Pressemitteilungen 

Forschung

Apr 30 2014
14:46

Wissenschaftsrat bewilligt NMR-Spektrometer der nächsten Generation

24 Millionen Euro für neues Großgerät mit Gebäude

FRANKFURT. Die Goethe-Universität gehört zu den wenigen Forschungseinrichtungen und ist die einzige Universität in Deutschland, die eines der zurzeit in Entwicklung befindlichen 1,2 Gigahertz-Spektrometer für Kernresonanzpektrometrie (engl.: Nuclear Magnetic Resonance (NMR)) anschaffen wird. Dafür bewilligte der Wissenschaftsrat eine Summe von 24,067 Millionen Euro. Dies ermöglicht es dem Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ), seine in Europa führende Stellung als NMR-Großforschungseinrichtung weiter auszubauen.

Die Mittel wurden nach Durchlaufen eines zweistufigen Auswahlverfahrens bewilligt, bei dem nach einer harten Vorauswahl acht der sechzehn Anträge in der zweiten Runde genehmigt wurden. 18 Millionen Euro gehen in die Anschaffung des NMR-Spektrometers, sechs Millionen in einen Anbau, der eigens für das neue Großgerät auf dem Campus Riedberg errichtet wird. Die Investitionsmittel werden je zur Hälfte vom Bund und vom Land Hessen aufgebracht.

Das NMR-Spektrometer mit einer Frequenz von 1,2 GHz nutzt mit Hochtemperatursupraleitern eine völlig neuartige Technologie, die von der Firma Bruker in Alzenau entwickelt wird. Es hat eine Höhe von vier Metern und ist circa 10 Tonnen schwer. „Mit diesem neuen Gerät können wir aufgrund der besseren Empfindlichkeit und der höheren Auflösung völlig neue Fragestellungen angehen und es sind wichtige Impulse für die in Frankfurt stark etablierte RNA- und Membranproteinforschung zu erwarten“, so Prof. Clemens Glaubitz, der geschäftsführende Direktor des BMRZ. „Mit Hilfe dieses Spektrometers werden wir Mechanismus von chemischen und biochemischen Reaktionen aufklären, indem wir kurzlebige Zwischenprodukte nun strukturell charakterisieren können.“

„Konnten wir uns bisher die Faltung und Fehlfaltung von Proteinen im Sekundentakt anschauen, so werden wir mit dem neuen Spektrometer um einen Faktor zehn schneller sein. Damit kommen wir in biologisch relevante Zeitskalen, was auch für dazu beiträgt, die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer besser zu verstehen“, erklärt Hauptantragsteller Prof. Harald Schwalbe vom BMRZ. „Ebenso eröffnen sich neue Möglichkeit, kurzlebige Proteine wie das Insulin oder Ribonukleinsäuren (RNAs) in der Zelle anzuschauen“,  erklärt Prof. Volker Dötsch, der Erfinder der in-Zell-NMR-Methode.

Neben sechs Professoren der Goethe-Universität gehören zu den Antragstellern auch eine Professorin des European Molecular Biology Lab (EMBL) in Heidelberg und eine Professorin der Technischen Universität Darmstadt. An der Goethe-Universität wird zudem eine neue Junior-Professur für NMR-basierte Strukturbiologie eingerichtet.

Informationen: Prof. Dr. Harald Schwalbe, Prof. Dr. Clemens Glaubitz, Prof. Dr. Volker Dötsch, Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ), Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de; glaubitz@em.uni-frankfurt.de, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Apr 29 2014
12:18

Astrophysiker René Reifarth erhält EU-Förderung über 2 Millionen Euro

Neues Experiment überprüft das Alter des Universums

FRANKFURT. Heutigen Schätzungen zufolge war der Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren. Wie nahe dieser Wert am tatsächlichen Alter des Universums liegt, hängt stark davon ab, ob die zugrunde gelegten Modelle richtig sind. Weil man diese nicht direkt überprüfen kann, hat Prof. René Reifarth ein neues Experiment vorgeschlagen, in dem er ein langsam zerfallendes radioaktives Element untersucht, das in den Sternen entsteht. Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert sein Vorhaben in den kommenden fünf Jahren mit einem Consolidator-Grant über zwei Millionen Euro.

Für sein Experiment verwendet Reifarth kosmologische Uhren – radioaktive Elemente, die in den Sternen entstehen und deren Halbwertszeit extrem lang ist. Sie zerfallen auf einer Zeitskala, die in etwa dem Alter des Universums entspricht. „Wenn ich zurückrechnen kann, wann die Produktion angefangen hat, weiß ich auch das Alter des Universums.“ Ähnliche Versuche hat es zwar schon früher gegeben, aber es stellte sich heraus, dass sie nicht aussagekräftig waren. Die Halbwertszeit der kosmischen Uhren kann nämlich bei der hohen Temperatur in den Sternen extrem verkürzt sein.

Der Prozess, den Reifarth ausgewählt hat, spielt sich in so genannten Roten Riesen ab. In diesen Spätstadien der Sterne stehen freie Neutronen zur Verfügung, die von dem schon vorhandenen Material eingefangen werden. Der Syntheseprozess beginnt beim Eisen und verläuft über das instabile Krypton-Isotop Kr-85 bis zum schweren Wismut. Am Kr-85 verzweigt sich der Prozess: nur ein Teil der Kerne fängt ein Neutron ein und bildet das langlebige Isotop Rubidium Rb-87, während ein anderer Teil radioaktiv zerfällt. „Wir können die Häufigkeit von Rb-87 nur als kosmische Uhr interpretieren, wenn wir die Produktion verstanden haben. Das ist bisher daran gescheitert, dass wir nicht wissen, wie wahrscheinlich der Neutroneneinfang in Kr-85 ist“, so Reifart.

Da Krypton-85 auf der Erde äußerst selten ist, wird Reifarts Arbeitsgruppe am Institut für Angewandte Physik der Goethe-Universität es aus dem stabilen Isotop Selen-82 herstellen. Das geschieht durch den Beschuss mit Alpha-Teilchen an einem Zyklotron der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, mit der Reifarth kooperiert. Für die anschließende Bestrahlung mit Neutronen wollen die Physiker die Frankfurter Neutronenquelle FRANZ verwenden. Sie entsteht zurzeit in der Experimentierhalle des Instituts für Angewandte Physik und soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sie wird dann eine der stärksten Neutronenquellen weltweit sein. Bis dahin sind Reifarth und seine Mitarbeiter mit dem Bau eines Gamma-Strahlen-Detektors beschäftigt, der aus den EU-Mitteln finanziert wird.

Messen wollen die Physiker insbesondere die Wahrscheinlichkeit für den Einfang von Neutronen. Dies ist nicht nur ein wichtiger Parameter für kosmologische Modelle, sondern hat auch einen praktischen Nutzen für die Reaktortechnik. Bei der Kernspaltung des Urans entsteht nämlich ebenfalls Krypton. Dieses fängt einen Teil der Neutronen im Reaktor ein, die dann für die Uranspaltung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ziel der Förderlinie „Consolidator Grants“ des ERC sind der Aufbau und die Konsolidierung eines unabhängigen exzellenten Forschungsteams in einem Zeitraum zwischen sechs und zwölf Jahren nach der Promotion. Die Kreativität junger, vielversprechender Wissenschaftlerinnen soll dabei gefördert und neue Ideen in die Forschungsfelder getragen werden.

Ein Bild zum Download finden Sie: hier.

Informationen: Prof. René Reifarth, Institut für Angewandte Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-47442, Reifarth@physik.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Apr 28 2014
12:59

Lesung auf dem Campus Westend

Johnny‘ feiert 100 Jahre Goethe-Uni

FRANKFURT. Wer ist eigentlich „Johnny“? So oder so ähnlich hieße der Namenspatron der (Johann Wolfgang) Goethe-Universität wohl heute. Und so wie Johann damals hat Johnny heute mit 30 Prosatexten, 10 Gedichten und 24 Illustrationen von Angehörigen der Goethe-Uni  auch einiges an Literatur und Kunst zu bieten. „Johnny“‘ ist nun fertig, und das Redaktionsteam feiert den 100. Geburtstag der Goethe-Universität mit einer öffentlichen Lesung: Zehn Autorinnen und Autoren tragen am 9. Mai (Freitag) ab 20 Uhr ihre Texte auf dem Campus Westend im Casino in Raum 1.811 vor. Bei Getränken und Snacks gibt es auch druckfrische Exemplare.

Seit einem Jahr haben Germanistik-Studierende anlässlich des Jubiläums für die Literaturzeitschrift „Johnny“ Texte und Illustrationen entworfen, gesammelt, lektoriert und layoutet. In ihren Kurzgeschichten und Gedichten haben sich Studierende und Lehrende aus verschiedenen Fachbereichen auf literarische und poetische Weise mit der Uni Frankfurt auseinandergesetzt – und das „gestern, heute und morgen“, so der Untertitel der Zeitschrift. „Auf 147 Seiten kommt jeder auf seine Kosten, ganz gleich ob Krimi- oder Science-Fiction-Fan“, so das Redaktionsteam. „Auch für Kunstinteressierte hat ‚Johnny‘ einiges zu bieten. Zwischen Prosa und Lyrik haben zahlreiche Fotografien und Zeichnungen ihren Platz gefunden.“

Die Spenden aus dem Verkauf von „Johnny“ kommen dem Zirkusprojekt der Friedrich-Fröbel-Schule in Neu-Isenburg zugute. Finanziert wurde dieses Projekt aus den zentralen Mitteln für das Jubiläum, vom Schreibzentrum, vom Alumni Verein Germanistik und dem Kulturförderfonds des AStA.

