​​​​​Pressemitteilungen ​ – März 2013

Veranstaltungen

Mär 26 2013
13:28

10 Jahre Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz am Campus Riedberg

Hier nehmen Forscher Molekül-Strukturen ins Visier

FRANKFURT. Mit einem Symposium feiern Forscher am Campus Riedberg das 10jährige Bestehen des  Zentrums für Biomolekulare Magnetische Resonanz – kurz BMRZ. Das technische Zentrum stellt die Technologie und Expertise für die die Magnetresonanzspektroskopie (NMR) zur Verfügung. Sie ist eine der komplexesten und leistungsfähigsten Methoden in der chemischen Analytik, in den Materialwissenschaften und zur Aufklärung von Struktur und Dynamik von Proteinen und Nukleinsäuren in lebenden Organismen und im Reagenzglas. 

„Bei diesem Zentrum handelt es sich um die einzige universitäre Großforschungseinrichtung Deutschlands in der Magnetresonanzspektroskopie. Die Hessische Landesregierung erkennt dies als besonders unterstützungswürdig an und fördert das Zentrum mit 1,5 Millionen Euro im Jahr“, sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung.

Zwar sind die benötigten Betriebsmittel im Vergleich mit „großen“ Großforschungseinrichtungen wie der GSI in Darmstadt überschaubar, stellen aber dennoch das reguläre Universitätsbudget vor eine große Herausforderung.

„Eine der Stärken in der Forschung an der Goethe Universität sind die molekularen Lebenswissenschaften, was sich in den letzten Jahren in der erfolgreichen Gründung mehrerer Sonderforschungsbereiche sowie der Etablierung des Exzellenzclusters Makromolekulare Komplexe niedergeschlagen hat“, erläutert Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. Wichtige Themen sind die Membranproteinforschung, die Rolle von RNA in der Genregulation sowie die Aufklärung molekularer Signalwege.

Studierenden bietet das BMRZ die Möglichkeit, Hochtechnologie und international wettbewerbsfähige Forschung hautnah zu erleben. Innerhalb der Goethe Universität ist das BMRZ einer der größten Einwerber von EU-Drittmitteln und konnte sich als European Large Scale Facility etablieren. Prof. Clemens Glaubitz, Sprecher des BMRZ: „Das Zentrum ein erfolgreiches Beispiel für gelebte Internationalisierung: Unsere Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter kommen aus über 10 Nationen.“ Wissenschaftler aus der gesamten EU können über EU geförderte Programme am BMRZ forschen.

Die Grundlagenforschung am BMRZ ist nahe an der Anwendung, insbesondere bei der pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung. Daraus resultieren enge Industriekontakte mit den im Rhein-Main Gebiet ansässigen Unternehmen, die sich in Auftragsforschung, wissenschaftlichen Kooperationen, Joint-Ventures und auch in der Widmung von Stiftungsgeldern für neue Professuren niederschlagen.   

Bei der Magnetischen Resonanz wechselwirken Elektronen oder Atomkerne mit starken Magnetfeldern. Im Fall von Kernen spricht man von Kernspinresonanzspektroskopie oder auch Nuklearmagnetischer Resonanz (NMR), im Fall von Elektronen heißt es Elektronenspinresonanz (ESR) oder Elektronenparamagnetische Resonanz (EPR).

Informationen: Prof. Clemens Glaubitz, Sprecher des BMRZ, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29927; glaubitz@chemie.uni-frankfurt.de; www.bmrz.de.

Forschung

Mär 21 2013
16:20

DFG fördert Forschergruppe zu T-Zell-Lymphomen mit zwei Millionen Euro

Die Heilungschancen von Lymphdrüsenkrebs verbessern

FRANKFURT. Krebserkrankungen des lymphatischen Systems verlaufen sehr unterschiedlich, sind schwer zu diagnostizieren und haben oft schlechte Prognosen. Eine kürzlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte Forschergruppe unter der Leitung der Goethe-Universität will nun die Entstehung „Reifer T-Zell-Lymphome“ besser verstehen und damit die Heilungschancen erhöhen. Die Forschergruppe wird in den kommenden drei Jahren mit zwei Millionen Euro gefördert.

T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Ihre unkontrollierte Vermehrung führt zu Lymphomen, umgangssprachlich Lymphdrüsenkrebs genannt. „Die Heilungschancen sind nach wie vor schlecht“, sagt Prof. Martin-Leo Hansmann vom Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie der Goethe-Universität, in dessen Labor die Gewebeproben der wichtigsten deutschen Studiengruppen zu Lymphomen untersucht werden. Nur etwa 30 Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach Stellung der Diagnose. Patienten, die an den häufigeren und besser erforschten B-Zell-Lymphomen leiden, können häufiger geheilt werden.

