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Veranstaltungen

Apr 8 2016
13:13

Werbung in der New Yorker U-Bahn für Kurse in „Standard American English“ inspirierte die armenisch-amerikanische Künstlerin

Video-Installation „Accent Elimination“ von Nina Katchadourian in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 20. April bis zum 27. Mai 2016 die Video-Installation „Accent Elimination“ von Nina Katchadourian. In „Accent Elimination“ beschäftigt sich die amerikanische Künstlerin mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Diese Installation war 2015 zusammen mit Werken anderer armenisch stämmiger Künstler auf der 56. Biennale in Venedig zu sehen. Die Eröffnung findet am 20. April (Mittwoch) um 20 Uhr im I.G. Farben-Haus, Raum 1.357, statt.

„KATCHADOURIAN that's an unusual name! What is it?“ Diese Frage ist nur scheinbar leicht zu beantworten. Die Familie ihrer Mutter Stina gehört einer schwedischen Minderheit in Finnland an, ihr Vater Herant, ein armenischer Türke, ist in Beirut aufgewachsen. Über die Gründe der Migration nach Amerika vor über vier Jahrzehnten können die Betrachter nur spekulieren. Beide Elternteile haben ihren ganz eigenen markanten, aber für Fremde schwer einzuordnenden, Akzent beibehalten. In „Accent Elimination“ zeigt die Künstlerin nun ihre Eltern bei dem Versuch, sich mit Hilfe eines professionellen Sprachtrainers das Standard American English ihrer Tochter anzutrainieren. Die Tochter hingegen versucht, die jeweiligen Akzente ihrer Eltern zu lernen. Das Manuskript, das alle drei üben, haben die Eltern aus den Gesprächen zusammengestellt, die sie immer wieder führen müssen, wenn sie wieder einmal zu ihrem ungewöhnlichen Akzent befragt werden.

Die Sechs-Kanal-Video-Arbeit besteht aus einem Block von sechs Röhrenmonitoren auf Sockeln, mit drei Bildschirmen auf jeder Seite. Die eine Seite zeigt je Vater, Tochter und Mutter im Porträt. Dem Betrachter frontal zugewandt, sprechen sie mal mit ihrem eigenen Akzent, mal wiederholen sie dieselben Sätze nach dem Sprechtraining. Auf der anderen Seite sind Ausschnitte aus der Arbeit mit dem Trainer zu sehen. Eine Werbung in der New Yorker U-Bahn für Kurse in „Accent Elimination“ inspirierte die Künstlerin zu dieser sehr persönlichen Arbeit. Tatsächlich gibt es in den USA unzählige Angebote für Migranten, um den Akzent zu „eliminieren“. Sprache ist ein Merkmal kultureller Identität, doch offensichtlich ist die Offenlegung dieser Identität trotz einer globalisierten Welt und einer mobiler werdenden Gesellschaft, nicht immer von Vorteil.

Im Film „Accent Elimination“ von Nina Katchadourian erlebt der Zuschauer familiäre Vertrautheit und Nähe verbunden mit einer überraschenden Distanz zwischen Vater, Mutter und Tochter – alle drei haben völlig unterschiedliche nationale Wurzeln. Diese scheinbar schlichte Wahrheit über unsere globalisierte Welt, die zusammenbringt, aber auch trennt, macht diese Arbeit so vielschichtig und berührend. Katchadourian lässt die Betrachter an ihrer eigenen Familiengeschichte teilhaben, und wirft dabei bedeutsame Fragen unserer Zeit ohne große Geste auf. Das Werk legt keine eindimensionale Lesart nahe. Wie die Betrachter die Videoarbeit ästhetisch und inhaltlich rezipieren, hängt maßgeblich mit dem eigenen Selbstverständnis und der eigenen Geschichte zusammen. Man mag sich fragen, wie hilfreiche die eigene Nationalität heute noch auf der Suche nach Zugehörigkeit ist. Ebenso legitim wäre es zu hinterfragen, wie sich Katchadourians Werk, in Zeiten von Flucht und Völkerwanderung deuten lässt. Sagt es etwas über kollektiv erlebte Krisen als Grundlage von Erinnerungsgemeinschaften?

Die Videoarbeit ist beispielhaft für das Werk der 1969 in Kalifornien geborenen Künstlerin. Seit Ende der 1980er Jahre hat Katchadourian ein umfangreiches Oeuvre geschaffen und thematisiert durch den Einsatz der verschiedensten Medien die Wirkung von Sprache und erfolgreicher oder auch missglückter Kommunikation. So hat sie in „Talking Popcorn“ (2001) ein Programm entwickelt, das die Geräusche einer Popcornmaschine als Morsecodes interpretiert und in Silben übersetzt. In „Natural Car Alarms“ (2002) ersetzte sie die heulenden Sirenen der Auto-Alarmanlagen vor dem Museum of Modern Art in New York durch das Rufen von exotischen Vögeln einer Südseeinsel. Ihre Arbeit „Seat Assignement“ verbreitete sich gleichsam wie ein Virus im Netz. Sie realisierte  diverse Ausstellungen unter anderem im PS1/MoMA, New York, der Serpentine Gallery in London und dem Palais de Tokyo in Paris.

In der Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem MMK Museum für moderne Kunst Frankfurt und dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Die Ausstellung im Raum 1.357, im ersten Stock des I.G. Farben-Hauses, ist vom 20. April bis 27. Mai montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Christian Spies, Kunstgeschichtliches Institut; Sina Brückner, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, sinabrueckner@icloud.com

Sonstige

Apr 7 2016
13:46

Im neuen UniReport analysieren Politologen der Goethe-Universität den umstrittenen Republikaner Donald Trump und seine Chancen, Präsidentschaftskandidat zu werden.

„Einzigartig in der amerikanischen Geschichte“

FRANKFURT. Milliardär, Immobilien-Tycoon und medialer Selbstdarsteller: Donald polarisiert und provoziert die Öffentlichkeit. Doch wie sind seine erstaunlichen Erfolge bei den Primaries zu erklären, wie sind seine Chancen einzuschätzen, Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden? Drei Politologen der Goethe-Universität analysieren in der aktuellen Ausgabe des UniReport das Phänomen Trump. Der Amerikaner Peter Volberding bezeichnet Trumps Verstöße gegen Regeln  der Primaries als „einzigartig in der amerikanischen Geschichte“. Trumps rassistische, frauenfeindliche und xenophoben Sprüche basierten nicht auf einer tiefen Überzeugung, sondern dienten eher dem Zweck, gegen die Political Correctness zu verstoßen. Damit wolle er den Eindruck erzeugen, im Unterschied zum Polit-Establishment die ‚Wahrheit‘ zu sagen. Der Politologe Markus Siewert sieht Trump als Populist ohne ernstzunehmendes Programm; sein Kollege Prof. Hans-Jürgen Puhle ergänzt, dass Trumps schärfster Konkurrent Ted Cruz als radikaler evangelikaler Fundamentalist für republikanische Wähler allerdings alles andere als ein Wunschkandidat sei.

Die Ethnologin Prof. Susanne Schröter kritisiert in der neuen Ausgabe des UniReport eine Deutung der sexuellen Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht, in der die Bezüge zu muslimisch-konservativen Milieus verschwiegen werden. In der Februar-Ausgabe des UniReport hatte die Soziologin Prof. Kira Kosnick in ihrem Essay unter anderem kritisiert, dass religiöser Extremismus, Gewaltbereitschaft und patriarchale Unterdrückung von Frauen als „kulturelle Marker von Zugewanderten, aber auch von in Deutschland aufgewachsenen muslimischen Männern“ betrachtet werde. Nun antwortet Susanne Schröter: In ihrem Essay „Gewaltlegitimierende Gendernormen benennen“ betont sie, dass die Übergriffe in Köln eindeutig auf ähnliche Phänomene in der arabischen Welt verweisen, daher relativierende Vergleiche mit Sexismus auf dem Oktoberfest oder beim Karneval unpassend seien. Mit Blick auf den Essay Kosnicks sagt Schröter: „Forderungen nach einer Diskurspolizei, die das Aussprechen unliebsamer Tatsachen unter Rassismusverdacht stellt, spielt nur denjenigen in die Hände, denen die Gleichberechtigung der Geschlechter immer schon ein Dorn im Auge war.“

Die weiteren Themen in der April-Ausgabe des UniReport:

  • Netzwerke im Bahnhofsviertel: Soziologen haben die Verbindungen der vielen Kneipen, Restaurants und Geschäfte auf der Münchener Straße in Frankfurt untersucht.

  •  „Suchbegriffe sind wie ein Zauberwort“: Marketing-Experte Bernd Skiera über Werbung im Netz.

  • Gravitationswellen nachgewiesen: Der Physiker Luciano Rezzolla hat mit seinen Simulationen mit zur bahnbrechenden Entdeckung beigetragen.

  • Zika-Virus: Maßnahmen gegen das Virus sollten bei den übertragenden Mücken ansetzen, so der Tenor eines Perspektivengespräches beim House of Pharma & Healthcare.

  • Start ins Semester: Tipps, Erfahrungsberichte und umfassende Infos für die über 3.000 „Erstis“, die zum Sommersemester ein Studium an der Goethe-Universität aufnehmen.

Der UniReport 1/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/60820406 (pdf). Im neuen Online-Magazin „Goethe-Uni online“ werden darüber hinaus Beiträge des UniReport mit weiteren Texten, Fotos und Videos ergänzt: http://tinygu.de/UniReport

Veranstaltungen

Apr 7 2016
13:07

In der öffentlichen Vorlesungsreihe: „NatureCultures of Milk – KulturNaturen der Milch“ beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen feministischen Perspektiven mit der Thematik

„Gute Milch – schlechte Milch – gefährliche Milch“

FRANKFURT. Was ist eine gute Milch? Darüber stritten schon die Ärzte in der Antike. Was denken wir heute über Milch? Wie bedroht die weltweite Milchkrise 2015 die Existenz von fast 90 Millionen Inderinnen? Milch ist ein Thema, das ganz unterschiedliche, akademische und nicht-akademische Debatten und Wissenspraktiken aufruft: medizinische, agropolitische und postkoloniale Diskurse ebenso wie Fragen zu Tierhaltung, Nachhaltigkeit, kultureller Repräsentation, Geschlechter- und Speziesgerechtigkeit. Die Vortragsreihe des Cornelia Goethe Centrums an der Goethe-Universität verfolgt Wissenspraktiken und Wirkungsketten rund um das Thema Milch aus unterschiedlichen transdisziplinären Perspektiven.

Ziel der AG Wissenspraktiken und Wirkungsketten, einer interdisziplinären Forscherinnengruppe innerhalb des Cornelia Goethe Centrums, ist es, einen Paradigmenwechsel einzuleiten – von einer auf den Menschen konzentrierten Sichtweise hin zu einer „Multispecies-Perspective“. Dabei sollen auch die jeweiligen und interaktiven Dynamik aller biologischen, sozio-technischen und kulturellen Prozesse berücksichtigt werden. So wollen die Wissenschaftlerinnen die gängige Grenzziehung zwischen „Natur“ und „Kultur“ transdisziplinär in Frage stellen. Die öffentlichen Vorträge finden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude, Raum 1.G191, statt.

