Lehrerinnen und Lehrer ihrer Schulen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten am Tag der Naturwissenschaften in spannenden Vorträgen einen Einblick in die Vielfalt der Themen der verschiedenen Fächer. An Experimentalständen können sie zudem selber Dinge ausprobieren und ein Gefühl für die einzelnen Wissenschaften bekommen. Außerdem haben die Teilnehmer Gelegenheit, mit Wissenschaftlern der Goethe-Universität ins Gespräch zu kommen.

Die Schülergruppen bekommen hierbei einen Eindruck, welches Vorwissen aus der Schule für die einzelnen Studiengänge vorausgesetzt wird. Das soll den Teilnehmern vor allem dabei helfen, gezielter Kurse in der Oberstufe zu wählen, die ihnen bei der Bewerbung für ein naturwissenschaftliches Studium zugutekommen.

Es werden die folgenden Studienfächer der Goethe-Universität vorgestellt: Biochemie, Biophysik, Biowissenschaften, Chemie, Geographie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Medizin, Meteorologie, Pharmazie, Physik, Zahnmedizin und Lehramt für die naturwissenschaftlichen Fächer.

Zusätzlich werden an beiden Tagen Workshops für Lehrerinnen und Lehrer angeboten. Die Anmeldung ist unabhängig davon, ob die Lehrerinnen und Lehrer mit einer Schülergruppe am Tag der Naturwissenschaften teilnehmen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter: www.tdn.uni-frankfurt.de

Ansprechpartnerin: Susanne Mombers, Programmkoordinatorin, Zentrale Studienberatung, Tel.: 069 - 798 13835, mombers@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Aug 16 2013
15:44

Vollendung des zweiten Bauabschnitts: Feierliche Eröffnung zentraler Neubauten der Goethe-Universität mit Ministerpräsident Volker Bouffier

Bauliche Meilensteine für den Campus Westend

MEDIENEINLADUNG

FRANKFURT. „Freiraum für den Geist“ – mit diesem Motto ist die feierliche Eröffnung zweier Neubauten auf dem Campus Westend der Goethe-Universität überschrieben. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Universitätspräsident Werner Müller-Esterl werden gemeinsam die im Rahmen des zweiten Bauabschnittes des Campus Westend fertiggestellten und im April bezogenen Gebäude der Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften (PEG) und des Präsidiums und der Administration (PA) präsentieren. Insgesamt haben diese 155 Mio. Euro gekostet. Thomas Müller vom Architekturbüro Müller und Reimann (Berlin) wird in seinem Grußwort das bauliche Konzept beider Gebäude erläutern. Anschließend wird Thomas Platte vom Hessischen Baumanagement der Goethe-Universität symbolisch die Schlüssel überreichen.

Die Feierstunde findet statt

am: Freitag, 23.08.2013, um 11.00 Uhr

im: Foyer des Gebäudes PA, Campus Westend, Grüneburgplatz 1.

Sie sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Im Vorfeld der Veranstaltung besteht für Medienvertreter zudem die Möglichkeit, an einem geführten Rundgang mit Universitätspräsident Werner Müller-Esterl und dem Architekten Thomas Müller durch beide Gebäude teilzunehmen, der um 10.00 Uhr beginnt. Bitte teilen Sie uns bis zum 20.08.2013 per Mail an presse@uni-frankfurt.de mit, ob Sie an der Veranstaltung und/oder an dem Medienrundgang teilnehmen möchten.

Herzliche Grüße

Olaf Kaltenborn
(Pressesprecher)

Forschung

Aug 14 2013
11:59

Erste Ergebnisse des Projekts „Afrikas Asiatische Optionen“

In Äthiopien sind die Professoren Inder

FRANKFURT. Äthiopien hat mit Hilfe der Weltbank und internationaler Entwicklungsorganisationen seit dem Jahr 2000 massiv in die Hochschulbildung investiert. Die Zahl der Universitäten ist von ursprünglich zwei auf 31 angestiegen. Die damit verbundene große Nachfrage nach Professoren deckt das Land durch die Rekrutierung indischer Akademiker. Zwar ist die Besetzung der Lehrstühle mit Indern nur als temporäre Lösung geplant. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass es schwierig sein wird, sie langfristig durch einheimischen Nachwuchs zu ersetzen.

