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Jan 21 2012

Diskussionsrunde zum Film „80064“ von Artur Zmijewski

Kunstspektakel oder ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus?

FRANKFURT. In seiner Videoarbeit von 2004 drängt Artur Żmijewski einen Auschwitzüberlebenden zum Nachstechen seiner verblassten Lagernummer. Der Film wirft die Frage nach den Grenzen der Kunst auf. Wie weit darf ein Künstler gehen? Was in den Augen einiger Kritiker eine neue Art des Erinnerns darstellt, erleben andere als obszöne Grausamkeit und Provokation.

Veranstaltungsreihe: 360 ° - Film und Diskussionsrunde
Thema: Art & Memory: What's at stake?
Film: Artur Żmijewski "80064" am 26. Januar 2012, Beginn 20 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe Universität, Eisenhower Rotunde im I.G.-Farben-Haus/ Grüneburgplatz 1

Für den alten Mann, der sich am Ende zur Wiederholung der Tätowierung bereit erklärt, zählt vor allem eins: Die wieder gut sichtbar gemachte Nummer auf seinem Unterarm bedroht seine Glaubwürdigkeit als Zeitzeuge. Die historische Spur verblasst, wird überlagert von einer Nachahmung, die vielleicht nicht mehr geeignet ist, seine Geschichte zu bezeugen.

Für Artur Żmijewski, der im April 2012 als künstlerischer Leiter die 7. Berlin Biennale eröffnen wird, sind seine Filme Sozialforschung, mit der er am öffentlichen Diskurs teilnimmt.

360 ° ist eine Veranstaltung von Studierenden und des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften. Über den Film „80064“ von Artur Zmijewski und seine Aussage diskutieren Raphael Gross, Leiter des Fritz Bauer Instituts und Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, Liliane Weissberg, Professorin an der University of Pennsylvania, sowie Anda Rottenberg, freie Kuratorin in Warschau. Geleitet wird die Diskussion von Swantje Karich, Kunstredakteurin der FAZ.

Informationen: Dr. Stefanie Heraeus, Kunstgeschichtliches Institut, Senckenberganlage 31, Telefon 069 / 798-22489, Vivien Trommer, Telefon 0170-7538912, kuratierenundkritik@kunst.uni-frankfurt.de,