​​​​Pressemitteilungen ​

 

Mai 9 2019
11:28

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 16. Mai 2019 im Klingspor Museum

Ist der deutsche Konservatismus erschöpft?

FRANKFURT/OFFENBACH. Nach dem ernüchternden Ergebnis der Union bei den Bundestagswahlen und dem Einzug der AfD in das Parlament war von einer Krise des christdemokratischen Konservatismus die Rede. Debatten um die Notwendigkeit einer konservativen Profilschärfung begleiteten auch die CDU-interne Wahl zum Parteivorsitz, als Jens Spahn und Friedrich Merz für einen konservativen Richtungswechsel stehen sollten, letztlich aber Annegret Kramp-Karrenbauer Nachfolgerin von Angela Merkel wurde. In der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“ nimmt der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher diese teils mit erheblicher Schärfe geführten Diskussionen zum Anlass, sich eingehender mit der Geschichte des deutschen Konservatismus der jüngeren Vergangenheit zu beschäftigen. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich eingeladen zu dem Vortrag

„Von der ‚Geistig-Moralischen Wende' zur Erschöpfung des deutschen Konservatismus“ am Donnerstag, dem 16. Mai 2019, um 19.00 Uhr im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit sich der deutsche Konservatismus tatsächlich in einer Krise befindet, worin genau diese gegebenenfalls besteht und wo ihre Ursprünge liegen. Ausgangspunkt sind Betrachtungen zum Begriff des Konservatismus und seiner Entwicklung in der deutschen Nachkriegszeit. Eine zentrale Rolle spielt dann die sogenannte „Geistig-moralische Wende“, die von der Regierung Kohl/Genscher zu Beginn der 80er Jahre ausgerufen wurde. Doch diese Wende, deren genaue Ausrichtung näher zu erläutern ist, scheint weitestgehend gescheitert zu sein. Und so könnte zugespitzt argumentiert werden, dass die Misere des christdemokratischen Konservatismus eigentlich schon im Moment seines vermeintlichen Zenits beginnt. Die Geschichte des politischen Konservatismus sei, so argumentiert der Vortrag, seitdem die Geschichte einer kontinuierlichen Auszehrung. Abschließend richtet sich der Blick auf die möglichen Zukunftsaussichten eines derart „erschöpften“ Konservatismus sowie die Auswirkungen auf die liberale Demokratie in Deutschland insgesamt.

PD Dr. Thomas Biebricher ist Postdoktorand im Bereich Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zuvor hatte er Lehrstuhlvertretungen an der Goethe-Universität inne und war von 2009 bis 2012 Nachwuchsgruppenleiter am Exzellenzcluster zum Thema „Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation“. Ende vergangenen Jahres erschien sein vielbeachtetes Buch „Geistig-moralische Wende: Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus“ (Berlin 2018), das auch auf der Sachbuch-Bestenliste der „Zeit“ geführt wurde. Zu seinen weiteren Publikationen gehören: „Neoliberalismus zur Einführung“ (3. erweiterte Auflage, Hamburg 2018) und jüngst „The Political Theory of Neoliberalism“ (Stanford 2019).

Veranstalter des öffentlichen Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.

Die „Goethe Lectures Offenbach“ im Internet: www.normativeorders.net/glo

Informationen:
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

 

Mai 9 2019
10:12

​ Einladung an Anwohner, Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Freunde

Frühlingsfest auf dem Campus Riedberg

FRANKFURT. Die Goethe-Universität und ihr Wissenschaftsgarten laden auch in diesem Jahr wieder alle Bürgerinnen und Bürger, Freunde, Anwohner und Studierende zum Frühlingsfest ein. Es wird ein buntes Programm rund um die (Natur-) Wissenschaften für Jung und Alt geboten: Führungen und Infostände von auf dem Campus Riedberg ansässigen Institutionen wie der GeoAgentur Riedberg, dem Institut für Bienenkunde und Gärtnerinnen und Gärtnern des Wissenschaftsgartens am

am Sonntag, dem 19. Mai von 11 bis 17 Uhr
im Wissenschaftsgarten am Südhang des Campus Riedberg

Auf dem Programm:

  • Medizin direkt aus der Natur: Führungen durch den Arzneipflanzengarten
  • Echt oder Fälschung? Bringen Sie ein Schmuckstück mit und lassen Sie die Art des Edelsteins bestimmen
  • Hobbygärtner aufgepasst: Spezialisten des Wissenschaftsgartens beantworten gärtnerische Fragen 
  • Basteltisch des Museums Giersch der Goethe-Universität
  • Diverse Infostände, u. a. vom Hochschulsport mit »Goethe-Play«
  • Essen und Trinken, u. a. von Herkert Catering
  • Musik

Kommen Sie zahlreich und genießen Sie einen entspannten Frühlingstag mit uns!

Information: Robert Anton, Landschaftsarchitekt, Technische Leitung Wissenschaftsgarten und Leitung Außenanlagen der Universität, Tel.: (069) 798-42104, Anton@em.uni-frankfurt.de
Lageplan: http://www.uni-frankfurt.de/38093764/Lageplan___Campus_Riedberg.pdf

 

Mai 8 2019
10:21

Gemeinsames Medienstatement anlässlich der Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“

Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit

FRANKFURT. Anlässlich der heutigen Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ an der Goethe-Universität erneuern sowohl die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, als auch der Co-Sprecher des Exzellenzclusters Herausbildung normativer Ordnungen, Prof. Dr. Klaus Günther, sowie Prof. Dr. Susanne Schröter ihre Plädoyers für die Wissenschaftsfreiheit. 

Auch in Fortsetzung des Frankfurter March for Science vom vergangenen Wochenende sagte Prof. Birgitta Wolff:

„Das Präsidium der Goethe-Universität sieht seine Aufgabe darin, für die Wissenschaftsfreiheit einzutreten und ist keine „Diskurspolizei“. Dabei ist uns besonders wichtig, dass in der Goethe-Universität unterschiedliche wissenschaftliche Positionen eingenommen und nach den Regeln des akademischen Diskurses vertreten werden können. Wissenschaftsfreiheit bedeutet dabei auch, dass Fachbereiche, Institute und Professuren der Goethe-Universität nicht nur frei darin sind, Veranstaltungen in eigener Regie und mit eigener thematischer Ausrichtung zu gestalten. Es ist vielmehr ausdrücklich Teil ihrer Aufgaben“, so Wolff. „Wenn anonyme Gruppen einzelne Forschende diskreditieren oder gar bedrohen sollten, ist das in mindestens zweifacher Hinsicht inakzeptabel: Statt offen für ihre Position einzutreten, agieren sie aus der Anonymität heraus und sind damit gerade nicht bereit, in den universitären Diskurs einzutreten; sie bedienen sich einer wissenschaftsfernen, herabwürdigenden Rhetorik mit verunglimpfenden Zuschreibungen, die das Gegenüber als Wissenschaftler und Person herabsetzen. Sie versuchen dadurch dem Diskurs und seinen Beteiligten ihre wissenschaftsferne Ideologie aufzuzwingen. Ein wissenschaftsgeleitetes Erkenntnisstreben, basierend auf der Vielfalt von Forschungsperspektiven und Methoden, setzt die Freiheit der Wissenschaft voraus. Dass sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität dieser sicher sein können, dafür werde ich als Präsidentin heute, aber auch in Zukunft eintreten.“

Prof. Klaus Günther betonte: „Im Forschungsprogramm von Normative Orders geht es seit unserem Beginn im Jahr 2007 darum, die vielen Facetten des gesellschaftlichen Wandels in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen sorgfältig zu erforschen und die damit verbundenen normativen Fragen herauszuarbeiten. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung über Prinzipien, Werte, Normen und Rechte, deren Entstehungsbedingungen, Hintergründe und Folgen ist von dem Interesse geleitet, zum öffentlich nachprüfbaren Erkenntnisgewinn beizutragen. Dies geschieht in der Wissenschaft durch wechselseitige Kritik in einem freien Wettbewerb um die besseren Argumente, in dem die Beteiligten einander mit Respekt und Toleranz begegnen.

Ein solches Erkenntnisinteresse ist, in bester Frankfurter Tradition, emanzipatorisch. Daher gilt es, in aller Entschiedenheit die Freiheit der wissenschaftlichen Kontroverse gerade bei unterschiedlichen inhaltlichen Auffassungen zu verteidigen, wie es sie auch innerhalb unseres Forschungsverbundes für die im Rahmen der heutigen Konferenz zu diskutierende Frage des Kopftuchtragens gibt. Dazu gehört es selbstverständlich auch, Behauptungen, die auf Rassismus und Xenophobie basieren, mit Gründen als unhaltbar zurückzuweisen.

Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn an einer Institution, an der ich beteiligt bin, Referentinnen oder Referenten eingeladen werden, deren Haltungen mir nicht passen, verlangt es die Toleranz nicht, dass ich mir meinen Widerspruch verkneife. Aber sie verlangt, dass ich andere, unbequeme Positionen nicht unterbinde.“

Prof. Susanne Schröter erklärte: „Universitäten sind Orte, die auch von kontroversen Debatten zu aktuellen Themen leben. Diese Auseinandersetzungen beflügeln den wissenschaftlichen Diskurs und wirken produktiv in die Gesellschaft hinein. Dafür braucht es den freien Austausch von Argumenten und den Widerstreit der Positionen. Das Präsidium der Goethe-Universität hat sich in aller Deutlichkeit für diese Freiheit der Wissenschaft ausgesprochen und Probleme, die im Vorfeld unserer Konferenz entstanden sind, kooperativ und konstruktiv gelöst. Wir sind für diese großartige Unterstützung außerordentlich dankbar.“

In den vergangenen Wochen hatte es Versuche gegeben, die Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ an der Goethe-Universität zu verhindern und die verantwortliche Wissenschaftlerin und Leiterin des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam des Forschungsverbundes Normativer Ordnungen, Prof. Dr. Susanne Schröter, persönlich und wissenschaftlich zu diskreditieren. Dies hat große mediale Aufmerksamkeit erregt. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 26. April in einer öffentlichen Stellungnahme im Namen des Präsidiums der Universität hinter Frau Schröter und die Tagung gestellt und diese verteidigt (https://aktuelles.uni-frankfurt.de/aktuelles/statement-der-praesidentin-der-goethe-universitaet-zur-kampagne-gegen-prof-susanne-schroeter/).

Das Leitbild der Goethe-Universität 

Die Goethe-Universität ist eine weltoffene Werkstatt der Zukunft mitten in Europa. 1914 von BürgerInnen für BürgerInnen gegründet, hat sie seit 2008 als autonome Stiftungsuniversität an diese Tradition wieder angeknüpft. Ihrer wechselvollen Geschichte kritisch verpflichtet, ist sie geleitet von den Ideen der Europäischen Aufklärung, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit und wendet sich gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus. Die Goethe-Universität ist ein Ort argumentativer Auseinandersetzung; Forschung und Lehre stehen in gesellschaftlicher Verantwortung. Mit Johann Wolfgang Goethe als Dichter, Denker und Naturforscher verbindet sie innovatives Denken und fächerübergreifendes Handeln.

Zu unseren Grundsätzen zählen: 

  • Wir antworten in disziplinärer Vielfalt auf gesellschaftliche Fragen. 
  • Wir bekennen uns zur Freiheit und Einheit von Forschung und Lehre. 
  • Wir forschen, lehren und lernen auf internationalem Niveau. 
  • Wir überprüfen konstruktiv-kritisch unsere eigenen Leistungen. 
  • Wir verstehen uns als lernende Organisation. 
  • Wir sorgen für transparente Leitungsstrukturen und Partizipation aller Beteiligten. 
  • Wir verwirklichen Chancengleichheit. 

Grundlage unseres Denkens und Handelns ist die Wertschätzung von Offenheit und Vielfalt. Daher sucht die Bürgeruniversität den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen.

 

Mai 7 2019
12:45

Europatag der Bürgerbewegung Pulse of Europe und der Goethe-Universität  

„Freiheit, die wir wählen“

FRANKFURT. Am kommenden Donnerstag, den 9. Mai 2019, veranstaltet die Bürgerbewegung Pulse of Europe in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt einen Europatag unter dem Motto „Freiheit, die wir wählen.“ Der Jahrestag der historischen Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950 wird von der Bewegung und der Hochschule zum Anlass genommen, die eigentliche Geburtsstunde der Europäischen Union mit einem abwechslungsreichen Programm würdig zu feiern.

Eröffnet wird die Veranstaltung um 14.30 Uhr durch den Vizepräsidenten der Goethe-Universität Prof. Rolf van Dick und den Pulse of Europe-Gründer Dr. Daniel Röder sowie Grußworte des Staatssekretärs für Europaangelegenheiten Mark Weinmeister und des Präsidenten der Frankfurt University of Applied Sciences Prof. Frank Dievernich. Es folgt ab 15.00 Uhr ein Podiumsgespräch mit Studierenden aus dem europäischen Ausland zur sog. „TruMotion Alliance“, einem Bündnis von sieben Universitäten aus sechs Ländern unter Federführung der Goethe-Universität, die sämtlich einen Antrag auf Finanzierung als „Europäische Universität“ im Rahmen eines EU-Pilotprogramms gestellt haben. Ein die gesamte Veranstaltung begleitender „Markt der Möglichkeiten“ bietet einen Überblick über eine Vielzahl von europäischen Initiativen, darunter u.a. das Erasmus Student Network (ESN) Frankfurt und die Stipendiatengruppe der Goethe-Universität „Europa – Quo Vadis“.

In einer feierlichen Zeremonie erhält Pulse of Europe ab 16.15 Uhr die Auszeichnung „Diplôme D'Honneur“ aus den Händen der „Fondation du Mérite Européen/Freundes- und Förderkreis Deutschland e.V.“ verliehen; den musikalischen Rahmen hierzu bieten die „Pearls of Europe“ aus Offenbach mit mehrsprachiger Livemusik. 

Das Ende des Europatages bildet ab 18.00 Uhr ein Demonstrationszug vom Campus Westend durch die Innenstadt bis zum Goetheplatz, wo gegen 18.45 Uhr eine kurze Abschlussansprache vorgesehen ist. Die Sammlung für den Demonstrationszug erfolgt ab 17.30 Uhr auf dem Campus vor dem I.G. Farben-Haus. Begleitet wird der Demonstrationszug von einer mobilen Ausführung der Skulptur LOVE HATE der deutschen Konzept- und Performancekünstlerin Mia Florentine Weiss unter dem Motto #LOVEUROPE. Die große „Schwester“-Skulptur, welche bereits 2016 vor dem Senckenberg Museum errichtet wurde, wird ebenfalls am 9. Mai 2019 „umziehen“ und am frühen Nachmittag ab 15.00 Uhr auf dem Goetheplatz im Beisein von Oberbürgermeister Peter Feldmann aufgestellt und in Anwesenheit der Künstlerin eingeweiht werden; die Skulptur wird dort bis zur Europawahl am 26. Mai 2019 stehen.

Die Teilnahme am Europatag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Donnerstag, 9. Mai 2019, ab 14.30 Uhr Europatag auf dem Gelände der Goethe-Universität Frankfurt (Campus Westend, Casino-Gebäude, Festsaal) und ab 18.00 Uhr Demonstrationszug mit Abschlussansprache auf dem Goetheplatz.

Die aktuelle Liste aller Pulse of Europe-Städte, die jeweiligen Veranstaltungsorte und -zeiten sowie Informationen über mögliche Sonderaktionen entnehmen Sie bitte der Städteliste auf der Website https://www.pulseofeurope.eu/de/poe-staedte/. https://www.facebook.com/PulseofEurope/.

Kontakt: Stephanie Hartung, Vorstand/Pressesprecherin Pulse of Europe e.V. Wolfsgangstraße 63; 60322 Frankfurt am Main. Mobil: +49 (0)172 8612509 E-Mail: presse@pulseofeurope.eu

 

Mai 3 2019
15:12

Der Jurist Christoph Burchard und der Ökonom Guido Friebel bringen neue Inhalte ins Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität ein

Zwei neue Goethe-Fellows

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg hat zwei neue Goethe-Fellows. Guido Friebel (Wirtschaftswissenschaften) und Christoph Burchard (Rechtswissenschaft) werden am Montag feierlich in das Kolleg aufgenommen. 

„Mit den neu berufenen Goethe-Fellows, dem Juristen Christoph Burchard und dem Ökonomen Guido Friebel kommen neue, aktuelle und wichtige Forschungsfragen ans Kolleg“, freut sich der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Prof. Matthias Lutz-Bachmann. „Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und ihr Einsatz in fast allen Bereichen unseres Alltags schreitet rasant voran. Von immenser Bedeutung ist deshalb die Forschung Burchards, die sich damit beschäftigt, wie sich in diesem Zusammenhang zentrale, normative Begriffe des gesellschaftlichen Zusammenlebens – beispielsweise die Bedeutung von Autonomie und Verantwortung – grundlegend verändern. Der Ökonom Friebel wendet sich in enger Zusammenarbeit mit der Frankfurter Soziologin Daniela Grunow einer noch immer nicht ausreichend beantworteten Frage zu: Wie kann es sein, dass in entscheidenden Bereichen unserer Gesellschaft wie Top Management, Wissenschaft, Politik und Kunst Frauen immer noch unterrepräsentiert sind ‒ trotz überdurchschnittlich hoher Bildungserfolge und trotz aller politischer Anstrengungen zur Chancengleichheit?“

Christoph Burchard ist Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie an der Goethe-Universität sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Sein Forschungsprojekt am Kolleg trägt den Titel „Die normative Ordnung künstlicher Intelligenz“. Ergebnisse und auch Fragen, die sich aus seinen ersten Arbeiten dazu ergeben, wird er in zwei öffentlichen Veranstaltungen im Sommersemester zur Diskussion stellen: Bei einem Abendvortrag am 6. Juni 2019 sowie im Rahmen der Bad Homburg Conference, die sich vom 19. bis 21. September 2019 dem Thema „Artificial Intelligence: Health, Safety, Money and Mobility“ widmet. 

Guido Friebel ist Professor für Personalwirtschaft (Human Resource Management) an der Goethe-Universität. Die Ursachen dafür, dass Frauen in entscheidenden gesellschaftlichen Positionen nach wie vor stark unterrepräsentiert sind, vermutet er in tief verwurzelten Strukturen unserer Gesellschaft, in Normen, die in innerfamiliären Verhandlungen zum Tragen kommen. Mit der Soziologin Prof. Daniela Grunow untersucht er, wie Entscheidungen zur Arbeitsteilung im privaten Haushalt getroffen werden und welche Geschlechternormen sowohl der Arbeitsteilung im Haushalt als auch der Vergabe von leitenden Positionen zugrunde liegen. Der Titel des interdisziplinär konzipierten Projektes lautet: „Household bargaining, gender norms and careers in organization“.

