​​​​Pressemitteilungen ​

Veranstaltungen

Okt 1 2014
12:34

Französischer Wirtschaftsprofessor stellt die Hauptthesen seines weltbekannten Buches vor. 10. Oktober, 14 Uhr, Campus Westend

Prof. Dr. Thomas Piketty hält Vortrag an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Anlässlich der Übersetzung seines Buches „Le capital au XXIe siècle“ ins Deutsche kommt Prof. Dr. Thomas Piketty an die Goethe-Universität. Der Forschungsdirektor an der EHESS Paris und Professor an der Paris School of Economics wurde bekannt durch seine kritischen Reflektionen über die Beziehung zwischen Kapital und Einkommen und die Auswirkungen auf Wohlstand und Wachstum. Der Vortrag ist der Auftakt zur neuen Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d’Europe“, konzipiert vom Forschungskolleg Humanwissenschaften (Bad Homburg) der Goethe Universität und dem Institut français d’histoire en Allemagne in Frankfurt.

„Capital in the 21st Century“ – Vortrag von Prof. Thomas Piketty.
Freitag, 10. Oktober, 14-16 Uhr. Hörsaal 2, Campus Westend,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Eintritt ist frei. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Das Grußwort spricht Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, gefolgt von S. E. Monsieur Philippe Étienne, französischer Botschafter in Deutschland. Die Begrüßung übernehmen Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität und Vorsitzender des Direktoriums und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität, und Prof. Dr. Pierre Monnet, Forschungsdirektor an der EHESS, Paris und Leiter des Institut français d’histoire en Allemagne an der Goethe-Universität. Die anschließende Diskussion wird Prof. Dr. Dres. h.c. Bertram Schefold, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität, moderieren.

Eine Veranstaltung des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität und des Instituts français d’histoire en Allemagne in Zusammenarbeit mit dem Verlag C.H.Beck und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt e.V..

www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

www.ifha.fr

Kontakt für Presseanfragen: Katrin Dähn, Verlag C. H. Beck,. Tel. (089) 3 81 89 – 405; katrin.daehn@beck.de

Sonstige

Okt 1 2014
12:11

Straßen und Plätze auf dem Campus Westend erhalten erstmals Namen/Verlegung des Adorno-Platzes auf den Campus Westend beschlossen

Ortsbeirat billigt universitäres Gesamtkonzept

FRANKFURT. Mit großer Mehrheit hat der Ortsbeirat 2 in seiner Sitzung am 29. September 2014 dem Senatskonzept zur Neubenennung von Straßen und Plätzen auf dem Campus Westend nach Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Norbert Wollheim zugestimmt. Damit ist der Weg frei für eine Umsetzung noch in diesem Jahr. Der Senat der Goethe-Universität hatte in seiner Sitzung vom 23. Juli ein Gesamtkonzept vorgelegt und mit deutlicher Mehrheit gebilligt, das derzeit folgende Straßen und Plätze umfasst: 

* Der zentrale Universitätsplatz zwischen Casinoanbau und Hörsaalzentrum wird künftig Theodor-W.-Adorno-Platz genannt.

* Die heutige Lübecker Straße im Osten erhält den Namen Max-Horkheimer-Straße.

* Der Grüneburgplatz und dessen Zufahrtswege von Ost und West heißen künftig Norbert-Wollheim-Platz.

Der Ortsbeirat stimmte zugleich der Verlegung des Theodor W. Adorno-Platzes und des dort befindlichen Adorno-Schreibtisches von Bockenheim auf den Campus Westend zu.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl lobte den Beschluss: „Der Ortsbeirat und die Goethe-Universität sind damit ihre historischen Verantwortung gerecht geworden. Ich danke dem Ortsbeirat für dieses klare Signal der Unterstützung.“ Damit kann 13 Jahre nach der Übergabe des IG-Farben-Hauses sowie des umliegenden Areals an die Goethe-Universität ein aufeinander abgestimmtes Konzept realisiert werden, das historische Persönlichkeiten der Goethe-Universität sowie ein prominentes Opfer des IG-Farben-Konzerns würdigt.“

Zudem sei so erstmals eine eindeutige Zuordnung von Gebäuden auf dem Campus möglich. Mit der Benennung erhalten diese Adressen, die sich am Namen des jeweiligen Platzes oder der Straße orientieren. Eine einheitliche Campus-Adresse sei aufgrund der immer komplexer werdenden Bebauungsstruktur des Campus Westend nicht mehr praktikabel.

Zu den genannten Personen:

Theodor W. Adorno: 1903-1969, deutscher Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Komponist; zählt zu den Hauptvertretern der Frankfurter Schule. 1921-34 Studium und Habilitation in Frankfurt/Tätigkeit als Privatdozent, 1934-45 Vertreibung und Exil in England und USA, 1953 Rückkehr nach Deutschland, bis 1969 Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität sowie einer der Direktoren des wiedereröffneten Frankfurter Instituts für Sozialforschung.

Max Horkheimer: 1895-1973, Sozialphilosoph, Hauptvertreter der Frankfurter Schule, ehemaliger Rektor; 1919-1922 Studium in München, Frankfurt und Freiburg, 1922 Promotion in Frankfurt bei Hans Cornelius, 1925 Habilitation, 1930 Ernennung zum Ordinarius für Sozialphilosophie an der Philosophischen Fakultät in Frankfurt sowie Ernennung zum Direktor des Instituts für Sozialforschung bis zu dessen Schließung durch die Nationalsozialisten. 1933 Emigration in die USA, 1949 Rückkehr auf den Doppellehrstuhl für Philosophie und Soziologie. 1950 Wiedereröffnung des Instituts für Sozialforschung unter seiner Leitung (mit Adorno als stellvertretendem Direktor), 1951 Wahl zum Rektor der Goethe-Universität

Norbert Wollheim: 1913-1998 war Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, ehemaliges Direktoriums-Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland. 1943 Deportation nach Auschwitz; Zwangsarbeit für die I.G. Farben, 1945 erfolgreiche Flucht auf dem Todesmarsch, einziger Überlebender seiner Familie. Die 1950 eingereichte Klage gegen die I.G. Farben auf Entschädigung für geleistete Zwangsarbeit war das erste Musterverfahren in der deutschen Nachkriegszeit.

Personalia/Preise

Sep 30 2014
13:34

Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität wird Rektor der Universität Luxemburg

Rainer Klump tritt als Vizepräsident zurück

FRANKFURT. Zum 1. Oktober wird Prof. Rainer Klump vom Amt des Vizepräsidenten zurücktreten. Der Wirtschaftswissenschaftler wird sich auf die Übernahme des Amtes als Rektor der Universität Luxemburg zum Jahreswechsel vorbereiten. Klump war fünf Jahre im Präsidium der Goethe-Universität als hauptamtlicher Vizepräsident tätig. Seit 2000 hatte Klump die Professur für Wirtschaftliche Entwicklung und Integration inne und war drei Jahre Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.

Als Vizepräsident war Klump mit zahlreichen Aufgaben und Projekten betraut. Dazu gehörte der Antrag zur Exzellenzinitiative wie auch die Entwicklung eines  Konzeptes der internationalen Strategischen Partnerschaften. Weitere Aufgaben waren die Begleitung der LOEWE-Initiativen SAFE und zur Konfliktforschung, die Einrichtung der House of Finance-Stiftung, die Reorganisation der Goethe Business School und der Strategieprozess GINSTER. Zudem hat Klump in der Zeit der Kanzlervakanz den Leiter der Hochschulverwaltung  vertreten.

„Rainer Klump hat als Vizepräsident den Wandel der Goethe-Universität hin zu einer forschungsstarken Stiftungsuniversität auf kompetente und engagierte Weise mitgestaltet. Dafür danken wir ihm und wünschen  Klump für sein neues Amt in Luxemburg alles Gute“, sagte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl.

Klump möchte sich dafür einsetzen, die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Goethe-Universität und der Universität Luxemburg zu stärken. Als Mitglied mehrerer großer Forschungsverbünde wie dem Cluster Herausbildung normativer Ordnung, AFRASO und SAFE wird er der Goethe-Universität auch weiterhin verbunden bleiben. „Insgesamt bin ich sehr dankbar für die Zeit, die ich als Forscher und akademischer Lehrer an der Goethe-Universität verbringen konnte. Es waren dies die Jahre, in denen sich die Goethe-Universität dramatisch verändert hat, und ich freue mich, dass ich diesen Veränderungsprozess an einigen Stellen auch aktiv mitgestalten konnte“, sagte Klump anlässlich seiner Verabschiedung.

Auf Wunsch von Universitätspräsident Präsident Müller-Esterl wird Klump noch einige Mandate des Präsidiums insbesondere in den Einrichtungen des House of Finance bis Jahresende wahrnehmen.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Veranstaltungen

Sep 29 2014
15:07

Projekte werden am 7. Oktober 2014 auf der CONTEC im Rahmen der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Finalisten des 2. Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerb stehen fest

FRANKFURT. Die fünf Finalisten des Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerbs, den die Frankfurter Buchmesse (8.-12. Oktober 2014) zum 2. Mal in Kooperation mit dem Goethe-Unibator der Goethe-Universität Frankfurt ausgelobt hat, stehen fest. Gesucht wurden innovative Ideen und kreative Lösungsansätze im Bereich des Digital Publishing, mit einem besonderen Fokus auf die Erstellung von digitalen Inhalten („Content Production“). Von einer Longlist mit 14 Einreichungen aus acht Ländern wählte die Jury folgende fünf Kandidaten aus, die ihr Projekt auf der Content- und Technologiekonferenz CONTEC am 7. Oktober 2014, dem Vortag der Frankfurter Buchmesse, von 15.25 bis 16.05 Uhr vorstellen werden. Eine Jury vor Ort wird über den Gewinner entscheiden.