Die Vorträge im Überblick:

27. April
Deborah Valenze (Columbia University, New York): „Milk: A Lost Encounter with Population Pre-History”

Wie und was wir über Milch denken, beruht auf einer Vielzahl von tief verwurzelten Annahmen über Milchproduktion und Verzehr, deren Ursprung ins 18. Jahrhundert zurück reicht. Die Historikerin Deborah Valenze vom Barnard College der Columbia Universität wird in ihrem Vortrag anhand einer Begegnung des Bevölkerungstheoretikers Thomas Robert Malthus und norwegischen Rentierhirten Auffassungen zu Lebensmittelproduktion und Viehzucht am Ende des 18.Jahrhunderts beleuchten.

 

11. Mai
Sagari Ramdas (Secunderabad, Indien): „Resisting the Capitalist Global Patriarchal Agro-Industrial Dairy Systems: Women Leading the Challenge“

Die weltweite Milchkrise 2015, die einen massiven Rückgang der Preise für flüssige Milch und Magermilchpulver (SMP) auslöste, bedroht die Existenzgrundlage von 70 bis 90 Millionen Frauen in Indien. Sagari Ramdas, Veterinärwissenschaftlerin und Mitglied der indischen Food Sovereignty Alliance,beleuchtet in ihrem Vortrag u.a., wie sich Kleinbäuerinnen organisieren, um lokale Märkte zu erhalten und dabei gleichzeitig die Vorherrschaft sowohl von transnationalen Unternehmen aus dem Nahrungssektor als auch des sich zunehmend unternehmerisch verstehenden indischen Staates herausfordern.

25. Mai
Greta Gaard (University of Wisconsin-River Falls): „Critical Ecofeminism: On Milk Flora and Fauna“

Greta Gaard, Professorin für Anglistik und Koordinatorin der Fakultät für Nachhaltigkeit, wird in ihrem Vortrag Produktion, Verbrauch und den Prozess der Kommerzialisierung von Milch aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Spezies und Standpunkte hinterfragen. Dabei greift sie auf ihre früheren Forschungsarbeiten zu feministisch postkolonialen Milch Studien zurück. Unsere kulturell geprägten Vorstellungen von Lebensmitteln formen sowohl menschliche Identität wie ökologische Beziehungen.

8. Juni
Barbara Orland (Universität Basel): „Fluide und Eigensinnig: Biomaterialien in den Material Culture Studies“

Stoffe und Dinge erleben seit geraumer Zeit eine Renaissance in den Kultur- und Sozialwissenschaften. Ausgehend vom Beispiel der Milch wird Barbara Orland, Privatdozentin für Wissenschaftsforschung/Wissenschaftsgeschichte, in ihrem Vortrag die Eigenheiten des Organischen analysieren und in Bezug auf den Gegenstandsbereich der Material Culture Studies erörtern.

22. Juni
Andrea Fink-Keßler (Kassel): „Gute Milch – schlechte Milch – gefährliche Milch: Streiten über Milchqualität(en) in Zeiten gesellschaftlichen Wandels“

Was eine gute Milch sei – darüber stritten schon die Ärzte der Antike. Am Beispiel des Stoffes „Milch“ wird die Agrarwissenschaftlerin Andrea Fink-Keßler, Leiterin des Büros für Agrar- und Regionalentwicklung in Kassel, die gesellschaftliche Bedingtheit des Qualitätsbegriffes aufzeigen sowie das Wechselspiel ökonomischer, wissenschaftlich-technischer, kultureller und rechtlicher Einflussfaktoren auf den Stoff „Milch“.

6. Juli
Susanne Bauer (University of Oslo), Birgit Blättel-Mink (Goethe-Universität), Diana Hummel (Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt), Verena Kuni (Goethe-Universität), Susanne Lettow (Freie Universität Berlin), Christine Löw (Hochschule Rhein-Waal), Susanne Opfermann (Goethe-Universität): „Milch, Macht und eine ‚Multispecies Perspective‘: Roundtable der AG Wissenspraktiken und Wirkungsketten. Transdisziplinäre Perspektiven auf NaturKulturen“

Die AG Wissenspraktiken und Wirkungsketten hat die Vortragsreihe konzipiert, um am Beispiel „Milch“ Facetten einer feministischen „Multispecies Perspective“ auf Natur-Kultur-Prozesse auszuloten. In der Roundtable Diskussion sollen die Erkenntnisse der Vortragsreihe zusammenfassend ausgewertet werden.

Informationen: Prof. Dr. Susanne Opfermann, Institut für England- & Amerikastudien, Campus Westend, Tel. 069/798-32362, opfermann@em.uni-frankfurt.de; Anna Krämer, Cornelia Goethe Centrums, Campus Westend, Tel. 069/798-35100, a.kraemer@em.uni-frankfurt.de; www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

Forschung

Apr 6 2016
16:09

Frankfurter Astrophysiker finden Formel für die maximale Masse von Neutronensternen

Wann wird ein Neutronenstern zum Schwarzen Loch?

FRANKFURT. Neutronensterne, die Überreste verglühter Sterne, gehören zu den kompaktesten Objekten im Universum. Ihr starkes Gravitationsfeld zieht unweigerlich immer mehr Masse an. Doch diesem Prozess sind Grenzen gesetzt. Ist eine kritische Masse erreicht, kollabiert der Neutronenstern zu einem Schwarzen Loch. Wie groß die Masse maximal werden darf, war eine seit Jahrzehnten offene Frage. Astrophysiker der Goethe-Universität haben jetzt eine einfache Formel dafür gefunden.

Um den Kollaps hinauszuzögern, können Neutronensterne zu rotieren beginnen. So kann die Fliehkraft noch eine Weile die zunehmende Gravitationskraft kompensieren. Dabei muss sich der Stern umso schneller drehen, je mehr Masse er anhäuft, bis er schließlich auseinander bricht. Somit ist die absolute Obergrenze für die Masse eines Neutronensterns durch die maximale Masse bei schnellst-möglicher Rotation gegeben.

Diese Masse aus Grundprinzipien zu berechnen, ist nicht möglich, weil die Zustandsgleichung, die Auskunft über Temperatur- und Druckverhältnisse der Elemente im Stern gibt, unbekannt ist. Doch Astrophysiker der Goethe-Universität haben für dieses Problem eine elegante Lösung gefunden. Wie sie in den renommierten „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” berichten, kann man die maximale Masse eines schnell rotierenden Neutronensterns aus der maximalen Masse der entsprechenden nicht-rotierenden Konfiguration ableiten.

„Es ist erstaunlich, dass ein komplexes System wie ein rotierender Neutronenstern durch eine so einfache Relation beschrieben werden kann“, erklärt Luciano Rezzolla, Professor für Theoretische Astrophysik an der Goethe-Universität. „Wir wissen jetzt, dass der Neutronenstern durch schnellst-mögliche Rotation höchstens 20 Prozent seiner maximalen nicht-rotierenden Masse zulegen kann“, erläutert er.

Die Wissenschaftler haben Zehntausende Modelle für Neutronensterne berechnet. Ausschlaggebend für ihre Entdeckung war, dass sie die Daten unter dem richtigen Blickwinkel betrachteten: Sie fanden eine Normierung, dank der sich die Neutronensterne unabhängig von ihrer Zustandsgleichung auf universelle Weise beschreiben lassen.

“Das Ergebnis lag direkt vor unserer Nase, aber wir mussten erst die richtige Perspektive wählen, um es zu sehen”, sagt Cosima Breu, Masterstudenitn an Institut für Theoretische Physik. Sie hat die Analyse im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit ausgeführt.

Das universelle Verhalten für die maximale Masse ist Teil einer größeren Klasse universeller Beziehungen, die kürzlich für Neutronensterne entdeckt wurden. In diesem Kontext haben Cosima Breu und Luciano Rezzolla auch eine vereinfachte Form gefunden, das Trägheitsmoment eines rotierenden Neutronensterns in Abhängigkeit von seiner Kompaktheit auszudrücken. Sobald es gelingt, Trägheitsmomente experimentell an binären Pulsaren zu messen, wird es mithilfe dieser neuen Methode möglich sein, deren Radius mit einer Genauigkeit von 10 Prozent oder weniger zu bestimmen. Pulsare sind schnell rotierende Neutronensternen, die entlang einer Achse hochenergetische elektromagnetische Strahlung (Gammastrahlung) aussenden. Auf diese Weise können sie mit Weltraumteleskopen geortet werden.

Das einfache, aber grundlegende Ergebnis eröffnet die Möglichkeit, künftig mehr universelle Beziehungen in rotierenden Sternen aufzuspüren. „Wir hoffen, noch mehr ähnlich aufregende Ergebnisse zu finden, wenn wir das weitgehend unerforschte Gebiet der differentiell rotierenden Neutronensterne erkunden. Bei diesen Sternen rotiert die Masse im Zentrum schneller als die Oberfläche“, schließt Rezzolla.

Publikation: Cosima Breu, Luciano Rezzolla: Maximum mass, moment of inertia and compactness of relativistic, in: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society http://mnras.oxfordjournals.org/content/early/2016/03/14/mnras.stw575

Interview mit Cosima Breu und Luciano Rezzolla auf Goethe-Uni online: http://tinygu.de/Neutronensterne

Bildmaterial zum Download finden Sie hier: www.uni-frankfurt.de/60794123

 

Informationen: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel,: (069) 798 47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Apr 5 2016
18:10

Unistart-Messe im Hörsaalzentrum: Birgitta Wolff und Peter Feldmann begrüßen die neuen Studierenden der Goethe-Universität.

Start ins Semester

FRANKFURT. Für knapp 3.000 Erstsemester beginnt das Studium mit einer Messe: Am Donnerstag, dem 7. April, stellen sich auf der unistart-Messe im Hörsaalzentrum zentrale Bereiche der Goethe-Universität und ausgewählte Partner bei den Studienanfängerinnen und -anfängern vor. Begrüßt werden die neuen Studierenden von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, dem AStA-Vorstand sowie Vertreterinnen und Vertreter der Standorte der Goethe-Universität. Die unistart-Messe informiert die „Erstis“ über die umfangreichen und vielseitigen Angebote, wie etwa ein Auslandsstudium oder Sportmöglichkeiten und das Leben am Campus.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck von der Veranstaltung zu verschaffen und ins Gespräch mit den neuen Studierenden zu kommen.

Programm:

13-16.00 Uhr: Messe im Foyer des Hörsaalzentrums + 1. OG/Campus Westend ab 13.30 Uhr: Zentrale Begrüßung der Studierenden, Raum HZ 2 ab 21.00 Uhr: Party im Casino für alle Erstsemester.

unistart ist eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt, organisiert von der Tochtergesellschaft der Universität, CAMPUSERVICE; die unistart-Party wird von der Universität gemeinsam mit planet radio gestaltet.

Weitere Informationen unter http://www.uni-frankfurt.de/48430354/Programm

Forschung

Apr 5 2016
15:42

„Tag der körperlichen Aktivität“ am 6. April: Wissenschaft betont die Bedeutung von Sport und Bewegung im Alltag.

