​​​​​Pressemitteilungen ​ – Mai 2019

 

Mai 29 2019
16:04

Graduiertenschule für Economics, Finance und Management (GSEFM) bietet mit MSQ-Programm attraktiven Master für Wirtschaftswissenschaftler an. Porträt im neuen UniReport. 

Mit dem Master zur Promotion oder in anwendungsorientierte Berufe

FRANKFURT. Ein forschungsorientierter Studiengang, der ganz unterschiedliche Berufsziele abbildet: Das Masterprogramm „MSQ“ an der Graduiertenschule für Economics, Finance und Manement (GSEFM), die von den drei Rhein-Main-Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz getragen wird, ist zugeschnitten auf Bachelorabsolventen der Wirtschaftswissenschaften, die in die quantitativ-analytische Forschung gehen möchten oder eine stärker anwendungsorientierte Ausbildung suchen. MS steht für den akademischen Grad „Master of Science“; Q deutet an, dass es sich bei den drei Schwerpunkten des Programms um quantitativ-analytische Wissenschaften handelt. Für welche Wirtschaftswissenschaftler das MSQ-Programm attraktiv ist, welche Fähigkeiten, Interessen und Berufswünsche darin zum Tragen kommen, beschreibt ein Porträt in der gerade erschienenen Mai-Ausgabe des UniReport.

„MSQ- Absolventinnen und -Absolventen finden problemlos hochinteressante Stellen, etwa bei Beratungsunternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Institutionen“, betont Prof. Michael Binder, Vorsitzender des GSEFM-Vorstandes. „Darüber hinaus ist unsere Statistik bei den Erstanstellungen von Promovierten der GSEFM erster Güte; den Vergleich mit den Ph.D.-Programmen europäischer Top-Universitäten brauchen wir nicht zu scheuen.“

Aus China, Korea, Russland, Slowenien und anderen osteuropäischen Ländern stammen die rund 140 Studierenden, die derzeit den MSQ anstreben; aus Deutschland, Österreich und Italien kommen sie genauso wie vereinzelt aus südamerikanischen Ländern wie Brasilien und afrikanischen Ländern wie Ägypten. Nicht alle Studierenden sprechen fließend Deutsch – das müssen sie auch gar nicht. Alle Kurse werden auf Englisch abgehalten, Bewerberinnen und Bewerber müssen zumindest mittlere Englischkenntnisse nachweisen.

Die weiteren Themen im UniReport 3/Mai 2019:

• Symbol – aber wofür? Nachbericht zur Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung“ des Forschungszentrums Globaler Islam. 

• Wie lässt sich die Flüchtlingspolitik humaner gestalten? Die Politikwissenschaftler/inn/en Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Egbert Jahn im Gespräch. 

• Die Mission „Schwarzes Loch“: Das Team um Astrophysiker Prof. Luciano Rezzolla schuf die Simulationen in einem globalen Forschungsprojekt. 

• Verwesungsprozesse verstehen lernen: Der Biologe PD Dr. Jens Amendt sucht für das Institut der Rechtsmedizin nach einem geeigneten Areal für eine „Body Farm“. 

• Pilzforschung im tropischen Tieflandswald: Prof. Meike Piepenbring unterrichtete einen Monat lang in Bolivien. 

• Tradition und Vielfalt: Das Fach Soziologie an der Goethe-Universität im Jubiläumsjahr – ein Überblick über seine Schwerpunkte. 

• Goethe, Deine Forscher: Dialog in der Tradition Martin Bubers – der Theologie Prof. Christian Wiese im Porträt. 

• Die National Model United Nation (NMUN) Konferenz in New York ist die größte UN-Simulation: Die Studentin Tsisia Ninikelashvili berichtet von ihren Erfahrungen in der Frankfurter Delegation von Prof. Tanja Brühl. 

• Eine Frankfurter Institution wird 50: Wolfgang Schopf vom Literaturarchiv der Goethe-Universität hat zusammen mit der früheren Geschäftsführerin Marion Victor ein Buch über den Verlag der Autoren herausgegeben. 

• Exportschlager Techno: Der Goethe-Uni-Alumnus Christian Arndt hat mit „Electronic Germany“ ein viel beachtetes Buch über die deutsche Technokultur vorgelegt. 

• Die Nacht zum Tag machen: Im Juni findet wieder die von Studierenden der Uni organisierte Night of Science auf dem Campus Riedberg statt. • Europa auf dem Bierdeckel: Nachbericht zu den Römerberggesprächen, die wieder in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Normative Orders stattfanden. 

• Histoire croisée: Ein Gespräch über ein Projekt der Frankfurter Ethnologie und des Frobenius-Instituts.

Der UniReport 3/2019 steht zum kostenlosen Download bereit unter: http://www.unireport.info/78423060.pdf

 

Mai 29 2019
13:21

​ Vortrag im Rahmen der Reihe „IST DIE WELT SCHLECHT? Globale Entwicklungen und psychologische Verzerrungen.

Fakten verstehen lernen

FRANKFURT. Daten und Fakten, die für ein adäquates Verständnis der Welt vonnöten sind, gibt es in Zeiten von Open Data genug. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, diese Daten zu nutzen und Statistiken richtig zu interpretieren. Dadurch übersehen sie möglicherweise die Fortschritte, die auf der Welt gemacht werden und nehmen Verbesserungen der globalen Lebenssituation, beispielsweise den Rückgang der Armut oder die Zunahme der Schulbildung, nicht wahr. Die schwedische Gapminder Foundation beschäftigt sich schon längerem damit, dass ein mangelndes Faktenwissen zu einer negativen Weltsicht führen kann. Mikael Arevius von Gapminder wird in seinem Vortrag „FOR A FACT-BASED WORLDVIEW“ vorstellen, wie man globale Fakten richtig verstehen und nutzen kann und erklären, welchen Fehldeutungen wir häufig unterliegen.

Zur Vortragsreihe „IST DIE WELT SCHLECHT?“: Katastrophen, Krisen, Unfälle und Terrorismus – schlägt man die Zeitung auf, schaut Nachrichten oder surft im Internet und in den „sozialen Medien", könnte man den Eindruck bekommen, dass wir heute in einer schlechten Welt leben und dass alles immer schlimmer wird. Über negative Ereignisse zu berichten ist eine wichtige Aufgabe der Medien. Aber ist die Welt wirklich voll von Problemen, Bedrohungen und Ungleichheit? In den vergangenen Jahren haben eine Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Disziplinen sich dieser Frage gewidmet. Sie alle zeigen: Der Menschheit insgesamt geht es in ihrer über zwei Millionen Jahre alten Entwicklungsgeschichte so gut wie nie zuvor. Wir leben also gesünder, länger, friedlicher und wohlhabender als je zuvor, haben aber den Eindruck, dass alles immer schlimmer wird. Wie kommt es zu diesen verzerrten Wahrnehmungen? Wie sieht die Faktenlage tatsächlich aus?

Die Zukunftsgastprofessur, von Prof. Rolf van Dick organisiert, widmet sich diesen und weiteren Fragen. Im Rahmen von zwei Gastvorträgen sind alle Interessierten eingeladen, sich mit den globalen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte auseinanderzusetzen und gemeinsam mit den Vortragenden die Fakten und Mythen zu entdecken und zu diskutieren.

Am 21. Mai sprach bereits Prof. William von Hippel über „THE SOCIAL LEAP“; Mikael Arevius von der schwedischen Gapminder Foundation spricht am Dienstag, den 4. Juni, zum Thema „FOR A FACT-BASED WORLDVIEW“.

4. Juni 2019, 18.30 Uhr, Hörsaal 10, Hörsaalzentrum, Campus Westend, Goethe Universität.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht unter: gastprofessur@psych.uni-frankfurt.de

 

Mai 28 2019
14:00

Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) befasst sich mit dem Leib in der Psychoanalyse

Tatort Körper 

FRANKFURT. Sigmund Freud sah den Körper am Grund der Ich-Werdung des Menschen: Das Ich sei zuallererst ein körperliches und werde durchzogen von Triebkräften, die entlang von körperlichen Vorgängen ihre Organisation erfahren. Dieser Verschränkung von Körper und Psyche widmet sich die Jahrestagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG), die unter dem Titel „Tatort Körper. Der Leib in der Psychoanalyse“ von Donnerstag, 30. Mai (Himmelfahrt) bis Sonntag, 2. Juni auf dem Campus Westend stattfindet. Die Tagung befasst sich mit den kulturellen, gesellschaftlichen und klinischen Aspekten des Themas.