„Unter den Einwanderern in Äthiopien stellen die Inder eine vergleichsweise kleine Gruppe dar, aber sie werden wegen ihrer Tätigkeit als Lehrer seit Jahrzehnten mit dem Bildungssektor assoziiert“, erklärt die Ethnologin Dr. Sophia Thubauville, die Anfang des Jahres ihren ersten Feldforschungsaufenthalt in Ost-Äthiopien absolvierte. „Das Gehalt der indischen Akademiker ist an den Universitäten zehn Mal so hoch wie das ihrer äthiopischen Kollegen“, so Thubauville. Bezahlt wurden die Gehälter bis 2005 aus einem Programm der Vereinten Nationen und seitdem von den äthiopischen Universitäten selbst. Der einheimische Nachwuchs geht dagegen wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten oder aus politischen Gründen oft ins Ausland. Für die indischen Einwanderer ist das großzügige Gehalt der Hauptgrund für die Migration. Sie können davon rund 75 Prozent sparen. Nach Ablauf ihres in der Regel auf zwei Jahre befristeten Vertrags kehren viele in ihre Heimat zurück -  jedenfalls wenn sie ihre Familie dort gelassen haben. Denn in Äthiopien finden die Einwanderer keine englischsprachigen Schulen für ihre Kinder, ihre Ehepartner können dort meist nicht arbeiten, und das Gesundheitssystem ist deutlich schlechter als in Indien.

Für ihr Forschungsprojekt im Rahmen des interdisziplinären Verbundprojekts „Afrikas Asiatische Optionen“ (AFRASO) an der Goethe-Universität, das unter anderem die verstärkte Migration zwischen Asien und Afrika untersucht, bereiste Sophia Thubauville die zweitälteste Universität des Landes in Haramaya (gegründet 1954) sowie zwei neuere Universitäten, die 2007 gegründet wurden. Diese liegen in Dire Dawa, einer Handelsstadt auf dem Weg zur Hafenstadt Djibouti und in Jigjiga, einer verschlafenen Stadt in der krisenanfälligen Somali-Zone. Durch ihre Feldforschung will sie herausfinden, wie Äthiopien die Herausforderungen durch die starke Ausweitung seines Hochschulsektors bewältigt.

Zurzeit gibt es schätzungsweise 1.200 indische Dozenten in Äthiopien. Die meisten kommen aus Süd-Indien und werden von Agenturen zum Beispiel durch Anzeigen in der „Times of India“ rekrutiert. Der Bewerbungsprozess ist einfach: „Es gibt walk-in Interviews, bei denen man mit seinem Lebenslauf vorbei kommt und schon nach einem kurzen Gespräch eingestellt wird“, erklärt Thubauville. Auch die bürokratischen Formalitäten für die Einwanderung werden von den Agenturen übernommen. Allerdings tritt nur die Hälfte der Rekrutierten ihre Stelle auch wirklich an, weil viele sich erst nach dem Gespräch über die Bedingungen in ihrem Gastland erkundigen. Ein weiterer Schwund findet vor Ort statt, denn nicht alle Einwanderer haben die gewünschte Qualifikation oder sie sind sogar aufgrund gefälschter Papiere eingestellt worden. „Vor wenigen Wochen las ich eine Anzeige, in der eine äthiopische Universität zu Anfang des Semesters noch 50 offene Stellen zu besetzen hatte“, berichtet Thubauville.

Unter den Auswanderern sind viele Berufsanfänger. Professorinnen und Professoren im mittleren Alter kommen meistens von privaten Colleges in Indien, an denen die Gehälter nicht so stark angehoben wurden wie an den staatlichen Hochschulen. Ebenso wandern indische Seniorprofessoren aus. „Zwar gibt es für die Beschäftigung an äthiopischen Universitäten eine Altersbegrenzung von 65 Jahren zum Zeitpunkt der Einstellung, aber wenn die Professoren gekommen sind, um einen neuen Studiengang aufzubauen, arbeiten sie bis weit in ihre 70er Jahre hinein“, weiß Thubauville. Während ihres Forschungsaufenthaltes erlitt einer der Senior-Professoren einen Herzinfarkt, was angesichts der mangelhaften medizinischen Versorgung besonders tragisch war.