„Wir haben uns über die unglaubliche Bandbreite von spannenden Einreichungen beim Digital Publishing Creative Ideas Contest gefreut: Wir stellen fest, dass die hier vorgestellten Lösungen für die Erstellung, Auffindbarkeit, Sichtbarmachung und Distribution von digitalem Content genuin innovativ und verbrauchernah sind. Die Entscheidung für die fünf Finalisten ist uns sehr schwer gefallen – aber wir glauben, dass diese fünf Unternehmen auf die Beobachtungsliste gehören“, sagt Holger Volland, Vice President Media Industries bei der Frankfurter Buchmesse.

„Die eingereichten Ideen demonstrieren, dass mit dem Digital Publishing Creative Ideas Contest ein wichtiges Forum für Querdenker geschaffen werden konnte, und dass die hiervon ausgehenden Impulse die zukünftigen Entwicklungen in der Verlagsbranche vorausahnen lassen“, erklärt Dr. Sebastian Schäfer, der Managing Director des Goethe-Unibator. 

Über die Finalisten:

Tworeads, Italien
TwoReads ist eine Entdeckungsplattform für Bücher: Es stellt inhaltliche Verbindungen zwischen Büchern dar, extrahiert die bibliografischen Angaben eines jeden Buches und zeigt Einflüsse, Querverbindungen und Referenzen zwischen Titeln auf. Auf diese Weise entstehen Verbindungen, die es Lesern ermöglichen, weitere Bücher auf der Basis ihrer Interessen zu finden. http://www.tworeads.com/

Papertrell, Indien
Papertrell bietet eine neue Möglichkeit an, Bücher und Content zu entwerfen und zu erleben. Papertrell ist eine Cloud-gestützte Plattform für die Veröffentlichung von Buch-Apps, die zahlreiche Features beinhaltet. Ziel ist es, interaktive Erlebnisse zu schaffen, während die Essenz eines Buches, die Idee des Autors, beibehalten wird. Digitale Bücher müssen ihre epub Avatare verlassen, um ein Publikum zu erreichen, dessen Geschmack und Medienkonsum sich rasch ändert. https://www.papertrell.com/

Oetinger34, Deutschland
Oetinger34 ist eine Online-Community, die vom Hamburger Kinderbuchverlag Oetinger entwickelt wurde: Sie bringt Autoren und Illustratoren zusammen. Auf der Onlineplattform werden sie mit Lektoren online an ihren Büchern, E-Books, Apps arbeiten können. Die Projekte entstehen zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer eigens programmierten Software namens Weißraum. Sie ist browserbasiert, lässt sich also über jede Internetverbindung aufrufen, und zeigt das entstehende Werk schon in etwa so, wie es nachher aussehen soll. Dann wird die Arbeit den anderen Nutzern gezeigt und zur Wahl gestellt. Aus den beliebtesten Titeln sucht schließlich das Lektorat die Werke für die Veröffentlichung aus. https://www.oetinger34.de/

OECD DATA, Frankreich
Die neue OECD Data Webseite erweitert die Reichweite von OECD Daten, indem sie einen zentralen Zugang zu dem verfügbaren statistischen Content OECD bietet. Die Daten, die ursprünglich „statisch“ veröffentlicht wurden, werden nun dynamisch aktualisiert. OECD ermutigt Nutzer, aktiv Daten über ihre eigenen Webseiten zu veröffentlichen. Um diese Vorgehensweise zu implementieren, wendet OECD ein “digital first” Modell an, das ursprünglich unabhängige Systeme innerhalb der Organisation umwandelte in interoperable Anwendungen. OECD Indikatoren werden nun in einer semantischen Struktur erhalten, die Grundlage für spätere innovative Produktionen. www.data.oecd.org

Consetto, Deutschland
Erfolgreiche Kundenbindung entscheidet heute über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Studien zeigen, dass die Kosten, die aufgewendet werden, um bestehende Kunden zu halten, nur 10 Prozent der Kosten ausmachen, die benötigt werden um einen neuen Kunden zu gewinnen. Für jedes Unternehmen ist es deshalb sehr wichtig, die Wünsche und Probleme ihrer Kunden zu verstehen. Durch die Analyse der Support-Anfragen erhalten Marketing- und Produktverantwortliche einen genauen Einblick in die Bedürfnisse der Kunden. Häufige Beschwerden können einfach ermittelt und ausgewertet werden. www.consetto.com

Kontakt
Katja Böhne, Leitung Marketing & Kommunikation, Presse & Unternehmenskommunikation Frankfurter Buchmesse, Tel.: (069) 2102-138, press@book-fair.com; Kathrin Grün, PR-Manager, Tel.: (069) 2102-170, gruen@book-fair.com

Mehr Informationen unter www.buchmesse.de/contec

Veranstaltungen

Sep 29 2014
15:03

Diskussion über Toleranz und Pluralismus in Indonesien am 5. Oktober in der Evangelischen Akademie Frankfurt

„Quo vadis Indonesien?“

FRANKFURT. Indonesien befindet sich seit dem Sturz des autoritären Präsidenten Mohammed Suharto im Mai 1998 in einem umfassenden Demokratisierungsprozess. Seither gilt das Land, das im kommenden Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein wird, als Musterbeispiel für die Demokratiefähigkeit der islamischen Welt. Dieser Entwicklung steht jedoch eine fortschreitende gesellschaftliche und politische Islamisierung gegenüber, die die religiösen Minderheiten zunehmend in Bedrängnis bringt. Vieles deutet darauf hin, dass religiöse Toleranz und Pluralismus als normative Grundlagen des Landes, das die „Einheit in Vielfalt“ zum Staatsmotto erhoben hat, unter Druck geraten. Die Frage, welche Entwicklung das Land nehmen wird, steht im Mittelpunkt der öffentlichen Veranstaltung „‘Quo vadis Indonesien?‘ - Pluralismus und religiöse Toleranz in Gefahr!“.

Die Veranstaltung, die aus einer Lesung und einer Podiumsdiskussion besteht, beginnt am Sonntag, 5. Oktober, um 16.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt (Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main). Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten. Ausrichter sind die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Karl-Hermann-Flach-Stiftung, der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, die Evangelische Akademie Frankfurt und der Verein für entwicklungsbezogene Bildung zu Südostasien e.V.

An der Podiumsdiskussion nehmen renommierte Vertreter des öffentlichen Lebens Indonesiens und Experten aus Deutschland teil. Mit dabei sind die Islamwissenschaftlerin Dr. Siti Musdah Mulia (Jakarta), Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Franz Magnis-Suseno, Katholischer Priester und ehemaliger Direktor des Postgraduiertenprogramms der Driyarkara School of Philosophy, Jakarta, Dr. Luthfi Assyaukanie, Politikwissenschaftler an der Paramadina Universität, Jakarta, sowie Olaf Kellerhoff, Leiter des Referats Asien und Menschenrechte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Zuvor erwartet die Gäste eine interessante Autorenlesung mit der Schriftstellerin Avianti Armand und dem Publizisten Goenawan Mohamad, die nicht zuletzt auch persönliche Einblicke in das Thema eröffnen wird.

Die Veranstaltung findet in indonesischer und deutscher Sprache statt und wird jeweils simultan übersetzt.

Hinweis: Lesung (Beginn 16.30 Uhr) und Podiumsdiskussion (Beginn: 19.00 Uhr) können jeweils auch unabhängig voneinander besucht werden.

Anmeldung: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Regionalbüro Wiesbaden, Tel: 0611 / 15 75 67, Fax: 0611/ 15 75 686 oder Mail: wiesbaden@freiheit.org.

Information: Gunnar Stange, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, gunnar.stange@normativeorders.net, Tel.: 069 / 798-33061, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen

 

Personalia/Preise

Sep 25 2014
12:06

Prof. Thomas Prisner erhält 5.000 Euro für die Weiterentwicklung der EPR-Spektroskopie/ Anwendung in der Biophysik

Russischer Forschungspreis für Frankfurter Chemiker

FRANKFURT. Der Frankfurter Chemiker Prof. Thomas Prisner vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Goethe-Universität erhält am 26. September den mit 5.000 Euro dotierten Internationalen Zavoisky-Preis. Ausgezeichnet wird Prisner für seine Weiterentwicklung der Elektronen-Spin-Resonanz (EPR). Diese Methode erlaubt es, intramolekulare Abstände und die räumliche Ausrichtung von Atomen in großen biologischen Molekülen wie Proteinen, der DNA und RNA zu bestimmen. Einige der Neuentwicklungen für die praktische Anwendung des Verfahrens wurden von der Goethe-Universität durch Patente geschützt.

