Pressemitteilungen 

Personalia/Preise

Jul 9 2014
15:17

Der Theaterwissenschaftler Dr. Gerd Taube wird zum Honorarprofessor an der Goethe-Universität ernannt

Honorarprofessur im Bereich Jugendbuchforschung

FRANKFURT. Auf Antrag des Instituts für Jugendbuchforschung und des Fachbereichs Neuere Philologien hat die Goethe- Universität Dr. Gerd Taube den Titel eines Honorarprofessors verliehen. Die Überreichung der Ernennungsurkunde durch die Dekanin des Fachbereichs Neuere Philologien, Prof. Cecilia Poletto, fand heute im Anschluss an den öffentlichen Vortrag Taubes zum Thema  „Das Kindheitsbild als Aspekt der Interpretation von Texten des Kindertheaters“ statt. 

Gerd Taube ist Theaterwissenschaftler und seit 1997 Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Frankfurt und Berlin. 1993 wurde Taube am Fachbereich Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit über das „Puppenspiel als kulturhistorisches Phänomen“ zum Dr. phil. promoviert.

Seit 1997 ist Taube Lehrbeauftragter am Institut für Jugendbuchforschung. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Vereinigungen, Verbände und Kuratorien. Als Theaterwissenschaftler ist Taube mit zahlreichen Veröffentlichungen präsent; als Praktiker hat er vielfach Festivals, Theaterwochen und Autorenworkshops organisiert und geleitet. Die Bandbreite seiner Seminarthemen über das Kinder- und Jugendtheater ist groß. Neben Einführungsveranstaltungen zum Kinder- und Jugendtheater der Gegenwart hat er Seminare zur Wandlung der Gattung und zur Analyse und Interpretation aktueller Theatertexte angeboten.

Die vom Hessischen Hochschulgesetz für die Verleihung der akademischen Bezeichnung „Honorarprofessor“ geforderte „Nähe zur universitären Forschung und Lehre durch regelmäßige Lehrtätigkeit“ sowie die „besonderen Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Berufspraxis“ erfüllt Gerd Taube in hohem Maße. Gerd Taubes anspruchsvolle praxis- und forschungsorientierte Veranstaltungen sind seit über 15 Jahren fester Bestandteil des Lehrangebots des Instituts für Jugendbuchforschung. Bei den Studierenden fanden und finden seine Seminare großen Zuspruch.

Weitere Informationen: Dipl.-Phil. Regina Jaekel, Institut für Jugendbuchforschung, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069)798-32995, r.jaekel@em.uni-frankfurt.de, http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo

Veranstaltungen

Jul 9 2014
15:10

Konzert und Vortrag zum Abschluss der Ausstellung „Goethes Hidschra. Reisen in den Orient. Reisen in Texte“ in der Rotunde des IG-Farben-Hauses

Uraufführung: Goethes „Hegire“ – gesungen in persischer Sprache

FRANKFURT. Zum Abschluss der Ausstellung „Goethes Hidschra. Reisen in den Orient. Reisen in Texte“ findet am Freitag (11. Juli) um 18 Uhr in der Rotunde des IG-Farben-Hauses ein ungewöhnliches persisches Konzert statt: Auf dem Programm der öffentlichen Finissage steht die Uraufführung von Goethes ‚Hegire’, gesungen in persischer Sprache und begleitet von persischen Instrumenten. Außerdem hält Dr. Saeid Edalatnejad, der in Teheran lehrt und auch Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin war, einen Vortrag über Dialogformen auf dem Gebiet der Enzyklopädie: „The Dialogue between West and East: The Phenomenon of Enzyclopaedia“. Dabei geht es um die Systematisierung des Wissens über islamische Kulturen und die Besonderheiten der neuen Enzyklopädie über den schiitischen Islam und iranische Studien, die in Teheran derzeit erarbeitet wird.

Das persische Orchester ‚Saba’ tritt unter der Leitung von Firouz Mizani auf; außerdem wirken mit: Mahyar Bahrami (Tombak – Trommel), Sadegh Naee (Ney – Flöte aus Bambus), Farhad Anusch (Oud – Laute und Gesang), Aref Ebrahimpour (Kamanche – Kniegeige), Farhad Danai (Santur – eine Art Zither). Neben Goethes „Hegire“ sind auch Werke der persischen Dichtkunst und Mystik zu hören. Die Hamburger Musiker werden zudem ihre Instrumente vorstellen und einige Erklärungen zu den Besonderheiten der Vertonungen und der Aufführungspraxis geben.

Goethe schrieb das Gedicht „Hegire“ 1814, also genau vor zweihundert Jahren. Er wählte die französische Übersetzung des arabischen Wortes „Hidschra“, das auf die Auswanderung des Propheten Muhammads von Mekka nach Medina weist, zur Eröffnung für seinen West-östlichen Divan. Goethe eignete sich den Orient durch Texte, Dichtung, aber auch kalligrafische Übungen an. Das Projekt „Goethes Hidschra“ unter Leitung der Frankfurter Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Catherina Wenzel stellt Goethes Beschäftigung mit den Religionen und das interkulturelle Potenzial des Divans zum „Doppeljubiläum“ von Hegire (1814) und Gründung der Goethe-Universität (1914) in den Mittelpunkt.

Die Schriftkunstausstellung, die zunächst im Frankfurter Goethe-Haus und seit dem 22. Juni in der Rotunde auf dem Campus Westend zu sehen ist, zeigt sowohl die schriftkünstlerische Auseinandersetzung der Gruppe „lettera“ mit Texten von Goethe und Hafis als auch Arbeiten des iranischen Kalligrafen Jamshid Sharabi zur persischen Übersetzung von Goethes „Hegire“. Die Übersetzung, die auch als Grundlage für die Uraufführung am Freitag verwandt wird, stammt von Dr. Hossein Khadjeh Zadeh, der auch am Freitag anwesend ist. Er studierte in Teheran und Deutschland, lehrt gegenwärtig in Deutschland und hat sich als Übersetzer von deutscher Literatur und Dichtung ins Persische einen Namen gemacht.

Auch diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Professur für Religionswissenschaften der Goethe-Universität und dem Projekt „Kunst baut Brücken – Morgenland trifft Abendland“ konzipiert und organisiert. Zu dem gesamten Veranstaltungszyklus „Goethes Hidschra“ gehören neben der Ausstellung und mit ihrem Rahmenprogramm auch Seminare und Vorlesungen: So hielt im letzten Wintersemester die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Frankfurter Goethe-Hauses, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken ein Seminar zu Goethes „West-östlicher Divan“; Prof. Dr. Catherina Wenzel eine Vorlesung zu „Christlich-islamische Begegnungen in Europa, Konflikte, Apologetik, Dialoge“. In diesem Sommersemester haben Prof. Dr. Fateme Rahmati, Zentrum für Islamische Studien, und Prof. Dr. Catherina Wenzel gemeinsam ein Seminar zu „Goethes Beschäftigung mit dem Islam und der Religion Zarathustras“ angeboten.

Die Ausstellung und die Veranstaltungsreihe werden überwiegend finanziert aus den zentralen Mitteln für das Universitätsjubiläum, weitere Sponsoren und Kooperationspartner sind die Kulturabteilung der iranischen Botschaft in Deutschland, die Hafis-Gesellschaft Verein für Kulturdialog, das Frankfurter Goethe-Haus und die Freunde und Förderer der Universität.