Die schlechte Prognose ist nicht nur dem oft aggressiveren Verlauf der Krankheit geschuldet. T-Zell-Lymphome sind seltener und treten in über 20 verschiedenen Ausprägungen auf. Entsprechend schwierig  ist ihre Diagnose. Deshalb kommen vergleichsweise viele Patienten erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zur Behandlung. Die Therapie orientiert sich an den zuvor entwickelten Strategien für die besser erforschten B-Zell-Lymphome. „Es ist dringend notwendig, dass wir die Entstehung der komplexen und bisher nur rudimentär erforschten reifen T-Zell-Lymphome grundlegend verstehen, damit wir eine rationale Basis für eine gezielte und effektive Therapie schaffen“, so Martin-Leo Hansmann. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er die Kräfte von Tumorbiologen und Immunologen in Deutschland in seiner Forschergruppe vereinigt.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für die Tumorbiologen vor allem deshalb wichtig, weil Immunologen Prozesse erforschen, bei denen die Vermehrung von T-Zellen erwünscht sind, nämlich, wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen. Sind die Erreger besiegt, wird die Produktion der Immunzellen zurückgefahren. Die Forscher interessiert, wie der Körper dieses empfindliche Gleichgewicht reguliert und den jeweiligen Bedingungen anpasst. Untersuchen wollen sie Fehlregulationen auf der Ebene der Gene, der Signalkaskaden und der Zellbiologie. Forscher der Universität Dresden werden die komplexen Prozesse außerdem anhand biologischer und mathematischer Modelle im Computer simulieren.

Neben der Goethe-Universität beteiligen sich an der Forschergruppe das Institut für Zellbiologie, Universität Duisburg-Essen, das Paul-Ehrlich-Institut, Langen, das Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Dresden und die Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln.

Informationen: Prof. Martin-Leo Hansmann, Dr. Senckenbergisches Institut für Pathologie, Campus Niederrad, Sekretariat: Jacqueline Liebezeit, Tel: (069) 6301-5364, Jacqueline.Liebezeit@kgu.de

Personalia/Preise

Mär 20 2013
12:21

Max-von-Laue-Preis für Frankfurter Mineralogen Dr. Lkhamsuren Bayarjargal

Kalkspat wird zu Diamant

FRANKFURT. Die Deutsche Gesellschaft für Kristallographie (DGK) verleiht heute den mit 1.500 Euro dotierten Max-von-Laue Preis 2013 an Dr. Lkhamsuren Bayarjargal, 37, vom Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität. Mit diesem Preis zeichnet die DGK jährlich Nachwuchswissenschaftler für hervorragende wissenschaftliche Leistungen aus. Dr. Bayarjargal hat sich in den letzten Jahren insbesondere durch seine Arbeiten mit Hochleistungslasern hervorgetan. Unter anderem gelang ihm erstmalig die direkte Synthese von Diamant aus Calcit (Kalkspat). Damit machte er einen wichtigen Schritt zur Erklärung der Entstehung von Diamanten in der Erde.

In den letzten Jahren ist dies die dritte Auszeichnung für die Frankfurter Kristallographie unter der Leitung von Prof. Björn Winkler:  2011 wurde bereits Alexandra Friedrich mit dem Max-von-Laue Preis ausgezeichnet. Sie wird, ebenso wie Bayarjargal, im Nachwuchsprogramm Fokus der Goethe-Universität gefördert. Anfang des Jahres erhielt Nadine Rademacher ein Forschungsstipendium des International Center for Diffraction Data, das sich mit der Sammlung und Verbreitung kristallographischer Daten weltweit beschäftigt. Um diesen Preis gibt es einen harten internationalen Wettbewerb.

Informationen: Prof. Dr. Björn Winkler, Facheinheit Mineralogie, Institut für Geowissenschaften, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-40107, b.winkler@ kristall.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Mär 19 2013
09:28

Das EU-Projekt GOETE untersucht Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen in Europa. Internationale Konferenz an der Goethe-Universität präsentiert Ergebnisse

Wer entscheidet über Bildung?

Frankfurt. Bildung ist verstärkt Thema öffentlicher Diskussionen und ein zunehmend umkämpfter gesellschaftlicher Wert. Das Forschungsprojekt „Governance of Educational Trajectories in Europe“ (GOETE) fragt deshalb, wie Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen in Europa zustande kommen und wie zugrunde liegende Bildungsentscheidungen getroffen werden: Wie werden Zugänge zu Bildung geregelt? Wie gelingt es Schülern die Anforderungen der Schule zu bewältigen? Wie wird ausgehandelt, was Bildung bedeutet und welche Bildung wofür gut ist?

GOETE wurde zwischen 2010 und 2013 von der EU-Kommission mit 2,7 Millionen Euro gefördert. Beteiligt waren Forscher aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen und Slowenien. Mittels Fragebogenerhebungen und Interviews wurden über 12.000 Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrkräfte und andere Experten befragt. Im Zentrum standen die Bildungsverläufe von Kindern und Jugendlichen (10-16 Jahre) zwischen dem Ende der Grundschule und dem Beginn einer weiterführenden Bildung.

Wir laden Sie herzlich ein zu einem Mediengespräch über das EU-Projekt GOETE und die in Frankfurt stattfindende Konferenz „Youth and Educational Disadvantage. 

am Mittwoch, 20. März, um 10 Uhr,
Campus Westend, PEG-Gebäude, 4. OG, R. 186.

Der Projektleiter Prof. Dr. Andreas Walther von der Goethe-Universität wird die Ergebnisse des Projektes und die Themen der Konferenz erläutern.

