​​​​Pressemitteilungen ​

Forschung

Dez 4 2014
10:51

Ungewöhnlicher Mechanismus aktiviert den entscheidenden Rezeptor

Kompass im Vogel-Auge: Die Wellenlänge ist entscheidend

FRANKFURT. Zugvögel und Haushühner orientieren sich im Magnetfeld der Erde mithilfe eines lichtaktivierten Kompasses im Auge. Seit einigen Jahren sind sich Ornithologen sicher, dass der zugrunde liegende Mechanismus auf der lichtaktivierten Bildung von Radikal-Paaren in dem Blaulicht-Rezeptor Cryptochrom 1a (Cry1a) beruht. Radikal-Paare werden im Redox-Zyklus (Abb. 1) von Flavin-Adenin-Dinukleotid (FAD) zweimal gebildet: Blaues und UV-Licht reduzieren FAD zu FADH, das mit Tryptophan ein Radikalpaar bildet (FADH/Trp). Blaues, grünes und UV-Licht reduzieren das FADH anschließend vollständig. Das so entstehende FADH- wird in einer lichtunabhängigen Reaktion wieder oxidiert und bildet, vermutlich mit Sauerstoff, das zweite Radikalpaar des Zyklus (FADH/O2•-). Die Arbeitsgruppe um Roswitha und Wolfgang Wiltschko, beide Biologen an der Goethe-Universität, hat nun nachgewiesen, dass bei der Wahrnehmung magnetischer Richtungen Cry1a durch die Reduktion von FADH zu FADH- in den aktivierten Zustand versetzt wird. Das ist ungewöhnlich, da für die Aktivierung der meisten bisher untersuchten Cryptochromen der erste Schritt der Photoreduktion entscheidend ist.

Vor etwa einem Jahr wiesen die Frankfurter Wissenschaftler nach, dass sich aktiviertes Cry1a von genau bei den Wellenlängen nachweisen lässt, bei denen Vögel sich mit ihrem magnetischen Kompass orientieren können: bei grünem, türkisem, blauem und UV-Licht. Allerdings kann grünes Licht FAD nicht zu FADH reduzieren, also den Redox-Zyklus nicht in Gang setzen. Die Forscher zeigten nun in zwei Studien, dass Vögel sich unter grünem Licht so lange orientieren können, bis das zuvor im Tageslicht gebildete FADH aufgebraucht ist. In einer immunhistochemischen Studie setzte Christine Nießner die Hühner jeweils 30 oder 60 min lang den vier verschiedenen Wellenlängen aus. Zuvor waren die Tiere bei Tageslicht gehalten worden. Nach 30 min in grünem Licht wies die Biologin in den Vogelaugen deutlich weniger aktiviertes Cry1a nach als nach 30 min in türkisem, blauem oder UV-Licht. Nach weiteren 30 min Grünlicht konnten sie das aktivierte Cryptochrom überhaupt nicht mehr nachweisen. Diesen Versuch führte das Forscherteam auch mit Hühnern durch, die sie vor Versuchsbeginn in totaler Dunkelheit gehalten hatten. In den Augen dieser Tiere ließ sich schon nach 30 min Grünlicht kein aktiviertes Cry1a finden. In einer parallel durchgeführten verhaltensbiologischen Studie setzten die Frankfurter Wissenschaftler Rotkehlchen zweimal 60 min lang den verschiedenen Wellenlängen aus. Waren die Vögel vor Versuchsbeginn in weißem Licht gehalten worden, konnten sie sich anfangs auch in Grünlicht gut orientieren. Hatte man sie dagegen in totaler Dunkelheit gehalten oder wurden sie dem grünen Licht mehr als 60 min lang ausgesetzt, verloren die Tiere ihr Orientierungsvermögen.

„Aufgrund unserer Versuche – besonders wegen der Orientierung bei grünem Licht, wo das erste Radikalpaar (FADH/Trp) nicht gebildet werden kann – halten wir das zweite Radikalpaar, das während der Reoxidation gebildet wird, für das entscheidende“, erklärt Roswitha Wiltschko. „Dass dies anders ist als bei den meisten bisher untersuchten Cryptochromen, kann daran liegen, dass das Radikalpaar hier eine andere Funktion hat.“ Während Cryptochromen zumeist die Anwesenheit und Intensität von Licht signalisieren, zeigt Cry1a im Magnetkompass der Vögel dagegen magnetische Richtungen an. Das ist möglich, weil die Häufigkeit verschiedener Formen des bei der Re-Oxidation gebildeten Radikalpaars (das Singulett-Triplett-Verhältnis) abhängig ist von der Orientierung des Rezeptors im geomagnetischen Feld. Diese könnte so auch die Effizienz der Re-Oxidierung von FADH- zu FADH beeinflussen. Wenn das zweite Radikalpaar des Flavin-Redox-Zyklus tatsächlich besser zur Richtungsanzeige geeignet ist, liegt der Schluss nahe, dass evolutionäre Prozesse den Mechanismus so verändert haben, dass er optimal an seine Funktion als Magnet-Kompass angepasst ist.
 
Publikationen: Christine Nießner, Susanne Denzau, Leo Peichl, Wolfgang Wiltschko & Roswitha Wiltschko, 2014: Magnetoreception in birds: I. Immunohistochemical studies concerning the cryptochrome cycle. The Journal of Experimental Biology, http://dx.doi.org/10.1242/jeb.110965

Roswitha Wiltschko, Dennis Gehring, Susanne Denzau, Christine Nießner & Wolfgang Wiltschko, 2014: Magnetoreception in birds: II. Behavioural experiments concerning the cryptochrome cycle. The Journal of Experimental Biology, http://dx.doi.org/10.1242/jeb.110981

Bild zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/53295508

Weitere Informationen: Prof. Roswitha Wiltschko, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel.: (069) 798-42107; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de

Forschung

Dez 3 2014
15:09

Der deutsch-amerikanische Archäologe Lothar von Falkenhausen übernimmt in diesem Jahr die Dagmar-Westberg-Vorlesung

China blühte schon in der Bronzezeit

FRANKFURT. In unseren Tagen ist China auf dem Weg zur wirtschaftlichen Supermacht. Um Chinas wirtschaftliche Hochblüte in früheren Zeiten geht es in der dritten Ausgabe der Dagmar-Westberg-Vorlesung der Goethe-Universität: Für das Wintersemester konnte der international bekannte China-Experte Professor Lothar von Falkenhausen gewonnen werden, der an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) Archäologie lehrt und sich auf das „Reich der Mitte“ spezialisiert hat. Dagmar Westberg, die die Vorlesung gestiftet hat, feiert ihren 100. Geburtstag mit der Auftaktveranstaltung am Montag.

„Von Falkenhausen ist einer der renommiertesten China-Archäologen und Kunsthistoriker“, freut sich der Frankfurter Archäologe und Prähistoriker Prof. Rüdiger Krause auf die Vorlesungsreihe, die in der nächsten Woche am Campus Westend stattfindet. Krause selbst forscht im Ural und sieht etliche Berührungspunkte mit der chinesischen Frühkultur. Deshalb hatte er von Falkenhausen zusammen mit dem Frankfurter Sinologen Prof. Iwo Amelung für die Reihe vorgeschlagen.

„Chinas wirtschaftliche Hochblüte im ersten Jahrtausend vor Christus im Spiegel archäologischer Entdeckungen“ – so lautet der Titel der Veranstaltungsreihe mit drei Vorlesungen und einem abschließenden Kolloquium. Die Vorlesungen werden ein facettenreiches Bild vermitteln: Lothar von Falkenhausen spricht über die Herausbildung von Wirtschaftsräumen, über die Beziehungen zwischen Kernraum und Peripherie, über Landwirtschaft und Steuerwesen, über Handelsverbindungen, Märkte und die Rolle der Kaufmannschaft. Die Zuhörer erfahren auch etwas über frühe Formen von Industrie, dass es schon damals eine Massenproduktion von Gebrauchs- und Luxusgütern gab und welche Technologien man nutzte. Auch das Geld- und Münzwesen, der Fernhandel und die Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichem Austausch und Kulturtransfer während des 1. Jahrtausends vor Christus werden thematisiert. Und es geht auch um methodische Probleme, nämlich darum, wie Erkenntnisse zu all diesen Bereichen aus archäologischem Material gewonnen werden können. Den Abschluss bildet am Donnerstag ein Kolloquium, das die Archäologie der Periode der Streitenden Reiche (475 bis 221 v. Chr.) in den Blick nimmt und nach Wechselwirkungen zwischen wirtschafts-, geistes-, kunst- und musikgeschichtlichen Entwicklungen fragt. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an das Fachpublikum, sondern an Hörer aller Fächer.

Der gebürtige Essener von Falkenhausen, der an der Universität Bonn Sinologie und Kunstgeschichte und anschließend als deutscher Austauschstudent in Peking Archäologie studiert, befasste sich als Graduierter in Harvard mit Ostasienstudien und wurde 1988 in Anthropologie promoviert. Dazwischen lagen Forschungsaufenthalte in Korea und Kyoto. Seit 1993 lehrt er am Cotsen Insitute of Archaeology an der UCLA. 2011 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences berufen. In seiner Forschung beschäftigt sich von Falkenhausen vor allem mit der chinesischen Bronzezeit, worüber er zwei Bücher und mehr als hundert Zeitschriftenbeiträge geschrieben hat.

Die Gastprofessur, ist nach dem Vorbild amerikanischer Lectures konzipiert. Sie wird aus einem Stiftungsfonds finanziert, den Dagmar Westberg zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Willen der Stifterin soll das Geld ausschließlich für die Geisteswissenschaften verwendet werden. So kann die Goethe-Universität jährlich einen weltweit renommierten Vertreter nach Frankfurt einladen. „Alle fünf Dekane treffen sich und sammeln Vorschläge“, beschreibt der federführende Vizepräsident, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, das Auswahlverfahren. In den vergangenen beiden Jahren fiel die Wahl auf den Germanisten Peter Strohschneider, der nun DFG-Präsident ist, und die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum. Für Lutz-Bachmann ist die Stiftungsvorlesung eine Chance, auch kleinere Disziplinen sichtbarer zu machen, indem namhafte Wissenschaftler eingeladen werden. Stets soll es um eine generalisierende Sichtweise gehen, um eine Wissenschaft, die „nicht bei sich bleiben will“. „Ich bin sehr gespannt auf die Vorträge von Professor von Falkenhausen“, sagt Lutz-Bachmann.

