​​​​​Pressemitteilungen ​ – Juni 2014

Personalia/Preise

Jun 30 2014
18:00

Jungwissenschaftler erhalten bedeutende Preise.

Akademische Feier 2014

FRANKFURT. Zehn junge Forscherinnen und Forscher wurden im Rahmen der Akademischen Feier 2014 ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, Prof. Wilhelm Bender, und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl überreichten die Auszeichnungen für Forschungsvorhaben, herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen. Die Akademische Feier der Vereinigung von Freunden und Fördern der Goethe-Universität gilt als eine der wichtigsten inneruniversitären Veranstaltungen für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung.

Die mit 25.000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung ist der Adolf-Messer-Stiftungspreis. Er ging in diesem Jahr an Dr. Markus Stefan Schöffler für sein Forschungsprojekt „Händigkeitsbestimmung komplexer chiraler Moleküle mit dem Reaktionsmikroskop“. Nach der Promotion im Jahre 2006 forschte er in Berkeley und Wien und kehrte 2011 nach Frankfurt zurück und widmet sich seitdem dem Thema Händigkeit von Molekülen.

Für ihre Dissertation zum Thema „Ivan Puni und die Bedingtheit der Malerei. Ein Topos der russischen Avantgarde-Ästhetik“ erhielt die Kunstwissenschaftlerin Dr. Magdalena Nieslony den mit 3.000 Euro dotierten Benvenuto Cellini-Preis. Nieslony hat in Frankfurt und Paris studiert und ist seit 2012 Assistentin am Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg.

Der mit 5.000 Euro dotierte Frankfurter Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung ging in diesem Jahr an die Medizinerin Dr. Juliane Liese, die sich in ihrer Arbeit zur Grundlagenforschung mit „Translationalen Ansätzen zur Erhöhung der therapeutischen Effizienz der Sorafenibtherapie und Identifizierung prädiktiver Marker für das Therapieansprechen im Hepatozellulären Karzinom“ beschäftigt hat. Liese ist Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Goethe-Universität.

Die Historikerin Dr. Annika Klein wurde für ihre Dissertation zum Thema „Korruption und Korruptionsskandale in der Weimarer Republik“ mit dem Friedrich Sperl-Preis ausgezeichnet. Sie erhält dafür ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Klein arbeitet seit 2013 am Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität.

Der Mediterran-Preis zur Förderung des Nachwuchses in der Archäologie, der mit 4.500 Euro dotiert ist, wurde Florian Schimpf M.A. für seine Magisterarbeit zum Thema „Griechisch-kleinasiatische Maßsteine. Überlegungen zur Metrologie und Funktion am Beispiel von fünf Exemplaren aus Priene“ verliehen.

Der Werner Pünder-Preis ging in diesem Jahr an Ass. jur. Julian Lubini, der sich in seiner Dissertation mit dem Thema „Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in den Ländern der SBZ/DDR 1945-1952“ beschäftigt hat. Lubini war von 2011 bis 2012 Richter am Sozialgericht; seit 2012 ist er als Staatsanwalt tätig. 

Der Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, wurde in diesem Jahr auf drei Preisträger aufgeteilt:
Der Biologe Dr. David Bierbach wurde für seine Dissertation „Mate choice in communication networks ausgezeichnet.

Der Chemiker Dr. Jin-Liang Zhuang erhielt den Preis für seine Promotion zum Thema „Controlled Synthesis of Metal-Organic Framework Particles and Growth of Surface-Atttached Metal-Organic Frameworks“.

Der Mathematiker und Philosoph Dr. Timo de Wolff schließlich erhielt die Auszeichnung für seine Dissertation „On the Geometry, Topology and Approximation of Amoebas“.

Mit dem WISAG-Preis für die beste Dissertation wurde in diesem Jahr der Politikwissenschaftler Dr. Jonas Gobert ausgezeichnet. Der Titel seiner Arbeit lautet „Zivilgesellschaftliche Organsiationen in staatlich-institutionalisierten Gremien – Zur politischen Soziologie funktionaler Repräsentationen.“ Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Kontaktstelle der Freunde in der Universität, Tel. (069) 798-22756, l.lentes@vdv.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 30 2014
16:13

Kooperationsabkommen zwischen Goethe-Universität und Deutschem Archäologischem Institut bestätigt jahrelange Zusammenarbeit

„Trauschein“ nach 100 Jahren

FRANKFURT. Mit einem feierlich unterzeichneten Kooperationsabkommen wollen die Goethe-Universität Frankfurt und das Deutsche Archäologische Institut ihre Zusammenarbeit auf ein neues Fundament stellen – eine formale Bestätigung des bereits seit vielen Jahren bestehenden regen Austausches und der intensiven gegenseitigen Unterstützung. Die Feier findet am kommenden Donnerstag, 3. Juli, im Senatssaal der Universität statt. Vertreter beider Institutionen werden auf die gemeinsamen Errungenschaften zurückblicken und Perspektiven in die Zukunft eröffnen. Von Seiten des DAI sprechen die Präsidentin Prof. Friederike Fless, Prof. Susanne Sievers von der Römisch Germanischen Kommission und Prof. Svend Hansen von der Eurasien-Abteilung des DAI, für die Uni-Archäologen Prof. Hans-Markus von Kaenel und Prof. Rüdiger Krause.

Schon im Vorfeld der Frankfurter Universitätsgründung hat sich die Stadt erfolgreich darum bemüht, wichtige wissenschaftliche Institutionen nach Frankfurt zu holen – darunter auch die 1902 gegründete Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), die heute am Palmengarten ansässig ist. Von Beginn an gab es eine vielfältige Zusammenarbeit zwischen Universität, RGK und DAI, auch wenn der Fachbereich Archäologie erst viele Jahre später einen Platz an der Goethe-Universität erhalten sollte. Bereits 1916 nahmen Direktoren und Mitarbeiter der RGK Lehraufträge an der Universität wahr, gemeinsam wurden seither zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt. Ein besonderes Privileg für die Studierenden ist bis heute die Nutzung der berühmten Bibliothek der RGK.

„Seit Gründung des damaligen Seminars für Vor- und Frühgeschichte rund 50 Jahren ist die Zusammenarbeit noch enger geworden“, sagt Rüdiger Krause, Professor für Früh- und Vorgeschichte am Archäologischen Institut der Goethe-Universität. Die Römisch-Germanische Kommission sei für die Limes-Forschung ein besonders wichtiger Partner, aber inzwischen gebe es auch Querverbindungen zu anderen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts – etwa bei einem Projekt in Sibirien, an dem die Eurasien-Abteilung des DAI beteiligt sei. Jeder bringe seine Expertise mit ein, so dass es immer wieder zu Synergieeffekten komme. Diese Zusammenarbeit solle auch in  Zukunft fortbestehen, so Krause. Durch sie sei Frankfurt/Rhein-Main zu einem wichtigen Standort der Archäologie geworden. Insofern sei das bevorstehende Abkommen lediglich ein „Trauschein nach vielen Jahren wilder Ehe“. Demnächst wolle man gemeinsam für fünf Projekte die Aufnahme ins Landesförderprogramm LOEWE beantragen. 

Veranstaltungen

Jun 30 2014
14:34

Eröffnung am Dienstag im Foyer des PEG-Gebäudes, Campus Westend

„Das Spektrum der Lehre“ – Eine Ausstellung zur Vermittlung wissenschaftlichen Wissens im Wandel der Zeit

FRANKFURT. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität setzt sich der Fachbereich Erziehungswissenschaften mit verschiedenen Aspekten universitärer Lehre auseinander. Daraus hat sich die Ausstellung „Das Spektrum der Lehre“ entwickelt, die am Dienstag (1. Juli) um 18 Uhr im Foyer des PEG-Gebäudes eröffnet wird und bis zum 20. Juli zu sehen ist. Sie beschäftigt sich mit der Vermittlung wissenschaftlichen Wissens im Wandel der Zeit.