Jede Art von regelmäßiger Bewegung ist gesund

FRANKFURT. Regelmäßige Bewegung ist gesund: sie senkt das Risiko einer Vielzahl chronischer Erkrankungen, verbessert die Lebensqualität und das Wohlbefinden, verlangsamt altersbedingter Abbauprozesse und trägt zum Erhalt der Unabhängigkeit im Alter bei. Am 6. April feiert die Welt den Tag der körperlichen Aktivität. Die Idee stammt ursprünglich von der Weltgesundheitsversammlung, dem höchsten Entscheidungsorgan der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Delegierten haben 2002 die Mitgliedstaaten aufgerufen, einen Tag im Jahr zu etablieren, an dem die gesundheitsförderliche körperliche Aktivität gefeiert wird. Im gleichen Dokument forderten die Mitgliedstaaten die Generaldirektorin auf, eine globale Strategie für Ernährung, körperliche Aktivität und Gesundheit zu entwickeln.  Die globale Strategie sowie weitere Dokumente der WHO und EU wiederum fordern die einzelnen Länder auf, Bewegungsempfehlungen sowie Bewegungsförderungsstrategien auf nationaler Ebene zu erarbeiten und zu verabschieden.

Deutschland war eines der wenigen entwickelten Ländern Europas, welche bis dato keine nationalen Bewegungsempfehlungen und Bewegungsförderungsstrategien hatten. Das Bundesgesundheitsministerium hatte 2015 diese langanstehende Aufgabe in Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes im Auftrag gegeben. Wissenschaftler der Abteilung Sportmedizin (Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer) am Institut für Sportwissenschaften haben gemeinsam mit Kollegen von fünf weiteren Universitäten in einem Konsortium die Dokumente erstellt, die vor kurzem im Ministerium in einem Arbeitsgruppentreffen vorgestellt wurden.

Die Erarbeitung und Verabschiedung der Empfehlungen haben einen hohen gesundheitspolitischen Wert: Das Thema Bewegung und Gesundheit ist nun endgültig ins Blickfeld des politischen und öffentlichen Interesses gerückt.

Die Bewegungsempfehlungen für Erwachsene und Ältere, d.h. Empfehlungen zum Umfang, zur Intensität und zur Art der gesundheitswirksamen Bewegung, basieren auf einer umfassenden Recherche und Analyse der entsprechenden Fachliteratur.  Wie die WHO Bewegungsempfehlung und die meisten Nationalen Bewegungsempfehlungen auch, empfiehlt auch das deutsche Dokument ungefähr 150 Minuten wöchentliche Bewegung, merkt aber an, dass auch schon weniger Aktivität deutliche Gesundheitsbenefits mit sich bringen kann. Wichtig ist auch, dass Bewegung nicht unbedingt intensiv sein muss, um die Gesundheit zu fördern. Moderate Intensität, d.h. ein Anstrengungsgrad, bei dem man sich während der Aktivität noch unterhalten kann, reicht auch aus.  Die Forscher sprechen heute auch nicht unbedingt vom „Sport“ oder „Training“, sondern propagieren alle Art der Bewegung.  Großen Stellenwert wird Bewegung im Alltag beigemessen, diese ist so gut wie jedem zugänglich, kostengünstig und erfordert weder speziellen Kenntnissen noch Ausrüstung. Man sollte versuchen, die sitzend verbrachte Zeit – ob bei der Arbeit, im Verkehr oder zuhause – zu verkürzen oder zumindest regelmäßig zu unterbrechen.

Weitere Informationen: Dr. Eszter Füzéki, Abteilung Sportmedizin, Goethe-Universität, (069) 798-24443, fuezeki@sport.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Apr 1 2016
12:28

Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 6. April um 19.30 Uhr in der Frankfurter Zentralbibliothek

David Graeber und Axel Honneth diskutieren über Bürokratie

FRANKFURT.Wahrscheinlich wünschen sich die meisten viel weniger Bürokratie – weniger Papierkram, weniger Vorschriften und weniger Anträge zur Erteilung eines Antragsformulars. Doch würde mit einem Abbau des Verwaltungsapparats auch gleich das soziale Machtgefälle weniger werden, oder braucht es, im Gegenteil, eine starke Administration, damit die Schwachen zu ihrem Recht kommen? Auch darum geht es in dem Gespräch zwischen David Graeber, Anthropologe an der London School of Economics und Autor des aktuellen Buches „Bürokratie – Die Utopie der Regeln“, und Axel Honneth, Sozialphilosoph an der Goethe-Universität und der Columbia-University, Direktor des Instituts für Sozialforschung Frankfurt sowie Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, der diese Diskussion ausrichtet. Sie findet am Mittwoch, 6. April, um 19.30 Uhr in der Frankfurter Zentralbibliothek statt.

„Dynamics of the Administered World – On the Diagnostic and Normative Relevance of a Contemporary Critique of Bureaucracy“, so lautet der Titel der öffentlichen Veranstaltung in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main).Sie findet in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei, eine Registrierung nicht erforderlich. Die Moderation liegt in den Händen von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzclusters mit Sitz an der Goethe-Universität. Das Buch David Graebers, das dem Gespräch mit Axel Honneth als Anlass und Ausgangspunkt dient, ist jetzt in deutscher Übersetzung erschienen. Die Originalausgabe aus dem Jahr 2015 heißt „The Utopia of Rules. On Technology, Stupidity, and the Secret Joys of Bureaucracy“.

David Graeber gilt als „Vater“ und „Galionsfigur“ der Occupy-Bewegung.Er ist Autor des Buches „Inside Occupy“ und des internationalen Bestsellers „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“. Diese Studie fand vor allem in Deutschland höchstes Lob, so auch beim damaligen FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, der Graeber einen „der führenden Köpfe seines Faches“ nannte. Mit seinem neuen Buch will der Anthropologe nach eigener Aussage ein „längst überfälliges Gespräch in Gang setzen“ über eine zeitgemäße, „linke Bürokratiekritik“. Dafür gelte es zunächst, mit dem vorherrschenden gesellschaftlichen Selbstverständnis aufzuräumen, nach dem die sogenannte Deregulierung und Ausdehnung von Märkten vermeintlich zum Abbau von Bürokratie geführt hätte: Das Gegenteil sei der Fall, nur habe uns die vorherrschende neoliberale Ideologie blind gemacht für diese Realität.

Um die Dynamiken der Bürokratisierung in den Blick zu bekommen, skizziert Graeber einen analytischen Rahmen, in dem Gewalt, Technologieentwicklung, Finanzialisierung, die Transformationen der Arbeitswelt sowie die Verschmelzung von Öffentlichem und Privatem in ihren systematischen Zusammenhängen erkennbar werden. Graebers Essay lässt sich dabei auch als Versuch der Aktualisierung eines ‚klassischen’ Topos der Kritischen Theorie verstehen – der Kritik der verwalteten Welt (Adorno) und des eindimensionalen Menschen (Marcuse) – deren gegenwärtige Bedeutung auch von seinem Gesprächspartner Axel Honneth immer wieder hervorgehoben wird, so auch in seinem Aufsatz „Pathologien der Vernunft“, enthalten in dem gleichnamigen Band mit dem Untertitel „Geschichte und Gegenwart der kritischen Theorie“.

Stärker als Graeber betont Honneth in seiner kritischenTheorie der Gesellschaft jedoch auch die zentrale Bedeutung, die Institutionen wie dem modernen Recht für die Entwicklung subjektiver Autonomie zukommt. Der von ihm geprägte normative Schlüsselbegriff der Sozialen Freiheit soll sich nicht gegen Institutionen richten, sondern vielmehr in diesen verwirklicht werden. Andererseits warnt auch Honneth vor zunehmender Bürokratisierung und mit dieser einhergehenden Pathologien. Wenn die mit Deregulierung und Sozialstaatsabbau versprochenen Freiheitsgewinne gleichzeitig neue Formen intensivierter sozialer Kontrolle mit sich bringen, könnte es sich um eine weitere Variante der normativen Paradoxien des modernen Kapitalismus handeln.

Wie also sind die Dynamiken der verwalteten Welt in der heutigen Zeit analytisch und normativ zu verstehen? Leben wir wirklich, wie Graeber behauptet, in einer Zeit der zunehmend totalen Bürokratisierung? Neben diesen zentralen Fragen stellen sich für das Gespräch vor allem auch die folgenden: Unterscheidet sich die moderne Bürokratie von der verwalteten Welt des 19. Jahrhunderts? Wie lässt sich ihre Beharrlichkeit und Verbreitung erklären? Was bedeutet Bürokratie für Beziehungen der Anerkennung, für soziale Gerechtigkeit und Freiheit? Und wären nicht-bürokratische Formen der Vergesellschaftung in pluralen und komplexen Gesellschaften wirklich möglich und wünschenswert?

Bevor David Graeber nach London ging, lehrte der gebürtige US-Amerikaner bis zum Jahr 2007 als Anthropologe in Yale. Zu seinen auf Deutsch erhältlichen Büchern gehört auch „Direkte Aktion. Ein Handbuch“ (2013). Die jüngsten Veröffentlichungen Axel Honneths umfassen „Das Recht der Freiheit“ (2011) und „Die Idee des Sozialismus“ (2015). Für „Die Idee des Sozialismus“ wurde Honneth der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2015 zugesprochen. Die Preisverleihung findet am 18. April 2016 in Wien statt.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Forschung

Mär 31 2016
17:03

Forscher entwickeln Organoide aus Insulinzellen für die Transplantation

EU-Projekt zielt auf Heilung von Typ-1-Diabetes

FRANKFURT. Die Zahl der Kinder mit Typ-1-Diabetes steigt in Europa und den USA jährlich um vier Prozent an. Um den Betroffenen eine lebenslange Therapie mit Insulin zu ersparen, hat sich jetzt eine europäische Forschergruppe unter Federführung der Goethe-Universität zusammengeschlossen. Im Labor wollen sie dreidimensionale Zellverbände von Insulinzellen (Organoide) entwickeln und mit Partnern aus der pharmazeutischen Industrie ein Produktionsverfahren für deren massenhafte Herstellung etablieren. Die Europäische Union fördert das Projekt in den nächsten vier Jahren mit mehr als fünf Millionen Euro. Danach sind erste klinische Studien zur Transplantation von Organoiden geplant.

Patienten mit Typ-1-Diabetes können aufgrund eines genetischen Defekts oder einer Autoimmunerkrankung kein Insulin bilden. Durch die Transplantation einer intakten Bauchspeicheldrüse könnte man sie heilen, aber die Zahl der Spender-Organe ist bei weitem nicht ausreichend. Deshalb hatten Forscher die Idee, intakte Insulinzellen aus Spender-Organen im Labor in Form von Organoiden zu vermehren und sie anschließend in die Bauchspeicheldrüse von Diabetes-Patienten zu transplantieren. „Bei Mäusen hat die Methode schon funktioniert“, erklärt Dr. Francesco Pampaloni, der das Projekt zusammen mit Prof. Ernst Stelzer am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität koordiniert.