Das Goethe-Fellowship-Programm wurde 2017 vom Direktorium des Forschungskollegs gemeinsam mit dem Präsidium der Goethe-Universität initiiert. Ziel ist es, herausragende Forschung auf dem Gebiet der Humanwissenschaften ebenso wie die Internationalisierung der Forschung an der Goethe-Universität zu fördern. Hierfür werden Professorinnen und Professoren der Universität, die an der Entwicklung einer neuen Forschungsfrage arbeiten, für die Dauer von bis zu vier Jahren als Goethe-Fellows ans Kolleg berufen. Zu den Goethe-Fellows gehören aktuell: Iwo Amelung (Sinologie), Roland Borgards (Literaturwissenschaften), Daniela Grunow (Soziologie), Sandra Seubert (Politikwissenschaften), Astrid Wallrabenstein (Jura), Christian Wiese (jüdische Religionsphilosophie). 

Die neuen Goethe-Fellows werden am Montag, 6. Mai 2019, um 18 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg) von Prof. Simone Fulda, Vizepräsidentin der Goethe-Universität und Kollegsdirektor Prof. Matthias Lutz-Bachmann im Rahmen eines Empfangs zur Eröffnung des Sommersemesters begrüßt und vorgestellt. Journalisten sind dazu herzlich eingeladen.

Informationen: Weitere Informationen über das Goethe-Fellowship-Programm und die Projekte der neu berufenen Fellows Christoph Burchard und Guido Friebel finden Sie auf der Webpage des Kollegs: http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/index.php/goethe-fellows 

Kontakt: Iris Helene Koban, Geschäftsführerin Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-10 oder -0; Beate Sutterlüty, Wissenschaftskommunikation Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-15 oder -0, E-Mail b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Mai 2 2019
14:41

Tagung „Dynamiken des Erinnerns und Vergessens“ im Historischen Museum über die Hintergründe des Gedächtnisses

Vergessen, Erinnern, Nichtvergessenkönnen

FRANKFURT. Vergessen: Zuweilen erwünscht, oft gefürchtet, gehört es zur Natur des menschlichen Gedächtnisses, dass nicht alles Vergangene gespeichert wird. Die Ausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ (noch bis 14. Juli) im Historischen Museum macht die vielfältigen Dimensionen des Vergessens sichtbar und verzahnt Erkenntnisse aus ganz unterschiedlichen Disziplinen miteinander. Als Beiprogramm zur Ausstellung findet am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Mai im Historischen Museum Frankfurt Saalhof 1 (ehemals Fahrtor 2), 60311 Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Sigmund-Freud-Institut und Wissenschaftlern der Goethe-Universität eine öffentliche Tagung statt, die die Themenfelder Gedächtnis, Biografie, Identität, kultureller Wandel von Erinnern und Vergessen, Vergessen als Verdrängen des Vergangenen und Trauma beleuchtet. Der Titel der Tagung lautet „Dynamiken des Erinnerns und Vergessens“.

30-minütige, allgemeinverständliche Vorträge wechseln sich mit moderierten Gesprächen ab. So spricht Prof. Tilmann Habermas (Goethe-Uni) über die Veränderung von Lebensgeschichten im Laufe des Lebens. Prof. Vera King, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts und Inhaberin einer Professur für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Uni, wird sich in ihrem Vortrag mit „Vergessen und Bewahren in der digital beschleunigten Gesellschaft“ befassen. Die moderne Mediengesellschaft habe ein durchaus ambivalentes Verhältnis zum Vergessen, so King: Einerseits „vergisst“ das Internet nichts, was die Frage nach dem Recht auf Vergessen aufwerfe. Andererseits habe die mediale Beschleunigung weitreichende Folgen für das menschliche Gedächtnis, der mit Zeitaufwand verbundene Erwerb von Erfahrungswissen werde immer schwieriger.

Prof. Vera King war Mitglied im wissenschaftlichen Beratungsgremium zur Ausstellung, ebenso wie die Kulturwissenschaftlerin Prof. Astrid Erll (Goethe-Uni, Fachbereich 10 / „The Frankfurt Memory Studies Platform“), die über den Zusammenhang von Medien und Vergessen am Beispiel von „Homer“ vortragen wird. Weitere Vorträge befassen sich, u.a. aus kultur- und psychoanalytischer Sicht, mit verschiedenen Bedingungen und Funktionen des Vergessens bis hin zu Traumafolgen und kollektivem „Vergessen“.

Im Michael Imhof Verlag ist eine Begleitpublikation erschienen, die Themen von Ausstellung und Tagung vertieft. Das Buch besteht aus 20 Beiträgen u. a. von Christine Abbt, Aleida Assmann, Astrid Erll, Kurt Grünberg, Ulrike Jureit, Vera King, Jan Lohl, Sharon Macdonald, Hannah Monyer, Bettina Rudhof, Heinz Weiß.

Die Tagung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. 

Ausgewählte Punkte aus dem Programm: 

Donnerstag, 23. Mai
9:30 Uhr
Vergessen und Erinnerung. Zur Bedeutung eines Bindeworts
Key Note mit anschließender Podiumsdiskussion
Prof. Christine Abbt, Universität Luzern 

10:45 Uhr
Von Mnemosyne zum NMDA-Rezeptor
Prof. Dr. Hannah Monyer, Universität Heidelberg und Deutsches Krebsforschungsinstitut Heidelberg 

11:20 Uhr
Erinnern, wie es (zu) uns passt. Die Veränderung der Lebensgeschichten im Laufe des Lebens
Prof. Dr. Tilmann Habermas, Goethe-Universität
Anschließend: Hannah Monyer und Tilmann Habermas 

14:10 Uhr
Immer schneller, immer mehr… Vergessen und Bewahren in der digital beschleunigten Gegenwart
Prof. Dr. Vera King, Goethe-Universität, Sigmund-Freud-Institut 

14:40 Uhr
Langsam und ungewiss? Homer vergessen und bewahren von der Antike bis zur Gegenwart
Prof. Dr. Astrid Erll, Goethe-Universität Anschließend: Vera King und Astrid Erll im Gespräch 

16 Uhr
Heimat im Vergessen 
Dr. Verena Boos, Autorin 

16:45 Uhr 
Im Gespräch: Christine Abbt und Aleida Assmann 

19:00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag: Räumliche und zeitliche Bilder des Erinnerns und Vergessens
Prof. Dr. Aleida Assmann, Anglistin, Literatur- und Kulturwissenschaften 

Freitag, 24. Mai
9:30 Uhr
Erinnern, hin und zurück
Key Note mit Publikumsdiskussion
Jochen Gerz, Künstler 

11 Uhr
Vergessen und Erinnern im Historischen Museum
Dr. Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt 

11:40 Uhr 
„Wer bin ich?“ Identitätsbrüche und die Auslöschung der eigenen Vergangenheit infolge eines massiven Traumas Ilany Kogan, Psychoanalytikerin 

14:10 Uhr
The need to remember and the need to forget. Verarbeitung von Trauma und Verlust bei Kindern mit Bindungsabbrüchen Prof. Dr. Patrick Meurs, Universität Kassel u. Sigmund-Freud-Institut Frankfurt 

14:40 Uhr
An Abschiede erinnere ich mich Jenny Erpenbeck, Autorin 

15:45 Uhr
Vergessen und Nicht-Vergessen-Können. Eine psychoanalytische Perspektive Prof. Dr. Heinz Weiß, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart und Sigmund-Freud-Institut Frankfurt 

16.30 Uhr
Im Gespräch: Jenny Erpenbeck, Jochen Gerz und Heinz Weiß Die Moderation übernimmt die HR-Journalistin Insa Wilke. 

Die Tagung endet um 17:30 Uhr. Während der Tagung besteht auch Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung.

Anmeldung bis 15. Mai unter david.barth@stadt-frankfurt.de. Die Tagungsgebühr beträgt 80 bzw. 40 Euro (inklusive Lunch und Kaffeepausen) und ist an der Museumskasse zu bezahlen. Der Abendvortrag kostet für Nichttagungsteilnehmer 4 bzw. 2 Euro. 

Information: Prof. Dr. Vera King, Institut für Soziologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Sekretariat Frau Charlesworth: charlesworth@soz.uni-frankfurt.de, https://historisches-museum-frankfurt.de/vergessen

 

Mai 2 2019
14:38

Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen lädt Frankfurter Bürgerschaft und internationale Gastwissenschaftler regelmäßig zu Musikveranstaltungen ein

Hochkarätige Nachwuchsmusikerin gastiert bei Klaviermatinee

FRANKFURT. Die Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität lädt regelmäßig internationale Gäste der Universität und Frankfurter Bürger zu hochkarätigen musikalischen Sonntags-Matineen ein: „Wir wollen damit die internationalen Gastwissenschaftler der Goethe-Universität mit Frankfurter Bürgern ins Gespräch bringen“, sagte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Prof. Jürgen Bereiter Hahn. Die Stiftung betreibt die Gästehäuser der Goethe-Universität. 

Musikalisch sind die Matineen von höchster Qualität. Als Solisten eingeladen sind hochtalentierte, virtuose, junge, internationale Preisträgerinnen und Preisträger, die so die Chance erhalten, Ihre Kunst vor einem interessierten Publikum vorzustellen. Am Sonntag, den 5. Mail 2019, steht ab 11 Uhr im Gästehaus Frauenlobstraße (Frauenlobstraße 1, 60487 Frankfurt) ein weiteres musikalisches Highlight auf dem Programm der Reihe: 

Die seit 2011 in Deutschland lebende rumänische Pianistin Maria Sintamarian spielt Klavierwerke von Johann Sebastian Bach (Präludium und Fuge NR: 1 18 BWV 863 in gis-moll), Alexander Skrjabin (Etüde Nr. 8 Op. 8 bin AS-DUR), Joseph Haydn (Klaviersonate Hob: XVI: 46 in AS-DUR) sowie von Maurice Ravel und György Kurtág. Die Moderation übernimmt die bekannte Pianistin Viviane Goergen. 

Als Pianistin konnte Maria Sintamarian bei verschiedenen Wettbewerben Aufsehen mit dem Gewinn erster Preise erringen: Nationalwettbewerb für Interpretation, Bistrita (2010), G. Georgescu Internationaler Wettbewerb für Instrumentalinterpretation, Tulcea (2009), Pro Piano-Romania Internationaler Klavierwettbewerb, Bukarest (2008). 2017 wurde Maria Sintamarian beim internationalen Klavierwettbewerb Nuova Coppa Pianisti in Osimo/Italien mit dem Premio Grete Sultan für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes ausgezeichnet, und beim internationalen Musikwettbewerb Premio Vittoria Caffa Righetti in Cortemilia/Italien gewann sie im Herbst 2017 den 1. Preis ex aequo in der Sparte Klavier. Im Herbst 2018 gewann Maria Sintamarian beim Euterpe International Piano Competition in Bari/Italien den 2. Preis ex-aequo sowie den J.S. Bach Preis. Der erste Preis wurde nicht vergeben.

Medienvertreter sind zu der Veranstaltung bei Interesse herzlich eingeladen.

Kontakt: Prof. Dr. Bereiter-Hahn, E-Mail: bereiter-hahn@bio.uni-frankfurt.de

 

Mai 2 2019
14:31

Goethe-Universität stellt beim Diversity-Tag das Thema Inklusion ins Zentrum

Hochschule für alle

FRANKFURT. Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Goethe-Universität am bundesweiten Diversity-Tag am 28. Mai unter dem Motto „Hochschule für alle – inklusiv, zukunftsfähig“. 

An dem bundesweiten Diversity-Tag sind Unternehmen und Institutionen dazu eingeladen, die Vielfalt der Menschen, die sie ausmachen, wertzuschätzen. Er geht zurück auf eine Initiative der Charta der Vielfalt e.V.

In diesem Jahr stellt die Goethe-Universität das Thema Hochschule und Inklusion in den Mittelpunkt. Das Programm umfasst einen Workshop für Lehramtsstudierende, einen Vortrag von Lisa Pfahl, Professorin an der Universität Innsbruck, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunftsfragen inklusiver Hochschulen zwischen individuellen Bildungszugängen und akademischen Ansprüchen“ wie auch die Vorführung des Films „Renn, wenn Du kannst“. 

Veranstaltet wird der Diversity-Tag von der Akademie für Lehrerbildung und Bildungsforschung zusammen mit dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität. 

Link zum Programm und weiteren Informationen: http://www.uni-frankfurt.de/39416132/Diversity 

Charta der Vielfalt, Diversity-Tag: https://www.charta-der-vielfalt.de/diversity-tag/ueber-den-aktionstag

HINWEIS ZUR BARRIEREFREIHEIT: Das Gebäude ist rollstuhlgeeignet. Der Vortrag und die Podiumsdiskussion werden in deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. Sollten Sie weitere Bedarfe haben, auch hinsichtlich der Filmvorführung, wenden Sie sich hinsichtlich Unterstützungsmöglichkeiten bitte an: Márcia Elisa Moser, Tel.: +49 (0)69 798 18126 E-Mail: ma.moser@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 2 2019
14:21

Die ungewisse Zukunft Europas ist Thema der nächsten Intervention der Frankfurter Römerberggespräche in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ am Samstag, den 11. Mai im Schauspiel Frankfurt

Römerberggespräche: Ist Europa noch zu retten?

FRANKFURT. Zwei Wochen vor der Europawahl wollen die Römerberggespräche in der „Europastadt Frankfurt“ wissen, in welchem Zustand sich Europa befindet. Was dürfen wir hoffen? Wie müssten die notwendigen Schritte aussehen? Auch bei der jüngsten Ausgabe der öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Samstag, den 11. Mai 2019, gehört der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zu den Kooperationspartnern. Von 10 bis 18 Uhr stehen im Chagallsaal des Schauspiel Frankfurt fünf Impulsreferate und ein Podiumsgespräch auf dem Programm. Der Eintritt ist frei. Der Titel lautet: „Last Exit nach dem Brexit – Ist Europa noch zu retten?“

Noch nie stand Europa so unter Beschuss wie jetzt. Wünsche nach einer Rückabwicklung der Integration stehen im Raum oder haben in einigen Mitgliedsstaaten der EU auch schon zu konkreten Schritten geführt. Die Kritik wird begleitet von ganz unterschiedlichen Einschätzungen über die Versäumnisse und Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden. Hinzukommt eine mehr oder weniger offen erklärte EU-Feindschaft durch weltpolitische Akteure wie Trump und Putin. Demgegenüber scheinen die Kräfte des Zusammenhalts zu schwinden, und die Verteidigung der EU als politisches Projekt erscheint vergleichsweise schwach. Die europäische Integration hat viele Feinde, der Nationalismus ist in vielen Ländern Staatsdoktrin geworden, der Traum eines geeinten Europa scheint hingegen kaum noch attraktiv. Vor den – wie viele meinen – weichenstellenden Wahlen geht es den Römerberggesprächen um eine Bestandsaufnahme und mögliche Zukunftsszenarien – wie immer unter Einbeziehung des Publikums.

Die begrüßenden Worte zur diesjährigen Intervention der Römerberggespräche spricht Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main. Die Moderation der Veranstaltung hat Alf Mentzer vom Hessischen Rundfunk. Vonseiten des Exzellenzclusters gehört Stefan Kadelbach zu den Teilnehmern. Er ist Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Goethe-Universität und Direktor des dortigen Wilhelm Merton-Zentrums für Europäische Integration. Kadelbach widmet sich dem Thema „'Souveränität Europas' oder zurück zum Nationalstaat? Mögliche Szenarien für die Zukunft der Europäischen Union“. Sein Beitrag beschäftigt sich mit Entwicklungen, die als krisenhaft wahrgenommen werden und in politischen Strukturbrüchen in vielen Staaten Europas, aber auch in der Konstruktion der Europäischen Union selbst ihre Ursachen haben. Vorschläge zur Neubelebung Europas sind aber immer nur so aussichtsreich, wie es die Regierungen der Mitgliedstaaten zulassen. Vor diesem Hintergrund soll diskutiert werden, ob und welche Reformmodelle hier in Frage kommen.

Die Frankfurter Römerberggespräche bestehen seit 1973 in ununterbrochener Folge und sind eine feste Institution der Debattenkultur in Deutschland. Vorsitzender des Trägervereins Römerberggespräche e.V. ist Miloš Vec, Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und seit 2013 assoziiertes Mitglied des Frankfurter Exzellenzclusters.

Das Programm im Überblick: 

10.00 Uhr
Begrüßung 
Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Frankfurt am Main) 

10.15 Uhr
Europawahlen als europäische Protestwahlen
Philip Manow (Professor für Vergleichende Politische Ökonomie, Universität Bremen) 

11.15 Uhr 
Wo versteckt sich die europäische Öffentlichkeit?
Christine Landfried (Emeritierte Professorin für Politikwissenschaft, Universität Hamburg) 

12.15 Uhr
Europa, werde wesentlich! Ein Plädoyer wider Überspannung und Moralisierung Andreas Rödder (Professor für Neueste Geschichte, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) 

13.00 Uhr
Mittagspause 

14.15 Uhr
„Souveränität Europas“ oder zurück zum Nationalstaat? Mögliche Szenarien für die Zukunft der Europäischen Union
Stefan Kadelbach (Professor für Öffentliches Recht und Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt am Main) 

15.30 Uhr
Welche Reformen braucht die Europäische Republik?
Mara-Daria Cojocaru (Schriftstellerin und Dozentin für Philosophie, Hochschule für Philosophie München) und Ulrike Guérot (Leiterin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung, Donau-Universität Krems) im Gespräch mit Alf Mentzer 

17.00 Uhr
Am Puls Europas?
Daniel Röder (Rechtsanwalt und Mediator, Mitbegründer von „Pulse of Europe“, Frankfurt am Main)

Details zum Programm:
www.roemerberggespraeche-ffm.de,
www.normativeorders.net/de/roemerberggespraeche

Informationen: Ingrid Rudolph, Koordinatorin der Römerberggespräche, Tel.: 0 160 9035 6876 Ingrid.rudolph@roemerberggespräche-ffm.de Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

 

Mai 2 2019
12:04

Das Programm zur Nacht der Museen am Samstag, 11. Mai 2019 im Museum Giersch der Goethe-Universität 

Eine afrikanische Nacht in Frankfurt 

FRANKFURT. „Eine afrikanische Nacht in Frankfurt“ – unter diesem Motto steht das Programm des Museum Giersch der Goethe-Universität zur Nacht der Museen am Samstag, 11. Mai 2019. Führungen durch die Sonderausstellung „Frobenius – Die Kunst des Forschens“ bieten einen umfangreichen Einblick in die Kunst der Vorzeit. Die Ausstellung präsentiert rund 200 Bildwerke – ethnographische Bilder, Fotografien und Nachzeichnungen prähistorischer Felsbildkunst – aus der einzigartigen Sammlung des Frobenius-Instituts für Kulturanthropologische Forschung in Frankfurt. Mit Werken von Baumeister, Wols und Klee wirft die Ausstellung überdies einen Blick auf die Bedeutung prähistorischer Kunst für die Moderne.

Die Felsbildkunst lässt sich auch virtuell erleben. Dank neuester Virtual-Reality-Technik bewegen sich die Besucher durch die berühmte, erst 2002 entdeckte Felsgrotte „Cave of Beasts“ im Südwesten Ägyptens.

Einen spannenden Mix aus traditionellen Sounds mit Afrobeat, Reggae und Latin präsentiert die Live-Band „l'accord acoustiq“. Die vier Musiker aus Ghana, Togo und Deutschland haben sich zusammengefunden, um zahlreiche Musikstile von Jazz bis Reggae in einen akustischen Kontext zu setzen, ohne jedoch die afrikanische Klangfarbe zu verlieren. Die einladenden Songs, innigen und verträumten Balladen, die treibenden Rhythmen und Grooves stammen sowohl aus eigener als auch aus fremder Feder. 

Passend zum Thema bietet das Lambertus, Kurhaus Wiesbaden gehobene Gastronomie mit afrikanischen Spezialitäten und ausgesuchten afrikanischen Bieren an.

Das Programm im Detail: 

  • 20 – 24 Uhr (stdl.): Führungen durch die Sonderausstellung „Frobenius – Die Kunst des Forschens“ (Treffpunkt: Museumskasse) 
  • 20 – 24 Uhr: „Felsbildkunst virtuell erleben“ – Virtual-Reality-Rundgang durch die ägyptische Felsgrotte „Cave of Beasts“ 
  • 19.30–1.15 Uhr (alle 45 Min.): Afrikanische Rhythmen von der Band „l'accord acoustiq“ 
  • 19 – 1.30 Uhr: Lambertus, Kurhaus Wiesbaden (ehemals Käfer's) bietet afrikanische Spezialitäten & Biere an 

Das Museum ist von 19 bis 2 Uhr geöffnet. Eintrittskarte: 14 €; Familienkarte: 29 €, Ermäßigte Eintrittskarte: 9 €. Weitere Informationen und alle Programmpunkte werden unter www.nacht-der-museen.de/frankfurt/ bekannt gegeben.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse. 

Informationen: Dipl.-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

 

Apr 30 2019
14:51

Neues Projekt an der Goethe-Universität untersucht die Debatte um den Wiederaufbau nach 1945 in Wochenschauen und Dokus

Filmbilder über Kriegsruinen

FRANKFURT. Wie wurde in der Nachkriegszeit über den Wiederaufbau öffentlicher Plätze berichtet? Welche Debatten wurden darüber geführt? Diese Fragestellung steht im Zentrum eines Forschungsprojekts der Filmwissenschaften an der Goethe-Universität in Kooperation mit Kollegen in Italien, Frankreich und Tschechien, das in diesen Tagen an den Start geht. Das Projekt wird im Rahmen des europäischen HERA-Programms mit rund einer Million Euro gefördert. 

Öffentliche Plätze standen im Zentrum der 6. Ausschreibung des HERA-Programms. HERA steht für Humanities in the European Research Area. Das Programm, das im Rahmen des EU-Forschungsförderprogramms Horizon 2020 gefördert wird, ist also vor allem auf geisteswissenschaftliche Forschung ausgerichtet. Die eingereichten Anträge sollten sich mit der Kultur und Integration öffentlicher Plätze in Europa befassen.

„Visual Culture of Trauma, Obliteration and Reconstruction in Post-WW II Europe“ lautet denn auch der Titel des Projekts, mit dem Prof. Vinzenz Hediger von der Goethe-Universität und seine Kollegen aus Frankreich, Italien und Tschechien reüssiert haben. Mit dem Plan, Kriegszerstörung und Wiederaufbau im nichtfiktionalen Film von 1949 bis 1953 zu untersuchen, konnten sie sich mit 21 anderen Projekten unter insgesamt 300 Bewerbern behaupten und fast die komplette Fördersumme von maximal einer Million Euro ausschöpfen. Das deutsche Teilprojekt, das auch die Koordination übernimmt, wird etwa die Hälfte dieser Summe erhalten. Diese Mittel stammen überwiegend vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 

Frankfurt bietet sich als zentraler Standort für diese filmwissenschaftliche Forschung geradezu an: Die Stadt am Main war stark zerstört, und um Wiederaufbau oder Neuanfang gab und gibt es hier Debatten wie in kaum einer anderen Stadt in Europa – bis heute. Das Projekt soll sich jedoch auf die ersten Nachkriegsjahre konzentrieren: Hier sei sehr viel Material vorhanden, das untersucht werden soll. Um an dieses Material zu kommen, haben die vier verantwortlichen Wissenschaftler – neben Hediger sind das Prof. Francesco Pitassio in Udine (Italien), Dr. Lucie Cesalkova in Prag und Prof. Sylvie Lindeperg in Paris – die nationalen Filmarchive als Partner mit ins Boot geholt. Mit deren Expertise und Ausstattung werde es gelingen, das Material zu digitalisieren und auch einer breiteren wissenschaftlichen Community zur Verfügung zu stellen, sagt Hediger. 

Im Fokus der Forschung stehen öffentliche Plätze wie der Römer in Frankfurt, Marktplätze oder politisch relevante Plätze. Untersucht werden sollen sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte: Wie viele Luftaufnahmen gibt es? Sind wiederkehrende Elemente festzustellen? Gibt es Symbole, die immer wieder in der Debatte auftauchen? Welche Wirkung hat die filmische Berichterstattung und Dokumentation auf die Debatte gehabt? Und wo liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen europäischen Ländern? „Unsere Hypothese ist, dass diese Filme nicht nur präsentierten, sondern einen massiven Beitrag geleistet haben“, sagt Hediger. Denn in der Demokratie komme den öffentlichen Räumen eine zentrale Bedeutung zu, und damit auch ihrer medialen Präsentation. An der Forschung sind neben den drei verantwortlichen Wissenschaftlern jeweils ein bis zwei Postdocs beteiligt. 

Das Kick-Off-Treffen zum Start des dreijährigen Forschungsprojekts findet am 9. und 10. Mai in Frankfurt statt. Alle beteiligten Forscherinnen und Forscher kommen an der Goethe-Universität zusammen, um das gemeinsame Vorgehen festzulegen. Journalisten, die sich beim Kickoff-Meeting ein Bild des Projekts machen wollen, haben dazu nach vorheriger Anmeldung Gelegenheit.

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Professur für Filmwissenschaft, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Fachbereich 9, Campus Westend, Telefon 069/798-32079, E-Mail hediger@tfm.uni-frankfurt.de

 

Apr 30 2019
13:34

Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität lädt zu Podiumsdiskussion mit Sandra Eckert, Michèle Knodt und Ingeborg Tömmel

„Europa vor den Wahlen“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Die 9. Direktwahl zum Europäischen Parlament findet in schwierigen Zeiten statt. Die anhaltende Ungewissheit über den Brexit überschattet dringend notwendige Debatten, und Initiativen zur Weiterentwicklung der Union werden nicht aufgegriffen. Gewählt wird zwischen 23. und 26. Mai, in Deutschland am Sonntag, 26. Mai. Bei diesen Wahlen geht es nicht allein um die Ausgestaltung einzelner Politikbereiche in Europa, sondern – angesichts der wachsenden Kritik an den europäischen Institutionen – um Zukunft, Gestalt und Gewicht des europäischen Parlaments selbst. 

Über die aktuellen Entwicklungen im Kontext der Wahlen, aber auch über die grundlegenden institutionellen und politischen Probleme der Europäischen Union diskutieren am Dienstag, 7. Mai 2019, 19 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg drei Expertinnen für Europapolitik, nämlich Prof. Sandra Eckert (Goethe-Universität), Prof. Michèle Knodt (TU Darmstadt) und Prof. em. Ingeborg Tömmel (Universität Osnabrück). 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d'Europe statt. Der Historiker Pierre Monnet wird in seinem Begrüßungsstatement insbesondere die Bedeutung der Wahlen im französischen Kontext aufzeigen, die Moderation des Expertengesprächs übernimmt der Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften Matthias Lutz-Bachmann.

Die Referentinnen: 

Sandra Eckert ist Juniorprofessorin für Politik im Europäischen Mehrebenensystem an der Goethe-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die europäische Integration und Europäisierung sowie die Steuerung im europäischen Mehrebenensystem. Die Auswirkungen Europas auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und die Chancen der Mitgestaltung behandelt die von ihr gestaltete Seminarreihe „Europa in Frankfurt“ an der Goethe-Universität. 

Michèle Knodt ist Professorin für Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung an der TU Darmstadt. Zudem arbeitet sie seit vielen Jahren an europäischen Forschungsprojekten mit und hat über die europäische Integration zahlreiche Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Seit 2018 leitet sie das Projekt „EU Foreign Policy Facing new Realities: Perceptions, Contestation, Communication and Relations“, das sich mit den aktuellen Herausforderungen der Außenpolitik der Europäischen Union beschäftigt und die Union zu diesem Thema auch berät. 

Ingeborg Tömmel war als Professorin für Internationale Politik an der Universität Osnabrück tätig. Sie verfügt über langjährige Forschungs- und Lehrerfahrung zu Fragen der europäischen Integration, insbesondere zum politischen System der EU, zur politischen Steuerung und Politikgestaltung der EU sowie zur Europäisierung der Mitgliedstaaten. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählt Das politische System der EU (De Gruyter: 4. Auflage, 2014).

Die Veranstaltungsreihe EuropaDialoge/Dialgoues d'Europe: 
Die Reihe wurde 2014 vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsch-Französischen Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA) ins Leben gerufen. Sie soll Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zu Europa-Themen zu Wort kommen lassen und die jeweiligen Positionen öffentlich diskutieren. Die Reihe wird von der Politikwissenschaftlerin Sandra Eckert, dem Philosophen Matthias Lutz-Bachmann und dem Historiker Pierre Monnet wissenschaftlich geleitet. 

Um Anmeldung zur Podiumsdiskussion wird gebeten unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Beate Sutterlüty, Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Telefon 06172 13977-15 oder -0, E-Mail b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Apr 29 2019
14:43

Dr. Reena Perschke, Prähistorische Archäologin, spricht im Museum Giersch über die Wissenschaftlerin aus dem Team von Leo Frobenius

Vortrag: Zwischen Wissenschaft und Ideologie: Die Felsbildforscherin Erika Trautmann (1897–1968) 

FRANKFURT. Der Vortrag „Zwischen Wissenschaft und Ideologie: Die Felsbildforscherin Erika Trautmann (1897–1968)“ von Dr. Reena Perschke am Donnerstag, 9. Mai 2019, um 19 Uhr im Museum Giersch der Goethe-Universität, widmet sich dem Leben und Wirken der engagierten Felsbildforscherin und -zeichnerin Erika Trautmann. Trautmann, die zum Team um den Frankfurter Ethnologen Leo Frobenius (1873–1938) gehörte, wechselte 1937 zur Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe der SS. Der Vortrag beleuchtet vor allem ihre Rolle als Wissenschaftlerin in der Zeit des Nationalsozialismus.

Donnerstag, 9. Mai 2019, 19 Uhr im Museum Giersch der Goethe-Universität Eintritt 4,- € an der Abendkasse.

Dr. Reena Perschke ist als prähistorische Archäologin tätig. Nach dem Studium der Ur- und Frühgeschichte, Religionswissenschaft und Vorderasiatischen Altertumskunde an der FU Berlin promovierte sie 2014 an der LMU München. Von 2015 bis 2017 erhielt sie ein PostDoc-Stipendium der Gerda-Henkel-Stiftung für das Forschungsprojekt: „Nationalsozialistische Archäologie in den besetzten Westgebieten (1940–1945, Frankreich/Benelux)“. Momentan arbeitet sie an ihrer Habilitation an der Freien Universität Berlin zum Thema „Kriegsarchäologie im besetzten Frankreich – Deutsche Archäologen im Schatten der Front“.

Noch bis 14. Juli 2019 sind im Museum Giersch der Goethe-Universität in der Ausstellung „Frobenius – Die Kunst des Forschens“ mehr als 200 Bildwerke aus den Sammlungen des Frobenius-Instituts zu sehen – Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder, ethnographische Darstellungen und Fotographien. Die Ausstellung rückt besonders die Frauen in den Fokus, von denen die überwiegende Mehrheit des Bildmaterials stammt, und zeigt mit Werken von Paul Klee, Willi Baumeister und Wols den Einfluss der Prähistorie auf die Moderne.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse

Informationen: Dipl.-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de 

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Apr 29 2019
14:38

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Universitätsbibliothek Frankfurt im Rahmen eines Landesprojekts 

Digitalisierung historischer Leitzeitungen in Hessen

FRANKFURT. Die historischen Zeitungen der hessischen Bibliotheken sind bedeutende Quellen zur Regional- und Ortsgeschichte und von hohem kulturhistorischem Wert. Sie stellen eine wertvolle Ergänzung zur archivischen Überlieferung dar. Denn sie beleuchten zum einen die Ereignisse aus einer anderen (nichtoffiziellen) Sicht und für ein anderes Publikum. Zum anderen schließen sie vorhandene, meist kriegsbedingte Überlieferungslücken. Die hessischen Zeitungen sind auf viele Einrichtungen verteilt und aufgrund der schlechten Papierqualität meist schwer zugänglich. In einem von der DFG geförderten Landesprojekt wird die Universitätsbibliothek Frankfurt in den nächsten 12 Monaten gemeinsam mit vier weiteren hessischen Universitäts- und Landesbibliotheken (Fulda, Gießen, Marburg, Wiesbaden) und der HeBIS-Verbundzentrale (Hessischer Bibliotheksverbund) speziell ausgewählte historische Leitzeitungen von überregionaler Bedeutung digitalisieren lassen. Über ein Portal werden die mit Texterkennungssoftware (OCR) erschlossenen Volltexte für Wissenschaft, Forschung und Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Die ausgewählten Leitzeitungen, die in besonderer Weise die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt des Landes Hessen für die politisch wichtigen Zeiträume 1871 - 1913 und 1919 - 1945 widerspiegeln, sind:

  • Casseler Neueste Nachrichten 
  • Frankfurter Zeitung und Handelsblatt
  • Fuldaer Zeitung 
  • Gießener Anzeiger 
  • Oberhessische Zeitung 
  • Wiesbadener Tagblatt

Für die Universitätsbibliothek Frankfurt nimmt die komplett überlieferte „Frankfurter Zeitung“ aufgrund regionaler wie nationaler Bedeutung eine herausgehobene Stellung ein. Sie gilt als Vorgängerin der 1949 neu begründeten “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und steht für die historische Rolle Frankfurts als ein Zentrum des Liberalismus in Deutschland, geprägt von starkem gesellschaftlichen Engagement ihrer Bürger. Im Feuilleton der Frankfurter Zeitung veröffentlichten regelmäßig fast alle wichtigen Intellektuellen und Schriftsteller der Zeit, darunter Walter Benjamin, Erich Kästner, Thomas Mann, Theodor W. Adorno, Theodor Heuss oder Stefan und Arnold Zweig. Ab 1933 war die Zeitung gezwungen, zahlreiche jüdische Mitarbeiter und Autoren des Frankfurter Verlagshauses zu entlassen. Sie konnte sich allerdings der Gleichschaltung der Presse entziehen, bis sie 1943 von den Nationalsozialisten endgültig verboten wurde. Aufgrund dieser großen Bedeutung ließ die Frankfurter Universitätsbibliothek ihren Bestand der FZ im vergangenen Jahr komplett von einem Spezialdienstleister „entsäuern“, um dem eingetretenen Papierzerfall entgegenzutreten.

In dem bewilligten Verbundprojekt stellen die Bibliotheken die Leitzeitungen in den nächsten Monaten sowohl für die Forschung, als auch für die interessierte Öffentlichkeit kostenfrei und komfortabel zur Verfügung. Voraussichtlich werden 1,2 Millionen Zeitungsseiten online zur Benutzung bereitgestellt. Das Projekt bildet damit auch die Grundlage für weitere verteilte Digitalisierungsmaßnahmen mit der Perspektive, dass mittelfristig das gesamte Spektrum der hessischen Zeitungen im Netz sichtbar wird. Es schließt direkt an die Digitalisierung und Erschließung der regionalen hessischen Zeitungen aus der Zeit des ersten Weltkrieges an. Hierbei hatten die hessischen Bibliotheken in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL) das umfangreiche Material von über 120 Regionalzeitungen der Jahre 1914 bis 1918 digitalisiert, mit OCR aufbereitet und u.a. durch einen Themennavigator inhaltlich strukturiert. Das Ergebnis: „Der Blick auf den Krieg“, http://hwk1.hebis.de/

Weitere Informationen: Dr. Mathias Jehn, Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung sowie des Archivzentrums und der Sammlung Frankfurt & Seltene Drucke, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 798 39007; m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

 

Apr 25 2019
11:20

Zwei Vorträge an der Goethe-Universität befassen sich mit einer lange verkannten Sprache

Afrikaans – Tochter oder Schwester des Niederländischen?

FRANKFURT. Afrikaans ist heute die drittgrößte von elf offiziellen Sprachen in Südafrika. Doch lange Zeit wurde dieses Idiom zu Unrecht mit dem Apartheid-System in Verbindung gebracht. Der renommierte südafrikanische Sprachwissenschaftler Wannie Carstens macht sich in zwei Vorträgen, die

am Montag, 29. April, um 19 Uhr und am Dienstag, 30. April,
um 16 Uhr jeweils im Seminarhaus (Max-Horkheimer-Str. 4, 60629 Frankfurt am Main),
Raum 3.105 bzw. 3.103

stattfinden, für mehr Interesse am Afrikaans stark. Montags spricht er in afrikaanser Sprache (wer Niederländisch versteht, versteht auch Afrikaans) über die afrikaanse Literatur, dienstags wird er auf Englisch erklären, wie sich Afrikaans entwickelt hat und welchen Stellenwert es heute hat.

Als die ersten niederländischen Siedler sich 1652 unter Leitung von Jan van Riebeeck in Südafrika am Kap der Guten Hoffnung niederließen, brachten sie selbstverständlich auch ihre Sprache mit. Dieser südholländische Dialekt des Niederländischen, der später die Grundlage des Afrikaans bilden sollte, blieb die offizielle Sprache, bis die Engländer 1795 Südafrika einnahmen. Das Afrikaans hat sich dann aus dem Niederländischen entwickelt, mit vielen Einflüssen aus dem Englischen und Portugiesischen, dem Malaiischen und den Bantusprachen, sowohl im Wortschatz als auch in der Grammatik.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Afrikaans in Südafrika als eigenständige Sprache propagiert, vor allem als Reaktion auf die wachsende Bedeutung des Englischen in der Gesellschaft. 1861 erschien das erste gedruckte Buch auf Afrikaans, 1876 die erste Grammatik, 1933 die erste Bibelübersetzung. 1925 erhielt Afrikaans schließlich neben Englisch und Niederländisch den Status einer offiziellen Landessprache.

