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Jan 25 2012

Vortrag zu Klimawandel und Kontroversen um Forschungsergebnisse

Führerender Klimaforscher Stefan Rahmstorf kommt

FRANKFURT. In der wissenschaftlichen Welt längst anerkannte Tatsachen zur globalen, durch den Menschen verursachten Erwärmung werden von einem Teil der Öffentlichkeit immer noch angezweifelt. Wie ist damit gesellschaftlich umzugehen? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in seinem Vortrag im Rahmen der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Zukunft des Lebens“

am Donnerstag, dem 26. Januar um 19 Uhr,
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25.

Moderiert wird die Veranstaltung von Andreas Mulch, Professor an der Goethe-Universität und stellvertretender Direktor des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums.

In seinem Vortrag wird Stefan Rahmstorf neueste Ergebnisse international anerkannter Klimaforscher zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels präsentieren. Dabei geht es implizit auch darum, was uns in Zukunft noch erwartet, denn die aktuellen Nachrichten zum Klimawandel machen vor allem eines klar: das Klima heizt sich immer weiter auf. So wurden 2005 und 2010 als die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen, und auch das Jahr 2011 gehört nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu den fünf wärmsten Jahren seit Beginn deutschlandweiter Temperaturmessungen im Jahr 1881. Wenn Spaziergänger am Strand heute auf demselben Fleck laufen möchten wie früher, müssten sie sich die Hosenbeine hochkrempeln, denn allein in den letzten beiden Jahrzehnten ist der Meeresspiegel um mehr als drei Zentimeter pro Jahrzehnt gestiegen. Gleichzeitig gab es in den letzten zehn Jahren eine Häufung von Wetterextremen wie Hitzewellen und Starkregen.

Darüber hinaus beschäftigt sich Rahmstorf mit der Frage, wie die Gesellschaft mit den in der Wissenschaft enthaltenen Mess-Unsicherheiten umgeht. Gerade letztere lassen einige Menschen an den Ergebnissen der Forschung zweifeln, und Affären um E-Mails von Kli-ma¬for¬schern haben das Vertrauen in die Forschung erschüttert. Die Mehrheit der Bevölkerung hat jedoch den Klimawandel als bewiesen akzeptiert. Welche Lehren sollten daher aus den Erkenntnissen gezogen werden? Rahmstorf zeigt konstruktive Lösungsansätze auf, mit denen wir der „Klimakrise“ nachhaltig begegnen können. Zum Beispiel mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien, für den das technische Potenzial auf jeden Fall vorhanden ist.

Prof. Stefan Rahmstorf hat Physik und physikalische Ozeanographie in Deutschland und Großbritannien studiert und in Neuseeland in Ozeanographie promoviert. Seit 1996 arbeitet er am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und lehrt seit 2000 als Professor im Fach Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Rahmstorf ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung und war einer der Leitautoren des 4. Sachstandsberichtes des Weltklimarates (IPCC).

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Zukunft des Lebens – vom gesellschaftlichen Umgang mit biologischer Vielfalt und Klimawandel“, die im Rahmen der seit 1986 an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsche Bank-Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ neben der Deutsche Bank AG von der BHF-Bank-Stiftung, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie hr2 kultur unterstützt wird. Mehr unter: www.bik-f.de/zukunftdeslebens

Zusätzlich zum Vortrag findet am Freitag, dem 27.1.2012, von 10.30 bis 12 Uhr ein vertiefendes Seminar mit dem Titel „Land unter? Klima und Meeresspiegel“ im Raum GW 2 101, Geozentrum, Altenhöferallee 1, Campus Riedberg der Goethe-Universität Frankfurt, statt.

Informationen: Dr. Julia Krohmer, Pressereferentin LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Tel.: (069) 7542 1837,jkrohmer@senckenberg.de oder Sabine Wendler, Pressereferentin BiK-F, Tel.: (069) 7542 1838, sabine.wendler@senckenberg.de.