​​​​​Pressemitteilungen ​

 

Jun 18 2018
14:06

Georgisches Nationalepos im Lesemarathon: Das Institut für Empirische Sprachwissenschaft macht seine sprachliche Kapazität deutlich

50 mal „Der Recke im Tigerfell“

FRANKFURT. Die Republik Georgien feiert die 100. Wiederkehr ihrer ersten Gründung – und die Universität Tbilissi, Partner-Universität der Goethe-Uni, wird 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass rückt das Institut für Empirische Sprachwissenschaft das Nationalepos Georgiens in den Fokus und veranstaltet eine ungewöhnliche Lesung: In 50 verschiedenen Sprachen wird „Der Recke im Tigerfell“ am

Donnerstag, 21. Juni, um 20 Uhr im PA-Gebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 1 (Campus Westend)

vorgetragen. Da viele der Zuhörer wohl weder des Baskischen und Koreanischen noch des Ossetischen oder Tadschikischen mächtig sind, wird zusätzlich die deutsche Version zusammen mit den farbenfrohen Illustrationen digital präsentiert werden.

Das studentische Projekt, so Prof. Manana Tandaschwili, am Institut für Empirische Sprachwissenschaft für Kaukasische Sprachwissenschaft zuständig, zeige auf beeindruckende Weise die akademische und menschliche Kapazität des Instituts: 43 Studentinnen und Studenten sowie akademische Mitarbeiter lesen das Gedicht in 50 Sprachen. Die Idee basiert auf dem wissenschaftlichen Projekt „Erstellen eines digitalen Parallelkorpus des Poems“, das durch die Bereitstellung von Übersetzungstexten eine Quelle für weitere Forschung bilden soll.

„Der Recke im Tigerfell“, seit 2013 ins UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen, gilt als das Nationalepos Georgiens. Der Dichter Schota Rustaweli verfasste es Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts auf Geheiß der Königin Tamara von Georgien. Überliefert ist die Dichtung jedoch in Handschriften ab dem 17. Jahrhundert. Das Epos schildert in gebundener Sprache Ritterlichkeit und Edelmut, die sich über Religion und Nation erheben. Es handelt von einer Prinzessin im Orient, deren Vater sie aus politischen Absichten mit einem Prinzen – dem Thronfolger eines anderen Landes – verheiraten möchte. Doch sie hat sich bereits in einen Jungen am Hof verliebt, und die Tragik nimmt ihren Lauf: Ihr Geliebter bringt den Prinzen um, die Prinzessin wird von bösen Geistern entführt. Das Werk beeindruckt nicht nur durch die poetische Sprache und die opulente Handlung, sondern auch durch die darin enthaltenen Kenntnisse über verschiedene Bereiche der mittelalterlichen Wissenschaft. „Der Recke im Tigerfell“ sei in Georgien jedem vertraut, viele könnten das Poem zumindest teilweise auswendig, sagt Prof. Tandaschwili.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Universität Tbilisi, mit der das Institut für Empirische Sprachwissenschaft 14 Projekte gemeinsam betreibt, wird es auch eine Kooperationsvereinbarung der beiden Universitäten geben. Georgen ist in diesem Jahr auch Gastland auf der Frankfurter Buchmesse.

Information: Prof. Dr. Manana Tandaschwili, Institut für Empirische Sprachwissenschaft, Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, Campus Bockenheim, Juridicum 908, Telefon +49(0)69 798-22688, E-Mail Tandaschwili@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 18 2018
11:16

Goethe-Universität, Blutspendedienst und Pharma-Unternehmen schließen Vertrag über Entwicklung eines neuen Produktes ab

Neues Zellpräparat hilft Patienten nach Knochenmarktransplantation

FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main, der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen und das pharmazeutische Unternehmen medac haben über die universitätseigene Technologietransfergesellschaft Innovectis einen Lizenzvertrag zur Entwicklung Mesenchymaler Stromazellen für die Behandlung der Graft-versus-Host-Erkrankung abgeschlossen. Diese lebensbedrohliche Komplikation tritt häufig nach Knochenmarktransplantationen bei Leukämiepatienten auf, wenn sich die fremden, implantierten Zellen gegen den Patienten richten. Forschern der Kinderklinik der Goethe-Universität und des Blutspendedienstes ist es gelungen, ein standardisiertes Zellpräparat zu entwickeln und damit bereits erfolgreich mehrere Patienten zu heilen.

Die Goethe-Universität erwartet über die Laufdauer des Lizenzvertrags Meilensteinzahlungen und eine Umsatzbeteiligung. Der DRK-Blutspendedienst wird im Weiteren die Herstellung der Zellpräparation fortführen. Das Zellpräparat wird mit einem speziellen Verfahren erzeugt, das von den vier Frankfurter Wissenschaftlern Selim Kuci, Zyrafete Kuci, Halvard Bönig und Peter Bader entwickelt wurde. „Zelltherapeutika sind in der Regel individualisierte, biologische Medikamente. Unsere Zellen besitzen den Vorteil, dass sie ein standardisiertes Wirkprofil haben, sehr gut wirken und hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit und Qualität mit einem Chemotherapeutikum vergleichbar sind“, erläutert Peter Bader, Projektleiter und stellvertretender Direktor der Kinderklinik.

Schon mehr als 100 Patienten im In- und Ausland konnten mit den Frankfurter Zellen erfolgreich behandelt werden. „Es ist ein langer Weg vom ersten Forschungsergebnis zur sicheren Herstellung eines Zellpräparats unter strengen Qualitätsstandards bis hin zu einem zugelassenen Medikament“, betont Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, „der hier aufgrund der guten Zusammenarbeit von Uni-Klinik und Blutspendedienst, und insbesondere unterstützt durch die LOEWE Forschungsförderung des HMWK des Landes Hessen, erfolgreich war“. „Und mit der Firma medac haben wir nun einen optimalen Partner gefunden, um die innovative Therapie zukünftig für alle Patienten verfügbar zu machen“, freut sich Dr. Kirstin Schilling von Innovectis. Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer der Innovectis, erklärt: „Das innovative Ökosystem, bestehend aus Universität, Universitätsklinik, Blutspendedienst und Technologietransfereinheit ermöglichte hier in Frankfurt die Translation von Wissenschaft in Produkte, die Menschenleben retten.“

Weitere Informationen Innovectis GmbH, Dr. Kirstin Schilling, Altenhöferallee 3, 60438 Frankfurt am Main, Tel (069) 2561632 0; Fax (069) 2561632 29; info@innovectis.de; www.innovectis.de

 

Jun 15 2018
10:51

Auf fussballmathe.de kann man den Ausgang der Weltmeisterschaft berechnen. Umfangreiches Material für den schulischen Einsatz

Fußball-WM 2018: Statistik sieht Brasilien vorne

FRANKFURT. Die deutschen Fußballfans sehnen sich nach einem weiteren Stern auf dem Trikot, was für den fünften Gewinn der Fußballweltmeisterschaft stünde. Doch nach der Prognose des Portals fussballmathe.de hat das Team Brasiliens die größten Chancen: Die Siegwahrscheinlichkeit Brasiliens liegt bei 25,67 Prozent, Deutschland folgt mit 17,84 Prozent, knapp dahinter Spanien mit 17,11 Prozent. Prof. Matthias Ludwig, Mathematik-Didaktiker an der Goethe-Universität, betreibt mit seinem Team seit sechs Jahren das Portal fussballmathe.de: Das Instrument ermöglicht eine spannende Beschäftigung mit Statistik im schulischen Kontext. Umfangreiches Material kann kostenfrei auf fussballmathe.de heruntergeladen werden. Der Didaktiker möchte mit dem Portal vor allem das Verständnis für die mathematischen Grundlagen der Statistik stärken, Fußball ist dafür ein geeigneter Anwendungsbereich.

Anhand dreier Parameter werden die fußballerischen Wahrscheinlichkeiten berechnet: historische Ergebnisse, die erreichten ELO-Punkte (ein Ranglistensystem) sowie der aktuelle Mannschaftswert fließen in die Prognose ein. Die aktuellen Spielergebnisse der Fußball-WM 2018 werden natürlich eingearbeitet. Die online abrufbaren und jeweils aktuellen Prognosen erfreuen sich auch bei wettfreudigen Zeitgenossen jenseits von Schule und Hochschule einer großen Beliebtheit, Ludwig rechnet während der WM mit gewaltigen Zugriffszahlen.