Stifterin Dagmar Westberg stammt aus einer baltisch-hamburgischen Unternehmerfamilie. Aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation während der Nazizeit konnte sie selbst nie studieren, möchte nun aber mit ihrem mäzenatischen Engagement jungen Menschen helfen, diese Chance wahrzunehmen. Der Stiftungsfonds für die Gastvorlesung ist nicht das einzige Engagement der Stifterin an der Goethe-Universität: Dagmar Westberg engagiert sich in der erheblicher Größenordnung für das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg und finanziert seit 2010 auch einen Preis für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Universität Frankfurt. Am 8. Dezember ist nicht nur der Auftakt der Stiftungsreihe, sondern auch der 100. Geburtstag Dagmar Westbergs.

Bilder zum Download: hier.

Die Termine:

Vorlesungen

„Langzeitperspektiven; die Verflechtung von Zentren und Peripherien“
Montag, 8. Dezember, 15 bis 17 Uhr, Festsaal Casino, Campus Westend

„Technologische Entwicklungen“
Dienstag, 9. Dezember, 18 bis 20 Uhr, Hörsaalzentrum, HZ4, Campus Westend

„Eurasiatische Vernetzungen (mit einem Exkurs über die Ritualmusik“)
Mittwoch, 10. Dezember, 18 bis 20 Uhr, Hörsaalzentrum, HZ4, Campus Westend

Das Kolloquium zu den Vorlesungen findet am Donnerstag, 11. Dezember, von 10 bis 16 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, am Wingertsberg 4, in Bad Homburg eingeladen.

Informationen: Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität, Campus Westend, Tel. (069) 798-22343, Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Dez 3 2014
11:12

Am 8. Dezember diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität über den Klimawandel

Wer zahlt für die Folgen unseres Wohlstandes?

FRANKFURT. Die zweite Veranstaltung der Bürger-Universität im Wintersemester 2014/15 widmet sich am 8. Dezember der Frage „Wer zahlt für die Folgen unseres Wohlstandes? Armutsrisiko Klimawandel“. Dass sich die Erde immer weiter erwärmt, ist unumstritten, nicht jedoch die Antwort auf die Frage nach einer möglichen Eindämmung des Klimawandels. Und wenn ja, wie kann er gestoppt werden? Dies sind zentrale Aspekte, die an dem Abend Gegenstand der Podiumsdiskussion sind. Weitere daran anschließende Fragen werden sein: Können wir den Klimawandel aufhalten und sowohl wirtschaftliches Wachstum in den Schwellenländern erlauben und Armut in den Ärmeländern überwinden? Wenn der Klimawandel unaufhaltsam ist, was erwartet uns? Auch politisch? Zudem werden das Kyotoprotokoll von 1997 und dessen Nachfolgevertrag, der 2015 in Paris ausgehandelt werden soll, als Thema aufgegriffen.

Das Podium bestreiten von der Goethe-Universität der Atmosphärenforscher Prof. Joachim Curtius und der emeritierte Klimaforscher Prof. Christian Schönwiese vom Institut für Atmosphäre und Umwelt sowie der Experte für Klimagerechtigkeit Prof. Darrel Moellendorf vom Exzellencluster Normative Orders. Komplettiert wird die Runde von PD Thomas Kluge vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). 

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität nimmt sich im Wintersemester 2014/15 unter dem Titel „Alles nur Schwarzmalerei?“ der kaum noch überschaubaren Krisenanhäufungen an. An insgesamt sechs Abenden werden exemplarisch sechs Krisen und Konflikte analysiert, die uns in den kommenden Jahren sicherlich weiter beschäftigen werden.

Wie immer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben den eigens konzipierten Diskussionsabenden auch zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen für die Bürgerinnen und Bürger Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets offen.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de anfordern.

eginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle Veranstaltungen finden im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main) statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.buerger.uni-frankfurt.de

Forschung

Dez 2 2014
12:52

Forscher entwickeln künstliche, lichtgesteuerte Oberfläche / Publikation in Angewandter Chemie

Wie koppeln Bakterien an gesunde Zellen an?

FRANKFURT/KIEL. Wie gelingt es E. coli-Bakterien, an gesunde Wirtszellen im Körper anzukoppeln? Häufig geschieht dies über Proteine, die an den Zuckermantel der Zellen binden. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat einen wichtigen Schritt gemacht, die Zusammenhänge zu verstehen. Ihre Forschungsergebnisse zieren den Titel der neuen Ausgabe des renommierten Fachmagazins „Angewandte Chemie“.

Häufig geschieht die Bindung über Proteine, die nach einem komplizierten „Pass-Prinzip“ (vereinfacht: „Schlüssel-Schloss-Prinzip“) mit Kohlenhydratstrukturen auf der Wirtszelloberfläche wechselwirken. Die Studie zeigt nun erstmals, dass dafür die räumliche Ausrichtung der Kohlenhydratstrukturen entscheidend ist.

In der natürlichen Glycokalyx, einer nur nanometerdünnen Mehrfachzucker-Schicht, die alle Zellen umgibt, sind die Verhältnisse für die experimentelle Untersuchung zu komplex. Deshalb haben die Wissenschaftler eine künstliche Oberfläche geschaffen, auf der die Anhaftung von E. coli-Bakterien gesteuert werden kann. Die nur etwa vier Nanometer dünne Schicht imitiert die Glycokalyx von Zellen, an die Bakterien beispielsweise bei einer Infektion binden.

„Anhand unseres Modellsystems lassen sich Erkennungs- und Bindungseffekte der Glycokalyx sehr definiert und unter einem ganz neuartigen Blickwinkel untersuchen“, sagt Prof. Thisbe K. Lindhorst, Chemikerin an der Uni Kiel. „Wenn wir lernen, die Glycokalyx in einem Zusammenhang von Gesundheit und Heilung zu beeinflussen, wird dies zu einer Revolution in der Medizinischen Chemie führen.“

Lindhorst baute mit ihrem Team im Sonderforschungsbereich „Funktion durch Schalten“ Moleküle, die, bestrahlt mit Licht unterschiedlicher Wellenlängen, als biologische Schalter funktionieren. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe um den Oberflächenspezialisten Prof. Andreas Terfort (Uni Frankfurt) stellte sie ein System her, mit dem die Ausrichtung der Zucker-Andockpunkte und damit die Bindung von E. coli-Bakterien kontrolliert werden kann.

Die Wissenschaftler versahen eine extrem dünne Goldoberfläche mit einem genau definierten Zuckermantel, der an Azobenzol gekoppelt ist. Dieser Kohlenwasserstoff enthält eine Stickstoffbrücke, die lichtgesteuert wie ein Gelenk funktioniert. Darüber lassen sich nun die Bindungseigenschaften des Zuckermantels schalten: Bestrahlen die Forscher ihr System mit Licht einer Wellenlänge von 365 Nanometern, können sich erheblich weniger krankmachende Bakterienzellen an die künstliche Oberfläche anheften. Die Zuckermoleküle drehen sich dabei gewissermaßen von den Bakterien weg und können nicht mehr erkannt werden. Beim „Einschalten“ wiederum mit 450 Nanometer langen Lichtwellen orientieren sich die Strukturen wieder derart, dass Bakterienzellen erneut andocken können. So lässt sich die Anhaftung von E. coli kontrollieren.

„Durch den Einsatz eines Schichtsystems auf einer festen Oberfläche in Kombination mit einem Photo-Gelenk lässt sich die komplexe Dynamik einer realen Glycokalyx auf die wesentlichen Prozesse reduzieren und so verstehen“, erklärt Terfort. „Dieser neue Ansatz sollte sich auch auf andere biologische Grenzflächensysteme übertragen lassen.“

Publikation: Switching of bacterial adhesion to a glycosylated surface by reversible reorientation of the carbohydrate ligand. Theresa Weber, Vijayanand Chandrasekaran, Insa Stamer, Mikkel B. Thygesen, Andreas Terfort and Thisbe K. Lindhorst. Angew. Chem. 48/2014. DOI: 10.1002/ange.201409808 und 10.1002/anie.201409808 (Angew. Chem. Int. Ed.)

Fotos und Abbildungen zum Download hier (zip).

Bildtext: Links: E. coli-Bakterien können über das Protein FimH an den Zuckermolekülen der künstlichen Glycokalix andocken. Rechts: Bei Bestrahlung mit Licht einer Wellenlänge von 365 Nanometern knicken die Zuckermoleküle auf der Oberfläche weg und können von den Proteinen nicht erkannt werden. Die Bakterien können dann nicht mehr an die „Wirtszelle“ andocken.

Copyright: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA. Reproduced with permission.

Bildtext: Kontrollierte Bindung: Die Anhaftung von Bakterien an Zuckermolekülen auf dem Glycokalyx-Modell kann durch Licht umkehrbar gesteuert werden.

Copyright: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA. Reproduced with permission.

Bildtext: Rastertunnelmikroskopaufnahme von einer Kultur Escherichia Coli

Quelle: NIAID

Informationen: Prof. Dr. Andreas Terfort, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29180, aterfort@chemie.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Dez 2 2014
10:07

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zieht nach sechs Jahren Amtszeit Bilanz seiner Präsidentschaft

Vorsprung durch Autonomie

Einladung zum Mediengespräch

FRANKFURT. Seit sechs Jahren ist er Präsident der Goethe-Universität. Nun neigt sich die Amtszeit von Prof. Werner Müller-Esterl dem Ende entgegen. Am 5. Dezember möchte er eine Bilanz seiner Amtszeit ziehen und sich gleichzeitig bei Ihnen persönlich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken. Denn am 13. Dezember übergibt er bei einer Feier den Staffelstab an seine Nachfolgerin, Prof. Birgitta Wolff; offiziell ist er noch bis Ende des Jahres im Amt.

Unter seiner Leitung hat die Goethe-Universität wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen, sei es die Stärkung und Profilierung einer national und international sichtbaren Spitzenforschung, die Entfaltung universitärer Autonomie, die weitere bauliche Neuordnung und die Rückkehr der Goethe-Universität in die Stadtgesellschaft verbunden mit dem Aufbau einer erfolgreichen Stifterkultur.

Um diese und weitere Themen geht es bei einem Mediengespräch am

Freitag, den 5. Dezember 2014, 11:00 Uhr
Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Gebäude PA (Präsidium&Administration)
Raum 0.P21 (Erdgeschoss, rechte Gebäudeseite).

Wir würden uns freuen, Sie zu diesem besonderen Anlass an der Goethe-Universität begrüßen zu können. Bitte teilen Sie uns bis Mittwoch, 3. Dezember mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Frau Ott, E-Mail: Ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Mit den besten Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt

Veranstaltungen

Nov 28 2014
10:51

Ringvorlesung mit neuen Perspektiven auf Recht und Rechtstransfer beginnt am 4. Dezember 2014

Kann man Recht „übersetzen“?