Über Ihre Teilnahme am 20. März und eine Berichterstattung über das Projekt würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Dienstag (19. März) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (E-Mail bitte an coordination@goete.eu).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dirk Frank
Pressereferent
Goethe-Universität 

Weitere Informationen
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Walther; Koordination: John Litau und Dr. Marcelo Parreira do Amaral Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sozialpädagogische Forschungsstelle am Fachbereich Erziehungswissenschaften, PEG, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-36410/36419 ); E-Mail: coordination@goete.eu, Projekthomepage: www.goete.eu (inkl. weiterer Presseinformationen)

Forschung

Mär 18 2013
11:22

Neues Sequenzierungsverfahren kartiert DNA-Strangbrüche während der Zellteilung/ Möglicher Einsatz zur Überwachung von Risikogruppen

Schwachpunkte im Genom aufspüren

FRANKFURT. Die DNA ist ein robuster Datenspeicher, doch sie hat auch Schwachpunkte. Dass wir in der Regel trotz der immer wieder auftretenden Strangbrüche nicht krank werden, dafür sorgen natürliche Reparaturmechanismen. Doch bisher weiß man wenig darüber, welche Regionen besonders störanfällig sind. Zusammen mit Kollegen an der Universität Texas haben Wissenschaftler an der Goethe-Universität nun ein diagnostisches Verfahren entwickelt, mit dem man Brüche der DNA gezielt aufspüren kann. Das in der aktuellen Ausgabe von Nature Methods publizierte Verfahren könnte künftig dazu eingesetzt werden, stärker gefährdete Berufsgruppen und Patienten unter Chemotherapie zu überwachen.

Zu Strangbrüchen kann es bei jeder Verdopplung der DNA kommen, und damit bei jeder der lebensnotwendigen Zellteilungen der 10 bis 100 Billionen Zellen in unserem Körper. Äußere Faktoren wie UV-Strahlung, Röntgenstrahlung und kosmische Höhenstrahlung sind weitere auslösende Faktoren. Deshalb gehören Mitarbeiter in radiologischen Einrichtungen und Atomkraftwerken sowie Flugpersonal zu den Risikogruppen. Besonders gefährdet sind Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten. Könnte man frühzeitig feststellen, wann bei diesen Menschen die natürlichen Reparaturmechanismen versagen, würde das die Chancen für eine wirkungsvolle Therapie erhöhen. Mithilfe der neuen Methode lässt sich nun erstmals die Landschaft der genomischen Schwachstellen in einer Zelle kartieren, während sie sich in der Petrischale teilt.

„Die Methode kombiniert solide und fundamentale molekularbiologische Techniken, wie die DNA-Ligation, also die Verbindung zweier DNA-Fragmente mithilfe spezialisierter Enzyme, mit einer neuen Generation von Sequenzierungstechniken, die es erlauben, innerhalb weniger Stunden Millionen von DNA-Sequenzen zu entschlüsseln“, erklärt der Krebsforscher Dr. Nicola Crosetto. Er entwickelte das als BLESS bezeichnete Verfahren während seiner Zeit als Post-Doktorand am Institut für Biochemie II der Goethe Universität bei Prof. Ivan Dikic. Inzwischen arbeitet er am Massachusetts Institute of Technology in den USA. „Wir können das Verfahren genauso gut auf die nicht teilungsfähigen Blutzellen eines Patienten anwenden, oder auf Tumorgewebe“, ergänzt Crosetto.

Zu den ersten Nutznießern könnten Patienten mit Hodgkin Lymphom gehören, die eine lebensrettende, aber riskante Therapie mit DNA-Strang brechenden Wirkstoffen wie Bleomycin erhalten. Da die Gefahr besteht, dass sich sekundäre Tumoren bilden, müssen diese Patienten engmaschig überwacht werden. „Über die klinische Anwendung hinaus wollen wir mithilfe von BLESS herausfinden, wie innerhalb des Zellkerns robuste Genome entstehen und Sequenzen aufspüren, die anfälliger sind für Brüche. Möglicherweise können wir dann künftig für biotechnologische Anwendungen besonders starke Genome herstellen“, so Crosetto.

„BLESS ist ein wunderbares Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von internationalen Forschergruppen mit ganz unterschiedlicher Expertise“, erklärt Ivan Dikic. „Sich in neue Gebiete vorzuwagen, ist immer ein Abenteuer. Aber in der Wissenschaft muss man mutig sein. Das kann sich, wie im aktuellen Fall, auszahlen und immense Auswirkungen auf eine große wissenschaftliche Gemeinschaft haben.“

BLESS steht für “Breaks Labeling, Enrichment on Streptavidin, and next-generation Sequencing”. Die Daten wurden von der Gruppe von Prof. Malgorzata Rowicka am Klinikum der Universität Texas analysiert. Weitere Kooperationspartner kommen aus Polen, Italien, Frankreich und den Vereinigten Staaten.