Weitere Informationen: Prof. Matthias Ludwig, Institut  für Didaktik der Mathematik und Informatik. Tel. (069) 798-28695; ludwig@math.uni-frankfurt.de; www.fussballmathe.de

Weitere Experten der Goethe-Universität zum Thema „Fußball-WM 2018“:

Prof. Robert Gugutzer ist Sportsoziologe und beschäftigt sich mit der Soziologie des Fußballs; er hat unter anderem das Phänomen „Public Viewing“ untersucht. In diesem Sommersemester ist die Fußball-WM auch Thema in seinem Seminar „Medien und Sport“. Tel. (069)798-24529; gugutzer@sport.uni-frankfurt.de

Prof. Winfried Banzer ist Sportmediziner und leitet die Abteilung Sportmedizin; er war u.a. einige Jahre lang der Mannschaftsarzt der deutschen Tennis-Daviscup-Spieler. Tel. (069) 798-24543; winfried.banzer@sport.uni-frankfurt.de

Der Politologe Prof. Reinhard Wolf ist Professor für Internationale Beziehungen mit dem Schwerpunkt Weltordnungsfragen; er beschäftigt sich mit dem Verhältnis alter und neuer Großmächte und ist ein guter Kenner der Außen- und Sicherheitspolitik der Russischen Föderation. Tel. (069) 798-36608; wolf@soz.uni-frankfurt.de

 

Jun 14 2018
16:05

Der Zeithistoriker Lutz Raphael spricht an drei Abenden über die Gesellschaftsgeschichte der Deindustrialisierung

Frankfurter Adorno-Vorlesungen: „Jenseits von Kohle und Stahl“

FRANKFURT. Die diesjährigen Frankfurter Adorno-Vorlesungen wird der Zeithistoriker Prof. Lutz Raphael (Trier) halten. Raphael wird eine vielschichtige Analyse der gesellschaftlichen Umbrüche im Gefolge der Deindustrialisierung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien seit den 1970er und 1980er Jahren entfalten und dabei zugleich eine Problemgeschichte unserer eigenen Gegenwart entwerfen. Die Frankfurter Adorno-Vorlesungen finden am 20., 21. und 22. Juni 2018 auf dem Campus Bockenheim statt.

Industriearbeiterinnen und Industriearbeiter bildeten in den meisten Ländern Westeuropas Mitte der 1970er Jahre die größte Statuskategorie in den amtlichen Statistiken, heute beträgt ihr Anteil an der aktiv erwerbstätigen Bevölkerung noch zwischen 18 und 25 Prozent. Hinter diesen Zahlen verbergen sich tiefgreifende Veränderungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gefüge. Vor allem die Fabriken der sogenannten „alten“ Industrien, Stahlwerke, Kohlenzechen, Schiffswerften und Textilfabriken, sind im Zuge des krisenbeschleunigten Strukturwandels der 1970er und 1980er Jahre verschwunden. Viele der in der Industrie Entlassenen fanden nur mühsam oder gar keine neue Stelle mehr.

Die Deindustrialisierung ging mit einer Zunahme des allgemeinen Konsumniveaus und Lebensstandards einher, die auf einem anhaltenden Wachstum der Produktivität von Landwirtschaft und Industrie beruht. Diese Produktivitätssteigerungen schufen erst die Voraussetzungen für die Schaffung neuer Arbeitsplätze im sogenannten „tertiären“ Sektor, in dem heute mehr Menschen beschäftigt sind und ein größerer Anteil am Bruttosozialprodukt erwirtschaftet wird als in der Industrie: Finanzdienstleistungen und industriebezogene Forschung, Bildung und Wissenschaft, Gesundheit und öffentliche Verwaltung. Die Nebenfolgen der erfolgreichen Umstellungen auf „postindustrielle“ oder „Dienstleistungsgesellschaften“ mit einem internationalen Finanzdienstleistungssektor zeichneten sich allerdings schon von Anfang an ab: wachsende Ungleichheit, abgehängte Regionen und eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft.

Lutz Raphael ist seit 1996 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier. Er ist unter anderem Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. 2013 wurde Lutz Raphael mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Die

wichtigsten Forschungsfelder und -themen von Lutz Raphael sind Moderne Sozialgeschichte und Geschichte der Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert, Geschichte der Intellektuellen in Europa im 20. Jahrhundert, Entwicklung westeuropäischer Industriegesellschaften im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, Nationalismus und Imperialismus, Armut und Migration.

Frankfurter Adorno-Vorlesungen
Lutz Raphael: Jenseits von Kohle und Stahl. Gesellschaftsgeschichte der Deindustrialisierung.

  • Mittwoch, 20. Juni: Abschied vom Industriebürger? Politik der Deindustrialisierung
  • Donnerstag, 21. Juni: Grenzen der Flexibilität: Berufsbiografien, Wissensordnungen, Arbeitsteilungen
  • Freitag, 22. Juni: Ortstermin: Betriebe, Industriereviere und Wohnquartiere

Beginn jeweils 18.30 Uhr, Hörsaal IV, Campus Bockenheim, Goethe-Universität Frankfurt.

Die Frankfurter Adorno-Vorlesungen: Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern sollen. Dabei geht es nicht um eine philologische Ausdeutung seines Werks, sondern darum, seinen Einfluss auf die heutige Theoriebildung in den Humanwissenschaften zu fördern und die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen. Gefördert werden die Frankfurter Adorno-Vorlesungen von der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Weitere Informationen: Dr. Sidonia Blättler, wissenschaftliche Referentin, Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität, Tel. (069) 756183-16, blaettler@em.uni-frankfurt.de  

 

Jun 12 2018
14:37

Ehrensenatorinnen der Goethe-Universität Renate von Metzler und Karin Giersch sammeln Spenden in Höhe von 170.000 Euro für ein neuartiges Labor zur Krebsbekämpfung

Benefizkonzert bringt Geldsegen für Frankfurt Cancer Institute

FRANKFURT. Ein Benefizkonzert der Ehrensenatorinnen der Goethe-Universität zum 100-jährigen Jubiläum der Vereinigung von Freunden und Förderern hat bereits vor Beginn einen Spendenerlös von 150.000 Euro für das Frankfurt Cancer Institute erbracht. Während des Konzerts erhöhte sich die Summe schon auf 170.000 EURO. Nach Schätzungen kann der Betrag sogar noch bis auf 250.000 EURO steigen. Aus den Erlösen möchte das Wissenschaftlerteam des Frankfurt Cancer Institute ein Labor für Immun-Monitoring aufbauen, in dem komplexe Veränderungen des Immunsystems bestimmt und u.a. Blut und Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) der Patienten standardisiert analysiert werden können. Das renommierte Schweizer Stradivari Quartett hatte am Montagabend rund 800 Gäste im Audimax auf dem Campus Westend mit Werken von Beethoven, Kreisler und Piazzolla begeistert. Es ist bereits das dritte Konzert der Ehrensenatorinnen in den letzten Jahren.

Mit dem gegenwärtig in Gründung befindlichen Frankfurt Cancer Institute (FCI), in dem Grundlagenforscher und Mediziner des Frankfurter Universitätsklinikums sowie des Georg-Speyer-Hauses eng verzahnt arbeiten, sollen Forschungsergebnisse schneller für Krebspatienten nutzbar gemacht werden. Besonders Menschen mit Hirntumoren des Zentralnervensystems (Gliomen) und besondere Formen von Leukämie und Darmkrebs bei denen bisherige Therapien wenig Erfolg zeigen, können von neuen immuntherapeutischen Ansätzen profitieren; dafür liefert das mit den Spenden finanzierte Labor für Immun-Monitoring unerlässliche Informationen.

Der Vorstandsvorsitzende der „Freunde“, Prof.  Wilhelm Bender, sagte: „Dank des großen Engagements unserer Ehrensenatorinnen haben wir zusammen mit der Frankfurter Stadtgesellschaft wieder einen außergewöhnlichen Konzertabend an der Goethe-Universität erlebt. Mit so einem starken musikalischen Rückenwind macht das Spendensammeln im 100. Jubiläumsjahr der Freunde noch mehr Freude; vor allem dann, wenn man damit so viel Nutzen stiften kann. Ich danke allen, die ihren Kopf und ihr Herz aufgeschlossen haben, und sich mit ihren Spenden für den Erfolg des Frankfurt Cancer Institute einsetzen. Denn hier entstehen Therapien für die Zukunft.“

„Unser Ziel ist es, im FCI ein Labor für Immun-Monitoring zu etablieren. Dieses wird über die geeignete Infrastruktur verfügen, diese komplexen Veränderungen im Immunsystem zu bestimmen und begleitend zu den hier geplanten Studien Patientenmaterial (Blut/Liquor/Mikrobiom im Stuhl) standardisiert zu analysieren. Analog sollen aber nicht nur Hirntumore, sondern auch die Patientenproben der im FCI bearbeiteten anderen Tumorentitäten (Akute Leukämien, Rektumkarzinome) analysiert werden“, so einer der Direktoren des Frankfurt Cancer Institutes, Prof. Florian Greten.

