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Okt 22 2014
17:07

Alfred-Grosser-Gastprofessor Yves Sintomer untersucht Perspektiven demokratischer Systeme im internationalen Vergleich

Ist Frankreich der „kranke Mann Europas“?

Medieneinladung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Europa erlebt derzeit eine Krise der politischen Repräsentation. Was dies für Deutschland und Frankreich bedeutet, erforscht Prof. Dr. Yves Sintomer (Université Paris 8 und Institut Universitaire de France). Seine Diagnose: Anders als Deutschland hat Frankreich erhebliche Schwierigkeiten mit Reformen, die Politik verliert an Sachlichkeit, Rechtspopulismus nimmt zu. Das Land scheint „der kranke Mann Europas“ zu sein, so Sintomer. Doch ist die Krise in Frankreich wirklich so tief? Welche Perspektiven haben Deutschland und Frankreich? Antworten gibt Sintomer während seines Aufenthalts in Frankfurt.

Am: Dienstag, dem 28. Oktober 2014, um 11:00 Uhr,
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend, PA-Gebäude, Raum 0.P22, Grüneburgplatz 1, 60325 Frankfurt am Main (Westend),

stellen wir Ihnen den französischen Soziologen als sechsten „Alfred Grosser-Gastprofessor für Bürgergesellschaftsforschung“ an der Goethe-Universität vor. Im Wintersemester 2014/15 widmet er sich aktuellen Herausforderungen alter und neuer Demokratien – in Veranstaltungen für Studierende, Forschende und Bürger.

Das Internationale Programm „Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung“ ist seit 2009 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität angesiedelt. Auf Anregung der Frankfurter Deutsch-Französischen Gesellschaft wurde es von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main gestiftet. Jährlich besucht ein prominenter Forscher die Universität und vertieft aus sozialwissenschaftlicher Perspektive in Seminaren und Vorträgen Aspekte der Thematik. Namensgeber ist der in Frankfurt geborene Publizist und Politologe Alfred Grosser – ein zentraler Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 1. Februar 2015 feiert er seinen 90. Geburtstag.

Wir freuen uns auf Ihre Zusage bis zum 27. Oktober 2014 an huebner@sptg.de.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn,
Pressesprecher Goethe-Universität

i. V. Stephan M. Hübner,
Bereichsleiter Information & Kommunikation,
Stiftung Polytechnische Gesellschaft                        

Veranstaltungen

Okt 21 2014
12:17

Die Goethe-Universität würdigt den deutsch-jüdischen Philosophen mit einem internationalen Kongress

Nach dem „Stern der Erlösung“: Franz Rosenzweig in Frankfurt

FRANKFURT. Dem Urteil des Frankfurter Philosophen Axel Honneth zufolge nimmt Franz Rosenzweig in der Geschichte des jüdisch-philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert – neben Martin Buber, Gershom Scholem und Emmanuel Levinas – einen zentralen, „wenn nicht sogar den allerersten Platz ein“. Aufgrund seiner politisch-philosophischen Reflexionen, seiner inspirierenden bildungstheoretischen Überlegungen und seiner Perspektiven für das Gespräch zwischen Judentum und Christentum habe Rosenzweigs Denken auch für die Gegenwart nichts von seiner Akualität verloren.

Im Auftrag der Internationalen Rosenzweig-Gesellschaft veranstaltet Prof. Dr. Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität, vom 26. bis 29. Oktober einen hochkarätigen Kongress zum Thema „Nach dem ‚Stern der Erlösung‘: Franz Rosenzweig in Frankfurt. Bildung – Sprachdenken – Übersetzung“. Mehr als 80 Forscherinnen und Forscher aus Europa, Israel, den USA und Südamerika werden u.a. über die Aktualität des Denkens des Philosophen für gegenwärtige Diskurse über das „Lernen“ in unterschiedlich geprägten religiösen und säkularen Kontexten diskutieren. Dabei geht es um das Lernen an den Universitäten oder in anderen, außerakademischen Bildungskontexten, sowie über die gesellschaftliche und politische Bedeutung religiösen und kulturellen Wissens in multikulturellen Gesellschaften.

Dass der Kongress, der 2009 in Paris und 2012 in Toronto zu Gast war, 2014 – im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Gründung der Goethe-Universität – auf dem Campus Westend in Frankfurt stattfindet, ist kein Zufall: Als deutsch-jüdischer Gelehrter, dem 1923 an der neu entstandenen Universität ein Lehrauftrag für jüdische Religion und Ethik angeboten wurde, ist Franz Rosenzweig, auch wenn er ihn wegen einer fortschreitenden Krankheit nicht wahrnehmen konnte, eng mit der Frankfurter Universitätsgeschichte verbunden.

Zugleich gehört sein Wirken bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1929 in die reiche Geschichte jüdischer Kultur im Frankfurt der Weimarer Zeit. Die Gründung des Freien Jüdischen Lehrhauses, das zwischen 1920 und 1938 für die Frankfurter jüdische Kultur von großer Bedeutung war, hing eng mit Rosenzweigs Bildungsverständnis und Praxis des Lernens zusammen: Sie zielten auf die Vermitt­lung jüdischen Wissens mit Hilfe einer „lebensverbundenen und lebensbestimmenden jüdischen Wissenschaft“ und auf die Stärkung der Identität der jüdischen Gemeinschaft angesichts der religiösen und kulturellen Krisen nach dem Ersten Weltkrieg. In die Frankfurter Zeit Rosenzweigs fällt auch der Beginn der berühmten „Verdeutschung“ der Hebräischen Bibel, die erst 1961 in Jerusalem durch Martin Buber vollendet werden konnte.

Eingebettet in das Kongressprogramm auf dem Campus Westend der Goethe-Universität wird es drei Abendvorträge geben: Zum Auftakt des Kongresses spricht Prof. Dr. Micha Brumlik am Sonntag (26. Oktober) in der Evangelischen Akademie Frankfurt über „Franz Rosenzweig als Interpret von Hegels politischer Philosophie“. Der Vortrag von Prof. Dr. Elliot R. Wolfson (Santa Barbara) am Montag (27. Oktober) im Jüdischen Museum widmet sich dem Denken Franz Rosenzweigs, Walter Benjamins und Martin Heideggers. Im Rahmen einer Kulturveranstaltung am Dienstag (28. Oktober) im Haus am Dom referiert Prof. Dr. Christian Wiese (Frankfurt) über „Martin Buber, Franz Rosenzweig und die ‚Verdeutschung‘ der Schrift, musikalisch begleitet durch das Roman Kuperschmidt-Ensemble und mit Lesungen durch die Frankfurter Schauspielerin Verena Bukal.

Unterstützt wird dieser Kongress u. a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts, der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und der Stiftung zur Förderung Internationaler Beziehungen der Goethe-Universität.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798-33313/33342, c.wiese@em.uni-frankfurt.de; Dr. Stefan Vogt, Tel. (069) 798-32032, s.vogt@em.uni-frankfurt.de; das Programm im Detail: http://www.uni-frankfurt.de/50298052/rosenzweig

Veranstaltungen

Okt 21 2014
12:15

Gemeinsame Ausstellung aller fünf archäologischen Fächer

Archäologie hautnah erleben

FRANKFURT. „Vom Objekt zur Kulturgeschichte. Wie Archäologen arbeiten“ – unter diesem Titel haben die fünf archäologischen Fächer an der Goethe-Universität Frankfurt eine Ausstellung konzipiert, die am heutigen Dienstag, 21. Oktober, eröffnet wird. Hier soll der Besucher erfahren, wie Archäologen vom Objekt ausgehend mit Hilfe unterschiedlicher Methoden zur Erkenntnis gelangen.

Die Ausstellung, die im 7. Stockwerk des IG-Farben-Hauses am Campus Westend zu sehen sein wird, zeigt nur wenige Objekte, anhand derer die fünf Archäologien ihre Art zu arbeiten veranschaulichen. Dabei wird der Besucher zunächst mit einem bloßen Relikt aus früherer Zeit konfrontiert – einem vorderasiatischen Gefäßen etwa oder provinzialrömischen Münzabgüssen –, das ihm „stumm“ gegenübertritt. Erst indem er sich relevante Informationsquellen erschließt, kommt der Betrachter der kulturgeschichtlichen Erkenntnis auf die Spur – ganz so, wie es in der Archäologie Alltag ist.

Um den Blick des Betrachters entsprechend zu lenken, haben sich die sechs Ausstellungsmacherinnen eine besondere Strategie ausgedacht: „Wir spielen mit Nähe und Entfernung. Will man das Objekt, zum Beispiel ein vorderasiatisches Gefäß, betrachten, kann man die Beschriftung nicht lesen und umgekehrt“, erklärt Dr. Britta Raabe. Man habe verhindern wollen, dass der Besucher zuerst das Schild liest, ohne sich mit dem Objekt zu befassen.

Mit der Ausstellung begeht das Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Frankfurt zugleich das 100-jährige Bestehen der Universität als auch das zehnjährige des Instituts, das 2004 aus fünf Einzelfächern gebildet wurde. Es ist seit der Institutsgründung die erste gemeinsame Ausstellung. Dabei haben die fünf Disziplinen bei allen Unterschieden hinsichtlich der vergangenen Kulturen, die sie rekonstruieren, eine große Gemeinsamkeit: Von den materiellen Hinterlassenschaften ausgehend, erforschen sie, wie Menschen früher gelebt haben. Dabei setzen sie zum Teil unterschiedliche Bestimmungs- und Deutungsmethoden ein, die auch die Vielfalt der archäologischen Wissenschaften ausmachen.

„Vom Objekt zur Kulturgeschichte. Wie Archäologen arbeiten“, Ausstellung des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität, Campus Westend, IG-Farben-Haus. 21. Oktober 2014 bis 31. März 2015; Öffnungszeiten: dienstags 15-18 Uhr, während der Semesterferien 16-18 Uhr; am letzten Sonntag im Monat: 11-13 Uhr sowie auf Anfrage. Führungen an folgenden Dienstagen jeweils um 15 Uhr an folgenden Terminen: 28. Oktober, 4. November, 9. Dezember, 20. Januar und 17. Februar.