Informationen: Dr. Nadja Sennewald, [schreibZENTRUM, Campus Westend, Tel.: 069/ 798-32845, sennewald@em.uni-frankfurt.de

Ansprechpartnerin für das studentische Redaktionsteam: Mareike Schneider, mareike_s90@web.de, Mobil 0174/1714466

Personalia/Preise

Apr 25 2014
12:06

Jacqueline Neumann und Ulrich Segna erhalten Baker & McKenzie-Preis 2013

Rechtswissenschaftler ausgezeichnet: Hervorragende Arbeiten zur Rule of Law und zu Bucheffekten

FRANKFURT. Der Baker & McKenzie-Preis für die beste wirtschaftsrechtliche Dissertation bzw. Habilitation wird heute Nachmittag (Freitag) an Jacqueline Neumann und Ulrich Segna verliehen. Die beiden Preisträger erhalten die mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Auszeichnung während der Promotionsfeier des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität.

Jacqueline Neumann überzeugte das Auswahlgremium mit ihrer Dissertation „Die Förderung der Rule of Law in der Entwicklungszusammenarbeit. Ein Beitrag zur Herausbildung einer völkerrechtlichen Verfassungsnorm“, die Prof. Dr. Stefan Kadelbach betreute. „Frau Neumann hat ein neues und in einer Dissertation noch nicht behandeltes Thema erschlossen und ihm durch eigenständig erarbeitete Kriterien Struktur gegeben. Dazu hat sie nicht nur eine Flut von Dokumenten aller Art verwertet, sondern es auch unternommen, durch Praktiker-Interviews der Verwaltungswirklichkeit auf die Spur zu kommen“, so Betreuer Kadelbach. Hierzu untersuchte sie bei der Weltbank, der Europäischen Kommission und der deutschen Bundesregierung die Anforderungen an Planung, Durchführung und Kontrolle der Entwicklungszusammenarbeit. „Sie hat nicht nur dazu beigetragen, einen wenig juridifizierten Bereich an rechtsstaatliche Leitbilder heranzuführen, sondern hat auch einen Beitrag zum Großthema der Konstitutionalisierung des Völkerrechts geleistet. Anhand der Entwicklungszusammenarbeit hat sie gezeigt, dass die Prinzipienwirkung bestimmter Grundsätze längst in normativen Teilordnungen ihren Niederschlag gefunden hat, die sich nicht alleine in den klassischen Quellen des Völkerrechts zur Geltung bringen“, betont Kadelbach.

Bei der weiteren preisgekrönten Arbeit handelt es sich um die Habilitationsschrift von Ulrich Segna mit dem Titel „Bucheffekten. Intermediärverwahrte Wertpapiere im deutschen und schweizerischen Recht. Ein rechtsvergleichender Beitrag zur Modernisierung des deutschen Depotrechts“. Diese Arbeit betreute Prof. Dr. Dres. h. c. Theodor Baums. Ulrich Segna befasst sich in seiner Untersuchung mit der Frage, wie ein modernes deutsches Recht für kapitalmarktgängige Wertpapiere ausgestaltet werden könnte. „In diesem rechtlich wie rechtstatsächlich äußerst komplexen Feld hat er eine Grundlagenarbeit vorgelegt, die eine tiefschürfende Untersuchung der sich stellenden Fragen und eine rechtsvergleichende Umschau mit umsichtigen rechtspolitischen Folgerungen verknüpft. Mit gutem Gespür für das Gebotene und Machbare wird ein eigenständiges, abgewogenes und überzeugendes Modell entwickelt, dem rechtspolitisch erhebliche Umsetzungschancen zuzugestehen sind“, lobt Prof. Dr. Dres. h. c. Theodor Baums das Werk.

Dr. Christian Reichel, geschäftsführender Partner von Baker & McKenzie Deutschland und Österreich, wird heute die Auszeichnung an die beiden Preisträger überreichen. „Seit 1988 verleiht unsere Kanzlei diesen Preis jährlich für herausragende Dissertationen und Habilitationen aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts. Er ist wichtiger Teil des internationalen Programms unserer Kanzlei zur Förderung des juristischen Nachwuchses und Ausdruck der engen Verbundenheit unserer Kanzlei mit der Goethe-Universität“, sagt Dr. Christian Reichel.

Zu Baker & McKenzie: Lange bevor der Begriff „Global Player“ modern wurde, hatte Baker & McKenzie die Vision einer globalen Wirtschaftskanzlei bereits verwirklicht. 1949 von Russell Baker und John McKenzie in Chicago gegründet, zählt Baker & McKenzie heute mit mehr als 4.100 Anwälten an 75 Standorten und einem weltweiten Umsatz von über 2,4 Milliarden US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr zu den größten und leistungsstärksten Anwaltskanzleien der Welt. In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main und München vertreten rund 200 Anwälte, in Wien rund 35 Juristen mit ausgewiesener fachlicher Expertise und internationaler Erfahrung die Interessen ihrer Mandanten.

Informationen:  Iris Meinking, Baker & McKenzie Frankfurt, Tel.: (069) 2 99 08 322, Mobil: 0162 2 99 08 55, iris.meinking@bakermckenzie.com, http://www.bakermckenzie.com

Veranstaltungen

Apr 25 2014
10:12

Ringvorlesung an der Goethe-Universität über den französischen Mathematiker. Auftakt: 29. April, 18 Uhr, Campus Bockenheim.

Revolutionär der Mathematik: Jean Baptiste Fourier

FRANKFURT. Ohne seine Mathematik keine Google-Abfrage, kein Handy und kein Smartphone: Jean Baptiste Joseph Fourier hat mit seinen Ideen die Mathematik revolutioniert. Vier Vorträge einer Ringvorlesung, die vom Verein zur Förderung der Mathematik an der Goethe-Universität veranstaltet wird, sind diesem außergewöhnlichen Mathematiker und Physiker gewidmet.

Im Jahr der französischen Revolution 1789 war Jean Baptiste Fourier 21 Jahre alt. Er war der neuen politischen Entwicklung sehr zugetan, ein Revolutionär. Aus Sicht des 21. Jahrhundert wäre es höchst bedauerlich gewesen, wenn er sich nicht vor der Bastille und damit der Guillotine hätte retten können. Seine wahre revolutionäre Idee war indessen nicht politisch, sondern mathematisch: Beliebige Kurven müssten sich eigentlich als Summen von harmonischen Schwingungen erzeugen lassen. Jean Baptiste Fourier löst mit dieser Idee nicht nur eine spannende Kontroverse unter den Mathematikern der Zeit der Aufklärung aus, sondern schafft die Grundlage für viele radikale Entwicklungen, die unser Leben heute bestimmen. Die Digitalisierung von Bild und Ton, das heutige Verständnis von Atomen, Elementarteilchen, Sonnen und Galaxien, lebensrettende Geräte wie Computertomographen wären ohne diese Erkenntnis nicht möglich.

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe gibt der Vortrag von Dr. Berthold Ströter einen spannenden Einblick in die Ideengeschichte einer mathematischen Entdeckung sowie in die Biografie von Fourier. Der Vortrag wird die Faszination eines mathematischen Konstruktes für den Laien lebendig werden lassen, überraschende Einsichten präsentieren und den Blick der Zuhörer auf die Welt bereichern.

Die Termine:

29. April
Dr. Berthold Ströter: Jean Baptiste Joseph Fourier

20. Mai
Prof. Dr. Götz Kersting (Goethe-Universität): Die Mathematik des Klangs

17. Juni
Prof. Dr. Michael Langenbruch (Universität Oldenburg): Wie funktioniert ein Computertomograph?

15. Juli
Dr. Laura Spitler (Max-Planck-Institut für Radioastronomie): Die Radioklänge der Sterne

Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr im Hörsaal IV im Hörsaalgebäude auf dem Campus Bockenheim statt. Die Vorlesung richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten unter foerderv@math.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen: www.mathe-uni-ffm.de/ringvorlesung

Veranstaltungen

Apr 22 2014
16:09

Die renommierte Islamwissenschaftlerin spricht in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften

Vortrag von Gudrun Krämer: „Islam, Moderne, Säkularität“

FRANKFURT. „Islam, Moderne, Säkularität“ ist der Titel eines öffentlichen Vortrags, den Prof. Dr. Gudrun Krämer, Islamwissenschaftlerin an der Freien Universität, morgen, Mittwoch (23. April), 18 Uhr, im IG-Farben-Haus (Raum 411) auf dem Campus Westend hält. Das Verhältnis vom Islam und Moderne ist hoch kontrovers. In ihrem Vortrag nimmt die renommierte Islamwissenschaftlerin besonders historische Prozesse der Säkularisierung in den Blick. Sie wird zeigen, dass in islamisch geprägten Gesellschaften Religion und Politik keineswegs immer so miteinander verknüpft waren, wie heute häufig angenommen.