Insbesondere thematisiert die Tagung die Präsenz des Körpers in und außerhalb des Behandlungszimmers. Im Focus des klinischen Interesses stehen dabei die Fragen: Wie teilen sich Patienten dem Analytiker körperlich mit? Und wie reagiert der Analytiker körperlich? Wie können diese Phänomene und Prozesse dem Denken und Sprechen zugänglich gemacht werden? Körperliche Phänomene haben dabei vielfältige Bedeutungen: Sie können die Symbolisierung oder Desymbolisierung verdrängter Konflikte darstellen, ein Trauma anzeigen oder auf Lücken in den seelischen Repräsentationen hinweisen. Bei den klinischen Phänomenen, den oft langen und leidvollen Krankengeschichten psychosomatischer Phänomene, geht es vor allem auch um die Technik der Behandlungen und ihrer Modifizierungen im Rahmen neuer Erkenntnisse innerhalb der Psychoanalyse und in den Nachbarwissenschaften. In Hinblick auf die neuen Medien befasst sich die Tagung zum Beispiel mit dem virtuellen Körperlichen bei Skype- und Telefonanalysen.

Der Körper als kulturell-gesellschaftliches Phänomen – dabei geht es zum Beispiel um Fragen der Selbstinszenierung. Ist der Körper doch der Ort, auf den wir projizieren, den wir verdinglichen und manipulieren, ein Ort der Ideale von Schönheit und Anmut, von Entblößung und Enthemmung oder von Schamhaftigkeit und Mangel. Körperinszenierungen und -manipulationen richten sich nicht selten gegen die Zumutungen der Vergänglichkeit. Sie können auch Ausdruck des Versuches der Selbstoptimierung sein, wie es gegenwärtige gesellschaftliche Prozesse mit ihren Ansprüchen an das Subjekt oft fordern. Die Psychoanalyse hat sich seit ihrer Begründung durch Sigmund Freud in ständiger Weiterentwicklung nicht nur als ein äußerst erfolgreiches therapeutisches Verfahren erwiesen. Sie ist darüber hinaus Sozialwissenschaft, die mit ihren Konzeptualisierungen und ihrer Subjekttheorie den öffentlichen wie gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Diskurs bereichert.

Die Jahrestagung ist das wissenschaftliche Forum der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG), auf dem sich Mitglieder und interessierte Gäste zum gegenwärtigen Stand psychoanalytischer Praxis und Forschung austauschen. Dieses Jahr wird die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe und dem Institut für Psychoanalyse der DPG in Frankfurt vorbereitet. 

Das vollständige Programm der DPG-Jahrestagung finden sie hier: http://www.dpg-frankfurt.de/pdf/DPG_Tagungsprogramm.pdf 

Pressekontakt: Norma Heeb, Telefon 0611 4060263, Mobil 0176 34219335, E-Mail: norma-heeb@t-online.de

Information und Anmeldung: Frau Steffi Hellmich, DPG Geschäftsstelle Berlin, Goerzallee 5, 12207 Berlin, Telefon 030 84316152

 

Mai 28 2019
13:48

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Frobenius-Instituts für kulturanthropologische Forschung geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag

Vortrag: Die Kunst des Forschens im 21. Jahrhundert – das Frobenius-Institut stellt sich vor 

FRANKFURT. Das Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt zählt zu den bedeutendsten ethnologisch ausgerichteten Forschungsinstituten im deutschsprachigen Raum. Die Forschungsaktivitäten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Regionen der ganzen Welt – von Afrika über Zentralasien nach Papua-Neuguinea – zusammen mit den umfangreichen Sammlungen und Archiven des Instituts leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung kultureller Diversität in Vergangenheit und Gegenwart. Das Frobenius-Institut sieht seine Aufgaben darin, kulturanthropologisches Wissen zu erweitern und über den wissenschaftlichen Dialog einen reflektierten Umgang mit kultureller Differenz zu fördern.

In diesem Abendvortrag geben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Frobenius-Instituts unmittelbare Einblicke in ihren Forschungs- und Arbeitsalltag: Sie berichten über ihre aktuellen Projekte u.a. in Süd- und Zentralasien, Äthiopien, Mali und im Tschad, in denen sie sich mit Themen wie Migration, religiöser Wiederbelebung oder der kulturellen Bedeutung von Hirse befassen. Die Vortragenden stellen das einzigartige Felsbildarchiv des Instituts und weitere Sammlungen vor und erklären, welche Rolle die Sammlungsarbeit für die heutige Ethnologie spielt. Ferner blicken sie auf die über hundertjährige Geschichte des Instituts zurück und zeigen, wie sie sich der bedeutsamen Aufgabe widmen, diese Geschichte kritisch aufzuarbeiten und im heutigen Forschungskontext zu reflektieren.

Vortragende sind: Prof. Dr. Roland Hardenberg (Direktor), Prof. Dr. Mamadou Diawara (stellvertretender Direktor), Prof. Dr. Holger Jebens (Schriftleitung Paideuma, Zeitschrift für kulturanthropologische Forschung), Dr. Richard Kuba (Leiter Felsbildarchiv), Dr. Carlos Magnavita (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) und Dr. Sophia Thubauville (Ethnologische Bibliothek Leo Frobenius)

Dienstag, 4. Juni 2019, 19 Uhr im Museum Giersch der Goethe-Universität
Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Noch bis 14. Juli 2019 sind im Museum Giersch der Goethe-Universität in der Ausstellung „Frobenius – Die Kunst des Forschens“ mehr als 200 Bildwerke aus den Sammlungen des Frobenius-Instituts zu sehen – Nachzeichnungen prähistorischer Felsbilder, ethnographische Darstellungen und Fotographien. Die Ausstellung rückt besonders die Frauen in den Fokus, von denen die überwiegende Mehrheit des Bildmaterials stammt, und zeigt mit Werken von Paul Klee, Willi Baumeister und Wols den Einfluss der Prähistorie auf die Moderne.

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse. 

Informationen: Dipl.-Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/138210121, E-Mail: presse@museum-giersch.de 

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Mai 28 2019
10:35

Forscher der Goethe-Universität veröffentlichen Website zur Situation von Frauen in den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten Europas.

„Leaky pipeline“: Frauen im Karriereverlauf Nachteilen unterworfen 

FRANKFURT. Seit heute gibt es ein webbasiertes Instrument über den Anteil von Frauen in wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Europa. Ohne verlässliche Daten ist es unmöglich, den Status von Frauen in den Wirtschaftswissenschaften zu bewerten. Eine neue Website soll dabei helfen, dieses Problem zu überwinden. Mithilfe eines Algorithmus wurden die Daten aller europäischen Forschungsinstitutionen auf deren öffentlich zugängigen Webauftritten ausgelesen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den 300 Institutionen mit der größten Forschungsleistung in Europa gewidmet. 

Die Seite ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und entsprang einer Idee des Komitees für Frauen in den Wirtschaftswissenschaften der European Economic Association (EEA), zu dessen Zielen die Sammlung von Daten zur Situation von Frauen in den Wirtschaftswissenschaften gehört. Mit Unterstützung der EEA wurde diese Aufgabe weitergeführt durch Prof. Guido Friebel, Mitglied des Komitees und Sascha Wilhelm, die beide an der Goethe-Universität in Frankfurt forschen und lehren. Friebel ist außerdem auch Mitglied des CEPR in London und des IZA in Bonn. 

Die Seite stellt Informationen über den Anteil von Frauen in Universitäten, Business Schools und anderen Einrichtungen zur Verfügung. Sie zeichnet für Europa ein ähnliches Bild wie in den USA, allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen Europas. Die Institutionen, die bezüglich ihrer Forschung produktiver sind, tendieren dazu, weniger Frauen im Rang eines „Full Professors“ zu haben (in Deutschland: C4 oder W3). Diese Beobachtung stärkt die Hypothese einer "leaky pipeline", nach der Frauen in ihrem Karriereverlauf durch Doppelbelastungen Nachteilen unterworfen sind. Überraschend ist aber, dass sich ein ähnliches Bild auch auf dem akademischen Eintrittsniveau bietet, zum Beispiel bei Juniorprofessoren. Die Website hat das Ziel, zur Debatte über die Geschlechtergerechtigkeit in und deren Gesellschaften beizutragen und neue Studien für die Sammlung von Daten und Forschung zu ermöglichen.

Website: https://www.women-economics.com

Weitere Informationen: Prof. Guido Friebel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-34823; gfriebel@wiwi.uni-frankfurt.de. Sascha Wilhelm, wilhelm@econ.uni-frankfurt.de

 

Mai 27 2019
17:29

Feierliche Überreichung des „Cambridge Habermas Lexicon“ im Forschungskolleg Humanwissenschaften 

Cambridge University Press veröffentlicht Lexikon zu Jürgen Habermas

FRANKFURT. Eine große Ehre für Jürgen Habermas: Der Verlag Cambridge University Press hat im Jahr seines 90. Geburtstages ein umfassendes Lexikon über den Philosophen und Soziologen, der bis 1994 Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität war, herausgebracht. Verfasst wurde es von einem internationalen Autorenteam – darunter auch Wissenschaftler der Goethe-Universität. Das Kompendium wurde heute im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg vorgestellt und Jürgen Habermas von den beiden Herausgebern Amy Allen und Eduardo Mendieta persönlich überreicht. 

