​​​​​​​Pressemitteilungen ​​​

 

Okt 25 2019
12:17

Forum für Firmen und Stellensuchende am 6. und 7. November

Jobbörse der Naturwissenschaften

FRANKFURT. Zum 21. Mal bereits findet die „Frankfurter Jobbörse für NaturwissenschaftlerInnen“ am 6. und 7. November, jeweils von 9:30 bis 16 Uhr am Campus Riedberg der Goethe-Uni, Max von Laue Str. 9, 60439 Frankfurt am Main statt. Veranstalter sind der Fachbereich 14 – Biochemie, Chemie und Pharmazie – in Kooperation mit dem JungChemikerForum (Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.) und dem Hochschulteam der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Den Organisatoren ist es gelungen, international renommierte Konzerne, insbesondere aus der Chemie- und Pharmabranche, als Teilnehmer zu gewinnen.

An beiden Tagen wird Interessierten (Studierenden, Doktoranden und Absolventeninnen und Absolventen der Fächer Chemie, Biochemie, Pharmazie, Biologie, Physik, Geowissenschaften und Medizin) aus dem gesamten Bundesgebiet auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit zur Weiterbildung und zum direkten Kontakt mit Firmenvertretern geboten. 

Am 6. November bereiten sie zahlreiche Workshops, Seminare und Bewerbungsmappen-Checks umfangreich auf das Thema Bewerbung und Selbstmarketing vor. Eine Anmeldung hierfür erfolgt ausschließlich über die Internetseite der Jobbörse (www.jobboerse-ffm.de).

Am 7. November gibt es an den Messeständen Gelegenheit zu einem Gespräch mit Firmenvertretern und zum näheren Kennenlernen potentieller Arbeitgeber. Zahlreiche namhafte Firmen der Chemie-, Biotechnologie-, Pharmabranche als auch der entsprechenden Consultingbranche aus ganz Deutschland präsentieren sich an diesem Tag und informieren über Praktika, Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Für die Messe ist keine Anmeldung erforderlich. Zum Abschluss des Tages besteht die Möglichkeit, bei einem Bewerbungsgespräch auf der Bühne „live“ dabei zu sein.

Information und Anmeldung zu Workshops und Bewerbungsmappen-Check: www.jobboerse-ffm.de.

Dr. Andreas Lill, Referent für Lehr und Studium, Fachbereich 14 – Biochemie, Chemie und Pharmazie, 069 / 798 29550, lill@uni-frankfurt.de

 

Okt 24 2019
11:36

Forschungsförderungspreis des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung geht an Natalie Lang

Religion – treibende Kraft der Globalisierung?

FRANKFURT. Welchen Stellenwert kann Religion für das Selbstbild von Migranten entfalten? Dies untersucht die Ethnologin Natalie Lang in ihrer Dissertationsschrift „Source of Pride: Hindu Religion in La Réunion“, die nun mit dem Forschungsförderungspreis des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität ausgezeichnet wurde.

Für ihre Arbeit hat Natalie Lang zwölf Monate mit tamilstämmigen Hindus im französischen Übersee-Département La Réunion gelebt und geforscht. Sie zeigt, dass für Reunionesen mit indischen Vorfahren das Gefühl von Stolz ein wesentlicher Faktor von Identität ist. Stolz wird u.a. über öffentlich gelebte religiöse Praxis hergestellt und gilt als Quelle von Status und Anerkennung innerhalb der reunionesischen Gesellschaft. Ethnografisch fundiert diskutiert Lang in ihrer Dissertation Fragen zu Religion, Diaspora und Säkularismus und argumentiert, dass Religion eine treibende Kraft von Globalisierungsprozessen ist – und nicht lediglich das Ergebnis dieser.

Mit dem Preis würdigt die Kommission das hohe Maß an methodischem, reflexivem und sprachlichem Anspruch sowie das wissenschaftliche Potenzial der Preisträgerin. Natalie Lang wurde am Centre for Modern Indian Studies der Georg-August-Universität Göttingen promoviert und ist seit Juli 2019 Fellow am Asia Research Institute der National University of Singapore.

Seit 1996 verleiht das Frobenius-Institut den Forschungsförderungspreis für ausgezeichnete Dissertationen im Fach Sozial- und Kulturanthropologie, die an einer deutschsprachigen Universität eingereicht werden. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird aus Mitteln der Frobenius-Gesellschaft sowie der Hahn-Hissink'schen Frobenius-Stiftung finanziert.

Informationen: Yanti Hölzchen, Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität, Telefon 069-798 33058, hoelzchen@em.uni-frankfurt.de; Homepage: http://www.frobenius-institut.de/veranstaltungen/forschungsfoerderungspreis

 

Okt 24 2019
10:59

Forscher von Goethe-Universität und Universität Bayreuth untersuchen erstmals Auswirkungen auf die Artenvielfalt

Klimawandel in Naturschutzgebieten gefährdet Biodiversität

FRANKFURT. Welche Veränderungen verursacht der Klimawandel in den Naturschutzgebieten der Erde? Das haben die Forscher Severin Irl (Goethe-Universität Frankfurt), Samuel Hoffmann und Carl Beierkuhnlein (beide Universität Bayreuth) gemeinsam untersucht. Die Ergebnisse sind diese Woche im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ erschienen. Die Autoren geben darin Denkanstöße für die Umweltpolitik und das Management von Schutzgebieten.

Für fast 140.000 terrestrische Schutzgebiete – das sind 99% der Schutzgebiete an Land – wurden detaillierte Klimaprognosen berechnet. Besonders signifikante Klimaänderungen sind demnach in gemäßigten Zonen oder in polaren Zonen auf der Nordhalbkugel zu erwarten. Sie sind relativ klein, bieten räumlich wenig abwechslungsreiche Umweltbedingungen und liegen nicht sehr hoch. Sie sind durch Eingriffe durch den Menschen bedroht und haben hinsichtlich ihrer Pflanzen- und Tierwelt viel mit anderen Schutzgebieten gemeinsam. Um möglichst belastbare Prognosen zu erzielen, haben die Autoren der neuen Studie mit zehn verschiedenen Klimamodellen gearbeitet. Zugleich wurde in allen Berechnungen zwischen lokalen, regionalen und globalen Klimaänderungen unterschieden.

Die modelgestützten Klimaprognosen helfen zu untersuchen, welche Schutzgebiete in welchem Maße zum Schutz und Erhalt der globalen Biodiversität beitragen. Wenn der Klimawandel aber dafür sorgt, dass sich die Lebensräume und deren Bedingungen für die Tiere und Pflanzen ändert, dann sind die Schutzgebiete möglicherweise nicht mehr in der Lage, ihr Aufgabe in vollem Umfang zu erfüllen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Arten auf andere Gebiete, möglicherweise sogar außerhalb der Schutzgebiete, ausweichen werden. Dort stehen sie aber nicht mehr unter dem rechtlichen Schutz, der innerhalb von Schutzgebieten gegeben sind, sondern sind viel stärker dem Einfluss des Menschen ausgesetzt.

„Mit unseren Berechnungen wollen wir einen Anstoß dafür geben, die Folgen des Klimawandels künftig systematisch in das Management von Schutzgebieten einzubeziehen. Wenn sich die klimatischen Verhältnisse ändern, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass bestehende Schutzgebiete aufgegeben und andere Regionen neu als Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. Aber intensiver als bisher sollte gerade auch in Europa darüber nachgedacht werden, was die vorhandenen Schutzgebiete künftig zur Bewahrung der Artenvielfalt leisten können und sollen. Unsere neuen Berechnungen bieten hierfür wissenschaftliche Anhaltspunkte. Sie sind damit eine Grundlage für ein proaktives Biodiversitäts-Management. Die neue Studie zeigt, dass Big-Data-Technologien mittlerweile auch in der Umweltforschung unverzichtbar sind“, sagt der Erstautor der Studie Samuel Hoffmann M.Sc., Doktorand an der Universität Bayreuth.

Prof. Dr. Severin Irl vom Institut für Physische Geographie der Goethe Universität weist ausdrücklich darauf hin, dass „Schutzgebiete nicht als losgelöste Einzeleinheiten zu sehen sind, sondern sie sollten noch mehr als bisher in ihrem wechselseitigen Zusammenhang betrachtet werden.“ Dabei gelte die Faustregel, dass sowohl weiträumig angelegte Schutzgebiete als auch Gebiete mit sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen für den Erhalt der Biodiversität besonders vorteilhaft sind. Dies biete Arten in einer sich verändernden Welt die Möglichkeit, in günstigere Gebiete innerhalb eines Schutzgebiets zu wandern. Daher sei es unter Umständen von Vorteil, dass mehrere, kleinere Schutzgebiete zu größeren Verbünden zusammengeschlossen werden.