Eine zusätzliche Herausforderung für den Aufbau des äthiopischen Hochschulwesens ist die neuerdings von der Regierung voran getriebene Ausrichtung auf technische und naturwissenschaftliche Fächer. An äthiopischen Universitäten wurden bisher zu 70 Prozent geisteswissenschaftliche Fächer unterrichtet. Nun sollen 60 Prozent der Studierenden in Technik oder Naturwissenschaften ausgebildet werden. Äthiopische Studenten dürfen sich ihr Studienfach nicht aussuchen. Sie reichen eine Wunschliste mit zehn Studienwünschen ein und bekommen dann ein Fach zugeteilt. Der Staat übernimmt dann zunächst nicht nur die Kosten des Studiums, sondern auch Kost und Logis im Studentenwohnheim. Mit Beginn eines Arbeitsverhältnisses zahlen die ehemaligen Studenten dann Teile der Ausgaben an den Staat zurück. In den vergangenen Jahren sind verstärkt „Technical Colleges“ gegründet worden, doch oft fehlt es an der nötigen Ausstattung. So beklagen sich indische Dozenten, die aus ihrer Heimat eine gute praktische Ausbildung gewohnt sind, über das Fehlen von Chemikalien und Ersatzteilen. „An der medizinischen Fakultät in Dire Dawa gibt es kein Labor. Am IT-College in Haramaya fehlt der Computer-Raum“, berichtet Thubauville.

Im kommenden Jahr wird Thubauville nach Indien reisen, um dort zu erforschen, wie sich die Migration der Akademiker aus indischer Sicht darstellt. 2015 ist dann ein weiterer Forschungsaufenthalt in Äthiopien geplant. Mit ihrem Forschungsprojekt möchte sie nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag zur Süd-Südmigration von hochqualifizierten Fachkräften leisten, sondern erhofft sich auch, dass aufgedeckte Missstände in der Rekrutierung indischer Akademiker sowie der Situation einheimischer Akademiker in Äthiopien wahrgenommen werden und womöglich zu einem Umdenken führen.

Informationen: Dr. Sophia Thubauville, Frobenius-Institut, Campus Westend, Tel.: (069) 798-33240; Thubauville@em.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Aug 13 2013
13:10

Ausschreibung für Studienorientierungsangebot der ZEIT-Stiftung an der Goethe-Universität beginnt

Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“

FRANKFURT. Oberstufenschüler aus Hessen mit Zuwanderungsgeschichte können sich bis zum 2. Oktober 2013 für den Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ bewerben. Das viertägige Seminar über das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf findet vom 1. bis 4. November 2013 zum ersten Mal in Frankfurt am Main statt. Während der vier Tage kommen rund 30 Schüler mit Hochschuldozenten, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden zusammen. Bei Expertengesprächen, Diskussionsrunden und Schulhospitationen erfahren sie, was die Berufsperspektive Lehrer bedeutet. Sie erhalten viele nützliche Informationen über die Studienvoraussetzungen und die berufliche Praxis einer Lehrerin bzw. eines Lehrers in Hessen.

Das Projekt zielt auf die noch immer bestehende Diskrepanz zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft an allgemeinbildenden Schulen: Bei den jungen Menschen in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen beträgt der Migrationsanteil knapp 50%.  Jedoch haben bundesweit nur 7 % der Lehrkräfte Migrationsgeschichte. Denn leider entscheiden sich bislang noch sehr wenige Abiturientinnen und Abiturienten, deren Familien Migrationsgeschichte haben, für den Lehrberuf. Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte werden dringend gebraucht – als Vorbilder und Vertraute.

Dr. Tatiana Matthiesen, Programmleiterin der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius: „Hessen ist das achte Bundesland, in dem der Schülercampus ‚Mehr Migranten werden Lehrer‘ nun startet – darüber freuen wir uns in der ZEIT-Stiftung sehr! Wir wünschen uns, dass zahlreiche  Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler an dem viertägigen Kompaktseminar an der Goethe-Universität teilnehmen – und das Lehramt als berufliche Perspektive entdecken.“

Der Schülercampus in Frankfurt am Main ist eine Initiative der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und wird in Frankfurt am Main mit dem Hessischen Kultusministerium, der Goethe-Universität und der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung realisiert. Informieren kann man sich unter www.mehr-migranten-werden-lehrer.de.