Das Thema „Lehre“ wird zwar – in den vergangenen Jahren zunehmend – in den öffentlichen Medien diskutiert. Auch finden sich verschiedene Vorschläge zur Verbesserung der universitären Lehre, etwa durch hochschuldidaktische Konzepte. Detaillierte Studien zur Vermittlung wissenschaftlichen Wissens an der Universität sind dagegen rar, konstatiert das Projektteam der Ausstellung, zu dem u.a. Prof. Dr. Christiane Hof sowie die beiden Diplom-Pädagoginnen Susanne Barth und Hannah Rosenberg vom Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung gehören.

Am Beispiel der Frankfurter Universität betrachtet die Ausstellung verschiedene Aspekte des Themas aus historischer und systematischer Perspektive: Dabei wird der Blick zum einen auf die Universitätsgründung gerichtet und daran erinnert, dass die Universität 1914 nicht nur aus dem Vermögen verschiedener Frankfurter Stifter erwuchs, sondern institutionell anknüpfte an die Arbeit bereits bestehender, oftmals seit Jahrzehnten tätiger Frankfurter Vereine, Gesellschaften und Institute der wissenschaftlichen Bildung und Forschung. So brachten insbesondere die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft und der Physikalische Verein ihre wissenschaftlichen Einrichtungen wie auch ihre Themen und Forschungstraditionen  in die erste eigenständige naturwissenschaftliche Fakultät in Preußen ein. Und die Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften bildete nicht nur den Grundstein für die „moderne“ wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät, sondern verkörperte auch die Idee, durch Wissenschaft einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen und dabei ökonomische und soziale Fragen in einem Zusammenhang zu sehen.

Darüber hinaus nimmt die Ausstellung die vielfältigen Formen und Orte des Lehrens und Lernens an der Universität – das Seminar, die Vorlesung, das Labor, den Hörsaal, Sammlungen und Bibliotheken – in den Blick und fragt nach deren Besonderheiten und ihrer Bedeutung für die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens an der Universität. Dabei zeigt sich einerseits die Kontinuität universitärer Lehre, andererseits wird aber auch deutlich, wie die Rahmenbedingungen einer Massenuniversität die je konkrete Ausgestaltung der Lehre verändern. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Analyse der sich wandelnden Konzepte universitärer Bildung sowie der Vorstellungen von „guter Lehre“.

Insgesamt beleuchtet die Ausstellung ein breites Spektrum universitärer Lehre und richtet den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, sondern entwickelt auch Perspektiven für die Zukunft. Finanziert werden das Ausstellungsprojekt und der Katalog zur Ausstellung durch Zuwendungen des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, der ING-DiBa, der Dr. Marschner-Stiftung, der Speyerschen Hochschulstiftung sowie aus den zentralen Jubiläumsmitteln der Goethe-Universität.

Informationen: Prof. Dr. Christiane Hof (hof@em.uni-frankfurt.de), Dipl.-Päd. Susanne Bart (su.barth@em.uni-frankfurt.de), Dipl.-Päd. Hannah Rosenberg (h.rosenberg@em.uni-frankfurt.de), Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel. (069) 798-36426

Veranstaltungen

Jun 30 2014
11:54

Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli mit dem Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ über die sozialen Proteste in Brasilien

„Brasil vs. Brasil“: Diskussion und Filmvorführung im Park

FRANKFURT. Der 3. Juli ist bei der Fußballweltmeisterschaft ein spielfreier Tag - und bietet vielleicht schon deshalb die Gelegenheit, einen eher nüchternen Blick auf das Austragungsland zu werfen. Einerseits ist Brasilien eine fußballbegeisterte Nation. Andererseits gibt es dort soziale Probleme, die besonders im vergangenen Jahr Anlass für weltweit beachtete Proteste waren, bei denen Millionen von Menschen auf die Straße gingen. Die Kritik richtet sich nach wie vor auch gegen Aspekte der Vorbereitung und Durchführung der WM. Diese Ambivalenz aufnehmend, organisiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli um 20.30 Uhr unter dem Titel „Brasil vs. Brasil“ eine Podiumsdiskussion mit anschließender Filmvorführung. Auf dem Programm steht der Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ der Regisseure Cesar Oiticica Filho und Tamur Aimara. Ort der Veranstaltung ist der kleine Park des Museum Angewandte Kunst (Schaumainkai 17). Der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner der Veranstaltung sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Museum Angewandte Kunst und die Artichoke Kulturproduktion. Die Podiumsdiskussion erörtert die gesellschaftspolitische Situation in Brasilien und greift dabei thematische Schwerpunkte des Films auf. Auf dem Podium sitzen Prof. Angela Keppler (Mediensoziologin der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters), Dr. Antonio Martins (Strafrechtler an der Goethe-Universität), Dr. Priska Daphi (Mitglied der Forschungsgruppe Herrschaft und Widerstand des Exzellenzclusters), Verena Lueken (Filmkritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und Dr. Joachim Bernauer (Abteilungsleiter Film, Rundfunk und Fernsehen am Goethe-Institut). Auch die Regisseure nehmen an der Diskussion teil. Die Moderation haben die Geschäftsführerin des Exzellenzclusters, Rebecca Caroline Schmidt, und Dr. Paula Macedo Weiß von der Artichoke Kulturproduktion.

Der Film „Vinegar Syndrome“ wird im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Vorführung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. Im Mittelpunkt der filmischen Dokumentationen, die die Regisseure als ein Projekt verstehen, das weiter fortgeschrieben wird, stehen die Proteste des vergangenen Jahres – und hier insbesondere der Zeitraum zwischen dem Polizeieinmarsch in das Indian Museum bis zum Papst-Besuch Ende Juli. Reflektiert werden u. a. die Demonstrationen gegen mangelnde Infrastruktur und unzureichende staatliche Fürsorge. „Vinegar Syndrome“ dokumentiert dabei auch gewaltsame Reaktionen der Polizei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise der Berichterstattung und der Rolle etablierter brasilianischer Medien, die in den Augen vieler Kritiker einseitig gegen die Protestbewegung Partei ergriffen hätten.

„Vandalismus“ und „Plünderungen“ – diese Begriffe fallen in einigen Nachrichtensendungen, die der Film in Auszügen dokumentiert, immer wieder. Den Demonstrierenden wird von Mainstream-Medien das Recht abgesprochen, eine soziale Bewegung zu sein. Auslöser für die Proteste waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Personennahverkehr. Im weiteren Verlauf richteten sich die Proteste auch allgemein gegen soziale Schieflagen und besonders gegen fehlende Bildungschancen sowie ein marodes Gesundheitssystem. Die Investitionen in die WM kämen, so die Kritik, vor allem dem Fußballweltverband Fifa zugute und nicht der Bevölkerung. Es seien überteuerte und überdimensionierte Stadien gebaut worden, die bald niemand mehr brauche. Zwar ruhen die Proteste während der WM weitgehend, das könnte sich aber ändern. „Die Enttäuschung ist jetzt größer, da klar geworden ist, dass die Verbesserungen nicht kommen werden“, so Antonio Martins, der aus Brasilien stammt und zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehört.

Nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Martins, der an der Goethe-Universität promoviert wurde und hier auch habilitiert, zeigt der Film, dass die brasilianische Polizei nicht darauf vorbereitet ist, angemessen mit Protesten umzugehen. Die Ordnungskräfte hätten häufig mit unverhältnismäßiger Gewalt auf meist friedliche Proteste reagiert. Der Film hat über weite Strecken das Geschehen während der Protestkundgebungen zum Inhalt. Zu sehen sind eher ruhige Sequenzen mit Menschen, die Sprechchöre skandieren, aber auch tumultartige Szenen, bei denen man zuweilen nicht weiß, wer nun mit wem aneinandergerät. Zu hören sind Argumente von Demonstrierenden, aber auch Statements von Politikern bis zur Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Der Film besteht aus Collagen und schnellen Schnitten. Immer wieder sind auch Auszüge aus Reportagen von neuen und alternativen Medien zu sehen, die vor allem über das Internet Verbreitung finden und eine offizielle Lesart der Proteste konterkarieren.

