​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​​​​

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Pressestelle Goethe-Universität

Theodor-W.-Adorno Platz 1
60323 Frankfurt 
presse@uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 20 2016
11:01

Goethe-Universität und Zoo Frankfurt richten gemeinsame Stiftungsprofessur ein

Forschen für Wild- und Zootiere

FRANKFURT. Seit vielen Jahren arbeiten die Goethe-Universität und der Zoo Frankfurt eng zusammen. Die Kooperation wird nun durch die Einrichtung einer durch den Zoo finanzierten Professur für Wild- und Zootiere ausgebaut. Angesiedelt ist die neue Qualifikationsprofessur – das Nachfolgemodell der Juniorprofessur - im Institut für Ökologie, Evolution und Diversität des Fachbereichs Biowissenschaften.

„Mit der gemeinsamen Professur kann der Zoo Frankfurt die Erfüllung seines Forschungsauftrags deutlich ausbauen und intensivieren“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, denn neben Erholung, Bildung und Naturschutz ist die Generierung und Bereitstellung zoologischer Forschungsergebnisse eine der zentralen Aufgaben moderner Zoos. Wir leben in der Epoche des sogenannten Anthropozäns, also dem Zeitabschnitt, in dem der Mensch einer der wichtigsten Einflussfaktoren in Hinblick auf u.a. Klimawandel, Artensterben und -verschleppung, Vermüllung, Übernutzung zur Verfügung stehender Ressourcen etc. geworden ist. In diesem Kontext sollen daher die drei essenziellen Fragestellungen im Fokus der Forschungen der neuen Professur stehen: 

-      Anpassungen von Wild- und Zootieren an eine sich wandelnde Umwelt

-      Naturschutz im Zeitalter der Globalisierung und

-      die Erforschung von Infektionskrankheiten von Wild- und Zootieren

Zur Aufklärung dieser komplexen Zusammenhänge und Fragestellungen soll der zukünftige Stelleninhaber oder die Stelleninhaberin verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen kombinieren und somit essenzielle Erkenntnisse im Themenkomplex erzielen.

„Alle drei Forschungsschwerpunkte betreffen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen“, betont Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, „Die Qualifikationsprofessur ist ein neues Modell, das wir hiermit auf hohem Niveau erproben können.“

Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth verweist anlässlich der Einrichtung der neuen Professur auf die lange Tradition Frankfurts als Standort für Wissenschaft und Forschung: „Der Zoo Frankfurt ist als Natur- und Artenschutzzentrum vor allem auch eine Forschungs- und Bildungseinrichtung. Mit der Stiftungsprofessur baut der Zoo seine Vorreiterrolle als wissenschaftliches Kompetenzzentrum aus, ein weiteres Kapitel in der vielfältigen Zusammen-arbeit mit der Goethe-Universität.“

„Anthropogen verursachte Veränderungen des natürlichen Lebensraumes und Krankheiten bedrohen derzeit zahlreiche Wildtiere in ihrem Bestand. Ein wichtiger Schritt in der Naturschutzbiologie ist es daher, vorhandene Restbestände, z.B. kleinste Wildtierpopulationen sowie Erhaltungszuchtgruppen in Zoologischen Gärten, wissenschaftlich zu untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität Frankfurt, der das Projekt als Ideengeber und Initiator maßgeblich mitgestaltet hat. Der Zoo und der Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität betreiben seit vielen Jahren anwendungsorientierte sowie interdisziplinäre Grundlagenforschung an Zoo- und Wildtieren. Diese Kooperation wird durch die gemeinsame Einrichtung der Qualifikationsprofessur gestärkt und in ihrer Effizienz gesteigert, um in Zukunft, in Gemeinschaft mit anderen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, wichtige Erkenntnisse für den Arten- und Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Die zunächst durch den Zoo Frankfurt mit jährlich 50.000 Euro über fünf Jahre finanzierte Qualifikationsprofessur wird nach dieser Zeit von der Goethe-Universität übernommen und verstetigt. Die Professur erhält modernste Labor- und Büroräume im Biologicum auf dem Campus Riedberg und eine personelle Ausstattung. Diese hängt von den Bedürfnissen der jeweiligen Professorin bzw. des jeweiligen Professors ab und wird bei der Besetzung der Stelle gemeinsam besprochen.

Informationen: Prof. Sven Klimpel, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42237, Klimpel@bio.uni-frankfurt.de.

Personalia/Preise

Jun 20 2016
10:58

Unternehmer Claus Wisser zu Gast an der Goethe-Universität.

Erfolgreicher Alumnus im Dialog

FRANKFURT. Wahrscheinlich ist er einer der erfolgreichsten Alumni der Goethe-Universität: Die inspirierende Lebens-, Unternehmer- und Alumnus-Geschichte von Claus Wisser steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung an der Goethe-Universität, zu der die Frankfurter Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft e.V. (fwwg) alle Interessierten herzlich einlädt.

Begonnen hat Wissers Geschichte in seinen Tagen als Student des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften mit 50 Mark, einer geschenkten Schreibmaschine für die Rechnungserstellung und einer sehr anstrengenden Nacht Putzen; dass er sein Studium nicht beenden konnte, muss er keineswegs bereuen: Heute arbeiten knapp 50.000 Mitarbeiter für sein Unternehmen WISAG, das mit einem Jahresumsatz von mehr als 1,7 Milliarden EUR einer der größten Multidienstleister Deutschlands ist.

Claus Wisser wird mit dem Publikum über sein Lebenswerk sprechen: Welche Qualitäten es dafür benötigt, aber auch, was einem dieser lange Weg abverlangt. Wie denkt er heute über seinen Erfolg? Neben einer offenen Fragerunde wird ein innovatives Public Voting System der Menge eine Stimme geben.

Programm:
Einlass und Sektempfang ab 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr.
Begrüßung durch Wolfgang A. Eck, Vorsitzender des Vorstands fwwg.
Grußwort durch Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität.
Impulsvortrag von Claus Wisser und Podiumsgespräch.
Anschließendes Get-Together bei einem sommerlichen Imbiss.
Moderiert wird die Veranstaltung durch Antje Erhard von Aktionär TV und Rene Bayer, Studierender und fwwg-Förderpreisträger.

Donnerstag, 23. Juni 2016, 19.30 Uhr
. Casino Anbau, Campus Westend.
Theodor-W.-Adorno-Platz 2, 60323 Frankfurt am Main

Die Veranstaltung ist kostenlos und öffentlich. Pressevertreter werden um eine kurze Mail an info@fwwg.de gebeten.

Weitere Informationen:
Frederik Gruissem, Leitung Managing Team fwwg - Die Alumni am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Frankfurter Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft e.V., Tel. (069) 798-34376; info@fwwg.de; http://www.fwwg.de

 

Veranstaltungen

Jun 16 2016
16:17

DAAD lädt zum Stipendiatentreffen nach Frankfurt ein. 17.-19. Juni, Goethe-Universität

Wohlstand gerecht verteilen

FRANKFURT. Wie kann Wachstum in Zeiten von Krisen und Konflikten gerecht verteilt werden? Diese Frage diskutieren mehr als 550 Studierende aus mehr als 96 Ländern beim Stipendiatentreffen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) vom 17. bis 19. Juni 2016 an der Goethe-Universität in Frankfurt. Eröffnet wird das Treffen von DAAD-Generalsekretärin, Dr. Dorothea Rüland, und der Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Birgitta Wolff. Der DAAD lädt fünfmal im Jahr zu Stipendiatentreffen in unterschiedliche Städte ein, um Neuankömmlinge zu begrüßen und miteinander in Kontakt zu bringen. Zu dem Treffen in Frankfurt kommen 554 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus insgesamt 96 Ländern.

