​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Feb 9 2018
11:40

Symposion an der Goethe-Universität befasst sich mit inneren Vorgängen in biographischen Übergangsphasen

Ambivalenz als Chance begreifen

FRANKFURT. Brüche und Übergangsphasen im Leben stellen Menschen oft vor schwierige Entscheidungen. Dass es dabei nicht unbedingt um „Lösung A“ oder „Lösung B“ geht, sondern um eine Vielzahl von Möglichkeiten, kann als Chance gedeutet werden. Mit dieser Art von Ambivalenzen befasst sich ein Symposion an der Goethe-Universität. Sein Titel lautet: „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“.

Der Übertritt ins Erwachsenenalter, der 90. Geburtstag, als Mann alleinstehend im Alter zu sein, Tod eines lieben Angehörigen, drohender Burnout: Es gibt in jedem Leben Brüche, kritische Zeiten und Phasen des Übergangs. Wie geht es weiter? Wofür soll ich mich entscheiden? Welche Erwartungen habe ich an mich, welche haben andere an mich? Das Hin- und Hergerissensein, die Mehrdeutigkeit solcher Phasen kann eine starke Dynamik in Gang setzen.

Bruchstellen im Lebensverlauf und potentiell krisenhaften Verläufe werden im Symposion aus der Perspektive eines erweiterten Konzepts „des Ambivalenten“ betrachtet, dessen Tragfähigkeit als erkenntnisleitender Referenzrahmen auf dem Prüfstand steht. Das hier vorgeschlagene Ambivalenzkonzept plädiert für die Überwindung der normativen Engführung einer zweiwertigen „Entweder-Oder“-Logik und stattdessen für die Entwicklung einer Haltung des „Sowohl-als-Auch“, die gleichzeitig Handlungsfähigkeit ermöglicht sowie die Bezugnahme auf Kontinuität und Veränderung. Zwei Tage lang diskutieren Expertinnen und Experten aus erziehungswissenschaftlicher, soziologischer, psychologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive, ob und wie ein so aufbereitetes Ambivalenzkonzept zum Verständnis von biographischen Übergängen und Alternsprozessen beitragen kann.

„Ambivalenz wird oft negativ gedeutet, sie birgt jedoch ein Potenzial, das man nutzen kann“, sagt Prof. Insa Fooken, die das Symposion mit veranstaltet. „Ambivalenz ist ein sensibilisierendes Konzept, das zu Klärungsprozessen führen und helfen kann, an der eigenen Identität zu arbeiten“, so die Seniorprofessorin, die am Fachbereich Erziehungswissenschaften lehrt. Dass Menschen Ambivalenzen zulassen könnten, sei eine besondere Fähigkeit und schaffe Spielräume, das eigene Leben zu gestalten. So müsse man sich im Fall von Krisen nicht unbedingt immer entscheiden zwischen zwei sich ausschließenden Alternativen, sondern könne sich auch auf andere Denkrichtungen einlassen.

Das Symposion „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“ findet vom 14. bis zum 16. Februar am Campus Westend statt. Veranstalter sind das Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA) der Goethe-Universität und der „Interdisziplinäre Arbeitskreis Ambivalenz“. Bei der Auftaktveranstaltung hält Prof. Johannes Bilstein von der Kunstakademie Düsseldorf den Festvortrag zum Thema „Metaphern der Ambivalenz – Ambivalenz der Metaphern“. Im Anschluss daran ist eine Tanzperformance zum Thema „Dancing Age(ing)” zu sehen. Die Tänzerin und (promovierte) Forscherin Susanne Martin zeigt Ausschnitte aus ihren Stücken „The Fountain of Youth“ und „The Fountain of Age“ und erprobt dabei das Potential von zeitgenössischem Tanz für den Ausdruck ambivalenter und komplexer Perspektiven, Erfahrungen, Bedeutungen und Narrative zum Thema Alter(n).

Symposion „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“
Öffentliche Auftaktveranstaltung
Dienstag, 14. Februar, von 18 bis 21 Uhr
Campus Westend
Casinogebäude, Nina-Rubinstein-Weg 1, Raum 1.811

Information: http://www.uni-frankfurt.de/70279876/IAA_Programm_final_01_2018.pdf

 

Feb 8 2018
14:09

Letzter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Wie lassen sich die Potenziale Studierender der ersten Generation fördern

FRANKFURT. Als Sozial- und Kulturpsychologin erforscht Prof. Dr. Nicole M. Stephens wie die soziale Welt systematisch die Selbstwahrnehmung und Handlungen der Menschen beeinflusst. Insbesondere geht sie der Frage nach, wie soziale Klasse, Rasse, ethnische Zugehörigkeit und Geschlecht die alltäglichen Lebenserfahrungen der Menschen sowie wichtige Lebenserfolge wie Bildungsstand und Gesundheit prägen. In ihrem Vortrag „Let’s Talk about Difference: Empowering First-generation College Students to Succeed“

am 14. Februar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend

nimmt Stephens Studierende der ersten Generation, deren Eltern keinen universitären Abschluss haben, in den Blick. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernehmen Prof. Tanja Brühl und Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität.

Inwiefern ist es möglich, Studierende über die Potenziale ihrer verschiedenen Hintergründe aufzuklären und somit benachteiligten Studierenden zu helfen, eine erfolgreiche Hochschulbildung abzuschließen? Stephens wird sich der Thematik auf die neue Art der „Difference-Education“ annähern und  verschiedene Prozesse aufzeigen, in welchen die Thematisierung von Ungleichheiten die akademischen Leistungen verbessern kann sowie verdeutlichen, wo diesem neuen Ansatz auch Grenzen gesetzt sind.

Nicole M. Stephens ist außerordentliche Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management. Sie promovierte in Psychologie an der Stanford University. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle der Kultur als ein starker und dennoch häufig vernachlässigter Faktor in Bezug auf die Motivation und die Erklärung menschlichen Verhaltens. Ihre gegenwärtige Forschung beschäftigt sich mit der Rolle der Kultur als Quelle sowie als Lösung von Ungleichheiten in Schulen und am Arbeitsplatz. Sie testet die Effizienz von forschungsbasierten Maßnahmen, welche die Verbesserung der Lebens- und Lernsituationen von unterrepräsentierten Gruppen zum Ziel haben.

Der Vortrag ist in englischer Sprache. Eine deutsche Zusammenfassung liegt bereit.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Feb 8 2018
10:24

Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten” an der Goethe-Universität steht 2018 ganz im Zeichen der Handschrift

Schreiben, Denken, Tanglen

FRANKFURT. Seit 2010 findet jedes Jahr am ersten Donnerstag im März die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten” statt, die von Schreibzentren mittlerweile weltweit veranstaltet wird. Mit dabei sind am 1. März auch wieder rund 200 Studierende der Goethe-Universität Frankfurt, darunter erstmals auch Studierende aus den Naturwissenschaften. Ab 20 Uhr machen sie die Nacht zum (Schreib-)Tag und  werden zeitgleich mit vielen anderen an ihren Schreibprojekten arbeiten.

Zara Tariq, die als ausgebildete studentische Schreibtutorin die „Lange Nacht“ mitorganisiert, hat sich dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Angeregt vom Besuch auf der Paperworld-Messe hat sie Kontakt zur Autorin und Dozentin Beate Winkler aufgenommen, die “Zentangle”-Kurse anbietet. Zentangle sind kleine Zeichnungen, die man auch ohne großes künstlerisches Talent hinbekommt und die entspannend wirken. Genau das Richtige also für gestresste Studierende, deren Finger durch das lange Tippen auf den Tastaturen ihrer Laptops etwas Abwechslung gebrauchen können: „Ich finde es toll, dass wir unseren Studierenden eine neue kreative Methode zeigen können, mit der man sich zwischendurch entspannen kann.”

Das Schreiben mit der Hand wird am Schreibzentrum der Goethe-Universität hoch geschätzt. Aktuelle Studien zeigen, dass man nicht nur leichter und angenehmer in den Schreibprozess hineinkommt, auch die Auseinandersetzung mit den Inhalten gelingt besser im Vergleich zu (rein) digitalen Werkzeugen. Viele Studierende sind heute jedoch nicht mehr so geübt darin, handschriftlich Notizen zu machen und das Schreiben mit der Hand  sinnvoll in ihren Arbeitsprozess einzubauen. Aus diesem Grund wird das Schreibzentrum der Goethe-Universität verstärkt auf Workshops zum Thema Handschrift setzen. So bekommen Studierende mehr Gelegenheiten zum Schreiben und sie werden individuell dabei unterstützt, diese wertvolle Kulturtechnik im Studium sinnvoll einzusetzen.

Neben dem Zentangle-Workshop warten auf die Studierenden kleine Workshops zum guten Zeitmanagement, zur Themeneingrenzung oder zum überzeugenden Argumentieren. Daneben beraten 15 Schreibtutor*innen individuell bei allen Fragen rund um das Thema Schreiben und sorgen dafür, dass der Kaffee nicht ausgeht in einer Nacht, die wie jedes Jahr wahrscheinlich erst gegen 6.30 Uhr enden wird.

