​​​​Pressemitteilungen ​

Hochschulpolitische Themen

Sep 23 2015
15:39

Rückblick auf 100 Jahre Goethe-Universität, zwei Wechsel in Spitzenämtern und weitere Meilensteine in Forschung, Lehre und Bürgeruni

„100 Jahre Begeisterung“ - Neues Jahrbuch der Goethe-Universität erschienen

FRANKFURT. Das neue Jahrbuch der Goethe-Universität ist da. Es wirft den Blick zurück auf ein besonderes Jahr in der hundertjährigen Geschichte, die 1914 begann: Mit 100 Veranstaltungen, fast 150.000 Gästen und viel Prominenz aus dem In- und Ausland wie Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schauspielerlegende Klaus Maria Brandauer, Stardirigent Zubin Mehta sowie Schriftsteller Daniel Kehlmann zog das Jubiläumsjahr 2014 nicht nur die Frankfurter Stadtgesellschaft in den Bann. Auch als Stiftungsuniversität hat sich die Goethe-Uni 2014 gut in Szene gesetzt: 71 Millionen € hat das Jubiläum an Spenden und Sponsoringbeiträgen erbracht, darunter den mit 20 Millionen € dotierten Jubiläumsfonds von Johanna Quandt (1925-2015) und die dauerhafte Nutzung des Museum Giersch als Einrichtung der Universität. Das Jubiläumsjahr thematisierte aber auch die Schattenseiten der hundertjährigen Geschichte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch hierzu finden sich Beiträge im neuen Jahresbericht, etwa die Geschichte des Pathologen Philipp Schwartz, dem die Universität am Campus Niederrad eine Stele widmete.

Neben dem Jubiläum gab es auch in Forschung und Lehre viele wichtige Meilensteine, Veränderungen und Wechsel in Spitzenämtern: Im Juli 2014 wurde Prof. Birgitta Wolff zur neuen Universitätspräsidentin gewählt. Sie folgte nach sechsjähriger Amtszeit Prof. Werner Müller-Esterl. Im Dezember kündigte der langjährige Hochschulratsvorsitzende Dr. Rolf-E. Breuer an, für das Amt nicht mehr zu kandidieren. Sein Nachfolger wurde der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Matthias Kleiner. Mit dem Historiker Hartmut Leppin hat Goethe-Universität ihren 16. Leibniz Preisträger.

Und dann gab‘s noch einen großen Knall: Am 2. Februar 2014 verschwand der berühmt-berüchtigte AfE-Turm aus der Frankfurter Skyline. Er wurde gesprengt, um Platz zu machen für eine Neubebauung im südlichen Bereich des Bockenheimer Campusgeländes.

Diese und weitere Themen rund um die Goethe-Universität finden sich in der gerade freigeschalteten Online-Version des Jahrbuchs unter

http://www.muk.uni-frankfurt.de/58232553/jahresbericht_2014_deu.pdf

Die Papierversion liegt in zwei Wochen vor, auch eine englische Fassung ist in Vorbereitung.

Veranstaltungen

Sep 21 2015
14:08

Schüler informieren sich über naturwissenschaftliche Studiengänge an der Goethe-Universität

13. Tag der Naturwissenschaften

FRANKFURT. Etwa 3.000 Teilnehmer werden zum 13. Tag der Naturwissenschaften auf dem Campus Riedberg erwartet. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse aus dem Rhein-Main-Gebiet, die kurz vor der Kurswahl stehen, können sich  im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung (22./23. September, jeweils 9.00-13.30 Uhr) über Fächer, Studiengänge und berufliche Perspektiven informieren. In Vorträgen, Experimenten und Laborführungen werden Disziplinen wie Mathematik, Physik, Biowissenschaften, Chemie, Medizin, Pharmazie, Geowissenschaften, Meteorologie und Informatik vorgestellt. Auch der beliebte Roboterfußball mit den  Bembelbots wird wieder zu sehen sein.

Wissenschaftliche Mitarbeiter und Studierende erteilen den jungen Besuchern Auskunft rund um das Studium. Auch für Lehrkräfte wird wieder etwas geboten: In Workshops erhalten Lehrende unter anderem Einblicke in die Arbeit der Schülerlabore.

Am Dienstag, 22. September, eröffnet Staatsekretär Elmar Jung gemeinsam mit Univizepräsident Prof. Enrico Schleiff die zweitägige Veranstaltung. 9.00 Uhr, Campus Riedberg, Raum H1 im Otto-Stern-Zentrum (OSZ).

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich einen Eindruck vom Informationstag zu verschaffen. Ansprechpartnerin ist Susanne Mombers vom Studien-Service-Center. Tel. (069) 798-479 55; mombers@em.uni-frankfurt.de 

Mehr Informationen auch zum Programm unter www.tdn.uni-frankfurt.de

Forschung

Sep 21 2015
13:26

Hochauflösende NMR-Geräte für Forschung zu Gesundheit und Green Economy

Strukturbiologie: Goethe-Uni ist in neuem EU-Netzwerk

FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist Teil eines neuen Netzwerks, das Forschern aus ganz Europa moderne Methoden wie NMR, Elektronenmikrokopie und Röntgen-Strukturanalyse zugänglich macht. Ziel der Initiative iNEXT ist es, die Struktur und Funktion von Proteinen und Proteinkomplexen aufzuklären. Das Projekt, das von der Europäischen Union mit insgesamt 10 Millionen Euro gefördert wird, ist ein Beitrag zu den Forschungszielen Gesundheit und nachhaltige Wirtschaftsweise (Green Economy).

„Grundlegende Kenntnisse biologischer Prozesse sind notwendig, um beispielsweise neue Wirkstoffe oder nachhaltige Methoden der Lebensmittelproduktion zu entwickeln“, erklärt der Frankfurter Projektleiter Prof. Harald Schwalbe die Ziele von iNEXT. Partner in dem Netzwerk unter der Leitung der Universität Utrecht und des Niederländischen Krebsforschungsinstituts sind die Synchrotronstrahlungsquellen in Grenoble, Hamburg, Oxford, Lund und Paris, die Hochfeld-NMR-Einrichtungen in Frankfurt, Utrecht, Florenz, Brno, Lyon und Grenoble. Hinzu kommen bildgebende Verfahren an den Universitäten Oxford, Brno, Heidelberg, Leiden und Madrid sowie Methoden der moderne biophysikalischen Charakterisierung in Amsterdam.

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für organische Chemie und chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29130, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 17 2015
13:30

Roald Hoffmann an der Goethe-Uni und im internationalen Theater/ Talkrunde über das Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaften

Chemie-Nobelpreisträger: Theaterstück über den Holocaust

FRANKFURT. Den Namen Roald Hoffmann kennt jeder Chemie-Student aus dem Lehrbuch. Seit etwa 20 Jahren engagiert sich der Chemie-Nobelpreisträger auch moralisch mit Gedichten, Essays, Dokumentationen und Theaterstücken für die Verantwortung des Wissenschaftlers und schreibt über die Nachwirkungen des Holocausts. Anlässlich seines Besuchs in Frankfurt hält er einen wissenschaftlichen Vortrag an der Goethe-Universität. Zwei Tage später wird sein Theaterstück „Was Euch gehört“ im Internationalen Theater Frankfurt aufgeführt. In einer halbstündigen Talkrunde vor der Aufführung äußerst sich Roald Hoffmann über das Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaften.

Das Theaterstück des 1937 in Polen geborenen Roald Hoffmann trägt autobiographische Züge. Wie die Protagonisten seines Stücks entstammt er einer jüdischen Familie. Er überlebte mit seiner Mutter im Keller eines Schulhauses. Der Vater und die meisten Familienmitglieder starben im Holocaust.1949 gelang Roald Hoffmann die Flucht und Auswanderung in die Vereinigten Staaten. Er studierte Chemie und war 1981der jüngste Nobelpreisträger für Chemie. Sein erstes Theaterstück, in dem er über die Verantwortung des Wissenschaftlers reflektrierte, schrieb er 2007 anlässlich einer Tagung der Internationalen Chemikervereinigung in Turin.

In dem Stück „Was Euch gehört“, das erstmals 2014 in deutscher Übersetzung aufgeführt wurde, geht es um eine 81-jährige Jüdin polnisch-ukrainischer Herkunft, die den Holocaust mit ihrem Sohn auf einem Speicher versteckt überlebt und später in die USA auswandert. Über die traumatischen Erlebnisse schweigt sie, bis ihre Enkelkinder sie wegen eines Schulprojekts befragen und die Tochter der ukrainischen Familie, die sie damals versteckte, ihren Besuch ankündigt. Roald Hoffmann fragt in seinem Stück, wie man Hass überwinden, Verlust verschmerzen und sich versöhnen kann.