Wie man Organoide herstellt, haben Forscher erst vor Kurzem entdeckt. Ausgangspunkt sind adulte Stammzellen, aus denen im Körper Zellen für die Wundheilung oder die Regeneration von Gewebe entstehen. Diese Zellen kann man im Labor durch Zellteilung vermehren und dann zum gewünschten Zelltyp ausdifferenzieren lassen. Die Kunst besteht nun darin, sie in ein Gerüst einzubetten, so dass sie zu dreidimensionalen Gebilden heranwachsen. Die Organoide sind zumeist kugelförmig, innen hohl und haben einen Durchmesser von rund 20 Mikrometern – etwa halb so viel wie der Durchmesser eines Haars – bis zu hunderten Mikrometern. „Wäre das Gebilde kompakt, bestünde die Gefahr, dass die Zellen im Inneren nach der Transplantation absterben, weil sie vom Zellgewebe des aufnehmenden Organs nicht versorgt werden“, erklärt Pampaloni.

Die Aufgabe der Frankfurter Gruppe um Stelzer und Pampaloni besteht darin, das Wachstum und die Differenzierung der filigranen Organoide im Mikroskop zu kontrollieren. Dazu verwendet sie ein von Stelzer entwickeltes lichtmikroskopisches Verfahren, mit dem man das Wachstum biologischer Objekte in drei Dimensionen Zelle für Zelle verfolgen kann. Weil die Lichtscheiben-basierte Fluoreszenzmikroskopie (LSFM) eine zentrale Rolle in dem Projekt spielt, trägt es den Namen LSFM4Life.

Weiterhin ist die Frankfurter Gruppe dafür verantwortlich, Protokolle für die Qualitätssicherung zu etablieren, denn das Projekt ist durch die Kooperation mit Industriepartnern in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz von vornherein darauf ausgerichtet, Organoide in großem Maßstab nach den Regeln der  guten Herstellungspraxis für Arzneimittel zu produzieren. Zwei Forschergruppen in Cambridge sind darauf spezialisiert, Insulinzellen aus Spender-Organen zu isolieren und Organoide herzustellen, während eine Gruppe von Klinikern in Mailand Methoden zur Transplantation der Organoide entwickelt.

Wie bei jeder Organtransplantation wird man auch bei den Organoiden darauf achten müssen, Abstoßungsreaktionen durch das Immunsystem dem Empfängers zu vermeiden. Doch im Laufe der Zeit planen die Forscher, Zell-Banken aufzubauen, aus denen für jeden Empfänger immunologisch passende Zelltypen ausgewählt werden können.

Ein Video von Organoide der Bauchspeicheldrüse finden Sie unter folgendem Link:  https://youtu.be/L3xjCEBHYZg

Beschreibung: Bauchspeicheldrüsen-Organoid einer Maus, abgebildet mit Hilfe der Lichtscheiben-basierten Fluoreszenzmikroskopie (LSFM). Links: Aktin-Zytoskelett (Färbung von Phalloidin-Alexa488). Rechts: Zellkern (Färbung von Draq5). Objektivlinsen: Carl Zeiss Epiplan Neofluar 2.5x, NA 0.05, Carl Zeiss W N-Achroplan 10x, NA 0.3. Abbildung und Visualisierung: Francesco Pampaloni, Goethe University Frankfurt, BMLS.


Informationen:
Dr. Francesco Pampaloni, Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel,: (069) 798 42544, francesco.pampaloni@physikalischebiologie.de

Personalia/Preise

Mär 29 2016
15:58

Amerikanische Verleger zeichnen das jüngste Buch der Kulturanthropologin Gisela Welz aus: „European Products. Making und Unmaking Heritage in Cyprus“

Feldstudien auf Zypern: Funktioniert der Schutz des Kulturerbes?

FRANKFURT. Für ihr jüngstes Buch „European Products. Making und Unmaking Heritage in Cyprus“ wurde die Kulturanthropologin Prof. Dr. Gisela Welz jetzt mit dem international angesehenen PROSE-Award 2016 ausgezeichnet. Die Sektion Fachbuch- und Wissenschaftsverlage des Verbandes amerikanischer Verleger vergibt alljährlich die „American Publishers Awards for Professional and Scholarly Excellence“ in mehr als vierzig Sparten. Das Werk der Frankfurterin belegte den ersten Platz unter den Neuerscheinungen 2015 in der Sparte Anthropologie und setzte sich gegen die kulturanthropologischen Publikationen der großen amerikanischen Universitätsverlage durch.

Der Band wurde im Herbst 2015 von dem in New York und Oxford ansässigen Verlag Berghahn Books veröffentlicht und richtet sich sowohl an Wissenschaftler als auch an interessierte Laien. „Die Auszeichnung kam für mich völlig überraschend, zumal der Verlag eher zu den kleinen auf dem anglo-amerikanischen Markt gehört“, freut sich die Preisträgerin, die seit 1998 als Professorin an der Goethe-Universität forscht und lehrt. Zusätzlich zu wissenschaftlicher Qualität, Originalität und Breitenwirkung wurden auch Aufmachung und grafisches Design in die Bewertung einbezogen. Von der Autorin selbst angefertigte Fotos setzen auf dem Einband die Thematik in Szene, und so überzeugte das Buch die Jury auch durch seine Ästhetik.

Worum geht es in dem Buch? An Beispielen in der Republik Zypern erläutert Gisela Welz, wie ambivalent der offizielle Schutz von Kulturerbe sein kann. „Der Schuss geht oft nach hinten los: Was konserviert  werden soll, wird manches Mal gerade durch die Unter-Schutz-Stellung gefährdet“, konstatiert Welz. „Heritage making” nennt die Sozial- und Kulturanthropologie den Prozess, in dem Dinge und Praktiken durch Schutzmaßnahmen zum Kulturerbe erhoben werden. Welz will mit ihrem Buch auch die nachteiligen Effekte des Kulturerbeschutzes sichtbar machen, deswegen spricht sie im Untertitel des Buches von „unmaking heritage“, von der „Auflösung von Kulturerbe“.

„Die Republik Zypern ist deshalb ein interessantes Forschungsfeld, weil hier bereits vor dem Beitritt zur Europäischen Union 2004 eine Angleichung der rechtlichen Rahmenbedingungen an europäische Standards angestrebt wurde“, erläutert die Kulturanthropologin. Welz hat in den vergangenen 20 Jahren immer wieder auf Zypern geforscht und dort mit Studierenden Projekte des forschenden Lernens durchgeführt, aus denen auch Dissertationen hervorgegangen sind. Mit dem Thema „heritage making“ rückt ein Feld europäischer Integration in den Blick, das im Vergleich zur Agrar- oder Währungspolitik als relativ unbedeutend gilt, aber die Wirkungsweise der Europäisierung besonders gut illustrieren kann. Inzwischen wird auch in der griechisch-zypriotischen Gesellschaft die Kritik am Ausverkauf von kulturellen Gemeingütern und natürlicher Umwelt, die durch die Europäisierung forciert wird, immer lauter. „Diese Gefahr nimmt im Zuge der noch nicht überwundenen  Wirtschaftskrise der Republik Zypern noch zu“, so Welz.

Informationen: Prof. Dr. Gisela Welz, Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Campus Westend, Tel. (069)798-32911, E-Mail: G.Welz@em.uni-frankfurt.de 

Publikation: European Products. Making and Unmaking Heritage in Cyprus, Berghahn Books, New York 2015, 204 Seiten, ISBN 978-1-78238-822-7, $90.00/£56.00; eISBN 978-1-78238-823-4 eBook

Weitere Details zu der Veröffentlichung auch auf GOETHE-UNI online: www.aktuelles.uni-frankfurt.de/

Foto der Preisträgerin und Cover des Buches herunterladen unter www.uni-frankfurt.de/60664890

Sonstige

Mär 29 2016
11:23

Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn werden auf Initiative der Hessischen Landesregierung, der Goethe-Universität und des Fritz-Bauer-Instituts zu ihren 95. und 100. Geburtstagen auf dem Campus Westend geehrt

Überlebende des Holocaust geehrt

FRANKFURT. Sie gehören zu den ältesten Zeitzeuginnen des Holocaust in Deutschland und haben den Naziterror überlebt: Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn feiern in diesen Tagen ihre 95. und 100. Geburtstage. Beide Damen setzen sich seit Jahrzehnten in Schulen, Universitäten und der Gesellschaft für eine aktive Aufklärungsarbeit über die Zeit des Nationalsozialismus ein. Als Zeitzeugen und Holocaustüberlebende haben sie ganze Generationen von Schülerinnen und Schülern an ihrem persönlichen Schicksal in Nazideutschland teilhaben lassen. Trude Simonsohn hat zudem wichtige Impulse für eine aktive Erinnerungsarbeit auf dem Campus Westend gegeben, wo die Goethe-Universität seit 2001 die ehemaligen Gebäude des IG-Farben-Konzerns nutzt. Beide wurden für ihre Verdienste um die aktive Erinnerungsarbeit vom Land Hessen mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen.

Auf Initiative des Ministerpräsidenten des Landes Hessen werden beide Damen zu ihren „runden“ Geburtstagen am Freitag (25. März) im Casino auf dem Campus Westend der Goethe-Universität geehrt. Für die kurzfristig erkrankte Irmgard Heydorn nahm ihre Tochter an der Veranstaltung teil. 

Im Rahmen der Feierstunde gratulierten der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff sowie Prof. Werner Konitzer vom Fritz-Bauer-Institut zusammen mit etwa 150 Festgästen. Für ihre Verdienste um die Erinnerungsarbeit rund um die Geschichte des Campus Westend widmet die Goethe-Universität Trude Simonsohn einen Veranstaltungsraum im Universitätscasino. Während der Feier überreichte Universitätspräsidentin Birgitta Wolff an die Jubilarin eine Namensplakette, die in den nächsten Tagen am Eingang des Raumes angebracht wird. Von Seiten der Hessischen Landesregierung nahm Trude Simonsohn auch im Namen ihrer Weggefährtin eine Spende in Höhe von 750 Euro für den Förderverein des Jüdischen Museums Frankfurt entgegen.