Publikation: S. Hoffmann; S.D.H. Irl, C. Beierkuhnlein: Predicted climate shifts within terrestrial protected areas worldwide. Nature Communications (2019), DOI: 10.1038/s41467-019-12603-w 

Bilder zum Download finden Sie unter: http://uni-frankfurt.de/82931246 

Bildtexte: 

(1) Der Los Glaciares National Park in Argentinien wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. (Foto: Samuel Hoffmann) 

(2) Der Nationalpark Gran Paradiso im norditalienischen Aostatal zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltnaturerbe. (Foto: Carl Beierkuhnlein) 

(3) Übersicht über die in der neuen Studie untersuchten terrestrischen Schutzgebiete. (Grafik und Legende: Samuel Hoffmann) 

Informationen: Prof. Dr. Severin Irl, Biogeographie und Biodiversität, Institut für Physische Geographie, Goethe Universität Frankfurt, Telefon: +49 (0)69 / 798-40171, Email: irl@geo.uni-frankfurt.de; Samuel Hoffmann M.Sc., Lehrstuhl für Biographie, Universität Bayreuth, Telefon: +49 (0)921 / 55-2299, E-Mail: samuel.hoffmann@uni-bayreuth.de.

 

Okt 23 2019
16:20

Podiumsgespräch des Forschungsverbundes Normative Ordnungen mit der islamischen Frauenrechtlerin Seyran Ateş und der Verfassungsrechtlerin Ute Sacksofsky am 1. November 2019

Zwei Juristinnen diskutieren über das Kopftuch

FRANKFURT. Die eine ist Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin und Imamin in Berlin, die andere Frankfurter Professorin für Öffentliches Recht mit Schwerpunkten auf Geschlechtergerechtigkeit und Religionsfreiheit. Wie denken Seyran Ateş und Ute Sacksofsky über das Kopftuch, in welcher Hinsicht vertreten sie warum verschiedene Positionen? Antworten auch auf diese Fragen verspricht das aktuelle „Frankfurter Stadtgespräch“ des Forschungsverbundes Normative Ordnungen der Goethe-Universität zum Thema „Das islamische Kopftuch zwischen Glaubensfreiheit, staatlicher Neutralität und Gleichberechtigung“ am Freitag, dem 1. November 2019, um 18.30 Uhr im Historischen Museum, Saalhof 1, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main. 

Individueller Ausdruck der grundrechtlichen Glaubensfreiheit oder politisches Symbol eines emanzipationsfeindlichen Islam? Das islamische Kopftuch und die Forderungen nach Kopftuchverboten führen immer wieder zu teils hitzigen Diskussionen. Doch in welchem (verfassungs-)rechtlichen Rahmen bewegen sich diese Debatten? Verletzen die Forderungen nach Kopftuchverboten die grundrechtlich geschützte Glaubensfreiheit von Kopftuch tragenden Frauen? Oder verlangt im Gegenteil die staatliche Neutralität, dass Lehrerinnen und Richterinnen sich im Dienst unverhüllt zeigen? Wie ist das Kopftuch aus feministischer Sicht zu bewerten? Als Rückschritt im Kampf um die Emanzipation von paternalistischer Bevormundung oder widersprechen gerade die Verbote dem Kernanliegen der Frauenbewegung um ein selbstbestimmtes Leben?

Diese Fragen beschäftigen die beiden Podiumsteilnehmerinnen seit vielen Jahren. Dass sie dabei, auch aufgrund eigener Erfahrungen, zu teils gegensätzlichen Positionen gelangen, verspricht eine anregende und reizvolle Diskussion. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des ausrichtenden geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes. Der Eintritt ist frei. 

Seyran Ateş ist Rechtsanwältin, Autorin und Imamin. Als Anwältin in Berlin befasste sie sich hauptsächlich mit Strafrecht und Familienrecht. Ateş ist Mitbegründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, die für einen liberalen Islam steht. Sie ist Autorin verschiedener Bücher und Artikel. Zu ihren jüngsten Publikationen zählt ihre 2017 erschienene Biographie „Selam, Frau Imamin. Wie ich in Berlin eine liberale Moschee gründete". 

Ute Sacksofsky ist Professorin für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu ihren Schwerpunkten gehören das Verfassungsrecht und die Geschlechterverhältnisse im Recht. Sie ist Mitglied im Direktorium des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse an der Goethe-Universität und Vizepräsidentin des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen. Sie wird vielfach als Sachverständige zu Fragen der Gleichberechtigung in der Gesetzgebung gehört. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Religionsfreiheit. 

Kooperationspartner der aktuellen Veranstaltung ist das Historische Museum Frankfurt am Main. Das „Frankfurter Stadtgespräch“ des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität findet jetzt zum 23. Mal statt. Ziel ist es, unter Einbeziehung prominenter Gäste mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen an eine breitere außerakademische Öffentlichkeit zu treten. Zu den bisherigen Gästen gehörten die Publizistin Thea Dorn, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, die Politiker Erhard Eppler, Tom Königs und Rita Süssmuth, die Historiker Christopher Clark und Ute Frevert, der Designer und Künstler Stefan Sagmeister sowie Bundespräsident Joachim Gauck.

Informationen: Forschungsverbund Normative Ordnungen: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech

 

Okt 23 2019
15:00

Erste Studierende im Master Film Culture & Archival Studies nehmen Studium auf / Gemeinsame Pressemitteilung von Goethe-Universität, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und Arsenal – Institut für Film und Videokunst

In Nigeria startet Filmstudiengang nach Frankfurter Modell 

FRANKFURT. Projektstart in Jos, Nigeria: Von dieser Woche an gibt es den praxisorientierten Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“, den das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität seit 2013 als Kooperationsstudiengang mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum anbietet, auch in Nigeria.

Der afrikaweit erste Master für Filmarchivierung und Filmkultur wird von der University of Jos und der Nigerian Film Corporation, zu der das National Film Institute und das National Film, Video and Sound Archive gehören, gemeinsam angeboten. Eine Pressekonferenz am Dienstag in Jos, Nigeria, gab den Startschuss zu dem Projekt. 25 Studierende haben nun in Jos ihr Studium der Film Culture & Archival Studies aufgenommen. 

Dem Start des Studiengangs ging ein enger Austausch zwischen den nigerianischen Partnern und der Goethe-Universität, dem DFF sowie dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst (Berlin) voran. Neben Planungstreffen in Nigeria und Deutschland gehörten mehrwöchige Gastaufenthalte nigerianischer Filmarchivare und Filmarchivarinnen, Filmdozenten und Filmdozentinnen beim DFF in Frankfurt und beim Arsenal in Berlin zu den Vorbereitungen. Der gegenseitige Lehraustausch wird in der weiteren, auf insgesamt vier Jahre angelegten Aufbauphase des Studiengangs fortgesetzt. So werden in den kommenden Monaten Lehrende der Goethe-Universität sowie Fachleute des DFF und des Arsenal im Co-Teaching mit Lehrenden in Jos die Module des Studiengangs gemeinsam umsetzen. Finanziert wird die Aufbauarbeit vom DAAD im Programm „Transnationale Bildung“. 

Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität, Ellen Harrington, Direktorin des DFF, Stefanie Schulte Strathaus, Ko-Direktorin des Arsenal, und Didi Cheeka, Direktor der Lagos Film Society und Mitinitiator des Projektes, sind zur feierlichen Eröffnung des Masterstudiengangs nach Jos gereist. Die Delegation wird anschließend an dem von der Lagos Film Society, dem Arsenal und der Nigerian Film Corporation gemeinsam konzipierten Archivfilmfestival „Decasia“ in Lagos teilnehmen. Dort werden bis zum 27. Oktober, dem UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes, Restaurierungen und zeitgenössische Filme gezeigt, die sich mit der Überlieferung des internationalen filmischen Erbes befassen. Teil des von Didi Cheeka kuratierten Programms ist der vom Arsenal restaurierte nigerianische Spielfilm SHAIHU UMAR (Adamu Halilu, 1976), der 2018 im Berlinale Forum lief und im Rahmen von „Decasia“ seine Premiere in Nigeria erlebt. Im Zusammenhang mit dem Festival findet auch ein Workshop zum Thema „Digital Distribution and Audiovisual Heritage“ statt, bei dem Vertreter der Filmindustrie, von Universitäten und Regierungsstellen über neue Modelle der Vermittlung von Filmerbe in Afrika diskutieren. 

Nigeria ist laut UNESCO-Statistiken nach Indien das produktivste Filmland der Welt. Rund 1000 Spielfilme pro Jahr erscheinen in Englisch und den drei Hauptsprachen Igbo, Hausa und Yoruba. Verbreitung finden diese Filme auf dem ganzen Kontinent sowie weltweit in der afrikanischen Diaspora.

