​​​​​​Pressemitteilungen ​​​ – September 2015

Personalia/Preise

Sep 10 2015
15:18

Dr. Andreas Kürten mit dem Smoluchowski-Award ausgezeichnet

Preis für Frankfurter Aerosolforscher

FRANKFURT.Für seine Arbeiten zur Wolkenbildung hat der Frankfurter Meteorologe Dr. Andreas Kürten den mit 2.000 Euro dotierten Smoluchowski-Award der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) erhalten. Es handelt sich um den bedeutendsten europäischen Preis für Nachwuchsforscherin der Aerosolforschung.

Die Forschungsergebnisse von Andreas Kürten, die 2014 in den Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht wurden, ermöglichten erstmals einen sehr detaillierten Einblick in die Bildung von Aerosolteilchen. Diese beeinflussen das Klima über die Wolkenbildung: Wolken bilden sich nur, wenn Kondensationskeime zur Verfügung stehen, an denen sich Wassermoleküle niederschlagen können. Herr Kürten zeigte, wie sich neutrale Aerosolteilchen durch die schrittweise Anlagerung von Molekülen bilden. Dabei fungiert das Molekül Dimethylamin als „Superklebstoff“. (http://www.muk.uni-frankfurt.de/52292886/286)

Dr. Andreas Kürten, 38, studierte Meteorologie an der Universität Mainz. Nach seiner Doktorarbeit forschte er am Helmholtz Zentrum München sowie am California Institute of Technology in Pasadena, Kalifornien. Seit 2008 habilitiert er sich am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität.

Ein Foto von Andreas Kürten erhalten Sie unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Informationen: Dr. Andreas Kürten, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40256, kuerten@iau.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 9 2015
20:27

Licht empfindliches Protein aus Schimmelpilz erweitert optogenetischen Baukasten/ Publikation in Nature Communications

Optogenetik: Lichtschalter aktiviert zellulären Botenstoff

FRANKFURT. Die Optogenetik ist ein noch junges Forschungsgebiet, das die neuro- und zellbiologische Forschungslandschaft weltweit revolutioniert hat.  Sie verwendet natürliche oder maßgeschneiderte licht-empfindliche Proteine, um Nervenzellen mit bisher nicht gekannter Genauigkeit  zeitlich und räumlich elektrodenfrei an- und abzuschalten. Grundlegend war im Jahr 2002 die Entdeckung des Licht-aktivierbaren Ionenkanals Channelrhodopsin in Algen. Frankfurter Wissenschaftlern um Prof. Alexander Gottschalk gelang es 2005, das Protein in den durchsichtigen Fadenwurm C. elegans zu transferieren und so dessen Bewegungen mit Licht zu steuern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Würzburg hat Gottschalk den optogenetischen Baukasten jetzt um ein weiteres Werkzeug erweitert: Das Protein aus dem aquatischen Pilz Blastocladiella emersonii.

Wie die Arbeitsgruppe um Prof. Alexander Gottschalk in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“ berichtet, bildet das vom dem im Wasser lebenden Schimmelpilz gebildete Protein CyclOp bei Belichtung den Botenstoff cGMP. Dieser wichtige zelluläre Botenstoff  ist am Sehprozess, an der Regulation des Blutdrucks, am induzierten Zelltod, aber auch an der Regulation der männlichen Erektion beteiligt. So führt das Präparat Viagra zu einem Anstieg des cGMP Niveaus in den Zellen. Bringt man CyclOp in einen Organismus wie den Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein, kann man Signalwege innerhalb der Zelle untersuchen. Die Optogenetik geht damit einen Schritt über die bisherige Forschung hinaus.

„Das Licht-aktivierte Enzym CyclOp hat hervorragende molekulare Eigenschaften, die es als wertvolle Erweiterung des optogenetischen Werkzeugkastens für die Zell- und Neurobiologen qualifizieren“, erklärt Prof. Gottschalk vom Institut für Molekulare Zellbiologie und Neurobiochemie an der Goethe-Universität. Gemeinsam mit den Kollegen aus Würzburg hat seine Arbeitsgruppe das Protein in Sauerstoff-sensorische Zellen eingeschleust, um herauszufinden, welche Rolle der Botenstoff cGMP in diesen Zellen spielt. Dazu wird der durchsichtige Fadenwurm beleuchtet, so dass cGMP vermehrt ausgeschüttet wird. Die Zellen reagierten darauf, als ob sie einen Anstieg der Sauerstoffkonzentration detektiert hätten. Somit konnten sie mithilfe von CyclOp besser verstehen, wie das natürliche Signal für diese Zellen in eine zelluläre Antwort umgesetzt wird.