Informationen: Dr. Britta Rabe, Institut für Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität, Tel. 069-798-34205; Email rabe@em.uni-frankfurt.de

Sonstige

Okt 18 2014
15:45

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl dankt beim Festakt in der Paulskirche Stiftern aus Stadt und Region für ihr herausragendes Engagement

Uni-Geburtstag: Bürger stiften insgesamt 71 Mio. Euro

FRANKFURT. In ihrem Jubiläumsjahr hat die Goethe-Universität als Stiftungshochschule eine eindrucksvolle Unterstützung erfahren: 71 Mio. Euro zusätzlich hat sie aus privaten Quellen eingeworben. Aus diesen Mitteln konnten bisher nicht nur die gesamten Jubiläumsfeierlichkeiten in Höhe von 2,5 Mio. Euro bestritten werden. Von dem hohen privaten Engagement profitieren insbesondere Forschung, Lehre und der wissenschaftliche Nachwuchs.

Zu den Gönnern zählen Johanna Quandt (20 Mio. Euro) und das Ehepaar Karin und Carlo Giersch (27 Mio. Euro). Auch die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung leistet für eine neue Stiftungsprofessur in der Physik eine millionenschwere Zuwendung (5 Mio. Euro). Langjährige Freunde und Gönner der Universität stifteten weitere 19 Mio.  Euro, darunter Josef Buchmann und Dr. Jochen Hückmann.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl dankte den Stiftern für ihr außergewöhnliches Engagement im Jubiläumsjahr: „Die Goethe-Universität kann heute wieder auf das Engagement  der Bürgerinnen und Bürger zählen! Im Jubiläumsjahr 2014 wurden bislang  71 Mio. Euro gespendet. Das Modell der Stiftungsuniversität erfährt dadurch eine eindrucksvolle Bestätigung und Unterstützung. Dies ist auch ein klares Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort Frankfurt. Dafür bin ich unseren Stifterinnen und Stiftern sehr dankbar.“

Im Jubiläumsjahr zeichnet sich Johanna Quandt erneut als treue Förderin der Goethe-Universität aus. Seit Mitte der 1980er-Jahre engagiert sie sich als Mäzenin insbesondere für die Kinderklinik; hier spendete sie für den Neubau des Pädiatrischen Zentrums für Stammzelltransplantationen und Zelltherapie des Universitäts-Klinikums, in dem jährlich bis zu 40 an Leukämie erkrankte Kinder behandelt werden. Von ihrer Freigebigkeit profitiert auch das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) auf dem Campus Riedberg. Dort hatte die Stifterin bereits 2007 eine Forschungsprofessur eingerichtet. Johanna Quandt ist Ehrensenatorin der Goethe-Universität:

„Medizinische Forschung zählt für mich zu den wichtigsten Feldern der Wissenschaft. Doch nicht nur in der Biomedizin und der Krebsforschung, insgesamt hat sich die Goethe-Universität in den vergangenen Jahren zu einer führenden Forschungsstätte in Deutschland und Europa entwickelt. Um diese Potenziale noch besser zu entfalten, habe ich  jetzt einen mit 20 Mio. Euro dotierten Zukunftsfonds aufgelegt. Dieser soll der Goethe-Universität dazu dienen, sie in ihren wichtigen Projekten in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung zu unterstützen.“

Mäzenatisch aktiv ist seit vielen Jahren auch das Ehepaar Karin und Carlo Giersch: Die Stiftung Giersch baute am Campus Riedberg zwei Gebäude für das Giersch Science Center. Nicht zuletzt engagierte sich das Ehepaar auch für die Realisierung der Jubiläumsausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge“, die am morgigen Sonntag im Museum Giersch eröffnet wird. Nun möchte das Ehepaar Giersch auch ihr Museum am Frankfurter Schaumainkai in die Hände der Goethe-Universität geben:

„Wir freuen uns, die Goethe-Universität in einer so entscheidenden Phase ihrer Entwicklung begleiten zu können. Die Universität hat vieles erreicht und ist wissenschaftlich zu neuen Höhenflügen aufgebrochen. Was ihr jedoch bislang fehlt, ist ein Ort, an dem sie noch stärker in die Frankfurter Bürgergesellschaft hineinwirken kann. Wir wünschen uns, dass das Museum Giersch der Goethe-Universität zu einem Forum des lebendigen geistigen Austausches, der Inspiration und der Begegnung wird; aber auch weiterhin mit herausragenden Ausstellungen glänzt. Über einen Zeitraum von 30 Jahren wird die Stiftung Giersch der Goethe-Universität daher jährlich 500.000 Euro zum Bespielen des Museums zur Verfügung stellen. Hinzu kommt die kostenfreie Überlassung des Hauses mit seiner Infrastruktur.“

Die an Jahren älteste Stifterin ist zugleich die jüngste: Dagmar Westberg, fast 100 Jahre alt, unterstützt die Goethe-Universität seit 2010 in der Weiterentwicklung ihrer starken Geistes- und Sozialwissenschaften. Zuletzt half sie, dem „Historischen Kolleg“ eine nachhaltige finanzielle Perspektive zu geben. Zuvor hatte sie bereits eine Stiftungsgastprofessur ins Leben gerufen, die z.B. 2012 mit dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Peter Strohschneider, besetzt werden konnte:

„Nicht nur die Goethe-Universität, auch ich feiere in diesem Jahr den 100. Geburtstag. Ich bin stolz, dass ich auf meine Weise zu ihrer einzigartigen Entwicklung beitragen kann. Für die nächsten 100 Jahre wünsche ich der Universität viele ebenso passionierte Stifter“, sagte Frau Westberg.

Veranstaltungen

Okt 18 2014
11:15

Bundespräsident Joachim Gauck, der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sowie Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann gratulieren bei zentralem Festakt in der Frankfurter Paulskirche

Goethe-Universität feiert 100. Geburtstag

FRANKFURT. Mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche begeht die Goethe-Universität heute vor über 900 geladenen Gästen ihren 100. Geburtstag. Auf den Tag vor 100 Jahren, am 18. Oktober 1914, wurde Deutschlands erste Stiftungsuniversität eröffnet; 600 Studierende nahmen ihr Studium auf. Heute zählt sie mit mehr als 46.000 Studierenden und knapp 650 Professuren zu den drei größten Universitäten in Deutschland. Ermöglicht hatten die Neugründung 70 zumeist jüdische Stifter und ihre Familien aus Frankfurt, Großbritannien und sogar den USA; sie spendeten 20 Millionen Goldmark. Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt wollten die Stifter eine Universität aufbauen, die sich in Abgrenzung zu Traditionsuniversitäten mit den Herausforderungen der Gesellschaft beschäftigte und konfessionell Neutralität wahrte.

(Hinweis für alle Zitate: Es gilt das gesprochene Wort. Änderungen des Wortlauts möglich)

Bundespräsident Joachim Gauck gratulierte der Goethe-Universität zu ihrem 100. Geburtstag:

„Die Frankfurter Goethe-Universität, zu deren 100. Geburtstag ich heute von Herzen gratuliere, scheint mir ein gutes Beispiel zu sein, um dieses Wechselspiel zwischen einer Gesellschaft und ihren Hochschulen näher zu beleuchten. Diese Universität ist aus verschiedenen Gründen herausragend. Einer davon ist ihre Entstehungsgeschichte, die sich von anderen Universitäten deutlich unterscheidet. Zur Gründung der älteren Universitäten in Deutschland führte meist der Wille eines

Landesherrn, den Ruhm seines Fürstentums, und auch seinen eigenen, zu mehren und die Wirtschaftskraft des Territoriums zu stärken – durchaus ehrenwerte Motive. Zur Gründung der Universität Frankfurt vor 100 Jahren aber führte nicht Fürsten-, sondern Bürgerwille. Frankfurts Bürger, zumindest hinreichend viele, waren der Überzeugung, dass höhere Bildung das Beste ist, was einem Menschen überhaupt passieren kann. Als „Bildungsbürger“ ein rundum positiver Begriff war, „Bürger“ im

vollsten Sinne des Wortes erst der gebildete Bürger war, begriff man in Frankfurt, dass die Gründung einer Universität so etwas wie eine selbstverständliche Bürgerpflicht war. Mit Recht sind deshalb die Frankfurter Universität und mit ihr die Stadt Frankfurt stolz darauf, dass diese Hochschule eine Bürgeruniversität ist.“

 Der Hessische Ministerpräsident und amtierende Bundesratspräsident Volker Bouffier betonte:

„Mit der Gründung der Goethe-Universität durch die engagierte und selbstbewusste Frankfurter Bürgerschaft war es ihr bereits in die Wiege gelegt, dass sie ein Ort des Wissens in der Mitte der Gesellschaft sein sollte. Mut zu Visionen gehören seitdem zur Tradition dieser Hochschule. Heute ist sie eine internationale Denkfabrik, Arbeit- und Impulsgeber für eine ganze Region und ein Zentrum für Forschung und Lehre – ohne den Charakter der Bürgeruniversität verloren zu haben. 19 Nobelpreisträger in 100 Jahren und 46.000 Studierende heute sind eindrucksvolle Zahlen, die erklären, warum die Goethe-Universität zu den akademischen Schwergewichten der Bundesrepublik gehört.“

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann erklärte:

„Frankfurt ist stolz auf seine von Bürgern gestiftete Universität, die nach Jahren der Entfremdung im letzten Jahrzehnt wieder in die Mitte der Stadtgesellschaft zurückgefunden hat. Die Goethe-Universität ist heute unbestritten das intellektuelle Zentrum des Rhein-Main-Gebiets und einer der wichtigsten Standortfaktoren dieser Region mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Keine Einrichtung in Hessen und nur wenige in Deutschland ziehen so viele junge Menschen aus allen Teilen der Welt an. 24% der Studierenden haben einen Migrationshintergrund, Menschen aus 140 Nationen bevölkern den Campus, 40 Prozent der neuen Professoren kamen 2013 aus dem Ausland. Diese Zahlen liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, sind aber typisch für das weltoffene und internationale Klima in Frankfurt. Wir müssen dafür sorgen, dass uns diese jungen Menschen nach Abschluss ihres Studiums nicht verloren gehen. Als Bürgeruniversität gibt die Goethe-Universität heute viele Impulse für die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens, zum Beispiel durch inspirierende Diskussionsveranstaltungen, populärwissenschaftliche Vorträge oder Deutschlands größte Kinder- und Seniorenuniversitäten.“

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl sagte in seiner Ansprache:

„Wissenschaft für die Gesellschaft“ – das war 1914 und das ist heute unser Ziel. Als Forschende und Lehrende nehmen wir die Probleme und Herausforderungen der Zeit wahr. Wir bemühen uns um neue Einsichten und Erkenntnisse, die mittelfristig in praktikable Lösungsvorschläge münden sollen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler agieren wir immer häufiger als Generalisten angesichts der Komplexität der gesellschaftlichen Phänomene. Selbstverständlich geschieht dies stets auch unter der Maßgabe unseres Bildungsauftrags, nämlich junge Menschen an neuen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Und: Wenn wir forschen und lehren, haben wir neben unserem Fach und neben unserer Universität immer auch die Stadt, das Land und ihre Bürgerinnen und Bürger im Blick. Denn: Wir wollen eine echte Bürgeruniversität sein.“

Bahnbrechende Innovationen

Die Universität Frankfurt, die 1914 gegründet wurde und seit 1932 den Namen Goethes trägt, steht für bahnbrechende wissenschaftliche und institutionelle Innovationen: Die Naturwissenschaften erhielten hier erstmals eine eigene Fakultät, auch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften waren als eigener Fachbereich zu dieser Zeit ein Novum. Fächer wie Neurobiologie (Edinger) und Arbeitsrecht hatte es zuvor nicht gegeben. Anfang der 1920er-Jahre wurde das legendäre Institut für Sozialforschung (Frankfurter Schule) gegründet. Das weltoffene Klima an der Goethe-Universität zog schon früh einige der besten Denker und Forscher dieser Zeit an: Otto Stern und Walther Gerlach führten 1922 ihr bahnbrechendes quantenphysikalisches Experiment durch; Stern erhielt dafür später den Nobelpreis; ebenso Max von Laue und Max Born, zwei weitere herausragende Vertreter der Frankfurter Physik. Auch die Medizin kam bald zu Weltruhm: Paul Ehrlich, ein weiterer Frankfurter Nobelpreisträger, entwickelte die erste Chemotherapie. Für die Liberalität der Universität spricht auch, dass erstmals Wissenschaftler jüdischen Glaubens auf eine Professur berufen werden konnten; darunter Franz Oppenheimer, der akademische Lehrer des späteren Bundeskanzlers Ludwig Erhard.

Seit der Wiederumwandlung in eine Stiftungsuniversität, 2008, ist die drittgrößte Hochschule Deutschlands mit einer besonderen Autonomie ausgestattet. Ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an aktuellen gesellschaftlichen Themen wie neuartige Therapien gegen Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen, Erforschung molekularer Maschinen, Struktur der Materie, Herausbildung neuer Gesellschaftsordnungen, Finanzmarktregulierung, frühkindliche Entwicklung, Biodiversität, Klimawandel sowie Green Computing. Alle genannten Forschungs-Schwerpunkte zeichnen sich durch eine hohe nationale und internationale Ausstrahlung aus.

Hinweise für die Medien:

  • Die Pressemitteilung in der endgültigen Fassung sowie die Reden (soweit vorab verfügbar) stehen nach der Veranstaltung in der Paulskirche in Papierform zur Verfügung.
  • Bilder und Reden vom Festakt werden am Samstag gegen 15 Uhr unter folgendem Link auf an dieser Stelle hier bereitgestellt. >> Download (12MB)

Veranstaltungen

Okt 17 2014
08:59

Unter dem Motto „100 Jahre hoch im Kurs“ würdigt Deutsche Börse AG langjährige Zusammenarbeit

Uni-Präsident läutet Handel an Frankfurter Wertpapierbörse ein

FRANKFURT. Der Handel auf dem Frankfurter Börsenparkett wurde am heutigen Freitag durch den Präsidenten der Frankfurter Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, eingeläutet. Anlass war das 100-jährige Bestehen der Universität, zu dem die Deutsche Börse AG dem langjährigen Partner mit einer Spende gratulierte. Die Handelseröffnung wurde von einer Grußbotschaft unterhalb der DAX-Anzeigetafel begleitet: „Goethe-Universität – 100 Jahre hoch im Kurs!“

Gregor Pottmeyer, Finanz- und Personalvorstand der Deutsche Börse AG, sagte: „Für uns ist die Goethe-Universität ein wichtiger Partner am Finanzplatz Frankfurt. Fundierte Forschung zu finanzwirtschaftlichen Themen und ein regelmäßiger Austausch machen die Universität zu einem bedeutenden Erfolgsfaktor am Finanzplatz. Das geht über die exzellente Ausbildung künftiger Fachleute weit hinaus.“

Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Frankfurter Goethe-Universität erklärte: „Wir feiern in diesem Jahr 100 Jahre Goethe-Universität. Die Deutsche Börse ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner der Goethe-Universität und auch Unterstützerin im Jubiläumsjahr. Wir freuen uns über die besondere Ehre, die uns mit der heutigen Opening Bell Ceremony zuteil wird und die Wertschätzung, die in dieser außergewöhnlichen Geste zum Ausdruck kommt. Wir sind gespannt auf weitere gemeinsame Projekte am Finanzplatz Frankfurt in den nächsten 100 Jahren.“

Die Gruppe Deutsche Börse unterstützt unter anderem das House of Finance der Universität, das mehrere interdisziplinäre Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der Finanzwirtschaft und des Finanzrechts unter einem Dach vereint. Sie engagiert sich bei Stiftungsprofessuren, bietet Workshops an und entsendet hochrangige Manager als Dozenten. Gemeinsame Veranstaltungen wie das ILF-Börsenforum bieten einen fachlichen Austausch auf höchster Ebene.

Ansprechpartner für die Medien: Patrick Kalbhenn, Tel. +49-69-2 11-1 15 00, media-relations@deutsche-boerse.com

Bild zum Download: hier. Copyright: Deutsche Börse

Sonstige

Okt 16 2014
16:25

Penn Law School und Goethe Universität wollen herausragenden Jura-Studenten fördern

Stipendium zu Ehren eines Brückenbauers

FRANKFURT. Zu Ehren des Frankfurter Rechtswissenschaftlers Friedrich Kübler (1932-2013), der viele Jahre auch an der Penn Law School in Philadelphia/USA gelehrt hat, wird in dieser Woche ein Stipendium ins Leben gerufen, das einem angehenden Juristen einen Aufenthalt an der renommierten Universität finanziell ermöglichen soll.

Er war in vielerlei Hinsicht ein Brückenbauer: Friedrich Kübler, der von 1976 bis 1998 Gesellschafts- und Kapitalrecht sowie Medienrecht an der Goethe-Universität Frankfurt lehrte­, war in sehr unterschiedlichen Bereichen sowie dies- und jenseits des Atlantiks zu Hause. Er schuf Verbindungen zwischen Ökonomie und Rechtswissenschaft, zwischen Theorie und Praxis – und zwischen Deutschland und den USA. Und das mit aller Konsequenz: Von 1985 bis 2011, also weit über seine Emeritierung an der Universität Frankfurt hinaus, war Kübler Visiting Professor an der University of Pennsylvania, was mit einem häufigen Ortswechsel für die ganze Familie verbunden war.

In Pennsylvania war Kübler als Wissenschaftler und Kollege überaus anerkannt, und er bahnte auch anderen Wissenschaftlern und Studierenden aus Frankfurt den Weg an die Penn Law School. Nach seinem Tod im Oktober 2013 wurde er in einer Pressemitteilung der „Penn Law“ als „most effective bridge to foreign academic communities” bezeichnet. Aus den Reihen der amerikanischen Kollegen kam bald der Vorschlag, Kübler posthum mit einem Stipendium zu ehren, das einem angehenden Juristen aus Frankfurt den Aufenthalt in Pennsylvania ermöglichen soll. Kübler habe die Basis gelegt für die vielen internationalen Angebote und Möglichkeiten für Studierende und Wissenschaftler, die es inzwischen an der Penn Law gebe, erklärt Matthew Parker von der Penn Law School.

Die Penn Law School stellt für das Stipendium 25.000 US$ zur Verfügung in Form eines Nachlasses bei den Studiengebühren, weitere 20.000 US$ wurden auf deutscher Seite gesammelt. „Für mich ist das ein schönes Beispiel, wie bürgerschaftliches Engagement dazu führt, internationale Beziehungen zu stärken“, sagt der bisherige Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Rainer Klump, der sich für das Zustandekommen des Stipendiums eingesetzt hat. Der Start des Stipendiums wird am Freitag, 17. Oktober, in kleiner Runde gefeiert. Der erste Stipendiat soll zum Wintersemester 2015/16 für ein Jahr in die USA reisen dürfen. Die näheren Voraussetzungen stehen noch nicht fest, mit entscheidend wird jedoch laut Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität die Note im Ersten Staatsexamen sein sowie besondere Englischkenntnisse.

Ein Bild des Frankfurter Rechtswissenschaftlers Friedrich Kübler zum Download finden Sie hier.

Informationen: Dr. Susanne Pelster, Geschäftsführung Dekanat Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Tel. 069-798-34205; E-Mail Pelster@jur.uni-frankfurt.de

Forschung

Okt 16 2014
10:48

Neues Puzzle-Teil im komplexen Abwehrmechanismus entschlüsselt

Antibiotika-Resistenz in E. coli

FRANKFURT. Multi-resistente Bakterien sind eine globale Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Ein Ausweg besteht darin, die komplexen Abwehrmechanismen der Bakterien auf molekularer Ebene zu entschlüsseln. Eine internationale Forschergruppe unter Leitung der Goethe-Universität ist nun ein weiterer Schritt zur Aufklärung der Antibiotika-Resistenz bei dem Darmbakterium Escherichia coli gefunden.

E. coli besitzt in seiner doppelten Zellmembran eine Pumpe, die eingedrungene toxische Substanzen wie Antibiotika wieder nach außen befördern kann. Diese Pumpe, das AcrB-Protein, besteht aus zwei Bereichen. Bereits vor einigen Jahren hat die Arbeitsgruppe von Prof. Martin Pos am Institut für Biochemie der Goethe-Universität die Funktionsweise der Pumpe in der Domäne zwischen den zwei Membranen, dem Periplasma, aufgeklärt. Sie arbeitet wie die Darmperistaltik oder eine Quetschpumpe. „Es handelt sich um einem Zyklus mit drei Phasen, entsprechend drei verschiedenen Konformationen der Proteinpumpe“, erläutert Martin Pos.

Zunächst wird das Antibiotikum erkannt und locker gebunden, im nächsten Zustand im inneren der Pumpe fest gebunden, und im dritten durch das Protein hindurch gequetscht und nach außen entlassen. Nun hat die Gruppe auch die Funktion der Transmembrandomäne aufgeklärt: Sie befindet sich in der innere Membran der Gram-negativen E. coli Zelle und liefert die Energie für den Antibiotika-Transport. Auch diese Domäne durchläuft während des Transportes einen Zyklus mit drei Phasen.