Krämer interessiert in erster Linie das Verhältnis von Recht, Verfassung und öffentlicher Ordnung und die damit einhergehende Unterscheidung zwischen „öffentlich“ und „privat“. Diese Unterscheidung – so die Referentin – müsse vor dem Hintergrund der wachsenden Verbreitung neuer Medien und der Expansion „islamischer Märkte, „islamischen Konsums“ und „islamischer“ Unterhaltung neu durchdacht werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz statt, die das Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität während des Semesters regelmäßig veranstaltet.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Veranstaltungen

Apr 22 2014
14:24

Glückwunsch zum 70.: Eine Ausstellung im Fenster zur Stadt zeigt bis zum 31. Mai Manuskripte, Fotos und Tonträger der Frankfurter Schriftstellerin.

Eva Demskis Köfferchen

FRANKFURT. Eva Demski feiert am 12. Mai ihren 70. Geburtstag. Dies nimmt das Literaturarchiv der Goethe-Universität zum Anlass, der Grande Dame des literarischen Lebens in Frankfurt eine Ausstellung zu widmen. Manuskripte, Fotos und Tonträger, Filme, Gemälde, Kleinode und ganze Biographien, die Eva Demski hütet und in ihrem Werk gestaltet, bilden Literaturgeschichte als ein sinnliches Mosaik, das von Demskis Anfängen beim Hessischen Rundfunk über ihre schriftstellerische und journalistische Laufbahn bis zu ihren gegenwärtigen Arbeiten reicht.

Eva Demski setzte vor drei Jahren ein Zeichen gegen den wachsenden Verlust von Dokumenten der Frankfurter Gegenwartskultur: Sie übergab die Manuskripte ihres Prosawerks dem Literaturarchiv der Goethe-Universität im Universitätsarchiv. Dem Beispiel folgen fortan viele Frankfurter Verlage, Autoren oder deren Erben in unterschiedlichen Kooperationen. Die Tochter des ersten Ausstattungschefs des hr-Fernsehens begann selbst am Rundfunk. Ihre titel, thesen, temperamente-Sendungen, Filme und Hörfunkbeiträge zählen genauso zum Lebenswerk wie 25 Bücher, 300 Essays und journalistische Arbeiten, zudem Kritik, Dramaturgie oder Lyrik.

Im Titel der Ausstellung wie auch in deren Gestaltung spiegelt sich Demskis Eigenart wider, ihre Sammlungen, ihr privates Archiv, die vielen Gaben von Künstlern anderer Disziplinen, in kostbaren Gepäckstücken aufzubewahren. Aus Eva Demskis Bestand gibt das Literaturarchiv im Insel Verlag einen Band mit ihren Frankfurt-Essays heraus, arrangiert als großer Spaziergang durch die Stadt. Ebenfalls zum Geburtstag erscheint eine Neuausgabe ihres Romans »Scheintod«. Zudem werden die Gratulationen der Frankfurter Autoren in der Reihe »Bögen des Universitätsarchivs Frankfurt« publiziert.

Ausstellung „Eva Demskis Köfferchen“.
Bis zum 31. Mai im Fenster zur Stadt, Restaurant Margarete, Braubachstr. 18-22, Frankfurt am Main, jeweils 11.00-24.00 Uhr.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ statt.

Weitere Informationen: Wolfgang Schopf, Literaturarchiv der Goethe-Universität im Universitätsarchiv, Tel. (069) 798 22717, w.schopf@lingua.uni-frankfurt.de

 

Hochschulpolitische Themen

Apr 17 2014
15:06

Pünktlich zum Sommersemester: Erziehungswissenschaften erhalten drei zusätzliche Professuren

Goethe-Universität stärkt Betreuungsniveau mit Professoren-Programm

FRANKFURT. Mit einem bundesweit einmaligen Professoren-Programm stärkt die Goethe-Universität die Zahl der Lehrenden in besonders nachgefragten Fächern. Ende letzten Jahres hatte das Präsidium der Universität ein Programm zur Schaffung von insgesamt 40 zusätzlichen Professuren – je 20 W1/W2-Professuren bzw. Seniorprofessuren –  aufgesetzt, das aus Mitteln des Hochschulpakts HSP2020 von Bund und Land finanziert wird. Damit soll angesichts kontinuierlich steigender Studierendenzahlen das Betreuungsverhältnis – also die Zahl Studierender pro Professur – weitgehend konstant gehalten werden. Das Programm kommt vor allem Fächern zugute, die eine große Nachfrage haben.

So die Erziehungswissenschaften, die mittlerweile über 2.800 Studierende zählen und damit zu den größten Fachbereichen der Goethe-Universität gehören. Pünktlich zum Beginn des Sommersemesters konnten nun drei erziehungswissenschaftliche Professuren mit ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzt werden.

„Wir freuen uns, dass in einem stark nachgefragten Fach wie den Erziehungswissenschaften so zügig drei neue Professuren besetzt werden konnten. Mit dem Professoren-Programm leisten wir einen wichtigen Beitrag, um bei steigender Studierendenzahl die Qualität der Lehre aufrecht zu erhalten“, betont Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Dr. Alexandra Klein von der Universität Münster hat zum 1. April die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Soziale Ungleichheiten in Kindheit und Jugend“ übernommen. Klein erforscht soziale Ungleichheiten sowohl im Hinblick auf Moralitäts- und Normalitätsvorstellungen als auch hinsichtlich Armutsfolgen und ungleicher Teilhabe. 

Auf die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Quantitative Forschungsmethoden wurde PD Dr. Johannes Naumann vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) berufen. Er hat seine Stelle am 16. April angetreten. Seine thematischen Schwerpunkte liegen in der Kompetenzdiagnostik, insbesondere der Modellierung von Lesekompetenz bei Hypertexten sowie dem Lese- und Hörverstehen.

Die dritte neue Professur in den Erziehungswissenschaften, die im Sommersemester besetzt wird, hat den Schwerpunkt „Neue Medien in Lehr-Lern-Kontexten“. JuniorProfessor Dr. Stefan Iske von der Universität zu Köln, der seine Stelle zum 1. April angetreten hat, untersucht in seinen Forschungsarbeiten den Stellenwert von Medien, Medialität und Mediatisierung in formalen und nonformalen Kontexten.

Von 40 im Rahmen des Professoren-Programms neu ausgeschriebenen Stellen konnte bereits mehr als die Hälfte besetzt werden. Bei der Stellenverteilung spielt der Bedarf eine entscheidende Rolle; so wird den Fachbereichen mit hoher Nachfrage eine besonders hohe Priorität eingeräumt.

Hochschulpolitische Themen

Apr 17 2014
15:03

Auftaktveranstaltung zum dritten Durchgang des Mentoring-Projekts ProProfessur am 28. April, Campus Westend.

Auf dem Weg in die Professur

FRANKFURT. Die fünf hessischen Universitäten fördern von April 2014 bis September 2015 einen weiteren Durchgang des Mentoring-Projektes ProProfessur. 45 ausgewählte Postdoktorandinnen, Habilitandinnen, Privatdozentinnen und Juniorprofessorinnen aller Fachrichtungen erhalten gezielte karrierestrategische Unterstützung auf dem Weg zur Professur. Die bisherigen Durchgänge waren sehr erfolgreich, das belegen die Evaluationen eindrucksvoll: Der Pilotdurchgang startete 2008/2009 mit 43 Wissenschaftlerinnen, wovon derzeit 26 (60 %) in der Professur sind. Im Vergleich dazu liegt der bundesweite Frauenanteil an Professuren bei 22,4 %.Das maßgeschneiderte Angebot aus One-to-Mentoring mit erfahrenen Professorinnen und Professoren, wissenschaftsspezifischen Intensivtrainings und strategischem Networking hat sich als äußerst tragfähig erwiesen. 

Die Auftaktveranstaltung zum dritten Durchgang von ProProfessur findet statt am:

Montag, 28.04.2014, von 16.30 bis 19.00 Uhr,
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main,
PA-Gebäude (Präsidium und Administration), Lobby (Erdgeschoss).

Nähere Informationen zum ProProfessur-Projekt werden durch die Projektleiterin, Dr. Astrid Franzke, Goethe-Universität Frankfurt, präsentiert.

Den Festvortrag zum Thema „Chancengleichheit für Wissenschaftlerinnen – Einblicke und Ausblicke“ hält die Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel.

Im Rahmen dieser Veranstaltung findet eine Gesprächsrunde zum Thema: „Aufstiegsbarrieren für Frauen in Führungspositionen der Wissenschaft“ statt. Daran nehmen teil:

Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde, Germanistik, Vizepräsidentin der Universität Kassel; Prof. Dr. Claudia Derichs, Politikwissenschaften, Philipps-Universität Marburg; Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln, Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt; Prof. Dr. Elke Roeb, Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen.