Publikation

S. Gao, J. Nagpal, M. Schneider, V. Kozjak-Pavlovic, G. Nagel, A., Gottschalk A. (2015) Optogenetic manipulation of cGMP in cells and animals by the tightly light-regulated guanylyl-cyclase opsin CyclOp. Nature Communications (8. September 2015), DOI: 10.1038/NCOMMS9046

http://www.nature.com/ncomms/index.html

Ein Bild können Sie anfordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Der optogenetisch modifizierte Fadenwurm C. elegans exprimiert in seinen Körperwandmuskeln das Protein CyclOp (rot) zusammen mit einem cGMP-aktivierten Ionenkanal (grün).

Informationen: Prof. Alexander Gottschalk,  Institut für Biochemie und Buchmann Institut für molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42518, a.gottschalk@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Sep 8 2015
12:47

Bei der 4. Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare sind kontroverse und konstruktive Diskussionen zu erwarten

Medikamentenpreise und Big Data im Mittelpunkt

FRANKFURT.Neue zielgerichtete Medikamente haben die Überlebensraten bei manchen Krebserkrankungen teilweise erheblich verbessert. Dieser Fortschritt ist allerdings teuer. So haben die weltweiten Ausgaben für Krebsmedikamente nach Angaben von IMS Health innerhalb der vergangenen vier Jahre um fast 25 Prozent zugenommen: 2014 überstiegen sie erstmals 100 Milliarden Dollar! Sind die neuen Medikamente zu teuer? Steht ihr Preis in einem vertretbaren Verhältnis zu ihrem Nutzen? Sind ihre Kosten der Solidargemeinschaft der Versicherten zuzumuten? Die Diskussion dieser aktuellen Fragen ist eines der Schwerpunktthemen der vierten Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare am 14. und 15. September im Casinogebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Es ist das gemeinsame Anliegen aller beteiligten Hochschulen – Goethe-Universität Frankfurt, Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg und Technische Hochschule Mittelhessen –, die interdisziplinäre Vernetzung im Gesundheitswesen voranzutreiben, den Dialog mit außeruniversitären Akteuren zu suchen und eine unabhängige, neutrale Plattform für die Diskussion kontroverser Themen bereitzustellen.

Dem schnell anschwellenden Strom von Genom- und Gesundheitsdaten und dessen Verarbeitung in neuen Geschäftsmodellen der Gesundheitswirtschaft widmet sich das zweite Schwerpunktthema. Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus der Konvergenz von Medizin und Informatik im Zeitalter der Digitalisierung? Wie verändern Big Data das Gesundheitswesen? Darüber hinaus eröffnet die Jahrestagung ihren Teilnehmern in zwei Zeitblöcken mit je vier parallelen Workshops die Möglichkeit, weitere aktuelle Themen zu diskutieren, die für sie von speziellem Interesse sind. Mit seiner Jahrestagung bietet das House of Pharma & Healthcare Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ebenso wie Patientenorganisationen, Ärzten, Apothekern und Krankenkassen eine Gelegenheit zur informellen Begegnung und zum Meinungsaustausch über Fragen, die für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland von Bedeutung sind. Das Programm der Tagung, die am 14. September mit einem Vorabendempfang auf Einladung der Hessischen Landesregierung beginnt, finden Sie unter www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

4. Jahrestagung House of Pharma & Healthcare
Wann? 14. September, 19 Uhr, und 15. September, 9 bis 16 Uhr
Wo? Casino, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das House of Pharma & Healthcare (www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, das Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi).

Dem Vorstand des House of Pharma & Healthcare gehören für die beteiligten hessischen Hochschulen Prof. Dr. Ulrich Koert, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Frank Runkel, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, Prof. Dr. Peter R. Schreiner, Vizepräsident der Justus-Liebig-Universität Gießen und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main an.

Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V.,
Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de
Programm: www.houseofpharma.de/jahrestagung2015

Forschung

Sep 7 2015
20:13

Leuchtende Miniatursonden für die hochauflösende Mikroskopie

Goethe-Uni: Neues Verfahren verbessert Beobachtung von Proteinen

FRANKFURT. Um Proteine im Mikroskop sichtbar zu machen, werden sie meist auf DNA-Ebene mit fluoreszierenden Proteinen fusioniert. Allerdings sind diese leuchtenden Marker relativ groß, so dass sie die Funktion der Proteine beeinträchtigen können. Außerdem sind sie aufgrund ihrer Größe oft weit vom zu beobachtenden Protein entfernt. Das gleiche Problem tritt bei der ebenfalls weit verbreiteten Markierung mittels Antikörpern auf. Auch hier kann die große Distanz zwischen Protein und Sonde zu fehlerhaften Beobachtungen führen. Um dieses Problem zu umgehen, haben Wissenschaftler der Goethe-Universität nun sehr kleine Markierungssonden für die hochauflösende Mikroskopie entwickelt. Sie berichten darüber in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“.

Die hochauflösende Methode basiert auf dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Dazu wird das zu beobachtende Protein mit einer sehr kleinen Sonde, einem Histidin-Tag, fusioniert. An diesen bindet spezifisch das fluoreszenzmarkierte Molekül tris‑Nitrilotriessigsäure (trisNTA). Da beide Teile der Sonde extrem klein sind, rückt die fluoreszierende Markierung sehr nahe an das Protein. Die Entfernung beträgt nur zwei Nanometer (zwei milliardstel Meter), was rund zehnmal näher ist als bei konventioneller Antikörpermarkierung.