„Irmgard Heydorn und Trude Simonsohn sind zwei große Persönlichkeiten, die gegen das Naziregime kämpften. Beide stellten Freiheit und Demokratie in den Mittelpunkt ihres Handelns. Seit vielen Jahren berichten die Zeitzeuginnen eindrucksvoll, insbesondere in Schulen sowie der Goethe-Universität, über die schrecklichen Erlebnisse während des Holocausts. Sie tragen dazu bei, die Geschehnisse dieses grausamsten und dunkelsten Kapitels unserer Geschichte mahnend in Erinnerung zu bewahren. Ich möchte den beiden Trägerinnen der Wilhelm-Leuschner-Medaille auch auf diesem Weg herzlich für ihr vorbildliches Engagement danken“, erklärte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff hob die Rolle von Trude Simonsohn für die Erinnerungsarbeit der Goethe-Universität am Campus Westend hervor:

„Liebe Frau Simonsohn, dass die Goethe-Universität sich so intensiv mit ihrer Geschichte und der Geschichte dieses Ortes auseinandersetzt, dass Studierende der Goethe-Universität nun schon über mehrere Generationen eine Zeitzeugin und Gesprächspartnerin finden, ist ganz wesentlich Ihrem Engagement zu verdanken. Für die Entwicklung der Goethe-Universität, ihr Selbstverständnis und ihre Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, haben Sie sich gerade hier auf diesem Campus Westend mit seiner schwierigen Geschichte besonders stark gemacht. Gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden der Goethe-Universität und des Fritz-Bauer-Instituts, mit Vertreterinnen der Claims Conference, mit dem Künstler Heiner Blum und vor allem mit Überlebenden von Buna/Monowitz haben Sie intensiv in der von meinem Amtsvorgänger Rudolf Steinberg geleiteten Wollheim-Kommission mitgearbeitet. Dass es heute auf dem Campus markante Erinnerungsorte gibt, ist damit auch Ihr Verdienst, liebe Frau Simonsohn.“

Die Präsidentin erinnerte in ihrem Grußwort auch an die 2015 erfolgte Umbenennung des ehemaligen „Grüneburg-Platzes“ vor dem IG-Farben-Haus in „Norbert-Wollheim-Platz“. „Auch dafür haben Sie sich zusammen mit Studierenden viele Jahre lang eingesetzt.“ Der Auschwitz-Überlebende Norbert Wollheim war der erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich gegen den IG-Farben-Konzern geklagt und eine Entschädigung für geleistete Zwangsarbeit erhalten hatte.

Personalia/Preise

Mär 24 2016
17:55

Wichtigste Auszeichnung für Wissenschaftsjunioren: Drei von zehn durch DFG und BMBF mit dem Heinz Maier-Leibnitz Preis Ausgezeichneten kommen 2016 aus Frankfurt / Preisverleihung am 18. Mai in Berlin

Erfolgsserie für Nachwuchsforscher der Goethe-Universität

FRANKFURT. Drei junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität und des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Hirnforschung beeindrucken im Wettbewerb um den begehrten Heinz Maier-Leibnitz-Preis mit einer besonderen Erfolgsserie:  Daniel Gutzmann, Allgemeine Sprachwissenschaften, Hannah Petersen, Theoretische Hochenergiephysik, sowie Tatjana Tchumatchenko, Theoretische Neurowissenschaften vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung, konnten sich unter 134 Bewerbern um den Preis durchsetzen und zählen damit zu den bundesweit zehn besten Wissenschaftsjunioren 2016. Die beiden Wissenschaftler der Goethe-Universität hatten am universitären Programm „Nachwuchswissenschaftler im Fokus“ teilgenommen. Die Auszeichnung ist mit je 20.000 € dotiert. Der vierte hessische Preisträger ist Tobias Erb, Mikrobiologe am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg.

„Ich bin begeistert von der Leistungsfähigkeit unserer Wissenschaftsjunioren in diesem bundesweiten  Wettbewerb. Dass gleich vier Auszeichnungen an Nachwuchsforscher gehen, die ihre Qualifikationen in Hessen erworben haben, ist ein bemerkenswerter Erfolg und zeigt einmal mehr, welch hohes Niveau unsere Hochschulen haben“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff gratulierte den Preisträgern: „Ein toller Erfolg für Sie persönlich, für die Goethe-Universität und Hessen! Das Ergebnis zeigt: Die Goethe-Uni bietet – auch in Verbindung mit unseren außeruniversitären Partnern – optimale Entwicklungschancen für junge Forscher. Das spricht für unser Programm Nachwuchswissenschaftler im Fokus. Schön ist auch, dass eine der Arbeiten die Verbindung zu einer unserer Rhein-Main-Partnerunis in Mainz schafft.“

Kurzprofile der Preisträger:

Hannah Petersen (32), Theoretische Hochenergiephysik, Universität Frankfurt/Main Auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenkollisionen arbeitet Professor Hannah Petersen an neuen theoretischen Beschreibungen des sogenannten „Little Bang“. Bei Schwerionenstößen entsteht ein Quark-Gluon-Plasma mit extrem hohen Druck, unter dem das Plasma sich explosionsartig ausdehnt. Hierbei herrschen Bedingungen, die denen beim Urknall („Big Bang“) ähneln. Petersen erkannte und untersuchte als eine der Ersten, dass und wie der Verlauf dieser Explosion von Dichte- und Temperaturschwankungen als Folge von Quanteneffekten beeinflusst wird. Über den Vergleich von Theorie und experimentellen Daten stellte Hannah Petersen ein vielzitiertes Hybrid-Modell auf, das die Dynamik des Plasmas und seine Viskosität in Abhängigkeit vom jeweiligen Anfangszustand der Quantenfluktuation abbildet. Seit 2012 leitet Petersen eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe, 2013 erreichte sie der Ruf auf eine W2-Professur. Mit ihrer „event-by-event“-Analysemethode liefert die Frankfurterin neue Grundlagen für experimentelle Messungen zum Beispiel am Relativistic Heavy Ion Collider (Brookhaven, USA) und an der zukünftigen Facility for Antiproton and Ion Research (Darmstadt).

Daniel Gutzmann (31), Allgemeine Sprachwissenschaften, Universität Frankfurt/Main Bei der sprachwissenschaftlichen Modellierung der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke wird traditionell zwischen einer semantischen, vom Äußerungskontext weitgehend unabhängigen, und einer pragmatischen, vom Äußerungskontext vergleichsweise stark abhängigen Ebene, unterschieden. Dieser Unterscheidung entsprechend haben sich in der Bedeutungstheorie und der Linguistik ein systemorientierter und ein gebrauchsorientierter Ansatz etabliert. In seinen an den Universitäten in Mainz und Frankfurt/Main entstandenen Arbeiten überwindet Daniel Gutzmann diese Zweiteilung, indem er ein zweidimensionales Modell sprachlicher Bedeutungen entwickelt, das sowohl eine situationsbeschreibende wie auch eine sprecherbezogene Dimension vorsieht. Das Modell lässt sich auf eine sehr breite Palette bisher nur unzureichend beschriebener Phänomene anwenden, wie zum Beispiel Modalpartikeln, Satzmodus oder auch expressive Ausdrücke.

Tatjana Tchumatchenko (35), Theoretische Neurowissenschaften, Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt/Main Die in der Hirnforschung untersuchten neuronalen Prozesse sind nur sehr indirekt messbar. Sie verhalten sich hochgradig nicht linear und unterliegen einer hohen Variabilität auf unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Skalen. Die Entwicklung aussagekräftiger theoretischer Modelle zur Unterstützung einer sinnvollen quantitativen Auswertung und Vergleichbarkeit neuronaler Daten ist daher eine Herausforderung. Mit der von ihr geleiteten Arbeitsgruppe „Theorie der neuronalen Netzwerkdynamik“ am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/Main forscht Tatjana Tchumatchenko über die Dynamik und Informationsverarbeitung neuronaler Systeme, von einzelnen Nervenzellen bis zu neuronalen Netzwerken. Sie hat mathematische Modelle zur Beschreibung der dynamischen und statistischen Eigenschaften biologischer neuronaler Netzwerke entwickelt, theoretisch analysiert und numerisch implementiert. Damit hat sie für die Theoretischen Neurowissenschaften wichtige Einblicke, insbesondere zur Informationsverarbeitung von Netzwerken, geliefert.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an hervorragende junge Forscherinnen und Forscher verliehen. Benannt nach dem früheren DFG-Präsidenten gilt der Preis als der wichtigste seiner Art für den Forschernachwuchs in Deutschland.

Veranstaltungen

Mär 24 2016
17:51

Begleitprogramm des Frankfurter Festivals in Kooperation mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzcluster der Goethe-Universität

„Normative Ordnungen“ beim LICHTER Filmfest

FRANKFURT. Gut einhundert Einzelveranstaltungen gibt es beim 9. LICHTER Filmfest Frankfurt International, das sich in diesem Jahr dem Thema „Grenzen“ widmet und vom 29. März bis zum 3. April 2016 stattfindet. Als Festivalzentrum fungiert das Künstlerhaus Mousonturm. Neben internationalen Filmen und den besten Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet gehört auch ein ambitioniertes Begleitprogramm dazu. Es findet in Kooperation mit dem Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ statt und umfasst neben einer transmedialen Ausstellung und einer Video-Techno-Oper verschiedene Vortrags- und Diskussionsformate mit Angehörigen des interdisziplinären Forschungsverbundes. Den Auftakt bildet das Podiumsgespräch „Europa: Außen.Grenzen.Innen“ am 30. März um 19.00 Uhr im Mousonturm. Diskutantin von Seiten des Clusters ist Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen.

Seit immer mehr Menschen nach Europa fliehen, wird den EU-Bürgern bewusst, dass Frieden, Wohlstand und Reisefreiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Die Geflüchteten geben den Dramen in den Herkunftsländern ein Gesicht. Ihre Anwesenheit konfrontiert die europäischen Gesellschaften mit Fragen wie diesen: Wie ist es um die viel beschworenen europäischen Werte bestellt? Muss Europa seinen Wohlstand stärker teilen? Welche Verantwortung trägt der Kontinent für die Konflikte in der arabischen Welt? Wie können die Europäer gemeinsam zu friedlichen Lösungen beitragen? Darüber diskutieren am Mittwoch, 30. März, ab 19.00 Uhr neben Nicole Deitelhoff auch Ralph Bollmann, Historiker und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Karl Kopp, Europareferent Pro Asyl, und der Migrationsforscher und Journalist Mark Terkessidis. Die Moderation hat Eberhard Nembach, Politik-Redakteur bei hr-info.

Am Freitag, 1. April, wird der Mousonturm zur „Agora“ (griechisch: Marktplatz, Versammlungsort). Beim „Agora Staffelgespräch“, das um 13.00 Uhr beginnt und auf sieben Stunden angelegt ist, sprechen zwölf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschung an und mit Grenzen aus ihrer je eigenen Perspektive. Dabei sollen die Themen fließend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wechseln. Das verbindende Thema Grenzen ist hierbei in mehrere Teilaspekte gegliedert, aus denen sich vier Panels ergeben: „Ich/Die Anderen“, „Hier/Dort“, „Welt/Raum“ und „Virtual/Reality“. Der interdisziplinäre Austausch lädt das Publikum dazu ein, gleichberechtigt mit den Vortragenden zu debattieren. Dabei nähern sich diese dem Begriff der Grenze mit kurzen Vorträgen und Präsentationen immer wieder neu. So entsteht die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt in das Gespräch einzusteigen. Als Cluster-Angehörige mit dabei sind die Rechtswissenschaftler Sebastian Läßle und Matthias Kettemann, die Politikwissenschaftler Thorsten Thiel und Ben Karmis, der Soziologe Valentin Rauer und der politische Philosoph Jonathan Klein.