Anmeldung Wer als Angehöriger der Goethe-Universität eine Nachtschicht einlegen möchte, kann sich unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de bis zum 28. Februar anmelden. Wer sich über andere Veranstaltungsorte informieren möchte, findet unter https://schreibnacht.wordpress.com/ einen Überblick über die zahlreichen Angebote.


Kontakt und weitere Informationen
Dr. Stephanie Dreyfürst, Leitung Schreibzentrum, Goethe-Universität Frankfurt, Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Campus Westend dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de ⎸Tel +49(0)69/798-32846

 

Feb 7 2018
15:22

Universitätspräsidentin Wolff: „Schönes Signal der Geschlossenheit“

Neues Präsidialteam der Goethe-Universität gewählt

FRANKFURT. Prof. Dr. Simone Fulda, Prof. Dr. Roger Erb, Prof. Dr. Rolf van Dick sowie Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz sind heute (7.2.) vom erweiterten Senat als Vizepräsidentin und Vizepräsidenten der Goethe-Universität gewählt worden. Die Amtszeit der Gewählten dauert drei Jahre und beginnt am 1. Mai 2018. Der Erweiterte Senat hatte (im ersten Wahlgang) mehrheitlich für die Wahlvorschläge der Präsidentin, Prof. Dr. Birgitta Wolff, votiert. Zuvor hatte bereits der Hochschulrat die Kandidaten einstimmig bestätigt. Für Manfred Schubert-Zsilavecz, der seit 2009 als Vizepräsident amtiert, ist es bereits die vierte Wahlperiode. In den drei anderen Positionen folgen die Gewählten Prof. Dr. Brigitte Haar, Prof. Dr. Tanja Brühl und Prof. Dr. Enrico Schleiff, die nicht mehr zur Wahl standen.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagte: „Diese Wahl ist ein schönes Signal der Geschlossenheit. Mit diesem Team, das aus Persönlichkeiten mit ausgezeichneter Expertise besteht, können wir die Herausforderungen der Universität in den nächsten drei Jahren gut angehen. Es gilt, die Goethe-Universität in und mit der Wissenschaftsregion Rhein-Main weiterzuentwickeln, unseren eigenen Weg als Goethe-Universität im deutschen wie im internationalen Wissenschaftssystem zu gehen.

Ich danke Simone Fulda, Roger Erb, Rolf van Dick und Manfred Schubert-Zsilavecz   dafür, dass sie bereit sind, für die Goethe-Universität und die mit ihr verbundenen Institutionen besondere Verantwortung zu übernehmen. Mein Dank gilt auch an Brigitte Haar, Tanja Brühl und Enrico Schleiff für ihr unermüdliches und erfolgreiches Engagement in den letzten Jahren als Mitglieder des Präsidialteams.“

Die Gewählten werden die Ressorts Forschung und akademische Infrastruktur (Fulda), Studium und Lehre (Erb), Internationalisierung, Nachwuchs, Gleichstellung und Diversity, (van Dick), sowie Third Mission (Schubert-Zsilavecz) vertreten.

Rolf van Dick ist seit 2006 Professor für Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt. Er promovierte an der Philipps Universität Marburg und war vor seiner Berufung nach Frankfurt Professor of Social Psychology and Organizational Behavior an der Aston University in Birmingham, Großbritannien. Er war Herausgeber des British Journal of Management und des Journal of Personnel Psychology. Rolf van Dick hat vor allem im Bereich von Identitätsprozessen in Organisationen (z.B. zu Themen wie Stress, Fusionen, Diversität oder Führung) mehrere Bücher herausgegeben und über 100 Zeitschriftenaufsätze publiziert. Er hatte Gastprofessuren in den USA, Griechenland, Nepal, China und Italien inne und ist als Professor affiliiert mit dem Arbeitsforschungsinstitut in Oslo, Norwegen. Seit 2011 leitet er zudem das von ihm gegründete Center for Leadership and Behavior in Organizations (CLBO), ein praxisorientiertes Forschungsinstitut an der Goethe-Universität Frankfurt. Es vereint Wissenschaftler der Ökonomie, Psychologie und Soziologie, die interdisziplinär zu Themen des Human Resource Management forschen, lehren und beraten.

Roger Erb hat seit 2010 an der Goethe-Universität eine Professur für Didaktik der Physik inne und ist seit 2011 Direktor an der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung. 2002 trat er eine Professur an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd für Physik und Didaktik der Physik an. Von 2004 bis 2010 war er dort Prorektor für Studium und Lehre und zwischen 2006 und 2010 Mitglied im Beirat des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Ulm. Von 2008 bis 2011 amtierte er als Mitglied des Georg-Kerschensteiner-Preiskomitees der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und war dort auch 2010 bis 2015 Leiter des Fachverbands Didaktik der Physik. Zu den Forschungsschwerpunkten Erbs zählen die Lernprozesse im Physikunterricht sowie das Experimentieren im Physikunterricht, insbesondere Untersuchungen zu Leistung und Interesse von Schülerinnen und Schülern und die Weiterentwicklung des Optikunterrichts im Rahmen des Lichtwegkonzepts. Seit 2014 ist er zudem Studiendekan des Fachbereichs Physik an der Goethe-Universität.

Simone Fulda ist Professorin für Experimentelle Tumorforschung, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und seit 2010 Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie am Universitätsklinikum Frankfurt. Von 2012 bis 2018 war sie zudem Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats und u.a. Vorsitzende des Ausschusses Forschungsbauten. Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland, das die Bundes­regierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung sowie zu übergrei­fenden Fragen des Wissenschaftssystems berät. Die Kinderkrebsexpertin hat sich mit ihrer Apoptose-Forschung einen Namen gemacht. Sie untersucht, warum der programmierte Zelltod in Tumorzellen nicht mehr funktioniert mit dem Ziel, durch medikamentöse Behandlung den Prozess wieder in Gang zu setzen. Für ihre Arbeiten hat sie zahlreiche nationale und internationale Preise erhalten, u.a. 2014 den Deutschen Krebspreis. Von 2002 bis 2007 war Fulda Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Anschluss daran hatte sie eine DFG-Forschungsprofessur an der Universität Ulm inne.

Manfred Schubert-Zsilavecz ist seit 1997 Professor für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität und seit 2009 als Vizepräsident tätig. In dieser Funktion trat er für die Verbesserung von Lehre und Studium ein; u.a. indem er die „Bologna-Werkstätten“ zur Reform von Studiengängen initiierte und die Goethe-Universität beim „Qualitätspakt Lehre“ zum Erfolg führte. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Verwaltungsrates des Frankfurter Studentenwerkes und des Aufsichtsrates der Firma Innovectis sowie seit 2014 Vorsitzender des House of Pharma and Healthcare. Anfang 2015 wurde Schubert-Zsilavecz zum stellvertretenden Vorsitzenden der Auswahlkommission für den Qualitätspakt Lehre im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ernannt. Nicht zuletzt trug er entscheidend dazu bei, dass im Jahr des Universitätsjubiläums (2014) ca. 70 Mio. Euro aus privaten Quellen eingeworben werden konnten.

Foto zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/70377108

Bildunterschrift: Neues Präsidialteam der Goethe-Universität (v.l.n.r.): Manfred Schubert-Zsilavecz, Simone Fulda, Rolf van Dick, Unipräsidentin Birgitta Wolff, Roger Erb

Bild: Lecher/Goethe-Uni

 

Feb 7 2018
11:53

Noch bis 11. Februar 2018: Sonderausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ im Museum Giersch der Goethe-Universität

Schenkung von Eric und Jula Isenburger-Archiv an das Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek: Wertvoller Zuwachs für Frankfurt

FRANKFURT. Angeregt durch die erfolgreiche Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (noch bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität konnte noch während der Laufzeit der Ausstellung eine Vereinbarung über den Verbleib der Originaldokumente von Eric und Jula Isenburger zu Gunsten Frankfurts, der Geburtsstadt Eric Isenburgers, getroffen werden. Das Isenburger-Archiv Neuburg an der Donau (IAN), in jahrelanger Arbeit aufbereitet und wichtige Quelle für Recherchen zur aktuellen Ausstellung, findet mit seinem umfangreichen Schatz an Dokumenten nun im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main seinen Platz und schließt in hervorragender Weise an den dort bereits aufbewahrten Teilnachlass von Eric Isenburger an. Die Eigentümerin der Dokumente und die Eric und Jula Isenburger Gesellschaft e. V. Neuburg überlassen dem Deutschen Exilarchiv die Originaldokumente des IAN als Schenkung.

Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach. Die letzten öffentlichen Führungen finden Mittwoch, 7.2.2018, um 17.30 Uhr und Sonntag, 11.2.2018 um 15 und 16 Uhr statt. Kosten: 3 Euro (zzgl. zum Eintritt.).