Informationen: Prof. Dr. Catherina Wenzel, Professur für Religionswissenschaften, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, ca.wenzel@em.uni-frankfurt.de, (069) 798-32755

Veranstaltungen

Jul 9 2014
08:49

Medieneinladung

Sommerfest für internationale Wissenschaftler

FRANKFURT. Geselliger Abschluss des Semesters: Das Goethe Welcome Centre und die “Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen

Beziehungen“ laden die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität zum diesjährigen Sommerfest ein.

Das Sommerfest  findet statt

am Samstag, den 12. Juli, 18.00-22.00 Uhr,
im Garten des Gästehauses, Ditmarstr. 4.

Wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu können. Im Rahmen des Sommerfestes ergibt sich die Gelegenheit, mit den Professoren, Doktoranden und Studierenden, die mit ihren Biographien und Forschungsschwerpunkten die Internationalität der Goethe-Universität prägen, ins Gespräch zu kommen

Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

Weitere Informationen: Isabelle de Porras, Goethe Welcome Centre, Goethe Universitität Frankfurt, Tel. (069)-798-17193, porras@em.uni-frankfurt.de, www2.uni-frankfurt.de/45729918/Welcome

Forschung

Jul 8 2014
11:55

Goethe-Universität rekonstruiert Urexperiment zur Molekularstrahlmethode

Auf den Spuren Otto Sterns

FRANKFURT. Die vielleicht wichtigste Methode zur Untersuchung der Welt der Atome und Moleküle in Physik ist die so genannte „Molekularstrahlmethode“, kurz MSM, auf der auch Technologien wie Laser und Kernspintomographie beruhen. Die Grundlagen dafür legte Otto Stern 1919 in Frankfurt, wofür er 1943 den Nobelpreis für Physik erhielt. Zusammen mit Walter Gerlach hatte Stern erstmals nachweisen können, dass Atome ein magnetisches Moment haben. 1922 führten die beiden Wissenschaftler das berühmte Stern-Gerlach-Experiment aus, das die Richtungsquantelung im Magnetfeld nachweist.

Das Urexperiment zur MSM, das 1919 von dem jungen Feinmechaniker Adolf Schmidt erbaut wurde, ist nun am Institut für Kernphysik der Goethe-Universität Frankfurt rekonstruiert worden. Das Original war zwar verloren, lediglich Teile des ursprünglichen Versuchsaufbaus konnten in Frankfurt und Berkley/USA gefunden werden, nämlich ein Satz Pumpen und ein Mikroskop. Darauf aufbauend, stellten der ehemalige Werkstattmeister Erich Zanger und seine Mitarbeiter die historische Apparatur wieder her, und zwar in fünf Kopien. Der Kauf aller dafür notwendigen Materialien wurde durch die Firma Roentdek GmbH aus Kelkheim ermöglicht.

„Die Apparatur erlaubte es erstmals, die Eigenschaften eines einzelnen Atoms in kontrolliertem Zustand zu messen“, erklärt Prof. Horst Schmidt-Böcking vom Institut für Kernphysik an der Goethe-Universität. In einem Vakuum hat Otto Silbermoleküle verdampft und in eine bestimmte Richtung gelenkt und Stern mit dieser Apparatur ihre Geschwindigkeit gemessen. „Das war ein riesiger Durchbruch für die Physik“, so Schmidt-Böcking. Die Molekularstrahlmethode sei eine wichtige Grundlage zur Erforschung der gesamten Quantenwelt gewesen.

Es ist geplant, mit der rekonstruierten Apparatur das Experiment des ersten Molekularstrahls von bekannter Geschwindigkeit und Richtung zu wiederholen. Wenn der  Umbau der Gebäude an der Robert-Mayer-Straße 2 durch die Senckenbergsche Stiftung abgeschlossen ist, soll das MSM-Urexperiment dauerhaft an der historischen Stelle in den Räumen des Physikalischen Vereins ausgestellt werden, die schon im Juni von der Europäischen Physikalischen Gesellschaft als „Historic Site“ der Wissenschaft ausgezeichnet worden war. Die Originalteile aus Otto Sterns Zeit werden gemeinsam mit einer der Rekonstruktionen auch bei der Jubiläumsausstellung der Universität „Ich sehe wunderbare Dinge“ zu sehen sein, die vom 19. Oktober an im Museum Giersch in Frankfurt stattfindet.

Informationen: Prof. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47002, hsb@atom.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Jul 3 2014
16:37

Bundespräsident ehrt Hüseyin Sıtkı vom International Office der Goethe-Universität

Bundesverdienstkreuz für ein Miteinander der Kulturen

FRANKFURT. Für sein vielfältiges Engagement für ein besseres Miteinander der Kulturen erhält Hüseyin Sıtkı, im Hauptberuf Berater beim International Office der Goethe-Universität Frankfurt, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sıtkı gehört zu dem Personenkreis, der den Orden am Donnerstag, 10. Juli, im Rahmen einer Festveranstaltung im Schloss Bellevue von Bundespräsident Joachim Gauck persönlich überreicht bekommt. Seit langem setzt sich Sıtkı für Menschen mit Migrationshintergrund ein; das Türkische Filmfestival in Frankfurt, das dieses Jahr zum 14. Mal stattfindet, geht auf seine Initiative zurück.

Die Ehrung habe ihn vollkommen überrascht, erzählt der 52-Jährige. „Ich kam am 15. April spät von einer Sitzung heim, habe die Post ausgeleert und eigentlich gar nicht richtig draufgeschaut.“ Als er den Umschlag mit dem Stempel von Schloss Bellevue dann doch geöffnet hat, war die Freude groß: „Das ist natürlich eine große Ehre für mich“, sagt Sıtkı. Dabei ist dies bei weitem nicht die erste Ehrung, die ihm zuteilwird. Auch den Integrationspreis der Stadt Frankfurt und den Ehrenbrief des Landes Hessen hat er schon erhalten. Und ins Schloss Bellevue war er auch schon zweimal eingeladen – zum Sommerempfang zunächst bei Bundespräsident Christian Wulf, dann bei seinem Nachfolger Joachim Gauck.

Sıtkı, der im International Office Studierende berät,  ist seit seiner Ankunft in Deutschland mit 18 Jahren ehrenamtlich engagiert. Sein Thema waren zunächst vor allem Jugendliche und Migranten. Gleich nach dem Abitur in der Türkei war er zum Studieren in die Bundesrepublik gekommen. „Ich war schon immer politisch interessiert. Am Anfang lag mein Fokus auf den Verhältnissen in der Türkei, aber ich merkte schnell, wir müssen was machen, um hier Fuß zu fassen, um bessere Rahmenbedingungen zu bekommen.“ 1981 gründete er den ersten deutsch-türkischen Jugendverein, der Jugendlichen unterschiedlichste Angebote machte: Tanzkurse, Musik, Hausaufgabenhilfe, Theater.

Vor 14 Jahren dann begann er sein – aus heutiger Sicht gesehen – Hauptwerk, das Türkische Filmfestival Frankfurt, für das  er einen weiteren Verein gründete. „Transfer zwischen den Kulturen e.V.“ fungiert bis heute als Veranstalter des Festivals, das mit den Jahren zur festen Größe im Frankfurter Kulturleben geworden ist. „Ich meine, dass man mehr Menschen durch die Überzeugungskraft des Films gewinnen kann als durch irgendetwas anderes“, erklärt Sıtkı  seine Initiative. Gezeigt werden Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme aus der Türkei sowie Filme aus Deutschland von türkischstämmigen Regisseuren, aber es gibt auch ein Forum für europäischen Film, das jeweils unter einem bestimmten Motto steht. Es gibt Podiumsdiskussionen, Workshops, Ausstellungen, Projekte an Schulen, ja seit vorigem Jahr sogar eine Veranstaltung im Gefängnis in Preungesheim. Inzwischen  ist das Filmfestival das drittgrößte im Rhein-Main-Gebiet, das zweitgrößte türkische Filmfestival in ganz Deutschland.