Das LICHTER Begleitprogramm im Überblick:

Mittwoch, 30. März 2016, 19.00 Uhr, Mousonturm, Studio 1

Auftaktpanel: „Europa: Außen.Grenzen.Innen“

Donnerstag, 31. März 2016, 19:00 Uhr, Mousonturm, Studio 2 Runder Tisch: „Frankfurter Kranz zur Flüchtlingshilfe“

Freitag, 1. April 2016, 13.00 Uhr – 20.00 Uhr, Mousonturm, Studio 2

Staffelgespräch: „Lichter Agora: Grenzen Unlimited“

Freitag, 1. April + Samstag, 2. April 2016, jeweils 19.45 Uhr, Naxoshalle

Liveact: „Video-Techno-Oper“

Samstag, 2. April 2016, 19.00 Uhr, Mousonturm, Studio 2

Gespräch: „Ästhetik der Grenze / Grenzen der Ästhetik“

29. März bis 3. April 2016, wechselnde Öffnungszeiten, Festivalzentrum Mousonturm

Ausstellung: „Grenz-Parcours: Walk the line!“

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms ist frei. Der Exzellenzcluster hat zudem die Patenschaft für den Dokumentarfilm „Les Sauteurs (Those who jump)“ übernommen. Er beleuchtet das Flüchtlingsgeschehen im Norden Marokkos aus der Sicht von Beteiligten. Vorführung (kostenpflichtig) und Hessenpremiere am 30. März um 21.00 Uhr im Mousonturm.

Adressen: Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main Naxoshalle, Waldschmidtstraße 19, 60316 Frankfurt am Main

Kontakt:

LICHTER Filmfest: Lisa Dressler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0160 945 24 338, presse@lichter-filmfest.de; www.lichter-filmfest.de

Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net

Sonstige

Mär 24 2016
17:49

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg würdigt Friedrich Stoltze, dessen Todestag sich am 28. März zum 125. Mal jährt.

Liberaler Geist, Verleger und Schriftsteller

FRANKFURT/ZÜRICH. Das Doppeljubiläum des Mundartdichters Friedrich Stoltze im Jahre 2016 - sein 200. Geburtstag am 21. November und sein 125. Todestag am 28. März - ist für die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main Ansporn, sein Gedächtnis zu ehren, seine Werke wieder einem breiteren Publikum zu präsentieren und seinen Nachlass dauerhaft zu sichern. So wurde unter anderem der komplette Briefwechsel Stoltzes digitalisiert; auf der Website sind die Briefe allen Interessierten öffentlich zugänglich.

Eine solch facettenreiche Persönlichkeit, wie Friedrich Stoltze es war, ist in der heutigen Zeit kaum noch denkbar: Der rührige Verleger, begnadete Mundartschriftsteller und bissige Satiriker war auch politisch aktiv und somit ein herausragender Exponent der bürgerlichen Frankfurter Stadtgesellschaft in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Sein – in heutigen Worten – Netzwerk an vielfältigen Kontakten wird deutlich, wenn wir die lange Liste der Korrespondenzpartner im Nachlass betrachten.

Als liberaler Geist scheute er sich nicht davor, auch öffentlich Kritik an der Obrigkeit zu üben, wenn er es für angebracht sah. So ist es nicht verwunderlich, dass er 1848 kurzzeitig verhaftet wurde, in Frankfurts Nachbarstaaten Hessen und Kurhessen u.a. wegen Veröffentlichung der „Krebbel-Zeitungen“ (ab 1852) steckbrieflich gesucht wurde und seine satirische Zeitschrift „Frankfurter Latern“ wegen anti-preußischer Texte im Jahre 1866 sofort nach der Annexion Frankfurts durch Preußen verboten wurde. Friedrich Stoltze floh kurzzeitig aus Frankfurt, umging aber bald die Zensur durch Herausgabe anderer Zeitschriften (Der Wahre Jacob, Die Deutsche Latern, …). Ab 1872 konnte die „Frankfurter Latern“ wieder normal erscheinen – bis zu Stoltzes Tod im Jahre 1891. Neben den erwähnten satirischen Veröffentlichungen, seinen zahlreichen Gedichten und anderen Texten in Frankfurter Mundart, aber auch in hochdeutscher Sprache ist seine Mitarbeit an vielen Gelegenheitsschriften bemerkenswert.

Zwei Töchter Friedrich Stoltzes, Lyda und Laura Stoltze, machten 1926/27 einen Teil der Bibliothek ihres Vaters der Frankfurter Stadtbibliothek zum Geschenk. Diese Schenkung bestand aus 590 Büchern und Broschüren, die heute in der Abteilung Frankfurt und Seltene Drucke der Universitätsbibliothek unter der eigenen Signatur „Stoltze“ aufbewahrt werden. Der handschriftliche Nachlass Friedrich Stoltzes gelangte 1936 ebenfalls durch eine Schenkung der Familie in den Bestand der Stadtbibliothek. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde er durch antiquarische Käufe weiter ergänzt. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Nachlass, der sich der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek befindet, vollständig neu bearbeitet und durch einen Katalog erschlossen. Neben den Manuskripten ist aus dem Nachlass besonders der Bestand von 654 Briefen zu erwähnen. Unter den Briefpartnern verdienen u.a. der Frankfurter Bankier, Verleger und Politiker Leopold Sonnemann, der Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung und Stadtverordnete Gustav Kanngießer, der Schriftsteller, Journalist und Literaturhistoriker Johannes Proelß und der Schauspieler und Theaterintendant Emil Claar besondere Hervorhebung.

Die Universitätsbibliothek hat zunächst die Frankfurter Latern digitalisiert und auf ihrer Homepage zugänglich gemacht (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/7492893). Ferner konnte jetzt mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Stiftung der Frankfurter Sparkasse der gesamte Briefwechsel von Friedrich Stoltze digitalisiert und ebenfalls der Öffentlichkeit auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/stoltze/nav/index/all), so dass er nunmehr von jedermann jederzeit eingesehen werden kann. Außerdem wurden alle Briefe in die Datenbank Kalliope, eine spezielle Datenbank für Autographen und Nachlässe in Deutschland (http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/de/index.html), eingegeben und sind dort recherchierbar. Für die Zukunft ist vorgesehen, sukzessive weitere Manuskripte aus dem Nachlass Stoltze zu digitalisieren und damit allgemein zugänglich zu machen.

Da die Aufbewahrung des Nachlasses Stoltze nicht mehr den heutigen Erfordernissen entsprach, wurden, ebenfalls mit finanzieller Unterstützung der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, neue, säurefreie Mappen und Kästen beschafft und alle zum Nachlass Stoltze gehörenden Originalmaterialien darin umgebettet. Somit werden auch die kostbaren Originale für künftige Generationen dauerhaft gesichert.

Kontakt: Dr.  Bernhard Tönnies, Leitung Handschriftenabteilung Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt, Telefon: 069/798-39236. E-Mail: b.toennies@ub.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 22 2016
12:10

Holocaust-Überlebende Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn werden anlässlich ihrer „runden“ Geburtstage für ihr herausragendes Engagement geehrt

Gegen das Vergessen

Einladung zur medienöffentlichen Veranstaltung

Sehr geehrte Damen und Herren,

sie haben beide den Holocaust überlebt und engagieren sich seit Jahrzehnten bis ins höchste Alter für Erinnerungsarbeit in Schulen und Gesellschaft: Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn. Für ihr herausragendes Engagement gegen das Vergessen und für ihre Erinnerungsarbeit mit Schülern ehren auf Initiative des Herrn Ministerpräsidenten die Hessische Landesregierung, die Goethe-Universität sowie das Fritz Bauer Institut die beiden Jubilarinnen anlässlich ihrer „runden“ Geburtstage  mit einer Feierstunde: Trude Simonsohn feiert am 25. März ihren 95., Irmgard Heydorn am 24. März ihren 100. Geburtstag. Beide sind die ältesten noch lebenden Trägerinnen der Wilhelm-Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen.

Anlässlich der Feier wird die Goethe-Universität Trude Simonsohn auf besondere Weise ehren. Es gratulieren Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, sowie Prof. Dr. Werner Konitzer vom Fritz Bauer-Institut.

Die Feierstunde ist medienöffentlich. Sie findet statt am 

Freitag, 25. März 2016, 11-12 Uhr, Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casinogebäude, Raum 1.811, Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt/M.

Für diesen Termin ist eine Akkreditierung erforderlich. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter ott@pvw.uni-frankfurt.de für eine Teilnahme an.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher

Forschung

Mär 17 2016
12:59

Projekt der Goethe-Universität und der hessischen Umweltbehörde erforscht Einfluss der geplanten Erdwärme-Anlage in Groß Gerau

Mikro-Erdbeben im Oberrheingraben durch Tiefenbohrung?

FRANKFURT. Die natürlichen seismischen Erschütterungen im nördlichen Oberrheingraben sind meist so schwach, dass die Bevölkerung sie nicht spürt. Dies gilt normalerweise auch für Mikrobeben, die durch Anlagen zur Nutzung von Erdwärme ausgelöst werden können. Mit dem Forschungsprojekt SiMoN+ wollen die Goethe Universität und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) untersuchen, ob es eine Wechselwirkung zwischen natürlichen und menschlich induzierten Beben gibt. SiMoN+ geht rechtzeitig an den Start, um das erste Hessische Tiefengeothermieprojektes bei Trebur im Oberrheingraben seismisch zu überwachen. Erste Bohrungen sind Ende März geplant.

In Geothermiekraftwerken wandelt man Erdwärme in Strom und Heizwärme um. Bei Trebur ist eine 3,5 bis 4 Kilometer tiefe Bohrung geplant. Wird Wasser in diese Tiefe geleitet, erhitzt es sich auf über 100 °C und ist damit heiß genug für eine wirtschaftliche Nutzung. Bereits im Vorfeld ist ein großes Areal, das Erlaubnisfeld Groß-Gerau der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG), durch seismische Messungen charakterisiert worden, um einen geeigneten Standort für das Geothermiekraftwerk zu finden. Ein hoch-auflösendes Monitoring-System umfasst zudem die natürlichen Beben der Umgebung. Im weiteren Verlauf werden die verschiedenen Umsetzungsphasen des Geothermieprojekts, wie Bohrung, Reservoirtests und Betrieb seismisch überwacht und analysiert.

Das Messgebiet des Projekts SiMoN+ umfasst neben dem Erlaubnisfeld Groß-Gerau auch die Regionen Trebur, Walldorf, Riedstadt, Darmstadt und den nördlichen Odenwald. Diese Regionen deckt das regionale mikroseismische Messnetz der Goethe Universität gut ab und ermöglicht so, Beben genau zu lokalisieren. Die Stationen sind so ausgewählt, dass etwaige Störeinflüsse durch die dichte Besiedlung des Rhein-Main-Gebiets möglichst gering sind.

Das Messnetz des Hessischen Erdbebendienstes beim HLNUG ist darauf ausgerichtet, Erdbeben im gesamten Bereich des Landes Hessen zu lokalisieren. Der Schwerpunkt liegt in Südhessen, da hier die meisten Erdbeben aufgezeichnet werden. In Verbindung mit den Stationen der Goethe Universität können im Messgebiet des Projektes SiMoN+ Erdbeben ab etwa einer Stärke von 0,5 auf der Magnitudenskala erfasst werden. Ergänzt werden die Aufzeichnungen durch Daten von den Permanentstationen der angrenzenden Landesämter und Universitäten.