Bilder zum Download unter: http://www.uni-frankfurt.de/82914166 

Bildtexte: 
1) Pressekonferenz zum Start des Masters "Film Culture & Archival Studies" (von links): Ellen Harrington (DFF), Edmund Peters (NFC), ein Absolvent des National Film Institute, Prof. Tor Iorapuu (Universität Jos), Stefanie Schulte Strathaus (Arsenal), Prof. Vinzenz Hediger (Goethe-Universität), Didi Cheeka (Lagos Film Society) und eine Journalistin. (Foto: Fabienne Wolf)
2) Campus des National Film Institute in Jos. (Foto: Fabienne Wolf) 

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Fachbereich 9, Campus Westend, Telefon 069 798-32079, 0151 644 188 35, hediger@tfm.uni-frankfurt.de; Ellen Harrington, Direktorin, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, presse@dff.film; Marie Kloos, Arsenal – Institut für Film und Videokunst Berlin (Archive außer sich), mkl@arsenal-berlin.de; Dr. Chidia Maduekwe, Managing Director, Nigerian Film Corporation, mdnigerianfilms@gmail.com; Didi Cheeka, Direktor, Lagos Film Society, didicheeka@yahoo.com

 

Okt 23 2019
14:26

Auftakt der Frankfurter Bürgeruniversität: Diskussion über den gesellschaftlichen und geographischen Zusammenhalt in der Demokratie

Ungleiches Deutschland 

FRANKFURT. „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“, sagte Willy Brandt, und Helmut Kohl prophezeite „blühende Landschaften“. Drei Jahrzehnte später scheint dieser Optimismus verflogen zu sein. Auch objektiv betrachtet bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, zum Beispiel bei den Einkommen und im Bereich der Führungskräfte: So stammen die weitaus meisten Chefs im Osten aus dem Westen; von den Rektorinnen und Rektoren der ostdeutschen Universitäten wurde einer Erhebung zufolge, die Anfang des Jahres erschienen ist, überhaupt niemand in der früheren DDR geboren. Trotz prosperierender Regionen wie Leipzig oder Jena scheinen sich viele Ostdeutsche abgehängt und in ihrer Lebensleistung nicht gewürdigt zu fühlen. Doch offenbart sich nicht nur ein „Graben“ zwischen Ost und West. Jüngste Studien weisen darauf hin, dass es auch auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik große Strukturprobleme gibt, beispielsweise im Ruhrgebiet.

Der erste Bürger-Uni-Abend in der Reihe „Demokratie weiter denken“ zum Thema „Ungleiches Deutschland – Gesellschaftlicher und geographischer Zusammenhalt in der Demokratie“ am 28. Oktober 2019 um 19.30 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Casino-Gebäude, Raum R. 1.801 (Renate von Metzler-Saal), Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt am Main geht u.a. der Frage nach, was diese Fakten für den gesamtdeutschen gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeuten. Auf dem Podium diskutieren: Prof. Dr. Birgitta Wolff (Präsidentin der Goethe-Universität), Prof. Dr. Matthias Middell (Sprecher FGZ Leipzig), Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln (Wirtschaftswissenschaftlerin, Goethe-Universität), Prof. Dr. Uwe Cantner (Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung & Vizepräsident Uni Jena). Die Moderation übernimmt Meinhard Schmidt-Degenhard (Fernsehmoderator & Autor).

Im Jahr der Europawahl, in dem sich auch der Fall der Mauer zum 30. Mal jährt, analysiert die Reihe „Demokratie weiter denken“ die als krisenhaft geltende Gegenwart der Demokratie und ihre Zukunftspotenziale. Ein besonderer Blick gilt der deutschen Wiedervereinigung, ihren Erfolgen, aber auch ihren uneingelösten Versprechen. Drei Jahrzehnte nach dem Fall der trennenden Grenze stellen sich Fragen nach Einheit, Partizipation und Zusammenhalt in besonderer Weise. Die Bürgeruniversität geht ihnen an drei Abenden unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen nach.

Die weiteren Termine und Themen im Überblick:

11. November 2019
Neue alte Paulskirche – Demokratische Debatten in der Stadt
Podium: Peter Feldmann (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt), Dipl.-Ing. Peter Cachola Schmal (DAM), Prof. Dr. Brigitte Geißel (Politikwissenschaftlerin, Goethe-Universität), Prof. Dr. Carsten Ruhl (Kunsthistoriker, Goethe-Universität). Moderation: Rebecca C. Schmidt (Geschäftsführerin Zentrum Normative Ordnungen)

10. Februar 2019
Making Crises Visible – Krise der Demokratie
Podium: Dr. Stefan Kroll (Koordinator des Leibniz Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“), Prof. Dr. Rainer Forst (Politischer Philosoph, Goethe-Universität), Prof. Dr. Verena Kuni (Kunstpädagogin, Goethe-Universität), Prof. Dr. Andreas Mulch (Direktor, Senckenberg). Moderation: Susanne Boetsch (Verwaltungsleiterin Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei. 

Die Veranstaltung am 11. November findet im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main statt.

Die Veranstaltung am 10. Februar findet in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Arthur-von-Weinberg-Haus (Hörsaal), Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt am Main statt.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit fast 150 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de

 

Okt 22 2019
11:00

Reich gedeckter Gabentisch am 105. Geburtstag für „Geburtstagskind“ Goethe-Universität 

Geschenke für die Goethe-Universität

FRANKFURT. Auch wenn der Stiftertag zum 105. Geburtstag (18. Oktober 2019) der Goethe-Universität eigentlich ein Fest und Geschenk der Uni FÜR die Stifterinnen und Stifter der Hochschule war, so brachte der Abend für das Geburtstagskind einige schöne Geschenk-Überraschungen. 

Für die Familie Merz, deren langjähriges Engagement für die Goethe-Universität einen der Höhepunkte des Abends bildete, kündigte Dr. Dania Hückmann, die Tochter des Ehrenbürgers und langjährigen Merz-Geschäftsführers Dr. Jochen Hückmann, an, künftig neben der Friedrich Merz-Stiftungsgastprofessor, die es seit 1985 gibt, noch eine weitere Stiftungsgastprofessur zu Ehren ihres verstorbenen Vaters einzurichten. Diese könne einen Beitrag leisten bei der Vorbereitung der nächsten Runde der Exzellenzstrategie.

Auch der frühere Fraport-Chef und heutige Vorstandsvorsitzende der „Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität“, Prof. Dr. Wilhelm Bender, kündigte spontan ein Geschenk für seine Alma Mater an. Zuvor hatte er von Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff die Würde eines Ehrensenators erhalten: Bender stiftet für die gegenwärtig laufende Uni-Kampagne für das Deutschlandstipendium aus privaten Mitteln fünf Deutschlandstipendien im Gesamtwert von 9.000 €.

Auch Prof. Dr. Mareike Kunter, die diesjährige Trägerin des mit 25.000 Euro dotierten Preises „Scientist of the Year“ der „Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung“ hatte ein Geschenk für die Goethe-Universität vorgesehen und kündigte in ihrer Danksagung an, einen Teil ihres Preisgeldes für die Durchführung einer wissenschaftlichen Tagung an der Goethe-Universität zu stiften, die sich ihrem Forschungsschwerpunkt, der professionellen Kompetenz von Lehrkräften, widmet.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff sagte: „Wir fühlen uns reich beschenkt. Die spontanen Zusagen an unserem 105. Universitätsgeburtstag zeigen, wie lebendig und großzügig unsere große städtische und regionale Goethe-Uni-Familie ist. Diese Gesten lassen gleichzeitig erkennen, wie sehr die Freunde und Freundinnen unserer Stiftungsuniversität sich auch inhaltlich auf unsere strategischen Bedürfnisse einlassen. Dafür sind wir unendlich dankbar.“

 

Okt 21 2019
12:04

Goethe-Universität und Philipps-Universität Marburg feiern das 50-jährige Bestehen der Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung

Rückenwind für Dissertationsvorhaben

FRANKFURT. Seit 50 Jahren unterstützt die Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung Publikationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, vor allem mit Zuschüssen zu Druckkosten. Das 50-jährige Bestehen feiert die Stiftung am Mittwoch, 23. Oktober, um 16 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg mit einer Festveranstaltung.

Mit insgesamt mehr als 120.000 Euro hat die Stiftung unter Vorsitz ihres Präsidenten Ulrich C. Cannawurf Publikationen unterstützt – vor allem Dissertationen in den Geisteswissenschaften, aber auch Tagungsbände und Forschungsberichte. In den vergangenen zehn Jahren ist die jährliche Fördersumme kontinuierlich angestiegen. Allein im Jahr 2019 kamen sieben Publikationen in Marburg und Frankfurt in den Genuss der Förderung, die sich insgesamt auf 13.000 Euro belief. Seit 1974 wird zudem das Marburger Winckelmann-Programm unterstützt, eine Veröffentlichungsreihe des Archäologischen Seminars.

„Seit 2009 wurden an der Goethe-Universität insgesamt 30 Dissertationen durch die Stiftung gefördert. Im Einzelfall sind das keine Riesenbeträge, aber für die Antragsteller ist das ein willkommener Rückenwind auf dem Weg in die Forschung“, sagt Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident für Third Mission an der Goethe-Universität Frankfurt. „Dafür danke ich der Stiftung im Namen des Präsidiums sehr herzlich“, so der Vizepräsident.

„Die Stiftung hilft vor allem jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, ihre Forschung in die Öffentlichkeit zu bringen. Gute Dissertationen sollen nicht daran scheitern, dass die Veröffentlichung aus finanziellen Gründen nicht möglich ist“, betont Prof. Dr. Michael Bölker, Vizepräsident für Forschung und Internationales an der Philipps-Universität.