Zu der Open-Air-Diskussion mit Filmvorführung am 3. Juli ab 20.30 Uhr sollten Sitzgelegenheiten, etwa Decken oder Klappstühle, mitgebracht werden. Getränke und Snacks kann man vor Ort kaufen. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Vortragssaal des Museum Angewandte Kunst (begrenzte Platzzahl) statt.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Jun 27 2014
17:41

Medieneinladung

Akademische Feier 2014

FRANKFURT. Eine hochkarätige Verleihung von Preisen für hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses: Die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität lädt auch in diesem Jahr wieder ein zur Akademischen Feier 2014. Im Rahmen der Feier werden folgende Preise verliehen:

 

- Adolf Messer-Stiftungspreis

- Benvenuto Cellini-Preis

- Frankfurter Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung

- Friedrich Sperl-Preis

- Mediterran-Preis zur Förderung des Nachwuchses in der Archäologie

- Werner Pünder-Preis

- Preis der Vereinigung von Freunden und Fördern der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs

- WISAG-Preis. 

Die Akademische Feier 2014 findet statt

am Montag, den 30. Juni, um 16.00 Uhr,

im Casino, Renate-von-Metzler-Saal (Raum 1.801), Campus Westend.

Die Preise werden vom Vorsitzenden der Vereinigung von Freunden und Förderern, Prof. Wilhelm Bender, und vom Präsidenten der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, übergeben.

Bitte teilen Sie uns mit (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.

 

Hochschulpolitische Themen

Jun 26 2014
11:59

Gremium fordert, dass zusätzliche Mittel des Bundes auch bei den Hochschulen ankommen

Stellungnahme des Senats zur Hochschulfinanzierung

FRANKFURT. Der Senat der Goethe-Universität Frankfurt begrüßt die jüngste Entscheidung der Wiesbadener Landesregierung, die 81 Millionen Euro Rückflüsse an das Land vom Bund infolge der vollständigen Übernahme des Bafögs den hessischen Hochschulen zur Verfügung zu stellen, z.B. zur Dynamisierung der QSL-Mittel sowie zur Stärkung der Grundfinanzierung. Diese freigesetzten Mittel seien dringend erforderlich zur Bewältigung der steigenden Studierendenzahlen, so das Kollegialorgan.

Gemäß jüngsten Prognosen der Kultusministerkonferenz soll die Zahl der Studienanfänger bis 2015 nun doch auf höchstem Niveau verharren. So müssen die deutschen Hochschulen im Gegensatz zu früheren KMK-Prognosen allein von 2012 bis 2025 mit bis zu 500.000 Studienanfängern zusätzlich rechnen. Aus Sicht des Senats der Goethe-Universität ist es daher wichtig, die Mittel „on top“ auf den jährlichen Landeszuschuss über die bereits zugesagte ein bis drei Prozent Etatsteigerung hinaus zu gewähren. Eine solche zusätzliche Etatsteigerung von ein bis drei Prozent pro Jahr entspräche auch den Koalitionsvereinbarungen, wie sie im Dezember  2013  von Schwarz-Grün getroffen wurden. Auf keinen Fall aber dürften die 81 Millionen Euro an anderer Stelle des Universitäts-Etats durch Einsparungen wieder abgezogen werden, so das Gremium.

Sonstige

Jun 26 2014
10:49

Uni-Ranking der „WirtschaftsWoche“: Personaler sehen Goethe-Uni auf Platz 1

Frankfurter Volkswirte sind spitze

FRANKFURT. Die Frankfurter Goethe-Universität bietet optimale Voraussetzungen für ein Studium der Volkswirtschaftslehre (VWL) und vor allem für eine anschließende Karriere. Dies geht aus dem neuesten Hochschul-Ranking hervor, das die Zeitschrift „WirtschaftsWoche“ diese Woche veröffentlicht hat. Auch in Bereich Betriebswirtschaftslehre und Naturwissenschaften schnitt die Uni der Mainmetropole gut ab und landete auf dem jeweils fünften Platz. Das Ranking, das von der Beratungsgesellschft Universum und dem Personaldienstleister access KellyOCG erstellt wurde, gibt das Meinungsbild von 571 Personalverantwortlichen wieder.

Im Zentrum der Befragung stand die Praxisrelevanz der Ausbildung an Universitäten und Fachhochschulen. Es konzentriert sich dementsprechend auf wirtschaftsnahe Fächer wie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und VWL, Jura oder Maschinenbau. Beteiligt wurden Personaler sowohl von kleinen mittelständischen Unternehmen als auch von Großkonzernen. Der Fokus lag auf der Frage, welche Unis und Fachhochschulen die Studierenden am vorbildlichsten für die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens ausbildeten, woher die besten Absolventen kämen. Zugleich wurde abgefragt, auf welche Kenntnisse und Fähigkeiten im jeweiligen Unternehmen am meistern Wert gelegt werde.

Dabei zeigte sich, dass die Examensnote nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bisherige Erfahrungen mit Absolventen fallen weit stärker ins Gewicht: Die Personalverantwortlichen achten darauf, wie viele Akademiker sie von einer bestimmten Hochschule bereits eingestellt und welche Erfahrungen sie mit ihnen gemacht haben: Wie lange sind diese Leute bereits im Unternehmen? Haben sie Führungsverantwortung übernommen? Sehr hoch bewertet wird auch bereits gesammelte Praxiserfahrung. Ausschlaggebend ist der Umfrage zufolge letztlich aber oft die Persönlichkeit des Bewerbers.

Veranstaltungen

Jun 26 2014
09:47

Im Pariser Goethe-Institut werden Zeichnungen und Aquarelle aus dem Frankfurter Frobenius-Archiv gezeigt

Ausstellung in Paris: „Auf dem Weg nach Atlantis: Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas“

PARIS/FRANKFURT. Das Goethe-Institut in Paris zeigt bis 22. Juli eine Reihe weltweit einzigartige Felsbilder aus dem Archiv des Frankfurter Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität, darunter ein Großbild von 2,5 x 11 Meter. Die Ausstellung „Auf dem Weg nach Atlantis: Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas“ geht der abenteuerlichen Entstehungsgeschichte dieser Bilder in der Zentralsahara und den Savannen Simbabwes nach, die gleichzeitig einen Startpunkt für die öffentliche Wahrnehmung der älteren Geschichte des afrikanischen Kontinents in Deutschland darstellte. Verbunden mit der Pariser Ausstellung sind auch öffentliche Vorträge und ein Kolloquium zur „Verflechtungsgeschichte der Ethnologie“.

Der Frankfurter Kurator Dr. Richard Kuba, Ethnologe und Leiter der Sammlung am Frobenius-Institut, erläutert die Hintergründe: „Unsere Ausstellung erzählt auch die spektakuläre Ausstellungsgeschichte der Sammlung, die in den 1930er Jahren u.a. im Berliner Reichstag, im Pariser Pleyel und im Trocadéro sowie im New Yorker MoMA gezeigt wurde. Als Wissenschaftsbilder längst überholt und heute weitgehend vergessen, waren diese ungesehenen Bilder eine Quelle der Inspiration für die künstlerische Avantgarde.“

Bereits auf seinen ersten Expeditionen durch den belgischen Kongo von 1904 bis 1906 und durch Westafrika von 1907 bis 1909 war der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) auf der Suche nach den ursprünglichen Formen afrikanischer Kulturen und glaubte sich bisweilen auf den Spuren des alten Atlantis. Ab 1912 haben Malerinnen und Maler, die Frobenius für seine insgesamt 12 Afrika-Expeditionen engagierte, Kopien von Felsbildern angelegt. Dazu Kuba: „Vor Ort in Nordafrika, in der Sahara und im südlichen Afrila haben sie die prähistorischen Malereien und Gravuren in Farbe und und oftmals in Originalgröße auf Leinwand kopiert.“ In den 1930er Jahren folgten dann Felsbild-Expeditionen in europäische Länder sowie nach Australien und Indonesien. Bis zu Frobenius Tod im Jahre 1938 entstand so eine weltweit einzigartige Sammlung von fast 5000 Felsbildkopien, die noch heute überwiegend im Archiv des Frobenius-Instituts erhalten ist.