Weitere Informationen: ProProfessur, Projektleitung: Dr. Astrid Franzke, Tel.: (069) 798-18117; franzke@em.uni-frankfurt.de; www.proprofessur.de

Veranstaltungen

Apr 17 2014
14:10

Eröffnung der Ausstellung im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend

Jochem Hendricks „Revolutionäres Archiv“ in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt im April Arbeiten aus der Werkgruppe „Revolutionäres Archiv“ des Frankfurter Konzeptkünstlers Jochem Hendricks: die Fotoserien „Banküberfall“ (1973/2011), „Hausräumung“ (1980/2011) und die Fotografie „Großkundgebung“ (1976/2011). Sämtliche Arbeiten stammen aus dem Sammlungsbestand der „DZ BANK Kunstsammlung“. Die Ausstellung wird am Mittwoch (23. April) um 20 Uhr im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend eröffnet.

Hendricks setzt sich in „Revolutionäres Archiv“ mit Überwachung und Bildgebrauch auseinander. Als Ausgangsmaterial dienen ihm Polizeifotos aus den 1970er Jahren. Die Abzüge fertigte die Fotografin Magdalena Kopp an, ein ehemaliges Mitglied der Frankfurter Revolutionären Zellen. „Hendricks’ Arbeit kehrt damit nicht nur die Situation von Beobachtern und Beobachteten um. Seine Anverwandlung der Polizeifotos ermöglicht Beobachtungen zweiter Ordnung: Beobachtungen der Beobachtung, die auch den heutigen Betrachter einschließen“, formuliert es die Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“, die regelmäßig Ausstellungen in der Studiengalerie 1.357 konzipiert. „Hendricks zeigt, durch welche Art von Dokumenten unser heutiges Bildwissen von der 68er- und RAF-Zeit geprägt ist.“

Die Titel der einzelnen Arbeiten – „Banküberfall“, „Hausbesetzung“, „Großkundgebung“ – geben bereits Aufschluss über den Bildinhalt. „Banküberfall“ besteht aus fünfzehn Einzelbildern und einem Detailplan des Tatorts. Die Polizeifotos dokumentieren ausschnittweise den Tathergang. Zu sehen sind die Umgebung einer Bank in Neu-Isenburg, beteiligte sowie unbeteiligte Personen und Nahaufnahmen von beschädigten Autos. Die erste Fotografie der Serie „Hausbesetzung“ zeigt eine Gruppe von jungen Leuten aus der Hausbesetzerszene. Die zweite Fotografie dokumentiert einige SEK Polizisten vor dem besetzten Haus. „Großkundgebung“ zeigt eine Menschenmenge, in deren Mitte sich eine kleine Gruppe eines SEK, eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei, befindet. Hendricks reproduzierte nicht einfach die vollständigen Polizeifotos, sondern wählte in Zusammenarbeit mit Kopp Ausschnitte aus und arrangierte das vorgefundene Material in neuer Weise. Kopps Fotoabzüge auf hochwertigem Barytpapier entfernen die Bilder zusätzlich von ihrem ursprünglichen Gebrauchskontext.

Jochem Hendricks (Jahrgang 1959) lebt und arbeitet in Frankfurt. Er studierte Bildende Kunst an der Städelschule. Seine Arbeit ist der Konzeptkunst zuzuordnen. Er arbeitet mit verschiedenen Medien wie Film, Ready-made, Skulptur, Fotografie, Malerei und Installation. Inhaltlich beschäftigt er sich mit Themen aus den Bereichen der Wissenschaft, Gesellschaft und Geschichte. In die Realisierung seiner künstlerischen Projekte bezieht er gerne Personen ein, die in die behandelten Themenbereiche involviert sind.

Die Studiengalerie 1.357 ist während des Semesters von Montag bis Donnerstag zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet. In der Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Videokunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: 069/798-32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum, Tel.: 069/605098210, engler@staedelmuseum.de; Dr. Henning Engelke, Kunsthistorisches Institut, Campus Bockenheim, Tel 069/798-23470, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Nicole Kreckel, Studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, frau.n.kreckel@stud.uni-frankfurt.de; Blog der Studiengalerie: http://studiengalerie1357.wordpress.com

Veranstaltungen

Apr 17 2014
14:08

Eine Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung im Rahmenprogramm von 100 Jahre Goethe Universität

Literatur für Kinder und Jugendliche im Ersten Weltkrieg: Zwischen patriotischer Propaganda und realistischer Darstellung des Grauens

FRANKFURT. Der Erste Weltkrieg hat ein gewaltiges literarisches Echo gefunden – auch und besonders in der Literatur für Kinder und Jugendliche. Dies dokumentiert eindrucksvoll eine Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, die am Dienstag (22. April) um 19.30 Uhr im Erdgeschoss des IG-Farben-Hauses eröffnet wird und bis zum 14. November zu sehen ist. Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt. Aus den mehr als 150 Kinder- und -Jugendbücher, die zu diesem Thema in der Bibliothek des Instituts im Laufe von 50 Jahren gesammelt worden sind, können nur einige herausragende Exponate in den Vitrinen gezeigt werden.

Für den Literaturwissenschaftler und Direktor des Instituts, Prof. Hans-Heino Ewers, der mit seinem Team diese Ausstellung konzipiert hat, steht außer Frage, dass die gezeigten Bilderbücher wie die Kinder- und Jugendbücher und -zeitschriften aus den Jahren 1914 bis 1918 als Teil der Kriegspropaganda anzusehen sind: „Diese wendet sich recht schnell von der hurrapatriotischen Kriegsverherrlichung ab und nimmt Züge einer Durchhaltepropaganda an, die vor drastischen und realistischen Darstellungen nicht zurückschreckt. Damit vermitteln diese Bücher einen bewegenden Einblick in den Kriegsalltag besonders von Kindern und Jugendlichen und gewinnen so für uns einen beachtlichen kulturhistorischen Wert.“

Die zwischen1914 und 1918 erschienenen Bilder-, Kinder- und Jugendbücher versuchen ihren jungen Leser das Kriegsgeschehen zu erklären. Auch die Jüngeren und Jüngsten können, so heißt es immer wieder, etwas tun für die Unterstützung der Soldaten an der Front. „Dabei werden die Schrecklichkeit und das Grauen des modernen, industrialisierten Kriegs immer weniger verschwiegen; die durchaus schon realistischen Kriegsschilderungen sollen deutlich machen, wie nötig jede Hilfeleistung ist“, so Ewers. Ein Teil der Kinder und Jugendbücher hängt noch überholten Bildern vom Krieg nach, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und eher auf den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 passen: Die aufwendigen Schlachtengemälde setzen die kämpfende Kavallerie im Stil der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts in Szene. Die weitverbreiteten Jugendzeitschriften – wie „Guter Kamerad“ oder „Neues Universum“ – greifen dann auf Kriegsfotografien zurück und schildern die neue Kriegs- und Waffentechnik mit Hilfe von technischen Zeichnungen.

Die Flurausstellung im Erdgeschoss des Querbaus 2 im IG Farben-Haus präsentiert ausschließlich Exponate aus der historischen Sammlung des Instituts. Gezeigt werden ausgewählte Bilderbücher – und zwar sowohl humoristische Kriegsbildergeschichten wie ernst-pathetische Schlachtendarstellungen, darüber hinaus Mädchenkriegsromane in der Tradition der „Backfisch-Literatur“ und Mädchenzeitschriften mit Beiträgen zum Thema Mädchen und Krieg. Es folgt eine Präsentation von Jugendzeitschriften, speziell von Jungenzeitschriften, die auf die Technikbegeisterung der jungen Leser abzielen. Dazu Ewers: „Der Krieg wird damit zu einer eiskalten technischen Herausforderung für die künftigen Ingenieure verkehrt.“

Der zweite Teil der Flurausstellung findet in den Räumen der Bibliothek für Jugendbuchforschung (IG Farben-Gebäude, Querbau 1, Parterre) statt. Gezeigt werden dort in Auswahl Kriegsabenteuer-Erzählungen für Jungen. Der Frankfurter Literaturwissenschaftler ergänzt: „Teils in reißerischer Machart, die in ihrer hämischen Verunglimpfung der gegnerischen Mächte in erheblichem Maß zur Verrohung der jungen Generation beigetragen haben dürften.“ Im Gegensatz dazu stehen realistische Schilderungen des Kriegsalltags der Daheimgebliebenen, der Familien, der Kinder und der Jugendlichen. Zur Abrundung werden einzelne rückblickende Kriegsjugendromane aus der Zeit der Weimarer Republik sowie einzelne englische Erste-Weltkriegsromane präsentiert. „Erst bei diesen kann von pazifistischen Antikriegsromanen gesprochen werden“, so Ewers.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag (22. April) im Anschluss an die erste Vorlesung der im Sommersemester stattfindenden neuen Bürgervorlesungsreihe „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“ des Instituts für Jugendbuchforschung statt. Zum Auftakt spricht Prof. Ewers über Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Kriegskindheit im Spiegel der (Kinder- und Jugend)-Literatur über den Ersten Weltkrieg“, Beginn 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend. Die Reihe wird von der Waldemar Bonsels-Stiftung gefördert und auch sie findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt. Die Ausstellung wird von Dezember 2014 bis Ende Januar 2015 in erweiterter Form im Klingsspor-Museum Offenbach gezeigt.