„Am liebsten entwickle ich neue und fortgeschrittene Methoden, mit denen man spezifische Fragen lösen kann. Meist dauert es nicht lang, bis ich eine Idee habe, aber es vergehen manchmal Jahre, bis das Experiment glückt“, sagt Prisner. „Zu den aufregendsten Augenblicken gehört für mich, wenn die ersten Rohdaten ausgedruckt werden, die zeigen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Das ist die reinste Freude.“

Der Zavoisky-Preis ist benannt nach dem Erfinder der EPR-Methode, Jewgeni Konstantinowitsch Zavoisky, der das Verfahren 1944 in Kazan, der Hauptstadt der Republik Tartastan entwickelte. Der Preis wird seit 1991 von dem Zavoisky Physikalisch-Technischen Institut in Kazan, der Universität Kazan, der Republik Tartastan und dem Springer Verlag verliehen.

Thomas Prisner ist für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet worden: 1991 erhielt er den Philip Moris Forschungspreis, 2008 die Silbermedaille der International EPR Society und 2011 den Bruker Prize der englischen Royal Society of Chemistry.

Informationen: Prof. Thomas Prisner, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29449, prisner@chemie.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 25 2014
10:04

Bodenbakterien tragen zum Geschmack und Geruch bei

Dem Duft der Trüffel auf der Spur

FRANKFURT. Trüffel gehören, zusammen mit Kaviar, zu den teuersten Lebensmitteln weltweit. Weil sie unterirdisch wachsen, spürt sie der Mensch mithilfe abgerichteter Hunde oder Schweine auf. Der charakteristische Geruch ist aber nicht nur für Feinschmecker interessant. Eine Gruppe deutsch-französischer Wissenschaftler unter Federführung der Goethe-Universität hat nun herausgefunden, dass der Duft weißer Trüffel zum großen Teil von Bodenbakterien stammt, die beim Wachstum von den Fruchtkörpern umschlossen werden.

Weiße Trüffel aus dem Piedmont in Italien kosten bis zu 5.000 Euro pro Kilo, schwarze Trüffel aus dem südfranzösischen Périgord bringen es auf 2.000 Euro pro Kilo. Besonders große Exemplare erreichen bei Auktionen sogar Preise von bis zu 50.000 Euro pro Kilo. Kenner suchen die kostbaren Delikatessen in der Nähe von Haselnussbäumen, Eichen und einigen Kiefer-Arten. Denn die Trüffel wachsen mit den Bäumen in Symbiose. Für Wissenschaftler sind Trüffel deshalb Modellorganismen, an denen sie die Entstehung der Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen untersuchen.

Die zweite wichtige Forschungsfrage betrifft den Geruch und das Aroma der Pilze. Für die Lebensmittelindustrie ist es besonders wichtig zu wissen, wie Aromen entstehen. Während Hefen und Bakterien, die beispielsweise Käse und Wein ihren Geschmack verleihen, gut erforscht sind, weiß man bisher kaum, wie das Aroma in anderen Organismen entsteht, Trüffel eingeschlossen.

In den vergangenen 10 Jahren vermuteten Forscher schon, dass Mikroorganismen, die während des Wachstums in die Fruchtkörper der Trüffel eingeschlossen werden, zu deren Aroma beitragen. „Als dann 2010 das Genom des schwarzen Perigord-Trüffels entschlüsselt wurde, meinten die Kollegen, der Pilz verfüge über genügend Gene, um sein Aroma selbst zu erzeugen“, erklärt Juniorprofessor Richard Splivallo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Goethe-Universität.

Für die Studie hat das deutsch-französische Wissenschaftler-Team den weißen Trüffel Tuber borchii untersucht. Er ist in Europa heimisch, wächst inzwischen aber auch in Neuseeland und Argentinien. Die Forscher konnten nachweisen, dass Bakterien eine bestimmte Klasse flüchtiger zyklischer Schwefelverbindungen erzeugen, die einen Teil des charakteristischen Trüffelgeruchs ausmachen. Dank des leicht schwefligen Geruchs können Hunde und Schweine die Trüffel auch im Boden aufspüren.

„Unsere Ergebnisse lassen sich aber nicht auf andere Trüffelarten übertragen“, sagt Splivallo, „weil die untersuchten Verbindungen nur in dem weißen Trüffel Tuber borchii vorkommen.“ Sie nehmen deshalb künftig Verbindungen in den Blick, die im Perigord- und Piermont-Trüffel vorkommen und allen Trüffel-Arten gemeinsam sind. „Wir wollen nicht nur wissen, welcher Anteil des Trüffel-Aromas von Bakterien produziert wird. Uns interessiert auch, wie die Symbiose von Pilzen und Mikroorganismen zustande gekommen ist und welche Vorteile daraus für beide Seiten entstanden sind.“

Publikation: Splivallo R, Deveau A, Valdez N, Kirchhoff N, Frey-Klett P, Karlovsky P. (2014). Bacteria associated with truffle-fruiting bodies contribute to truffle aroma. Environmental Microbiology. DOI: 10.1111/1462-2920.12521

Informationen: Junior-Prof. Richard Splivallo, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 42193, Splivallo@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 24 2014
15:40

Wissenschaftler und Praktiker aus dem Bereich der Weiterbildung beschäftigen sich mit veränderten Bedingungen

Standardisierte Berufs- und Lebenswege sind passé

FRANKFURT. Standardisierte Berufs- und Lebenswege sind passé. Damit wächst auch die Herausforderung für den Einzelnen, wenn es beispielsweise um Job- und Wohnortwechsel oder um die immer stärker geforderte Weiterbildung geht. Herausgefordert sind auch die Wissenschaftler, die sich mit diesen Problemen beschäftigen. 200 Experten aus dem Bereich der Weiterbildung tauschen sich vom 29. September bis 1. Oktober bei der Jahrestagung der Sektion Erwachsenenbildung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zu diesen Themen auf dem Campus Westend aus. Organisiert haben diese Tagung, an der neben Wissenschaftlern auch Praktiker teilnehmen Prof. Christiane Hof und Prof. Dieter Nittel vom Arbeitsbereich Erwachsenenbildung/Weiterbildung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität.

Zum Zentrum der Vorträge stehen die „Übergänge“ oder „Transitionen“, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen – von der Jugend ins Erwachsenenalter oder von der Schule an die Uni oder in die Berufsausbildung – und später vom Beruf in die Rente. Diese Übergänge müssen die Einzelnen bewältigen – und sie sind deutlich komplizierter geworden. Die Forscher widmen sich zunehmend der Frage, wie diese Übergänge bewältigt werden können und welcher Zusammenhang zwischen diesen Übergangsphasen und dem Lernen besteht. Die sozialen Rahmenbedingungen für die Gestaltung von individuellen Lebensverläufen und biografischen Übergängen sind sehr unterschiedlich verteilt. Dies zeigt sich nicht nur in dem empirisch immer wieder belegten hohen Einfluss von Bildungsstand und Milieuzugehörigkeit auf die individuellen Weiterbildungsaktivitäten, sondern auch in der Bedeutung individueller Kompetenzen für Transitionsprozesse.

Bei der Tagung, die unter dem Titel „Transitionen in der Erwachsenenbildung: Gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Übergänge“ läuft, werden in verschiedenen Arbeitsgruppen aktuelle Forschungen vorgestellt. Dabei geht es u.a. um die Bedeutung von Lernprozessen und Weiterbildungsaktivitäten bei der Bewältigung von Übergängen, um empirische Ergebnisse zu den individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen für unterschiedliche Transitionen und um neue Anforderungen an die pädagogischen Institutionen und die professionellen Akteure.

Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Ortfried Schäffter (Humboldt-Universität Berlin) am Montag (29. September) ab 16.30 Uhr im HZ 5, Campus Westend, halten. Er spricht zum Thema „Übergangszeiten – Transitionen und ‚Life- Trajectories‘ – Übergangskompetenz beim Navigieren durch Bildungslandschaften im Lebensverlauf“. Für einen weiteren öffentlichen Vortrag am Mittwoch (1. Oktober) um 9 Uhr (ebenfalls im HZ 5) hat der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Andreas Walther das Thema „Übergänge im Lebenslauf: zwischen Heuristik und pädagogischer Gestaltungsaufgabe“ gewählt.

Informationen: Prof. Dr. Christiane Hof, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798-36392, hof@em.uni-frankfurt.de, Weitere Informationen zur Tagung unter: http://www1.uni-frankfurt.de/fb/fb04/Jahrestagung-Sektion-Erwachsenenbildung/index.html

Veranstaltungen

Sep 19 2014
13:48

Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 25. September 2014 im Historischen Museum

Wie viel Geldgier gehört zum Kapitalismus?

FRANKFURT. Um den Kapitalismus zu erklären oder zu rechtfertigen, wird auf der einen Seite häufig eine Rationalität und Sachlichkeit wirtschaftlichen Handelns unterstellt. Auf der anderen Seite ist in öffentlichen Diskussionen gerade der jüngeren Zeit von einer schädlichen oder schändlichen „Gier“ die Rede und von einem notwendigen „Vertrauen“, das den Märkten entgegengebracht werden müsse. Sichtweisen dieser Art scheinen auf eine zentrale Rolle nicht-rationaler Motive hinzudeuten. Die Frage, welche Bedeutung Emotionen in unserer Wirtschaftsordnung haben, steht im Mittelpunkt des 16. Frankfurter Stadtgesprächs des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum

Thema: „Der Gefühlshaushalt des Kapitalismus – Geldgier als Strukturprinzip?
am: Donnerstag, dem 25. September 2014, um 19.00 Uhr.
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt.