Leo Frobenius war eine schillernde und doch faszinierende Persönlichkeit: Abenteurer und Afrika-Entdecker, Ethnologe und Kulturphilosoph, Monarchist und Ideenspender für ein neues Afrika-Bild, das in der nachkolonialen Phase entscheidenden Einfluss auf die Entstehung der emanzipatorischen Négritude-Bewegung hatte. Frobenius, der Mitte der 1920er Jahre an das eigens für ihn gestiftete Institut für Kulturmorphologie an die Universität Frankfurt kam, war getrieben von der Vorstellung, sich mit aller Kraft gegen Modernisierung und Rationalisierung stemmen zu müssen. Und in Afrika schien er all das in den Mythen, Masken und Malereien zu finden, was in Europa an Wert verlor. Soeben ist übrigens in der von der Goethe-Universität herausgegebenen Biographie-Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ ein Band über Leo Frobenius im Societäts-Verlag erschienen. Der Autor und Ethnologe Prof. Dr. Bernhard Streck von der Universität Leipzig setzt sich intensiv mit Frobenius und seiner Kulturmorphologie auseinander.

Informationen: Dr. Richard Kuba, Frobenius-Institut, Campus Westend, Tel.: 069-798-33056, Kuba@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 24 2014
11:16

Jubiläumsausstellung mit 400 Skulpturen auf dem Campus Westend „entsendet“ 20 „Uni-Botschafter“ nach Wiesbaden, Berlin und Brüssel

Ottmar Hörls Goethe-Figuren gehen auf Wanderschaft

FRANKFURT. Sie haben das Gelände vor dem IG-Farben Gebäude der Goethe-Universität auf dem Campus Westend in den letzten vier Wochen auf farbenfrohe Weise geprägt und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Nun verabschieden sich einige der 400 Goethe-Figuren, die der international bekannte Konzeptkünstler Ottmar Hörl anlässlich des 100. Geburtstages der Universität auf der Rasenfläche vor dem Hauptgebäude der Universität installiert hatte, aus Frankfurt. Als universitäre Botschafter im Jubiläumsjahr gehen etwa 20 Goethe-Figuren auf Wanderschaft durch Deutschland und Europa. Die nächste Station ist die Staatskanzlei in Wiesbaden. Dann folgen die Hessischen Landesvertretungen in Berlin und Brüssel. Ottmar Hörls künstlerische Vision will möglichst viele Orte und Menschen in einen kulturellen Diskurs mit einbeziehen. Ein große Zahl der Goethe- Figuren haben daher bereits jetzt private „Liebhaber“ gefunden. Denn die über ein Meter hohen Figuren können erworben werden. Die Nachfrage seit der Ausstellungseröffnung ist sehr groß. So wird auch jeder neue Besitzer einer Goethe-Figur zu einem Botschafter für Goethe und die Goethe-Universität.

Zeitplan:

Mittwoch, 25. Juni ab 10 Uhr: Abbau der Figuren und Verpackung; Donnerstag, 26. Juni ab 10 Uhr: Verladen der Figuren und Transport nach Wiesbaden, Ankunft dort gegen 13 Uhr.

Subskriptionspreis bis 20. Juli 2014

Bis Ende der Präsentation besteht noch die Gelegenheit sich eine Skulptur zum vergünstigten Subskriptionspreis zu sichern. Signierte Exemplare können für 500 Euro erworben werden (danach 700 Euro), Auflage 100 Exemplare pro Farbe. Unsignierte Figuren sind für 350 Euro erhältlich.

Kontakt für Reservierungen von Goethe-Figuren

Cornelia Regner-Hörl E-Mail: shop@ottmarhoerl.de Internet: www.ottmar-hoerl.de oder im Pavillon vor Ort: Michael Tegtmeyer Telefon: 0174 81 44 711

 

Veranstaltungen

Jun 24 2014
11:00

Die Bürger-Universität stellt die Biografie eines großen deutschen Schauspielers vor – Armin Mueller-Stahl

Zwei Diktaturen und eine Demokratie

FRANKFURT. Nach einer einmonatigen Pause geht es am kommenden Montag weiter mit der Reihe „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“ im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität. Sandra Kegel von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellt die Biografie des großen Schauspielers Armin Mueller-Stahl vor.

Der 1930 in Tilsit geborene Schauspieler hat drei Deutschlands erlebt: Deutschland im Nationalsozialismus, die DDR sowie die Bundesrepublik. Richtig wohl gefühlt hat er sich in keinem der drei, wie er in seiner jüngst erschienenen Autobiografie „Dreimal Deutschland und zurück“ schreibt.

Nach einem Musikstudium wurde Mueller-Stahl zunächst an der Schauspielschule abgelehnt – aus mangelnder Begabung. Das hinderte ihn nicht, zum beliebtesten Schauspieler der DDR aufzusteigen. Im Konflikt um die Ausbürgerung des Sängers Wolf Biermann aus der DDR kam es zum Bruch mit dem System, so dass ihm 1980 seine Ausreise in den Westen genehmigt wurde. In Westdeutschland konnte Mueller-Stahl schnell an seine DDR-Erfolge anknüpfen. Und doch wagte er Ende der 1980er Jahre einen weiteren Neuanfang in Hollywood. Belohnt wurde er 1997 mit seiner ersten von zwei Oscar-Nominierungen. Aber nicht nur als Schauspieler hat er sich einen Namen gemacht, sondern auch als Maler und Zeichner sowie Jazzmusiker.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Soziologen Prof. Tilman Allert konzipierten Vortragsreihe: „Deutsche Biografien – Wie wir wurden, wer wir sind“. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor. Stellvertretend für die Biografie der deutschen Nation betrachtet Sandra Kegel, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auch die individuellen Voraussetzungen des Schauspielers Armin Mueller-Stahl und geht den Weichenstellungen dieser deutsch-deutschen Biografie nach.

„In der DDR gingst du spazieren, in der BRD musst du laufen“ – Armin Mueller-Stahl

Referentin: Sandra Kegel, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

am: Montag, 30. Juni 2014, um 19.30 Uhr,

Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt

Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de Eintritt frei

 

Das komplette Programm der 11. Frankfurter Bürger-Uniwww.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 23 2014
13:11

Im Jubiläumsjahr stellen Studierende verschiedener Fachrichtungen beim Studienkongress UNIversal am 15. Juli fast 50 Projekte vor

Die Universität erforscht sich selbst

FRANKFURT. Studierende erforschen die Goethe-Universität. Beim Studienkongress UNIversal am 15. Juli (Dienstag) kommen Studierende verschiedener Lehrveranstaltungen zusammen und stellen in fast 50 Projekten ihre Ergebnisse im Casino auf dem Campus Westend vor. Damit präsentiert sich die Goethe-Universität in ihrer Jubiläumsfestwoche zur 100-Jahr-Feier als ein Ort akademischer Lehre und studentischen Lernens. Sie zeigt zugleich die Vielfalt der universitären Lehre. „Erst vor zwei Monaten hat die Universität „Grundsätze zu Lehre und Studium“ verabschiedet, in denen sie sich an erster Stelle zur Idee der Einheit von Forschung und Lehre bekennt“, so Universitäts-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Wie dies funktionieren kann, zeigt das Jubiläumsprojekt USE.“

In Lehrveranstaltungen haben Studierende und Lehrende sich mit Themen auseinandergesetzt, die eine Gemeinsamkeit haben: Auf irgendeine Weise besteht ein Bezug zur Goethe-Universität. So geht es um Frankfurter Literaturwissenschaftler, um den Umgang der Studierenden mit sozialen Netzwerken, um Stifter der Universität, Forschungsexpeditionen nach Spitzbergen, die Universitätsarchitektur und ihren Einfluss auf das Studium, um den Auschwitz-Prozess, um mathematische Lösungsstrategien, um die Wege des Mülls und um Hochleistungsrechner, kurz: die Goethe-Universität in verschiedenen Facetten.