Informationen: Prof. Hans- Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Fachbereich Neure Philologien, Tel: (069)798 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/, Bildmaterial unter: http://user.uni-frankfurt.de/~weinkauf/Abhol/index.html

Veranstaltungen

Apr 16 2014
16:18

Ringvorlesung im Fachbereich Katholische Theologie mit bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern – Zum Auftakt: Brigitte Kronauer

Autoren in der Uni: „Vom Hörensagen der Seele“

FRANKFURT. „Vom Hörensagen der Seele“ ist der Titel einer öffentlichen Ringvorlesung, zu der die Professur für Fundamentaltheologie und Dogmatik des Fachbereichs Katholische Theologie Schriftsteller und Schriftstellerinnen einlädt. Sie werden auf der Basis der eigenen künstlerischen Arbeit Auskunft geben über Ausdrucks- und Erfahrungsintensitäten. Die Vortragsreihe findet immer mittwochs um 18 Uhr im Nebengebäude des IG-Farben-Hauses (Raum 1.741b), Campus Westend, statt. Zum Auftakt spricht die Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer am Mittwoch (23. April – ihr Thema: „Clemens Dillburg und Judas Ischariot“).

Im wöchentlichen Wechsel sprechen Persönlichkeiten wie Monika Rinck, Katharina Hacker oder Thomas Meinecke über etwaige Berührungen oder Konvergenzen zwischen künstlerischer und religiöser Artikulation. Im Zentrum steht die Literatur, ihre Manifestationen in den Werken der Schriftsteller und Schriftstellerinnen, ihre prosaische und poetische innere Kommunikation.

Die Ringvorlesung „Vom Hörensagen der Seele“ gehört zum offiziellen Jubiläumsprogramm GU100 und wird außerdem von den Freunden der Goethe-Universität, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt, der Max Ernst von Grunelius-Stiftung und der St. Hildegard-Schulgesellschaft mbH unterstützt.

Das Programm auf einen Blick:

23. April: Brigitte Kronauer
Clemens Dillburg und Judas Ischariot

7. Mai: Christian Lehnert
Zweinaturenlehre

21. Mai: Katharina Hecker
Das Nicken der Engel – Über Poesie und Religion

28. Mai: Monika Rinck
Meine Seele schläft im Stehen – Händel, Brockes und die Schamanen

4. Juni: Thomas Stangl

11. Juni: Patrick Roth

18.Juni: Thomas Meinecke

25. Juni: Mirko Bonné
Die Zwischenräume des Schweigens

2. Juli: Annette Pehnt

16. Juli: Tom Liwa

Informationen: Peter Klaiber M.A., Professur für Fundamentaltheologie und Dogmatik, Fachbereich Katholische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798 33325, klaiber@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet: www.hoerensagen.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Apr 16 2014
15:54

6. Frankfurter Goethe-Vorlesung auf dem Campus Westend

100 Jahre Literaturwissenschaften in Frankfurt

FRANKFURT. Aus Anlass des Universitätsjubiläums beschäftigen sich die 6. Frankfurter Goethe-Vorlesungen mit „100 Jahren Literaturwissenschaften in Frankfurt“. Die öffentliche Ringvorlesung wird am Donnerstag (24. April) von dem Literaturwissenschaftler Prof. Klaus Reichert eröffnet. In seinem Vortrag „Glanz und Elend der Philologie – Von der Literatur zu ihrer Theorie und zurück“ wirft er einen Blick auf die (Frankfurter) Geschichte der philologischen Fächer seit 1914. Dieser – wie alle weiteren Vorträge der Reihe – beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend.

Zum einen befassen sich die Vorträge mit den Literaturwissenschaften an der Goethe-Universität selbst: Nach Reichert stellt Prof. Anne Bohnenkamp-Renken das Freie Deutsche Hochstift als Vorgängerinstitution der Universität vor. Als Zeitzeuge berichtet Prof. Volker Klotz vom Studium der Literaturwissenschaften im Frankfurt der 1950er Jahre. Mit der Geschichte der Poetik-Vorlesungen – immerhin fanden 1959 in Frankfurt die ersten ihrer Art in der Bundesrepublik statt – beschäftigt sich Prof. Ulrich Wyss, während Wolfgang Schopf die Archivierung von literarischen Nachlässen erläutert, die nach dem Umzug des Suhrkamp-Archivs nach Marbach mitnichten zum Erliegen gekommen ist, sondern lebendiger ist als je zuvor.

Zum anderen soll aber auch den vielfältigen Bezügen der Literaturwissenschaften zur Stadt Frankfurt, zum Rundfunk, zum Fernsehen, zu den Verlagen, zu Schriftstellern nachgegangen werden. „Damit wollen wir herausstellen, dass die akademischen Disziplinen eben auch in die Stadt ausstrahlen bzw. sich das literarische Leben in der Stadt auf die Universität auswirkt“, erläutert der Germanist Privatdozent Bernd Zegowitz, der gemeinsam mit dem Romanisten Dr. Frank Estelmann die 6. Frankfurter Goethe-Vorlesungen konzipiert hat. Dr. Christoph Kleinschmidt analysiert Literatursendungen im deutschen Fernsehen, Hans Sarkowicz spricht über die Literaturvermittlung im Radio, Dr. Jörg Bong über den Zusammenhang von Literaturwissenschaft und Verlagsarbeit. Abschließend stellt der Autor Andreas Meier („Wäldchestag“) den Einfluss der Literaturwissenschaft auf die Literatur aus ganz individueller Perspektive dar.

Alle Vortragenden haben entweder in Frankfurt studiert und wurden hier auch promoviert oder sind/waren als Lehrende an der Goethe-Universität tätig. Die Vorträge sind so konzipiert, dass sie ein breiteres Publikum ansprechen, denn die Vorlesungsreihe versteht sich auch als Veranstaltung für die interessierte Frankfurter Bürgerschaft.

Das Programm auf einen Blick:

24. April: Prof. Dr. Klaus Reichert (Goethe-Universität Frankfurt)
Glanz und Elend der Philologie – Von der Literatur zu ihrer Theorie und zurück

8. Mai: Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift / Goethe-Universität Frankfurt)
Von Goethe zu Goethe – Das Freie Deutsche Hochstift und die Frankfurter Universität

15. Mai: Prof. Dr. Volker Klotz (Universität Stuttgart)
In Frankfort an’de Eck, da wohn’de Bäcker Beck – Wie man, ebenda, ein Germanistikstudium unterlief

22. Mai: Dr. Jörg Bong (S. Fischer Verlag)
Literatur, Literaturwissenschaft, Verlegen und Verlage – Warum die Literaturwissenschaft über alles entscheidet

5. Juni: Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk)
Zauberei auf dem Sender – Das Literaturprogramm des Frankfurter Rundfunksenders von 1924 bis heute

12. Juni: Dr. Lorenz Jäger (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Philologie als Divination – Erfahrungen eines Germanisten in der Zeitung

26. Juni: Dr. Christoph Kleinschmidt (Goethe-Universität Frankfurt)
Hochkultur trifft Massenmedium – Volker Bohns Fernsehreihe zur deutschen Literatur nach 1945

3. Juli: Prof. Dr. Ulrich Wyss (Goethe-Universität Frankfurt)
Poetica ex cathedra – Von Dichtern lernen?

10. Juli: Wolfgang Schopf (Goethe-Universität Frankfurt)
Literaturverwaltung? – Die Archive an der Goethe-Universität

17. Juli: Andreas Maier
Schreiben und Literaturwissenschaft – Ein nicht literaturwissenschaftlicher, ein nicht begriffsbildender, ein nicht theoretisierender und nicht objektivierender Vortrag über die Möglichkeit oder auch nur die Zweckmäßigkeit eines Verhältnisses zwischen beidem

Informationen: PD Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Fachbereich Neuere Philologien, Campus Westend, Tel.: (069) 798-32693, zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de, http://www2.uni-frankfurt.de/43738789/projekte

Veranstaltungen

Apr 16 2014
11:32

Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters an der Goethe-Universität beginnt am 25. April mit dem Thema „Babes behind Bars – Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm“

„Normative Orders proudly presents...“

FRANKFURT. Was haben Kinofilme mit der Herausbildung normativer Ordnungen zu tun? Eine ganze Menge – zumindest manche, darunter Western, Krimis und Kriegsfilme. In rund 90 Minuten sieht man, wie Vorstellungen von Recht und Unrecht tradiert, etabliert oder erschüttert werden. In „Echtzeit“ kann das schon ein paar hundert Jahre oder länger dauern. Auch deshalb schauen sich Wissenschaftler des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ bewegte Bilder ganz genau an. Die erfolgreiche „Kinoreihe“ des Clusters findet in diesem Sommersemester unter dem Titel „Gesetz und Gewalt im Kino“ ihre Fortsetzung. Und damit man auch sieht, wovon die Rede ist, werden die jeweiligen Filme im Rahmen der Vorlesungsabende auch gezeigt – an fünf Terminen im Frankfurter Museum für Moderne Kunst. „Premiere“ ist am Freitag, 25. April, um 19.00 Uhr.

Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen. In diesem Sommersemester gehören die wissenschaftlichen Filmbetrachtungen zum Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“. Fachlich organisiert werden sie zum einen von Angela Keppler, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes. Die Federführung auf Seiten des Clusters hat zum anderen Martin Seel, Philosophieprofessor an der Goethe-Universität mit einem Schwerpunkt auf Ästhetik und Theorie der Künste. Kooperationspartner ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt.