Auch bei der jüngsten Auflage des Stadtgesprächs ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. Als Gast des Exzellenzclusters nimmt die Historikerin Ute Frevert an der Podiumsdiskussion teil. Sie ist Emotionsforscherin und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Ihr Gesprächspartner von Seiten des Clusters, Sighard Neckel, lehrt Soziologie an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes der Goethe-Universität. Kooperationspartner der Veranstaltung ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Von Interesse für das Podiumsgespräch ist in Zeiten zunehmender Burnouts auch die Frage, wie die Gefühlswelt der Menschen durch den Kapitalismus geformt wird. Setzt die vermeintliche Rationalität des Kapitalismus nicht notwendig emotionale Antriebe wie Geldgier voraus? Und auf welche Weise verändert der Kapitalismus den Gefühlshauhalt des modernen Menschen? Die Diskutanten haben sich auch weit über ihre Fachgebiete hinaus mit der Erforschung dieser und ähnlicher Fragestellungen einen Namen gemacht.

Die Historikerin Ute Frevert leitet am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung einen Forschungsbereich zur „Geschichte der Gefühle“. Einer ihrer Schwerpunkte betrifft die Frage nach der Geschichte und Geschichtsmächtigkeit von Emotionen: Werden Gefühle kulturell geformt? Und: Machen Gefühle Geschichte? Dabei publizierte sie auch zum Thema Gefühle und Kapitalismus. Ute Frevert ist Trägerin des Leibniz-Preises und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im vergangenen Jahr erschien ihr vielbeachtetes Buch „Vertrauensfragen: Eine Obsession der Moderne“.

Der Soziologe Sighard Neckel beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Folgen des Finanzmarktkapitalismus und der globalen Ökonomie. Einer seiner weiteren Forschungsschwerpunkte ist die Emotionssoziologie. Hier hat er Studien zu den Gefühlen der Scham, der Wut, des Neides und der Gier vorgelegt sowie sich mit den Prozessen der Emotionalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft auseinandergesetzt. Seine Untersuchung „Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt“ wurde zum „Sachbuch des Monats“ gewählt. Zu seinen jüngsten Publikationen gehört „Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Sep 18 2014
14:45

Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft lädt zum Bürgersymposium ein

Goethe und die Pharmazie

FRANKFURT. Mit einem „Bürgersymposium“ zur Geschichte der Frankfurter Pharmazie, und insbesondere Goethes Verhältnis zur Pharmazie, leistet die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) ihren Beitrag zur 100-Jahr-Feier der Goethe-Universität. Die Gesellschaft, deren Präsident der Frankfurter Pharmazeut Prof. Dieter Steinhilber ist, hält ihre Jahrestagung in diesem Jahr an der Goethe-Universität ab. Zu dem Symposium sind interessierte Fachleute und Bürger der Stadt eingeladen

am 23. September 2014, 15-20 Uhr
im Präsidialgebäude der Goethe- Universität, Campus Westend, Grüneburgplatz 1.

Der Frankfurter Pharmaziehistoriker Professor Axel Helmstädter gibt einen Überblick über die Entwicklung der Pharmazie an der Goethe-Universität. Dr. Caroline Seyfang, Bad Homburg, widmet sich der Geschichte des Frankfurter Apothekenwesens von den Anfängen bis in das 20. Jahrhundert. Der Münchner Wissenschaftshistoriker Professor Stephan Lindner spricht über die Entwicklung der Firma Hoechst, wobei er den Schwerpunkt auf die NS-Zeit legt. Abschließend widmet sich der Marburger Pharmaziehistoriker Prof. Christoph Friedrich Goethes Verhältnis zur Pharmazie. Er spricht über die Beziehungen des Dichters zu zahlreichen Apothekern und analysiert, wie diese in sein literarisches Schaffen Eingang gefunden haben. Zu nennen ist insbesondere das Epos „Hermann und Dorothea“. Christoph Friedrich ist Direktor des einzigen Instituts für Geschichte der Pharmazie und Vorsitzender der Fachgruppe Geschichte der Pharmazie der DPhG.

Im Anschluss an die Vorträge lädt Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zu einem Empfang ein.

Informationen: Prof. Dieter Steinhilber, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29324, Steinhilber@em.uni-frankfurt.de, http://www.dphg.de/aktivitaeten/tagungen/jahrestagung2014/

Veranstaltungen

Sep 18 2014
14:43

12. Frankfurter Kinder-Uni vom 29. September bis 2. Oktober auf dem Campus Westend

Hörsaal auf für neugierige Kinder!

FRANKFURT. Die 12. Frankfurter Kinder-Uni findet im Jubiläumsjahr der Goethe-Universität vom 29. September bis 2. Oktober auf dem Campus Westend statt. Zwei Geistes- und zwei Naturwissenschaftler erklären Themen aus ihrem Forschungsgebiet auf anschauliche und unterhaltsame Weise für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und Kindern aller Schulformen einen ersten Eindruck vom Uni-Leben im Hörsaal und in der Mensa zu vermitteln. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann hat seinen Besuch bei der Kinder-Uni angekündigt. Er wird am Dienstagvormittag (30. September) im Anschluss an eine Vorlesung mit einigen Schülerinnen und Schülern diskutieren.

Die Organisatorinnen rechnen in diesem Jahr mit mehr als 12.000 Kindern, die zu den zwölf Vorlesungen kommen werden. Die beiden Vormittagsvorlesungen sind für Schulklassen reserviert, das Anmeldeverfahren ist bereits abgeschlossen. Nachmittags um 16 Uhr sind alle Kinder von 8 bis 12 Jahren allein oder in Begleitung Erwachsener ohne Anmeldung eingeladen. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Kinder-Uni zu besuchen, gibt es einen Link zum Live-Stream.

Zum Auftakt am Montag (29. September) berichtet der Rechtshistoriker Prof. Guido Pfeifer in seiner Vorlesung „War König Hammurabi der Erfinder der Gerechtigkeit?“ über einen der berühmtesten Gesetzestexte des Altertums, aufgeschrieben in Keilschrift. Er erklärt, warum Recht und Gerechtigkeit schon damals wichtig waren, um das Zusammenleben der Menschen zu regeln.

Um Flöhe, Zecken, Würmer und andere Parasiten geht es am Dienstag (30. September) in der Vorlesung des Biologen Prof. Sven Klimpel. Er erforscht, wie Parasiten von Tier zu Tier und manchmal auch auf den Menschen übertragen werden – so auch im Fall der aktuellen Ebola-Epidemie. Der Forscher lädt ein zu einer spannenden Reise, die vom Meer aufs Land und in die Lüfte führt.

An das schwierige Thema der häuslichen Gewalt wagt sich am Mittwoch (1. Oktober) der Soziologe Prof. Ferdinand Sutterlüty in seiner Vorlesung „Ich konnte nichts machen, ich war ja noch klein“. Gewalt in der Familie macht Kinder hilflos, traurig, aber auch wütend. Oft werden sie als Jugendliche selbst gewalttägig. Sutterlüty erforscht, wie man diesen Teufelskreis erklären kann.

Dass Bakterien nicht nur krank machen, sondern die meisten von ihnen für den Menschen ungefährlich oder sogar nützlich sind, erklärt der Biologe und Chemiker Prof. Helge Bode in seiner Vorlesung „Können Bakterien miteinander reden?“ Bode erforscht, wie Bakterien sich verständigen und dadurch zu unglaublichen Leistungen fähig sind. Sie können hohe Türme bauen, Hungerzeiten überdauern und ihre Konkurrenten geschickt austricksen.

Die Professoren haben auch in diesem Jahr zu jeder Vorlesung ein Quiz zusammengestellt. Unter den Teilnehmern, die das Richtige angekreuzt haben, werden Buchpreise verlost, die von verschiedenen Verlagen großzügig zur Verfügung gestellt wurden. Auf der Homepage der Kinder-Uni (www.kinderuni.uni-frankfurt.de) sind die Quizfragen und später die korrekten Antworten einsehbar.

Wer vom vielen Denken hungrig geworden ist, kann sich in der Mensa, den Cafeterien des Studentenwerks oder im Bistrorante „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. Nachmittags ist auch die Cafeteria im Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften für Kinder und ihre Eltern geöffnet. In den Betrieben des Studentenwerks Frankfurt bekommen die Schüler gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk für 3,30 Euro.

Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an drei oder mehr Vorlesungen teilgenommen haben, können an der Verlosung teilnehmen und einen von vielen tollen Preisen gewinnen – unter anderem: Sach– und Hörbücher, Theaterkarten für das Schauspiel Frankfurt und für die „Fliegende Volksbühne“ Frankfurt, sowie Kinder-Uni-T-Shirts.

Die 12. Frankfurter Kinder-Uni unterstützen folgende Partner: die Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität, das Studentenwerk Frankfurt am Main, das Bistrorante „Sturm und Drang“, die Frankfurter Rundschau, die Buchhandlung Eselsohr, das Schauspiel Frankfurt und die „Fliegende Volksbühne“ Frankfurt sowie zahlreiche Verlage, deren Logos auf der Homepage der Kinder-Uni aufgeführt sind.

Informationen: Ulrike Jaspers, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-13066, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

www.kinderuni.uni-frankfurt.de

Sonstige

Sep 18 2014
11:34

Gemeinsamer Aufruf der Hochschulen, Städte und ASten im Rhein-Main-Gebiet.

Dringend gesucht: Wohnraum für Studierende!