Heute ist Afrikaans die drittgrößte von elf offiziellen Sprachen in Süd-Afrika, gesprochen von fast sieben Millionen Muttersprachlern. An erster Stelle steht Zulu, an zweiter Stelle Xhosa, Englisch kommt an fünfter Stelle, während Niederländisch nicht mehr zu den anerkannten Landessprachen gehört.

Professor Wannie Carstens von der Nordwest-Universität Potchefstroom und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Standardwerke über die Sprache Afrikaans hat es sich nach seiner Emeritierung zur Aufgabe gemacht, im Ausland das Interesse für diese Sprache „aus Europa und von Afrika“ zu wecken.

Information und Anmeldung: Laurette Artois, Lektorat Niederländisch, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Telefon 069-79832851, artois@lingua.uni-frankfurt.de

Ein Bild zum Download finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/77459568. (Foto: privat)

 

Apr 25 2019
11:10

Strafrechtler Prof. Matthias Jahn von der Goethe-Universität sieht in Deutschland strukturelle Mängel bei der Pflichtverteidigung

Legal Aid: Richtlinie soll Vertrauen in Europa stärken

FRANKFURT. Das System der Pflichtverteidigung – oder „notwendigen Verteidigung“ – in Deutschland steht auf dem Prüfstand: Die Legal Aid-Richtlinie der Europäischen Kommission verlangt eine europaweite Angleichung und Verbesserung bis zum 25. Mai 2019. Der Frankfurter Strafrechtler Prof. Matthias Jahn erklärt im Online-Interview, worum es geht.

Zwei Jahre hatten die Mitgliedsstaaten Zeit, um die europäische Legal Aid-Richtlinie in nationale Regelungen umzusetzen, Ende Mai tritt die Richtlinie in Kraft. In Deutschland hat Justizministerin Katarina Barley (SPD) einen Gesetzentwurf vorgelegt. Doch es gibt Kritik von Seiten der Bundesländer – und der Boulevardpresse. Umstritten ist insbesondere das zentrale Element der „Verteidigung der ersten Stunde“, die besagt, dass der Beschuldigte noch vor der ersten Vernehmung Anspruch auf vom Staat vergüteten rechtlichen Beistand hat. Die Kritiker warnen vor hohen Kosten und einem Rückgang von ad-hoc-Geständnissen. „Das ist eine abwegige Vorstellung vom Sinn und Zweck des Strafverfahrens“, sagt Prof. Jahn dazu. Das Strafrecht sei schließlich nicht dazu da, möglichst leicht Geständnisse in einer Überrumpelungssituation zu generieren, sondern, die Tat aufzuklären.

Jahn zufolge ist es höchste Zeit, dass die Pflichtverteidigung neu aufgestellt wird. In einer großangelegten Studie hat er 2014 nachgewiesen, dass bei der Rekrutierung von Anwälten oft subjektive Auffassungen von Richtern den Ausschlag geben: Nicht selten seien persönliche Bekanntschaft oder ein möglichst „pflegeleichter“ Auftritt vor Gericht entscheidend für die Anfrage bei bestimmten Juristen. Das Beispiel anderer europäischer Ländern – zum Beispiel den Niederlanden oder Litauen – zeige Wege auf zu einem objektiveren und die Interessen des Beschuldigten stärker berücksichtigenden Vorgehensweise. An den Kosten dürfe eine Neukonzeption nicht scheitern, meint Jahn: „Kostenneutral gibt's nichts, und das ist auch gut so.“ Einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag gegenüber bestehe die Gefahr deutlich höherer Summen wegen Vertragsverletzung – und eines weiteren Reputationsverlusts für Deutschland.

Das gesamte Interview mit Professor Jahn über die Anforderungen der Legal Aid Richtlinie, den Alltag an deutschen Gerichten und die Bedeutung der Beschuldigtenperspektive lesen Sie im Online-Magazin der Goethe-Universität.

Den Link zum Interview finden Sie unter: http://tinygu.de/Matthias-Jahn

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/77459466

Bildunterschrift: Prof. Dr. Matthias Jahn, Professor für Strafrecht und Rechtstheorie an der Goethe-Universität und Richter am Oberlandesgericht Frankfurt. (Foto: Mike Schraft)

Informationen: Prof. Dr. Matthias Jahn, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Rechtstheorie, Institut für Kriminalwissenschaft und Rechtsphilosophie, Fachbereich Rechtswissenschaft, Theodor-W.-Adorno-Platz 4, Telefon 069/798-34336, E-Mail jahn@jur.uni-frankfurt.de

 

Apr 24 2019
16:25

Ringvorlesung „Realities of the Scripted“ der Hessischen Theaterakademie im Sommersemester 2019

Script und Wirklichkeit

FRANKFURT. Die Annahme, dass das Aufgeschriebene unsere Realitäten bestimmt, rückt das alltägliche Leben in eine verblüffende Nähe zu dem, was in Theater, Performance und Choreographie auf der Bühne passiert. Doch während wir dort wie hier gehalten sind, das Script zu vergessen und die Realität zu betrachten, wirft die Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie die Frage auf, was es mit der Realität des Scripts selbst auf sich hat: Wer schreibt wie vor und nach, was in Black Box, White Cube oder öffentlichem Raum passiert? 

Den Auftakt macht am morgigen Donnerstag, 25. April, 18:30 Uhr im Studio des MA CoDE, Eschersheimer Landstraße 50-54 Prof. Nikolaus Müller-Schöll, Theaterwissenschaftler an der Goethe-Universität. Titel seines Vortrags ist: „Zurück in die Zukunft: Vom Text zum Script“.

Weitere Vortragende aus Theater, Performance, Choreographie, Film, Musik und Digitalen Medien sind eingeladen, aus ihrer Praxis der Realities of the Scripted zu berichten und den Blick darauf zu öffnen, was einer Aufführung zugrunde liegt und was von dieser Grundlage bleibt. Ganz gleich, ob es sich beim Script um eine Art Text, eine Partitur, ein Score, eine Notation, eine technische Anweisung, ein Organisationschema oder all das zusammen handelt.

Weitere Termine und Themen im Überblick: 

25. April
Zurück in die Zukunft: Vom Text zum Script
Nikolaus Müller-Schöll (Frankfurt) 

02. Mai
Konzepte zwischen Script und Algorhithmus bei Rimini Protokoll
Stefan Kaegi (Berlin) 

09. Mai 
Bauproben – Full Scale Models
Heike Schuppelius (Berlin/Offenbach) 

16. Mai 
No More Ghosts
Omer Fast (Berlin) 

23. Mai
What Do We Do with Scores? What Do Scores Do with Us?
Xavier Le Roy (Gießen) 

6. Juni
From Noise to Signal (And Back to Noise Again)
Katarina Petrović (Den Haag) 

13. Juni
The Gaps Between
Jonathan Burrows (London)
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des F°LAB Festivals statt, Veranstaltungsort: FRANKFURT LAB, Schmidtstraße12, 60326 Frankfurt am Main 

27. Juni
Scripted Reality (Frankfurt / Bochum)
Encrypted 🙀 Reality 

4. Juli
Erledigt! Die Gewalt der Liste Judith Kasper (Frankfurt) 

11. Juli
Von Skripten, Texten und Dramatik
Elena Backhausen (Frankfurt), Katja Brunner (Zürich/Gießen), Liat Fassberg (Frankfurt), Maxi Zahn (Frankfurt/Gießen) 

18. Juli
Scripting the Glance: A Detour through the Computer Vision Lab
Nicolas Malevé (Brüssel) 

Realities of the Scripted ist eine gemeinsame Veranstaltung der Studiengänge Angewandte Theaterwissenschaft, JLU Gießen (Xavier Le Roy), Szenographie/Bühnenbild, HfG Offenbach (Heike Schuppelius), MA Dramaturgie/CDPR, GU Frankfurt (Nikolaus Müller-Schöll), sowie der HfMDK/HTA (Philipp Schulte), kuratiert von Fanti Baum (MA Dramaturgie, GU Frankfurt). 

Information und Anmeldung: Fanti Baum, wissenschaftliche Mitarbeiterin Theaterwissenschaft, Fachbereich Neuere Philologien, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, f.baum@tfm.uni-frankfurt.de, https://hessische-theaterakademie.de/de/

 

Apr 24 2019
12:21

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität analysiert Filme über fragile Kinoproduktionen

Making-of mit Hindernissen

FRANKFURT. Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität – verbunden mit sehr gut besuchten Kino- und Vortragsveranstaltungen. In seiner jüngsten Filmreihe nimmt der geistes- und sozialwissenschaftliche Verbund die Diagnose einer „Fragilität normativer Ordnungen“ zum Anlass, die Krisenhaftigkeit solcher Ordnung an dem Mikrokosmos derjenigen Akteure zu untersuchen, die an der Produktion von Filmen beteiligt sind. 