Forschung

Jul 2 2014
15:27

Erster alternativer Drogen- und Suchtbericht unter Beteiligung von Bernd Werse von der Frankfurter Goethe-Universität

Drogenpolitik: Neue Strategie gefordert

FRANKFURT. Wenige Tage vor der Veröffentlichung des alljährlichen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung am kommenden Montag haben Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler heute in Berlin den ersten „Alternativen Drogen- und Suchtbericht“ vorgestellt. Namhafte Experten, darunter der Wissenschaftler Bernd Werse vom Centre for Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt, beklagen darin, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über Prävention und Drogenhilfe bislang nicht ausreichend in die Drogenpolitik einfließen würden. Schlimmer noch: „Repression und Strafverfolgung schaffen nur die Illusion, die Probleme im Griff zu haben und richten in Wirklichkeit viel Schaden an“, so Werse. Dabei gebe es in der Wissenschaft längst einen Konsens darüber, wie man mit der Drogenproblematik umgehen sollte, ohne dass das Instrumentarium hierfür besonders aufwändig wäre. Von nun an wolle man sich einmal im Jahr an die Öffentlichkeit wenden. Damit wolle erreichen, dass vorhandenes Wissen über Prävention und Drogenhilfe in eine dauerhaft erfolgreiche Drogenpolitik übersetzt würden.

Zu restriktive Regeln hinsichtlich der illegalen Drogen einerseits, zu laxe Regeln hinsichtlich der legalen Drogen andererseits – auf diesen Nenner lässt sich die Kritik der Experten an der gegenwärtigen deutschen Drogenpolitik bringen. Es bestehe ein großer Unmut und eine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Situation, fasst Bernd Werse die Motivation der Berichtenden zusammen. „Es wird Zeit, den Reformstau in der deutschen Drogenpolitik aufzulösen. Der jahrzehntelange Kampf gegen Drogen zeigt: Das Strafrecht ist nicht geeignet, um Gesundheitspolitik zu betreiben“, so Werse. Eine restriktive Drogenpolitik trage zur Kriminalisierung der Suchtkranken bei. In Kombination mit einer liberaleren Drogenpolitik wie der der Stadt Frankfurt entstünden paradoxe Szenarien: Auf dem Weg zu den Drogenräumen, die die Stadt für Suchtkranke zur Verfügung stellt, könnten diese schon wegen geringer Mengen verhaftet werden. Allerdings gibt es in zehn von 16 Bundesländern solche Räume überhaupt nicht. Der Alternative Drogenbericht fordert eine Entkriminalisierung von Drogen für den Eigenbedarf, kontrollierte Abgabestellen für Cannabis und Verbesserungen bei der Substitutionsbehandlung für Heroinabhängige.

Andererseits verzichte die Politik auf simple Mittel im Umgang mit legalen Drogen, kritisiert der Bericht – zum Beispiel auf ein Verbot von Werbung für Alkohol und Tabak. Denkbar sei auch, die Steuern auf legale Drogen zu erhöhen und deren Zugänglichkeit zu erschweren. Auch beim wohl harmloseren Thema E-Zigaretten gebe es bislang kaum Regelungen, zudem fehlten Studien zur Schädlichkeit des elektrischen Rauchersatzes. Insgesamt herrsche in der Politik oft großes Unwissen vor, weil man die Ausgaben für entsprechende Studien scheue, meint der Frankfurter Drogenexperte Werse. So wisse man nach wie vor zu wenig über die tatsächliche Verbreitung von Crystal Meth, Verlautbarungen aus der Politik gingen oft an der Realität vorbei.

Die Initiative zum „Alternativen Drogen- und Suchtbericht“ ging von der Deutschen AIDS-Hilfe sowie der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik aus. Der 200-seitige Bericht umfasst insgesamt 50 Beiträge, die von Bernd Werse fachkundig lektoriert wurden.

Das von Werse geleitete Forschungsbüro „Centre for Drug Research“ wurde 2002 am Institut für Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt eingerichtet. Es führt regelmäßig Studien zu Drogenkonsum und –handel durch, u.a. eine repräsentative Schülerbefragung, die durch die Stadt Frankfurt finanziert wird.

Weitere Informationen: Dr. Bernd Werse, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Centre for Drug Research, Telefon 069-798-36386, E-Mail werse@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 2 2014
13:37

Frankfurter Historische Geisteswissenschaften überzeugen mit modellhafter Plattform für Innovation in Forschung und Lehre

Goethe-Universität und Volkswagen Stiftung gemeinsam auf außergewöhnlichen Wegen

FRANKFURT. Eine internationale Gutachtergruppe hat im Auftrag der Volkswagen Stiftung die Kooperationsstruktur der historischen Geisteswissenschaften an der Frankfurter Goethe-Universität als originell, innovativ und beispielgebend beurteilt. Auf dieser Grundlage wird dem Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften (FzHG) im Rahmen der Förderinitiative „Hochschule der Zukunft“ eine Unterstützung für seine außergewöhnliche Initiative zugesprochen. Diese Entscheidung hat das Kuratorium der VolkswagenStiftung am vergangenen Freitag getroffen. Insgesamt werden 826.000 € zur Verfügung gestellt.

„Das 2010 gegründete Forschungszentrum erhält damit die Chance, seine in den vergangenen Jahren nach dem Vorbild der Humanities Centres anglo-amerikanischer Universitäten entwickelten Formate fachübergreifender Zusammenarbeit in Forschung und Lehre noch breiter zu öffnen und modellhaft weiterzuentwickeln“, freuen sich der für den Antrag zuständige Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, und der Sprecher des Leitungsgremiums des FzHG, Prof. Bernhard Jussen.

Die ambitionierte Zielsetzung des FzHG besteht einerseits darin, eine interdisziplinäre Kommunikationsplattform zu schaffen, die ein Klima der intellektuellen Spannung erzeugt und auf diese Weise die Entstehung innovativer Forschungsfragen und –zugänge unterstützt. Andererseits soll das FZhG Schwächen der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge kompensieren, indem es Studierenden Raum für Interdisziplinarität und langfristige thematische Konstanz eröffnet sowie eine dezidierte Forschungsorientierung von Master- und Promotionsprogrammen sicherstellt. Der Aufbau des Zentrums orientiert sich grundsätzlich an ähnlichen Strukturen anglo-amerikanischer Universitäten; allerdings strebt das FzHG an, seine Aktivitäten noch besser in den Universitätsalltag zu integrieren. Für die historisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität verbinden sich mit der Einrichtung des Forschungszentrums die Vorteile einer Universität mit denen eines Forschungsinstituts.

Die Zielgruppe des FzHG erstreckt sich vom fortgeschrittenen Studierenden bis hin zur Professorin/zum Professor. Das Zentrum zählt derzeit rund 160 Mitglieder, darunter rund 60 Professorinnen und Professoren, 50 Postdocs und 50 Doktorandinnen und Doktoranden.

Das Forschungszentrum organisiert sein intellektuelles Leben um die Mittwochskonferenzen und die „Lunch Papers“. Die thematisch-methodische Arbeit findet in sieben, den aktuellen Stand der kollektiven Interessen spiegelnden Forschungsfeldern statt. Dreh- und Angelpunkt der Kooperationsstruktur ist die Position eines Forschungsdirektors, der von einer kleinen Geschäftsstelle unterstützt wird. Ferner stehen Mittel für Konferenzen und Workshops - insbesondere auch für den  wissenschaftlichen Nachwuchs - bereit, um die Sichtbarkeit der Frankfurter Forschung und ihre Vernetzung mit nationalen und internationalen Institutionen zu gewährleisten. 