Die auf den Namen SLAP („Small LAbeling Pair“) getaufte Technik wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Gruppen um die Professoren Mike Heilemann (Institut für Physikalische und Theoretische Chemie) und Robert Tampé (Institut für Biochemie) an der Goethe-Universität entwickelt und in hochauflösender Fluoreszenz-Mikroskopie angewendet. Mit dieser Technik, die 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie honoriert wurde, kann man - dank der trickreichen Umgehung der bisherigen Auflösungsgrenze - einzelne Proteine und Moleküle sichtbar machen. So konnten beispielsweise mit SLAP markierte Bestandteile des Zellskeletts mit einer Auflösung von 40 Nanometern dargestellt werden.

„Der große Vorteil dieser Methode zeigte sich bei der Markierung von Komponenten der Antigen-Prozessierung“, erläutert Prof. Tampé. Diese essentielle Maschinerie des adaptiven Immunsystems sorgt dafür, dass Fragmente von Erregern, etwa Viren, auf der Zelloberfläche präsentiert werden. Dadurch werden infizierte Zellen vom Immunsystem als solche erkannt und eliminiert. Dank der neuen SLAP-Markierungsmethode kombiniert mit der hochauflösenden Mikroskopie konnte die Größe dieser Proteinkomplexe nun auf etwa 50 Nanometer eingegrenzt werden. „Jetzt wissen wir, dass der gleiche Komplex durch die konventionelle Markierung mit Antikörpern künstlich vergrößert dargestellt wurde“, fügt Prof. Heilemann hinzu.

Da die SLAP-Markierungsmethode leicht anwendbar ist, sind die Frankfurter Forscher überzeugt, damit auch auf längere Sicht einen Beitrag zur genaueren Darstellung von krankheitsrelevanten zellulären Prozessen geleistet zu haben.

Publikation: Wieneke R, Raulf A, Kollmannsperger A, Heilemann M, Tampé R (2015) SLAP: Small labeling pair for single-molecule super-resolution imaging. Angew Chem 127:10354–10357.

Ein Bild zum Download anzufordern unter: hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Bildtext: Hochaufgelöstes Mikroskopiebild des Tubulinnetzwerkes einer eukaryotischen Zelle.

Informationen: Prof. Mike Heilemann, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29736, Heilemann@chemie.uni-frankfurt.de.

Prof. Robert Tampé, Institut für Biochemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29475, tampe@em.uni-frankfurt.de .

Veranstaltungen

Sep 7 2015
19:53

Goethe-Universität und Hertie-Stiftung ermöglichen Wissenschaft zum Anfassen mit modernen Forschungsgeräten

Neues Schülerlabor Neurowissenschaften

FRANKFURT. Themen aus den Neurowissenschaften stehen in der 7. und 9. Jahrgangsstufe sowie in der Oberstufe auf dem Lehrplan. Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist aber in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen.

Nun hat das Institut für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität gemeinsam mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung innovative, schülerorientierte Angebote entwickelt, die neurowissenschaftliche Forschung für Schüler erfahrbar machen. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro mit einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren.
Wir laden Sie herzlich ein, das neue Schülerlabor Neurowissenschaften kennenzulernen.

Wann? 15. September 2015, um 11 Uhr
Wo? Campus Riedberg, Biologicum, Max-von-Laue-Str. 13 Raum -1.404 Untergeschoss

Ihre Gesprächspartner:

Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften und Leiter des Goethe BioLab
Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität
Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
Dr. Alexander Lehmann, Projektleiter seitens der Hertie-Stiftung

Die Experimente und Schülerangebote werden vor Ort vorgeführt. Ebenso wird ein Kurzfilm gezeigt, der die Möglichkeiten des Schülerlabors Neurowissenschaften und experimentelle Arbeiten von Schülerinnen und Schülern dokumentiert.

Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter: s.zimmermann@em.uni-frankfurt.de

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 4 2015
10:32

Geistes- und Sozialwissenschaften mit knapp 45 Mio. Euro im deutschlandweiten Vergleich auf Platz 4

Goethe-Uni erfolgreich bei DFG-Förderung

FRANKFURT. Im neuen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der am 3. September in Berlin vorgestellt wurde, zählt die Goethe-Universität zu den erfolgreichsten deutschen Universitäten im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt flossen in der Förderperiode 2011 bis 2013 knapp 45 Millionen € nach Frankfurt. Damit belegt Deutschlands drittgrößte Universität den vierten Platz hinter den beiden Berliner Universitäten sowie der Universität Heidelberg und verbessert sich gegenüber der letzten Vergleichsperiode (2008-2010) um weitere zwei Positionen. Das finanzielle Volumen von geistes- und sozialwissenschaftlichen DFG-Förderungen stieg im Vergleich zur letzten Förderperiode um rund 7 Millionen € oder knapp 20% an.