In über 200 Einträgen werden die grundlegenden Konzepte, Kategorien und Themen Habermas' erklärt sowie fachliche und intellektuelle Kontexte herausgearbeitet. Die Palette von über 120 Begriffen reicht von „Aesthetics“ bis „World Disclosure“, die Liste wichtiger auf Habermas bezogener Denker beginnt mit Theodor W. Adorno und endet bei Iris Marion Young; besprochen werden im Kapitel „Names Associated“ auch die Frankfurter Philosophen Axel Honneth und Rainer Forst. Das Werk zeichnet sich durch ein System von Verweisen zwischen den einzelnen Einträgen und auf weiterführende Literatur zum jeweiligen Thema aus. Außerdem beinhaltet es einen Überblick über den akademischen Werdegang von Jürgen Habermas, ein Werkverzeichnis und eine umfassende Bibliographie. Die Herausgeber hoffen, dass das Werk Bezugspunkt für alle Wissenschaftler, Studierende und interessierte Leser werden wird, die sich mit dem Habermas'schen Werk und seiner Rezeption im 20. und 21. Jahrhundert befassen. 

Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, betonte, dass das „Cambridge Habermas Lexicon“ die überragende Bedeutung Habermas' zeige: „Ja, ich möchte so weit gehen und feststellen, dass Jürgen Habermas sogar der weltweit wichtigste Philosoph unter den heute lebenden Philosophen ist. Und wir dürfen stolz darauf und dankbar dafür sein, dass er ein Mitglied des Instituts für Philosophie der Goethe-Universität und ein häufiger Gast auch am Forschungskolleg Humanwissenschaften sowie des Frankfurter Exzellenz-Clusters ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen' ist. Wir haben alle von ihm bis auf den heutigen Tag unendlich viel gelernt.“ 

Lutz-Bachmann wies ferner darauf hin, dass von Habermas noch in diesem Jahr eine eigene Publikation zu erwarten ist: „Dieser großartige Philosoph und wichtige intellektuelle Anreger legt jetzt, im Alter von bald 90 Jahren, im Herbst dieses Jahres sein zweibändiges, über 1.700 Seiten starkes Alterswerk zum ‚Diskurs über Glauben und Wissen' bei Suhrkamp vor. In einer kleinen Arbeitsgruppe durften wir vorläufige Passagen dieses Werks mit dem Autor vor zwei Jahren am Forschungskolleg Humanwissenschaften in einer mehrtägigen Klausur diskutieren. In diesem Werk werden wir alle seine intellektuelle Brillanz noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen lernen.“

Amy Allen, Eduardo Mendieta (eds.): The Cambridge Habermas Lexicon. Cambridge University Press 2019

Weitere Informationen: Beate Sutterlüty, Referentin Fellowprogramm und Wissenschaftskommunikation, Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg. Tel.: 06172-13977-15; b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de ; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

 

Mai 24 2019
10:46

Internationales Symposium an der Goethe-Universität analysiert die neuere und neueste Literatur und ihre Zeitdiagnosen.

Japan zwischen 1989 und 2019

FRANKFURT. Am 6. und 7. Juni 2019 findet ein von der Japanologie der Goethe-Universität veranstaltetes Symposium mit dem Titel „Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature“ statt. Für die Tagung konnten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Japan, USA, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland gewonnen werden. Unter ihnen sind Victoria Young von der University of Cambridge, Yoshio Hitomi von der School of Culture, Media and Society, Waseda Universität Tôkyô, der amerikanische Lyrikforscher Jeffrey Angles und die renommierte Japanologin Michiko Mae aus Düsseldorf. Beteiligt ist zudem eine jüngere literaturwissenschaftlich ausgerichtete Forschergeneration.

Anlass für die Konferenz gab der Zeitenwandel in Japan: Die zeitgenössische japanische Literatur, die „Literatur der Heisei-Ära“ (Heisei bungaku), die mit dem Tod von Kaiser Hirohito (1901-1989) und dem Ende der Shôwa-Ära 1989 ihren Anfang nahm, hat sich über drei Dekaden hinweg bis zur Abdankung des Heisei-Kaisers Akihito am 30. April 2019 entwickelt und tritt nun in den Raum der Geschichtlichkeit ein. Mit dem aktuellen Kaiser Naruhito lautet die Regierungsdevise „Reiwa“. Insofern ist nun die beste Gelegenheit, Autoren, Texte und Tendenzen der vergangenen Epoche zu betrachten, um damit erste Thesen und Erkenntnisse zu formulieren. 

Auf der Basis der an der Goethe-Universität bereits geleisteten Forschungen können im Austausch unterschiedlicher Wissenschaftstraditionen zentrale Fragestellungen erörtert werden, angefangen mit der Frage danach, was man unter „Literatur“ in den Jahren von 1989 bis 2019 verstehen wollte, in denen sich ein Wandel des „Systems“ Landesliteratur (kokubungaku) auf verschiedenen Ebenen vollzog. Gemeinsam gilt es zu diskutieren, welchen Kanon wir für die Heisei-Literatur zu bestimmen hätten, welche Themen literaturwissenschaftlich forschende Japanologen und Japanologinnen behandeln sollten und welche Schriftsteller vermutlich die literarische Zukunft in der Reiwa-Ära gestalten werden.

Symposium „Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature“ 

6. Juni 2019, 15:30 Uhr: Campus Westend, Eisenhower Room 

7. Juni 2019, 9:30-20:00 Uhr: Campus Bockenheim, Raum Jur 717 

Organisation: Prof. Dr. Lisette Gebhardt/Christian Chappelow M.A./ Damian David Jungmann M.A. (Japanologie, Goethe-Universität) 

Die Veranstaltung ist öffentlich – um Anmeldung unter Heisei-Literatur@em.uni-frankfurt.de wird gebeten.

 

Mai 23 2019
15:08

Neuer Sonderforschungsbereich (SFB) analysiert vielfältige Rollen von RNA-Molekülen/ weiterer RNA-SFB verlängert

Molekularer Regulierung von Herz-Kreislauf-System auf der Spur 

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat gemeinsam mit der TU München einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) eingeworben, der in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit circa 11 Millionen Euro gefördert wird. Ein weiterer SFB zur RNA-Forschung wird zum zweiten Mal verlängert. Die Förderung von zwei schlagkräftigen Forschungsverbünden unterstreicht die exzellente Arbeit im Bereich der RNA-Forschung an der Goethe-Universität. 

Das Konsortium aus 30 renommierten Forschenden wird im neuen SFB untersuchen, welchen Einfluss sogenannte nicht-kodierende RNAs auf die Entwicklung, Regulation und zelluläre Prozesse des Herz-Kreislauf-Systems haben. Im verlängerten SFB geht es um die Struktur und Funktion diverser RNA-Varianten in Biologie und Chemie. 

Ribonukleinsäuren, kurz RNA, galten lange nur als Botenmoleküle, die Erbinformation für die Herstellung von Proteinen kodieren. Inzwischen weiß man, dass mehr als 90 Prozent der RNA-Moleküle eine erstaunliche Vielfalt anderer Aufgaben erledigen. Viele von ihnen regulieren Abläufe in der Zelle (siRNA, miRNA und sRNA), andere können faszinierende drei-dimensionale Strukturen bilden und dienen als Enzyme oder Schalter für zelluläre Prozesse. Auch bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems spielen nicht-kodierende RNAs eine maßgebliche Rolle. 

Der von Prof. Stefanie Dimmeler vom Institut für Kardiovaskuläre Regeneration an der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Stefan Engelhardt vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der TUM koordinierte neue Transregio SFB „Non-coding RNA im kardiovaskulären System“ wird erforschen, wie nicht-kodierende RNAs im Herz-Kreislauf-System hergestellt und transportiert werden. Weiterhin geht es darum, wie sie zelluläre Abläufe beeinflussen und welche Rolle sie bei der Entstehung und Heilung von Herz-Kreislauf-Krankheiten spielen. Langfristig sollen auch neue therapeutische Zielmoleküle gefunden werden

Weitere Partner sind die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und die Medizinische Hochschule Hannover.

SFB geht in die dritte Förderperiode 

Im Fokus des verlängerten SFBs „Molekulare Mechanismen der RNA-basierten Regulation“ unter der Sprecherschaft von Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, steht die Funktion der RNA in Chemie und Biologie. Die Forschenden der Goethe-Universität und der TU-Darmstadt interessiert insbesondere, wie RNAs die Genexpression regulieren. Während der ersten beiden Förderperioden (insgesamt acht Jahre) haben die Forschenden diverse spektroskopische Methoden etabliert, um die Struktur der komplexen Makromoleküle zu entschlüsseln. Diese Methoden sollen nun von in vitro-Systemen (präparierte Moleküle im Reagenzglas) auf lebende Systeme (in vivo) übertragen werden. Die Forschenden erwarten neue Einblicke in die Funktion der verschiedenen RNA-Varianten in lebenden Zellen. 