FRANKFURT. Zu Semesterbeginn werden auch in diesem Jahr wieder viele junge Menschen an die Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet drängen, um so rasch wie möglich ein Studium zu beginnen. Noch schwieriger als einen Studienplatz zu bekommen, ist es für viele, auf dem hiesigen Wohnungsmarkt eine bezahlbare Unterkunft zu finden.

Deshalb ruft die Goethe-Universität Frankfurt gemeinsam mit Hochschulen und ASten im Rhein-Main-Gebiet, dem Studentenwerk Frankfurt am Main sowie den Städten Frankfurt und Wiesbaden dazu auf, günstigen Wohnraum für Studierende bereit zu stellen. Die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Main-Gebiet werden dringend gebeten, den jungen Leuten bei ihrem Einstieg in einen neuen, wichtigen Lebensabschnitt zu helfen, indem sie ihnen eine bezahlbare Bleibe anbieten.

„Das Wintersemester steht vor der Tür - geben Sie bitte unseren Studierenden eine Chance, zeitnah eine Unterkunft zu finden, damit sie sich ganz auf ihr Studium konzentrieren können“, bittet Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Auf der eigens dafür eingerichteten Plattform www.wohnraum-gesucht.de können Privatvermieter einfach und kostenlos ihre Angebote eingeben. Das Studentenwerk hängt alle Angebote zusätzlich in seinem Beratungszentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1, aus (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9:00 bis 17:00 Uhr).

Wir bitten alle Medien um Verbreitung dieses Aufrufs!

Nach einer Studie des Deutschen Studentenwerks sind die Mieten in Frankfurt am Main für Studierende im Bundesvergleich besonders teuer. Studierende zahlen im Bundesdurchschnitt 298,- Euro Miete, in Frankfurt 337,- Euro. Leider liegt auch die Versorgung mit Wohnheimplätzen unter dem Bundesschnitt: Nur rund 6 % der Studierenden haben einen Platz in einem privaten, kirchlichen oder einem Wohnheim des Studentenwerks, bundesweit sind es dagegen ca. 10 %, die allein in Wohnheimen der Studentenwerke eine Bleibe finden. (Quelle: 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks)

Partner der Aktion: Stadt Frankfurt am Main, Stadt Wiesbaden, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Hochschule RheinMain Wiesbaden Rüsselsheim, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule für Gestaltung Offenbach, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, AStA der Goethe-Universität, AStA der Hochschule RheinMain.

Sonstige

Sep 17 2014
14:47

Einwerbung für die vierte Staffel des Deutschlandstipendiums geht in die letzte Runde

Chancen schenken – jetzt auch online

FRANKFURT. An der Goethe-Universität hat sich das Deutschland-Stipendium zum Erfolgsmodell entwickelt: 606 Stipendiaten werden zurzeit für ein Jahr mit 300 Euro monatlich gefördert. Als das Programm 2011 startete, waren es 162 Stipendien. In diesen Tagen geht die Einwerbung für den vierten Stipendiaten-Jahrgang in die letzte Runde. Mit dem neuen professionellen Spendenformular auf der Internetseite der Goethe-Universität (www.chancenschenken.de) wird potentiellen Unterstützern das Spenden noch einfacher gemacht. Nur wenige Klicks sind erforderlich, um einmalig oder auch regelmäßig einen Wunschbetrag zu spenden.

2,1 Mio. Euro haben private Stifter und Unternehmer in den vergangenen drei Jahren gespendet; das Bundesministerium für Bildung und Forschung gab – so das Konzept des Deutschlandstipendiums – noch einmal die gleiche Summe. Das Programm beschränkt sich nicht auf reine Eliteförderung. Die Gruppe der Stipendiaten ist relativ heterogen: Neben Leistungen im Studium werden unter anderem soziales Engagement und Herkunft beim Auswahlverfahren berücksichtigt. In Frankfurt kommen 15 Prozent der Stipendiaten aus dem Ausland oder haben einen Migrationshintergrund; 38 Prozent stammen aus Nicht-Akademiker-Familien.

Der Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, startete jetzt einen Aufruf an interessierte Bürgerinnen und Bürger: „Gemeinsam mit Ihrer Hilfe wollen wir auch in diesem Jahr leistungsbegeisterte junge Menschen dabei unterstützen, ihr Studium erfolgreich zu absolvieren. Ihre Spende hilft nicht nur, dieses Ziel zu erreichen, sondern sie gibt auch nach innen und außen ein wichtiges Signal und motiviert hoffentlich viele weitere Spender mitzumachen.“ Das Stipendium im Höhe von 300 Euro monatlich – so die Erfahrungen der ersten drei Jahren – ermöglicht es den Studierenden nicht nur, sich noch besser auf ihr Studium konzentrieren können. „Sie sind auch“, ergänzt der Vizepräsident, „über ein einzigartiges Mentoringprogramm optimal betreut und unserer Universität in besonderem Maße verbunden“.

In einer ausführlichen Stellungnahme hat sich der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, in der vergangenen Woche in „Der Zeit“ gegen die Kritik an BMBF-Programm der Deutschland-Stipendien gewandt. Wie bei allen Initiativen gebe es auch hier Verbesserungsbedarf, aber er plädiert dafür, weiter an einer Stiftungskultur zu arbeiten: „Wer eine neue Kultur etablieren will, braucht einen langen Atem, zumal wenn sie – wie in Deutschland – auf keine Tradition aufbauen kann. Ausschlaggebend für den Erfolg der Hochschulen sind dabei nicht nur ihre Leistungen in Forschung und Lehre, sondern ebenso sehr eine glaubwürdige Idee und die Überzeugungskraft der Menschen, die dahinterstehen.“

Informationen: Lucia Lentes, Stabsstelle Fundraising, Tel. (069) 798-12756, E-Mail: lentes@pvw.uni-frankfurt.de, www.chancenschenken.de

 

Forschung

Sep 16 2014
12:28

Neue Stiftungsprofessur „Zootierbiologie/Opel-Zoo-Professur“ erforscht Tierhaltung im Zoologischen Garten

Zootiere im Fokus der Wissenschaft

FRANKFURT. Reagieren oder verhalten sich Elefanten nach besucherstarken Tagen anders als nach besucherarmen? Das ist eine der Fragen, mit denen sich Paul Dierkes künftig als Stiftungsprofessor für „Zootierbiologie/Opel-Zoo-Professur“ beschäftigen wird. Den Biologie-Didaktiker verbindet eine langjährige Kooperation mit dem Kronberger Freigehege, die nun vertieft werden soll. Gegenstand der Forschung sind die Verhaltensbiologie, die Stressphysiologie und die Umsetzung von Arten- und Naturschutzaktivitäten im Zoo. Die anlässlich der 100-Jahr-Feier der Goethe-Universität von der „von Opel Hessischen Zoostiftung“ gestiftete Professur ist auf fünf Jahre angelegt und mit jährlich 100.000 Euro dotiert.

Forschung ist neben der Bildung und Erholung von Besuchern sowie dem Arten- und Naturschutz eine wichtige Aufgabe zoologischer Gärten. So interessieren sich Dierkes und Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels für die Bedingungen, unter denen die Pflege von Wildtieren in menschlicher Obhut weiter verbessert werden kann. Unter anderem gehören Untersuchungen von Hormonausschüttungen zu den neueren Ansätzen, Indikatoren für eine tiergrechte Haltung von Wildtieren zu ermitteln. Dabei werden in den Ausscheidungen der Zootiere die Hormone Cortisol und deren Stoffwechselprodukte gemessen. So können die Forscher feststellen, wie beispielsweise die Elefanten auf Veränderungen in ihrem Gehege oder hohe Besucherzahlen reagieren oder wie sich in der afrikanischen Savannenanlage der Zu- oder Abgang von Tieren auf einzelne Herdenmitglieder auswirkt.

Die schon seit langem etablierte Verhaltensbiologie setzt auf die Beobachtung von Tieren. In den Gehegen des Opel-Zoos sollen zukünftig Kameras angebracht werden, die den Forschern aussagekräftige Langzeitstudien ermöglichen. So lässt sich beispielsweise feststellen, ob Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen in menschlicher Obhut beibehalten, wie sich die Vergesellschaftung von Tieren auswirkt und welchen Einfluss der Kontakt mit Zoobesuchern hat. „In der Savannenanlage leben beispielsweise Impalas, Gnus, Zebras und Giraffen zusammen. Wir wollen durch den Vergleich mit der separaten Tierhaltung, die in anderen Zoos praktiziert wird, herausfinden, ob die Vergesellschaftung von Tieren und die damit verbundene Lebensraumbereicherung  arttypische Verhaltensweisen fördert und welche Wechselwirkungen zwischen den Arten auftreten“, erklärt Dierkes.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist dem Didaktiker die Funktion des Zoos als Botschafter für den Artenschutz. „Durch die Erhaltungszucht besonders gefährdeter Arten und deren Wiederansiedlung im natürlichen Lebensraum können diese vor einem möglichen Aussterben bewahrt werden“, erläutert Dierkes. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Frage, wie man Schüler im Biologieunterricht den Arten- und Naturschutz nahe bringen kann. Dazu führt er seit vielen Jahren auch Schulprojekte im Opel-Zoo durch.

In zoologischen Gärten werden Studierende auch auf die Feldforschung vorbereitet. Im Zoo ist der Kontakt zu den Tieren enger, so dass die Studierenden die Grundzüge der Verhaltensweisen bereits erkennen können, bevor sie unter den schwierigeren Bedingungen der freien Wildbahn arbeiten. Dierkes plant außerdem die Integration eines Moduls zur Tiergartenbiologie in Masterstudiengänge des Fachbereichs Biowissenschaften. Das Modul soll den Studierenden praktische neurowissenschaftliche Anwendungsbereiche mit Beispielen aus der Verhaltensbiologie veranschaulichen.