Am Donnerstag, 8.2.2018, um 19 Uhr hält Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, einen Vortrag in deutscher Sprache über „Jula Isenburger-Elenbogen und das Exil der Tanzszene“ im Museum Giersch der Goethe-Universität. Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse. Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Feb 7 2018
11:32

„Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ lehrt professionellen Naturschutz

Intensivkurs für junge Naturschützer

FRANKFURT. Am 19. Februar startet die zweite „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“, ein in Deutschland einzigartiger Intensivkurs, in dem Studierende und junge Naturschutzprofis aus verschiedenen Ländern das Handwerkszeug für professionellen Naturschutz lernen. Zur Eröffnungsveranstaltung

am 19.Februar von 9:00 bis 12:00 Uhr 
im Biologicum, Hörsaal 2 (-1.203), Max-von-Laue-Str. 13, Campus Riedberg

sind Medienvertreter herzlich eingeladen.

Klimawandel, Umweltzerstörung und der Verlust an Artenvielfalt und Lebensräumen sind die großen Herausforderungen unserer Zeit, wenn wir der nächsten Generation einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen. Um dafür gut gerüstet zu sein, brauchen wir weltweit engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Naturschutzbehörden, Nationalparks und staatlichen sowie nichtstaatlichen Organisationen. Diese müssen nicht nur biologisches und ökologisches Wissen mitbringen, sondern auch über Knowhow im Management von Schutzgebieten oder Naturschutzprojekten verfügen. Doch genau diese praxisbezogene Qualifikation wird im Rahmen der einschlägigen Studiengänge wie etwa Biologie oder Naturschutz bislang kaum angeboten.

Die „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ füllt diese Lücke. In dem vierwöchigen und für Deutschland einmaligen Intensivkurs während der Semesterferien werden wesentliche Themen des erfolgreichen Projektmanagements an Studierende der Biologie und verwandter Fächer vermittelt. Nach dem großen Erfolg des Pilotprojektes im Frühjahr 2017 startet am 19. Februar die zweite Frankfurter Spring School mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Ländern. Diese waren aus insgesamt 92 Bewerbungen ausgewählt worden. „Die hohe Anzahl der Bewerbungen aus Deutschland und dem europäischen Ausland freut uns sehr und zeigt, dass diese Frankfurter Initiative ein Volltreffer ist und derartige Zusatzqualifikation von Biologen, Geografen oder Forstwissenschaftlern sehr nachgefragt wird“, sagt Michael Brombacher, verantwortlicher Programmleiter bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

Die „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ ist eine Initiative von in Frankfurt ansässigen Institutionen wie der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, der KfW Stiftung, der KfW, dem WWF, der KPMG und BioFrankfurt e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt.

Neben 24 Studierenden verschiedener Universitäten nehmen sechs Stipendiaten der KfW Stiftung an der Spring School teil. Die jungen Naturschutzprofis aus Peru, Ecuador, Tansania, Äthiopien, Madagaskar und Vietnam arbeiten bereits in nationalen Behörden oder Naturschutzvorhaben in ihrem Heimatland. Sie stehen für die Internationalität der Spring School und bringen aktuelle, praktische Erfahrungen von ihrer Arbeit vor Ort in den Kurs ein. „Uns ist es wichtig, dass gerade in Ländern mit sehr hoher Biodiversität und großen Schutzgebieten die Ausbildung des nationalen Personals gestärkt wird“, sagt Dr. Bernd Siegfried, Geschäftsführer der KfW Stiftung. Die Stipendiaten der KfW Stiftung erhalten zusätzlich die Möglichkeit, ihr in Frankfurt erworbenes Wissen aktiv anzuwenden und eine Projektidee für ihr Schutzgebiet auszuarbeiten. Eine Jury wählt die drei besten Projekte, deren Umsetzung mit jeweils bis zu 100.000 Euro gefördert wird.

In der „Frankfurt Spring School on Conservation Project Management“ vermitteln Dozenten mit langjähriger praktischer Erfahrung in Vorträgen, Übungen und Exkursionen eine breite Palette an Themen, die sonst nicht Teil der universitären Ausbildung sind, etwa strategische Planung und Business-Entwicklung, den Umgang mit Finanzen, Budgets und Personal sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. „Die anwendungsorientierten Lehrinhalte geben den Studierenden konkrete Einblicke in die Anforderungen an Projektmanager im Naturschutz und sind daher sehr wichtig für die berufliche Orientierung in der Zeit nach dem Studium“, sagt Prof. Meike Piepenbring von der Goethe-Universität.

Dieses besondere Weiterbildungsangebot wird von den oben genannten Institutionen sowie von der Albert-und-Barbara-von-Metzler-Stiftung und der Vereinigung der Freunde und Förderer der Johann Wolfgang Goethe-Universität finanziell unterstützt.

Vertreter der einzelnen Institutionen stehen Ihnen im Anschluss an die Veranstaltung für Statements gerne zur Verfügung.

Information: Dagmar Andres-Brümmer, Pressestelle der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, Tel. (069) 943446-11, andres-bruemmer@zgf.de.

 

Feb 7 2018
11:27

„Gut unterstützt?“: Goethe-Universität lädt zur Diskussion über gute Startbedingungen

Von der Uni ins Unternehmertum

FRANKFURT. Wie kann der Weg von der Universität in die Wirtschaft auf Anhieb gelingen, und was können die Hochschulen dazu beitragen? Mit dieser Frage befasst sich eine Veranstaltung an der Goethe-Universität mit dem Titel „Gut unterstützt?“, zu der das Präsidium am 20. Februar einlädt. Zu Gast bei der Podiumsdiskussion ist Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

„Third Mission“, das ist neben Forschung und Lehre die dritte Säule einer modernen Universität. Gemeint ist damit die Einbindung der Hochschule in die Gesellschaft, die wechselseitig zu verstehen ist: Die Universität wirkt in die Region, deren Menschen wiederum eingeladen sind, das universitäre Leben mitzugestalten. 2015 hat die Goethe-Universität den „Strategieprozess Third Mission“ in Gang gebracht, damit setzt sie gezielt auf ihre Stärken als Stiftungs- und Bürgeruniversität. Als solche ist sie per se in Forschung und Lehre sowie als Organisation und auf der Basis vieler Kooperationsprojekte eng in Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft der Region eingebunden. Dadurch hat sie besonders gute Chancen, ihrem Auftrag „Gemeinsam mit und für die Gesellschaft Verantwortung übernehmen“ gerecht zu werden.

In diesem Zusammenhang bringt die Goethe-Universität Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um Neues entstehen zu lassen – zum Beispiel in den Third-Mission-Foren. Sie dienen zur Bestandsaufnahme und Selbstreflexion und sollen den Blick auf Best Practice-Beispiele lenken, um daraus zu lernen. Bislang ging es bei diesen Foren um Politikberatung und Alumni-Arbeit, diesmal steht das Thema Innovationen und Gründungen im Fokus.

Zu den Referenten gehören diesmal Dr. Martin Raditsch, Geschäftsführer der Innovectis, einer Tochterfirma der Goethe-Universität, die Forschende hinsichtlich von Patenten, Lizenzen, Vermarktung und Ausgründungen unterstützt. Thomas Doppelberger von Fraunhofer Ventures wird über Verwertungs- und Ausgründungsstategien aus außeruniversitärer Perspektiven sprechen. Prof. Andreas Hackethal, Dr. Katharina Braun und Dr. Sebastian Schäfer stellen den Ausgründungsservice der Goethe-Universität Unibator vor sowie das TechQuartier für die FinTech-Branche im Rhein-Main-Gebiet. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Podiumsdiskussion „Gründungs- und Innovationskultur in Deutschland – Welche Beiträge können und sollen Universitäten liefern?“, an der Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, teilnehmen wird sowie der Unternehmer Stefan Quandt, Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Lukas Frank (Enactus Universität Frankfurt e.V.)  sowie der Unternehmer und Alumnus Yi Shi aus China. Moderiert wird die Diskussion von Uni-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz.

Gut unterstützt? 
Hochschulforum zu Innovation und Gründungen
„Third Mission“ an der Goethe-Universität

20. Februar 2018, 13 bis 17 Uhr
Foyer PA-Gebäude, Campus Westend,  Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt

Das Programm:
13 Uhr Grußwort Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident Goethe-Universität

13:10 Uhr Dr. Martin Raditsch (Geschäftsführer Innovectis): „Lizenzierung oder Ausgründung?“ 

13:55 Uhr Thomas Doppelberger (Leiter Fraunhofer Ventures): „Good Practice - Verwertungs-/Ausgründungsstrategie“ 

14:55 Uhr Prof. Dr. Andreas Hackethal (Professor für Finanzen), Dr. Sebastian Schäfer (Geschäftsführer TechQuartier), Dr. Katharina Funke-Braun (Geschäftsführerin Unibator): „Integrale Rolle der GU im FinTech-Ökosystem Rhein-Main“ 

16 Uhr Podiumsdiskussion „Gründungs- und Innovationskultur in Deutschland –  Welche Beiträge können und sollen Universitäten liefern?“

Teilnehmer: Tarek Al-Wazir (Grüne), Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Stefan Quandt, Unternehmer, Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, Yi Shi, Unternehmer und Alumnus, Lukas Frank (Enactus Universität Frankfurt e.V.)