Auch in diesem Semester lädt der Cluster renommierte Gäste hinzu, ihre Sicht auf ausgewählte Filme darzulegen. Zum Auftakt der Reihe am 25. April spricht Verena Lueken, Filmkritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über „Caged“ von John Cromwell aus dem Jahr 1950. Der Titel ihres Vortrags lautet: „Babes behind Bars – Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm“. Die weiteren Vortragenden sind neben Angela Keppler (27. Juni) und Martin Seel (9. Mai) auch Klaus Günther, Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Clusters (23. Mai), sowie – zum Abschluss der Reihe am 16. Juli und gleichsam als „Special Guest“ – James Conant, Philosophieprofessor an der University of Chicago.

Die Veranstaltungen haben folgenden Ablauf: Zunächst steht der Fachvortrag auf dem Programm, dann folgt der Film im Original mit Untertiteln, abschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Am Auftaktabend des 25. April gibt es vorweg einen kleinen Empfang im Foyer des Museums für Moderne Kunst, dabei führt der Mit-Organisator Martin Seel in das Thema der Gesamtreihe ein.

Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört – unter Leitung und maßgeblicher Beteiligung Martin Seels – schon von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Clusters. Untersucht wird dabei vor allem auch die Darstellung von Gewalt, die ein traditionelles Leitmotiv des Kinos ist. Die Frage nach dem Recht der Gewalt und der Gewalt des Rechts bildet seit jeher einen wichtigen Strang in den Erzählungen des Kinos. Viele Spielfilme, die von Akten, Ereignissen und Zuständen offener oder latenter Gewalt erzählen, stellen durch die Art ihrer Erzählung die Frage nach der Legitimität der sozialen Ordnungen, in denen Gewalt entsteht und vergeht. In der Interpretation exemplarischer Spielfilme wird die Vorlesungsreihe erkunden, wie die Verzahnung von Recht, Gesetz und Gewalt im Kino dramatisiert wird. Das Kino erzählt sowohl von der Genese normativer Ordnungen aus Erfahrungen von Gewalt und Unrecht als auch von den unterschiedlichen Formen der Gewalt, die mit der Einsetzung und Durchsetzung dieser Ordnungen verbunden sind.

Der Exzellenzcluster bietet eine Vorlesungsreihe mit diesem Themenschwerpunkt bereits zum dritten Mal an. Bisher fanden die Reihen an der Goethe-Universität selbst statt. Der aktuelle Veranstaltungsort, das im Herzen Frankfurts gelegene Museum für Moderne Kunst, ist mit Bedacht gewählt: Das Forschungsnetzwerk wendet sich damit direkt an die Frankfurter Stadtgesellschaft und kommt einem seiner Anliegen nach, Impulse aus der Universität in den öffentlichen Raum zu tragen, um an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in einen lebendigen Dialog zu treten.

Die Vortragsabende mit Filmvorführung im Museum für Moderne Kunst (Domstr. 10, 60311 Frankfurt) beginnen jeweils um 19.00 Uhr. – Das Programm im Überblick:

Freitag, 25.4.2014, Verena Lueken (Frankfurt/M.):
"Babes Behind Bars – Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm" über Caged (John Cromwell, USA 1950)

Freitag, 9.5.2014, Martin Seel (Frankfurt/M.): „Anonyme Ansichten verdeckter Gewalt“ über Caché (Michael Haneke, Frankreich et. al. 2005)

Freitag, 23.5.2014, Klaus Günther (Frankfurt/M.): „Die Pathologien des Ausnahme-Rechts“ über Zero Dark Thirty  (Kathryn Bigelow, USA 2012)

Freitag, 27.6.2014, Angela Keppler (Mannheim): „Eine Travestie der Gewaltverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kinos“ über Viva Maria! (Louis Malle, Frankreich-Italien 1965)

Mittwoch, 16.7.2014, James Conant (Chicago): "Die Unsichtbarkeit einer perfekten Regie" über Psycho (Alfred Hitchcock, USA 1960)

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

Veranstaltungen

Apr 16 2014
11:18

Religiöse, politische und literarische Antworten der jüdischen „Generation 1914“ – Öffentliche Ringvorlesung der Martin-Buber-Professur mit internationaler Besetzung

Das europäische Judentum und der Erste Weltkrieg

FRANKFURT. Die Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main veranstaltet im Sommersemester eine internationale Ringvorlesung zum Thema „Das europäische Judentum und der Erste Weltkrieg: Religiöse, politische und literarische Antworten der jüdischen ‚Generation 1914’“. Die öffentliche Vortragsreihe spürt – im Spiegel des Denkens europäisch-jüdischer Intellektueller – der Wirkung des Krieges auf die jüdische „Generation 1914“ und ihren Entwürfen jüdischen Selbstverständnisses in der Nachkriegszeit nach. Die Vorträge finden immer mittwochs um 18 Uhr c.t. im Raum HZ 8 des Hörsaalzentrums auf dem Campus Westend statt.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 stellt in der Menschheitsgeschichte insgesamt eine Zäsur dar und zeitigte tiefgreifende und langfristige Folgen für die europäischen Gesellschaften. Auch für die jüdische Minderheit in den unterschiedlichen Regionen Europas bedeuteten die Erfahrung des Krieges und die politischen Umwälzungen der Nachkriegszeit, einschließlich des Aufbrandens antisemitischer Anfeindungen und vielfach brutaler Gewalt, einen tiefen Einschnitt mit Blick auf ihr religiöses, kulturelles und politisches Selbstverständnis als Bürger Europas.

Ein beeindruckendes Ensemble internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigt sich in dieser Ringvorlesung mit den unterschiedlichsten Aspekten dieses Themas, von der Erfahrung jüdischer Soldaten in den verschiedenen europäischen Armeen über die Reaktionen jüdischer Intellektueller und Schriftsteller auf den Krieg bis hin zu den Auswirkungen der Nachkriegskrise auf die ohnehin prekäre Stellung der Juden in den europäischen Gesellschaften. So spricht beispielsweise am 18. Juni der emeritierte Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik über die Reaktionen von Franz Rosenzweig auf den Ersten Weltkrieg, die belgische Literaturwissenschaftlerin Vivian Liska berichtet am 2. Juli über das schriftstellerische Schaffen Franz Kafkas während des Krieges, und der israelische Historiker Steven Aschheim analysiert am 9. Juli die Bedeutung des Krieges für die jüdische kulturelle Renaissance in der Weimarer Republik. Den Auftakt macht am 23. und 24. April ein Workshop, in dem die Auswirkungen des Krieges auf die Juden in den verschiedenen kriegsführenden Nationen verglichen werden – auch daran können interessierte Bürger teilnehmen.

Das Programm auf einen Blick:

23. April: Prof. Dr. David Rechter (University of Oxford)
Trauma on the Eastern Front: European Jews and the Great War (Auftakt des Internationalen Workshops)

24. April, 9 bis 14 Uhr, Campus Westend, Casino, 1.801: Internationaler Workshop „European Jewry and the Great War: Comparative Perspectives“

Prof. Dr. Pierre Birnbaum (Université de Paris): Between Nationalism and Patriotism: French Jews and the First World War

Dr. Semion Goldin (Hebrew University Jerusalem): The Great War, Russian Jewish Elite and Russian State – The Problem and the Challenge of Loyalty

Dr. Tim Grady (University of Chester): German Jews, the Great War and the Necessity of Commemoration

Prof. Dr. Tony Kushner (University of Southampton): Remembering (and Forgetting) the Jews of Britain in the „Great War“

Sarah Panter (Institut für Europäische Geschichte Mainz): „We must maintain absolute neutrality“ – The Dilemma of American Jews at the Outbreak of the First World War

30. April: Prof. Dr. Shulamit Volkov (Tel Aviv University): Walther Rathenau im Krieg: Hellsichtigkeit und Verwirrung

7. Mai: Prof. Dr. Derek Penslar (University of Toronto/University of Oxford): Every War A Civil War? Jewish Soldiers and Veterans in Europe, 1914-1939

14. Mai: Prof. Dr. Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Martin Buber, der Prager Kreis und die Folgen des Ersten Weltkriegs

21. Mai: Prof. Dr. Michael Löwy (Centre national de la recherche scientifique Paris): Walter Benjamins verspätete Überlegungen zum Ersten Weltkrieg

28. Mai: Prof. Dr. Glenda Abramson (University of Oxford): Life and Writing in Palestine During the First World War

4. Juni: Prof. Dr. Barbara Hahn (Vanderbilt University): „Die Schuld unseres unpolitischen Lebens“. Margarete Susmans Antwort auf die Zäsur des Ersten Weltkriegs

11. Juni: Dr. Ilse Lazaroms (Hebrew University Jerusalem): Between Lamentation and Loyalty: The Hungarian Jewish Predicament in the Wake of the Great War

18. Juni: Prof. Dr. Micha Brumlik (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Franz Rosenzweig, Mitteleuropa und der Erste Weltkrieg