GDCh-Vortrag: „All the ways to have a bond“

Wann? Freitag, 25.September, 15:00 Uhr
Wo? Goethe-Universität, Campus Riedberg, Chemische Institute, Max-von-Laue-Straße 7, Hörsaal H1/ Dauer ca. 2 Std

Für Interviews steht Prof. Roald Hoffmann vor dem Vortrag am Freitag, dem 25. September zwischen ca. 13:00 und 14:30 Uhr zur Verfügung. Wir bitten um Terminvereinbarung mit Anna Paulus: a.paulus@nmr.uni-frankfurt.de

Theaterstück "Was Euch Gehört"

Wann? Sonntag, 27. September, 19:00 Uhr
Wo? Internationales Theater Frankfurt, Hanauer Landstr. 7 (Zoo-Passage)

Vor der Aufführung, um 18:30 Uhr, wird eine Talkrunde mit Prof. Hoffmann über das Verhältnis von Natur und Geisteswissenschaften stattfinden.

Weitere Aufführungen im Beisein von Prof. Hoffmann: Donnerstag, 24.September in Amberg/Oberpfalz und Samstag, 26. September in Darmstadt im "West Side Theatre", Landwehrstr. 58.

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für organische Chemie und chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29130, a.paulus@nmr.uni-frankfurt.de.

Veranstalter der Theateraufführungen:
Cheesefondue / Integralis e.V. , Prof. Hartmut Frank, Uni Bayreuth (auch Übersetzer des Stücks)
E-mail: Hartmut.Frank@uni-bayreuth.de

http://youtu.be/OtB3fnfAv6I

Veranstaltungen

Sep 17 2015
13:27

Frankfurter Wissenschaftler kooperieren im Rahmen des Projekts „PolECule“ mit drei Schulen im Rhein-Main-Gebiet

Medieneinladung: Neue Impulse für bilingualen Unterricht zu Politik, Wirtschaft und Kultur

FRANKFURT. Ob es um das Renten- und Steuersystem oder Fragen von Migration und „Global Governance“ geht, in einer von Internationalität geprägten Gesellschaft müssen junge Menschen über ökonomische, politische und kulturelle Kenntnisse verfügen, um sich ihre Lebenswirklichkeit erschließen zu können. Diese sollen Schülerinnen und Schüler im bilingualen Unterrichtsfach „Politics, Economics & Culture“ (kurz PolECule) erlernen. Im Rahmen dieses Projekts der Goethe-Universität arbeiten Prof. Dr. Daniela Elsner, Institut für Didaktik und Sprachlehrforschung Englisch, und Prof. Dr. Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften, seit Beginn des neuen Schuljahrs mit drei Schulen im Rhein-Main-Gebiet zusammen: dem Heinrich-von-Gagern-Gymnasium (Frankfurt), der Phorms-Schule (Frankfurt) und der Heinrich-Heine-Gesamtschule (Dreieich).

Einladung: Medienvertreter sind herzlich eingeladen zur Auftaktveranstaltung mit den beteiligten Schulden und Unterstützern am Dienstag (22. September) um 18 Uhr auf dem Campus Westend, Casino, Raum 1.812. Dort wird das Projekt im Detail vorgestellt – von Wissenschaftlern, Projektpartnern und Sponsoren. Einzelinterviews sind möglich, gern auch vorher zu vereinbaren; Rückantwort bitte an: Helena McKenzie, mckenzie@em.uni-frankfurt.de

Das Projekt „PolECule“ hat das Ziel, bereits ab Jahrgangsstufe 6 Inhalte der politisch-ökonomischen Bildung systematisch mit kulturellen Dimensionen zu verzahnen. „So soll die kommunikative Kompetenz in der Unterrichtssprache Englisch gefördert werden, die den alltagssprachlichen Wortschatz ebenso einbezieht wie die fachspezifische Sprache und Vermittlung neuer politisch-ökonomischer, aber auch kultureller Inhalte“,  erläutert Daniela Elsner. Was bisher an Handreichungen für die bilinguale Unterrichtsvorbereitung angeboten wird, ist spärlich. Nur selten sind die Materialien auch für einen Unterricht geeignet, der die kulturellen Besonderheiten sowohl des anglo-amerikanischen Raums als auch Deutschlands berücksichtigt. Wenn es beispielsweise um die Unterschiede der Gewerkschaftssysteme geht, könnte eine Folge der Simpsons – natürlich auf Englisch! – spannendes Anschauungsmaterial liefern“, so Elsner.

Erste eigene Forschungen und Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler belegen: Der Lerneffekt auf sprachlicher wie sachfachlicher Ebene ist höher, wenn sich Schülerinnen und Schüler gleich bilingual neuen Inhaltsfeldern zuwenden. Die in beiden Sprachen unbekannten Begriffe verlinken und verstärken sich dann im „mentalen Lexikon“ gegenseitig; Experten nennen das „deep learning“. Die Einführung eines neuen Curriculums im Rahmen des PolECule-Projekts wird nicht nur im Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrern an den drei Schulen intensiv besprochen. Darüber hinaus wird neben verschiedenen Leistungstests unter anderem auch in qualitativen Interviews mit den Schülerinnen und Schülern den Fragen nachgegangen, ob sich die Lernenden zum Beispiel im interkulturellen Dialog nach diesen Unterrichtseinheiten mehr zutrauen und wie sich ihre Kompetenzen im sprachlichen wie im Bereich der politisch-ökonomischen Bildung verbessert haben.

Finanziert wird dieses über drei Jahre laufende Projekt von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie AXA Investment Managers (AXA IM). „Die ökonomische Bildung der Bevölkerung liegt uns seit Langem am Herzen. Weil wir seit fast einem Jahrzehnt durch Studien erfassen, wie es um das Finanzwissen der Bevölkerung bestellt ist, wissen wir allerdings, dass es in dieser Hinsicht kaum Fortschritte gibt“, erklärt Uwe Diehl, Head of Client Group Germany & Austria bei AXA IM. „Daher wollen wir die Entwicklung nun nicht mehr nur kritisch beobachten, sondern aktiv dazu beitragen, dass sich etwas zum Positiven ändert – indem wir ein innovatives Projekt unterstützen, das bereits in der Schule ansetzt.“

Der kulturell-komparatistische Ansatz der zwei Professoren, die beide schon für ihre hervorragende Lehre an der Goethe-Universität ausgezeichnet wurden, verfolgt ambitionierte Ziele: Im Unterrichtsfach PolECule sollen die Lernenden zentrale ökonomische Werte kennen lernen, die „mit Partizipation (participation), gesellschaftlicher Teilhabe (partnership), sozialem Zusammenhalt (social cohesion), Einsicht (access), Gerechtigkeit (equity), Verantwortung (accountability) und Solidarität (solidarity) umschrieben werden können.

Das Projekt, das zunächst in der Kooperation mit den drei Partnerschulen auf drei Jahre angelegt ist und stetig evaluiert wird, soll Impulse für die dringend notwendige Entwicklung des Kerncurriculums im Rahmen des „kompetenzorientierten Unterrichts“ im Bereich „bilingualer Politik- und Wirtschaftsunterricht“ geben. Neben zwei Doktorarbeiten sind ebenfalls Masterarbeiten zu diesen Themen in Planung.

Informationen: Prof. Daniela Elsner, Institut für England und Amerikastudien, Sprachlehrforschung und Didaktik, Campus Westend, Tel. (069) 798-32518, E-Mail: Elsner@em.uni-Frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 16 2015
17:05

13. Frankfurter Kinder-Uni vom 28.9. bis 2.10. auf dem Campus Westend/ Nachmittags ohne Anmeldung für alle Kinder von 8 bis 12 Jahren

Hörsaal auf für neugierige Kinder

FRANKFURT. Zur 13. Frankfurter Kinder-Uni lädt die Goethe-Universität in der Woche vom 28. September bis 2. Oktober auf dem Campus Westend ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären in fünf verschiedenen Vorlesungen ihr Forschungsgebiet auf anschauliche und unterhaltsame Weise für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und Kindern aller Schulformen einen ersten Eindruck vom Uni-Leben im Hörsaal und in der Mensa zu vermitteln. Erstmals in diesem Jahr findet die Kinder-Uni mit großzügiger Unterstützung der Frankfurter Dr. Marschner Stiftung statt.

Zum Auftakt der Kinder-Uni am 28. September erklärt der Pharmazeut Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz in seiner Vorlesung „Wirksame Waffen gegen gefährliche Erreger“, was Antibiotika sind und wie sie wirken. Diese erste Vorlesung besucht auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er wird im Anschluss mit einigen Schülerinnen und Schülern über ihre Anregungen und Kritik zur Frankfurter Stadtpolitik diskutieren.