Der „Treibstoff“ für die AcrB-Pumpe sind Protonen, die über die Transmembrandomäne in die Zelle aufgenommen werden. Wie das funktioniert, hat die Arbeitsgruppe von Pos herausgefunden, in dem sie zunächst die drei-dimensionale Struktur mehrerer Varianten der AcrB Pumpe mittels Röntgenstrukturanalyse analysierte. In Computersimulationen machte die Arbeitsgruppe von Dr. José Faraldo-Gómez  vom National Institute of Health (NIH) in den USA, der vorher am Max-Planck Institut für Biophysik in Frankfurt war, den Mechanismus sichtbar. „Der Protonentransport induziert eine Bewegung ähnlich wie beim Zylinder eines Kolbenmotors“, erläutert Martin Pos. „Und obwohl die Transmembrandomäne weit entfernt liegt von der Domäne, welche die Antibiotikamoleküle nach außen transportiert, sieht es so aus, als wären die alternierenden Zyklen der beiden Domänen strikt gekoppelt“

Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Transport und Kommunikation durch biologische Membranen“ an der Goethe Universität und der europäischen „Innovative Medicines Initiation“ (IMI) gewonnen wurden, liefern möglicherweise neue Ansätze im Kampf gegen multiresistente Bakterien. IMI ist Europas größte public-private-Initiative mit dem Ziel, die Entwicklung besserer und sicherer Medikamente voran zu treiben. „AcrB ist ein Modellprotein, welches sehr nahe Verwandte hat in anderen multiresistenten pathogenen Bakterien, wie zum Beispiel Acinetobacter baumannii. Beim Menschen gibt es auch verwandte Proteine, die möglicherweise nach einem ähnlichen Mechanismus funktionieren. Sie transportieren jedoch nicht Antibiotika, sondern spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Cholesterin-Gehalts in den Zellen oder der Entwicklung des Embryos“, so Pos über die weiteren Anwendungsfelder des Forschungsergebnisses.

Publikation:

Eicher, T., Seeger, M. A.., Anselmi, C., Zhou, W., Brandstätter, L., Verrey, F., Diederichs, K., Faraldo-Gómez, J. D.*, Pos, K. M.* (2014) Coupling of remote alternating-access transport mechanisms for protons and substrates in the multidrug efflux pump AcrB. eLife 3:e03145. http://elifesciences.org/content/3/e03145

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext:

Oben: AcrB-Pumpe, mit deren Hilfe E.Coli-Bakterien eingedrungene Antibiotika (grün) aus der Zelle befördern. Antrieb ist ein Gradient aus Protonen (H+). Dabei wird die freigesetzte Energie von der Transmembrandomäne (schwarz umrandet) durch zwei Helices (rot) zu der Antibiotika-transportierenden Domäne übertragen. Unten: Die Transmembrandomäne in ihren drei verschiedenen Zuständen.

Informationen: Prof. Klaas Martinus Pos, Institut für Biochemie und Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29251, pos@em.uni-frankfurt.dewww.biochem.uni-frankfurt.de/index.php?id=7 und http://www.sfb807.de/klaas-martinus-pos.html

Personalia/Preise

Okt 16 2014
10:06

100.000 Euro für Krebsforscher Florian Greten

Neuer Forschungspreis zum Jubiläum der Goethe-Uni

FRANKFURT. Krebsforscher Florian Greten, Direktor des Georg-Speyer-Hauses, ist mit dem Innovationspreis für Lebenswissenschaften ausgezeichnet worden. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wurde anlässlich des 100.jährigen Jubiläums der Goethe-Universität von Dr. Jochen Hückmann, Ehrenbürger der Universität, gestiftet. Der Preis soll die Anwendung lebenswissenschaftlicher Grundlagenforschung in der Klinik fördern und damit die Rolle der Goethe-Universität als Innovator für den Medizin- und Pharma-Standort Frankfurt demonstrieren.

Florian Greten, 41, erforscht die Entstehung und Therapie von Darmkrebs. Bislang ging man davon aus, dass nur die eigentlichen Stammzellen des Darms Tumorwachstum auslösen können. Mit seiner Arbeitsgruppe konnte Greten vor Kurzem den genetischen Beweis erbringen, dass im Prinzip jede Zelle im Darm wieder die Eigenschaften von Stammzellen annehmen und damit Krebs auslösen kann. Das hat wichtige Folgen für Therapien, die spezifisch Tumorstammzellen angreifen. „Wir vermuten, dass solche Therapien möglicherweise nicht erfolgreich sind, da andere Zellen im Tumor wieder zu Stammzellen werden können und damit die eliminierten Stammzellen ersetzen“, so Greten.

Greten hat außerdem ein Tiermodell etabliert, an dem sich die Entstehung von Darmkrebs beobachten lässt. Durch eine genetische Veränderung fehlt den Mäusen ein Tumor unterdrückendes Gen, das Tumorsuppressorgen p53. Greten untersuchte auf der zellulären und molekularen Ebene, wie der Verlust von p53 zu einer akuten Entzündungsreaktion führt, welche essentiell ist für die Invasion und Metastasierung von Tumorzellen. An den Mäusen testet seine Arbeitsgruppe auch neue endoskopisch gesteuerte, bildgebende Verfahren sowie neue Medikamente zur Therapie von Darmkrebs.

Florian R. Greten ist seit August 2013 Direktor des Frankfurter Georg-Speyer-Hauses, das 1904 durch eine Spende von Franziska Speyer, der Witwe Georg Speyers, gegründet wurde. Sein erster Direktor, der Nobelpreisträger Paul Ehrlich, widmete sich dort der Krebsforschung und entwickelte erste Chemotherapien. Der Krebsforscher Florian Greten kam von der Technischen Universität München nach Frankfurt. Er hat bereits einige Preise und Auszeichnungen erhalten: 2005 ein Emmy-Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2011 den begehrten „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats und 2012 den Deutschen Krebspreis.

Informationen: Prof. Florian R. Greten, Georg-Speyer-Haus, Paul-Ehrlich-Str. 42-44 Tel.: (069) 63395-183, Greten@gsh.uni-frankfurt.de

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Greten erhielt den Innovationspreis für Lebenswissenschaften

Personalia/Preise

FRANKFURT. Ein deutsches und ein italienisches Start-up-Unternehmen überzeugten die Jury des 2. Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerbs. Im Rahmen der Technologiekonferenz CONTEC auf der Frankfurter Buchmesse 2014 wurden zwei erste Preise vergeben: Den Preis in der Kategorie „Entrepreneurship“ erhielt das italienische Unternehmen Tworeads, das einen referenzbasierten Empfehlungsalgorithmus für Sachbücher präsentierte und damit gegenüber Amazon eine vielversprechende Alternative anbietet. Der Preis in der Kategorie „Intrapreneurship “ ging an Oetinger34, ein innovatives Projekt des Hamburger Oetinger Verlags, das beim 2. Digital Publishing Creative Ideas Contest mit einer Co-creation-Plattform und Online-Community antrat: Oetinger34 bietet Grafikern und Textern einen Raum, in dem sie gemeinsame Projekte entwickeln können. Der Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerb wird von der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Goethe-Unibator, dem Gründerzentrum der Goethe-Universität, ausgerichtet, und fand 2014 zum 2. Mal statt.

Insgesamt fünf Finalisten hatten sich für den Live-Pitch vor Publikum qualifiziert: Neben Tworeads und Oetinger34 waren es OECD Data aus Frankreich, das indische Unternehmen Papertrell und Consetto, ebenfalls aus Deutschland. Die Jury vor Ort setzte sich zusammen aus Justo Hidalgo (24 Symbols), Ed Nawotka (Publishing Perspectives), Holger Volland (Frankfurter Buchmesse) und Dr. Sebastian Schäfer (Goethe-Unibator). Moderiert wurde die Session „Hug the Alien“ von der US-Medienexpertin Kat Meyer.

„Mit dem Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerb, den wir gemeinsam mit dem Goethe-Unibator gestartet haben, bieten wir jungen, kreativen Unternehmern eine Gelegenheit, ihr Produkt auf der Frankfurter Buchmesse vorzustellen: Hier haben sie eine gute Chance, mit potentiellen Kunden und Sponsoren ins Gespräch zu kommen und den Bekanntheitsgrad ihres Unternehmens zu steigern“, sagte Holger Volland, VP Media Industries der Frankfurter Buchmesse.

„Die Produkte und Lösungen, die in der CONTEC-Session „Hug the Alien“ gepitcht wurden, waren spannend und innovativ, und die Bandbreite an Ideen beeindruckend. Ich freue mich, dass wir mit zwei ersten Preisen diese Vielfalt abbilden konnten“, sagte Sebastian Schäfer, Managing Director des Goethe-Unibators.

Kontakt: Goethe-Unibator, Dr. Sebastian Schäfer, Tel. (069) 798-23472, info@goetheunibator.de

Mehr Informationen unter www.goetheunibator.de

Veranstaltungen

Okt 15 2014
14:01

Jubiläumsausstellung im MUSEUM GIERSCH: „Ich siehe wunderbare Dinge“ präsentiert vom 19. Oktober 2014 bis 8. Februar 2015 außergewöhnliche Stücke aus 40 Sammlungen

Aus den Schatzkammern der Goethe-Universität

FRANKFURT. „Ich sehe wunderbare Dinge“ sagte Howard Carter, als er 1922 zum ersten Mal im Tal der Könige ins Grab von Tutenchamun blickte. Unbekannte Schatzkammern verbergen sich auch in den Depots, Büros, Archivräumen oder auf den Dachböden, wo die über 40 Sammlungen der Goethe-Universität und ihrer Kooperationspartner lagern. Millionen Objekte aus 4,6 Milliarden Jahren sind in über 100 Jahren Forschung und Lehre entstanden und gesammelt worden. Sie lesen sich wie ein Kaleidoskop der Erd- und Menschheitsgeschichte. Erstmals gibt die Jubiläumsausstellung zur Hundertjahrfeier der Goethe-Universität Einblicke in das breite Spektrum an Sammlungen der Geistes- und Naturwissenschaften, der Medizin sowie der Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs. Auch Objekte der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden gezeigt.

Die Goethe-Universität öffnet ihre Archive und Schatzkammern und zeigt die schönsten Stücke im Rahmen der Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge“, die unter der Leitung von der Ausstellungsmacherin Dr. Charlotte Trümpler und Ihrem Team (Judith Blume, Dr. Vera Hierholzer) aus Wissenschaftlern und Studierenden kuratiert wurde.