Die Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung ist nach dem Bad Homburger Bürger Wilhelm Hahn (1855-1930) und seiner Tochter Karoline Wilhelmine Ebel (1891-1966) benannt. Karoline Wilhelmine Ebel vermachte ihr Vermögen der wissenschaftlichen Förderung kommender Generationen. Die gemeinnützige Wilhelm-Hahn-und-Erben-Stiftung wurde 1969 vom Bad Homburger Rechtsanwalt Ulrich C. Cannawurf gemeinsam mit dem damaligen Rektor der Goethe-Universität, Walter Rüegg, gegründet. Die Philipps-Universität Marburg ist ebenfalls beteiligt; der Ehemann der Stifterin, der Chemiker Carl Ebel, wurde in Marburg promoviert. Präsident der Stiftung ist seit der Gründung Ulrich C. Cannawurf.

Anmeldung erbeten unter: veranstaltungen@uni-frankfurt.de 

Informationen: Goethe-Universität, Abteilung PR & Kommunikation, Telefon 069 798-12472, E-Mail: presse@uni-frankfurt.de; Philipps-Universität Marburg, Stabsstelle Hochschulkommunikation, Telefon 06421 28-26118, E-Mail: pressestelle@uni-marburg.de;

 

Okt 18 2019
18:32

Auszeichnungen der Goethe-Universität an Merz Pharma GmbH & Co. KGaA, Prof. Dr. Wilhelm Bender und Prof. Dr. Mareike Kunter

Stiftertag zum 105. Uni-Geburtstag bringt wichtige Ehrungen

FRANKFURT. Mit dem traditionellen Stiftertag begeht die Goethe-Universität am 18. Oktober 2019 ihren 105. Geburtstag. Im Mittelpunkt der Feier mit über 200 Gästen aus Universität und Stadtgesellschaft stehen auch in diesem Jahr Stifter-Persönlichkeiten und Institutionen, die sich durch ihr besonderes Engagement um die Goethe-Universität verdient machen.

Für die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, spiegelt sich in dieser den Förderern und der Wissenschaft gewidmeten Geburtstagsfeier auch der besondere Charakter der Stiftungsuniversität: „Andere erhalten an ihrem Geburtstag Geschenke; das Geburtstagskind Goethe-Uni ehrt an seinem Stiftertag Persönlichkeiten und Institutionen, die es das ganze Jahr über beschenken: als Ermöglicher und Ermutiger mit beispielhaftem Einsatz für Forschung, Lehre und Third Mission und als Multiplikatoren der Goethe-Community in Stadt und Region. Es sind Unternehmen wie Merz Pharma und Persönlichkeiten, wie Prof. Wilhelm Bender, dem wir heute für seine besonderen Verdienste um die Goethe-Universität die Würde eines Ehrensenators verleihen. Wir freuen uns, sie an unserer Seite zu haben!“

Der für Third Mission zuständige Vizepräsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, ergänzte: „Merz Pharma steht für beispielhaftes Engagement an der Goethe-Universität über Disziplingrenzen hinweg. Die Friedrich Merz-Stiftungsgastprofessor stellt schon seit 1985 ein jährlich wiederkehrendes Highlight in der Wissenschaftsvermittlung dar. Dafür sind wir dem Unternehmen und der Familie Merz und dem leider verstorbenen früheren Merz-Geschäftsführer und Gesellschafter Dr. Jochen Hückmann auch ganz persönlich zu großem Dank verpflichtet. Unvergessen ist Jochen Hückmanns persönliches Geschenk von 500.000 Euro im universitären Jubiläumsjahr 2014. Seit seinem Tod engagiert sich die Familie Hückmann in seinem Sinne weiterhin an der Goethe-Universität.“

Die Friedrich Merz-Stiftungsgastprofessur war 1985 aus Anlass des 100. Geburtstags des Firmengründers eingerichtet worden und leistet seitdem einen dauerhaften Beitrag zur Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung der Bereiche Pharmazie und Medizin. Jochen Hückmann war überzeugt, dass damit das Engagement des Großvaters fortgeführt und ein positiver langfristiger Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft und zum Wohlergehen der Gemeinschaft geleistet werde. Mit der Gastprofessur sollte nicht nur der Familientradition Rechnung getragen, sondern eine Form des philanthropischen Engagements geschaffen werden, die auf die Zukunft ausgerichtet ist und die von den Familienmitgliedern der nachfolgenden Generationen bis heute nachhaltig unterstützt wird. 

Michael Nick, Mitgesellschafter der Merz Pharma GmbH & Co. KGaA, sagte anlässlich der Ehrung: „Wir freuen uns sehr, dass unser langjähriges Engagement für die Goethe-Universität auf so fruchtbaren Boden fällt. Die Auszeichnung ist sowohl für die Familie Merz als auch für das gesamte Unternehmen ein Ansporn, sich für die gesellschaftliche Aufgabe von Forschung und Lehre weiter intensiv einzusetzen. Damit ehren wir auch Dr. Jochen Hückmann, für den es zeitlebens Aufgabe und Verpflichtung war, sich gesellschaftlich zu engagieren und die Wissenschaft zu unterstützen.“ 

Für seine besonderen Verdienste um die Goethe-Universität erhält anlässlich des Stiftertags der Vorstandsvorsitzende der Freundesvereinigung, Prof. Dr. Wilhelm Bender, die Ehrensenatorenwürde, die höchste Auszeichnung der Goethe-Universität für verdiente, langjährige Unterstützer. Seit 2010 steht Wilhelm Bender an der Spitze der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und hat seitdem Vieles bewegt. Jahr für Jahr stiften die Freunde fast 1 Million Euro für Belange von Forschung und Lehre an der Goethe-Universität. In ihrem Jubiläumsjahr hat die Vereinigung auf Initiative von Wilhelm Bender diesen Einsatz auf 2 Millionen Euro verdoppelt. Mit diesem zusätzlichen Geld können unter anderem mehrere neue Stiftungsgastprofessuren zu wichtigen gesellschaftlichen Herausforderungen eingerichtet werden. 

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, sagte in ihrer Laudatio: „Wilhelm Bender ist in Stadt und Region ein großartiger Netzwerker für die Goethe-Universität und als Alumnus seiner Universität aufs Engste verbunden. Seine Stimme hat Gewicht und findet Gehör. Mit ihm als Botschafter der Goethe-Uni und langjährigem Freunde-Chef hat die Reputation der Goethe-Universität weiter zugenommen. Besonders gefreut haben wir uns über das auf besondere Initiative von Wilhelm Bender entstandene Geburtstagsgeschenk der Freunde, das die Goethe-Uni 2018 erhalten hat: 1 Million Euro zusätzlich für Forschung, Lehre und Third Mission. Wer solche tollen Freunde hat, dem muss um die Zukunft nicht bange sein.“ 

Als „Scientist of the Year“ ausgezeichnet wurde für ihre wegweisende Forschung die Bildungsforscherin Prof. Dr. Mareike Kunter von der Goethe-Universität. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Kompetenz von Lehrkräften und wie sich diese auf die Qualität des Unterrichts auswirkt. Sie entwickelte ein Modell, das verschiedene Aspekte professioneller Kompetenz umfasst und mittlerweile sowohl national als auch international den Rahmen für systematische Lehrkräfteforschung darstellt. Damit entwickelte sie das Forschungsfeld nachhaltig weiter, da die bisherigen Forschungsansätze um eine ganz neue, hoch einflussreiche Perspektive ergänzt wurden. Die Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Gefördert wird der Preis von der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung.

 

Okt 17 2019
11:09

Micha Brumlik und Armina Omerika diskutieren im „Café Europa“.

„Al-Andalus: Spanien gehört zu Europa, also der Islam“

FRANKFURT. Die spanische Region Andalusien hat ihre Bezeichnung aus dem arabischen al-andalus erhalten. Im europäischen Mittelalter stand es unter muslimischer Herrschaft, die nicht nur für beeindruckende Bauten sorgte, sondern auch Begegnungen von muslimischen, jüdischen und christlichen Gelehrten erlaubte. Córdoba war seinerzeit die größte Stadt Europas und ein Zentrum der Wissenschaften. Im „Café Europa“ in der Romanfabrik diskutieren Prof. Micha Brumlik und Prof. Armina Omerika über das Verhältnis von Islam und Europa.

Micha Brumlik ist jüdischer Gelehrter, zuletzt war er Professor für Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Armina Omerika ist Juniorprofessorin für die Ideengeschichte des Islam an der Goethe-Universität.

„Al-Andalus: Spanien gehört zu Europa, also der Islam“
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 20.00 Uhr.
Romanfabrik, Hanauer Landstr. 186 (Hof), 60314 Frankfurt
Eintritt frei – Anmeldung erforderlich!
Reservierung: (069) 49 08 48 28, reservierung@romanfabrik.de

Die Romanfabrik und das Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales/IFRA-SHS (Frankfurt) veranstalten gemeinsam seit Juni 2019 Vortrags- und Debattenabende unter dem Namen „Café Europa“. Mehrmals im Jahr halten kluge Köpfe Vorträge zu den verschiedensten Aspekten dessen, was Europa ausmacht.