FRANKFURT. Was passiert, wenn rechtliche Normen in einen neuen kulturellen oder sprachlichen Kontext übertragen werden? Wie verändert sich das Recht, wie verändert sich seine Normativität? Vor allem auch diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers“, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte.

Die vier Termine umfassende Reihe beginnt am 4. Dezember 2014 mit Dr. Simone Glanert. Sie lehrt an der Kent Law School und geht in ihrem Vortrag der Frage nach, was die Diskussionen um ein gemeinsames europäisches Recht von Goethes Idee der „Weltliteratur“ lernen könnten („One European private law, more than one language: in vindication of Goethe“). Höhepunkt und zugleich Abschluss der kleinen Reihe ist der Vortrag des Cambridge-Historikers Peter Burke zum Thema „Translating norms: strength and weakness of a concept“. Burke, der durch seine Werke zur Renaissance und deren Sozialgeschichte international als einer der bedeutendsten Kulturhistoriker gilt, wird in diesem Vortrag einige grundlegende Betrachtungen zu kulturellen Übersetzungsprozessen anstellen.

Ziel der Ringvorlesung ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Fremden und dem Eigenen in interkulturell verflochtenen Rechtsbildungsprozessen zu diskutieren. Recht und rechtliches Wissen waren im Laufe der Geschichte stets über Kulturgrenzen hinweg in Bewegung. Die Aufnahme fremden, ausländischen Rechts erfolgte teils freiwillig, teils wurde sie von außen erzwungen, etwa im Zuge von Kolonialisierungsprozessen. Oft änderten sich hierdurch nicht nur einzelne Gesetze und Verordnungen, sondern die Struktur rechtlichen Denkens insgesamt.

Historisch ist hier etwa an die Rezeption römischen Rechts in Europa seit dem Mittelalter zu denken, an die Herausbildung eines „derecho indiano“ im frühneuzeitlichen Hispano-Amerika oder die Übernahme europäischen Rechts in Ostasien im 19. Jahrhundert. Doch auch aktuell spielt der Transfer von Recht eine wichtige Rolle: Nach Systemumbrüchen oder Regimewechseln sowie im Rahmen der juristischen Entwicklungszusammenarbeit dient ausländisches Recht regelmäßig als Vorbild bei der Erschaffung einer stabilen und funktionsfähigen Rechtsordnung.

Was passiert, wenn rechtliche Normen von einer anderen Kultur aufgenommen und in eine andere Sprache übersetzt werden? Die rechtswissenschaftliche Forschung zeigt, dass Recht nicht schlicht durch die Hand des Gesetzgebers geschaffen wird, sondern stets verwoben ist mit Sprache und Tradition. Ist Recht also überhaupt übersetzbar? Wie verschiebt sich durch Übersetzung seine Bedeutung, wie verändert sie seine normative Wirkung?

Die Vorträge der Ringvorlesung versuchen Antworten auf diese Fragen zu geben. Sie tun dies, indem sie die Aufnahme fremder normativer Ordnungen als einen Vorgang der „kulturellen Übersetzung“ verstehen. Mit diesem Begriff soll aufgezeigt werden, dass es zur Erklärung dieser Vorgänge eines komplexeren Modells bedarf als das eines linearen Gebens und Nehmens. Der Begriff der „kulturellen Übersetzung“ lädt dazu ein, den Blick auf die Begegnung, die Verständigung und Aushandlung, Widerstände und Eigendynamiken zu richten und hierdurch einen Einblick zu bekommen, wie vielschichtig die durch die Aufnahme fremden Rechts angeregten gesellschaftlichen Prozesse waren und sind.

Die Ringvorlesung stellt den Fokus bewusst weit: Neben dem Recht wird es auch um politische Philosophie, Religion und Technik als normative Ordnungen gehen. Dieser breite Zugriff ermöglicht es zu vergleichen: Wie reagieren unterschiedliche normative Ordnungen, wenn sie in andere kulturelle Kontexte „übersetzt“ werden? Wo reagiert das Recht auf eine ganz eigene Weise, wo lassen sich Gemeinsamkeiten ausmachen? Auf diese Weise sollen nicht nur Einblicke in die Funktionsweise von Recht gewonnen werden, sondern auch von Normativität insgesamt.

Die Termine im Überblick:

4. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Dr. Simone Glanert (Kent Law School, UK)
One European private law, more than one language: in vindication of Goethe
Campus Westend, Casino, 1801

16. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Prof. Dagmar Schäfer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)
Das ethische Produkt, oder wie man Moral in Material übersetzt. Regeln für Herrscher von Qiu Jun (1421-1495)
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ10

20. Januar 2015, 18.15 Uhr
Javier Ferndández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)
Translating political vocabularies in the Iberian Atlantic. Historical semantics and conceptual transfer
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ11

5. Februar 2015, 18.15 Uhr
Peter Burke (University of Cambridge, UK)
Translating norms: strengths and weaknesses of a concept
Campus Westend, Casino 1801

Kontakt: Dr. Lena Foljanty, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Tel. (069) 78978-186, foljanty@rg.mpg.de, www.rg.mpg.de, www.normativeorders.net

 

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Forschung

Nov 28 2014
10:09

Ergebnisse der bisher größten Untersuchung zur Artenvielfalt der Bodenpilze in der Zeitschrift Science veröffentlicht

Diversität und Verbreitungsmuster von Bodenpilzen erstmals weltweit dokumentiert

FRANKFURT. Das Reich der Pilze ist eine der vielfältigsten Organismengruppen der Welt. Sie sind in allen Ökosystemen vertreten, aber über die Verbreitungsgebiete insbesondere der mikroskopisch kleinen Arten ist nur wenig bekannt. Über 50 Wissenschaftler sammelten deshalb in Wäldern von 40 verschiedenen Ländern 14.600 Bodenproben. Meike Piepenbring und Miguel Rosas, Mykologen an der Goethe-Universität und Mitarbeiter im LOEWE Forschungsschwerpunkt Integrative Pilzforschung, trugen Proben und Daten zur Vegetation aus dem Taunus (Hessen) und aus Panama bei (Fotos 1, 2). Leho Tedersoo vom Naturhistorischen Museum der Universität zu Tartu (Estland) wies in den weltweit gesammelten Proben fast 1 Mio. Pilze nach, die zu nahezu 100.000 verschiedenen Arten gehören, und analysierte ihre Diversität erstmalig in großem Maßstab. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Science Journal.

Pilze sind als Mikroorganismen im Boden zuständig für die Zersetzung toten organischen Materials, sie unterstützen Pflanzen im Wurzelbereich bei ihrem Wachstum oder leben als Parasiten auf Kosten anderer Organismen. Sie sind außerordentlich vielfältig und insgesamt ist bisher wenig über sie bekannt. Einige Pilze wachsen auf Nährmedien im Labor (Foto 3), viele andere sind jedoch nur schwer zu entdecken oder sogar noch völlig unbekannt. Inzwischen ermöglichen moderne molekularbiologische Methoden (DNA-Metabarcoding, Pyrosequenzierung) den Nachweis verschiedener Arten anhand von Bruchstücken ihres Erbmaterials. So lassen sich in einer Bodenprobe zahlreiche verschiedene Pilze identifizieren. Diese Methoden nutzten Tedersoo und seine Mitarbeiter, um die Artenvielfalt in den Bodenproben aus verschiedenen Teilen der Welt zu charakterisieren.

Im Rahmen dieser Untersuchungen entdeckten die Wissenschaftler eine Pilzvielfalt, die der Anzahl der bisher insgesamt weltweit bekannten Arten (ca. 100.000) nahe kommt. Sie fanden heraus, dass die Artenvielfalt im Waldboden umso größer wird, je näher die Wälder am Äquator liegen. Die Verbreitungsgebiete der einzelnen Arten werden dagegen mit wachsender Entfernung vom Äquator immer größer. In Böden aus Gebieten mit hohem Jahresniederschlag war die Artenvielfalt meist größer als in Böden aus trockenen Regionen. Zudem zeigte sich, dass Bodenmerkmale wie pH-Wert, Kalzium- oder Phosphorkonzentration für das Vorkommen verschiedener Pilzgruppen wichtig sind. Interessanterweise stellten die Forscher keinen Zusammenhang fest zwischen der Vielfalt der Pflanzen und der Diversität der Bodenpilze - abgesehen von denjenigen Pilzen, die Lebensgemeinschaften mit Bäumen (Ektomykorrhiza) bilden.

"Die Ergebnisse der Analyse sind beeindruckend" erklärt Meike Piepenbring. "Sie zeigen, dass wir durch unsere bisherigen Studien, in denen wir die Pilze als lebende Organismen aus dem Boden isolierten, nur einen kleinen Teil der dort lebenden Pilze erfasst haben." Besonders in den Tropen gibt es offensichtlich noch Tausende von Pilzarten, die kein Mensch bisher gesehen hat; jede mit spezifischen Eigenschaften, die z. B. zur Herstellung neuer Antibiotika für den Menschen von großem Interesse sein können.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Meike Piepenbring Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-42222, Piepenbring@bio.uni-frankfurt.de

Bilder zum Download: hier.

Personalia/Preise

Nov 27 2014
12:36

Reinhard Dörner erhält den Robert-Wichard-Pohl-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Angesehener Physik-Preis für Frankfurter Forscher

FRANKFURT. Der Physiker Reinhard Dörner vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität erhält den angesehenen Robert-Wichard-Pohl-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Der Preis wird für hervorragende Beiträge zur Physik verliehen, die eine besondere Ausstrahlung auf andere Disziplinen in Wissenschaft und Technik haben. Dörner teilt sich den mit 5.000 Euro dotierten Preis mit Privatdozent Dr. Robert Moshammer vom Max-Planck Institut für Kernphysik in Heidelberg.

Dörner und Moshammer erhalten den Preis für die Entwicklung einer neuen Messmethode und bahnbrechende Arbeiten in der Atom- und Molekülphysik: „Das COLTRIMS-Reaktionsmikroskop hat nicht nur für die Physik, sondern auch für die Chemie und andere benachbarte Forschungsgebiete völlig neue Forschungsziele eröffnet“, heißt es in der Begründung der Jury. Mit dem in Frankfurt entwickelten COLTRIMS-Reaktionsmikroskop konnten Dörner und Moshammer mehrere fundamental wichtige chemische Reaktionen und quantenmechanische Prozesse aufklären. Mittlerweile wird Die COLTRIMS-Technik in führenden Laboratorien weltweit angewendet.

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis würdigt über die reine Forschungsleistung hinaus außergewöhnliches Engagement in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis, in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik. Der Preis wird auf der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im März 2015 in Berlin überreicht. Bereits 2013 verlieh die Goethe-Universität Dörner für seine in Fachkreisen hoch anerkannte Arbeit und sein vorbildliches Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs die Auszeichnung „Scientist of the Year“. 