Das Projekt SiMoN+ ist das Nachfolgeprojekt des SiMoN-Projektes (Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des Nördlichen Oberrheingrabens), welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bis Ende September 2015 gefördert wurde. Das Projekt SiMoN+ wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt.

Informationen: Prof. Georg Rümpker, Institut für Geowissenschaften, Geophysik, Campus Riedberg, Tel,: (069) 798 40142, rumpker@geophysik.uni-frankfurt.de

www.hlnug.de/themen/geologie/erdbeben/simon.html

Personalia/Preise

Mär 17 2016
12:57

Beim Gründerwettbewerb „Best of X – Rhine-Main“ belegten MINDS-Medical und Debitos die ersten beiden Plätze

Startups des Goethe-Unibators erfolgreich

FRANKFURT. Welche Startups sind die besten im Rhein-Main-Gebiet? Dieser Frage nahm sich nun erstmals der Gründerwettbewerb „Best of X – Rhine-Main“ an. Gleich zwei Gründerteams aus dem Goethe-Unibator, dem Gründerzentrum der Goethe-Universität, machten das Rennen: MINDS-Medical gewann den ersten Preis neben Debitos auf Platz zwei. Ersteres wird aktuell noch vom Goethe-Unibator gefördert. Debitos gehört bereits den Alumni an. „Ich freue mich besonders, dass der Unibator mit seinen Startups bei dieser Veranstaltung so gut vertreten war und wünsche mir, dass sich auch in Zukunft alle ambitionierten Gründer aus der Rhein-Main Region mit uns auf den unternehmerischen Weg machen wollen“, sagt Dr. Sebastian Schäfer, Leiter des Goethe-Unibators. Bereits vorab qualifizierten sich insgesamt fünf Startups aus dem Goethe-Unibator für die Runde der besten zehn, die bei dem Wettbewerb, der in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem lokalen Energieversorger Entega am 8. März 2016 stattfand, ihre Unternehmen in kurzen Pitches vor einer Jury präsentierten.

Das Frankfurter Startup MINDS-Medical hat eine Softwarelösung entwickelt, die Krankenhäusern und Ärzten Zeit und Ressourcen bei der Abrechnung spart. Die Jury sah in dieser Idee einen wirklichen Mehrwert und ein schönes Beispiel, wie Business-to-Business-Modelle dem Endkunden zugutekommen können. Zudem konnte sich MINDS-Medical über einen Sonderpreis, ein fundiertes Startup-Coaching mit Immoscout24-Gründerin Birgit Ströbel, freuen. Das zweitplatzierte Jungunternehmen Debitos ist eine führende deutsche Online-Plattform für den Handel mit notleidenden Krediten und Insolvenzquoten. Die Jury würdigte damit die clevere Lösung für eine Lücke am Wirtschaftsmarkt. Den dritten Platz belegte das Frankfurter Startup Antelope. Die Experten-Jury unter Beteiligung von Marc Umber (High-Tech Gründerfonds), Carsten Knop (FAZ), Birgit Ströbel (Founders Fight Club), Bernd Scharrer (Allianz Digital Accelerator) und René Sturm (Entega) wählte die Gewinner aus. Die weiteren Teilnehmer aus dem Goethe-Unibator waren vaamo (Alumni), Roomhero und Savedroid.

Der Wettbewerb „Best of X“ findet international in verschiedenen Städten und Regionen statt. Ziel ist es, die besten Gründerteams des jeweiligen regionalen Startup-Ökosystems an einem Abend zusammenzubringen und besser untereinander sowie mit Investoren und Beratern zu vernetzen.

Mehr Informationen zu den Startups aus dem Goethe-Unibator lesen Sie auf GOETHE-UNI Online, dem Webmagazin der Goethe-Universität: www.aktuelles.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mär 16 2016
12:25

Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität legt zum „Equal Pay Day“ Studie vor – Detaillierte Informationen über verschiedene Branchen

In Frankfurt verdienen Frauen in Vollzeit 10 Prozent weniger als Männer

FRANKFURT. Frankfurter Frauen, die Vollzeit arbeiten, verdienen im Schnitt 10 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, 2010 waren es noch 12 Prozent. Dies belegt eine soeben veröffentlichte Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität, die sich auf aktuell verfügbare Zahlen des Jahres 2013 bezieht und pünktlich zum „Equal Pay Day“ (19. März) veröffentlicht wird. „Wenn sich dieser Trend so fortsetzt, ist dies ein großer Fortschritt für Frauen. Immer mehr Frankfurterinnen arbeiten inzwischen Vollzeit und gerade dort nimmt der Lohnabstand zu den Männern stetig ab“, meint Dr. Christa Larsen, Geschäftsführerin des IWAK. Allerdings liegt Frankfurt nach dieser Berechnung zwei Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Einkommen aller Vollzeit-Berufstätigen sind in Frankfurt von 2010 bis 2013 um fast 9 Prozent gestiegen ist. Doch je höher die Einkommen, desto weniger Frauen partizipieren daran: Wenn Männer mit einem akademischen Abschluss im Schnitt 5.600 Euro verdienen, liegt das durchschnittliche Bruttoeinkommen von gleich qualifizierten Frauen bei 4.500 Euro, also fast 25 Prozent darunter. Frauen mit Berufsabschluss verdienen im Schnitt 3.000 Euro während das Bruttoeinkommen vergleichbar qualifizierter Männer bei 3.500 Euro liegt. Hier beträgt der Unterschied gerade 13 Prozent. Dazu Larsen: „Dies ist die bittere Wahrheit, mit der sich Frauen immer noch konfrontiert sehen. Unsere Studie zeigt, dass bei Beschäftigten mit akademischen Abschlüssen, die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern viel größer ist als bei Berufsausbildungen. Vor diesem Hintergrund mag mancher Rat an Frauen, sich doch immer höher zu qualifizieren, um bessere Einkommenschancen zu haben, nochmals anders gedacht werden.“

Der Weg zu höheren Einkommen ist weniger an Abschlüsse als vielmehr an unternehmensinterne Aufstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen gebunden. Und hier haben es Frauen im Schnitt noch viel schwerer als Männer, wie der seit Jahren wenig wachsende Anteil von Frauen in Führungspositionen zeigt. „Männliche Seilschaften und eine traditionelle Betriebskultur wirken wie eine gläserne Decke, die Frauen bei ihrem Aufstieg nur schwer durchdringen können“, stellt Larsen fest.

Am „Equal Pay Day“, am 19. März, stellt Christa Larsen gemeinsam mit ihrer Kollegin Julia Krekel die Studie „Die Entgelt(un)gleichheit der Frankfurterinnen. Einkommenslücken zwischen Frauen und Männern im Spiegel von Branchen, Staatsangehörigkeit und Qualifikation“ öffentlich vor, bei der die Sozialwissenschaftlerinnen des IWAK Daten des Statistikservice Südwest der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet haben, um das Bruttoeinkommen von Vollzeit-Beschäftigten vergleichen zu können. Mit dem Verfahren, das in dieser Studie angewandt wird, wird die sogenannte „bereinigte Einkommenslücke“ berechnet. „Die verwendeten Daten erlauben uns auch klare Aussagen zu den jeweiligen Branchen, was für Betrachtung der Frankfurter Situation besonders interessant ist“, ergänzt Larsen.

Denn die Verringerung der Lohnlücke von 2010 bis 2013 um fast 2 Prozent trifft nicht auf alle Branchen zu: „In der Beratungsbranche stagniert die Lücke seit Jahren auf einem hohen Niveau von über 20 Prozent“, so die IWAK-Geschäftsführerin Dr. Larsen. „Auffällig ist auch, dass sich in der ständig wachsenden Gesundheitsbranche und dem Sozialwesen und in der für Frankfurt wichtigen Finanz- und Versicherungsbranche ein ähnliches Bild zeigt, obwohl alle drei Branchen zunehmend höhere Frauenanteile haben.“

Die Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern variiert extrem nach den verschiedenen Branchen. Am höchsten ist die Gerechtigkeit derzeit im verarbeitenden Gewerbe, einer wichtigen Branche am Standort Frankfurt, wie die Frankfurter Industriestudie 2013 gezeigt hat (www.amazon.de/Industriestudie-Frankfurt-am-Main-2013/dp/3631655517), an der Humangeografen der Goethe-Universität maßgeblich beteiligt waren. „Wenn Frauen im verarbeitenden Gewerbe, das in Frankfurt überwiegend mittelständisch geprägt ist, in Vollzeit arbeiten, verdienen sie im Schnitt etwa 2,4 Prozent weniger als ihrer männlichen Kollegen“, so Larsen. 2010 lag der Abstand noch bei über 8 Prozent. „Ein Grund mehr, diese Branche zu wählen, in der schon überdurchschnittliche Gehälter gezahlt werden“, so Krekel.

Die Informatik und Kommunikationsbranche, eine weitere Zukunftsbranche in Frankfurt, zeichnet ein eher düsteres Bild: Nahezu 18 Prozent beträgt der Unterschied in den Bruttoeinkommen zwischen  in Vollzeit beschäftigten Frauen und Männern. „Offensichtlich hat auch der stetig wachsende Anteil von Frauen, der inzwischen bei einem Drittel liegt, keinen positiven Einfluss“, sagt Larsen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer machen die Sozialwissenschaftlerinnen aus: Im Vergleich zu 2010 ist der Abstand zwischen dem Einkommen der Männer und Frauen schon etwas kleiner geworden, damals hatte er noch über 20 Prozent betragen. „Aber es ist noch ein weiter Weg, bis Einkommensgerechtigkeit in dieser Branche umgesetzt ist“, fürchtet Krekel.

Die Studie hat die verschiedenen Branchen und ihre Verdienstmöglichkeiten detailliert unter die Lupe genommen: Am besten verdienen Frauen im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit über 5.400 Euro (Frauenanteil 41 Prozent). Während im Gesundheits- und Sozialwesen die durchschnittlichen Bruttoeinkommen monatlich bei knapp über 3.000 Euro liegen (Frauenanteil über 71 Prozent), sind es im Erziehungsbereich knapp über 3.400 Euro (Frauenanteil 62 Prozent). Deutlich höher liegen die Einkommen in der Branche Information und Kommunikation mit über 4.600 Euro, doch hier beträgt der Frauenanteil auch nur 31 Prozent.

„Equal Pay Day“

Das Datum des „Equal Pay Day“ wird jedes Jahr neu berechnet, in diesem Jahr ist es der 19. März. Er symbolisiert den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied und wird nach einem anderen Verfahren, als es die Frankfurter Studie verwendet, festgelegt. Da hieralle Frauen und Männer, die erwerbstätig sind, mit ihrem Bruttoeinkommen verglichen werden, kommt man aufeine bundesweite Lohnlücke von 22 Prozent. Umgerechnet auf das Jahr 2016 arbeiten Frauen quasi vom 1. Januar bis 19. März 2016, also 79 Tage, umsonst. 2015 waren es 80 Tage. Deutschland gehört immer noch zu den Schlusslichtern in Europa, wenn es um die Entgeltgleichheit von Frauen und Männern geht. Auf Initiative des Bundesfamilienministeriums wird zurzeit ein Gesetzentwurf erarbeitet, der Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichten soll, ihre eigene Entgeltgleichheit zu überprüfen, diese herzustellen und zu dokumentieren. Und außerdem sollen Arbeitnehmer/innen einen individuellen Auskunftsanspruch gegenüber ihrem Arbeitgeber erhalten.