Weitere Informationen: Rebecca Röhrich, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL), Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation, roehrich@em.uni-frankfurt.de, Tel.: 069/ 798-25114.

Forschung

Aug 13 2013
10:21

Detaillierte Einblicke in die Aggregation des Prionproteins/ VIP Publikation in Angewandte Chemie

Dem Rinderwahnsinn auf der Spur

FRANKFURT.  Auch wenn der Ausbruch der BSE-Krise bereits gut 20 Jahre zurück liegt, sind die Ursachen von Erkrankungen wie Rinderwahnsinn (BSE) und der verwandten Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen in vielen Aspekten ein Mysterium geblieben. Forschern der Goethe-Universität ist es nun gelungen, Einblicke mit bis dato unerreichter Genauigkeit in die krankheitsrelevanten Ablagerungsprozesse des Proteins auf atomarer Ebene zu gewinnen.

Das besondere Charakteristikum dieses Typus von Krankheiten – auch als Prionen-Erkrankungen bekannt – ist, dass die Übertragung des Erregers auf einem infektiösen Eiweißstoff beruht und weder Bakterien noch Viren involviert. Dieser Einweißstoff ist als Prion-Protein bekannt. Eigentlich handelt es sich um ein harmloses Protein im menschlichen Körper. Gefährlich werden sie, wenn sich einzelne Moleküle des Prion-Proteins zu Oligomeren zusammen lagern und dabei ihre dreidimensionale Struktur verändern. Das geschieht nicht nur im Verlauf von Prionen-Erkrankungen, sondern auch durch Alterung oder spezifische Punktmutationen. Diese oligomeren Strukturen sind auch Träger der Infektiosität: Sie können zwischen Individuen übertragen werden und prägen dann ihre Struktur auch Molekülen des Prion-Proteins auf, die zunächst nicht als Oligomere vorlagen.

Dr. Kai Schlepckow in der Arbeitsgruppe von  Prof. Harald Schwalbe an der Goethe-Universität ist es erstmals gelungen, detaillierte Einblicke in den Bildungsmechanismus von Oligomeren des Prion-Proteins zu gewinnen. „Wir konnten quasi für jede einzelne Aminosäure nachverfolgen, zu welchem Zeitpunkt sie in den Aggregationsprozess eingreift. Dieser Prozess ist viel komplexer, als man bisher angenommen hat“, berichtet Prof. Schwalbe. Diese Informationen sind von zentraler Bedeutung, da es ohne sie nicht möglich sein wird, Therapeutika zu entwickeln, die die Bildung infektiöser Partikel unterbinden.

Mit Hilfe der Kernmagnetresonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie) konnte der Prozess der Oligomerisierung mit atomarer Auflösung verfolgt werden. Auf diese Weise war es möglich, verschiedene Bereiche des Prion-Protein-Moleküls auf ihre spezifischen Beiträge zur Oligomerisierung zu untersuchen. „Wir waren fasziniert zu sehen, dass sich das Molekül während der Oligomerisierung nicht gleichförmig verhält. Vielmehr sind verschiedene Molekülbereiche in unterschiedliche Abschnitte dieses Prozesses involviert. Somit können wir den Bildungsmechanismus von Oligomeren des Prion-Proteins mit bisher nicht erreichter Genauigkeit beschreiben“, fasst Dr. Schlepckow die Ergebnisse der Studie zusammen, die kürzlich als Very Important Paper in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie veröffentlich wurde.

Publikation: Kai Schlepckow und Harald Schwalbe: Molecular Mechanism of Prion Protein Oligomerization at Atomic Resolution, Angew Chem Int Ed Engl. 2013

http://dx.doi.org/10.1002/ange.201305184

http://dx.doi.org/10.1002/anie.201305184

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29130; schwalbe@em.uni-frankfurt.de