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Informationen: Prof. Dr. Reinhard Dörner, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47003, doerner@atom.uni-frankfurt.de.

Forschung

Nov 26 2014
14:35

Deutsch-russische Kooperation testet erfolgreich in Kultur und Mausmodellen bei Philadelphia Chromosom-positiver Leukämie

Neuer Wirkstoff überwindet Therapieresistenz bei Leukämie

FRANKFURT. Die Heilungschancen von Patienten mit Philadelphia Chromosom-positiver Leukämie (Ph+) haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Dennoch entwickelt ein großer Anteil von Patienten Resistenzen gegen die vorhandenen Medikamente. Hämatologen der Goethe-Universität Frankfurt haben nun gemeinsam mit einer russischen Pharmafirma einen neuen Wirkstoff entwickelt, der sowohl in vitro als auch in vivo die aggressivsten Formen der Philadelphia Chromosom-positiven Leukämie sehr effektiv bekämpft. Sie berichten darüber in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Leukemia“.

Patienten mit dem Philadelphia Chromosom entwickeln chronisch myeloische (CML) oder akute lymphatische Leukämie (Ph+ ALL). Diese gehören zu den ersten Leukämieformen, die dank der Entwicklung gezielter molekularer Therapieansätze behandelt werden können. Die Wirkstoffe, selektive Kinase-Inhibitoren, greifen direkt am Krebs-induzierenden Gen BCR/ABL an. Doch bei vielen Patienten wird die Therapie nach einer gewissen Zeit unwirksam - entweder aufgrund von Mutationen im BCR/ABL oder durch andere, noch weitgehend unbekannte Mechanismen. Zurzeit ist nur eine Substanz, Ponatinib, in der Lage, alle klinische Resistenzen weitgehend zu überwinden. Leider ist Ponatinib wegen seiner zum Teil lebensgefährlichen Nebenwirkungen nur mit großer Vorsicht einsetzbar.

Fusion Pharma, mit Sitz in Moskau, hat einen neuartigen Kinase-Inhibitor, PF-114, mit dem Ziel entwickelt, die gleiche Wirkung auf Ph+ Leukämien zu entfalten wie Ponatinib, aber gleichzeitig die Nebenwirkungen zu reduzieren. In der aktuellen Ausgabe von „Leukemia“ berichtet ein Team um Dr. Afsar Mian, Prof. Oliver Ottmann und Privatdozent Dr. Martin Ruthardt von der Abteilung Hämatologie der Medizinischen Klinik II, dass PF-114 ähnlich gut gegen resistente Ph+ Leukämie wirkt wie Ponatinib.

„Diese Ergebnisse liefern die Grundlage für den Einsatz von PF-114 bei Therapie-resistenten Patienten mit Ph+ Leukämie. Die gute Wirksamkeit und das gute Nebenwirkungsprofil muss jetzt in klinischen Phase I Studien am Menschen weiter untersucht werden“, erklärt Dr. Ruthardt. „Ohne die Frankfurter Kollegen, wäre PF-114 nie so weit gekommen. Auf der Basis dieser Daten werden wir im Laufe des 1. Halbjahrs 2015 eine internationale Phase I Studie starten können“, ergänzt Dr. Ghermes Chilov, CEO von Fusion Pharma, die das Projekt finanziert hat.

Publikation: Mian et al.: PF-114, a potent and selective inhibitor of native and mutated BCR/ABL is active against Philadelphia chromosome- positive (Ph+) leukemias harboring the T315I mutation, in Leukemia, 14. November 2014, doi: 10.1038/leu.2014.326.

Informationen: Privatdozent Dr. Martin Ruthardt, Hämatologie/Medizinische Klinik II, Universitätsklinik, Tel. (069)6301–5338, ruthardt@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Nov 25 2014
11:47

Ab dem 1. Dezember diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität aktuelle globale Krisen

Alles Schwarzmalerei?

FRANKFURT. Unter dem Titel „Alles nur Schwarzmalerei? Schlaglichter globaler Krisen“ nimmt sich die Frankfurter Bürger-Universität im Wintersemester 2014/15 der kaum noch überschaubaren Krisenanhäufungen an. An sechs Abenden werden exemplarisch sechs Krisen und Konflikte analysiert, die uns in den kommenden Jahren sicherlich weiter beschäftigen werden.

Seit dem 11. September 2001, spätestens jedoch seit der Finanzkrise 2008, scheint sich die Welt im Modus der Dauerkrise zu befinden. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht das Wort „Krise“ in den Nachrichten auftaucht. Dabei geht es nicht nur um bewaffnete Konflikte; betroffen vom Krisenvirus scheinen immer mehr Bereiche.

Die Klimakrise macht in Form extremer Wetterschwankungen von sich reden, das Gesundheitssystem kriselt im Angesicht des Landärztemangels und die Krise des Qualitätsjournalismus hat gerade erst begonnen. Ganze Staaten stecken in der Wirtschaft- und Finanzkrise und die Wissenschaft wurde durch zahlreiche Plagiatsfälle in eine Krise gestürzt.

Auch wenn vielleicht nicht alle diese Krisen so bedrohlich sind, wie in den Medien dargestellt, so besteht doch allemal Anlass, Krisen und die ihnen zu Grunde liegenden Konflikte einer genaueren Analyse zu unterziehen. Dabei soll es weder um Panikmache noch um die Verharmlosung einzelner Entwicklungen gehen. Vielmehr geht es um eine möglichst „nüchterne“ Betrachtung der jeweiligen Krisenherde.

Die Auftaktveranstaltung am 1. Dezember widmet sich der Frage „Wie entstehen kriegerische Konflikte heute? Der erste Weltkrieg und die Lehren daraus“. Ein letztes Mal soll im Jahr 2014, da sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt, ein Blick zurück geworfen werden. Unter anderem mit Hilfe von Prof. Jörn Leonhard, der mit seinem umfassenden Werk „Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs“ eines der wichtigsten Bücher des Jahres zum Thema ablieferte. Die zentrale Frage an diesem Abend lautet, was uns die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ auch heute noch lehrt. Weitere Fragen werden sein: Können wir Vergleiche ziehen zu heutigen Konflikten, wie denen in der Ukraine oder Syrien? Wie haben sich Kriegsformen in den vergangenen 100 Jahren verändert?

Neben Prof. Leonhard werden Prof. Tanja Brühl und Prof. Reinhard Wolf das Podium bestreiten. Beiden lehren an der Goethe-Universität am Institut für Politikwissenschaft. Prof. Brühl hat ihren Forschungsschwerpunkt im Bereich Internationale Institutionen und Friedensprozesse, Prof. Wolf hingegen im Bereich Internationale Beziehungen und Weltordnungspolitik.

Wie immer wird die Frankfurter Bürger-Universität von einer umfangreichen Broschüre begleitet. Diese beinhaltet neben den eigens konzipierten Diskussionsabenden auch zahlreiche Veranstaltungen aus den Fachbereichen der Goethe-Universität. Alle stehen für die Bürgerinnen und Bürger Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets offen.

Die Broschüre können Sie über die Homepage www.buerger.uni-frankfurt.de anfordern.

Folgende Diskussionsabende erwarten Sie im Wintersemester 2014/15:

01. Dezember 2014
Wie entstehen kriegerische Konflikte?
Der Erste Weltkrieg und die Lehren daraus
Mit: Prof. Tanja Brühl (Goethe-Universität), Prof. Jörn Leonhard (Autor des Buches „Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs“), Prof. Reinhard Wolf (Goethe-Universität)

Moderation: Werner Schlierike, hr-iNFO

08. Dezember 2014
Wer zahlt für die Folgen unseres Wohlstandes?
Armutsrisiko Klimawandel
Mit: Prof. Joachim Curtius, Prof. Christian Schönwiese, Prof. Darrel Moellendorf (alle Goethe-Universität), PD Thomas Kluge (Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt)

Moderation: Volker Hirth, hr-iNFO

15. Dezember 2014
Lektionen gelernt?
Dimensionen der Finanzkrise
Mit: Dr. Andreas Dombret (Deutsche Bundesbank), Leonhard Fischer (ehemaliger Leiter des Investmentbankings der Dresdner Bank), Daniel Kolter (Ratingagentur Moody’s), Prof. Jan Pieter Krahnen (Goethe-Universität), Rainer Voss (ehemaliger Investmentbanker und Protagonist des Dokumentarfilms „Der Banker – Master of the Universe“)

Moderation: Werner Schlierike, hr-iNFO

19. Januar 2014
Wie krank ist unser Gesundheitssystem?
Die Medizin hat den Menschen vergessen
Mit: Jörg Blech (SPIEGEL-Redakteur), Prof. Gerd Glaeske (Herausgeber des Arzneimittel-Reports), Prof. Matthias Schrappe (Versorgungsforscher), Prof. Klaus Stegmüller (Fachhochschule Fulda)

Moderation: Regina Oehler, hr-iNFO

26. Januar 2014
Welche Einwanderungspolitik braucht Deutschland?
Flüchtlingselend und Fachkräftemangel
Mit: Tom Koenigs (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Pater Balleis (Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes), Martin Neumeyer (Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung), Prof. em. Thränhardt (Universität Münster)

Moderation: Riccardo Mastrocola, hr-iNFO

09. Februar 2014
Ist unsere Demokratie in Gefahr?
Verlust der Urteilsfähigkeit als Folge von Informationsüberflutung
Mit: Mathias Müller von Blumencron („faz.net“), Sebastian Esser (Herausgeber „Krautreporter“), Helmut Heinen (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger), Michael Konken (Deutscher Journalistenverband) Prof. Christoph Neuberger (LMU München)

Moderation: Dirk Emig, hr-iNFO

Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle Veranstaltungen finden im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main) statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.buerger.uni-frankfurt.de 

In Kooperation mit hr-iINFO

Forschung

Nov 25 2014
11:46

Hypoxie-Protein reguliert auch Wachstumsfaktoren

Warum Krebszellen trotz Sauerstoffmangel wachsen

FRANKFURT/GIESSEN. Gesunde Zellen verlangsamen bei Sauerstoffmangel (Hypoxie) ihr Wachstum. Umso erstaunlicher ist es, dass Hypoxie ein charakteristisches Merkmal bösartiger Tumore ist. Wie es Krebszellen gelingt, das genetische Programm der Wachstumsbremse zu umgehen, berichten Forscher der Goethe-Universität und der Justus-Liebig-Universität Gießen in zwei Publikationen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Seit längerem ist bekannt, dass PHD-Proteine (Prolyl-Hydroxylase-Domänen-Proteine) eine Schlüsselrolle bei der Regulatoren der Hypoxie spielen. Sie kontrollieren die Stabilität der Hypoxie-induzierten Transkriptionsfaktoren (HIFs), welche die Anpassung der Zelle an Sauerstoffmangel steuern. Nun hat das Team von Prof. Amparo Acker-Palmer, Goethe-Universität, und Prof. Till Acker, Justus-Liebig-Universität Gießen, herausgefunden, dass ein spezielles PHD-Protein, PHD3, auch den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) kontrolliert.

