​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Jun 6 2018
17:02

Wiederholte Stimulation vergrößert dendritische Dornen

Wie neugeborene Nervenzellen aus dem Dornröschenschlaf erwachen

FRANKFURT. Auch im erwachsenen Gehirn entstehen lebenslang neue Nervenzellen. Wie sie im Hippocampus, einer Schlüsselregion für das Lernen, aus dem Dornröschenschlaf erwachen, hat eine Forschergruppe unter Leitung der Goethe-Universität nun in der Fachzeitschrift PNAS publiziert: Durch häufige Nervensignale vergrößern sich Dornen an den Nervenzellfortsätzen und ermöglichen so Kontakte mit dem bestehenden neuronalen Netzwerk.

Übung macht den Meister und ständige Wiederholung fördert die Merkfähigkeit. Schon länger wissen Forscher, dass wiederholte elektrische Stimulation die Nervenverbindungen (Synapsen) im Gehirn verstärkt. Das ist ähnlich wie bei einem viel benutzten Trampelpfad, der sich allmählich zum Weg verbreitert. Umgekehrt können Synapsen auch wieder abgebaut werden, wenn sie nur noch selten gebraucht werden – etwa, wenn man die Vokabeln einer Fremdsprache vergisst, die man nach der Schulzeit nicht mehr braucht. Diese Fähigkeit, Verbindungen permanent und nach Bedarf zu ändern, bezeichnen Forscher als Plastizität des Gehirns.

Die Plastizität ist besonders wichtig im Hippokampus, einer zentralen Region für das Langzeitgedächtnis, in der lebenslänglich neue Nervenzellen gebildet werden. Deshalb haben die Gruppen von Privatdozent Dr. Stephan Schwarzacher (Goethe-Universität), Prof. Dr. Peter Jedlicka (Goethe-Universität und Justus Liebig Universität, Gießen) und Dr. Hermann Cuntz (Frankfurt Institute for Advanced Sciences, Frankfurt) die Langzeit-Plastizität von Synapsen in neugeborenen Körnerzellen des Hippokampus näher untersucht. Synaptische Verbindungen zwischen Nervenzellen sind überwiegend an kleinen Ausstülpungen, sogennanten Dornen oder Spines der Nervenzellfortsätze (Dendriten) verankert. Die Dendriten der meisten Nervenzellen sind, ähnlich wie die Zweige einer Rose, mit vielen Dornen bewachsen.

In ihrer kürzlich publizierten Arbeit konnten die Wissenschaftler zum ersten Mal nachweisen, dass synaptische Plastizität in neugeborenen Nervenzellen mit lang-andauernden strukturellen Veränderungen dendritischer Dornen verbunden ist: Wiederholte elektrische Stimulation weckt die Synapsen aus dem Dornröschen-Schlaf, indem sie deren Dornen verstärkt und vergrößert. Besonders spannend war die Beobachtung, dass die durchschnittliche Größe und Anzahl der Dornen sich nicht verändert: Wenn eine Gruppe von Synapsen durch die Stimulation verstärkt wurde und ihre dendritische Dornen sich vergrößert hatten, wurde gleichzeitig eine andere, nicht-stimulierte Gruppe von Synapsen schwächer  und ihre dendritische Dornen verkleinerten sich.

Diese Beobachtung war nur deswegen technisch möglich, weil es unseren Studenten Tassilo Jungenitz und Marcel Beining zum ersten Mal gelungen ist, mit Hilfe von 2-Photonen-Mikroskopie und viraler Markierung plastische Änderungen von stimulierten und nicht stimulierten dendritischen Dornen innerhalb einzelner neugeborener Zellen zu untersuchen", sagt Stephan Schwarzacher vom Institut für Anatomie am Universitätsklinikum Frankfurt. Peter Jedlicka ergänzt: „Die Vergrößerung stimulierter und Verkleinerung nicht-stimulierter Synapsen war im Gleichgewicht. Unsere Computermodelle sagen voraus, dass dies wichtig ist, um die Aktivität der Nervenzellen aufrecht zu erhalten und ihr Überleben zu sichern."

Die Wissenschaftler wollen jetzt den undurchdringlichen Dornenwald neugeborener Nervenzelldendriten im Detail erforschen. Dadurch wollen sie besser verstehen, wie die ausbalancierten Änderungen von dendritischen Dornen und ihrer Synapsen dazu beitragen, Informationen effizient abzuspeichern und dadurch zu Lernprozessen im Hippokampus beitragen.

Publikation: Structural homo- and heterosynaptic plasticity in mature and adult newborn rat hippocampal granule cells. DOI: 10.1073/pnas.1801889115 (Jungenitz et al. PNAS, 115:E4670 2018)

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72306770

Bildtext: Die Dendriten der neugeborenen Nervenzellen (grün) sind, ähnlich wie die Zweige einer Rose, mit vielen Dornen bewachsen (Bild: Tassilo Jungenitz).

Informationen: PD Dr. Stephan Schwarzacher, Institut für Anatomie I, Fachbereich Medizin, CampusNiederrad, Tel.: (069) 6301-6914, schwarzacher@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 6 2018
11:49

Internationale Konferenz „Unacknowledged Kinships: Postcolonial Studies and the Historiography of Zionism“

Neue Perspektiven auf Zionismus-Geschichte

FRANKFURT. Lässt sich die Herangehensweise der Postcolonial Studies mit der Forschung zur Geschichte des Zionismus verbinden? Welche Potenziale birgt eine solcherart neue Perspektive? Mit dieser Thematik befasst sich eine internationale Konferenz unter dem Titel „Unacknowledged Kinships: Postcolonial Studies and the Historiography of Zionism“, die von 17. bis 19. Juni im Seminarhaus (SH 3.105 und SH 5.101) und im Casino (Cas 1.801 und Cas 823) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfindet.

Auf Einladung der Martin-Buber-Professur in Zusammenarbeit mit dem Samuel J. Zacks Chair of Jewish History an der University of Toronto und dem LOEWE Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung“ an der Goethe-Universität treffen sich renommierte Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Israel, den Vereinigten Staaten, Kanada und Großbritannien, um ihre eigenen Arbeiten zu präsentieren und die Potenziale einer solchen Verbindung zu diskutieren. Keynote Speaker sind Professor Derek Penslar (University of Toronto/Harvard University) und Professor Ato Quayson (University of Toronto).

Konzepte aus dem Bereich der „Postcolonial Studies“ wurden in der Vergangenheit wiederholt für die Analyse der jüdischen Geschichte verwendet. Sie haben dazu beigetragen, den Einfluss kolonialer Ideen und Politiken auf die Situation der Juden in der Diaspora besser zu verstehen. Und sie trugen zur Sichtweise bei, dass die Juden selbst in vielerlei Hinsicht eine kolonisierte Minderheit innerhalb Europas waren. Für die Geschichte des Zionismus fanden diese Konzepte bislang jedoch wenig Beachtung. Insbesondere der europäische Zionismus wurde nur selten aus einer solchen Perspektive analysiert. Dabei lässt sich der Zionismus durchaus als ein Versuch verstehen, die Marginalisierung der Juden in Europa zu überwinden, ähnlich wie dies antikoloniale und antirassistische Bewegungen getan haben.

Zugleich gibt es viele komplexe und widersprüchliche Verbindungen zwischen dem Zionismus und dem europäischen Kolonialismus. Vieles spräche also dafür, postkoloniale Ansätze in der Forschung zur Geschichte des Zionismus zu verwenden und die Geschichte des Zionismus als einen Gegenstand der Postcolonial Studies zu begreifen. Dass dies bislang nur selten geschieht, hat eher politische und historische denn wissenschaftliche Gründe. Die Konferenz will ausloten, in welcher Weise postkoloniale Ansätze in der Forschung zur Geschichte des Zionismus angewendet werden können und welche Forschungsperspektiven sich daraus ergeben. Vertreterinnen und Vertretern der Zionismusgeschichte und der Postcolonial Studies haben Gelegenheit, sich direkt auszutauschen.

Information: Dr. Stefan Vogt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Martin Buber-Professur, Norbert-Wollheim-Platz 1 (Campus Westend) Telefon 0179 5281106, E-Mail s.vogt@em.uni-frankfurt.de;  http://www.uni-frankfurt.de/42839537/aktuell_conf

 

Jun 6 2018
11:47

Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität belegen, dass Preissteigerungen Geringverdiener zusätzlich belasten

Benachteiligt die Inflation Ärmere?

FRANKFURT. Dass die Inflation nicht jeden gleich hart trifft, erscheint eigentlich naheliegend. Wie stark die Preissteigerungsrate in den Ländern der EU jedoch zu Lasten ärmerer Menschen geht, das zeigen die Wirtschaftswissenschaftler Eren Gürer und Prof. Alfons Weichenrieder in einer jüngst erschienenen Studie.

Notwendige Ausgaben, zum Beispiel für Nahrung, Mieten und Energie, machen bei weniger finanzkräftigen Familien einen größeren Anteil ihres Budgets aus als bei reicheren Familien. Wenn die Preise für solche Güter stärker steigen als die von Luxusprodukten, führt dies dazu, dass Haushalte mit geringen Einkommen eine höhere Preissteigerungsrate auf ihren individuellen Warenkorb hinnehmen müssen. Die Inflationsrate kann sich also in Abhängigkeit von individuellen Konsumgewohnheiten von der allgemeinen Inflationsrate unterscheiden. Gibt es in der EU eine systematische Verzerrung der individuellen Preissteigerungsrate zu Lasten der unteren Einkommen? Dieser Frage sind die Wirtschaftswissenschaftler Eren Gürer und Prof. Alfons Weichenrieder von der Goethe Universität Frankfurt nachgegangen.

Die Analyse von Daten aus 25 EU-Ländern aus den Jahren 2001 bis 2015 zeigt, dass in den meisten Ländern die Inflation tendenziell zu Lasten der Ärmeren geht. So war die jährliche Inflationsrate in diesem Zeitraum für die ärmsten zehn Prozent in einem Land durchschnittlich um etwa 0,7 Prozentpunkte höher als für die reichsten zehn Prozent. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,7 Prozent entspricht dies einer Differenz von etwas mehr als einem Viertel der allgemeinen Inflationsrate.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind insbesondere die Kosten für Strom, Mieten, private Verkehrsmittel sowie Nahrungsmittel, die überdurchschnittlich angestiegen sind. Diese Güter machen in den Warenkörben der unteren Einkommensgruppen einen deutlich größeren Anteil aus. Die Effekte sind aber nicht in allen Ländern gleich stark ausgeprägt: Während Haushalte in Italien und Portugal von dieser „diskriminierenden Inflation“ verschont blieben, waren die osteuropäischen EU-Länder sowie Großbritannien und Finnland besonders davon betroffen.

In Deutschland ist der Effekt vergleichsweise moderat. Zwar wurde hierzulande die Kluft, das ist aus anderen Studien bekannt, zwischen den verfügbaren Nominaleinkommen durchaus größer. Der Einfluss der Inflation auf die Einkommensverteilung, der in bisherigen Studien vernachlässigt wurde, ist jedoch eher gering: Er beträgt etwa ein Zehntel der ansonsten bereits gemessenen Steigerung der Ungleichheit in den betrachteten Jahren.

Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in der deutschen repräsentativen Stichprobe die Warenkörbe der unteren zehn Prozent um etwa 4,5 Prozent stärker verteuerten als die Warenkörbe der oberen zehn Prozent.

Publikation: Eren Gürer und Alfons Weichenrieder, Pro-Rich Inflation in Europe: Implications for the Measurement of Inequality, Goethe University, SAFE Arbeitspapier 209, Mai 2018. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3183723

Informationen: Professor Dr. Alfons Weichenrieder, Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft, Theodor-W.-Adorno-Platz 4, Campus Westend, Telefon 069/798-34788; E-Mail aw@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 5 2018
15:22

Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, stellt Ingeborg Bachmann im Rahmen der Bürger-Universität vor

„Ich existiere nur, wenn ich schreibe“

FRANKFURT. Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann bildet einen der Fixpunkte in der deutschen Nachkriegsliteratur. In ihrem Werk, in philosophischen Reflexionen ebenso wie in ihren Gedichten, in der Lebensgeschichte, verflochten durch eine Reihe komplizierter Liebesbeziehungen, repräsentiert sie den geistigen Horizont einer Zeit vor dem kulturellen Aufbruch der 68er-Bewegung. Der Vortrag „Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe“ von Dr. Ina Hartwig

am Montag, 11. Juni 2018, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

in der Reihe „Wir wir wurden, wer wir sind“ widmet sich den geschichtlichen Grundlagen der andauernden Faszination an der Person Ingeborg Bachmann. Dr. Ina Hartwig ist Autorin und Literaturkritikerin. Seit 2016 ist sie Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt. Ende 2017 erschien ihr Buch „Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biographie in Bruchstücken“ im S. Fischer Verlag.

„Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester, die in diesem Jahr zehn Jahre alt wird, stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten der 68er-Bewegung vor, die anlässlich des 50jährigen Jubiläums in diesem Jahr im Fokus der Öffentlichkeit steht.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde, gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Veranstaltungen der Goethe-Universität im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre 68“ finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe

 

Jun 5 2018
13:56

Kara Walker: “The Emanicipation Approximation“, 6. Juni 2018

Ausstellungseröffnung in der Studiengalerie 1.357

FRANKFURT. Märchenhafte Silhouetten, stereotype Figuren, brutale Szenen, sexuelle Gewalt: Mit der großformatigen Serie von 27 Siebdrucken

“The Emancipation Approximation” (1999) und dem Video „8 Possible Beginnings or: The Creation of African-America” (2005) arbeitet die amerikanische Künstlerin Kara Walker an der Geschichte der Sklaverei und der Genese des African-America. Die Ausstellung in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität ist vom 6. Juni bis zum 13. Juli 2018 zu sehen.

Walker bedient sich verschiedener Genres und Techniken – vom Märchen über Mythologie zum Cartoon, vom viktorianischen Scherenschnitt über Schattenspiel zum Video. Vertraute Formen und Symbole werden in ihrer Konstellation zu schockierenden Erzählungen von gestörten sozialen Verhältnissen, Unrecht und sexueller Unterwerfung. Stereotypen zugleich aufnehmend und in Frage stellend, umkreisen Walkers Arbeiten die extremen Komplikationen afro-amerikanischer Identitätsbildung.

Eröffnung der Ausstellung: 6. Juni 2018, 20 Uhr
Begrüßung: Prof. Bernhard Jussen (Leitung der Studiengalerie 1.357)
Einführung: Yevgeniy Breyger, Chiara Schrankl
Ort: IG-Farben-Haus, 1. OG, rechts, Campus Westend.
Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag, 12 -17 Uhr (nur im Semester), freier Eintritt.

Mit freundlicher Unterstützung der Sammlung Deutsche Bank und von Sikkema Jenkins & Co., New York.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Goethe-Universität.  

Weitere Informationen: http://studiengalerie.uni-frankfurt.de/home.html

 

Jun 5 2018
13:55

Fach- und Jobmesse für IT an der Goethe-Universität

Enter_Zukunft_IT

FRANKFURT. Der Fachbereich Informatik und Mathematik richtet gemeinsam mit dem Career Service Team der Goethe-Universität bereits zum fünften Mal die IT Fach- und Jobmesse „Enter_Zukunft_IT“ aus. In diesem Messeformat werden Studierende und Absolventen/innen der Informatik, Wirtschaftsinformatik und Mathematik mit Unternehmen aus diesen Branchen zusammengeführt, um einen Dialog über Neuigkeiten aus der Branche und Arbeitsmarktperspektiven zu führen.

Die Messe findet statt am Donnerstag, 7. Juni 2018, von 10.00 bis 16.00 Uhr auf dem Campus Bockenheim im Sozialzentrum/Neue Mensa.

Weitere Informationen unter www.enter-zukunft-it.de

 

Jun 5 2018
13:52

Am 8. Juni diskutiert die Bürger-Uni über 1968 und das Experiment mit neuen Lebensformen

Entfesseltes Ich

FRANKFURT. Mit 1968 scheint die Befreiung des Individuums von gesellschaftlichen Konventionen, familiären Bindungen und Ressentiments gegen autoritäre Strukturen einen historischen Schub erfahren zu haben. Es hatte den Anschein, als ob die Bewegung die Ketten eines „überkommenen Spießertums“ regelrecht sprengen wollte. Die Institutionen Ehe und Familie mit patriarchalischen Geschlechterverhältnissen gerieten mehr und mehr in die Kritik. Dagegen formierten sich Gegenmodelle wie Kommunen und Wohngruppen. Kinderläden, selbstverwaltete Kindergärten, förderten eine antiautoritäre Erziehung. Die Frauenbewegung setzte sich für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Sexuelle Befreiung, Flower-Power, Happenings und Fluxus – die 68er-Bewegung war nicht nur revolutionär, sondern auch bunt und experimentell.

Der zweite Bürger-Uni-Abend in der Reihe „50 Jahre in Bewegung – 1968 und die Folgen“ zum Thema

„Entfesseltes Ich – 1968 und das Experiment mit neuen Lebensformen“ am 08. Juni 2018 um 19.30 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, PA-Gebäude, Foyer, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main

geht u.a. den Fragen nach, inwieweit diese Experimente mit neuen Lebensformen in der heutigen gesellschaftlichen Wirklichkeit nachwirken, inwiefern der Drang nach Selbstinszenierung das Geschehen rund um die 68er-Bewegung begleitete und welchen Ambivalenzen auftraten. Auf dem Podium diskutieren zwei Zeitzeuginnen mit zwei Forscheti: Prof. i.R. Sibylla Flügge (ehemalige Jurastudentin der Goethe-Uni und Mitglied des Weiberrats, Juristin und Frauenrechtlerin, Frankfurt University of Applied Sciences), Gisela Getty (Fotografin, Regisseurin, Schriftstellerin, ehemaliges Mitglied der Kommune 1), Matthias Horx (Trend- und Zukunftsforscher) und Prof. Till van Rahden (Historiker, Université de Montréal). Die Moderation übernimmt Thomas Thiel, Ressort Forschung und Lehre, Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

1968 gilt bis heute als ein symbolisch aufgeladener Wendepunkt in der jüngeren gesellschaftlichen und politischen Geschichte. Üblicherweise steht das Jahr für den Aufbruch eines neuen demokratischen Denkens, die sexuelle Befreiung sowie die Emanzipation der Frau, die Abrechnung der Jüngeren mit der Schuld der älteren (Kriegs-)generation, die juristische Aufarbeitung des Holocaust und die Liebe zur Theorie. An insgesamt vier Terminen geht die Bürger-Uni-Reihe „50 Jahre in Bewegung. 1968 und die Folgen“ verschiedenen Facetten dieser Entwicklungen nach und versucht dabei auch, die Ambivalenz dieses Erbes zu beleuchten.

Die Reihe ist eine Kooperation der Goethe-Universität und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die weiteren Termine und Themen im Überblick:

22. November 2018
Erinnern, Bekennen, Schuld, Aufarbeitung: 1968 und der Holocaust
Podium u.a.: Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber (Psychoanalytikerin, ehemalige Leiterin des Sigmund-Freud-Instituts), Prof. em. Michael Stolleis (Rechtshistoriker, Goethe-Universität), Dr. Tobias Freimüller (Historiker, Stellv. Direktor des Fritz Bauer Instituts), Dr. Götz Aly (Historiker, Politikwissenschaftler und Publizist)
Moderation: Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

6. Dezember 2018
Hauptsache eine Theorie? 1968 und die Exklusivität des Diskurses
Podium u.a.: Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Prof. Klaus Günther (Jurist und Rechtsphilosoph, Sprecher des Exzellenzclusters Normative Ordnungen), Prof. Philipp Felsch (Kulturwissenschaftler, HU Berlin, Autor von „Der lange Sommer der Theorie“), Dr. Rolf Wiggershaus (Philosoph und Publizist, Autor von „Die Frankfurter Schule. Geschichte, Theoretische Entwicklung, Politische Bedeutung“)
Moderation: Dr. Olaf Kaltenborn, Goethe-Universität

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei. Die Veranstaltungen am 22. November und 6. Dezember finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt) statt.

Weitere Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de

Weitere Veranstaltungen zum Thema „50 Jahre 68“: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe

 

Jun 5 2018
13:51

Die politische Philosophin ist am 11. Juni 2018 zu Gast an der Goethe-Universität

Seyla Benhabib hält die Martin-Buber-Vorlesung

FRANKFURT. Im Rahmen der jährlichen Martin-Buber-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und Philosophie präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam. Die kommende Buber-Vorlesung hält die politische Philosophin Seyla Benhabib zum Thema

„The Anxiety of Influence: Hannah Arendt and Judith Shklar“ am Montag, den 11. Juni 2018, um 18 Uhr c.t. auf dem Campus Westend im Hörsaalzentrum, HZ 6. 

Veranstaltet wird ihr Frankfurter Vortrag (in englischer Sprache) von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und mit der freundlichen Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Evangelischen Theologie in Frankfurt/Main e.V. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Grundlage der Ausführungen Seyla Benhabibs ist ihr neues Buch „Exile, Statelessness, and Migration: Playing Chess with History from Hannah Arendt to Isaiah Berlin“. Es soll im September 2018 im Verlag Princeton University Press erscheinen und untersucht die durch Migration geprägten Lebenswege prominenter jüdischer Intellektueller, unter ihnen auch Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Hans Kelsen.

Der Vortrag bringt das Denken Hannah Arendts ins Gespräch mit jenem Judith N. Shklars (1928-1992), einer der wichtigsten amerikanischen Theoretikerinnen des politischen Liberalismus, die sich in ihrem Werk immer wieder kritisch mit ihrer berühmten Zeitgenossin auseinandergesetzt hat. Der von dem Literaturwissenschaftler Harold Bloom geprägte Begriff der „Anxiety of Influence“ verweist dabei auf die enge Bezogenheit von Shklars politologischen Deutungen u.a. auf Arendts „Ursprünge und Elemente totaler Herrschaft“ (1951) oder „Eichmann in Jerusalem“ (1963), denen sie in Arbeiten wie „After Utopia“ (1957) und „Legalism“ (1964) eigene Perspektiven eines zeitgemäßen freien Liberalismus entgegensetzte.

Seyla Benhabib ist Eugene Meyer-Professorin für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University. Sie gilt als eine der bedeutendsten politischen Philosophinnen der Gegenwart und wurde vielfach ausgezeichnet, so auch mit dem Ernst-Bloch-Preis 2009 und dem Meister-Eckhart-Preis 2014. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Kritische Theorie, Feministische Theorie, Demokratietheorie, Kosmopolitismus, Migration und die Philosophie Hannah Arendts. Zu ihren jüngsten, auch auf Deutsch erschienenen Büchern zählen: „Die Rechte der Anderen“ (2008) und „Kosmopolitismus ohne Illusionen“ (2016). Die Philosophin ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Von 1979 bis 1981 forschte sie am Starnberger Max-Planck-Institut unter der Leitung von Jürgen Habermas und verbrachte im Anschluss einige Jahre in Frankfurt. Benhabib wurde in Istanbul geboren und wuchs in einer sephardisch-jüdischen Familie auf.

Informationen: Prof. Christian Wiese, Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel: (069)-798-33313, C.Wiese@em.uni-frankfurt.de

 

Jun 4 2018
10:41

Die Frauenbewegung der 68er war eine Revolte innerhalb der Revolte

Vom Weiberrat zur Frauenprofessur

FRANKFURT. „Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen“ – mit diesem Aufruf auf Flugblättern, die durch die Stadthalle von Hannover segelten, störte eine Gruppe Frauen 1968 die Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS). Sie empörten sich darüber, dass die männlichen Genossen ihre Interessen und Forderungen nicht wichtig nahmen und sie nur als Zuarbeiterinnen im politischen Kampf sahen. Über den langen Weg von der Gründung des Frankfurter Weiberrats bis hin zur ersten Professur für Frauenforschung an der Goethe-Universität berichten zwei Zeitzeuginnen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ zum Thema „die 68er“.

Auch bei einer späteren Delegiertenversammlung in Frankfurt, bei der es zu dem legendären Tomatenwurf auf den SDS-Vorstand kam, wurden Frauen nicht gehört. Darauf wurden in vielen Städten der Bundesrepublik Frauengruppen gegründet. „Nicht nur die Ignoranz der Studentenbewegung, auch die Ausschluss- und Diskriminierungsmechanismen etablierter Politik führten zu einer Erweiterung des Politikbegriffs durch die Neue Frauenbewegung. Das Konzept ‚Das Private ist politisch‘ wurde zur Parole in vielen (westlichen) Ländern“, schreibt die Soziologin und langjährige Direktorin des „Cornelia Goethe Centrum für Frauenforschung“ Prof. Ulla Wischermann.

Der Frankfurter „Weiberrat“ bestand aus etwa 90 Frauen, die überwiegend Studentinnen waren; andere standen im Berufsleben, wenige hatten Kinder. Sie trafen sich zunächst nach dem Vorbild der männlichen Genossen in kleinen Gruppen zur „Kapitalschulung“. „Aber allmählich fragten wir uns, ob wir nicht auch eigene, frauenpolitische Themen haben. Als wir 1971 in einer Umfrage im Weiberrat wissen wollten, wie jede von uns persönlich als Frau unterdrückt wird, gab es nur wenige Antworten“, erinnert sich die damalige Jurastudentin Sibylla Flügge. Das habe sich erst nach der Stern-Kampagne geändert, bei der bekannte deutsche Frauen auf der Titelseite bekannten „Ich habe abgetrieben“. Die Opposition gegen den § 218 wurde zum entscheidenden, alle vereinende Thema der Frauenbewegung. Schon einen Monat später lagen 86.000 Solidaritätserklärungen vor.

Für Sibylla Flügge ist die Reform des Sexualstrafrechts 1974 eine der wesentlichen Errungenschaften der Studentenbewegung. „Bis dahin war das Strafrecht stark von christlichen Moralvorstellungen geprägt. Viele Formen der Sexualität wurden als Sittenwidrigkeit geahndet: Homosexualität, Ehebruch oder Kuppelei. Männer konnten die Erfüllung der ehelichen Pflicht einfordern; sexuelle Gewalt innerhalb der Ehe galt bis 1998 nicht als Vergewaltigung“, erinnert sie. Die Frauenbewegung thematisierte ab Mitte der 1970er Jahre die vielfältigen Formen sexueller und häuslicher Gewalt und setzt sich bis heute für einen effektiven Schutz von Frauen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen ein. Ebenso begann damals der Kampf gegen die Vermarktung des Frauenkörpers durch Werbung, Medien, Pornografie und Prostitution.

Als Spezifikum der westdeutschen Frauenbewegung sieht Soziologin Ulla Wischermann deren radikalen Autonomieanspruch. Dieser brachte in Frankfurt, dem wichtigsten Zentrum der westdeutschen Frauenbewegung neben Berlin, eine eigene Frauenbewegungskultur hervor: 1973 wurde das Frauenzentrum in der Eckenheimer Landstraße gegründet; 1976 entstand der Frauenbuchladen in Bockenheim; im gleichen Jahr wurde das Lesbenzentrum eröffnet; 1978 schuf der „Verein Frauen helfen Frauen“ ein Haus für geschlagene Frauen und ihre Kinder; ebenfalls 1978 wurde eine feministische Zeitschrift gegründet – das „Frankfurter Frauenblatt“; 1981 wurde der Frauennotruf eingerichtet. Kneipen für Frauen, Musikgruppen und Kabaretts, Gründungsinitiativen wie die Frauenbetriebe, ein Gesundheitszentrum und die „Frankfurter Frauenschule“, gefolgt von Mädchen- und Migrantinnenprojekten und vieles mehr kennzeichnen, z.T. bis heute, die Frankfurter Frauenszene.

Gleichzeitig versuchten Frauen aus dem akademischen Mittelbau innerhalb der Uni­versität eigene Räume und Möglichkeiten jenseits der etablierten Lehr- und Forschungsfor­men einzurichten. Im Wintersemester 1973/1974 wurde in Frankfurt während eines aktiven Streiks die erste Uni-Frauengruppe gegründet, die schon damals einen Frauenlehrstuhl for­derte. Trotz Zustimmung des Fachbereichs Soziologie ließ die Besetzung dieses bundesweit ersten Frauenlehrstuhls mehr als zehn Jahre auf sich warten, bis schließlich nach vielen Kämpfen 1987 Ute Gerhard berufen wurde. Zehn Jahre später initiierte sie gemeinsam mit drei Kolleginnen aus anderen Fachbereichen das interdisziplinäre „Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“ (CGC), das sie bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2004 leitete. Diese Professur und das CGC haben bis heute Kontinuität und große nationale und internationale Anerkennung behalten.

„Rückblickend würde ich sagen: Die Frauenbewegung war nachhaltiger als die Studentenrevolte, denn sie hatte viel konkretere Anliegen, die nach wie vor Frauen bewegen“, schließt Zeitzeugin Sibylla Flügge.

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018.

Forschung Frankfurt abonnieren: http://tinygu.de/ff-abonnieren

Informationen:
Prof. i. R. Dr. Ulla Wischermann, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, wischermann@soz.uni-frankfurt.de.
Prof. i.R. Dr. Sibylla Flügge, Frankfurt University of Applied Sciences, fluegge@fb4.fra-uas.de

 

Mai 30 2018
16:50

Im aktuellen UniReport blicken die Germanisten Susanne Komfort-Hein und Heinz Drügh auf Krachts beeindruckende Poetikvorlesungen zurück

Ernst und Parodie

FRANKFURT. Im Vorfeld gab es durchaus skeptische Stimmen zu diesem Poetikdozenten. Doch nach seinen drei Vorträgen zeigen sich Literaturschaffende und Kritiker gleichermaßen beeindruckt von Christian Krachts Poetikvorlesungen an der Goethe-Universität. Der Schweizer Schriftsteller („Faserland“) sprach an drei Abenden über seine Romane, stellte existenzielle Motive seines Schaffens vor und berichtete unter anderem davon, dass er als 12-Jähriger in einem Internat von einem Priester sexuell missbraucht wurde.

Prof. Susanne Komfort-Hein und Prof. Heinz Drügh, Literaturwissenschaftler der Goethe-Universität, betonen im Interview mit dem UniReport, dass Poetikvorlesungen den Dozenten immer auch die Möglichkeit böten, das eigene Werk zu interpretieren und Fehllektüren entgegenzutreten. Allerdings führe der vom Autor angebotene Zugang keineswegs zu einer einseitigen Auslegung seines Werkes:
„Wir sind […] davon überzeugt, dass die Kracht-Philologie sich hinfort nicht auf die Suche nach Traumaspuren in Krachts Werk spezialisieren wird. […] Der

wirklich spannende Aspekt ist, wie Kracht die Poetikvorlesung inklusive seines Bekenntnisses ähnlich metareflexiv angelegt hat, wie seine Ästhetik überhaupt. Es ging ja nicht nur platt um einen Missbrauch und um die Frage, wie diese bislang unbekannte biographische Wahrheit die Texte Krachts steuert, sondern es ging um die hochinteressante poetologische Frage, wie sehr eine solch bedrückende Wahrheit immer auch die Parodie mit sich führt.“

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • „Die Goethe-Universität ist ein deutschlandweit herausragendes Modell von Hochschulautonomie.“ Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst, über wettbewerbsorientierte Forschungsfinanzierung, die RMU-Allianz und Perspektiven der hessischen Hochschullandschaft.
  • Hat Büchner auf Hessisch geschrieben? Der Literaturwissenschaftler Roland Borgards leitet die Büchner-Forschungsstelle, die von Marburg nach Frankfurt wechselt.
  • Vom AStA in die Pressestelle: Klaus Viedebantt, der Erfinder des UniReport, schaut auf 68 und seine Zeit als Pressereferent der Goethe-Uni zurück.
  • Musik verstehen von Björk bis Beethoven: Frankfurt mit seinem großen Kulturangebot bietet ein gutes Umfeld für den Bachelorstudiengang Musikwissenschaften.
  • Zweite Laufzeit des Projektes yourPUSH für Studien-Neuorientierer gestartet: Beratungsangebote für Studienzweifler werden zunehmend angenommen.
  • Goethe, Deine Forscher: Porträt des Philosophen Marcus Willaschek
  • Was macht die Literatur mit dem Menschen? Winfried Menninghaus ist Literaturwissenschaftler, der sich nach Jahrzehnten der Beschäftigung mit klassischer und moderner Rhetorik, Poetik und Ästhetik der empirischen Literaturwissenschaft zugewandt hat.
  • Es gibt kein richtiges Konsumieren im falschen: Kathrin Hartmann, Alumna der Goethe-Universität, übt mit ihren Sachbüchern und Reportagen Kritik am „Greenwashing“ von Unternehmen
  • Fußball-WM 2018 in Russland: Stimmen aus der Goethe-Universität

Der UniReport 3/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/72222303

 

Mai 30 2018
15:19

Den bundesweiten Diversity-Tag 2018 am 5. Juni begeht die Goethe-Universität mit Podiumsdiskussion und Ausstellungseröffnung

Jede*r anders, gemeinsam verschieden

FRANKFURT. An dem bundesweiten Diversity-Tag sind Unternehmen und Institutionen dazu eingeladen, die Vielfalt der Menschen, die sie ausmachen, wertzuschätzen. Er geht zurück auf eine Initiative der Charta der Vielfalt e.V. Die Goethe-Universität setzt in diesem Jahr einen inhaltlichen Fokus auf das Thema Hochschule und LGBTIQ* (lesbische, schwule, transidentitäre, intersexuelle und queere* Menschen). Zum Programm zählen eine Podiumsdiskussion wie auch die Eröffnung der Ausstellung „Unverschämt. Lesbische Frauen und schwule Männer in Hessen 1945-1985“ durch Staatssekretär Kai Klose, Bevollmächtigter der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung.

Die Podiumsdiskussion findet am 5. Juni ab 17.45 Uhr im Casino Anbau, Erdgeschoss (Ost), Campus Westend statt. Das Grußwort spricht Prof. Rolf van Dick, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Die Ausstellung „Unverschämt. Lesbische Frauen und schwule Männer in Hessen von 1945 bis 1985“ wird um 19.30 eröffnet. Die Ausstellung im Foyer des IG-Farben-Hauses, Campus Westend wird bis zum 5. Juli 2018 zu sehen sein.

Alle Angehörigen der Goethe-Universität und Interessierte sind herzlich eingeladen! Veranstaltet wird der Diversity-Tag von der Akademie für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ABL) und dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität.

Programm und weitere Informationen: http://www.uni-frankfurt.de/39416132/Diversity

Charta der Vielfalt, Diversity-Tag: https://www.charta-der-vielfalt.de/diversity-tag/ueber-den-aktionstag/

 

Mai 30 2018
11:43

Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ bringt Studenten von heute ins Gespräch mit dem einstigen Studentenanführer KD Wolff

Generation 1968 und Generation 2018

FRANKFURT. Die „Offenheit der Diskurse“ sei ein Verdienst der 68er-Bewegung, meint der ehemalige Studentensprecher Karl Dietrich „KD“ Wolff. Dass diese Offenheit auch von Rechtspopulisten genutzt wird – ist das ein Kollateralschaden? Über diese und andere Fragen rund um 1968 und die Folgen sprachen KD Wolff und zwei Studenten der Erziehungswissenschaften auf Einladung des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“, nachzulesen in der gerade erschienen Ausgabe zum Thema „Die 68er“.

Bis heute muss die Offenheit der Diskurse immer wieder neu verteidigt werden. Er aber wünsche sich diese Offenheit, so Karls Dietrich Wolff, der seit jeher „KD“ genannt wird. Doch wie weit muss diese Offenheit gehen, fragt sich Thomas Dumke, Masterstudent der Erziehungswissenschaften: Dürfe die Meinungsfreiheit dafür benutzt werden, neonazistische Hetze salonfähig zu machen? KD Wolff gab sich im Gespräch mit Dumke und dessen Kommilitonen Jonas Pußel entspannt: Es sei falsch, Diskussionen von vornherein abzuschneiden. Die politischen Köpfe der 68er-Bewegung jedenfalls hätten immer auch ihre Gegner zur Diskussion gebeten.

Im Gespräch, zu dem die Redakteure Dr. Dirk Frank und Dr. Anke Sauter gebeten hatten, lässt Wolff das Lebensgefühl der 68er lebendig werden. Er schildert die Bedrückung seiner Jugendzeit und seinen Wunsch, so bald wie möglich auszuwanden. Dass es nicht dazu kam, lag nach seinen Worten an den Veränderungen, die durch die Studentenproteste ausgelöst worden seien. Als die Proteste gegen die Ermordung Benno Ohnesorgs die Massen auf die Straße brachten, habe er gemerkt, dass sich die Gesellschaft wandelt: „Auf einmal geht abends ein Fackelzug durch die Stadt mit mehr als 2 000 Leuten, von denen wir fast keinen kannten. Und dieser Sprung, der da passiert ist, bewirkte, dass wir uns zwar einerseits bedroht fühlten, andererseits aber war diese unerwartete Mobilisierung der Massen ein wunderbares Gefühl: Dass jetzt alles besser wird, dass es eine neue Welt wird, dass sich alles ändert.“

Das sei der entscheidende Unterschied zwischen heute und damals, meint Student Dumke: Der Bruch zwischen den Generationen sei damals offensichtlicher gewesen, die Studierenden hätten vor allem auch gegen das Schweigen der Mütter und Väter zur deutschen NS-Vergangenheit angekämpft. Dagegen sei die Gesellschaft heute komplexer, globalisierter, widersprüchlicher. Und es sei ein deutliches Mehr an Lebensentwürfen lebbar. Dennoch gebe es noch viel zu tun: Die zunehmende Marktradikalisierung und Neoliberalisierung habe nicht zuletzt Protestbewegungen wie Blockupy auf den Plan gerufen. Ein wichtiger Unterschied zu damaligen Protestaktionen ist für Jonas Pußel die Existenz sozialer Netzwerke wie im Fall der #metoo-Debatte: „Wenn die Leute eine gesellschaftliche Veränderung wollen und die Bedingungen gegeben sind, dann wird sich das trotzdem noch, wie 1968 auch, in einer Bewegung auf den Straßen zeigen“, ist Pußel überzeugt. Heutige Demonstrationen zögen viel mehr Menschen an als die der 68er, meint KD Wolff. Allerdings sei die mediale Beachtung heute nicht mehr so groß.

Aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen damals und heute wurden im Gespräch deutlich: Schon 1968 zerbrachen sich die Meinungsführer im SDS die Köpfe darüber, wie die Studierenden zum inneruniversitären Wählen motiviert werden könnten. Viel höher als heute war die Wahlbeteiligung offenbar nicht. Die Erklärung der heutigen Studenten: Den meisten Kommilitoninnen und Kommilitonen gehe es darum, eine Ausbildung zu absolvieren und später eine Arbeitsstelle zu finden. Deswegen sei es dezplatziert, von allen zu erwarten, sich politisch zu engagieren. Und m Zuge der Bologna-Reformen sei der Druck an den Universitäten nochmal gewachsen.  

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018.

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Mai 29 2018
14:41

Vortrag der renommierten türkischen Wissenschaftlerin Prof. Ayşe-Gül Atınay an der Goethe-Universität

Feminismus und Gender-Studien in dunklen Zeiten

FRANKFURT. Heftige gesellschaftliche und politische Umbrüche finden seit einigen Jahren in der Türkei statt. Die anti-demokratischen Tendenzen und die staatlichen Repressionen treffen auf Widerstände von Seiten des Feminismus und auf ein wachsendes Bewusstsein für die Rechte von Mitgliedern der LGBTI-Gemeinde  (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexuell/Transgender, Intersexual). Der Protest findet insbesondere in Form von Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen und in Tweets auf Sozialen Medien statt. Welchen Beitrag feministische Ansätze zur sozialen und politischen Gerechtigkeit leisten können, durchleuchtet die renommierte türkische Wissenschaftlerin Ayşe-Gül Atınay

am Mittwoch, 6. Juni, 18-20 Uhr, HZ 11 im Hörsaalzentrum

in ihrem Vortrag zum Thema „Doing Feminism and Gender Studies in Dark Times“. Die Veranstaltung gehört zur Vortragsreihe „Feminismen aus dem Globalen Süden“ des Cornelia Goethe Centrums der Goethe-Universität.

Ayşe-Gül Atınay ist Professorin für Anthropologie an der Sabancı University Istanbul und Direktorin des SU Gender (Sabancı University Gender and Women´s Studies Center of Excellence). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Militarismus, Erinnerung, Gewalt, Gender und Sexualität. Für ihr gemeinsam mit Yeşim Arat verfasstes Buch „Türkiye´de Kadına Yönelik Şiddet“ (Gewalt gegen Frauen in der Türkei) wurde sie im Jahr 2008 mit dem PEN Turkey Duygu Asena Award ausgezeichnet.

Information: Cigdem Toprak, Cornelia Goethe Centrum, Campus Westend, Telefon 069 798-35102, E-Mail: Toprak@em.uni-frankfurt.de, Detailinformationen zum Programm: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

 

Mai 29 2018
13:41

Hannah Petersen untersucht Materiezustände kurz nach dem Urknall

Junge Physik-Professorin in Venedig ausgezeichnet

FRANKFURT. Die theoretische Physikerin Hannah Petersen ist mit der Zimanyi-Medaille der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet worden. Mit der Ehrung wird ihre Arbeit auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenkollisionen gewürdigt. Die junge Forscherin leitet seit 2012 eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und lehrt als Professorin an der Goethe-Universität. Ihre Untersuchungen sind wichtig für die Arbeit am künftigen Beschleunigerzentrum FAIR, das derzeit bei GSI entsteht.

Die Auszeichnung nahm Hannah Petersen bei der Quark-Matter-Konferenz in Venedig entgegen, bei der sie auch die neuesten Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe präsentierte. Die Quark-Matter-Konferenz ist mit über 800 Teilnehmern die größte Veranstaltung in diesem Bereich. Hannah Petersen ist das jüngste Mitglied des internationalen Beirats der Konferenz.

Auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenkollisionen, die die Möglichkeit bieten, stark wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen zu untersuchen, arbeitet Professorin Hannah Petersen an neuen theoretischen Beschreibungen des Materiezustands kurz nach dem Big Bang. „Durch die Beschleunigung von Blei- oder Goldkernen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit und deren Kollision können Temperaturen und Dichten erreicht werden, wie sie im frühen Universum nur Mikrosekunden nach dem Urknall, dem Big Bang existiert haben“, erläuterte Hannah Petersen ihre Forschung. Bei so hohen Energiedichten sagt die grundlegende Theorie der starken Wechselwirkung, die Quantenchromodynamik, eine neue Phase der Materie voraus: das Quark-Gluon-Plasma, das sich unter extrem hohen Druck explosionsartig ausdehnt.

Hannah Petersen erkannte und untersuchte als eine der Ersten, dass und wie der Verlauf dieser Explosion von Dichte- und Temperaturschwankungen als Folge von Quanteneffekten beeinflusst wird. Über den Vergleich von Theorie und experimentellen Daten stellte die junge Forscherin ein vielzitiertes Hybrid-Modell auf, das die Dynamik des Plasmas und seine Viskosität in Abhängigkeit vom jeweiligen Anfangszustand der Quantenfluktuation abbildet.

Das künftige Beschleunigerzentrum FAIR wird den Forscherinnen und Forschern Bedingungen zur Verfügung stellen, wie sie sonst nur im Weltall herrschen. Die Arbeit von Hannah Petersen und ihrer Nachwuchsgruppe ist ein wichtiger Baustein, um aus den Experimenten wesentliche Schlüsse zu ziehen. Ihr Hauptziel ist es, einen Transportansatz für die dynamische Beschreibung von Schwerionenreaktionen bei FAIR mit modernsten Rechentechniken zu entwickeln. Der Wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI und FAIR, Prof. Paolo Giubellino, zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung für die junge Forscherin: „Mit ihrer Analysemethode legt Hannah Petersen wichtige neue Grundlagen für experimentelle Messungen an FAIR. Ihre Arbeit wurde nun zu Recht mit der höchsten Auszeichnung für junge theoretische Forscher in der Schwerionenphysik gewürdigt.“

Die Zimanyi-Medaille wird vom Wigner-Forschungszentrum für Physik der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest verliehen. Mit der Ehrung soll an den 2006 verstorbenen Kernphysiker József Zimányi erinnert werden. Zimányi war unter anderem Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Professor am Institut für Teilchen- und Kernphysik (RMKI). Die Medaille wird an theoretische Physikerinnen und Physiker verliehen, die jünger als 40 Jahre sind und deren Forschung auf dem Gebiet der theoretischen Hochenergie-Kernphysik wichtige internationale Anerkennung und Wirkung erlangt hat.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/72219632

Bildtext: Hannah Petersen und Tamás Sándor Bíró von der Zimanyi-Foundation bei der Preisverleihung in Venedig.

Foto: Rosario Turrisi

Informationen: Prof. Dr. Hannah Petersen, Institut für Theoretische Physi, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 4752, petersen@fias.uni-frankfurt.de.

 

Mai 29 2018
12:41

Vortragsreihe am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität

„50 Jahre 68 - Die Erziehung der Demokratie“

FRANKFURT. Die „pädagogische Dimension“ der Protestbewegung der späten 1960er Jahre wird bis heute selten thematisiert. Dabei macht gerade sie rückblickend die Besonderheit der westdeutschen Revolte aus, gerade auch im Vergleich mit Ereignissen und Entwicklungen in anderen Ländern. Mit der Bedeutung der Erziehung für den gesellschaftlichen Aufbruch befasst sich eine Vortragsreihe am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität in diesem Sommersemester. Den Auftakt dazu bildet am

Donnerstag, 7. Juni, 18 Uhr Hörsaal 12, Hörsaalzentrum, Campus Westend

der Vortrag von Prof. Meike Sophia Baader (Universität Hildesheim) unter dem Titel „68 und die Pädagogik Revisited“. Weitere Vorträge im Juni und Juli befassen sich mit dem Antiautoritären Aufbegehren und der Erziehung nach Auschwitz, mit dem Frankfurter Projekt KiTa 3000 sowie den ersten Kinderläden und der Bedeutung der frühen Kindheit in der antiautoritären Bewegung.

Zwei zentrale Themen beeinflussten die damaligen Entwicklungen im Bereich der Erziehung wesentlich: Dies war einerseits die Kinderladenbewegung, die ihre Wurzeln in der starken Rezeption antiautoritärer Konzepte durch die Protagonisten der Bewegung sowie in den Emanzipationsbestrebungen von Studentinnen hatte. Andererseits führte die kritische Auseinandersetzung mit der Vätergeneration und der NS-Zeit zwangsläufig zu einer anhaltenden Autoritätskritik. Die „Erziehung nach Auschwitz“ (Adorno) als eine autoritäts- und herrschaftskritische Erziehung konnte sich in der Folge von 1968 weitgehend gesamtgesellschaftlich als maßgebliche und leitende Erziehungsvorstellung etablieren. 

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Donnerstag, 14. Juni
„Antiautoritäres Aufbegehren und Erziehung nach Auschwitz“
Prof. Dr. Micha Brumlik (Goethe-Universität) 

Donnerstag, 5. Juli
„Das Frankfurter Projekt KiTa 3000. Antiautoritäre Erziehung in städtischen Kindertagesstätten“
Prof. Dr. Pia Schmid (Martin Luther-Universität Halle/Wittenberg) 

Donnerstag, 12. Juli
„Die ersten Kinderläden. Zur Bedeutung der frühen Kindheit in der antiautoritären Bewegung“
Prof. Dr. Heide Kallert (Goethe-Universität) 

Alle Vorträge beginnen um 18 Uhr im Hörsaal 12 im Hörsaalzentrum am Campus Westend.

Einen Beitrag über die Anfänge des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, der Ende der 1960er Jahre an der Goethe-Universität etabliert wurde, lesen Sie in der diese Woche erschienenen neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“. Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018

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Information und Anmeldung: Teresa Mari, Fachbereich Erziehungswissenschaften Dekanat, PEG-Gebäude, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60323 Frankfurt am Main, Telefon +49 (0)69  798 36211, Fax +49 (0)69 798 36304, E-Mail t.mari@em.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2018
15:42

Wissenschaftler entwickeln Simulationscode für neue Generation von Supercomputern

Schwarze Löcher aus dem Exacomputer

FRANKFURT. Schwarze Löcher bergen auch nach der direkten Messung der Gravitationswellen noch viele Geheimnisse. Was passiert, wenn zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen oder Sterne mit einem Schwarzen Loch zusammenstoßen? Das haben Forscher der Goethe-Universität und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) nun mit einer neuartigen numerischen Methode simuliert. Der Simulationscode, "ExaHyPE", ist so ausgelegt, dass er Gravitationswellen auf der zukünftigen Generation von "Exascale"-Supercomputern sehr genau und schnell berechnen kann.

Die Herausforderung bei der Simulation Schwarzer Löcher besteht darin, dass man ein komplexes Gleichungssystem, die Einstein-Gleichungen, lösen muss. Das ist nur numerisch möglich und geschieht mithilfe von leistungsfähigen Parallelrechnern. Wie gut und wie schnell man sich der Lösung nähert, hängt von dem verwendeten Algorithmus ab. Hier hat das Team von Prof. Luciano Rezzolla am Institut für Theoretische Physik der Goethe Universität und am FIAS nun einen Meilenstein erreicht. Langfristig könnten durch diese theoretische Arbeit auch die experimentellen Möglichkeiten erweitert werden, Gravitationswellen von anderen astronomischen Objekten als Schwarzen Löchern zu erkennen.

Die neuartige numerische Methode, die auf den Ideen des russischen Physikers Galerkin beruht, erlaubt die Berechnung von Gravitationswellen auf Supercomputern mit sehr hoher Genauigkeit und Geschwindigkeit. "Das zu erreichen war nicht einfach und ist seit Jahren das Ziel vieler Gruppen weltweit. Obwohl das Erreichte nur ein kleiner Schritt zur Modellierung realistischer Schwarzer Löcher ist, erwarten wir, dass unser Ansatz zum Paradigma aller zukünftigen Berechnungen wird", sagt Prof. Luciano Rezzolla.

Exascale-Maschinen – so schnell wie das Gehirn?

Rezzollas Team ist Teil einer europaweiten Kollaboration, die das Ziel hat, einen numerischen Simulationscode, "ExaHyPE", für Gravitationswellen zu entwickeln, der die Leistungsfähigkeit von zukünftigen "Exascale"-Supercomputern nutzen kann. Diese existieren zwar bisher noch nicht, aber weltweit erforschen bereits viele Wissenschaftler den Einsatz der Exascale-Maschinen. Diese Supercomputer stellen eine Weiterentwicklung der heutigen "Petascale"-Supercomputer dar und sollen in der Lage sein, so viele Rechenoperationen pro Sekunde durchzuführen, wie es Insekten auf der Erde gibt. Dies ist eine Zahl mit 18 Nullen. Es wird angenommen, dass solche Supercomputer mit der Kapazität des menschlichen Gehirns vergleichbar sind.

Während sie darauf warten, dass die ersten "Exascale"-Rechner gebaut werden, testen die ExaHyPE-Wissenschaftler ihre Software bereits in den größten Supercomputing-Zentren Deutschlands. Die größten sind das Leibniz-Rechenzentrum LRZ in München und das Hochleistungsrechenzentrum HLRS in Stuttgart. Diese Computer sind bereits aus mehr als 100.000 Prozessoren aufgebaut und werden in Kürze deutlich größer werden.

Tsunamis und Erdbeben simulieren

Die neuen mathematischen Algorithmen erlauben nicht nur, astrophysikalische Kompaktobjekte wie Schwarze Löcher und Neutronensterne zu untersuchen, sondern auch Tsunamis und Erdbeben. Das liegt an Gemeinsamkeiten in den zugrundeliegenden Gleichungen. Weitere Anwendungen für den Exahype-Algorithmus zu untersuchen, die Feststoffe, Flüssigkeiten und Gase innerhalb der Theorien des Elektromagnetismus und der Gravitation mathematisch beschreiben können, ist das Ziel eines von der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 geförderten Forschungsprojekts. Die Frankfurter Wissenschaftler arbeiten darin eng mit Kollegen aus München, Trient (Italien) und Durham (Großbritannien) zusammen.

"Der spannendste Aspekt des ExaHyPE-Projekts ist die einzigartige Kombination von theoretischer Physik, angewandter Mathematik und Informatik. Nur durch die Kombination all dieser verschiedenen Disziplinen können wir das Potenzial von Supercomputern nutzen, um die Komplexität des Universums zu verstehen", so Prof. Michael Dumbser, Leiter des Teams für Angewandte Mathematik in Trient.

Publikation: Michael Dumbser, Federico Guercilena, Sven Köppel, Luciano Rezzolla, und Olindo Zanotti: Conformal and covariant Z4 formulation of the Einstein equations: Strongly hyperbolic first-order reduction and solution with discontinuous Galerkin schemes. Phys. Rev. D 97, 084053 – Published 30 April 2018 https://journals.aps.org/prd/abstract/10.1103/PhysRevD.97.084053

Informationen: Prof. Dr. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Fachbereich Physik und Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-47871, rezzolla@fias.uni-frankfurt.de. ExaHyPE Projekt: http://exahype.eu/

 

Mai 28 2018
12:15

Die Universität Frankfurt im Fokus von 1968: Am Main prallten die Studenten mit ihren theoretischen Vordenkern zusammen

Als Goethe mit Marx vertrieben wurde

FRANKFURT. Die tödlichen Schüsse auf Benno Ohnesorg im Juni 1967 brachten nicht nur in Berlin die Studenten auf die Straße, sondern in ganz Westdeutschland. Als zweites Zentrum der deutschen 68er-Bewegung gilt bis heute Frankfurt am Main. In der heute erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“, deren Thema „Die 68er“ sind, geht Autor und Historiker Rudolf Walther in einem Überblicksbeitrag der Frage nach: Wodurch zeichneten sich die Geschehnisse an der Goethe-Universität besonders aus?

Schon Ende der 1950er Jahr hatte es auf Frankfurts Straßen zu rumoren begonnen, wie Rudolf Walther deutlich macht: Atomares Wettrüsten und Wiederbewaffnung der Bundesrepublik standen im Fokus der Proteste. Die ersten Demos gegen den Vietnamkrieg gab es in Frankfurt im Mai 1966. Im Frühsommer 1967 formierte sich der breite, auch von Gewerkschaften getragene Widerstand gegen die Notstandsgesetze. Der Wendepunkt, der den Protest zur Massenbewegung machte, war jedoch der Tod des Studenten Benno Ohnesorg. Die Aktionen am Tag von Ohnesorgs Beerdigung wurden an der Goethe-Uni zunächst unterstützt: Rektor Walter Rüegg ordnete an, den Unibetrieb ruhen zu lassen zum Gedenken an den getöteten Kommilitonen. Dies sollte sich später ändern.

Die Kritische Theorie zählt zu den intellektuellen und politischen Quellen der Bewegung weit über Frankfurt hinaus. An der Johann Wolfgang Goethe-Universität jedoch setzten sich die protestierenden Studenten besonders intensiv mit den Vordenkern der Frankfurter Schule auseinander. Die Entfremdung von Theorie und Praxis war kaum aufzuhalten – und mündete in eine Anzeige Theodor W. Adornos gegen Hans Jürgen Krahl und in einen Strafprozess, in dem Adorno als Zeuge gegen seinen einstigen Doktoranden aussagte. Schon beim Kongress „Student und Demokratie“, den der SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) 1967 organisiert hatte, prallten die Auffassungen unversöhnlich aufeinander. Jürgen Habermas setzte sich zwar einerseits massiv dafür ein, dass der Mord an Ohnesorg von unabhängigen Ermittlern aufgeklärt würde, und warnte vor der Gefahr einer „stillschweigenden Umwandlung unseres demokratischen Rechtsstaats in einen Polizeistaat“. Andererseits bezeichnete Habermas Rudi Dutschkes Ideologie als „linken Faschismus“, was er zwar später relativierte, die Kritik am leerlaufenden Aktionismus jedoch aufrechterhielt.

Der „Aktionismus“ kümmerte sich darum wenig und kam mit Go-ins, Sit-ins,Teach-ins zur vollen Entfaltung. Ziel war es, Diskussionen über den Studienbetrieb, die Studieninhalte und die Demokratisierung der universitären Strukturen und Gremien zu erzwingen. Reformbereitschaft war gerade bei den jüngeren Professoren und im Mittelbau durchaus vorhanden, sie ging den Studierenden jedoch nicht weit genug.

Nicht jeder reagierte so gelassen wie der Politikwissenschaftler und SPD-Politiker Carlo Schmid, dessen Vorlesung die Studierenden am 16. November 1967 sprengten. Damit hatten sie Rektor Rüegg gegen sich aufgebracht, der in den Aktionen eine „Einübung faschistischer Terrormethoden“ und „Hausfriedensbruch“ sah. Es folgte ein Schlagabtausch, in dessen Zusammenhang die bis heute bestehende Universitätszeitung „UniReport“ gegründet wurde.

Die weitere Auseinandersetzung wurde in Frankfurt beiderseits mit harten Bandagen geführt, die komplexen Abläufe hat Autor Rudolf Walther genau recherchiert. Er schlägt einen Bogen von der Blockade des amerikanischen Generalkonsulats im November 1967 über die Belagerung der Societätsdruckerei, die Brandanschläge der späteren RAF-Terroristen auf Frankfurter Kaufhäuser bis zum Höhepunkt der Aufstände im Mai 1968: Aus Anlass der zweiten und dritten Lesung der Notstandsgesetze wurde die Universität tagelang bestreikt, mehr als 10.000 Menschen demonstrierten auf dem Römerberg, Studenten besetzten das Rektorat und benannten die Universität kurz in „Karl-Marx-Universität“ um. Der „heiße Sommer“ war von kurzer Dauer und endete bereits am 5. Juni mit der polizeilichen Räumung der Universität. Der Autor beschreibt die Auseinandersetzung mit den Protagonisten der Frankfurter Schule, die in der Besetzung des Instituts für Sozialforschung gipfelte – und in der Anzeige Adornos.

Weitere Beiträge in der aktuellen Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ widmen sich unterschiedlichen Aspekten und Auswirkungen der 68er-Bewegung. So geht es um die Revolte in der Kunst, den Kampf der Frauen um Emanzipation, die Etablierung der Erziehungswissenschaften an der Universität oder darum, was aus den Demokratisierungsbestrebungen von damals wurde.

Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018

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Mai 28 2018
12:01

„Storibuk Pairundu“ – zwei Geschichtensammler zu Gast in Frankfurt

Erzählungen aus Papua-Neuguinea

FRANKFURT. Ethnologen bereisen die Welt, um Menschen in ihren alltäglichen Lebenswelten kennenzulernen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Diese Begegnungen halten sie oftmals in Geschichten fest. Was passiert, wenn dabei diese Rollen vertauscht werden, das zeigen der Ethnologe Holger Jebens und Alex Yapua Ari anhand ihres Buches „Storibuk Pairundu“, bei einer Lesung

am 5. Juni um 19 Uhr im Weltkulturen Museum (Schaumainkai 29 – 37, 60594 Frankfurt).

Auf Einladung des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität stellen sie ihre Sammlung von Erzählungen aus dem südlichen Bergland Papua-Neuguineas vor. Fast dreißig Jahre ist es her, dass sich die beiden kennenlernten. Der damals dreizehnjährige Alex sah, wie der Ethnologe Holger Jebens Geschichten aus Pairundu sammelte und aufschrieb, und dachte sich: „Das kann ich auch“.

Daraus entstand eine ungewöhnliche Reihe von Erzählungen, in denen sich das Wunderbare und das Alltägliche, das Außergewöhnliche und das Prosaische in bunter Folge abwechseln. Versuchte Alex, den angereisten Ethnologen nachzuahmen, so lassen sich seine Texte als Ausdruck einer Art „Selbst-Ethnographie“ interpretieren. Gleichzeitig zeigt sich in ihnen etwas, das für die seine Kultur spezifisch ist: eine grundlegend pragmatische Haltung, ein lakonischer Tonfall und ein manchmal etwas trockener, dabei aber bezwingender Sinn für Humor. Dabei hatte Alex schon früh die Idee, aus seinen Geschichten könne einmal ein Buch werden, das ihm den Weg in die weite Welt ebnet.

Seit April bereisen die beiden Freunde Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Ihren krönenden Abschluss findet ihre Reise am 5. Juni im Frankfurter Weltkulturen Museum. Hier stellen Alex Yapua Ari und Holger Jebens im Rahmen des Pazifik-Forums das Buch „Storibuk Pairundu – tales and legends from the Kewa (Southern Highlands, Papua New Guinea)“ vor und treten mit ihren Gästen ins Gespräch. Der Eintritt ist frei.

Information: Yanti Hölzchen, Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität, Telefon 069-798 33058, E-Mail hoelzchen@em.uni-frankfurt.de, www.frobenius-institut.de

 

Mai 25 2018
13:39

Internationales Symposium „Rethinking Privacy“ an der Goethe-Universität

Privatheit neu denken

FRANKFURT. Seit ungefähr zwei Jahrhunderten ist in den westlichen liberalen Gesellschaften Privatheit als Wert und als Recht verankert. Aber in den vergangenen Jahrzehnten ist Privatheit unter Druck geraten: In einem vorher unbekannten Maße investieren Staaten in Überwachung, Internetunternehmen verkaufen die persönlichen Daten ihrer Kunden und auch normale Nutzer geben im Netz selbst intime Details ihres Lebens preis. Viele Beobachter verteidigen demgegenüber Privatheit auf unkritische Weise oder stellen fest, dass das Zeitalter der Privatheit endgültig vorüber sei. Die Vortragenden des Symposiums Rethinking Privacy: Interdisciplinary Perspectives“ aus der Geschichts- und Literaturwissenschaft, aus der Politischen Theorie, der Soziologie, der Rechtswissenschaft und der Kulturwissenschaften werden vor dem Hintergrund struktureller Transformationen von Privatheit darüber diskutieren, wie man sich dem Phänomen im 21. Jahrhundert kritisch und reflektiert  nähern kann.

Das englischsprachige Symposium ist eine gemeinsame Veranstaltung des DFG-Forschungsprojekts „American Lite­rature and the Transformation of Privacy” an der Goethe-Universität und des DFG-Graduiertenkollegs „Privatheit und Digitalisierung” an der Universität Passau; es findet statt am 28. Mai 2018 im IG-Farben-Haus, Raum IG 1.414, auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt. Alle Interessierten sind willkommen.

Programm:
10.00 Uhr
Sarah Igo - Vanderbilt University: Histories of Privacy (And Why They Matter)
11.00 Uhr
Sandra Seubert - Goethe-Universität Frankfurt: Suspiciously Ordinary: Socio-Critical Reflections on the Concept of Privacy
12.00 Uhr
Martin Stempfhuber - Universität Würzburg: Embedded Privacies: Some Recent Development in the Sociology of Privacy 2.0
14.00 Uhr
David Rosen – Trinity College, Hartford CT &Aaron Santesso – Georgia Institute of Technology: Public in Private: Some Problems of Communication in Contemporary American Literature and Culture
15.00 Uhr
Lukas Edeler – Universität Passau: Privacy as a Lens on State Socialist Societies? Historiographic Perspectives
16.00 Uhr
Christian Aldenhoff – Universität Passau: Autonomy as the Foundation for a Right to Privacy.

Kontakt: Prof. Dr. Johannes Völz, Heisenberg-Professur für Amerikanistik mit Schwerpunkt "Demokratie und Ästhetik", Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität Frankfurt. Tel.: 069/798-32366; www.uni-frankfurt.de/42971181/Voelz

 

Mai 23 2018
15:40

Am 28. Mai steht Rudi Dutschke im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

„Ohne Provokation werden wir gar nicht wahrgenommen“

FRANKFURT. Im Fernsehinterview mit Günter Gaus im Dezember 1967 gab Rudi Dutschke, die Symbolfigur der Außerparlamentarischen Opposition (APO), zu Protokoll: „Ich halte das bestehende parlamentarische System für unbrauchbar.“ Was sollte an die Stelle der etablierten Ordnung treten? Was bedeutete das von Rudi Dutschke propagierte „Prinzip der begrenzten Regelverletzung“, der Provokation durch Aktion? Kurz vor dem Mauerbau in den Berliner Westen geflohen, wurde Dutschke binnen kurzem zum charismatischen Sprecher einer antiautoritären Neuen Linken, die transnational den Mobilisierungsprozess der 68er-Bewegung anfachte. Der Vortrag Rudi Dutschke – „Ohne Provokation werden wir gar nicht wahrgenommen“ von Prof. Ingrid Gilcher-Holtey

am Montag, 28. Mai 2018, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

in der Reihe „Wir wir wurden, wer wir sind“ skizziert die weichenstellenden Stationen der Biographie Dutschkes und setzt sich mit seiner Aktions- und Transformationsstrategie auseinander. Prof. Ingrid Gilcher-Holtey lehrt Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld.

„Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester, die in diesem Jahr zehn Jahre alt wird, stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten der Kulturbewegung der 68er vor, die anlässlich des 50jährigen Jubiläums in diesem Jahr im Fokus steht.

Folgende Biografie erwartet Sie zum Abschluss der Reihe im Sommersemester:

11. Juni 2018
Dr. Ina Hartwig
Ingeborg Bachmann
Ich existiere nur, wenn ich schreibe

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Veranstaltungen der Goethe-Universität im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre 68“ finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/68er-reihe