Den Begriff der Toleranz auf eine kindgerechte Weise zu vermitteln, hat sich der renommierte Philosoph und Leibniz-Preisträger Prof. Rainer Forst am Dienstag (29. September) vorgenommen. Er will mit seinen jungen Zuhörern über die Schwierigkeiten eines respektvollen Umgangs in der Familie, der Schule und im Freundeskreis nachdenken.

Knochenwachstum, Fehlstellungen und -haltungen sind das Thema der Ärztin Laura Kremer am Mittwoch (30. September). Sie erklärt, wie Kinder durch Sport und Ernährung zu gesundem Knochenwachstum und einer guten Haltung beitragen können. Dabei gibt es viel Anschauungsmaterial vom Skelett bis zum Gipsverband.

Passend zum internationalen Jahr des Lichts beschäftigt sich der Physik-Didaktiker Roger Erb am Donnerstag (1. Oktober) mit dem „Rätsel des Lichts“. In zahlreichen Experimenten beleuchtet er ein alltägliches Phänomen neu. Auch eine Messung der Lichtgeschwindigkeit steht auf dem Programm. Bei der letzten Vorlesung am Freitag (2. Oktober) wird es richtig eklig. Aber das hat alles seinen Sinn, weiß die Psychologie-Professorin Sonja Rohrmann. Sie erforscht, warum wir uns ekeln und erklärt, wie dieses starke Gefühl uns schützt.

Die Organisatorinnen rechnen in diesem Jahr mit mehr als 13.000 Kindern. Die beiden Vormittagsvorlesungen (jeweils 9:30 Uhr und 11:00 Uhr) sind nur für Schulklassen reserviert, das Anmeldeverfahren ist bereits abgeschlossen. Nachmittags um 16 Uhr sind alle Kinder von 8 bis 12 Jahren in Begleitung Erwachsener ohne Anmeldung eingeladen. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Kinder-Uni zu besuchen, gibt es einen Live-Stream (siehe Link auf www.kinderuni.uni-frankfurt.de). Die Aufzeichnungen können auch im Nachhinein im Internet angeschaut werden, dort finden sich auch Aufzeichnungen aller Kinder-Uni-Vorlesungen seit 2004 (http://bit.ly/kinderuni-videos).

Wer vom vielen Denken hungrig geworden ist, kann sich in der Mensa, den Cafeterien des Studentenwerks oder im Bistrorante „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. Nachmittags ist auch die Caferia im Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften für Kinder und ihre Eltern geöffnet. In den Betrieben des Studentenwerks Frankfurt bekommen die Schüler gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk für 3 Euro.

Auch in diesem Jahr gibt es zu jeder Vorlesung ein Quiz. Unter den Teilnehmern, die das Richtige angekreuzt haben, werden Buchpreise verlost. Auf der Homepage der Kinder-Uni (www.kinderuni.uni-frankfurt.de) sind die Quizfragen und später die richtigen Antworten einsehbar. Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an drei oder mehr Vorlesungen teilgenommen haben, können an einer weiteren Verlosung teilnehmen. Zu gewinnen sind Sach– und Hörbücher, Geoliono-Abonnements sowie Kinder-Uni-T-Shirts.

Dank der Unterstützung der Frankfurter Dr. Marschner Stiftung können alle Vorlesungen weiterhin kostenlos bleiben und die rabbatierten Preise für Snacks und Essen in der Mensa des Studentenwerks aufrecht erhalten werden. Ebenso konnten zahlreiche Buchpräsente für Vielhörer und Quiz-Gewinner erworben werden. Medienpartner sind die Frankfurter Rundschau und das Magazin GEOlino.

Informationen: Ulrike Jaspers und Dr. Anne Hardy, Referentinnen für Wissenschaftskommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-13066 und 798- 12498; kinderuni@vdv.uni-frankfurt.de;

www.kinderuni.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Sep 16 2015
14:15

Sechsköpfiges Präsidium der Goethe-Universität kann die Arbeit fortsetzen

Tanja Brühl als Vizepräsidentin wiedergewählt

FRANKFURT.Prof. Tanja Brühl wurde heute vom erweiterten Senat der Goethe-Universität mit großer Mehrheit in ihrem Amt als Vizepräsidentin bestätigt. Die Politologin gehört dem Präsidium bereits seit drei Jahren an; nach Ablauf der regulären Amtszeit trat sie heute zur Wiederwahl an. Brühl ist schwerpunktmäßig für Studium und Lehre einschließlich Lehrerbildung zuständig. Das Präsidium, an der Goethe-Universität mit drei Frauen und drei Männern paritätisch besetzt, bildet die Exekutive der Universität - Senat und Hochschulrat begleiten seine Arbeit aus interner und externer Sicht.

„Ich danke den Senatsmitgliedern für das Vertrauen, dass sie mir erneut entgegen gebracht haben. Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre des gemeinsamen Gestaltens im Bereich Studium und Lehre“, sagte Tanja Brühl nach ihrer Wiederwahl. Sie freue sich darauf, auch zukünftig eng mit den Fächern und Fachbereichen zusammen arbeiten. „Gemeinsam mit Studierenden und Mitarbeitenden möchte ich gerne die Bedingungen in Lehre und Studium verbessern“, so Brühl. Studium und Lehre stünden angesichts der hohen Studierendenzahlen und der zunehmenden Heterogenität der Studienanfängerinnen und –anfänger vor besonderen Herausforderungen. Sie freue sich, hierzu einen Beitrag leisten zu können. Schwerpunkte der nächsten drei Jahren sollen die Umsetzung des Leitbilds Lehre und die qualitative Studiengangsentwicklung inklusive Lehramt sein.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff freut sich über die Wiederwahl von Brühl: „Tanja Brühl ist eine hervorragende Wissenschaftlerin und zugleich erfahrene Expertin für alle Fragen rund um die universitäre Lehre. Ich gratuliere ihr herzlich zur Wiederwahl und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im Präsidium.“

Tanja Brühl studierte in Frankfurt Biologie und Sozialkunde auf Lehramt an Gymnasien und schloss ihr Studium 1994 mit dem Staatsexamen ab. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Duisburg, Tübingen und Frankfurt. Dort promovierte sie auch 2002 über „Nichtregierungsorganisationen als Akteure internationaler Umweltverhandlungen“ und wurde anschließend auf die Juniorprofessur für Friedens- und Konfliktforschung berufen. Seit 2007 ist sie Professorin für Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt internationale Institutionen und Friedensprozesse an der Goethe-Universität. Tanja Brühl ist u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift für Internationale Beziehungen, der Friedens-Warte und des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (ISFH). Ihre Gutachtertätigkeit umfasst Zeitschriften (European Journal of International Relations, die Peripherie, die Zeitschrift für Internationale Beziehungen, etc.), Verlage (u.a. United Nations University Press) und Stiftungen (Studienstiftung des Deutschen Volkes, Thyssen Stiftung, etc.). Zusammen mit Thorsten Bonacker und Christoph Weller gibt sie im Namen des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK) die „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“ (ZeFKo) heraus.

Foto zum Download: hier.

Veranstaltungen

Sep 16 2015
14:14

Literatur- und kulturwissenschaftliche Tagung zum 150. Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers

Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne

FRANKFURT. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zum 150. Mal. Das Jubiläum ist Anlass, das vielfältige literarische und editorische Schaffen Bierbaums bei einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Tagung kritisch zu würdigen. „Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne“, so der Titel der Veranstaltung, zu der sich vom 28. bis 29. September (Montag und Dienstag) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich auf dem Campus Westend der Goethe-Universität treffen.

Die Tagung beleuchtet ästhetische und kulturwissenschaftliche Aspekte von Bierbaums Schaffen ebenso wie seine medialen und sozialhistorischen Kontexte. Der Autor gilt als ein wichtiger und zugleich streitbarer Repräsentant der literarischen Moderne, dessen Werk sowohl im Kontext der Berliner als auch der Münchner Moderne zu sehen ist. Insbesondere verbindet sich sein Name mit dem literarischen Jugendstil, den er als Herausgeber der Zeitschrift „Die Insel“ maßgeblich mitprägte. Die „Monatsschrift mit Buchschmuck und Illustrationen“, wie sich die „Insel“ im Untertitel nannte, stellt einen der wichtigsten Beiträge zu den buchgestalterischen Innovationen des Jugendstils dar und bildet den Vorläufer des heutigen Insel-Verlags.