Mehr Informationen unter http://www.romanfabrik.de/reihen-projekte/cafe-europa/

 

Okt 17 2019
11:05

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Forschungsverbundes Normative Ordnungen und der Stadt Offenbach am 24. Oktober 2019 im Offenbacher Klingspor Museum

Nah dran am Volk? Über autoritäre Führer und Regime

FRANKFURT/OFFENBACH. Der Aufstieg des Populismus und insbesondere der populistischen Neuen Rechten gilt als eine der größten Herausforderungen für die Demokratie. Eine geringe Achtung gegenüber Rechtsstaatlichkeit und repräsentativem Parlamentarismus paart sich bei Populisten oft mit der Behauptung, selbst ganz nah am Volk zu sein und dessen eigentliche Interessen zu vertreten. Was es mit dieser Nähe auf sich hat, ist das Thema des Juristen und Rechtsphilosophen Günter Frankenberg vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ bei der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich eingeladen zu seinem Vortrag

„Kult der Unmittelbarkeit – Autoritäre Führer und Regime“
am Donnerstag, dem 24. Oktober 2019, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Autoritäre Führer und Regime schleifen, soweit möglich, die rechtsstaatliche Herrschaftsform der Distanz zu den Interessen und Leidenschaften der Straße. Ihr Ziel ist es, so der Rechtsprofessor Günter Frankenberg, die Foren für öffentliche Konflikte zu kontrollieren und diese nach ihrem Drehbuch zu inszenieren. Das autoritäre Personal verfolgt den Plan, Charisma und Propaganda unter Umgehung von Parlamenten und Parteien, Gerichten und Medien unvermittelt – in Wort, Bild und auf andere Weise – zur Geltung zu bringen. Unmittelbare Kommunikation in der illusorischen Gemeinschaft von „Führern“ und „Geführten“ ist ein auffälliges Markenzeichen nicht nur von faschistischen, sondern auch von Regimen, die als populistisch gelten.

Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg ist Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Vergleichendes Verfassungsrecht, Rechts- und Verfassungstheorie sowie Gefahrenabwehr- und Migrationsrecht. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, insbesondere zum Verfassungs- und zum Ausländerrecht. Zu seinen Publikationen gehören eine Einführung in das Grundgesetz und die Studie „Staatstechnik. Perspektiven auf Rechtsstaat und Ausnahmezustand“. Er gehört zu den Herausgebern der Zeitschrift „Kritische Justiz“.

Veranstalter des öffentlichen Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.

Die „Goethe Lectures Offenbach“ im Internet: www.normativeorders.net/glo

Informationen: Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

 

Okt 15 2019
16:11

Ringvorlesung des Forschungsverbundes Normative Ordnungen zu rechtlichen Aspekten der Digitalen Revolution beginnt am 21. Oktober 

Vortragsreihe: Haftungsrecht und Künstliche Intelligenz

FRANKFURT. „Künstliche Intelligenz“ (KI) gehört zu den bestimmenden Themen unserer Zeit. Sie ist der maßgebliche Motor der Digitalen Revolution, die alle Lebensbereiche durchwirkt. Daraus ergeben sich auch die immer drängender werdenden Fragen, welche normativen Ordnungen KI immanent sind, wie diese unsere bisherigen normativen Ordnungsvorstellungen transformieren und wie sich KI – insbesondere durch das Recht – regulieren lässt. Aspekten dieses Themenkomplexes widmet sich ab dem 21. Oktober 2019 an vier Terminen die Ringvorlesung „Haftungsrecht und Künstliche Intelligenz“. Veranstalter ist das Forschungsnetzwerk „Die normative Ordnung künstlicher Intelligenz | NO:KI“ am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität.

Auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz sind in den letzten Jahren rapide technische Fortschritte erzielt worden, die das Privatrecht im Allgemeinen und das Haftungsregime im Besonderen vor grundlegende, neuartige Herausforderungen stellen: Wo autonome Systeme und künstliche neuronale Netze wie selbstfahrende Autos oder medizinische Diagnosetools zum Einsatz kommen, verschiebt sich der Schwerpunkt des Haftungsgeschehens von menschlichem Verhalten auf maschinelle Akteure. Dem spezifischen Gefährdungspotenzial dieser autonomen Technologien muss die Rechtsordnung normativ begegnen, will sie nicht verantwortungsfreie Räume und stetig wachsende Haftungslücken riskieren.

Inwieweit aber bietet das tradierte haftungsrechtliche Instrumentarium sachgerechte Lösungen für Schädigungen durch autonome Informationssysteme und wo hat die digitale Spezies Bedarf nach Neunormierungen zur Risikobewältigung und -steuerung aufkommen lassen? Diesen Fragen widmet sich die mit prominenten, international renommierten Experten besetzte Vortragsreihe an vier Veranstaltungsterminen. Unter welchen Voraussetzungen kann etwa dem Hersteller oder Betreiber das Verhalten des autonomen Systems haftungsbegründend zugerechnet werden? Darf ein kausales Fehlverhalten menschlicher Akteure überhaupt gefordert werden oder verlangt das Risiko digitaler Entscheidungsautonomie nach einer strikten Haftungsgrundlage nach Art einer Gefährdungs- oder Gehilfenhaftung? Oder wird gar das autonome System selbst kraft eigener, digitaler Rechtspersönlichkeit zum verantwortlichen Haftungssubjekt?

Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Joachim Zekoll (Professor für Zivilrecht, Zivilprozessrecht und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“).

Die Reihe ist Teil des Forschungsnetzwerks „Die normative Ordnung Künstlicher Intelligenz | NO:KI“ von Prof. Dr. Christoph Burchard (Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“).

Die Termine im Überblick:

21. Oktober 2019, 18 Uhr c.t., HZ 11
Digitale Rechtssubjekte? Zum privatrechtlichen Status autonomer Softwareagenten
Prof. em. Dr. Gunther Teubner (Goethe-Universität Frankfurt am Main) 

12. November 2019, 18 Uhr c.t., HZ 11
Digitale Rechtspersönlichkeit? Zur Diskussion um die zivilrechtliche Rechtsfähigkeit autonomer Systeme Prof. Dr. Thomas Riehm (Universität Passau)

9. Dezember 2019, 18 Uhr c.t., HZ 11 
Haftungsregime für autonome Systeme Prof. Dr. Gerhard Wagner, LL.M. University of Chicago (Humboldt-Universität zu Berlin) 

16. Dezember 2019, 18 Uhr c.t., HZ 6 
Spezifische KI-Risiken als Anknüpfungspunkt für Haftungsregelungen
Prof. Dr. Herbert Zech (Humboldt-Universität zu Berlin) 

Jeweils Hörsaalzentrum, Campus Westend 

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net,

 

Okt 14 2019
15:00

Neurobiologische Studie untersucht, warum sich kognitive Fähigkeiten zwischen Menschen unterscheiden.  

Stabilere Gehirnnetzwerke als Merkmal höherer Intelligenz

FRANKFURT. Die Vernetzung und Kommunikation zwischen verschiedenen Regionen des menschlichen Gehirns beeinflusst auf vielfältige Weise unser Erleben und Verhalten. Dies trifft auch auf Unterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit zu. Intelligentere Menschen zeichnen sich durch zeitlich stabilere Interaktionen in neuronalen Netzwerken aus. Dies berichten Dr. Kirsten Hilger und Prof. Dr. Christian Fiebach vom Institut für Psychologie und Brain Imaging Center der Goethe-Universität Frankfurt in einer aktuellen Studie, die sie zusammen mit Dr. Makoto Fukushima und Prof. Dr. Olaf Sporns von der Indiana University in Bloomington, USA durchführten und die am 6. Oktober online in der Zeitschrift Human Brain Mapping veröffentlicht wurde.

Intelligenz und ihre neurobiologischen Grundlagen
Verschiedenste Annahmen existieren zu der Frage, warum sich kognitive Fähigkeiten zwischen Menschen unterscheiden. Auch neurobiologische Theorien wurden zur Erklärung dieses grundlegenden Phänomens der Psychologie herangezogen. So wurde beispielsweise angenommen, dass intelligentere Personen bestimmte Hirnregionen stärker nutzen, dass ihre Gehirne effizienter arbeiten oder dass bestimmte Gehirnregionen bei Intelligenteren besser vernetzt sind. Erst in den letzten Jahren wurde es möglich, auf der Grundlage funktioneller Magnetresonanztomographie-Messungen (fMRT) auch die zeitliche Dynamik der Vernetzung des menschlichen Gehirns genauer zu untersuchen. Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt und der Indiana University Bloomington wertete fMRT-Hirnscans von 281 Personen aus, um zu erforschen, wie dynamische Netzwerkeigenschaften des menschlichen Gehirns mit Intelligenz zusammenhängen.

Stabilität als Vorteil
Das menschliche Gehirn ist modular organisiert, das heißt, es lässt sich in verschiedene Netzwerke unterteilen, die mit unterschiedlichen Funktionen wie Sehen, Hören oder der Kontrolle zielgerichteten Handelns in Verbindung gebracht werden. In ihrer aktuellen Studie untersuchten Kirsten Hilger und Kollegen, ob sich diese modulare Netzwerkorganisation über die Zeit verändert und speziell, ob diese Veränderungen einen Bezug zum Intelligenzquotienten der Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer aufweisen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die modulare Organisation der Hirnnetzwerke von Intelligenteren über die Dauer der fMRT-Messung geringeren Schwankungen unterworfen war. Diese stabilere Netzwerkorganisation zeigte sich besonders in Hirnsystemen, die mit der willentlichen Kontrolle von Aufmerksamkeit befasst sind.