Publikation: Nicola Crosetto et al.: Nucleotide-resolution DNA double-strand break mapping by next-generation sequencing, Nature Methods, DOI: 10.1038/nmeth.2408

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-6964; ivan.dikic@biochem2.de

Dr. Nicola Crosetto, The van Oudenaarden Systems Biology Lab, Massachusetts Institute of Technology, ist via Skype erreichbar: nicola.crosetto (Cuneo, Italy); tel. 001-617-803-5432

Hochschulpolitische Themen

Mär 14 2013
16:19

Bei der Sonderauswertung aus dem CHE Ranking punkteten die Pharmazie, Chemie, Geowissenschaften und Physik

Studenten loben Anwendungsbezug und Studienorientierung

FRANKFURT. Vier Fächer an der Goethe-Universität erreichten bei der Sonderauswertung des CHE-Rankings für die mathematisch-naturwissenschaftliche Gruppe eine Spitzenposition. Die Pharmazie punktete gleich in vier Bereichen: Forschung, Anwendungsbezug, Internationalität und Studierendenorientierung. Die Chemie wurde ebenfalls als stark in den drei ersten Bereichen bewertet. Weitere Erfolge erzielten die Fächer Geographie (Anwendungsbezug  und Studierendenorientierung) sowie die Physik (Anwendungsbezug). 

Die Pharmazie belegt bei der Forschung einen Spitzenplatz und ist damit im nationalen Vergleich die Nummer 1. Auch was das Urteil der Studierenden und die Stärke bei der Einwerbung von Drittmitteln angeht, liegt die Pharmazie der Goethe-Universität jeweils in der Spitzengruppe. Die Chemie ist insbesondere durch ihre Drittmittelstärke in der Lage, in den Bereichen Forschung, Anwendungsbezug und Internationalität zu punkten. Aber auch durch die Anzahl der Promotionen und der Publikationen erreicht die Chemie in Frankfurt einen Spitzenplatz in der Forschung. Darüber hinaus führt die Goethe-Universität die Liste der EU-Drittmittelförderung mit 60.000 Euro pro Wissenschaftler mit deutlichem Abstand an.

Auch die Geographie schafft es, sich durch ihre gute Position bei den Drittmittel aus der Privatwirtschaft einen Spitzenplatz beim Anwendungsbezug zu sichern. Durch die positive Beurteilung der Studierenden gelangt die Geographie bei allen vier Indikatoren der Studienorientierung (Studiensituation, Betreuung, Lehrangebot  und Studierbarkeit) in der Spitzengruppe. Für die Physik ist insbesondere das gute Abschneiden bei Drittmitteln und Erfindungen der Grund, weswegen sie im Anwendungsbezug so gut abschneidet.

Die Sonderauswertung „Vielfältige Exzellenz 2012“ beruht auf einer zusätzlichen Auswertung der Daten des im Mai 2012 veröffentlichten CHE Hochschulrankings 2012/13 und ergänzt es um weitere Bereiche. Das CHE arbeitet damit auf das weltweit angelegte U-MULTIRANK-Projekt zur Entwicklung eines mehrdimensionalen globalen Rankings (www.u-multirank.eu) hin. Hierbei sollen – ähnlich wie in der aktuellen Sonderauswertung - verschiedene Dimensionen gleichwertig nebeneinander gestellt werden. Ziel sei es, Forschung neben Lehre ebenso wie Transfer, Internationalität und Regionalität in einem Ranking getrennt voneinander auszuwerten und darzustellen, so das CHE.

Das Ergebnis resultiert aus einer Zusammenfassung passender Indikatoren aus dem Ranking zu den Bereichen Forschung, Anwendungsbezug von Lehre und Forschung, Internationalität der Lehre und Forschung und der Studierendenorientierung. So wird der Anwendungsbezug durch Indikatoren wie Studierendenurteile, Drittmittel aus der Privatwirtschaft  und Erfindungen gemessen. Für die Studierendenorientierung werden die Indikatoren Studiensituation, Betreuung, Lehrangebot und Studierbarkeit zusammengefasst.

Informationen: Dr. Martin Lommel, Stabsstelle für Lehre und Qualitätssicherung, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-22786, lommel@pvw.uni-frankfurt.de.

Forschung

Mär 11 2013
14:30

Google Research Award für gemeinsames Forschungsprojekt der Goethe-Universität und der TU Darmstadt zu einem Kernthema netzmedialer Veränderungen

Wie kann Privatheit in der Online-Kommunikation geschützt werden?

FRANKFURT.  Das Forschungsprojekt „Studying Interactional Privacy in OSNs With an In-Situ-Approach", das in Kooperation von Mitarbeitern der Technischen Universität Darmstadt und der Goethe-Universität durchgeführt wird, erhält einen Google Research Award von 102.000 US-Dollar. Die Darmstädter Informatiker und Frankfurter Medienforscher arbeiten an  einem neuen Verfahren, mit dessen Hilfe sich nutzerfreundliche Privatsphären-Werkzeuge in Sozialen Online-Netzwerken entwickeln lassen. Die Projektanteile werden von dem Informatiker Prof. Dr. Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie und Direktor des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit EC SPRIDE, und dem Medienforscher Prof. Dr. Manfred Faßler, Direktor des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Goethe-Universität und Koordinator des Internationalen Forschungsnetzwerks Anthropologie des Medialen / FAMe-Frankfurt, vertreten.