„Mit unseren Stipendiatentreffen möchten wir die jungen Menschen in der DAAD-Familie willkommen heißen und ihnen die Gelegenheit zum interdisziplinären und länderübergreifenden Austausch geben. Gerade globalen Problemen wie der ungleichen Verteilung von Wachstum und Wohlstand als einem Auslöser für Krisen und Konflikte, können wir nur im internationalen Dialog begegnen“, so DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

Die Vorträge behandeln Themen wie ethische Aspekte von Finanzmärkten, die staatliche Kontrolle von gefährlichen Gegenständen, Materialien und Besitzdelikten sowie die Zusammenhänge von Bevölkerungsexplosion auf Finanzkrisen oder Innovationskraft in Entwicklungsländern. Neben den vortragenden  Hochschullehrern kommen auch die Stipendiaten selbst zu Wort und präsentieren Aspekte ihrer wissenschaftlichen Arbeit.

Während der Treffen lernen die Stipendiaten ihre Betreuer aus den zuständigen DAAD-Referaten kennen und können wichtige Fragen direkt vor Ort besprechen. Sie studieren oder promovieren mindestens ein Jahr an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland. Die Mitarbeiter des DAAD stehen den Stipendiatinnen und Stipendiaten während ihres gesamten Aufenthalts in Deutschland als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei den alltäglichen Herausforderungen.

Das Treffen an der Goethe-Universität Frankfurt beginnt am Freitag, 17. Juni, um 15.15 Uhr und endet am Sonntag, dem 19. Juni, 10.00 Uhr.

Journalisten sind ab Freitag, 18 Uhr, eingeladen. Gerne werden auf Anfrage Gesprächsgelegenheiten mit den Referenten und Teilnehmern der Veranstaltung vermittelt (presse@daad.de).

Kontakt: Kirsten Habbich, Leiterin des DAAD-Referats Veranstaltungen, Tel.: 0228 / 882-206, k.habbich@daad.de

Veranstaltungen

Jun 16 2016
12:49

Der renommierte Politikwissenschaftler spricht im Rahmen der Reihe „EuropaDialoge“ des Forschungskollegs Humanwissenschaften und des „Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“

„Europa trotzdem“ – Ein öffentlicher Vortrag von Alfred Grosser

FRANKFURT.Im Dezember vergangenen Jahres diskutierte Alfred Grosser vor einem vollen Hörsaal mit Rupert Neudeck über die Flüchtlingskrise; jetzt kehrt der unermüdliche Förderer der deutsch-französischen Beziehungen an die Goethe Universität zurück, um über die neuen europäischen Herausforderungen zu reden. „Europa trotzdem“ ist der Titel seines Vortrags

am Montag (20. Juni) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10.

Die deutschsprachige öffentliche Vorlesung „Europa trotzdem“ ist Teil der Vortragsreihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ und wird vom Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und dem Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“ (IFRA) gemeinsam organisiert, unterstützt wird sie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. In der Reihe „EuropaDialoge/Dialogues d'Europe“ werden Wissenschaftler, Kulturschaffende und Politiker dazu eingeladen, aus ihrer Sicht die Herausforderungen der europäischen Konstruktion zu analysieren.

Trotz der Schwierigkeiten mit der Türkei, trotz des möglichen Austritts Großbritanniens, trotz Flüchtlingskrise, trotz solcher Entwicklungen wie Pegida und AfD, trotz vernachlässigter Infrastrukturen, trotz französischer Unfähigkeit zu Reformen, trotz der Herrschaft rechtswidriger Gewalt, trotz verordneter Vernachlässigung der deutschen Sprache…“, skizziert Grosser knapp einige Probleme – aber „trotz allem“ bleibt er ein überzeugter Europäer.

Grosser wird bei diesem Besuch in seiner Heimatstadt Frankfurt, wo er am 1. Februar 1925 geboren wurde und von wo er 1933 mit seiner Familie jüdischer Herkunft nach Frankreich emigrieren musste, auch mit Schülerinnen und Schülern diskutieren: Am Dienstag (21. Juni) debattiert er mit 200 Schülern von drei Frankfurter Gymnasien (Carl-Schurz-Schule, Liebigschule und Ziehenschule) in der Aula der Liebigschule über das Thema „Welche Werte für Europa ?“ Auch diese Veranstaltung wird vom „Institut Franco-Allemand“ zusammen mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften organisiert und von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft unterstützt.

Seiner Geburtsstadt und ihrer Universität fühlt sich Alfred Grosser besonders verbunden: An der Goethe-Universität trägt seit 2009 eine „Internationale Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung“, ebenfalls gestiftet von Stiftung Polytechnische Gesellschaft, seinen Namen. Im Rahmen der Gastprofessur wird in jedem Jahr ein Wissenschaftler für einige Wochen eingeladen, sich an der Goethe-Universität in öffentlichen Vorlesungen und Seminaren mit dem Thema Bürgergesellschaft auseinanderzusetzen. Der Vorschlag zur Einrichtung dieser Professur kam damals von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt.

Bereits 1975 erhielt der Politikwissenschaftler Grosser den renommierten Friedenspreis des deutschen Buchhandels für sein Engagement zur deutsch-französischen Versöhnung. Sein Einfluss war enorm: Er gilt als einer der intellektuellen Wegbereiter des deutsch-französischen Elysée-Vertrages, der die Freundschaft zwischen den lange verfeindeten Nationen besiegelte. Noch heute bemüht Grosser sich unentwegt, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken. Inzwischen ist Grosser emeritiert, er lehrte und forschte an der Universität Sciences Po in Paris, und er war Forschungsleiter an der „Fondation Nationale des Sciences Politiques“. Darüber hinaus lehrte er u.a. an der Johns-Hopkins Universität in Baltimore, der „École des Hautes Études Commerciales“, der Stanford University und der École Polytechnique. Alfred Grosser war politischer Chronist bei der Zeitung „Le Monde“ und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Theodor-Heuss-Medaille, den Grand Prix de l’Académie des Sciences Morales et Politiques und  die Ehrenlegion. Er ist Autor vieler wissenschaftlicher Publikationen, u.a. „Verbrechen und Erinnerung“ oder „Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz“.

Information: Dominique Petre, Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA), Campus Westend, Tel. 069/798 31900, E-Mail: dominique.petre@institutfrancais.de

Veranstaltungen

Jun 16 2016
12:45

Am 20. Juni 2016 steht der Schriftsteller Thomas Bernhard im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität

Der Theatermacher

FRANKFURT. Am vorletzten Abend der Biografienreihe „Wer wir wurden, wer wir sind“ im Sommersemester 2016 werden die Lebensstationen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard beleuchtet. Mit seinen Romanen und Theaterstücken hat er weit über sein Heimatland hinaus in Debatten über das kollektive Selbstverständnis und das Erbe des Nationalsozialismus eingegriffen.

Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Bernhards fünf autobiografische Werke „Die Ursache“, „Der Keller“, „Der Atem“, „Die Kälte“ und „Ein Kind“, die er Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre schrieb. Darin arbeitet der Autor seine schwierige Kindheit und Jugend auf. Als uneheliches Kind wuchs er bei seinen Großeltern auf. Seinen Vater lernte er nie kennen. Die Mutter starb, als Bernhard 19 Jahre alt war.

In einem Gespräch mit Soziologe Tilman Allert stellt Oliver Reese, Theaterregisseur und Intendant des Schauspiel Frankfurt, Gedanken zum komplexen Verhältnis von Werk und Person zur Diskussion und geht dabei der Frage nach, in welchen Ausdrucksformen die schriftstellerischen Arbeiten Thomas Bernhards auf der Bühne darstellbar sein können. Erst vor zwei Jahren inszenierte Reese die fünfbändige Biografienreihe des Autors auf der Schauspielbühne.

Zu diesem Abend bringt Reese außerdem einen seiner Schauspieler, Peter Schröder, mit, der unter anderem aus „Auslöschung“, Bernhards letztem großen Prosawerk, vortragen wird. Es ist ein Erinnerungsbericht des Protagonisten Franz-Josef Murau an seine Jugendzeit.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“, die von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert wird. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

„Der Theatermacher“ – Thomas Bernhard
Referent: Oliver Reese
Zeit: Montag, 20. Juni 2016, 19.30 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 14 2016
13:28

Öffentliche Diskussion und Buchvorstellung zur Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien auf dem Campus Westend

Wohin geht Katalonien?