In gesunden Zellen antwortet PHD3 auf Stress wie Sauerstoffmangel, indem es die Aufnahme des EGF-Rezeptors ins Zellinnere steuert. Durch diese Internalisierung werden die Wachstumssignale herab reguliert. „Wir haben herausgefunden, dass PHD3 als Gerüstprotein dient, an dem zentrale Adapterproteine wie Eps15 und Epsin1 binden, um die Aufnahme von EGFR in die Zelle zu fördern“, so Acker-Palmer. In Tumorzellen ist dieser Prozess aufgrund des Verlusts von PHD3 gestört. Infolgedessen wird die Internalisierung von EGFR unterdrückt, was zu einer übermäßigen Aktivität der EGFR-Signale und damit dem unkontrollierten Wachstum der Zelle führt.

Die Forschergruppe konnte zeigen, dass der Verlust von PHD3 ein entscheidender Schritt beim Wachstum humaner maligner Hirntumore (Glioblastome) ist. Die Tumorzellen werden dadurch unabhängig von den wachstumshemmenden Signalen unter Sauerstoffmangel. „Klinisch ist diese Entdeckung hochrelevant, weil sie einen alternativen Mechanismus der Hyperaktivierung des EGF-Rezeptors zeigt, der unabhängig von seiner genetischen Amplifikation ist. Therapeutisch kann er durch EGFR-Inhibitoren unterdrückt werden“, erklärt Till Acker, Neuropathologe an der Universität Gießen.

“Unsere Arbeit zeigt eine unerwartete und neue Funktion des PHD3 an der Schnittstelle von zwei brandaktuellen Forschungsgebieten: Sauerstoffmessung und EGFR-Signaling”, erklärt Acker-Palmer. „Dies beweist erneut, wie groß die Bedeutung der Rezeptor-Internalisierung in der Krebsentwicklung ist“. Diesen Zusammenhang hatte das Forscherteam bereits 2010 für die Tumor-Angiogenese gezeigt (Sawamiphak et al, Nature 2010).

Publikationen: Henze et al: Loss of PHD3 allows tumours to overcome hypoxic growth inhibition and sustain proliferation through EGFR, Nature communications, 25.11.2014, DOI: 10.1038/ncomms6582

Garvalov et al.: PHD3 regulates EGFR internalization and signalling in tumours, Nature communications, 25.11.2014, DOI: 10.1038/ncomms6577

Informationen: Prof. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft und Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 42563, Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de; Prof. Till Acker, Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Arndtstraße 16, 35392 Gießen, Tel.: (0641) 99-41181, till.acker@patho.med.uni-giessen.de

Veranstaltungen

Nov 25 2014
11:43

Aus ökonomischer und islamwissenschaftlicher Perspektive: Über das Zinsverbot im Koran und Ethik, Nachhaltigkeit und grünes Finanzwesen

„Fair Trade? Korankonformes Business in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“

FRANKFURT. „Fair Trade? Korankonformes Business in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“ ist das Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion, die am 1. Dezember um 18 Uhr im Festsaal des Casinos, Campus Westend, stattfindet. Aus ökonomischer und islamwissenschaftlicher Perspektive sollen Fragen von Ethik, Nachhaltigkeit und grünem Finanzwesen in Zeiten der Globalisierung erörtert werden. Moderieren und aus islamwissenschaftlicher Sicht fragen wird Dr. Mark Chalîl Bodenstein (Goethe-Universität), die wirtschaftstheoretische Sicht wird Prof. Volker Nienhaus (University of Reading) vertreten, aus der Sicht der Praxis wird sich Zaid el-Mogaddedi (Institute for Islamic Banking & Finance, Frankfurt ) äußern.

Die Veranstaltung gehört zu der Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“. Sie wird im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG im Wintersemester vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität veranstaltet und wendet sich insbesondere an die Bürger im Rhein-Main-Gebiet. Der Koran wendet sich in recht eindeutiger Weise gegen das Geben und Nehmen von Zins (riba) und verbietet das Glücksspiel, um Ungerechtigkeit zu vermeiden. Daraus wurde ein Verbot von Geschäften mit Zins und von Spekulation abgeleitet, was schon in klassischer Zeit zur Herausbildung besonderer Formen von Beteiligungsgesellschaften führte und im 20. Jahrhundert zur Etablierung des islamischen Finanzwesens beitrug. Gegenwärtig steht ein legalistischer Ansatz, mit dem konventionelle Finanztechniken nachgebildet werden können, einer Herangehensweise gegenüber, die den sozialen und ethischen Ansprüchen eines glaubensbasierten und korankonformen Finanzwesens eher gerecht zu werden versucht.

Zu den Podiumsteilnehmern: Mark Chalil Bodenstein, geb. 1971 in Lingen/Ems, ist seit Oktober 2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2011 bis 2013 hat er dort die Professur für Kultur und Gesellschaft des Islam vertreten und war im Anschluss Stiftungsgastprofessor für Islamische Religion. Seine Diplomarbeit (2001) trug den Titel „Über die Arbeit islamischer Banken“ und enthielt eine kommentierte Übersetzung eines Rechtstextes zu Banktransaktionen vom damaligen Mufti von Ägypten, Muhammad Sayyid Tantawi. Die Dissertation befasste sich mit der Institutionalisierung muslimischer Repräsentanz und Religionslehrerausbildung in Deutschland und Österreich (2010). Sein Schwerpunkt liegt nun u. a. auf islamischer Religionspädagogik.

Volker Nienhaus, geb. 1951 in Essen, ist seit den frühen 1980er Jahren einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet Islamische Wirtschaft und Finanzen. Zurzeit ist Nienhaus Gastprofessor an der Henley Business School der University of Reading (Großbritannien) und außerplanmäßiger Professor am International Centre for Education in Islamic Finance (Malaysia). Zuvor war er Professor für Volkswirtschaftslehre (1985–1989) und Wirtschaftspolitik (1990–2004) an der Ruhr-Universität Bochum sowie Präsident der Philipps-Universität Marburg (2004–2010). Er ist Mitglied und Berater in zahlreichen Komitees und Beratungsgremien wie dem Governing Council of the International Centre for Education in Islamic Finance (INCEIF) und dem Islamic Financial Services Board in Kuala Lumpur (seit 2006).

Zaid el-Mogaddedi ist Gründer und Managing Director des Institute for Islamic Banking & Finance (IFIBAF) in Frankfurt am Main, dem einzigen Islamic Finance Consulting- und Advisoryunternehmen im deutschsprachigen Raum. Das IFIBAF berät Unternehmen u.a. bei der Evaluierung von Marktchancen und Marktzugangsstrategien in der islamisch geprägten Hemisphäre oder im deutschsprachigen Raum sowie bei der Strukturierung und Entwicklung von islamisch-konformen Produkten. Außerdem erstellt das Institut im Rahmen seines internationalen Netzwerkes entsprechende Zertifizierungen und bietet Islamic Finance-Ausbildungskonzepte sowohl im Retail-, Private Banking/Family Office. Zaid el-Mogaddedi, geb. 1960 in Mainz, hat zahlreiche Artikel zum Thema „Islamic Finance“ verfasst und hält Vorträge nicht nur über Islamic Finance, sondern auch zum Thema „Ethik und Moral in der Wirtschaft“. Der Deutsch-Afghane studierte nach dem Abitur Betriebswirtschaftslehre in Mannheim. Er war unter anderem im Private Banking der Credit Suisse AG in Frankfurt tätig und verantwortete dort den Auf- und Ausbau des Bereichs Private Insuring.

Weitere Vorträge in der Reihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“ auf einen Blick:

Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 18 Uhr im Renate von Metzler-Saal, Casino, Campus Westend statt.

15. Dezember 2014
Armina Omerika, Goethe-Universität
Koran-Übersetzung als Politikum. Die Übertragung ins Bosnische/Serbische/Kroatische

12. Januar 2015
Nicolai Sinai, Universität Oxford
Wie viel Kritik verträgt der Koran? Zum gegenwärtigen Stand der historisch-kritischen Koranforschung

26. Januar 2015
Stefan Wild, Universität Bonn
Viele Wege zum Text? Gespräche zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg 

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Nov 25 2014
11:41

Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach „Borders of Orders“

Keine Ordnung ohne Grenzen

FRANKFURT. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich am 28. und 29. November aus verschiedenen Blickwinkeln mit den Grenzen sozialer Ordnungen. Unter dem Titel „Borders of Orders – Grenzziehungen und soziale Ordnung“ geht es beispielsweise um geographische Grenzen zwischen Nationen, Macht und Ausgrenzung, Grenzüberschreitung durch Migration und die Grenzen der Demokratie. Zu den weiteren Themen gehören Grenzfragen der Ästhetik, die auch in Bezug auf Immanuel Kant diskutiert werden, und Grenzen der Privatsphäre, die nicht zuletzt im Internet eine Rolle spielen.

Die Konferenz geht von der These aus, dass sich jede Ordnung unter anderem durch Abgrenzung aufrechterhält. Gerade in der jüngsten Vergangenheit gab es jedoch viele Entwicklungen, durch die Grenzen verschiedenster Art in Frage gestellt worden sind. Die Finanzkrise, die Auseinandersetzungen in der Ukraine und auch der Vormarsch der Terror-Miliz IS betreffen dabei nicht nur geographische Grenzen sondern, in unterschiedlichem Maße, auch Grenzen zwischen Politik und Wirtschaft, Macht und Recht, Religion und Politik. Das Programm umfasst 15 Panels mit rund 45 Mitwirkenden aus aller Welt. Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch.

Am Abend des ersten Konferenztages (28.11.) hält Catherine Colliot-Thélène die Keynote Speech. Die Professorin für Philosophie an der Universität Rennes spricht über „The Right and the Duty of Hospitality in Democracy“. Zum Abschluss der Konferenz (29.11.) gibt es einen Filmabend, kuratiert von Doktorandinnen und Doktoranden der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG). Hier werden Grenzen sozialer Ordnung in Form von Kurzfilmen verhandelt. Zu sehen ist dabei unter anderem ein Präsident, der Machtausübung schlicht verweigert.

Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Die meisten Veranstaltungen finden im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: graduateconference@normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Informationen: Maya Hatsukano vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31419, maya.hatsukano@normativeorders.net, www.normativeorders.net

Sonstige

Nov 24 2014
16:56

Weiterbeschäftigung studentischer Hilfskräfte in der Universitätsbibliothek stand nie in Frage

Richtigstellung der AStA Pressemitteilung zu studentischen Hilfskräften an der UB

FRANKFURT. In einer Pressemitteilung vom Freitag, den 21. November unter dem Titel „Adieu studentische Hilfskräfte der Universitätsbibliothek!“ behauptet der AStA der Goethe-Universität, die Universitätsbibliothek (UB) würde Stellen, die bisher von studentischen Hilfskräften wahrgenommen werden, an einen externen Dienstleister outsourcen. Dadurch wären viele studentische Arbeitsplätze in Gefahr. Outsourcing würde an der Goethe-Universität „inflationär“ angewendet.

Hierzu stellt die UB-Leitung fest: Die erhobenen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Von einer massenhaften Kündigung oder gar Beleidigungen und Bedrohungen von Hilfskräften, wie in der AStA-PM behauptet, kann keine Rede sein. Vielmehr wurden sämtliche Verträge mit Hilfskräften, die an der UB im Bereich Lesesäle der Zentralbibliothek beschäftigt waren und die weiterbeschäftigt werden wollten, für den Zeitraum 1.10.14 bis 31.3.15 verlängert.

Geändert wurde nur der Einsatz für diejenigen Hilfskräfte, die bisher in den Spätdiensten sowie an Wochenenden an der Durchgangskontrolle zu den Lesesälen der UB-Zentrale in Bockenheim eingesetzt waren. Die Tätigkeit in diesem Dienst war von den studentischen Hilfskräften selbst als nicht adäquat empfunden worden und wurde deshalb mehrfach kritisiert. Diese Dienste übernahmen ab Mitte November Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der für universitäre Einrichtungen in Bockenheim tätig ist. Doch auch diese studentischen Mitarbeiter werden nun im Bereich der Asien-Bibliothek weiterbeschäftigt. Die Arbeitszeiten blieben dabei für die Hilfskräfte unverändert.

Auch der Vorwurf, es gebe Unstimmigkeiten bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, muss entschieden zurückgewiesen werden: Vielmehr erfolgt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei Vorliegen eines Attests ab dem ersten Tag der Erkrankung. Die UB verhält sich hierbei im Einklang mit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen und den auf der Homepage der GU befindlichen Richtlinien zur Beschäftigung von Hilfskräften. Dies gilt im Übrigen auch für die in der Pressemitteilung kritisierte Anwendung der Urlaubsregelung.

Personalia/Preise

Nov 24 2014
13:30

Universität ehrt den Begründer der „Notgemeinschaft“ mit einer Stele

Philipp Schwartz – der vergessene Retter

FRANKFURT. Lange Zeit war er vergessen: Philipp Schwartz, der Retter zahlreicher im Nationalsozialismus entlassener Wissenschaftler. Selbst ein Verfolgter, entging er am 23. März 1933 nur knapp der Verhaftung und flüchtete unmittelbar nach Zürich. Hier begründete der Frankfurter Pathologieprofessor die „Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler im Ausland“. Mit einer Stele vor dem Hauptgebäude des Universitätsklinikums erinnert die Universität an den beherzten Einsatz des vertriebenen Neuropathologen. Bei der Eröffnung der Einweihungsfeier nannte der Dekan des Fachbereichs Humanmedizin, Prof. Pfeilschifter, Philipp Schwartz eine „Lichtgestalt in der dunkelsten Epoche deutscher Geschichte“.

An der Einweihungsfeier nahmen auch zwei Zeitzeugen teil: Dr. Susan Ferenz-Schwartz und Kurt Heilbronn. Philipp Schwartz´ Tochter zeigte sich bewegt, „dass mein Vater nach so vielen Jahren, nach beinahe zwei Generationen seinen Platz in der Universität und der Geschichte der Universität Frankfurt bekommt." Kurt Heilbronn wiederum ist der Sohn von Prof. Alfred Heilbronn, der 1935 über die „Notgemeinschaft“ einen Ruf an die Universität Istanbul erhielt, wo er das Institut für Pharmakobotanik aufbaute.

Wie der Generalkonsul der Republik Türkei, Ufuk Ekici, in seinem Grußwort betonte, ist wenig bekannt, dass die Türkei zwischen 1933 und 1945 etwa 300 entlassenen deutschen Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und Politikern, die hier für kurze oder längere Zeit arbeiteten, eine sichere Zuflucht bot. Der Generalkonsul bedankte sich für ihren wichtigen Beitrag zur Gestaltung der modernen Türkei. Eingefädelt hatte dies niemand anderes als Philipp Schwartz. Im Sommer 1933 reiste er nach Istanbul und erreichte in Verhandlungen mit türkischen Regierungsvertretern bereits im ersten Anlauf die Anstellung von 30 Professoren an die 1933 neu eröffnete Universität in Istanbul; darunter allein sieben aus Frankfurt am Main – eine in der Wissenschaftsemigration während der Nazizeit einmalige Gruppenvermittlung.

Unter Schwartz´ Leitung wurde in Zürich eine Karthothek aufgebaut. Auf sie geht die Liste mit Namen und Angaben zu 1.794 entlassenen Wissenschaftlern zurück, die 1937 bei der „Notgemeinschaft“ registriert waren. Seit den 1980er Jahren stand ein gebundenes Exemplar im Regal des Frankfurter Neurologischen Instituts – bis der Soziologe und Medizinhistoriker Dr. Gerald Kreft vom Edinger-Institut der Goethe-Universität sich auf die Spurensuche begab. In Zürich, wo Schwartz in der Stadtvilla seines Schwiegervaters Professor Sinai Tschulok die „Notgemeinschaft“ begründet hatte, war all dies vollständig unbekannt. Umso mehr trafen Krefts Forschungs-ergebnisse dort auf offene Ohren. Im April 2014 würdigte die Stadt Zürich Philipp Schwartz mit einem Ehrengrab.

Die „Notgemeinschaft“ war die erste Anlaufstelle für entlassene deutsche Hochschullehrer, die neue Arbeitsstellen im Ausland suchten. „Ihre einzigartigen Kenntnisse machten sie zum Informationszentrum aller entsprechenden internationalen Hilfsorganisationen“, so Gerald Kreft.

Im Spätsommer 1933 übergab Schwartz die Leitung der „Notgemeinschaft“ an Geheimrat Dr. Fritz Demuth, den vertriebenen Kurator der Handelshochschule in Berlin. Dieser verlegte Ende 1935 den Sitz der Zentrale nach London. 1936 gab sie die von der Rockefeller Foundation finanzierte „List of Displaced German Scholars“ heraus, um für 1794 Wissenschaftler neue Arbeitsmöglichkeiten im Ausland zu finden. Bis 1945 war die „Notgemeinschaft“ an der Vermittlung von über 2.600 Entlassenen aus Deutschland, Österreich und Böhmen beteiligt.

In seinem Grußwort erinnerte der Direktor des Frankfurter Pathologischen Instituts, Prof. Martin-Leo Hansmann, an die bahnbrechenden Studien zum zerebralen Geburtstrauma, die Schwartz hier in den 1920er Jahren durchgeführt hatte. Nachdem er das Pathologische Institut in Istanbul zwanzig Jahre lang geleitet hatte, versuchte Schwartz in den 1950er Jahren, an seine ehemalige Wirkungsstätte in Frankfurt am Main zurückzukehren. 1957 erhielt er im Zuge der bundesrepublikanischen „Wiedergutmachung“ zwar formal erneut den Professorentitel an der Frankfurter Universität, die Rückkehr auf seinen Lehrstuhl aber lehnte die Medizinische Fakultät „schon aus Gründen des Alters ab“. Schwartz übersiedelte in die USA, wo er bis 1976 als international renommierter Neuropathologe eine eigene Forschungsanstalt am Warren State Hospital, Pennsylvania, leitete.

Auf der Einweihungsfeier der  Schwartz-Stele entschuldigte sich Professor Schubert-Zsilavecz als Vizepräsident der Goethe-Universität für deren Verhalten gegenüber Schwartz während und nach der Zeit des Nationalsozialismus: „Das Schicksal und die Geschichte von Philipp Schwartz mahnen uns, stets wachsam zu sein gegenüber totalitären Tendenzen und ringen uns Bewunderung ab für seinen persönlichen Mut und sein Engagement für andere Verfolgte des Naziregimes.“

Informationen: Dr. Gerald Kreft, Edinger Institut, Deutschordenstraße 46, Tel.: (069) 6301-84166, G.Kreft@gmx.net.

Forschung

Nov 21 2014
11:43

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neuen Sonderforschungs-bereich an der Goethe-Universität – Sieben Millionen Euro für Historiker, Ethnologen, Philosophen und Rechtshistoriker

Vergleich zwischen Kulturen und Epochen: Was Diskurse über Schwächen auslösen können

FRANKFURT. Die Frankfurter Geisteswissenschaftler können am 1. Januar 2015 ein Mammutvorhaben starten: Bis 2018 stehen Historikern, Ethnologen, Philosophen und Rechtshistorikern insgesamt mehr als 6 Millionen Euro zur Verfügung, um ein globalhistorisches Problemfeld auszuleuchten, das von der Antike bis in die Gegenwart reicht. Gestern hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einem neuen Sonderforschungsbereich (SFB), dem zurzeit einzigen im Bereich der Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, bewilligt. Er firmiert unter dem Namen „Schwächediskurse und Ressourcenregime“. Etwa 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in den kommenden drei Jahren in diesem Forschungsverbund zusammenarbeiten, darunter ungefähr 40 Nachwuchsforscherinnen und -forscher.

Worum geht es in dem SFB? Ein Beispiel: Der Zeithistoriker Prof. Dr. Christoph Cornelißen will sich mit der Debatte über den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang Europas beschäftigen, der sich durch das ganze 20. Jahrhundert zog. Unterschiedliche Akteure – Politiker, Wirtschaftsvertreter, Publizisten und Wissenschaftler – fürchteten um die Stellung Europas in der Welt, fortschreitende Amerikanisierung oder die gelbe Gefahr sind nur zwei Stichworte. Europa sei dem wachsenden Druck auf den weltweiten Märkten nicht mehr gewachsen, auch im internationalen Bildungsranking verliere es an Boden. In den Diskursen über die Schwächen mischten sich regelmäßig Appelle, sämtliche vorhandene Ressourcen von Menschen, Rohstoffe, Organisationen bis zu Ideen zu mobilisieren. Um den Niedergang Europas aufzuhalten, sollten neue politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnungen begründet werden. Dies beflügelte die Ideen von der Einheit Europas. Dies ist zunächst nur eine grobe thesenhafte Skizze, nun geht es darum die unterschiedlichen Akteure unter die Lupe zu nehmen und genauer zu begründen, wie sich aus Schwächen Ressourcen entwickeln können.