Insgesamt warb die Goethe-Universität 2011 bis 2013 DFG-Mittel in einer Größenordnung von knapp 163 Mio. € ein und ist damit weiterhin mit spürbarem Abstand die erfolgreichste Hochschule in Hessen. Bundesweit belegt sie Platz 15 und verbessert sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum der Vorjahre um einen Platz. Deutlicher fällt der Anstieg der Zuwendungshöhe aus: Die Goethe-Universität steigerten ihre DFG-Einwerbungen um insgesamt 31 Millionen €.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sagte: „Ich danke allen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Die deutlich gestiegene Bewilligungsquote der DFG zeigt auch, dass die Goethe-Universität ihre gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Kernkompetenzen pflegt und ausbaut. Diese Entwicklung werden wir weiter vorantreiben. “

DFG-Mittel gelten im Bereich von Forschungsdrittmitteln als eine Art „Gold-Standard“, da sie wettbewerbsorientiert mit einem starken Schwerpunkt auf Grundlagenforschung vergeben werden. Anhand ihrer Verteilung lassen sich auch Rückschlüsse auf die Forschungsstärke bestimmter Bereiche und Wissenschaftseinrichtungen ziehen.2014 wurden knapp 30 000 Projekte mit einer jahresbezogenen Bewilligungssumme von 2,7 Milliarden Euro gefördert.

DFG Förderatlas 2015 (online): www.dfg.de/sites/foerderatlas2015/

Veranstaltungen

Sep 2 2015
13:50

Wissenschaftlich-künstlerisches Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 11. September bis 11. Oktober im Frankfurter Museum Angewandte Kunst

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“

FRANKFURT. Videokunst trifft Wissenschaft. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität stellt sein jüngstes wissenschaftlich-künstlerisches Projekt unter das Motto „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erzählungen über die Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen, und warum Zweifel an der Version der Mächtigen neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen können.

Schauplatz von „Sense of Doubt“ ist vom 11. September bis zum 11. Oktober das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Dort präsentiert sich das Projekt in einer Kombination von bewegtem Bild mit der Videokunstausstellung „memórias inapagáveis“ („unauslöschliche Erinnerungen“), realisiert in einer temporären Containerlandschaft im Museumsgarten, und einem dichten Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Führungen mit Angehörigen des Exzellenzclusters.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Kooperationsprojekt im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Im Metzler-Park des Museum Angewandte Kunst werden insgesamt 18 Video-Arbeiten gezeigt, manche dauern nur wenige Minuten, die längste rund eine Stunde. Sie stammen aus der Sammlung Associação Cultural Videobrasil in São Paulo, einer führenden Einrichtung zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst und zugleich einem der weltweit wichtigsten Archive für internationale Videokunstwerke. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Welt des so genannten Globalen Südens, Lateinamerika, Afrika, Osteuropa, Asien und dem Mittleren Osten.

Das Frankfurter Ausstellungsprojekt greift auf eine Auswahl des renommierten spanischen Kurators Agustín Pérez Rubio zurück. Dazu zählen Filme über fernere Vergangenheiten wie den Sklavenhandel zwischen Afrika und Brasilien, jüngere wie den Militärputsch in Chile, den Kampf von Ureinwohnern im brasilianischen Amazonasgebiet gegen den Ölkonzern Elf Aquitaine, das Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking oder die historischen Kämpfe gegen die Apartheid in Südafrika. Aber auch aktuellere Geschehnisse wie der Bürgerkrieg im Libanon, das Gefangenenlager auf Guantanamo, die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder die weltweiten Migrationsbewegungen werden thematisiert.

Die Videos zeigen Formen der Unterdrückung und des Widerstandes, die den geopolitischen Süden teilweise schon seit Jahrhunderten prägen und versuchen, die Erinnerungen an Konflikte, Verfolgung und Gewalt vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei haben die Videoarbeiten nicht nur künstlerischen Charakter oder rein dokumentarische Funktion; sie nehmen zugleich teil an den Deutungskämpfen über diese Ereignisse, vor allem gegenüber den „Meisterzählungen“ der Herrschenden oder der Welt des Nordens.

Das Ausstellungsprojekt „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Frankfurter Exzellenzclusters bringt Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften in einen Dialog mit den audiovisuellen Kunstwerken. Dieser Dialog erscheint umso vielversprechender, da normative Ordnungen, das Kerninteresse des Clusters, eben nur zum Teil als explizite Normensysteme existieren. Sie sind zugleich eingebettet in Erzählungen, Rituale oder Bilder, die als Rechtfertigungsnarrative herrschende Ordnungen verteidigen und als gerechtfertigt erscheinen lassen. An solchen Rechtfertigungsnarrativen hat auch die Kunst als eine öffentlich wirkende Institution teil. Ihre „Narrative“ können wiederum neue Perspektiven auf scheinbare Gewissheiten eröffnen.