Aufmerksamkeit hat eine Schlüsselfunktion
„Die Erforschung der zeitlichen Dynamik von Gehirnnetzwerken beim Menschen mittels fMRT ist ein relativ neues Forschungsgebiet“, so Hilger. Dennoch vermutet sie: „Es könnte sein, dass die zeitlich stabilere Netzwerkorganisation, die wir bei Intelligenteren beobachteten, verhindert, dass das Gehirn in ungünstige Netzwerkzustände fällt, in denen sich wichtige Netzwerke entkoppeln und die Kommunikation zwischen diesen beeinträchtigt wird.“ Offen bleibt jedoch die Frage, wie genau diese Netzwerkeigenschaften die kognitiven Leistungen beeinflussen: „Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob die zeitlich stabileren Verbindungen die Ursache höherer Intelligenz sind oder vielmehr ihre Folge. Unsere Ergebnisse legen jedoch nahe, dass Prozesse kontrollierter Aufmerksamkeit - also die Fähigkeit, sich gut konzentrieren zu können - für Intelligenz eine wichtige Rolle spielen“, so Hilger.

Publikation:
Hilger, K., Fukushima, M., Sporns, O., & Fiebach, C. F. (2019). Temporal Stability of Functional Brain Modules Associated with Human Intelligence. Human Brain Mapping. (DOI: https://doi.org/10.1002/hbm.24807)

Weitere Informationen:
Dr. Kirsten Hilger, Institut für Psychologie, Fachbereich 05, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, 60323 Frankfurt. hilger@psych.uni-frankfurt.de, Tel. (0160) 3391686; vgl. Arbeitsgruppe für Neurokognitive Psychologie, http://fiebachlab.org

 

Okt 14 2019
14:00

Vorträge von Rainer Forst und Klaus Günther, den Sprechern des Forschungsverbundes Normative Ordnungen, am 16. und 17. Oktober im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes auf der Frankfurter Buchmesse

Normative Orders auf der B3: Die Realitäten im Blick

FRANKFURT. In Zeiten von „Fake News“ und „alternativen Wahrheiten“ kommt der Suche nach der Realität vielleicht ein ganz besonderer Stellenwert zu. Doch was genau bedeutet eigentlich „real“? Und wäre ein Plural nicht angemessener? „Realities“ heißt denn auch das Leitthema der diesjährigen B3 Biennale des bewegten Bildes, womit der Veranstalter, die Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), zudem Bereiche wie Virtual Reality und Artificial Intelligence stärker in den Fokus rücken will. Auch bei der jüngsten Auflage beteiligt sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit eigenen Beiträgen an dem Festival, das diesmal zu großen Teilen auf der Buchmesse und in Zusammenarbeit mit THE ARTS+ Future of Culture Festival stattfindet.

Von Platon und dessen Höhlengleichnis über Immanuel Kant bis zu zeitgenössischen Philosophen – die Frage, was Realität ist und wie sie beschrieben werden kann, begleitet das menschliche Streben nach Erkenntnis. Gleichzeitig dienen Wörter und Bilder (zunehmend auch bewegte) der Erschaffung immer neuer Realitäten. Durch den Einsatz digitaler Technologien – ein Stichwort ist Augmented Reality (AR) – kann man sich schon heute in künstlichen Welten bewegen, deren „Echtheit“ von der analogen Wirklichkeit kaum mehr zu unterscheiden ist. Für die aktuelle B3 widmen sich die beiden Sprecher des interdisziplinären Forschungsverbundes Normative Ordnungen, der eine enge Verbindung zu den Künsten und der ihr eigenen Erkenntniskraft pflegt, dem Spannungsfeld von Realität, Fiktion und falschem Bewusstsein.

„Ach! Über wirkliche Fiktionen und fiktionale Wirklichkeiten“ heißt der Vortrag am Mittwoch, 16. Oktober, um 17 Uhr von Klaus Günther, Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Oftmals werden – so Günther, zu dessen Schwerpunkten auch die Rechtsphilosophie gehört – die virtuellen Realitäten der Online-Welt als Beispiel dafür genannt, dass sich der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Fiktion heute zu verwischen beginne. Doch haben wir es auch in der Offline-Welt vielfach mit Fiktionen zu tun, die auf eigentümliche Weise Teil unserer Wirklichkeit sind, und in der das, was wir für wirklich halten, mit Fiktionen durchsetzt ist. Vor allem ist die Kunst ein Ort, an dem mit dieser Unterscheidung auf irritierende Weise gespielt wird.

Am Donnerstag, 17. Oktober, um 15.30 spricht Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Sein Thema: „In der Höhle. Über Wirklichkeit und Macht“. Wer das Wesen sozialer Macht verstehen will, muss in die Höhle der ideologischen Verblendung hinabsteigen, so der Philosoph. Aber was genau sieht man da? Und wie geblendet sind die, die aus dem Licht der wahren Wirklichkeit dorthin gelangen? Auch diesen Fragen geht Forst in seinem Vortrag nach.

Die B3 ist einer der zentralen europäischen Hotspots für zeitgenössische Medienkunst, das bewegte Bild, für innovative Medienentwicklungen und den wissenschaftlichen Diskurs. Bewegtbild- und Medienschaffende aus der ganzen Welt werden vom 16. bis 20. Oktober 2019 ihre Projekte, Werke und Ansichten in Ausstellungen, Screenings, Konferenzen und weiteren Events vorstellen. Träger der B3 ist das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Die Termine des Forschungsverbundes Normative Ordnungen im Überblick:

16. Oktober 2019, 17.00 Uhr
Prof. Klaus Günther:
Ach! Über wirkliche Fiktionen und fiktionale Wirklichkeiten
Frankfurter Buchmesse, Halle 4.0, Business Club
Ludwig -Erhard Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

17. Oktober 2019, 15.30 Uhr
Prof. Rainer Forst:
In der Höhle. Über Wirklichkeit und Macht
Frankfurter Buchmesse, Halle 4.1, Salon
Ludwig-Erhard Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Der Eintritt ist jeweils kostenpflichtig.
Weitere Informationen zu Tickets und zur B3: www.b3biennale.de

Veranstalter:
Hochschule für Gestaltung Offenbach in strategischer Kooperation mit THE ARTS+ Future of Culture Festival, Parcourspartner: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net, www.normativeorders.net/b3

 

Okt 10 2019
15:00

Studierende der Goethe-Universität erforschen in Praxisseminaren, wie die Stadtentwicklung in Frankfurt auf die Herausforderungen klimatischer und sozialer Veränderungen reagieren kann.

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Partizipation

FRANKFURT. Welche Maßnahmen kann man in Zeiten einer immer deutlicher werdenden Klimaerwärmung ergreifen, die der anderen großen Herausforderung, nämlich dem Bevölkerungswachstum, auch gerecht wird? Wie kann in strukturschwachen Stadtteilen die Bevölkerung an der Verbesserung von Wohnverhältnissen stärker beteiligt werden? Im neuen UniReport werden zwei Seminare aus der Geographie und der Soziologie vorgestellt, in denen Studierende konkrete Ideen für die Stadtentwicklung in Frankfurt und Umgebung entwickelt haben.

Der Geograph Dr. Rainer Dambeck hat in seinem Seminar „Klimawandel und Siedlungsentwicklung“ Studierende erforschen lassen, welche Maßnahmen das Stadtklima nachhaltig verbessert können. Zu den Ergebnissen der Projektgruppen gehörte unter anderem die Begrünung von Fassaden und Dachflächen, der Bau von Zisternen und eine flächenschonende Bauweise durch Häuser auf Stelzen.

Die Soziologin Dr. Sabine Flick hat ein Praxisseminar konzipiert, in dem die Studierenden die Lebensbedingungen im Frankfurter Stadtteil Riederwald untersuchten. Die Bewohner des als strukturschwach geltenden Stadtteil fungierten dabei als „Co-Forscher“; im Sinne einer partizipativen Sozialforschung ging es darum, die Menschen nicht zu Opfern zu machen, sondern in den Prozess mit einzubeziehen.