FRANKFURT.Wohin geht Katalonien? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Diskussion an der Goethe-Universität, an der die Autorin Krystyna Schreiber, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel und Prof. Dr. Tilbert D. Stegmann teilnehmen werden. Die Veranstaltung findet statt

am Mittwoch (15. Juni) um 14 Uhr
auf dem Campus Westend, Seminarhaus, Raum 2.105.

Die Journalistin und Autorin Krystyna Schreiber stellt ihr aktuelle Buch „Die Übersetzung der Unabhängigkeit: Wie die Katalanen es erklären, wie wir es verstehen" vor. In diesem Buch sind Interviews mit einer Reihe von katalanischen und deutschen Persönlichkeiten veröffentlicht, die sich zu der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien äußern. Im Anschluss folgt eine Debatte über die aktuelle politische Lage in Katalonien, an der auch der Romanist und Katalonien-Spezialist Prof. Dr. Tilbert D. Stegmann von der Goethe-Universität und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Jürgen Nagel von der Universitat Pompeu Fabra de Barcelona) teilnehmen.

Informationen: Núria Valls, Lektorat für Katalanisch, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Campus Westend, nvalls@xarxallull.cat

Mehr Informationen über das Buch: https://www.uni-frankfurt.de/59010093/KrysFlyerUebersetz-d-Unabhaengigkeit.pdf

Veranstaltungen

Jun 14 2016
10:27

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka zieht bei der Jahresveranstaltung des Stipendien-Programms an der Goethe-Universität positive Bilanz.

Deutschlandstipendium bleibt Erfolgsmodell

FRANKFURT.Die Bundesregierung ist zufrieden: Nach fünf Jahren Deutschlandstipendium ist die Zahl der Stipendiaten erneut gestiegen: Die Hochschulen konnten 2015 24.300 Studierende fördern, das sind acht Prozent mehr als noch im Vorjahr. Mit dem Deutschlandstipendium werden Studierende einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat unterstützt. Die eine Hälfte tragen private Förderer, die andere Hälfte der Bund. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka begrüßte bei der Jahresversammlung, die in diesem Jahr zum ersten Mal nicht in Berlin, sondern an der Goethe-Universität stattfand, gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sowie BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Hochschul- und Wirtschaftsvertreter sowie Stipendiaten und Förderer.


„Mit dem Deutschlandstipendium ist eine neue Stipendienkultur in Deutschland entstanden. Staat und Gesellschaft übernehmen gemeinsam Verantwortung für die junge Generation und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Für Stipendiatinnen und Stipendiaten ist damit eine sichtbare Anerkennung ihrer Leistungen und für ihr gesellschaftliches Engagement verbunden“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Das Deutschlandstipendium hat sich in den ersten fünf Jahren sehr positiv entwickelt, immer mehr Hochschulen entdecken die Chancen, die sich damit für sie eröffnen. Wie gut die Hochschulen das Deutschlandstipendium zur Vernetzung in ihrer Region einsetzen können, lässt sich an der Goethe-Universität Frankfurt beeindruckend sehen.“

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier betonte den Nutzen des Stipendiums für alle Beteiligten: „Das Deutschlandstipendium ist eine wichtige Säule der Begabtenförderung, von der alle Seiten profitieren: Die Hochschulen können die Stipendiaten selbst aussuchen, so ihr Profil gezielt schärfen und damit attraktiver werden. Gleichzeitig findet eine Vernetzung mit den Förderern statt. Das wiederum kommt beispielsweise unterstützenden Wirtschaftsunternehmen zu Gute, die sich durch ihre Teilnahme am Deutschlandstudium frühzeitig die besten Fachkräfte von morgen sichern können. Und für die Stipendiaten liegen die Vorteile des Deutschlandstipendiums auf der Hand: Das Stipendium verschafft ihnen nicht nur ein bisschen finanzielle Freiheit, sie erhalten auch die verdiente Wertschätzung für ihre Leistung und können ebenfalls wichtige Kontakte knüpfen“, sagte Bouffier. Solche Programme seien zudem wichtig, um Vorbilder sichtbar zu machen und angemessen zu würdigen, denn: „Wir haben viele tolle und kluge junge Menschen in unserem Land, die unsere Anerkennung und Wertschätzung verdienen.“

Unter allen nicht-technischen Hochschulen Deutschlands hat die Goethe-Universität die meisten Deutschlandstipendiatinnen und –stipendiaten. Seit dem Start des Deutschlandstipendiums im Jahre 2011 beteiligt sich die Goethe-Uni an dem Programm. Knapp 4 Millionen Euro wurden in den letzten 5 Jahren eingeworben, insgesamt konnten 2.180 Studierende gefördert werden. Für den Jahrgang 2015/16 konnte die Uni 520 Stipendien gewinnen. 30 Prozent der neuen Stipendiaten haben einen Migrationshintergrund, 20 Prozent sind Bafög-Empfänger und 46 Prozent stammen aus einer bildungsfernen Familie. „Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten setzen sich für ihren Studienerfolg ein, darüber hinaus aber immer auch in besonderer Weise für andere. Das Deutschlandstipendium funktioniert in Frankfurt und ist vielleicht auch ein Türöffner dafür, dass Universitäten künftig auch bei anderen Förderinstrumenten mehr Eigenverantwortung in der Auswahl der geförderten Studierenden bekommen“, sagte Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität. Sie dankte allen privaten Förderern des Stipendiums und hob auch das ideelle Förderprogramm hervor: Denn über die finanzielle Förderung hinaus können die Stipendiatinnen und Stipendiaten an einem Programm teilnehmen, für dessen Konzept die Goethe-Universität 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb des Stifterverbandes ausgezeichnet wurde. In Projektgruppen, die von Mentoren aus Unternehmen und Stiftungen begleitet werden, widmen sich die Studierenden so unterschiedlichen Themen wie der Betreuung von Flüchtlingen oder dem Papierrecycling.

„Destinations – ankommen und weitergehen“: Unter diesem Motto fand am Vorabend am Campus Westend das erste vom BMBF initiierte Stipendiaten-Event statt. Weil Stipendiatinnen und Stipendiaten am besten wissen, was sie bewegt, wurde die Veranstaltung gemeinsam von geförderten Studierenden der Goethe-Universität, der Technischen Universität Darmstadt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz organisiert. Das Programm bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch interaktive Formate die Gelegenheit, sich kennenzulernen und persönliche Erfahrungen sowie Gedanken zu eigenen Projekten und Initiativen auszutauschen.

Weitere Informationen: Christina Brüning, Presse / Strategische Kommunikation. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Tel. (030) 18 57-5050; Fax : 030 18 57-85051; E-Mail: presse@bmbf.bund.de; www.bmbf.de

Lucia Lentes, Private Hochschulförderung, Goethe-Universität. Tel. (069) 798-12756; lentes@pvw.uni-frankfurt.de; www.chancen-schenken.de

Veranstaltungen

Jun 10 2016
15:03

Didier Fassin aus Princeton spricht über „Life. A Critical Anthropology“.

Ethnologe übernimmt Frankfurter Adorno-Vorlesungen

FRANKFURT. Zum ersten Mal gehen die Frankfurter Adorno-Vorlesungen an einen Ethnologen: International bekannt geworden ist Didier Fassin insbesondere durch seine Forschungen über Polizeiarbeit und Gefängnisse sowie seine Studien über den Umgang mit AIDS in Afrika oder die Politik der militärischen und humanitären Interventionen. In seinen Adorno-Vorlesungen wird er sich aus der Perspektive einer kritischen Ethnologie mit der Frage nach dem Leben in gegenwärtigen Gesellschaften beschäftigen, mit den Ungleichheiten und Verschiedenheiten, die den faktischen Wert menschlichen Lebens bestimmen.

Didier Fassin ist James Wolfensohn Professor für Sozialwissenschaft am Institute for Advanced Study in Princeton und Studiendirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Als Ethnologe, Soziologe und Mediziner war Didier Fassin Gründungsdirektor des Interdisziplinären Forschungsinstituts für Sozialwissenschaften (IRIS) am französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). Zurzeit ist er zudem Gastprofessor an der Princeton University sowie Honorarprofessor an der Universität von Hongkong.