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel: (069)798-42273; dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 15 2014
14:59

Schülerinnen und Schüler informieren sich über naturwissenschaftliche Studiengänge an der Goethe-Universität. 16./17. September, Campus Riedberg

Tag der Naturwissenschaften mit Wissenschaftsminister Boris Rhein

Medieneinladung

FRANKFURT. Bereits zum 12. Mal findet der Tag der Naturwissenschaften an der Goethe-Universität statt. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse, die sich Gedanken über die Kurswahl in der Oberstufe machen und Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Medizin haben, können sich vor Ort über Fächer und Inhalte informieren. In interessanten Vorträgen werden die Studiengänge anschaulich vorgestellt. Informations- und Experimentalstände laden zum Austausch und zum Mitmachen ein. Angeboten werden ferner Führungen durch den Wissenschaftsgarten und durch verschiedene Labore. Für Lehrkräfte wird ein separater Workshop zum Thema „Das Experiment im naturwissenschaftlichen Unterricht“ angeboten.

Der 12. Tag der Naturwissenschaften findet am 16. und 17. September 2014, jeweils von 9 bis 13.30 Uhr, im Otto-Stern-Zentrum auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität statt.

Das Programm ist an beiden Tagen identisch. Zu Beginn des Tages werden die Schüler von Wissenschaftsminister Boris Rhein (nur am 16.9.) und Uni-Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff begrüßt.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck vom Informationstag zu verschaffen. Ansprechpartnerin ist Susanne Mombers vom Studien-Service-Center. Tel. (069) 798-17253; mombers@em.uni-frankfurt.de 

Mehr Informationen unter www.tdn.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 15 2014
12:50

7. Peer Tutor*innen-Konferenz auf dem Campus Westend – 120 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum treffen sich in Frankfurt

Schreibberater helfen ihren Kommilitonen

FRANKFURT. 120 Studierende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum treffen sich vom 26. bis 28 September an der Goethe-Universität, um sich darüber auszutauschen, wie sie ihren Kommilitonen beim Schreiben von Hausarbeiten gezielt helfen können. Sie gehören zu einer Gruppe von ausgebildeten Schreibberatern, die in den Schreibzentren der verschiedenen Universitäten bereits umfassende Erfahrungen bei der individuellen Unterstützung gesammelt haben.

Die 7. Peer Tutor*innen-Konferenz, die ausschließlich von Studierenden organisiert wird, umfasst Workshops, Vorträge und auch einen Theorie-Slam. Während der Tagung sollen unterschiedliche Beratungsansätze verglichen, Schreibmethoden ausgetauscht und ganz neue Projekte wie eine deutschsprachige „Peer Tutor*innen Online-Community“ angestoßen werden. Ein wichtiger Aspekt ist die Vernetzung und Zusammenarbeit der Studierenden, dazu Dennis Fassing (28), Peer Tutor und wissenschaftliche Hilfskraft des Schreibzentrums: „Damit haben wir bei den vorherigen Konferenzen schon gute Erfahrungen gesammelt – gemeinsame Projekte sind das Ergebnis, so eine standortübergreifende Lesegruppe oder ein Hospitationsprogramm für Schreibberater und Schreibberaterinnen.“

Inzwischen gibt es etwa 25 deutschsprachige Schreibzentren, die Tutoren als Schreibberater ausbilden. Diese unterhalten sich mit Ratsuchenden über hilfreiche Schreibstrategien oder wissenschaftliche Arbeitsmethoden. Auch der Aufbau und die Argumentation von Hausarbeiten werden thematisiert. „In den Beratungen merke ich immer wieder, dass jeder Schreibprozess anders ist – und auch jede Schreibblockade“, meint Katharina Hock (25), seit zwei Semestern selbst studentische Peer-Schreibtutorin im Schreibzentrum der Goethe-Universität ist. „So kommen Studierende auch mit ganz unterschiedlichen Tricks und Methoden wieder ins Schreiben. Manchen hilft ein offenes Freewriting, anderen ein genauer Blick auf ihren bereits geschriebenen Text.“

Die Wochenendtagung auf dem Campus Westend findet im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Universität statt. Die Goethe-Universität fördert seit einigen Jahren gezielt die Kompetenzentwicklung ihrer Studierenden. Die Zahl der Studierenden, die Angebote des Schreibzentrums oder des Programms „Starker Start ins Studium“ wahrnehmen, steigt stetig. „Im Sommersemester 2014 haben schon 316 Schreibberatungen stattgefunden. Unser Angebot spricht sich herum“, so Dr. Nadja Sennewald aus dem Leitungsteam des Schreibzentrums.

Informationen: Dennis Fassing, Schreibzentrum, Campus Westend; dfassing@stud.uni-frankfurt.de, Tel. (069)798-32845; Programm der Konferenz: www.ptk14.de

Personalia/Preise

Sep 15 2014
11:27

17.000 Euro an Preisgeldern für drei wegweisende Unternehmensgründungen von Studierenden und Absolventen

Startups der Goethe-Universität gewinnen Goethe-Innovationspreis

FRANKFURT. 500 Gäste des Goethe-Innovationsforums, einer gemeinsame Veranstaltung von Goethe-Universität und Handelsblatt, wurden am vergangenen Donnerstag Zeugen von drei bemerkenswerten Unternehmenspräsentationen: Mit „Roomhero“, „Mein Unternehmensfilm“ sowie „Artgenika“ stufte die Jury des Goethe-Innovationspreises drei Startups der Goethe-Universität als so zukunftsträchtig ein, dass sie ihnen Preisgelder im Gesamtwert von 17.000 € zusprach. Der erste Preis von 10.000 € ging an Roomhero, ein Unternehmen, das durch eine intelligente, interaktive, webbasierte Netz-Plattform Privatleute und Unternehmen auf neuartige Weise bei Einrichtungsfragen unterstützt.

Dr. Friederike Lohse, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Freunde und Förderer der Goethe-Universität, hat das Goethe-Innovationsforum 2012 ins Leben gerufen. Seitdem stiften die „Freunde“ auch das Preisgeld. Für den Goethe-Innovations-Preis können sich Startups bewerben, bei denen Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter aus der Goethe-Universität dem Gründungsteam angehören und in den Goethe-Unibator aufgenommen wurden.

Mit den Vorstandsvorsitzenden von BASF, Porsche, BP Europa, Zeiss sowie Bosch und Siemens Hausgeräte waren im dritten Jahr des Goethe-Innovationsforums erneut herausragende Vertreter der deutschen Wirtschaft an die Universität Frankfurt gekommen. Nach einem Impulsvortrag von Dr. Karsten Ottenberg, Chef der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, diskutierten die vier übrigen Unternehmenslenker unter Leitung von Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart im Festsaal des Casinos 90 Minuten über die Bedeutung von Innovationen für die deutsche Wirtschaft, ihr Unternehmen und für sie persönlich.

  • Der 1. Preis mit 10.000 Euro geht an ROOMHERO mit dem Gründerteam Arthur Rehm, Daniel Kuczaj, Dominik Schroeter, Norbert Apostel und Steven Cardoso. Ausschlaggebend für den 1. Platz waren das innovative Vertriebskonzept verbunden mit dem Einsatz modernster Technologie sowie ein überzeugendes Gründerteam.
  • Der 2. Preis mit 5.000 Euro geht an das Startup Mein Unternehmensfilm mit den Gründern Sven Junglas,  Attila Schunke und Daniel Schunke. Gefallen haben der Jury das unternehmerische Geschick, einen Trend für sich sehr erfolgreich nutzbar zu machen, und das in einem starken Team.
  • Der 3. Preis mit 2.000 Euro geht an Artgenika mit der Gründerin Dr. Jelena Bozilovic-Djurovic sowie Dr. Hi-jea Cha und Vadim Osadchy. Das Beispiel macht deutlich, wie langwierig und schwierig Gründungen im Bereich Biotech sind. Die Juroren waren insbesondere beeindruckt von der wissenschaftlichen Fundierung sowie der Relevanz der Gründungsidee für den Gesundheitssektor.

Informationen zu den Teams:

ROOMHERO

Das Technologie-Startup Roomhero löst auf innovative Weise das Problem derjenigen, die nicht wissen, wie sie ihre Wohnung, ihr Haus oder ihren Arbeitsplatz einrichten sollen, oder keine Zeit beziehungsweise Lust haben, sich mit dem Einrichtungsprozess zu beschäftigen. Dies bekommt der Kunde dank einer von Roomhero entwickelten Augmented Reality Software als 3-D-Echtzeit-Simulation zugeschickt und kann entweder das Gesamtpaket oder einzelne Elemente daraus direkt und bequem online bestellen. Dabei ist der Einrichtungsservice von Roomhero für den Kunden kostenlos.

MeinUnternehmensfilm

MeinUnternehmensfilm produziert Erklärvideos und Imagefilme. Das Unternehmen betont, es habe den Markt für solche Filme sowohl qualitativ als auch preislich „revolutioniert“.  Filme seien damit erschwinglicher denn je. Jeder könne so von den zahlreichen Vorteilen der eigenen Bewegtbildpräsenz profitieren, komplexe Themen einfach auf den Punkt bringen und in maximal 2 Minuten Zuschauer und Kunden erreichen.