DIE GOETHE-UNIVERSITÄT UND IHRE SAMMLUNGEN

Gemeinsam mit dem Industriellen Wilhelm Merton sowie großbürgerlichen – darunter vielen jüdischen – Mäzenen setzte sich der Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes (1846 – 1915) viele Jahre lang für die Gründung einer Universität in Frankfurt ein, die 1914 schließlich eröffnet wurde. Neben der Stadt waren unter anderen die Akademie für Social- und Handelswissenschaften, der Physikalische Verein und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft beteiligt, die die Anatomie, den Botanischen Garten und nicht zuletzt eine umfangreiche Bibliothek als Sammlungsgut miteinbrachte.  Andere Gründungsinstitutionen stellten der jungen Universität wichtige historische Buch- und Objektbestände wie die Rothschild’sche Bibliothek und die Städel’sche Abguss-Sammlung zur Verfügung.

Viele dieser historischen Sammlungen wurden leider im Zweiten Weltkrieg zerstört, einige haben die Kriege jedoch wie durch ein Wunder überlebt. Sie stammen auch aus der Anfangszeit der Universität und wurden von den ersten Professoren innerhalb ihrer Forschungen zusammengetragen, so die Moulagensammlung Karl Herxheimers oder die einzigartigen Gehirnpräparate, die Ludwig Edinger als Gründer der ersten Hirnforschungsstätte Deutschlands zusammenstellte. Ein weiteres Beispiel sind die meterlangen Kopien prähistorischer Felsbilder, die Leo Frobenius in den 1920er und 1930er Jahren in Afrika anfertigen ließ.

Die Sammlungen stehen damit sinnbildlich für 100 Jahre Forschung und Lehre der Goethe-Universität. So finden sich je nach Fachbereich Instrumente, Modelle und Präparate, Belegmaterial, historische und persönliche Dokumente, Audio-, Bild- und Filmquellen, darunter auch so überraschende Bestände wie das Jugendkulturarchiv oder das Comic-Archiv. Sie umfassen Dinge, mit denen Wissen produziert und vermittelt wird.

DIE AUSSTELLUNG

Im ersten Raum ist der Besucher eingeladen, einzigartige und wertvolle, ebenso wie unscheinbare und überraschende Gegenstände selber zu entdecken und so die Sammlungsvielfalt exemplarisch kennenzulernen. So ist der älteste Nachweis eines Menschen, der 2,4 Millionen Jahre alten Unterkiefer eines Homo rudolfensis aus Malawi (Afrika) zu bewundern, ebenso wie das älteste Ziehbilderbuch der Welt aus der Kinderbuch-Sammlung Walter Benjamins von 1825 oder ein vom berühmten Popkünstler Andy Warhol handsigniertes Plakat.

Nach der Konzentration auf das Einzelne betritt der Besucher einen Raum, in dem er hinüber geleitet wird in die Atmosphäre der nun folgenden, thematisch orientierten Sammlungsräume. Ein großes Regal sowie eigens für die Ausstellung hergestellte Fotografien von den Sammlungsräumen zeigen gefüllte Depots, Tausende von Filmrollen, Objekte in meterlangen Kellerregalen und gestapelte Kisten auf Dachböden. Gläser gefüllt mit Krebsen, Dünnschnitten, Embryonen oder Gewürzproben lagern nebeneinander und geben einen Eindruck von der schieren Menge an Objekten, die in den unbekannten Schatzkammern der Universität aufbewahrt werden.

Die weiteren Räume sind bewusst nicht nach einzelnen Sammlungen gegliedert, sondern nach übergreifenden Themen, die relevante Aspekte des menschlichen Lebens ansprechen und in den Sammlungsobjekten aufscheinen: Neugier, Glaube, Köpfe, Idealbild, Wanderung, Bewegung, Emotionen, Protest, Gewalt, Tod, Zeit. Die überraschende Gegenüberstellung von Objekten aus den verschiedenen Fachbereichen erzeugt spannende Dialoge. Sichtbar werden dabei einerseits Unterschiede und Brüche, andererseits Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte der verschiedenen Disziplinen und regen damit zu neuen Fragestellungen an (siehe die Zusammenstellung der 13 Themenräume).

Der Abschluss ist dem Thema Kaffee und einem kleinen Seitenblick auf den Fachhumor an der Universität gewidmet. Dieser von Studierenden mitgestaltete Raum präsentiert Objekte, die im Zusammenhang mit Kaffee stehen sowie eine neue Sammlungen von Kaffeetassen der Universitätsangehörigen. Der Besucher hat die Möglichkeit sich bei einer Tasse Kaffee auszuruhen, im Katalog zu blättern, sich in die neue Online-Plattform zu den Sammlungen zu vertiefen oder die Filme anzuschauen.

FILME

Zur Ausstellung sind insgesamt 41 Filme entstanden von Sophia Edschmid und Philipp Kehm mit Musik von Nicolas Gebbe, die die spannenden Forschungen der letzten 100 Jahre lebendig lassen werden. Sie erlauben dem Betrachter einen humorvollen Blick über die Schulter der Wissenschaftler in ihre aktuellsten Untersuchungen und hinter die Kulissen der Universität. Die DVD mit allen Filmen ist dem Katalog beigegeben.

Ein Teaser zur Ausstellung sehen Sie auf dem Youtube der Goethe-Universität: http://youtu.be/QV8PITmHTNQ.

PLATTFORM (www.uni-frankfurt.de/sammlungen)

An einem Terminal ist die neue Online-Plattform abrufbar, die von der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ im Rahmen von Lehrveranstaltungen am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften entwickelt wurde. Im Mittelpunkt der Plattform, die stetig erweitert wird, stehen anschaulich geschriebene Objekterzählungen von Studierenden.

KATALOG

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen von 400 Seiten, 500 farbigen und s/w Abbildungen, sowie einer DVD mit den 41 Filmen zum Preis von 20 Euro.

 

Anlage 1)

STATEMENTS

Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl, der die Ausstellung zusammen mit dem Stifter und Mäzen Carlo Giersch am 15. Oktober im MUSEUM GIERSCH der Öffentlichkeit vorstellte, sprach von einer einzigartigen Möglichkeit, historische wie aktuelle Forschungsarbeiten der Goethe-Universität auf neue Weise zu entdecken und zu erleben.

„Als Universität, die sich das Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ auf die Fahnen geschrieben hat, möchten wir die Faszination und die Attraktivität von Wissenschaft vor Augen führen. Die Ausstellung ist daher viel mehr als eine reine Dokumentation. Sie stellt auf ästhetisch und inhaltlich ansprechende Weise Verbindungen her zwischen den Erlebniswelten von Menschen und ausgewählten Objekten der wissenschaftlichen Arbeiten. Damit bauen wir eine Brücke zu unserer Gesellschaft. Ich hoffe, dass viele Menschen aus Frankfurt, Hessen und Deutschland in den nächsten Monaten diese Begeisterung fühlen und mit uns teilen können. Ich bin Carlo Giersch und seiner Frau Karin dankbar, dass sie diese Ausstellung zum 100jährigen Jubiläum der Goethe-Universität in ihrem Hause möglich gemacht haben. Sie stellen nicht nur ihr Museum zur Verfügung, sondern haben darüber hinaus auch einen Großteil der Ausstellungskosten zusammen mit anderen Stiftern übernommen.“

Senator eh. Carlo Giersch hob hervor, dass die Intimität des MUSEUM GIERSCH, das am Sachsenhäuser Mainufer in einer alten Villa residiert, einen hervorragenden Rahmen bietet für diese ambitionierte Schau: „In den letzten Jahren hat unser Museum immer wieder außergewöhnliche Ausstellungen gezeigt. Eine Ausstellung jedoch, bei der die Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst aufgehoben werden, hat es in dieser Form bisher weder hier noch anderswo in Deutschland gegeben. Wir betreten damit also Neuland. Darauf bin ich stolz. Mich hat dieses Konzept von vornherein so überzeugt, ja fasziniert, dass meine Frau Karin und ich sich daran gern auch mit erheblichen Eigenmitteln beteiligt und zudem weitere Mittel von Unternehmen und Persönlichkeiten aus der Frankfurter Stadt-Gesellschaft eingeworben haben.“

Ausstellungsmacherin Dr. Charlotte Trümpler schilderte welch ungeheure Faszination diese vielfältigen Objekte in den Sammlungen auf sie ausübten: „Es war wirklich wie ein Ausgraben, Schicht für Schicht legte man in den Sammlungsräumen, Depots, Archiven, Kellern, Dachböden und Büros die unglaublichsten Dinge frei. Die Geschichten, die hinter den Objekten stehen erzählen von Menschen, die dank einer unermesslichen Neugier, einem enormen Willen und einer Besessenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen und Neues zu entwickeln, die Forschungen der letzten 100 Jahre bahnbrechend vorangebracht haben und die unglaublichsten Dinge entdeckt haben.“

 

Anlage 2)

DIE THEMEN DER AUSSTELLUNG 

1) Neugier

Bildnis von Ludwig Edinger beim Sezieren eines Gehirns. Gemälde von Lovis Corinth, 1907
Blick nach Innen, Blick in die Ferne: Gehirne, Tierschnitte, gezüchtete Salzkristalle, Tagebücher über die Kxoé-Buschleute, Studie von Theodor W. Adorno zum Betriebsklima. 

2) Glaube
Biblia, Die Heilige Schrift, Germantown 1743. Erste in einer europäischen Sprache übersetzte Bibel in Amerika.
Götter, Occulta, Rituale: Nordische Götter, Zeusdarstellungen, Geisterkunde, rituell zerschlagene Terrakotten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus Syrien, Magische Felsbilder.

3) Köpfe
Doppelporträt von Max und Maidon Horkheimer, Clara Quien 1971
Memoria, Rekonstruierte Gesichter, konservierte Gesichter: Porträt von Johann Wolfgang Goethe, Daguerreotypie von Arthur Schopenhauer, Rekonstruktionen vom Homo erectus, Gesichtspräparate.

4) Idealbild
Torso der Aphrodite, Gipsabguss nach einem Original des 3. Jahrhunderts v. Chr.
Die ideale Frau, der ideale Körper, der typisierte Mensch: Lara Croft, Barbie, orthopädisches Stützkorsett, Lexikon der Schönheit, Glasnegativ eines „Negermädchens“ aus dem Nachlass des Rassenhygienikers der NS-Zeit Ottmar Freiherr von Verschuer, Sammelalben mit Völkerschauserien.