Moderation: Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz 

Anmeldung bis 12. Februar unter veranstaltungen@uni-frankfurt.de (Frau Lisa Haag)

Information: Kristofer Oedekoven, Referent für Hochschulentwicklung, Präsidialbüro, Telefon: +49 (0)69  798 13636, E-Mail: oedekoven@pvw.uni-frankfurt.de

 

Feb 6 2018
13:30

Erhöhte Gefahr durch Hanta-Viren im Staub im Frühsommer und in waldreichen Gebieten

Krank durch Frühjahrsputz?

FRANKFURT. Wer beim Frühjahrsputz Staub einatmet, setzt sich in manchen Gebieten Deutschlands einem erhöhten Infektionsrisiko durch Hanta-Viren aus. Diese finden sich unter anderem in Staub, der mit den Ausscheidungen infizierter Rötelmäuse kontaminiert ist. Wissenschaftler der Goethe-Universität und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums haben die Entwicklung von Hanta-Infektionen in Deutschland nun anhand von Langzeitdatenreihen untersucht und festgestellt: Erhöhte Gefahr droht im Frühsommer und in waldreichen Gebieten sowie nach „fetten Jahren“ für die Rötelmaus.

Hanta-Viren erregten erstmals Anfang der 1950er öffentliches und wissenschaftliches Interesse, als zahlreiche amerikanische Soldaten sich in Korea mit dem damals unbekannten Erreger infizierten und an hämorrhagischem Fieber erkrankten. Dies ist vor allem wegen der erhöhten Blutungsneigung gefährlich, die zu akutem Nierenversagen führen kann. In Deutschland wurden Infektionen mit Hanta-Viren Mitte der 1980er Jahre bekannt. In den meisten Fällen ist das durch die Rötelmaus (Myodes glareolus) übertragene Puumala-Virus (PUUV) die Ursache. Die Maus selbst erkrankt nicht, kann den Erreger aber zum Beispiel durch einen Biss auf den Menschen übertragen. Auch durch Kot, Urin oder erregerhaltige Aerosole, die beispielsweise während Reinigungsarbeiten in der Land- und Forstwirtschaft aufgewirbelt und eingeatmet werden, kann es zur Infektion kommen.

Belastbare Daten über die Häufigkeit der Hanta-Virus-Infektionen sind in Deutschland seit der Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 verfügbar. Besonders viele Puumala-Virus-Infektionen treten in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten in Bayern und Nordrhein-Westfalen auf. In Nordostdeutschland gibt es dagegen wenige PUUV-Virus-Fälle. In großen Städten und Ballungsgebieten (Berlin, Stuttgart, Bonn) ist die Zahl der PUUV-Infektionen pro 100.000 Einwohner tendenziell höher als in ländlichen Gebieten. Während die räumlichen Muster über die letzten 15 Jahre ähnlich geblieben sind, gab es starke zeitliche Schwankungen: So war die Zahl der gemeldeten PUUV-Infektionen in den Jahren 2007, 2010 und 2012 besonders hoch.

Die Gruppe von Prof. Sven Klimpel von Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität hat diese Daten zusammen mit Kollegen des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum untersucht, um räumliche, zeitliche und saisonale Muster für das Auftreten der Infektion zu identifizieren. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von „PeerJ“ mitteilen, gelten als wichtige Faktoren für die Rötelmausdichte die Landnutzung (insbesondere der Waldanteil), klimatische Faktoren (kalte Winter) und das Nahrungsangebot. Jahre, in denen Buche, Eiche und Kastanie besonders viele Früchte produzieren (Mastjahre), bedeuten ein reiches Nahrungsangebot für den Krankheitsüberträger. Das führt oft zu einem starken Anstieg der Populationsdichte und damit zu mehr infizierten Rötelmäusen, was letztlich auch das Infektionsrisiko für den Menschen erhöht. Tatsächlich gingen den infektionsreichen Jahren 2007, 2010 und 2012 jeweils Mastjahre voraus. Allerdings folgte auf das Mastjahr 2014 nur ein Jahr mit leicht erhöhter Anzahl an humanen Puumala-Virus Infektionen. Entscheidend für das Auftreten von Mastjahren sind wiederum klimatische Bedingungen in den Vorjahren und der zeitliche Abstand zum vorhergehenden Mastjahr.

Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der Vielzahl an Faktoren, die Einfluss auf die Zahl der Puumala-Virus-Infektionen haben, ist es derzeit noch schwierig, ein zuverlässiges Vorhersage-Modell zu erstellen. Anhand von Korrelationsanalysen konnte die Gruppe aber ein höheres Risiko für waldreiche Gebiete ableiten sowie für den Frühsommer und für Jahre, die auf ein Mastjahr folgen. „Durch den Klimawandel, der häufigere Mastjahre und mildere Winter mit sich bringt, könnte die Zahl der Puumala-Virus-Infektionen künftig ansteigen“, prognostiziert Klimpel.

Publikation: Sarah Cunze, Judith Kochmann, Thomas Kuhn, Raphael Frank, Dorian D. Dörge und Sven Klimpel: Spatial and temporal patterns of human Puumala virus (PUUV) infections in Germany, DOI 10.7717/peerj.4255

Bilder in einer hohen Auflösung zum Download finden Sie unter https://we.tl/jckvU8BugZ

Bildtexte:

  • Anzahl der gemeldeten PUUV Erkrankungen pro 100,000 Einwohner (nach Landkreisen). Die Abbildung basiert auf Daten des Robert Koch Institutes. | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie
  • Entwicklungszyklus des Hanta-Virus und Übertragung auf den Menschen. | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie
  • Falle für Rötelmäuse | Bildrechte: Goethe-Universität Frankfurt, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie

Information: Prof. Sven Klimpel, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15 und Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Campus Riedberg, Tel.: (069) Tel.: (069) 798 42237, Klimpel@bio.uni-frankfurt.de.

 

Feb 6 2018
10:47

Sexuelle Übergriffe auf dem Campus Westend und in dessen Umfeld

Gemeinsame Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Frankfurter Polizei

FRANKFURT. Wie den Medien bereits bekannt ist, kam es in den vergangenen Monaten zu drei sexuellen Übergriffen, davon zwei Versuche, im Bereich der Siolistraße/Miquelallee. Weiterhin kam es Ende Januar auf dem Gelände des Unicampus Westend zu einer sexuellen Belästigung. Die Frankfurter Kriminalpolizei hat intensive Ermittlungen aufgenommen, die derzeit andauern.

Die Polizei geht aufgrund der aktuellen Erkenntnisse davon aus, dass die ersten drei Fälle in Zusammenhang stehen. Zu dem vierten Fall auf dem Unicampus besteht nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Verbindung.

Seit Beginn der polizeilichen Ermittlungen steht die Frankfurter Polizei mit Anwohnern, Mitgliedern der Studierendengemeinden sowie im vierten Fall mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Kontakt. Oberste Priorität hatten zu Beginn verdeckt durchgeführte Maßnahmen. Um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden und Täterwissen frühzeitig preiszugeben, erfolgte zunächst keine öffentliche Information auf dem Unicampus Westend. Gleichwohl wurde mit zivilen Kräften der Tatort sowie die nähere Umgebung observiert, um die Sicherheit oberhalb des Geländes der Universität zu gewährleisten.

Nachdem sichergestellt war, dass Ermittlungsansätze und polizeiliche Spuren nicht mehr gefährdet werden konnten, hat die Universität zum Schutz der Mitarbeiter*innen und Studierenden ein internes Schreiben veröffentlicht. Parallel dazu hat die Polizei ihre öffentlich wahrnehmbaren Maßnahmen intensiviert, um auf diesem Wege sachdienliche Hinweise zu erhalten.

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Frankfurter Polizei pflegen traditionell eine gute Zusammenarbeit. Gemeinsam werden sie weitere Schutzmaßnahmen ergreifen; die Täterermittlungen werden mit Hochdruck betrieben.

 

Feb 5 2018
09:40

„50 Jahre 68“: Ausblick auf Themen und Veranstaltungen an der Goethe-Universität im aktuellen UniReport

Chiffre für Wunsch nach sozialem Wandel

FRANKFURT. Frankfurt war neben Berlin der Universitätsstandort in Deutschland, an dem die Studentenproteste im Jahre 1968 besonders heftig ausbrachen. Im „Sommer der Revolte“ wurden Institute besetzt, neue Lern- und Lebensformen erprobt und die Verbindlichkeit von gesellschaftlichen Sitten und Werten in Frage gestellt. 50 Jahre später beschäftigt sich auch die Forschung mit dem Jahr des Umbruchs. Dr. Steffen Bruendel, Direktor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, spricht in der neuen Ausgabe des UniReports davon, dass 68 heute als „Chiffre für ein weltweites Phänomen gilt, für einen vor allem von jungen Leuten artikulierten Wunsch nach sozialem Wandel und einer anderen Gesellschaftsordnung.“ Auch wenn das Jahr ein halbes Jahrhundert zurückliege, hätte es auch für heutige Studierende seine „Faszination“ behalten.

Porträtiert wird im UniReport eine von den damals politisch engagierten Studierenden der Goethe-Universität: Barbara Köster studierte Soziologie bei Theodor W. Adorno, war Mitglied im SDS und im so genannten „Weiberrat“ tätig. Sie zeigt sich im Rückblick sehr zufrieden mit dem, was ihre Generation auf den Weg gebracht hat, gerade auch im Bereich der Erziehung; sie sieht aber auch die Gefahr, dass gesellschaftliches Engagement von manchen politischen Gruppierungen heute als „Gutmenschentum“ verurteilt werde.

Ein Überblick über Ausstellungen, Vorträge und Diskussionen zu „50 Jahre 68“ an der Goethe-Universität rundet den Themenschwerpunkt im UniReport ab.

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Debatte über Meinungsfreiheit an der Universität: Fragen an Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff zur Podiumsdiskussion „Diskurskultur im Zwielicht“.
  • Erziehungswissenschaften begleiten jedes Lebensalter: Frankfurt glänzt mit eigenständigem Bachelor- und Masterstudiengang.
  • Können nationale Egoismen überwunden werden? Podiumsdiskussion zur Zukunft der Eurozone.
  • Prof. Nicola Fuchs-Schündeln gewinnt Leibniz-Preis: ein Porträt der innovativen Wirtschaftswissenschaftlerin.
  • Der Paläontologe und das Meer: Prof. Eberhard Gischler erforscht das Klimagedächtnis von Korallenriffen.
  • Durchschnittsalter der Einsteiger liegt bei 65 Jahren: Studierenden-Befragung an der Universität des 3. Lebensalters.
  • Zu Gast an der University of Toronto: Andrea Stork, Verwaltungsangestellte am Institut für Politikwissenschaft, über ihren Besuch in Kanada im Rahmen der Strategischen Partnerschaft.
  • Erfolgreicher Start ins Berufsleben mit Doktortitel: Europäische Studie untersucht Zufriedenheit der GRADE-Alumni.

Der UniReport 1/2018 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://tinygu.de/UniReport-1-2018

 

Feb 1 2018
15:24

Fünfter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Migration im Verlauf der Schulbiografie

FRANKFURT. Über die Situation migrierter Kinder, Jugendlicher sowie junger Erwachsener im deutschen Bildungssystem und Möglichkeiten der Professionalisierung im Lehramt wird die Lehrerin Mona Massumi in ihrem Vortrag „Migration im Verlauf der Schulbiografie“

am 7. Februar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend,

referieren. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Isabell Diehm, Goethe-Universität.

Mona Massumi wird einen Überblick über die „Gruppe“ neu zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener gegeben, um im Anschluss anhand rechtlicher Rahmenbedingungen und schulorganisatorischer Modelle die institutionellen Bedingungen für die Einbindung migrierter Schüler ins Bildungssystem aufzuzeigen. Im Weiteren soll anhand eines Praxisbeispiels gezeigt werden, wie Lehramtsstudierende durch institutionell verankerte Angebote in der Arbeit mit Lernenden mit geringen Deutschkenntnissen gefördert werden können.

Mona Massumi ist Lehrerin und hat sechs Jahre lang im Schwerpunkt Internationale Förderklassen an einem Berufskolleg unterrichtet. Seit 2013 ist sie abgeordnet an das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln. Dort koordiniert sie den Arbeitsbereich „Diversity“ mit dem Fokus Migration. Neben Rassismuskritik in der Lehrerbildung ist die Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften in der Arbeit mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen einer ihrer Arbeitsschwerpunkte. Außerdem promoviert sie zu Schulverläufen von migrierten Jugendlichen im deutschen Bildungssystem.

Termine und Themen im Überblick:

14. Februar 2018
Let’s Talk about Difference. Enpowering First-generation College Students to Succeed
Nicole M. Stephens, Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management
Moderation: Prof. Tanja Brühl, Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität

Beginn jeweils um 18 Uhr. Für die Vorträge in englischer Sprache werden Zusammenfassungen in deutscher Sprache bereit gelegt.

Alle Veranstaltungen finden im Anbau Casino Saal West, Campus Westend, statt.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Feb 1 2018
11:48

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Projekt FID in den nächsten drei Jahren mit insgesamt rund 880.000 Euro inkl. Programmpauschale.

Der Fachinformationsdienst Germanistik geht an den Start

FRANKFURT. Nun bekommt auch die Germanistik, das personenstärkste geisteswissenschaftliche Fach, einen eigenen Fachinformationsdienst: Kurz vor Weihnachten traf die Bewilligung des Förderantrags an die DFG ein, für den die Frankfurter Universitätsbibliothek verantwortlich zeichnet. Die über sechs Jahrzehnte währende Germanistik-Tradition der UB Frankfurt als ehemals DFG-unterstützte Sondersammelgebietsbibliothek findet damit im zeitgemäßen Rahmen ihre Fortsetzung bis mindestens 2020.

Der FID Germanistik sieht Publizieren, Partizipieren, Recherchieren und Forschen als die zentralen Aktivitäten philologischer Praxis, für die innerhalb eines neu zu etablierenden Portals die entsprechende Infrastruktur angeboten werden soll. Publizieren wird mittels eines Publikationsservers sowie über einen Hosting-Service auf Basis der Software Open Journal System (OJS) vorangetrieben. Kooperationsvereinbarungen hierfür bestehen u.a. mit renommierten Institutionen wie etwa dem Freien Deutschen Hochstift, literarische Gesellschaften wie der Rilke-Gesellschaft sowie mit dem Online-Verzeichnis der Hochschulgermanistik. Ein hohes Maß an Interaktionsmöglichkeiten zwischen Bibliothek und Wissenschaft ist unerlässlich für den Erfolg eines serviceorientierten FID.

Partizipieren können soll man am FID auf vielfältige Weise, wofür niederschwellige Rückmeldemöglichkeiten wie auch Angebote zur Nutzerinformation geschaffen werden. Mit Unterstützung von studiumdigitale, der zentralen E-Learning-Einrichtung der Goethe-Universität, wird ein Online-Tutorial erarbeitet, das über aktuelle digitale, fachspezifische Arbeitspraktiken orientieren soll. Recherche-Werkzeug, Speicher für Forschungsergebnisse und zentrale Anlaufstelle bildet das innerhalb des Faches gut eingeführte Portal „Germanistik im Netz (GiN)“. Dieses wird um singuläre Inhalte und neue Funktionalitäten erweitert. Geboten werden künftig auch Nachweise von Archivbeständen (über das Portal Kalliope), umfassende Volltexte (u.a. über das Deutsche Textarchiv) sowie weitere Fachinformationen auf einen Klick. Als zusätzliche forschungsorientierte Dienstleistung des FID Germanistik soll ein Text-Mining-Werkzeug entwickelt werden. Über die diachrone Analyse bibliografischer Daten sollen so Aufschlüsse darüber gewonnen werden, wie sich Arbeitsfelder, Methoden, Netzwerke in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt haben.

Information: Dr. Volker Michel, Fachreferent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Sammlung Deutscher Drucke 1801-1870; Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39786, E-Mail: v.michel@ub.uni-frankfurt.de

Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

 

Jan 31 2018
13:55

Neue Professur für Psychologie am Forschungszentrum IDeA

Neue Qualifikationsprofessur erforscht individuelle Fördermöglichkeiten für Grundschulkinder

FRANKFURT. Im Zuge von Inklusion und Zuwanderung setzen sich Grundschulklassen heutzutage immer vielfältiger zusammen. Lehrkräfte sind daher mehr denn je gefordert, auf unterschiedliche Lernbedürfnisse einzugehen. Das Forschungszentrum „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) in Frankfurt am Main will dazu beitragen, diese Herausforderung zu bewältigen. Das Zentrum verstärkt dieses Engagement mit der jetzt erfolgten Berufung von Dr. Garvin Brod zum Professor für Psychologie mit dem Schwerpunkt individuelle Förderung.

„Ziel meiner Forschung ist es, maßgeschneiderte Förderangebote für Kinder zu entwickeln“, erläutert Professor Brod. Mit solchen Angeboten können Lehrerinnen und Lehrer die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen erfassen und die Kinder dementsprechend individuell unterstützen. „Insbesondere möchte ich untersuchen, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Kinder gezielt zu fördern, und unter welchen Voraussetzungen sich technologieunterstützte Förderinstrumente wirksam im Unterricht einsetzen lassen“, ergänzt der Psychologe, der die Qualifikationsprofessur Anfang Januar übernommen hat. In einem Projekt erforscht ein Team um Professor Brod zum Beispiel den Nutzen einer computerbasierten Lernverlaufsdiagnostik im Förderunterricht für Kinder mit hartnäckigen Leseschwierigkeiten.

Die Professur ist organisatorisch dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Goethe-Universität Frankfurt zugeordnet und im interdisziplinären IDeA-Zentrum angesiedelt, in dem Forscherinnen und Forscher beider Institutionen die Lernentwicklung von Kindern untersuchen. „Mit Garvin Brod haben wir einen ausgewiesenen Experten auf dem Feld der individuellen Förderung gewonnen. Seine Arbeit wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lernchancen von Kindern zu optimieren“, so Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des DIPF. „Mit der neuen Professur, die einem wichtigen Feld der Bildungsforschung gewidmet ist, wird die Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem DIPF sinnvoll erweitert“, betont Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität.

Garvin Brod hat seine Forscherlaufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung „Entwicklungspsychologie“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin begonnen. Für seine dabei entstandene Dissertation über die Effekte von Vorwissen auf die Gedächtnisleistung im Altersvergleich wurde er mit der Otto-Hahn-Medaille 2016 ausgezeichnet. Damit ehrt die Max-Planck-Gesellschaft herausragende Leistungen von wissenschaftlichen Nachwuchskräften. Zuletzt war der Forscher Leiter des Lernförderlabors am IDeA-Zentrum.

Kontakt: Professur: Prof. Dr. Garvin Brod, DIPF, +49 (0)69 24708-139, Garvin.Brod@dipf.de | Presse: Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, stirm@dipf.de, www.dipf.de

 

Jan 31 2018
13:54

Rundgang des Instituts für Kunstpädagogik: Studierende stellen ihre Arbeiten aus

Ausstellung: „R UND LÄUFE UND KREIS GÄNGE“

FRANKFURT. Für den jährlich stattfindenden Rundgang öffnet das Institut für Kunstpädagogik am Donnerstag, den 8. Februar 2018, wieder seine Tore.

Auf dem gesamten Gelände der alten Fabrik des Unicampus Bockenheim präsentieren die Studierenden Arbeiten aus dem vergangenen Semester. Es werden Malerei, (Raum-)Installationen, Fotografien, Videos und Zeichnungen aus den Bereichen Plastik, Neue Medien, Malerei und der Grafik gezeigt.

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Vielfalt der künstlerischen Ansätze und Arbeitsweisen sowie in die fachdidaktischen Bereiche des kunstpädagogischen Instituts.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zur Vernissage am Donnerstag, den 8. Februar 2018, um 18.00 Uhr, in der Ausstellungshalle des Instituts für Kunstpädagogik.

„R UND LÄUFE UND KREIS GÄNGE“
9.–11. Februar 2018, Campus Bockenheim, Sophienstr. 1-3, Goethe-Universität Frankfurt am Main.

DO, 18.00-22.00 Uhr, VERNISSAGE: 18.00 Uhr

FR, 15.00-22.00 Uhr, PARTY: 22.00 Uhr

SA + SO, 14.00-20.00 Uhr

Weitere Informationen und Veranstaltungsübersicht unter: rundgang-kunstpaedagogik-ffm.tumblr.com

Kontakt: Prof. Kerstin Gottschalk, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kunstpädagogik, Goethe-Universität Frankfurt.
Tel. (069) 798-22934, Ke.Gottschalk@kunst.uni-frankfurt.de

 

Jan 29 2018
11:59

Digitalisierung der umfangreichen Senckenberg-Archive bewilligt

Senckenbergs Erbe im Netz

FRANKFURT. In einem gemeinsamen Projekt werden das Institut für Stadtgeschichte, die Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) in den kommenden drei Jahren das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg in Frankfurt digitalisieren und auf einer Präsentationsplattform zur Verfügung stellen. Damit können erstmalig Fachwelt und interessierte Öffentlichkeit frei auf die verschiedenen Archive aus der Zeit von 1730 bis 1950 zugreifen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das umfangreiche Projekt.

373.390 Einzelseiten und über 56 Regalmeter aus der Zeit von 1730 bis 1950 umfasst das archivische Erbe von Johann Christian Senckenberg. Die Nachlässe des Frankfurter Mediziners, Stifters und Gelehrten sind aus historischen Gründen in unterschiedlichen Frankfurter Gedächtnisorganisationen verwahrt. Die Archivalien des Instituts für Stadtgeschichte, der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden nun aber in einem Online-Archiv zusammengeführt. „Zwischen den verschiedenen Dokumenten gibt es wichtige Querverbindungen, die in der analogen Welt mit den unterschiedlichen Standorten nicht oder nur schwierig zu erkennen sind“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, und fährt fort: „Mit der geplanten Digitalisierung bieten wir der Öffentlichkeit sowie der wissenschaftlichen Fachcommunity erstmalig einen kostenlosen und vollständigen Zugang.“

Die Bestände setzen sich aus dem Nachlass Johann Christian Senckenbergs – unter anderem 53 Quartbände mit je 700 Tagebuchseiten der Jahre 1723 bis 1772 –, den Aktenbeständen der Dr. Senckenbergischen Stiftung, dem umfangreichen Archiv der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und mehreren Personennachlässen zusammen. Alle Dokumente sind unmittelbar mit der Person Senckenbergs, der Geschichte der Stiftung und der SGN verzahnt.

„Die ‚Senckenberg-Archive’ bilden in ihrer Gesamtheit eine unersetzliche Quellenbasis für die deutsche Stadt- und Universitätsgeschichte, die Medizingeschichte sowie die religionshistorische Entwicklung Deutschlands und können als Schlüsselbestände der deutschen und internationalen Naturforschung bezeichnet werden“, erklärt Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte.

Anhand der Dokumente lässt sich zudem beispielhaft der rasante Aufstieg moderner Wissenschaftskultur in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts darstellen: die Entwicklung von einer universalen zu einer systemischen Wissenschaft, die Geschichte der „Citizen Science“ und die Aufarbeitung naturforschender Einrichtungen in der NS-Zeit. „Letzteres setzte der Soziologe und Historiker Dr. Andreas Hansert in seinem Buch ‚Das Senckenberg-Forschungsmuseum im Nationalsozialismus. Wahrheit und Dichtung’ erst kürzlich auf Basis der Archive um“, ergänzt Mosbrugger.

Die in den kommenden drei Jahren geplante und von der DFG geförderte Digitalisierung ist für die beteiligten Einrichtungen Herausforderung und Chance zugleich. Die Unterlagen zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt an Medien, Materialarten und Formaten aus und sind in ihrer Eigenschaft als wissenschaftlich relevante Informationsträger hohen qualitativen Anforderungen an das Ergebnis der Digitalisierung unterworfen. „Wir sind der DFG sehr dankbar, dass sie uns bei diesem ehrgeizigen Projekt über die nächsten drei Jahre unterstützt“, freut sich Direktor der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg Dr. Heiner Schnelling.

Am Ende des Projekts sollen die Senckenberg-Bestände zu einem großen Teil digitalisiert, virtuell zusammengeführt und auf einer von der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg bereitgestellten gemeinsamen Präsentationsplattform sowie im Archivportal-D zur freien und kostenlosen Nutzung angeboten werden. „Die digitale Zusammenführung dieser ‚Schätze’ wird maßgeblich dabei helfen den langfristigen Einfluss Senckenbergs auf die Stadt Frankfurt und darüber hinaus zu erforschen“, schließt Brockhoff.

Kontakt: Judith Jördens, Pressestelle Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Tel. (069) 7542 1434, pressestelle@senckenberg.de

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

 

Jan 29 2018
10:43

Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, spricht im Museum Giersch über künstlerische Netzwerke

Vortrag: Jula Isenburger-Elenbogen und das Exil der Tanzszene

FRANKFURT. Viele Künstlerinnen, die an der vielfältigen und lebendigen avantgardistischen Tanzszene der 1920er und 1930er Jahre in Mitteleuropa teilgenommen haben, sind im Exil in Vergessenheit geraten. Die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger, geborene Elenbogen (1908–2000), Frau und Muse des bildenden Künstlers Eric Isenburger (1902–1994), tanzte zunächst in Österreich und dann im Exil in Frankreich, wohin das Ehepaar aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten emigrieren musste. An diese Erfolge konnte sie nach der Auswanderung in die USA nicht mehr anknüpfen.

Der Vortrag von Dr. Laure Guilbert, Tanzdramaturgin der Pariser Oper, am Donnerstag, 8.2.2018, um 19 Uhr, im Museum Giersch der Goethe-Universität, wird ein Versuch sein, die künstlerischen Netzwerke und die Spuren ihres Werdegangs im Rahmen des Exodus der deutschsprachigen Tanzszene wieder zu kontextualisieren. Der Vortrag in deutscher Sprache ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (noch bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität.