Artgenika

ArtGenika ist ein modernes Bioanalytikunternehmen, das sich auf innovative Dienstleistungen spezialisiert und spezifische Analyse-PCR-Kits für die Qualifizierung und Quantifizierung der spezifischen DNA-Fragmente im Marktbereich Medizin und Lebensmittelsicherheit produziert Durch die innovative Technologie bietet  das im Rahmen des Wettbewerbs EXIST geförderte Unternehmen seinen Kunden mehrfache Zeit- und Kostenersparnis im Bereich PCR-basierte Diagnostik von Krankheitserregern. Die Polymerase-Kettenreaktion (englisch Polymerase Chain Reaction, PCR) ist eine Methode, um die Erbsubstanz DNA in vitro zu vervielfältigen.

Über den Goethe-Unibator

Mit dem Goethe-Unibator fördert die Goethe-Universität Frankfurt seit 2001 Studierende, Mitarbeiter und Alumni bei der Gründung eigener Unternehmen. Damit werden Startups in der frühen Phase bei der Entwicklung marktreifer Produkte und Dienstleistungen sowie beim Unternehmenswachstum unterstützt. So bildet der Goethe-Unibator eine tragfähige Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Er hilft, eine lebendige Gründungskultur an der Universität Frankfurt zu etablieren und zu stärken.

Ein Bild zum Download gibt es hier.

Veranstaltungen

Sep 11 2014
15:05

Beim Jahrestreffen des europäischen Netzwerks „European Network on Regional Labour Market Monitoring“ diskutieren 120 Wissenschaftler und Experten aus 20 europäischen Region über klugen Konzepte

Wie können ländliche Regionen für Arbeitskräfte attraktiv werden?

FRANKFURT. Was haben der Werra-Meissner-Kreis, die Wielkopolska und die Aquitaine gemeinsam? Alle drei europäischen Regionen suchen nach klugen Konzepten, um junge Menschen in der Region zu halten und so dem demografischen Wandel zu begegnen. Vom 22. bis 24. September treffen sich auf dem Campus Westend an der Goethe-Universität 120 Wissenschaftler und Experten aus 20 europäischen Regionen. Sie kooperieren seit fast zehn Jahren in dem europäischen Netzwerk „European Network on Regional Labour Market Monitoring“, um über Fragen nachhaltiger Wirtschaft und nachhaltiger Beschäftigung zu diskutieren.

Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) hat zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration zu diesem Jahrestreffen nach Frankfurt eingeladen. Dazu erklärt Stefan Grüttner, hessischer Minister für Soziales und Integration: „Wir brauchen innovative Lösungen, um mit dem Fachkräftebedarf adäquat umzugehen. In Hessen können wir von den europäischen Erfahrungen lernen, wie auch im Gegenzug einige hessische Ansätze gute Beispiele für andere Regionen in Europa sein können.“ Für die Geschäftsführerin des IWAK, Dr. Christa Larsen, ist dieses Meeting „eine einmalige Chance, um Ideen zu bekommen, wie man die eigenen Herausforderungen angehen kann“.

Abwanderungsprozesse aus dem ländlichen Raum sind nichts Neues, doch jetzt steigen durch den Geburtenrückgang in den ländlichen Regionen die Herausforderungen deutlich. „Es muss gelingen, den Abwanderungstrend zu stoppen, damit die lokale Wirtschaft eine Zukunft hat“, prognostiziert Larsen. Es fehlen Auszubildende für Handwerksbetriebe sowie Facharbeiter für die kleinen und mittelständischen Firmen. „Hier kann  eine nachhaltige Bindung von Arbeitskräften an die Region helfen“, ergänzt Grüttner. Wenn beispielsweise junge Menschen durch ihre Familien oder Ausbildungsstätten einen persönlichen Bezug zur Region haben, dann kann man sie auch als Fachkräfte gewinnen. Was können Kommunen und Betriebe dafür tun, jungen Menschen das Leben in diesen Regionen schmackhaft zu machen? Dazu Larsen: „Es gibt bereits viele gute Erfahrungen beispielsweise aus dem spanischen Baskenland, aus Ostpolen oder aus Brandenburg. Diese zeigen, dass Unternehmen in ländlichen Regionen dann für Arbeitskräfte attraktiv sind, wenn dort auch gute, d.h. nachhaltige Beschäftigungsbedingungen geboten werden. Seien dies flexible Arbeitszeiten für junge Mütter, lebenslanges Lernen im Betrieb oder solide Maßnahmen für Gesundheit am Arbeitsplatz, aber auch ein familienfreundliches Umfeld.“

Nachhaltige Beschäftigungssicherung läuft in vielen europäischen Ländern unter dem Label „grüne Beschäftigung“. Experten aus Dänemark und Frankreich, aber auch verschiedenen italienischen Regionen werden bei dem Netzwerk-Treffen darlegen, wie Beschäftigung in den grünen Wirtschaftssektoren geschaffen werden kann. Dazu Sigrid Rand, Koordinatorin des Europäischen Netzwerkes an der Goethe Universität: „Gerade diese grünen Wirtschaftssektoren sind für viele hessische Regionen wichtige Beschäftigungsmotoren: Große Potenziale haben hier die Handwerker, die Wärmedämmung installieren, oder Stadtwerke, die neue Wege der Energieversorgung gehen.“

MEDIEN-Einladung:

Um diese Themen zu vertiefen, stehen Ihnen folgende Experten am 23. September (Dienstag) um 14 Uhr zur Verfügung (Casino-Gebäude, Raum 1.801).

  • Rolf Keil, Leiter des Referats „Grundsatzfragen der Arbeitsmarktpolitik, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
  • Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Direktorin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)
  • Dr. Christa Larsen, Koordinatorin des Europäischen Netzwerks
  • Prof. Dr Marco Ricceri, Vorsitzender des Scientific Committee des European Network on Regional Labour Market Monitoring 

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis 19. September bei: Sigrid Rand, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), E-Mail: s.rand@em.uni-frankfurt.de; Tel. (069) 798 25474.

Informationen: Dr. Christa Larsen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), c.larsen@em.uni-frankfurt.de; Tel. (069) 798 22152, Sigrid Rand, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), s.rand@em.uni-frankfurt.de; Tel. (069) 798 25474; www.regionallabourmarketmonitoring.net; www.iwak-frankfurt.de

Forschung

Sep 11 2014
13:19

Merz-Stiftungsgastprofessor Jan Buitelaar erforscht Überlappungen und Unterschiede

ADHS und Autismus bei Kindern und Jugendlichen

FRANKFURT. Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) und Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) treten bei Kindern und Jugendlichen oft gemeinsam auf. Der diesjährige Friedrich Merz-Stiftungsprofessor Jan Buitelaar aus Nijmegen ist ein Experte auf diesem Gebiet. Anlässlich seines Besuchs lädt die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe-Universität am 17. September zu einem klinisch orientierten Symposium ein. Es richtet sich an niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten, Lehrer, Pädagogen und Eltern, die Kinder und Jugendliche mit ASS, ADHS und Angststörungen betreuen.

Jan Buitelaar ist Professor für Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Radboud University in Nijmegen (Niederlande). Er hat im Rahmen zahlreicher Studien zu klinischen Aspekten sowie neurobiologischen und neuropsychologischen Grundlagen von ASS und ADHS die Vermutung aufgestellt, dass die genetischen Faktoren beider Erkrankungen überlappen. Während seines Aufenthalts an der Goethe-Universität wird er über eine neue und zuverlässige Möglichkeit der Klassifikation der Krankheitsbilder berichten, die sich an der Geschwindigkeit und Genauigkeit der Sprache orientiert.

Ein Höhepunkt der Merz-Stiftungsprofessur ist das wissenschaftliche Symposium am 19. September, zu dem international renommierte Sprecherinnen und Sprecher erwartet werden. Das Symposium beleuchtet neue Aspekte der Klassifikation, der Krankheitsentstehung und des Verlaufs der drei Krankheitsbilder aus der Sicht der Grundlagenwissenschaften. Julio Licinio aus Adelaide, Australien, ist der Editor der renommierten Zeitschrift „Molecular Psychiatry“. Er spricht über ein neues Klassifikationssystem für psychische Störungen.

Kerstin Konrad, Aachen, Liz Pellicano, London, und Edmund Sonuga-Barke, Southampton, entwickeln neue therapeutische Ansätze. Sie basieren auf grundlagenwissenschaftlichen Befunden zur Entwicklung bei akuten Belastungsreaktionen (Acute Stress Disorder, ASD) der Neuropsychologie bei ADHS sowie der allgemeinen Gehirnentwicklung im Jugendalter. Joseph Buxbaum, New York, berichtet über die neuesten Befunde zur Genetik von ASD, und Thalia Eley, London, sowie Peter Zwanziger, Wasserburg, greifen das wichtige Thema der Angststörungen im Kindesalter auf, die eine große Überlappung mit ASD und ADHS zeigen.

Medienvertreter haben die Möglichkeit, während der Mittagspause des Symposiums am 19. September zwischen 13 und 14 Uhr Interviews mit Prof. Buitelaar und weiteren internationalen Experten zu führen. Um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an Natascha van Alphen (natascha.alphen@kgu.de) wird gebeten. Ort: Hörsaalzentrum Campus Westend (Symposium in HS 6)

Leitgedanke der 1987 gestifteten Friedrich Merz-Stiftungsgastprofessur ist die Förderung internationaler wissenschaftlicher Beziehungen der Goethe-Universität in den Bereichen Medizin und Pharmazie.