Stefanie Dimmeler und Harald Schwalbe sind sich einig: „Diese weitere Förderung der RNA-Forschung in Frankfurt wird dazu beitragen, dass die Goethe-Universität ihre Vorreiterschaft in diesem Bereich weiter ausbaut.“

Informationen: Prof. Stefanie Dimmeler, Institut für Kardiovaskuläre Regeneration, Fachbereich Medizin, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301- 6667, dimmeler@em.uni-frankfurt.de. Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Fachbereich Chemie, Biochemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29737 , schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

 

Mai 22 2019
09:00

​ EU-Projekt BRIGHTER entwickelt 3D-Biodrucksystem mit neuartiger Lichtscheiben-Lithographie

Gewebe und Organe mit Lithographie erzeugen

FRANKFURT. Organe künstlich zu erzeugen, ist ein hochaktuelles Forschungsthema. Künstliche Organe werden in naher Zukunft den Mangel an Organspenden ausgleichen und Tierversuche ersetzen. Zwar gibt es bereits vielversprechende Versuche mit 3D-Druckern, die eine „Bio-Tinte“ lebender Zellen verwendet, aber ein funktionsfähiges Organ ist so noch nie entstanden. Eine von Elena Martinez (IBEC, Barcelona) initiierte europäische Forschergruppe unter Beteiligung der Goethe-Universität geht jetzt neue Wege. Sie entwickelt ein Lithographie-Verfahren, das auf spezielle Hydrogele setzt, die mit lebenden Zellen versetzt sind.

Biodrucksysteme, die Strukturen schichtweise von unten nach oben aufbauen (engl. "bottom-up“), haben erhebliche Nachteile. Zum einen dauert der Druckvorgang viel zu lang, so dass die Überlebenschancen der Zellen in der Bio-Tinte und in den polymerisierten Schichten sehr gering sind. Des Weiteren erzeugt der Sprühvorgang für die Zellen, besonders für Stammzellen, eine erhebliche Ausfallrate. Dazu kommt, dass die Auflösung des Verfahrens mit etwa 300 Mikrometern viel zu gering ist, um die filigranen Strukturen natürlicher Gewebe nachzubilden. Schließlich ist es besonders schwierig, komplexe Hohlraumstrukturen, wie blutführende Gefäße, in das Zellgewebe einzubauen.

„Mit unserem Projekt wollen wir den umgekehrten Weg gehen, indem wir ein abwärts strukturiertes (engl. "top-down") Lithographie-Verfahren entwickeln“, erklärt Dr. Francesco Pampaloni vom Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften (BMLS) an der Goethe-Universität. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie die Lithographie in der Halbleitertechnik. Anstelle des Halbleiters und der photoempfindlichen Schicht, die durch eine Maske beleuchtet wird, tritt ein Hydrogel mit lichtempfindlichen Molekülen. Dieses wird mithilfe der Lichtscheibentechnik, die Prof. Ernst Stelzer für die Lichtscheibenmikroskopie erfunden hat, in dünnen Scheiben belichtet. So bilden sich verzweigte Kettenstrukturen (Polymere), die als Matrix für die Besiedlung durch lebende Zellen dienen. Das restliche, noch flüssige Hydrogel, wird ausgewaschen.

„Mit diesem Verfahren werden wir in der Lage kommen, die räumliche Struktur und ihre Steifigkeit mit einer bisher unerreichten Auflösung einzustellen, so dass wir die gleichen heterogenen Mikrostrukturen schaffen können, die Zellen in natürlichen Geweben vorfinden“, erklärt Pampaloni. Er erwartet, dass sich vollkommen neue Möglichkeiten für die Biofabrikation komplexer Gewebe und ihrer anatomischen Mikrostrukturen ergeben werden. Zudem kann man die spezifischen Eigenschaften der Matrix nutzen, um Stammzellen in wohldefinierte Kompartimente einzubringen oder die Ausbildung von Gefäßen zu ermöglichen. Weitere Vorteile gegenüber bislang üblichen 3D-Drucksystemen sind die hohe Geschwindigkeit und eine kostengünstige Produktion.

BRIGHTER steht für "Bioprinting by light sheet lithography: engineering complex tissues with high resolution at high speed". Gefördert wird das Projekt ab Juli 2019 für drei Jahre im Rahmen des renommierten und sehr selektiven „Future and Emerging Technologies“ (FET) Open Horizon 2020 Programm der Europäischen Union. BRIGHTER wird mit insgesamt 3.450.000 Euro finanziert, von denen 700.000 Euro an das Team von Dr. Pampaloni im Arbeitskreis Physikalische Biologie von Prof. Stelzer, Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität, gehen. Weitere Partner sind das IBEC (Barcelona, Spanien, Koordination), Technion (Haifa, Israel) sowie die Unternehmen Cellendes (Reutlingen, Deutschland) und Mycronic (Täby, Schweden).

Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78299401

Bildtext: Ein Hydrogel aus lebenden Zellen und lichtempfindlichen Molekülen wird in einer dünnen Schicht mit Laserlicht beleuchtet (grüner Strahl). Dadurch entstehen 3D-Mikrostrukturen, die Gewebe und seine Funktion nachbilden. Das verbleibende Hydrogel wird nach dem Druckprozess ausgewaschen.
Bild: F. Pampaloni, BRIGHTER, 2019

Informationen: Dr. Francesco Pampaloni, Physikalische Biologie, Fachbereich Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42544, fpampalo@bio.uni-frankfurt.de, http://www.physikalischebiologie.de

 

Mai 21 2019
12:34

Veranstaltung zu 20 Jahren archäologische Forschungen am Bartholomäberg

Filmpremiere zum Bergbau im Montafon

FRANKFURT. Das Montanrevier im Montafon zählt zu den ältesten im gesamten Alpenraum. Seit 20 Jahren wird dort archäologisch geforscht, seit 2000 unter der Leitung von Rüdiger Krause, der 2006 als Professor für Frühgeschichte an die Goethe-Universität berufen wurde. Anlässlich dieses „Jubiläums“ findet am

am Freitag, 24. Mai, 20 Uhr und Samstag, 25. Mai, 10 bis 17:30 Uhr
im Gemeindesaal Bartholomäberg, Dorf 14, 6781 Bartholomäberg (Österreich)

ein Kolloquium mit Vorträgen zur Bergbaugeschichte und einer Filmpremiere statt. Titel der Veranstaltung ist „20 Jahre Archäologie im Montafon“. Die Veranstaltung macht mit den Highlights der Montanarchäologie und der Alpenarchäologie bekannt.

Das Montafon an der Trennlinie zwischen Ostalpen und Westalpen ist eine außergewöhnliche Kulturlandschaft. Im Süden Vorarlbergs liegt eine Talschaft mit Herz, eine Region „zwischen“ den Welten, die schon zu allen Zeiten Einflüsse aus verschiedenen Richtungen erfahren und ihre Bewohner geprägt hat. Die Ursprünge des Bergbaus reichen weit zurück, und das kleine Montanrevier zählt zu den ältesten in den Alpen. Wie die interdisziplinären archäologischen Forschungen zusammen mit Archäobotanikern und Bodenkundlern der Goethe-Universität gezeigt haben, wurde schon in keltischer Zeit Bergbau betrieben, vermutlich sogar schon in der Bronzezeit. Dank der Pflanzenreste und hunderttausender Blütenpollen kann die Geschichte einer Landschaft insgesamt entschlüsselt werden. Die im Boden verborgenen „Schätze“ sind bedeutende Geschichtsquellen, die erschlossen werden, um das Leben und Wirtschaften früherer Bevölkerungen zu rekonstruieren. Über das Auftreten des Menschen und seiner Herdentiere sowie der Sammel- und Feldwirtschaft kann die an der Goethe-Universität betriebene Archäobotanik wichtige Erkenntnisse liefern. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Wissenschaftler einen so wesentlichen Beitrag zur Erforschung der Vergangenheit dieser wichtigen Region in den Alpen geleistet haben“, sagt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität. Seit dem Jahr 2000 wird die Geschichte des Montafons in einem interdisziplinar angelegten archäologischen Projekt durch das Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität erforscht.