Die öffentliche Reihe „Fragile Kooperationen: Produktionskrisen des Kinos“ umfasst vier Termine und startet am 30. April. Referentin zum Auftaktthema „Fragile Zeitlichkeiten“ ist Lisa Gotto, Professorin für Theorie des Films am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Nach einem einleitenden Vortrag ist jeweils die Vorführung eines Films (OmU) geplant; anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion. Veranstaltungsort ist das Frankfurter Museum für Moderne Kunst. 

Beispielhaft beleuchtet werden Kinofilme, die das Scheitern oder Misslingen solcher Produktionen in fiktionalen und dokumentarischen Formen zum Thema haben. Das Herstellen von Spielfilmen wird dabei als ein kooperatives Projekt mit erheblichem Konfliktpotential und höchst ungewissem Ausgang vergegenwärtigt. Was sich bei der Planung und Durchführung von Filmproduktionen ereignet, erweist sich als ein „theatrum mundi“ im Kleinen, in dem sich das dissonante Kräftespiel der großen Welt spiegelt. Erkundet wird, wie sich an der Krisenanfälligkeit kreativer Prozesse die Krisenanfälligkeit gesellschaftlicher Verhältnisse in ihrer Polarität von Integration und Desintegration manifestiert. 

Die Reihe wird auswärtigen Gästen die Gelegenheit geben, jeweils am Beispiel eines dem Publikum vorgeführten Films aus philosophischer, ästhetischer und soziologischer Perspektive über die Brüchigkeit normativer Ordnungen zu reflektieren. Es handelt sich hierbei um ein in den vergangenen Jahren ebenso bewährtes wie erfolgreiches Format, das es erlaubt, im öffentlichen Rahmen an künstlerischen Beispielen über aktuelle gesellschaftliche Tendenzen zu diskutieren. 

Organisiert wird die Reihe in diesem Sommersemester von den Clustermitgliedern Angela Keppler (Professorin für Mediensoziologie der Universität Mannheim), Christoph Menke (Professor für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Politische Philosophie und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität) und Martin Seel (Professor für Philosophie an der Goethe-Universität). Martin Seel, Pionier der Beschäftigung mit dem Film am Frankfurter Exzellenzcluster, gehört auch zu den Mitwirkenden der Reihe „Lecture & Film“, veranstaltet u.a. in Kooperation mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität zum Thema „Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman“. Hier spricht Seel am 27. Juni über „Die andere Seite des Kinos: Chantal Akermans ‚De l'autre côté'“. (www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/lecture-film

Das Programm im Überblick: 

Dienstag 30. April 2019, 19:00 Uhr
Fragile Zeitlichkeiten
Prof. Dr. Lisa Gotto (Universität Wien)
Geplantes Filmprogramm: Icíar Bollaín, „También la Illuvia“ („Und dann der Regen“), MEX/ESP/F 201

Dienstag, 4. Juni 2019, 19:00 Uhr
Filme über Filme, die es nicht gibt: Das Un-Making-Of einer Don-Quixote-Verfilmung
Prof. em. Dr. Hans Jürgen Wulff (Kiel)
Geplantes Filmprogramm: Keith Fulton / Louis Pepe, „Lost in La Mancha“, USA 2002 

Dienstag, 25. Juni 2019, 19:00 Uhr
Komik der Krise. Kooperation à la Hollywood
Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar)
Geplantes Filmprogramm: Robert Altman, „The Player“, USA 1992 

Dienstag, 9. Juli 2019, 19:00 Uhr
Nach Tabernas!
Prof. Dr. Diedrich Diederichsen (Akademie der bildenden Künste Wien)
Geplantes Filmprogramm: Rainer Werner Fassbinder, „Warnung vor einer heiligen Nutte“, D 1971 

Alle Veranstaltungen finden statt im Museum MMK für moderne Kunst, Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei. 

Details zum Programm: www.normativeorders.net/kino 

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, http://www.normativeorders.net

 

Apr 24 2019
11:55

Der Biochemiker Ivan Dikic wurde in die Amerikanische Akademie der Wissenschaften gewählt

In guter Gesellschaft mit Albert Einstein und Michelle Obama

FRANKFURT. Prof. Ivan Dikic, Direktor des Instituts für Biochemie II, ist in die altehrwürdige American Academy of Arts and Sciences gewählt worden. Birgitta Wolff, die Präsidentin der Goethe-Universität, gratulierte dem Arzt und Biochemiker: „Ich bin stolz darauf, dass damit nach Jürgen Habermas der zweite Wissenschaftler der Goethe-Universität in die illustre Gesellschaft der Akademie aufgenommen wird.“ 

Die Akademie beruft jährlich aus mehr als 1300 Nominierungen 200 neue Mitglieder aus der Wissenschaft und Kunst, aber auch aus dem Geschäftsleben, der Regierung oder dem öffentlichen Leben – unter ihnen in diesem Jahr die ehemalige First Lady Michelle Obama. Dikic wurde als eines von 23 internationalen Ehrenmitgliedern in die Abteilung Biowissenschaften gewählt und dort gleich mehreren Spezialgebieten zugeordnet. Ausgezeichnet wurde er für seine Arbeiten zur Entschlüsselung verschiedener Mechanismen der Qualitätskontrolle in Zellen: der Ubiquitinierung und der Autophagie. 

„Ich fühle mich zutiefst geehrt, in den Kreis so vieler herausragender Wissenschaftler und anderer Persönlichkeiten aufgenommen zu werden. Mein persönlicher Dank richtet sich an die früheren und heutigen Mitglieder meines Labors, an meine Mentoren, an die Kollegen an der Goethe-Universität und an meine Familie, die mich unterstützte und ermutigte, meine Entdeckerfreude auszuleben. Den nachfolgenden Generationen möchte ich vermitteln, was für ein faszinierender Beruf die Wissenschaft ist: Sie erlaubt uns, neue Ideen unvoreingenommen zu erkunden, unsere Kreativität durch Neugier anzureichern, der Gesellschaft zu nützen und dabei gleichzeitig die Freude zu erleben, unser Wissen zu teilen und mit Studierenden und Kollegen aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten.“

„Einer unserer Gründe, außergewöhnliche Leistungen auszuzeichnen, ist, dass das Streben nach Exzellenz so oft von Enttäuschung und Selbstzweifeln begleitet ist“, erklärt David W. Oxtoby, Präsident der 1780 gegründeten American Academy of Arts and Sciences. Zu ihren Mitgliedern gehören unter anderem Benjamin Franklin (gewählt 1781), Charles Darwin (1874), Albert Einstein (1924), die Anthropologin Margaret Mead (1948), der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Milton Friedman (1959), Martin Luther King, Jr. (1966) und der Schauspieler John Lithgow (2010). 

Die neuen Mitglieder werden im Oktober in Cambridge, Massachusetts, feierlich in die Akademie aufgenommen.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/77441741 

Bildrechte: Uwe Dettmar 

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Direktor des Instituts für Biochemie II und Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Fachbereich Medizin, Campus Niederrad, Telefon: (069) 6301-5964, dikic@biochem2.uni-frankfurt.de, http://www.biochem2.com

 

Apr 23 2019
12:49

Einladung zum Auftakt der hochkarätig besetzten Vorlesungsreihe „Zukunft der Energie“mit Stefan Rahmstorf 

Nach Paris: Wie bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?

FRANKFURT. Die Frage, wie die Menschheit künftig mit umweltschonender Energie versorgt werden kann, steht im Zentrum der diesjährigen Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“. In der Vortragsreihe für Bürgerinnen und Bürger der Rhein-Main-Region zur „Zukunft der Energie“ erläutern international renommierte Experten die neuesten Entwicklungen aus Forschung und Technologie. Themen sind die globale Erwärmung, erneuerbare Energiequellen, Energietransport, Mobilität sowie die damit einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen. 

Wir laden herzlich ein zum Auftakt-Vortrag von Prof. Stefan Rahmstorf, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zum Thema „Nach Paris: Wie bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?“ am 24. April um 18 Uhr Campus Riedberg / Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Straße 2.

In seinem Vortrag geht Rahmstorf auf folgende Fragen ein: Wie sehen angesichts des wärmsten und längsten Sommers in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen, dem Schwächeln des Golfstromsystems, steigender Meeresspiegel und einer nicht abreißenden Folge von Wetterextremen die neuesten Daten zur globalen Erwärmung aus? Wurden bereits Kipp-Punkte des Klimasystems überschritten? Gibt es einen Zusammenhang von Klimawandel und Fluchtursachen? Und was bedeutet das Pariser Klimaabkommen für uns? Wie lässt sich die globale Erwärmung noch deutlich unterhalb der 2-Grad-Grenze stoppen? 

Weitere Vorträge in der Reihe: 

8. Mai: Prof. Wolfgang Bauer, Michigan State University und Frankfurt Institute of Advanced Studies: Eneuerbare Energien, was ist möglich, was ist erschwinglich? 

22. Mai: Prof. Thomas Klinger, MPI für Plasmaphysik Greifswald und Universität Greifswald: Fusion von Wasserstoff: Energie der Zukunft oder ewiger Traum? 

4. Juni: Dr. Dieter Zetsche, Vorstand Daimler AG: Zukunft der Mobilität 5. Juni: Prof. Martin Greiner, Universität Aarhus, Dänemark: Anpfiff zur zweiten Halbzeit der Energiewende: Grundlegende Gedanken aus den Natur- und Technikwissenschaften 

12. Juni: Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Emmendingen: Nachhaltige Energie heißt weniger Energie, aber mehr Wohlstand

Der Eintritt ist frei. 

Informationen: Prof. Dirk Rischke, Institut für Theoretische Physik, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47862 , drischke@th.physik.uni-frankfurt.de