​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

Veranstaltungen

Jun 29 2017
09:43

Alumna der Goethe-Universität zu Gast bei den Cornelia Goethe Colloquien

Carolin Emcke hält Vortrag in der Reihe „Wer hat Angst vor Gender?“

FRANKFURT. „Gegen den Hass oder: Die Ordnung der Reinheit“ – so lautet der Titel des öffentliche Vortrags, den Publizistin Carolin Emcke im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien „Who´sAfraid of Gender? Wer hat Angst vor Gender?“ hält. Die Veranstaltung an der Goethe-Universität findet statt:

am 5. Juli um 18 Uhr
im Festsaal des Casinos, Campus Westend.

Carolin Emcke, die im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, wird sich damit beschäftigten, dass „Reinheit“ nicht allein in dem Feld von Gendernormen, von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“, zur ordnungspolitischen Kategorie geworden ist, sondern auch im nationalistischen, rassistischen, antisemitischen Diskurs um die Nation und die Religion. Wie lässt sich diesem Fetischismus der Reinheit begegnen? Mit welchen politischen, pädagogischen, aber auch ästhetischen und künstlerischen Praktiken lässt sich Widerstand formulieren? In der Ankündigung heißt es: „In dem gegenwärtigen Diskurs um ‚Gender‘ tauchen alle jene ideologischen Elemente und Motive auf, die die Logik der Reinheit ausmachen sollen. Es ist das Hybride, das Ambivalente, das Plurale, das ausgesondert werden soll.“ Dies wird die Publizistin aufdecken und klar Position beziehen.

Die Autorin studierte u.a. Philosophie und wurde mit einer Arbeit über den Begriff „kollektiver Identitäten“ bei Axel Honneth an der Goethe-Universität promoviert. Sie lebt als freie Publizistin in Berlin. Von 1998 bis 2013 bereiste Emcke weltweit Krisenregionen und berichtete darüber. 2003/2004 war sie als Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University. Seit über zehn Jahren organisiert und moderiert Carolin Emcke die monatliche Diskussionsreihe „Streitraum“ an der Schaubühne Berlin.

Informationen: Cigdem Toprak, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), Campus Westend; toprak@em.uni-frankfurt.de, www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

Forschung

Jun 27 2017
13:01

Demokratieforscherin Prof. Brigitte Geißel von der Goethe-Uni testet neues Wahlverfahren

Wahlexperiment für mehr Bürgerbeteiligung

FRANKFURT. Die Forschungsstelle Demokratische Innovationen an der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungen mögliche Szenarien für die Zukunft der Demokratie. Dabei ist die systematische Verzahnung von repräsentativen Institutionen und Bürgerbeteiligungsverfahren in demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen ein zentraler Aspekt. Gemeinsam mit der Stadt Filderstadt erprobt die Forschungsstelle in einem Experiment Potenziale innovativer direktdemokratischer Wahlverfahren. „Erfolgreiche Demokratien brauchen Innovationen – Gesellschaften verändern sich und die Politik muss mit diesem Wandel Schritt halten“, sagt Prof. Brigitte Geißel, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Forschungsstelle Demokratische Innovationen an der Goethe-Universität Frankfurt.

Vom 3. bis 9. Juli können sich die Einwohner von Filderstadt an einer Themenwahl beteiligen. Anders als bei üblichen Wahlen werden hier keine Personen gewählt. Die Fraktionen des Filderstädter Gemeinderates haben die lokalen Themen, wie schulische Angebote oder S-Bahn-Anbindung, über die abgestimmt werden können, zuvor bestimmt. Gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Goethe-Universität haben diese auch den Wahlzettel erstellt. Die Ergebnisse werden anonym behandelt und der Stadt zur Verfügung gestellt. Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen darin, dass die Wähler gleichzeitig vielen verschiedenen Themen ihre Stimme geben können. Sie können die Themen gewichten und eine Rangordnung festlegen.

Der Gemeinderat sowie die Stadtverwaltung erhalten so ein unverbindliches Stimmungsbild aus der Bevölkerung und die Wissenschaftler Daten für ihre Forschung. Denn zusätzlich hält jeder Wähler seine Eindrücke auf einem Fragebogen fest. Das gesamte Verfahren dauert rund 20 Minuten. Das Ergebnis der Wahl ist für den Gemeinderat bzw. die Verwaltung nicht bindend. „Es ist aber eine Möglichkeit für die Bevölkerung, an einem wissenschaftlichen und bundesweit einzigartigen Experiment teilzunehmen, das unserer Demokratie einen Dienst erweisen kann“, sagt Christoph Traub, Oberbürgermeister der Stadt Filderstadt. Für das Experiment wurde Filderstadt ausgewählt, da die Stadt und ihre Bewohner besonders viel Erfahrung im Umgang mit Bürgerbeteiligung haben.

Informationen: Prof. Brigitte Geißel, Forschungsstelle Demokratische Innovationen, Tel.: (069) 798- 36514, geissel@soz.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 27 2017
12:59

Vom Schöpfungsmythos zur modernen radiometrischen Datierung / neue Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ ist erschienen

Woher wissen wir wie alt die Erde ist?

FRANKFURT. Die Schöpfungsmythen waren die erste Quelle, nach der Theologen das Alter der Erde bestimmten. Erst im 17. Jahrhundert begannen Naturforscher, auf und in der Erde nach Spuren ihres Alters zu suchen. In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ lässt der Geologe Sascha Staubach die Geschichte von der Bestimmung des Erdalters Revue passieren.

Die Heiligen Bücher dienten im Barock als die erste Datenbasis zur Berechnung des Erdalters. So legten der Erzbischof von Armagh, James Ussher, und John Lightfoot die Alter der biblischen Patriarchen und die Regierungszeiten der Könige zugrunde, um die Erschaffung der Welt zeitlich zu bestimmen. Der 1650 erschienene Ussher-Lightfoot-Kalender legt den Beginn der Welt auf das Jahr 4004 v. Chr.

Den ersten naturwissenschaftlichen Versuch, das Alter der Erde zu bestimmen, unternahm im 17. Jahrhundert der britische Astronom und Geologe Edmond Halley. Er untersuchte den Salzgehalt der Flüsse und Weltmeere und kam zu dem Schluss, dass die Erde deutlich älter sein müsse, als von Ussher behauptet. Knapp 200 Jahre später, in den 1890er Jahren, berechnete der irische Geologe John Joly das Alter der Erde aufgrund von Halleys Überlegungen und kam auf 80 bis 90 Millionen Jahre.

Aus Gesteinen lesen – die Entwicklung der Stratigraphie

Im 19. Jahrhundert führte Charles Lyell die Methode der Stratigraphie ein. Diese beruht auf der Erkenntnis, dass in einem Stapel von Gesteinsschichten das älteste Material zuunterst liegt und dass Fossilien aus derselben Schicht auch dasselbe Alter haben müssen. Hieraus entwickelte sich die Datierungsmethode mithilfe sogenannter Leitfossilien. Ein typisches Beispiel dafür sind Ammoniten. Sie kamen fast überall auf der Erde vor und veränderten ihr Äußeres im Laufe der Evolution relativ schnell, so dass sich in kurzer Zeit möglichst viele gut unterscheidbare Arten entwickelten. Findet man nun in unterschiedlichen Regionen der Welt Fossilien derselben Art, so sind die Schichten, aus denen sie stammen, vermutlich gleich alt. Auf diese Weise lässt sich allerdings nur das relative Alter der einzelnen Schichten zueinander bestimmen.

Einen großen Schritt in die Richtung absoluter Zeitangaben machten der Physiker Ernest Rutherford und der Chemiker Frederic Soddy. Sie erkannten als Erste, dass man die Zerfälle natürlich vorkommender radioaktiver Elemente zur Altersbestimmung nutzen kann. Einen großen Schritt zur Anwendung dieses Prinzips machten der englische Geologe Arthur Holmes und der amerikanische Physiker Alfred O.C. Nier, als sie im Mineral Zirkon einen Schlüssel zur absoluten Altersbestimmung von Gesteinen fanden.

Während ihres Wachstums lagert diese Verbindung aus Zirkonium, Silizium und Sauerstoff auch geringe Mengen an Uran ein. Dieses sitzt fest im Kristallgitter und zerfällt mit der ihm eigenen Halbwertszeit und über verschiedene Zwischenstufen zu Blei. Die moderne Massenspektrometrie erlaubt es, auch geringste Konzentrationen von Elementen zu messen, so dass man das exakte Verhältnis von Uran zu Blei ermitteln kann. Mithilfe der Halbwertszeit lässt sich der Zeitpunkt berechnen, zu dem das Uran in den Kristall eingebaut wurde.

Wie alt ist die Erde nun?

Das aktuell anerkannte Alter unseres Planeten beträgt 4,55 ± 0,05 Milliarden Jahre. Dieses Alter wurde allerdings an Meteoriten gemessen. Deren Material bildete sich etwa zeitgleich mit der Erde aus der Staubscheibe des noch jungen Sonnensystems, kühlte jedoch schneller ab. Auf der deutlich größeren Erde dauerte es einige Zeit, bis sich auf der glutflüssigen Oberfläche erste Teile einer festen Gesteinskruste bildeten, deren Reste man heute in Form von Zirkonen finden kann. Sie sind die einzigen bis heute erhaltenen Relikte dieser ältesten Kruste. Man findet diese Zirkone, eingebettet in jüngeres Gestein, in den Jack Hills im Westen Australiens. Sie weisen ein Alter von 4,4 Milliarden Jahren auf. Das älteste komplett erhaltene Gestein, auf das man seinen Fuß setzen kann, ist der sogenannte Acasta Gneis im Norden Kanadas mit einem Alter von 4,03 Milliarden Jahren.

Information: Dipl. Geologe Sascha Staubach, Institut für Geowissenschaften, Fachbereich 11, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40207, staubach@em.uni-frankfurt.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de.

Forschung

Jun 26 2017
11:13

DFG fördert wirtschaftlich und ökonomisch effizienten Supercomputer im Industriepark Höchst

7,5 Millionen Euro für Goethe-Hochleistungsrechner

FRANKFURT. Der neue Goethe-Hochleistungsrechner wird den 2011 in Betrieb genommenen LOEWE-CSC ablösen, denn inzwischen hat sich Bedarf an Rechenzeit mehr als verdoppelt. Über das Hessische Kompetenzzentrum für Hochleistungsrechnen (HKHLR) können auch andere hessische Hochschulen den Supercomputer nutzen. Der Wissenschaftsrat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit insgesamt 7,5 Millionen Euro.

„Mit dem Höchstleistungsrechner GOETHE-HRL knüpft die Goethe-Universität an ihre Green IT-Erfolgsgeschichte an, die Ende 2010 mit dem LOEWE-CSC begann. Dem Team um Rechnerarchitekten Volker Lindenstruth ist es gelungen, das vom ihm entwickelte, innovative Konstruktionsprinzip weiterzuentwickeln, das hohe Energieeinsparungen mit stark gestiegener Leistungsfähigkeit verbindet. Dank dieser besonderen Eigenschaften ist der GOETHE-HRL auch für unsere Bewerbungen im Rahmen der Exzellenzstrategie nützlich“, so Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff.

Besonders junge Forscherinnen und Forscher, die zu Beginn ihrer Laufbahn noch nicht über eigene Fördergelder und Rechenzeitkontingente verfügen, sollen bevorzugt von der kostenlosen Rechenzeit profitieren. Bisher wurden Anträge auf Rechenzeit nur aus Hessen angenommen. Zukünftig sollen aber 25 Prozent der verfügbaren Rechenzeit an wissenschaftliche Antragsteller aus dem gesamten Bundesgebiet vergeben werden.

Hauptnutzer des GOETHE-HLR werden an der Goethe-Universität die naturwissenschaftlichen Fachbereiche sowie die angeschlossenen Institute FIAS (Frankfurt Institute for Advanced Studies) und das BMLS (Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften) sein. Zu deren Forschungsschwerpunkten gehört die Modellierung von lebenden Systemen, Ökosystemen und der Klimadynamik, Simulationen in der Kern- und Teilchenphysik sowie der relativistischen Astrophysik, Materialwissenschaften, die Entwicklung hocheffizienter Algorithmen und Verfahren sowie die Green-IT.

„Durch ihre Infrastruktur an Hochleistungsrechnern konnte die Goethe-Universität in den vergangen Jahren hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen und mehr als 60 Millionen Euro an Drittmitteln einwerben“, verdeutlicht Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff die Bedeutung des neuen Supercomputers für die Goethe-Universität.

Der Goethe-Hochleistungsrechner (GOETHE-HLR) wird prinzipiell ähnlich aufgebaut sein wie der LOEWE-CSC, aber wesentlich leistungsfähiger. Geplant sind zwei miteinander verbundene Inseln. Die eine wird mit Prozessoren (CPUs) ausgestattet sein und die andere mit Parallelrechnern auf der Basis handelsüblicher Grafikkarten. Die verschiedenen Rechner werden mit einem Hochgeschwindigkeitsnetzwerk verbunden. Verantwortlich für die Rechnerarchitektur sind Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde, deren Supercomputer bereits mehrfach Spitzenpositionen in internationalen Rankings für Rechenleistung und Energieeffizienz erzielten.

Errichtet wird der Rechner im Rechenzentrum des LOEWE-CSC im Industriepark Höchst, dessen Eigner, die Firma Infraserv, für die Energieversorgung des Rechenzentrums verantwortlich ist. Die an der Goethe-Universität entwickelte Architektur des Rechenzentrums wurde für ihre Energieeffizienz mehrfach ausgezeichnet und an verschiedenen Orten in Industrie und Forschung nachgebaut. So benötigt das Rechenzentrum für die Kühlung nur sieben Prozent der Gesamtenergieaufnahme. Ein kosteneffizienter Betrieb wird durch den im Industriepark erzeugten CO2-neutralen Strom gewährleistet sowie durch eine spezielle Infrastruktur für die Kühlung.

Information: Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Avanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44101, voli@compeng.de

Sonstige

Jun 23 2017
16:09

Lehren und Lernen unter freiem Himmel auf dem Campus Westend

Goethe-Universität eröffnet Grünen Hörsaal

FRANKFURT. Als erster seiner Art an einer deutschen Universität wird den Studierenden und Lehrenden künftig ein Grüner Hörsaal auf dem Campus Westend der Goethe-Universität als Lehr- und Lernzimmer unter freiem Himmel zur Verfügung stehen. Ein wachsendes Element als Zeichen für die nachhaltige Entwicklung auf der Welt. Das rund 80 m² bepflanzte Areal wurde heute feierlich eingeweiht. Es erstreckt sich zwischen dem Gebäude Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, Studierendenwohnheim der Kirchen und Hörsaalzentrum und wird von sommergrünen Hainbuchenhecken und 14 Tokio-Kirschbäumen umfasst.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als ideeller und materieller Stifter des Projekts hat die Goethe-Universität im vergangenen Jahr mit einer Baumpflanzaktion den Grundstein für den Grünen Hörsaal gelegt. Beteiligt an dieser Aktion waren auch Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), deren Jahrestagung im vergangenen Jahr erstmals in Frankfurt stattfand.

„Kooperationen mit außeruniversitären Partnern spielen für die Goethe-Universität eine besondere Rolle. Mit dem Grünen Hörsaal haben wir nun ein sehr anschauliches, vitales Beispiel für ‚Third Mission‘, der dritten Mission neben Forschung und Lehre, direkt auf ihrem Campus, zugänglich für alle Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Gäste der Goethe-Universität“, sagte Prof. Brigitte Haar, Vizepräsidentin der Goethe-Universität, bei der Eröffnung.

Der Grüne Hörsaal an der Goethe-Universität bereichert zukünftig nicht nur die Lehre, sondern soll die Studierenden und Lehrenden auch dazu anregen, sich zum Thema Nachhaltigkeit Gedanken zu machen. „Klimawandel bremsen und Armut bekämpfen – jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten. Gerade die Studierenden können Vorbild sein und Nachhaltigkeit in die Gesellschaft tragen. Mit dem Grünen Hörsaal setzen wir ein Zeichen: Nachhaltigkeit geht alle etwas an“, so Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Die Eröffnung des Grünen Hörsaals ist gleich aus mehreren Gründen erfreulich: Für die Studierenden und Lehrenden bietet er ein einmaliges Lernumfeld. Außerdem leistet die Goethe-Universität damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit – und es wurde eine dauerhaft sichtbare Erinnerung an die Bedeutung des Klimaschutzes gepflanzt. Auch das Land Hessen lebt den Gedanken der Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt ,CO2-neutrale Landesverwaltung‘ wollen wir mit Minderungsmaßnahmen in den Bereichen Gebäude, Beschaffung und Mobilität sowie durch Kompensation der unvermeidbaren Emissionen bis zum Jahr 2030 eine klimaneutral arbeitende Landesverwaltung erreichen“, sagte der Hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein. „Nachhaltige Stadtentwicklung ist für alle Metropolen und Regionen der Welt eine große Aufgabe. Auch die Frankfurter Kommunalpolitik bewegt das Thema: In welcher Stadt wollen wir leben? Die Politik kann allerdings nur die Rahmenbedingungen schaffen, denn nur wenn alle Stadtbewohner gemeinsam dieses Ziel verfolgen, können die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Bedürfnisse in eine zukunftsfähige Balance gebracht werden. Deshalb sind solche Aktionen wie die des Grünen Hörsaals so wichtig, um das Bewusstsein und die Akzeptanz für das Thema Nachhaltigkeit unter den Bürgern und Bürgerinnen zu stärken“, so Dr. Renate Sterzel, Stadträtin der Stadt Frankfurt.

Forschung

Jun 23 2017
11:01

In der aktuellen Ausgabe von Forschung Frankfurt erklären zwei Physiker, warum man den Zeitpfeil nicht umkehren kann

Sind Zeitreisen physikalisch möglich?

FRANKFURT. Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel des Films „Zurück in die Zukunft“. Physikalisch realistischer ist dagegen die Verlangsamung der Zeit in der Nähe eines schwarzen Lochs in dem Film „Interstellar“.

Filmt man den Stoß zweier Billardkugeln, so kann man den Film rückwärts abspielen, ohne dass dies auffällt. Dagegen laufen viele natürliche Vorgänge in nur einer Richtung ab. Ein Film vom Abbrennen einer Kerze, rückwärts vorgeführt, würde niemanden überlisten. Solche Prozesse nennen Physiker irreversibel und beschreiben sie mit einer besonderen Größe, der Entropie.

Als Beispiel hierfür führt Prof. Roger Erb ein Experiment mit einem Wasser gefüllten Gefäß an, das durch eine herausnehmbare Wand unterteilt ist. Auf der einen Seite ist das Wasser mit Farbe verrührt. Wird die Trennwand herausgezogen, so mischen sich die beiden Wassermengen, und die Farbe verteilt sich nach einiger Zeit gleichmäßig in beiden Hälften. Für jedes Farbstoffteilchen ist dann die Wahrscheinlichkeit, in der linken oder rechten Hälfte zu sein, gleich groß. Es wird sich jedoch (praktisch) nie mehr der Zustand einstellen, dass alle Farbteilchen in nur einer Hälfte versammelt sind.

Wenn ein System von einem Zustand mit wenigen Realisierungsmöglichkeiten und damit geringer Wahrscheinlichkeit in einen mit vielen Möglichkeiten und damit größerer Wahrscheinlichkeit übergeht, dann wächst die Entropie. Das ist bei den allermeisten natürlich ablaufenden Prozessen der Fall. Vereinfacht sagt man daher auch, dass in einem (geschlossenen) System die Unordnung niemals abnehmen kann und meistens zunimmt.

Warum Marty McFly nicht zurück in die Zukunft kann

Aber nicht nur das Gesetz, das eine Abnahme der Entropie verbietet, macht Zeitreisen unmöglich. Der Theoretiker und Wissenschaftskommunikator Dr. Sascha Vogel führt in seinem Beitrag über die „Physik der Zeitreise“ an, dass es durchaus physikalische Prozesse gibt, die nicht gleich ablaufen, wenn man die Zeitrichtung umkehrt. „Hier könnte man allerdings mutig sagen, dass wir dies erstmal ignorieren. Wir bauen unsere Zeitmaschine und hoffen, dass der Rest schon schiefgeht“, so Vogel.

Doch müsste man in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ noch an anderer Stelle aufpassen: „Wie schaffen wir es eigentlich, dass die Zeit überall zurückgedreht wird außer in der Zeitmaschine (bzw. dem DeLorean) von Doc Brown selbst?“ Denn ein biologisches System wie den Menschen kann man nicht in der Zeit zurückdrehen, und selbst wenn es so wäre, würden Marty und Doc Brown irgendwann als Säuglinge aus dem Auto krabbeln.

Physikalisch interessanter ist der Film „Interstellar“, in dem Menschen mit einem Raumschiff durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie reisen. In deren Mitte befindet sich ein riesiges Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen. Auf den Planeten, die das Schwarze Loch umkreisen, läuft die Zeit deutlich langsamer ab als auf dem weit entfernten Raumschiff. Das ist physikalisch realistisch, denn in der Nähe großer Massen vergeht die Zeit tatsächlich langsamer. Dies ist eine der Folgen der allgemeinen Relativitätstheorie und ist experimentell bestätigt.

Übrigens kommt in dem Film das Bild eines Schwarzen Lochs vor, das physikalisch vollkommen korrekt berechnet wurde. Die wissenschaftlichen Berater haben dabei sogar neue Erkenntnisse gewonnen. „Da sag noch einer, Hollywood-Filme seien unnütz!“, folgert Sascha Vogel.

Information: Prof. Dr. Roger Erb, Institut für Didaktik der Physik, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-46458, roger.erb@physik.uni-frankfurt.de
Dr. Sascha Vogel, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47048, svogel@fias.uni-frankfurt.de.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de/.

Veranstaltungen

Jun 23 2017
10:57

Vortrag von Prof. Susanne Komfort-Hein am 28. Juni im Museum Giersch

Tabula rasa-Treibhaus-Tradition. Die 50er Jahre, literarisch

FRANKFURT. Passend zu der Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ wirft ein Vortrag der Literaturwissenschaftlerin Susanne Komfort-Hein von der Goethe-Universität Schlaglichter auf ein enorm vielfältiges und produktives literarisches Feld der frühen Bundesrepublik. Traditionalistische Entwürfe finden sich ebenso wie experimentelle Konzepte zwischen den Künsten und Medien, die den (Wieder-) Anschluss an eine avantgardistische europäische Moderne suchen. Unter anderem wird es um die Gruppe 47 und um Konkrete Poesie gehen sowie, um einige Namen zu nennen, um Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Günter Eich, Theodor W. Adorno, Peter Weiss, Wolfgang Koeppen.

Der Vortrag von Susanne Komfort-Hein, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, findet statt am

am Mittwoch, 28. Juni 2017,
um 19 Uhr
im Museum Giersch der Goethe-Universität,
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ (noch bis 9. Juli 2017) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Mit 74 Arbeiten von 20 Künstlern und Künstlerinnen möchte die Ausstellung einen neuen Blick auf die Abstraktion jener Zeit werfen, die für Freiheit stand und dem Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik entsprach. Nach der Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Isolation gelang mit ihr der Anschluss an die westliche Avantgarde.

Susanne Komfort-Hein hat Deutsche Philologie, Niederlandistik, Soziologie, Philosophie und Latein an der Universität Kiel studiert. Nach ihrer Promotion 1993 habilitierte sie sich im Jahr 2000 an Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Seit 2002 ist sie als Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig und hat die Geschäftsführung der Frankfurter Poetikvorlesungen inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Theorien und Methoden der Gegenwartsliteraturforschung, Literatur und Transnationalität, Poetiken des Exils, Literatur und Erinnerungskultur sowie Literatur und Politik.

Karten für 4 Euro gibt es an der Abendkasse. Ohne Anmeldung.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/67044983

Informationen: Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Sonstige

Jun 21 2017
10:54

Neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt thematisiert vielfältige Facetten der Zeit

Auf der Suche nach der gewonnenen und verlorenen Zeit

FRANKFURT. Wo bleibt sie nur die gewonnene Zeit, zumal sich doch heute viele Dinge mit weniger Aufwand und deutlich schneller erledigen lassen? In der soeben erschienen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt (1/2017) sind die Autorinnen und Autoren den vielfältigen Facetten der Zeit nachgegangen.

Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit dem individuellen Zeitempfinden, das sich im Laufe des Lebens verändert, mit der nur vermeintlich gewonnenen Zeit durch die digitalen Medien oder durch das Aufschieben. Aber auch von der Macht der Dringlichkeiten und der Kunst des Abdankens handeln die Beiträge. Die naturwissenschaftlichen Artikel beleuchten zudem, ob Zeitreisen prinzipiell möglich sind und wie man das Ticken der biologische Uhr misst. In einem Gespräch mit dem technischen Leiter des Wissenschaftsgartens geht es um die Kunst des Wartenkönnens, wobei man die Natur dennoch manchmal austricksen kann.

Hier einige Highlights des Magazins:

  • „Die Macht der Dringlichkeiten“ ist der Titel eines Beitrags, die die Frankfurter Sozialpsychologin Prof. Vera King geschrieben hat. Sie hat in ihrer Forschung beobachtet: Wettbewerbsdruck und damit verbundene Beschleunigung verändern nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch den Familienalltag und die individuelle Lebensführung. Aber die Anpassung an die Macht der Dringlichkeiten wird nicht immer nur leidvoll erlebt.
  • Kämpften Arbeitnehmer in den 1950er Jahren noch für den freien Samstag und die 40-Stunden-Woche stehen heute ganz andere Probleme im Focus: 84 Prozent der Arbeitnehmer sind selbst in der Freizeit in Dauerbereitschaft. Flexible Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitmodelle bringen zwar mehr Freiheit, führen aber auch zur Entgrenzung der Arbeit – häufig mit sozialen und gesundheitlichen Folgen. Über den Wandel der Arbeitszeit hat Ulrike Jaspers mit verschiedenen Frankfurter Wissenschaftler gesprochen.
  • Wenn das menschliche Leben der Vergänglichkeit unterworfen ist, wie kann der Mensch dann Glück erfahren? Der Literaturwissenschaftler Prof. Achim Geisenhanslüke schaut, wie Walter Benjamin und Marcel Proust diese Frage beantwortet haben. Für Benjamin offenbart sich Glück nur in kurzen Momenten als eine Erlösung von der linear fortschreitenden Zeit, und das geschieht in der Begegnung mit der Kunst. Der berühmte Autor des mehrbändigen Romans „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ sucht das Glück in der wiedergefundenen Zeit der Erinnerung – auch dies bleiben nach Proust Erfahrungen des Augenblicks.
  • Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel der Filme „Zurück in die Zukunft“ und „Interstellar“.
  • Der Biologe Prof. Roland Prinzinger kann von jedem beliebigen Vogelei sagen, wann das Junge schlüpfen wird. Zwar dauert das bei Vögeln je nach Größe von 12 Tagen beim Zebrafink (Ei-Gewicht ca. 1,5 g) bis zu 50 Tagen beim Strauß (Ei-Gewicht bis zu 1 900 g). Aber in Stoffwechseleinheiten gemessen schlüpfen aber alle Jungen, nachdem sie rund 2 kJ/g Energie umgesetzt haben. Prinzinger misst deshalb das Ticken der biologischen Uhr in Stoffwechseleinheiten.
  • Schon im Altertum hatten Menschen das Bedürfnis, die Zeit zu erfassen. Im alten Ägypten teilten Sonnenuhren die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in zwölf Stunden. So waren die Stunden im Winter kürzer als im Sommer. Heute sind moderne Atomuhren so genau, dass sie in zehn Milliarden Jahren nur maximal eine Sekunde falsch gehen. Über die zunehmende Präzision der Zeitmessung berichtet die Wissenschaftsjournalistin Dr. Stefanie Hense in ihrem Beitrag „Von der Sonnenuhr zur Atomuhr“.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:49

Öffentliche Auftaktveranstaltung des LOEWE-Schwerpunkts „Religiöse Positionierung“

Navid Kermani und Jan Assmann im Gespräch über „Religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“

FRANKFURT. Mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Goethe-Universität startet der neue LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ in der kommenden Woche offiziell seine Forschungsarbeit. Zwei prominente Persönlichkeiten konnten die Organisatoren für ein Gespräch über „Religion und religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“ an der Goethe-Universität gewinnen: Dr. Navid Kermani, deutsch-iranischer Schriftsteller und habilitierter Orientalist, und Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologe und Kulturwissenschaftler, Emeritus der Universität Heidelberg. Es findet statt

am 28. Juni (Mittwoch) um 18.15 Uhr
im Hörsaalzentrum, HZ 1, Campus Westend.

Nach der Vorstellung des Forschungsschwerpunkts durch Prof. Dr. Christian Wiese, Sprecher des vom Land Hessen geförderten Forschungsverbunds und Inhaber der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, wird zunächst Isaak Dentler, Schauspiel Frankfurt, das Kapitel „Licht“‘ aus Kermanis Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ lesen. Das Gespräch zwischen Assmann und Kermani moderiert Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor des „Haus am Dom“ und Mitglied des Beirats im LOEWE-Schwerpunkt.

Kermani, der 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, war schon mehrmals zu Gast an der Goethe-Universität, u.a. hielt er 2010 die viel beachtete Poetik-Vorlesung. Der Orientalist kritisiert einen mit der „kompletten Verdrängung des Religiösen“ einhergehenden „religiösen Analphabetismus“, der zu einer „grundlegenden Verarmung der Gesellschaft“ führe. Religiöse Toleranz und Religionsfreiheit benennt er als bedeutsame europäische Werte und fordert, im Sinne der Aufklärung, Achtung vor dem Glauben und der Weltanschauung anderer. Assmann, der sich insbesondere als Ägyptologe einen Namen gemacht hat, ist unter anderem durch Arbeiten zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses hervorgetreten. Er hat mit seinen Reflexionen über die „mosaische Unterscheidung“ zwischen wahr und falsch wichtige Debatten über das Verhältnis von Monotheismus und Gewalt sowie über die Pluralismusfähigkeit der monotheistischen Religionen ausgelöst.

Der LOEWE-Schwerpunkt

„Aktuelle Debatten über die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Zuwanderung von Geflüchteten zeigen, dass sich Einwanderungsgesellschaften künftig auf ein weit höheres Maß an religiös-kultureller Pluralisierung und dadurch ausgelösten Ängsten und Konflikten einstellen müssen“, so der Sprecher des Forschungsverbundes, Christian Wiese. Und hier setzen die Forscherinnen und Forscher mit ihrem interdisziplinären und interreligiösen Konzept an: Sie untersuchen den Umgang der großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – mit religiöser Vielfalt und Differenz in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu noch einmal Wiese: „Während andere interreligiöse Pluralismus- oder Dialogkonzepte zum Teil auf eine konsensorientierte, harmonisierende Überwindung von Gegensätzen zielen, wählen wir eine andere Perspektive: Wir gehen davon aus, dass Religionen grundsätzlich positionell und somit konflikthaft, deshalb aber nicht zwangsläufig pluralismusunfähig sind, sondern Differenzen ernst nehmen und zu achten vermögen.“

Das Projekt wird vom Land Hessen mit einer Summe von knapp 4,5 Millionen Euro gefördert, der Förderzeitraum reicht von 2017 bis 2020. Federführende Institution ist die Goethe-Universität, sie kooperiert mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Kooperation zwischen den beiden Universitäten in Frankfurt und Gießen leistet schon seit einigen Jahren einen innovativen Beitrag zu Fragen von Religion und Gesellschaft, religiöser Differenz und Interreligiösität sowie Migration und Integration. Darauf gilt es jetzt aufzubauen“, sagt Prof. Dr. Roderich Barth, Mitantragssteller aus Gießen und inzwischen Professor an der Universität Leipzig. Der Fachbereich Evangelische Theologie an der Goethe-Uni ist bereits mit dem Institut für Theologie an der Justus-Liebig-Universität eng verbunden; gemeinsam werden auch nichtkonfessionelle religionswissenschaftliche und –philosophische Studiengänge angeboten, die programmatisch auf die Thematik religiöser Vielfalt ausgerichtet sind. Ferner hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Hessen geförderte Zentrum für Islamische Studien Frankfurt/Gießen in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Bereich einer modernen islamisch-theologischen Wissenschaft eingenommen. Alle beteiligten Disziplinen, darunter auch die Jüdischen Studien und die beim Exzellenzcluster „Normative Orders“ angesiedelten Projekte, werden die Mitwirkung an dem Forschungsschwerpunkt auch dazu nutzen, um bestehende internationale Kooperationen auszubauen und neue zu initiieren.

Inzwischen haben – neben der Koordinatorin Dr. Nina Fischer – zehn Postdocs und sechs Promovierende aus Deutschland, Israel, Syrien und den USA ihre interdisziplinäre Arbeit an 13 Teilprojekten aus der Theologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Judaistik sowie den Islamischen Studien und den Erziehungswissenschaften aufgenommen. Sie werden nicht nur ihre Forschungsergebnisse publizieren, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Konferenzen und Workshops durchführen und insbesondere Veranstaltungen und Gesprächsforen zu gesellschaftlich aktuellen Themen mit anderen Bildungseinrichtungen in der Stadt Frankfurt und in der Region initiieren. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg ermöglicht es zudem, zeitweise Fellows aus dem In- und Ausland einzuladen, die das Themenspektrum des Forschungsschwerpunkts über die beteiligten Teilprojekte hinaus bereichern werden.

Information: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theorie, Campus Westend, Tel. (069) 798 33313; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de, und Dr. Nina Fischer, LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung“, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 33282; E-Mail: n.fischer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:41

Die Frankfurter Bürger-Universität stellt die Biografie Manfred Krugs vor

Liebling Kreuzberg

FRANKFURT. Kaum eine Lebensgeschichte spiegelt die konfliktreiche Beziehung zwischen den beiden Landesteilen des Nachkriegsdeutschlands so anschaulich wieder wie die von Manfred Krug. Der im vergangenen Jahr gestorbene TV-Liebling begann seine Karriere in der ehemaligen DDR. Dort wurde Krug neben seinem Schauspielberuf auch als Jazz-Sänger zum Idol. Nachdem 1977 sein Ausreisewunsch in den Westen genehmigt wurde, setzte er sein Wirken in Berlin-Schöneberg fort. Zu einer seiner bekanntesten Rollen zählt die des Anwalts Robert Liebling in der Serie „Liebling Kreuzberg“. Der Vortrag

„Manfred Krug – Liebling Kreuzberg“, am Montag, 26. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Dr. Edo Reents in der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ widmet sich den biografischen Spuren eines Publikumslieblings, der besonders eng verwoben ist mit der deutsch-deutschen Geschichte. Reents ist Leiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Veranstaltungsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Folgende Biografie erwartet Sie zum Abschluss der Reihe im Sommersemester:

03. Juli 2017
Prof. Tilman Allert
Beate Uhse
Freiheit für die Liebe

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 20 2017
19:36

Goethe-Universität ehrt Prof. Volker Wieland und Alexander Trog

Ehrenfeier

FRANKFURT. Sie haben sich auf unterschiedliche Weise um die Goethe-Universität verdient gemacht: Prof. Volker Wieland und Alexander Trog sind heute im Rahmen einer Ehrenfeier gewürdigt worden. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Volker Wieland erhielt die mit 10.000 Euro dotierte „Public Service Fellowship“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung. Alexander Trog, viele Jahre Geschäftsführer der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, wurde zum Ehrenbürger der Goethe-Universität ernannt.

Prof. Volker Wieland, Jahrgang 1966, ist seit 2012 Stiftungsprofessor für Monetäre Ökonomie am Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) der Goethe-Universität. Hier brillierte er durch empirische Arbeiten im Bereich „Geldpolitik und Geldtheorie“; unter anderem baute er ein öffentliches Archiv für den Vergleich makroökonomischer Modelle auf. Die Bundesregierung berief ihn 2013 in ihren Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Als Mitglied dieses Gremiums vermittelt Wieland seine Forschungsergebnisse erfolgreich in Politik und Gesellschaft.

„Die Goethe-Universität ist froh, mit Volker Wieland einen hervorragenden Fachwissenschaftler in ihren Reihen zu haben, der seine Forschung zu Themen der Geld- und Währungspolitik nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch auf höchster politischer Ebene und in offenen gesellschaftlichen Foren erfolgreich zu vermitteln weiß“, sagte Uni-Präsidentin Prof. Birgitta Wolff anlässlich der Ehrung. „Professor Wieland zeichnet sich durch eine undogmatische wissenschaftliche Exzellenz aus“, so Prof. Hermann Remsperger, Gründungsvorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Geld und Währung, in seiner Laudatio. Auf dem Gebiet der Geldtheorie und Geldpolitik habe Wieland Pionierarbeiten geleistet. „Er gehört nicht nur in Europa, sondern weltweit zur Spitzenklasse der Ökonomen“, so Remsperger weiter. „Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Mein zentrales Anliegen ist es, wissenschaftliche Modelle und Methoden zu entwickeln, die sich auf tatsächliche wirtschaftspolitische Probleme anwenden lassen, und die Ergebnisse in die wirtschaftspolitische Debatte zu tragen. Dabei liegt mir der Austausch mit Akteuren in den Notenbanken, Finanzmärkten und in der Fiskalpolitik besonders am Herzen“, sagte Prof. Wieland am Rande der Feier.

Alexander Trog, Jahrgang 1941, war von 2004 bis 2016 Geschäftsführer der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität. Der gelernte Bankkaufmann und Jurist gilt als ein Mann der leisen Töne: Als Gestalter im Hintergrund hat er zahlreiche Projekte angestoßen und die Vereinigung souverän gemanagt. Trog hat die Stiftung pro universitate von Anfang an aktiv begleitet und auch die Entstehung zahlreicher weiterer unselbständiger Stiftungen und Stiftungsfonds vorangetrieben. Außer an der Goethe-Universität engagiert er sich auch für etliche soziale und kulturelle Projekte im Rhein-Main-Gebiet. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolf, verlieh dem 75-jährigen Juristen die Ehrenbürgerwürde der Goethe-Universität – eine Auszeichnung, die seit der Gründung der Universität nur wenigen Persönlichkeiten zuteilwurde.

„Die Goethe-Universität hat Alexander Trog extrem viel zu verdanken: Ohne sein Engagement wäre auch manches kleinere sinnvolle Projekt an einer so großen Universität wie unserer nie Realität geworden“, sagte Wolff bei der Überreichung der Ehrenbürger-Urkunde. Er habe sich immer sachorientiert und ohne Eitelkeiten, aber mit hohem emotionalen Engagement eingebracht, so der Vorsitzende der Freundesvereinigung, Prof. Wilhelm Bender, in seiner Laudatio. Bender würdigte Trog als „den Schaffer, der nicht nachlässt, sachorientiert und uneitel, kundig bis ins Detail und emotional für die Sache“. Trog habe vorgelebt, was die Vereinigung von Freunden und Förderern ausmache: Projekte und Bereiche zu fördern, die regulär nicht finanziert werden könnten. „Ehrenamt muss aus einem Dreiklang bestehen: Es sollte sinnvoll sein, man muss etwas gestalten können – und es sollte Spaß machen“, sagte Alexander Trog in seiner Dankesrede. Dies sei bei den „Freunden und Förderern“ auf einzigartige Weise der Fall gewesen. Er sei zutiefst dankbar dafür, die Entwicklung der Goethe-Universität aus unmittelbarer Nähe miterlebt zu haben. „Sie ist heute eine Institution in und für die Stadt“, so der neue Ehrenbürger der Goethe-Universität.

Porträts zum Download finden Sie unter dem folgenden Link: www.uni-frankfurt.de/66999319

Veranstaltungen

Jun 20 2017
13:33

Führung mit Biologin Dr. Ilse Zündorf im Wissenschaftsgarten des Campus Riedberg

Auf den Spuren der Arzneipflanzen

FRANKFURT. Mehr als 100 Arzneipflanzen präsentiert der Arzneipflanzengarten des Wissenschaftsgartens am Campus Riedberg der Goethe-Universität. Auf von Steinmauern umsäumten Beeten, die an Schubladen eines Apothekerschrankes erinnern, sind hier die Pflanzen nach ihren chemischen Besonderheiten, also nach den arzneilich wirksamen Inhaltsstoffen angeordnet. Die Führung „Der Arzneipflanzengarten am Uni-Campus Riedberg“ findet statt

am Freitag, 23. Juni 2017 um 14 Uhr im Wissenschaftsgarten auf dem Campus Riedberg, Altenhöfer Allee 1f, 60438 Frankfurt (Treffpunkt Eingang).

Pflanzen stellen nicht nur historisch gesehen die älteste Arzneimittelquelle dar, sie sind auch in der modernen Arzneistoffforschung unverzichtbar. Die Pflanzenbeete wurden passend zu den Lehrinhalten der Vorlesung „Pharmazeutische Biologie“ angelegt und bereichern damit das didaktische Gesamtkonzept des Studiengangs Pharmazie.

Weitere Führungen im Überblick:

21. Juli 2017
Pflanzen des Jahres im Wissenschaftsgarten 

18. August 2017
Der Wissenschaftsgarten und die Grünanlagen der Universität

17. November 2017
Pilze im Wissenschaftsgarten

Beginn jeweils um 16 Uhr

Informationen: Dr. Ilse Zündorf, Institut für Pharmazeutische Biologie, Tel. (069) 798 29648, zuendorf@em.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 20 2017
13:30

Entdecker des Hungersignals Matthias Tschöp ist Rolf Sammet Stiftungsgastprofessor an der Goethe-Universität

Signale zwischen Gehirn und Darm verstehen

FRANKFURT. Prof. Matthias H. Tschöp, Direktor des Helmholtz-Diabetes-Zentrums in München, erforscht, wie die Kommunikation zwischen Kopf und Bauch das Hungergefühl steuert. Das ist besonders wichtig für die Behandlung von Krankheiten, bei denen der Stoffwechsel entgleist ist, wie bei Diabetes Typ 2 und Adipositas. Vom 26. bis 29. Juni hält er als Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessor Vorlesungen an der Goethe-Universität. Zur Verleihung der Rolf-Sammet-Gastprofessur

am 26. Juni 2017 (Montag) um 17:00 Uhr im Hörsaal 22-1, Haus 22, Campus Niederrad, Theodor-Stern-Kai 7

hält Matthias Tschöp den Vortrag „Unimolecular Polyagonists Targeting Gut-Brain Communication Reverse Obesity and Diabetes“. Es folgen im Laufe der Woche je eine Vorlesung für Studierende der Medizin und der Naturwissenschaften sowie eine weitere Vorlesung für Wissenschaftler auf dem Campus Riedberg.

Als Neuroendokrinologe untersucht Matthias Tschöp die Signalwege zwischen Gehirn und dem Magen-Darm-Trakt. Auf diese Weise entdeckte er das Hungersignal Ghrelin, das in der Magenschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Er zeigte auch, wie die Gliazellen des Gehirns an der Hunger- und Stoffwechselkontrolle beteiligt sind. Eine seiner wichtigsten Entdeckungen ist, dass man mit natürlichen Darmhormonen die Stoffwechselkontrolle im Gehirn beeinflussen kann. Diese Erkenntnis lässt sich nutzen, um Adipositas (Fettleibigkeit) und Diabetes mellitus Typ 2 zu behandeln – laut WHO und den Vereinten Nationen gehören diese Stoffwechselerkrankungen zu den größten medizinischen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft.

Gemeinsam mit dem amerikanischen Chemiker Richard DiMarchi fanden Tschöp und sein Team eine Reihe von vielversprechenden Wirkstoff-Kandidaten aus einer Kombination von Magen- und Darmhormonen. Zunächst konnten sie im Tierversuch zeigen, dass die Hormone GLP-1 und GIP den Appetit zügeln, die Ausschüttung von Insulin fördern und die Fettverbrennung erhöhen, sobald die Versuchstiere Zucker essen. Kurz darauf entwickelten Tschöp und DiMarchi Triple-Hormonmoleküle als besonders erfolgversprechende Therapie. Einige der Wirkstoffe werden inzwischen klinisch geprüft.

Der 50-Jährige Münchener Mediziner verknüpft seit vielen Jahren Grundlagenforschung mit der industriellen Suche nach Arzneistoffen. Sein Fokus passt somit perfekt zur Goethe-Universität, die Translationale Arzneimittelforschung als einen ihrer vier Forschungs-Schwerpunkte definiert.

Ende der 90er-Jahre erhielt Matthias Tschöp ein Postdoc-Stipendium an den Eli Lilly Research Laboratories in den USA (1999-2002). 2002 kehrte er nach Europa zurück, um am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. 2003 wurde Matthias Tschöp an die University of Cincinnati, USA, berufen, wo er von 2003-2009 als Professor, und später als Direktor des Diabetes and Obesity Centers of Excellence sowie als Arthur Russel Morgan Endowed Chair of Medicine tätig war. Seit 2011 ist Prof. Tschöp wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums sowie Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselerkrankungen an der Technischen Universität München.

Tschöp hat zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten: 2012 wurde ihm als erstem Mediziner eine Alexander-von-Humboldt-Professur verliehen, 2013 wurde er in die Deutsche Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) gewählt. Seit 2012 ist Matthias Tschöp zusätzlich außerordentlicher Professor an der Yale University. Er ist Gründer und Chefredakteur der wissenschaftlichen Zeitschrift Molecular Metabolism. 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig und wurde als Gründer des Helmholtz Pioneer Campus am Helmholtz Zentrum München zum Direktor für Biomedizin ernannt.

Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, ist eine der ältesten Stiftungsgastprofessuren an der Goethe-Universität. Sie wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Seit Januar 2015 wird sie von der Universität in Eigenregie weitergeführt. Die Aventis Foundation hat dafür den Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit einer Million Euro ausgestattet. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen.

Information: Dr. Claudia Koch, Institute for Vascular Signaling, Fachbereich 16, Universitätsklinikum Frankfurt, Tel.: (069) 6301-87890, koch@vrc.uni-frankfurt.de

Forschung

Jun 20 2017
10:32

EU fördert weitere drei Netzwerke zur Doktorandenausbildung an der Goethe-Universität

Wolkenbildung, Infektionsforschung, Ubiquitin-Code

FRANKFURT. Die Europäische Union fördert drei neue Projekte zur strukturierten Doktorandenausbildung an der Goethe-Universität. Es handelt sich um „Innovative Training Networks (ITN)“ im Marie Sklodowska-Curie-Programm. Diese sind für Universitäten sehr attraktiv, weil sie themenoffen und an der Grundlagenforschung orientiert sind.

Für das Projekt CLOUD-MOTION, das von Atmosphärenforscher Prof. Joachim Curtius koordiniert wird, erhält die Goethe-Universität eine Fördersumme von 500.000 Euro. Es handelt sich um das Folge-Projekt zweier vorangegangener Doktoranden-Netzwerke, die seit 2008 erfolgreich von Prof. Curtius koordiniert werden.

In CLOUD-MOTION werden Doktorandinnen und Doktoranden in 10 europäischen Institutionen die Wolkenbildung aus Aerosolen und Eiskeimen in der Atmosphäre und deren Einfluss auf das Klima untersuchen. Insbesondere geht es um den Vergleich von unberührten Bereichen der Atmosphäre mit solchen, die durch menschliche Aktivitäten verschmutzt sind. Grundlage dieser Forschung sind Experimente in einer „Wolkenkammer“ am Europäischen Kernforschungszentrum CERN, in dem die verschiedenen Situationen in der Atmosphäre unter Laborbedingungen simuliert werden können.

Im ViBrANT-Netzwerk unter Beteiligung der Goethe-Universität kooperiert ein interdisziplinäres Team weltweit führender europäischer Infektionsforscher, um das Anhaften von Viren und Bakterien an die Zellen ihres Wirts besser zu verstehen. Auf dieser Basis sollen hochspezifische diagnostische Verfahren entwickelt werden, wobei einer der Schwerpunkte auf der Entwicklung neuer diagnostischer Nachweisverfahren für multiresistente Erreger liegt. Die insgesamt 15 Doktoranden lernen während ihrer Ausbildung Universitäten und Industriepartner in sieben europäischen Ländern kennen. Auf diese Weise werden sie darauf vorbereitet, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst rasch in anwendbare Technologien umzusetzen, die Patienten mit Infektionskrankheiten zu Gute kommen. Für Doktoranden der Goethe-Universität stehen 500.000 Euro zur Verfügung.

Weiterhin ist die Goethe-Universität am Doktoranden-Netzwerk UbiCODE beteiligt, das nach neuen diagnostischen Markern und Angriffspunkten für Medikamente im Ubiquitin-System sucht. Das kleine, überall im Körper vorhandene Protein bildet unerwartet vielfältige und komplexe Ketten, deren Beitrag zur Regulation von Protein-Funktionen und der zellulären Qualitätskontrolle noch längst nicht voll verstanden wird. Störungen in diesem System können zu Erkrankungen wie Krebs, Neurodegeneration, Entzündungen und multiplen Infektionen führen. Der Förderanteil für die Goethe-Universität beträgt 250.000 Euro.

Mit der Bewilligung der drei neuen ITNs setzt die Universität ihren Erfolg der letzten Jahre in dieser Förderlinie fort. In 2016 nahmen fünf neue Projekte ihre Arbeit auf. Insgesamt laufen im Moment achtzehn ITNs an der Goethe-Universität.

Informationen: CLOUD-MOTION: Prof. Dr. Joachim Curtius, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Fachbereich 11, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798 40258, curtius@iau.uni-frankfurt.de
ViBrANT: Prof. Dr. Volkhard Kempf, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Fachbereich 16, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5019, volkhard.kempf@kgu.de
UbiCODE: Prof. Dr. Ivan Dikic, Dr. Kerstin Koch, Institut für Biochemie II, Fachbereich 16, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-84250, K.Koch@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 13 2017
12:25

Im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität steht die Biografie Helmuth Plessners

Vom Lachen und Weinen

FRANKFURT. Mit seinem Namen verbindet sich in der deutschen Geistesgeschichte ein einzigartiges Bemühen, die Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften zu durchbrechen und eine Philosophie der menschlichen Natur zu begründen. In den Stationen des Lebensweges von Philosoph Helmuth Plessner, Sohn der Stadt Wiesbaden, an dessen 125. Geburtstag im September 2017 zu erinnern sein wird, wird das Schicksal eines zur Emigration gezwungenen jüdischen Intellektuellen lebendig. Auch die Goethe-Universität zählt zu einer seiner Stationen, als er dem „Institut für Sozialforschung“ vorstand. Der Vortrag

„Helmuth Plessner – Vom Lachen und Weinen“, am Montag, 19. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Prof. Birgit Recki in der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ widmet sich der wechselvollen Geschichte eines Gelehrten zwischen Emigration und Rückkehr. Recki lehrt Philosophie an der Universität Hamburg.

Die Veranstaltungsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Folgende Biografien erwarten Sie außerdem im Sommersemester:

26. Juni 2017
Dr. Edo Reents
Manfred Krug
Liebling Kreuzberg 

03. Juli 2017
Prof. Tilman Allert
Beate Uhse
Freiheit für die Liebe 

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Alle Veranstaltungen finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main) statt.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2017
11:50

Am 13. Juni findet der große Diktatwettbewerb „Die Goethe schreibt“ an der Goethe-Universität statt

Schreiben bis die Finger glühen

FRANKFURT.Die Goethe schreibt wieder. Zum dritten Mal findet in diesem Jahr ein großer Diktatwettbewerb an der Goethe-Universität statt

am 13. Juni 2017 (Dienstag) um 18 Uhr
Casino-Festsaal, Campus Westend.

Alle an der deutschen Sprache Interessierten sind eingeladen, bei „Die Goethe schreibt“ teilzunehmen und die eigene Rechtschreibung bei einem 20-minütigen Diktat zu testen. Einzeln oder im Team wetteifern Wissenschaftler, Beschäftigte, Studierende und Freunde der Goethe-Universität um den Titel des Diktatmeisters. Mit acht Fehlern belegten im vergangenen Jahr zwei Teilnehmer den ersten Platz. Ganz ohne Rechtsschreibfehler hat es bisher noch niemand geschafft. Die Gewinner werden mit Preisen ausgezeichnet.

Die Goethe schreibt ist eine tolle studentische Initiative, die den Spaß an der deutschen Sprache fördert und zugleich Sprachkultur vermittelt“, sagt Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität für Lehre.

Im Jahr 2015 hat eine Gruppe aus Deutschlandstipendiaten das Projekt erstmalig an die Goethe-Universität geholt. Die Idee dazu stammt von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die bereits seit vielen Jahren deutschlandweit Diktatwettbewerbe organisiert und die Veranstalter an der Goethe-Uni als Mentor begleitet.

Um Anmeldung bis zum 13. Juni 2017, 12 Uhr, wird gebeten: goethe@frankfurt-schreibt.de

Forschung

Jun 9 2017
11:10

Neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe im Fachbereich Rechtswissenschaft nimmt EU-Solidaritätskonflikte in den Blick

Können Gerichte alles richten?

FRANKFURT. Am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität hat eine neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe ihre Arbeit aufgenommen. Das Team unter Leitung von Dr. Anuscheh Farahat beschäftigt sich damit, welche Rolle Verfassungsgerichte bei Solidaritätskonflikten zwischen Staaten spielen.

Die weltweite Finanzkrise hat auch die Staaten der Europäischen Union stark in Mitleidenschaft gezogen – und manche haben sich bis heute nicht davon erholt. Um den Euro zu retten, mussten die europäischen Staaten die Schulden von Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal in den Griff bekommen. Dabei war und ist immer wieder viel grenzüberschreitende Solidarität gefordert. Die Krisenbewältigung führt in Gläubiger- und Schuldnerländern jedoch immer wieder zu Konflikten, da sie auf beiden Seiten rechtliche Fragen aufwirft. So musste in Deutschland das Bundesverfassungsgericht u.a. klären, inwiefern der Bundestag der Beteiligung an Hilfsaktionen zustimmen muss; schließlich obliegt die Entscheidung über die Verwendung von Haushaltsmitteln dem Parlament; in Portugal wiederum landeten die so genannten Troika-Maßnahmen, die etliche Verschärfungen und Leistungskürzungen für Arbeitnehmer vorsahen, vor dem nationalen Verfassungsgericht, das klären sollte, ob Maßnahmen wie etwa die Gehalts- und Rentenkürzungen im öffentlichen Dienst nicht der Verfassung widersprächen.

Sind die Gerichte die geeignete Instanz, um solche Fragen zu klären? Wären da nicht eher die europäische Ebene oder die Parlamente gefragt? Oder wie sonst könnte man die nationalen Gerichte dazu bringen, in ihre Entscheidungen die Perspektive anderer, betroffener Länder einzubeziehen? Mit Fragen wie diesen befasst sich das neue Emmy-Noether-Forschungsprojekt „Transnationale Solidaritätskonflikte: Verfassungsgerichte als Foren und Akteure der Konfliktbearbeitung“, das vor kurzem an den Start ging. „Die Krise der EU ist in Wahrheit eine Krise der transnationalen Solidarität“, ist Projektleiterin Dr. Anuscheh Farahat überzeugt. Deshalb nimmt sie in ihrem Projekt Verteilungs- und Anerkennungskonflikte in der EU unter die Lupe, die sich im Laufe der Wirtschafts- und Finanzkrise intensiviert haben. Im Mittelpunkt steht dabei, welche Rolle nationale und europäische Verfassungsgerichte in diesen Konflikten gespielt haben. Wie wurde das destruktive Potenzial dieser Konflikte institutionell kanalisiert? Konnte dabei neue gesellschaftliche Ordnung gestiftet werden? Oder sind andere Strukturen notwendig?

Die Emmy-Noether-Gruppe, die aus insgesamt drei Nachwuchswissenschaftlern besteht, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst bis Februar 2020 mit rund 900.000 Euro gefördert. Projektleiterin Anuscheh Farahat hat in Frankfurt, Paris und Berkeley studiert und wurde 2011 an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit im Migrationsrecht promoviert, die zahlreiche Preise erhalten hat. Seit 2014 war Farahat wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Ihre Forschungsgebiete sind das europäische und deutsche Verfassungsrecht, das deutsche und internationale Migrationsrechts sowie die Verfassungsvergleichung. Ein Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung liegt auf Fragen der Organisation öffentlicher Gewalt in transnationalen Räumen.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/66895847

Bildtext:Dr. Anuscheh Farahat leitet die neue Emmy-Noether-Gruppe an der Goethe-Universität. Sie forscht über die Rolle von Verfassungsgerichten bei europäischen Solidaritätskonflikten. Foto: MPIL/Maurice Weiss

Informationen: Dr. Anuscheh Farahat, a.farahat@jur.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 9 2017
11:05

Bedeutender Sozialpsychologe hält Vortrag im Rahmen der CLBO Leadership Lectures an der Goethe-Uni

Roy Baumeister über den freien Willen

FRANKFURT. Gibt es einen freien Willen? Der Sozialpsychologe Prof. Roy Baumeister, einer der weltweit einflussreichsten Psychologen, hat unter anderem einen globalen Bestseller über „Willpower“ (dt. Willenskraft) verfasst. Seinen Vortrag „Toward a Scientific Theory of Free Will“ wird er im Rahmen der Vortragsreihe „Leadership Lectures“ des Center for Leadership and Behaviour in Organization (CLBO) halten. Baumeister wird die grundlegende Diskussion zur Problematik des freien Willens mit empirischen Befunden kombinieren und dabei über seine Arbeiten zu Selbstkontrolle, Entscheidungsfindung und Glucose sprechen. Außerdem wird er zeigen, wie er in Studien Zweifel am freien Willen manipuliert und welche Folgen dies haben kann.

Roy F. Baumeister: Toward a Scientific Theory of Free Will
Dienstag, 20. Juni 2017, 18.30 Uhr
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 3 

Anmeldungen zum Vortrag und anschließendem Get-Together sind noch bis zum 15. Juni möglich unter a.kaluza@clbo-frankfurt.org.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Rolf van Dick, Center for Leadership and Behaviour on Organizations (CLBO), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798 35285; www.clbo-frankfurt.org; www.sozialpsychologie.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 8 2017
11:54

Erinnerungskultur aus digitaler Perspektive: Welche Konsequenzen hat es, wenn virtuelle Spielwelten verschwinden, in denen Menschen entscheidende Erfahrungen machen?

Studiengalerie 1.357 präsentiert: Jon Rafman „Codes of Honor”

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 14. Juni bis 20. Juli erstmalig in Frankfurt die Videoarbeit Codes of Honor (2011) des kanadischen Künstlers Jon Rafman. Rafman (geboren 1981, Montreal, CA) gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Post-Internet-Art und thematisiert in seinen Werken die Auswirkungen digitaler Medien und neuer Technologien auf unser Bewusstsein und unsere sozialen Beziehungen. Die Ausstellungseröffnung findet statt

am 14. Juni (Mittwoch) um 20 Uhr
im IG-Farben-Haus, Raum 1.357, Campus Westend.
 

Während des Semesters ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Das Internet, unendliche Weiten, die es zu entdecken gibt – einer dieser Entdecker ist der kanadische Künstler Jon Rafman. Für seine Arbeit taucht Rafman in die digitalen Tiefen des Internets, um seine Funde der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben Bildern von Google Street View gehören zu seinem Werk auch Arbeiten über Subkulturen aus den „dunklen Ecken“ des Netzes, wie Hentai Fans, Crush Fetischisten, Live Action Role Player oder auch Furries.

In der Videoarbeit Codes of Honor thematisiert Rafman die amerikanische Videospielkultur der 1980er Jahre. Ein junger Mann erinnert sich an seine Erfolge als Profi-Gamer. Während er durch eine digitale Stadtlandschaft streift, erzählt er wehmütig von seinen intensiven Erfahrungen mit Videospielen, die sein zentraler Lebensinhalt waren. Momente werden wieder erlebt: die Befriedigung, das Spiel zu beherrschen, oder der Triumph, seinen Gegner zu besiegen. Dabei erkennt er, dass diese digitalen Siege aufgrund der sich verändernden Spielkultur bald vergessen sein werden. Codes of Honor entstand in dem Jahr, in dem die Chinatown Fair Arcade, die letzte große Spielhalle in New York, geschlossen wurde.

Mit Codes of Honor thematisiert Jon Rafman die Erinnerungskultur aus einer digitalen Perspektive: Er konstruiert eine Erzählung, die von der Flüchtigkeit der Spielwelt und den in ihnen gewonnenen Erfahrungen handelt. Dabei verschränkt Rafman virtuelle Welten – urbane Stadtlandschaften aus „Second Life“ (einer Plattform, die es den Usern ermöglicht Online-3D-Infrastrukturen von virtuellen Welten zu entwickeln und Menschen durch Avatare zu ersetzen) mit dokumentarischen Szenen aus der Welt der Spielhallen, in denen vor allem Kinder und Jugendliche mit Spielautomaten interagieren. Die Verschränkung von virtueller Welt und realer Vergangenheit wirft zentrale Fragen für zukünftige Generationen auf: Wo werden Erfahrungen gesammelt? Was bedeutet es für das Verhältnis des Subjektes zur Welt, wenn es sich vor allem an die in der virtuellen Welt gemachten Erlebnisse erinnert? Welche Konsequenzen hat es für eine Erinnerungskultur, wenn Spielwelten, in denen zahlreiche Menschen anscheinend entscheidende Erfahrungen gemacht haben, verschwinden? Diese Fragen begleiten die Betrachter von Codes of Honor, der Teil der virtuellen Reise des Protagonisten in eine digitale, aber bereits wieder verschwundene Vergangenheit wird.

Rafmans hatte Einzelausstellungen im Stedelijk Museum in Amsterdam (2016), im Westfälischen Kunstverein in Münster (2016) und der Zabludowicz Collection in London (2015) statt. Er nahm teil an der Manifesta 11 in Zürich (2016), der 9. Berliner Biennale (2016) sowie Speculations on Anonymous Materials im Fridericianum in Kassel (2013/2014).

Die Studiengalerie 1.357 ist ein Lehr- und Studienprojekt an der Goethe-Universität. Sie wird betrieben von Goethe-Universität, Städel Museum und MMK Museum für Moderne Kunst. Die Studiengalerie realisiert pro Jahr vier Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst. Alle Ausstellungen werden in Lehrveranstaltungen von Studierenden verschiedener Disziplinen erarbeitet. Dozenten sind der Historiker Prof. Dr. Bernhard Jussen, die Kunsthistorikerin Dr. Antje Krause-Wahl und der stellvertretende Direktor des MMK Museums für Moderne Kunst, Peter Gorschlüter.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 8 2017
11:05

Diskussionsabende an der Goethe-Uni: „regards croisés“ - ein deutsch‐französischer Blickwinkel

Frankreich und Deutschland im Superwahljahr 2017

FRANKFURT. 2017 ist für Frankreich und Deutschland ein Superwahljahr: Unsere französischen Nachbarn absolvieren von April bis Juni einen Wahlmarathon, und im September finden Bundestagswahlen statt. Im Rahmen eines interdisziplinären Lehrprojekts laden das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen sowie das Institut für Politikwissenschaft ein zu zwei Diskussionsabenden mit Gästen aus Frankreich und Deutschland. Der erste Abend ist dem Thema gewidmet:

„Frankreich: Ein Land im Ausnahmezustand wählt“
12. Juni 2017, 18 (s.t.) Uhr
Campus Westend, Raum: PEG 1.168

Die französischen Präsidentschaftswahlen 2017 und der erste Wahldurchgang der Parlamentswahlen (11. Juni) werfen Fragen auf für Politik und Gesellschaft in Frankreich, und für die deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa. Am 12. Juni diskutieren der Politikwissenschaftler und Wahlforscher Dr. Bruno Cautrès (SciencesPo Paris) und der Romanist und Frankreichkenner Prof. Dr. Hans‐Jürgen Lüsebrink (Universität des Saarlandes) über die Lage in Frankreich. Das Gespräch findet in deutscher und französischer Sprache statt (Dolmetscherin: Heidi Ruppert) und wird moderiert von der Politikwissenschaftlerin und Europaforscherin Prof. Dr. Sandra Eckert (Goethe Universität).

Ein zweiter Diskussionsabend am 27. Juni wird die Frage erörtern:

„Deutschland: Stabilitätsanker oder Land im Umbruch?“
27. Juni 2017, 19 (s.t.) Uhr,
Campus Westend, Raum: Casino 1.801.

Es diskutieren die Historikerin und Deutschlandexpertin Prof. Dr. Hélène Miard‐Delacroix (Université Paris Sorbonne, im WS 2016/17 Alfred‐Grosser‐Gastprofessur an der Goethe-Universität) und die Politikwissenschaftlerin und Wahlforscherin Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher (Goethe-Universität) über ihre Einschätzungen zu den Bundestagswahlen 2017, sowie die Rolle der künftigen Bundesregierung in Europa. Die Moderation übernimmt der Historiker Prof. Dr. Pierre Monnet, Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und Leiter des Deutsch‐Französischen Instituts der Geschichts‐und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität.

Die Leitung des interdisziplinären Lehrprojektes, das vomFörderfonds Lehrean der Goethe-Universität unterstützt wird, liegt bei Valérie Kuhlmann (Fachbereich 10) und Prof. Dr. Sandra Eckert (Fachbereich 03). Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe und des Rahmenprogrammes „Frankreich. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse“. Die EuropaDialoge werden organisiert am Forschungskolleg Humanwissenschaft (Leitung Prof. Dr. Matthias Lutz‐Bachmann) und am Deutsch‐Französischen Institut der Geschichts‐und Sozialwissenschaften (Leitung Prof. Dr. Pierre Monnet).