Neben zahlreichen interdisziplinären Vorträgen über Montanarchäologie, Bergbau, Kultplätze, Siedlungen sowie das Wirtschaften in den Alpen wird es bei dem Kolloquium am Wochenende auch eine Filmpremiere geben: Peter Prestel, Regisseur und Produzent vieler Terra-X-Folgen, hat eine Fernsehdokumentation über das Montanrevier im Montafon gedreht. Dazu hat er die Blütezeit des Montafoner Bergbaus im Mittelalter filmisch unter die Lupe genommen. Gedreht wurde am Kristberg und am Bartholomäberg. Dabei standen die montanarchäologischen Ausgrabungen genauso im Mittelpunkt wie die Bergknappenkirche auf dem Kristberg und die prächtige Bartholomäberger Kirche mit ihrem berühmten romanischen Vortragekreuz. Der entstandene Film „Alpenerz – Archäologische Spurensuche im Montafon“ wird am Freitag um 20 Uhr erstmals gezeigt. Termine für TV-Ausstrahlungen werden folgen. Direkt im Anschluss wird Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, über „Die gesellschaftliche Relevanz von universitärer Forschung – Perspektiven 2020“ sprechen. Danach gibt Peter Prestel Einblicke in die Entstehung der Filmdokumentation.  Die Idee zum Film entstammt dem 2015 erschienen Buch „Montafoner Zeitmaschine“ von Rüdiger Krause.

Beim Jubiläumskolloquium am Samstag präsentieren neun namhafte Forscher aus dem deutschsprachigen Raum in lebendigen und informativen Lichtbildervorträgen Wissenswertes zu Archäologie und Bergbaugeschichte der Alpen, aber auch aus anderen bekannten Bergbauregionen wie dem Sächsischen Erzgebirge. Mehr zum Programm und zu den Referenten unter www.montafon.at/kolloquium.

Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Goethe-Universität mit der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Uni, der Gemeinde Bartholomäberg, der Montafon Tourismus GmbH, Montafon TV sowie den Unternehmen Adolf Würth GmbH & Co. KG und Rauch Fruchtsäfte.

Bilder zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/78275071

Bildrechte: Krause/Goethe-Universität

 

Mai 21 2019
10:22

Dieter Zetsche spricht an der Goethe-Universität über die Zukunft der Mobilität

Kommt bald das vollautomatische Auto?

FRANKFURT. Seit Carl Benz und Gottlieb Daimler das Automobil erfunden haben, wurde es zur persönlichen Unabhängigkeitserklärung für Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Mehr als 130 Jahre später befindet sich die Automobilbranche im tiefgreifendsten Wandel ihrer Geschichte. Wie er sich die Zukunft der Mobilität vorstellt, erläutert Dr. Dieter Zetsche, Daimler AG, im Rahmen der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur zur „Zukunft der Energie“

am 4. Juni um 18 Uhr
Campus Riedberg / Otto-Stern-Zentrum, Ruth-Moufang-Straße 2

„Das Auto wird neu erfunden. Aber nicht etwa, weil es in seiner bisherigen Form an Faszination verloren hätte. Im Gegenteil: Es fasziniert mehr denn je“, weiß Zetsche. Der Erfolg des Autos ist gleichzeitig seine größte Herausforderung. Denn je mehr Menschen die Freiheit genießen, die das Auto bringt, desto dringender brauchen wir eine neue Unabhängigkeit: vom Öl, von Emissionen, von Unfällen und von starren Besitzmodellen.

Dazu arbeiten die Automobilunternehmen mit Hochdruck an vier großen Zukunftsthemen: Connectivity, autonomes Fahren, Sharing und Elektromobilität. Welche neuen Chancen dadurch für die Umwelt, die Menschen und die Wirtschaft entstehen und welche Fortschritte es auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft gibt, wird Zetsche in seinem Vortrag erläutern.

In der Vortragsreihe für Bürgerinnen und Bürger der Rhein-Main-Region referieren international renommierte Experten die neuesten Entwicklungen aus Forschung und Technologie. Themen sind die globale Erwärmung, erneuerbare Energiequellen, Energietransport, Mobilität sowie die damit einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen.

Weitere Vorträge in der Reihe:

5. Juni: Prof. Martin Greiner, Universität Aarhus, Dänemark: Anpfiff zur zweiten Halbzeit der Energiewende: Grundlegende Gedanken aus den Natur- und Technikwissenschaften

12. Juni: Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Emmendingen: Nachhaltige Energie heißt weniger Energie, aber mehr Wohlstand

Der Eintritt ist frei.

Informationen: Prof. Dirk Rischke, Institut für Theoretische Physik, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47862 , drischke@th.physik.uni-frankfurt.de

 

Mai 20 2019
14:41

Studie belegt Wirksamkeit einer neuen Psychotherapie/ Publikation in JAMA

Hilfe für Jugendliche nach der Erfahrung von Missbrauch

FRANKFURT. Für Jugendliche, die körperliche oder sexuelle Gewalt erlitten haben, gab es bisher nur wenige wissenschaftlich evaluierte Therapieansätze. Psychologen der Goethe Universität haben diese Lücke geschlossen, indem sie eine speziell auf diese Altersgruppe zugeschnittene Psychotherapie entwickelten. Deren Wirksamkeit ist nun in einer bundesweiten Studie über vier Jahre nachgewiesen worden. 

Etwa vier bis 16 Prozent der Kinder erleben in westlichen Ländern körperliche Misshandlungen, bei sexuellem Missbrauch liegen diese Zahlen zwischen fünf und zehn Prozent. Die Betroffenen leiden in der Folge nicht nur an Einschränkungen in vielen Lebensbereichen, sondern haben auch ein erhöhtes Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken, insbesondere an der Posttraumatischen Belastungsstörung. Diese ist mit belastenden Symptomen verbunden wie wiederkehrenden Erinnerungen, Ängsten, Schlafstörungen oder Reizbarkeit. Häufig werden Dinge und Situationen vermieden, die an das traumatische Ereignis erinnern. Eine frühe Behandlung kann jedoch helfen, Langzeitfolgen zu verhindern.

Das Team um Privatdozentin Dr. Regina Steil, Akademische Oberrätin am Institut für Psychologie der Goethe-Universität, hatte bereits 2014 eine entwicklungsangepasste kognitive Verhaltenstherapie entwickelt, die speziell auf die Situation und Bedürfnisse von Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren zugeschnitten ist. Sie umfasst 30 bis 36 Sitzungen innerhalb von vier bis fünf Monaten und unterteilt sich in vier Behandlungsphasen. Nach einer Kennenlernphase mit dem Therapeuten lernen die Jugendlichen zunächst, mit ihren Gefühlen umzugehen und Strategien für den Umgang mit Stress anzuwenden. Erst dann setzen sie sich mit ihren Gedanken und Gefühlen zum sexuellen Missbrauch und/oder die körperliche Misshandlung auseinander und gewinnen schrittweise wieder ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit.

Dass diese neue Form der Psychotherapie die psychische Belastung effektiv reduziert, ist jetzt im Rahmen einer vom Bundesforschungsministerium geförderten Studie gezeigt worden. Diese stand unter der Leitung von Prof. Rita Rosner, Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt und umfasste Behandlungsstandorte in Berlin (Babette Renneberg), Frankfurt (Regina Steil) und Ingolstadt (Rita Rosner). Die ersten Ergebnisse wurden in „JAMA Psychiatry“, einer Zeitschrift der „American Medical Association“, veröffentlicht. Diese zählt weltweit zu den renommiertesten psychiatrischen Fachzeitschriften.

In der Studie erhielten die jungen Patientinnen und Patienten nach dem Zufall aufgeteilt entweder die neue Psychotherapie oder die in Deutschland derzeit übliche Versorgung. Dieser Kontrollgruppe wurde aber nach Abschluss der Studie die Möglichkeit gegeben, ebenfalls mit der neuen Therapie behandelt zu werden. Nach Ende der Therapie bzw. Wartezeit wurden die beiden Gruppen hinsichtlich ihrer psychischen Belastung verglichen. Es zeigte sich, dass die Gruppe, die die neue Therapie bekam, deutlich weniger Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung aufwies als die Kontrollgruppe. Aber auch andere psychische Erkrankungen, wie depressive Symptome oder die Symptome einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, gingen bei der behandelten Gruppe stärker zurück. Auch drei Monate nach Therapieende konnten diese Unterschiede beobachtet werden. „Die erfolgreiche Überprüfung der neuen Therapieform stellt einen wichtigen Schritt in der Verbesserung der Behandlungssituation von traumatisierten Jugendlichen dar“, fasst Dr. Regina Steil die Ergebnisse zusammen.

Publikation: Rosner R, Rimane E, Frick U, et al. Effect of developmentally adapted cognitive processing therapy for youth with symptoms of posttraumatic stress disorder after childhood sexual and physical abuse: a randomized clinical trial. JAMA Psychiatry. Published online April 10, 2019. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.4349 

Informationen: Privatdozentin Dr. Regina Steil, Institut für Psychologie, Fachbereich5, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-23379 , steil@psych.uni-frankfurt.de

 

Mai 20 2019
14:14

Junge Dichterinnen zu Gast an der Goethe-Universität

Poesie aus Flandern und den Niederlanden

FRANKFURT. Vier junge Dichterinnen aus den Niederlanden und Flandern sind zu Gast an der Goethe-Universität und zeigen, wie erfrischend junge Poesie auf Niederländisch klingt. Kira Wuck, Carmien Michels, Charlotte Van den Broeck und Hagar Peeters sind vier große Namen in der niederländischsprachigen Lyrikwelt. Ihre poetischen Sporen haben sie sich bei diversen nationalen und internationalen Poetry Slam-Festivals verdient. Den Anfang machen Kira Wuck aus den Niederlanden und Carmien Michels aus Belgien, die am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr im Casinogebäude Raum 1.812 (Campus Westend) ihre Gedichte vortragen. Die Gedichte in Kira Wucks Poesieband „Finnische Mädchen“ und „Das Meer hat Hunger“ sind von einer tiefen Melancholie mit einer Prise Absurdität geprägt. Die Tochter einer Finnin thematisiert Einsamkeit und gestörte Zweisamkeit auf teils verfremdet-bizarre Art und Weise. Carmien Michels ist eine geborene Wort- und Bühnenkünstlerin. Sie deklamiert auf souveräne und überzeugende Art und Weise ihre teils sehr persönlichen, teils gesellschaftskritischen Gedichte aus dem Debüt „Wir kommen von weit her“.

Die damals 25-jährige Charlotte Van den Broeck hat bei der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse 2016 einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Professionell und unerschrocken und mit einer betörend-sanften Stimme trägt sie am 6. Juni ihre subtilen, persönlich geladenen, perfekt geschliffenen Gedichte vor

In gewisser Hinsicht ihr Gegenpol ist Hagar Peeters: Spielerisch und quicklebendig, wirkt sie wie ein Magnet, der seit langem weiß, wie man das Publikum anzieht. Vielsagend ist der Titel ihres Debüts aus dem Jahr 2009: „Für heute reicht's mit Gedichten über die Liebe“. Hagar Peeters schreibt nicht nur Gedichte. Ihr Roman „Malva“, aus dem sie am 7. Juni vorliest, wurde 2018 ins Deutsche übersetzt und erzählt auf bizarr-skurrile Weise die Geschichte der behinderten und verleugneten Tochter des großen Dichters Pablo Neruda

Alle Gedichte wurden für die Lesungen in Frankfurt von professionellen Übersetzern ins Deutsche übertragen und werden während des Vortrags an die Wand projiziert. Es gibt bei den Veranstaltungen Büchertische.

Die Termine im Überblick: 

Donnerstag, 23. Mai
Kira Wuck aus den Niederlanden und Carmien Michels aus Belgien 

Donnerstag, 6. Juni
Hagar Peeters (NL) und Charlotte Van den Broeck (B) IG-Farben-Bau, Raum 251 (EG). 

Freitag, 7. Juni
Hagar Peeters liest aus ihrem Roman „Malva“
Casinogebäude, Campus Westend, Raum 1.812 

Bilder zum Download finden Sie unter dem Link: http://www.uni-frankfurt.de/78253000 

Information und Anmeldung: Laurette Artois, Lektorat Niederländisch, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Telefon 069/79832851, E-Mail artois@lingua.uni-frankfurt.de

 

Mai 17 2019
12:55

Podiumsgespräch und Buchpräsentation in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 22. Mai im Frankfurter Weltkulturen Museum

Das Berliner Humboldt Forum und die Ethnologie

FRANKFURT. Für Ende 2019 ist die Eröffnung geplant, ein Fokus richtet sich auf die Präsentation der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin: Das Humboldt Forum gilt als derzeit größtes Kulturprojekt Deutschlands, gleichzeitig ist es Gegenstand anhaltender Kontroversen, die sich zu einem großen Teil am Umgang mit dem Kolonialismus entzünden. Im Konzert der Disziplinen war die Stimme der ethnologischen Wissenschaft bisher wenig zu hören. Das soll sich ändern. Seinen Teil dazu beitragen möchte ein Podiumsgespräch in Verbindung mit einer Buchpräsentation zum Thema  „Das Humboldt Forum und die Ethnologie“ am Mittwoch, dem 22. Mai 2019, um 19 Uhr im Weltkulturen Museum, Schaumainkai 37, 60594 Frankfurt am Main.

Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen. Veranstalter sind das Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Hinzu kommt der Frankfurter kula Verlag, in dem das zu präsentierende Buch jüngst erschienen ist. Es heißt wie die Gesamtveranstaltung: „Das Humboldt Forum und die Ethnologie“. Zu den Autoren zählt Karl-Heinz Kohl, emeritierter Professor für Kultur- und Völkerkunde an der Goethe-Universität und langjähriges Mitglied des Exzellenzclusters.

Das Auffälligste am Streit um das Humboldt Forum, so könnte man sagen, ist der Streit selbst. Er scheint schlicht nicht enden zu wollen. Dabei ist es wohl eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet jene völkerkundlichen Sammlungen, die am weitesten von der ungeliebten preußisch-deutschen Vergangenheit wegführen sollten, den Konflikt schließlich doch wieder nach Hause brachten. Denn jetzt wird über die koloniale Verantwortung gestritten und über die Frage der Restitution, also einer möglichen Rückgabe der Objekte. In all diesen Debatten haben sich die Historiker zu Wort gemeldet, die Kunstwissenschaftler, die Museumsfachleute, die Politiker und nicht zuletzt die Kritiker der nachkolonialen Verhältnisse schlechthin. Mit dem aktuellen Buch wollen sich nun auch diejenigen vernehmbar zu Wort melden, deren Beruf es ist, sich besonders gut mit den in Rede stehenden Sammlungen auszukennen.

Das Buch versammelt in Gesprächsform Beiträge renommierter Ethnologinnen und Ethnologen. Einige von ihnen werden jetzt auch an der Podiumsdiskussion im Weltkulturen Museum teilnehmen. Neben Prof. Karl-Heinz Kohl, der auch Direktor des Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität war, sind dies: Johann Michael Möller (Hörfunkdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks a.D.), Prof. Gereon Sievernich (Kurator des Hauptstadtkulturfonds, ehemaliger Direktor des Martin-Gropius-Baus) und Dr. Gisela Völger (ehemalige Leiterin des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde). Die Moderation hat Dr. Eva Charlotte Raabe (Kommissarische Leitung und Kustodin Ozeanien des Weltkulturen Museum).

Das Humboldt Forum und die Ethnologie. Ein Gespräch zwischen Karl-Heinz Kohl, Fritz Kramer, Johann Michael Möller, Gereon Sievernich und Gisela Völger, kula Verlag, Frankfurt am Main 2019

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

 

Mai 17 2019
12:51

Die Ethnologin Sondra Hausner (Oxford) am Frobenius-Institut

Was ist Kultur?

FRANKFURT. Was ist Kultur? Dieser Frage geht die Ethnologin Prof. Sondra Hausner (Oxford) in einer Vorlesung am Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung auf den Grund. Den Auftakt der Vortragsreihe im Rahmen der Ad.E.Jensen-Gedächtnisvorlesung 2019, die vier Vorträge umfasst, macht am Montag, 3. Juni, um 16:15 Uhr im Casinogebäude, Raum 1.811 (Campus Westend) Hausners Vorlesung zum Thema „A genealogy of Method: Anthropoly's Ancestors and the Meaning of Culture“. Der Kulturbegriff ist für die Sozial- und Geisteswissenschaften zentral – und zugleich umstritten. Angesichts solcher Kritik widmet sich Hausner zwei zentralen Fragen: Lässt sich in den Sozial-und Geisteswissenschaften der Gegenwart „Kultur“ überhaupt erforschen? Und was bedeutet dies für die Definition von „Kultur“?

In den vier Vorträgen rückt sie die Königsdisziplin der Ethnologie, die ethnografische Methode, in den Fokus. Dabei zeichnet Hausner die Entstehung und Entwicklung dieser Methode nach und beleuchtet, wie diese in Beziehung etwa zur Philosophie, Philologie und Geschichte steht – ebenfalls Disziplinen, die sich mit der menschlichen Erfahrung befassen. Dies bildet aus Sicht Hausners die Grundlage, das Zusammenspiel zwischen conditio humana und kultureller Form zu untersuchen – um schließlich die Frage zu stellen, ob die Disziplin der Sozial- und Kulturanthropologie gegenwärtig dem Ziel, „Kultur“ zu definieren, doch etwas nähergerückt ist.

Die Vorlesungsreihe ist dem Andenken an den Ethnologen und ehemaligen Direktor des Frobenius-Instituts Adolf Ellegard Jensen (1899–1965) gewidmet. 