In den rund 25 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und weiteren Veranstaltungen geht es – inspiriert durch grundlegende Themenstellungen der Videos – beispielsweise um die Stellung der indigenen Bevölkerung in Brasilien, verschiedene Formen des Widerstands, den Gegenwartsbezug des Erinnerns und die Rolle des Rechts und staatlicher Grenzziehungen in der jüngeren Migrationsgeschichte. Flankierend zum Ausstellungsprojekt erscheint ein umfangreicher Katalog mit Informationen zu den gezeigten Videos und kurzen Essays, in denen sich Mitglieder des Frankfurter Forschungsverbundes aus der Sicht ihrer Disziplin mit einzelnen Videos auseinandersetzen.

Der Eintritt zu allen Programmpunkten und auch den Videos ist frei. Als öffentliche Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 11. September, um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Foyer des Museums statt.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit Sesc São Paulo, Associação Cultural Videobrasil, dem Museum Angewandte Kunst und Dr. Paula Macedo Weiß Kulturproduktion, im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Weitere Kooperationspartner sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Städelschule Frankfurt am Main und das Goethe-Institut São Paulo. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Ein Hinweis an die Redaktionen – Pressekonferenz am 8. September 2015:

Wir möchten noch einmal auf unsere Pressekonferenz hinweisen, zu der Sie am Dienstag, 8. September, um 11.30 Uhr herzlich in das Museum Angewandte Kunst eingeladen sind (Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main). Diese Pressekonferenz ist zugleich eine erste Vorschau auf die B3 Biennale des bewegten Bildes. Als Gesprächspartner stehen Ihnen unter anderem zur Verfügung: Matthias Wagner K (Direktor des Museum Angewandte Kunst), Prof. Bernd Kracke (Künstlerischer Leiter der B3 Biennale), Prof. Dr. Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Kurator von „Sense of Doubt“), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Exzellenzclusters und Kuratorin von „Sense of Doubt“).

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und danken für Ihre Anmeldung per E-Mail an presse.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de.

Programm: www.normativeorders.net/senseofdoubt

Kontakt: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/ Dorothee Maas, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Museum Angewandte Kunst, Tel.: 069/212-32828, dorothee.maas@stadt-frankfurt.de, www.museumangewandtekunst.de

Veranstaltungen

Sep 2 2015
12:00

Startups des Goethe-Unibator erhalten beim 4. INNOVATIONSFORUM Goethe-Innovations-Preis / hochkarätiges Podium diskutiert Trends in Forschung und Entwicklung

Medieneinladung / Preiswürdige Innovationen aus der Goethe-Uni

FRANKFURT. Preiswürdige Gründerideen aus der Goethe-Universität in Verbindung mit einem von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart moderiertem Podium deutscher Wirtschaftsgrößen verspricht das 4. INNOVATIONSFORUM auf dem Campus Westend der Goethe-Universität am Dienstag, den 8. September, das von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff eröffnet wird und zu dem mehr als 500 Gäste erwartet werden.

Dabei präsentieren vor den Augen von Dr. Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG), Dr. Jens Baas (Vorstandsvorsitzender Techniker Krankenkasse), Dr. Christoph Franz (Präsident des Verwaltungsrats Roche Holding AG) und Gisbert Rühl (CEO Klöckner & Co SE) drei junge Startups als Finalisten des Goethe-Innovations-Preises ihre Unternehmensideen. Wer überzeugt die Jury und erhält den 1. (10.000 Euro), 2. (5.000 Euro) oder 3. Preis (2.000 Euro) des insgesamt 17.000 Euro umfassenden Preisgeldes?

Anschließend diskutiert Gabor Steingart mit seinen Gästen über die Kraft von Innovationen und Trends in Forschung und Entwicklung. Keynote-Speaker sind Martina Koederitz (General Manager IBM DACH) und Uwe Weiss (CEO Blue Yonder GmbH).

Innovationsforum 2015, Dienstag, 8. September 2015, Beginn 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend (Casinogebäude), Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt a.M.

Das Innovationsforum ist eine Initiative der Freunde und Förderer der Goethe-Universität und wird in Kooperation mit der Universität und dem Handelsblatt realisiert. Wie im letzten Jahr sammeln die "Freunde" im Rahmen der Veranstaltung Spenden für den Goethe-Unibator, um Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter der Goethe-Universität bei der Unternehmensgründung zu unterstützen.

Der Goethe-Innovations-Preis geht 2015 zum dritten Mal an ausgewählte studentische Gründerprojekte aus dem Goethe-Unibator. Juroren aus Universität, Wirtschaft und Politik bewerteten die Geschäftsideen der Bewerber nach Kriterien wie Originalität, Marktpotential, betriebswirtschaftlichem und technischem Know-how sowie Risiken.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, am Innovationsforum teilzunehmen. Anmeldung bitte telefonisch unter 069/798-12472 oder per E-Mail frerichs@pvw.uni-frankfurt.de. Die Eintrittskarte liegt dann am Veranstaltungsort für Sie bereit. 