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2016
Didier Fassin: Life. A Critical Anthroplogy. 15. bis 17. Juni, jeweils 18.30 Uhr, Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, Hörsaal IV

Die vom Institut für Sozialforschung (IfS) an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag alljährlich veranstaltete Vorlesungsreihe soll an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Dabei geht es nicht um eine philologische Ausdeutung seines Werks, sondern darum, die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen.

Weitere Informationen:
Dr. Sidonia Blättler, Institut für Sozialforschung, Tel. (069) 75 61 83 16; blaettler@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 10 2016
15:01

Tool zur Ermittlung der Profitabilität von Crowdfunding-Kampagnen veröffentlicht

Wann Crowdfunding sich rechnet

FRANKFURT. Sie sind attraktiv und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Crowdfunding-Kampagnen bergen aber auch Risiken. Selbst wenn das Finanzierungsziel erreicht wird, scheitert rund jede zehnte Kampagne an der Umsetzung des Projekts. Der an der Goethe-Universität von Professor Skiera, Daniel Blaseg und Steffen Försch entwickelte Crowdfunding-Kalkulator ist ein Tool zur schnellen und unkomplizierten Ermittlung des zu erwartenden Gewinns oder Verlusts und hilft somit angehenden Initiatoren einzuschätzen, ob die geschätzten Annahmen zu einer erfolgreichen und profitablen Crowdfunding-Kampagne führen.

Ein großer Teil von Crowdfunding-Kampagnen scheitert bereits am Erreichen des Finanzierungsziel: Von mehr als 220.000 Kampagnen der Plattform Kickstarter ist bereits für rund 65% aller Kampagnen auf dieser ersten Stufe Schluss.Die Initiatoren erhalten kein Geld und müssen die vorab entstandenen Kosten, wie beispielsweise für die Videoproduktion, selbst tragen. Verluste von mehreren tausend Euro sind die Folge. Aber selbst wenn das Finanzierungsziel erreicht wird, scheitert rund jede zehnte Kampagne an der Umsetzung des Projekts. Prominente Beispiele wie „Coolest Cooler“ (11,4 Mill. Euro von 62.642 Unterstützern) oder „Zano“ (2,9 Mill. Euro von 12.075 Unterstützern) haben es geschafft Millionen zu akquirieren, sind aber nicht in der Lage ohne zusätzliche Finanzierung das Projekt umzusetzen.

Leider sind solche Fehlkalkulationen keine Seltenheit. Unterstützer bleiben enttäuscht zurück und Initiatoren klagen über geringe Gewinne oder gar Verluste, da die Kosten der Kampagne vorher falsch kalkuliert wurden. Den resultierenden Gewinn oder Verlust einer Crowdfunding-Kampagne mittels einer fundierten Kalkulation zu berechnen ist nicht so einfach wie es auf den ersten Blick scheint, jedoch unumgänglich, um böse Überraschungen zu vermeiden. Beispielsweise werden Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen von Zwischenschritten meist massiv überschätzt und der Fall, dass das Finanzierungsziel nicht erreicht wird völlig außer Acht gelassen. Manche Kosten wie für die Videoproduktion fallen bereits vor dem Start der Kampagne an, andere nur unter der Bedingung, dass bestimmte Zwischenschritte erreicht werden. Auch das Vernachlässigen versteckter Kosten wie für Retouren kann einen wesentlichen Einfluss auf die Profitabilität haben.

Hier setzt der an der Goethe-Universität von Professor Skiera, Daniel Blaseg und Steffen Försch entwickelte Crowdfunding-Kalkulator an (www.crowdfunding-calculator.com). Um vor dem Start einer geplanten Kampagne bereits eine Vorstellung vom erwarteten Gewinn oder Verlust zu erhalten, wurde ein online-basiertes Entscheidungsmodell entwickelt, welches kostenlos und einfach berechnet, ob und wann sich eine Crowdfunding-Kampagne lohnt. Nach Eingabe einiger Daten erfährt der Initiator sofort, ob die Kalkulation für die Crowdfunding-Kampagne profitabel sein wird.Der Crowdfunding-Kalkulator bezieht sich hierbei auf die am weitesten verbreitete Art des „Reward-Based Crowdfundings“. Dies stellt im weiteren Sinne nichts anderes als einen Vorverkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung dar. Initiatoren stellen ihre Ideen in Form einer Kampagne auf einer Crowdfunding-Plattform vor und bieten möglichen Unterstützern im Gegenzug für ihre finanzielle Beteiligung verschiedene Belohnungen an. Dies kann sowohl ein Produkt, aber auch immaterielle Belohnungen wie eine persönliche Videobotschaft umfassen. Üblicherweise gilt hierbei das Alles-oder-nichts-Prinzip: Erst wenn sich genügend Unterstützer finden und das Finanzierungsziel, welches vom Initiator im Vorfeld festgelegt wird, erreicht oder überschritten ist, wird das Geld ausgezahlt. Wird weniger als das Finanzierungsziel gesammelt erhält jeder Unterstützer sein Geld zurück.

Die Unterstützer tragen hierbei oft ein großes Risiko, da neben einem Video nur teilweise ein Prototyp existiert und es keine Garantie auf eine erfolgreiche Produktion gibt. Im Falle eines solchen Scheiterns sind die Initiatoren aber meist verpflichtet alle Beiträge zu erstatten. Der Crowdfunding-Kalkulator ist ein umfängliches und kostenloses Tool zur schnellen und unkomplizierten Ermittlung des zu erwartenden Gewinns oder Verlusts und hilft somit angehenden Initiatoren einzuschätzen, ob die geschätzten Annahmen zu einer nicht nur erfolgreichen, sondern auch profitablen Crowdfunding-Kampagne führen.

Der Crowdfunding-Kalkulator beruht auf wissenschaftlich fundierten Berechnungsmodellen und bietet eine Vielzahl an Optionen zur Erfassung von offensichtlichen Kosten wie für Produktion und Versand, aber auch versteckten Kosten wie für Zahlungsdienstleister oder Retouren. Eine weitere Besonderheit des Tools umfasst die Möglichkeit Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen bestimmter Zwischenschritte wie dem Überschreiten der Finanzierungsschwelle oder dem erfolgreichen Abschluss der Produktion mit in die Berechnungen einzubeziehen, um so die Risiken des Scheiterns und daraus resultierenden Kosten angemessen zu berücksichtigen. Zusätzlich werden Daten von rund 200.000 bereits realisierten Crowdfunding-Kampagnen bereitgestellt und so ein Vergleich der eigenen Kalkulation mit den Resultaten vergangener Kampagnen ermöglicht.

Link zum Crowdfunding-Kalkulator: www.crowdfunding-calculator.com

Kontakt:
Daniel Blaseg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Tel. (069) 798 34 638; blaseg@wiwi.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2016
17:27

Offene Projektwoche des Instituts für Theater- Film- und Medienwissenschaft zu „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives

Wie werden Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert?

FRANKFURT. Die gegenwärtige Debatte über die sogenannte Flüchtlingskrise nimmt das Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft zum Anlass, um statt des regulären Lehrbetriebs eine Projektwoche zu veranstalten: Vom 13. bis 18. Juni sind alle Studierenden der Goethe-Universität, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, mitzumachen, zuzuschauen oder mitzudiskutieren bei: „Representations of Refugees. (Im)possibilities and Perspectives”. Geboten werden Diskussionen mit Vertretern der (Kultur-)Politik, Filmsichtungen in Anwesenheit der Regisseure, szenische Theaterprojekte, studentische Seminare und eine Vielzahl an thematischen Workshops. „Die Projektwoche stellt nicht zuletzt die Frage, wie sich die Universität in den aktuellen zivilgesellschaftlichen Prozess einbringen oder sich für diesen öffnen kann“, so die Programmkoordinatorin Julia Schade. Das vielfältige Programm wurde gemeinsam mit den Studierenden entwickelt.