Die Termine: Montag, 3. Juni 2019, 16.15 Uhr Eröffnungsvorlesung mit Empfang

Weitere Termine: 17. Juni, 24. Juni und 1. Juli (jeweils montags), 16.15 Uhr, Casinogebäude 1.811 (Campus Westend) 

Information und Anmeldung: https://frobenius-institut.de/veranstaltungen/jensen-gedaechtnisvorlesung

Pressekontakt: Yanti Hölzchen, Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Telefon 069 798-33058, E-Mail hoelzchen@em.uni-frankfurt.de,

 

Mai 16 2019
13:17

​National Science Foundation zeichnet EHT-Forscher aus, darunter auch Luciano Rezzolla von der Goethe-Uni

US-Preis für das erste Bild eines Schwarzen Lochs

FRANKFURT. Die National Science Foundation (NSF), die staatliche Behörde für Forschungsförderung in den Vereinigten Staaten, honoriert das erste Bild eines Schwarzen Lochs mit einem neuen Preis: Der Diamond Achievement Award geht an das internationale Team des Event Horizon Teleskop-Projekts (EHT-Projekt). Unter den 200 Forschenden ist auch die Gruppe von Prof. Luciano Rezzolla, Theoretischer Astrophysiker an der Goethe-Universität.

Wie die NSF mitteilte, soll der nicht-dotierte Preis künftig Spitzenforschung auszeichnen, die im Auftrag der NSF gemacht wurde. Der europäische Beitrag zum EHT-Projekt stammt aus dem Black Hole Cam-Projekt (BHC-Projekt), das vom Europäischen Forschungsrat (ERC) in den vergangen sechs Jahren mit einem ERC Synergy Grant über 14 Millionen Euro gefördert wurde. Luciano Rezzolla ist einer der drei leitenden Wissenschaftler im BHC, zusammen mit Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn und Heino Falcke von der Radboud-Universität Nijmegen in den Niederlanden.

Das Team von Rezzolla erzeugte in monatelangen Rechnungen mit Supercomputern, hauptsächlich dem LOEWE-CSC der Goethe-Universität, mehrere zehntausend Bilder von dem Schwarzen Loch im Zentrum der Nachbargalaxie M87, um das von acht zusammengeschalteten Radioteleskopen beobachtete Bild zu interpretieren. Die Bilder basierten auf unterschiedlichen physikalischen Modellen.

Im Juli des vergangenen Jahres gehörten Astrophysiker aus dem Team von Rezzolla - Yosuke Mizuno, Ziri Younsi (jetzt University College London) und Christian Fromm - zu der Gruppe von circa 40 Wissenschaftlern, die sich in Harvard, Boston, trafen, um ein „Bild“ aus den beobachteten Daten zu erzeugen.

Die Gruppe von Rezzolla war es auch, die durch Simulationen verschiedene Alternativen zu Schwarzen Löchern ausschloss, die ebenfalls mit der Allgemeinen Relativitätstheorie vereinbar sind.

Informationen: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Fachbereich Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de

 

Mai 16 2019
12:02

Praxisfellow der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt Handlungsempfehlungen

Die nachhaltige Moschee

FRANKFURT. Durch welche Maßnahmen können die Moscheen der Zukunft nachhaltiger gestaltet werden? Mit dieser Frage befasst sich Baraa Abu El-Khair, seit April 2019 Praxisfellow der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (IAWG), in seinem Projekt „Imara – Kultivierung der Moschee“.

Im Rahmen seines Praxisfellowship möchte der Wirtschaftsingenieur Baraa Abu El-Khair einen Katalog mit Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung von Moscheen in Deutschland erstellen. Die AIWG unterstützt ihn in den kommenden zwölf Monaten in seinem Vorhaben mit einem Associated Praxisfellowship.
Baraa Abu El-Khair betrachtet in seinem Projekt die Moschee in ihren vielfältigen Funktionen: „Moscheen sind nicht nur Gebetsstätten, sondern auch ein Ort sozialen Lebens und der Wissensweitergabe“, so El Khair. Doch größtenteils haben sich die Inhalte, die in Moscheen besprochen werden, auf religiöse und kulturelle Themen reduziert: „Nachhaltigkeit oder Umwelt werden in den meisten Moscheen hingegen nur selten thematisiert werden“, erklärt er weiter. Nach seinen Beobachtungen spielt ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt für viele Musliminnen und Muslime jedoch eine große Rolle.

„Imara“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet übersetzt „Kultivierung“: „Mein Wunsch ist es, einen Beitrag für die Kultivierung nachhaltiger Moscheen in Deutschland in Hinblick auf Umwelt und Gesellschaft zu leisten“, erklärt Abu El-Khair. Ausgehend von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) möchte er ein Handbuch erstellen, das konkrete Handlungsempfehlungen zur Realisierung ausgewählter SDGs umfasst. „Ich erhoffe mir mit solchen Handlungsempfehlungen, einzelne Moscheegemeinden dabei zu unterstützen, aktive Akteure des Umweltschutzes zu werden.“

Um sich dem Themenkomplex Moscheen und Nachhaltigkeit zu nähern, will er zunächst unterschiedliche Moscheegemeinden besichtigen und Interviews führen, um so individuelle Bedarfe und Potenziale hinsichtlich umweltfreundlicher Maßnahmen zu ermitteln. Die Verbindung mit den islamisch-theologischen Studien erfolgt über Fragen wie „Welche konkreten Anhaltspunkte lassen sich im Koran in Bezug auf Umwelt und Nachhaltigkeit feststellen?“ oder „Wie lässt sich die Rolle und Funktion von Moscheen in der Historie beschreiben?“. Auf wissenschaftlicher Seite sollen die aus dem Projekt gewonnen Erkenntnissen einen Impuls bilden, um umweltbezogene Fragestellungen innerhalb der islamisch-theologischen Studien zu behandeln.

„Die Nachhaltigkeit von Moscheen ist schon lange ein Herzensanliegen von mir“, erklärt Abu El-Khair. „Es freut mich deswegen sehr, dass ich mit dem Praxisfellowship der AIWG bei der konkreten Umsetzung meines Projektes umfassend unterstützt werde und die Möglichkeit erhalte, mit Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien zusammenzuarbeiten.“

Das AIWG-Praxisfellowship richtet sich an ideenreiche Persönlichkeiten mit praktischen Erfahrungen zu Fragen der Religion und der gesellschaftlichen Teilhabe von Musliminnen und Muslimen in Deutschland. Es unterstützt ihr persönliches Engagement und ihre individuellen Projektideen und ermöglicht ihnen, ihre bisherigen Kenntnisse zu islambezogenen Themen auszubauen und sie in die Wissenschaft einzubinden.

Weitere Informationen zum Projekt: https://aiwg.de/praxisfellows/

Über die AIWG
Die AIWG ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Sie ermöglicht überregionale Kooperationen und Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der islamisch-theologischen Studien und benachbarter Fächer sowie Akteurinnen und Akteuren aus der muslimischen Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Die AIWG wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Stiftung Mercator.

Information: Ariana Neves, Koordinatorin Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 069 798-22459, E-Mail neves@aiwg.de, Homepage: https://aiwg.de

 

Mai 15 2019
12:50

Orientierungsstudium der Goethe-Universität erleichtert Studienanfängerinnen und -anfängern die Wahl – Bewerbungen ab dem 1. Juni 2019 möglich 

„Finde Dein Fach!“

FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main führt zum Wintersemester 2019/20 ein neues Studienangebot ein: Das „Goethe-Orientierungsstudium (GO)“ bietet breit interessierten Studienanfängerinnen und -anfängern Gelegenheit, an der Hochschule anzukommen und die universitäre Fächervielfalt kennenzulernen, bevor sie sich auf ein Studienfach festlegen. Im Rahmen des Orientierungsstudiums können die Studierenden Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen Studiengängen besuchen und dort bereits Studien- und Prüfungsleistungen für ihren Bachelorabschluss erbringen. Parallel dazu werden sie durch fachübergreifende Veranstaltungen, Workshops und ein Mentoring-Programm bei der Wahl des für sie richtigen Fachs unterstützt. Im Unterschied zu vergleichbaren Angeboten in anderen Bundesländern ist das Goethe-Orientierungsstudium – ein vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördertes Pilotprojekt – BAföG-fähig.

Das Goethe-Orientierungsstudium schließt eine Lücke zwischen bloßer Studieninformation und der Studieneingangsphase in einem bestimmten Fach: „Das Orientierungsstudium ist kein Schnupperstudium“, betonen die Wissenschaftlichen Koordinatorinnen des Programms, Dr. Bianca Bertulat und Dr. Johanna Scheel. „Die Orientierungsstudierenden nehmen gleichberechtigt am universitären Alltag teil.“ Im Verlauf von einem bzw. zwei Semestern erwerben sie Schlüsselkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens, probieren sich in unterschiedlichen disziplinären Zusammenhängen aus und reflektieren ihre individuellen Stärken und Ziele sowie mögliche Berufsfelder. In Projektseminaren und Laborpraktika machen sie bereits erste Schritte auf dem Weg zum eigenständigen Forschen; darüber hinaus gewinnen sie einen systematischen Einblick in die Institution Hochschule und die Möglichkeiten aktiver Teilhabe an der universitären Selbstverwaltung.