Mit diesem Award, der zu 2/3 an die GU-Frankfurt und 1/3 an die TU-Darmstadt geht, wird es am Institut KAEE möglich, sich einem Kernthema der gegenwärtigen netzmedialen Veränderungen mit einer Forschungsstelle intensiver zu widmen. Es geht dabei um Aufbau und Schutz von Privatheit unter den Bedingungen von Online-Kommunikation. Mit jedem Click, über den Menschen anderen Menschen in Online-Social-Networks etwas mitteilen, geben sie Details von sich preis. Selten ist dabei alles für alle gedacht. Wie kann die Realisierung dieses sensiblen Kommunikationsstatus privater Information gelingen? Wie lässt sich diese hoch entwickelte soziale, kulturelle und rechtliche Form in dynamischen, interaktiven Systemen schützen? Die Arbeitshypothese ist, dass dies nur gelingen wird in einer komplexen Anpassung, also Umgestaltung der Elemente, die bislang Privatheit stützten und schützten.

Privatheit erhalten, indem sie verändert wird? Erforscht werden müssen die sozialen Regeln, die in die Rahmenbedingungen von Social Software eingeschrieben sind. Dies aber wird nicht genügen. Im Zentrum der Forschung stehen zunehmend intelligente Interaktionsformate, von Menschen geschickt genutzte ‚versteckte Interaktionschancen‘, sowie Verabredungen über zu entwickelnde Schutzmöglichkeiten für Privatheit in den Programmen sozialer Plattformen. Die Nachricht der IT-Netzwerke lautet: Privatheit muss genutzt werden, um sie schützen zu können.

Zum Hintergrund: Google vergibt zweimal im Jahr etwa 100 Google Faculty Awards, um vielversprechende Forschungsprojekte im Bereich der Informatik zu fördern. Für die aktuelle Vergaberunde gab es 600 Einreichungen aus 46 Ländern, 102 davon waren erfolgreich. Die Goethe-Universität und die Technische Universität Darmstadt waren in dieser Runde die einzigen deutschen Universitäten, die einen Award für Forschungsprojekte im  Bereich IT-Sicherheit und Privatsphäre erhielten.

Weitere Informationen:  Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt. Prof. Dr. Manfred Faßler: Tel. (069) 798 32910, fasslermanfred@aol.com
Dr. Petra Ilyes: (069) 798-32914; Ilyes@em.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Mär 8 2013
10:48

Universitätsgremien verabschieden universitäres Bekenntnis für friedliche und zivile Forschung und Lehre/ Aufnahme in die Grundordnung

Zivilklausel für die Goethe-Universität

FRANKFURT. Nach Senat und Hochschulrat hat nun auch das Präsidium der Goethe-Universität einer universitären Zivilklausel zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die Aufnahme der Zivilklausel in die universitäre Grundordnung. Bereits 2011 war ein entsprechendes Bekenntnis in den Hochschulentwicklungsplan aufgenommen worden. Davon ausgehend kam nach dem eindeutigen Votum von 76,3 % für eine Zivilklausel in der studentischen Urabstimmung im Januar 2012 ein universitätsinterner Beratungsprozess zwischen Präsidium, Arbeitskreis Zivilklausel, AStA und Senat in Gang. Auf Basis dieser Beratungen entstand der jetzt in den Hochschulgremien verabschiedete Text (Wortlaut s.u.).

In der Präambel verpflichtet sich die Goethe-Universität, dass Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen. Damit ist sie deutschlandweit die zwölfte Hochschule, die über eine Zivilklausel verfügt. Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl begrüßte die Verabschiedung der Zivilklausel: „Ich freue mich, dass das universitäre Bekenntnis zur Friedfertigkeit in der Goethe-Universität einen so großen Widerhall findet. Damit werden wir unserer besonderen Verantwortung als eine der führenden deutschen Forschungsuniversitäten gerecht.“
Christoph Wiesner vom Arbeitskreis Zivilklausel ergänzte: „Wichtig ist nun, dass die Zivilklausel konsequent Anwendung findet. Dies erfordert eine breite Diskussion in den Fachbereichen.“
Für den AStA erklärte der zuständige Referent Max Rudel: „Militärforschung hat an öffentlichen Hochschulen keinen Platz. Gerade in Zeiten steigender Drittmittelabhängigkeit stärkt die Verabschiedung einer Zivilklausel die Wissenschaftsfreiheit.“

Die neue Präambel der Goethe-Universität im Wortlaut: „Die Goethe-Universität fördert die Entwicklung der Wissenschaft und Künste. Lehre, Forschung und Studium an der Goethe-Universität dienen zivilen und friedlichen Zwecken. Diese Leitbilder verfolgt die Universität im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung; sie fühlt sich dabei der Bürgerschaft verpflichtet, Rechenschaft über ihr Handeln abzugeben und ihr gleichzeitig etwas zurückzugeben.“

Veranstaltungen

Mär 7 2013
15:34

Kolloquium an der Goethe-Universität beleuchtet am 15. und 16. März 2013 die Rolle der aktuellen Krise für eine legitime politische Ordnung

Chancen und Risiken der Europa-Krise

FRANKFURT. Viel ist die Rede von einer bedrohlichen Krise der Europäischen Union und des kontinentalen Integrationsprozesses. Doch handelt es sich dabei um eine andauernd schwierige und vielleicht verfahrene Situation, oder kann man bereits von einem Höhe- und Wendepunkt der Geschehnisse sprechen? Der Begriff der Krise, der ja auch Veränderung impliziert, steht im Mittelpunkt des Kolloquiums „Europa: Krise, Umbruch und neue Ordnung“ an der Goethe-Universität. Veranstalter sind das Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die wissenschaftliche Veranstaltung – zugleich XII. Walter-Hallstein-Kolloquium – findet am 15. und 16. März im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt.

