​​​​Pressemitteilungen ​

Forschung

Jun 10 2016
15:01

Tool zur Ermittlung der Profitabilität von Crowdfunding-Kampagnen veröffentlicht

Wann Crowdfunding sich rechnet

FRANKFURT. Sie sind attraktiv und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Crowdfunding-Kampagnen bergen aber auch Risiken. Selbst wenn das Finanzierungsziel erreicht wird, scheitert rund jede zehnte Kampagne an der Umsetzung des Projekts. Der an der Goethe-Universität von Professor Skiera, Daniel Blaseg und Steffen Försch entwickelte Crowdfunding-Kalkulator ist ein Tool zur schnellen und unkomplizierten Ermittlung des zu erwartenden Gewinns oder Verlusts und hilft somit angehenden Initiatoren einzuschätzen, ob die geschätzten Annahmen zu einer erfolgreichen und profitablen Crowdfunding-Kampagne führen.

Ein großer Teil von Crowdfunding-Kampagnen scheitert bereits am Erreichen des Finanzierungsziel: Von mehr als 220.000 Kampagnen der Plattform Kickstarter ist bereits für rund 65% aller Kampagnen auf dieser ersten Stufe Schluss.Die Initiatoren erhalten kein Geld und müssen die vorab entstandenen Kosten, wie beispielsweise für die Videoproduktion, selbst tragen. Verluste von mehreren tausend Euro sind die Folge. Aber selbst wenn das Finanzierungsziel erreicht wird, scheitert rund jede zehnte Kampagne an der Umsetzung des Projekts. Prominente Beispiele wie „Coolest Cooler“ (11,4 Mill. Euro von 62.642 Unterstützern) oder „Zano“ (2,9 Mill. Euro von 12.075 Unterstützern) haben es geschafft Millionen zu akquirieren, sind aber nicht in der Lage ohne zusätzliche Finanzierung das Projekt umzusetzen.

Leider sind solche Fehlkalkulationen keine Seltenheit. Unterstützer bleiben enttäuscht zurück und Initiatoren klagen über geringe Gewinne oder gar Verluste, da die Kosten der Kampagne vorher falsch kalkuliert wurden. Den resultierenden Gewinn oder Verlust einer Crowdfunding-Kampagne mittels einer fundierten Kalkulation zu berechnen ist nicht so einfach wie es auf den ersten Blick scheint, jedoch unumgänglich, um böse Überraschungen zu vermeiden. Beispielsweise werden Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen von Zwischenschritten meist massiv überschätzt und der Fall, dass das Finanzierungsziel nicht erreicht wird völlig außer Acht gelassen. Manche Kosten wie für die Videoproduktion fallen bereits vor dem Start der Kampagne an, andere nur unter der Bedingung, dass bestimmte Zwischenschritte erreicht werden. Auch das Vernachlässigen versteckter Kosten wie für Retouren kann einen wesentlichen Einfluss auf die Profitabilität haben.

Hier setzt der an der Goethe-Universität von Professor Skiera, Daniel Blaseg und Steffen Försch entwickelte Crowdfunding-Kalkulator an (www.crowdfunding-calculator.com). Um vor dem Start einer geplanten Kampagne bereits eine Vorstellung vom erwarteten Gewinn oder Verlust zu erhalten, wurde ein online-basiertes Entscheidungsmodell entwickelt, welches kostenlos und einfach berechnet, ob und wann sich eine Crowdfunding-Kampagne lohnt. Nach Eingabe einiger Daten erfährt der Initiator sofort, ob die Kalkulation für die Crowdfunding-Kampagne profitabel sein wird.Der Crowdfunding-Kalkulator bezieht sich hierbei auf die am weitesten verbreitete Art des „Reward-Based Crowdfundings“. Dies stellt im weiteren Sinne nichts anderes als einen Vorverkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung dar. Initiatoren stellen ihre Ideen in Form einer Kampagne auf einer Crowdfunding-Plattform vor und bieten möglichen Unterstützern im Gegenzug für ihre finanzielle Beteiligung verschiedene Belohnungen an. Dies kann sowohl ein Produkt, aber auch immaterielle Belohnungen wie eine persönliche Videobotschaft umfassen. Üblicherweise gilt hierbei das Alles-oder-nichts-Prinzip: Erst wenn sich genügend Unterstützer finden und das Finanzierungsziel, welches vom Initiator im Vorfeld festgelegt wird, erreicht oder überschritten ist, wird das Geld ausgezahlt. Wird weniger als das Finanzierungsziel gesammelt erhält jeder Unterstützer sein Geld zurück.

Die Unterstützer tragen hierbei oft ein großes Risiko, da neben einem Video nur teilweise ein Prototyp existiert und es keine Garantie auf eine erfolgreiche Produktion gibt. Im Falle eines solchen Scheiterns sind die Initiatoren aber meist verpflichtet alle Beiträge zu erstatten. Der Crowdfunding-Kalkulator ist ein umfängliches und kostenloses Tool zur schnellen und unkomplizierten Ermittlung des zu erwartenden Gewinns oder Verlusts und hilft somit angehenden Initiatoren einzuschätzen, ob die geschätzten Annahmen zu einer nicht nur erfolgreichen, sondern auch profitablen Crowdfunding-Kampagne führen.

Der Crowdfunding-Kalkulator beruht auf wissenschaftlich fundierten Berechnungsmodellen und bietet eine Vielzahl an Optionen zur Erfassung von offensichtlichen Kosten wie für Produktion und Versand, aber auch versteckten Kosten wie für Zahlungsdienstleister oder Retouren. Eine weitere Besonderheit des Tools umfasst die Möglichkeit Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen bestimmter Zwischenschritte wie dem Überschreiten der Finanzierungsschwelle oder dem erfolgreichen Abschluss der Produktion mit in die Berechnungen einzubeziehen, um so die Risiken des Scheiterns und daraus resultierenden Kosten angemessen zu berücksichtigen. Zusätzlich werden Daten von rund 200.000 bereits realisierten Crowdfunding-Kampagnen bereitgestellt und so ein Vergleich der eigenen Kalkulation mit den Resultaten vergangener Kampagnen ermöglicht.

Link zum Crowdfunding-Kalkulator: www.crowdfunding-calculator.com

Kontakt:
Daniel Blaseg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Tel. (069) 798 34 638; blaseg@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2016
17:27

Offene Projektwoche des Instituts für Theater- Film- und Medienwissenschaft zu „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives

Wie werden Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert?

FRANKFURT. Die gegenwärtige Debatte über die sogenannte Flüchtlingskrise nimmt das Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft zum Anlass, um statt des regulären Lehrbetriebs eine Projektwoche zu veranstalten: Vom 13. bis 18. Juni sind alle Studierenden der Goethe-Universität, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, mitzumachen, zuzuschauen oder mitzudiskutieren bei: „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives”. Geboten werden Diskussionen mit Vertretern der (Kultur-)Politik, Filmsichtungen in Anwesenheit der Regisseure, szenische Theaterprojekte, studentische Seminare und eine Vielzahl an thematischen Workshops. „Die Projektwoche stellt nicht zuletzt die Frage, wie sich die Universität in den aktuellen zivilgesellschaftlichen Prozess einbringen oder sich für diesen öffnen kann“, so die Programmkoordinatorin Julia Schade. Das vielfältige Programm wurde gemeinsam mit den Studierenden entwickelt.

„Es geht uns um die medialen Formen, wie die Flüchtlingsfrage wahrgenommen und erneut wiedergegeben wird“, sagt Nikolaus Müller-Schöll, Professor für Theaterwissenschaft und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Wie werden Flüchtlinge und Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert? Welche Narrative, Stereotypen und Erwartungen formen die heutige Wahrnehmung von Flucht? Was sind die Bilder, Sounds und Muster, die diesen Bereich umgeben? Wie wird Flucht in der politischen Rhetorik, in öffentlichen Debatten in Print-, Online- und audio-visuellen Medien, auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Institutionen dargestellt? Welche Formen und Herausforderungen der Selbstdarstellung von Geflüchteten gibt es? Und vor allem: Was sind die Herausforderungen und Unmöglichkeiten der Repräsentation der Flucht?

Gäste sind unter anderem: Der syrische Regisseur Rafat Alzakout,der Europareferent von PRO ASYL Karl Kopp, die Intendantin von Kampnagel Hamburg, Amelie Deuflhard, und die Dramaturgin der Geflüchteten-Projekte der Münchner Kammerspiele, Anne Schulz. Außerdem erarbeitet die Friedrich-Hölderlin-Gastprofessorin Lina Majdalanie (Beirut) mit Studierenden ein szenisches Projekt, das am Samstag (18. Juni) unter dem Titel „Der vertraute Fremde“ auf der Probebühne, Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude, Raum D 108, aufgeführt wird.

Vormittags geht es in verschiedenen studentisch initiierten Seminaren um Zusammenhänge von Hierarchien und Wissensproduktion, von Rassismen und Repräsentation sowie dem Schreiben im Exil oder feministischen und postkolonialen Debatten. Nachmittags bietet das Programm eine Vielzahl an Workshops, Filmvorführungen, Installationen, Expeditionen und szenischen Projekten. Das Abendprogramm schließlich widmet sich in Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Politik und der Kulturpolitik den Möglichkeiten, diesen Darstellungsformen kritisch zu begegnen.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll und Julia Schade, Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32069, E-Mail: schade@tfm.uni-frankfurt.de; mueller-schoell@tfm.uni-frankfurt.de; das Programm im Überblick: : www.projectweek-tfm.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2016
17:26

Katja Lange-Müller startet am 14. Juni mit ihren Frankfurter Poetikvorlesungen.

Das Problem als Katalysator

FRANKFURT. Katja Lange-Müller, eine der wohl interessantesten literarischen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, wird ab dem 14. Juni an fünf aufeinanderfolgenden Dienstagen vor einem akademischen Publikum und einer literarisch interessierten Öffentlichkeit Einblick in ihr künstlerisches Schaffen geben. Katja Lange-Müller führt mit „Das Problem als Katalysator“ die 1959 mit Ingeborg Bachmann begründete erfolgreiche Tradition der Frankfurter Poetikvorlesungen fort.

Lange-Müllers erster Erzählband „Wehleid – wie im Leben“ erschien 1986, zwei Jahre nach ihrer Ausreise aus der DDR in den Westen. Die intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Teilung und ihre Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Protagonisten sowie das Sujet der Großstadt Berlin prägen ihr Werk. Auch der Roman „Böse Schafe“ (2007) ist in Berlin verortet: Kurz vor der Wende verliebt sich die aus dem Osten geflohene Protagonistin in einen Junkie. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung wird anhand von 89 Sätzen ausfabuliert. Im Interview hat Lange-Müller Folgendes über die Bedeutung der Stadt für den Roman gesagt: „Ich frage mich, warum außer Sven Regener kaum einer unter den West-Berliner Schriftstellern mit dem Reflex des Verlustes reagiert auf das, was nicht mehr da ist. Als ob da nichts verschwunden wäre!“ (FAZ v. 28. Juli 2007)

Neben Arbeiten für das Theater und den Rundfunk gehören weitere Erzählbände (u. a. „Die Enten, die Frauen und die Wahrheit. Erzählungen“, 2013) und Romane zu Lange-Müllers mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetem Werk. So erhielt sie 1986 den Ingeborg-Bachmann-Preis und war 1989/90 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Des Weiteren wurden ihr der Alfred-Döblin-Preis (1995), der Preis der

LiteraTour Nord (2008) und der Kleist-Preis (2013) zugesprochen.

Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommer 2016: Katja Lange-Müller – „Das Problem als Katalysator“

14., 21., 28. Juni und 5. u. 12. Juli. Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 1 & 2, Beginn jeweils 18 Uhr.

13. Juli: Abschlusslesung im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2.

Eintritt: 7 / 4 Euro

Begleitausstellung im „Fenster zur Stadt“, Braubachstr. 18–22

Mehr dazu unter www.uni-frankfurt.de/45662348/aktuelle_dozentur


Die Stiftungsgastdozentur für Poetik ist verortet an der Goethe-Universität. Gefördert wird die traditionsreiche Dozentur von den Verlagen S. Fischer, Schöffling & Co. und Suhrkamp, der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität, der Stadt Frankfurt am Main sowie dem Literaturhaus Frankfurt.

Weitere Informationen:

Prof. Susanne Komfort-Hein, Geschäftsführung Frankfurter Poetikvorlesungen, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-32857; komfort-hein@lingua.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 9 2016
11:39

Herausragende Dissertationen zum Immaterialgüterrecht und zur Aufsicht über die Finanzmärkte in den USA

Zwei junge Rechtswissenschaftlerinnen mit Baker & McKenzie-Preis 2015 ausgezeichnet

FRANKFURT. Den Preis für die besten wirtschaftsrechtlichen Dissertationen verleiht heute Nachmittag die internationale Anwaltskanzlei Baker & McKenzie: Die beiden Preisträgerinnen Anja Becker und Jenny Gesley nehmen die Auszeichnung während der Promotionsfeier des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität entgegen. Der Baker & McKenzie-Preis, den die Kanzlei seit 1988 jährlich für herausragende Dissertationen und Habilitationen aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts verleiht, ist mit 6.000 Euro dotiert.

Mit ihrer Dissertation „Verfahrenskoordination bei transnationalen Immaterialgüterrechtsstreitigkeiten“ überzeugte Anja Becker das Gremium. Im Immaterialgüterrecht geht es um das „Geistiges Eigentum“ (engl. intellectual property); es umfasst das Patentrecht, Urheberrecht und Markenrecht. Die Preisträgerin widmet sich der – im Schnittfeld von Immaterialgüterrecht und Internationalem Privat- und Zivilverfahrensrecht angesiedelten – Frage, ob und wie parallele und doch im Zusammenhang stehende Verfahren koordiniert werden können. „Insgesamt legt die Verfasserin eine Arbeit vor, die auf allen Ebenen rechtswissenschaftlichen Arbeitens auf höchstem Niveau argumentiert. Dies gilt für die Auslegung der Brüssel Ibis-Verordnung, die Systematisierung unterschiedlicher Fallgruppen in vergleichender Perspektive und nicht zuletzt den Ausblick auf künftige Verbesserungen bei der Koordination transnationaler Immaterialgüterrechtsstreitigkeiten“, so Prof. Dr. Alexander Peukert. Der Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Goethe-Universität betreute die preisgekrönte Arbeit.

Jenny Gesleys Werk „Die Aufsicht über die Finanzmärkte in den USA. Nationale Entwicklungen und internationale Vorgaben“ liefere ein umfassendes Bild, wie sich die US-Amerikaner bemühten, Gefahren, die von den Finanzmärkten ausgehen, rechtlich einzudämmen, so Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Siekmann. Er hat diese Dissertation betreut und ist Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) im House of Finance und Inhaber der Professur für Geld-, Währungs- und Notenbankrecht an der Goethe-Universität. Siekmann beurteilte die Arbeit als „beeindruckende Leistung“, argumentativ könne sie sich „passagenweise durchaus mit Habilitationsschriften messen“. Jenny Gesley gelinge es durch den gewählten entwicklungsgeschichtlichen Ansatz, den sie konsistent und konsequent verfolge, übergreifende Erkenntnisse für die Finanzmärkte abzuleiten; und nicht nur für Einzelbereiche wie das Bankenaufsichtsrecht.

Um in den Auswahlprozess für den Baker & McKenzie-Preis zu gelangen, ist keine Bewerbung notwendig. Sämtliche Dissertationen werden in die Auswahl einbezogen, die ein wirtschaftsrechtliches Thema beleuchten und mit „summa cum laude“ bewertet wurden, ebenso wie wirtschaftsrechtliche Habilitationen, die innerhalb eines akademischen Jahres im Fachbereich Jura entstanden sind. „Mit dem Preis drücken wir unsere enge Verbundenheit mit der Goethe-Universität aus sowie den hohen Stellenwert, den die juristische Nachwuchsförderung für unsere Kanzlei hat“, sagt Dr. Christian Reichel, Mitglied des Management-Teams von Baker & McKenzie Deutschland und Österreich, der heute die Auszeichnung an die beiden Preisträgerinnen überreichen wird. Von Beginn an fördert die Kanzlei Studierende der Goethe-Universität im Rahmen des Deutschlandstipendiums und es hat Tradition, dass Baker & McKenzie-Anwälte an dieser Hochschule lehren.

Informationen: Prof. Dr. Alexander Peukert, Fachbereich Rechtswissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-31478 E-Mail: A.Peukert@jur.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Siekmann, Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), House of Finance, Campus Westend, Tel. (069)798-34014, E-Mail: geld-und-waehrung@imfs-frankfurt.de

Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/61847643

Veranstaltungen

Jun 8 2016
12:02

Die Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften veröffentlichen Buch zu Widersprüchen der Wilhelminischen Epoche

Sammelband mit renommierten Autoren: „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“

BAD HOMBURG. Moderne Parteien, eine boomende Wirtschaft, fortschrittliche Technik, neue Medien und eine avantgardistische Kultur prallen auf kaiserliches Gottesgnadentum, einen Hofstaat fast barocken Zuschnitts, quasi-feudale Verhältnisse im ländlichen Raum oder traditionsverpflichtete Tendenzen in Literatur, Architektur und Kunst. Der Sammelband „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“ der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und des Historischen Kollegs widmet sich diesen Widersprüchen, die charakteristisch für die Wilhelminische Zeit waren. Die Präsentation des Buches findet am Mittwoch (15. Juni) um 11 Uhr im Schloss Bad Homburg statt.

In „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“ skizzieren und analysieren renommierte Experten in insgesamt 14 Beiträgen die spezifischen Entwicklungen in Politik, Technik, Religion, Wirtschaft, Architektur, Wohnkultur und Kunst in der Wilhelminischen Epoche. Autoren sind: Helmut Börsch-Supan (FU Berlin), Friedl Brunckhorst (Bad Homburg), Christopher Clark (St. Catherine’s College, Cambridge), Barbara Dölemeyer (Bad Homburg), Andreas Fahrmeir (Goethe-Universität), Guido Hinterkeuser (Berlin), Martin Kohlrausch (Universität Leuven), Wolfgang König (TU Berlin), Sandra Kress (Landesamt für Denkmalpflege Wiesbaden), Alexander von Oettingen (Bad Homburg), Werner Plumpe (Goethe-Universität), Torsten Riotte (Goethe-Universität), John C. G. Röhl (Universität Sussex) und Peter Sprengel (FU Berlin).

Der Sammelband geht auf eine gleichnamige Vortragsreihe zurück, die 2014 in Kooperation zwischen der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und dem Historischem Kolleg im Schloss Bad Homburg stattfand.

Das Historische Kolleg ist eine Programmlinie des Forschungskollegs Humanwissenschaften – seinerseits Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung – und wurde 2014 in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte der Goethe-Universität. Das Historische Kolleg verdankt seine Einrichtung der Förderung durch die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Friedl Brunckhorst, Karl Weber (Hg.): Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit. Regensburg: Schnell & Steiner, 360 S., 34,95 €, ISBN: 978-3-7954-3104-4.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jun 8 2016
12:01

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eröffnen Veranstaltung an der Goethe-Universität

Medien-Einladung / Jahresveranstaltung des Deutschland-Stipendiums

FRANKFURT. Der Bund hat sich in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam mit privaten Förderern und beteiligten Hochschulen auf den Weg gemacht, eine neue Stipendienkultur in Deutschland zu etablieren. „Erfahrungen. Engagement. Erfolge.“ ist das Motto, unter dem die Akteure bei der diesjährigen Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums auf das bisher Erreichte schauen und über künftige Ziele der öffentlich-privaten Studienförderung sprechen wollen.

Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, werden die Veranstaltung am 14. Juni in Frankfurt am Main eröffnen. Im Anschluss berichten Hochschul- und Wirtschaftsvertreter sowie Stipendiaten und Förderer über ihre Erfahrungen mit dem Deutschlandstipendium. Am Nachmittag sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eingeladen, in verschiedenen Themenforen über die praktische Ausgestaltung des Deutschlandstipendiums zu beraten. Nach der Ergebnispräsentation folgt noch ein Ausblick von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums: „Erfahrungen. Engagement. Erfolge.“
Dienstag, den 14. Juni 2016, in Frankfurt am Main
Goethe-Universität, Campus Westend, Casino
Nina-Rubinstein-Weg 1,
60323 Frankfurt am Main

Einlass und Akkreditierung: 9.00 Uhr
Eröffnung und Bühnenprogramm: 10.00 bis 12.00 Uhr
Parallele Themenforen: 13.30 bis 15.30 Uhr
Ergebnispräsentation und Ausblick: 16.00 bis 17.00 Uhr


Anmeldung bis zum 10. Juni bei der Pressestelle des BMBF: telefonisch unter +49(0)30/1857-5050 oder per Mail an presse@bmbf.bund.de.

Veranstaltungen

Jun 7 2016
15:39

Eröffnungsveranstaltung des Forschungskollegs, u.a. mit Ulrich Peltzer und Felicitas Hoppe.

“Schreibszene Frankfurt” stellt sich vor

FRANKFURT. Das neugegründete Forschungskolleg „Schreibszene Frankfurt“ an der Goethe-Universität erkundet die Poetik, Publizistik und Performanz von Gegenwartsliteratur. In der Auftaktveranstaltung am 10. Juni präsentieren die Teilnehmenden ihre Forschungsvorhaben und diskutieren mit geladenen Gästen über das Verhältnis von Literaturwissenschaft und Geschriebenem, die heutigen Produktionsbedingungen von Literatur, ihren Facettenreichtum und ihre Relevanz. Das Kolleg wird gefördert von der VolkswagenStiftung.

Eröffnungsveranstaltung der „Schreibszene Frankfurt“ im Rahmen des Literaturfestivals „literaTurm“ am 10. Juni

14 Uhr: Formate der Reflexion – zum Verhältnis von Poetik und Betrieb. Mit Alexandra Bulucz, Kevin Kempke, Ulrich Peltzer und Sonja Vandenrath.

15 Uhr: Texte im Gespräch - lesen, vermitteln, inszenieren. Mit Hauke Hückstädt, Laura McAleese, Stefanie Stegmann u. Lena Vöcklinghaus.

16 Uhr: Nutzlos/dokumentiert - Opfer und Assis. Mit Sara Heristchi, Florian Kessler, Peer Trilcke u. Miriam Zeh.

17 Uhr: Autorsuggestionen - über sich und Literatur reden. Mit Andreas Bülhoff, Hanna Engelmeier u. Felicitas Hoppe.

18 Uhr: Sektempfang und Grußworte. Mit Julika Griem, Susanne Komfort-Hein und Cornelia Soetbeer.

Ort: Goethe-Universität, IG-Farben-Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, Raum 411. Eintritt ist frei.

Leitung des Forschungskollegs:

Prof. Julika Griem, Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität, 069/798-32348; griem@em.uni-frankfurt.de
Prof. Susanne Komfort-Hein, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Goethe-Universität, Tel. (069) 798-32857; komfort-hein@lingua.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 7 2016
15:38

Chaincourt Theatre Company zeigt Tom Stoppards Stück „Dirty Linen & New-Found-Land“.

Sex, Skandal und Politik

FRANKFURT. Auch in diesem Semester präsentiert sich die Theatergruppe des Instituts für England- & Amerikastudien (IEAS) der Goethe-Universität wieder mit einem neuen Stück: In der modernen Adaption der 1976 von Tom Stoppard geschriebenen Komödie „Dirty Linen & New-Found-Land“ stellt die Chaincourt Theatre Company die nüchterne Frage, ob Sex, Skandal und Politik immer noch Hand in Hand gehen oder ob sich irgendetwas geändert hat.

Die Handlung: In einem Sitzungsraum des kanadischen „House of Commons“ trifft sich ein parlamentarischer Sonderausschuss, um einen Skandal  aus der Welt zu schaffen. Eine mysteriöse junge Dame, so johlt es die bluthungrige Presse von jedem Titelblatt, habe intime Beziehungen zu 119 Mitgliedern des „Commons“ gehabt. Um dem Ganzen recht schnell und vor allem offensichtlich ein Ende zu setzen, will der Sonderausschuss mit Hilfe der neuen Sekretärin Madeleine Aulit ein Protokoll verfassen. Noch ahnt jedoch keiner, welche unmoralischen Wahrheiten das Treffen aufdecken wird. Stoppard, einer der renommiertesten englischen Dramatiker des 20. und 21. Jahrhunderts, setzt seinen berühmten Witz und sein Gespür für Dialog und Ironie in dieser Farce ein weiteres Mal unter Beweis. Die Adaption des Stücks ins Kanada der heutigen Zeit verspricht eine unbefangene Begegnung mit Stoppards politischen Themen. 

Das Chaincourt Theater ist eine Kollaboration von Dozenten, Alumni und Studenten des Instituts für England- und Amerikastudien, die seit den 1950er Jahren die Frankfurter Öffentlichkeit durch die Darbietung verschiedendster englischsprachiger Stücke begeistert.

Die Chaincourt Theatre Company präsentiert: “Dirty Linen & New-Found-Land” von Tom Stoppard, in einer Adaption von James Fisk.

Vorstellungen: Premiere ist am 1. Juli 2016; weitere Aufführungen am 2., 7., 8. und 9.  Juli; Vorstellungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Ort: Goethe-Universität, Westend Campus, IG-Farben-Nebengebäude,  Raum 1.741.

Karten: 10 €/5 € (ermäßigt) erhältlich an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn  oder in „Zimmer 17“ (Raum 3.257, IG-Farben-Haus, Tel. 793 32550);  Montag & Dienstag 11-16; Mittwoch 12-16; Donnerstag 10-15.

Weitere Informationen: James Fisk, Künstlerische Leitung. fisk@em.uni-frankfurt.de; www.chaincourt.org

Forschung

Jun 6 2016
15:03

3. Alternativer Drogen- und Suchtbericht unter Beteiligung des Centre for Drug Research an der Goethe-Universität erschienen

„Brennende Herausforderungen in der Drogenpolitik“

FRANKFURT. „Perspektiven zukunftsweisender Drogenpolitik“ sollen im 3. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2016 aufgezeigt werden. Die Bundesregierung und ihre Drogenbeauftragte Marlene Mortler, so die Herausgeber in ihrem Vorwort, gäben auf die brennenden Herausforderungen in der Drogenpolitik keine zufriedenstellenden Antworten. Beklagt wird unter anderem die steigende Zahl an Drogentoten, eine wirkungslose bis kontraproduktive Strafverfolgung von Cannabiskonsumenten und ein anhaltend hoher Konsum der „Volksdrogen“ Tabak und Alkohol. Am Bericht beteiligt ist Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research (CDR) an der Goethe-Universität.

Volksdrogen außer Kontrolle: Deutschland ist bei den legalen Drogen Tabak und Alkohol ein Hochkonsumland. Obwohl regelmäßiger und intensiver Konsum der beiden Volksdrogen drastische gesundheitliche und soziale Risiken berge, werde vonseiten der Bundesregierung noch zu wenig getan. Ein Werbeverbot von Tabak und Alkohol sei dringend vonnöten, ebenfalls eine höhere Besteuerung alkoholischer Getränke.

Obwohl sich international die Einsicht durchsetze, dass die Strafverfolgung von Cannabis-Konsumierenden nichts zur Lösung beitrage und ein anderer, menschenwürdigerer Umgang mit der Droge gesucht werde, nehme die Bundesregierung dies nicht zur Kenntnis. Immer mehr Fachleute würden aber davon ausgehen, dass eine gesetzlich kontrollierte Abgabe kommen werde.

Überfällig sei auch eine wissenschaftliche Evaluation des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG): Das Gesetz habe seit seiner Einführung den Anstieg beim Konsum verschiedener Drogen nicht verhindern können, daher müsse untersucht werden, wie es reformiert werden kann.

Bereits zum dritten Mal in Folge sei die Zahl der Drogentoten gestiegen, beklagen die Verfasser des Alternativen Drogen- und Suchtberichtes. Mit relativ einfachen Mitteln ließe sich die Zahl senken, doch Maßnahmen wie Drogenkonsumräume oder die Vergabe von Notfallmedikamenten würden von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung offensichtlich nicht in Betracht gezogen.

Forderung nach einer sachgerechten Drogenpolitik: Die Verfasser des Berichts halten die drogenpolitische Arbeit der Bundesregierung für nicht ausreichend und fordern stattdessen: „Das Thema Drogen ist zu ernst, um es parteipolitischen Interessen und Instrumentalisierungen zu überlassen. Vielmehr brauchen wir in Deutschland eine kontinuierliche, verlässliche und rationale Drogenpolitik, die an Sachlichkeit, wissenschaftlicher Evidenz und systematisierten Erfahrungen ansetzen.“

Der 3. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2016, herausgegeben von akzept e.V. (Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik), der Deutschen AIDS-Hilfe und dem JES Bundesverband, erschienen bei Pabst Science Publishers, umfasst 37 Beiträge von Expertinnen und Experten aus Sucht- und Drogenforschung, Hilfepraxis und Drogenpolitik; zusätzlich zu den großen drogenpolitischen Themen finden sich auch Beiträge aus ganz verschiedenen Bereichen wie Prävention, Therapie, Schadensminimierung und Recht.

Weitere Informationen: Dr. Bernd Werse, Centre for Drug Research (CDR), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-36386, werse@em.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 3 2016
13:18

Die aktuelle Ausgabe des UniReport mit Prognosen und Analysen zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Fußballkultur als „Party-otismus“

FRANKFURT.Am 10. Juni beginnt die Fußball-EM in Frankreich. Wissenschaftler der Goethe-Universität analysieren das Turnier aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Erkenntnisinteressen. Prof. Robert Gugutzer, Sozialwissenschaftler des Sports, beschäftigt sich mit dem Phänomen Public Viewing: Nach welchen Regeln laufen diese Großveranstaltungen ab, was treibt die Fans dorthin, welche Bedeutung hat überhaupt das Fußballspiel für die Stimmung? Gugutzer bezeichnet die seit der WM 2006 sehr populäre Fußballfankultur als „Party-otismus“, eine friedlich-fröhliche Form des Patriotismus: „Der typische Public-Viewing-Gucker ist ein Schön-Wetter-Fan, den primär das Event interessiert“, betont Gugutzer im UniReport.

Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Uni,  beschäftigt sich hingegen mit den Ergebnissen des Turniers: Nach seinem Prognosemodell, das historische Ergebnisse, FIFA-Punkte und Mannschaftswerte berücksichtigt, wird Deutschland Europameister, knapp vor Spanien. Das Projekt fussballmathe.de möchte Schülerinnen und Schüler für Mathematik begeistern. Aber auch Fußballinteressierte können vor und während der EM aktuelle Prognosen abfragen, bereits vorliegende Ergebnisse werden zeitnah eingepflegt.

Wer zum Public Viewing auf den Campus Westend kommt, wird nicht nur auf Fans der deutschen Mannschaft treffen. Denn fast alle 24 an der Europameisterschaft teilnehmenden Nationen sind auch an der Goethe-Uni vertreten, ob als Wissenschaftler, Studierende oder Beschäftigte der Verwaltung. Einige Stimmen zur EM finden sich im aktuellen UniReport.

Die weiteren Themen in der Juni-Ausgabe des UniReport:

  • Essay: Wendepunkt nach den Übergriffen von Köln? Prof. Helma Lutz und Dr. Meltem Kulaçatan zur Debatte über Kultur, Sexismus und Männlichkeitskonstruktion

  • Der Fall Jan Böhmermann: Prof. Uwe Volkmann kritisiert die zunehmende Grenzüberschreitung in der Satire.           

  • Studieren auf Rädern: Nico, Student der Filmwissenschaft, leidet an einer schweren Muskelerkrankung – seine Freunde helfen ihm im Alltag.

  • Autonomiegewinn: Wissenschaftsmanager Prof. Lothar Zechlin über den Prozess der Systemakkreditierung an der Goethe-Uni.

  • Physikerin ausgezeichnet: Porträt der neuen Heinz Maier-Leibnitz-Preisträgerin Prof. Hannah Petersen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ist der wichtigste für Nachwuchsforscher in Deutschland.

Der UniReport 3/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter
http://www.unireport.info/61749670/Unireport_3-16.pdf. Im neuen Online-Magazin „Goethe-Uni online“ werden darüber hinaus Beiträge des UniReport mit weiteren Texten, Fotos und Videos ergänzt: http://tinygu.de/UniReport

Personalia/Preise

Jun 3 2016
12:47

Claus Wisser, Alumnus, Freund und Förderer der Goethe-Universität, schenkt seiner Alma mater einen Ginko

Medieneinladung / Ein Ginko für den Riedberg

FRANKFURT. „Dieses Baums Blatt, der von Osten / Meinem Garten anvertraut, / Giebt geheimen Sinn zu kosten, / Wie’s den Wissenden erbaut“ – fast liest es sich so, als hätte Goethe beim Verfassen seines Gedichts „Gingo biloba“ an den Wissenschaftsgarten der nach ihm benannten Universität gedacht: Nun wird ein Exemplar des mythischen Baumes auf dem Campus Riedberg gepflanzt. Claus Wisser, Alumnus, Freund und Förderer der Goethe-Universität, hatte den Baum anlässlich einer Preisverleihung für sein Lebenswerk erhalten – und schenkt diesen nun seiner Alma mater.

Anlässlich der Ginkobaumpflanzung besteht Gelegenheit für ein Pressefoto mit Claus Wisser im Wissenschaftsgarten am

Montag, 6. Juni 2016, 12:00 Uhr
Ort: Campus Riedberg,
Wissenschaftsgarten der Universität / Eingang
(vgl. Ziffer 11 im beiliegenden Lageplan)

Zum elften Mal hat das Urban Land Institute Germany (ULI) Persönlichkeiten der Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung mit dem „Goldenen Ginkoblatt“ ausgezeichnet. Bei der Ehrung, die im Dezember in München stattfand, wurde Claus Wisser, der Gründer der WISAG Gruppe, mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Freude an Zusammenarbeit sei Voraussetzung für Erfolg, hat Wisser einmal im Interview gesagt.

Claus Wisser begann 1963 ein BWL-Studium an der Goethe-Universität. Um das Studium finanzieren zu können, griff er zu Eimer und Schrubber: Abends oder früh morgens Büros reinigen, tagsüber studieren – das war seine Idee. Nach nur einem Jahr hatte er 20 Angestellte, die im ganzen Rhein-Main-Gebiet Kunden betreuten. Im siebten Semester hängte Wisser sein Studium an den Nagel und widmete sich ganz dem Aufbau seines Unternehmens, das heute eines der führenden Dienstleistungsunternehmen Deutschlands ist. Seiner Universität blieb er dennoch immer verbunden – als großzügiger Spender und Mitglied im Vorstand der Vereinigung der Freunde und Förderer.

Lageplan Campus Riedberg: http://www.bio.uni-frankfurt.de/57945343/Campus_Riedberg-pdf.png

Veranstaltungen

Jun 3 2016
12:42

Bilderzyklus des weltberühmten brasilianischen Dokumentarfotografen in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität Eröffnung am 8. Juni

„LOOKING AT Sebastião Salgado - Migrations“

FRANKFURT. Ungewohnte Perspektiven auf die Werkserie „Migrations“ des weltberühmten brasilianischen Dokumentarfotografen Sebastião Salgado und auf den Künstler selbst ermöglicht die Ausstellung „LOOKING AT Sebastião Salgado - Migrations“ in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität.

Sie ist vom 8. Juni bis 15. Juli montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr zu sehen. Eröffnet wird die in ihrem Nachdenken über die Visualisierung von Migrations- und Fluchtbewegungen hoch aktuelle Ausstellung

am 8. Juni (Mittwoch) um 20 Uhr
im IG-Farben-Haus, Raum 1.357, Campus Westend.

Der vielfach ausgezeichnete Sebastião Salgado dokumentiert in der Tradition des sozialkritischen Fotojournalismus seit Jahrzehnten menschliches Elend in unterschiedlichsten Regionen der Welt. Die in Auswahl in der Studiengalerie 1.357 präsentierten Fotografien der „Migrations“-Serie, die er zwischen 1994 und 2000 in 39 Ländern aufnahm, widmen sich dem Phänomen der globalen Migration. Sie zeigen Menschen, die durch Kriege, Unterdrückung und Naturkatastrophen zur Flucht gezwungen wurden und unter meist prekären Umständen ihr Glück in der Fremde suchen. Es sind künstlerisch durchkomponierte, zeitlos wirkende Schwarz-weiß-Bilder von großer Dramatik und Schönheit, die in Bildbänden, Ausstellungen und Zeitschriften tausendfach um die Welt gingen, um dem Betrachter das universelle erschütternde Schicksal Flüchtender vor Augen zu führen.

Die von Studierenden unterschiedlicher Studiengänge erarbeitete und von Johanna Salomon und Lisa Voigt (Masterstudiengang „Curatorial Studies“) kuratierte Ausstellung bricht mit der üblichen affirmativen Präsentation von Salgados Werken. Sie verweist auf die Ambivalenzen des kunstästhetisch massenwirksamen, in Perspektive und Gestus aber teilweise problematischen Bilderzyklus. Sie regt den Besucher zur Reflexion über Salgados Bildrhetorik, aber auch über die Rolle des Betrachters und über die eigenen Wahrnehmungs- und Deutungsprozesse an. Kein flüchtiger Blick ist möglich, sondern ganz im Gegenteil: Genaues Hinschauen und ein Nachdenken über das, was zu sehen (und nicht zu sehen), ist gefordert. Wie sich der Besucher schließlich innerhalb des physischen wie diskursiven Ausstellungsraums zu den ausgestellten Bildern positioniert, wird ihm selbst überlassen.

Die ausgestellten Fotografien sind Leihgaben des  MMK Museum für Moderne Kunst.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Goethe-Universität. Sie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, die unter dem Leittitel „Erinnerungskultur und Bildgebrauch“ in Lehrveranstaltungen von Studierenden erarbeitet werden.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Christian Spies, Kunstgeschichtliches Institut; Sina Brückner, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, sinabrueckner@icloud.com

Veranstaltungen

Jun 3 2016
11:45

Eckardt von Hirschhausen eröffnete Ringvorlesung: Was hilft heilen?

Von Gesundheitswahn, Humor und Heilung

FRANKFURT. Das Institut für Allgemeinmedizin beschreitet neue Wege in der Lehre: Zum Auftakt der hochkarätig besetzten Ringvorlesung „Was hilft heilen?“sprach gestern der populäre Arzt und Komiker Dr. Eckart von Hirschhausen darüber „Wie die positive Psychologie das Gesundheitswesen verändert“. Er präsentierte unter anderem die Ergebnisse der Projekte, die seine Stiftung HUMOR HILFT HEILEN fördert.

Auch die kommenden Vorträge eröffnen außergewöhnliche Perspektiven auf Gesundheit und Gesundheitswahn, auf Humor, Glück, Wohlbefinden und Heilung sowie auf Medizin und Medikamente im Übermaß.

Am 22. Juni wird Prof. Tobias Esch die Neurobiologie des Wohlbefindens erörtern. Der Universitätsprofessor für Integrative Primärversorgung an der Universität Witten/Herdecke (Department Humanmedizin) wird in einer interaktiven Vorlesung den Standort des Glücks im Gehirn thematisieren und den Sinn von Glück und Unglück für Gesundheit und Lebensqualität diskutieren.

Prof. Annelie Keil war über 30 Jahre als Professorin an der Universität Bremen in den Arbeitsbereichen Sozialarbeitswissenschaft, Gesundheitswissenschaften und Krankenforschung, angewandte Biographie- und Lebensweltforschung tätig. Sie wird am 29. Juni unter der Überschrift „Hauptsache Gesund. Leben Nein Danke?“ unter anderem das Thema des Gesundheitswahns beleuchten. Erörtert wird auch, dass die Gesundheit kein Kapital ist, das wie eine „Salami“ bis zum letzten Zipfel aufzehren kann.

Prof. Ferdinand M. Gerlach, Facharzt für Allgemeinmedizin und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität, wird am 13. Juli in seiner Vorlesung „Weniger ist manchmal mehr“ die bislang wenig beachtete „Quartärprävention“ in den Fokus rücken. An Hand spannender Beispiele wird er unter anderem zeigen, warum ein Stethoskop mehr ist, als ein magisch-dekoratives Statussymbol ärztlicher Kunst und wie Über-, Unter- und Fehlversorgung zusammenhängen.

Den Abschluss der Vorlesungsreihe wird von Prof. James McCormack am 5. Oktober gestaltet. Der Pharmakologe der Universität British Columbia in Vancouver (Kanada) beschäftigt sich mit dem Thema „Weniger ist mehr, mehr oder weniger“ und wird Tipps und Tricks vorstellen, die dabei unterstützen sollen, mit den Problemen bei Polypharmazie besser umzugehen. Als kleine Vorbereitung auf den Vortrag empfiehlt er das „Bohemian Polypharmacy Video“. Hier kann man sich auf das Thema einstellen und dabei im Takt der Musik grooven.

Alle Veranstaltungen finden um 18:00 Uhr in der Universitätsklinik, Hörsaal 23.3., statt, bei Bedarf mit Liveübertragung in Nebenhörsälen. Einlass jeweils 45 Minuten vor Beginn.

Informationen: Gisela Ravens-Taeuber, Leitung Arbeitsbereich Ausbildung
Institut für Allgemeinmedizin, Tel.: (069)6301-83970 (tgl. zwischen 09:30-15:00, außer dienstags), ravens-taeuber@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de.

Informationen zu den Vorlesungen und Dozenten:  www.allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de/lehre/ringvorlesung.html

Personalia/Preise

Jun 1 2016
11:30

Türkische Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Latife Akyüz kann für zwei Jahre an der Uni Frankfurter lehren und forschen

Erstes Philipp-Schwartz-Stipendium an der Goethe-Uni vergeben

FRANKFURT. Die türkische Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Latife Akyüz erhält das erste an der Goethe-Universität eingerichtete Philipp-Schwartz-Stipendium. Insgesamt werden in Deutschland im Rahmen der Philipp-Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung derzeit 23 Stipendien an „gefährdete ausländische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen“ vergeben.

Das Stipendium ermöglicht der Wissenschaftlerin einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Goethe-Universität und ist mit insgesamt knapp 100.000 € dotiert. Neue Wirkungsstätte der Wissenschaftlerin wird das Institut für Soziologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften sein. Schwerpunkt für die Zeit ihres Forschungsaufenthaltes ist das Thema „Alevitische Frauen in Europa“. Zudem wird Akyüz einbezogen in die Arbeit des interdisziplinären Cornelia-Goethe-Centrums für Frauen- und Geschlechterforschung im Rahmen eines Colloquiums zum Thema „Frauenrechte in der Türkei“. Die wissenschaftliche Einbindung übernimmt Prof. Kira Kosnick, die organisatorische Betreuung erfolgt über das Goethe Welcome Center, die beide maßgeblich an der Einwerbung des Stipendiums beteiligt waren.

Bis zu ihrer fristlosen Entlassung im Januar 2016 war Akyüz als Sozialwissenschaftlerin an der Düzce Universität in der Türkei tätig. Die Entlassung erfolgte, da die Wissenschaftlerin zusammen mit rund 2200 anderen Kollegen aus der ganzen Türkei eine Petition unterzeichnet hatte, in der eine friedliche Beilegung des derzeit wieder neu entflammten Kurdenkonflikts in der Türkei gefordert wird. Akyüz sah sich danach besonders harten Repressionen ausgesetzt.

Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung hat einen besonderen Bezug zur Geschichte der Goethe-Universität. Der Namensgeber, von 1927 bis 1933 Professor für Pathologie an der Goethe-Universität, wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten fristlos aus dem Universitätsdienst entlassen und musste in die Schweiz fliehen. Von seinem Zürcher Exil aus half er rund 1500 verfolgten Wissenschaftlern bei ihrer Flucht und dem beruflichen Neubeginn im Ausland – vielen von ihnen in der Türkei.

„Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte sieht sich die Goethe-Universität in einer starken Verantwortung gegenüber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an ihren Heimatuniversitäten nicht weiter arbeiten können“, sagte Uni-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Das Stipendienprogramm der Humboldt-Stiftung leistet einen wichtigen Beitrag, die Wissenschaftsfreiheit auch unter schwierigen Bedingungen zu wahren.“

„Mit Frau Akyüz gewinnt die Goethe-Universität eine engagierte Sozialwissenschaftlerin und Expertin für Gender- und Ethnizitätsforschung“, betonte Prof. Kira Kosnick. „Wir freuen uns auf einen produktiven wissenschaftlichen Austausch und wegweisende Forschungsergebnisse.“

Weitere Informationen: https://www.humboldt-foundation.de/web/Pressemitteilung-2016-09.html

Veranstaltungen

Jun 1 2016
10:34

Der Autor Wolfgang Koeppen steht am 6. Juni 2016 im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Begabter Schriftsteller mit Schreibhemmungen

FRANKFURT. Die Trilogie des Scheiterns gilt aus heutiger Sicht als eine der besten Werke deutscher Nachkriegsliteratur. Dem Schriftsteller Wolfgang Koeppen verhalf sie zum Durchbruch, wenngleich die Bücher zu der Zeit des Erscheinens kaum Wertschätzung erfuhren. In nur drei Monaten geschrieben, erschien 1951 der erste Roman der Reihe, „Tauben im Gras“. Zwei Jahre später folgten „Das Treibhaus“ und 1954 schließlich „Der Tod in Rom“. Danach verfasste er hauptsächlich nur noch Reiseberichte für den Süddeutschen Rundfunk. Koeppen litt unter Schreibhemmungen, vertröstete den Chef des Suhrkamp Verlages immer wieder trotz eines Autorenvertrags. Kollegen versuchten stets, den begabten Schriftsteller zum Schreiben weiterer Werke zu bewegen – weitestgehend vergebens. Nach dem Tod Koeppens 1996 wurden schließlich zahlreiche Schriftstücke in seinem Nachlass entdeckt. Der Autor schrieb viel auf, brachte es jedoch nie zu Ende.

1906 in Greifswald geboren, begann Koeppen, nach anfänglichen Erfahrungen am Theater als Schauspieler und Hilfsregisseur, zu schreiben, da sich sein Traum, Regie zu führen, nicht erfüllte. Seit 1931 war er zunächst freier Mitarbeiter und später Ressortleiter beim Berliner Börsen-Courier. Seinen ersten Roman „Eine unglückliche Liebe“ veröffentlichte er 1934. Darin verarbeitete der Schriftsteller seine unerwiderte Liebe zu einer Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkriegs schrieb er neben Romanen auch Drehbücher. Doch keines hiervon wurde veröffentlicht.

Die Referentin Katharina Krüger beleuchtet in ihrem Vortrag die biografischen Stationen und literarischen Werke des Wolfgang Koeppen. Sie selbst studierte in Koeppens Geburtsort Greifswald Germanistik und arbeitete im Anschluss einige Jahre im Wolfgang-Koeppen-Archiv. Von 2012 bis 2014 war sie in dem DFG-Projekt "Wolfgang Koeppens Jugend -Nachlasserschließung, textgenetische Untersuchung, Digitalisierung und Edition" tätig, dessen Kern eine digitale textgenetische Edition von Koeppens Jugend bildet, die in Kürze im Suhrkamp Verlag erscheinen wird. Krüger vertritt an diesem Abend die ursprünglich für den Vortrag eingeladene Referentin, Saskia Hennig von Lange.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

„Ich hatte es nicht leicht gehabt und machte es mir schwer“ – Wolfgang Koeppen
Referentin: Katharina Krüger
Zeit: Montag, 6. Juni 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Mai 31 2016
11:05

Einzigartiger Journalistenpreis von Goethe-Universität und FAZIT-Stiftung prämiert herausragenden Journalismus mit hochschul- und wissenschaftspolitischem Profil

Goethe-Medienpreis geht 2016 in neue Runde

FRANKFURT. Der „Goethe-Medienpreis für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus“ wird 2016 zum fünften Mal von Goethe-Universität und FAZIT-Stiftung ausgeschrieben.Die Jury aus renommierten Fachleuten sucht verständliche und stilistisch herausragende Beiträge, die markante Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich von Wissenschafts- und Hochschulpolitik einem breiten Publikum vermitteln. Preisträger der letzten Jahre haben zum Beispiel über so unterschiedliche Themen geschrieben wie die so genannte Kapazitätsverordnung, das Germanistik-Studium nach Einführung des Bachelors, die Präsenz von Humboldts Denken in deutschen Unis oder die Plagiatsaffäre Guttenberg.

Um den „Goethe-Medienpreis“ können sich deutschsprachige Print-, Hörfunk- und Online-Journalisten mit ihren Arbeiten bewerben, die nach dem 1. Januar 2015 erschienen sind. Interessente können sich selbst bewerben oder durch die Jury vorgeschlagen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2016. Über die Preisvergabe entscheidet die Jury im November 2016. Die feierliche Preisvergabe erfolgt bei der DHV-Wissenschaftsgala im Frühjahr 2017 in Berlin.

Bitte schicken Sie Ihren Wettbewerbsbeitrag zusammen mit einer maximal einseitigen Erläuterung, warum Sie diesen für preiswürdig erachten, unter dem Stichwort „Goethe-Medienpreis“ an folgende Adresse:

Goethe-Universität Frankfurt, Abteilung PR und Kommunikation, Dr. Olaf Kaltenborn, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main.

Pro Bewerber ist nur ein Beitrag zulässig. Bei monothematischen Artikelserien von Autoren-Teams erfolgt eine Vergabe an alle Mitglieder der Gruppe zu gleichen Teilen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Es werden drei Preise vergeben:

1. Preis: 4.000 Euro
2. Preis: 1.800 Euro
3. Preis: 1.000 Euro

Preisträger 2014:

1. Preis (4000 Euro): Gerald Wagner (FAZ)
2. Preis (1800 Euro): Florian Felix Weyh (Deutschlandradio Kultur)
3. Preis (1200 Euro): Bernd Kramer (DUZ)

Nähere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung PR und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, Fax.: 069/798 763 12531, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de; http://goethe-medienpreis.uni-frankfurt.de/

Veranstaltungen

Mai 30 2016
13:56

Einladung zur Night of Science am 3. Juni

Es wird wieder spät

FRANKFURT. Am 03. Juni 2016 wird es am Campus Riedberg der Goethe-Universität wieder spät. Zum elften Mal laden die Studierenden der naturwissenschaftlichen Fachbereiche Schüler, Familien, Studierende und Nachwuchswissenschaftler zur „Night of Science“ ein. Zur Eröffnung um 17 Uhr spricht Dr. Sonja Eser, Expertin für regenerative Kreislaufwirtschaft von der Fachhochschule Salzburg, über „Alltagsgegenstände als Rohstofflager der Zukunft“.

Im Anschluss werden bis zum nächsten Morgen in über 70 Vorträgen alltägliche Themen anschaulich erklärt sowie topaktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt. Bei Laborführungen, Experimentierstationen und Mitmachangeboten können die Besucher in die faszinierende Welt der Forschung eintauchen und sich selbst als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler versuchen.

Angelehnt an das diesjährige internationale Wissenschaftsjahr „Global Understanding“, initiiert von der Internationalen Geographischen Union, liegt ein thematischer Schwerpunkt darin, nachhaltige Lebensweisen und die dauerhafte Nutzung von Ressourcen verständlich und praxisnah erfahrbar zu machen. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr das „Geo-Special“als besondere Mitmachstation.

Neben dem Wissensdurst stillt die „Night of Science“ auch den physischen Durst. Das Angebot des Studentenwerks wird erweitert durch zahlreiche studentische Essensstände, Getränkestände, Kuchen und Stickstoffeis. Regionalen Bands sorgen für die musikalische Unterhaltung.

Informationen und Programm: www.nightofscience.de.

Forschung

Mai 30 2016
13:54

Der entscheidende Schritt findet in Dunkelheit statt

Lichtabhängiger Magnetkompass der Vögel

FRANKFURT. Zugvögel, aber auch Hühner, besitzen in ihrem Auge einen lichtabhängigen Kompass. Er gibt ihnen Informationen über die Richtung des Erdmagnetfelds. Wie dieser Kompass auf molekularer Ebene funktioniert, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Roswitha Wiltschko zusammen mit französischen Kollegen herausgefunden.

Vögel haben zu ihrer Orientierung im Erdmagnetfeld zwei Sinnesorgane: Die Stärke des Magnetfeldes messen sie in ihrem Schnabel. Die Richtungsinformation wird im Auge wahrgenommen. Die dort vorhandenen Zapfen, die auf UV-Licht reagieren, enthalten eine Form des Proteins Cryptochrom. Bereits vor fünf Jahren vermutete ein Forscherteam der Goethe-Universität Frankfurt, in dem auch die Arbeitsgruppe von Roswitha und Wolfgang Wiltschko beteiligt war, dass dieses höchstwahrscheinlich für die Orientierung im Magnetfeld zuständig ist.

Im Cryptochrom findet eine zyklische Reaktion statt, die aus einem lichtabhängigen und einem lichtunabhängigen Teil besteht. Insbesondere entstehen in diesem Zyklus zwei Radikalpaare, die aufgrund ihres ungepaarten äußeren Elektrons auf das Magnetfeld der Erde reagieren. Die Frankfurter Arbeitsgruppe hat nun in Kooperation mit der französischen Université Pierre et Marie Curie herausgefunden, welches dieser Radikalpaare entscheidend für die Orientierung im Erdmagnetfeld ist.

In einer Studie mit Rotkehlchen wurden die Vögel wechselweise zwei verschiedenen Bedingungen ausgesetzt: Im Rhythmus von einer Sekunde schalteten die Forscher entweder das Licht oder das Erdmagnetfeld aus. Es zeigte sich, dass die Vögel sich auch unter diesen Bedingungen an den Magnetfeldlinien der Erde orientieren können. Dies lässt darauf schließen, dass das „lichtunabhängige Radikalpaar“ für die Wahrnehmung der Magnetfeldlinien zuständig ist. Licht wird nur benötigt, um den Zyklus in Gang zu halten.

„Das ist der erste Beleg dafür, dass das in Dunkelheit produzierte Radikalpaar entscheidend für den Magnetkompass ist“, sagt Prof. Roswitha Wiltschko. Da Cryptochrome in anderen Organismen ausschließlich der Wahrnehmung von Licht dienen, deutet die Studie auf eine besondere evolutionäre Adaption in Vögeln hin.

Informationen:  Prof. Roswitha Wiltschko & Christine Nießner, Institut für Ökologie und Diversität, Prof. Wolfgnag Wiltschko, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften;  Biologicum, Max-von-Laue-Str., Tel: (069) 798-42119 u.( 06032) 81206; wiltschko@bio.uni-frankfurt.de; c.niessner@bio.uni-frankfurt.de.

Publikation: Wiltschko R, Ahmad M, Nießner C, Gehring D, Wiltschko W. 2016 Light-dependent magnetoreception in birds: the crucial step occurs in the dark. J. R. Soc. Interface 20151010.

http://dx.doi.org/10.1098/rsif.2015.1010

Veranstaltungen

Mai 30 2016
13:53

Der niederländische Autor Ernest van der Kwast und die flämische Schriftstellerin Saskia de Coster zu Gast auf dem Campus Westend – Eine Veranstaltung des Lektorats Niederländisch

Zwei Familienromane: der eine sinnlich, liebevoll, der andere bitterböse

FRANKFURT. In der Reihe „Auf der Buchmesse 2016 Niederlande & Flandern“ organisiert das Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität die 8. Veranstaltung. Diesmal sind zu Gast: der niederländische Autor Ernest van der Kwast mit seinem Erfolgsroman „De ijsmakers“, im Mai bei btb („Die Eismacher“) erschienen, und die flämische Schriftstellerin Saskia de Coster mit ihrer erfolgreichen Familiengeschichte „Wij en ik“, im März 2016 bei Klett-Cotta („Wir & ich“) herausgekommen. Beide Autoren sind gefeierte Größen in ihren Herkunftsländern. Die zweisprachige Lesung findet statt:

am 3. Juni (Freitag) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Casinogebäude, Raum 1.801.

Vorgestellt werden zwei Familienromane, aber damit hört jegliche Gemeinsamkeit auch schon auf. Ernest van der Kwast (geb. 1981) beschreibt sinnlich, liebevoll, und passend zur Saison, eine Familie von italienischen Eismachern: Jedes Jahr im Frühling verlassen sie die Berge in Nord-Italien, kreieren voller Hingabe immer neue Eissorten und widmen sich ihren Kunden in ihren Eisdielen in den Niederlanden und Deutschland. Und im Herbst kehren sie wieder zurück in die Heimat. Ein wehmütiger Roman über die Passion des Eismachens, die immerwährende spannende Suche nach neuen Geschmacksrichtungen und die historischen Hintergründe der ersten „gelatieri“, die Eis aus den Bergen holten, um Speiseeis herzustellen. Gleichzeitig wird das Leben zweier Brüder erzählt, von denen sich der eine für die Poesie und der andere für das Eis entscheidet.

Saskia de Coster (geb. 1976), die laut Schriftstellerkollege Tom Lanoye den „widerspenstigsten, bizarrsten und attraktivsten Schreibstil des Landes hat“, malt dahingegen ein bitterböses Porträt einer Familie im bürgerlichen Flandern der beiden letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Der Roman besticht durch die genaue Observation und Beschreibung aller Neurosen, Tics und fixen Ideen der Protagonisten. Manchmal zärtlich, häufiger beklemmend bitter, beschreibt de Coster die Leere und die Aussichtslosigkeit des Lebens einer Kleinfamilie, versteckt hinter den alarmgesicherten Mauern ihrer kleinen Villaburg auf einem Hügel, wo nur neureiche Gleichgesinnte wohnen. Das Leben mit selbstauferlegten Pflichten und Zwängen wird zum eigenen Gefängnis, aus dem sich die einzige wohlbehütete Tochter Sarah durch eine Flucht in die USA zu befreien versucht. Der Roman liest sich auch als Parodie auf den belgischen Baustil. 

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe

Veranstaltungen

Mai 30 2016
13:51

Fachtagung in Wiesbaden analysiert das Spannungsfeld zwischen Emanzipation und Radikalisierung

Medieneinladung / Frauen im Islam

FRANKFURT.„Frauen im Islam – zwischen Emanzipation und Radikalisierung “ ist das Leitthema einer zweitägigen medienöffentlichen Tagung mit hochkarätigen Fachleuten, die auf Einladung der Goethe-Universität, des Hessischen Landeskriminalamts und des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am 2. und 3. Juni 2016 in Wiesbaden stattfindet. In Diskussionen und Vorträgen geht es um Themen wie „Muslimische Frauenrechtsbewegung, Islam und der säkulare Staat“, „Frauenrechte und Islam“, „Muslime und ihre Chancen in unserer Gesellschaft“ oder „Musliminnen und ihre Rechte“.

„Allgemeine Einblicke in die Radikalisierung“ verspricht der Vortrag des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs und Leiter des investigativen Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, Georg Mascolo. Prof. Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, referiert zum Thema „Muslimische Frauenrechtsbewegungen, Islam und der säkulare Staat.“ Eine Podiumsdiskussion klärt zum Abschluss: „Was fasziniert Frauen an einer fundamentalistischen Gesellschaftsordnung?“

Eröffnet wird die Tagung vom Hessischen Innenminister Peter Beuth, der Präsidentin der Goethe-Universität Professor Birgitta Wolff, sowie der Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts Sabine Thurau.

Fachtagung „Frauen im Islam – zwischen Emanzipation und Radikalisierung “
Beginn: 2. Juni, 9 Uhr, Ende: 3. Juni, 16 Uhr
Landeshaus Wiesbaden, Kaiser-Friedrich-Ring 75, 65185 Wiesbaden 

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen.

Akkreditierung: Hessisches Landeskriminalamt, Herr Max Weiß (Pressesprecher), Telefon: 0611 / 83 – 8119, E-Mail: pressestelle.hlka@polizei.hessen.de

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn (Goethe-Universität)
Max Weiß (Hessisches Landeskriminalamt)