Informationen: Natascha van Alphen, Assistentin von Prof. Christine Freitag, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-7085, natascha.alphen@kgu.de.

Veranstaltungen

Sep 11 2014
10:10

Kooperation von Frobenius-Institut und Institut français d’histoire en Allemagne mit dem historischen museum frankfurt

15 Porträtfotos von afrikanischen Kolonialsoldaten gaben Anstoß für die Ausstellung „Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg“

FRANKFURT. „Feldforschung“ der besonderen Art betrieb der später in Frankfurt arbeitende Ethnologe Leo Frobenius im Ersten Weltkrieg: Er beschäftigte sich intensiv mit afrikanischen Kriegsgefangenen, die für die Kolonialmacht Frankreich im Ersten Weltkrieg kämpfen mussten. Er ließ Porträtfotos von ihnen anfertigen, die ab 11. September (Donnerstag) bis zum 15. Februar 2015 im Historischen Museum (Fahrtor 2) zu sehen sein werden, und notierte Märchen und Erzählungen, die die Gefangenen ihm vortrugen. Die Ambivalenz seines Tuns und die spezielle Form der Kriegspropaganda dokumentieren u.a. sein 1916 erschienenes Buch „Der Völkerzirkus unserer Feinde“.

Das Konvolut von 15 Porträts afrikanischer Kriegsgefangener auf fotografischen Glasplatten hatte Peter Steigerwald, Fotograf und Dokumentar des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität, bereits vor über zehn Jahren entdeckt; Pläne für eine Ausstellung ließen sich aber erst jetzt realisieren. 2014 war – mit dem Rückblick auf den Beginn des Ersten Weltkriegs und dem 100-jährigen Jubiläum der Goethe-Universität – die Zeit reif für die Ausstellung „Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg“ im Historischen Museum und gleichzeitig für die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses spektakulären Fundes. Aus einer intensiven deutsch-französischen Kooperation ist die Ausstellung entstanden: Neben dem Frobenius-Institut beteiligt sich auch das Institut français d’histoire en Allemagne an der Goethe-Universität.

Die fünfzehn Fotografien stehen im Zentrum der Ausstellung; daneben werden auch Film- und Tonaufnahmen wie auch die Gipsabgüsse von menschlichen Körperteilen aus den Kriegsgefangenenlagern gezeigt. Ergänzt wird dieses Material durch Publikationen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, Plakaten, Postkarten sowie Akten der Wissenschaftler aus Berlin, Wien und Rumänien. Eine Begleitpublikation (Michael Imhof Verlag) stellt die Fotografien vor und zeichnet in mehreren Aufsätzen ein Bild der Umstände ihrer Entstehung und der späteren Verwendung. Eingebettet ist dies in die Geschichte der Ethnologie und der Erforschung der menschlichen Natur und Kultur in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Frankfurt und anderswo.

Unter den acht Millionen Soldaten, die für Frankreich in den Ersten Weltkrieg zogen, waren fast 500.000 Männer aus den französischen Kolonien. Oft wurden sie unter Zwang für die „Tirailleurs sénégalais“ („Senegalschützen“, auch wenn sie aus anderen Teilen Westafrikas stammten) rekrutiert. Die meisten mussten an der europäischen Westfront kämpfen. Dieser Einsatz und auch die Zwangsbeteiligung englischer Kolonialsoldaten gibt dem Terminus Weltkrieg erst seine wirklich globale Bedeutung. Dazu Prof.Pierre Monnet, Leiter des Institut français d’histoire en Allemagne: „Den außereuropäischen Teilnehmern des ‚Großen Krieges‘; von denen wenige Spuren in den Archiven sowie im kollektiven Gedächtnis geblieben sind, versucht die Ausstellung eine Stimme zu geben. Die Materialien sind aus einem rassistischen und kolonialistischen Blickwinkel heraus entstanden. Dieses so geschaffene Bild wirkt bis in die Gegenwart fort und stellt somit einen der Ursprünge des alltäglichen Rassismus dar.“ Der korrekte Umgang mit solch sensiblen Sammlungen sei eine Herausforderung für Museen und Universitäten, betont Monnet.

Die Ausstellung im Historischen Museum gab nun auch Anlass, sich mit der Rolle von Leo Frobenius (1873–1938) während des Ersten Weltkriegs näher zu befassen. Frobenius war erst Mitte der 1920er Jahre mit seinem von Mäzenen finanzierten Institut für Kulturmorphologie nach Frankfurt gekommen, er hatte einen Lehrauftrag an der Universität und war ab 1934 Direktor des „Völkermuseums“. Der Autodidakt war ein Außenseiter des akademischen Betriebs, fand aber nicht nur an der Frankfurter Universität zahlreiche Unterstützer. Frobenius‘ Ambivalenzen, die sein ganzes Leben und Werk durchzieht, werden auch in der Ausstellung gespiegelt: „Wie in einem Prisma lässt sich an Frobenius‘ Person das Engagement der ethnologischen Wissenschaft für das Kriegsgeschehen studieren. Gleichzeitig sind aber Frobenius‘ Aktivitäten einzigartig und nicht repräsentativ für die Ethnologen seiner Zeit“, betont Dr. Richard Kuba, der die wissenschaftliche Betreuung des Projekts am Frobenius-Institut innehat.

Frobenius, der als Sohn eine Festungsbaumeisters dem Militär nahe stand und ein glühender Verehrer der Monarchie war, wurde als „Bevollmächtigter des Königlich-Preußischen Kriegsministers“ zum Leiter des Kriegsgefangenen-Lagers im rumänischen Slobozia berufen. Dorthin waren die gefangenen Kolonialsoldaten vom „Mohammedanerlager“ in Wünsdorf bei Berlin gebracht worden, u.a. mit Rücksicht auf die osmanischen Bündnispartner – denn die Heeresleitung hoffte, dass bei dem wärmeren Klima in Rumänien weniger Gefangene sterben würden als in der kalten Berliner Region. Dazu schrieb Frobenius, der sich auch für eine bessere Versorgung der Afrikaner einsetzte, aus Rumänien: „In Wünsdorf hatten wir 9 Kranke pro Tag und Tausend. Hier haben wir nur ½ Krankheitsfall pro 100 und Tag.“ Überprüfen lassen sich diese Zahlen allerdings nicht.

Frobenius verfolgte in diesen Jahren zunächst seine eigenen Forschungsinteressen, ließ sich aber auch für die Propaganda der Mittelmächte einsetzen. Im Gegensatz zu anderen Ethnologen interessierte sich Frobenius bei seinen Recherchen nicht so sehr für die Erforschung der „rassetypischen Merkmale“, ihm ging es mehr um das kulturelle Afrika, die Erzählungen und Märchen, die in sein nach dem Krieg erschienenes dreibändiges Werk „Volksmärchen der Kabylen“ Eingang fanden – „ohne dass der Herausgeber seine Quelle vor der eigenen Haustür in der Mark Brandenburg offengelegt hätte“, so Kuba. In diesen Erzählungen schien der Anti-Modernist Frobenius viel Mythisches zu finden, während er gleichzeitig in Europa den Wert von Mythen schwinden sah. Auch die Beschreibungen der Kolonialsoldaten, die Frobenius nach dem Krieg für das Werk „Deutschlands Gegner im Weltkriege“ verfasste, heben sich – so Kuba – „trotz seines paternalistischen Stils wohltuend von denen seiner Mitautoren ab“. Frobenius zeige sogar des Öfteren Sympathie für die jeweiligen Völker. Kuba nennt ein paar Beispiele: „So glänzen die ‚Kru-Neger‘ durch ‚auffallende Arbeitsfreudigkeit‘, die Mandara aus dem Tschadseegebiet sind Träger einer tiefinnerlichen Religiösität‘, die Bobo vom oberen Volta zeigen sich ‚ebenso religiös wie arbeitsam‘.“

Den Wissenschaftlern des Frobenius-Instituts und des Institut français d’histoire en Allemagne liegt es gemeinsam mit dem Kurator Benedikt Burkard vom Historischen Museum, daran deutlich zu machen, dass sich Wissenschaftler und Intellektuelle auf beiden Seiten der Frontlinien an dem „Krieg der Federn“ („guerre des plumes“) aktiv beteiligt haben. Frobenius nutzte beispielsweise seine Stellung als renommierter Ethnologe, um die Kolonialmächte Frankreich und besonders England (den „Völkerdompteur“) dafür zu verurteilen, die Kolonialvölker für die eigenen Kriegsziele einzusetzen – „die farbige Bevölkerung nur als Kanonenfutter zu benutzen“.

Informationen: Dr. Richard Kuba, Frobenius-Institut, Campus Westend, Tel. (069) 798- 33056, kuba@em.uni-frankfurt.de, http://www.frobenius-institut.de; Prof. Dr. Pierre Monnet, Institut français d’histoire en Allemagne, Campus Westend, Tel: (069)798 31 900, ifha@institutfrancais.de , www.institutfrancais.de/frankfurt ; Corinna Engel, Museumskommunikation, historisches museum frankfurt, Tel. (069) 212 37776, corinna.engel@stadt-frankfurt.de, www.historisches-museum.frankfurt.de