Informationen: Frederik Kampe, Referent Vereinigung von Freunden und Förderern, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-12279, f.kampe@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 12 2018
12:36

Goethe-Uni beteiligt sich an Woche der Botanischen Gärten

„Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“

FRANKFURT. Bei Wissensdurst fragen Sie Ihren Gärtner oder Botaniker! Gelegenheit dazu gibt es vom 9. bis 17. Juni 2018 in über 40 Botanischen Gärten in ganz Deutschland und Österreich. Unter dem Motto „Die Grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt der diesjährigen Woche der Botanischen Gärten. Frankfurt ist mit zwei Arzneipflanzengärten vertreten, dem im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität und dem im botanischen Garten der Stadt Frankfurt. Wir laden ein zu einer

Führung im Arzneipflanzengarten des Wissenschaftsgartens am Campus Riedberg mit Dr. Ilse Zündorf am Freitag, dem 15. Juni um 16 Uhr

Mit zahlreichen Veranstaltungen und einer gemeinsamen Ausstellung rücken die Gärten die zentrale Rolle der Pflanzen für die Heilkunde und die Bedeutung der pflanzlichen Vielfalt ins Blickfeld. 35 Gärten zeigen die gleichnamige Ausstellung, meist über die ganze Saison hinweg. Im Arzneipflanzengarten des Wissenschaftsgartens auf dem Campus Riedberg sollen die Ausstellungstafeln bis zum Ende Oktober stehen bleiben, so dass die Besucherinnen und Besucher über die „Woche der botanischen Gärten“ hinaus noch Gelegenheit haben, sich zu informieren. Wer mag, kann die Fülle an spannenden Informationen in Form einer Broschüre mit nach Hause nehmen.

Botanische Gärten haben eine enge historische Verbindung zu Heilpflanzen, und so lag es nahe, die Rolle von Pflanzen in der Medizin in den Fokus einer Ausstellung zu nehmen. Dabei werden sowohl altbewährte als auch noch weitgehend unbekannte Arzneipflanzen im Detail vorgestellt (von Arnika, Salbei und Knoblauch bis hin zu Schlafmohn, Eibe oder Maiapfel). Den Kern der Ausstellung stellen jedoch Themenposter zu einer breiten Palette von Fakten rund um Pflanzen in der Heilkunde dar, so zum Beispiel:

  • Zubereitung pflanzlicher Drogen und Arzneimittel
  • Gesetzliche Regelungen rund um Arzneipflanzen und Arzneimittel
  • Superfood – was steckt dahinter?
  • Giftpflanzen in der Heilkunde
  • Arzneipflanzen im Welthandel
  • Aktuelle Forschungsfragen
  • Heilpflanzen versus Natur- und Artenschutz

Information: Prof. Dr. Robert Fürst, Institut für Pharmazeutische Biologie, Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel. (069) 798 29655, E-Mail: fuerst@em.uni-frankfurt.de.

www.verband-botanischer-gaerten.de/pages/bg_woche.html | www.verband-botanischer-gaerten.de

 

Jun 8 2018
11:57

Wie eine kritische Theorie des Privaten den „digitalen Kapitalismus“ in den Blick nehmen kann

Alltag und Politik im Zeitalter von Facebook & Co

FRANKFURT. „Das Private ist politisch!“ - Der Slogan gehört wohl zu den bekanntesten des Jahres 68. In den Diskussionen und Analysen um die „Weltherrschaft des Kapitals“ und den Zusammenhang von Faschismus und Kapitalismus ging es immer zugleich um die Manifestationen von Herrschaft und Unterdrückung in den Kapillaren des Alltäglichen. Sandra Seubert, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Goethe-Universität, beschäftigt sich in ihrem Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ mit eine Re-Aktualisierung des Slogans „Das Private ist politisch“ im Lichte von Facebook & Co.

Mit der umfangreichen Digitalisierung seien heute neue Potenziale der ökonomischen Verwertung persönlicher Daten und privater Kommunikationen entstanden. „Diese eröffnen sich freilich zugleich erst dadurch, dass die Mitglieder der digitalen Kommunikationsgemeinschaft vielfach selbst ihre Daten mehr oder weniger freiwillig zur Verfügung stellen“, erklärt Seubert.

Die Gefährdung der Privatheit lasse sich folgerichtig nicht alleine als eine begreifen, die von außen auf die Individuen einwirkt, sondern zugleich aus ihrem eigenen Handeln, also aus den inneren Handlungsoptionen selbst resultiere. „Besonders auf Social-Media-Plattformen wie Facebook vermengen sich mittlerweile soziale und freundschaftliche mit ökonomischen Interessen und es wird darin zunehmend unklar, welche Rollenanforderungen Individuen sich hier gegenüber sehen.“ Eine kritische Theorie des Privaten könne die Paradoxien von scheinbar freiwilligen Entscheidungen, die de facto aber freiheitseinschränkend sein können, gezielt in den Blick nehmen, so Seubert. 

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018.

Forschung Frankfurt abonnieren: http://tinygu.de/ff-abonnieren

Informationen: Prof. Sandra Seubert, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-36553, Seubert@soz.uni-frankfurt.de

 

Jun 8 2018
11:53

Frankfurter Professorin zeigt die Schönheit der theoretischen Biologie

The Art of Theoretical Biology

FRANKFURT. Dass theoretische Grundlagenforschung nicht nur aus Zahlenreihen und Formeln besteht, sondern auch wunderschön sein kann, zeigen die Frankfurter Bioinformatikerin Prof. Franziska Matthäus und das Frankfurt Institute for Advanced Studies* (FIAS) in einer Ausstellung der anderen Art. Anlässlich der am Freitag, den 08. Juni 2018 stattfindenden „Night of Science“ werden großformatige Kunstwerke einige Gebäude des Campus Riedberg der Goethe-Universität verzieren.

Seit 2016 sammelt Franziska Matthäus (Giersch Stiftungsprofessur Bioinformatik, FIAS, GU) gemeinsam mit Prof. Thomas Hillen (University of Alberta, Edmonton, Kanada), und Dr. Sarah Harris (University of Leeds, Großbritannien) Bilder, die aus Datenanalysen oder Modellrechnungen im Bereich der theoretischen Biologie stammen.

Diese Bilder sollen demnächst gemeinsam mit ihren Geschichten in einem Buch mit dem Titel “The Art of Theoretical Biology” publiziert werden. Für die Night of Science in Frankfurt wurden jetzt schon einige Highlights ausgewählt und werden in einer 6-wöchigen Ausstellung als Banner an verschiedenen Stellen des Campus präsentiert.

Das auffälligste Stück der Sammlung sehen Besucher, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln den Uni Campus erreichen, schon aus der U-Bahn. Das Bild „The Ghost“ von Franziska Matthäus, Damian Stichel und Kai Breuhahn, belegt mit einer Größe von 20 x 8 Metern die komplette Nordseite des Hörsaalgebäudes. Das Bildmotiv entstand im Rahmen einer Datenanalyse für ein Experiment an kollektiv migrierenden Lungenkrebszellen. Die hier dargestellten Stromlinien zeigen für ein Gebiet mit ca. 5000 Zellen, dass die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit der Zellen über weite Distanzen koordiniert werden.

Die Besucher können auf der Webseite zur Ausstellung, https://www.fias.science/de/artoftheoreticalbiology, die wissenschaftlichen Hintergründe zu diesem und allen anderen Kunstwerken nachlesen.

Der für Third Mission zuständige Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz sagte: „Beeindruckend, wie harmonisch und ausdrucksstark Kunst und Wissenschaft in den großflächigen Bildern auf dem Campus Riedberg zusammenfinden. Für die bevorstehende Night of Science, zu der ich unsere Freunde aus Stadt und Region herzlich einlade, ist dies ein besonderes ästhetisches Highlight. Die Bilder fügen sich auch gut ein in die Sammlung der zahlreichen anderen Kunstwerke, die den Campus Riedberg inzwischen schmücken.“

Das FIAS ist ein Institut, an dem theoretische Grundlagenforschung in den Gebieten Hirnforschung, Biowissenschaften, Systemische Risken, Computerwissenschaften und Physik betrieben wird. Diese komplexen Themen der Öffentlichkeit verständlich zu präsentieren, stellt immer wieder eine Herausforderung dar. „In den letzten Jahren wurden am FIAS mehrere Konzepte der Wissenschaftskommunikation erfolgreich umgesetzt und „The Art of Theoretical Biology“ setzt hier ein neues Highlight. Mit ihrem Projekt stellt Franziska Matthäus die künstlerische Seite der Wissenschaft in den Vordergrund. Damit wird sie sicherlich viele Menschen ansprechen, die sich im ersten Moment nicht viel unter theoretischer Forschung vorstellen können.“ erklärt der Vorstandsvorsitzende des FIAS Prof. Dr. Volker Lindenstruth.