Die europäische Integrationsgeschichte ist Ergebnis des fundamentalen Umsturzes in der politischen Ordnung Europas durch den Zweiten Weltkrieg. Seit jeher steht sie in der Spannung zwischen der Utopie gemeinsamer Freiheit und der Furcht vor dem Verlust vertrauter Ordnungsmuster. Diese Spannung hat sich wiederholt krisenhaft geäußert: im Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954, in der französischen „Politik des leeren Stuhls“ 1964, im Zerwürfnis über den Irakkrieg 2003 und in der Ablehnung des Verfassungsvertrages in zwei Referenden 2004.

Was an der aktuellen Banken- und Staatschuldenkrise anders zu sein scheint als bisher, ist das Wiedererstarken nationalstaatlicher Stereotype und der Untergangsduktus der politischen Rhetorik. Ob ihr Höhepunkt bereits überwunden ist, wie manche Beobachter meinen, wird sich wohl erst im zeitlichen Abstand sagen lassen. Schon jetzt hat sie jedoch in der politischen Kultur Europas tiefe Spuren hinterlassen und mit ihrer offenbar abnehmenden Akzeptanz auch die Legitimität der Europäischen Union als Herrschaftsverband in Zweifel gezogen. Dafür ist nicht nur eine Krise der politischen Eliten in vielen Mitgliedstaaten verantwortlich, sondern auch der sich in Notstandspragmatismus äußernde Entscheidungsstil der maßgebenden Akteure.

Die Betonung des Ausnahmecharakters dieser Entwicklungen legt die Frage nahe, welche Rolle der Modus der Krisenbewältigung und ihr (Miss-)Erfolg für die Legitimität einer politischen Ordnung spielt. Ein Ansatz könnte darin bestehen, die Krise als Konstante oder sogar als Voraussetzung einer Ordnung und ihrer Legitimation zu sehen. Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, soll aus der Sicht von Vertretern der Geschichts-, Politik-, Rechts-, Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie der Versuch unternommen werden, das Thema in einen weiteren Zusammenhang zu stellen. Die Begrüßung und Einführung am Freitag, 15. März, um 14 Uhr liegt in den Händen der Cluster-Professoren und Rechtswissenschaftler Klaus Günther, der auch einer der Sprecher des Exzellenzclusters ist, und Stefan Kadelbach, der zu den maßgeblichen Organisatoren des Kolloquiums gehört.

Auch die interessierte Öffentlichkeit ist willkommen. Um eine Anmeldung per Fax oder Mail wird gebeten. 

Programm: http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen

Information und Anmeldung: Professur Dr. Stefan Kadelbach, Luise Mehrling, Goethe-Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt, Tel. (069) 798-34295, Fax. (069) 798-34516, E-Mail: mehrling@jur.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Mär 6 2013
15:43

Erfolgreich beim Einwerben von Drittmitteln für Strategische Partnerschaften mit Universitäten in drei Kontinenten

Goethe-Universität vertieft Aktivitäten mit Partneruniversitäten

FRANKFURT.  Der Antrag auf finanzielle Förderung der Strategischen Hochschulpartner-schaften ist bewilligt: Der DAAD hat die Goethe-Universität vor allem aufgrund der innovativen Ansätze ihres Konzepts ausgewählt. Gerade die Verbindung zwischen den Universitäts- und Städtepartnerschaften haben die Gutachter überzeugen können, denn die Aktivitäten sollen nicht nur im Elfenbeinturm stattfinden, sondern im Sinne des Konzepts der Bürgeruniversität Impulse für das Leben der Städte geben, in denen die Hochschulen angesiedelt sind. Weitere Kriterien für die Auswahl der Partnerhochschulen waren ihre Forschungsstärke, Gemeinsamkeiten des Fächerspektrums und die bisherige exzellente Zusammenarbeit.

Belohnt wird das Konzept mit über 900.000 € bis Ende 2016. Der Erfolg ist angesichts der zahlreich und gut vertretenen Konkurrenz umso erfreulicher: Für die Vorauswahl waren 117 deutsche Hochschulen im Rennen, von denen für die Endrunde 40 verblieben. Ausgewählt wurden schließlich 21 Anträge.

Die Goethe Universität plant mit ihren Partneruniversitäten (University of Toronto, Karls-Universität Prag, University of Birmingham, University of Pennsylvania und Tel Aviv University) sehr unterschiedliche Aktivitäten: Sie reichen von klassischen Formaten wie Studierenden- und Dozentenaustausch über neue Ansätze wie gemeinsame Promotionen und Industriepraktika bis hin zu gemeinsamen transdisziplinären Konferenzen und Forschungsprojekten. Als sinnvolle Ergänzung dienen gemeinsame Vorhaben zum Universitätsmanagement und Benchmarking. Und zum Jubiläumsjahr der Goethe Universität haben die Präsidenten der Partneruniversitäten ihre Teilnahme an Diskussionsveranstaltungen zur Zukunft von Universität und Stadt zugesagt. Außerdem wird 2014 auch die neue fächerübergreifende Sommeruniversität starten.