Mit dem Lehrforschungsprojekt USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen haben die Studierenden die Chance, ihre Arbeitsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren: neben dem Studienkongress auch über die Webseite http://use.uni-frankfurt.de, die in verschiedenen Web-Formaten die Vielfalt der Themen und Methoden akademischer Lehre zeigt. „Es ist uns wichtig, Lehrende und Studierende aktiv in die Gestaltung des Projekts mit einzubeziehen“, sagt Dr. des. Markus Häfner, Projektmitarbeiter bei USE. „USE will Gelegenheit geben, zu zeigen, in welch unterschiedlicher Weise an den verschiedenen Fachbereichen in der Lehre forschend gearbeitet wird“.

Zu UNIversal am 15. Juli sind alle Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Goethe-Universität, Freunde, Eltern und Verwandte, Schüler und Schülerinnen sowie alle Interessierten zwischen 9.30 Uhr und 19 Uhr ins Casino eingeladen. In neun Sessions wird ihnen ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Poster- und Kurzpräsentationen geboten, daneben Ausstellungen, eine Führung und eine Lesung. Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung bildet die Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre.

In den sozialen Netzwerken auf https://www.facebook.com/usegu100 und https://twitter.com/USEGU100 werden bis zum Beginn des Studienkongresses täglich jeweils zwei Beiträge vorgestellt. Das Programm für den Studienkongress und ein Tagungsheft mit den Abstracts zu allen Beiträgen sind ab sofort bzw. ab Anfang Juli verfügbar.

Auf http://use.uni-frankfurt.de publizieren Studierende ihre Hausarbeiten, Portfolios, Videos, Podcasts oder Zeichnungen und geben damit auch Einblick in ihre Arbeitsweisen. Auf der Webseite finden sich u.a. Beiträge zur Institutionengeschichte, Untersuchungen zu den Studienbedingungen, eine virtuelle Ausstellung zum Wirken Frankfurter Literaturwissenschaftler zwischen 1914 und 1945, Katalogbeschrei-bungen von Sammlungsbeständen der Klassischen Archäologie und ab Juli ein Videoprojekt mit Interviews von ehemaligen Studierenden der Goethe-Universität über ihr Studium.

Das Lehrforschungsprojekt USE entstand aus dem Frankfurter Projekt im Qualitätspakt Lehre. Privatdozentin Dr. Barbara Wolbring, Koordinatorin des Zentrum Geisteswissenschaften ergriff die Initiative: „Wir wollen universitäre Lehre sichtbar machen, die bisher bei Universitätsjubiläen nicht vorkam“, so Wolbring. „Deshalb freue ich mich, dass USE aus Mitteln des Qualitätspakt Lehre und des Jubiläumsfonds GU100 durchgeführt werden kann.“ Seit März 2013 läuft USE und bündelt inzwischen mehr als 70 Lehrveranstaltungen und Projekte, die sich innerhalb der curricularen Lehre und in Projektgruppen mit der Goethe-Universität befassen und ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen. Diese sollen auch nach dem Ende des Jubiläumsjahres dauerhaft verfügbar sein.

Informationen: PD Dr. Barbara Wolbring / Dr. des. Markus Häfner, USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen, Campus Westend, Tel. (069) 798-32321 wolbring@em.uni-frankfurt.de haefner@em.uni-frankfurt.de, Programm des Studienkongress UNIversal: http://use.uni-frankfurt.de/universal; Webpage von USE: http://use.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 23 2014
12:53

Vortrag des britischen Wissenschaftshistorikers Simon Schaffer in der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für historische Geisteswissenschaften

Globale Wissenschaften und die koloniale Ausbeutung um 1800

FRANKFURT. Der britischer Wissenschaftshistoriker Simon Schaffer nimmt in seinem öffentlichen Vortrag „Global Sciences and the Imperial Meridian“ die Zusammenhänge von wissenschaftlichen und imperialen Entwicklung um 1800 in den Blick. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften am Mittwoch (25. Juni) um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend, statt.

Schaffer ist Professor Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften an der Universität Cambridge. Er wird zeigen, wie sehr die Wissenschaften damals in Projekte von imperialen Angriffen und kolonialer Ausbeutung eingebunden wurden. Dabei waren sowohl die naturgeschichtlichen Disziplinen als auch die exakten Wissenschaften involviert. Wissenschaftshistoriker haben diesen Umstand in den Kontext einer zweiten wissenschaftlichen Revolution gestellt – eingeläutet durch eine Reihe von Veränderungen, zu denen weitere Disziplinen, neue Öffentlichkeiten und Unterstützungssysteme für die Forschung sowie erweiterte Modelle für die Mathematik gehörten. Schaffer wird nicht nur diese Zusammenhänge ausleuchten; er wird in seinem Vortrag auch über neuere Formen der Geschichtsschreibung (Historiographie) reflektieren, die sich mit globalen Wissenschaften beschäftigen.

Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798- 32427, jussen@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org

Sonstige

Jun 23 2014
11:11

Der in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelte Online-Service vaamo ermöglicht die einfache Geldanlage für jedermann.

Kapitalmarktanlage so einfach wie Tagesgeld

FRANKFURT. Das Frankfurter FinTech-Startup vaamo (www.vaamo.de) startet am 23. Juni die einfache Geldanlage für jedermann. Der neuartige Online-Service ermöglicht es Sparern, ihre finanziellen Ziele zu definieren und durch konsequentes Sparen zu erreichen. Das zugrundeliegende Anlagekonzept beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wurde in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelt. Die Fondsplattform FFB ist Partner für Depotführung und Transaktionsabwicklung. Investiert wird in Indexfonds des Anbieters Dimensional Fund Advisors.

Das Startup vaamo wurde im April 2013 von Thomas Bloch, Yassin Hankir und Oliver Vins im Gründerzentrum Goethe-Unibator gegründet. „Wir haben das gemeinsame Ziel, Geldanlage und Vermögensaufbau endlich intuitiv und leicht verständlich zu machen. Zudem lösen wir für unsere Kunden das Problem der Nullzinsen. Mit vaamo wollen wir in Deutschland bis Ende 2018 insgesamt 100.000 Kunden mit einem Gesamtanlagevermögen von 1,5 Milliarden Euro gewinnen“, so die drei Gründer.

Dazu stellt vaamo die persönlichen finanziellen Ziele seiner Kunden wie z.B. ein Eigenheim, die Ausbildung der Kinder, die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau in den Vordergrund. Der Online-Service informiert seine Kunden ständig über den aktuellen Status ihrer Ziele und schlägt ihnen automatisch Lösungsmöglichkeiten vor, falls Anpassungsbedarf besteht. So kann jeder mit nur drei Mausklicks ein neues Sparziel anlegen, Geld ein- oder auszahlen und Sparplanraten flexibel anpassen oder pausieren. Die Kunden investieren ihr Geld in ein weltweit gestreutes Portfolio aus Aktien und Anleihen, das auf anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und das vaamo zusammen mit Prof. Dr. Andreas Hackethal von der Goethe-Universität entwickelt hat.