„Es geht uns um die medialen Formen, wie die Flüchtlingsfrage wahrgenommen und erneut wiedergegeben wird“, sagt Nikolaus Müller-Schöll, Professor für Theaterwissenschaft und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Wie werden Flüchtlinge und Geflüchtete in Theater, Film und Medien repräsentiert? Welche Narrative, Stereotypen und Erwartungen formen die heutige Wahrnehmung von Flucht? Was sind die Bilder, Sounds und Muster, die diesen Bereich umgeben? Wie wird Flucht in der politischen Rhetorik, in öffentlichen Debatten in Print-, Online- und audio-visuellen Medien, auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Institutionen dargestellt? Welche Formen und Herausforderungen der Selbstdarstellung von Geflüchteten gibt es? Und vor allem: Was sind die Herausforderungen und Unmöglichkeiten der Repräsentation der Flucht?

Gäste sind unter anderem: Der syrische Regisseur Rafat Alzakout,der Europareferent von PRO ASYL Karl Kopp, die Intendantin von Kampnagel Hamburg, Amelie Deuflhard, und die Dramaturgin der Geflüchteten-Projekte der Münchner Kammerspiele, Anne Schulz. Außerdem erarbeitet die Friedrich-Hölderlin-Gastprofessorin Lina Majdalanie (Beirut) mit Studierenden ein szenisches Projekt, das am Samstag (18. Juni) unter dem Titel „Der vertraute Fremde“ auf der Probebühne, Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude, Raum D 108, aufgeführt wird.

Vormittags geht es in verschiedenen studentisch initiierten Seminaren um Zusammenhänge von Hierarchien und Wissensproduktion, von Rassismen und Repräsentation sowie dem Schreiben im Exil oder feministischen und postkolonialen Debatten. Nachmittags bietet das Programm eine Vielzahl an Workshops, Filmvorführungen, Installationen, Expeditionen und szenischen Projekten. Das Abendprogramm schließlich widmet sich in Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Politik und der Kulturpolitik den Möglichkeiten, diesen Darstellungsformen kritisch zu begegnen.

Informationen: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll und Julia Schade, Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-32069, E-Mail: schade@tfm.uni-frankfurt.de; mueller-schoell@tfm.uni-frankfurt.de; das Programm im Überblick: : www.projectweek-tfm.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2016
17:26

Katja Lange-Müller startet am 14. Juni mit ihren Frankfurter Poetikvorlesungen.

Das Problem als Katalysator

FRANKFURT. Katja Lange-Müller, eine der wohl interessantesten literarischen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, wird ab dem 14. Juni an fünf aufeinanderfolgenden Dienstagen vor einem akademischen Publikum und einer literarisch interessierten Öffentlichkeit Einblick in ihr künstlerisches Schaffen geben. Katja Lange-Müller führt mit „Das Problem als Katalysator“ die 1959 mit Ingeborg Bachmann begründete erfolgreiche Tradition der Frankfurter Poetikvorlesungen fort.

Lange-Müllers erster Erzählband „Wehleid – wie im Leben“ erschien 1986, zwei Jahre nach ihrer Ausreise aus der DDR in den Westen. Die intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Teilung und ihre Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Protagonisten sowie das Sujet der Großstadt Berlin prägen ihr Werk. Auch der Roman „Böse Schafe“ (2007) ist in Berlin verortet: Kurz vor der Wende verliebt sich die aus dem Osten geflohene Protagonistin in einen Junkie. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung wird anhand von 89 Sätzen ausfabuliert. Im Interview hat Lange-Müller Folgendes über die Bedeutung der Stadt für den Roman gesagt: „Ich frage mich, warum außer Sven Regener kaum einer unter den West-Berliner Schriftstellern mit dem Reflex des Verlustes reagiert auf das, was nicht mehr da ist. Als ob da nichts verschwunden wäre!“ (FAZ v. 28. Juli 2007)

Neben Arbeiten für das Theater und den Rundfunk gehören weitere Erzählbände (u. a. „Die Enten, die Frauen und die Wahrheit. Erzählungen“, 2013) und Romane zu Lange-Müllers mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetem Werk. So erhielt sie 1986 den Ingeborg-Bachmann-Preis und war 1989/90 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Des Weiteren wurden ihr der Alfred-Döblin-Preis (1995), der Preis der

LiteraTour Nord (2008) und der Kleist-Preis (2013) zugesprochen.

Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommer 2016: Katja Lange-Müller – „Das Problem als Katalysator“

14., 21., 28. Juni und 5. u. 12. Juli. Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 1 & 2, Beginn jeweils 18 Uhr.

13. Juli: Abschlusslesung im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2.

Eintritt: 7 / 4 Euro

Begleitausstellung im „Fenster zur Stadt“, Braubachstr. 18–22

Mehr dazu unter www.uni-frankfurt.de/45662348/aktuelle_dozentur


Die Stiftungsgastdozentur für Poetik ist verortet an der Goethe-Universität. Gefördert wird die traditionsreiche Dozentur von den Verlagen S. Fischer, Schöffling & Co. und Suhrkamp, der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität, der Stadt Frankfurt am Main sowie dem Literaturhaus Frankfurt.

Weitere Informationen:

Prof. Susanne Komfort-Hein, Geschäftsführung Frankfurter Poetikvorlesungen, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-32857; komfort-hein@lingua.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 9 2016
11:39

Herausragende Dissertationen zum Immaterialgüterrecht und zur Aufsicht über die Finanzmärkte in den USA

Zwei junge Rechtswissenschaftlerinnen mit Baker & McKenzie-Preis 2015 ausgezeichnet

FRANKFURT. Den Preis für die besten wirtschaftsrechtlichen Dissertationen verleiht heute Nachmittag die internationale Anwaltskanzlei Baker & McKenzie: Die beiden Preisträgerinnen Anja Becker und Jenny Gesley nehmen die Auszeichnung während der Promotionsfeier des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Goethe-Universität entgegen. Der Baker & McKenzie-Preis, den die Kanzlei seit 1988 jährlich für herausragende Dissertationen und Habilitationen aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts verleiht, ist mit 6.000 Euro dotiert.

Mit ihrer Dissertation „Verfahrenskoordination bei transnationalen Immaterialgüterrechtsstreitigkeiten“ überzeugte Anja Becker das Gremium. Im Immaterialgüterrecht geht es um das „Geistiges Eigentum“ (engl. intellectual property); es umfasst das Patentrecht, Urheberrecht und Markenrecht. Die Preisträgerin widmet sich der – im Schnittfeld von Immaterialgüterrecht und Internationalem Privat- und Zivilverfahrensrecht angesiedelten – Frage, ob und wie parallele und doch im Zusammenhang stehende Verfahren koordiniert werden können. „Insgesamt legt die Verfasserin eine Arbeit vor, die auf allen Ebenen rechtswissenschaftlichen Arbeitens auf höchstem Niveau argumentiert. Dies gilt für die Auslegung der Brüssel Ibis-Verordnung, die Systematisierung unterschiedlicher Fallgruppen in vergleichender Perspektive und nicht zuletzt den Ausblick auf künftige Verbesserungen bei der Koordination transnationaler Immaterialgüterrechtsstreitigkeiten“, so Prof. Dr. Alexander Peukert. Der Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Goethe-Universität betreute die preisgekrönte Arbeit.

Jenny Gesleys Werk „Die Aufsicht über die Finanzmärkte in den USA. Nationale Entwicklungen und internationale Vorgaben“ liefere ein umfassendes Bild, wie sich die US-Amerikaner bemühten, Gefahren, die von den Finanzmärkten ausgehen, rechtlich einzudämmen, so Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Siekmann. Er hat diese Dissertation betreut und ist Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) im House of Finance und Inhaber der Professur für Geld-, Währungs- und Notenbankrecht an der Goethe-Universität. Siekmann beurteilte die Arbeit als „beeindruckende Leistung“, argumentativ könne sie sich „passagenweise durchaus mit Habilitationsschriften messen“. Jenny Gesley gelinge es durch den gewählten entwicklungsgeschichtlichen Ansatz, den sie konsistent und konsequent verfolge, übergreifende Erkenntnisse für die Finanzmärkte abzuleiten; und nicht nur für Einzelbereiche wie das Bankenaufsichtsrecht.