Weitere Informationen und Kontakt:

Bildmaterial und weitere Informationen finden sie unter: https://www.fias.science/de/artoftheoreticalbiology

Kontakt: 
Frankfurt Institute of Advanced Studies: Franziska Matthäus: +49 69 798 47509; Matthaeus@fias.uni-frankfurt.de | Patricia Till: +49 69 798 47688; presse@fias.uni-frankfurt.de

 

Jun 7 2018
15:13

LSD und andere Drogen bei den „68ern“

Politik des Bewusstseins

FRANKFURT. LSD war bei den „68ern“ eine „angesagte“ Droge. Doch bei weitem nicht alle machten damit gute Erfahrungen. Zudem war vielen die aus der US-Hippie-Szene stammende „LSD-Ideologie“ suspekt. Damals avancierte Cannabis zur massenhaft konsumierten Droge der jungen Rebellen, erklärt Drogentrendforscher Dr. Bernd Werse in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“.

„Die ‚68er‘ werden hierzulande häufig auch als Startpunkt für eine massenhafte Ausbreitung illegaler Drogen betrachtet. Tatsächlich hatten bis Ende der 1960er Jahre nur sehr wenige Jugendliche Erfahrungen mit Cannabis oder anderen illegalen Substanzen“, so Werse vom Center for Drug Research der Goethe-Universität. Er hat im Rahmen des DFG-Projekts „Umgang mit illegalen Drogen im bürgerlichen Milieu“ (1998 bis 2001) Zeitzeugen befragt.

Die meisten gebräuchlichen psychoaktiven Substanzen waren erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts global verboten worden und zuvor als Arznei- und Stärkungsmittel weit verbreitet gewesen, etwa die Opiumtinktur „Laudanum“. Zudem war der Gebrauch von Drogen wie Cannabis, Opium oder Koka in vielen Ländern Teil der Kultur. LSD war dagegen relativ neu. Das stärkste bekannte Halluzinogen war rund 20 Jahre zuvor von dem Schweizer Chemiker Albert Hofmann beim Pharmakonzern Sandoz synthetisiert worden.

Ab Mitte der 1960er Jahre wurde der Konsum von LSD in den USA u.a. durch den Erfolgsautor Ken Kesey („Einer flog über das Kuckucksnest“) propagiert. Er veranstaltete mit seiner bunten Truppe „Merry Pranksters“ sogenannte „Acid Tests“ – große Partys, auf denen LSD verteilt wurde. Ein weiterer Propagandist war der Psychologe Timothy Leary, der bereits zuvor in Harvard LSD-Experimente durchgeführt hatte. Beide teilten einen „bewusstseinspolitischen“ Ansatz: Die Vorstellung, dass die Droge durch tiefe Erkenntnisse beim Einzelnen positive Veränderungen in der Gesellschaft bewirken könne. Diese Vorstellung war ein zentrales Moment der zu diesem Zeitpunkt aufkeimenden Hippie-Bewegung.

Unter den deutschen 68ern dominierte dagegen zunächst der explizit politische Ansatz. Die von Bernd Werse befragten Zeitzeugen bestätigen zwar, dass LSD seinerzeit „angesagt“ war und sein „bewusstseinserweiternder“ Ruf zu einer hohen Probierbereitschaft führte, aber viele machten damit keine positive Erfahrung. Werse vermutet, dass die Häufigkeit der „Horrortrips“ mit dem Fehlen von Konsumregeln zusammenhängt: die Wirkung von LSD ist stark vom aktuellen Gemütszustand und dem Umfeld abhängig. „Andererseits stieß gerade das propagierte Moment der Selbsterkenntnis durch LSD selbst bei drogenaffinen Anhängern der Bewegung mitunter auf Widerspruch“, fügt er hinzu.

Weitaus „erfolgreicher“ zu dieser Zeit war der Konsum von Cannabis – ebenfalls ein kultureller Import aus den USA. „Die Protestbewegungen der 1960er Jahre haben in Deutschland vor allem Cannabis als Jugenddroge etabliert. Man konnte sich subversiv fühlen, wenn man Haschisch konsumierte“, so Werse über den Cannabis-Konsum als politisches Symbol. Im Hinblick auf die Breitenwirkung sei Cannabis die wichtigere „68er-Droge“ gewesen.

Seit einigen Jahren beobachten Drogentrendforscher jedoch, dass das Interesse an LSD sowie anderen Psychedelika wieder steigt. Das betrifft unter anderem die Idee des „Microdosing“ – den Einsatz von geringen Mengen LSD zur mentalen Leistungssteigerung. Womöglich nicht zufällig entstand dieser Gedanke – unweit der „Brutstätte“ der Hippie-Szene – in der digitalen Elite des Silicon Valley, deren Gründerväter nicht selten aus der damaligen Protestbewegung kamen.

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018.

Forschung Frankfurt abonnieren: http://tinygu.de/ff-abonnieren

Informationen: Dr. Bernd Werse, Center for Drug Research, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel.: (069) 798- 36386, werse@em.uni-frankfurt.de.

 

Jun 6 2018
17:04

Ringvorlesung „Dramaturgien der Theaterarchitektur“

Wie soll das Theater der Zukunft aussehen?

FRANKFURT. Sanierung oder Neubau? Die Debatte um die Zukunft der städtischen Bühnen in Frankfurt hat gerade erst Fahrt aufgenommen. Einen Beitrag dazu wird die Ringvorlesung „Dramaturgien der Theaterarchitektur“ liefern, die der Theaterwissenschaftler Prof. Nikolaus Müller-Schöll von der Goethe-Universität für die Hessische Theaterakademie kuratiert hat. Zur Diskussion eingeladen sind Gäste aus Architektur, Philosophie, Medien- und Theaterwissenschaft.

Die Ringvorlesung, die bereits im April angelaufen ist, wird mit einer Veranstaltung

am Donnerstag, 7. Juni, um 18 Uhr im Künstlerhaus Mousonturm

fortgesetzt. „Für ein Theater, das wir noch nicht kennen“: So lautet das Thema des Abends, bei dem der Musiker, Komponist, Hörspielautor, Regisseur und Professor für Angewandte Theaterwissenschaft Heiner Goebbels (Frankfurt) zu Gast sein wird.

In der Ringvorlesung geht es nicht, wie häufig in der neueren Dramaturgieforschung, um die Dramaturgie als „Architektur der Aufführung“, sondern um Architektur im allgemeinen, vor allem aber um mit Theaterarchitektur verbundene Dramaturgien. Welche Zeitlichkeit, welche Rhythmisierung und welche Erzählung sind mit Architektur verbunden? Welche Widerstände und Möglichkeiten werden ursächlich mit der Architektur verbunden? Dies soll konkret am Beispiel der städtischen Bühnen, aber auch allgemein mit Blick auf neuere und ältere Bühnenformen untersucht und diskutiert werden.

Theaterarchitektur, so lautet dabei die Ausgangshypothese, kann als gebaute Ideologie – das Wort im Sinne des frühen Marx begriffen – verstanden werden: Als unumgängliche Möglichkeitsbedingung des Erscheinens, die das Erscheinende je spezifisch prägt und verändert. Die „Flucht aus den Häusern“ in den 70er-Jahren – in Steinbrüche, Fabrikhallen, Werften oder an öffentliche Orte – hat die Begrenzung und Konditionierung des Theaters in den überkommenen Häusern auf plakative Weise verdeutlicht. Im Hinblick auf neue Theaterbauten und die fortschreitende Untersuchung der Theaterarchitekturgeschichte wird nun eher darüber diskutiert, wie der jeweilige architektonische Rahmen eine je andere Ordnung des Sehens und Gesehenwerdens ins Werk setzt. Die Architektur des Theaters erscheint dabei als Ort, an dem allgemeinere Interessen der Politik, der Ökonomie, der Städteplanung und des gesellschaftlichen Austauschs, praktische Fragen des Theatermachens und ästhetische Fragen zusammenkommen.

Die Ringvorlesung bringt Architekten, Künstler sowie einschlägig ausgewiesene Experten aus Architekturtheorie, Philosophie, Medien- und Theaterwissenschaft zusammen. Die Vorlesungsreihe steht in Verbindung mit einer Veranstaltungsserie der Professur für Theaterwissenschaft unter dem Obertitel „Welches Theater für welche Stadt?“. Im Sommersemester 2018 thematisiert ein Seminar das „Theater als Kunst im Apparat“. Die Serie wird vom 25. bis 27. Oktober mit einer durch öffentliche Vorträge und Gespräche erweiterten Master Class zum Thema „Implosion der Institution Stadttheater? Geschichte, Analyse, Perspektiven“ fortgesetzt.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Die Veranstaltungen finden jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr statt.

