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Jan 20 2012

Internationales Symposium sucht Antworten und gibt Startschuss für interdisziplinäres Forschungsprogramm

Was bleibt nach Fukushima und Tschernobyl?

FRANKFURT. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima bleiben viele Fragen offen. Welche Lehren können aus der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl gezogen werden? Wie verarbeiten die postsowjetische und die japanische Gesellschaft die Jahrhundertkatastrophen? Welche Veränderungen verursachten sie im sozialen und kulturellen Gefüge? Welche Konsequenzen ziehen die Gesellschaften für ihre Zukunft? Welche Akteure tragen den Wandel? Wie steht es um die Zukunft der Kernenergie? Welche Rolle können die Kultur- und Sozialwissenschaften für die Interpretation der Krisen leisten?

Solchen Fragen geht auf Einladung des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO) der Goethe-Universität und des Gießener Zentrums östliches Europa (GiZo) ein mit internationalen Wissenschaftlern besetztes Symposium mit dem Titel „Comparing Fukushima and Chernobyl: Social and Cultural Dimensions of the Two Nuclear Catastrophes“ nach, das am

8. und 9. März 2012 an der Goethe-Universität in Frankfurt stattfindet (Campus Westend, IG-Farben-Gebäude, Raum IG 311, jeweils ab 9:00 Uhr).

Ziel der Veranstaltung ist es, aus interkulturell und international vergleichender Perspektive die sozialen und kulturellen Folgen der beiden Reaktorkatastrophen für (Ost-)Asien bzw. (Ost-)Europa zu analysieren und auf dieser Grundlage ein langfristig angelegtes, interdisziplinäres Forschungsprogramm aufzubauen.

Ermöglicht wird der Kongress durch eine großzügige Förderung der Japan Foundation im Rahmen des Grant Program for Intellectual Exchange, der Fritz Thyssen Stiftung sowie mit Mitteln aus dem mit inzwischen über 40.000 Euro dotierten Nakama-Fonds der Goethe-Universität, den das Präsidium im Frühjahr 2011 unmittelbar nach der Katastrophe eingerichtet hatte. Die Erlöse des Nakama-Fonds sollen den Austausch mit japanischen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden fördern.

Weitere Details zum Ablauf und Inhalt sind unter „Veranstaltungen“ auf der Internetseite des Frankfurter Ostasienzentrums www.izo.uni-frankfurt.de abrufbar.

Informationen und Anmeldung: PD Dr. Thomas Feldhoff, Koordinator des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23284, izo@uni-frankfurt.de

Weitere Informationen:
Das Interdisziplinäre Zentrum für Ostasienstudien (IZO) ist eine fächerübergreifende wissenschaftliche Einrichtung der Goethe-Universität. Gegründet 2008 als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Ost- und Südostasien, ist es im Zuge der vom Land Hessen geförderten Zentrenbildung kleinerer geistes- und regionalwissenschaftlicher Fächer an hessischen Hochschulstandorten entstanden. Ziel von Forschung und Lehre am IZO ist die Auseinandersetzung mit den modernen Kulturen und Gesellschaften Chinas, Japans, Koreas und Südostasiens sowie ihren historischen Grundlagen im Zusammenwirken der Perspektiven unterschiedlicher Disziplinen: Sprach- und Kulturwissenschaften, Gesellschafts-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bündeln so ihre ostasienbezogenen Aktivitäten in Forschung und Lehre und fördern das öffentliche Bewusstsein für die große Bedeutung der Region in einer zunehmend komplexen, globalisierten und vernetzten Welt.

Das Gießener Zentrum östliches Europa (GiZo) ist seit 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen aktiv. Das GiZo baut auf einer starken Tradition der Osteuropaforschung in den Kultur-, Sozial-, Politik-, Wirtschafts-, Rechts- und Agrarwissenschaften. Ausgehend von der regionalen Konzeption „östliches Europa“, die neben Ostmittel-, Südost- und Osteuropa auch die Türkei sowie die türksprachigen Regionen der ehemaligen Sowjetunion umfasst, setzt sich das GiZo zum Ziel, das östliche Europa im Kontext von Gesamteuropa zu beschreiben, zu analysieren und zu bewerten.