Weitere Informationen: Dr. Ute Lanzendorf, Referentin für Hochschulentwicklung, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-13050, lanzendorf@pvw.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 2 2014
13:32

Antibiotika-resistentes Bakterium A. baumannii verursacht oft tödliche Infektionen

Neue Forschergruppe zu gefährlichem Krankenhauskeim

FRANKFURT. Multiresistente Bakterien haben in den letzten Jahren in den Kliniken dramatisch zugenommen und stellen Personal und Patienten vor immense Probleme, oft mit tödlichem Ausgang. Neben den „alten Bekannten“ wie Staphylococcus aureus ist in den letzten Jahren ein neuer Erreger hinzugekommen: Acinetobacter baumannii. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte heute eine neue Forschergruppe unter Federführung Frankfurter Wissenschaftler, welche die vielfältigen Gründe für die dramatische Zunahme multiresistenter A. baumannii-Stämme untersuchen wird.

A. baumannii ist mittlerweile in den industrialisierten Ländern ein verbreiteter und hervorragend adaptierter Krankenhauskeim. Er verursacht 5 bis 10 Prozent der im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen und 2 bis 10 Prozent aller Infektionen auf Intensivstationen in europäischen Kliniken. Besorgniserregend ist die Zunahme der Antibiotika-Resistenzen. Der Keim gehört mittlerweile zu der Gruppe der sechs „ESKAPE“-Organismen, die sich einer Antibiotikatherapie entziehen. Dadurch führen Infektionen mit A. baumannii häufig zum Tode.

An der Forschergruppe 2251 „Adaptation und Persistenz von Acinetobacter baumannii“sind mehrere Institute der Goethe-Universität beteiligt: die Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, die medizinische Mikrobiologie & Hygiene, das Institut für Zellbiologie & Neurowissenschaften und das Institut für Biochemie. Weitere Kooperationspartner sind die Universitäten zu Köln und Regenburg sowie das Robert-Koch-Institut. Die Forscher werden in einem hoch-interdisziplinären Ansatz die Lebensweise von A. baumannii untersuchen. Sie wollen herausfinden, wodurch er sich so gut an den Menschen und die Klinikumgebung angepasst hat und worauf die Multiresistenzen beruhen. Die Antworten auf diese Fragen sollen künftig die Therapie dieses dramatisch zunehmenden Krankenhausheims ermöglichen.

Informationen: Prof. Volker Müller, Sprecher der Forschergruppe 2251, Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, Campus Riedberg, Tel: (069)798-29507; vmueller@bio.uni-frankfurt.de, Prof. Dr. Volkhard Kempf, Universitätsklinikum Frankfurt, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, volkhard.kempf @kgu.de, 49 69 6301-5019, http://www.bio.uni-frankfurt.de/51172482 

Personalia/Preise

Jul 2 2014
12:59

Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler wurde zum Leibniztag aufgenommen

Rainer Forst Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie

FRANKFURT. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, ist neues Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die traditionsreiche Institution hat den 49-Jährigen am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Festakts in die Sozialwissenschaftliche Klasse aufgenommen, eine von fünf „Klassen“, deren Mitglieder sich regelmäßig zu Arbeits- und Gremiensitzungen treffen.

„Das ist eine sehr große Ehre für mich“, sagte Prof. Rainer Forst nach der Auszeichnung in Berlin. Besonders freue ihn seine Aufnahme in die Akademie, weil sie die Nachfolgeorganisation der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften ist, bei der auch sein großes philosophisches Vorbild Immanuel Kant Mitglied gewesen sei. Insgesamt gehören der Akademie derzeit 173 Ordentliche und 97 entpflichtete Ordentliche Mitglieder sowie 72 Außerordentliche Mitglieder an. Zum Mitglied berufen werden kann, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat. Die Akademie wählt ihre Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten und aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Außer Forst sind gegenwärtig folgende Frankfurter Wissenschaftler Mitglied der Akademie in Berlin: der Ethnologe Karl-Heinz Kohl, der Rechtshistoriker Michael Stolleis, der Hirnforscher Wolf Singer, der Biophysiker Hartmut Michel und der Komparatist Winfried Menninghaus.

Rainer Forst gilt als einer der Vertreter der Kritischen Theorie der „Frankfurter Schule“ und genießt national und international den Ruf eines der wichtigsten Philosophen seiner Generation. Der gebürtige Wiesbadener hat Philosophie, Politikwissenschaft und Amerikanistik in Frankfurt, New York und an der Harvard Universität studiert und lehrte unter anderem an der Freien Universität Berlin, der New School for Social Research in New York und am Dartmouth College. Er befasst sich mit Grundbegriffen der politischen Philosophie, insbesondere mit Theorien der Gerechtigkeit, der Toleranz und der Demokratie. Seit 2004 lehrt er an der Frankfurter Universität, der er trotz mehrerer Angebote namhafter Universitäten im Ausland treu geblieben ist. Forst ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ sowie der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Veranstaltungen

Jul 1 2014
17:11

90 Oberstufenschüler tauchen für eine Woche in geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Forschungsthemen ein. 11. Juli, Campus Westend

OB Feldmann besucht Schülercampus der Goethe-Universität

FRANKFURT. Unter dem Motto „Wissenschaft entdecken! Universität erleben!“ veranstaltet die Goethe-Universität zum dritten Mal einen Schülercampus für besonders motivierte und leistungsstarke Oberstufenschüler. Der bundesweit ausgeschriebene Sommerkurs besteht aus einer geistes- und sozialwissenschaftlichen sowie einer naturwissenschaftlichen Programmlinie und findet auf dem Campus Westend und dem Campus Riedberg statt. Hiermit laden wir Medienvertreter herzlich zur zweiteiligen Abschlussveranstaltung des diesjährigen Schülercampus ein.

Wann: Freitag, 11. Juli 2014, 13:00 Uhr und 16:30 Uhr.

13:00 Uhr: Teil I – Vortrag „Sucht und Verantwortung“. Grußwort von Oberbürgermeister Peter Feldmann.
16:30 Uhr: Teil II – Poster-Präsentation. Grußwort von Daphne Lipp (Polytechnische Stiftung).

Wo: Foyer des PA-Gebäudes, Campus Westend der Goethe-Universität.

Nach einem Grußwort des Oberbürgermeisters beleuchten im ersten Teil der Abschlussveranstaltung Prof. Theo Dingermann und Dr. Claudia Blöser das Thema „Sucht und Verantwortung“ aus natur- und geisteswissenschaftlicher Perspektive und diskutieren hierüber mit den Schülern. Die anschließende Poster-Präsentation gibt einen Einblick in das Programm und die Arbeitsergebnisse des Schülercampus. Bei einem Rundgang durch die wissenschaftlichen Poster erhalten Sie die Möglichkeit, mit Schülern, Wissenschaftlern und Initiatoren ins Gespräch zu kommen. Den genauen Ablauf der Abschlussveranstaltung finden Sie unter www.schuelercampus.uni-frankfurt.de.

Um Anmeldung wird bis Montag, 7. Juli, gebeten an gilde@em.uni-frankfurt.de.

Gerne können Sie sich bereits während der Woche einen Eindruck vom Schülercampus verschaffen und auch hier mit Beteiligten sprechen. Die beim Schülercampus angebotenen Fächer und Themen finden Sie unter www.schuelercampus.uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen: Dr. Benjamin Gilde, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12457,  gilde@em.uni-frankfurt.de; www.schuelercampus.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 30 2014
18:00

Jungwissenschaftler erhalten bedeutende Preise.

Akademische Feier 2014

FRANKFURT. Zehn junge Forscherinnen und Forscher wurden im Rahmen der Akademischen Feier 2014 ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, Prof. Wilhelm Bender, und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl überreichten die Auszeichnungen für Forschungsvorhaben, herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen. Die Akademische Feier der Vereinigung von Freunden und Fördern der Goethe-Universität gilt als eine der wichtigsten inneruniversitären Veranstaltungen für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung.

Die mit 25.000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung ist der Adolf-Messer-Stiftungspreis. Er ging in diesem Jahr an Dr. Markus Stefan Schöffler für sein Forschungsprojekt „Händigkeitsbestimmung komplexer chiraler Moleküle mit dem Reaktionsmikroskop“. Nach der Promotion im Jahre 2006 forschte er in Berkeley und Wien und kehrte 2011 nach Frankfurt zurück und widmet sich seitdem dem Thema Händigkeit von Molekülen.

Für ihre Dissertation zum Thema „Ivan Puni und die Bedingtheit der Malerei. Ein Topos der russischen Avantgarde-Ästhetik“ erhielt die Kunstwissenschaftlerin Dr. Magdalena Nieslony den mit 3.000 Euro dotierten Benvenuto Cellini-Preis. Nieslony hat in Frankfurt und Paris studiert und ist seit 2012 Assistentin am Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg.

Der mit 5.000 Euro dotierte Frankfurter Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung ging in diesem Jahr an die Medizinerin Dr. Juliane Liese, die sich in ihrer Arbeit zur Grundlagenforschung mit „Translationalen Ansätzen zur Erhöhung der therapeutischen Effizienz der Sorafenibtherapie und Identifizierung prädiktiver Marker für das Therapieansprechen im Hepatozellulären Karzinom“ beschäftigt hat. Liese ist Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Goethe-Universität.

Die Historikerin Dr. Annika Klein wurde für ihre Dissertation zum Thema „Korruption und Korruptionsskandale in der Weimarer Republik“ mit dem Friedrich Sperl-Preis ausgezeichnet. Sie erhält dafür ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Klein arbeitet seit 2013 am Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität.

Der Mediterran-Preis zur Förderung des Nachwuchses in der Archäologie, der mit 4.500 Euro dotiert ist, wurde Florian Schimpf M.A. für seine Magisterarbeit zum Thema „Griechisch-kleinasiatische Maßsteine. Überlegungen zur Metrologie und Funktion am Beispiel von fünf Exemplaren aus Priene“ verliehen.

Der Werner Pünder-Preis ging in diesem Jahr an Ass. jur. Julian Lubini, der sich in seiner Dissertation mit dem Thema „Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in den Ländern der SBZ/DDR 1945-1952“ beschäftigt hat. Lubini war von 2011 bis 2012 Richter am Sozialgericht; seit 2012 ist er als Staatsanwalt tätig. 

Der Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, wurde in diesem Jahr auf drei Preisträger aufgeteilt:
Der Biologe Dr. David Bierbach wurde für seine Dissertation „Mate choice in communication networks ausgezeichnet.

Der Chemiker Dr. Jin-Liang Zhuang erhielt den Preis für seine Promotion zum Thema „Controlled Synthesis of Metal-Organic Framework Particles and Growth of Surface-Atttached Metal-Organic Frameworks“.

Der Mathematiker und Philosoph Dr. Timo de Wolff schließlich erhielt die Auszeichnung für seine Dissertation „On the Geometry, Topology and Approximation of Amoebas“.

Mit dem WISAG-Preis für die beste Dissertation wurde in diesem Jahr der Politikwissenschaftler Dr. Jonas Gobert ausgezeichnet. Der Titel seiner Arbeit lautet „Zivilgesellschaftliche Organsiationen in staatlich-institutionalisierten Gremien – Zur politischen Soziologie funktionaler Repräsentationen.“ Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Kontaktstelle der Freunde in der Universität, Tel. (069) 798-22756, l.lentes@vdv.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 30 2014
16:13

Kooperationsabkommen zwischen Goethe-Universität und Deutschem Archäologischem Institut bestätigt jahrelange Zusammenarbeit

„Trauschein“ nach 100 Jahren

FRANKFURT. Mit einem feierlich unterzeichneten Kooperationsabkommen wollen die Goethe-Universität Frankfurt und das Deutsche Archäologische Institut ihre Zusammenarbeit auf ein neues Fundament stellen – eine formale Bestätigung des bereits seit vielen Jahren bestehenden regen Austausches und der intensiven gegenseitigen Unterstützung. Die Feier findet am kommenden Donnerstag, 3. Juli, im Senatssaal der Universität statt. Vertreter beider Institutionen werden auf die gemeinsamen Errungenschaften zurückblicken und Perspektiven in die Zukunft eröffnen. Von Seiten des DAI sprechen die Präsidentin Prof. Friederike Fless, Prof. Susanne Sievers von der Römisch Germanischen Kommission und Prof. Svend Hansen von der Eurasien-Abteilung des DAI, für die Uni-Archäologen Prof. Hans-Markus von Kaenel und Prof. Rüdiger Krause.

Schon im Vorfeld der Frankfurter Universitätsgründung hat sich die Stadt erfolgreich darum bemüht, wichtige wissenschaftliche Institutionen nach Frankfurt zu holen – darunter auch die 1902 gegründete Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), die heute am Palmengarten ansässig ist. Von Beginn an gab es eine vielfältige Zusammenarbeit zwischen Universität, RGK und DAI, auch wenn der Fachbereich Archäologie erst viele Jahre später einen Platz an der Goethe-Universität erhalten sollte. Bereits 1916 nahmen Direktoren und Mitarbeiter der RGK Lehraufträge an der Universität wahr, gemeinsam wurden seither zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt. Ein besonderes Privileg für die Studierenden ist bis heute die Nutzung der berühmten Bibliothek der RGK.

„Seit Gründung des damaligen Seminars für Vor- und Frühgeschichte rund 50 Jahren ist die Zusammenarbeit noch enger geworden“, sagt Rüdiger Krause, Professor für Früh- und Vorgeschichte am Archäologischen Institut der Goethe-Universität. Die Römisch-Germanische Kommission sei für die Limes-Forschung ein besonders wichtiger Partner, aber inzwischen gebe es auch Querverbindungen zu anderen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts – etwa bei einem Projekt in Sibirien, an dem die Eurasien-Abteilung des DAI beteiligt sei. Jeder bringe seine Expertise mit ein, so dass es immer wieder zu Synergieeffekten komme. Diese Zusammenarbeit solle auch in  Zukunft fortbestehen, so Krause. Durch sie sei Frankfurt/Rhein-Main zu einem wichtigen Standort der Archäologie geworden. Insofern sei das bevorstehende Abkommen lediglich ein „Trauschein nach vielen Jahren wilder Ehe“. Demnächst wolle man gemeinsam für fünf Projekte die Aufnahme ins Landesförderprogramm LOEWE beantragen. 

Veranstaltungen

Jun 30 2014
14:34

Eröffnung am Dienstag im Foyer des PEG-Gebäudes, Campus Westend

„Das Spektrum der Lehre“ – Eine Ausstellung zur Vermittlung wissenschaftlichen Wissens im Wandel der Zeit

FRANKFURT. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität setzt sich der Fachbereich Erziehungswissenschaften mit verschiedenen Aspekten universitärer Lehre auseinander. Daraus hat sich die Ausstellung „Das Spektrum der Lehre“ entwickelt, die am Dienstag (1. Juli) um 18 Uhr im Foyer des PEG-Gebäudes eröffnet wird und bis zum 20. Juli zu sehen ist. Sie beschäftigt sich mit der Vermittlung wissenschaftlichen Wissens im Wandel der Zeit.

Das Thema „Lehre“ wird zwar – in den vergangenen Jahren zunehmend – in den öffentlichen Medien diskutiert. Auch finden sich verschiedene Vorschläge zur Verbesserung der universitären Lehre, etwa durch hochschuldidaktische Konzepte. Detaillierte Studien zur Vermittlung wissenschaftlichen Wissens an der Universität sind dagegen rar, konstatiert das Projektteam der Ausstellung, zu dem u.a. Prof. Dr. Christiane Hof sowie die beiden Diplom-Pädagoginnen Susanne Barth und Hannah Rosenberg vom Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung gehören.

Am Beispiel der Frankfurter Universität betrachtet die Ausstellung verschiedene Aspekte des Themas aus historischer und systematischer Perspektive: Dabei wird der Blick zum einen auf die Universitätsgründung gerichtet und daran erinnert, dass die Universität 1914 nicht nur aus dem Vermögen verschiedener Frankfurter Stifter erwuchs, sondern institutionell anknüpfte an die Arbeit bereits bestehender, oftmals seit Jahrzehnten tätiger Frankfurter Vereine, Gesellschaften und Institute der wissenschaftlichen Bildung und Forschung. So brachten insbesondere die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft und der Physikalische Verein ihre wissenschaftlichen Einrichtungen wie auch ihre Themen und Forschungstraditionen  in die erste eigenständige naturwissenschaftliche Fakultät in Preußen ein. Und die Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften bildete nicht nur den Grundstein für die „moderne“ wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät, sondern verkörperte auch die Idee, durch Wissenschaft einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen und dabei ökonomische und soziale Fragen in einem Zusammenhang zu sehen.

Darüber hinaus nimmt die Ausstellung die vielfältigen Formen und Orte des Lehrens und Lernens an der Universität – das Seminar, die Vorlesung, das Labor, den Hörsaal, Sammlungen und Bibliotheken – in den Blick und fragt nach deren Besonderheiten und ihrer Bedeutung für die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens an der Universität. Dabei zeigt sich einerseits die Kontinuität universitärer Lehre, andererseits wird aber auch deutlich, wie die Rahmenbedingungen einer Massenuniversität die je konkrete Ausgestaltung der Lehre verändern. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Analyse der sich wandelnden Konzepte universitärer Bildung sowie der Vorstellungen von „guter Lehre“.

Insgesamt beleuchtet die Ausstellung ein breites Spektrum universitärer Lehre und richtet den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, sondern entwickelt auch Perspektiven für die Zukunft. Finanziert werden das Ausstellungsprojekt und der Katalog zur Ausstellung durch Zuwendungen des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, der ING-DiBa, der Dr. Marschner-Stiftung, der Speyerschen Hochschulstiftung sowie aus den zentralen Jubiläumsmitteln der Goethe-Universität.

Informationen: Prof. Dr. Christiane Hof (hof@em.uni-frankfurt.de), Dipl.-Päd. Susanne Bart (su.barth@em.uni-frankfurt.de), Dipl.-Päd. Hannah Rosenberg (h.rosenberg@em.uni-frankfurt.de), Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798-36426

Veranstaltungen

Jun 30 2014
11:54

Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli mit dem Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ über die sozialen Proteste in Brasilien

„Brasil vs. Brasil“: Diskussion und Filmvorführung im Park

FRANKFURT. Der 3. Juli ist bei der Fußballweltmeisterschaft ein spielfreier Tag - und bietet vielleicht schon deshalb die Gelegenheit, einen eher nüchternen Blick auf das Austragungsland zu werfen. Einerseits ist Brasilien eine fußballbegeisterte Nation. Andererseits gibt es dort soziale Probleme, die besonders im vergangenen Jahr Anlass für weltweit beachtete Proteste waren, bei denen Millionen von Menschen auf die Straße gingen. Die Kritik richtet sich nach wie vor auch gegen Aspekte der Vorbereitung und Durchführung der WM. Diese Ambivalenz aufnehmend, organisiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli um 20.30 Uhr unter dem Titel „Brasil vs. Brasil“ eine Podiumsdiskussion mit anschließender Filmvorführung. Auf dem Programm steht der Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ der Regisseure Cesar Oiticica Filho und Tamur Aimara. Ort der Veranstaltung ist der kleine Park des Museum Angewandte Kunst (Schaumainkai 17). Der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner der Veranstaltung sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Museum Angewandte Kunst und die Artichoke Kulturproduktion. Die Podiumsdiskussion erörtert die gesellschaftspolitische Situation in Brasilien und greift dabei thematische Schwerpunkte des Films auf. Auf dem Podium sitzen Prof. Angela Keppler (Mediensoziologin der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters), Dr. Antonio Martins (Strafrechtler an der Goethe-Universität), Dr. Priska Daphi (Mitglied der Forschungsgruppe Herrschaft und Widerstand des Exzellenzclusters), Verena Lueken (Filmkritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und Dr. Joachim Bernauer (Abteilungsleiter Film, Rundfunk und Fernsehen am Goethe-Institut). Auch die Regisseure nehmen an der Diskussion teil. Die Moderation haben die Geschäftsführerin des Exzellenzclusters, Rebecca Caroline Schmidt, und Dr. Paula Macedo Weiß von der Artichoke Kulturproduktion.

Der Film „Vinegar Syndrome“ wird im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Vorführung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. Im Mittelpunkt der filmischen Dokumentationen, die die Regisseure als ein Projekt verstehen, das weiter fortgeschrieben wird, stehen die Proteste des vergangenen Jahres – und hier insbesondere der Zeitraum zwischen dem Polizeieinmarsch in das Indian Museum bis zum Papst-Besuch Ende Juli. Reflektiert werden u. a. die Demonstrationen gegen mangelnde Infrastruktur und unzureichende staatliche Fürsorge. „Vinegar Syndrome“ dokumentiert dabei auch gewaltsame Reaktionen der Polizei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise der Berichterstattung und der Rolle etablierter brasilianischer Medien, die in den Augen vieler Kritiker einseitig gegen die Protestbewegung Partei ergriffen hätten.

„Vandalismus“ und „Plünderungen“ – diese Begriffe fallen in einigen Nachrichtensendungen, die der Film in Auszügen dokumentiert, immer wieder. Den Demonstrierenden wird von Mainstream-Medien das Recht abgesprochen, eine soziale Bewegung zu sein. Auslöser für die Proteste waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Personennahverkehr. Im weiteren Verlauf richteten sich die Proteste auch allgemein gegen soziale Schieflagen und besonders gegen fehlende Bildungschancen sowie ein marodes Gesundheitssystem. Die Investitionen in die WM kämen, so die Kritik, vor allem dem Fußballweltverband Fifa zugute und nicht der Bevölkerung. Es seien überteuerte und überdimensionierte Stadien gebaut worden, die bald niemand mehr brauche. Zwar ruhen die Proteste während der WM weitgehend, das könnte sich aber ändern. „Die Enttäuschung ist jetzt größer, da klar geworden ist, dass die Verbesserungen nicht kommen werden“, so Antonio Martins, der aus Brasilien stammt und zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehört.

Nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Martins, der an der Goethe-Universität promoviert wurde und hier auch habilitiert, zeigt der Film, dass die brasilianische Polizei nicht darauf vorbereitet ist, angemessen mit Protesten umzugehen. Die Ordnungskräfte hätten häufig mit unverhältnismäßiger Gewalt auf meist friedliche Proteste reagiert. Der Film hat über weite Strecken das Geschehen während der Protestkundgebungen zum Inhalt. Zu sehen sind eher ruhige Sequenzen mit Menschen, die Sprechchöre skandieren, aber auch tumultartige Szenen, bei denen man zuweilen nicht weiß, wer nun mit wem aneinandergerät. Zu hören sind Argumente von Demonstrierenden, aber auch Statements von Politikern bis zur Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Der Film besteht aus Collagen und schnellen Schnitten. Immer wieder sind auch Auszüge aus Reportagen von neuen und alternativen Medien zu sehen, die vor allem über das Internet Verbreitung finden und eine offizielle Lesart der Proteste konterkarieren.

Zu der Open-Air-Diskussion mit Filmvorführung am 3. Juli ab 20.30 Uhr sollten Sitzgelegenheiten, etwa Decken oder Klappstühle, mitgebracht werden. Getränke und Snacks kann man vor Ort kaufen. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Vortragssaal des Museum Angewandte Kunst (begrenzte Platzzahl) statt.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Jun 27 2014
17:41

Medieneinladung

Akademische Feier 2014

FRANKFURT. Eine hochkarätige Verleihung von Preisen für hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses: Die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität lädt auch in diesem Jahr wieder ein zur Akademischen Feier 2014. Im Rahmen der Feier werden folgende Preise verliehen:

 

- Adolf Messer-Stiftungspreis

- Benvenuto Cellini-Preis

- Frankfurter Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung

- Friedrich Sperl-Preis

- Mediterran-Preis zur Förderung des Nachwuchses in der Archäologie

- Werner Pünder-Preis

- Preis der Vereinigung von Freunden und Fördern der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs

- WISAG-Preis. 

Die Akademische Feier 2014 findet statt

am Montag, den 30. Juni, um 16.00 Uhr,

im Casino, Renate-von-Metzler-Saal (Raum 1.801), Campus Westend.

Die Preise werden vom Vorsitzenden der Vereinigung von Freunden und Förderern, Prof. Wilhelm Bender, und vom Präsidenten der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, übergeben.

Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

 

Hochschulpolitische Themen

Jun 26 2014
11:59

Gremium fordert, dass zusätzliche Mittel des Bundes auch bei den Hochschulen ankommen

Stellungnahme des Senats zur Hochschulfinanzierung

FRANKFURT. Der Senat der Goethe-Universität Frankfurt begrüßt die jüngste Entscheidung der Wiesbadener Landesregierung, die 81 Millionen Euro Rückflüsse an das Land vom Bund infolge der vollständigen Übernahme des Bafögs den hessischen Hochschulen zur Verfügung zu stellen, z.B. zur Dynamisierung der QSL-Mittel sowie zur Stärkung der Grundfinanzierung. Diese freigesetzten Mittel seien dringend erforderlich zur Bewältigung der steigenden Studierendenzahlen, so das Kollegialorgan.

Gemäß jüngsten Prognosen der Kultusministerkonferenz soll die Zahl der Studienanfänger bis 2015 nun doch auf höchstem Niveau verharren. So müssen die deutschen Hochschulen im Gegensatz zu früheren KMK-Prognosen allein von 2012 bis 2025 mit bis zu 500.000 Studienanfängern zusätzlich rechnen. Aus Sicht des Senats der Goethe-Universität ist es daher wichtig, die Mittel „on top“ auf den jährlichen Landeszuschuss über die bereits zugesagte ein bis drei Prozent Etatsteigerung hinaus zu gewähren. Eine solche zusätzliche Etatsteigerung von ein bis drei Prozent pro Jahr entspräche auch den Koalitionsvereinbarungen, wie sie im Dezember  2013  von Schwarz-Grün getroffen wurden. Auf keinen Fall aber dürften die 81 Millionen Euro an anderer Stelle des Universitäts-Etats durch Einsparungen wieder abgezogen werden, so das Gremium.

Sonstige

Jun 26 2014
10:49

Uni-Ranking der „WirtschaftsWoche“: Personaler sehen Goethe-Uni auf Platz 1

Frankfurter Volkswirte sind spitze

FRANKFURT. Die Frankfurter Goethe-Universität bietet optimale Voraussetzungen für ein Studium der Volkswirtschaftslehre (VWL) und vor allem für eine anschließende Karriere. Dies geht aus dem neuesten Hochschul-Ranking hervor, das die Zeitschrift „WirtschaftsWoche“ diese Woche veröffentlicht hat. Auch in Bereich Betriebswirtschaftslehre und Naturwissenschaften schnitt die Uni der Mainmetropole gut ab und landete auf dem jeweils fünften Platz. Das Ranking, das von der Beratungsgesellschft Universum und dem Personaldienstleister access KellyOCG erstellt wurde, gibt das Meinungsbild von 571 Personalverantwortlichen wieder.

Im Zentrum der Befragung stand die Praxisrelevanz der Ausbildung an Universitäten und Fachhochschulen. Es konzentriert sich dementsprechend auf wirtschaftsnahe Fächer wie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und VWL, Jura oder Maschinenbau. Beteiligt wurden Personaler sowohl von kleinen mittelständischen Unternehmen als auch von Großkonzernen. Der Fokus lag auf der Frage, welche Unis und Fachhochschulen die Studierenden am vorbildlichsten für die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens ausbildeten, woher die besten Absolventen kämen. Zugleich wurde abgefragt, auf welche Kenntnisse und Fähigkeiten im jeweiligen Unternehmen am meistern Wert gelegt werde.

Dabei zeigte sich, dass die Examensnote nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bisherige Erfahrungen mit Absolventen fallen weit stärker ins Gewicht: Die Personalverantwortlichen achten darauf, wie viele Akademiker sie von einer bestimmten Hochschule bereits eingestellt und welche Erfahrungen sie mit ihnen gemacht haben: Wie lange sind diese Leute bereits im Unternehmen? Haben sie Führungsverantwortung übernommen? Sehr hoch bewertet wird auch bereits gesammelte Praxiserfahrung. Ausschlaggebend ist der Umfrage zufolge letztlich aber oft die Persönlichkeit des Bewerbers.

Veranstaltungen

Jun 26 2014
09:47

Im Pariser Goethe-Institut werden Zeichnungen und Aquarelle aus dem Frankfurter Frobenius-Archiv gezeigt

Ausstellung in Paris: „Auf dem Weg nach Atlantis: Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas“

PARIS/FRANKFURT. Das Goethe-Institut in Paris zeigt bis 22. Juli eine Reihe weltweit einzigartige Felsbilder aus dem Archiv des Frankfurter Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität, darunter ein Großbild von 2,5 x 11 Meter. Die Ausstellung „Auf dem Weg nach Atlantis: Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas“ geht der abenteuerlichen Entstehungsgeschichte dieser Bilder in der Zentralsahara und den Savannen Simbabwes nach, die gleichzeitig einen Startpunkt für die öffentliche Wahrnehmung der älteren Geschichte des afrikanischen Kontinents in Deutschland darstellte. Verbunden mit der Pariser Ausstellung sind auch öffentliche Vorträge und ein Kolloquium zur „Verflechtungsgeschichte der Ethnologie“.