Diese und weitere Herausgeber- und Redakteurstätigkeiten machen Bierbaum zu einer zentralen Figur im Netzwerk der Moderne. Dazu Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität, der gemeinsam mit Dr. Björn Weyand diese Tagung organisiert hat: „Bierbaums literarisches Oeuvre ist breit gestreut. Er gilt als Vorläufer der Kabarettlyrik, schreibt Opern- und Operettentexte sowie Lustspiele. Seine Prosa – Erzählungen und Romane wie der 1897 publizierte ‚Stilpe‘ – ist meist eng an literarische Vorbilder angelehnt, spielt jedoch mit der Tradition.“ Übrigens hat Bierbaum mit seiner „Empfindsamen Reise im Automobil“ (1903) das erste Autoreisebuch in deutscher Sprache verfasst.

Am Montag um 19.15 Uhr findet ein öffentliches Konzert in der Lobby des PA-Gebäudes auf dem Campus Westend statt: Die Sopranistin Britta Stallmeister singt Bierbaum-Vertonungen u.a. von Richard Strauss und Arnold Schönberg.

Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Campus Westend, Tel. (069) 798-32693, zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de; Link zum Tagungsflyer: http://www.uni-frankfurt.de/58014135/Flyer-Bierbaum.pdf

Sonstige

Sep 15 2015
13:26

Neues Institut: Goethe-Universität stärkt Europäisierung gemeinsam mit französischen Partnern

Deutsch-französische Wissenschaftskooperation in den Geistes- und Sozialwissenschaften

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat die institutionelle Kooperation mit Frankreich ausgebaut und damit ihre europäische Ausrichtung strukturell gestärkt: Ab September wird im IG-Farben-Haus der Uni­versi­tät auf dem Campus Westend das Deutsch-Französische Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften (DFI-GS) – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFA-SHS) seine Arbeit aufnehmen. Es löst das Institut Français d’Histoire en Allemagne (IFHA) ab. Das neue Institut verfolgt eine deutlich erweiterte Agenda – es wird die deutsch-französische Wissenschafts­kooperation nicht nur in den Geschichts-, sondern auch in den Sozialwissenschaften unterstützen. Auch seine Trägerschaft wurde substantiell erweitert: Die renommierte Pariser Universität École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) trägt das Institut gemeinsam mit dem französischen Außenministerium und der Goethe-Universität; sie ordnet ihren Professor und Forschungsdirektor Pierre Monnet als Institutsleiter nach Frankfurt ab.

Die Gründung des IFA-SHS soll Ausgangspunkt für eine weitere Europäisierung der Goethe-Universität im Bereich der Spitzenforschung und des Austauschs von Lehrenden und Studierenden in den Geistes- und Sozialwissenschaften sein. Sie stellt den Einstieg in eine strukturell anspruchsvolle Form internationaler Integration der Universität und ihrer Wissenschaftskooperation dar. Die Goethe-Universität stellt daher nicht nur Infrastrukturen für das Institut zur Verfügung, sondern bringtauch ein Postdoc-Stipendium für deutsch-französische Forschungsthemen im europäischen Gesamtkontext in die Kooperation ein.

In den ersten fünf Jahren der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Rahmen des IFHA wurden Drittmittel für ein interdisziplinäres deutsch-französisches Forschungsprogramm mit dem Titel „Europa als Herausforderung“ eingeworben. In Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg ist zudem die Konferenzreihe „Europa-Dialoge“ ins Leben gerufen worden. Kürzlich begann darüber hinaus die Bearbeitung eines deutsch-französischen Forschungsprogramms zur Geschichte der Ethnologie. Die erfolgreiche Kooperation mit dem Frankfurter Historischen Seminar führte dazu, dass Pierre Monnet zum Adjunct Professor der Goethe-Universität ernannt wurde. Für die kommenden Jahre ist geplant, insbesondere die Kooperation mit den Wirtschaftswissenschaften, der Ethnologie und der Philosophie an der Goethe-Universität auszubauen. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem universitären Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften soll intensiviert werden. Insbesondere auch die international ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der EHESS bieten hierfür eine Fülle von Ansatzpunkten.

Veranstaltungen

Sep 15 2015
12:20

Kooperation von Goethe-Universität und Hertie-Stiftung/ Wissenschaft zum Anfasssen mit modernen Forschungsgeräten

Schülerlabor Neurowissenschaften eröffnet

FRANKFURT. Das neue Schülerlabor Neurowissenschaften am Goethe BioLab der Goethe-Universität ist eröffnet. Es vermittelt innovative, schülerorientierte Angebote, die neurowissenschaftliche Forschung für die Jahrgangsstufen 7 und 9 sowie für die Oberstufe durch eigenes experimentieren erfahrbar machen. Jährlich werden bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler das Schülerlabor nutzen können. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro in den nächsten drei Jahren, beteiligte sich aber auch an der inhaltlichen Entwicklung der Experimente

„Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen“, erklärt Prof. Paul Dierkes, Leiter des Goethe BioLab und Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität. „Dank der großzügigen Förderung durch die Hertie-Stiftung konnten wir für das Schülerlabor Neurowissenschaften Experimente mit modernsten Geräten entwickeln, die realistische Einblicke in die moderne Forschung geben“, so Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Vereinbart wurde die Gründung des Schülerlabors Neurowissenschaften bereits im Rahmen der 100-Jahr-Feier im Jahr 2014 zwischen dem Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, Prof. Michael Madeja und den Professoren Schleiff und Dierkes der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Stiftung will ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Neben finanzieller Förderung konnten wir auch unsere neurowissenschaftliche Expertise in die Konzeption des Schülerlabors einbringen. Mit der Förderung zeigen wir zudem unsere besondere Verbundenheit mit der Goethe-Universität und den Menschen der Stadt Frankfurt.“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Das Angebot orientiert sich an den Inhalten der Lehrpläne. In der 7. Jahrgangsstufe sollen die Schüler lernen, Tier- und Pflanzenzellen zu unterscheiden. Dabei untersuchen sie nicht nur Blattschnitte in klassischen Mikroskopen. Dierkes und seine Mitarbeiterinnen Zimmermann und Greßler haben viel Arbeit in die Entwicklung virtueller Präparate von Nervenzellen gesteckt. Sie ersetzen die klassischen Mikroskopiepräparate und markieren Zellbestandteile mit Farbmolekülen, so wie es beispielsweise in der Fluoreszenzmikroskopie üblich ist. So entfallen Tierexperimente und die Präparate bleiben dauerhaft erhalten. Die Schüler arbeiten dabei mit einem speziell entwickelten „virtuellen Mikroskop“.

„Großen Spaß haben die Schüler der 9. Klasse, in der die Sinnesorgane behandelt werden, an den Versuchen mit Eyetracking Systemen“, berichtet Dierkes. Im Selbstversuch entdecken die Schüler, wie das Gehirn visuelle Informationen wahrnimmt und verarbeitet. Dabei zeichnet der Eyetracker auf, in welche Richtung das Auge blickt und wie lange es einzelne Bildbereiche fixiert.

Umfangreich ist auch das Angebot für Oberstufenschüler., Um die Reizleitung in Nervenzellen ohne Tierversuche nachvollziehen zu können, kommen auch hier künstliche Präparate in einem authentischen Messaufbau zum Einsatz, die einen realistischen Eindruck von elektrophysiologischen Messungen in einem Forschungslabor geben.

Zudem kommt die Elektroenzephalografie (EEG) zur Anwendung. Die Schüler können damit ihre eigenen Gehirnaktivitäten unter verschiedenen Versuchsbedingungen messen.

Auch werden eigene Modellvorstellungen von der Funktion und Struktur der Nervenzellen auf der submikroskopischen Ebene entwickelt. Die Schüler erarbeiten Modellsysteme zu Ionenkanälen oder der Biomembran und deren Funktionsweise. Auch hier kommen wieder Hightech-Geräte zum Einsatz: Das Labor verfügt über moderne 3D-Scanning und -Printing Verfahren, um Strukturen zu vergrößern und visuell sowie haptisch erfahrbar zu machen.

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/58141691

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 15 2015
12:18

Während und nach den „Tagen“ sind Frauen kooperativer

Beeinflusst Östrogenspiegel die Bereitschaft zu teilen?

FRANKFURT. Hormonschwankungen tragen dazu bei, dass sich das soziale Verhalten einer Frau über den Menstruationszyklus hinweg ändert. Bekannt sind Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit vor der Regelblutung, aber auch die erhöhte Bereitschaft zu Sex um die Zeit des Eissprungs. Jetzt haben Psychologen der Goethe-Universität herausgefunden, dass auch die Bereitschaft, eigene Ressourcen mit Fremden zu teilen mit dem Hormonspiegel schwankt. Während und kurz nach der Menstruation sind Frauen eher bereit zur Kooperation - so das Ergebnis zweier Internet-Studien, an denen mehr als 400 deutsche und US-amerikanische Frauen teilnahmen.