„Solchen Schwächediskursen begegnet man allenthalben. Viel diskutierte Beispiele sind das spätantike Rom oder das China des 19. Jahrhunderts. Aber auch an ganz anderes kann man denken, so an zunächst schwache Wissensbestände, die sich durchsetzen, wie die beginnende Materialwissenschaft des frühen 20. Jahrhundert“, erläutert der Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs, Prof. Dr. Hartmut Leppin. „Wir versprechen uns ein hohes Erkenntnispotenzial davon, dass wir für so scheinbar weit auseinander liegende Themen auf einer angemessenen Abstraktionsebene einen Vergleich vornehmen können.“ Bei den Defizitdiagnosen werden die Wissenschaftler auch immer im Auge behalten, wie die Selbstwahrnehmung der Akteure ist und wie diese aus der Entfernung wahrgenommen werden.

Dass aus den Schwächen auch Stärken werden können, zeigt sich oft, wenn der Diskurs über die Schwächen die Suche nach Ressourcen mobilisiert. Dieses Wechselspiel ist für die Forscher von Interesse. Im Verständnis der Frankfurter Geisteswissenschaftler sind Ressourcen nicht gleichzusetzen mit Rohstoffen: „Uns interessiert vielmehr, was es bedeutet, wenn man einen Mangel an Rohstoffen wahrnimmt und sich daraus ein Schwächediskurs entwickelt, dann aber Ausschau nach anderen Ressourcen gehalten wird“, sagt Leppin. Je nach Teilprojekt geht es um ganz unterschiedliche Ressourcen: Wissen, Verwandtschaft, Heiligkeit, Nationalismus, Information, ökonomisches Kakkül – um nur einige zu nennen. „Das weite Spektrum der Ressourcen kann nur aus ganz unterschiedlichen disziplinären und zeitlichen Perspektiven behandelt werden. Wir zielen auf den Vergleich zwischen Kulturen und Epochen, um die Ergebnisse anschließend auch in höherem Maße verallgemeinern zu können“, so der SFB-Sprecher. Um den starken historischen Kern gruppieren sich Ethnologen und Rechtshistoriker, hier in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte.

Die kooperierenden Wissenschaftler wollen auch eine Annäherung zwischen der europäischen und der Geschichte insbesondere Ost- und Südostasiens sowie Iberoamerikas schaffen. Dazu ein Beispiel: Die Ethnologin Prof. Dr. Susanne Schröter, wie Leppin auch Principal Investigator im Frankfurter Exzellenzcluter „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, will sich unter anderem der Frage zuwenden, warum sich westliche Organisationsmodelle, wie das staatliche Gewaltmonopol, in vielen postkolonialen Ländern kaum durchsetzen lässt. Untersucht werden soll dies insbesondere in Indonesien und auf den Philippinen: Welche Ressourcen setzen dort beispielsweise indigene Gruppen frei, die sich der nationalstaatlichen Kontrolle entziehen? Sind die akephalen Völker, deren Gesellschaften egalitär, also auf politische und soziale Gleichheit ihrer Mitglieder, ausgerichtet sind, vielleicht trotz ihrer politischen Schwächen die eigentlichen Starken? Ist ihr Verhalten vernünftiger als das derjenigen, die staatliche Ordnungen hervorgebracht oder sich bereitwillig in solche eingegliedert haben? Auf derartige Fragen suchen die Ethnologen vor Ort Antworten.

Mit der geisteswissenschaftlichen Perspektive wollen die Mitwirkenden des Sonderforschungsbereichs zur Selbstreflexion der heutigen Gesellschaft beitragen. „Denn die Frage nach dem Umgang mit Ressourcen, ihrer Knappheit, ihrer Schonung wird in teils sehr erregten, politisch wirkungsmächtigen Schwächediskursen geführt. Das wissen wir spätestens seit dem berühmten Bericht des Club of Rome von 1972“, erläutert Leppin. „Der Mangel an Ressourcen scheint mir eine ganz zentrale Herausforderung der Gegenwart zu sein. Dabei darf der Blick nicht auf die materiellen Ressourcen verengt werden.“ Stellvertretende Sprecher des SFB sind neben Susanne Schröter noch der Sinologe Prof. Dr. Iwo Amelung und der Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Moritz Epple.

Der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl sieht in der Bewilligung des Sonderforschungsbereichs, des neunten an der Goethe-Universität, einen weiteren Beleg für die Strahlkraft der Frankfurter Geisteswissenschaftler, insbesondere der Historiker: „Die Bewilligung ist ein weiterer Höhepunkt eines sehr erfolgreichen Jahres; bereits im März erhielten die Historiker den Zuschlag für die DFG-Forschergruppe zu ‚Personalentscheidungen bei gesellschaftspolitischen Schlüsselpositionen‘. Ich gratuliere Hartmut Leppin und seiner Gruppe zu diesem erfolgreichen Antrag. Damit wird das geisteswissenschaftliche Profil der Goethe-Universität weiter geschärft.“

Auch andere Projekte der Historiker und mitwirkender Geisteswissenschaftlern stehen bei Förderern hoch im Kurs. Als „originell, innovativ und beispielgebend“ befand die Volkswagen Stiftung das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität und stellt dafür im Juli 2014 826.000 Euro zur Verfügung.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet insgesamt acht neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein, wie der zuständige Bewilligungsausschuss gestern auf seiner Herbstsitzung in Bonn beschloss. Der Frankfurter Sonderforschungsbereich ist der einzige geisteswissenschaftliche unter den acht ausgewählten. Die neuen SFB werden mit insgesamt 62 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommt eine 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Forschungsprojekten. Zwei der acht eingerichteten Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen.

Informationen: Prof. Dr. Hartmut Leppin, Historisches Seminar, Abteilung Alte Geschichte, Campus Westend, Tel. (069) 798 32462, h.leppin@em.uni-frankfurt.de

Bild zum Download hier.

Bildunterschrift: Der Althistoriker Prof. Dr. Hartmut Leppin ist Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs „Schwächediskurse und Ressourcenregime“

Veranstaltungen

Nov 21 2014
11:41

Tagung am 28. November ist gleichzeitig Gründungsveranstaltung eines neuen Forschungszentrums am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

Konferenz diskutiert Wege aus dem Salafismus

FRANKFURT. Die Salafismus genannte Form des radikalen politischen Islams hat sich in Deutschland und vielen anderen Ländern zu einer virulenten Jugendbewegung entwickelt. Allein hierzulande gibt es nach Angaben des Verfassungsschutzes weit mehr als 6000 Salafisten. Einige Hundert von ihnen – aktuelle Schätzungen sprechen  von bis zu 2000 – sollen in den letzten Monaten ausgereist sein, um den Kampf der Terror-Miliz IS zu unterstützen. Warum junge Menschen zu Salafisten werden und was dieses internationale Phänomen mit den aktuellen Geschehnissen in Syrien und dem Nordirak zu tun hat, beleuchtet die wissenschaftliche Konferenz „Salafismus und Jihadismus. Der Traum vom Gottesstaat im 21. Jahrhundert“ am 28. November 2014 im Historischen Museum Frankfurt.

Die internationale Konferenz fungiert gleichzeitig als Gründungsveranstaltung des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Leiterin der neuen Einrichtung und Organisatorin der Konferenz ist die Ethnologie-Professorin Susanne Schröter. Sie hat am Exzellenzcluster die Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen inne und ist Mitglied des Instituts für Ethnologie an der Goethe-Universität. Die Tagung umfasst sieben Vorträge ausgewiesener Fachleute – unter ihnen ein Psychologe einer Beratungsstelle für aussteigewillige Jugendliche und Angehörige von Salafisten sowie ein Sicherheitsexperte der Polizei.

Die Veranstaltung ist presseöffentlich. Bereits um 9.30 Uhr, vor Beginn der eigentlichen Tagung, sind Journalisten herzlich eingeladen, sich bei einem Mediengespräch über Themen des neuen Forschungszentrums und der Konferenz zu informieren. Um Anmeldung wird gebeten (o.bertrand@em.uni-frankfurt.de).

Die Ursachen für eine zunehmende Anziehungskraft des Salafimus in westlichen Ländern wurden von Wissenschaftlern und Politkern bislang vor allem in Defiziten der Einwanderungsgesellschaft gesehen, in der mangelnden Anerkennung der Postmigranten, ihren Diskriminierungserfahrungen und vergleichsweise schlechten Bildungsabschlüssen. Dieses Szenario erklärt allerdings weder die hohe Anzahl an Konvertiten innerhalb der salafistischen Bewegung noch den Umstand, dass auch Jugendliche aus privilegierten Familien in ihren Reihen aktiv sind. Die Reduzierung auf endogene Faktoren berücksichtigt außerdem nicht, dass Salafismus in seiner militanten Variante, dem Jihadismus, ein globales Phänomen darstellt, das in fast allen sunnitisch geprägten Ländern zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem geworden ist.

Die lokalen und nationalen Kontexte sind dabei durchaus divers. In einigen Teilen der Welt profitierten Salafisten und Jihadisten von den Wahlerfolgen islamistischer Parteien, in anderen von ethnischen Spannungen – und immer wieder auch von schwachen staatlichen Strukturen. Islamistischer Extremismus wird außerdem durch verfehlte Interventions- und Integrationspolitiken begünstigt. Die Ursachen sind so verschieden wie ökonomische, soziale und politische Probleme in unterschiedlichen Teilen der Welt nur sein können. Die Kultur, das politische Programm und die Aktionsformen von Salafisten gleichen sich jedoch weltweit.

Salafismus ist eine transnationale Bewegung, ein utopisches Gegenmodell zu real existierenden Gesellschaftsformen und bietet seinen Anhängern „Heimat“ in einer unübersichtlichen Welt. Er zeichnet sich durch eine rigide Geschlechterordnung aus, die überraschenderweise auch für Frauen attraktiv ist, durch ein strenges Regelsystem, dem der Einzelne sich zu unterwerfen hat, sowie durch die Gleichzeitigkeit von Autoritarismus und anarchischen Freiräumen. Für junge Männer bietet er in seiner Variante des Jihadismus eine Spielwiese des Heroischen, die seltsam anachronistisch wirkt.

Salafisten und Jihadisten grenzen sich von traditionellen islamischen Organisationen ab, sind aber dennoch auf die Akzeptanz oder zumindest die stillschweigende Duldung konservativer Muslime angewiesen. Für viele sind sie die „jungen Wilden“ der Ummah, denen man zwar ambivalent, nicht aber ohne Verständnis gegenübersteht. Die Ausbreitung des Salafismus birgt erheblichen sozialen und politischen Sprengstoff. Gleichzeitig erarbeiten muslimische Intellektuelle und Gelehrte weltweit Konzepte eines Islams, der mit Demokratie, den Menschen-, Frauen- und Kinderrechten sowie humanistischen Idealen kompatibel ist.

Auf der Konferenz werden Hintergründe und Konsequenzen des salafistischen Aufbruchs erörtert sowie Präventionsmaßnahmen und De-Radikalisierungs-Programme im Hinblick auf ihre Effekte diskutiert. Das neue Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ versteht sich als Think Tank, der die aktuellen Dynamiken wissenschaftlich analysiert und ihre Relevanz für Deutschland herausarbeitet. Es verbindet regionale und nationale mit transnationalen und globalen Perspektiven und ist in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und staatliche sowie zivilgesellschaftliche Akteure zu beraten.

Medien-Anmeldung und Information: Oliver Bertrand, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.de

Programm: www.normativeorders.net/konferenz_salafismus

Forschung

Nov 20 2014
12:18

Kooperation von FAIR, Goethe-Uni und GSI auf Platz 1 der „Green500“

Deutscher Supercomputer ist Energiespar-Weltmeister

FRANKFURT/NEW ORLEANS. Der neue Supercomputer „L-CSC“ des Darmstädter GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung hat im weltweiten Vergleich der energiesparendsten Hochleistungscomputer den Weltmeistertitel errungen. Auf Anhieb erreichte der neue Höchstleistungsrechner Platz eins auf der am Donnerstag in New Orleans veröffentlichten Rangliste „Green500“, die weltweit die Energieeffizienz der schnellsten Supercomputer vergleicht. Mit einer Rechenleistung von 5,27 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde je Watt hat „L-CSC“ zugleich einen neuen Weltrekord für Energieeffizienz bei Supercomputern aufgestellt. Platz zwei und drei der neuen Rangliste erreichten zwei japanische  Höchstleistungsrechner (Suiren, Tsukuba und Tsubame-KFC, Tokio).

„L-CSC“ wurde am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und der Goethe-Universität entwickelt. Finanziert wurde der Supercomputer vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, wo er für Simulationen und Berechnungen in der physikalischen Grundlagenforschung eingesetzt wird. Er dient vor allem auch zur Vorbereitung von Experimenten am großen internationalen Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research), das gegenwärtig in Darmstadt entsteht. Der superschnelle und energiesparende Computer wurde von dem Frankfurter Computerwissenschaftler Prof. Volker Lindenstruth und seinem Team entwickelt. Er setzt vor allem eine effiziente Kühlung und handelsübliche Grafikkarten ein, um Energieverbrauch und Investitionskosten der Supercomputer zu reduzieren.

Mit dem Weltmeistertitel für „L-CSC“ haben die Forscher des FIAS bereits den dritten Erfolg innerhalb von vier Jahren auf der weltweiten Hitliste der Öko-Supercomputer gelandet: 2010 kam der Frankfurter Supercomputer „LOEWE-CSC“ der Goethe-Universität als umweltfreundlichster Großcomputer Europas auf Rang acht, zwei Jahre später erreichte der in Frankfurt und Darmstadt entwickelte saudi-arabische Rechner „SANAM“ den zweiten Rang bei den „Green500“. Der Weltrekord krönt diese Serie. Die Rangliste bewertet, wie viele Rechenoperationen pro Sekunde ein auf Geschwindigkeit getrimmter Höchstleistungsrechner mit einem Watt elektrischer Leistung erreicht.

„L-CSC“ befindet sich noch im Aufbau. Gegenwärtig sind 56 von insgesamt 160 Servern installiert. Schon damit gehört der Rechner in Darmstadt zu den schnellsten Computern der Welt. Auf der – allein an Geschwindigkeit orientierten – weltweiten Rangliste „Top500“ belegt er gegenwärtig mit 316,7 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde – etwa dreitausend Mal schneller als ein normaler Büro-PC ­– Rang 168. Nach der Fertigstellung in den nächsten Wochen wird er noch drei Mal schneller rechnen.

„L-CSC“ ist eine Weiterentwicklung der Supercomputer „LOEWE-CSC“ und „SANAM“, und setzt noch stärker als seine Vorgänger auf die Rechenleistung von Grafikkarten. Seinen Namen hat er in Anlehnung an den Vorgänger bekommen. „L-CSC“ rechnet jedoch deutlich schneller als der vier Jahre alte Vorgänger „LOEWE-CSC“ und erzielt mit der gleichen Menge Energie die mehr als siebenfache Rechenleistung.  Erreicht wurde dies durch die Verwendung von mehr optimierten Hochgeschwindigkeits-Grafikchips und durch verbesserte, am FIAS entwickelte Software.

Die Investitionskosten für „L-CSC“ betragen rund zwei Millionen Euro. Energie einzusparen ist bei Supercomputern nicht allein eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch der Stromrechnung: „L-CSC“ läuft  daher mit deutlich geringeren Betriebskosten als weniger energieeffiziente Supercomputer gleicher Geschwindigkeit.

Der Entwickler des „L-CSC“, Vorstandsvorsitzende des FIAS, Leiter der IT der GSI und Professor für die Architektur von Hochleistungsrechnern an der Goethe-Universität Frankfurt, Volker Lindenstruth, sieht in dem Spitzenplatz seines Höchstleistungscomputers eine Bestätigung für die jahrelangen Bemühungen um Energieeffizienz: „Wir leisten damit auch einen Beitrag, damit Supercomputer verstärkt in der Wirtschaft genutzt werden können, denn auch die Gesellschaft braucht immer mehr Rechenleistung, sei es für technische Entwicklungen, für Big Data-Anwendungen, für Cloud-Computing oder anderes.“

Technisch gesehen ist „L-CSC“ ein Computer-Cluster, ein Verbund von miteinander vernetzten Rechnern. Der Rechner soll im Endausbau aus insgesamt 160 Servern (ASUS ESC4000 G2S/FDR) bestehen, mit 1.600 Rechenkernen, von denen jeder zwei Intel-Ivy-Bridge-Prozessoren und vier AMD FirePro Grafikkarten enthält. Jeder Server hat einen Arbeitsspeicher von 256 GigaByte. Verbunden sind die Server über ein Infiniband FDR-Netzwerk. Theoretisch stellt „L-CSC“ in dieser Konfiguration sogar eine Spitzenrechenleistung von 1,7 PetaFlops in doppelter Genauigkeit bereit, also 1,7 Billiarden Fließkommaoperationen pro Sekunde. Damit ist er der viertschnellste Supercomputer in Deutschland.

Informationen: Institute for Advanced Studies und Goethe Universität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44100, v.lindenstruth@gsi.de. Pressestelle FIAS, Reiner Korbmann,  c/o Science&Media, Tel:(089) 642 17 50, reiner.korbmann@scienceundmedia.de

Weblinks: fias.uni-frankfurt.de/de; www.gsi.de; csc.uni-frankfurt.de
www.youtube.com/watch?v=Gsm7q2ORXbU
www.green500.org; www.top500.org

Veranstaltungen

Nov 20 2014
11:51

UNICEF-Hochschulgruppe organisiert Benefiz-Konzert für Flüchtlingskinder

Hilfe für die Kinder Syriens

FRANKFURT. Der Winter kommt – und wird die Situation für syrische Flüchtlinge dramatisch verschlechtern. Über drei Millionen Menschen sind bereits in die Nachbarländer Syriens geflohen und auch innerhalb des Landes sind Menschen auf der Flucht. Ungefähr die Hälfte der syrischen Bürger/innen musste bereits ihren Heimatort verlassen. Darunter sind auch viele Kinder, die den niedrigen Temperaturen nur schwer stand halten können und für die auch dringend Schulmaterialien benötigt werden. Die UNICEF-Hochschulgruppe Frankfurt/Main organisiert für diese Kinder gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde ein Benefiz-Konzert am Mittwoch, den 26.11.2014. Mit dabei sind Madeleine Persson, Johanna Werlberger und die Band SternenTramper. Außerdem bieten die Veranstalter syrisches Essen und Getränke an.

Benefiz-Konzert für Flüchtlingskinder aus Syrien

Ort: Campus Westend, zwischen Hörsaalzentrum und dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.
Zeit: Mittwoch 26.11. 2014, 19.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Weitere Informationen zur Arbeit der UNICEF-Hochschulgruppe finden Sie hier:  http://www.unicef.de/mitmachen/ehrenamtlich-aktiv/-/hochschulgruppe-frankfurt-main

Veranstaltungen

Nov 20 2014
11:50

Einladung zur Podiumsdiskussion mit Universitätskanzler und Frankfurter Verkehrsdezernenten

Braucht die Goethe-Uni ein Mobilitätsmanagement?

FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist einer der bedeutendsten Verkehrserzeuger in Frankfurt. 46.000 Studierende und mehr als 3.000 Beschäftigte lernen und arbeiten an den fünf Standorten. Hinzu kommen noch Gäste, die Veranstaltungen oder Konferenzen besuchen. Die Erreichbarkeit der Campusse ist nicht nur für die einzelnen Studierenden und Beschäftigten enorm wichtig, auch Universität und Stadt sind an einem effizienten Ablauf interessiert.

Wie kommen Mitarbeiter und Studierende zu ihrer Arbeitsstelle, ihrem Studienort? Welche Verkehrsmittel nutzen sie üblicherweise? Wo sind „Flaschenhälse“, wo ist Optimierungsbedarf und welche Mobilitätsangebote der Universität nehmen sie in Anspruch? Kann die Einrichtung eines Mobilitätsmanagements dazu beitragen, eine effiziente Verkehrsmittelnutzung zu ermöglichen und zu sichern? Und welche Maßnahmen und Angebote sind dafür denkbar? Diese Fragen haben Bachelor- und Master-Studierende in Projektseminaren zum universitären Mobilitätsmanagement untersucht.

Die Ergebnisse werden präsentiert

am: Dienstag, dem 25.11.2014 von 16.15 bis 18.00 Uhr
im: Casino, Raum 1.802, Campus Westend

Im Anschluss laden wir ein zu einer offenen Podiumsdiskussion mit:

  • Holger Gottschalk, Kanzler der Goethe-Universität
  • Stefan Majer, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main
  • Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm GmbH - Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain
  • Peter Sturm, Geschäftsführer der ZIV GmbH - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme aus Darmstadt
  • Myrella Dorn, Vorsitzende des AStA – Allgemeiner Studierenden Ausschuss der Goethe-Universität

Informationen: Prof. Martin Lanzendorf und Steffi Schubert, Institut für Humangeographie, Campus Westend, Tel.: (069) 798-35181, mobilitaetsmanagement@geo.uni-frankfurt.de, www.humangeographie.de/mobilitaet