Der Frankfurter Kurator Dr. Richard Kuba, Ethnologe und Leiter der Sammlung am Frobenius-Institut, erläutert die Hintergründe: „Unsere Ausstellung erzählt auch die spektakuläre Ausstellungsgeschichte der Sammlung, die in den 1930er Jahren u.a. im Berliner Reichstag, im Pariser Pleyel und im Trocadéro sowie im New Yorker MoMA gezeigt wurde. Als Wissenschaftsbilder längst überholt und heute weitgehend vergessen, waren diese ungesehenen Bilder eine Quelle der Inspiration für die künstlerische Avantgarde.“

Bereits auf seinen ersten Expeditionen durch den belgischen Kongo von 1904 bis 1906 und durch Westafrika von 1907 bis 1909 war der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) auf der Suche nach den ursprünglichen Formen afrikanischer Kulturen und glaubte sich bisweilen auf den Spuren des alten Atlantis. Ab 1912 haben Malerinnen und Maler, die Frobenius für seine insgesamt 12 Afrika-Expeditionen engagierte, Kopien von Felsbildern angelegt. Dazu Kuba: „Vor Ort in Nordafrika, in der Sahara und im südlichen Afrila haben sie die prähistorischen Malereien und Gravuren in Farbe und und oftmals in Originalgröße auf Leinwand kopiert.“ In den 1930er Jahren folgten dann Felsbild-Expeditionen in europäische Länder sowie nach Australien und Indonesien. Bis zu Frobenius Tod im Jahre 1938 entstand so eine weltweit einzigartige Sammlung von fast 5000 Felsbildkopien, die noch heute überwiegend im Archiv des Frobenius-Instituts erhalten ist.

Leo Frobenius war eine schillernde und doch faszinierende Persönlichkeit: Abenteurer und Afrika-Entdecker, Ethnologe und Kulturphilosoph, Monarchist und Ideenspender für ein neues Afrika-Bild, das in der nachkolonialen Phase entscheidenden Einfluss auf die Entstehung der emanzipatorischen Négritude-Bewegung hatte. Frobenius, der Mitte der 1920er Jahre an das eigens für ihn gestiftete Institut für Kulturmorphologie an die Universität Frankfurt kam, war getrieben von der Vorstellung, sich mit aller Kraft gegen Modernisierung und Rationalisierung stemmen zu müssen. Und in Afrika schien er all das in den Mythen, Masken und Malereien zu finden, was in Europa an Wert verlor. Soeben ist übrigens in der von der Goethe-Universität herausgegebenen Biographie-Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ ein Band über Leo Frobenius im Societäts-Verlag erschienen. Der Autor und Ethnologe Prof. Dr. Bernhard Streck von der Universität Leipzig setzt sich intensiv mit Frobenius und seiner Kulturmorphologie auseinander.

Informationen: Dr. Richard Kuba, Frobenius-Institut, Campus Westend, Tel.: 069-798-33056, Kuba@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 24 2014
11:16

Jubiläumsausstellung mit 400 Skulpturen auf dem Campus Westend „entsendet“ 20 „Uni-Botschafter“ nach Wiesbaden, Berlin und Brüssel

Ottmar Hörls Goethe-Figuren gehen auf Wanderschaft

FRANKFURT. Sie haben das Gelände vor dem IG-Farben Gebäude der Goethe-Universität auf dem Campus Westend in den letzten vier Wochen auf farbenfrohe Weise geprägt und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Nun verabschieden sich einige der 400 Goethe-Figuren, die der international bekannte Konzeptkünstler Ottmar Hörl anlässlich des 100. Geburtstages der Universität auf der Rasenfläche vor dem Hauptgebäude der Universität installiert hatte, aus Frankfurt. Als universitäre Botschafter im Jubiläumsjahr gehen etwa 20 Goethe-Figuren auf Wanderschaft durch Deutschland und Europa. Die nächste Station ist die Staatskanzlei in Wiesbaden. Dann folgen die Hessischen Landesvertretungen in Berlin und Brüssel. Ottmar Hörls künstlerische Vision will möglichst viele Orte und Menschen in einen kulturellen Diskurs mit einbeziehen. Ein große Zahl der Goethe- Figuren haben daher bereits jetzt private „Liebhaber“ gefunden. Denn die über ein Meter hohen Figuren können erworben werden. Die Nachfrage seit der Ausstellungseröffnung ist sehr groß. So wird auch jeder neue Besitzer einer Goethe-Figur zu einem Botschafter für Goethe und die Goethe-Universität.

Zeitplan:

Mittwoch, 25. Juni ab 10 Uhr: Abbau der Figuren und Verpackung; Donnerstag, 26. Juni ab 10 Uhr: Verladen der Figuren und Transport nach Wiesbaden, Ankunft dort gegen 13 Uhr.

Subskriptionspreis bis 20. Juli 2014

Bis Ende der Präsentation besteht noch die Gelegenheit sich eine Skulptur zum vergünstigten Subskriptionspreis zu sichern. Signierte Exemplare können für 500 Euro erworben werden (danach 700 Euro), Auflage 100 Exemplare pro Farbe. Unsignierte Figuren sind für 350 Euro erhältlich.

Kontakt für Reservierungen von Goethe-Figuren

Cornelia Regner-Hörl E-Mail: shop@ottmarhoerl.de Internet: www.ottmar-hoerl.de oder im Pavillon vor Ort: Michael Tegtmeyer Telefon: 0174 81 44 711

 

Veranstaltungen

Jun 24 2014
11:00

Die Bürger-Universität stellt die Biografie eines großen deutschen Schauspielers vor – Armin Mueller-Stahl

Zwei Diktaturen und eine Demokratie

FRANKFURT. Nach einer einmonatigen Pause geht es am kommenden Montag weiter mit der Reihe „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“ im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität. Sandra Kegel von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellt die Biografie des großen Schauspielers Armin Mueller-Stahl vor.

Der 1930 in Tilsit geborene Schauspieler hat drei Deutschlands erlebt: Deutschland im Nationalsozialismus, die DDR sowie die Bundesrepublik. Richtig wohl gefühlt hat er sich in keinem der drei, wie er in seiner jüngst erschienenen Autobiografie „Dreimal Deutschland und zurück“ schreibt.

Nach einem Musikstudium wurde Mueller-Stahl zunächst an der Schauspielschule abgelehnt – aus mangelnder Begabung. Das hinderte ihn nicht, zum beliebtesten Schauspieler der DDR aufzusteigen. Im Konflikt um die Ausbürgerung des Sängers Wolf Biermann aus der DDR kam es zum Bruch mit dem System, so dass ihm 1980 seine Ausreise in den Westen genehmigt wurde. In Westdeutschland konnte Mueller-Stahl schnell an seine DDR-Erfolge anknüpfen. Und doch wagte er Ende der 1980er Jahre einen weiteren Neuanfang in Hollywood. Belohnt wurde er 1997 mit seiner ersten von zwei Oscar-Nominierungen. Aber nicht nur als Schauspieler hat er sich einen Namen gemacht, sondern auch als Maler und Zeichner sowie Jazzmusiker.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für die Biografie der deutschen Nation betrachtet Sandra Kegel, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auch die individuellen Voraussetzungen des Schauspielers Armin Mueller-Stahl und geht den Weichenstellungen dieser deutsch-deutschen Biografie nach.

„In der DDR gingst du spazieren, in der BRD musst du laufen“ – Armin Mueller-Stahl

Referentin: Sandra Kegel, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

am: Montag, 30. Juni 2014, um 19.30 Uhr,

Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de Eintritt frei

 

Das komplette Programm der 11. Frankfurter Bürger-Uniwww.buerger.uni-frankfurt.de