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Apr 12 2019
09:55

Benzin wird bereits am Vormittag ein weiteres Mal teurer, haben Ökonomen der Goethe-Universität herausgefunden.

Neues Preismuster an deutschen Tankstellen

FRANKFURT. Es ist nun schon lange bekannt, dass die Benzinpreise an den Tankstellen stark schwanken – auch innerhalb eines einzelnen Tages. Dabei wurden die Preise bis zuletzt typischerweise morgens, mittags, nachmittags und abends kräftig erhöht und dazwischen wieder Schritt für Schritt verringert. Doch seit Anfang April erhöhen die Tankstellen nun am Vormittag ein weiteres Mal die Preise für Benzin und Diesel. Aus diesem Grund haben sich auch die Tageszeiten, zu denen günstig getankt werden kann, verändert, berichten Dr. Steffen Eibelshäuser und Sascha Wilhelm, zwei Ökonomen der Goethe-Universität Frankfurt. 

Die beiden Forscher haben herausgefunden, dass Aral als erste Marke die Vormittagspreiserhöhung am 30. März 2019 um 10:00 Uhr eingeführt hat. Und seit Anfang April machen es die anderen Tankstellenketten ihnen nach. Somit kommt es aktuell in Deutschland jeden Tag zu bis zu fünf Preiserhöhungen. Dabei betragen die Preisschwankungen innerhalb eines Tages an ein und derselben Tankstelle bis zu 10 Cent pro Liter. 

Am günstigsten tankt man jeweils vor den Preiserhöhungsrunden, also typischerweise 9-10 Uhr, 12-13 Uhr, 15-16 Uhr sowie 20-21 Uhr. Während sich die Uhrzeiten für günstiges Benzin in den Tagesstunden immer wieder ändern, prognostiziert das Forschungsmodell auch für die Zukunft die besten Preise in den Abendstunden, kurz bevor die Mehrheit der Tankstellen schließt. 

Die regelmäßigen Preiszyklen kommen dadurch zustande, dass die Tankstellen durch gegenseitiges Unterbieten versuchen, die Kunden von der Konkurrenz abzuwerben, erklärt Eibelshäuser. Sobald ein niedriges Preisniveau erreicht ist, lohnt sich das Unterbieten nicht mehr. Es folgt eine starke Preiserhöhung und das Spiel beginnt aufs Neue. Eibelshäuser und Wilhelm haben dafür ein spieltheoretisches Modell entwickelt, mit dem sie den bereits jetzt zum zweiten Mal die Einführung einer weiteren Preiserhöhung vorhersagen konnten. 

Link zum wissenschaftlichen Papier von Eibelshäuser und Wilhelm (2019): https://ssrn.com/abstract=2879392 

Infografiken zum Thema können bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden.

Kontakt: Dr. Steffen Eibelshäuser, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. +49 (69) 798-34815, E-Mail: eibelshaeuser@econ.uni-frankfurt.de