Weitere Informationen:  Dr. Mathias Diederich, International Recruitment Manager, Strategische Hochschulpartnerschaften, International Office,  Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798- 25090, m.diederich@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Mär 6 2013
13:48

Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Wohnbedingungen alter Menschen in Frankfurt – Gefördert von der BHF-BANK-Stiftung

Warum das eigene Quartier so wichtig für das Älterwerden ist

FRANKFURT. „Der Großteil der Aktivitäten, die ältere Menschen außer Haus unternehmen, findet im eigenen Stadtteil statt. Dabei ist das eigene Quartier im hohen Alter nicht nur wichtig für die Selbständigkeit, sondern auch für die Teilhabe am Leben, den sozialen Austausch und das eigene Wohlbefinden“, so fasst Prof. Dr.Frank Oswald, Alternsforscher an der Goethe-Universität ein wichtiges Ergebnis einer umfangreichen Feldstudie in den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim, Bockenheim, Nordweststadt zusammen. Sein Team hat im Gespräch mit fast 600 Frauen und Männer im Alter von 70 bis 89 Jahren erkundet, wie sie sich ihrem Quartier verbunden fühlen. Oswald präsentierte heute die Details seiner Untersuchung gemeinsam mit der BHF-BANK-Stiftung, die nicht nur seine Professur für Interdisziplinäre Alternswissenschaft finanziert, sondern auch diese Studie.

Das Thema Wohnen im Alter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bewegt in Frankfurt die älter werdenden Bürger ebenso wie die Verantwortlichen in Verbänden und der Kommune, unterstrich Dietmar Schmid, Vorsitzender des Vorstands der BHF-BANK-Stiftung. Forschung zum Altern im Quartier sei wichtig für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik, die sich vermehrt auf die aktive Beteiligung der älteren Menschen stützen werde, betonte Oswald und fügte hinzu: „Auch unser Ansatz von Alternsforschung ist partizipativ und praxisnah ausgerichtet und bietet gute Anknüpfungspunkte für die Akteure auf diesem Feld.“ Von April 2010 bis September 2012 haben die Forscher die älteren Menschen „vis-a-vis“ zu ihrer Lebens- und Wohnsituation befragt und sie gebeten, in Tagebücher alle Aktivitäten außer Haus zu notieren. „Die Stadtteile sind so gewählt, dass sich die Erkenntnisse unserer Studie auf vergleichbare Stadtteile in Frankfurt und auch auf andere Städte übertragen lassen“, konstatiert Oswald.

Was hat das interdisziplinäre Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herausgefunden, wie lassen sich die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen auf Stadtteilebene umsetzen? Dafür einige Beispiele:

Ältere Menschen sind häufig zu Fuß an zentralen Orten im Stadtteil unterwegs und das ist unabhängig davon, wie weit sie von diesen Zentren entfernt wohnen. Die Tagebücher geben Auskunft über mehr als 10.000 Wege an über 7.000 Tagen und zeigen, dass 54 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt werden, bei den 80- bis 89-Jährigen sind es sogar 58 Prozent. Die Befragten aus Bockenheim sind am meisten zu Fuß unterwegs, am wenigsten die Schwanheimer. Insgesamt dienen 37 Prozent der Wege dem Einkaufen, 26 Prozent der Erholung, 14 Prozent der Gesundheit, 13 Prozent dem sozialen Austausch und 7 Prozent kulturellen Aktivitäten. „Daraus lässt sich ableiten, dass Einrichtungen, z.B. kleine Läden und Cafés in den Stadtteilzentren, gefahrlos, barrierefrei und zu Fuß erreichbar sein müssen. Dies ist nicht immer der Fall, besonders viele Hindernisse haben die älteren Menschen in der Nordweststadt zu überwinden“, ergänzt der Alternsforscher.

Ältere Menschen sind beständige und kritische Nutzer sowie Kenner ihres Quartiers. Sie wohnen im Durchschnitt seit über 45 Jahren im Stadtteil (am längsten in Schwanheim). Veränderungen im Stadtteil bewerten sie sehr differenziert, und keinesfalls war „früher alles nur besser“. Die Mobilitätsinfrastruktur hat sich nach Einschätzung der Befragten besonders in Bockenheim verschlechtert. Während sich in der Nordweststadt positive und negative Urteile über die Versorgungssituation die Waage halten, beklagen die Bockenheimer und Schwanheimer eher eine Verschlechterung. „Ältere Menschen wissen und beobachten sehr genau, was im Stadtteil vor sich geht und haben auch eine klare Meinung dazu. Diese Kompetenz gilt es in Zukunft besser zu nutzen, wenn es um die Weiterentwicklung in den Stadtteilen geht. Deshalb sollten älteren Menschen auch im Folgeprojekt nun aktiv in die Planung von Maßnahmen einbezogen werden“, so Oswald.