Die Finalisten des Goethe-Innovations-Preises:

MINDS-Medical schafft im Bereich Gesundheits-IT eine Optimierung und Automatisierung von Patientenabrechnungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen – auch damit Ärzten wieder mehr Zeit für die Patienten bleibt. Ihr Ziel: den administrativen Aufwand, der beim Schreiben der Rechnung entsteht, zu senken und durch die Zusammenführung verstreuten Daten in den Kliniksystemen Ärzte und Controller zu entlasten. Gründer: Matthias Bay und Lukas Naab, im Unibator seit 26. April 2015

Dr. Severin produziert ein Ganzkörper-Aftershave für Männer und Frauen, das innerhalb weniger Monate zum Marktführer geworden ist. Gründer Peter Hart konnte Ende August 2015 in der VOX-Serie "Die Höhle der Löwen" zwei Investoren von seiner Unternehmensidee überzeugen. Im Unibator ist das Unternehmen seit August 2014 mit dabei.

SECDASH bietet eine Internet-basierte Software, die eine beliebige Anzahl von Websites überwacht und dabei alle großen CMS unterstützt. Sobald eine Sicherheitslücke entdeckt wird, die Website ausfällt oder ein anderes Problem besteht, wird der Website-Betreiber automatisch und mit detaillierten Informationen zum Problem benachrichtigt. Anders als bisherige Lösungen auf dem Markt nutzt SECDASH einen Sicherheitsansatz, der schneller als jede andere Software Alarm schlagen kann. Gründer: Patrick Helmig und Khanh Tuong, im Unibator seit Februar 2015.

Veranstaltungen

Sep 2 2015
11:55

Nach Abzug des Militärs aus dem im vergangenen Jahr entdeckten Kastell blieben offensichtlich die Zivilisten zurück

EINLADUNG zum MEDIENGESPRÄCH / Archäologen der Goethe-Uni stoßen auf „Römerdorf“ in Gernsheim

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Archäologen der Goethe-Universität haben bei ihrer aktuellen Lehrgrabung in Gernsheim im Hessischen Ried weitere Details des seit Langem gesuchten „Römerdorfs“ neben dem Kastell freilegen können. Für eine intensive zivile Nutzung in der Zeit von 110 bis 260 n. Chr., nachdem das Militär abgezogen war, sprechen die zahlreichen Funde. Dorf und Kastell lagen an einer strategisch günstigen Stelle: Von hier zweigte eine Straße an den Mainlimes von der Fernstraße Mainz – Ladenburg – Augsburg ab.

Über die bedeutenden Ergebnisse der Grabungen, die Studierende und Wissenschaftler des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität noch bis Anfang Oktober durchführen, berichten Grabungsleiter Dr. Thomas Maurer und sein Team vom Institut für Archäologische Wissenschaften (Abteilung II) der Goethe-Universität

am: Freitag, dem 11. September 2015, um 11.00 Uhr,
Ort: Bürocontainer am Grabungsgrundstück, Nibelungenstr. 10-12, 64579 Gernsheim.

Auch zahlreiche Fundstücke, etwa eine seltene Gewandspange, eine Haarnadel aus Bein oder Teile eines Brettspiels (Spielstein und Würfel) werden zu sehen sein.

Am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 13. September, 10 – 17 Uhr) lädt das Grabungsteam zur öffentlichen Besichtigung der Grabung ein. Im Rahmen von Führungen wird über die Ergebnisse der archäologischen Forschungen und über die römische Vergangenheit Gernsheims informiert. Auch an diesem Tag werden Funde aus der laufenden Grabung ausgestellt. Die Veranstaltung findet nur bei trockener Witterung statt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Wenn Sie teilnehmen möchten, schicken Sie bitte bis zum 8. September eine E-Mail an jaspers@pvw.uni-frankfurt.de

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation

Informationen: Dr. Thomas Maurer, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, Tel: 0177-5672114, t.maurer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Sep 1 2015
14:55

Eröffnung am 15. September im KW Institute for Contemporary Art, Raum „3 ½“ im Berliner Galerienviertel

Frankfurter Master-Studierende kuratieren Ausstellungsserie „Doppelzimmer“ in Berlin-Mitte

FRANKFURT. Mit der Eröffnung der Ausstellungsserie „Doppelzimmer“ wird zum dritten Mal ein Ausstellungsprojekt von Master-Studierenden der „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ der Goethe-Universität und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule realisiert. Das KW Institute for Contemporary Art in der Auguststraße des Berliner Galerienviertels für zeitgenössische Kunst hat die jungen Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen, den Raum „3 ½“ zu bespielen. Dort bringen sie jeweils zwei gegenwärtige künstlerische Positionen in einen Dialog. Die erste der vier aufeinanderfolgenden Ausstellungen wird am 15. September (Dienstag) eröffnet, die letzte endet am 4. Januar 2016.