Voraussetzung war, dass die Probandinnen einen natürlichen Menstruationszyklus hatten, also keine hormonellen Verhütungsmittel anwendeten, nicht schwanger waren und noch nicht in den Wechseljahren. Die Forscher untersuchten die Kooperationsbereitschaft der Frauen in der Zeit während und kurz nach der Menstruation (frühe Follikularphase), wenn die Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron niedrig ist, und einige Tage nach dem Eisprung (mittlere Lutealphase), wo der Östrogen- und Progesteronspiegel besonders hoch ist. Der Hormonspiegel wurde aufgrund der Angabe des Zyklustags geschätzt.

Die individuelle Kooperationsbereitschaft der Probandinnen bestimmten die Psychologen mithilfe einer bewährten psychologischen Skala, der „sozialen Wertorientierung“. Dazu baten sie die Frauen, fiktiv Geld zwischen sich selbst und einer anderen, ihnen völlig unbekannten Person aufzuteilen. „Durch eine Vielzahl an Studien ist belegt, dass Menschen, die bei diesem Test eine hohe Bereitschaft zum Teilen zeigen, auch im echten Leben häufiger und mehr Geld für einen guten Zweck spenden, öfter mit der Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit fahren und in Verhandlungen kompromissbereiter sind als Menschen mit einer weniger stark ausgeprägten prosozialen Wertorientierung“, erklärt Christine Anderl, Erstautorin der Studie.

In beiden Studien zeigte sich, dass die Frauen während der Menstruation und kurz danach deutlich eher bereit waren, ihre eigenen Ressourcen mit einer fremden Person zu teilen, als Frauen einige Tage nach dem Eisprung. Je höher der Zyklus abhängige Spiegel des „weiblichen“ Geschlechtshormons Östrogen, desto geringer war, rein statistisch gesehen, die Teilungsbereitschaft der Frauen. „Wir sind zwar stark davon überzeugt, dass es sich bei der Schwankung der Teilungsbereitschaft über den Zyklus um einen echten und systematischen Effekt handelt, aber ob er wirklich von Östrogen verursacht wird, wie wir auf Basis der Daten vermuten, müssen wir noch prüfen“, so Christine Anderl.

„Das passt zu früheren Befunden anderer Forschergruppen, die zeigen konnten, dass auch Hormone wie Oxytocin und das ‚männliche‘ Geschlechtshormon Testosteron die menschliche Kooperationsbereitschaft beeinflussen“, kommentiert Prof. Sabine Windmann vom Institut für Allgemeine Psychologie 2 der Goethe-Universität. Wie stark sich die zyklusbedingten Schwankungen in der Kooperationsbereitschaft auf das alltägliche Leben von Frauen auswirken und welche Lebensbereiche dadurch besonders betroffen sind, muss in weiteren Studien untersucht werden. Allerdings haben die Forscher bereits erste Hinweise darauf, dass die beschriebenen Effekte auch auftreten, wenn es für die Probandinnen um echtes Geld geht. Interessant sind diese Ergebnisse auch im Hinblick auf die hormonelle Verhütung. Bisher weiß man noch wenig darüber, wie synthetische Hormone auf die Rezeptoren im Gehirn wirken und welchen Einfluss sie auf das Verhalten von Frauen haben.

Publikation: Anderl, C., Hahn, T., Notebaert, K., Klotz, C., Rutter, B., & Windmann, S. (2015). Cooperative preferences fluctuate across the menstrual cycle. Judgment and Decision Making, 10(5), 400–406.

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.pdf

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.html

Informationen: Christine Anderl, Institut für Allgemeine Psychologie 1, Campus Westend, Tel.: (069) 798- 35315, anderl@psych.uni-frankfurt.de

Sonstige

Sep 14 2015
15:51

Campus Ginnheim wird zur temporären Flüchtlingsunterkunft

Goethe-Uni nimmt Flüchtlinge auf

FRANKFURT. Seit dem frühen Montagmorgen (14. September) wird der Sportcampus Ginnheim der Goethe-Universität temporär als Unterkunft für bislang rund 150 Flüchtlinge genutzt. Die Menschen hatten in der Nacht Frankfurt erreicht und waren mit Bussen in den Stadtteil Ginnheim gefahren worden. Bereits am frühen Sonntagmorgen hatten die Einsatzteams der beteiligten Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, ASB und Feuerwehren zusammen mit Mitarbeitenden der Goethe-Universität auf dem Gelände des Sportcampus die Voraussetzungen geschaffen, um bis zu 250 Personen aufnehmen zu können. Es werden dafür vier „kleine“ Sporthallen und zahlreiche Versorgungsräume genutzt.

Das Uni-Präsidium hat die Aufnahme der Flüchtlinge in Abstimmung mit der Landesregierung und der Stadt kurzfristig ermöglicht. Uni-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff sagt: „Nicht-Helfen geht schlichtweg nicht.“ Wolff dankte den Mitarbeitenden der Sportwissenschaften und des Immobilienmanagements für die große Unterstützung buchstäblich rund um die Uhr. Zugleich bat sie die Mitarbeitenden und Studierenden um Verständnis für Beeinträchtigungen des Lehr- und Trainingsbetriebs.

Auch dankte sie für die bereits vorliegenden Hilfsangebote von Bürgerinnen und Bürgern sowie Universitätsangehörigen. Allerdings hätten die Hilfsorganisationen die Situation vor Ort derzeit gut im Griff. Weitere Hilfe sei momentan nicht angefragt. „Sollte sich diese Einschätzung ändern, sind wir dankbar, wenn wir gezielt um Unterstützung bitten können“, so Wolff.

Personalia/Preise

Sep 11 2015
15:28

4. INNOVATIONSFORUM: Goethe-Innovations-Preis geht an drei Startups / Prominente Unternehmenslenker diskutieren über die Innovationsziele ihrer Unternehmen

INNOVATIONSFORUM prämiert die besten Startups des Goethe-Unibator

FRANKFURT. Drei Innovationspreise für universitäre Gründer, ein von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart moderiertes Podium mit vier Vorstandsvorsitzenden und rund 600 Gäste, darunter Vertreter der Wirtschaft und Institutionen wie IHK und SOFFIN: Das ist die Bilanz des 4. INNOVATIONSFORUMs, das in Kooperation mit dem Handelsblatt zugunsten der Goethe-Universität stattfand. Die drei Innovationspreise im Gesamtwert von 17.000 Euro wurden von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität gestiftet.

Dr. Friederike Lohse, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff gratulierten den Gründern der drei Gewinner-Startups, deren Unternehmen aus dem Goethe-Unibator – der Startup-Brutstätte der Goethe-Uni – hervorgegangen sind:

Den mit 10.000 € dotierten 1. Preis erhielt Dr. Severin. Das Startup hat ein neuartiges Ganzkörper-Aftershave auf reiner Naturbasis entwickelt und damit bereits einen fulminanten Start auf verschiedenen Märkten geschafft. Begründet hat die Jury ihre Entscheidung mit den Worten: „Hier wurde auf ein Lifestyle-Thema gut reagiert: mit einem klugen Kosmetik-Produkt und geschicktem Marketing. Gefallen hat uns das unternehmerische Geschick, einen Trend für sich sehr erfolgreich nutzbar zu machen, d.h. bereits mit einem beachtlichen Erfolg am Markt.“ Im Unibator ist das Unternehmen von Peter Hart seit August 2014 mit dabei. Mehr zum Startup hier: http://drseverin.com/de/

Der mit 5000 € dotierten 2. Preis ging an SECDASH. Das junge Unternehmen bietet eine Internet-basierte Software, die eine beliebige Anzahl von Websites überwacht und dabei alle großen Content-Management-Systeme unterstützt. Die Jurybegründung: „Spätestens nach NSA ist jedem klar, dass Internet-Sicherheit ein neuer Megatrend ist. Es wird immer mehr Geld dafür ausgegeben: nicht nur von jedem von uns persönlich, sondern vor allem von Industrie und Behörden. Vor diesem Hintergrund war für uns ausschlaggebend die konsequente und zielgruppengerechte Entwicklung der Cloud-Software-Lösung durch das Gründerteam." Gründer: Patrick Helmig und Khanh Tuong, im Unibator seit Februar 2015. Mehr zum Startup hier: https://www.secdash.com/

MINDS-Medical erhielt den mit 2000 Euro dotierten 3. Preis. Das Startup hat es sich zum Ziel gesetzt, im Bereich Gesundheits-IT eine Optimierung und Automatisierung von Patientenabrechnungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen zu erreichen. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Das Thema ist von großer Relevanz für den Gesundheitsbereich. Die maßgeschneiderte Software-Lösung, die zusammen mit dem Pilot-Krankenhaus entwickelt wird, erscheint uns Juroren vielversprechend, um sich auf dem Markt durchzusetzen und zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser beizutragen.“ Gründer: Matthias Bay und Lukas Naab, im Unibator seit 26. April 2015. Mehr zum Startup hier: http://www.minds-medical.de/

Welchen wesentlichen Beitrag die Startups mit ihren Innovationen für den Markt leisten, betonten auch die Keynote-Speaker des INNOVATIONSFORUMs: Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, forderte gerade von langjährig bestehenden Unternehmen mehr Mut zur Innovation. IBM selbst arbeitet mit einem jährlichen Etat von sechs Milliarden Euro an neuen Technologien und Geschäftsfeldern. Uwe Weiss, CEO des Software-Unternehmens Blue Yonder GmbH, fordert vor allem die Stärkung der Startup-Szene und mehr Investitionsbereitschaft von Venture-Capital-Gebern. Deutsche Startups seien stark in der App-Entwicklung, ständen aber in der Softwaregrundlagen-Entwicklung hinter anderen Ländern zurück.