14. Juni, Künstlerhaus Mousonturm
Serge von Arx (Halden/Berlin): „Das Theatrale in der Stadt“ 

21. Juni, Künstlerhaus Mousonturm
Cathy Turner (Exeter): “Colliding logics of architecture and performance”

28. Juni, Frankfurt LAB:
„Stadt. Raum. Theater“: Gespräch mit Philipp Oswalt (Kassel, Berlin).
Anschließend Eröffnung der Ausstellung: Ein Theaterprovisorium für Frankfurt. Entwürfe von Studierenden der Universität Kassel.

5. Juli, Hochschule für Musik und darstellende Kunst
Ulrike Haß (Bochum, Berlin): „Am Ende der Straße. Zum Gefüge des Stadttheaters“

12. Juli, Hochschule für Musik und darstellende Kunst
Juliane Votteler (Stuttgart): „Dann mach nur einen Plan – (k)ein Theater für Augsburg?“ 

Adressen:
Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Eschersheimer Landstraße 29, 60322 Frankfurt/M., Raum A 207
Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, 60316 Frankfurt/M.
Frankfurt LAB: Schmidtstraße 12 

Information: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Professur für Theaterwissenschaft, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Norbert-Wollheim-Platz 1 (Campus Westend), 60323 Frankfurt /M., Telefon 069/798-32065, E-Mail: mueller-schoell@tfm.uni-frankfurt.de

 

Jun 6 2018
17:02

Wiederholte Stimulation vergrößert dendritische Dornen

Wie neugeborene Nervenzellen aus dem Dornröschenschlaf erwachen

FRANKFURT. Auch im erwachsenen Gehirn entstehen lebenslang neue Nervenzellen. Wie sie im Hippocampus, einer Schlüsselregion für das Lernen, aus dem Dornröschenschlaf erwachen, hat eine Forschergruppe unter Leitung der Goethe-Universität nun in der Fachzeitschrift PNAS publiziert: Durch häufige Nervensignale vergrößern sich Dornen an den Nervenzellfortsätzen und ermöglichen so Kontakte mit dem bestehenden neuronalen Netzwerk.

Übung macht den Meister und ständige Wiederholung fördert die Merkfähigkeit. Schon länger wissen Forscher, dass wiederholte elektrische Stimulation die Nervenverbindungen (Synapsen) im Gehirn verstärkt. Das ist ähnlich wie bei einem viel benutzten Trampelpfad, der sich allmählich zum Weg verbreitert. Umgekehrt können Synapsen auch wieder abgebaut werden, wenn sie nur noch selten gebraucht werden – etwa, wenn man die Vokabeln einer Fremdsprache vergisst, die man nach der Schulzeit nicht mehr braucht. Diese Fähigkeit, Verbindungen permanent und nach Bedarf zu ändern, bezeichnen Forscher als Plastizität des Gehirns.

Die Plastizität ist besonders wichtig im Hippokampus, einer zentralen Region für das Langzeitgedächtnis, in der lebenslänglich neue Nervenzellen gebildet werden. Deshalb haben die Gruppen von Privatdozent Dr. Stephan Schwarzacher (Goethe-Universität), Prof. Dr. Peter Jedlicka (Goethe-Universität und Justus Liebig Universität, Gießen) und Dr. Hermann Cuntz (Frankfurt Institute for Advanced Sciences, Frankfurt) die Langzeit-Plastizität von Synapsen in neugeborenen Körnerzellen des Hippokampus näher untersucht. Synaptische Verbindungen zwischen Nervenzellen sind überwiegend an kleinen Ausstülpungen, sogennanten Dornen oder Spines der Nervenzellfortsätze (Dendriten) verankert. Die Dendriten der meisten Nervenzellen sind, ähnlich wie die Zweige einer Rose, mit vielen Dornen bewachsen.

In ihrer kürzlich publizierten Arbeit konnten die Wissenschaftler zum ersten Mal nachweisen, dass synaptische Plastizität in neugeborenen Nervenzellen mit lang-andauernden strukturellen Veränderungen dendritischer Dornen verbunden ist: Wiederholte elektrische Stimulation weckt die Synapsen aus dem Dornröschen-Schlaf, indem sie deren Dornen verstärkt und vergrößert. Besonders spannend war die Beobachtung, dass die durchschnittliche Größe und Anzahl der Dornen sich nicht verändert: Wenn eine Gruppe von Synapsen durch die Stimulation verstärkt wurde und ihre dendritische Dornen sich vergrößert hatten, wurde gleichzeitig eine andere, nicht-stimulierte Gruppe von Synapsen schwächer  und ihre dendritische Dornen verkleinerten sich.

Diese Beobachtung war nur deswegen technisch möglich, weil es unseren Studenten Tassilo Jungenitz und Marcel Beining zum ersten Mal gelungen ist, mit Hilfe von 2-Photonen-Mikroskopie und viraler Markierung plastische Änderungen von stimulierten und nicht stimulierten dendritischen Dornen innerhalb einzelner neugeborener Zellen zu untersuchen", sagt Stephan Schwarzacher vom Institut für Anatomie am Universitätsklinikum Frankfurt. Peter Jedlicka ergänzt: „Die Vergrößerung stimulierter und Verkleinerung nicht-stimulierter Synapsen war im Gleichgewicht. Unsere Computermodelle sagen voraus, dass dies wichtig ist, um die Aktivität der Nervenzellen aufrecht zu erhalten und ihr Überleben zu sichern."

Die Wissenschaftler wollen jetzt den undurchdringlichen Dornenwald neugeborener Nervenzelldendriten im Detail erforschen. Dadurch wollen sie besser verstehen, wie die ausbalancierten Änderungen von dendritischen Dornen und ihrer Synapsen dazu beitragen, Informationen effizient abzuspeichern und dadurch zu Lernprozessen im Hippokampus beitragen.

Publikation: Structural homo- and heterosynaptic plasticity in mature and adult newborn rat hippocampal granule cells. DOI: 10.1073/pnas.1801889115 (Jungenitz et al. PNAS, 115:E4670 2018)

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72306770

Bildtext: Die Dendriten der neugeborenen Nervenzellen (grün) sind, ähnlich wie die Zweige einer Rose, mit vielen Dornen bewachsen (Bild: Tassilo Jungenitz).

Informationen: PD Dr. Stephan Schwarzacher, Institut für Anatomie I, Fachbereich Medizin, CampusNiederrad, Tel.: (069) 6301-6914, schwarzacher@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 6 2018
11:49

Internationale Konferenz „Unacknowledged Kinships: Postcolonial Studies and the Historiography of Zionism“

Neue Perspektiven auf Zionismus-Geschichte

FRANKFURT. Lässt sich die Herangehensweise der Postcolonial Studies mit der Forschung zur Geschichte des Zionismus verbinden? Welche Potenziale birgt eine solcherart neue Perspektive? Mit dieser Thematik befasst sich eine internationale Konferenz unter dem Titel „Unacknowledged Kinships: Postcolonial Studies and the Historiography of Zionism“, die von 17. bis 19. Juni im Seminarhaus (SH 3.105 und SH 5.101) und im Casino (Cas 1.801 und Cas 823) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfindet.

Auf Einladung der Martin-Buber-Professur in Zusammenarbeit mit dem Samuel J. Zacks Chair of Jewish History an der University of Toronto und dem LOEWE Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung“ an der Goethe-Universität treffen sich renommierte Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Israel, den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien, um ihre eigenen Arbeiten zu präsentieren und die Potenziale einer solchen Verbindung zu diskutieren. Keynote Speaker sind Professor Derek Penslar (University of Toronto/Harvard University) und Professor Ato Quayson (University of Toronto).

Konzepte aus dem Bereich der „Postcolonial Studies“ wurden in der Vergangenheit wiederholt für die Analyse der jüdischen Geschichte verwendet. Sie haben dazu beigetragen, den Einfluss kolonialer Ideen und Politiken auf die Situation der Juden in der Diaspora besser zu verstehen. Und sie trugen zur Sichtweise bei, dass die Juden selbst in vielerlei Hinsicht eine kolonisierte Minderheit innerhalb Europas waren. Für die Geschichte des Zionismus fanden diese Konzepte bislang jedoch wenig Beachtung. Insbesondere der europäische Zionismus wurde nur selten aus einer solchen Perspektive analysiert. Dabei lässt sich der Zionismus durchaus als ein Versuch verstehen, die Marginalisierung der Juden in Europa zu überwinden, ähnlich wie dies antikoloniale und antirassistische Bewegungen getan haben.