Unterstützt wurde vaamo vom Goethe-Unibator: Mit dem Gründerzentrum fördert die Goethe-Universität Studierende, Mitarbeiter und Alumni bei der Gründung eigener Unternehmen und unterstützt die Startups in der frühen Phase bei der Entwicklung marktreifer Produkte und Dienstleistungen sowie beim Unternehmenswachstum. So bildet der Goethe-Unibator eine tragfähige Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und hilft eine gelebte Gründungskultur an der Universität Frankfurt zu etablieren und zu stärken. (www.goetheunibator.de)

Kontakt: Yassin Hankir, vaamo-Gründer und Vorstand, Mobil: 0152-0101 4878, yassin.hankir@vaamo.de; www.vaamo.de

Sebastian Schäfer, Geschäftsführer Goethe-Unibator, Tel. (069) 798 23472, info@goetheunibator.de; www.goetheunibator.de

Sonstige

Jun 23 2014
11:08

Einstimmiges Votum der Gremien für die Wahl am 15. Juli 2014

Richtigstellung - Goethe-Universität geht mit zwei Kandidaten in die Präsidentenwahl

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der gerade versandten Pressemitteilung zur Kandidatenauswahl für das Amt des Präsidenten der Goethe-Universität hat sich ein Fehler eingeschlichen. Im ersten Absatz, zweiter Satz, muss es statt „in seiner gestrigen Sitzung“ „in seiner HEUTIGEN Sitzung“ heißen, da die entsprechende Gremiensitzung erst heute (18.06.) nach der Anhörung stattgefunden hat.

Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und die korrekte Zeitangabe in Ihrer Berichterstattung zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:56

Night of Science auf dem Campus Riedberg mit Harald Lesch

Es wird wieder spät…

FRANKFURT. „Stefan Zweig, Thomas Mann, das Higgsteilchen und die Gravitationswellen“ ist der Titel des Gastvortrags von Prof. Dr. Harald Lesch, mit dem die Night of Science im Jubiläumsjahr am 27. Juni um 17 Uhr auf dem Campus Riedberg beginnt. Eine ganze Nacht lang laden die Fachschaften der naturwissenschaftlichen Fachbereiche dazu ein, die Faszination ihrer Studienfächer auf dem Campus Riedberg zu erleben. In über 70 Vorträgen stellen Professorinnen und Professoren für ein breites Publikum neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse vor, erklären alltägliche Phänomene und zeigen spektakuläre Experimente bis in die frühen Morgenstunden. Die Veranstaltung steht im „Jahr der Kristallographie“ ganz im Zeichen von Kristallen, Mineralien und Diamanten. 

Wann? Freitag, 27.6.2014, ab 17.00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden.
Wo? Campus Riedberg, Ruth-Moufang-Str. 2 und Max-von-Laue-Str. 1 – 9

Parallel zu den Vorträgen stellen sich die naturwissenschaftlichen Studiengänge der Goethe-Universität für Schüler und Studieninteressierte vor. Das Rahmenprogramm bietet Showexperimente, Mitmachstationen, Laborführungen, einen Kinderspielplatz und geselliges Beisammensein in entspannter Atmosphäre mit Live-Musik.

Die Fachschaften des Riedbergs organisieren die „Night of Science“ zum nunmehr neunten Mal. Für ihr Engagement wurden sie 2012 mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre des Landes Hessen ausgezeichnet.

Anfahrt mit dem RMV: U8 / U9 Haltestelle „Uni-Campus-Riedberg“ Eintritt ist frei

Informationen: Felix Lillich, Tel.: 015773155584, fragen@nightofscience.de www.nightofscience.de

 

Forschung

Jun 18 2014
15:53

Landwirtschaftlicher Schädling ist bei uns heimisch

Spanische Schnecke: Das Ende eines Invasions-Mythos

FRANKFURT. Über die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) stolpert praktisch jeder. Es gibt kaum Felder oder Gärten, die von dem gefräßigen Weichtier verschont bleiben. Ursprünglich stammt sie aus Südwest-Europa – dachte man jedenfalls bis vor kurzem. Studien am LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und der Goethe-Universität zeigten nun, dass das angebliche Paradebeispiel einer einwandernden Art eigentlich aus Zentraleuropa kommt. Damit wären Bekämpfungsmaßnahmen, wie sie im Rahmen einer zur Zeit diskutierten EU-Verordnung zur besseren Kontrolle, Eindämmung und Bekämpfung invasiver Arten beschlossen werden sollen, gar nicht auf diese Tierart anzuwenden.

Naturschützer warnen seit geraumer Zeit davor, dass die sich explosionsartig vermehrende braune Nacktschnecke die einheimische Schwarze Wegschnecke verdränge und erhebliche Fressschäden an der heimischen Vegetation und in der Landwirtschaft anrichtet. Immerhin ist Arion lusitanicus mittlerweile die häufigste Schneckenart in Deutschland. Sie wird auf der Liste der europäischen „100 of the worst“ Tier- und Pflanzenarten geführt, , die erheblichen Einfluss auf biologische Vielfalt, Ökonomie und Gesundheit haben. Eingeschleppt wurde die Spanische Wegschnecke angeblich nach dem Zweiten Weltkrieg durch Obst- und Gemüseimporte.

Bei einer Bestandsaufnahme konnten Frankfurter Forscher aber nicht ein einziges Exemplar der Schnecke in ihrem angeblichen Herkunftsgebiet finden. Das Team des BiK-F und der Goethe-Universität hatte im Frühjahr 2010 in Frankreich, Spanien, Großbritannien und den Beneluxländern Schnecken gesammelt und bestimmt. „Statt der sogenannten Spanischen Wegschnecke haben wir zahlreiche mit herkömmlichen Methoden nicht bestimmbare, sogenannte kryptische Arten gefunden. Deshalb haben wir die Tiere anschließend mittels DNA-Taxonomie klassifiziert. Dabei werden die Erbinformationen zur Bestimmung herangezogen“, so der Erstautor der Studie, Prof. Markus Pfenninger, der am BiK-F und der Goethe-Universität forscht und lehrt.

Viele der untersuchten Exemplare waren keiner beschriebenen, genetisch charakterisierten Art zuzuordnen. Dazu Pfenninger. „Wir haben zum Teil stark voneinander abweichende Genvarianten gefunden, die auf eine hohe Zahl bisher nicht als eigene Spezies dokumentierter  Arten hinweisen. Das wiederum heißt: Arion ist taxonomisch eine sehr unklare Gattung.“ Die genetischen Informationen verrieten aber noch mehr: Sich ähnelnde Mutationen in den Erbinformationen unterschiedlicher Individuen weisen auf Verwandtschaftsverhältnisse hin. „Wir haben einen genetischen Stammbaum erstellt. Die Ergebnisse zeigten uns, warum wir Arion lusitanicus in ihrer angeblichen Heimat nicht finden konnten. Diese Art ist definitiv nicht dort heimisch, sondern bei uns“, folgert Pfenninger. EU-Maßnahmen gegen die Art als invasive Art wären damit obsolet.

In Europa gibt es Schätzungen zufolge über 12.000 eingewanderte Pflanzen-, Tier- und Pilzarten, und es werden immer mehr. Die Folgen sind ein Verlust biologischer Vielfalt und die Verdrängung heimischer Arten sowie immense wirtschaftliche Schäden, beispielsweise durch Ernteverluste. Im April 2014 befürwortete das EU-Parlament daher Maßnahmen, die künftig verhindern sollen, dass noch mehr invasive Arten in die EU gelangen, und die bereits eingewanderte Arten wirksamer bekämpft sollen. „Bei schlecht dokumentierten Einwanderungen wie bei der Spanischen Wegschnecke müssen wir mit dem Begriff ,invasiv‘ künftig vorsichtiger sein, denn diese Einstufung hat konkrete Auswirkungen auf die Umweltpolitik“, resümiert Pfenninger und fährt fort: „Vielleicht hat sich die Schneckenart in den vergangenen Jahrzehnten auch einfach aufgrund veränderter landwirtschaftlicher Anbaumethoden so stark vermehrt, dass es uns wie eine Invasion erscheint“.

Publikation: Pfenninger, M., Weigand, A.,  Bálint, M., Klussmann-Kolb, A.: Busting an invasion myth: the Lusitanian slug (Arion lusitanicus auct. non Mabille or Arion vulgaris Moquin-Tandon 1855) is native in Central Europe . - Evolutionary Applications, DOI: 10.1111/eva.12177.