Um in den Auswahlprozess für den Baker & McKenzie-Preis zu gelangen, ist keine Bewerbung notwendig. Sämtliche Dissertationen werden in die Auswahl einbezogen, die ein wirtschaftsrechtliches Thema beleuchten und mit „summa cum laude“ bewertet wurden, ebenso wie wirtschaftsrechtliche Habilitationen, die innerhalb eines akademischen Jahres im Fachbereich Jura entstanden sind. „Mit dem Preis drücken wir unsere enge Verbundenheit mit der Goethe-Universität aus sowie den hohen Stellenwert, den die juristische Nachwuchsförderung für unsere Kanzlei hat“, sagt Dr. Christian Reichel, Mitglied des Management-Teams von Baker & McKenzie Deutschland und Österreich, der heute die Auszeichnung an die beiden Preisträgerinnen überreichen wird. Von Beginn an fördert die Kanzlei Studierende der Goethe-Universität im Rahmen des Deutschlandstipendiums und es hat Tradition, dass Baker & McKenzie-Anwälte an dieser Hochschule lehren.

Informationen: Prof. Dr. Alexander Peukert, Fachbereich Rechtswissenschaft, Campus Westend, Tel. (069) 798-31478 E-Mail: A.Peukert@jur.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Siekmann, Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS), House of Finance, Campus Westend, Tel. (069)798-34014, E-Mail: geld-und-waehrung@imfs-frankfurt.de

Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/61847643

Veranstaltungen

Jun 8 2016
12:02

Die Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und das Historische Kolleg im Forschungskolleg Humanwissenschaften veröffentlichen Buch zu Widersprüchen der Wilhelminischen Epoche

Sammelband mit renommierten Autoren: „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“

BAD HOMBURG. Moderne Parteien, eine boomende Wirtschaft, fortschrittliche Technik, neue Medien und eine avantgardistische Kultur prallen auf kaiserliches Gottesgnadentum, einen Hofstaat fast barocken Zuschnitts, quasi-feudale Verhältnisse im ländlichen Raum oder traditionsverpflichtete Tendenzen in Literatur, Architektur und Kunst. Der Sammelband „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“ der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und des Historischen Kollegs widmet sich diesen Widersprüchen, die charakteristisch für die Wilhelminische Zeit waren. Die Präsentation des Buches findet am Mittwoch (15. Juni) um 11 Uhr im Schloss Bad Homburg statt.

In „Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit“ skizzieren und analysieren renommierte Experten in insgesamt 14 Beiträgen die spezifischen Entwicklungen in Politik, Technik, Religion, Wirtschaft, Architektur, Wohnkultur und Kunst in der Wilhelminischen Epoche. Autoren sind: Helmut Börsch-Supan (FU Berlin), Friedl Brunckhorst (Bad Homburg), Christopher Clark (St. Catherine’s College, Cambridge), Barbara Dölemeyer (Bad Homburg), Andreas Fahrmeir (Goethe-Universität), Guido Hinterkeuser (Berlin), Martin Kohlrausch (Universität Leuven), Wolfgang König (TU Berlin), Sandra Kress (Landesamt für Denkmalpflege Wiesbaden), Alexander von Oettingen (Bad Homburg), Werner Plumpe (Goethe-Universität), Torsten Riotte (Goethe-Universität), John C. G. Röhl (Universität Sussex) und Peter Sprengel (FU Berlin).

Der Sammelband geht auf eine gleichnamige Vortragsreihe zurück, die 2014 in Kooperation zwischen der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten Hessen und dem Historischem Kolleg im Schloss Bad Homburg stattfand.

Das Historische Kolleg ist eine Programmlinie des Forschungskollegs Humanwissenschaften – seinerseits Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung – und wurde 2014 in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aus aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte der Goethe-Universität. Das Historische Kolleg verdankt seine Einrichtung der Förderung durch die Dagmar-Westberg-Stiftung.

Friedl Brunckhorst, Karl Weber (Hg.): Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit. Regensburg: Schnell & Steiner, 360 S., 34,95 €, ISBN: 978-3-7954-3104-4.

Informationen: Ellinor Schweighöfer, Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Veranstaltungen

Jun 8 2016
12:01

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eröffnen Veranstaltung an der Goethe-Universität

Medien-Einladung / Jahresveranstaltung des Deutschland-Stipendiums

FRANKFURT. Der Bund hat sich in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam mit privaten Förderern und beteiligten Hochschulen auf den Weg gemacht, eine neue Stipendienkultur in Deutschland zu etablieren. „Erfahrungen. Engagement. Erfolge.“ ist das Motto, unter dem die Akteure bei der diesjährigen Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums auf das bisher Erreichte schauen und über künftige Ziele der öffentlich-privaten Studienförderung sprechen wollen.

Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, werden die Veranstaltung am 14. Juni in Frankfurt am Main eröffnen. Im Anschluss berichten Hochschul- und Wirtschaftsvertreter sowie Stipendiaten und Förderer über ihre Erfahrungen mit dem Deutschlandstipendium. Am Nachmittag sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eingeladen, in verschiedenen Themenforen über die praktische Ausgestaltung des Deutschlandstipendiums zu beraten. Nach der Ergebnispräsentation folgt noch ein Ausblick von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Jahresveranstaltung des Deutschlandstipendiums: „Erfahrungen. Engagement. Erfolge.“
Dienstag, den 14. Juni 2016, in Frankfurt am Main
Goethe-Universität, Campus Westend, Casino
Nina-Rubinstein-Weg 1,
60323 Frankfurt am Main

Einlass und Akkreditierung: 9.00 Uhr
Eröffnung und Bühnenprogramm: 10.00 bis 12.00 Uhr
Parallele Themenforen: 13.30 bis 15.30 Uhr
Ergebnispräsentation und Ausblick: 16.00 bis 17.00 Uhr


Anmeldung bis zum 10. Juni bei der Pressestelle des BMBF: telefonisch unter +49(0)30/1857-5050 oder per Mail an presse@bmbf.bund.de.

Veranstaltungen

Jun 7 2016
15:39

Eröffnungsveranstaltung des Forschungskollegs, u.a. mit Ulrich Peltzer und Felicitas Hoppe.

“Schreibszene Frankfurt” stellt sich vor

FRANKFURT. Das neugegründete Forschungskolleg „Schreibszene Frankfurt“ an der Goethe-Universität erkundet die Poetik, Publizistik und Performanz von Gegenwartsliteratur. In der Auftaktveranstaltung am 10. Juni präsentieren die Teilnehmenden ihre Forschungsvorhaben und diskutieren mit geladenen Gästen über das Verhältnis von Literaturwissenschaft und Geschriebenem, die heutigen Produktionsbedingungen von Literatur, ihren Facettenreichtum und ihre Relevanz. Das Kolleg wird gefördert von der VolkswagenStiftung.

Eröffnungsveranstaltung der „Schreibszene Frankfurt“ im Rahmen des Literaturfestivals „literaTurm“ am 10. Juni

14 Uhr: Formate der Reflexion – zum Verhältnis von Poetik und Betrieb. Mit Alexandra Bulucz, Kevin Kempke, Ulrich Peltzer und Sonja Vandenrath.

15 Uhr: Texte im Gespräch - lesen, vermitteln, inszenieren. Mit Hauke Hückstädt, Laura McAleese, Stefanie Stegmann u. Lena Vöcklinghaus.

16 Uhr: Nutzlos/dokumentiert - Opfer und Assis. Mit Sara Heristchi, Florian Kessler, Peer Trilcke u. Miriam Zeh.

17 Uhr: Autorsuggestionen - über sich und Literatur reden. Mit Andreas Bülhoff, Hanna Engelmeier u. Felicitas Hoppe.

18 Uhr: Sektempfang und Grußworte. Mit Julika Griem, Susanne Komfort-Hein und Cornelia Soetbeer.

Ort: Goethe-Universität, IG-Farben-Haus, Norbert-Wollheim-Platz 1, Raum 411. Eintritt ist frei.