5) Wanderung
Statuenkopf aus der ehemaligen Sammlung des China-Instituts, Holz, Ming-Dynastie (1368 – 1644)
Objekte reisen, Objekte ziehen um, Zukunft ungewiss: Koffer aus Tomatendosen aus Syrien, Aggressiver Krebs aus Japan, Fotografien von Kunstwerken auf den Campi der Universität, Wachsmoulagen, Präparate von Vogelgehirnen

6) Bewegung
Zander Widerstandsgerät, Fitnessgerät zur Stärkung der Rückenmuskulatur, 1900
Affen auf Reisen, Zurück zur Bewegung, Volksbewegung: Skelett eines Klammerschwanzaffen aus dem Amazonas, Felsbildkopie mit Affen von Lesotho, Beinprothese, Turnschuhe aus Nigeria, Bücher über Deutschen Sportgeist und Arbeitersport.

7) Protest
Punkjacke von 1998 – Geschenk einer ehemaligen Studentin an das Jugendkulturarchiv
1848 – 1968 – 2009: Struwwelputsch, Herbert Marcuse, Rudi Dutschke, Fotos von Barbara Klemm, Casino Besetzung.

8) Emotionen
Kostüm der Schauspielerin Adele Sandrock für die Rolle »Gretchen« in Goethes Faust, 1. Teil ,Wien, um 1890
Gespielte Gefühle, Musik, Denkmal der Freundschaft: Gipsabguss einer tanzenden Mänade, Sanduhrtrommel aus Burkina Faso, Notenskizzenheft von Theodor W. Adorno, Stammbuch von Samuel Thomas von Soemmering, Manuskript “Die Unfähigkeit zu trauern” von Margarete und Alexander Mitscherlich.

9) Gewalt
Tisch mit Karteikarten zu den SS-Angehörigen und den Opferzeugen der Auschwitz-Prozesse, 1960er-Jahre
Aggression im Alltag, eine Universität im Krieg, Auschwitz-Prozesse: Schädel mit Messer, Projektile von Pistolen, Dissertation von Josef Mengele, der Erste und Zweite Weltkrieg im Kinderbuch, Ortsbesichtigung von Auschwitz durch die hessische Staatsanwaltschaft.

10) Tod
Das Sofa, auf dem Arthur Schopenhauer 1860 gestorben ist.
Nachleben, Weiterleben, Totenköpfe, Jagd: Nachlässe, Antike Grabbeigaben, Totenkult der Gothic-Szene, Pfeilspitzen aus der Steinzeit, Herbarbeleg von Gifpflanzen für Pfeilgift, Felsbilder mit Jagddarstellungen.

11) Zeit
Evronot, jüdische Kalenderregeln, 16./17. Jahrhundert
Zeit messen, Zeit einteilen, Zeit feiern: Landkarten des Großraums Frankfurt vom 16. Jahrhundert bis heute, mumifizierter Schädel aus dem Frankfurter Stadtwald, eine von Ferdinand Kramer für die Universität gestaltete Uhr, Taufkleid Eva Demskis, ein über 542 Millionen Jahre altes Zirkongestein

12) Kaffee
Die Uni in 30 Kaffeetassen – eine neue Sammlung zusammengestellt von Studierenden
Echte Kaffeepflanze, Utensilien für eine äthiopische Kaffeezeremonie, reines Coffein, Kaffeeersatzstoffe, Liebig’s Sammelbilder, Kinderbücher.

13) Humor
Plakat für den Adorno Ähnlichkeitswettbewerb 
Gezeichnete Umlaufmappe, Gartenzwerg, Fotografien von ironischen Impressionen aus den Sammlungsräumen.

Veranstaltungen

Okt 14 2014
15:57

Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft

Die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels

FRANKFURT. Lassen sich zukünftige Auswirkungen des Klimawandels abschätzen? Welche Auswirkungen sehen wir auch in Deutschland? Gibt es zukunftsweisende Lösungsansätze für Trinkwasserprobleme in den trockenen Regionen der Erde? Auf diese Fragen gehen Wissenschaftler aus ganz Deutschland in der Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft zum Thema „Die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels“ ein. Die Vorträge finden mittwochs  um 18.15 Uhr im Hörsaalgebäude der Goethe-Universität (H14, 4.Stock) auf dem Campus Bockenheim statt. Sie richten sich auch an ein interessiertes Laienpublikum.

Zum Auftakt am 29. Oktober fragt Prof. Petra Döll von der Goethe-Universität Frankfurt „Welche Auswirkungen des Klimawandels wurden bereits beobachtet (und welche noch nicht)?“ Petra Döll ist Leitautorin des Kapitels Süßwasserressourcen im aktuellen Fünften Sachstandsbericht des IPCC.

Am 12. November wird Prof. Wilfried Haeberli von der Universität Zürich in seinem Vortrag „Eisschwund und neue Seen im Hochgebirge“ die Problematik der Hochgebirgs-Seebildung in Folge des Gletscherrückgangs aufzeigen und einen möglichen Umgang mit diesen vorstellen, zum Beispiel zur Energiegewinnung.

Prof. Jürgen Schmude von der Universität München spricht in seinem Vortrag „Auf der Suche nach Schnee – Flucht vor der Hitze?“ am 26.November über Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus. Er wird das Reiseverhalten diskutieren und Szenarien für diverse Branchen und Reiseregionen vorstellen.

Der Vortrag „Ägyptens Wasserressourcen in Zeiten des globalen Wandels“ am 10. Dezember von Olaf Bubenezer, Professor an der Universität zu Köln, behandelt die Bedeutung des Nils als Lebensader Ägyptens. Großprojekte zur Ableitung des Nilwassers und die Förderung von endlichen Grundwasserressourcen stellen kaum eine nachhaltige Lösung für die ständig wachsende Bevölkerung Ägyptens dar.

Eine in den vergangenen 50 Jahren weltweit um 0,6 °C angestiegene Jahresmitteltemperatur ist ein Effekt des Klimawandels und ein Hinweis auf zukünftige Effekte. Prof. Thomas Hickler, BIK-F und Goethe-Universität Frankfurt, berichtet in seinem Vortrag „Aktuelle Auswirkungen des Klimawandels auf Biodiversität und Ökosysteme“ am 14. Januar 2015 wie hoch spezialisierte Pflanzen-Arten, die häufig bedroht oder geschützt und lokal begrenzt sind, auf veränderte Blütezeiten reagieren.

Am 28. Januar 2015 wird Wolf-Dieter Blümel, Professor an der Universität Stuttgart, in seinem Vortrag „Vom Polareis zur Hitzewüste – Klima- und Landschaftswandel in Extremgebieten“ die Existenz eines Zusammenhanges zwischen der Abnahme der Polareisschilde und der Ausdehnung von Hitzewüsten mithilfe eines Rückblickes auf die jüngere Vergangenheit unseres Globus untersuchen.

Otmar Löhnertz, Professor an der Hochschule Geisenheim, diskutiert in seinem Vortrag „Bedeutung des Klimawandels für den Weinbau in Deutschland“ am 04. Februar 2015, wie steigende Temperaturen die Wachstumsphasen und Nährstoffhaushalte der Böden verändern und welche Probleme dadurch in der Weinproduktion entstehen.

Die Frankfurter Geographische Gesellschaft, gegründet am 9. Dezember 1836 als "Geographischer Verein zu Frankfurt am Main" von Frankfurter Bürgern, ist die zweitälteste geographische Gesellschaft in Deutschland und die viertälteste der Welt. Sie ist eng mit den geographischen Instituten am Fachbereich Geowissenschaften/Geographie der Goethe-Universität Frankfurt verknüpft.

Informationen: Peter Behr, Tel.: (069) 798-40336, Behr@em.uni-frankfurt.de, http://www.geo.uni-frankfurt.de/ipg/fgg/

Veranstaltungen

Okt 14 2014
12:11

Studierende haben sich mit Geschichte des Gründungsstandortes der Goethe-Universität beschäftigt. Ausstellungseröffnung am 16. Oktober

Ausstellung zum Campus Bockenheim

FRANKFURT. „Vom Auditoriengebäude zum Campus Bockenheim“ lautet der Titel eines studentischen Forschungsprojektes des Kunstgeschichtlichen Instituts: Die Studierenden haben die Geschichte des Gründungsstandortes der Goethe-Universität aufgearbeitet und sich dabei schwerpunktmäßig mit Planungsgeschichte und Bauwerken auseinandergesetzt. Dazu wurde die 100-jährige Zeitspanne von den Anfängen im Jahr 1914 über die Neu- bzw. Umgestaltung durch Ferdinand Kramer in den 1950er und 1960er Jahre  bis zu den neuesten Transformationen von Studierenden untersucht. Das vielgestaltige Material umfasst historische und aktuelle Fotografien sowie Filme, Baupläne und -modelle, Zeitzeugenberichte, aber auch besondere Fund- und Erinnerungsstücke und wird ab dem 16.Oktober 2014 auf dem Campus Bockenheim präsentiert.

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Orte und wird für einen Monat in der Kunstbibliothek und am ehemaligen Studien-Service-Center  zu sehen sein. Begleitend erscheint ein Katalog, der die Campusgeschichte und das Forschungsprojekt dokumentiert

„Vom Auditoriengebäude zum Campus Bockenheim“
Eröffnung: Donnerstag, 16. Oktober 2014, 17 Uhr
Ort: Kunstbibliothek, Senckenberganlage 31 (Campusseite) und ehem. Studien-Service-Center, Bockenheimer Landstraße gegenüber Universitätsbibliothek (Campusseite).
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Freitag 10 bis 17 Uhr. 

Mehr Informationen unter http://www.kunst.uni-frankfurt.de/de/

Veranstaltungen

Okt 14 2014
11:59

Öffentliche Vortragsreihe der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ im Wintersemester 2014/2015

„Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“

FRANKFURT. Der Dialog mit dem Koran ist nie verstummt. Heute werden Diskussionen oft polemisch, dogmatisch und ohne Sachkenntnis geführt. Das erschwert die Kommunikation zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, aber auch unter den Muslimen unterschiedlicher Richtungen. Das Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität will diese Diskussion mit ihrer öffentlichen Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“ versachlichen. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG beleuchten in Wintersemester international renommierte Forscher, wie der Koran im Laufe der Jahrhunderte bis heute im Osten wie im Westen fortwährend rezitiert, rezipiert und interpretiert wurde.