Laure Guilbert studierte Geschichte und Literatur in Lille, Paris und Florenz. Ihre im Jahr 2000 veröffentlichte Promotion „Danser avec le IIIe Reich: les danseurs modernes sous le nazisme“ wurde auf Anhieb zu dem Standardwerk über Ausdruckstanz zur Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 2015 und 2017 forschte sie als „BRAIN - Marie Curie“ Gastwissenschaftlerin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und dem Centre Marc Bloch in Berlin über das Exil der deutschsprachigen künstlerischen Tanzszene 1933–1945. Laure Guilbert arbeitet seit dem Jahr 2002 als Ballettdramaturgin an der Pariser Oper.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Jan 26 2018
13:24

Wichtige Ergänzung im Hinblick auf die große internationale Bedeutung des Frankfurter Philosophen

Bedeutende Sammlung zu Jürgen Habermas erworben: Wertvoller Zuwachs für die Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg hat mit finanzieller Unterstützung des Hückmann-Fonds eine wichtige Privatsammlung zu Jürgen Habermas erworben: eine nahezu komplette Sammlung der publizierten Primär- und Sekundärliteratur von und über Jürgen Habermas in mehr als 30 Sprachen.

Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg hat der niederländische Sammler René Görtzen sachkundig Erstausgaben und Bücher von und zu Jürgen Habermas zusammengetragen. Die Sammlung mit mehr als 5.250 Büchern, darunter Publikationen in chinesischer, arabischer und serbokroatischer Sprache sowie 216 Leitzordnern mit kopierten Zeitschriftenaufsätzen und –artikeln, war bis vor kurzem in einem Privatarchiv in der Amsterdamer Innenstadt aufgestellt. Sie stellt neben dem eigentlichen Vorlass von Jürgen Habermas und ergänzenden Nachlässen seiner Schüler und Wissenschaftlerkollegen der Frankfurter Schule einen weiteren wichtigen Baustein für die umfangreiche Überlieferungsbildung von Jürgen Habermas, einem der meist zitierten Philosophen weltweit, dar. Dr. Mathias Jehn, der Leiter des Archivzentrums der Universitätsbibliothek, erläutert: „Mit der neu erworbenen Habermas-Sammlung bieten wir im Archivzentrum einen in sich geschlossenen internationalen Publikationskorpus zum Studium der weltweiten Bedeutung von Jürgen Habermas an.“

René Görtzen wuchs in Amsterdam auf, studierte Philosophie und Pädagogik und lernte 1977 dank eines einjährigen Auslandsstipendiums Jürgen Habermas im Zuge einer Vorlesung im berühmten Hörsaal 4 der Goethe-Universität persönlich kennen. Für eine erweiterte Ausgabe von „Philosophisch-Politische Profile“ und für die Erstveröffentlichung von „Kleine Politische Schriften (I-IV)“ sollte der niederländische Nachwuchswissenschaftler eine Bibliografie für Habermas erstellen. Aus diesem Auftrag heraus entwickelte sich nicht nur eine bis heute andauernde Freundschaft, sondern immer mehr auch eine besondere Leidenschaft, die René Görtzen heute rückwirkend als „schöne, aber unheilbare Krankheit“ beurteilt.

Das Sammelspektrum von René Görtzen erstreckte sich von Büchern, Zeitschriftenaufsätzen und Presseartikeln bis hin zu Rezensionen und Leserbriefen von und zu Jürgen Habermas. Für seine Recherchen arbeitete er in insgesamt acht europäischen Nationalbibliotheken und zahlreichen Universitätsbibliotheken. Außerhalb Europas flog er u.a. nach Berkeley, Los Angeles, New York, Buenos Aires. Dazu kommen unzählige Stunden in wissenschaftlichen Buchhandlungen. „Einmal nahm ich in Buenos Aires einen Koffer mit über 40 Habermas-Büchern mit nach Amsterdam“, erzählt Görtzen.

Mit der Übergabe an die Universitätsbibliothek beendet René Görtzen nun sein über 40-jähriges Sammeln und bereitet die für 2019 im Suhrkamp-Verlag geplante umfassende Habermas-Bibliografie vor. In der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg wird die Habermas-Sammlung für die wissenschaftliche Benutzung aufgearbeitet.

Information: Dr. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg. Tel: (069) 798 39007; m.jehn@ub.uni-frankfurt.de | Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (069) 798 39223; b.wirth@ub.uni-frankfurt.de

 

Jan 26 2018
13:12

Vierter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Traumatherapie aus interkultureller Perspektive

FRANKFURT. Der kulturelle Hintergrund eines Menschen hat einen tiefgreifenden Einfluss auf seine Traumaerfahrungen. Diese führen zu einer Reihe von Symptomen, welche kulturell unterschiedlich interpretiert werden. Daraus wiederum resultieren verschiedene Betrachtungsweisen auf sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden.

Wie die Kultur die Sichtweise auf Traumata und deren Behandlung beeinflusst, wird der Anthropologe und Psychiater Prof. Devon Hinton in seinem Vortrag „Trauma in a Cross-Cultural Perspective“

am 31. Januar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend.

aufzeigen. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Prof. Ulrich Stangier, Goethe-Universität.

Prof. Devon Hinton erläutert in seinem Vortrag anhand von Beispielen aus Kambodscha, Afghanistan und Syrien die Schlüsselsymptome und –syndrome für Traumata. Wie diese Symptome und der Einfluss unserer kulturell angepassten psychologischen Behandlungsweisen für Traumaopfer wirken, wird der Psychiater mittels eines Modells aufzeigen.

Devon E. Hinton ist Anthropologe und Psychiater. Er ist außerordentlicher Professor der Psychiatrie am Massachusetts General Hospital und am Department of Global Health and Social Medicine der Harvard Medical School. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf kulturspezifischen Erscheinungen körperlicher Symptome, Panikattacken, Panikstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen bei geflüchteten Menschen.

Termine und Themen im Überblick:

07. Februar 2018
Migration im Verlauf der Schulbiografie. Die Situation migrierter Kinder, Jugendlicher sowie junger Erwachsender im deutschen Bildungssystem und Möglichkeiten der Professionalisierung im Lehramt
Mona Massumi, Lehrerin und Mitarbeiterin im Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln
Moderation: Prof. Isabell Diehm, Goethe-Universität

14. Februar 2018
Let’s Talk about Difference. Enpowering First-generation College Students to Succeed
Nicole M. Stephens, Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management
Moderation: Prof. Tanja Brühl, Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität 

Beginn jeweils um 18 Uhr. Für die Vorträge in englischer Sprache werden Zusammenfassungen in deutscher Sprache bereit gelegt.

Alle Veranstaltungen finden im Anbau Casino Saal West, Campus Westend, statt.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Jan 25 2018
13:59

Das AEC-Syndrom wird durch pathologische Protein-Aggregate verursacht/Forschung legt Grundstein für ursächliche Therapie

Ursache für schwere Erbkrankheit aufgeklärt

FRANKFURT. Mutationen im Protein p63 führen zu einer Reihe von Krankheits-Syndromen, aber keines ist so schwerwiegend wie das AEC-Syndrom. Forscher der Goethe-Universität und der Universität Neapel haben nun entdeckt, dass dieses Syndrom Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder ALS ähnlicher ist als anderen p63-basierten Syndromen. Mit ihrer in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlichten Arbeit legen sie einen Grundstein zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

Viele Krankheiten beruhen auf genetischen Anomalien, die zu Fehlfunktionen von Proteinen führen. Ein bekanntes und gut untersuchtes Beispiel ist der Tumorsuppressor p53, dessen Inaktivierung zu einem der ersten Schritte bei der Entstehung von Krebs gehört. Mutationen des verwandten Proteins p63 hingegen führen zu einer Gruppe von Syndromen, die durch Störungen in der embryonalen Entwicklung gekennzeichnet sind.

p63 fungiert als Transkriptionsfaktor in den Stammzellen der Oberhaut (Epidermis) und reguliert deren Entwicklung und Vermehrung. Mutationen in einem bestimmten Bereich des Proteins verursachen das lebensgefährliche Ankyloblepharon-Ektodermaldysplasie-Clefting Syndrom (AEC-Syndrom). Die Krankheit ist unter anderem dadurch charakterisiert, dass Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zur Welt kommen und  andauernde Verluste der Oberhaut (Erosionen) erleiden, vergleichbar mit starken Verbrennungen. Einzelne Symptome können operativ behoben oder gelindert werden. Ein Ansatz zur Behandlung des Ursprungs hingegen war bisher auf Grund des fehlenden Verständnisses über die mutierten p63 Moleküle unmöglich.

Die Mutationen, die das AEC-Syndrom verursachen, beschränken sich auf zwei Domänen von p63 und überlappen nicht mit denen der anderen p63-assoziierten Syndrome. Diese Domänen gelten als Plattformen für Protein-Protein-Interaktionen und  daher nahm man bisher an, dass die Krankheit durch einen Verlust von Bindepartnern ausgelöst wird.

„Stattdessen konnten wird zeigen, dass die Mutationen zur Freilegung von hydrophoben Aminosäuresequenzen führen, die sich in der Zelle zusammenlagern und große, unstrukturierte Komplexe bilden“, erklärt Prof. Volker Dötsch vom Institut für Biophysikalische Chemie der Goethe-Universität. Auf diese Weise verliere das mutierte p63 seine Funktionen als Stammzellfaktor. Ähnliche Arten von Protein-Aggregaten sind auch die Ursache für andere Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder ALS.

Um den neuartigen Mechanismus detailliert aufklären zu können, waren viele verschiedene biochemische, biophysikalische und zellbiologische Methoden sowie ein Maus-Modell des Syndroms notwendig. Ein Erfolg, der nur durch die enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Gruppe von Prof. Caterina Missero von der Universität Neapel möglich war. Zusätzlich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass p63 durch Auflösung der Aggregate seine Funktion wiedererlangt. Damit eröffnet sich ein neuer Weg zu einer erfolgversprechenden Behandlung der Ursachen des AEC-Syndroms.      

Publikation: Claudia Russo, Christian Osterburg, Anna Sirico, Dario Antonini, Raffaele Ambrosio, Julia Maren Würz, Jörg Rinnenthal, Marco Ferniani, Sebastian Kehrloesser, Birgit Schäfer, Peter Güntert, Satrajit Sinha, Volker Dötsch und Caterina Missero: Protein aggregation of the p63 transcription factor underlies severe skin fragility in AEC syndrome, in PNAS early edition, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1713773115

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70121393

Bildtext: Kleinkind mit AEC-Syndrom.

Foto: Virginia Sybert

Information: Prof. Volker Dötsch, Institut für Biophysikalische Chemie, Fachbereich 14, Campus Riedberg, Tel.: (069) Tel.: (069) 798 29631, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de.

 

Jan 25 2018
13:27

Satellitenbeobachtungen zeigen größte Abweichungen im Amazonas- und Ganges-Gebiet

Globale Wassermodelle schätzen Wasserspeicheränderungen oft falsch ein

FRANKFURT. Die von globalen Wassermodellen simulierten Änderungen des Wasserspeichers von Flusseinzugsgebieten weichen deutlich von unabhängigen Abschätzungen der GRACE-Satelliten ab. Das hat eine Forschergruppe unter Leitung der Universität Texas (Austin, USA) herausgefunden, an der auch Wissenschaftler der Goethe-Universität beteiligt waren. Die GRACE-Satelliten messen Änderungen im Schwerefeld der Erde, die maßgeblich von schwankenden Mengen in Wasserspeichern beeinflusst werden.

Die in den „Proceedings of the National Academy of Science” (PNAS) veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die globalen Modelle, mit denen in den vergangenen Jahren die Wasserressourcen der Erde abgeschätzt wurden, überdacht werden müssen. Grundlage der aktuellen Studie sind Beobachtungen der Gesamtwasserspeicher von 186 Flusseinzugsgebieten weltweit im Zeitraum von 2002 bis 2014. Die Daten der GRACE-Satelliten wurden mit den Ergebnissen von sieben globalen Modellen verglichen.

Behörden und Universitäten verwenden globale Wassermodelle, um Wasserflüsse (z.B. Durchfluss und Verdunstung) und Wasserspeicheränderungen (z.B. Bodenwasser und Grundwasser) in ihrer historischen Entwicklung zu verstehen oder künftige Entwicklungen auf der Basis bestimmter Szenarien zu simulieren.

„Mehr und mehr wird globalen Modellen vertraut, um den Einfluss der anthropogenen Wassernutzung und des Klimas auf die Wasserressourcen zu beurteilen“, sagt Erstautorin Bridget Scanlon, senior research scientist am Bureau of Economic Geology der Universität Texas (USA). „Wenn wir aber die von den Modellen berechneten Wasserspeicheränderungen mit GRACE-Daten vergleichen, zeigt sich, dass die Modelle große Wasserspeicheränderungen unterschätzen, und zwar in beide Richtungen.“

Den von allen Einzugsgebieten stärksten Wasseranstieg im Untersuchungszeitraum gab es nach GRACE-Daten im Amazonas-Gebiet. Dort stieg der Gesamtwasserspeicher um 41 bis 43 Kubikkilometer pro Jahr. Im Gegensatz dazu simulierten die meisten Modelle eine große Absenkung des Gesamtwasserspeichers, und zwar um bis zu 70 Kubikkilometer im Jahr. Das Modell, das am besten mit den GRACE-Daten übereinstimmte, berechnete zwar einen Anstieg, aber nur um 11 Kubikkilometer im Jahr.

Im Ganges-Einzugsgebiet ermittelte GRACE eine Absenkung des Gesamtwasserspeichers um 12 bis 17 Kubikkilometer pro Jahr innerhalb des 12-Jahreszeitraumes – die größte Absenkung in der Studie. Die Vorhersagen der Modelle variieren hingegen zwischen einer Absenkung und einer Erhöhung um je sieben Kubikkilometer pro Jahr.

Im globalen Mittel berechnen die Modelle ein Absinken des Gesamtwasserspeichers im Untersuchungszeitraum, während GRACE-Daten ein Ansteigen nahelegen. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass z.B. durch zunehmende Niederschläge der Gesamtwasserspeicher ansteigt, während die anthropogene Wassernutzung ein Absinken verursacht. In der Studie wurden 63 Prozent der Landflächen untersucht. Grönland und die Antarktis waren ausgenommen, da hier das meiste Wasser in Form von Gletschern oder Eisschilden vorliegt.

„Unsere Arbeit zeigt, dass es Gebiete gibt, in denen die globalen Modelle optimiert werden müssen. Dank des global-skaligen Ansatzes der Studie können wir besser verstehen, weshalb die Modelle in einigen Gebieten besser zu unseren Beobachtungen passen. Insbesondere sehen wir, wo die Modelle mit den Beobachtungswerten nicht übereinstimmen“, meint Koautor Hannes Müller Schmied, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physische Geographie der Goethe-Universität sowie am Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum.

“Basierend auf der umfassenden Analyse von Wasserspeicheränderungen können wir wichtige zusätzliche Informationen erhalten und uns nun auf die Modellierung der schwierigen Gebiete konzentrieren. So fehlen in den meisten Modellen die Dynamik von Überschwemmungsflächen in den großen Feuchtgebieten und Rückstauwasser-Effekte im Amazonas. Andere Prozesse wie anthropogene Wasserentnahmen im Ganges-Einzugsgebiet müssen ebenso verbessert – und bei manchen Modellen überhaupt erst berücksichtigt werden“, so Hannes Müller Schmied weiter.

Die Arbeit zeigt auch die große Bedeutung der regionalen Forschung. „Mit GRACE erhält man das großräumige Bild des Gesamtwasserspeichers“, sagt Bridget Scanlon. „Allerdings ist es in vielen Fällen eine regionale und lokale Fragestellung, wie man die Wasserressourcen quantifizieren und deren Verfügbarkeit für Mensch und Landwirtschaft sicherstellen kann. Wir sollten den Fokus auf diese kleinräumigen Skalen verstärken, da es oft einfacher ist, lokal verfügbare Daten zu integrieren. Auch die spezifische Situation lässt sich besser lokal beurteilen als wenn man ausschließlich globale Studien verwendet.“

Der Forschergruppe gehören Wissenschaftler des Bureau of Economic Geology der Jackson School of Geosciences an der University of Texas, Austin (USA), der Goethe-Universität, des Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, der Utrecht University (Niederlande), des NASA’s Jet Propulsion Laboratory (USA), der Tsinghua University (China) und der Université de Rennes (Frankreich) an.

Publikation: Bridget R. Scanlon, Zizhan Zhangb, Himanshu Save, Alexander Y. Sun, Hannes Müller Schmied, Ludovicus P. H. van Beek, David N. Wiese, Yoshihide Wada, Di Long, Robert C. Reedy, Laurent Longuevergne, Petra Döll und Marc F. P. Bierkens: Global models underestimate large decadal declining and rising water storage trends relative to GRACE satellite data http://www.pnas.org/content/early/2018/01/16/1704665115

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70121344

Bildtext: Vergleich von Wasserspeicheränderungen von GRACE-Satelliten (grau) und Modellen (schwarz) im Untersuchungszeitraum 2002-2014. Die Diagramme zeigen Beispiele von Flusseinzugsgebieten mit Diskrepanzen zwischen Satellit und Modellen. Negative Zahlen bedeuten einen Wasserverlust, positive einen Wassergewinn. Die Karte zeigen Änderungen des Gesamtwasserspeichers auf Basis von GRACE-Daten

Bildrechte: Austin Jackson School of Geosciences der University of Texas.

Informationen: Hannes Müller Schmied, Institut für Physische Geographie, Fachbereich 11 sowie Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, Tel.: (069) 798-40216, Hannes.Mueller.Schmied@em.uni-frankfurt.de