Die weiteren Themen im UniReport 5/Oktober 2019:

  • Der Gastlandauftritt Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse 2019: Aktivitäten des Instituts für Skandinavistik.
  • Stimme der deutschen Jugendlichen: Zum zweiten Mal übernimmt ein Politikstudent der Goethe-Universität das Amt eines UN-Jugenddelegierten.
  • Pflanzen in der Schwerelosigkeit: Biowissenschaftler der Goethe-Universität nehmen mit zwei Experimenten an Parabelflügen teil.
  • Stumme Kulturboten in Übersee: Die Humboldt-Stipendiatin Prof. Julie Allen untersucht die Rolle des frühen europäischen Films in Australien und Neuseeland.
  • Seine beiden sprachlichen Standbeine in Afrika sind Zulu und Swahili: Porträt des Afrikanisten Prof. Axel Fleisch.
  • Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Blick behalten: Fragen an den Rechtswissenschaftler Christoph Burchard zur Konferenz „Wie können wir Algorithmen vertrauen?“
  • Neuer Vorsitz des Bewertergremiums für Erfindungen der Goethe-Universität: Prof. Jürgen Bereiter-Hahn verabschiedet sich.
  • Kraftvolle Meisterwerke: „Georg Heck (1897–1982) – Retrospektive“ im Museum Giersch der Goethe-Universität
  • Neues wirtschaftswissenschaftliches Doppelmasterprogramm: Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften pflegt eine intensive Kooperation mit der Université Paris-Dauphine-PSL.
  • Verbrechen, Wahnsinn und Ausgrenzung: Eine neue Reihe zur Literatur der Romantik möchte die Ambivalenz und Komplexität der Epoche zeigen; der Frankfurter Germanist und Mitherausgeber Roland Borgards freut sich vor allem auf schöne Bücher.
  • Rein ins Leben: Das Tandemprojekt »MILELE – miteinander lehren lernen« ermöglicht Lehramtsstudierenden und geflüchteten Lehrkräften praxisnahe Erfahrung an Schulen.
  • #MeToo in der griechischen Mythologie: Prof. Klaus Theweleit sprach auf der LOEWE-Konferenz 2019 „The Early History of War and Conflict“.
  • Kurzfristige Beratung bei persönlichen Problemen, Krisen und psychischen Erkrankungen: 50 Jahre Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende.
  • Forum der Literaturbegeisterten: Die Zeitschrift „Johnny“ plant im fünften Jahr ihres Bestehens gerade die Jubiläumsausgabe, die dem Thema „Spuren“ gewidmet ist.
  • Wie stellt man Musiktheater in einem virtuellen Museum dar? Ein interdisziplinäres Seminar hat eine webbasierte Ausstellung zu Richard Strauss konzipiert.
  • Notwendige Namensänderung: Die Völkerkundliche Bibliothek heißt ab jetzt „Ethnologische Bibliothek Leo Frobenius“
  • Ein Netz für mehr Nachhaltigkeit: Neues Projekt soll Kräfte bündeln, um die Goethe-Uni zur grünen Hochschule zu machen.
  • Natur und Normativität: Rückblick auf ein Symposium der Johanna Quandt Young Academy in Brüssel.
  • Ehre für gute Lehre: Lukas Schulze-Vorberg, Ingo Feldhausen, Barbara Friebertshäuser und Detlef Krömker haben den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre erhalten.
  • „Wenn die Leute mich fragen, wo ich herkomme, sage ich: aus Mühlheim am Main“: Das Projekt „Start ins Deutsche“ dient dem interkulturellen Austausch

Der UniReport 5/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/aktuelle-ausgabe

 

Okt 10 2019
12:04

200 Jahre Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ – Ausstellung in der Universitätsbibliothek Frankfurt

Selbst Denken

FRANKFURT. Vor 200 Jahren erschien das Hauptwerk des Frankfurter Philosophen Arthur Schopenhauer Die Welt als Wille und Vorstellung. Aus diesem Anlass präsentiert die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Zusammenarbeit mit der Schopenhauer-Gesellschaft e. V. die erste Ausstellung in ihrem neuen Schopenhauer-Studio.

Im Zentrum steht das Hauptwerk selbst. Es enthält laut Schopenhauer einen einzigen Gedanken, der aber nicht anders als in vier umfangreichen Büchern mitgeteilt werden kann. Den Kern bildet der Wille als zielloser Lebensdrang. In jedem Buch wird eine andere Perspektive auf ihn eingenommen. Die sich daraus ergebenden mannigfaltigen Verzweigungen in Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ästhetik und Ethik eröffnen einen organisch strukturierten Gedankenraum, der in der Ausstellung anschaulich und begehbar wird. Eingangs werden die Besucherinnen und Besucher durch die Genese der Lehre vom Willen und ihre erkenntnistheoretischen Voraussetzungen geleitet. In einer ‚Schreibwerkstatt' wird anhand der Manuskripte und Handexemplare Schopenhauers sowie durch Einbeziehung von Büchern aus seiner Privatbibliothek die Arbeitsweise des Philosophen erlebbar gemacht.

Arthur Schopenhauer zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen. Mit seiner kritischen Einstellung zur Vernunft, der Aufwertung des Leiblichen, Irrationalen und Unbewussten und der Betonung der existentiellen Grundlage des Philosophierens nahm er Entwicklungen des 20. Jahrhunderts vorweg und gilt als Vorreiter der Moderne. Er wurde 1788 in Danzig geboren und lehrte ab 1820 als Privatdozent in Berlin, bevor er sich 1833 nach mehrfachem Ortswechsel endgültig in Frankfurt am Main niederließ. Hier verstarb er am 21. September 1860 in seiner Wohnung in der Schönen Aussicht 16. Er wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.

In der Universitätsbibliothek werden Schopenhauers Nachlass und rund 600 Bände seiner Privatbibliothek aufbewahrt. Das Schopenhauer-Archiv ist auch Basis für die Ausstellung. Der Nachlass Schopenhauers digital: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/schopenhauer 

Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 22. Oktober 2019, 18:00 Uhr.
Pressevertreter*innen bieten wir bereits ab 17:00 Uhr eine begleitete Vorbesichtigung an.

Ausstellungsdauer: 23. Oktober 2019 – 19. Januar 2020

Öffnungszeiten: Dienstag -Sonntag 13:00 – 18:00 Uhr; montags geschlossen Eintritt frei.
Öffnungszeiten während der Feiertage im Dezember/Januar finden Sie auf unserer Homepage https://www.ub.uni-frankfurt.de/, dort ebenfalls Informationen über das Begleitprogramm. 

Information: Jessica Zülch, Veranstaltungsmanagement, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstraße 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Tel: +49 (69) 798 39571, E-Mail: events@ub.uni-frankfurt.de

Kontakt für Pressefragen allgemein: Bernhard Wirth, Stabsstelle Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek, Tel. +49 (69) 798 39223; Mail: pr-team@ub.uni-frankfurt.de

 

Okt 9 2019
13:58

Mathe mit der App: Das Team von Professor Matthias Ludwig präsentiert am europaweiten Erasmus Day Mathematikaufgaben in der Frankfurter Innenstadt. 

Mathtrails rund um Goetheplatz und Alte Oper

FRANKFURT. Am Samstag, den 12. Oktober 2019, ist ab 11:00 Uhr das MathCityMap-Team des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik der Goethe-Universität im Außeneinsatz. Die Arbeitsgruppe MATIS I um Prof. Matthias Ludwig präsentiert im Rahmen des europaweiten Erasmus Days mitten in den Herbstferien das preisgekrönte Projekt MathCityMap und passende Mathtrails rund um den Goetheplatz und die Alte Oper.

Mathtrails sind Pfade, an denen entlang Mathematikaufgaben versteckt sind. Man wird die Innenstadt mit anderen Augen sehen: Wie schnell sind die Rolltreppen an der Hauptwache? Wie viel Wasser läuft aus dem Wasserspender in der Fressgasse? Wie oft werden die Briefkästen in der Biebergasse in einem Jahr geleert? Welche Steigung hat die schiefe Säule auf dem Goetheplatz und überhaupt: In welche Richtung schaut Goethe?

Dabei ist neuste Technologie im Einsatz. Eine an der Goethe-Universität entwickelte App leitet den Benutzer von Aufgabe zu Aufgabe, gibt Feedback zu den Lösungen und Hilfestellung, falls man mal nicht weiterkommt. Speziell für die Innenstadt wurden auch Trails für Familien mit kleinen und großen Kindern angelegt. Alles, was man braucht, ist ein GPS-fähiges Smartphone, einen Stift und Block. Einen Zollstock und ein Maßband kann sich an diesem Tag am Infostand des MathCityMap-Teams am Goetheplatz/Steinweg ausleihen. Die Mitarbeiter von MATIS I stehen am Samstag bis 15:00 Uhr mit Rat und Tat beiseite. Für besonders fleißige Aufgabenlöser gibt es eine Überraschung.

Mehr Infos unter www.mathcitymap.eu

 

Okt 9 2019
12:45

Goethe-Universität begrüßt neue Studierende. 

Start ins neue Semester

FRANKFURT. Über 8.000 Studierende werden am Donnerstag an der zentralen Erstsemesterveranstaltung der Goethe-Universität teilnehmen. Begrüßt werden die „Erstis“ auf der unistart-Messe im Hörsaalzentrum auch von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff:

„Wir freuen uns über alle neuen Studierenden, die sich für ein Studium an der Goethe-Universität entschieden haben. Auf sie wartet eine aufregende Lebensphase, in der sie sich nicht nur berufliche Perspektiven erarbeiten, sondern auch unglaublich viele bereichernde Menschen kennen lernen und sich in unterschiedlichsten Initiativen engagieren können“, betont Wolff. Gerade die erste Phase des Studiums könne auch mal anstrengend sein, gelte es doch, einiges selbstständig zu organisieren. Doch stünden vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote der Universität, des Studentenwerks und des AStA zur Verfügung.

Zum Wintersemester starten an der Goethe-Universität einige neue Studiengänge: Erstmals wird der B.A./B.Sc. Natur- und Lebenswissenschaften angeboten, der eine zweisemestrige Orientierungsphase mit einem sechssemestrigen Fachstudium kombiniert. Die Orientierung dient dazu, Studierende bei einer fundierten und nachhaltigen Wahl ihres Studienfaches zu unterstützen. Ebenfalls neu sind die Masterstudiengänge „Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients“ und „Klassische Archäologie“. Der Masterstudiengang „Kinder- und Jugendbuchliteratur/Buchwissenschaft“ wird im Rahmen des Verbundes der drei Rhein-Main-Universitäten (RMU) angeboten.