Leitung des Forschungskollegs:

Prof. Julika Griem, Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität, 069/798-32348; griem@em.uni-frankfurt.de
Prof. Susanne Komfort-Hein, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Goethe-Universität, Tel. (069) 798-32857; komfort-hein@lingua.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 7 2016
15:38

Chaincourt Theatre Company zeigt Tom Stoppards Stück „Dirty Linen & New-Found-Land“.

Sex, Skandal und Politik

FRANKFURT. Auch in diesem Semester präsentiert sich die Theatergruppe des Instituts für England- & Amerikastudien (IEAS) der Goethe-Universität wieder mit einem neuen Stück: In der modernen Adaption der 1976 von Tom Stoppard geschriebenen Komödie „Dirty Linen & New-Found-Land“ stellt die Chaincourt Theatre Company die nüchterne Frage, ob Sex, Skandal und Politik immer noch Hand in Hand gehen oder ob sich irgendetwas geändert hat.

Die Handlung: In einem Sitzungsraum des kanadischen „House of Commons“ trifft sich ein parlamentarischer Sonderausschuss, um einen Skandal  aus der Welt zu schaffen. Eine mysteriöse junge Dame, so johlt es die bluthungrige Presse von jedem Titelblatt, habe intime Beziehungen zu 119 Mitgliedern des „Commons“ gehabt. Um dem Ganzen recht schnell und vor allem offensichtlich ein Ende zu setzen, will der Sonderausschuss mit Hilfe der neuen Sekretärin Madeleine Aulit ein Protokoll verfassen. Noch ahnt jedoch keiner, welche unmoralischen Wahrheiten das Treffen aufdecken wird. Stoppard, einer der renommiertesten englischen Dramatiker des 20. und 21. Jahrhunderts, setzt seinen berühmten Witz und sein Gespür für Dialog und Ironie in dieser Farce ein weiteres Mal unter Beweis. Die Adaption des Stücks ins Kanada der heutigen Zeit verspricht eine unbefangene Begegnung mit Stoppards politischen Themen. 

Das Chaincourt Theater ist eine Kollaboration von Dozenten, Alumni und Studenten des Instituts für England- und Amerikastudien, die seit den 1950er Jahren die Frankfurter Öffentlichkeit durch die Darbietung verschiedendster englischsprachiger Stücke begeistert.

Die Chaincourt Theatre Company präsentiert: “Dirty Linen & New-Found-Land” von Tom Stoppard, in einer Adaption von James Fisk.

Vorstellungen: Premiere ist am 1. Juli 2016; weitere Aufführungen am 2., 7., 8. und 9.  Juli; Vorstellungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Ort: Goethe-Universität, Westend Campus, IG-Farben-Nebengebäude,  Raum 1.741.

Karten: 10 €/5 € (ermäßigt) erhältlich an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn  oder in „Zimmer 17“ (Raum 3.257, IG-Farben-Haus, Tel. 793 32550);  Montag & Dienstag 11-16; Mittwoch 12-16; Donnerstag 10-15.

Weitere Informationen: James Fisk, Künstlerische Leitung. fisk@em.uni-frankfurt.de; www.chaincourt.org

Forschung

Jun 6 2016
15:03

3. Alternativer Drogen- und Suchtbericht unter Beteiligung des Centre for Drug Research an der Goethe-Universität erschienen

„Brennende Herausforderungen in der Drogenpolitik“

FRANKFURT. „Perspektiven zukunftsweisender Drogenpolitik“ sollen im 3. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2016 aufgezeigt werden. Die Bundesregierung und ihre Drogenbeauftragte Marlene Mortler, so die Herausgeber in ihrem Vorwort, gäben auf die brennenden Herausforderungen in der Drogenpolitik keine zufriedenstellenden Antworten. Beklagt wird unter anderem die steigende Zahl an Drogentoten, eine wirkungslose bis kontraproduktive Strafverfolgung von Cannabiskonsumenten und ein anhaltend hoher Konsum der „Volksdrogen“ Tabak und Alkohol. Am Bericht beteiligt ist Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research (CDR) an der Goethe-Universität.

Volksdrogen außer Kontrolle: Deutschland ist bei den legalen Drogen Tabak und Alkohol ein Hochkonsumland. Obwohl regelmäßiger und intensiver Konsum der beiden Volksdrogen drastische gesundheitliche und soziale Risiken berge, werde vonseiten der Bundesregierung noch zu wenig getan. Ein Werbeverbot von Tabak und Alkohol sei dringend vonnöten, ebenfalls eine höhere Besteuerung alkoholischer Getränke.

Obwohl sich international die Einsicht durchsetze, dass die Strafverfolgung von Cannabis-Konsumierenden nichts zur Lösung beitrage und ein anderer, menschenwürdigerer Umgang mit der Droge gesucht werde, nehme die Bundesregierung dies nicht zur Kenntnis. Immer mehr Fachleute würden aber davon ausgehen, dass eine gesetzlich kontrollierte Abgabe kommen werde.

Überfällig sei auch eine wissenschaftliche Evaluation des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG): Das Gesetz habe seit seiner Einführung den Anstieg beim Konsum verschiedener Drogen nicht verhindern können, daher müsse untersucht werden, wie es reformiert werden kann.

Bereits zum dritten Mal in Folge sei die Zahl der Drogentoten gestiegen, beklagen die Verfasser des Alternativen Drogen- und Suchtberichtes. Mit relativ einfachen Mitteln ließe sich die Zahl senken, doch Maßnahmen wie Drogenkonsumräume oder die Vergabe von Notfallmedikamenten würden von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung offensichtlich nicht in Betracht gezogen.

Forderung nach einer sachgerechten Drogenpolitik: Die Verfasser des Berichts halten die drogenpolitische Arbeit der Bundesregierung für nicht ausreichend und fordern stattdessen: „Das Thema Drogen ist zu ernst, um es parteipolitischen Interessen und Instrumentalisierungen zu überlassen. Vielmehr brauchen wir in Deutschland eine kontinuierliche, verlässliche und rationale Drogenpolitik, die an Sachlichkeit, wissenschaftlicher Evidenz und systematisierten Erfahrungen ansetzen.“

Der 3. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2016, herausgegeben von akzept e.V. (Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik), der Deutschen AIDS-Hilfe und dem JES Bundesverband, erschienen bei Pabst Science Publishers, umfasst 37 Beiträge von Expertinnen und Experten aus Sucht- und Drogenforschung, Hilfepraxis und Drogenpolitik; zusätzlich zu den großen drogenpolitischen Themen finden sich auch Beiträge aus ganz verschiedenen Bereichen wie Prävention, Therapie, Schadensminimierung und Recht.

Weitere Informationen: Dr. Bernd Werse, Centre for Drug Research (CDR), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-36386, werse@em.uni-frankfurt.de

Sonstige

Jun 3 2016
13:18

Die aktuelle Ausgabe des UniReport mit Prognosen und Analysen zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Fußballkultur als „Party-otismus“

FRANKFURT.Am 10. Juni beginnt die Fußball-EM in Frankreich. Wissenschaftler der Goethe-Universität analysieren das Turnier aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Erkenntnisinteressen. Prof. Robert Gugutzer, Sozialwissenschaftler des Sports, beschäftigt sich mit dem Phänomen Public Viewing: Nach welchen Regeln laufen diese Großveranstaltungen ab, was treibt die Fans dorthin, welche Bedeutung hat überhaupt das Fußballspiel für die Stimmung? Gugutzer bezeichnet die seit der WM 2006 sehr populäre Fußballfankultur als „Party-otismus“, eine friedlich-fröhliche Form des Patriotismus: „Der typische Public-Viewing-Gucker ist ein Schön-Wetter-Fan, den primär das Event interessiert“, betont Gugutzer im UniReport.

Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Uni,  beschäftigt sich hingegen mit den Ergebnissen des Turniers: Nach seinem Prognosemodell, das historische Ergebnisse, FIFA-Punkte und Mannschaftswerte berücksichtigt, wird Deutschland Europameister, knapp vor Spanien. Das Projekt fussballmathe.de möchte Schülerinnen und Schüler für Mathematik begeistern. Aber auch Fußballinteressierte können vor und während der EM aktuelle Prognosen abfragen, bereits vorliegende Ergebnisse werden zeitnah eingepflegt.

Wer zum Public Viewing auf den Campus Westend kommt, wird nicht nur auf Fans der deutschen Mannschaft treffen. Denn fast alle 24 an der Europameisterschaft teilnehmenden Nationen sind auch an der Goethe-Uni vertreten, ob als Wissenschaftler, Studierende oder Beschäftigte der Verwaltung. Einige Stimmen zur EM finden sich im aktuellen UniReport.

Die weiteren Themen in der Juni-Ausgabe des UniReport:

  • Essay: Wendepunkt nach den Übergriffen von Köln? Prof. Helma Lutz und Dr. Meltem Kulaçatan zur Debatte über Kultur, Sexismus und Männlichkeitskonstruktion

  • Der Fall Jan Böhmermann: Prof. Uwe Volkmann kritisiert die zunehmende Grenzüberschreitung in der Satire.           

  • Studieren auf Rädern: Nico, Student der Filmwissenschaft, leidet an einer schweren Muskelerkrankung – seine Freunde helfen ihm im Alltag.

  • Autonomiegewinn: Wissenschaftsmanager Prof. Lothar Zechlin über den Prozess der Systemakkreditierung an der Goethe-Uni.

  • Physikerin ausgezeichnet: Porträt der neuen Heinz Maier-Leibnitz-Preisträgerin Prof. Hannah Petersen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis ist der wichtigste für Nachwuchsforscher in Deutschland.

Der UniReport 3/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter
http://www.unireport.info/61749670/Unireport_3-16.pdf. Im neuen Online-Magazin „Goethe-Uni online“ werden darüber hinaus Beiträge des UniReport mit weiteren Texten, Fotos und Videos ergänzt: http://tinygu.de/UniReport

Personalia/Preise

Jun 3 2016
12:47

Claus Wisser, Alumnus, Freund und Förderer der Goethe-Universität, schenkt seiner Alma mater einen Ginko

Medieneinladung / Ein Ginko für den Riedberg

FRANKFURT. „Dieses Baums Blatt, der von Osten / Meinem Garten anvertraut, / Giebt geheimen Sinn zu kosten, / Wie’s den Wissenden erbaut“ – fast liest es sich so, als hätte Goethe beim Verfassen seines Gedichts „Gingo biloba“ an den Wissenschaftsgarten der nach ihm benannten Universität gedacht: Nun wird ein Exemplar des mythischen Baumes auf dem Campus Riedberg gepflanzt. Claus Wisser, Alumnus, Freund und Förderer der Goethe-Universität, hatte den Baum anlässlich einer Preisverleihung für sein Lebenswerk erhalten – und schenkt diesen nun seiner Alma mater.

Anlässlich der Ginkobaumpflanzung besteht Gelegenheit für ein Pressefoto mit Claus Wisser im Wissenschaftsgarten am

Montag, 6. Juni 2016, 12:00 Uhr
Ort: Campus Riedberg,
Wissenschaftsgarten der Universität / Eingang
(vgl. Ziffer 11 im beiliegenden Lageplan)

Zum elften Mal hat das Urban Land Institute Germany (ULI) Persönlichkeiten der Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung mit dem „Goldenen Ginkoblatt“ ausgezeichnet. Bei der Ehrung, die im Dezember in München stattfand, wurde Claus Wisser, der Gründer der WISAG Gruppe, mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Freude an Zusammenarbeit sei Voraussetzung für Erfolg, hat Wisser einmal im Interview gesagt.

Claus Wisser begann 1963 ein BWL-Studium an der Goethe-Universität. Um das Studium finanzieren zu können, griff er zu Eimer und Schrubber: Abends oder früh morgens Büros reinigen, tagsüber studieren – das war seine Idee. Nach nur einem Jahr hatte er 20 Angestellte, die im ganzen Rhein-Main-Gebiet Kunden betreuten. Im siebten Semester hängte Wisser sein Studium an den Nagel und widmete sich ganz dem Aufbau seines Unternehmens, das heute eines der führenden Dienstleistungsunternehmen Deutschlands ist. Seiner Universität blieb er dennoch immer verbunden – als großzügiger Spender und Mitglied im Vorstand der Vereinigung der Freunde und Förderer.

Lageplan Campus Riedberg: http://www.bio.uni-frankfurt.de/57945343/Campus_Riedberg-pdf.png

Veranstaltungen

Jun 3 2016
12:42

Bilderzyklus des weltberühmten brasilianischen Dokumentarfotografen in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität Eröffnung am 8. Juni

„LOOKING AT Sebastião Salgado - Migrations“

FRANKFURT. Ungewohnte Perspektiven auf die Werkserie „Migrations“ des weltberühmten brasilianischen Dokumentarfotografen Sebastião Salgado und auf den Künstler selbst ermöglicht die Ausstellung „LOOKING AT Sebastião Salgado - Migrations“ in der Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität.

Sie ist vom 8. Juni bis 15. Juli montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr zu sehen. Eröffnet wird die in ihrem Nachdenken über die Visualisierung von Migrations- und Fluchtbewegungen hoch aktuelle Ausstellung

am 8. Juni (Mittwoch) um 20 Uhr
im IG-Farben-Haus, Raum 1.357, Campus Westend.

Der vielfach ausgezeichnete Sebastião Salgado dokumentiert in der Tradition des sozialkritischen Fotojournalismus seit Jahrzehnten menschliches Elend in unterschiedlichsten Regionen der Welt. Die in Auswahl in der Studiengalerie 1.357 präsentierten Fotografien der „Migrations“-Serie, die er zwischen 1994 und 2000 in 39 Ländern aufnahm, widmen sich dem Phänomen der globalen Migration. Sie zeigen Menschen, die durch Kriege, Unterdrückung und Naturkatastrophen zur Flucht gezwungen wurden und unter meist prekären Umständen ihr Glück in der Fremde suchen. Es sind künstlerisch durchkomponierte, zeitlos wirkende Schwarz-weiß-Bilder von großer Dramatik und Schönheit, die in Bildbänden, Ausstellungen und Zeitschriften tausendfach um die Welt gingen, um dem Betrachter das universelle erschütternde Schicksal Flüchtender vor Augen zu führen.

Die von Studierenden unterschiedlicher Studiengänge erarbeitete und von Johanna Salomon und Lisa Voigt (Masterstudiengang „Curatorial Studies“) kuratierte Ausstellung bricht mit der üblichen affirmativen Präsentation von Salgados Werken. Sie verweist auf die Ambivalenzen des kunstästhetisch massenwirksamen, in Perspektive und Gestus aber teilweise problematischen Bilderzyklus. Sie regt den Besucher zur Reflexion über Salgados Bildrhetorik, aber auch über die Rolle des Betrachters und über die eigenen Wahrnehmungs- und Deutungsprozesse an. Kein flüchtiger Blick ist möglich, sondern ganz im Gegenteil: Genaues Hinschauen und ein Nachdenken über das, was zu sehen (und nicht zu sehen), ist gefordert. Wie sich der Besucher schließlich innerhalb des physischen wie diskursiven Ausstellungsraums zu den ausgestellten Bildern positioniert, wird ihm selbst überlassen.

Die ausgestellten Fotografien sind Leihgaben des  MMK Museum für Moderne Kunst.

Die Studiengalerie 1.357 ist eine Kooperation des Städel Museums, des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Goethe-Universität. Sie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, die unter dem Leittitel „Erinnerungskultur und Bildgebrauch“ in Lehrveranstaltungen von Studierenden erarbeitet werden.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Christian Spies, Kunstgeschichtliches Institut; Sina Brückner, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, sinabrueckner@icloud.com