Bilder der spanischen Wegschnecke finden Sie hier: http://tinyurl.com/pkv84fb; http://tinyurl.com/nhafj7n

Informationen: Prof. Dr. Markus Pfenninger, Goethe Universität und LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Tel. (069) 7542 1841; Pfenninger@bio.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Jun 18 2014
15:18

Einstimmiges Votum der Gremien für die Wahl am 15. Juli 2014

Goethe-Universität geht mit zwei Kandidaten in die Präsidentenwahl

FRANKFURT. Die Goethe-Universität geht nach der öffentlichen Anhörung am 18. Juni mit zwei Kandidaten in die Wahl um das Amt des Präsidenten/der Präsidentin am 15. Juli 2014. Das hat der Hochschulrat in seiner gestrigen Sitzung nach Rücksprache mit dem erweiterten Senat einstimmig entschieden. Zuvor hatten sich die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Wirtschafts- und Wissenschaftsministerin Sachsen-Anhalts, Prof. Birgitta Wolff, sowie der Neurowissenschaftler und Philosoph, Prof. Robert Nitsch, in einer fast dreistündigen Anhörung der Universitätsöffentlichkeit ihre Pläne und Konzepte für die Entwicklung der Goethe-Universität im Fall ihrer Amtsübernahme ab dem 1. Januar 2015 präsentiert. Der Einladung des Präsidiums im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend waren mehr als 500 Hochschulangehörige gefolgt. Der Anhörung vorausgegangen war ein Bewerbungsverfahren, bei dem eine paritätisch besetzte Findungskommission aus Senats- und Hochschulratsmitgliedern einstimmig die beiden externen Kandidaten aus einem größeren Bewerberkreis ausgewählt und zur Anhörung eingeladen hatte.

Prof. Dr. Birgitta Wolff hat an der Universität Witten/Herdecke, an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und der Harvard University Wirtschaftswissenschaften studiert. Anschließend lehrte sie an der Georgetown University in Washington. Seit 2000 hat sie den Lehrstuhl für Internationales Management an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg inne; zudem war sie seit 2002 Prodekanin und Dekanin der Fakultät. Wolff wurde 2010 zur Kultusministerin und anschließend zur Landesministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bestellt. In diesem Zusammenhang ist sie wiederholt zur beliebtesten Wissenschaftsministerin des Jahres gekürt worden; doch uneins mit Ministerpräsident Reiner Haselhoff über dessen geplanten Sparkurs an den Hochschulen schied sie im April 2013 aus dem Kabinett aus und kehrte auf ihre Professur an der Universität zurück.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Robert Nitsch hat Medizin und Philosophie in Kiel und Frankfurt studiert. Über lange Zeit war er als Neuroanatom und Prodekan an der Charité in Berlin tätig und leitete dort auch den Exzellenzclusters NeuroCure.  Seit 2009 ist Nitsch als Professor an der Universität Mainz tätig und dort Sprecher des Forschungszentrums Neurowissenschaften. Nitsch erforscht zelluläre Mechanismen, die bei der Störung der Netzwerkfunktion des Gehirns eine Rolle spielen. Er ist Sprecher eines 2013 neu eingerichteten Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der über das rhine-main neuroscience network (rmn2) eng mit der Goethe-Universität verbunden ist. Für seine Arbeiten erhielt er 2013 den renommierten und mit 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Nitsch ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:15

Beim „Climate Change Book Launch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ geht es am 26. Juni um Fragen globaler Gerechtigkeit angesichts der Erderwärmung

Philosophische „Klima-Konferenz“ mit Buchpräsentation

FRANKFURT. Der fortschreitende Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert – und das nicht nur in ökologischer Hinsicht. „Der Klimawandel wirft insbesondere eine Reihe von drängenden moralischen Problemen auf“, sagt Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Im Namen des Clusters hat er zwei seiner profiliertesten Kollegen nach Frankfurt eingeladen, um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit zu beleuchten. Welche Ansprüche haben beispielsweise die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Beim „Climate Change Book Launch“ am 26. Juni um 15 Uhr stellen die drei Klimaphilosophen auch ihre neusten Publikationen zur Diskussion.

Die öffentliche Veranstaltung – eine Anmeldung ist erforderlich – findet im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Darrel Moellendorf, der vor rund einem Jahr aus San Diego nach Frankfurt gewechselt ist, wird seine groß angelegte Monographie vorstellen. Sie heißt „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“. Moellendorf sieht sich in seiner Arbeit maßgeblich von Henry Shue beeinflusst. Dieser wiederum zählt zu den Pionieren der philosophischen Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels – und er gehört ebenfalls zu den teilnehmenden Autoren. Die Aufsatzsammlung „Climate Justice: Vulnerability and Protection“ ist die Quintessenz seiner mehr als 20-jährigen Beschäftigung mit dem Thema. Henry Shue hat lange Zeit an US-amerikanischen Universitäten gelehrt und ist jetzt Professor in Oxford. Von der New York University kommt Dale Jamieson. Er ist Autor des Buches „Reason in a Dark Time: Why the Struggle Against Climate Change Failed – And What It Means for Our Future“

Die drei Philosophen gehen der Frage nach, wie der Klimawandel noch begrenzt werden kann und was dabei aus moralischer Sicht zu beachten ist. Nach Ansicht Darrel Moellendorfs darf sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten. Moellendorf plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der die reicheren Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Produktion verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Hier favorisiert Moellendorf das Prinzip der Zahlungsfähigkeit („ability-to-pay“).

Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu verringern. Unter einem fortschreitenden Klimawandel hätten die weniger entwickelten Ländern des Südens in besonderem Maß zu leiden. Es drohen Trinkwasserknappheit, Missernten und Überschwemmungen.

Auch Henry Shue hebt hervor, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zulasten der ärmeren Länder gehen dürfen und sie womöglich in noch größere Armut stürzen. Shue setzt sich unter anderem für eine international koordinierte Abgabe auf die Verwendung fossiler Brennstoffe ein und für die Unterstützung der weniger entwickelten Länder bei einer alternativen Energiegewinnung. Der Philosoph kritisiert die Rolle der USA bei den bisherigen Klimaverhandlungen. Und wenn es um die Ansprüche von Menschen und Gruppen geht, betont Shue auch das Recht zukünftiger Generationen auf angemessene Lebenschancen.

Dale Jamieson schließlich stellt die ganz grundlegende Frage, warum der Kampf gegen den Klimawandel bisher gescheitert ist. Das Thema errege eigentlich nur dann Interesse, wenn die Medien über aktuelle Studien oder Konferenzen berichteten. Nach einer kurzen Phase der Einsicht, dass nun endlich etwas getan werden müsse, bliebe alles beim Alten. Den Menschen fiele es schwer, in solch alltäglichen Dingen wie Autofahren oder Flugreisen ein moralisches Problem zu sehen. Laut Jamieson ist es aber gerade diese Sichtweise auf persönliche Verantwortung, die geändert werden müsse, um adäquat zu reagieren. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.

Der „Climate Change Book Launch“ findet am 26. Juni um 15.00 Uhr in Raum 5.01 des Gebäudes „Normative Ordnungen“ statt (Campus Westend, Lübecker Straße/Ecke Hansaallee). Nach kurzen Kommentaren der Philosophin Anja Karnein und des Philosophen Andreas Niederberger (beide Goethe-Universität) werden die Autoren ihre Thesen erläutern.