Zugleich gibt es viele komplexe und widersprüchliche Verbindungen zwischen dem Zionismus und dem europäischen Kolonialismus. Vieles spräche also dafür, postkoloniale Ansätze in der Forschung zur Geschichte des Zionismus zu verwenden und die Geschichte des Zionismus als einen Gegenstand der Postcolonial Studies zu begreifen. Dass dies bislang nur selten geschieht, hat eher politische und historische denn wissenschaftliche Gründe. Die Konferenz will ausloten, in welcher Weise postkoloniale Ansätze in der Forschung zur Geschichte des Zionismus angewendet werden können und welche Forschungsperspektiven sich daraus ergeben. Vertreterinnen und Vertretern der Zionismusgeschichte und der Postcolonial Studies haben Gelegenheit, sich direkt auszutauschen.

Information: Dr. Stefan Vogt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Martin Buber-Professur, Norbert-Wollheim-Platz 1 (Campus Westend) Telefon 0179 5281106, E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de;  http://www.uni-frankfurt.de/42839537/aktuell_conf

 

Jun 6 2018
11:47

Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität belegen, dass Preissteigerungen Geringverdiener zusätzlich belasten

Benachteiligt die Inflation Ärmere?

FRANKFURT. Dass die Inflation nicht jeden gleich hart trifft, erscheint eigentlich naheliegend. Wie stark die Preissteigerungsrate in den Ländern der EU jedoch zu Lasten ärmerer Menschen geht, das zeigen die Wirtschaftswissenschaftler Eren Gürer und Prof. Alfons Weichenrieder in einer jüngst erschienenen Studie.

Notwendige Ausgaben, zum Beispiel für Nahrung, Mieten und Energie, machen bei weniger finanzkräftigen Familien einen größeren Anteil ihres Budgets aus als bei reicheren Familien. Wenn die Preise für solche Güter stärker steigen als die von Luxusprodukten, führt dies dazu, dass Haushalte mit geringen Einkommen eine höhere Preissteigerungsrate auf ihren individuellen Warenkorb hinnehmen müssen. Die Inflationsrate kann sich also in Abhängigkeit von individuellen Konsumgewohnheiten von der allgemeinen Inflationsrate unterscheiden. Gibt es in der EU eine systematische Verzerrung der individuellen Preissteigerungsrate zu Lasten der unteren Einkommen? Dieser Frage sind die Wirtschaftswissenschaftler Eren Gürer und Prof. Alfons Weichenrieder von der Goethe Universität Frankfurt nachgegangen.

Die Analyse von Daten aus 25 EU-Ländern aus den Jahren 2001 bis 2015 zeigt, dass in den meisten Ländern die Inflation tendenziell zu Lasten der Ärmeren geht. So war die jährliche Inflationsrate in diesem Zeitraum für die ärmsten zehn Prozent in einem Land durchschnittlich um etwa 0,7 Prozentpunkte höher als für die reichsten zehn Prozent. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,7 Prozent entspricht dies einer Differenz von etwas mehr als einem Viertel der allgemeinen Inflationsrate.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind insbesondere die Kosten für Strom, Mieten, private Verkehrsmittel sowie Nahrungsmittel, die überdurchschnittlich angestiegen sind. Diese Güter machen in den Warenkörben der unteren Einkommensgruppen einen deutlich größeren Anteil aus. Die Effekte sind aber nicht in allen Ländern gleich stark ausgeprägt: Während Haushalte in Italien und Portugal von dieser „diskriminierenden Inflation“ verschont blieben, waren die osteuropäischen EU-Länder sowie Großbritannien und Finnland besonders davon betroffen.

In Deutschland ist der Effekt vergleichsweise moderat. Zwar wurde hierzulande die Kluft, das ist aus anderen Studien bekannt, zwischen den verfügbaren Nominaleinkommen durchaus größer. Der Einfluss der Inflation auf die Einkommensverteilung, der in bisherigen Studien vernachlässigt wurde, ist jedoch eher gering: Er beträgt etwa ein Zehntel der ansonsten bereits gemessenen Steigerung der Ungleichheit in den betrachteten Jahren.

Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in der deutschen repräsentativen Stichprobe die Warenkörbe der unteren zehn Prozent um etwa 4,5 Prozent stärker verteuerten als die Warenkörbe der oberen zehn Prozent.

Publikation: Eren Gürer und Alfons Weichenrieder, Pro-Rich Inflation in Europe: Implications for the Measurement of Inequality, Goethe University, SAFE Arbeitspapier 209, Mai 2018. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3183723

Informationen: Professor Dr. Alfons Weichenrieder, Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft, Theodor-W.-Adorno-Platz 4, Campus Westend, Telefon 069/798-34788; E-Mail aw@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 5 2018
15:22

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, stellt Ingeborg Bachmann im Rahmen der Bürger-Universität vor

„Ich existiere nur, wenn ich schreibe“

FRANKFURT. Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann bildet einen der Fixpunkte in der deutschen Nachkriegsliteratur. In ihrem Werk, in philosophischen Reflexionen ebenso wie in ihren Gedichten, in der Lebensgeschichte, verflochten durch eine Reihe komplizierter Liebesbeziehungen, repräsentiert sie den geistigen Horizont einer Zeit vor dem kulturellen Aufbruch der 68er-Bewegung. Der Vortrag „Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe“ von Dr. Ina Hartwig

am Montag, 11. Juni 2018, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

in der Reihe „Wir wir wurden, wer wir sind“ widmet sich den geschichtlichen Grundlagen der andauernden Faszination an der Person Ingeborg Bachmann. Dr. Ina Hartwig ist Autorin und Literaturkritikerin. Seit 2016 ist sie Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt. Ende 2017 erschien ihr Buch „Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biographie in Bruchstücken“ im S. Fischer Verlag.

„Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester, die in diesem Jahr zehn Jahre alt wird, stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten der 68er-Bewegung vor, die anlässlich des 50jährigen Jubiläums in diesem Jahr im Fokus der Öffentlichkeit steht.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde, gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Veranstaltungen der Goethe-Universität im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre 68“ finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe

 

Jun 5 2018
13:56

Kara Walker: “The Emanicipation Approximation“, 6. Juni 2018

Ausstellungseröffnung in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Märchenhafte Silhouetten, stereotype Figuren, brutale Szenen, sexuelle Gewalt: Mit der großformatigen Serie von 27 Siebdrucken

“The Emancipation Approximation” (1999) und dem Video „8 Possible Beginnings or: The Creation of African-America” (2005) arbeitet die amerikanische Künstlerin Kara Walker an der Geschichte der Sklaverei und der Genese des African-America. Die Ausstellung in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität ist vom 6. Juni bis zum 13. Juli 2018 zu sehen.

Walker bedient sich verschiedener Genres und Techniken – vom Märchen über Mythologie zum Cartoon, vom viktorianischen Scherenschnitt über Schattenspiel zum Video. Vertraute Formen und Symbole werden in ihrer Konstellation zu schockierenden Erzählungen von gestörten sozialen Verhältnissen, Unrecht und sexueller Unterwerfung. Stereotypen zugleich aufnehmend und in Frage stellend, umkreisen Walkers Arbeiten die extremen Komplikationen afro-amerikanischer Identitätsbildung.

Eröffnung der Ausstellung: 6. Juni 2018, 20 Uhr
Begrüßung: Prof. Bernhard Jussen (Leitung der Studiengalerie 1.357)
Einführung: Yevgeniy Breyger, Chiara Schrankl
Ort: IG-Farben-Haus, 1. OG, rechts, Campus Westend.
Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag, 12 -17 Uhr (nur im Semester), freier Eintritt.

Mit freundlicher Unterstützung der Sammlung Deutsche Bank und von Sikkema Jenkins & Co., New York.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Goethe-Universität.  

Weitere Informationen: http://studiengalerie.uni-frankfurt.de/home.html

 

Jun 5 2018
13:55

Fach- und Jobmesse für IT an der Goethe-Universität

Enter_Zukunft_IT

FRANKFURT. Der Fachbereich Informatik und Mathematik richtet gemeinsam mit dem Career Service Team der Goethe-Universität bereits zum fünften Mal die IT Fach- und Jobmesse „Enter_Zukunft_IT“ aus. In diesem Messeformat werden Studierende und Absolventen/innen der Informatik, Wirtschaftsinformatik und Mathematik mit Unternehmen aus diesen Branchen zusammengeführt, um einen Dialog über Neuigkeiten aus der Branche und Arbeitsmarktperspektiven zu führen.

Die Messe findet statt am Donnerstag, 7. Juni 2018, von 10.00 bis 16.00 Uhr auf dem Campus Bockenheim im Sozialzentrum/Neue Mensa.