Die Form der künstlerischen Zusammenarbeit variiert innerhalb der Serie von der Gegenüberstellung bereits bestehender Werke bis hin zu gemeinsamen Neuproduktionen. Als Referenzrahmen dient der Raum „3 ½“, der von den Künstlerinnen und Künstlern als „Doppelzimmer“ bezogen wird, auch wenn es seine geringe Größe nicht unbedingt nahe legt. „Die räumliche Nähe schafft eine dialogische Struktur zwischen den Arbeiten und macht damit Verbindungen sichtbar – skulpturale Objekte, Materialassemblagen, Sound- oder Videoinstallationen werden miteinander in Bezug gesetzt, einander gegenüber gestellt oder zusammengeführt“, so das Kuratoren-Team. Ausgehend von den Besonderheiten des Raumes, hat die Gruppe gemeinsam das Ausstellungskonzeptentwickelt. Die Umsetzung des Projektes liegt vollständig in den Händen der jungen Kuratorinnen und Kuratoren. Der Ort wird dabei mal zu einem Ausstellungsraum mit Fokus auf den einzelnen Objekten, dann wieder wird er Teil einer raumgreifenden Installation.

Den Auftakt machen George Rippon (geb. 1983, New York, USA) und Anina Troesch (geb. 1987, Emmental, Schweiz). Im Dialog entwickeln sie eine neue ortsspezifische Arbeit. Statt einzelne Kunstwerke zu präsentieren, greifen sie direkt in den Raum ein und setzen sich mit den dort vorgefundenen architektonischen Elementen und Materialien auseinander. In der zweiten Ausstellung befassen sich Rosa Aiello (geb. 1987, Hamilton, Kanada) und Cooper Jacoby (geb. 1989, Princeton, USA) mit verschleierten Machtstrukturen und der Konditionierung individueller Wünsche und sozialer Handlungen. Während Jacoby den Eingang des Ausstellungsraums zu einer Skulptur umformt, konfrontiert Aiello das Publikum in einer Videoarbeit im Raum mit den affektiven Manipulationsstrategien einer gesteuerten Wahrnehmung. Im dritten Teil der Reihe verbinden Rasmus Søndergaard Johannsen (geb. 1982, Brovst, Dänemark) und Filippa Pettersson (geb. 1987, Södermanland, Schweden) das „Doppelzimmer“ mit dem anliegenden Treppenhaus, sodass der Aufgang zum Teil des Ausstellungsraumes wird. In diesen neuproduzierten Arbeiten erforschen beide Künstler Objekte und deren Material, um sie aus ihrem Kontext zu lösen und eine skulpturale, auditive und performative Übersetzung vorzunehmen. Carola Keitel (geb. 1983, Bad Friedrichshall, Deutschland) und Hannes Seidl (geb. 1977, Bremen, Deutschland) beschließen die Reihe. Sie bringen das Urbane in den Ausstellungsraum, indem sie Fundstücke in akustische und sensorische Wahrnehmungsträger verwandeln. Elemente einer städtischen Umgebung, die sonst nur peripher oder gar nicht wahrgenommen werden, werden isoliert ausgestellt.

Kuratiert wird die Serie „Doppelzimmer“ von Studierenden des Kooperationsstudiengangs „Curatorial Studies – Theorie – Geschichte – Kritik“ der gemeinsam mit fünf Frankfurter Museen durchgeführt wird: MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Städel Museum und Liebieghaus, historisches museum frankfurt, Weltkulturen Museum und Portikus. Der Masterstudiengang zeichnet sich durch die international einzigartige Verbindung von Universität, Kunstakademie und Museen aus. Durch innovative Lehr- und Lernformate können Studierende akademisches Lernen und wissenschaftliche Forschung mit kuratorischen Fragestellungen und berufsbezogenen Erfahrungen verbinden. Das Masterprogramm, inzwischen im sechsten Jahr, hat eine überdurchschnittlich hohe Absolventenquote zu verzeichnen. Zudem ist den meisten Absolventen, darunter vielen aus dem Ausland, der Einstieg ins Berufsleben sofort gelungen – nicht nur in Deutschland, auch in den USA, in der Schweiz, in Belgien und in China.

Bereits 2013 hatten die Studierenden ein Performance- und Filmprogramm zur Retrospektive von Hélio Oiticica in Kooperation mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt erarbeitet; 2014 kuratierten sie die Kabinettausstellung „Vergessene Körper: Helmut Kolle und Max Beckmann“ zusammen mit dem Städelmuseum. Der Studiengang wird unterstützt durch die Adolf Messer Stiftung und die Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung; die Serie „Doppelzimmer“ wird gefördert von der Schering Stiftung, Berlin.