Anmeldung und inhaltliche Information:
Professur Moellendorf, Ellen Nieß, ellen.niess@normativeorders.net, 069/798-31521

Kontakt Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:13

Paul Tillich im Zentrum einer internationalen Konferenz in Frankfurt

Religiöser Vordenker

FRANKFURT. „Kritische Theologie – Paul Tillich in Frankfurt“ lautet der Titel einer internationalen Konferenz, zu der der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität von 26. bis 28. Juni Fachleute aus Deutschland, England, Schottland, Kanada und den USA zu Gast hat. Im Mittelpunkt steht der protestantische Theologe und Religionsphilosoph Paul Johannes Tillich (1886-1965), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theologen und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Tillich lehrte von 1929 bis 1933 in Frankfurt und wurde nach seiner Emigration in den USA zu einer Art „intellektuellem Superstar“. Sein Denken prägte nicht zuletzt die Frühphase der „Frankfurter Schule.“

Tillich wurde im April 1929 als Nachfolger Max Schelers auf den Frankfurter Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie berufen, nachdem er bereits vorher kurzzeitig außerordentlicher Professor für Theologie in Marburg und Ordinarius für Religionswissenschaft in Dresden gewesen war. Frankfurt sei zum genannten Zeitpunkt die „modernste und liberalste Universität“ in Deutschland gewesen, bemerkte Tillich im Rückblick. Gleichwohl – oder gerade deshalb? – besaß die Frankfurter Universität zu jener Zeit keine eigene theologische Fakultät, und so verwundert nicht, dass sich die Vorlesungen des jungen Professors nach dessen eigener Einschätzung „auf der Grenze von Theologie und Philosophie bewegten“ – eine Charakterisierung, die auch für sein späteres Denken gelten sollte.

Tillichs Tendenz zum theoretischen Spagat wurde auch durch eine Erfahrung begünstigt, die seine theoretische Entwicklung bereits zuvor in einen höchst kreativen Entwicklungsprozess versetzt hatte, nämlich durch die Konfrontation mit dem als extrem empfundenen Gegensatz zwischen der so genannten Dialektischen Theologie in Marburg einerseits und der Liberalität und Weltoffenheit einer stark kulturwissenschaftlich ausgerichteten Denkungsart andererseits, wie sie in Dresden dominierte. Von diesem Prozess legen zahlreiche Texte Tillichs Zeugnis ab, die in den Frankfurter Jahren (1929-33) entstanden. Nimmt man die vielfachen, von Martin Buber bis zu Theodor W. Adorno reichenden Anregungen hinzu, die Tillich in Frankfurt empfing, so hätte die Prophezeiung von Tillichs Hallenser Lehrer Fritz Medicus leicht Wirklichkeit werden können, wonach Tillich „der kommende Mann in der Philosophie“ sei. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn Tillich wurde von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben und im Herbst 1933 gezwungen, in die USA auszuwandern.

Zwei Leitziele bestimmen die Konzeption und Durchführung der Frankfurter Konferenz, die in Zusammenhang mit dem Jubiläum der Goethe-Universität stattfindet: Zunächst sollen die Bedingungen rekonstruiert werden, die die Entwicklung des Tillichschen Denkens während der Frankfurter Jahre geprägt haben; zugleich wird dadurch umgekehrt ein konturschärferes Bild der geistigen Situation der Frankfurter Universität Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstehen. Darüber hinaus soll die prinzipielle Leistungsfähigkeit des Tillichschen Denkens als einer ‚kritischen Theologie‘, also einer Theorie theologischer Rationalität in kritisch-konstruktiver Selbstabgrenzung von Philosophie, Soziologie und Religionswissenschaft, herausgearbeitet und deren Theoriepotential nach Möglichkeit systematisch weiterentwickelt werden.

Informationen: Prof. Dr. Heiko Schulz, Evangelische Theologie, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069 798-32944, E-Mail Heiko.Schulz@em.uni-frankfurt.de, Sekretariat: Jeannette Schindler, Tel. 069 798-33312, E-Mail schindler-wirth@em.uni-frankfurt.dehttp://www2.uni-frankfurt.de/51047259/st_Tillich_Flyer_neuerRaum.pdf

Veranstaltungen

Jun 18 2014
15:10

Zweitägiger Kongress auf dem Campus Westend – In der Weimarer Zeit wurde Frankfurt zur attraktiven Alternative zu den etablierten Unis

Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914-1945

FRANKFURT. Im Umfeld der jungen Frankfurter Universität konnte sich der Geist der Weimarer Republik auf besondere Weise entfalten und in seinen extremen Positionen ausleben, das lässt sich u.a. an der Geschichte der Frankfurter Literaturwissenschaften deutlich ablesen. Dafür stehen exemplarisch zwei Namen: Max Kommerell und Leo Löwenthal. Auch um diese beiden wird es bei dem zweitägigen Kongress „Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914-1945“ gehen, der am 20. Juni (Freitag) und 21. Juni (Samstag) auf dem Campus Westend (PEG-Gebäude, Raum1.G 147) stattfindet.

 

Der Literaturhistoriker Kommerell, der sich von Stefan George abwandte, aber sehr dem Kreis der Antimodernisten um die beiden Altphilologen Karl Reinhardt und Walter F. Otto zugetan war, ließ sich ab 1933 phasenweise von den Nationalsozialisten einspannen. Dagegen gehörte Leo Löwenthal, Begründer der Literatursoziologie, 1918 zu den Initiatoren einer sozialistischen Studentengruppe, war ab 1930 als junger Wissenschaftler am Institut für Sozialforschung und musste – wie die meisten Mitarbeiter des Instituts nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten – in das amerikanische Exil fliehen. Prof. Dr. Ulrich Wyss (Goethe-Universität) wird sich mit Kommerells Habilitation aus dem Jahr 1930 genauer beschäftigen, Dr. Peter-Erwin Jansen (Hochschule Koblenz) mit den literarischen Vorträgen im Jüdischen Lehrhaus, die im Kontext von Löwenthals literatursoziologischen Schriften stehen.

„Als Mitglieder der Philosophischen Fakultät trugen die nach Frankfurt berufenen Literaturwissenschaftler und die aus der Akademie für Handelswissenschaften übernommenen Kollegen zum wissenschaftlichen Profil der Goethe-Universität bei, das Frankfurt in der Weimarer Republik zu einer attraktiven Alternative zu den bereits etablierten Universitäten machte“, so der Germanist, Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, der gemeinsam mit dem Romanisten Dr. Frank Estelmann einen Dreierpack aus Kongress, Ringvorlesung und virtueller Ausstellung mit 20 Porträts von Literaturwissenschaftlern organisiert hat. Und Estelmann ergänzt: „Die Frankfurter Literaturwissenschaftler verhalfen einer auch auf Praxisbezug und Neuerung ausgerichteten Fachentwicklung zum Durchbruch, die in Frankfurt aus historischen und konzeptuellen Gründen gefordert und gefördert wurde, bevor die Machtergreifung der Nazis und die Vertreibung vor allem der jüdischen Wissenschaftler dieser Entwicklung entweder ein Ende setzte oder sie in andere Bahnen lenkte.“

Die Kongressbeiträge werden sich einzelnen Forscherbiografien widmen. Dabei soll es darum gehen, verschiedene Aspekte miteinander zu verbinden: methodische Zugriffe, literaturvermittelnde und thematische Schwerpunkte der Literaturwissenschaftler in Forschung (und Lehre), biografische Besonderheiten, zeitgeschichtliche Reflexionspotenziale, Verbindungen zur disziplinären Entwicklung sowie das „Frankfurter Klima“ und dessen institutionelle Voraussetzungen und programmatischen Ansprüche. Von besonderem Interesse ist die Frage, wie sich die Literaturwissenschaften auch innerhalb der Frankfurter Bürgerschaft verorteten, mit welchen Aktivitäten die beteiligten Wissenschaftler stadtgeschichtlich in Erscheinung traten, indem sie daran zum Beispiel mitwirkten, Frankfurt als Universitätsstadt ein Profil zu geben oder welche Literaten und Literaturen durch sie einen exponierten Platz in der Literaturstadt Frankfurt erhielten.

Veranstalter des Kongresses sind das Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik und das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität. Die öffentliche Tagung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms der Universität zu ihrem 100-jährigen Bestehen statt und wird finanziert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und aus zentralen Jubiläumsmitteln der Goethe-Universität.

Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, und Dr. Frank Estelmann, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Campus Westend, Tel. (069) 798 32199, Zegowitz@lingua.uni-frankfurt.deEstelmann@em.uni-frankfurt.de, das Programm auf einen Blick unter: http://www2.uni-frankfurt.de/50812186/LW_Kongress_Karte_endNEU.pdf