Weitere Informationen unter www.enter-zukunft-it.de

 

Jun 5 2018
13:52

Am 8. Juni diskutiert die Bürger-Uni über 1968 und das Experiment mit neuen Lebensformen

Entfesseltes Ich

FRANKFURT. Mit 1968 scheint die Befreiung des Individuums von gesellschaftlichen Konventionen, familiären Bindungen und Ressentiments gegen autoritäre Strukturen einen historischen Schub erfahren zu haben. Es hatte den Anschein, als ob die Bewegung die Ketten eines „überkommenen Spießertums“ regelrecht sprengen wollte. Die Institutionen Ehe und Familie mit patriarchalischen Geschlechterverhältnissen gerieten mehr und mehr in die Kritik. Dagegen formierten sich Gegenmodelle wie Kommunen und Wohngruppen. Kinderläden, selbstverwaltete Kindergärten, förderten eine antiautoritäre Erziehung. Die Frauenbewegung setzte sich für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Sexuelle Befreiung, Flower-Power, Happenings und Fluxus – die 68er-Bewegung war nicht nur revolutionär, sondern auch bunt und experimentell.

Der zweite Bürger-Uni-Abend in der Reihe „50 Jahre in Bewegung – 1968 und die Folgen“ zum Thema

„Entfesseltes Ich – 1968 und das Experiment mit neuen Lebensformen“ am 08. Juni 2018 um 19.30 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, PA-Gebäude, Foyer, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main

geht u.a. den Fragen nach, inwieweit diese Experimente mit neuen Lebensformen in der heutigen gesellschaftlichen Wirklichkeit nachwirken, inwiefern der Drang nach Selbstinszenierung das Geschehen rund um die 68er-Bewegung begleitete und welchen Ambivalenzen auftraten. Auf dem Podium diskutieren zwei Zeitzeuginnen mit zwei Forscheti: Prof. i.R. Sibylla Flügge (ehemalige Jurastudentin der Goethe-Uni und Mitglied des Weiberrats, Juristin und Frauenrechtlerin, Frankfurt University of Applied Sciences), Gisela Getty (Fotografin, Regisseurin, Schriftstellerin, ehemaliges Mitglied der Kommune 1), Matthias Horx (Trend- und Zukunftsforscher) und Prof. Till van Rahden (Historiker, Université de Montréal). Die Moderation übernimmt Thomas Thiel, Ressort Forschung und Lehre, Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

1968 gilt bis heute als ein symbolisch aufgeladener Wendepunkt in der jüngeren gesellschaftlichen und politischen Geschichte. Üblicherweise steht das Jahr für den Aufbruch eines neuen demokratischen Denkens, die sexuelle Befreiung sowie die Emanzipation der Frau, die Abrechnung der Jüngeren mit der Schuld der älteren (Kriegs-)generation, die juristische Aufarbeitung des Holocaust und die Liebe zur Theorie. An insgesamt vier Terminen geht die Bürger-Uni-Reihe „50 Jahre in Bewegung. 1968 und die Folgen“ verschiedenen Facetten dieser Entwicklungen nach und versucht dabei auch, die Ambivalenz dieses Erbes zu beleuchten.

Die Reihe ist eine Kooperation der Goethe-Universität und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die weiteren Termine und Themen im Überblick:

22. November 2018
Erinnern, Bekennen, Schuld, Aufarbeitung: 1968 und der Holocaust
Podium u.a.: Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber (Psychoanalytikerin, ehemalige Leiterin des Sigmund-Freud-Instituts), Prof. em. Michael Stolleis (Rechtshistoriker, Goethe-Universität), Dr. Tobias Freimüller (Historiker, Stellv. Direktor des Fritz Bauer Instituts), Dr. Götz Aly (Historiker, Politikwissenschaftler und Publizist)
Moderation: Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

6. Dezember 2018
Hauptsache eine Theorie? 1968 und die Exklusivität des Diskurses
Podium u.a.: Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Prof. Klaus Günther (Jurist und Rechtsphilosoph, Sprecher des Exzellenzclusters Normative Ordnungen), Prof. Philipp Felsch (Kulturwissenschaftler, HU Berlin, Autor von „Der lange Sommer der Theorie“), Dr. Rolf Wiggershaus (Philosoph und Publizist, Autor von „Die Frankfurter Schule. Geschichte, Theoretische Entwicklung, Politische Bedeutung“)
Moderation: Dr. Olaf Kaltenborn, Goethe-Universität

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei. Die Veranstaltungen am 22. November und 6. Dezember finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt) statt.

Weitere Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de

Weitere Veranstaltungen zum Thema „50 Jahre 68“: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe

 

Jun 5 2018
13:51

Die politische Philosophin ist am 11. Juni 2018 zu Gast an der Goethe-Universität

Seyla Benhabib hält die Martin-Buber-Vorlesung

FRANKFURT. Im Rahmen der jährlichen Martin-Buber-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und Philosophie präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam. Die kommende Buber-Vorlesung hält die politische Philosophin Seyla Benhabib zum Thema

„The Anxiety of Influence: Hannah Arendt and Judith Shklar“ am Montag, den 11. Juni 2018, um 18 Uhr c.t. auf dem Campus Westend im Hörsaalzentrum, HZ 6. 

Veranstaltet wird ihr Frankfurter Vortrag (in englischer Sprache) von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und mit der freundlichen Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Evangelischen Theologie in Frankfurt/Main e.V. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Grundlage der Ausführungen Seyla Benhabibs ist ihr neues Buch „Exile, Statelessness, and Migration: Playing Chess with History from Hannah Arendt to Isaiah Berlin“. Es soll im September 2018 im Verlag Princeton University Press erscheinen und untersucht die durch Migration geprägten Lebenswege prominenter jüdischer Intellektueller, unter ihnen auch Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Hans Kelsen.

Der Vortrag bringt das Denken Hannah Arendts ins Gespräch mit jenem Judith N. Shklars (1928-1992), einer der wichtigsten amerikanischen Theoretikerinnen des politischen Liberalismus, die sich in ihrem Werk immer wieder kritisch mit ihrer berühmten Zeitgenossin auseinandergesetzt hat. Der von dem Literaturwissenschaftler Harold Bloom geprägte Begriff der „Anxiety of Influence“ verweist dabei auf die enge Bezogenheit von Shklars politologischen Deutungen u.a. auf Arendts „Ursprünge und Elemente totaler Herrschaft“ (1951) oder „Eichmann in Jerusalem“ (1963), denen sie in Arbeiten wie „After Utopia“ (1957) und „Legalism“ (1964) eigene Perspektiven eines zeitgemäßen freien Liberalismus entgegensetzte.

Seyla Benhabib ist Eugene Meyer-Professorin für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University. Sie gilt als eine der bedeutendsten politischen Philosophinnen der Gegenwart und wurde vielfach ausgezeichnet, so auch mit dem Ernst-Bloch-Preis 2009 und dem Meister-Eckhart-Preis 2014. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Kritische Theorie, Feministische Theorie, Demokratietheorie, Kosmopolitismus, Migration und die Philosophie Hannah Arendts. Zu ihren jüngsten, auch auf Deutsch erschienenen Büchern zählen: „Die Rechte der Anderen“ (2008) und „Kosmopolitismus ohne Illusionen“ (2016). Die Philosophin ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Von 1979 bis 1981 forschte sie am Starnberger Max-Planck-Institut unter der Leitung von Jürgen Habermas und verbrachte im Anschluss einige Jahre in Frankfurt. Benhabib wurde in Istanbul geboren und wuchs in einer sephardisch-jüdischen Familie auf.

Informationen: Prof. Christian Wiese, Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel: (069)-798-33313, C.Wiese@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 4 2018
10:41

Die Frauenbewegung der 68er war eine Revolte innerhalb der Revolte

Vom Weiberrat zur Frauenprofessur

FRANKFURT. „Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen“ – mit diesem Aufruf auf Flugblättern, die durch die Stadthalle von Hannover segelten, störte eine Gruppe Frauen 1968 die Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS). Sie empörten sich darüber, dass die männlichen Genossen ihre Interessen und Forderungen nicht wichtig nahmen und sie nur als Zuarbeiterinnen im politischen Kampf sahen. Über den langen Weg von der Gründung des Frankfurter Weiberrats bis hin zur ersten Professur für Frauenforschung an der Goethe-Universität berichten zwei Zeitzeuginnen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ zum Thema „die 68er“.