25. Juni: Prof. Dr. Dan Laor (Tel Aviv University): The Twice Told Tale: S. Y. Agnon and the Great War

2. Juli: Prof. Dr. Vivian Liska (Universiteit Antwerpen): „Ein Reigen des Volkes.“ Ein Motiv in Kafkas Kurzprosa 1914-1918

9. Juli: Prof. Dr. Steven Aschheim (Hebrew University Jerusalem): The Great War and the Radical Weimar Jewish Revival

16. Juli: Prof. Dr. Shlomo Avineri (Hebrew University Jerusalem): European Jewry and the Great War

Informationen: Dr. Stefan Vogt, Martin-Buber-Professur, Fachbereich Evanglische Theologie, Campus Westend, Tel: (069)798 32032, s.vogt@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet http://www2.uni-frankfurt.de/42839537/conf

Sonstige

Apr 15 2014
13:03

Neuerscheinung bei weissbooks: Der frühere Uni-Präsident Werner Meißner erzählt, wie aus einer Idee Wirklichkeit wird

„Goethe zieht um“ – Wie die Goethe-Universität ins Westend kam

FRANKFURT. In der soeben erschienenen Denkschrift „Goethe zieht um – Wie die Goethe-Universität ins Westend kam“ schildert der frühere Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Werner Meißner, wie er Mitte der Neunziger Jahre Politiker wie Kritiker innerhalb der Universität davon überzeugte, den IG-Farben-Komplex und das umliegende Areal zum Universitätscampus zu entwickeln: „Die Vision der Universität schließt auch die Option ein, sich da erweitern zu können“, sagte Meißner, der von 1994 bis 2000 das Präsidentenamt innehatte, bei einer öffentlichen Diskussion im Jahre 1995. Damit meinte er die im Vergleich zu Bockenheim große räumliche Erweiterungsmöglichkeit von 16 auf 36 Hektar im Westend. Damals hatten die Amerikaner gerade die Gebäude und das Areal zwischen Miquelallee und Fürstenberger Straße aufgegeben.

„Diese einmalige Chance elektrisierte uns“, so erinnert sich Meißner. In seiner im Ton – wie er selbst schreibt – „hemmungslos subjektiven“ kleinen Schrift erlaubt der frühere Präsident den Lesern einen Blick hinter die Kulissen. Er erzählt, wie elastisch, geschickt und manchmal auch listig er mit wechselnden Bündnispartnern gegen Widerstände kämpfen musste. Seine Begeisterung für das von den Amerikanern geräumte Gebäude („Ich konnte mir vorstellen, wie Studentinnen und Studenten durch diesen Flur schlenderten und sich auf der Wiese des Parks sonnten“) ließen ihn nach Bündnispartnern in Wiesbaden und Frankfurt Ausschau halten. Meißners Sinn für Ästhetik korrespondierte mit Vorstellungen der Architekten des dänischen Büros Dissing + Weitling und den Vorgaben des Hessischen Denkmalschützers. Im Zentrum stand der Gedanke, die Ansprüche einer künftigen universitären Nutzung und Poelzigs architektonisches Grundkonzept miteinander in Einklang zu bringen.

Meißner lässt in seiner „Denkschrift“ keinen Zweifel daran, dass er sich von Anfang darüber im Klaren war, dass die Universität sehr sensibel mit dem „historisch kontaminierten“ IG-Farben-Komplex umgehen müsse. Er berichtet über die uniinterne Diskussion, wie dem Gedenken an die KZ-Opfer Rechnung getragen werden sollte und zitiert aus seiner Rede, die er im Oktober 1998 vor Überlebenden der von den IG Farben eingerichteten Konzentrationslagern hielt.

Der Autor
Werner Meißner studierte Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie an den Universitäten Köln, FU Berlin, Stanford, Darmstadt und Uppsala. Er ist Professor an der Frankfurter Goethe-Universität und hatte Gastprofessuren in Stockholm, Göteborg, Wien und Toronto. Von 1994 bis 2000 war er Präsident der Goethe-Universität. Seit 2004 ist Meißner Präsident der privaten accadis Hochschule in Bad Homburg. Er wohnt in Frankfurt und Berlin.

Bibliografische Angaben
Werner Meißner: Goethe zieht um. Wie die Goethe-Universität ins Westend kam. 128 Seiten, mit 16 Seiten farbigem Bildtafel-Teil (Fotos: Uwe Dettmar, Frankfurt), Verlag weissbooks, Frankfurt 2014, 14 Euro.

Rezensionsexemplare fordern Sie bitte an bei Rainer Weiss, weiss@weissbooks.com

Veranstaltungen

Apr 15 2014
13:00

Lesung mit Annelies Beck. Die Journalistin schrieb einen Roman über belgische Flüchtlingsfamilien in Glasgow

1914-2014: 100 Jahre später. Der Erste Weltkrieg in Flandern

FRANKFURT. Der Erste Weltkrieg lebt im kollektiven Gedächtnis in Flandern als „der Große Krieg“ weiter. Auch bei den Menschen, die zwei Weltkriege überlebt haben, wird er so bezeichnet. Er hat tiefe Spuren hinterlassen, auch in der Landschaft und der Literatur. Mit Blick auf das Jahr 2014, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal jährt, haben verschiedene flämische Autorinnen und Autoren neue Werke zu diesem Thema veröffentlicht. Einige von ihnen werden in einer öffentlichen Ringvorlesung des Lektorats Niederländisch an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester vorgestellt.

Die Erste in der Reihe ist die aus dem flämischen Fernsehen und Radio (VRT) bekannte Journalistin und Moderatorin Annelies Beck. Sie kommt am Dienstag (29. April um 19 Uhr auf den Campus Westend, Casino, Raum 1.802. Die Autorin wird nicht nur aus ihrem Roman „Over het kanaal" auf Niederländisch vorlesen, sondern auch anhand von anschaulichem Bildmaterial erläutern, wie das Buch entstanden ist.

2011 hat sie diesen Roman über belgische Flüchtlinge in Glasgow während des Ersten Weltkrieges veröffentlicht. Auslöser waren aufbewahrte Dokumente und Fotos ihres Urgroßvaters August Keppens, der 1914 über den Kanal geflohen war und Jahre lang in einer Munitionsfabrik in Schottland arbeitete. Annelies Beck hat die Lebensumstände der belgischen Flüchtlingsfamilien in Glasgow genauestens untersucht und anhand ihrer Ergebnisse einen fiktiven Roman über Marie Claes, die während des Kriegs vom Mädchen zur jungen Frau heranwächst, geschrieben.

Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt den sozialen Missständen und den Problemen der Kriegswitwen. Vor diesem Hintergrund beschreibt sie auch die Unzufriedenheit der lokalen Bevölkerung und den Neid gegenüber den belgischen Flüchtlingen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der jungen Marie, womit der Roman auch jugendlichen Lesern eine Identifikationsmöglichkeit und einen Anlass bietet, sich mit dieser Thematik zu befassen.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel. (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe 

Veranstaltungen

Apr 15 2014
09:13

Eine Vortragsreihe des Instituts für Jugendbuchforschung in Kooperation mit dem Historischen Museum

Bürgervorlesung: „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“

FRANKFURT. Die neue Bürgervorlesungsreihe „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“ des Instituts für Jugendbuchforschung geht der Frage nach, wie Kinder und Jugendliche, Jungen und Mädchen den Ersten Weltkrieg erlebt haben und welche kriegsbedingten Traumatisierungen sie erleiden mussten. Welche Bilder-, Kinder- und Jugendbücher wurden während des Kriegs und in den Jahren danach publiziert? Auf welche Weise wurden die Frontsoldaten mit welcher Literatur versorgt? Die Vorlesungsreihe will zeigen, in welchem Maße die Literatur ein Ereignis lebendig vor Augen führen kann, das als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet worden ist.

Die Bürgervorlesung, die in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt veranstaltet wird, versammelt Vortragende aus verschiedenen Disziplinen: Historiker, Buchwissenschaftler, Germanisten, Anglisten, Romanisten und nicht zuletzt Kinder- und Jugendliteraturwissenschaftler suchen ein weitgespanntes Panorama der internationalen Belletristik über den Ersten Weltkrieg zu entwickeln. Sie werden die Literatur aus dem und über den Ersten Weltkrieg auf lebendige Weise vergegenwärtigen; Romane und Erzählungen, Briefe und Tagebücher, Hörspiele und Filme stellen ein ausgezeichnetes Medium der Erinnerungskultur dar. Die Vorlesungen finden, abgesehen von zwei Terminen im Historischen Museum Frankfurt, jeweils dienstags um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend statt. Die Reihe wird von der Waldemar Bonsels-Stiftung gefördert und findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt.