Auch das Podium zum INNOVATIONSFORUM sprach sich für mehr und konsequente Innovation aus: Gisbert Rühl, CEO des börsennotierten Stahl- und Metallhändlers Klöckner & Co SE, machte deutlich: „Auch die über 180 Jahre währende Stahlindustrie setzt auf Innovation.“ Sein Unternehmen hatte sich im Berliner Betahaus, einem Coworking-Space für junge Unternehmen, einquartiert, um nahe am Puls der innovativen Szene zu sein und hat selbst Startups zur Digitalisierung gegründet. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse, sprach über die Schwierigkeiten, trotz oft restriktiver gesetzlicher Regelungen ein innovatives und kundenfreundliches Unternehmen zu führen. Und Dr. Christoph Franz, Präsident des Verwaltungsrats der Roche Holding AG, eröffnete den etwa 600 Zuschauern: „Ich bin selbst ein Frankfurter Bub“. Sein Unternehmen arbeitet mit etwa neun Milliarden Euro Forschungsgeldern jährlich und ist stetig auf der Suche nach innovativen Ideen. Er lobte die Initiativen der Goethe-Uni für mehr Innovation. Die Deutsche Bahn AG bündelt Gründer und ihre Innovationen in Gründungslabs des Konzerns, berichtet ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube. „Man kann sich nicht auf der Marktführerschaft ausruhen“, so sein Hinweis auch in Richtung der prämierten Unibator-Startups.

Forschung

Sep 11 2015
11:58

Nach Abzug des römischen Militärs blieben offensichtlich die Zivilisten zurück

Frankfurter Archäologen stoßen auf „Römerdorf“ in Gernsheim

FRANKFURT/GERNSHEIM. Vermutet hatten die Frankfurter Uni-Archäologen schon bei ihrer ersten Gernsheimer Grabung im vergangenen Jahr, dass dort im Hessischen Ried auch eine kleine römische Siedlung bestanden haben muss. Jetzt stießen sie auf eindeutige Relikte eines Römerdorfs, das nach dem Abzug der Soldaten, dort teilweise auf den Fundamenten des Kastells entstanden war. Das dürfte um 120 n. Chr. gewesen sein, damals wurde die Kohorte (etwa 500 Soldaten) vom Rhein an den Limes verlegt und bis etwa 260 n. Chr. begann mit der Zeit der „Pax Romana“ eine friedliche Phase in dem Römerdorf, das zur römischen Provinz Obergermaniens gehörte. Am „Tag des offenen Denkmals“, am Sonntag (13. September), können interessierte Bürger die Grabung zwischen 10 und 17 Uhr besichtigen und sich über die Römer in dieser Region informieren.

Über das römische Gernsheim war bis vor einem Jahr wenig bekannt, obwohl hier seit dem 19. Jahrhundert immer wieder römische Funde zutage treten. „Jetzt wissen wir, dass hier vom 1. bis 3. Jahrhundert eine bedeutende dorfartige Siedlung, ein ‚vicus‘, gelegen haben muss, vergleichbar etwa mit ähnlichen Dörfern, die bereits in Groß-Gerau, Dieburg oder Ladenburg nachgewiesen werden konnten“, erläutert Grabungsleiter Dr. Thomas Maurer von der Goethe-Universität, der seit Jahren von Frankfurt aus nach Südhessen auf Spurensuche geht und seine Ergebnisse in einer großen Publikation über das nördliche Hessische Ried in der römischen Kaiserzeit veröffentlich hat.

Bei der zweiten Grabungskampagne, die vom 3. August bis Anfang Oktober läuft, haben die 20 Studierende des Faches „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“ unter Maurers Leitung bereits das gut erhaltene Fundament eines Steingebäudes, Feuerstellen und mindestens zwei Brunnen sowie Kellergruben freigelegt. Darüber hinaus haben sie noch Kisten mit Scherben von Fein-, Grob- und Transportkeramik angefüllt, mit deren Hilfe sich dann im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Untersuchungen genaue Zeitangaben über das Kastell und das Dorf machen lassen. „Wir sind auch auf wirkliche Kleinodien gestoßen wie seltene Gewandspangen, mehrere Perlen, Teile eines Brettspiels (Würfel, Spielstein) oder eine Haarnadel aus Bein, bekrönt mit einer weiblichen Büste“, freut sich Maurer.

Die Menschen, die sich im Kastelldorf ansiedelten, waren überwiegend Angehörige der Soldaten und Gewerbetreibende, die von der Kaufkraft des Militärs profitierten. „Als die Truppe abzog, kam es wahrscheinlich zu einem temporären Niedergang – das wissen wir von besser erforschten Plätzen“, ergänzt Maurer. Bereits im 2. Jahrhundert wurden im „Römerdorf Gernsheim“ jedoch Steingebäude errichtet, die dafür sprechen, dass die Siedlung prosperierte. Die Bevölkerung dürfte überwiegend gallisch-germanischen Ursprungs gewesen sein, vielleicht mischten sich darunter auch ein paar „echte“ Römer, also Personen mit römischem Bürgerrecht und Zugezogene aus fernen Provinzen. Diese geben sich anhand bestimmter archäologischer Funde zu erkennen, besonders den Bestandteilen von Trachten, aber auch Münzen. So liegt als Altfund aus Gernsheim eine Münze aus Bithynien (Nordwest-Anatolien) vor, die sicher nicht zum Münzumlauf Obergermaniens gehörte, sondern als Mitbringsel anzusehen ist.

Zwischen 70/80 und 110/120 n. Chr. war in diesem Areal eine Truppeneinheit mit etwa 500 Soldaten (Kohorte) stationiert. Nachgewiesen wurden im vergangenen Jahr zwei für entsprechende Kastelle typische Spitzgräben sowie weitere Befunde, die bereits aus der Zeit nach der Auflassung des Kastells stammten. Ungewöhnlich zahlreich sind die Funde. Denn die römische Truppe legte bei ihrem Abzug das Kastell nieder und verfüllte die Gräben. Dabei wurde vor allem im inneren Spitzgraben viel Abfall entsorgt – „ein Glücksfall für uns“ – so Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität, der seit 2014 pensioniert ist. Fast 20 Jahre hat sich von Kaenel zusammen mit seinen Mitarbeitern und Studierenden im Rahmen von Surveys, Ausgrabungen, Materialaufarbeitungen und Auswertungen mit dem römischen Südhessen beschäftigt; die Ergebnisse sind in über 50 Beiträgen publiziert worden.

Das Kastell mit der Siedlung war errichtet worden, um in den 70er Jahren des 1. Jahrhundert n. Chr. den rechtsrheinischen Raum großflächig in Besitz zu nehmen und die Verkehrsinfrastruktur vom und zum Zentrum Mainz-Mogontiacum auszubauen. Für die große Bedeutung von Gernsheim am Rhein in römischer Zeit spricht seine verkehrsgünstige Lage, hier zweigte eine Straße an den Mainlimes von der Fernstraße Mainz – Ladenburg – Augsburg ab. Auch die Existenz eines Rheinhafens wird vermutet, was durch diese Grabung allerdings nicht bestätigt werden konnte – „das war schon durch die Auswahl des Areals nicht zu erwarten“, so Maurer. Gernsheim hat sich im 20. Jahrhundert immer stärker ausgedehnt, wasdie archäologischen Spuren mehr und mehr zu verwischen drohte. Im August des vergangenen Jahres startete auf einem der wenigen noch unbebauten Grundstücke, ein Doppelgrundstück an der Nibelungenstraße 10-12, die erste Lehrgrabung des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität.

Die 20 Studierenden sorgen in der diesjährigen Grabungskampagne auf dem Grundstück, die sich mit 600 Quadratmetern über eine doppelt so große Fläche wie im ersten Jahr erstreckt, dafür, dass das Erdreich sorgsam abgetragen, die Befunde vermessen und dokumentiert sowie Gegenstände sorgsam geborgen und verpackt wurden. Unterstützt wird die Tätigkeit der Frankfurter Archäologen vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (hessenARCHÄOLOGIE, Außenstelle Darmstadt) sowie vom Kunst- und Kulturhistorischen Verein der Schöfferstadt Gernsheim. Einige Mitglieder dieses Vereins, der auch das Heimatmuseum betreibt, stehen dem Grabungsteam täglich mit Rat und Tat zur Seite. Die Dokumentation und das Fundmaterial aus dieser Grabungskampagne bilden die Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung, die u.a. in Form von universitären Abschlussarbeiten demnächst an der Goethe-Universität erfolgen wird.

„Tag des offenen Denkmals“

Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 13. September) lädt das Grabungsteam zwischen 11 und 17 Uhr zur öffentlichen Besichtigung der Grabung ein. Bei Führungen wird über die Ergebnisse der archäologischen Forschungen und über die römische Vergangenheit Gernsheims informiert. Gezeigt werden auch Funde aus der aktuellen Grabung. Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.

Informationen: Dr. Thomas Maurer, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, Tel: 0177-5672114, t.maurer@em.uni-frankfurt.de

Fotos und Bildtexte zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/58104336

Personalia/Preise

Sep 10 2015
15:18

Dr. Andreas Kürten mit dem Smoluchowski-Award ausgezeichnet

Preis für Frankfurter Aerosolforscher

FRANKFURT.Für seine Arbeiten zur Wolkenbildung hat der Frankfurter Meteorologe Dr. Andreas Kürten den mit 2.000 Euro dotierten Smoluchowski-Award der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) erhalten. Es handelt sich um den bedeutendsten europäischen Preis für Nachwuchsforscherin der Aerosolforschung.

Die Forschungsergebnisse von Andreas Kürten, die 2014 in den Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, ermöglichten erstmals einen sehr detaillierten Einblick in die Bildung von Aerosolteilchen. Diese beeinflussen das Klima über die Wolkenbildung: Wolken bilden sich nur, wenn Kondensationskeime zur Verfügung stehen, an denen sich Wassermoleküle niederschlagen können. Herr Kürten zeigte, wie sich neutrale Aerosolteilchen durch die schrittweise Anlagerung von Molekülen bilden. Dabei fungiert das Molekül Dimethylamin als „Superklebstoff“. (http://www.muk.uni-frankfurt.de/52292886/286)

Dr. Andreas Kürten, 38, studierte Meteorologie an der Universität Mainz. Nach seiner Doktorarbeit forschte er am Helmholtz Zentrum München sowie am California Institute of Technology in Pasadena, Kalifornien. Seit 2008 habilitiert er sich am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität.

Ein Foto von Andreas Kürten erhalten Sie unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Informationen: Dr. Andreas Kürten, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40256, kuerten@iau.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 9 2015
20:27

Licht empfindliches Protein aus Schimmelpilz erweitert optogenetischen Baukasten/ Publikation in Nature Communications

Optogenetik: Lichtschalter aktiviert zellulären Botenstoff

FRANKFURT. Die Optogenetik ist ein noch junges Forschungsgebiet, das die neuro- und zellbiologische Forschungslandschaft weltweit revolutioniert hat.  Sie verwendet natürliche oder maßgeschneiderte licht-empfindliche Proteine, um Nervenzellen mit bisher nicht gekannter Genauigkeit  zeitlich und räumlich elektrodenfrei an- und abzuschalten. Grundlegend war im Jahr 2002 die Entdeckung des Licht-aktivierbaren Ionenkanals Channelrhodopsin in Algen. Frankfurter Wissenschaftlern um Prof. Alexander Gottschalk gelang es 2005, das Protein in den durchsichtigen Fadenwurm C. elegans zu transferieren und so dessen Bewegungen mit Licht zu steuern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Würzburg hat Gottschalk den optogenetischen Baukasten jetzt um ein weiteres Werkzeug erweitert: Das Protein aus dem aquatischen Pilz Blastocladiella emersonii.

Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Alexander Gottschalk in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“ berichtet, bildet das vom dem im Wasser lebenden Schimmelpilz gebildete Protein CyclOp bei Belichtung den Botenstoff cGMP. Dieser wichtige zelluläre Botenstoff  ist am Sehprozess, an der Regulation des Blutdrucks, am induzierten Zelltod, aber auch an der Regulation der männlichen Erektion beteiligt. So führt das Präparat Viagra zu einem Anstieg des cGMP Niveaus in den Zellen. Bringt man CyclOp in einen Organismus wie den Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein, kann man Signalwege innerhalb der Zelle untersuchen. Die Optogenetik geht damit einen Schritt über die bisherige Forschung hinaus.

„Das Licht-aktivierte Enzym CyclOp hat hervorragende molekulare Eigenschaften, die es als wertvolle Erweiterung des optogenetischen Werkzeugkastens für die Zell- und Neurobiologen qualifizieren“, erklärt Prof. Gottschalk vom Institut für Molekulare Zellbiologie und Neurobiochemie an der Goethe-Universität. Gemeinsam mit den Kollegen aus Würzburg hat seine Arbeitsgruppe das Protein in Sauerstoff-sensorische Zellen eingeschleust, um herauszufinden, welche Rolle der Botenstoff cGMP in diesen Zellen spielt. Dazu wird der durchsichtige Fadenwurm beleuchtet, so dass cGMP vermehrt ausgeschüttet wird. Die Zellen reagierten darauf, als ob sie einen Anstieg der Sauerstoffkonzentration detektiert hätten. Somit konnten sie mithilfe von CyclOp besser verstehen, wie das natürliche Signal für diese Zellen in eine zelluläre Antwort umgesetzt wird.

Publikation

S. Gao, J. Nagpal, M. Schneider, V. Kozjak-Pavlovic, G. Nagel, A., Gottschalk A. (2015) Optogenetic manipulation of cGMP in cells and animals by the tightly light-regulated guanylyl-cyclase opsin CyclOp. Nature Communications (8. September 2015), DOI: 10.1038/NCOMMS9046

http://www.nature.com/ncomms/index.html

Ein Bild können Sie anfordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Der optogenetisch modifizierte Fadenwurm C. elegans exprimiert in seinen Körperwandmuskeln das Protein CyclOp (rot) zusammen mit einem cGMP-aktivierten Ionenkanal (grün).

Informationen: Prof. Alexander Gottschalk,  Institut für Biochemie und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42518, a.gottschalk@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 8 2015
12:47

Bei der 4. Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare sind kontroverse und konstruktive Diskussionen zu erwarten

Medikamentenpreise und Big Data im Mittelpunkt

FRANKFURT.Neue zielgerichtete Medikamente haben die Überlebensraten bei manchen Krebserkrankungen teilweise erheblich verbessert. Dieser Fortschritt ist allerdings teuer. So haben die weltweiten Ausgaben für Krebsmedikamente nach Angaben von IMS Health innerhalb der vergangenen vier Jahre um fast 25 Prozent zugenommen: 2014 überstiegen sie erstmals 100 Milliarden Dollar! Sind die neuen Medikamente zu teuer? Steht ihr Preis in einem vertretbaren Verhältnis zu ihrem Nutzen? Sind ihre Kosten der Solidargemeinschaft der Versicherten zuzumuten? Die Diskussion dieser aktuellen Fragen ist eines der Schwerpunktthemen der vierten Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare am 14. und 15. September im Casinogebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Es ist das gemeinsame Anliegen aller beteiligten Hochschulen – Goethe-Universität Frankfurt, Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg und Technische Hochschule Mittelhessen –, die interdisziplinäre Vernetzung im Gesundheitswesen voranzutreiben, den Dialog mit außeruniversitären Akteuren zu suchen und eine unabhängige, neutrale Plattform für die Diskussion kontroverser Themen bereitzustellen.

Dem schnell anschwellenden Strom von Genom- und Gesundheitsdaten und dessen Verarbeitung in neuen Geschäftsmodellen der Gesundheitswirtschaft widmet sich das zweite Schwerpunktthema. Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der Konvergenz von Medizin und Informatik im Zeitalter der Digitalisierung? Wie verändern Big Data das Gesundheitswesen? Darüber hinaus eröffnet die Jahrestagung ihren Teilnehmern in zwei Zeitblöcken mit je vier parallelen Workshops die Möglichkeit, weitere aktuelle Themen zu diskutieren, die für sie von speziellem Interesse sind. Mit seiner Jahrestagung bietet das House of Pharma & Healthcare Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ebenso wie Patientenorganisationen, Ärzten, Apothekern und Krankenkassen eine Gelegenheit zur informellen Begegnung und zum Meinungsaustausch über Fragen, die für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland von Bedeutung sind. Das Programm der Tagung, die am 14. September mit einem Vorabendempfang auf Einladung der Hessischen Landesregierung beginnt, finden Sie unter www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

4. Jahrestagung House of Pharma & Healthcare
Wann? 14. September, 19 Uhr, und 15. September, 9 bis 16 Uhr
Wo? Casino, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das House of Pharma & Healthcare (www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, das Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi).

Dem Vorstand des House of Pharma & Healthcare gehören für die beteiligten hessischen Hochschulen Prof. Dr. Ulrich Koert, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Frank Runkel, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, Prof. Dr. Peter R. Schreiner, Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main an.

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V.,
Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de
Programm: www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

Forschung

Sep 7 2015
20:13

Leuchtende Miniatursonden für die hochauflösende Mikroskopie

Goethe-Uni: Neues Verfahren verbessert Beobachtung von Proteinen

FRANKFURT. Um Proteine im Mikroskop sichtbar zu machen, werden sie meist auf DNA-Ebene mit fluoreszierenden Proteinen fusioniert. Allerdings sind diese leuchtenden Marker relativ groß, so dass sie die Funktion der Proteine beeinträchtigen können. Außerdem sind sie aufgrund ihrer Größe oft weit vom zu beobachtenden Protein entfernt. Das gleiche Problem tritt bei der ebenfalls weit verbreiteten Markierung mittels Antikörpern auf. Auch hier kann die große Distanz zwischen Protein und Sonde zu fehlerhaften Beobachtungen führen. Um dieses Problem zu umgehen, haben Wissenschaftler der Goethe-Universität nun sehr kleine Markierungssonden für die hochauflösende Mikroskopie entwickelt. Sie berichten darüber in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“.

Die hochauflösende Methode basiert auf dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Dazu wird das zu beobachtende Protein mit einer sehr kleinen Sonde, einem Histidin-Tag, fusioniert. An diesen bindet spezifisch das fluoreszenzmarkierte Molekül tris‑Nitrilotriessigsäure (trisNTA). Da beide Teile der Sonde extrem klein sind, rückt die fluoreszierende Markierung sehr nahe an das Protein. Die Entfernung beträgt nur zwei Nanometer (zwei milliardstel Meter), was rund zehnmal näher ist als bei konventioneller Antikörpermarkierung.

Die auf den Namen SLAP („Small LAbeling Pair“) getaufte Technik wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Gruppen um die Professoren Mike Heilemann (Institut für Physikalische und Theoretische Chemie) und Robert Tampé (Institut für Biochemie) an der Goethe-Universität entwickelt und in hochauflösender Fluoreszenz-Mikroskopie angewendet. Mit dieser Technik, die 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie honoriert wurde, kann man - dank der trickreichen Umgehung der bisherigen Auflösungsgrenze - einzelne Proteine und Moleküle sichtbar machen. So konnten beispielsweise mit SLAP markierte Bestandteile des Zellskeletts mit einer Auflösung von 40 Nanometern dargestellt werden.

„Der große Vorteil dieser Methode zeigte sich bei der Markierung von Komponenten der Antigen-Prozessierung“, erläutert Prof. Tampé. Diese essentielle Maschinerie des adaptiven Immunsystems sorgt dafür, dass Fragmente von Erregern, etwa Viren, auf der Zelloberfläche präsentiert werden. Dadurch werden infizierte Zellen vom Immunsystem als solche erkannt und eliminiert. Dank der neuen SLAP-Markierungsmethode kombiniert mit der hochauflösenden Mikroskopie konnte die Größe dieser Proteinkomplexe nun auf etwa 50 Nanometer eingegrenzt werden. „Jetzt wissen wir, dass der gleiche Komplex durch die konventionelle Markierung mit Antikörpern künstlich vergrößert dargestellt wurde“, fügt Prof. Heilemann hinzu.

Da die SLAP-Markierungsmethode leicht anwendbar ist, sind die Frankfurter Forscher überzeugt, damit auch auf längere Sicht einen Beitrag zur genaueren Darstellung von krankheitsrelevanten zellulären Prozessen geleistet zu haben.

Publikation: Wieneke R, Raulf A, Kollmannsperger A, Heilemann M, Tampé R (2015) SLAP: Small labeling pair for single-molecule super-resolution imaging. Angew Chem 127:10354–10357.

Ein Bild zum Download anzufordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Hochaufgelöstes Mikroskopiebild des Tubulinnetzwerkes einer eukaryotischen Zelle.

Informationen: Prof. Mike Heilemann, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29736, Heilemann@chemie.uni-frankfurt.de.

Prof. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29475, tampe@em.uni-frankfurt.de .

Veranstaltungen

Sep 7 2015
19:53

Goethe-Universität und Hertie-Stiftung ermöglichen Wissenschaft zum Anfassen mit modernen Forschungsgeräten

Neues Schülerlabor Neurowissenschaften

FRANKFURT. Themen aus den Neurowissenschaften stehen in der 7. und 9. Jahrgangsstufe sowie in der Oberstufe auf dem Lehrplan. Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist aber in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen.

Nun hat das Institut für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität gemeinsam mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung innovative, schülerorientierte Angebote entwickelt, die neurowissenschaftliche Forschung für Schüler erfahrbar machen. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro mit einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren.
Wir laden Sie herzlich ein, das neue Schülerlabor Neurowissenschaften kennenzulernen.

Wann? 15. September 2015, um 11 Uhr
Wo? Campus Riedberg, Biologicum, Max-von-Laue-Str. 13 Raum -1.404 Untergeschoss

Ihre Gesprächspartner:

Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften und Leiter des Goethe BioLab
Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität
Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
Dr. Alexander Lehmann, Projektleiter seitens der Hertie-Stiftung

Die Experimente und Schülerangebote werden vor Ort vorgeführt. Ebenso wird ein Kurzfilm gezeigt, der die Möglichkeiten des Schülerlabors Neurowissenschaften und experimentelle Arbeiten von Schülerinnen und Schülern dokumentiert.

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: s.zimmermann@em.uni-frankfurt.de

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 4 2015
10:32

Geistes- und Sozialwissenschaften mit knapp 45 Mio. Euro im deutschlandweiten Vergleich auf Platz 4

Goethe-Uni erfolgreich bei DFG-Förderung

FRANKFURT. Im neuen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der am 3. September in Berlin vorgestellt wurde, zählt die Goethe-Universität zu den erfolgreichsten deutschen Universitäten im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt flossen in der Förderperiode 2011 bis 2013 knapp 45 Millionen € nach Frankfurt. Damit belegt Deutschlands drittgrößte Universität den vierten Platz hinter den beiden Berliner Universitäten sowie der Universität Heidelberg und verbessert sich gegenüber der letzten Vergleichsperiode (2008-2010) um weitere zwei Positionen. Das finanzielle Volumen von geistes- und sozialwissenschaftlichen DFG-Förderungen stieg im Vergleich zur letzten Förderperiode um rund 7 Millionen € oder knapp 20% an.

Insgesamt warb die Goethe-Universität 2011 bis 2013 DFG-Mittel in einer Größenordnung von knapp 163 Mio. € ein und ist damit weiterhin mit spürbarem Abstand die erfolgreichste Hochschule in Hessen. Bundesweit belegt sie Platz 15 und verbessert sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum der Vorjahre um einen Platz. Deutlicher fällt der Anstieg der Zuwendungshöhe aus: Die Goethe-Universität steigerten ihre DFG-Einwerbungen um insgesamt 31 Millionen €.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sagte: „Ich danke allen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Die deutlich gestiegene Bewilligungsquote der DFG zeigt auch, dass die Goethe-Universität ihre gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Kernkompetenzen pflegt und ausbaut. Diese Entwicklung werden wir weiter vorantreiben. “

DFG-Mittel gelten im Bereich von Forschungsdrittmitteln als eine Art „Gold-Standard“, da sie wettbewerbsorientiert mit einem starken Schwerpunkt auf Grundlagenforschung vergeben werden. Anhand ihrer Verteilung lassen sich auch Rückschlüsse auf die Forschungsstärke bestimmter Bereiche und Wissenschaftseinrichtungen ziehen.2014 wurden knapp 30 000 Projekte mit einer jahresbezogenen Bewilligungssumme von 2,7 Milliarden Euro gefördert.

DFG Förderatlas 2015 (online): www.dfg.de/sites/foerderatlas2015/