Der Koran gilt als Gotteswort, das dem Propheten Muhammad zwischen 610 und 632 offenbart wurde. Er lieferte nicht nur religiöse Normen, sondern beeinflusste auch Rechts- und Wirtschaftsnormen, wirkte in die mystischen Strömungen des Islams hinein und war grundlegend für literarisch-ästhetische Genres in den verschiedenen Islamsprachen. Die Vorlesungsreihe richtet sich an ein Publikum, das einen Zugang zum Koran bisher überwiegend durch einschlägige Medienberichte oder orientalistische Literatur gefunden hat, aber auch an Muslime, die sich für die vielseitigen Facetten der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Koran interessieren. Diese Reihe will gerade in Frankfurt, wo eine islamische Theologie in Deutschland entsteht, Räume schaffen, um eine gemeinsame wissenschaftliche Sprache zu entwickeln.

„Das Fremde verstehen: Europäische Koranübersetzungen vom Mittelalter bis heute“ – diesem Thema stellt sich zum Auftakt der Reihe am Montag (20. Oktober) Prof. Dr. Hartmut Bobzin, Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor gibt Prof. Dr. Ömer Özsoy, der gemeinsam mit Prof. Dr. Bekim Agai vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität diese Reihe konziptiert hat, eine kurze Einführung. Die Bezeichnung „Koran“ – auf Deutsch „Lesung“ oder „Vortrag“ – gilt im strengeren Sinne nur für den arabischen Koran, da Muslime im gesamten islamischen Raum der Überzeugung sind, dass der Koran als Gottes Wort in arabischer Sprache offenbart wurde.

Der Religionswissenschaftler Bobzin, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Koran-Rezeption im Abendland befasst und 2010 eine neue vollständige Übersetzung des Korans im C.H. Beck Verlag herausgegeben hat, beginnt seinen Vortrag im Hochmittelalter. Damals wurde der Koran erstmals ins Lateinische übersetzt. Anlass war die Auseinandersetzung mit dem Islam während der Kreuzzüge im Heiligen Land und der Reconquista in Spanien. Der Koran, damals meist als „die türkische Bibel“ bezeichnet, galt in Europa lange nur als unvollständiges und ungeordnetes, der Bibel nicht ebenbürtiges Buch. Erst im Zuge der Aufklärung setzte sich ein positiveres Bild durch, und es entstanden Koranübersetzungen, u.a. durch Friedrich Rückert, auf philologischer Grundlage. Die erste von einem Muslim angefertigte Koranübersetzung war die des britisch-muslimischen Literaten Mohammed Marmaduke Pickthall im Jahre 1930.

Die Vorträge auf einen Blick:

Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 18 Uhr im Renate von Metzler-Saal, Casino, Campus Westend statt.

20. Oktokber 2014
Hartmut Bobzin, Universität Erlangen-Nürnberg
Das Fremde verstehen: Europäische Koranübersetzungen vom Mittelalter bis heute
(Einführung Ömer Özsoy, Goethe-Universität)

3. November 2014
Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin
Eine epochale Aufgabe: Die Etablierung islamischer Theologie an deutschen Universitäten
(Ausstellung „Arabische Kalligraphie“, Adel Ibrahim al Sudany)

17. November 2014
Ahmad Milad Karimi, Universität Münster
Der Koran als Kunstwerk? Zur Ästhetik der Offenbarung im Islam
(Mit Koranrezitation von Burak Mercan, Goethe-Universität)

1. Dezember 2014
Podiumsdiskussion
Fair Trade? Korankonformes Business in Zeiten globaler Finanzwirtschaft
Moderation : Mark Chalil Bodenstein, Goethe-Universität
Wirtschaftstheoretisches Statement : Volker Nienhaus, Universität Marburg
Islamwissenschaftliches Statement : Rüdiger Lohlker, Universität Wien

15. Dezember 2014
Enes Karic, Universität Sarajevo
Koran-Übersetzung als Politikum. Die Übertragung (1895) von Mihajlo Mico Ljubibratic

12. Januar 2015
Nicolai Sinai, Universität Oxford
Wie viel Kritik verträgt der Koran? Zum gegenwärtigen Stand der historisch-kritischen Koranforschung

26. Januar 2015
Stefan Wild, Universität Bonn
Viele Wege zum Text? Gespräche zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

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Okt 13 2014
14:32

100 Jahre: Goethe-Universität lädt Bürger aus Stadt und Region am 18. Oktober zum Geburtstagsfest ein/Großes Jubiläumsfeuerwerk auf dem Campus Westend um 21 Uhr

Fulminantes Finale des Jubiläumsjahres

FRANKFURT. Am Samstag, den 18. Oktober feiert die Goethe-Universität ihren 100. Geburtstag auf dem Campus Westend mit einer Party und einem großen Feuerwerk. Und alle Bürger Frankfurts und der Region sind eingeladen, im und rund um das Casinogebäude auf dem Campus Westend mitzufeiern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Los geht es um 18:00 Uhr mit Unterhaltung, Musik und Tombola – deren Hauptpreis ein Jubiläumsfahrrad sein wird. Für abwechslungsreichen Hörgenuss und möglicherweise den einen oder anderen Tanz sorgt von 18-20 Uhr die Band Madhouse Flowers. Danach legt bis 21 Uhr DJ Christian Rindermann auf.

Natürlich gehört zu einem richtigen Geburtstagsfest auch eine Torte. Diese ist dem markantesten Gebäude der Universität nachempfunden – dem IG-Farben-Haus – und ein Geburtstagsgeschenk des Studentenwerks Frankfurt. Weiterhin ist mit verschiedenen Essens- und Getränkeständen für das leibliche Wohl gesorgt.

Pünktlich um 21:00 Uhr wird rund um das IG-Farben Gebäude ein 15-minütiges Jubiläumsfeuerwerk gezündet. Damit finden die bereits das ganze Jahr über laufenden Geburtstagsfeierlichkeiten der Goethe-Universität mit insgesamt rund 120 Veranstaltungen ein fulminantes Finale!

Am Sonntag, den 19. Oktober, eröffnet dann noch im MUSEUM GIERSCH am Frankfurter Schaumainkai eine besondere Ausstellung mit den schönsten Stücken aus 40 Sammlungen der Goethe-Universität, die der Öffentlichkeit bisher noch nie gezeigt wurden.

Veranstaltungen

Okt 10 2014
16:08

Lesung mit Turm-Graffiti und Ausstellung zu Frankfurter Abrisshäusern. 15. Oktober, 18 Uhr, PEG-Gebäude, Campus Westend

Sprüche aus dem AfE-Turm

FRANKFURT. Nach dem Abriss des AfE-Turms auf dem Universitätscampus Bockenheim legt Albert A. Schmude das Buch „Turm forever! 200 Graffiti-Sprüche aus dem Frankfurter Uni-Turm, 1981 und 2013“ vor. Schmude wird aus seiner neuen Publikation eine öffentliche Lesung im Institut für Psychologie abhalten. Der Autor hat kurz vor dem Abriss des Uni-Turms wichtige und markante Graffiti-Sprüche von den Wänden abgeschrieben und stellt sie denen von 1981 gegenüber. Das Buch ist mit Fotos und einem Siebdruck des Frankfurter Künstlers Michael Bloeck illustriert. Im Anschluss an die Lesung findet im PEG-Gebäude die Vernissage zu einer Ausstellung mit Werken von Michael Bloeck statt, der den AfE-Turm als Siebdruck zusammen mit anderen Motiven von Frankfurter Abrisshäusern zeigt. Bekannte Motive sind der Henninger Turm, das Technische Rathaus und die alte Batschkapp.

Lesung und Ausstellung „Leben nach dem Turm“ sind eingebettet in eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Psychologie und finden auf Initiative des Dekans Prof. Rolf van Dick statt. Kuratiert wird die Veranstaltung von Dr. Carsten D. Siebert.

Der Künstler Michael Bloeck, auch bekannt als BePoet, hat vor fünf Jahren begonnen, Frankfurter Abrisshäuser vor dem Verschwinden zu dokumentieren und als Siebdrucke zu bewahren. Den AfE-Turm gibt es seit 2012 in vier verschiedenen Farben als Kunstwerk auf Papier. Michael Bloeck hat sein Atelier und Aktionsraum in der Langenhainer Straße 26 im Frankfurter Gallus.

Albert A. Schmude legte bereits 1981 sein erstes Buch zur Graffiti-Sammlung im AfE-Turm vor, es trägt den Titel „Freiheit für Grönland – weg mit dem Packeis“. Nachdem dieses Buch vergriffen war, startete der Lichtblau-Verlag eine Fortsetzung mit „Turm forever! 200 Graffiti-Sprüche aus dem Frankfurter Uni-Turm, 1981 und 2013“. Dieses Werk wird auf der Frankfurter Buchmesse 2014 am Stand N34 in Halle 4.1 vorgestellt. Der Autor studierte Psychologie in den USA und anschließend Soziologie an der Goethe-Universität. Er arbeitete im Bereich der internationalen Aus- und Weiterbildung und hat staatliche Schulen sowie private Bildungszentren in vier Ländern aufgebaut und geleitet.

Die Lesung findet am 15. Oktober um 18 Uhr im Institut für Psychologie am Campus Westend der Goethe-Universität, PEG-Gebäude, 1. OG, Raum 1.G.135, statt.

Die Ausstellung wird im Anschluss um 19 Uhr im 5. OG im selben Gebäudetrakt eröffnet und läuft bis 14. Dezember 2014.

Medienvertreter sind herzlich willkommen. Für Interviews stehen der Autor und der Künstler zur Verfügung.

Mehr zum Buch „Turm forever“ auch im aktuellen UniReport (S. 20): www.uni-frankfurt.de/52298063/Unireport_5-14.pdf

Veranstaltungen

Okt 10 2014
16:06

Die chinesische Währung wird in Kürze in Frankfurt gehandelt. Einladung zu einem Seminar von House of Finance und International Monetary Institute, China

Chance oder Bedrohung? Der Renminbi kommt nach Frankfurt!