Der Erste Weltkrieg hat die Literatur in einem ebenso umfangreichen Maße beschäftigt, wie uns dies vom Zweiten Weltkrieg her bekannt ist. Ab Kriegsbeginn 1914 ist das Thema in allen Literaturformen präsent – in der Sachliteratur wie in der Belletristik, in Büchern für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche. „Die Kinder- und Jugendliteratur wie die Erwachsenenliteratur wurden zu einem wichtigen Medium der Kriegspropaganda – und zwar nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada und Australien“, so der Initiator der Ringvorlesung und Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität, Prof. Dr. Hans-Heino Ewers. „Mit Fortgang des Krieges änderte die literarische Kriegspropaganda ihren Charakter: Aus hurrapatriotischer Kriegsverherrlichung wurde eine ernste Durchhaltepropaganda, die mehr und mehr den realen Erfahrungen sowohl der Soldaten wie der Daheimgeblieben, der Familien, der Kinder und Jugendlichen, Rechnung tragen musste.“

War die während der Kriegsjahre erschienene Kriegsliteratur – nicht zuletzt zensurbedingt – durchweg patriotisch und kriegsbejahend, so entstand nach Kriegsende und in der Zwischenkriegszeit eine internationale Antikriegsliteratur. „Diese wurde zu einem großen Teil von Angehörigen der Generation der jungen Frontsoldaten verfasst; Erich Maria Remarques ‚Im Westen nichts Neues‘ ist dafür prototypisch. Umfangreicher scheint jedoch die weiterhin kriegsbejahende Literatur gewesen zu sein, für die heute der Name Ernst Jüngers steht“, ergänzt Ewers.

Das Programm auf einen Blick:

22. April: Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, Frankfurt
Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Kriegskindheit im Spiegel der (Kinder- und Jugend)-Literatur über den Ersten Weltkrieg

29.April (Historisches Museum): Prof. Dr. Barbara Stambolis, Paderborn
Kriegskinder des Ersten Weltkriegs: Kindheit und Jugend in eiserner Zeit

6. Mai: Dr. Dorothea Flothow, Salzburg
Der Erste Weltkrieg im britischen Kinder- und Jugendroman: Erfahrung und Erinnerung

13. Mai: Prof. Dr. Astrid Erll, Frankfurt
Die Wiederkehr des Weltkriegs in der Literatur (1927-1930): Deutschland und England im Vergleich

20. Mai: Prof. Dr. Frank Schulze-Engler, Frankfurt
Nationale Identität, transkulturelles Gedächtnis und Bürgerrechte: Revisionen des „Großen Krieges“ in der indigenen Literatur Kanadas, Australiens und Aotearoa/Neuseelands

3. Juni: PD Dr. habil. Thomas F. Schneider, Osnabrück
„Endlich die Wahrheit über den Krieg!“ Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ als Kulminationspunkt der Diskussion um den Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik

10. Juni (Historisches Museum): Prof. Dr. Christine Haug, München
Was die Soldaten des Ersten Weltkriegs lasen. Die Feldlektüre und ihre Distribution

17. Juni: Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Heidelberg
Ernst Jüngers Kriegsbuch „In Stahlgewittern“: Entstehung, Fassungen, Rezeption

24. Juni: Prof. Dr. Sven Hanuschek, München
„Jedem geschehe was seine Taten wert sind.“ Kindheit und Jugend um 1914 im Kino der 2000er Jahre

1. Juli: Dr. Frank Estelmann, Frankfurt a.M.
Friedhof der Erinnerungen: Kindheit als Gedächtnisfigur im zeitgenössischen französischen Roman und Comic über den Ersten Weltkrieg

8. Juli: Prof. Dr. Olaf Müller, Mainz
„…expliquée à ma fille“ – Kinder als Zielpublikum für französische Literatur zum Ersten Weltkrieg von 1916 bis heute

15. Juli: Dr. Jana Mikota, Siegen
Nesthäkchen in Kriegszeiten. Der Erste Weltkrieg in der Mädchenliteratur

Informationen: Prof. Hans- Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Fachbereich Neure Philologien, Tel: (069)798 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/, Bildmaterial unter: http://user.uni-frankfurt.de/~weinkauf/Abhol/index.html

Hochschulpolitische Themen

Apr 14 2014
14:00

Goethe-Universität startet heute mit 3.300 Neu-Immatrikulierten und rund 44.000 Studierenden ins Sommersemester

Starker Start ins neue Semester

FRANKFURT. Mit über 44.000 Studierenden – so vielen wie noch nie in einem Sommersemester – startet die Goethe-Universität am heutigen Montag ihren Lehrbetrieb für die erste Jahreshälfte. Mit 3.300 Neu-Einschreibungen bewegt sie sich damit fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die für die Lehre zuständige Vizepräsidentin, Prof. Tanja Brühl, sprach bei der Unistart-Messe am Donnerstag im Hörsaalzentrum vor ca. 400 Erstsemestern „von guten Voraussetzungen für einen gelungenen Semesterstart. Die Goethe-Universität ist dankbar für die ungebrochen große Nachfrage nach Studienplätzen. Sie übt auf Studierende von nah und fern weiterhin eine hohe Anziehungskraft aus.“ So stammen inzwischen knapp 40 % der Studierenden nicht aus Hessen. Zudem verfügt die Goethe-Universität über einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Studierenden mit ausländischem Pass.

Brühl betonte, dass das Präsidium zusammen mit den Fachbereichen große Anstrengungen unternommen habe, angesichts der stark gestiegenen Studierendenzahlen die Infrastruktur und die Lehre weiter zu verbessern. So wird pünktlich zum Semesterstart ein Seminarpavillon am Rande des Campus Westend mit einer Fläche von 1200 m² und zwölf neuen Seminarräumen eröffnet. Mit ihrem bundesweit einmaligen Professuren-Programm gelingt es der Goethe-Universität aber auch in der Lehre, signifikante Fortschritte zu erzielen. Von 40 inzwischen im Rahmen des Programms neu ausgeschriebenen Professuren konnte bereits knapp die Hälfte besetzt werden. Bei der Stellenverteilung spielte der Bedarf der Fachbereiche die entscheidende Rolle. So wurde Fachbereichen mit sehr hoher Nachfrage nach Studienplätzen bei der Vergabe Priorität eingeräumt. Bereits in den vergangenen Semestern waren Lehr- und Öffnungszeiten erweitert und die Mensakapazität vergrößert worden. Dazu Brühl: „Das Präsidium und die Fachbereiche haben nicht nur geredet, sie haben auch gehandelt.“ Trotz aller Anstrengungen komme es zum Semesterstart jedoch immer wieder zu kleineren und größeren Engpässen, "wofür ich mich bereits vorab entschuldigen möchte“, sagte die Vizepräsidentin.

Oberbürgermeister Peter Feldmann hob bei der Unistart-Messe den engen Schulterschluss zwischen Stadt und Universität hervor. Die Goethe-Universität sei ein Magnet für Frankfurt und trage wesentlich dazu bei, dass die Stadt über ein studentisches Flair verfüge und Nachwuchskräfte für die Wirtschaft anziehe. Feldmann forderte die anwesenden Studierenden auf, Frankfurt zu entdecken. Die Stadt biete extrem viel Kultur und Lebensqualität.

Da die meisten Studiengänge im Wintersemester beginnen, ist die Zahl der Studienanfänger im Sommersemester meist erheblich geringer.

Veranstaltungen

Apr 11 2014
15:46

Goethe-Universität präsentiert Jubiläums-App für Bürgerinnen und Bürger sowie Uni-Angehörige

Das Jubiläum auf einen Blick

FRANKFURT. Die Goethe-Universität wird 100 Jahre alt und alle können mitfeiern – auch dank der neuen Jubiläums-App, die in Zusammenarbeit mit dem Berliner Startup Guidewriters entstanden ist. Die „100 Jahre Goethe-Uni“-App ist der digitale Wegbegleiter durch das Jubiläumsjahr der Goethe-Universität. Weit über 100 Veranstaltungen werden im laufenden Jahr stattfinden, bzw. haben bereits stattgefunden - von A wie die Ausstellung Kunstkammer Wunderkammer bis Z wie Zubin Mehta, dem weltweit gefeierten Stardirigenten, der bereits am 18. Februar in der Alten Oper das umjubelte Festkonzert dirigierte. Weitere prominente Gäste des Jubiläums sind unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck, Bestsellerautor Daniel Kehlmann, Klaus Maria Brandauer uvam.

Neben zentralen Aktivitäten haben insbesondere die 16 Fachbereiche und Studierenden der Goethe-Universität dazu beigetragen, das Programm hochkarätig, bunt und vielfältig werden zu lassen. Alle Fachbereiche, aber auch zentrale Einrichtungen wie das Universitätsarchiv oder das Büro für Gleichstellung beteiligen sich mit eigenen Aktivitäten. Im Jubiläums-Programm, das in der App in verschiedene Kapitel aufgegliedert ist, gibt es also viele Perlen und Highlights zu entdecken.

Eines der zentralen Elemente der App ist der Event-Kalender. Hier sind alle Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs chronologisch übersichtlich aufgelistet. Ein weiteres Highlight ist der Wissenschaftsstadtplan. Mit Gedenktafeln an 100 verschiedenen Orten in Frankfurt am Main werden die entscheidenden Stätten des Lebens und Wirkens berühmter Köpfe der Universität gewürdigt. Über einen virtuellen Stadtplan werden diese Orte zu einer Tour verbunden.

„100 Jahre Goethe-Uni“ ist die offizielle App zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität Frankfurt. Erhältlich ist sie für iOS und Android. Die direkten Links zu den entsprechenden Stores gibt es auch unter www.uni-frankfurt.de/gu100. Den vollständigen und aktuellen Terminkalender gibt es unter www.gu100.de.