Medienvertreter sind herzlich zur Semestereröffnung eingeladen.

Auf der Unistart-Messe mit ihrem Markt der Möglichkeiten können sich die neuen Studierenden über zahlreiche Angebote und Serviceleistungen der Goethe-Universität informieren: So präsentieren sich auf der Messe unter anderem das Studierenden-Service-Center (SSC), der Hochschulsport, das International Office und zahlreiche studentische Initiativen.

Programm der unistart-Messe, 10. Oktober 2019
13.00 bis 17.00 Uhr: Messe im Hörsaalzentrum, Campus Westend
Ab 13.00 Uhr: Verschiedene Vorträge und Präsentationen (u.a. Hochschulrechenzentrum, Deutschlandstipendium, Zentrale Studienberatung)
14.00 Uhr: Begrüßung durch die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, den Stadtrat der Stadt Frankfurt, Mike Josef, den AStA-Vorstand und Fachschaftsvertreterinnen und -vertreter der Standorte der Goethe-Universität.
Ab 21.00 Uhr: Große unistart-Party im Casino

Weitere Informationen unter http://www.uni-frankfurt.de/48430354/Programm

 

Okt 7 2019
11:30

Oswin-Köhler-Archiv an der Goethe-Universität veranstaltet Workshop und Konferenz mit Gästen aus Namibia 

Gemeinsam Forschen mit Angehörigen der Herkunftskultur

FRANKFURT. Zahlreich sind die Sammlungen über außereuropäische Kulturen und Sprachen, die in europäischen Archiven und Museen lagern. In postkolonialen Zeiten ist die Wissenschaft aufgefordert, neue Formen der Bearbeitung und Erschließung zu finden – unter Einbeziehung der lokalen Expertinnen und Experten. Diesem Thema widmet sich vom heutigen Montag an eine Konferenz des Oswin-Köhler-Archivs am Institut für Afrikanistik der Goethe-Universität.

Nur noch etwa 10.000 Sprecherinnen und Sprecher gibt es, die das Khwe beherrschen, eine der Klicksprachen des südlichen Afrika. Die Sprache ist durchaus lebendig, Kinder lernen sie von ihren Eltern. Für die Zukunft gesichert ist das Idiom, das vor allem in einem 30 Kilometer schmalen Streifen im äußersten Nordosten von Namibia gesprochen wird, jedoch nicht, denn es gibt bisher keinen muttersprachlichen Unterricht an der Schule.

Mehr als 30 Jahre lang – von 1959 bis 1992 – hat der Kölner Afrikanist Prof. Dr. Oswin Köhler Material zu Sprache und Kultur der Khwe gesammelt, darunter originalsprachige Texte, Fotos, Filme, Audiodateien, Objekte, Zeichnungen und getrocknete Pflanzen. Bereits in diesem Zeitraum waren die Khwe von zahlreichen Änderungen betroffen, auch das wurde von Köhler dokumentiert. Aus der Textsammlung sollte eine zwölfteilige Enzyklopädie entstehen, deren erste vier Teile Köhler selbst bearbeitet hat. Nun haben die beiden Wissenschaftlerinnen Gertrud Boden und Anne-Maria Fehn sich mit dieser Aufgabe beschäftigt – mit veränderter Aufgabenstellung: „In deutscher Sprache können die Khwe selbst damit nichts anfangen. Damit auch sie davon profitieren, wollen wir auch gleich eine englische Übersetzung herausbringen“, sagt Gertrud Boden. Und auch die übrigen Materialien sollen so aufgearbeitet werden, dass die Khwe darauf zugreifen können.

Schon für ihre Dissertation hat sich Gertrud Boden mit der Kultur der Khwe befasst – und war vor Ort immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Wie können wir Zugang zu den Dingen bekommen, die Oswin Köhler von unserer Sprache und Kultur dokumentiert hat?“ Dies hat durchaus auch einen politischen Hintergrund. Derzeit werden die Khwe in Namibia nicht als selbständige kulturelle Gemeinschaft anerkannt, was ihnen bestimmte Selbstbestimmungsrechte garantieren würde. „Dabei ist es vollkommen klar, dass das Khwe eine eigene Sprache ist, verbunden mit einer eigenen Kultur“, sagt Gertrud Boden.

Indem die Khwe ihre eigene Perspektive in die Aufarbeitung der Sammlung einbringen, setzen sie sich nicht nur mit ihrer Kultur und Geschichte auseinander, sondern bringen auch die Forschung voran. Zwei Angehörige der Khwe sind eigens hierfür zu einem Workshop nach Frankfurt gekommen. Geplant ist u.a., eine kleine Sammlungspräsentation mit Objekten und Medien aus der Köhlerschen Sammlung zu konzipieren, die die Perspektive der beteiligten Khwe wiederspiegelt. Hierfür kooperiert Gertrud Boden mit Dr. Judith Blume, die seit 2018 als Sammlungskoordinatorin an der Goethe-Universität tätig ist und die den Workshop mitgestaltet.

Um die Herausforderungen und Chancen einer Zusammenarbeit mit Angehörigen der Herkunftskulturen geht es auch bei einer internationalen Konferenz, die vom 7. bis 9. Oktober an der Goethe-Universität stattfindet. Wissenschaftler aus der ganzen Welt kommen hier zusammen, um über ähnliche Projekte zu berichten, so dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen voneinander lernen können.

Gäste sind willkommen, der Tagungsbeitrag liegt bei 25 Euro bzw. 15 Euro für Studierende.

Der dreiwöchige Workshop wird vom Zentrum für interdisziplinäre Afrikastudien der Goethe-Universität und der Schweizer Ubuntu Stiftung finanziert, die Konferenz von der Thyssen Stiftung.

Bilder und Bildunterschriften zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/81926708

Informationen: Dr. Gertrud Boden, Oswin-Köhler-Archiv, Institut für Afrikanistik, Telefon 069 798-25133, E-Mail boden@em.uni-frankfurt.de; Tagungsprogramm und Abstracts der Vorträge im Internet: http://www.uni-frankfurt.de/78403151/

 

Okt 2 2019
13:35

Susanne Schröter, Professorin an der Goethe-Universität und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen, spricht am 16. Oktober im Historischen Museum über ihre jetzt erschienene Publikation.

Buchpräsentation zum politischen Islam

FRANKFURT. Die Mehrheit der Deutschen glaubt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verbinden diese Religion vor allem mit dem Terror im Namen eines unbarmherzigen Gottes, der Unterdrückung von Frauen und Minderheiten sowie einer Ablehnung westlicher Werte. Für solche Assoziationen gibt es nachvollziehbare Gründe, sie resultieren aus dem Erstarken des politischen Islam. Seine Erforschung gehört zu den Schwerpunkten von Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie und Mitglied des Forschungsverbundes Normative Ordnungen an der Goethe-Universität. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen bei der Vorstellung ihres Buches

„Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“
am Mittwoch, dem 16. Oktober 2019, um 18.30 Uhr
im Historischen Museum Frankfurt,
Saalhof 1, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltet wird die Buchpräsentation vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Begrüßung übernimmt Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes. Moderiert wird die öffentliche Veranstaltung von Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der politische Islam stellt eine Sonderform des Islam dar und sollte nicht als charakteristisch für diese Weltreligion insgesamt gesehen werden, die auch in Deutschland eine Vielzahl von Facetten besitzt. Gleichwohl übt gerade der politische Islam durch machtbewusstes und strategisch geschicktes Agieren seiner Funktionäre großen gesellschaftlichen Einfluss aus und dominiert zunehmend die staatliche Islampolitik sowie den öffentlichen Dialog. Vielen Menschen fehlt jedoch das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einzuschätzen sowie angemessen argumentieren und handeln zu können. Das vorliegende Buch will diese Lücke mit einem fundierten und verständlichen Überblick schließen.

Susanne Schröter, ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Gründungsdirektorin des „Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam“ (FFGI) am Exzellenzcluster. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Islamismus und Dschihadismus, progressiver und liberaler Islam sowie Frauenbewegungen in der islamischen Welt. Sie ist Mitglied der „Hessischen Integrationskonferenz“ und des „Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus“. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen: „Religiöse Rechtfertigungen des Dschihadismus“, in: Schellhöh, Jennifer u.a., Hg.: Großerzählungen des Extremen. Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror (Bielefeld: Transcript 2018) und „Islamischer Fundamentalismus“, in: Zentralrat der Juden in Deutschland, Hg.: Jüdische Bildungslandschaften (Berlin: Hentrich & Hentrich 2018).

Informationen: Oliver Bertrand, Exzellenzcluster „Normative Orders“, FFGI-Forschungskoordination, Tel.: +49 69 798-33062, o.bertrand@em.uni-frankfurt.de, www.normativeorders.net/de/

Hinweis: Bereits am Montag, 14. Oktober, 19.00 Uhr, wird Prof. Susanne Schröter ihr Buch „Politischer Islam – Stresstest für Deutschland“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe) im Gespräch mit dem Journalisten Meinhard Schmidt-Degenhard vorstellen. Anmeldungen unter service@freiheit.org.