Eröffnungen: 15. September, 18 Uhr zur Berlin Art Week 2015; 9. Oktober mit einer Lesung von Rosa Aiello, 19 Uhr; 6. November mit einer Performance von Filippa Pettersson mit Amy Ball, 19 Uhr; 5. Dezember 2015 mit einem Konzert mit Sebastian Berweck, Maximilian Marcoll und Hannes Seidl, 19 Uhr; alle Veranstaltungen in KW Institute of Contemporary Art – KUNST-WERKE Berlin e.V., Auguststraße 69, Berlin

Öffnungszeiten: Mi – Mo 12 – 19 Uhr, Do 12 – 2 Uhr, dienstags geschlossen

Informationen: Master-Studierende: Cosima Grosser, Daniela Leykam, Clara Sterzinger, Anna Straetmans,Email: presse_doppelzimmer@gmx.de;Masterstudiengang Curatorial Studies: www.kuratierenundkritik.net

Sonstige

Sep 1 2015
10:35

Studierende der Goethe-Universität können sich ab jetzt für ein Deutschlandstipendium bewerben. Gute Leistungen und gesellschaftliches Engagement sind gefragt

Deutschlandstipendium: Mehr Freiräume im Studium

FRANKFURT. Das Deutschlandstipendium der Goethe Universität ermöglicht Studierenden mehr Freiräume im Studium, und das ohne große Hürden. Denn die Chancen, in den Genuss dieser mit 3.600 Euro pro Jahr dotierten Förderung zu kommen, sind vergleichsweise hoch – auch deshalb, weil die Goethe-Universität so viele Stipendien einwirbt wie kaum eine andere Hochschule in Deutschland. Innerhalb der Universität profitieren Studierende aller Fachbereiche davon. Und wer hier als Student erst einmal den Einstieg in ein Deutschlandstipendium geschafft hat, für den stehen später die Türen auch bei anderen Förderorganisationen weiter offen.

Doch das Stipendium bietet weit mehr als reine monetäre Förderung. Viele Studierende engagieren sich in einem ideellen Begleit-Programm mit einer Vielzahl von gemeinnützigen Projekten mit Frankfurt-Bezug: „Das Deutschland-Stipendium ist klasse, weil es besonderes Engagement besonders würdigt“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. So bietet zum Beispiel eine von Deutschlandstipendiaten gegründete Initiative Campusführungen an, andere engagieren sich für die Unterstützung von Flüchtlingen. Eine weitere Gruppe entwickelt Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen. Das Mentoring der verschiedenen Gruppen übernehmen Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Das Konzept wurde 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet.

Die besondere Mischung aus Individualförderung und Gemeinnützigkeit begeistert auch die Förderer: Bisher hat die Goethe Universität rund 3 Millionen Euro bei Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen einwerben können; insgesamt kamen so bereits 1.660 Studierende in den Genuss des Deutschlandstipendiums, das im Rahmen des nationalen Stipendienprogramms zur Hälfte vom Bund finanziert wird. Zusammen mit dem Bundesanteil konnten bisher insgesamt rund 6 Mio. Euro an Studierende vergeben werden.

Studierende der Goethe-Universität Frankfurt können sich noch bis zum 21. September 2015 für ein Deutschlandstipendium bewerben. Gefördert werden Studierende aller Fachrichtungen und aller Nationalitäten, die an der Goethe-Universität eingeschrieben sind und hervorragende Leistungen erwarten lassen bzw. bereits erbracht haben. Bewerben können sich sowohl Studienanfänger, die im Oktober ihr Studium beginnen, als auch bereits immatrikulierte Studierende. Die Bewerbung erfolgt online auf der Homepage der Goethe-Universität. Zu den Auswahlkriterien zählen neben den bisherigen Leistungen in Schule und Studium auch gesellschaftliches Engagement und sozialer Einsatz. Auch die Überwindung besonderer biografischer Hürden wird berücksichtigt, etwa bei Bildungsaufsteigern oder Studierenden mit Migrationshintergrund. Die Förderung beträgt monatlich 300 Euro und wird für zunächst zwei Semester gewährt. Die Höchstdauer der Förderung beträgt zwei Jahre innerhalb der Regelstudienzeit.

Inzwischen beteiligen sich mehr als 300 Spender jährlich am Deutschlandstipendium der Goethe-Universität. Das Stipendienprogramm funktioniert als Scharnier zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern. Unter den Privatpersonen sind auch zahlreiche Ehemalige, die sogenannten Alumni, die mit Beträgen zwischen 50 Euro und mehreren tausend Euro ihre Verbundenheit mit ihrer Alma Mater und der jungen Generation sichtbar machen. Auch viele Hörer der Universität des 3. Lebensalters, der sogenannten U3L, beteiligen sich an der Förderung ihrer jungen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Rotary-Clubs, Zonta-Clubs, Alumni-Vereine ebenso wie etliche Stiftungen sind verlässliche und begeisterte Förderer der Studierenden.

Unternehmen beteiligen sich, um frühzeitig mit qualifizierten Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen. Gerade Mittelständler wissen, dass sie bei der Nachwuchsrekrutierung selbst aktiv werden müssen. Über das Deutschlandstipendium können sie besonders begabte und engagierte Studierende schon früh an sich binden.

Weitere Informationen unter www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de