Auch bei einer späteren Delegiertenversammlung in Frankfurt, bei der es zu dem legendären Tomatenwurf auf den SDS-Vorstand kam, wurden Frauen nicht gehört. Darauf wurden in vielen Städten der Bundesrepublik Frauengruppen gegründet. „Nicht nur die Ignoranz der Studentenbewegung, auch die Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen etablierter Politik führten zu einer Erweiterung des Politikbegriffs durch die Neue Frauenbewegung. Das Konzept ‚Das Private ist politisch‘ wurde zur Parole in vielen (westlichen) Ländern“, schreibt die Soziologin und langjährige Direktorin des „Cornelia Goethe Centrum für Frauenforschung“ Prof. Ulla Wischermann.

Der Frankfurter „Weiberrat“ bestand aus etwa 90 Frauen, die überwiegend Studentinnen waren; andere standen im Berufsleben, wenige hatten Kinder. Sie trafen sich zunächst nach dem Vorbild der männlichen Genossen in kleinen Gruppen zur „Kapitalschulung“. „Aber allmählich fragten wir uns, ob wir nicht auch eigene, frauenpolitische Themen haben. Als wir 1971 in einer Umfrage im Weiberrat wissen wollten, wie jede von uns persönlich als Frau unterdrückt wird, gab es nur wenige Antworten“, erinnert sich die damalige Jurastudentin Sibylla Flügge. Das habe sich erst nach der Stern-Kampagne geändert, bei der bekannte deutsche Frauen auf der Titelseite bekannten „Ich habe abgetrieben“. Die Opposition gegen den § 218 wurde zum entscheidenden, alle vereinende Thema der Frauenbewegung. Schon einen Monat später lagen 86.000 Solidaritätserklärungen vor.

Für Sibylla Flügge ist die Reform des Sexualstrafrechts 1974 eine der wesentlichen Errungenschaften der Studentenbewegung. „Bis dahin war das Strafrecht stark von christlichen Moralvorstellungen geprägt. Viele Formen der Sexualität wurden als Sittenwidrigkeit geahndet: Homosexualität, Ehebruch oder Kuppelei. Männer konnten die Erfüllung der ehelichen Pflicht einfordern; sexuelle Gewalt innerhalb der Ehe galt bis 1998 nicht als Vergewaltigung“, erinnert sie. Die Frauenbewegung thematisierte ab Mitte der 1970er Jahre die vielfältigen Formen sexueller und häuslicher Gewalt und setzt sich bis heute für einen effektiven Schutz von Frauen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen ein. Ebenso begann damals der Kampf gegen die Vermarktung des Frauenkörpers durch Werbung, Medien, Pornografie und Prostitution.

Als Spezifikum der westdeutschen Frauenbewegung sieht Soziologin Ulla Wischermann deren radikalen Autonomieanspruch. Dieser brachte in Frankfurt, dem wichtigsten Zentrum der westdeutschen Frauenbewegung neben Berlin, eine eigene Frauenbewegungskultur hervor: 1973 wurde das Frauenzentrum in der Eckenheimer Landstraße gegründet; 1976 entstand der Frauenbuchladen in Bockenheim; im gleichen Jahr wurde das Lesbenzentrum eröffnet; 1978 schuf der „Verein Frauen helfen Frauen“ ein Haus für geschlagene Frauen und ihre Kinder; ebenfalls 1978 wurde eine feministische Zeitschrift gegründet – das „Frankfurter Frauenblatt“; 1981 wurde der Frauennotruf eingerichtet. Kneipen für Frauen, Musikgruppen und Kabaretts, Gründungsinitiativen wie die Frauenbetriebe, ein Gesundheitszentrum und die „Frankfurter Frauenschule“, gefolgt von Mädchen- und Migrantinnenprojekten und vieles mehr kennzeichnen, z.T. bis heute, die Frankfurter Frauenszene.

Gleichzeitig versuchten Frauen aus dem akademischen Mittelbau innerhalb der Uni­versität eigene Räume und Möglichkeiten jenseits der etablierten Lehr- und Forschungsfor­men einzurichten. Im Wintersemester 1973/1974 wurde in Frankfurt während eines aktiven Streiks die erste Uni-Frauengruppe gegründet, die schon damals einen Frauenlehrstuhl for­derte. Trotz Zustimmung des Fachbereichs Soziologie ließ die Besetzung dieses bundesweit ersten Frauenlehrstuhls mehr als zehn Jahre auf sich warten, bis schließlich nach vielen Kämpfen 1987 Ute Gerhard berufen wurde. Zehn Jahre später initiierte sie gemeinsam mit drei Kolleginnen aus anderen Fachbereichen das interdisziplinäre „Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“ (CGC), das sie bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2004 leitete. Diese Professur und das CGC haben bis heute Kontinuität und große nationale und internationale Anerkennung behalten.

„Rückblickend würde ich sagen: Die Frauenbewegung war nachhaltiger als die Studentenrevolte, denn sie hatte viel konkretere Anliegen, die nach wie vor Frauen bewegen“, schließt Zeitzeugin Sibylla Flügge.

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018.

Forschung Frankfurt abonnieren: http://tinygu.de/ff-abonnieren

Informationen:
Prof. i. R. Dr. Ulla Wischermann, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, wischermann@soz.uni-frankfurt.de.
Prof. i.R. Dr. Sibylla Flügge, Frankfurt University of Applied Sciences, fluegge@fb4.fra-uas.de

 

Mai 30 2018
16:50

Im aktuellen UniReport blicken die Germanisten Susanne Komfort-Hein und Heinz Drügh auf Krachts beeindruckende Poetikvorlesungen zurück

Ernst und Parodie

FRANKFURT. Im Vorfeld gab es durchaus skeptische Stimmen zu diesem Poetikdozenten. Doch nach seinen drei Vorträgen zeigen sich Literaturschaffende und Kritiker gleichermaßen beeindruckt von Christian Krachts Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität. Der Schweizer Schriftsteller („Faserland“) sprach an drei Abenden über seine Romane, stellte existenzielle Motive seines Schaffens vor und berichtete unter anderem davon, dass er als 12-Jähriger in einem Internat von einem Priester sexuell missbraucht wurde.

Prof. Susanne Komfort-Hein und Prof. Heinz Drügh, Literaturwissenschaftler der Goethe-Universität, betonen im Interview mit dem UniReport, dass Poetikvorlesungen den Dozenten immer auch die Möglichkeit böten, das eigene Werk zu interpretieren und Fehllektüren entgegenzutreten. Allerdings führe der vom Autor angebotene Zugang keineswegs zu einer einseitigen Auslegung seines Werkes:
„Wir sind […] davon überzeugt, dass die Kracht-Philologie sich hinfort nicht auf die Suche nach Traumaspuren in Krachts Werk spezialisieren wird. […] Der

wirklich spannende Aspekt ist, wie Kracht die Poetikvorlesung inklusive seines Bekenntnisses ähnlich metareflexiv angelegt hat, wie seine Ästhetik überhaupt. Es ging ja nicht nur platt um einen Missbrauch und um die Frage, wie diese bislang unbekannte biographische Wahrheit die Texte Krachts steuert, sondern es ging um die hochinteressante poetologische Frage, wie sehr eine solch bedrückende Wahrheit immer auch die Parodie mit sich führt.“

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • „Die Goethe-Universität ist ein deutschlandweit herausragendes Modell von Hochschulautonomie.“ Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst, über wettbewerbsorientierte Forschungsfinanzierung, die RMU-Allianz und Perspektiven der hessischen Hochschullandschaft.
  • Hat Büchner auf Hessisch geschrieben? Der Literaturwissenschaftler Roland Borgards leitet die Büchner-Forschungsstelle, die von Marburg nach Frankfurt wechselt.
  • Vom AStA in die Pressestelle: Klaus Viedebantt, der Erfinder des UniReport, schaut auf 68 und seine Zeit als Pressereferent der Goethe-Uni zurück.
  • Musik verstehen von Björk bis Beethoven: Frankfurt mit seinem großen Kulturangebot bietet ein gutes Umfeld für den Bachelorstudiengang Musikwissenschaften.
  • Zweite Laufzeit des Projektes yourPUSH für Studien-Neuorientierer gestartet: Beratungsangebote für Studienzweifler werden zunehmend angenommen.
  • Goethe, Deine Forscher: Porträt des Philosophen Marcus Willaschek
  • Was macht die Literatur mit dem Menschen? Winfried Menninghaus ist Literaturwissenschaftler, der sich nach Jahrzehnten der Beschäftigung mit klassischer und moderner Rhetorik, Poetik und Ästhetik der empirischen Literaturwissenschaft zugewandt hat.
  • Es gibt kein richtiges Konsumieren im falschen: Kathrin Hartmann, Alumna der Goethe-Universität, übt mit ihren Sachbüchern und Reportagen Kritik am „Greenwashing“ von Unternehmen
  • Fußball-WM 2018 in Russland: Stimmen aus der Goethe-Universität

Der UniReport 3/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/72222303