FRANKFURT. China hat 2009 verkündet, seine Währung Renminbi erstmals in grenzüberschreitenden Handelsgeschäften, Investitionen und Finanztransaktionen einsetzen zu wollen und eventuell auch als internationale Reservewährung zur Verfügung zu stellen. Im Frühjahr 2014 konnte sich Frankfurt im Wettbewerb verschiedener Handelsplätze um das erste Renminbi-Clearing-Center in Europa durchsetzen. Spätestens im November sollen die ersten Zahlungen in der chinesischen Währung in Frankfurt abgewickelt werden.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet das House of Finance der Goethe-Universität gemeinsam mit dem International Monetary Institute der Renmin University of China ein Seminar mit führenden Experten aus China, das Fragen zu dieser Neuentwicklung klären soll: Welche kurzfristigen und langfristigen Ziele verfolgt China mit seiner Währung? Ist dies eine Chance oder eine Bedrohung für Europa? Wird der Renminbi die globale Vorherrschaft des US-Dollars und des Euro gefährden? Was bedeutet diese Entwicklung für die Weltwirtschaft, die Finanzmärkte und die Bevölkerung in Deutschland? Wie kann die deutsche Wirtschaft davon profitieren?

Pressevertreter sind herzlich eingeladen, an dem Seminar teilzunehmen. Das detaillierte Programm finden Sie hier: http://www.hof.uni-frankfurt.de/images/20140929_309_eurormb-programme.pdf

Die Veranstaltung findet statt: am 15. Oktober 2014, 9:00 – 12:00 Uhr, Raum 1.811, Casino-Gebäude, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Bitte melden Sie Ihre Teilnahme an unter rmb-registration@wiwi.uni-frankfurt.de.

Kontakt: Dr. Muriel Büsser, Leitung Kommunikation House of Finance, Tel: 069 798 34006, buesser@hof.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Okt 10 2014
16:01

Stefan Brijs liest aus seinem Roman „Post für Mrs. Bromley

Vortragsreihe „Der Erste Weltkrieg in Flandern“ wird im Wintersemester fortgesetzt

FRANKFURT. Mit einer zweisprachigen Lesung aus seinem Roman „Post für Mrs. Bromley“ eröffnet der niederländische Schriftsteller Stefan Brijs die Veranstaltungsreihe „In Flanders Fields. 100 Jahre später: 1914-2014. Der Erste Weltkrieg in Flandern“, die das Lektorat Niederländisch an der Goethe-Universität im Wintersemester veranstaltet. Brijs liest am 22. Oktober (Mittwoch) um 19 Uhr im Casino, Raum 1.802, auf dem Campus Westend.

Zum 100. Jahrestag des Einmarsches der deutschen Armee in Belgien im August 1914 erschien die deutsche Übersetzung von Stefan Brijs‘ Roman „Post für Mrs. Bromley“ (niederländisch: Post voor mevrouw Bromley), der die Geschichte von zwei befreundeten jungen Briten im Ersten Weltkrieg erzählt. Stefan Brijs, bekannt durch seinen Roman über das Klonen von Menschen (Der Engelsmacher, 2007), siedelt den ersten Teil von „Post für Mrs. Bromley“ in London an und illustriert den britischen Patriotismus und die Kriegseuphorie, die 1914 unter jungen Männern herrschte. Teil zwei des Romans schildert die Schlachtfelder und Kriegsgräuel in Nordfrankreich Anfang 1917. Einfühlsam und ruhig zieht Brijs den Leser in diesen klassisch aufgebauten Roman über Eltern und Kinder, Freundschaft, Verlangen, Hoffnung, Mut und Feigheit in Zeiten von Krieg.

Zum Inhalt: Martin Bromley zieht mit 17 Jahren als überzeugter Freiwilliger in den Krieg und möchte ein Held sein. Sein introvertierter Freund, der Student John Patterson, hält sich so lange wie möglich aus dem Kriegsgeschehen heraus. Erst nachdem Johns Vater bei einem Bombenangriff ums Leben kommt und sich Martins Schwester Mary, in die John heimlich verliebt ist, einem anderen zuwendet, zieht er schweren Herzens in den Kampf, nicht zuletzt um herauszufinden, was seinem Freund Martin auf dem Schlachtfeld in Flandern genau passiert ist.

Im Anschluss an die zweisprachige Lesung gibt es Gelegenheit zur Diskussion; außerdem werden am Büchertisch deutsche und niederländische Bücher angeboten. Mit dieser Reihe schließt das Lektorat Niederländisch an die Ringvorlesung des Sommersemesters an.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

Hochschulpolitische Themen

Okt 10 2014
10:23

Senat der Goethe-Universität verabschiedet universitäres Selbstverständnis

Leitbild im Jubiläumsjahr

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat ein neues Leitbild. Pünktlich vor dem Universitätsgeburtstag am 18. Oktober 2014 hat der Senat in seiner Sitzung vom 8. Oktober dem neuen Leitbild der Goethe-Universität mit großer Mehrheit zugestimmt.

Vorausgegangen war ein längerer inneruniversitärer Diskussion- und Verständigungsprozess, an dem alle Mitglieder der Goethe-Universität intensiv mitgewirkt und ihre Vorschläge eingebracht haben. In mehreren Entwicklungsphasen entstand ein Textentwurf, mit dem sich weite Teile der Universität identifizieren können.

Das Leitbild dient als grundsätzliche Richtschnur für universitäres Handeln. Es hat zwar keinen juristisch bindenden  Charakter, bringt jedoch das ethische und intellektuelle Selbstverständnis der Universität in prägnanter Weise zum Ausdruck.

Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl sagte: „Die im Senat erfolgte Verabschiedung des Leitbildes stellt einen weiteren Meilenstein des Jubiläumsjahrs dar. Der in der Universität begonnene Diskussionsprozess hat damit ein wichtiges Etappenziel erreicht. Das Leitbild formuliert Kernpunkte der universitären Identität und Entwicklungsziele für die Zukunft.“

Beim universitären Festakt zum 100. Geburtstag am 18. Oktober in der Paulskirche soll das Leitbild an Bundespräsident Joachim Gauck überreicht werden.

Leitbild der Goethe-Universität

Forschung

Okt 9 2014
16:10

Biomarker und Zielprotein in empfindlichen Neuronen identifiziert

Parkinson: Wie toxische Proteine Nervenzellen stressen

FRANKFURT. Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Allein in Deutschland sind fast eine halbe Millionen Menschen betroffen. Im Zentrum dieser Erkrankung steht das fortschreitende Absterben von Nervenzellen in einer bestimmten Region des Mittelhirns, der Substantia nigra. Schuld daran sind fehlgefaltete Proteine. Warum diese aber nur bestimmte Nervenzellen schädigen, war bisher unbekannt. Ein Forscherteam unter der Leitung Frankfurter Neurophysiologen hat den Beginn des Krankheitsprozesses jetzt im Mausmodell aufgeklärt.

Durch das fortschreitende Absterben einer bestimmten Sorte von Nervenzellen, der dopaminergen Neuronen, in der Substantia nigra, entsteht ein Dopaminmangel, der sich durch Schüttellähmung bemerkbar macht. Der Mangel kann zwar für einige Zeit therapeutisch kompensiert werden, beispielsweise durch die Gabe von L-Dopa oder Dopaminagonisten, aber der zunehmende Untergang der Neuronen ist dadurch nicht aufzuhalten. 

Als Ursache für die Neurodegeneration haben Forscher in den letzten zwei Jahrzehnten toxische Protein-Aggregate identifizieren können, wobei das Protein a-synuclein eine Schlüsselstellung einnimmt. Unklar war bisher, warum nur ganz spezielle Gruppen von Nervenzellen – wie die dopaminergen Substantia nigra Neuronen – von diesem Prozess betroffen sind, während andere, etwa unmittelbar benachbarte dopaminergen Neuronen, diesen  Krankheitsprozess fast unbeschadet überstehen.

Das Forscherteam um Dr. Mahalakshmi Subramaniam und Prof. Jochen Roeper aus dem Institut für Neurophysiologie an der Goethe Universität konnte in Zusammenarbeit mit Frankfurter Kollegen aus der Experimentellen Neurologie und Forschern der Universität Freiburg erstmals anhand eines genetischen Mausmodells zeigen, wie die empfindlichen dopaminergen Neuronen der Substantia nigra auf die toxischen Proteine reagieren. In dem Mausmodell wird eine mutiertes a-synculein Gen (A53T) exprimiert, das auch beim Menschen Parkinson verursacht.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuroscience berichten, reagieren die empfindlichen dopaminergen Neuronen der Substantia nigra auf eine Anhäufung der toxischen Proteine, indem sie ihre elektrische Aktivität im intakten Gehirn deutlich erhöhen. Die weniger empfindlichen benachbarten dopaminergen Neuronen bleiben dagegen unbeeinflusst. „Dieser Prozess setzte bei der Maus bereits ein Jahr vor den ersten Defiziten des Dopaminsystems ein und ist damit ein erster funktioneller Biomarker, der in Zukunft eventuell auch im Menschen zur Früherkennung einer sich anbahnenden Parkinsonschen Erkrankung dienen könnte“, erklärt Prof. Jochen Roeper. „Für die Entwicklung von neuroprotektiven Therapien ist die Möglichkeit der vorklinischen Früherkennung von Risikopersonen essentiell.“

Die Frankfurter Forscher  haben auch den Proteinschalter – einen Ionenkanal - identifiziert, dessen oxidative Störung für die Erhöhung der elektrischen Aktivität und den damit verbundenen Stress in den Nervenzellen verantwortlich ist. Damit haben sie auch ein neues Zielprotein für die Neuroprotektion von dopaminergen Nervenzellen gefunden. In Hirnschnitten lässt sich die Störung der „elektrischen Bremse“ in den Ionenkanälen bereits durch die Gabe von Redoxpuffern rückgängig machen. Gelingt es künftig, dessen Empfindlichkeit auch im Mausmodell durch Medikamente zu reduzieren, könnte das Absterben der dopaminergen Nervenzellen in der Substantia Nigra verhindert werden. Die Forscher untersuchen zurzeit, ob sich ähnliche Prozesse auch bei anderen Parkinson-Genen und beim Altern einstellen können. „Langfristig gilt es dann zu überprüfen, inwieweit die Ergebnisse von der Maus auf den Menschen übertragbar sind“, sagt Roeper.

Publikation: Mahalakshmi Subramaniam et al.: Mutant a-Synuclein Enhances Firing Frequencies in Dopamine Substantia Nigra Neurons by Oxidative Impairment of A-Type Potassium Channels, The Journal of Neuroscience, October 8, 2014 • 34(41):13586 –13599. doi:10.1523/JNEUROSCI.5069-13.2014.

Informationen: Prof. Jochen Roeper, Institut für Physiologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Tel.: (069) 6301–84091, roeper@em.uni-frankfurt.de.