Stadtteilverbundenheit ist wichtig für das Wohlbefinden im Alter; Ältere Menschen sind Liebhaber ihres Quartiers. Die Befragungen zeigen: Sie fühlen sich mit ihrem Quartier tief verbunden und blicken optimistisch in die eigene Zukunft in ihrem Stadtteil. Die Verbundenheit ist in Schwanheim besonders eng, in der Nordweststadt enger als in Bockenheim. Die Älteren nutzen nicht nur zentrale Orte und Plätze ihres Stadtteils für Besorgungen, hier erleben sie auch Verbundenheit mit anderen Menschen und bekannten Orten. „Neu daran ist der Nachweis, dass diese Verbundenheit einen bedeutsamen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und auf die Erwartung hat, auch in fünf Jahren noch im Stadtteil zu wohnen – und zwar unabhängig vom Gesundheitszustand und von Barrieren in der Umwelt“, sagt der Frankfurter Alternsforscher und ergänzt: „Es kommt also nicht nur darauf an, dass Ältere sich in ihrem Stadtteil versorgt und sicher fühlen, sondern dass sie sich auch von dem Umfeld anregen lassen, sich aufgehoben und zuhause fühlen. Die Gestaltung von zentralen Wegen und Plätzen – ähnlich wie Dorfbrunnen in Südeuropa – bieten die besten Chancen, viele ältere Menschen zu erreichen.“

Wer alt ist, muss nicht einsam sein; Teilhabe am Leben im Stadtteil und sozialer Austausch sind wichtig. Mit dem Alter wächst das Einsamkeitsrisiko, insbesondere für Alleinlebende. Überraschend ist aber, dass sich hochbetagte Befragte (80 bis 89 Jahre) in Frankfurt – anders als in vielen Studien andernorts – nicht einsamer fühlen als jüngere Befragte (70 bis 79 Jahre). Wichtig ist es – so zeigt die Studie, dass sich die alten Menschen als Teil der Nachbarschaft fühlen: Es trägt zu ihrem Wohlbefinden bei, wenn sie mitbekommen, was passiert und sie sich selbst aktiv in der Nachbarschaft einbringen können. Hier unterscheiden sich die drei Stadtteile mit klaren Vorteilen für Schwanheim und die Nordweststadt. „So kann gerade im sehr hohen Alter der negative Einfluss, den die schlechte Gesundheit auf das Wohlbefinden hat, durch das Erleben von Verbundenheit und Zusammengehörigkeit abgefedert werden“, sagt Oswald.

Bei der Präsentation der Studienergebnisse unterstrich Dietmar Schmid, Vorsitzender des Vorstands der BHF-BANK-Stiftung, noch einmal das zentrale Ziel der Stiftung: „Wir möchten mit unserer Wissenschaftsförderung vor allem interdisziplinäre Forschungsansätze zum Alter stärken. Wir haben bereits von 2003 bis 2008 eine Professur für Gerontopsychiatrie an der Goethe-Universität finanziert und ab 2009 die Stiftungsprofessur für Interdisziplinäre Alternswissenschaften ermöglicht.“ Diese Professur, dieFrank Oswaldinne hat, vernetzt und bündelt kultur-, sozial- und lebenswissenschaftliche Forschung und soll zukünftig an der Universität noch weiter ausgebaut werden.

Informationen: Prof. Dr. Frank Oswald, Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069)798-36398, oswald@em.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/we5/alternswissenschaft

Veranstaltungen

Mär 6 2013
12:21

Kooperation der Goethe-Universität mit städtischen Schulen

Mehr Bildungsbrücken bauen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Schuldezernat der Stadt Frankfurt und die Goethe-Universität werden künftig enger zusammenarbeiten, um die vielfältigen Verbindungen zwischen Hochschule und Schulen zu stärken. Exemplarisch für die vertiefte Kooperation wird der Austausch zwischen dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg der Goethe-Universität und dem benachbarten Gymnasium Riedberg mit seinem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt sein.

Anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages informieren wir über das Gesamtkonzept und stellen Beispiele der Kooperation zwischen der Stadt Frankfurt, städtischen Schulen und der Goethe-Universität vor.

Wir laden Sie herzlich ein zu einen Mediengespräch über neue Initiativen zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule und aktuelle Aktivitäten 

am Montag (11. März) um 13 Uhr,
in der Mensa des Gymnasium Riedberg,
Konrad-Zuse-Straße 34, 60438 Frankfurt                                              

Die Kooperationen und ihre Ziele werden Ihnen erläutert von

  • Bildungsdezernentin Sarah Sorge, Stadt Frankfurt
  • Vizepräsidentin Prof. Tanja Brühl, Goethe-Universität
  • Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff, Goethe-Universität
  • Direktor Helmut Kühnberger, Gymnasium Riedberg

Auch der Abteilungsleiter der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität, Marco Blasczyk, und die Projektleiter verschiedener Angebote der Goethe-Universität für Schulen stehen für Sie zum Gespräch bereit.

Im Anschluss:

  • Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Stadt Frankfurt, dem Gymnasium Riedberg und der Goethe-Universität
  • exemplarische Schülerlabor-Arbeit: 3d-Scannen mit dem Goethe-BioLab
    Prof. Paul Dierkes, Björn Weiß und Verena Ripberger vom Goethe-BioLab zeigen zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Riedberg ein Praxisbeispiel aus der Arbeit im Schülerlabor.
    Die Mitwirkung der Gäste ist erwünscht.
  • Umtrunk

Über Ihre Teilnahme am 11. März und eine Berichterstattung über die Kooperation würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Donnerstag (7. März) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (E-Mail: Blasczyk@em.uni-frankfurt.de).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt