​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Mär 16 2018
15:42

Dr. Albrecht Fester übernimmt das Amt an Hessens größter Universität

Goethe-Universität hat neuen Kanzler

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Kanzler: Dr. Albrecht Fester (62) hat in dieser Woche seine Position als Verwaltungschef von Hessens größter und Deutschlands drittgrößter Universität angetreten. Nach dem Abschied des früheren Kanzlers Holger Gottschalk hatte der promovierte Chemiker das Amt bereits kommissarisch ausgeübt. In der Amtszeit seines Vorgängers war er zudem dessen Stellvertreter gewesen.

Der gebürtige Bad-Homburger ist mit einer Richterin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Nach dem Abschluss als Dipl. Ing. an der TU Darmstadt wechselte er als Wissenschaftler 1986 an die Goethe-Universität. Seit 2004 arbeitete er in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Verwaltung.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagt: „Ich bin sehr froh, dass wir Albrecht Fester als Kanzler gewinnen konnten. Er kennt die Goethe-Universität sowohl durch seinen eigenen wissenschaftlichen Werdegang als auch als langjähriger Chef des Bereichs Immobilien und Baumanagement wie kaum ein anderer. Er verfügt über dezidierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalführung, aber auch der Haushaltsaufstellung und des Finanzcontrollings und wird als zuverlässiger Gesprächspartner und Problemlöser in der gesamten Uni sehr geschätzt. Ich freue mich sehr auf die weitere, noch engere Zusammenarbeit.“

Dr. Albrecht Fester erklärt: „Ich freue mich sehr über den Vertrauensvorschuss, den diese Ernennung bedeutet. Ich werde mich mit voller Energie für die Belange unserer Universität einsetzen, um das in mich gesetzte Vertrauen  zu rechtfertigen. Die Goethe-Universität muss in den nächsten Jahren viele Herausforderungen bewältigen, sei es die Weiterführung unseres ambitionierten Bauprogramms an allen Standorten, Digitalisierung und Internationalisierung der Verwaltung sowie auch Themen der Personalentwicklung und Gewinnung, um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit allen Beteiligten die Entwicklung der Goethe-Universität zu gestalten.“

Gemäß Hessischem Hochschulgesetz (§41, Abs.1) ist der Kanzler Mitglied des Universitätspräsidiums und „leitet die Hochschulverwaltung nach den Richtlinien des Präsidiums“. Der Kanzler ist Beauftragter für den Haushalt und nimmt nach Maßgabe der Beschlussfassung des Präsidiums die Haushalts-, Personal- und Rechtsangelegenheiten wahr.“ Zudem vertritt er die Dienststelle gegenüber dem Personalrat und ist darüber hinaus Beauftragter des Präsidiums in Tarifangelegenheiten und verantwortlich für das Liegenschafts- und Vermögensmanagement.

Ein Foto von Herrn Fester finden Sie zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/70885722

 

Mär 16 2018
13:18

Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften

Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen – Vorreiter Europas?

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Schon in früheren Jahrhunderten gab es zwischen Deutschland und Italien enge Wirtschaftsbeziehungen. Eine neue Vortragsreihe im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg beleuchtet diese Beziehungen, ihre Voraussetzungen und ihre Bedeutung.

Der Eröffnungsvortrag der Reihe „Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen in Neuzeit und Moderne“ mit dem Titel „Wirtschaftliche Umwälzungen: Deutschland und Italien in der Sattelzeit (1750-1870)“ von Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe findet am

Donnerstag, 22. März, um 19 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, Bad Homburg,

statt.

Das Rhein-Main-Gebiet und die Lombardei haben eine Reihe transalpiner Laufbahnen hervorgebracht: so zum Beispiel die Brentanos, die aus dem lombardischen Adel stammten und sich im Zuge mehrerer Generationen im Frankfurter Wirtschaftsbürgertum etablierten. Die neue Vortragsreihe des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung und dem Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni wird ein Licht auf die Geschichte deutsch-italienischer Wirtschaftsbeziehungen werfen. Was kennzeichnete die transalpinen Beziehungen? Waren die Bedingungen dafür allgemein sehr günstig? Oder handelte es sich um Ausnahmeerscheinungen? Und waren die gut vernetzten Unternehmer möglicherweise Vorreiter für ein vereintes Europa?

Im Eröffnungsvortrag wird Werner Plumpe über die Epoche der „Sattelzeit“ sprechen, der Transformationsphase von Früher Neuzeit zu Moderne. Deutschland und Italien waren damals semantische nationale Räume, noch keine politischen Gebilde. Für die „Deutschen“ fungierte „Italien“ oftmals als Wunschbild oder Kontrastfolie. Vor diesem Hintergrund gibt Werner Plumpe einen Überblick über eine entscheidende Phase der deutschen und italienischen Wirtschaftsgeschichte. Er bettet die wirtschaftlichen Umwälzungen dieser Epoche in einen größeren Kontext ein, zeigt Besonderheiten auf.

Die Vortragsreihe wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Frankfurter Stiftung für Deutsch-Italienische Studien, der Deutsch-Italienischen Vereinigung sowie der Rechtsanwaltskanzlei Dolce Lauda gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Generalkonsulats Frankfurt am Main.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

Dienstag, 3. April, 19 Uhr
Die deutsch-lombardischen Handelsbeziehungen in der Langzeitperspektive 1400-1800
Dr. Magnus Ressel (Frankfurt am Main) 

Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Die Händlerfamilie der Brentanos in Frankfurt um 1800
Prof. Dr. Ralf Banken (Frankfurt am Main)

Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr
Fremde Herkunft – deutsche Heimat. Die Brentanos und Italien
Prof. Dr. Wolfgang Bunzel (Frankfurt am Main) 

Dienstag, 26. Juni, 19 Uhr
Kaufmännische Netzwerke der Deutschen im Zeitalter Napoleons
Monika Poettinger (Mailand) 

Dienstag, 3. Juli, 19 Uhr
Weltgewandte Wirtschaftsbürger? Deutsch-italienische Netzwerke in Frankfurt am Main um 1850
Dr. Ellinor Schweighöfer (Bad Homburg) 

Donnerstag, 25. Oktober, 19 Uhr
Deutsches Mäzenatentum und der italienische Kunstmarkt
Prof. Gabriele Clemens (Saarbrücken) 

Dienstag, 30. Oktober
Heinrich Mylius (1769-1854). Ein Frankfurter Kaufmann in Mailand und sein musikkulturelles Netzwerk
Viola Usselmann M.A. (Loveno di Menaggio) 

Dienstag, 13. November
Johann Wolfgang von Goethes Konzept der Weltliteratur als eines „geistigen Handelsverkehrs“ vor dem Hintergrund seiner Beziehungen zu Heinrich Mylius und Alessandro Manzoni

Freitag, 30. November
Podiumsdiskussion: Gemeinsam in Europa. Deutsch-italienische Wirtschaftsbeziehungen
Teilnehmer: Gustavo Corni (Trient), Dr. Gabriele D’Ottavio (Trient), Dr. Grazia Prontera (Salzburg) 

Donnerstag, 28. Februar 2019
Buchpräsentation: Buchpräsentation: Heinrich Mylius (1769-1854) und die deutsch-italienischen Verbindungen im Zeitalter der Revolution. Die Lombardei und das nordalpine Europa im frühen 19. Jahrhundert

Anmeldung: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de/index.php/projects/italien-deutschland

Kontakt: Dr. Ellinor Schweighöfer, Tel.: 06172-13977-14 oder -0, schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de.

 

Mär 16 2018
11:19

Leuchtende Marker zeigen Zahl der eingeschleusten Gene an

„AGameOfClones“ unterscheidet transgene Organismen

FRANKFURT. Transgene Organismen, also Tiere oder Pflanzen, in die ein fremdes Gen eingebracht wurde, sind leistungsstarke Werkzeuge, um biologische Prozesse zu analysieren oder menschliche Krankheiten nachzubilden. Bei vielen Individuen, die im Laufe einer Studie erzeugt werden, liegt das Transgen jedoch nur auf einem der beiden gepaarten Chromosomen, was deren experimentelle Verwendung einschränkt. Forscher der Goethe-Universität haben jetzt ein Konzept namens „AGameOfClones“ entwickelt, mit dem man auf einfache Weise unterscheiden kann, ob transgene Organismen das fremde Gen auf einem oder auf beiden Chromsomen tragen. Dies erleichtert die Zucht und kommt auch dem Tierschutz zugute.

Forscher nutzen häufig Modellorganismen wie Mäuse, Zebrafische und verschiedene Insektenarten, um biologische Prozesse zu verstehen – mit der Grundidee, dass Entdeckungen auch auf andere Arten übertragbar sind. Eine gängige Technik ist die Genmanipulation, bei der ein fremdes Gen, auch Transgen genannt, in eines der Chromosome des gewünschten Organismus eingeschleust wird. Viele Modellorganismen besitzen gepaarte Chromosomensätze – jeweils eines stammt von jedem Elternteil. In den Chromosomenpaaren sind die Gene in der gleichen Reihenfolge angeordnet, sie haben aber nicht notwendigerweise identische Versionen dieser Gene.

Neu geschaffene transgene Organismen tragen das Transgen jedoch nur auf einem der Chromosomen. Dies kann ein Problem für die Forscher sein, denn viele Experimente erfordern Individuen, die das fremde Gen auf beiden Seiten tragen. Leider können nur kostspielige und fehleranfällige Methoden zwischen diesen Individuen unterscheiden. Um diese Nachteile zu überwinden, entwickelte Frederic Strobl aus der Arbeitsgruppe von Prof. Ernst Stelzer am Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität ein genetisches Konzept namens „AGameOfClones“ und wendete es auf den Rotbraunen Reismehlkäfer Tribolium castaneum an.

In diesem Ansatz beinhaltet das fremde Gen zusätzlich Sequenzen für zwei Marker-Proteine mit unterschiedlichen Fluoreszenzfarben. Nach mehreren Generationen der Züchtung entstehen zwei Varianten des Transgens, die jeweils nur einen Marker behalten. Das bedeutet, dass in der folgenden Generation die Nachkommen, die beide Marker zeigen, die Nachkommen sein müssen, die das fremde Gen auf beiden Chromosomen tragen. Das „AGameOfClones“-Konzept hat mehrere wesentliche Vorteile: Individuen mit unterschiedlichen Markern lassen sich leicht identifizieren, das Verfahren ist kostengünstig und zuverlässig und kann auf nahezu alle Modellorganismen angewendet werden. Dies kommt besonders dem Tierschutz zugute, da für entsprechende Experimente nicht geeignete Individuen ausgeschlossen werden können, sobald die Marker nachweisbar werden.

Publikation (Open Access): Frederic Strobl, Anita Anderl, Ernst HK Stelzer: A universal vector concept for a direct genotyping of transgenic organisms and a systematic creation of homozygous lines.

DOI: https://doi.org/10.7554/eLife.31677

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70857515

Informationen: Prof. Dr. Ernst Stelzer und Frederic Strobl, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften, und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42547, ernst.stelzer@physikalischebiologie.de, (069)798-42551, frederic.strobl@physikalischebiologie.de

 

Mär 12 2018
16:46

Wettbewerbe des Frankfurter Big Data Lab mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G)

Ideen für eine smarte Zukunft

FRANKFURT. Mit zwei Wettbewerben ruft das BIG DATA Lab an der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn AG und Procter & Gamble (P&G) Studierende dazu auf, Ideen für die Mobilität und Logistik von morgen zu entwickeln. Bei der „Data Challenge“ von P&G und dem BIG DATA LAB wird den Teilnehmenden die Aufgabe gestellt, den Marktauftritt des global tätigen Konsumgüterunternehmens im Raum Frankfurt zu optimieren und die Verbraucher noch besser anzusprechen. Beim DB Award „Smart Cities“ der Deutsche Bahn AG und dem BIG DATA LAB sollen Studierende Lösungen für die smarte Mobilität im urbanen Raum prototypisch entwerfen. Interessante Preise warten auf die Gewinner beider Wettbewerbe.

Angesprochen sind Bachelor, Master- und Promotionsstudierende der Goethe-Universität aus einer Vielzahl an Disziplinen (beispielsweise aus der Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Marketing und Psychologie).

Genauere Informationen zur Teilnahme, zum begleitenden Seminar sowie zur Anmeldung unter www.bigdata.uni-frankfurt.de/web-business-data-challenges-ss-2018/

Die Deadline für die Anmeldung ist der 5. April 2018.

Zum Hintergrund der „Date Challenge“: Procter & Gamble (P&G) verfügt über eines der stärksten Markenportfolien weltweit und fokussiert sich bei der Transformation auf vier Kernbereiche: Straffung und Stärkung des Produktportfolios, Verbesserung von Produktivität und Kostenstrukturen, Aufbau einer nachhaltigen Basis für stärkeres Wachstum sowie Stärkung der Organisation und Unternehmenskultur. Vor diesem Hintergrund sollen die Teilnehmenden im Wettbewerb ihre Daten- und Technologie-Expertise einbringen, um in einem sich laufend wandelnden Umfeld innovativen Ideen und Algorithmen entwickeln, die die Verbraucher überzeugen. Im Fokus stehen zwei Fragen: Wie lassen sich historische Daten und selbstverbessernde Algorithmen nutzen, um die Nachfrage zukünftig besser vorherzusagen? Und welche Impulse lassen sich in der Einzelhandelslandschaft setzen, um die Konsumentennachfrage in Frankfurt besser bedienen zu können?

Die Teilnehmenden haben Zugriff auf anonymisierte historische Bestell- und Versanddaten, Lieferketten-Details sowie auf ausgewählte anomysierte Verbraucherdaten. Zudem sind Faktoren, die die Nachfrage beeinflussen können (z.B. die Wettervorhersage) zu berücksichtigen. Hinzu kommen aktuelle Daten zur Einzelhandelslandschaft sowie demografischen Merkmale des Stadtteils. Im Ergebnis soll die Verbesserung der Lieferkette und Transporteffizienz stehen sowie Ansätze, Offline- und Online-Shopping-Angebote weiterzuentwickeln, um den Anforderungen der Konsumenten gerecht zu werden.

Unter den Teams, die beide Themenaspekte der „Data Challenge“ erfolgreich meistern, werden drei Gewinner mit attraktiven Preisen ausgezeichnet: mehrtägige Reisen nach Genf und Köln, ein Sachpreis sowie jeweils Pokale.

Zum Hintergrund des DB Award „Smart Cities“: Die Gestaltung des zukünftigen städtischen Lebens wird neben anderen Faktoren wesentlich von der Gestaltung der Mobilität in den immer stärker verdichteten oder entleerten Räumen abhängen. Die Deutsche Bahn AG als einer der wenigen umfassenden Mobilitätsanbieter will dabei die aktuelle Entwicklung zu einer vernetzten, smarten und nachhaltigen Mobilität wesentlich mitgestalten. Aus diesem Grund kommt der Entwicklung und Einrichtung von digital vernetzten Möglichkeiten für die Bereitstellung von bequemen, bezahlbaren und gleichzeitig umweltfreundlichen Lösungen einer urbanen Mobilität und Logistik eine ganz entscheidende Bedeutung zu.

Folgende Fragen stehen beim DB Award „Smart Cities“ im Fokus:

  1. Wie wird die smarte integrierte Mobilität über unterschiedliche Verkehrsträger in der Zukunft aussehen können?
  2. Wie wird smarte Logistik durch Erweiterung von infrastrukturellen Angeboten neu definiert?
  3. Wie wird veränderte smarte Mobilität durch die Nutzung von Knoten und Umstiegspunkten und der Umgestaltung von Third Places möglich?
  4. Welche Konzeptionen für eine „mobility on demand“ oder den neuen Möglichkeiten des autonomen Fahrens können prototypisch schon heute veranschaulicht werden?

Attraktive Preise warten auf die Gewinner der Challenge: ein Wochenend-Trip nach Berlin, wertvolle Gutscheine sowie jeweils Pokale. 

 

Mär 12 2018
16:45

Informationen für Interessierte und Betroffene zu normaler und pathologischer Trauer und deren Behandlungsmöglichkeit im Rahmen einer bundesweiten Studie zur Therapie „Anhaltender Trauer“

Öffentlicher Vortrag: „Ab wann wird Trauer zur Krankheit?“

FRANKFURT. Trauer ist ein normaler Prozess, den alle Menschen eines Tages durchlaufen müssen. Dennoch gibt es einige, die besonders lange und intensiv unter dem Verlust leiden und dadurch anhaltend in ihrer Lebensführung beeinträchtigt sind. Studien gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent der Trauernden eine sogenannte „Anhaltende Trauerstörung“ entwickeln. Diese ist oft mit einer intensiven Sehnsucht nach der verstorbenen Person sowie erheblichen Beschwerden verbunden, die nachhaltig den Alltag beeinträchtigen können. Patienten fällt es zudem oft schwer, den Tod der geliebten Person zu akzeptieren; Hinterbliebene beschäftigen sich exzessiv mit dem Verlust und der verstorbenen Person auch in der Form, dass sie sich Selbstvorwürfe machen oder gänzlich alles vermeiden, auch Orte, die sie an die verstorbene Person erinnern.

Im Rahmen eines Informationsabends, der am Donnerstag, den 15.03.2018, von 18.30 bis 20 Uhr in den Räumlichkeiten des Zentrums für Psychotherapie stattfindet (Raum 408, 4. Stock, Varrentrappstraße 40-42, 60486 Frankfurt), erhalten Interessierte und Betroffene die Möglichkeit, sich allgemein über das Thema Trauer zu informieren; erörtert wird, welche Risikofaktoren es gibt und wie eine mögliche Behandlung im Rahmen der oben beschriebenen Studie „PROGRID“ (die Abkürzung steht für „Prolonged Grief Disorder“, dem englischen Ausdruck für Anhaltende Trauerstörung) aussieht. Der Vortrag wird von der Studienkoordinatorin M.Sc. Octavia Harrison gehalten.

Bereits seit Juni 2017 bietet das Zentrum für Psychotherapie Betroffene zwei verschiedene Therapieprogramme zur Behandlung Anhaltender Trauer an. Bei beiden Therapieprogrammen handelt es sich um Einzeltherapien, die aus 20 wöchentlich stattfindenden Sitzungen bestehen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die erste Behandlungsform konzentriert sich dabei insbesondere auf die Trauer selbst, während die zweite Behandlungsform insbesondere die durch Trauer verursachten Schwierigkeiten im Alltag näher betrachtet.

Die Studie, die nicht nur in Frankfurt, sondern auch an drei weiteren Standorten in Deutschland durchgeführt wird, wird von der renommierten Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Bisher konnten bereits einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Studie aufgenommen werden und befinden sich momentan in laufenden Therapien.

„Die bisherige Resonanz der Studie ist sehr gut. Viele Patientinnen und Patienten waren bereits länger auf der Suche nach einem passenden therapeutischen Angebot und wir sind sehr froh, dass wir den Betroffenen im Rahmen unserer Studie ein solches Angebot so leicht anbieten können“, erklärt Privatdozentin Dr. Regina Steil, Leiterin der Studie in Frankfurt, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Goethe-Universität. „Dennoch sind wir weiter auf der Suche nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern“. Gesucht werden weiterhin Betroffene aus dem Rhein-Main-Gebiet, die zwischen 18 und 75 Jahren alt sind und aktuell keine weitere Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Kontaktperson für weitere Informationen und ein Erstgespräch ist M.Sc. Octavia Harrison, Studienkoordinatorin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie (harrison@psych.uni-frankfurt.de, 069 798 23973).

Für weitere Informationen und eine Anmeldung zum Vortrag wenden Sie sich bitte an M.Sc. Octavia Harrison, Zentrum für Psychotherapie der Goethe-Universität, Tel. (069) 798 23973; harrison@psych.uni-frankfurt.de; www.trauer-therapie.de

 

Mär 12 2018
16:43

Einladung zur öffentlichen Abschlussveranstaltung

Abschied von NiddaMan

FRANKFURT. Wie geht es den Flüssen in Deutschland? Welche Faktoren beeinflussen die Wasserqualität? Und wie kann man die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren verbessern? Das haben Wissenschaftler, Praktiker und Experten aus elf Institutionen unter Federführung der Goethe-Universität am Beispiel der Nidda untersucht. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Rahmen des Förderschwerpunkts „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ finanziert. Nach drei Jahren ziehen die Beteiligten nun Bilanz im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung für NiddaMan

am 20. März 2018 von 10 bis 18 Uhr im Otto-Stern-Zentrum, Hörsaal 3, Campus Riedberg

In Vorträgen und Podiumsdiskussionen geht es um folgende Themen: Ökosystem- und Fischgesundheit, Spurenstoffe in Fließgewässern, Modellierung von Abflussvorgängen und Stoffeinträgen, technische Maßnahmen und Anpassungsstrategien, Nutzungskonflikte im Einzugsgebiet und Wissenstransfer in Praxis und Öffentlichkeit.

Die Veranstaltung richtet sich an Praktiker, Wissenschaftler, Interessenvertreter, Studierende, Entscheidungsträger im Bereich Wasserforschung sowie Bürgerinnen und Bürger. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um Anmeldung wird gebeten unter (069) 798 42140 oder goldmann@bio.uni-frankfurt.de.

Information: Dr. Ulrike Schulte-Oehlmann, NiddaMan Projektkoordinatorin, Abteilung Aquatische Ökotoxikologie, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel: (069)798-42147; schulte-oehlmann@bio.uni-frankfurt.de.

 

Mär 9 2018
10:29

Goethe-Universität bietet Schulungen für Psychotherapeuten an

Hilfe für traumatisierte Geflüchtete

FRANKFURT. Frankfurt Menschen, die vor Folter und Krieg flüchten, leiden häufig unter den Folgen traumatischer Ereignisse, die sie im Heimatland oder auf der Flucht erlebt haben. Schätzungen aus einem deutschen Aufnahmelager lassen vermuten, dass etwa ein Drittel der neu angekommenen Geflüchteten an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet.1 Diese psychische Störung geht mit wiederkehrenden sehr belastenden Erinnerungen, Alpträumen, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen einher. Sprachliche Barrieren und andere Hürden im neuen Land erschweren, dass Geflüchtete mit einer PTBS psychotherapeutische Behandlung erhalten.

Im Rahmen eines von der Aventis Foundation geförderten Projektes möchten Psychotherapeuten der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität dazu beitragen, die Versorgung Geflüchteter mit PTBS nachhaltig zu verbessern. In einem ersten Schritt werden zehn Psychotherapeuten in Frankfurt und Darmstadt darin geschult, in ihren Praxen Traumatherapien für geflüchtete Menschen durchzuführen. Sie erlernen eine weltweit sehr gut untersuchte Psychotherapie von Traumafolgestörungen. Die Betroffenen erhalten 12-16 Behandlungssitzungen. Es werden Doppelsitzungen angeboten, weil die meisten Therapien mit Hilfe eines Sprachmittlers durchgeführt werden müssen.

„Die Cognitive Processing Therapy ist durch ihre vergleichsweise kurze Dauer und hohe Wirksamkeit ein sehr geeignetes Verfahren“, erklärt Privatdozentin und Studienleiterin Regina Steil, die über langjährige Erfahrungen in der Behandlung traumatisierter Menschen verfügt. „Diese Therapie ist schonend: Sie kommt ohne eine lange Konfrontation mit den traumatischen Erinnerungen aus, die von den Patienten oft als sehr belastend erlebt wird.“, so Steil. In der Behandlung beschäftigen sich Therapeut und Patient gemeinsam mit  belastenden Überzeugungen, die die Betroffenen in der Folge der traumatischen Ereignisse entwickelt haben. Therapieforscherin und Psychotherapeutin Dr. Meike Müller-Engelmann gibt ein Beispiel: „Viele Betroffene denken: „Ich bin schuld an dem, was mir passiert ist. Ich hätte an diesem Tag nicht an diesem Ort sein dürfen, ich hätte wissen müssen, was passiert. Solche Selbstvorwürfe verhindern  langfristig, das Geschehene verarbeiten zu können.“ Therapeut und Patient stellen diese Überzeugungen gemeinsam auf den Prüfstand und  der Therapeut unterstützt den Patienten dabei, hilfreichere Einstellungen zu entwickeln.

„Eine große Herausforderung wird es sein, unsere westlich geprägte Psychotherapie an die Bedürfnisse der Geflüchteten anzupassen“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Stangier, Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität. Stangier und sein Team arbeiten seit 2016 an Therapiekonzepten für geflüchtete Patienten. Bereits 120 Hilfesuchende sind in der Psychosozialen Beratungsstelle für Geflüchtete an der Goethe Universität unterstützt worden, unter anderem mit Gruppentherapien und Einzelberatung. „Therapien lassen sich nicht einfach eins zu eins für Geflüchtete übernehmen. Wichtig ist ein kultursensibles Vorgehen“, so Stangier. „Zum Beispiel müssen wir Therapeuten den Geflüchteten mehr Raum für Ihre Alltagssorgen geben, etwa bei einem ungeklärten Aufenthaltsstatus oder falls die Familie im Kriegsgebiet gefährdet ist.“ Auch der Einsatz geschulter Dolmetscher in Farsi oder Arabisch ist Teil des Projekts.

Nora Görg, die Koordinatorin des Projekts, berichtet von einem großen  Bedarf an Traumatherapien für Geflüchtete. „Wir haben schon jetzt Anfragen erhalten, noch vor dem offiziellen Start der Studie.“ Langfristig möchten die Frankfurter Forscher ein Netzwerk an Therapeuten im Rhein-Main-Gebiet aufbauen, die geflüchteten Menschen bei der Bewältigung einer PTBS helfen können.

Die Therapeutenschulungen und die Therapien sollen im April beginnen. Betroffene Geflüchtete aus dem Raum Frankfurt/Darmstadt sowie an einer Projektteilnahme interessierte Psychotherapeuten aus Darmstadt können sich bereits jetzt bei der Studienleitung melden:
Dipl.-Psych. Nora Görg, Tel.: 069-79823844, Goerg@psych.uni-frankfurt.de

 

Mär 9 2018
09:50

Mit dem geplanten Goethe-Hochleistungsrechner gehört Frankfurt zu den Top 20 Supercomputing-Standorten in Deutschland

Goethe-Universität wird Mitglied der Gauß-Allianz

FRANKFURT. Mit dem geplanten neuen Goethe-Hochleistungsrechner, der vom Wissenschaftsrat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert wird, ist die Goethe-Universität in die angesehene Gauß-Allianz aufgenommen worden – als eines von insgesamt drei Hochleistungsrechenzentren in Hessen. Die Gauß-Allianz ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Supercomputing-Ressourcen der obersten Leistungsklassen in Deutschland.

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, sagte: „Glückwunsch für das Team um Volker Lindenstruth und Hans Jürgen Lüdde. Mit ihrem smarten und originellen Konstruktionsansatz von Großrechnern ist es ihnen gelungen, höchste Energieeffizienz und extreme Leistungsfähigkeit in einzigartiger Weise miteinander zu kombinieren. Der Erfolg wissenschaftlicher, aber auch anderer Großprojekte wird in Zukunft maßgeblich davon abhängen, ob ausreichende Rechnerkapazitäten vorhanden sind. Die Goethe-Universität und benachbarte Einrichtungen sind mit dem GOETHE-HRL sehr gut gerüstet.“  

Mit dem Höchstleistungsrechner GOETHE-HRL knüpft die Goethe-Universität an ihre außergewöhnliche Green IT-Erfolgsgeschichte an. Diese begann Ende 2010 mit dem LOEWE-CSC, der nun abgelöst werden soll. Das Team um Rechnerarchitekten Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde hat das innovative Konstruktionsprinzip weiterentwickelt, das hohe Energieeinsparungen mit stark gestiegener Leistungsfähigkeit verbindet. Supercomputer dieser Bauart haben bereits mehrfach Spitzenpositionen in internationalen Rankings für Rechenleistung und Energieeffizienz erzielt. 2014 erreichte der Supercomputer L-CSC in der Rangliste Green500 Platz eins und war damit der Energiespar-Weltmeister unter den Superrechnern. Errichtet wird der Rechner im Rechenzentrum des LOEWE-CSC im Industriepark Höchst.

Ziel der Gauß-Allianz ist es, das "High Performance Computing" (HPC) als eigenständige strategische Forschungsaktivität zu fördern und die internationale Sichtbarkeit der deutschen Forschung auf diesem Gebiet zu verbessern. Derzeit gehören der Allianz 19 Forschungszentren und Universitäten an. In Hessen sind es jetzt Goethe-Universität, der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die TU Darmstadt. Die Goethe-Universität vertritt das Green Computing in der Gauß-Allianz. Darunter zu verstehen sind höchst effiziente Rechenzentren, Hochleistungsrechner und Algorithmen, die durch ihren niedrigen Energieverbrauch die Umweltressourcen schonen. Schon jetzt werden die bestehenden Hochleistungsrechner an der Goethe-Universität CO2- neutral betrieben.

„Mit dem Ausbau der hoch innovativen Rechnerarchitektur demonstriert die Goethe-Universität ihre langfristige Unterstützung des energieeffizienten Hochleistungsrechnens, des Green-IT. Die neue Rechnerinfrastruktur eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Anwendung und in der datenintensiven Forschung“, so Prof. Volker Lindenstruth.

Information: Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-44101, voli@compeng.de

 

Mär 7 2018
15:08

Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität vom 18. März 2018 bis 08. Juli 2018

Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität 1964–1968

FRANKFURT. Die vom Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) betriebene Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt präsentierte im Studentenhaus auf dem Campus Bockenheim von 1964 bis 1968 Ausstellungen und Veranstaltungen der nationalen und internationalen Avantgarde. Das Programm vermittelte die neuesten Tendenzen einer progressiven, experimentierfreudigen Kunst. Ausstellungen mit Malerei und Objekten der Licht-Kunst und Kinetischen Kunst, der Konkreten Kunst, des Neuen Realismus, der Op-Art, der Hard Edge- und Farbmalerei, aber auch Fluxus-Konzerte und Happenings verstanden sich als studentischer Beitrag zur Demokratisierung von Kunst und Gesellschaft.

Nach anfänglicher Aufbruchsstimmung, mittels Kunst die Gesellschaft verändern zu können, stellte die Studiogalerie im Zuge der Radikalisierung der Frankfurter Studentenschaft 1968 ihre Aktivitäten ein.

Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Studiogalerie nach. Als einer der Höhepunkte der studentischen Initiative gilt die Ausstellung „Serielle Formationen“ von 1967. Diese brachte erstmals Vertreter der amerikanischen Minimal Art wie Donald Judd, Frank Stella, Sol LeWitt mit Positionen der europäischen Avantgarde wie Jan Henderikse, Adolf Luther, Peter Roehr und Jan Schoonhoven zusammen. Dank der Kooperation mit der Daimler Art Collection kann auch diese legendäre Ausstellung in ihren Grundzügen vorgestellt werden.

Die Ausstellung zur Studiogalerie versteht sich als kunsthistorischer Beitrag des Museums zum Projekt „50 Jahre 68“ der Goethe-Universität, die mit zahlreichen Veranstaltungen an das epochale Jahr erinnert.

Pressekonferenz: Donnerstag, 15. März 2018, 11 Uhr

  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter und Kurator der Ausstellung
  • Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 18. März 2017, 11 Uhr

  • Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität
  • Dr. Manfred Großkinsky, Museumsleiter

Publikation: Der Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag und kostet 29,- € im Museum.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse. (Passwort: museumgiersch2018)

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen, Vorträgen, einer öffentliche Vorlesung, Kinderprogramm und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de/#/Presse. Förderer der Ausstellung: Stiftung Giersch, Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mär 6 2018
15:23

17 Hochschulen der Region FrankfurtRheinMain bündeln ihre Aktivitäten zur Förderung von Gründergeist und Unternehmertum

Startup-Angebote der Hochschulen deutschlandweit vorbildlich

FRANKFURT. Die Hochschulen der Wissensregion FrankfurtRheinMain rücken näher zusammen und bündeln in einem zentralen Internet-Portal ihre Kompetenzen bei der Unterstützung von Startup-Initiativen aus dem akademischen Umfeld. Ab sofort können sich gründungsinteressierte Studierende, Startups in den frühen Phasen des Aufbaus oder Startups auf Wachstumskurs informieren, an welcher Hochschule sie passende Angebote finden. Dazu zählen unter anderem Inkubatoren und Acceleratoren, Förderprogrammberatung, Kooperationsangebote mit externen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft, Wettbewerbe und Gründerpreise. Im Besonderen stehen auch Angebote für eine interdisziplinäre und hochschulübergreifende Teambildung zur Verfügung. Eine Übersicht der einzelnen Ansprechpartner an den Hochschulen rundet das Spektrum ab.

Worum geht es: Startups benötigen für die Umsetzung ihrer innovativen Geschäftsmodelle sehr gute Rahmenbedingungen, um marktfähig zu werden und zu wachsen. Diese sind in der Region FrankfurtRheinMain zwar bereits gut, bieten jedoch noch deutliches Verbesserungspotenzial! So fällt es Startups vergleichsweise schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Auch bürokratische Hürden sind ein Hemmschuh, ebenso der Zugang zur Wachstumsfinanzierung. Auf der Habenseite der Region stehen dagegen die bereits gut ausgebauten Angebote für Startups der 17 Hochschulen, die nun erstmals zusammengeführt und veröffentlicht werden.

Ziel des Zusammenschlusses unter Federführung der Initiative Wissensregion: noch mehr Startups zum Erfolg zu führen und das regionale Startup-Ökosystem zu stärken. Dabei sollen nicht nur Talente aus der Region, sondern auch von außerhalb auf die umfangreichen Angebote der Hochschulen aufmerksam gemacht werden.

Auf Einladung von Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, wird das Startup Hochschulnetz heute (6. März) auf der Plattform http://rhein-main-startups.com/hochschulnetz/ vorgestellt. Den Aufbau der Seite sowie die Aufbereitung und Veröffentlichung der Daten übernahm der Betreiber der Seite, Paul Herwarth von Bittenfeld, selbst Startup-Geschäftsführer und gleichzeitig Partner im Softwareunternehmen //SEIBERT/MEDIA GmbH aus Wiesbaden.

„Uns liegen Beschäftigung und hohe Lebensqualität in der Region sehr am Herzen und wir wissen, dass in einer Region mit guten Rahmenbedingungen neue zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Startups geschaffen werden“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter im Regionalverband FrankfurtRheinMain. Der Regionalverband ist neben der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain einer der drei Partner, die das Startup Hochschulnetz ins Leben gerufen haben: „Der Regionalverband möchte sich mit seinem Willkommensportal besonders um die Anwerbung von qualifizierten Fachkräften kümmern und damit einen Beitrag für ein gut funktionierendes Startup Ökosystem leisten“, so Kötter weiter.

Detlev Osterloh, Geschäftsführer Innovation und Umwelt der IHK Frankfurt am Main, sieht den Schwerpunkt bei der Kontaktanbahnung von Startups mit etablierten Unternehmen. „Wir stehen heute in Zeiten der digitalen Transformation vor der Herausforderung, dass die Innovationskraft der Unternehmen mehr denn je von Agilität, der Schnelligkeit der Markterschließung und von disruptiven Geschäftsmodellen geprägt wird. Dinge, die für Startups selbstverständlich sind. Deshalb unterstützt die IHK Frankfurt am Main zusammen mit der Initiative Wissensregion ganz gezielt Kooperationen von Startups mit etablierten und erfahrenen Unternehmen zum Thema Digitalisierung von Produktions- und Organisationsprozessen. Von einer solchen Kooperation profitieren alle Beteiligten.“

„Wir engagieren uns in der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain seit langem für eine Bündelung der Kompetenzen in der Region und unterstützen deshalb das Startup Hochschulnetz. Was nun fehlt, ist eine gemeinsame Vermarktung, um auch international als Startup-Region wahrgenommen zu werden“, betont Annegret Reinhardt-Lehmann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative. „Wir möchten die Stärken des Startup Ökosystems FrankfurtRheinMain bekannter machen und eine regionale Standort-Initiative starten. Dazu laden wir alle wichtigen Stakeholder aus Wirtschaft und Wissenschaft herzlich ein.“

Stellvertretend für die 17 beteiligten Hochschulen weisen die Präsidentinnen der Goethe-Universität und der Provadis Hochschule sowie der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences auf die Besonderheiten des Startup Hochschulnetzes hin:

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), legt besonderen Wert auf die fächerübergreifenden Ausbildungsangebote der Hochschulen in der Region. „Die Frankfurt UAS bietet bereits heute im Rahmen ihres »Interdisziplinären Studium Generale« an, das Thema »eigenes Startup« zu thematisieren. Das stellt einen tollen Rahmen dar, um ein Startup mit einem interdisziplinären Team zu gründen. Neue Anforderungen oder Problemsituationen werden gemeinsam im Team mit Studierenden anderer Fachbereiche gelöst. Eine Kooperation bei der Startup-Ausbildung mit anderen Hochschulen in der Region sehen wir als sehr erstrebenswert an, zumal das Thema Entrepreneurship eine wichtige Säule unserer Hochschule ist.“

Die Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Birgitta Wolff, betont die große Bedeutung von Hochschul-Inkubatoren für Startups. „Der Unibator der Goethe-Universität ist eine Brutstätte für Innovationen. Er fördert Studierende, Mitarbeiter und Alumni aller Fachbereiche bei der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in daraus entstehenden Geschäftsideen für marktreife Produkte und Dienstleistungen. Inspirierend für junge Gründer wirkt dabei unser forschungsstarker Fachbereich Wirtschaftswissenschaften mit dem zusammen Startups wie Berries, Gapster, Corelike oder Whinker entstanden sind. Um diese optimal beim Wachsen zu unterstützen, bietet der Unibator einen tollen Service mit Beratung, Coaching und Fördermöglichkeiten sowie eine gute Infrastruktur mit günstigen Räumen.“

„Die Provadis Hochschule strebt mit ihren Startup-Aktivitäten im Cleantech-Bereich im Wesentlichen an, unternehmerischen Erfolg und Klimaschutz zusammenzubringen“, so Prof. Dr. Eva Schwinghammer, Präsidentin der Provadis Hochschule mit Sitz am Industriepark Höchst. „Seit 2015 haben wir insgesamt ca. 150 Startups im Cleantech-Bereich gefördert. Wir haben die Startups individuell gefördert, mit den Bedarfen der Industrie vernetzt und eine europäische Community mit unserem Partner Climate-KIC mit aufgebaut.“

Im nächsten Schritt wollen die Hochschulen ihre Kompetenzen aus verschiedenen Fachbereichen hochschulschulübergreifend zusammenführen und damit ihr Angebot interdisziplinärer und regional vernetzter gestalten.

Denn Startups werden zumeist mit interdisziplinären Teams gegründet und benötigen demzufolge auch interdisziplinäre Beratung. Hierbei kommt es auf eine enge regionale Vernetzung an. Die Hochschulen können dabei ihre speziellen fachspezifischen Angebote einbringen und sich somit gegenseitig ergänzen. Insbesondere geht es auch darum, sich mit anderen Startup-Initiativen zu vernetzen mit dem Ziel FrankfurtRheinMain zu einer führenden Startup-Region zu entwickeln.

 

Feb 28 2018
11:50

Projekt „The Next Level“ zur Anschlussförderung empfohlen

Goethe-Universität erneut erfolgreich in Qualitätsoffensive Lehrerbildung

FRANKFURT. Das seit 2015 im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern geförderte Projekt „Lehrerbildung vernetzt entwickeln (Level)“ wurde vom Auswahlgremium für die Anschlussförderung auf weitere fünf Jahre empfohlen. Mit dem Anschlussprojekt „The Next Level: Lehrkräftebildung vernetzt entwickeln. Aus-, Fort- und Weiterbildung im Lehramt durch die systematische Analyse von Unterrichtssituationen in fächer- und phasenübergreifenden Kooperationen“ kann sich die Goethe-Universität damit erneut erfolgreich an dem bundesweiten Förderprogramm beteiligen, dessen Ziel es ist, Strukturreformen anzustoßen und die Qualität der Lehrerbildung langfristig zu verbessern. Dazu werden ausgewählte, lehrerbildende Hochschulen gefördert, an denen neue Modelle erprobt und in tragfähige Konzepte überführt werden sollen.

Mit einer Steigerung der Fördersumme von 5,34 Mio. Euro in der aktuell laufenden ersten Förderphase auf 5,67 Mio. Euro in der zweiten Förderphase 2019 - 2023 beläuft sich der Anteil der Goethe-Universität an der Förderlinie auf insgesamt rund 11 Mio. Euro. Mit diesen Mitteln können 24 zusätzliche Stellen dafür genutzt werden, um die Professionalisierung des Lehramts an der Goethe-Universität und in der Region nachhaltig zu fördern und wissenschaftlich fundierte und evaluierte Konzepte dauerhaft in der hessischen Lehrerbildung zu verankern.

Der interdisziplinäre Antrag der Goethe-Universität entstand erneut in Kooperation von Vertreter(inne)n verschiedener Fächer und Abteilungen und wurde von der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung zentral koordiniert. Ziel von „The Next Level“ ist es, in Weiterentwicklung der Ergebnisse der ersten Förderphase interdisziplinär und interinstitutionell angelegte Lehr- und Strukturinnovationen in der Lehrkräftebildung zu entwickeln, zu erproben und langfristig zu implementieren. Die dazugehörigen Maßnahmen orientieren sich an vier Zieldimensionen:

(1) Entwicklung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten für Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und Lehrkräften im Beruf, die sich in adaptiver Weise an den Bedürfnissen und Voraussetzungen der jeweiligen Ausbildungsphase orientieren,

(2) Förderung eines produktiven Umgangs mit heterogenen Lerngruppen bei (angehenden) Lehrkräften aller Ausbildungsphasen,

(3) Schaffung flexiblerer und effizienterer Ausbildungsstrukturen durch die nachhaltige Verankerung digitaler Lernsettings und die Förderung digitaler Kompetenzen bei Lehrenden und Lernenden und

(4) die Intensivierung und Weiterentwicklung der Verzahnung zwischen den Ausbildungsphasen sowie die Zusammenarbeit von Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken in Forschung und Lehre. Ein gemeinsames Merkmal aller Teilprojekte von „The Next Level“ ist zudem die konsequente Verknüpfung der Maßnahmen mit interdisziplinär orientierter Begleitforschung sowie die Einbindung von Kooperationsschulen.

Der Projektverbund ist offen für interessierte Akteure aus der Lehrkräftebildung, die sich an der Umsetzung dieser Leitideen beteiligen möchten. Ansprechpersonen sind auf der Website des Projekts unter http://www.uni-frankfurt.de/65481271/ansprechpartner zu finden.

Weiterführende Informationen: www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de | www.level.uni-frankfurt.de

„Level – Lehrerbildung vernetzt entwickeln“ wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

 

Feb 27 2018
16:22

Auch nicht verwendete installierte Apps greifen auf sensible persönliche Daten zu

Goethe-Uni entwickelt Datenschutz-App für das Smartphone

FRANKFURT. Für Smartphones gibt es immer mehr Anwendungen (Apps), die ohne das Wissen der Nutzer auf private Daten zurückgreifen. Forscher der Goethe-Universität haben nun eine App entwickelt, die Risiken für den Datenschutz aufspürt und Nutzern die Kontrolle über das Verhalten ihrer Apps zurückgibt.

Die schnelle Verbreitung von Smartphones bringt eine zunehmende Zahl von bequemen, aber für den Datenschutz riskanten Anwendungen mit sich, etwa im Bereich der Mobilität oder der elektronischen Gesundheit (e-health). Inzwischen ist wegen der starken Vernetzung von „Smartphone Ökosystemen“ die Rede. Weil die Nutzer für viele Apps persönliche Daten preisgeben müssen, wird Datenschutz zu einer der größten Herausforderungen in dem rasch wachsenden Feld.

“Es gibt Unternehmen, die persönliche Daten von Smartphone-Nutzern an Werbeagenturen verkaufen. Wer blindlings Fotos, Videos, Email-Adressen, den Standort oder Kreditkarten-Informationen über unsichere Apps teilt, wird außerdem anfällig für Erpressung“, erklärt der Informatiker Majid Hatamian, Doktorand an der „Deutsche Telekom Stiftungsprofessur für Mobile Business & Multilateral Security“ der Goethe-Universität. Seiner Erfahrung nach erschrecken die meisten Nutzer, wenn sie realisieren, wie viele Daten ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung weitergegeben werden.

Der Frankfurter Informatiker hat deshalb eine App für Android Nutzer entwickelt, die anzeigt, auf welche persönlichen Daten installierte Apps zugreifen, zu welchen Zeiten, wie häufig und aus welchem Grund dies geschieht. Die „Android App Behaviour Analyser (A3)-App“ spürt insbesondere diejenigen Apps auf, die persönliche Daten missbrauchen könnten. Durch ausgiebige experimentelle Analysen konnte Hatamian zeigen, dass eine beträchtliche Zahl an installierten Apps, die vom Nutzer noch nicht einmal verwendet werden, sensible persönliche Daten weitergeben.

Die Forschung wurde wissenschaftlich durch die Goethe-Universität Frankfurt (Dr. Jetzabel Serna und Prof. Kai Rannenberg) und die Hochschule RheinMain (Prof. Bodo Igler) koordiniert und finanziell vom Marie Skłodowska-Curie EU-Projekt "Privacy&Us" unterstützt. Das Ergebnis der Studie, die 2017 auf der 14th International Conference on Trust, Privacy & Security in Digital Business (TrustBus 2017) veröffentlicht wurde, ist nun publiziert und öffentlich zugänglich.

Publikation: Hatamian M., Serna J., Rannenberg K., Igler B. (2017) FAIR: Fuzzy Alarming Index Rule for Privacy Analysis in Smartphone Apps. In: Lopez J., Fischer-Hübner S., Lambrinoudakis C. (eds) Trust, Privacy and Security in Digital Business. TrustBus 2017. Lecture Notes in Computer Science, vol 10442. Springer, Cham

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-64483-7_1

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70638779

Bildtext: Auf dem linken Bildschirm ist die Liste der Apps zu sehen, die von der Datensicherheits-App A3 auf Risiken überprüft wurden. Auf dem mittleren Bildschirm kann der Nutzer das Icon einer App anklicken und sieht dann, auf welche Daten diese wie häufig zugegriffen hat (hier hat WhatsApp 40 Mal auf den Speicher und vier Mal auf Kontaktdaten zugegriffen). Der rechte Bildschirm zeigt an, warum die installierte App auf gespeicherte Daten zugegriffen hat, z. B. weil der Bildschirm gerade nicht angeschaltet war. Aber eine App nutzt auch kritische Daten, wie diejenigen der Kamera oder des Mikrofons.

Information: Majid Hatamian, Deutsche Telekom Stiftungsprofessur für Mobile Business & Multilateral Security, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069)798-34662; majid.hatamian@m-chair.de

 

Feb 27 2018
12:43

Forscher der Goethe-Universität entschlüsseln Wirkung von Chemotherapeutika auf Eizellen

Fruchtbar bleiben trotz Chemotherapie?

FRANKFURT. Eine der größten Beeinträchtigungen der Lebensqualität nach überstandener Chemotherapie ist die Unfruchtbarkeit. Forschern der Goethe-Universität und der Universität Tor Vergata in Rom ist es nun gelungen, den Mechanismus für die Unfruchtbarkeit durch Chemotherapie bei Frauen zu entschlüsseln.

Der Wirkmechanismus vieler Chemotherapeutika beruht auf der Schädigung der DNA. Da Krebszellen sich häufiger teilen als die meisten gesunden Zellen, reagieren sie empfindlicher auf DNA-schädigende Substanzen. Eine Ausnahme bilden die weiblichen Eizellen. Um Gendefekte beim Nachwuchs möglichst gering zu halten, leiten sie bei DNA-Schädigungen den programmierten Zelltod ein. Diesen Vorgang, auch Apoptose genannt, steuert in Eizellen das Protein p63. Es liegt in einer Eizell-spezifischen Form in hoher Konzentration in den Eizellen vor, fungiert als Qualitätskontrollfaktor und spielt bei der Entstehung von Unfruchtbarkeit eine Schlüsselrolle.

Im Gegensatz zu Männern, die stetig neue Spermien produzieren, werden Frauen mit einer begrenzten Anzahl an Eizellen geboren. Ist dieser Pool erschöpft, beginnen die Wechseljahre. Gleiches gilt, wenn die Eizellen durch eine Chemotherapie dezimiert sind: Die Patientinnen kommen dann bereits viel früher in die Wechseljahre. Das ist nicht nur mit Unfruchtbarkeit verbunden, sondern auch mit anderen hormon-abhängigen Problemen wie Osteoporose.

Die Wissenschaftler um Prof. Volker Dötsch vom Institut für Biophysikalische Chemie der Goethe-Universität konnten nun den Mechanismus aufklären, der zum vorzeitigen Absterben der Eizellen während einer Chemotherapie führt. p63 liegt in nicht-geschädigten Eizellen in einer inaktiven Konformation vor. DNA-Schäden durch systemische Radio- oder Chemotherapie bewirken, dass p63 mit Phosphatgruppen modifiziert und in die aktive Konformation überführt wird. Aktives p63 wiederum schaltet ein zelluläres Programm an, das den Zelltod der Eizelle einleitet. Wie in der Online-Ausgabe des Journals „Nature Structural and Molecular Biology“ berichtet, gelang es den Forschern nun, die molekularen Details der Aktivierung aufzudecken und alle am p63 Aktivierungsmechanismus beteiligten Enzyme zu identifizieren.

Dadurch eröffnet diese Studie neue Ansätze für eine mögliche Therapie. Wurden die identifizierten Schlüsselenzyme durch Inhibitoren blockiert, blieben die Eizellen von Mäusen unter der Einwirkung von Chemotherapeutika intakt. „Diese Erkenntnis bildet nun die Grundlage für die Entwicklung potenzieller Medikamente, die Eizellen während einer Chemotherapie auch im Menschen schützen und somit die vorzeitigte Einleitung der Wechseljahre unterdrücken sollen“, so Prof. Dötsch.

Publikation: Tuppi M., Kehrloesser S., Coutandin D.W. et al. Oocyte DNA damage quality control requires consecutive interplay of CHK2 and CK1 to activate p63, in: Nature Structural and Molecular Biology. DOI: 10.1038/s41594-018-0035-7

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70634693

Bildtext: In durch Radio-/Chemotherapie geschädigten Eizellen wird das inaktive dimere p63 erst durch CHK2 modifiziert. Diese Modifikation dient dann als Erkennungssequenz für CK1, welches weitere Stellen in p63 phosphoryliert und damit die Tetramerisierung und Aktivierung bewirkt. Aktives p63 leitet im Anschluss die Apoptose von Eizellen ein.

Quelle: Modifiziert von Tuppi et al. DOI: 10.1038/s41594-018-0035-7

Information: Prof. Volker Dötsch, Institut für Biophysikalische Chemie, Fachbereich Chemie, Biochemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-29636, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de.

 

Feb 27 2018
11:23

Der Soziologe Christian Stegbauer erklärt in seinem neuen Buch Entstehungsweise und Folgen von unkontrollierten Wutausbrüchen in sozialen Medien

Wie Shitstorms entstehen

FRANKFURT. „Wutausbrüche in der digitalen Welt, an denen sich viele Menschen beteiligen“ - so beschreibt der Soziologe und Netzwerkforscher Prof. Christian Stegbauer in seinem neuen Buch das vieldiskutierte Phänomen „Shitstorms“. Ob radikale Veganer oder rechte Einwanderungsfeinde: Erst durch das Internet, so Stegbauer, sei die Möglichkeit entstanden, dass sich sehr „spezielle“ Personen zusammen finden und weitere Kreise auf ihre Seite ziehen, um öffentlichkeitswirksam auf ein angebliches Fehlverhalten ihrer „Gegner“ einzuschlagen. „Der erst durch das Internet möglich gewordene massenhafte Protest eines solchen Shitstorms geht mit Schmähungen und Unflätigkeiten einher – es kann sogar Personen und Institutionen treffen, die alles richtig machen“, erklärt Stegbauer. In seinem neuen Buch beschreibt Stegbauer, warum es immer wieder zu solch unkontrollierten Wutausbrüchen in den sozialen Medien kommt, wie sie ablaufen und was die Folgen sind.

Ursprünglich, so der Frankfurter Soziologe, sollte das Internet eine demokratiefördernde Diskussion führen. Doch Hasskommentare und Shitstorms hätten das Meinungsklima mittlerweile so vergiftet, dass um die Freiheit im Internet als Ganzes gerungen werde: „Redaktionen müssen viel Personal aufwenden, um die Leserkommentare einigermaßen von Müll frei zu halten.“ Es gehe oft nur noch um Protest und nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung. „In geschlossenen Internetzirkeln wie Foren laden sich die Gemüter schnell auf – es pralle digitale, oft kontroverse Kulturen aufeinander“, sagt Stegbauer.

Der eigene Zirkel helfe zunächst dabei, die Masse an Online-Informationen zu sortieren, damit der Einzelne nicht überlastet werde. Schnell entstünden dann ganz eigene Kulturen mit kruden Welt- und Feindbildern, in der Informationen ignoriert oder ganz anders als ursprünglich mitgeteilt und gemeint interpretiert werden. Das Ganze habe eine nicht zu kontrollierende Eigendynamik.

Die Aufstauung von Wut ist aber laut Stegbauer nur eine Zutat für einen Shitstorm, eine weitere sei ein Thema mit Potenzial, die Gemüter zu erregen: „Es muss sich um ein Thema handeln, das skandalisierbar ist – meist gegen Personen oder Unternehmen, die über einem stehen.“ Nicht jeder Shitstorm ist aber schlecht für die Betroffenen, relativiert der Soziologe: „Gerade Trashformate in den Medien schlachten auch Negativkommunikation aus – für Unternehmen kann es zum Beispiel ein Segen sein, wenn die eigenen Kunden ihr Unternehmen vor den Angriffen in Schutz nehmen.“

Christian Stegbauer: Shitstorms. Der Zusammenprall digitaler Kulturen. Wiesbaden: Springer 2018, 181 S., 19,99 Euro

Weitere Informationen: Prof. Christian Stegbauer, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-36551, stegbauer@soz.uni-frankfurt.de

 

Feb 26 2018
11:49

DFG verlängert Projekt zur Bekämpfung Multiresistenter Acinetobacter baumannii-Stämme

Forschung zu gefährlichem Krankenhauskeim verlängert

FRANKFURT. Multiresistente Bakterien haben in den letzten Jahren in den Kliniken dramatisch zugenommen und stellen das Gesundheitssystem vor immense Probleme. Neben den „alten Bekannten“ wie Staphylococcus aureus (MRSA) oder Klebsiella pneumoniae ist in den letzten Jahren ein weiterer Erreger hinzugekommen: Acinetobacter baumannii. Um neue Mittel im Kampf gegen den aggressiven Keim zu finden, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2014 eine Forschergruppe unter Federführung der Goethe-Universität etabliert, die jetzt um drei Jahre verlängert wird.

Infektionen mit Acinetobacter baumannii führen aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen häufig zum Tod. In einigen europäischen Ländern sprechen bereits mehr als 90 Prozent der Isolate nicht mehr auf die Antibiotikatherapie an. Besorgniserregend ist, dass der Keim sich weiterhin mit rasanter Geschwindigkeit in der Welt ausbreitet.

Um in dieser Situation möglichst schnell klinisch anwendbare Resultate zu erhalten, arbeiten in der Forschergruppe „Adaptation und Persistenz von Acinetobacter baumannii“ Naturwissenschaftler und Mediziner eng zusammen. Beteiligt sind mehrere Institute der Goethe-Universität - die Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, die Medizinische Mikrobiologie & Hygiene, das Institut für Zellbiologie & Neurowissenschaften und das Institut für Biochemie –, das Robert-Koch-Institut sowie die Universitäten in Köln und Regenburg.

„Uns ist etwas Einzigartiges gelungen: Wir nutzen aktuelle Patientenisolate, entschlüsseln deren Erbgut und analysieren die krankmachenden Eigenschaften, die dann in Hinblick auf Gegenmaßnahmen charakterisiert werden“, erklären die beiden Sprecher der Forschergruppe, der Mikrobiologie Prof. Volker Müller und der Mikrobiologie und Mediziner Prof. Volkhard Kempf. Dadurch gelang bereits die Identifizierung erster Virulenzfaktoren.

Die Forscher wissen inzwischen, wie sich das Bakterium ernährt, wie es Stress übersteht, wie es sich an belebten und unbelebten Oberflächen anheftet und wie es sich der Wirkung der Antibiotika entzieht. Dadurch können sie neue Ziele für eine Inaktivierung des Bakteriums testen. Unter anderem stellten sie fest: Wenn man den Bakterien die Fähigkeit nimmt, einen bestimmten Zucker (Trehalose) zu synthetisieren, sind sie nicht mehr in der Lage, Infektionen auszulösen. Nun arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck daran, die Biosynthese dieses Zuckers aufzuklären, um Hemmstoffe entwickeln zu können.

Diese Arbeiten haben die Gutachter so überzeugt, dass die DFG das Projekt nicht nur verlängert, sondern die Fördermittel sogar erhöht hat. Die weiteren Arbeiten werden neue Antworten auf die Frage nach der Therapie dieses zunehmend bedrohlichen Bakteriums ermöglichen.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/70620941

Bildtext: Eine Platte mit Kolonien des gefährlichen Krankenhauskeims Acinetobacter baumannii.

Foto: Goethe-Universität

Information: Prof. Volker Müller, Sprecher der Forschergruppe 2251, Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel: (069)798-29507; vmueller@bio.uni-frankfurt.de.

Prof. Dr. Volkhard Kempf, Universitätsklinikum Frankfurt, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Fachbereich 16, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5019, volkhard.kempf@kgu.de, http://www.bio.unifrankfurt.de/51172482

 

Feb 22 2018
15:29

ERC Starting Grant für die Erforschung des voraussagenden Gedächtnisses im Verlauf des Lebens

Wie das Gehirn Prognosen trifft

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat ein weiteres EU-gefördertes Forschungsprojekt in ihren Reihen: Mit der Berufung von Yee Lee Shing auf die Professur für Entwicklungspsychologie ist auch ihr Forschungsvorhaben PIVOTAL nach Frankfurt gekommen. Prof. Shing erforscht, auf welchen Grundlagen das Gehirn Voraussagen trifft.

Man stelle sich vor, man kommt morgens in sein Büro. Innerhalb eines Augenblicks kann man beurteilen, ob alles an seinem gewohnten Platz ist – Möbel, Computer, Akten – oder eben nicht. Ob zum Beispiel etwas auf dem Schreibtisch abgelegt wurde, das da nicht hingehört, eine Schachtel Pralinen etwa. Dieser Urteilsfähigkeit liegt das „predictive brain“ zugrunde, also das Zusammenspiel von Hirnfunktionen, die zu Vorhersagen führen. Auf welchen Gesetzmäßigkeiten diese Vorhersagen beruhen und wie sich das Zusammenspiel der beteiligten Prozesse im Lauf des Lebens verändert, darüber forscht Prof. Yee Lee Shing, die seit Januar die Professur für Entwicklungspsychologie an der Goethe-Universität innehat.

Das Gehirn sei eine „Vorhersagemaschine“, die andauernd damit beschäftigt sei, neuen Input mit Vorhersagen abzugleichen, erklärt Shing. Nur so vermag sich das menschliche Gehirn an immer neue Situationen anzupassen und in neuen Umgebungen zurechtzukommen. Bislang sei jedoch weder erforscht, wie die zugrundeliegenden inneren Modelle selbst beschaffen sind, noch, wie sich neue Erfahrungen auf diese Modelle auswirken. Unbekannt ist auch, wie ein solches universell gültiges Prinzip in verschiedenen Gehirnen – zum Beispiel jungen oder älteren – ausgeprägt ist. Das in diesem Kontext wesentliche Langzeitgedächtnis setzt sich zusammen aus dem episodischen und dem semantischen Gedächtnis, persönlich Erfahrenes einerseits und erlerntes Weltwissen andererseits. Während Kinder Episodisches besser behalten können – man denke an die unbesiegbaren Kleinen beim Memoryspiel –, können ältere Menschen sich eher auf ihr semantisches Gedächtnis berufen.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Arten von Gedächtnis und neuer Erfahrungen will Shing empirisch untersuchen. Mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Technik im Brain Imaging Center der Goethe-Universität will sie mehr darüber herausfinden, welche kognitiven und neuronalen Interaktionen wo im Gehirn stattfinden – zunächst mit Hilfe gesunder Probanden unterschiedlichen Alters. Langfristig könnte ihre Forschung auch dazu beitragen, Licht in bislang noch immer nicht ganz erforschte psychische Erkrankungen wie Autismus und Schizophrenie zu bringen. Der European Research Council (ERC) fördert das Projekt für fünf Jahre mit 1,5 Millionen Euro. Damit werden zwei Postdoc- und zwei Doktorandenstellen ermöglicht.

1980 in Kuala Lumpur (Malaysia) geboren, ging Yee Lee Shing mit 19 Jahren zum Psychologie-Studium in die USA. 2004 bis 2015 arbeitete sie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. An der Humboldt-Universität hatte sie ein Humboldt-Fellowship inne. „Die sehr breit aufgestellte Perspektive auf die Entwicklung des menschlichen Gehirns im Verlauf des Lebens war für mich sehr interessant. Außerdem bot mir die neue International Max Planck Research School on the Life Course (LIFE) einen interdisziplinären und transatlantischen Forschungskontext“, begründet sie heute, warum sie damals nach Deutschland kam. Shing wurde während ihrer Promotion von Profs. Ulman Lindenberger und Shu-Chen Li betreut. Von 2015 an war Shing Dozentin an der University of Stirling in Schottland.

Bei der Beantragung ihres Vorhabens war Prof. Shing noch in Stirling beschäftigt. Dass sie sich zur Rückkehr nach Deutschland entschloss und den Ruf nach Frankfurt annahm, habe auch mit dem Brexit zu tun gehabt: „Mein Mann und meine beiden Kinder sind Deutsche. Wir haben unsere Zukunft in Großbritannien als unsicher empfunden. Nach so vielen Jahren in Europa wollte ich nicht außerhalb der EU leben“, so die Psychologin. Zudem freue sie sich auf ein fruchtbares Arbeitsumfeld am Fachbereich Psychologie.

Ein Porträt von Prof. Shing finden Sie zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/70593429

Informationen: Prof. Dr. Yee Lee Shing, Professor für Entwicklungspsychologie, Institut für Psychologie, Telefon +49 (0)69 798-35258, www.entwicklungspsychologie.uni-frankfurt.de

 

Feb 14 2018
14:55

Historiker Prof. Andreas Fahrmeir spricht im Forschungskolleg Humanwissenschaften über sein Buch

„Die Deutschen und ihre Nation“

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Was bedeutet der Begriff der Nation für die Deutschen, und wie hat sich dieser im Lauf der Jahrhunderte verändert? Darüber schreibt Prof. Andreas Fahrmeir, Historiker an der Goethe-Universität, in seinem jüngsten Buch „Die Deutschen und ihre Nation. Geschichte einer Idee“ (Reclam 2017). Zum Gespräch mit dem Autor lädt das Forschungskolleg Humanwissenschaften

am Dienstag, 20. Februar 2018, 19:00 Uhr ins Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

„Nationalismus gründet auf zwei Annahmen: dass die Menschheit in Nationen gegliedert ist und dass die Zugehörigkeit zu einer Nation im Leben jedes Menschen einen zentralen Platz einnimmt“, so Andreas Fahrmeir zu Beginn seines Buches. Beide Annahmen seien in der Geschichte immer wieder für zeitlose Wahrheiten gehalten worden, und als solche historisch äußerst folgenreich gewesen. Schaue man aber genauer hin, dann zeige sich, dass sich die Vorstellungen davon, was eine Nation sei, mit der Zeit und in verschiedenen historischen Konstellationen wandelten. So verändern sich Fahrmeir zufolge die Merkmale, die bestimmen, wer zur Nation gehört und wer nicht ‒ mal zählen beispielsweise Sprache und Kultur, mal die Herkunft eines Menschen und dann wieder seine rechtliche Zugehörigkeit. Auch die Bedeutung, die der Zugehörigkeit zu einer Nation individuell und politisch zugesprochen werde, ändere sich in bestimmten historischen Kontexten, stehe die nationale Bindung doch immer auch neben anderen denkbaren, etwa religiösen, regionalen oder klassenspezifischen Zusammenhängen.

Vor diesem Hintergrund geht es dem Frankfurter Geschichtswissenschaftler in seiner Untersuchung gerade nicht darum, die Entwicklung „des“ deutschen Nationalismus bis hin zu seiner Überwindung am Ende des 20. Jahrhunderts zu schreiben. Vielmehr zeichnet er, am Beispiel deutscher Vorstellungen, die Entwicklung und die Verschiebungen nationaler Erzählungen, Motive und Praktiken von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart nach. Damit gibt er seinen Lesern ein differenziertes begriffliches Rüstzeug an die Hand, das es ermöglicht, das aktuelle Aufleben nationalistischer Rhetoriken und Politiken in vielen europäischen Ländern und den USA zu verstehen.

Eröffnet wird der Abend vom Direktor des Kollegs, Matthias Lutz-Bachmann. Dierk Wolters, Redakteur im Kulturresort der Frankfurter Neuen Presse, wird das Gespräch moderieren.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe »Das Forschungskolleg Humanwissenschaften stellt vor: …«.  Mit diesem Format möchte das Kolleg wissenschaftliche Bücher – besonders Monographien, die sich einem einzigen Gegenstand widmen und zumeist das Ergebnis jahrelangen Forschens, Reflektierens und Schreibens sind ‒ in der Öffentlichkeit bekannt machen und zur Diskussion stellen.

Ein Porträt des Autors und das Buchcover steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: www.uni-frankfurt.de/68234046

Anmeldung unter info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; Tel.: 06172-13977-0

Information: Iris Koban (Geschäftsführung), email: i.koban@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, Tel.: 06172-13977-10

 

Feb 9 2018
11:40

Symposion an der Goethe-Universität befasst sich mit inneren Vorgängen in biographischen Übergangsphasen

Ambivalenz als Chance begreifen

FRANKFURT. Brüche und Übergangsphasen im Leben stellen Menschen oft vor schwierige Entscheidungen. Dass es dabei nicht unbedingt um „Lösung A“ oder „Lösung B“ geht, sondern um eine Vielzahl von Möglichkeiten, kann als Chance gedeutet werden. Mit dieser Art von Ambivalenzen befasst sich ein Symposion an der Goethe-Universität. Sein Titel lautet: „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“.

Der Übertritt ins Erwachsenenalter, der 90. Geburtstag, als Mann alleinstehend im Alter zu sein, Tod eines lieben Angehörigen, drohender Burnout: Es gibt in jedem Leben Brüche, kritische Zeiten und Phasen des Übergangs. Wie geht es weiter? Wofür soll ich mich entscheiden? Welche Erwartungen habe ich an mich, welche haben andere an mich? Das Hin- und Hergerissensein, die Mehrdeutigkeit solcher Phasen kann eine starke Dynamik in Gang setzen.

Bruchstellen im Lebensverlauf und potentiell krisenhaften Verläufe werden im Symposion aus der Perspektive eines erweiterten Konzepts „des Ambivalenten“ betrachtet, dessen Tragfähigkeit als erkenntnisleitender Referenzrahmen auf dem Prüfstand steht. Das hier vorgeschlagene Ambivalenzkonzept plädiert für die Überwindung der normativen Engführung einer zweiwertigen „Entweder-Oder“-Logik und stattdessen für die Entwicklung einer Haltung des „Sowohl-als-Auch“, die gleichzeitig Handlungsfähigkeit ermöglicht sowie die Bezugnahme auf Kontinuität und Veränderung. Zwei Tage lang diskutieren Expertinnen und Experten aus erziehungswissenschaftlicher, soziologischer, psychologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive, ob und wie ein so aufbereitetes Ambivalenzkonzept zum Verständnis von biographischen Übergängen und Alternsprozessen beitragen kann.

„Ambivalenz wird oft negativ gedeutet, sie birgt jedoch ein Potenzial, das man nutzen kann“, sagt Prof. Insa Fooken, die das Symposion mit veranstaltet. „Ambivalenz ist ein sensibilisierendes Konzept, das zu Klärungsprozessen führen und helfen kann, an der eigenen Identität zu arbeiten“, so die Seniorprofessorin, die am Fachbereich Erziehungswissenschaften lehrt. Dass Menschen Ambivalenzen zulassen könnten, sei eine besondere Fähigkeit und schaffe Spielräume, das eigene Leben zu gestalten. So müsse man sich im Fall von Krisen nicht unbedingt immer entscheiden zwischen zwei sich ausschließenden Alternativen, sondern könne sich auch auf andere Denkrichtungen einlassen.

Das Symposion „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“ findet vom 14. bis zum 16. Februar am Campus Westend statt. Veranstalter sind das Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA) der Goethe-Universität und der „Interdisziplinäre Arbeitskreis Ambivalenz“. Bei der Auftaktveranstaltung hält Prof. Johannes Bilstein von der Kunstakademie Düsseldorf den Festvortrag zum Thema „Metaphern der Ambivalenz – Ambivalenz der Metaphern“. Im Anschluss daran ist eine Tanzperformance zum Thema „Dancing Age(ing)” zu sehen. Die Tänzerin und (promovierte) Forscherin Susanne Martin zeigt Ausschnitte aus ihren Stücken „The Fountain of Youth“ und „The Fountain of Age“ und erprobt dabei das Potential von zeitgenössischem Tanz für den Ausdruck ambivalenter und komplexer Perspektiven, Erfahrungen, Bedeutungen und Narrative zum Thema Alter(n).

Symposion „Ambivalenzen: Altern und biographische Übergänge“
Öffentliche Auftaktveranstaltung
Dienstag, 14. Februar, von 18 bis 21 Uhr
Campus Westend
Casinogebäude, Nina-Rubinstein-Weg 1, Raum 1.811

Information: http://www.uni-frankfurt.de/70279876/IAA_Programm_final_01_2018.pdf

 

Feb 8 2018
14:09

Letzter Vortrag in der Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“

Wie lassen sich die Potenziale Studierender der ersten Generation fördern

FRANKFURT. Als Sozial- und Kulturpsychologin erforscht Prof. Dr. Nicole M. Stephens wie die soziale Welt systematisch die Selbstwahrnehmung und Handlungen der Menschen beeinflusst. Insbesondere geht sie der Frage nach, wie soziale Klasse, Rasse, ethnische Zugehörigkeit und Geschlecht die alltäglichen Lebenserfahrungen der Menschen sowie wichtige Lebenserfolge wie Bildungsstand und Gesundheit prägen. In ihrem Vortrag „Let’s Talk about Difference: Empowering First-generation College Students to Succeed“

am 14. Februar 2018 um 18.00 Uhr im Anbau Casino Saal West, Campus Westend

nimmt Stephens Studierende der ersten Generation, deren Eltern keinen universitären Abschluss haben, in den Blick. Der Vortrag findet statt im Rahmen der interdisziplinären Reihe „Gesellschaft in Bewegung: Interdisziplinäre Perspektiven auf Flucht und Migration“. Sie wird veranstaltet von den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Psychologie sowie der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Goethe-Universität und durch die Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG finanziert. Die Moderation an diesem Abend übernehmen Prof. Tanja Brühl und Prof. Rolf van Dick, beide Goethe-Universität.

Inwiefern ist es möglich, Studierende über die Potenziale ihrer verschiedenen Hintergründe aufzuklären und somit benachteiligten Studierenden zu helfen, eine erfolgreiche Hochschulbildung abzuschließen? Stephens wird sich der Thematik auf die neue Art der „Difference-Education“ annähern und  verschiedene Prozesse aufzeigen, in welchen die Thematisierung von Ungleichheiten die akademischen Leistungen verbessern kann sowie verdeutlichen, wo diesem neuen Ansatz auch Grenzen gesetzt sind.

Nicole M. Stephens ist außerordentliche Professorin für Management und Organisation an der Kellogg School of Management. Sie promovierte in Psychologie an der Stanford University. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle der Kultur als ein starker und dennoch häufig vernachlässigter Faktor in Bezug auf die Motivation und die Erklärung menschlichen Verhaltens. Ihre gegenwärtige Forschung beschäftigt sich mit der Rolle der Kultur als Quelle sowie als Lösung von Ungleichheiten in Schulen und am Arbeitsplatz. Sie testet die Effizienz von forschungsbasierten Maßnahmen, welche die Verbesserung der Lebens- und Lernsituationen von unterrepräsentierten Gruppen zum Ziel haben.

Der Vortrag ist in englischer Sprache. Eine deutsche Zusammenfassung liegt bereit.

Programm im Internet: www.abl.uni-frankfurt.de/vortragsreihe

Informationen: Ute Kandetzki, Geschäftsführerin Goethe-Lehrerakademie, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 22650, E-Mail: vortragsreihe@abl-uni-frankfurt.de

 

Feb 8 2018
10:24

Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten” an der Goethe-Universität steht 2018 ganz im Zeichen der Handschrift

Schreiben, Denken, Tanglen

FRANKFURT. Seit 2010 findet jedes Jahr am ersten Donnerstag im März die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten” statt, die von Schreibzentren mittlerweile weltweit veranstaltet wird. Mit dabei sind am 1. März auch wieder rund 200 Studierende der Goethe-Universität Frankfurt, darunter erstmals auch Studierende aus den Naturwissenschaften. Ab 20 Uhr machen sie die Nacht zum (Schreib-)Tag und  werden zeitgleich mit vielen anderen an ihren Schreibprojekten arbeiten.

Zara Tariq, die als ausgebildete studentische Schreibtutorin die „Lange Nacht“ mitorganisiert, hat sich dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Angeregt vom Besuch auf der Paperworld-Messe hat sie Kontakt zur Autorin und Dozentin Beate Winkler aufgenommen, die “Zentangle”-Kurse anbietet. Zentangle sind kleine Zeichnungen, die man auch ohne großes künstlerisches Talent hinbekommt und die entspannend wirken. Genau das Richtige also für gestresste Studierende, deren Finger durch das lange Tippen auf den Tastaturen ihrer Laptops etwas Abwechslung gebrauchen können: „Ich finde es toll, dass wir unseren Studierenden eine neue kreative Methode zeigen können, mit der man sich zwischendurch entspannen kann.”

Das Schreiben mit der Hand wird am Schreibzentrum der Goethe-Universität hoch geschätzt. Aktuelle Studien zeigen, dass man nicht nur leichter und angenehmer in den Schreibprozess hineinkommt, auch die Auseinandersetzung mit den Inhalten gelingt besser im Vergleich zu (rein) digitalen Werkzeugen. Viele Studierende sind heute jedoch nicht mehr so geübt darin, handschriftlich Notizen zu machen und das Schreiben mit der Hand  sinnvoll in ihren Arbeitsprozess einzubauen. Aus diesem Grund wird das Schreibzentrum der Goethe-Universität verstärkt auf Workshops zum Thema Handschrift setzen. So bekommen Studierende mehr Gelegenheiten zum Schreiben und sie werden individuell dabei unterstützt, diese wertvolle Kulturtechnik im Studium sinnvoll einzusetzen.

Neben dem Zentangle-Workshop warten auf die Studierenden kleine Workshops zum guten Zeitmanagement, zur Themeneingrenzung oder zum überzeugenden Argumentieren. Daneben beraten 15 Schreibtutor*innen individuell bei allen Fragen rund um das Thema Schreiben und sorgen dafür, dass der Kaffee nicht ausgeht in einer Nacht, die wie jedes Jahr wahrscheinlich erst gegen 6.30 Uhr enden wird.

Anmeldung Wer als Angehöriger der Goethe-Universität eine Nachtschicht einlegen möchte, kann sich unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de bis zum 28. Februar anmelden. Wer sich über andere Veranstaltungsorte informieren möchte, findet unter https://schreibnacht.wordpress.com/ einen Überblick über die zahlreichen Angebote.


Kontakt und weitere Informationen
Dr. Stephanie Dreyfürst, Leitung Schreibzentrum, Goethe-Universität Frankfurt, Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Campus Westend dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de ⎸Tel +49(0)69/798-32846