Da die meisten Studienanfängerinnen und -anfänger bereits mit einem klaren Interessensschwerpunkt an der Universität ankommen, wird das Goethe-Orientierungsstudium in zwei Ausprägungen angeboten: einem zweisemestrigen Orientierungsstudium in den Natur- und Lebenswissenschaften, das zum Wintersemester 2019/20 starten wird, und einem einsemestrigen Orientierungsstudium in den Geistes- und Sozialwissenschaften, das seinen Betrieb zum Sommersemester 2020 aufnehmen wird. In den Natur- und Lebenswissenschaften stehen 40 Studienplätze zur Verfügung; Bewerbungen sind vom 1. Juni bis 15. Juli 2019 möglich. Das Orientierungsstudium in den Geistes- und Sozialwissenschaften wird zunächst 90 Studierende aufnehmen können. Die Bewerbungsfrist für das Orientierungsstudium Geistes- und Sozialwissenschaften läuft vom 1. Dezember 2019 bis 15. Januar 2020.

Informationen: www.orientierungsstudium.uni-frankfurt.de; Orientierungsstudium Natur- und Lebenswissenschaften: Dr. Bianca Bertulat (Koordination), Telefon 069 798-29455 Orientierungsstudium Geistes- und Sozialwissenschaften: Dr. Johanna Scheel (Koordination), Telefon 069 798-32943

 

Mai 15 2019
12:44

Fachtagung von regio pro an der Goethe-Universität zeigt auch Wege aus der vorhersehbaren Krise auf

In fünf Jahren fehlen in Hessen 174.000 Fachkräfte

FRANKFURT. Hessischen Unternehmen werden im Jahr 2024 rund 174 000 Fachkräfte fehlen, darunter 135 000 Beschäftigte mit einer dualen Berufsausbildung und rund 39.000 Akademikerinnen und Akademiker. Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt „regio pro – regionale Beschäftigungs- und Berufsprognosen“ in seiner jüngsten Berechnung. Das Projekt ist beim Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität angesiedelt.

„Hessen verdankt seine Wirtschafts- und Innovationskraft in hohem Maße den gut ausgebildeten Beschäftigten. Die Fachkräftesicherung ist daher eine der wichtigsten Aufgaben für Politik und Wirtschaft“, sagte der Staatssekretär Dr. Philipp Nimmermann im Hessischen Wirtschaftsministerium bei der Fachtagung von regio pro, die am heutigen Mittwoch auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stattfindet. Bereits in der vierten Welle legt das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt in Hessen Prognosen vor. „Damit leistet die Goethe-Universität im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums einen wichtigen Beitrag zur vorausschauenden regionalen Strategieentwicklung“, sagte der Vizepräsident für Third Mission der Goethe-Universität Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. 

Der Staatssekretär verwies auf das Programm „gut ausbilden“, das Klein- und Kleinstunternehmen dabei unterstützt, Nachwuchs zu gewinnen und mit wettbewerbsfähiger Ausbildungsqualität an sich zu binden. Gefördert werden Qualifizierungs- und Beratungsmodule für Leitungspersonal, Ausbildungspersonal und Auszubildende. Auch das Bündnis Ausbildung Hessen, das die duale Berufsausbildung attraktiver machen soll, ist Teil der Strategie zur Fachkräftesicherung. Und die Projekte im Programm „Wirtschaft integriert“ sollen außer der Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt auch als ein Baustein zur Fachkräftesicherung dienen. Das Programm führt Personen mit Sprachförderbedarf auf den Weg zum Ausbildungsabschluss. Zielgruppen sind Frauen und Männer unter 27 Jahren, die nur Grundkenntnisse in Deutsch haben und deshalb eine Ausbildung nicht ohne Hilfe bewältigen können. Hauptmerkmal von „Wirtschaft integriert“ ist die durchgehende Förderkette von der praktischen Berufsorientierung bis zum Berufsabschluss. Neben Sprachunterricht gehören dazu auch Lern- und Integrationshilfen sowie sozialpädagogische Begleitung. 

Hauptgrund des sich abzeichnenden Arbeits- und Fachkräftemangels ist die Bevölkerungsentwicklung. Neben dem Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation führt die fortschreitende Digitalisierung zu Fachkräfteengpässen. „Hessische Arbeitgeber sehen sich zum Teil bereits schon heute mit den Herausforderungen konfrontiert, dass die Belegschaften älter werden und nur wenige junge Menschen nachkommen“, erläuterte Dr. Christa Larsen, Geschäftsführerin des IWAK. Staatssekretär Nimmermann betonte: „Eine große Herausforderung wird die Steigerung der Attraktivität der Unternehmen sein.“ Dazu gehört auch die Attraktivität der Regionen, in denen die Unternehmen ansässig sind. 

Besonders groß sind die Herausforderungen in den Regierungsbezirken Gießen und Kassel. Demgegenüber stehen Südhessen und vor allem das Rhein-Main-Gebiet, wo die erwartete demografische Lücke durch die Zuwanderung junger Menschen in den urbanen Bereich deutlich besser ausgeglichen werden kann. „Deshalb sind regional unterschiedliche Antworten gefragt“, so der Staatssekretär: „regio pro liefert den jeweiligen Akteuren dafür präzise Informationen.“ 

Die Informationsplattform regio pro zeichnet die Beschäftigungsentwicklung und Ausbildungssituation in allen Kreisen und kreisfreien Städten nach. regio pro wird vom IWAK durchgeführt und vom Hessischen Wirtschaftsministerium aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Informationen: Dr. Christa Larsen , Geschäftsführerin des Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK). Tel. 069 798-22152, E-Mail: C.Larsen@em.uni-frankfurt.de Homepage: www.regiopro.eu

 

Mai 14 2019
15:11

Expertenjury wählt „Mathematik-App MathCityMap“ als eines der besten zehn aus.

Projekt des Instituts für Didaktik der Mathematik Preisträger im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2019“

FRANKFURT. Das Projekt Mathematik-App MathCityMap des Instituts für Didaktik der Mathematik der Goethe-Universität zählt zu den zehn innovativen Preisträgern des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2019. Zum Jahresmotto „digitalisieren. revolutionieren. motivieren. Ideen für Arbeit und Bildung in Deutschland und Europa“ zeigt das Projekt, wie durch Experimentierfreude, Neugier und Mut zum Umdenken zukunftsweisende Innovationen im Bereich Mathematik entstehen können. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank richten den Innovationswettbewerb seit 14 Jahren gemeinsam aus.

MathCityMap ist ein Projekt der Arbeitsgruppe MATIS I (IDMI, Goethe-Universität) in Kooperation mit der Stiftung Rechnen. Das Projekt verfolgt das Ziel, Mathematik in der Umwelt entlang mathematischer Wanderpfade (so genannter Mathtrails) zu betreiben. Die Schülerinnen und Schüler laufen durch die Stadt und lösen an mehreren Stationen Mess- oder Rechenaufgaben, die ihnen die App stellt. Die App überprüft die Antworten sofort und gibt Feedback. In gibt es mehr als 30 öffentliche Mathtrails für verschiedene Altersstufen Frankfurt z.B. an der alten Oper oder rund um den Goetheplatz. 

Prof. Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Universität und Leiter von MathCityMap, erläutert das pädagogische Konzept: „Bei MathCityMap handelt es sich um eine Art Outdoor-Stationenlernen, wodurch die Schülerinnen und Schüler spielerisch einen Blick für die Mathematik in den Dingen gewinnen. Die mobilen Technologien bieten neue Möglichkeiten: bessere Verbreitung und Austausch, Hilfestellungen und direktes Feedback zu Lösungen. Es bildet sich eine große Community. Jeder kann im Prinzip mitmachen, sogar selbst kreativ werden und eigene Trails entwerfen und teilen. Außerdem können wir auch die Lerneffekte erforschen, weil wir beim Trail aufgezeichnete Daten mit den handschriftlichen Notizen der Schülerinnen und Schüler koppeln.“ 

„Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den BDI. Die Deutsche Bank ist seit 2006 Partner und Nationaler Förderer des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Ziel ist es, Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland sichtbar zu machen und die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken. „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank lassen die Preisträger von ihrem Netzwerk profitieren. Sie werden zu hochkarätigen Fachveranstaltungen eingeladen, um sich mit Multiplikatoren aus Politik und Wirtschaft zu vernetzen, dürfen mit dem Gütesiegel „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ für sich werben und so neue Partner, Sponsoren oder weitere Mitmacher gewinnen.

Kontakt: Prof. Matthias Ludwig, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Didaktik der Mathematik, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-28695; ludwig@math.uni-frankfurt.de; https://mathcitymap.eu/de/