Der „Equal Pay Day“ des Frankfurter Aktionsbündnisses, das vom Business and Professional Women Club Frankfurt (BPW) und dem Frauenreferat der Stadt initiiert wurde und zu dem auch das IWAK gehört, widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Berufe mit Zukunft – was ist meine Arbeit wert?“ An einer Diskussion zum „Equal Pay Day“ im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum (Saalgasse15, 19. März, 11 Uhr) beteiligt sich auch die Sozialwissenschaftlerin Dr. Christa Larsen vom IWAK.

Informationen: Dr. Christa Larsen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität, Campus Bockenheim Tel. (069) 798- 22152, E-Mail: c.larsen@em.uni-frankfurt.de, Broschüre online unter: www.iwak-frankfurt.de/iwak-broschure-zum-equal-pay-day/

Weitere Ergebnisse der Studie auch auf GOETHE-UNI online: http://aktuelles.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/in-frankfurt-verdienen-frauen-in-vollzeit-10-prozent-weniger-als-maenner/

Veranstaltungen

Mär 16 2016
12:24

Podiumsdiskussion am Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften über soziale Ungleichheit als Voraussetzung, Problem oder Chance des Kapitalismus

Geißel der Menschheit oder Weg zum Wohlstand?

BAD HOMBURG. Die einen nennen soziale Ungleichheit einen Zustand, der zutiefst ungerecht ist und unbedingt überwunden werden muss. Die anderen sehen darin einen Motor, der Innovationen, Fortschritt, Wachstum schafft und steigenden Wohlstand für alle überhaupt erst möglich macht. Experten am Historischen Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften diskutieren aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven über das Thema „Soziale Ungleichheit: Voraussetzung, Problem oder Chance des Kapitalismus?“ – und damit über eine der größten Kontroversen unserer Gegenwart. Die öffentliche Veranstaltung findet am Montag (21. März) um 19.00 Uhr am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Bad Homburg, statt.

Die Podiumsdiskussion bildet den Höhepunkt der Auseinandersetzung mit „Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien“. Dieser widmete sich das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften im akademischen Jahr 2015/16. Die interdisziplinäre Besetzung des Podiums soll historische und gegenwärtige Perspektiven zusammenführen und lässt empirische und theoretische Einblicke erwarten. Jürgen Kaube, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird die vermutlich kontroverse Diskussion moderieren.

Denn so unterschiedlich wie der fachliche Hintergrund der Experten auf dem Podium sind auch ihre Positionen: Dr. Lisa Herzog ist Politische Philosophin und Mitarbeiterin des Instituts für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie schreibt dem Kapitalismus positive Effekte zu, hält das gegenwärtige Wirtschaftssystem aber für verbesserungswürdig. So plädiert sie für einen „zeitgemäßen Liberalismus“. In diesem sollen durch moralische Regeln und die Übernahme individueller Verantwortung Märkte in den Dienst einer gerechteren Gesellschaft gestellt werden. Der Volkswirts Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Minister a. D. des Landes Sachsen-Anhalt und Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, ist der Auffassung, dass die sozialen Probleme der Menschheit nur durch Wachstum zu lösen seien. Er hält den gegenwärtigen Kapitalismus für geeignet, das gesamtgesellschaftliche Wohlergehen zu steigern. Einen konträren Standpunkt vertritt Prof. Dr. Christoph Deutschmann. Der Soziologe und emeritierte Hochschullehrer i. R. der Eberhard Karls-Universität Tübingen wendet sich gegen den„Wachstumszwang“, der mit dem modernen Kapitalismus Hand in Hand gehe. Diesem auf Dauer nachzukommen sei weder möglich noch sinnvoll. Anknüpfend an Marx steht er auf dem Standpunkt, dass ein Ausweg nur durch Veränderung von Eigentumsformen zu erzielen sei. So könnten beispielsweise mit der Förderung genossenschaftlichen Eigentums positive Effekte für die Gesellschaft erzielen werden.

Werner Plumpe, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität, bündelt auf dem Podium als Programmbeauftragter des Historischen Kollegs die wissenschaftlichen Befunde aus dem Themenjahr „Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien“. In einer Reihe von vier öffentlichen Vorträgen und wissenschaftlichen Workshops untersuchten Experten die These von der extremen Auseinanderentwicklung von Kapitalismus in Ost und West seit 1800. Dafür hinterfragten sie, inwiefern Strukturmerkmale, zu denen  z.B. individuelle Eigentums- und Verfügungsrechte oder die oft angeführte „freie Lohnarbeit“ gehören, für die Entwicklung der spezifischen regionalen Kapitalismus-Varianten noch bestimmend sind.

Das Historische Kolleg ist eine Programmlinie des Forschungskollegs Humanwissenschaften – seinerseits Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung – und wurde 2014 in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte der Goethe-Universität. Das Themenjahr „Varianten des Kapitalismus“ wird finanziert von dem Bad Homburger Unternehmer Stefan Quandt. Zudem fördert die Dagmar-Westberg-Stiftung das Historische Kolleg maßgeblich. 

Informationen: Dr. Friederike Sattler und Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Tel.: (06172)13977-14, E-Mail: Friederike.Sattler@hk.badw.de; schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Anmeldungen bitte an: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Mär 16 2016
12:22

Symposium „Hochschule und Industrie“ behandelt aktuelle Themen der Pharmazie

Zwischen medizinischem Durchbruch und Schritt-innovation

FRANKFURT. Ein Vierteljahrhundert verging zwischen dem ersten genehmigten Gentherapieversuch und der Zulassung der ersten Gentherapie Alipogentiparvovec im Jahr 2015. Diese Therapie dient der Behandlung von Patienten mit der sehr seltenen Fettstoffwechselkrankheit LPLD, die von einem defekten Gen verursacht wird. Alipogentiparvovec ist ein viraler Vektor, der Billionen von gesunden Genkopien enthält, und die Patienten dadurch heilen kann. Ähnliche Gentherapien gegen seltene Krankheiten befinden sich in fortgeschrittenen Stadien der klinischen Entwicklung. Wird es bald auch Zell- und Gentherapien gegen Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten geben? Welche Risiken sind mit ihnen verbunden? Und darf eine Gentherapie wie Alipogentiparvovec eine Million Euro Kosten?

Das ist eines der aktuellen Gesundheitsthemen, denen sich das Symposium „Hochschule und Industrie – Gemeinsam für die Pharmazie der Zukunft“ am 7. und 8. April im Otto-Stern-Zentrum der Goethe-Universität in Frankfurt am Main widmen wird.

Die Pharmazie entfaltet ihr Potential seit jeher im Spannungsfeld zwischen der akademischen und der industriellen Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln und deren medizinischer Anwendung. Angesichts zahlreicher Herausforderungen an die Gesundheitssysteme und die Patientenversorgung wird die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie immer wichtiger. Auch die weiteren Vorträge und Diskussionsrunden des Symposiums, die sich schwerpunktmäßig mit der Bedeutung der Arzneimitteltherapiesicherheit, dem Nutzen von Schrittinnovationen und den beruflichen Perspektiven für Apothekerinnen und Apotheker beschäftigen werden, haben eine Intensivierung des Austausches und der Zusammenarbeit zum Ziel. In seinem Festvortrag wird der Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), Prof. Stefan Laufer, von den oft unterschätzten Möglichkeiten der Arzneimittelforschung im akademischen Umfeld berichten.

Das Symposium richtet sich an Studierende und Doktoranden der Pharmazie und verwandter Naturwissenschaften sowie an Vertreter aus der Pharma- und Gesundheitswirtschaft und aus Hochschulen, Politik und Medien. Veranstaltet wird das Symposium, das nach der gelungenen Premiere 2014 in dieser Form zum zweiten Mal stattfindet, von der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, dem Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller, Pro Generika gemeinsam mit der Goethe-Universität, dem House of Pharma & Healthcare, dem Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland sowie der Fachgruppe der Apotheker in Wissenschaft, Industrie und Verwaltung e.V.

Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).

Symposium „Hochschule und Industrie – Gemeinsam für die Pharmazie der Zukunft“

Wann? 7. und 8. April 2016
Wo? Otto-Stern-Zentrum, Campus Riedberg, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Pressevertreter haben die Möglichkeit sich unter www.presse.pharmazie-zukunft.de kostenfrei zu akkreditieren.

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Tel.: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de

Veranstaltungen

Mär 14 2016
11:09

9. Internationales Colloquium der Deutschen Orient-Gesellschaft auf dem Campus Westend

Der Palast im antiken und islamischen Orient

FRANKFURT. Die Deutsche Orient-Gesellschaft trifft sich vom 30. März bis 1. April zu einer Tagung auf dem Campus der Goethe-Universität; zu den 30 Vorträgen werden etwa 200 Teilnehmer erwartet. Das 9. Internationale Colloquium beschäftigt mit einem wichtigen Thema der Altorientalistik: „Der Palast im antiken und islamischen Orient“.

Die Vorträge richten sich sowohl an Fachleute als auch an interessierte Laien und präsentieren neueste Forschungsergebnisse und interessante Neufunde. Begleitet wird die Tagung von zwei öffentlichen Abendvorträgen: Am Mittwoch (30.3.) spricht Prof. Nicholas Postgate (University of Cambridge) um 18 Uhr über „Life and death in the ‚Big House‘“, am Freitag (1.4.) referiert Dr. Martina Müller-Winter (Universität Bonn / Museum für Islamische Kunst Berlin) über „Der Palast als ‚Soziotop‘ – die Funktionen und Funktionsträger in frühislamischen Residenzen. Zwischen archäologischem Befund und Textquellen“, jeweils im HZ5 des Hörsaalgebäudes, Campus Westend.

Der Palast steht als pars pro toto für die antike Wirtschaft und Gesellschaft, als Metapher für Reichtum und Macht der regierenden Elite oder als herausragendes Monument der zeitgenössischen Baukunst. Die Spanne der vorgesehenen Vorträge reicht von den frühen Palästen des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis in die islamische Zeit. Die Spätzeit und der islamische Orient werden ebenfalls beleuchtet. Insgesamt bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Betrachtungen aus Philologie und Archäologie an. So möchte die Frankfurter Tagung verschiedene Forschungsrichtungen zusammenbringen und sich auf einzelne Problemstellungen konzentrieren.

Die Vortragsblöcke sind nach Epochen bzw. Regionen gegliedert. Gerade im epochenübergreifenden Vergleich sollen die in den Einzelvorträgen diskutierten Fallbeispiele helfen Parallelen und Anknüpfungspunkte auch an benachbarte Disziplinen aufzuzeigen und so neue Impulse für die weitere Forschung geben.

Anmeldung für Teilnahme an der gesamten Veranstaltung unter: Anmeldung@9icdog.de

Programm unter: http://www.uni-frankfurt.de/59744036/Programm

Informationen: Prof. Dr. Dirk Wicke, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798 32317, E-Mail: Team@9icdog.de;